prällumkklitioiiS - prrisk: Kür L!aiba» Gan„ährlg . . . 6 si. — !r. Hrldjährig . . . ^ . Vierieljährig. . . I „ SV „ Monalliw . . . — „ :,«! , Mit der Post: Ganzjährig . . . 8 k. — kr. Halbjährig . . . 4 „ 50 , Vierteljährig. . . ^ „ L5> . F!tr ZuHellung ins Haus vieriel-jährig rs kr., monarus 8 kr. «inielne Nummern S kr. Laibacher Tagblatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte rüchr zarückgefend«. Lr-llklio«: 8cbnl:o>gal!e Vir. IÜL Lr^kdilir!, aud Justralkii-Surra»: »LNgießvIai! Nr 81 (BmLI.'L'NtlU! g VvTiI. v. Kkeinniar>rL F.Barr^'erg. Für die einipaltige Pclilzeilc >'i kl. tei zweimaliger EiiiiSalwng ü :>ki. dreimul ü 7 kr. 2»serli»»«ftcmrel ied«»mal »I, Ir. größeren Lnleraikv und Ljterer '-»Llcküllung enllpreckendc, R-lb-tl. Nr. 19. DwnMg, 25. AlllM'. — Morgen: Pvlykarpus. 1870. Eine englische Stinune über Oesterreich. Ein Artikel des WeltblatteS „Times" über die Ministerkrisis lautet: „Die lange Zeit schwebende Krisis im österreichischst Ministerium endete mit der Resignation der Minorität, in die Kaiser Franz Joses endlich einwilligte. Die Zerklüftung des Kabinets war schon von altem Datum, aber es gehörte der ganze Einfluß des Kaisers, des Reichskanzlers v. Beust und des ungarischen Minister Präsidenten v. Andrassy dazu, den unglücklichen Tag auszuschieben, und man einigte sich dahin, daß die Frage, welche im Kabi-nete nicht geschlichtet werden konnte, an die legislative Körperschaft übertragen werde. Die Adressen der beiden Häuser des Reichs-rathes als Antwort ans die kaiserliche Thronrede sollten dazu dienen, die Anschauungen der legislativen Körperschaften in den Fragen darzuthnn, in welchen das Ministerium in Uneinigkeit gerieth, und der Kaiser verpflichtete sich, mit seinen Rath-gcberu entsprechend den Wünschen der Volksvertretung vorzugehen. Das Votum der Kammer fiel zu Gunsten der Majorität aus. Dieser Umstand war entscheidend sür den Rückzug der Opponenten. Die Zuckungen des Jahres 1^48 drohten die Gestalt Europa's zu ändern. Das Prinzip der Nationalität erwachte in Italien, Polen, Deutschland uud Ungarn, nnd die österreichische Regierung, welche diese Tendenzen zuerst unterdrückte und besiegte, er-' lag schließlich nnd mußte Bedingungen eingehen. In Ungarn wurde der Dualismus akzeptirt, durch welchen aus der österreichischen Monarchie die austro-huugarische wurde. Allein, wiewohl man den Ungarn alle Kon- zessionen einräumte, war es doch von der größten Wichtigkeit, behutsam zu sein bei den Konzessionen, die man den anderen Theilen des Reiches machte. ... Das deutsch- Element ist in der westlichen Reichshäiftc, ganz abgesehen von seiner höheren Zivilisation, bedeutend starker an Zahl als jede andere der Nationalitäten, wenn man sic einzeln nimmt. In welcher Form das ganze Reich zu Wien auch immer repräsentirt sein mag, so muß die Leitung, der Geschäfte uolhwendigerweise hauptsächlich der deutschen Majorität zufallcn; und in der Konstitution vom Jahre 1867 schlug sie umsomehr ihren eigenen Weg ein, als die Eichen in Böhmen sich der Hoffnung Hingaben, daß sie ihre administrative Unabhängigkeit dnich das Iichentfernthalten von allen öffentlichen Angelegenheiten erlangen würden, weil sic gesehen, daß auch die Ungarn dadurch zu ihrem Ziclc gelangten. Aber Ungarn wäre nie zu seinem Erfolge gc-langt, wenn nicht das Unglück von Sadowa das Reich heimgesucht hätte; in ruhigen Zeiten jedoch ist eS gleichgiltig, ob die Czechen an den Wahlstät-ten sich versammeln oder nicht, ob sic es vorziehen, ihre Sitze im Rcichsrathe cinznnchmen odcr nicht... Dieser Umstand könnte weder die nichtgcrma-nischen Nationalitäten zwingen, ihr Land einer erleuchteten, fortschrittlichen Verfassung zu berauben, noch könnte er die Deutschen verhindern, einen wohl-thätigen Einfluß aus sic auszuübcn, wenn sic nur selbst unter einander einig wären. Es ist in der Thar schwierig, die Modifika-i tioiicn, sei es in der Verfassung oder im Wahlge-; setze, zu erblicken, die, um sowohl dic Polen als auch die Ezechen zusriedcnzustellen, gemacht werden mutzten, ganz abgesehen von den kleineren Nationalitäten, ausgenommen, daß man ihnen dieselbe Stellung gibt, wie den Magyaren. Aber Böhmen die- selbe unabhängige Stellung wie Ungarn verleihen, heißt dic deutsche Bevölkerung dieses Königreiches zum Opfer bringen. Sie würde sich ebenso dagegen sträuben, wie die Engländer, welche man den Iren unterordnen wollte. Dic Czechen bilden nicht denselben kompakten Körper in Böhmen, wie dic Magyaren in Ungarn, und wenn man auch mit größerer Erwartung des Erfolges den Polen eine selbständige Aoministration einräumcn könnte, so würde doch auch hier der unruhige Charakter des Volkes Oesterreich mit dem benachbarten russischen Reiche in Verwicklungen bringen. Ganz abgesehen von dem Ruine, welchen eine neue Unterabtheilung des schon gcthciltcn Reiches der Monarchie bringen würde, müßte eine weitere Entwicklung der national»« Elemente jede Ordnung und Harmonie unter ihnen selbst unmöglich machen. Selbst dcr eifrigste Vcrtheidiger des Fvdcrativ-Si-stcms kann nicht angcben. wo dic Linie ge:oqeu werden soll odcr noch welchem Schema nivn t.je größtmögliche -Zufriedenheit erlangen könnte. Dic österreichischen Nationalitäten sind nicht in bestimmte Gruppen gesondert; bei einem Versuche. das Land nach ethnografischen Prinzipien zu ordnen, würde eine allgemeine Zersetzung und ein selbstmörderischer Krieg folgen ein Krieg, in welchem die Deutschen durch ihre sisischc