.M 14«. Dounevstng am 23. November « OH». Hcril'gthum Krain. Haibacd, am 23. November, Gestern Vcr. mittags von »0 biv l2 Uhr hielt dcr diesige slovcm-sche Verein im ständischen Ncdoutensaalc seine crstc außerordentliche Gcncralucrsanlmlung, die vor cinem ungemein zahlreichen Auditorium aller Stände, wobei dcr geistliche, wie der Bauernstand sehr zahlreich vertreten waren, Statt fand. Die Marktzeit war in der That eine sehr passende Periode zu dieser Generalversammlung , weil sie sehr vielen auswärtigen Mitgliedern des gedachten tödlichen Vereines die Gelegenheit des Hierhcrreiscus erleichterte. Zuerst hielt der Vorsitzende des Vereines, Herr Doctor und Professor Vlciwcis, eine gehaltreiche Eröffnungsrede, die aufklärend, vermittelnd lind versöhnend, das Wirken und den Zweck des Vereines auseinandersetzte und nächstens in diesem Blatte ab' gedruckt erscheinen soll. Nach dem Präsidenten trug Herr Buöar den Bericht übcr das bisherige Wirken des Vereins vor; ihm folgte Herr Dr. Martina k mit dem Vortrag der veränderten, sür jetzt scst. gesetzten Statuten. Darauf sprach Hcrr Dr. S tru pp i über die Angelegenheiten des Vereins-Locales und seiner Einrichtung, kurz, über die öconomischen Verhältnisse, und Herr Dr. Hradeczky über das Rechnungswesen des Vereins, worauf Vortrage einzelner Mitglieder, die sich hiezu gemeldet, folgten. Die Redner waren: Herr N av r a ti l, Redacteur dcs V'«5l!«/>; Herr L Nhomann, der begeisterte, feurige, slove-nische Dichter; Herr Pfarrer Peter Hitzingerund Herr Ieriäa. Es waren noch 3 andere Redner vor-gemerkt, die jedoch nicht auftraten. Die von echter Vaterlandsliebe durchglühten Reden Aller wurden durch lauten Beifall ausgezeichnet und als zuletzt der Herr Präsident, durch eine passende Rede die Versammlung schließend, begeistert den gütigen Kaiser, den Banus Iellaür dasselbe lrcudcvoll ein, überzeugt, daß die übrigen gleichberechtigten Nationen dcr ausgedehnten Monarchie diese Hingebung stets zu theilen bereit sind. Die Frankfurter Nationalversammlung wagte es, durch ihre bekannten ersten Paragraph? der zukünftigen deutschen Rcichsverfassung, den Verband des österreichischen Kaiserstaates lösen zu wollen. Die weise Regierung Oesterreichs wird unbezwci.-felt der Durchführung dieser Beschlüsse ihre Macht entgegen zu stellen wissen. Der ehrfurchtsvoll gefertigte slovenische Verein ist wcit entfernt, dichsalls eine masigebende Ansicht an die Schwelle des Thrones kittn zu wollen. Als Organ der volksthümlichen Gefühle der slovenischen Nation hält sich aber derselbe verpflichtet, Eucrer Majestät und dcr Welt die Gesinnungen des sl oven i scheu Volkes zu offenbaren. Dieses Volk hat in dcr Untheilbarkeit der österreichischen Monarchie die erste und unantastbare Bedingung ihrcs aus dcr Grundlage dcr sanctionirten Gleichberechtigung der Nationen basirten Bestandes erkannt. Aus diesem Grunde hat es, dcr deutschen Eini. gung mißtrauend, gegen seine Ueberzeugung und nur aus Achtung für das kaiserliche Gebot, Abgeordnete für Frankfurt gewählt, wie dieß die Wahlprotocolle dar thun. In diesem seinem Benehmen wurde das slovenische Volk von dem Grundsatze geleitet, daß, wenn auch das durch die pragmatische Sanction und die deutsche Bundcsacte begründete historische Recht in der constitutionellen Verfassungssorm als schwankend angenommen werden will, doch das natürliche Staats, und Völkerrecht einen Damm bilden soll, den der Strom dcr Zeiten nimmermehr durchbrechen wird. Die deutsche Nationalversammlung zu Frankfurt a. M. verletzt durcl) ihre Beschlüsse sowohl das historische, als das natürliche Recht der Völker Oesterreichs, und alle österreichischen Abgeordneten sind, selbst im Falle der durchgängigen Ucbercinsiimmunq, durch ihre Minorität unvermögend, solche Beschlüsse zu hindern. Es gebietet sonnt allen Völkern Oesterreichs die Pflicht dcr Selbsterhaltung, sich diesem Beginnen ent-^ schieden entgegen zu stellen. Dcr ehrerbietigst gefertigte slovenische Ve» ein, durch seine Mitglieder aus allen slovenischcn Gebietsteilen von den Wünschen und Ansichten des slovenischen Volkes unterrichtet, halt es für seine heiligste Pflicht, dasselbe hierin zu vertreten und nahet den Stufen dcs erhabenen Thrones Ferdinand deS Gütige» mit dcr Bitte: Euere k. k. Majestät geruhen die Abberufung der südslavischcn Abgeordneten aus der deutschen