Kraft und ihr moralisches und intellektuelles Uebcrgewicht endlich siegen würden. Außerdem bleibt noch zu erwägen, daß die Deutschen die einzige Nationalität sind, welche, abgesehen von den Schicksalen des Reiches, ihre Zukunft haben. Sie haben cinc Heimat, sic sind "ein Theil einer Familie, von dcr sie sich nur wegcn der Anhänglichkeit an das Haus Hobsburg sonderten. Drohen Stürme das'Reich zu zerstören, so finden sie immer ihre Zufluchtsstätte, wahrend die Feuilleton. Allgemeine Ausstellung sür das Ge-sammtgebiet des Hauswesens. Mit !. Juni laufenden JahrcS wird zu Kassel cinc Ausstellung cröffuet werden, eS soll dieselbe alle jene Gegenstände, welche zu Ha»S nnd Garten gehören, also den Inbegriff menschlicher Wohnung bilden — umfassen und innerhalb dieses Bereiches jeglichem Zugehör, vom Rohmaterial bis zur luxuriösen Ausschmückung, eine Vercinigungsstätte bieten. An dieser Exposition können alle Länder mit ihren Fabrikaten theilnehmen, insoserne dieselben eben in die von dem Ausstcllungskomitce ausgestellten vierzehn Klassen eingereiht werden können. Die erste dieser Klassen betrifft alles, was zum Bau eines Wohnhauses gehört, wie beispielsweise Pläne und Modelle von Wohngebäuden und Gar-tenanlagen, wie KonstruktionStheilc, DekorationSge-genstände, seien sie von Metall, Glas oder Hol;, natürlichem oder künstlichem Steinmaterial gefertigt, ferner Tapeten, Wafserleitungsgcgenständc, Klosets, Badeapparate, Haustelegrafen u. s. w. Brunnen und Stalleinnchluiigen, Zäune, Zelte, Lauben, Pa-, villons, Gartcnmöbel. Gartengeräthc bilden eine zwcitc Klasse. Dcr Küche ist eine cigcne Klasse eingeräumt und cs dürften alle die verschiedenen Kochapparatc. Küchcngerathc aus Thon, Porzellan, Holz, Stroh. Glas, Borsten und Metallen von den verschiedensten Ländern ein höchst intcrcssantcs Bild bei ihrcr Zusammenstellung gewähren, einen internationalen Wettstreit in dieser Beziehung hcrvor-ruscn. - Die vierte und fünfte Klasse fassen jedenfalls die schönsten und kostbarsten Sachen in sich. Alle Einrichtungsstücke des Salons, des Schlaf-, i Speise-, Wohn- und Kinderzimmerö sind da vertreten, von den einfachsten Möbeln an bis zu den! kostbarsten Garnituren; Spiegel, Uhren, Teppiche.! Bilderrahmen. Pianofortes, prachtvolle Tapisserien! und Stickereien. Tafelaufsätze und Bestecke aus Sil-' ber, Gold sowie aus Pakfong und Kupferaluminium werden vertreten sein. Die Stoffe für Kleidung und Wäsche, aus allen nur möglichen Rohmaterialien bestehend, die Bijouterie und Schmuckgcgenslände, svwie Nciscutcn-silien bilden jedes für sich eigene Abteilungen. Gegenstände des täglichen Gebrauchs, Rauch-und Schreibutensilien, Toilettegegenstände und wie die vielen hundert Dinge, die i,Lyer zählen, alle heißen, dürfen natürlich eben so wenig fehlen, als alle Arten von Oefen ans Thon und Eisen, als Leuchter, Lampen, Kerzen, und Beleucht,wgSapp'arate überhaupt. Die vielen Apparate, wcichc in größeren Haushaltungen sich finden, wie Geldschränke, Nähmaschinen, Eismaschinen und Eisschränke werden gleichfalls in einer eigenen Abtheilnng exponirt, so wie endlich die zahlreichen Nahrungsmittel von der Kartoffel an bis zur Ananas, bis :n den trefflichsten Weinen. Gerade dadurch, daß die Ausstellung so speziell das Studium des täglichen Lebens in allen verschiedenen Ländern ermöglicht, dürfte sie sich zu einer höchst interessanten gestalten, deren reicher Beschickung von allen Seilen um so weniger zu zweifeln ist, als doch gewiß fein Land der Kultur nicht etwas volksthümliches und praktisches aiifzuweifen hätte, um damit hervor zu treten. Eine Großindustrie ist nicht überall zu finden, aber für den Hausgebrauch nützliche Gigcnständc und Vorrichtungen finden sich überall. Wie viele tausend sinnreiche Eifindungen und Verbesserungen werden da kinander Konkureuz machen und manche bisher kaum berücksichtigte Sache wird dort allgemein bekannt und gewürdiaet werden. Das an Naturpro dukten aller Art so reiche Land Krain hat sich bis jetzt so st von allen Ausstellungen ferne gehalten, Ezechen, Polen, Kroaten und sogar die Magyaren es schwer finden würden, entweder selbst zu bestehen, oder sich zu einem Föderaüvstaat znsammenzuthun, oder sich au verwandte Stamme anzuschließen, sür die sic gewiß eben so geringe Simpalhien hätten, als sie jetzt sür die Deutschen haben. Es ist sür Beobachter aus der Ferne, wie für die in der Nähe nicht leicht anzugeben, wieweit das Selfgovernment ausgedehnt werden kann, ohne daß mau das allgemeine Wohl verletzt. Als Resultat der Ministerkrisis läßt sich bezeichnen, daß der Zentralismus siegte und daß die Dezentralisation nicht bis zum Föderalismus getrieben wird. ES bleibt die Alternative zwischen der Ausrechthaltung eines Staates, welcher noch seine Mission in Europa hat und sie auch wohl erfüllen kann, und der Durchführung des abstrakten Natio-ualitäten-Pnnzips. dessen Grenzen schwer zu bestimmen. dessen Zukunft nicht vorauszusehen ist." Adreßdebatte im Abgeordnetenhause. 