Nationalversammlung zu Frankfurt a. M. allergnä-digst zu veranlassen. Der stovlnische Verein in Laibach, am 19, November 1848. Die Herren Anton Dollenz, k. k. Postmeister, und Blasius Lcnaßi, Handelsmann in Prä. wald, haben einen für beigestellte Militär-Vorspann in's Verdienen gebrachten Betrag von 26 fi- 24 kr. Ecnv,.Münze zum Besten dcr k. k. österr. Armee in Italien gewidmet. Indem dieser von dem k. k. Krcisamte anher übersendete Betrag unter Einem seiner Bestimmung zugeführt wird, — unterläßt man nicht, den edelmü-thigen Gebern hicsür den verbindlichsten Dank aus' zusprechen. K. K. Militär. Commando. Laibach am 20. November 1848. Am l ü. Juli l. I. war der ,:ijährige Sohn des vulu-l) Poglaier von Munkusch, beim Badcn im Roth-weinftussc in eine Vertiefung gerathen, in wclcdcr er, des Schwimmend unkundig, rettungslos am Boden licgen blieb. Aus das Geschrei feiner Spielgenosscn eilte dcr sich eben in der Nähe befindliche 73jährigc Urban Suppan von Kerniza herbei, begab sich unverzüglich bis an den Oberleib in das ziemlich reißende Wasser und brachte so von einer Stelle, wo ihn jeder Fehltritt einem sicheren Tod entgegen geführt hatte, den l'/2 bis 2" unter dem Wasser lie. gendcn Knaben mit Hilfe einer Stange an das Uscr, wo ihm die angewandten Rettungsversuche das Leben wieder gaben. Das Kreisamt bringt diese edle That hlcmit zur öffentlichen Kenntniß mit dem Bemerken, daß die hohe Landesstclle dein Urban Suppan die gesetzliche Lebens Rettungstaglia Pr. 25 si. zuerkannt habe. K. K. Krcisamt Laibach am 17. Nov. 1848. Laib ach, am 23. November. (Wiener Korrespondenz) vom 16, November. Die in Ungarn gelegenen Güter des ermordeten Grafen Lat our wurden aus Befehl Kossuth's consiscirt. Dieser Schritt zeigt ganz klar, daß die Vorgänge des U. Octobers ihre Wurzeln in Ungarn hatten. Diese Confiscation dürste aber b.ild durch den Fürsten Win dischg ratz rückgängig gemacht werden , da sie jeden nur entfernt gesetzlichen Grund entbehrt und wciter nichts als eine Fortsetzung des am 6. October begonnenen blutigen Rachewcrkes zu scyn scheint Steiermark. Cilli, 19. Nov. Das Gerücht, daß eine Ab. theilung von 30 — 40 Scressaner von Feistritz nach Gonobitz gekommen sey und aus dem wciter eingeschlagenen Wege durch das Gebirge den Bezirk Rci-scnstein mit Gewaltthätigkeiten bedrohe, war Ursache, daß die Eillier Nationalgarde, 80 Mann stark, mit einem Detachement von 25 Mann dcs Ins.-Reg. Kin sky kamftsgcrüstet auszog, um in der angeblich bedrohten Gegend Leben und Eigenthum zu schützen. Indessen stellte sich heraus, daß die gedachten Sercs-saner nur in friedlicher Absicht gekommen waren, um nämlich ihre Hcimath auf dem kürzesten Wege zu er-reichen, und so kehrte denn die Garde, deren schnelle Bereitschaft alle Anerkennung verdient, wieder nach Eilli zurück. W i e n. Zu Folge standrechtlichen Urtheiles vom 17. d. M. ist Wenzel Wahrtha, aus Wmova, Klattauer Kreises in Böhmen gebürtig, 36 Jahre alt, katholisch , vcrheirathet und Wächter im k, k. Augartci^ welcher bei richtiggestelltem That bestände theils durch Zeugen, theils durch Geständniß überwiesen ist, zwischen dem 26. und 27. v. M., am Tage vor der Einnahme dcr Lcopoldstadt durch die k. k. Belage-rungs-Truppen, mit einem Hausen bewaffneter Proletarier und selbst bewaffnet in die Augarten-Woh-nung des Hosgärtners Scheucrmann eingedrungen zu seyn, und von dort aus durch längere Zeit einen Angriff auf die gegenüber stehenden k. k. Truppen unternommen zu haben — zu Folge dcr Proclamation Sr. Durchlaucht, des Feldmarschalls Fürsten zu Windischgrätz, . 20. und 23. October d. I., in Verbindung mit dem Artikel 62 der I. p. G. O., wegen fortgesetzter und thätiger Theilnahme an dem bewaffneten revolutionären Ausstände zum Tode durch den Strang condemnirt, das Urtheil jedoch von Sr. Durchlaucht, dem Herrn Feldmarschall, im Wege der Gnade auf die Strafe zweijähriger Schanzarbeit in leichten Eisen gemildert und sonach heute Vormittags kund gemacht worden. Wien am 18. November 1845. 