22. Jänner. Vizepräsident von Hopfen ertheilt um 11 Uhr dem Abg. Sawazrynski das Wort. Der tüchtige und verständige Redner sprach in versöhnlicher Weise und mit österreichisch-patriotischer Empfindung. Ihm folgt der Abg. Waidele mit einer Zurückweisung der von den Poleu bisher erhobenen Anschuldigungen, während der dritte Redner: der rMhenische Abgeord neie GuSzalewicz, Beschwerde darüber führt, daß seinem Volksstamme weder von den Polen noch von der Regierung Gerechtigkeit werde. Als vierter und letzter Redner ninmit nun Graf Beust das Wort. Das ganze HanS einschließlich mehrerer anwesender Mitglieder des Herrenhauses schaart sich um den Reichskanzler nnd lauscht seinen Ausführungen mit gespannter Aufmerksamkeit. Wir lassen die Rede nach der „Morgenpost'' vollinhaltlich folgen. Die Rede Benst'S. Zwei volle Jahre sind es her, daß ich den Sttz aus der Ministerbank gegen den Platz eines Abgeordneten der Reichenberger Handelskammer vertauscht habe. Oft habe ich von da aus gesprocheu unter wohlwollender Gesinnung des hohen Hanses. Ob mir auch heute eine wohlwollende Gesinnung begegnet, weiß ich nicht, aber ich hosfe, daß mir wenigstens Unparteilichkeit nnd Gercchtigkeit begegnen werde. Slbmerzliib, tief schmerzlich müßte es mir freilich sein, wenn ich hier nur Gegner finden sollte, aber cs würde mich gleichwohl nicht beirren. Ich stehe nickt auf dem Standpunkte einer Partei, und Freundschaft wie Feindschaft weiß ich sehr zu schätzen, mache sie aber nicht zum Leitstern meiner Handlungen. Und ich sehe in die Zukunft mit seine vielen Schätze liegen ungekannt oder find wenig gewürdigt. Seine trefflichen Weine gehen nicht in das weinkonsnmirende Deutschland weil siezu wenig gekannt sind; und so ist es mit vielen anderen Dingen gleichfalls. Lon den :-436 Ausstellern Oesterreichs bei der Pariser Weltausstellung im Jahre 1867 waren mir 15) Aussteller aus Krain. Mag das Land Krain auch kein Bedürfniß haben, feine Roh- nnd Ganzfabrikate in den Welthandel zu werfen, cm Umstand, der die erwähnte geringe Betheiligung bei früheren Expositionen rechtfertigt, so soll es sich doch nicht ganz ausschließen von Ausstellungen, welche gerade wie diese speziell das Hauswesen betrifft. Gar manche Dinge, die wir im Lande als selbstverständlich betrachten, sind im Auslande nicht gekannt und umgekehrt. Ist eine Verarbeitung des reichen Rohstoffes im Lande selbst uicht möglich, so wird der Import nach dem Süden nicht allein, auch der nach Norden Nutzen bringen. Die Kramer Biene ist berühmt geworden, warum sollten es nicht auch andere Sachen werden können? und wir hoffen, daß das Land Krain diesmal nicht hinter ändern Ländern Oesterreichs zurückstehen, sondern theilnchmen werde au diesem schönen Wettkampfe der Arbeit. offenem Vertrauen unk mit ungebrochenem Mnthe. Was aber den vorliegenden Adreßentwnrs betrifft, so ist derselbe lojal gegen die Krone und eine Vertrauensmanifestation für die Regierung. Es kann nicht meine Sache sein, gegen einen solchen Entwurf anzukämpfen, um so weniger, als ja darin auch Worte der Versöhnung enthalten sind, von denen ich hoffe, daß sie bei der Regierung auf fruchtbaren Boden fallen werden. Ich bin in den letzten Tagen hier vielfach persönlich angegriffen worden und befinde mich in einer ähnlichen Situation, wie in der letzten Delegation, wo ich beschuldigt ward, das gute Einvernehmen mit einem Nachbarstaate (Preußen) zu beeinträchtigen. Wie ich mir damals eine große Reserve auserlegeu mußte, um mir die Möglichkeit eines künftigen freundlichen Einvernehmens nicht abzuschneiden, so habe ich auch heute ähnliche Gründe zur Zurückhaltung. Ich muß mich daher ausdrücklich dagegen verwahren, daß, mir ein Nichteingehen auf manche Anklagen als Geständniß der Schuld ausgelegt werde. Die Rede unseres verehrten Herrn Präsidenten Dr v. Kaiserfeld war in einzelnen Stellen unzweideutig gegen mich gekehrt. Ich danke ihn, für die Gerechtigkeit, die er mir dabei hat widerfahren lassen; aber soll ich mich auf Einzelheiten einlassen, deren ich von ihm aus der Vergangenheit beschuldigt werde, und an denen ich nur einen sehr geringen An-theil gehabt? Oder soll ich an dieser Stelle gegen die ausgeschiedene» und für die gegenwärtig im Amte befindlichen Minister eintreten? Ich habe keine andere Waffe, als die Versicherung, daß ich, der ich die Verfassung schaffen geholfen und sie unterschrieben, treu wie Einer an der Verfassung halte und die mir zugemuthete Rolle eines Schädigers der Verfassung nicht spielen kann und nicht spielen werde. Ich glaube, daß unser verehrter Herr Präsident Loch gar zu sehr Grau in Grau gemalt. Und wenn ich dabei von mehreren Seiten hestig angegriffen worden bin, kann mich das kaum wundern. Wenn ein Ungewitter losbricht, so muß der, welcher auf dem Wagen oben sitzt, einen tüchtigen Platzregen wohl über sich ergehen lassen. Ich halte eS aber nicht für gut, dem Volke immer den Ausbruch einer Katastrofe entgegenzuhalten. Ich gestehe es, ich bin durch das, was iu der letzten Woche um mich her vorging, um manche jugendliche Anschauung ärmer geworden, die ich mir bis in mein hohes Alter errettet hatte, und es ist das eine Erfahrung, die mich gewitzigt haben wird. Die Angriffe, die gegen mich gerichtet wurden, tiefen zumeist auf den Vorwurf einer Kompetenzüber-schreitung hinaus, die ich mir hätte zu Schulden kommen lassen. Da erinnere ich mich einer ähnlichen Situation, in die ich einmal in einer Sitzung des Finanzausschusses geratheu war, wo man von mir Auskünfte über den Handelsvertrag mit England verlangt hatte. Und als ich erschien, um diese Auskünfte zu geben, da war eS der verehrte Herr Abgeordnete Skene, der mir eutgegeuhielt, daß er dort nur den Abgeordneten von Reichenberg, aber keinen Minister des Auswärtigen anerkenne. Nun, dann habe ich auch hier nur meine Pflicht als Abgeordneter zu erfüllen, während ich als Reichskanzler den Delegationen verantwortlich bin; eben so wie