732 Zur Berichtigung der irrthümllchen Tertlrung gi des Artikels der »Wiener Zeitung" vom l7. und 18. w d. M. über die standrechtliche lUerurtheilung des An »^ tonBrogini, wird bekannt gemacht, daß derselbe nicht A durch Stimmenmehrheit, sondern durch Einhelligkeit b der von allen Mitgliedern des Stand- und Kriegsgerichtes abgegebenen Meinungen zum Tode vcrur- Ä theilt worden sey. n Wien, am !8. November l8^8. , d -------------------------------- sc Der „Oesterreichische Correspondent« vom !8. Nov. ^ berichtet aus Wien vom 15. d. M.: Seit der Stu> " dentcn. und Proletariatsherrschast hat man in den Placaten bittere Klagen und Nachtgedanken zu ver- l nehmen bekommen,, wie der Fürst Windischgrätz F die Post aushalte, der Bricse, die hinausgcschricben n würden, sich bemächtige und dieselben erbrechen lasse; te dagegen wurden die galantesten Versicherungen gcge- d, den,, welchen Abscheu man dießorts vor dergleichen zl Graueln hege. Das Letzte mußt« jeden, der eiuigerma- ^ ßen weiß, wie die Zusicherungen und Betheuerungen u der Nadicalen zu nehmen seyen, argwöhnisch machen, rc Die Rechtfertigung des Argwohns ist nicht ausgeblie. F ben. Der bekannte Fcnner von Fenneberg hatte sich als Adjutant des 3)bercommandanten der Post bemächtigt und aus dieser mit einer Willkür gehausct, welche jeden Schranken überschritt und alle Begriffe übersteigt. Nach Belieben wurden Packele eröffnet, ^. Briefe nicht allein zurückbehalten, sondern erbrochen, . dann vertilgt, verstümmelt, zusammengeklebt, mittelst Schwarze unleserlich gemacht, in solchem Zu- ^ stand den Adressaten zugestellt, und dieß selbst gegen . Mitglieder deS Reichstages sich erlaubt. Es sind auf diese Weise eine Menge Briese abhanden gekommen. Dieses Versahren aber, welches eine untergeordnete ^ Person aus eigener Willkür sich erlaubte, ist ein ? neuer Erweis, wie viel Wahrheit in der oft wieder. ^ holten Aersichcrung der Oberrcdner des Reichstages -gelegen habe: es herrsche in Wien keine Anarchie. ^ Ware aber Jemand geneigt, in dergleichen die Züge eincs kräftigen Regiments zu sinden, so müsse man , wenigstens abermals bekennen, daß unter dem Geheul von Freiheit ein bleierner Dcspoiismus aufWims Einwohner gelastet habe. Noch nie und nirgends, wo die Nadicalen die Herrschast sührten, war man in li Betreff des beobachteten Briefgeheimnisses beruhigt -------------------------- s Obiges Blatt vom l9, November meldet ferner ^ aus Wien vom 17. d.M.: Das anhaltend schlechte j Wetter, welches in Ungarn die ohnehin berüchtigten s Wege grundlos macht, dürste hauptsächlich Ursache j styn, daß die combinirten Operationen der kaiscrli-chen Truppen gegen Kossuth's »Heerschaaren" noch nicht beginnen konnten. Es schcmt, daß man das Eintreten des Frostes . abwarten will. Mittlerweile wird Alles aufgeboten, llm die Bespannung der Geschütze complct zu ma< . chen, die Truppen vollständig zu equipiren und mit dem gehörigen Bedarf zu vcrschm. Der »gute Vatcr der gebräunten Kinder" Iela «iö besucht unsere Theater. Gestern hieß es, er werde in der Leopoldstadt . erscheinen. Dieses Gerücht war schon hinreichend, alle Räume mit Neugierigen zu füllen, die den „Räu. ^ brrhauptmann« von Angesicht zu Angesicht beschauen ^ wollten; allein der gesürchttte Ernannte soll nicht er- " schienen seyn. Welche Kunde ihm und seinen Trup. . pen beim Betreten des österreichischen Gebiets voraus, gegangen ist, zeigt folgender Umstand, der an vie. ^ len Orten erzählt wird -. In einem Dorfe, in derNähe der Gränze, sammelten sich zahlreiche Menschengnippen, um den Häuptling, der seinen Einzug hielt, zu sehen. Er erschien, sprach wie immer freundlich mit Jedermann, wunderte sich jedoch, in der Volksmenge keine Kinder zu erblicken. Als er nach der Ursache fragte, gestand ihm einer der i Umstehenden nach einigem Zureden, es hätte vertan, ! tet, daß jeder seiner Screöaner täglich ein Kino, < Iclla^i« selbst über zwei verspeise — und da habe j man sie versteckt (ü) ^ Der tapfere Soldat ist auch zugleich ein sehr < seiner, galanter Herr. Die Damen Badens bei Wien ! waren von seiner Liebenswürdigkeit ganz entzückt. Ei nige derselben gingen in ihrer Sympathie zu ihm so- r so weit, ihm die Hand küssen zu wollen (!!), »s er ungefähr mit den Worten: »Meine Damen, dachte nicht, daß ich schon so alt sey einer solchen iszeichnung gewürdiget zu werden" —abgelehnt ha-n soll. Die beabsichtigte Aufstellung von circa 6000 !ann Bürgergardcn, welche während des Belage, ngszustandes mit den Truppen gemeinschaftlich für ' Sicherheit, Ordnung und Ruhe wirken sollten, »eint, wenn anders etwas an der Sache war, auf inderniffe gestoßen zu seyn. Wien, am 18. November. Heute Vormittags Uhr wurde für weiland Se. Excellenz, den Hrn. 