umgekehrt wieder ein Mitglied der zisleithanifchcn Regierung, wenn es in die Delegation gewählt wäre, dort nur als De' legirter Rede uud Antwort zu steheu hätte. Die allgemeine Anschauung hat aber in den letzten Wochen die Kompetenz des Reichskanzlers nur auf die auswärtigen Angelegenheiten einschränken wollen. Das ist entschieden unrichtig. Und der unselige Pessimismus, der alle unsere Verhältnisse noch mehr verwirrt, trägt die Schuld daran, daß man hinter den einfachsten Vorgängen gleich die schwärzesten Absichten wittert. Dadurch wurden so viele ehrenhafte Männer mit Unrecht verdächtigt und verurtheilt. Soll ich daran erinncrn, wie arg über ein früheres Mitglied dieses hohen Hauses und der Regierung abgesprochen, wie sehr dasselbe verdammt wurde?. Man wirft mir nun mit einem male vor, daß ich, untreu der Verfassung, eine Politik des Ausgleichs mit den Nationalitäten treibe. Habe ich aber nicht immer gesagt, das ich für die Versöhnung und Verständigung mit der Opposition bin? Und ists da uicht natürlich, daß ich in einem Augenblicke, wo eine Meinungsdifferenz im Ministerium hervortritt, auf der Seite derer zu finden bin, welche einen Ausgleich und eine Versöhnung herbeizuführen wünschen, nnd nicht auf Seite derjenigen, welche die Abwehr uud Abweisung (Dr. Giskra schüttelt bei diesen Worten abwehrend den Kopf) für nützlich halten? Deshalb bin ich aber noch nicht treulos gegen die Verfassung. Können die Herren, die mich angegriffen haben, beweisen, daß ich an den Schwierigkeiten der czechi-fchen Frage Schuld trage? Ich habe den Rücktritt des ersten parlamentarischen Ministerpräsidenten gewiß ans das tiefste beklagt und seiner Zeit die äußersten Anstrengungen gemacht, um diesen Rücktritt zu verhindern. Wenn man mir damals in die Schuhe schob, daß ich hinter dem Rücken des Ministeriums Ausgleichsverhandlungen mit der czechischen Opposition eröffnet, die von dem Boden der Verfassung sich entsernten, so kann ich darauf nur sagen, daß dies nicht der Fall war, sondern daß ich ausdrücklich erklärte, ich hätte kein Recht zu unterhandeln. Ebenso habe ich keinen Besuch eines czechischen Parteiführers empfangen, außer dem des damaligen Prager Bürgermeisters Dr. Bielsky; ich habe auch keine Korrespondenzen geführt nach die> fer Richtung, vielmehr eine mir zugekommene Korrespondenz unerwiedert gelassen. Daß aber in der jüngsten Zeit die Gegner der Verfassung Hoffnungen aus mich setzen zu dürfen glaubten, ist wohk kein Wunder, nachdem ich von vielen Seiten als Abtrünniger an der Verfassung hingestellt wurde. Was die Vorwürfe über die Verwendung des Dispositionsfondes betrifft, so habe ich diese Verwendung nur vor den Delegationen zu rechtfertigen. Das aber kann ich heute schon sagen, daß jenes Blatt, welches der Versassungöpartei das größte Aergerniß gab, von der Regierung keine Subvention genießt. Daß ich Artikel in irgend welchen Blättern inspirirt, welche einzelne Persönlichkeiten angrisfen, muß ich entschieden in Abrede stellen. Ich bin jeder Belehrung und Erfahrung zugänglich, aber den Vorwurf der Untreue an der Verfassung kanu ich nicht wider mich ergehen lassen. Man verleumdet mich ohne genügende Anhalts- oder gar Beweisgründe, mich, der ich die Verfassung ans-gebant und zu befestigen gesucht. Ich beanspruche heute keinen Dank für das Vergangene, kein Vertrauensvotum für die Zutunft. Mir genügt düs Bewußtsein. Ich soll deshalb die Verfassung unterwnhlen, weil ich vielleicht eine andere Meinung Uber die Mittel und Wege zur Befestigung der Verfassung habe. Ich habe immer an der Verfassung und dem Deutschthum gehalten, aber der Parteileidenschast werde ich mich niemals verbinden. Ich glaube auch nicht, daß es für die Deutschen gut ist, wenn man sie als entschiedene Widersacher der anderen Nationalitäten und ihrer Ansprüche hiustellt, ebenso wie cs für die nationalen Minoritäten nicht gut sein kann, daß sie sich in prinzipielle Gegnerschaft zur Verfassung stellen. Und ich erlaube mir zum Schlüsse nur noch daran zu erinnern, daß man in der letzten Delegation mir den Vorwurf machte, den äußern Frieden zu gefährden, während jetzt unsere Beziehungen zu allen europäischen Staaten die freundlichsten und wohlwollendsten sind. Und so beschuldigt man mich jetzt der Friedensstörung im Innern, indeß ich die Hoffnung nicht aufgebe, daß Friede» und Versöhnung einkehren werde bei allen Stämmen. (Beifall rechts. Schweigen auf der linken Seite des Hauses. Die Abgeordneten Ritter v. Kotz ssn. und Abt Helfcrstorfer aus dem Zentrum beglückwünschen den Redner.) Hierauf wird die Sitzung um 3 Uhr geschloffen und die Fortsetzung der Debatte für Montag 10 Uhr anberaumt. Politische Rundschau. Laibach, 25. Jänner. In der Sitzung des Pariser gesetz geben den Körpers vom 21. Jänner erklärte der Minister des Innern, der Antrag, künftig die Hinrichtungen im geschloffenen Raum vorzunehmen, werde ernsthaft in Erwägung gezogen und dem- nächst hierüber eine Entscheidung erfolgen. Ehoi-seuil brachte den Antrag ein, den Gemeinden das Recht zu gewähren, ihre Maires zu wählen. Die Kammer lehnte es ab, die Verlesung des hierauf bezüglichen Motivenberichtes anzuhören. Aus Petersburg, 22. Jänner, meldet der „Wanderer": Die von General Kaufmann ein-getroffenen Rapporte lauten sehr unerfreulich; die Verwicklungen in Zentralasien mehren sich und ein größerer Krieg mit den chinesischen Turkmanen ist unvermeidlich. Ein Armee-Korps von 13.000 Mann geht nach Orenberg und