'lozrugmsister Grafen von La tour, über Anord. >ng Sr. Durchlaucht, des Herrn Obercommandan-! Helomarschalls Firsten zu Windischgrätz, aus m Lagerberge eine feierliche Leichenfeier abgehalten, welcher 20 Bataillone Infanterie und Jäger, 18 ?cadroncn Eürassicre, Dragoner, Ehevaurlegers, ,d >2 Eavallcrie» und Infanterie-Batterien in Pa-de ausgestellt waren. Das Eommando führte Herr ldmarschall < Lieutenant Duca di Serbelloni. Wien, 19. Nov. Mit Rü'cklassung eines Corps n 40,000 Mann in Wien bricht der F. M. »indischgratz mit 60,000 Mann gegen Ungarn >s. Simonich an der mährischen Gränze hat schon i 20.000 Mann unter seinem Befehle, und Dah-n im Süden ist durch die bereits vollzogene Ellich' ng des fünften Glänzbataillons an 30.000 Mann nk. General Puchner ist aus Siebenbürgen mit ncm Eorps in Ungarn eingedrungen, und Gene-l Suplikac rückt mit den Eerbcn gleichfalls ge n Pesty vor. So wird von 5 Seiten gleichzeitig die peralion vorgenommen und dürste wohl in Kurzem endet seyn. Kossuth wird seit dem Gefechte bci ,chwcchat von den Ungarn selbst bewacht; man hat n im Verdachte, daß er schon damals auf eine lucht dachte, und will, daß er den Streit, welcher ur ihm allein zuzuschreiben ist, nun auch selbst zu nde führe. V ö h m e n. Die constitntionelle Allgemeine Zeitung l»n Vöhmen" v >tt. November meldet: Prag, >8. Vtov. Aus sehr zuverlässi-rr Quelle erfahren wir so eben, das? der onig »»on Preuftcn sammt Familie gcfiüch-t ist; die Armee hat sich zum Volke gc-hlagen; eine provisorische Negierung ist l Berlin eingesetzt. U «gar n. Ofen-Pestl), ,i. Nov. Der polnische Gcne-l Bem, Dr. Tausenau, Vißnyovszky und eine )chaar junger Polen, welche an dem Freihcitskam. e der Ungarn sich zu bell)eiligcn wünschen, weilen l Pcsth. Gegen General Bem wurde gestern in fti ?r Wohnung im Hotel ^zum Erzherzog Stephan" lrch einen jungen Polen ein Attentat versucht. Er ucrte eine Pistole auf den General ab, die jedoch !oß die Wange streifte. Der junge Mann wurde so-eich ergriffen und dem stlUidrechtlicken, bald darauf )er dem l^ivilgerichte übergeben. Er soll den General iem für einen Ncrräther seines Vaterlandes und ir einen panslavistischen Aufwiegler erklärt haben, > Folge dessen des Generals Papiere in Beschlag gc ' ommen und seine Person unter Aufsicht gestellt wor-en scy. — Den hier eingctrossencn Frcideitskämpsern us Polen sollen noch mehrere Tausende nachfolgen - So wie Ofen, wird nun auch Pesth ringsumher erschanzt. Dasselbe geschieht in Raab und Prcßburg M ä h r e n. Olmütz, 4. Nov. Ueber die Bewegungen , Schlesien kann ich Ihnen hellte etwas Nä. eres berichten. Sie rühren von Hintersassen her, lner Art Häusler, und haben einen paupensti. hen Charakter. Der Name des Kaisers hat dort ei en sehr guten Klang , ja durch ihn wirkt man mehr, ls durch Bayonnete. Bildung und Aufklärung fehlt er ärmsten Volksclasse, so daß sie aus der AufOe-'UNg der Nobot die Vergangenheit ausgehoben glaubt, d. )., es müsse den Robotern ihre Arbeit seit dem Jahre l82l nachgezahlt werden. Die Hintersassen fordern zroße Summen selbst von ihren Gutsbesitzern bäucr-' ichen Standes. Wenn man bedenkt, daß in großer liähe der dcmocratische Verein von Bielih, der schle« ischen Grä'nzstadt Galiziens — denn nur ein schma» er Fluß trennt Viclitz oon dem galizischen Viala — eine Wirksamkeit ausübt, so ist nur zu fürchten, daß n Schlesien sich bald Pauperismus und Anarchie die Aändc rcichcn können. Schlesien. Gotschdors. Um allen unwahren Gerüchten, velche sich im Publicum, so wie in öffentlichen Blät. crn über die Gotschdorfer Emeute vom l. auf den !. d. M. ergaben, vorzubeugen, wird hiemit der rei» >en Wahrheit gemäß die Sachlage so genau darge-tellt, wie sie einem Augenzeugen erschienen ist-. Der Hcrrschaftsbcsitzcr, Graf von Arco, wollte lm I. d. M. gegen 7 Uhr Abends mit seiner Fa. nilie von Gotschdors sich entfernen, da er eine Stunde vorher erfuhr, daß das Schloß gestürmt werden solle. 3r !>ß auf dein Bock des ersten Wagens, welcher 'aliin 15 Schritte vom Schlosse gefahren war, als >em Kutscher einige Leute, welche in der Dunkelheit >icht bemerkt wurden, „Halt" zuriefen und ein Schuß nit Schrot auf l0 bis l2 Schritt abgefeuert wurde, ibcr die Pferde weg den Grafen in die rechte Hand lnd rechte Seite traf und selben schwer verwundete. Der Graf stieg hieraus vom Wagen ad, ging n seiilen Garten und siel, von Blutverlust erschöpft, >hnmächtig nieder. Die Verfolger fanden ihn hier in cincm Blute liegend, Dcr Graf wurde durch einige Me Mcilschcn ans dcm Schlosse in sein Zimmee zefllhtt, welches sich bald mit bewaffneten Haufen Mtc, und nachdcm selbige sich von der VerwUüdlMg libcrzeugt, theilwcise das Ziinmrr verließen. Mehrere Hoten fahrend und reitend, welche nach Aerzten ge« 'chickt wurden, waren durch bewaffnetes Gesinde! aus' Ehalten und zurückgcwiescil worden. Die Masjm )atten sich in der untern Schloßgegcnd und der Kanzlei vertheilt, insliltirtcn in letzterer die dortigen Ücamtcn und drohten ihnen mit den Waffen. Gelen Morgen am 2. d. M. waren mehrere andere be» vaffnete Hausen, welche durch Reitende und Fußbo» cn am Abend vorher durch die absichtlich fälschlich .^breitete Nachricht: dcr Gras habe den Gotschcorser Abrichter, dann einige Garden niedergeschossen, her« )cigezogci!; so kamen binnen einigen Stunden gegen i000 Menschen in und vordem Schlosse zusammen. Oas Zimmer, in welchem der blutende Gras lag, var mit bewaffneten Tumultuanten und National» garden gefüllt Unter den fürchterlichsten Flüchen und Drohungen von der entmenschten Rotte wurde die gräfliche Familie insultirt und mit den Waffen be« broht, einzelne Koffer und Schränke wurden crbro-Hen und Gegenstände daraus geraubt, das Brannte weiligewölbe aufgemacht, mehrere Eimer Aquavit und Aranntwcin herausgelassen, getrunken und weggetragen, und alle Spciseoorräthe mußten hergegeben werden, sogar sah man Weiber aus Gotschdorf und. dcr Umgegend zum Raube vorbereitet, mit großen Tüchern und Säcken versehen, in dem Schlosse sich herumtreiben und immerwährend zur Plünderung auf« fordern. Die Frau des dortigen Oberamtmannes, die sich aus dem Schlosse in ihre nächst derselben befindliche Wirthschaft siumnt Kindern begeben wollte, wurde eben so erbärmlich injultirt und es wurde sogar nach ihr geschossen. Dem Schloßgeistlichen, so wie dem ei« ncn Bedienten dcs Grasen wurden Gewehre auf die Brust gesetzt und mit Tödtung gedroht, welcher sie nur durch glückliche Zufälle entgingen. Endlich kam am 2. d. M. die gut organisirte Stadt Olbersdorfer Nationalgarde herbei und setzte durch ihr entschiedenes Auftreten diesen Gräuelscenen Schranken — nachdem eine Minute vorher das Le-ben des Grasen und Familie durch Gewehre und Spieße in der größten Gefahr sich befand. So endeten 20 grausenvoll durchlebte Stunden, welcke ärgere Momente, wie in Galizien darboten — und Dank sey — tausend Dank der Olbersdorsel Nationalgarde! Bic Veranlassung zu diesen H^oidscenen ist un-erklärbar, da die Gotschdorfer Herrschaft stets bemüht war, für ihre bestaüdeixn Unterthanen das Beste zu bezwecken; so viel scheint aber gewiß zu seyn, daß in der Nacht vom l, auf den 2. d. M. ein bereits langst vorbereiteter Sturm zur Tödtung und Plünderung dir Olbersdorf-, Gcppersdors- und Gotschdorfer Herrschaft , so wie auch zur Beraubung der Grasen Merger Badegäste bestinnnt war — und wird die spätere Untersuchung gewiß auf die Grundsäden der Ver. schwörun^ führen. Die criminalgerichtliche Untersuchung ist dießsalls bereits eingelcitet, und gewiß wird der in Verdacht stehende Thäter entdeckt und der gerechten Strafe nicht entgehen G a l i.; i e n. Lembcrg, 3. Nov. Nach der „Lemberger Ztg.,) haben die Aufständischen die Kapitulation von, 2. d. M. durch Schießen auf die k. k. Truppen gebrochen, und in Folge dessm hat F. M. L Hammer stein die Stadt am 3. d. M. in Belagerungszustand er. klart, und im Uebrigcn die ganz gleichen Versügun-gen, wie Fürst Win dischgrätz in Wien, getroffen. Lombard. Vcnetianijcheo Königreich. Dic Adjustirung der Armee von Italien, vom Marschall vermöge tines Kriegsministerial. Erlasses (von La tour lwch) angeordnet: Die ?lrmec trägt Waffenröcke von folgender Form: Oberleib wie beim Eampagnefrack der alten Adjusti-rung, Schöße bis zu den Fingerspitzen, Ausschläge, Kragen, Passlpoüirung um die ganze äußere Kante des Rockes, der Scitenpattcn und der rückwärtigen Taschenpatten Vom Egalisirungstuch nach der alten Vorschrift. Der Kragen der Generalität nach alter Vorschrift gestickt, die Stabsossiciere tragen um den Kragen und die Aufschläge eine '/^ breite Borte von der Metallsorte ihrer Knöpfe; als Distinctionszeichen sind auf Gold silberne, auf Silber