Tur-kestan. Aus Rom, 21. Jänner, meldet die „Presse" : Das erste Glaubensdekret wurde auf dem Konzil in Folge Haynald's energischer Opposition zurückgewiesen. Es sollen nun neue Schemata vorgelegt werden über das klerikale Leben und denkleinen Katechismus. Zur Tagesgeschichte. — Ueber die Erklärung des Grafen Beust in seinem Antwortschreiben an die Reichenberger Handelskammer, daß er nämlich „als Ziel seiner Wünsche die Versöhnung aller Nationalitäten, ohne Preisgebung der Verfassung und des deutschen Elementes" bezeichnet — bemerkt ein Wiener Blatt: „Graf Beust könnte mit derselben Zuversicht eine Eisenbahn nach den, Monde als das Ziel seiner Wünsche bezeichnen." — Vom 1. März 1870 a.i werden geänderte Stempelmarken aller Kategorien, mit alleiniger Ausnahme der Zeitungsstempelmarken zu 1 und 2 kr., in den Verschleiß gesetzt. Die gegenwärtig im Verschleiß befindlichen Stempelmarken aller Kategorien werden mit dem 31. März 1870 gänzlich außer Gebrauch gesetzt. Gewerbs- und Handelsbücher, Blanquette von Wechseln, Frachtbriefen, Rechnungen u. dgl., auf denen ältere Stempelmarken durch vorschriftsmäßige vor dem 31. März 1870 erfolgte amtliche Ueberstempelnng zur Verwendung gelangt sind, können auch nach dem 31sten März 1870 undeanstandet in Gebrauch genommen werden. — Neuestes Er sparn n g sfistem. Im Kriegsbudget müssen um jeden Preis Ersparungen gemacht werden und diese will das Reichskriegsministerium — einer Mittheilung der „Tagespost" zufolge — in folgender, wirklich haarsträubender Weise herbei-führen: Der Vereinfachung wegen soll von nun an das bisher auf Grund der ortsüblichen Marktpreise von Monat zu Monat fixirte Menagegeld, welches gewöhnlich zwischen 11, 11'/z und 12 kr. variirt, nicht mehr von den Generalkommaudeu monatlich, sondern vom Kriegsministerium für ein Vierteljahr im vorhinein in einem weit niedereren Ausmaß fixirt werden, und zwar soll uicht mehr, wie bisher, hauptsächlich der Preis des Fleisches als maßgebende Grundlage dienen, weil — wie der Erlaß sich ausdrückt, „es nicht unbedingt nöthig ist, daß derMann täglich Fleisch esse." Also das Drittelpfund wird für den armen Soldaten zum Luxus; „beim Fleische des Mannes" will man in Wien das ersparen, was bei hochbesoldeten Würdenträgern hinans-geworseu wird. — Daß der blinde Taborilensührer Zizka männliche Nachkommen gehabt hätte, war bisher keinem der gegenwärtigen Historiker bekannt. Erst die Chrn-dimer „Omladina" hat nach gründlichem Studium ihrer Stammbäume herausgefunden, daß sie in direkter Linie von dem alten Troenower stamme, und kaum war diese große Entdeckung gemacht, so wurde sic auch schon der staunenden Welt in folgendem dröhnenden Telegramm kundgegeben: „Die Nachkommen Zizka's erwarten ruhig den ersten Angriff der wüthenden zis-leithanischen Kreuzfahrer! Wir ergeben uns nicht! Die Ehrndimer Omladina." — Unweit Sheffield fand ein Arbeitertumult statt, wobei dreißig Häuser zerstört wurden. Die Polizei hat scharf eingehanen und die Ruhe wieder hergestellt. — Aus Görz wird geschrieben: Gegenüber den nicht sehr günstigen Berichten aus Meran bat sich Görz bis jetzt wirklich als Oesterreichs Nizza benommen. In der letzteren Zeit ward uns der Sirokko gar zu viel und noch heute seufzen wir um Bora, die unsere ziemlich schlecht gewordenen Straßen in Ordnung bringen soll. Die geringste Mittagstemperatur seit 1. Jänner ist -s- 2.8 Gr. R., die höchste 8.3 Gr. (halb 2 Uhr Mittags), der tiefste beobachtete Stand — 3.2 Gr. Dafür regnet es tropenmäßig; im Oktober hatten wir 95.32 Linien, im Dezember 100.33 Linien Regen. Die Messungen am 10. und 11. d. M. ergaben die Kleinigkeit von 50.10 Linien Regen. Am 2. war 1"' Schnee, am 3. auch dieser nicht mehr. — Beiden Gemeinderathswahlen in Brünn hat die liberale Partei in allen Wahlkörpern vollständig gesiegt. Kein einziger Kandidat der vereinigten klerikal - ezechischen Partei wurde durchgesetzt. — Lazarus, steh' auf! Ju Ugoesa starb jüngst ein Herr D., der davon berühmt war, daß er immer durstig war, immer trank und sich immer unmäßig vor dem Lebendigbegrabenwerden fürchtete. Eines Abends, als er wie gewöhnlich sehr benebelt nach Hause ging, traf ihn der Schlag und er starb. Der Arzt stellte einen Todteufchein aus. „Wenn er aber doch scheintodt ist!" sprach ein Kumpan des Gestorbenen. Er holte eine Flasche Tokayer und Champagner. „Lazar auf! Steh' aus!" sprach er und hielt dem Todten die Flaschen vor die Augen. Er schlug sie natürlich nicht aus. „Na, dann ist er wirklich todt," seufzte der Kumpan sehr betrübt, setzte sich hin und trauerte. — In einem Rotterdam er Theater wird Tag für Tag seit dem 16. Dezember v. Jahres „Barbara Ubryk" gegeben. Die zahlreich herbeigekommenen Katholiken und deren Gegner demonstrirten aber stets so sehr, daß innerhalb des Theaters eine große Anzahl von Polizeiagenten und im nächstgelegenen Stationsgebäude über 100 derselben und 30 Marinesoldaten mit scharf geladenen Gewehren ausgestellt werden mußten. Beim dritten Akt bewarfen die Gegner einander zuerst mit Eiern und Orangenschalen, später mit Steinen. Die Akteurs wurden überschrien und waren genöthigt, an die Stelle des Dialogs lebende Bilder trelen zu lassen. Ueberhanpt wird der Kamps zwischen Protestanten und liberalen Katholiken einer- und Ultramontanen andererseits in den Niederlanden mit einer beispiellosen Erbitterung auf der Tribüne, wie in Zeitungen und Broschüren geführt. — Während bisher in Paris allgemein ein rascher Verlauf