goldene Sterne anzubringen, und zwar beim Major l, reim Oberstlieutenant 2, beim Obersten 3 Sterne. Dieselben Sterne bezeichnen, vom Metalle der Knöpfe, die Grade der Oberossiciere auf dem Kragen von Egali- sirungstuch. Farbe der Wafienröckc: Weiße: Deutsche Infanterie, ungarische In- ' fanterie, Garnisons «Bataillon, deutsche Cavallerie, ^ Auditorc und Nechnungssührer, die Generalität in Parade. > L i ch t h c ch ta. ra u: Jäger und Pioniere, Ne- ' schäl- und Remontirungsdepartement, Montourscom- mission. Invaliden, pensionirte Ossicierc, Gc»cralität ' in Campagne. ' Braun (dunkel): Artillerie, Fuhr- und Pack^ ^ wesen, Gränzer. ^ Dunkelgrün: Der Generalstab (Aufschlage ^ und Kragen Schwarzsammet, Passapoil Roth), Win-dischgrätz Chcveaurlegers, Generals.-, Flügel- und Corpsadjutanten. Die dein Wassenrock ähnliche Uh. > lanka der UHIanen, j Lichtblau: Ingenieurs, Sappeure, Mineure > und Czaikisten. > Dunkelhechtgrau: Aerzte (Ausschlägc und . Kragen Schwarzsammet, rothe Passepoils). Schwarz: Platzofficierc. . ! Die ganze Armee trägl Pantalons mit Schlitz, < ohne Norde, bloß mit Pasftpuil und zwar. j Lichtblau mit weißem Passepoil: die deut- i schcn Garnisons-Bataillone und ungarische Insan» , terie, die deutsche Kavallerie; braune Passepoll: Gran. > z clcrs-Rang in einer goldgestickten Stecki'upprl. — Alle Fracks, Uniforni, (^ainpagliccaput und Ucverröcke, '^aillcl lc. sind abgefchasst und müssen über den Winter abgetragen werden. — Die Wiener Freiwillige» haocn Magazine lon/bardifchcr Garoen (^iatio-nal) benützt und tragen jetzt blalle Wasseilröckc und ' Hofe», und haben von den alten Röcken ihre grünen Ausschläge übertragen, lederne leichte Czato's. — Dic ^ steierifchen Freiwilligeli haben graue Waffenröcke, grüne Aufschläge, runde Hüte mit ciner schwarzen, einfach geschwungenen, die Ossiciere mit einer weißen dergleichen Feder. Der Friede in Italien soll, glaubwürdigen Pri-' vatnachrichtcn zu Folge, unter Vermittlung der Groß-' mächte abgeschlossen seyn. Oesterreich behält alle seine ' italienischen Besitzungen unverändert, Radctzky hat «25 Familien in Mailand, darunter vorzüglich dem ' Herzoge von Lilta, eine Entschädigung von l? Mi-' lionen Lire sür jenen Schaden auferlegt, der im März ' l84ti ail össentlicheil Gebäuden Mailands verursacht ^ wurde. ' Königreich Vaieru- München, 3. November. Nach einem Mini-sterialrescripte, welches, unterzeichnet von dem Mini- ' ster des Innern, jüngst an alle Polizeibehörden zur Darnachachtung ergangen ist, sind alle in Baicrn sich aufhaltenden Wiener Studcitten, von welchen bekannt wird, daß sie sich bei den letzten politischen ^ Bewegungen in Wien bctheiligt, ungesäumt von der , betreffenden baicrischen Polizeibehörde auszuweisen. Neuankommende haben sich über ihr früheres Verhal. ten durch ein Zeugniß der Wiener Polizeidirection zu legitimircn, so wie während der Dauer ihres Auf cnthaltes in Baicrn Personen ihrer Bekanntschaft als Bürgen für ihre Aufführung zu stellen. M ü n chen, 15. i)iov> Deutschland ist um cincn seiner edelsten Künstler armer. Schwanthalcrs Hände , seit mehr als einen« Viertcljahrhundcrt ununterbrochen und unerschöpflich thätig, Palläste, Kirchen und . öffentliche Plätze mit Werken der Bildhauerei zu schmücken, ruhen für immer. Gestern Abends entschlummerte er, entkräftet durch jahrelange gichtischc liciden, über deren Pein in den letzten Tagen er durch an- . haltenden Schlas sanft hinübergehoben wurde. ^ Preußen. > Ein Eorrc»ndent der »Allg. Ztg." V. 17. Nov. , meldet ausBerlin vom 11. Nov,: Wie die Sachen zetzt stehen , ist eine friedliche Lösung des Conflicts zwischen ' der Krone und den Vertretern des Volks — mit Schmerz müssen wir dieß erkennen — nicht mehr zu hoffen. Heute wird allgemein erzählt, daß der König dem Abgeordneten Gravow, der ih» zu einem entgegenkommenden Schritt zu bewegen gesucht, erklärt habe: Er wisse wohl, daß das, was er begonnen, ihm und seinem Hause Gefahr bringen könne: allein er stehe > in Gottes Hand: und lieber, als den Rechten der Krone etwas vergeben, wolle er ehrenvoll untergehen. Die Versammlung ihrerseits beharrt mit unerschütterlicher Konsequenz auf dem eingeschlagenen Wege. Sie hat heute ein Placat anschlagen lassen, worin sie die Maßregel des Belagerungszustands für ungesetzlich ! erklärt. Sie hat eine Denkschrift abgefaßt, worin das