der Voruntersuchung gegen den Prinzen Pierre Bonaparte vorausgesagt wurde, überrascht die „Gazette des Tribunanx" durch die Mittheilung, daß die Erhebungen eine ganz nnerwar« tete Wendung genommen hätten, welche nicht erlaubt, den Schluß des vorläufigen gerichtlichen Verfahrens jetzt schon sestznstellen. Der Präsident hat neuerlich Dr. Morel, den Arzt des Prinzen, mehrere Redakteure des „Figaro," Lagarde vom „Pays" vorgeladen, und ist vollauf mit der Vernehmung beschäftigt. — Nach Mitteilungen der Freunde des Prinzen wäre die unerwartete Wendung demselben günstig. — Aus dem Pariser Leben. Ein Mitglied der Pariser ^ounosss äorv6, Herr S., unterhält eine Liaison mit einer bekannten Dame, Anna Z. Als er eines Abends unvermuthet bei seiner Donna erscheint, findet er bei ihr in bequemem Negligee eine bekannte Person aus den höchsten Kreisen. Man kann sich den Schreck der Dame und die Verwirrung des vornehmen Wilddiebes vorstellen. Herr S. indeß geht ruhig an den Schreibtisch, wirft einige Zeilen auf ein Blatt Papier und präsentirt es dem hohen Herrn. Dieser nimmt das Billet, liest, schaut den jungen Mann an, dessen feste und entschlossene Miene ihm imponirt, nimmt die Feder und unterzeichnet. Herr S. steckt das Billet in die Tasche, grüßt höflich und entfernt sich. Besagtes Billet aber hatte folgenden Inhalt : „Nachdem Fräulein Anna Z. Herrn v. S. feit den drei Monaten, welche sie mit ihm zusammengelebt, 92.000 Franken gekostet hat, erkläre ich mich hiemit bereit, Herrn S. gegen Abtretung seiner Eigenthums-rechte die verausgabte Summe zurückzuzablen. — Nach dem neuesten Programme für die Wiederaufnahme der Arbeiten am Suezkanale soll demselben dnrchgehends zuerst eine Tiefe von 6.50 Metres, dann von 7, von 7.50 und endlich von 8 Metres gegeben werden. Man wird hiezu nur 7 Bagger verwenden und glaubt gegen Ende 1870 den Kanal mit 8 Metres Tiefe und 22 Mettes Sohlenbreite dem Verkehre übergeben zu können. Die Kosten sollen nach Auszahlung der im Jänner 1870 fälligen Obligations-Zinsen von 3'/, Millionen Franken an« dem noch erübrigenden Gesellschaftskapitale von 6—7 Millionen Franken und dem sonstigen Einkommen aus Durchfahrtgebühren, Verfrachtungen und dgl. gedeckt werden. Sollte sich dieses letztere Einkommen als bedeutend enveisen, so dürften die Arbeiten mit mehr Nachdruck betrieben und das Ziel wohl auch noch früher erreicht werden. — Ein Telegramm aus New-Uork vom 15. Jänner meldet, daß Kontreadmiral Baron Petz mit Sr. Maj. Fregatte „Donau" am 20. Dezember zu Honolulu, dem ersten Hafen der Sandwich-Inseln, zur Vornahme von Reparaturen — übrigens bei allgemeinem Wohlbefinden am Bord — vor Anker gegangen war. Durch ein Telegramm aus St. Fran zisko in Kalifornien, vom 20. Jänner — berichtet der Kontreadmiral bereits, daß er mit dem Gesandtschaftspersonal in diesem Hafen angekommen sei, um am 3. Februar die Reise uach Guatemala fortzusetzen und die Fregatte daselbst oder in Callao wieder anzutreffen. Ministerialrath v. Scherzer war noch in den ersten Tagen dieses Monats in St. Franzisko; er wird aber bei der Ankunft des Missionschefs Baron Petz diesen Hafen bereits verlassen gehabt haben. Sr. Maj. Korvette „Friedrich," dies unter dem Besehl des k. k. Korvettenkapitäns Pittner stehende Kriegsschiff, ist in den Gewässern so lange zu verbleiben bestimmt, bis die Ratifikationen der drei mit China, Japan und Siam abgeschlossenen Verträge dort eingetroffen sein werden. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Original-Korrespondenz. Jdria, 23. Jänner. (Landtagswahl.) Gestern war in Jdria die Wahl eines Landtagsabgeordneten vorgenommen worden ; gewählt wurde der national-klerikale Kandidat Herr Oberbergrath Markus Vinzenz Lipold mit 43 Stimmen. Ein wirklich klägliches Resultat! Nachdem schon seit Wochen für den von der nationalen Partei unter Führung der Ortsgeistlichkeit ausgestellten Kandidaten mit allen nur denkbaren Mitteln agitirt worden war, nachdem Kapläne und Lehrer von Hans zu Haus, von Gasthaus zu Gasthaus gelaufen waren, trotzdem der bei solchen Gelegenheiten in unserem Heimatlande wie es scheint unvermeidliche „Antichrist" die möglichste Wirkung gemacht hatte, trotzdem der Kandidat eine in Jdria maßgebende Stellung einnimmt, nicht mehr als 43 Stimmen! Damit im letzten Augenblicke die Agitations-Maschine nicht ins Stocken gerielh, wurde für den Wahltag, — es war ein kalter Wintertag und hoher Schnee lag auf den Straßen und Feldern, somit ein Tag, ganz geeignet zu etwaiger Unterhaltung der Schulkinder im Freien — in der Schule Ferialtag angesagt, damit die Lehrer bis zum letzten Augenblicke die gehörige Muße hatten, ihrer patriotischen Pflicht nachzukommen, und dabei auch ihrer Wohldienerei zu genügen; diesen letzteren Rücksichten gegenüber mußte die Schule zurückstehen. Die liberale Partei, welche die Majorität für sich hatte, war durch ganz eigenthümliche Verhältnisse bewogen worden, sich der Wahl zu enthalten, und hatte wenigstens in dieser Passivität eine seltene Einmüthig-k"t an den Tag gelegt und damit offen gezeigt, daß die Majorität der Wähler keine Simpaihien hat für nationalm Fanatismus uud für klerikale Unduldsamkeit. Wenn nun auch die Nationalen und Klerikalen über diese Wahl in Jubel ausbrechen, so glauben die liberalen und versassungssreundlicheu Männer jedoch, daß diese Wahl, zu welcher trotz der günstigsten Verhältnisse, trotz einer maßlosen Agitation, trotz aller Seelenpeitscherei von 104 