Verhalten des Ministeriums Brandenburg als hochvcrrätherisch bezeichnet wird, und beschlossen, die. ' selbe dem Staatsanwalt zu übergeben mit der Auf sorderung, seine Pflicht zu thun. In den letzten zwei Tagen sind eine große Anzahl Adressen an sie ein-gelaufen, deren Unterzeichner mit ihren Handlungen > einverstanden sind und sie auffordern, in keinem Punct ° nachzugeben. Magistrat und Stadtverordnete von Breslau haben sich dahin ausgesprochen, daß sie, so V« ana/ der Conflict zwischen der Krone und der Reichs,-Versammlung daure, die letztere für die allein befchlie» ßcnde und gesetzgebende Macht anerkennten. Zuschris« ten ähnlichen Inhalts sind eingelaufen von Torgau, Liegnitz, ?^'ustadt-Ebcr5walde, Düsseldorf und an. »ern Ortcn; sogar Magistrat und Stadtverordnete von Brandenburg haben der Versammlung ihre volle Beistimmung ausgedrückt. Durch dicfe Adressen fühlen die Abgeordneten ihren Muth und ihr Selbstvertrauen erhöht. In der heutigen Sitzung, die wieder im Schüz-zenhausc Statt fand, wurde der Antrag gestellt: dic Versammlung möge sich zur Wahrung ihrer Nechtc an die Eenrralgewalt wenden. Dieser Antrag wurde, auf die Bemerkung, daß dieß der Würde d«r Versammlung nicht entspreche, und es Gache drr (ventral' gewalt sey, zu solchem Zweck selber Schritte zu thlin, einstimmig verworfen. Wird die Regierung nun zum Acußcrsten fortschreiten — wird sie die Abgeordneten verhaften lassen? Diese selber sind darauf gesaßt. Dlinn aber würde das Volk sich erheben, und ein Kamps würde sich entspinnen , der über Preußen und Deutschland unabsfhbares Unheil bringen müßte. Gott schütze uns davor und lasse uns einen Ausweg sinden, den wir jetzt noch nicht schcn können! Zu einem ZusammeNr stoß zwischen dem Militär und den, Volk ist es bis jetzt noch nicht gekommen. Das Letztere kehrt sich nicht an den Befehl des Generals Wran gel; an vielen Puncten sieht man Gruppen in eifrigem Gespräch, deren Personenzahl weit über zwanzig geht. Aber das Militär ist bis jetzt nicht ernstlich eingeschritten. Ein Bekannter erzählte mir, auf dem Döllhosssplatz habe ein Officier gegen eine Gruppe von etwa 100 Men-schen den Angriff mildem Bl'jonnet commandirt: das Volk sey nicht gewichen, und die Soldaten seyen mit gefälltem Bajonnct vor ihm sieben geblieben. Ich selbst habe dagegen gesehen, wie ein solcher Haufe vor anrückendem Militär geflohen ist. Man sagt: die Minister und der General Wrangel erwarteten nur einen Erc.wall, um das Standrecht zu proclamircn; Andere behaupten, dieß würde ohnedem geschehen. Go stern und heute lief ein Gerücht um, wonach der Prinz von Preußen mit dem König in Zwiespalt gerathen l und mit seiner Familie nach Weimar abgereist wäre. Daran ist aber, wie ich aus zuverlässiger Quelle weiß, kein wahres Wort. Die Prinzessin von Preußen war gesonnen, nach Weimar zu gehen, hat aber diesen Plan wieder aufgegeben. Berlin, 14. Nov. Morgens. Eine Bekannt-machung des Commandanten von Berlin besagt, da trotz des mit dem Belagerungszustand ergangcncn Verbots dennoch die Straßenzusammenrottungen fortdauern, den Truppen augenblicklich Platz machen und sie nachher neckend und verhöhnend umschwärmen, daß „mit dem Erscheinen dieser letzten Verwarnung den Truppen Befehl ertheilt worden sey, gegen die sie in der angegebenen Weise verhöhnenden Volksmassen die Schutzwaffc in ihrem ganzen Umfange zu gebrauchen, sobald nach erfolgtem Signal zum Aus. einandergehen nicht augenblicklich genügende Folge geleistet wird." Eine Bekanntmachung des Generals Wrang el lautet lakonisch: »Nachbenannte Blätter: l) die .Reform«; 2) die „ZeitunaFhalle«; 3) die „Lo. comotive«; 4) die „Republik«; 5) die »Volksblätter«; 6) die «ewige Lampe": 7) der „Krakehler"; 8) „Kla. deradatsch" sind während der Dauer des Belagcrungs-zustandes suspendirt. Berlin, 13. Nov. 1848" — In Potsdam haben Unruhen Statt gesunden. Es ist der electrische Telegraph zerstört worden, das ^olk hat mehrere Pulverwagen angehalten, dcmolirt und in's Wasser gestürzt, auch mehrere Brotwagen ge» plündert. Der König sah sich veranlaßt, sein Schloß mit Soldaten zu umstellen. Der Bürgerwchr ist es zuletzt gelungen, die Ruhe herzustellen. Berlin, 13. Nov. Der General Wrangcl hat einer Deputation der Stadtverordneten, welche wegen der Auflösung der Bürgcrwehr Gegenvorstellungen machte, erklärt, daß er beim Ausbruchc eines Kampfes