Wählern nicht mehr als 43 bewogen werden konnten, sich zum Wahltische zu begeben, durchaus nicht als ein von der Bevölkerung ausgehendes Vertrauensvotum anznsehcn ist. Lokal-Chronik. — (Ergebnisse der di rekt en S ten e rn in Krain.) In Nr. 10 dieses Blattes haben wir eine Uebersicht der indirekten Abgaben uuseres Landes in den letzten drei Jahren geliefert und die uachge- wiesene progressive Ertragssteigerung als das Merkmal einer Besserung unserer volkswirthschastlichen Zustände bezeichnet. Wir sind nun in der Lage, nusern Lesern auch die Resultate der direkten Besteuerung Krains in der gleichen Periode mittheilen zu können. Die Einnahmen betrugen: im 1.1867 1868 1869 ft- fl. fl- 763.881 818.485 867.811 108.433 106.471 114.107 133.714 150.674 146.096 88.213 111.980 111.631 75.454 105.540 113.079 an Grundsteuer „ Hauszinsstcuer, „ Hausklassensteuer „ Erwerbsteuer „ Einkommensteuer über Halbtagsschulen, Rundschau über das Neueste auf pädagogischem Gebiete. Wir können dies Fachblatt allen Lehrern aufs beste anempfehlen, umsomehr, als der ^kärnt. Lehrerverein uns ersucht, den krainischen Lehrern ! mitzutheileu, daß das Blatt denselben zur Verfügung i steht, um sich gegenseitig auszusprecheu und Wünschen und berechtigten Anforderungen öffentlichen Ausdruck zu geben, daß mit einem Worte Zuschriften aus Krain gerne ausgenommen werden, wenn eine größere Zahl von Lehrern demselben ihre Aufmerksamkeit zuwenden ! würde. — (Die Gartenlaube) bringt in Nr. 2 ^ folgende interessante Beiträge: Doktor Reinhard. No->velle. (Fortsetzung.) — Vom „alten Fritz" in West-! phalen. Von Emil Rs. Mit W i l H. Har k o r t s Por -iträt. — Begegnungen mit Zeitgenossen. Karl !Vogt. Nr. I.A. v. Humboldt. (Schluß.) — Ein ! deutscher Prinz in Amerika. Nr. 1. — Die Eisen-> schmieden im Stnbaithale. Von Lr. Ludw. von Hör-!mann. Mit 2 Abbildungen: Schmiede in Vulp-mes und Dorf V ulpm e s im Stubaithale. Nach der Natur aufgenommen von R. Püttuer. — Blätter und Blütheu: Pauliue Lucca. Von A. H. — Göthe und Bürger. Von Al. Angekommene Fremde. Am 24. Jänner. 8ta»>« Wi« »». Schwidernoch, Ingenieur, Wien. — Perinehk, Handschuhmacher, Görz. — Kren, Kaufmann, Gottschee. — Salinger, Kaufmann, Berlin. — Mora, Kaufmann, Wien. — Tanchner, Kaufmann, Wien. Mandel, Kaufmann, Wien. I Matjasic, Üngaru. — Roßi, Besitzer, Triest. — Scbenrich, Kaiifmami, Berlin. — Hambolt, Beamte, Wien. - Bla», Kaufmann, Triest. — Thainann, Ge werbsbesitzer, Steinbuchl. — Benic, Kaufmann, Karl stadt, — Fitz, Privatter, Triest. — Schulz, Kaufmann, Wien. — Pesckiitz, Privatier, Cilli. An O. W. Znfammen 1,169.695 1,293.1501,352.724 Wie man sieht, waren die Einnahmen an direkten Steuern im I. 1869 um 183.029 fl. höher als im I. 1867 und um 59.574 fl. höher als im I. 1868, wobei zu bemerken ist, daß zu dieser Steigerung allerdings die durch das Gesetz vom 26. Juni 1868 angeordneten Aenderungen im Ausmaße und in der Einhebung theilweise beigetragen haben. Es bestätigen also die Ergebnisse der direkten Abgaben in gleicher Weise wie jene der indirekten Besteuerung die von uns vertretene Ansicht, daß unsere Verfassung bisher eine belebende und befruchtende Wirkung auf die Keime des Volkswohlstandes in Krain geäußert habe. Unsere politischen Tartüffs akzeptiren freilich die den Zahlen eigene Beweiskraft nur daun, wenn sie dieselbe ihren Zwecken dienstbar machen können; sie werden daher auch unbekümmert um die Macht der Thatsa-chen fortfahren, ihr Lieblingsthema von der zunehmenden Verarmung dcs Landes zu Agitationszwecken auszuuützen. Aber sic mögen sich dabei leiner Illusion hingeben; ihre Tiraden können heute nur mehr ein Publikum täuschen, das sich jedes selbständigen UrtheilS begeben hat. — (Ein origineller Gaunerstreich), der gelegentlich des gestrigen Viehmarktes ausgeführt wurde, wird der „Laib. Ztg." nachstehend erzählt: Zwei bekannte Gauner kamen auf den Einfall, die Oberin dcs ehrw. Ursuliuer-Kouventes im Namen des Herrn Pfarrers von S., da demselben angeblich zum Biehankanse das Geld ausgegangen wäre, um ein Darlehen von 26 fl. durch einen Dienstmann brieflich anzusuchen. Die Oberin folgte das Geld auS uud der Dienstmann überbrachte cs den Gauuern. Nachdem dies gelang, verfolgten dieselben ihren Plan weiter und sendeten einen zweiten Brief ab mit dem Bemerken, daß noch weitere 15 fl. erforderlich seien. Dies siel der Oberin und dem Dienstmann aus, und man forschte dem angeblichen Pfarrer von S. nach. Es zeigte sich, daß derselbe nicht in Laibach anwesend war. Der Dienstniann begab sich sammt der Wärterin des Klosters in das Kaffee N. und führte den einen Gauner (der zweite war bereits entwisch!) in das Dienstmann-Instituts-Komptoir, wo die Sache vcntilirt und als Gaunerstück erkannt wurde. Es wurde ein Polizeimann geholt und der Gauner in Gewahrsam gebracht. Also nicht einmal das Kloster-gut ist vor Diebssingern sicher! — (Kärntisches Schnlblatt.) Unter diesem Titel erscheint in Klageusurt eine pädagogiichc Zeitschrift als Organ des kärnt. Lehrervereins, und zwar monatlich zweimal, zu dem Preise von 1 fl., mit Post-verfendung 1 fl. 25 kr. für Nichtmitglieder. Die uns zur Einsicht zugesendeten Blätter sind sehr ansprechenden und lehrreichen Inhaltes, z. B. ein Aussatz über Alpenpflanzen, über die Ucberbürdung der Kinder um Schulstunden l-nd die hieranS rcsuliirenden Nacheile, Telegramm. Wien, 24. Jänner. Im Abgeordnetenhaus-wurde die Adreßdebatte fortgesetzt. Czerne sprach gegen, Rechbauer für die Adresse. Letzterer erklärte, aus eine Amendiruug der Adresse angesichts der großen Frage zu verzichten. Redner kntisirt die Haltung der Regierung, welche die Zweifel in das Bestehen der Verfassung verstärkt habe. In der Verfassung liege keinerlei Beeinträchtigung der Nationalitäten; ein zu verfassendes Natioualitätengesetz konnte allen weiteren Ansprüchen gerecht werden. Redner befürwortete die Schalung eines Bolks-hauses durch direkte Wahlen und die Kreirnng eines Länderhauses. To in an replizirte den Ausführungen Rcch-bauerS. Weiters sprachen Wolsrum uud Klun für, Petriuo gegen die MajoritätSadrefsc. Kluu weist ans Grund statistischer Daten und RegierungSerlässe nach, wie die Slovenisirnna Krains Fortschritte gemacht, hierbei jedoch der Schulbesuch abgenoininen habe, wie noch jetzt zahlreiche Petitionen um deutschen Unterricht einlangen. Redner weist weiter nach, daß eigentlich zwischen beiden Parteien keine Klnft bestehen sollte, indem beide auf dem Verfaffuugs-standpnnktc stehen, gibt historische Skizzen aus den schweizerischen VeifassnnftSkämpfen, welche den jetzigen österreichischen ganz analog, zu starker Zcntral-gewalt und Festhalten an der Verfassung führten, erwartet von der nächstfolgenden Gcueration eine vollständige Aussöhnung mit der Verfassung und daß man zur Einsicht gelange, wie die Freiheit der Rationalität vorangehe. Im weiteren Redkverlanfe ski;;iit er die Unmöglichkeit der Errichtung Slo-vcuiens, wozu sieben Länderlheilc, darnnter Vene-tien und Ungarn, Gebiclötheilc abtreten müßten. Wir sehen Deinem Erscheinen stündlich entgegen. Pom kotikittl verspricht inan sich Außerordentliches. Das Ar rangement der Tänze übernimmt c»ts Gefälligkeit der all beliebte Dr. Tschinkowitz. 0. .r. k. Höfliches Lrluchkii. Es diene unseren p. t. Komitlenten in l-sibavti zur gefälligen Kenntniß, daß für die Folge die Firma: Speditionsgeschäft dort Misere Interessen vertreten, das Inkasso besorgen und jede gewünschte Auskunft ertheilen wird. (29—3) Hochachtend I^itnai L Lomp., Bank- und Wcchsclneschäft, p 1>8 t , .1 «» 8 6 l» I !> t / A I'. ö. Epileptische Krämpfe (Fallsucht) (16-14) beilt brieflich der Lpeziatarzt für Epilepsie .. - Doktor O. ILillik»!, in Berlin, Mittet-straße 6. — Bereits über Hundert geheilt. Im Hause Nr. 235 am Hanptplay, 3. Stock, ist ciue VolumiiK mit 4 Zimmern, 1 Kabinet, Sparherdküche :c. zu Georgi 1870 zu vergeben. Näheres im 1. Stock. (30—2) Wiener Börse vom 24. Jänner. Geld Ware Theater. Heute: Ballettänzer Herr Holzer und Frl. SPrinzi. Kän-ckcn von Biicticiia», Lustspiel in 1 Akt, und: Garibaldi, Lustspel in I Akt. M oraeii: Ballettänzer Herr Holzer und Frl. SPrinzi. Wartsalo» I. Klasse nnd Rekrurirung, Posse- Wittcrung. Laibach, 25. Jänner. Nachts meist beiter. Vormittags Federwolken, Sou nenschein. Ruhige Lust. Wärme: Morgens 6 Ukr - 4.4", Nachmittags 2 Ul'r — 0.9° (1869 — 6.5°, 1868 — 4 3"). Barometer: 325.63"', im steigen. Das gestrige Tagesmittel der Wärme — l.y°, um 0.4° unter dem Normale. Lom heutigen Tage, Pauli Bekehr, gilt der Bauernspruch : Li. Pauli schön mit Sonnenschein, Briii.' Fruchtbarkeit dem Koru und Wein. «0.5,5 «S.Ld «>.,;» 70.70 SN.5« ö«.4» Ltas.ts5o»üa. 5perc. österr. Wäbr. . dto. Rente, öst.Pap. dto. dto. öst.inSilb. ».'ose von 1854 . . . Lose von 1860, ganze »8.20 Lose von 1860, Fünft. 105.25 105.75 Prämiensch. v. 1864 .119.— !II9.25 Srnrräsotl.-OdL. Steiermark zu5pCt.> 92.50, 93.50 Kärnten. Krain u. Küstenland 5 „ Ungarn. . zu5 „ Kroat. n. Slav.5 „ Siebenbürg. „ 5 „ /^.otlvrr. Nationalbank . . . Creditanstalt . . . N. ö. Escompte-Ges. Anglo-österr. Bank . Oest. Bodencred.-A. . Oest Hypoth.-Bank . Steier. EScompt.-Bk. ^rais. Ferd.-Nordb. . Südbahn-Gesellsch. . kkais. EMadetb-Bahn. Larl-Ludwig-Äahn Siedenb. Eisenbahn . Kais. Franz-Iosefsb.. Künft.-Barcser T.-B. Klsöld-Finm. Bahn . 86.— , 94.— 78.— ! 78.50 83.50 84.— ^ 75.— ! 75.50 ! 724.—! 726.— ?63.- 263.20 924.— 927.— 316.— 316.50 294.— 298.— . 85.—^ 87.- ! 8140 2145 248 50 248.70 184.25 184 5« 288.-!238..'0 165.—! 165 5„ 184.25 184 75 179.- 179.50 170. SO 17(.75 Nation, ö.W. verloSb. 93.25 V3.50 Ung. Bod.-Ereditanft. 9i.— 91 2'. Ällg.öst.Bod.-Lredit. 107.25 l"7 60 dto IN33I. rückz. 88.75 89 25 Qest. Hhpotb.-Bank . -üdd.-Ges. zu 500 Fr. dro. Bons 6 pCt. !ordb. (100 fl. CM.) ^ieb.-B.(200fl.ö.W.) r)iudolsSb.(300sl.ö.W.) " inz-Ios. (200fl.S.) I.0S0. Crcdit 100 fl. ö. W. . Don.-Dampssch.-Ges. -u 100 fl. CM. . . Triefler 100 fl. CM. . dto. 50fl. ö.W. . Osencr . 40 fl. ö.W. Salm . „ 40 „ Palffv . ^ 40 „ Eiarv . . «0 „ St. GenoiS,. 40 „ ?l?indischgrätz 20 „ Waldslein . 20 „ Keglevich . 10 „ Rudolfsstist. 10 ö.W. ^voksol(3 Mon.) AugSb. lOv ft.südd.W. Franks. 100 fl. „ London 10 Ps. Sterl. Paris 100 Kranes Aüvrsr». Kais. Münz-Dncaten. 20-FrancSflück . . . BereinSthaler . . . Silber . . . . Geld Wa^ 98.— 98.50 121.30 121.60 244.50 245.— 91.80 92.25 89.70 >9.80 91.75 92.— 93.- 93.40 158.- 158 50 96.- 97.— 124.— 126.- 63.50 64.50 33.- 34.- 42.— 43.- 3l'.50 31.- 37.— 38.— 32.50 33.50 20.— 21. - 21.50 22.50 15.- 15.50 16.— 16.50 102.70 103.— 102.90 103.10 123 10 123.30 48.95 49.00 5.80» 5.81, 9.84' 9.85 1.82 1.82 120.75 121.— Telegraphischer We^bselkours vom 25 Jänner 5perz. Renle österr. Papier 60 40. — 5perz, Rente osterr. Silber 70.40. - i»iktien 259.— London 123 20 - Silber '20 75. - ti k. Dusaleu 5.81. Brrkrger und Ar ÄcbaUwn vrrsntirrrrliL: Ottom^r Bamdecg. Druck unit Ign v. «leininaor L .ifeo. BaMber;, in ^aid-L