seine Truppen sofort hinausziehen und die Stadt beschießen werde. — Unter den 17 Abgeordno ten, deren Verhaftung beschlossen seyn soll, befinden sich dem Vernehmen nach, außer dem Präsidenten v. Unruh und den Viceprä'sidenten Waldeck und Phi, 73^ lips, die HH. »iodbertus, p. Oerg, Iacody, d'Ester; die Namen der Nebligen werden bis jetzt noch nicht genannt. Berlin, den 15. November Mittags l Uhr. (Telegraphische Depesche.) Der Minister des Innern an den Oberpräsidenten Pinder in Brcslau. Die Entwaffnung der Blirgcrwehr hat heute 9 Uhr Morgens begonnen; die Ablieferung der Waffen ist bis hellte ohne Störung erfolgt. (Gez. Manteusfel.) Berlin, 16. November, (Tel. Dep.) Der Mim. ster des Innern an den Oberprasidenten von Schlesien : Die Entwaffnung der Bürgerwehr nimmt ihren Fortgang. Es sind gestern mehr als 3000 Gewehre abgeliefert worden. Die Nuhe der Stadt ist nicht gestört worden. Berlin, 16. November. Auch das Aeußerste ist endlich geschehen. ^ Nachdem die Nationalversamm' lung aus dem Hause der Gemeindevertreler durch Ge. walt der Waffen vertrieben war, versammelte sie »ich gestern Abend zu einer vertraulichen Sitzung im sogenannten Mielentz'schen Saale, einem eleganten Kas. fehhause unter den Linden. Gegenstand der Bespre^ lhung war die Steuerverwcigcrungsfrage. Allmalig fanden sich 226 Mitglieder ein und aus der vertraulichen Berathung wurde eine parlamentarische Verhandlung, Die Commission begründete ihren Antrag-kein Ministerium sey berechtigt, Steuern zu erheben, bis die Versammlung die Forterhebung gestatte. Statt dessen ward von Plönmcs, Schnitze (Delitzsch) fol-gende Fassung vorgeschlagen : „Das Ministerium Brandenburg ist nicht berechtigt, Steuern zu erheben und Staatsgeldcr zu verwenden, bis die Versammlung in Berlin ihrer Pflicht genügen könne.« Dieser Beschluß tritt am !7. November in Kraft. Die Abstimmung be-tzinnt, die Namen werden ausgerufen, da dringen G»e-nadiere in den Saal und ein Stab6off>cier verkündet, daß er fest entschlossen sey, nöthigcnfalls Gewalt der Waffen anzuwenden. Wie ein Donner geht es durch den Saal. »Nimmermehr wcrden wir freiwillig wei chen, mögen uns Bajonnete die Brust durchbohren!" Die Truppen ziehen sich einen Augenblick zurück. Da erhebt sich die ganze Versammlung und die Steuer-Verweigerung ist beschlossen. Ein dreifaches Hoch be kundct den Willen der Abgeordneten und nun verläßt man den Saal. — Also Nachgiebigkeit, Versöhnung von keiner Scite! Elend und Verderben droht dem Wohlstande unseres Landes. Möge sich der Steuermann finden, der das im tobenden Sturme der Leidenschaft ten uml)cra,cwom»e Staatsschiff aus den brandenden >t Wogen hinauszuleitcn versteht! — ^ Köttigrcich Sardinien. n Turin. Aus zuverlässiger Quelle kann man ^, mittheilen, daß das französische Cabinet nochmals g aus's Bestimmteste erklärt hat, Sardinien sinem x Schicksale überlassen zu müssen, wenn dessen Heere von Neuem gegrn Radetzky zu Felde ziehen sollten. Die Zukunft wird zeigen (sagt ein (äorresp.), daß ich mich i< nicht irrte, wenn ich seit meiner Ankunft hier, all en üori^ ?.- gen (Zorrespondenziiachrl'chten entgegen, die Ueberzeugung ».- aussprach, daß Earl Albert, mit der Mehrzahl >.- der Bevölkerung vollkommen einverstanden, sich vor.- st erst nicht zu einem neuen Kriege werde verleiten las sen, die österreichischen Zustände müßten sich denn e ungewöhnlich einladend gestalten! ,' Fr a nk re i ch. h Paris, l 3. November. Bekanntlich ist bis zur , Stunde Hr. v. Naumer noch immer nicht in amtli- -. cher Art als Repräsentant des deutschen ^eichsverwe-- , fers von unserer!)legicru>»g anerkannt worden. Um seiner q prekären Stellung in ^)an0 ein Ende zu machen, l>tt das ,, deutsche Aleichsministcnlim Hrn. v. Räumer beauf- >, tragt, dcim General Cauaignac und Hrn. Bastide er . neuert Schritte zu machen, um die offlciclle Aner- , kcn7!Ulig der deutschen litcichsgewalt zu erwirken. Dem t Vernehmen nach yat Hr. Bastide erklärt, die scan- . zösische Republik sehe sich, nach reiferer Ueberlegung, .. bewogen, die Ancvreinnmg dcr dcutschcil Reichsgcwall d aus lolgctlden drei Gründell vorderhand noch zu ver^ ^, tagen: l) weil tcine ai'dcre nichtdcutsche Großmacht ß den deutschen Neichsoerweftr bisher ossiciell alicrkanitt . hat, indem Hr. v. Anorian ebenfallb nur mit ossiclö--sem Charakter der Kölligin Victoria am 4. Sept. - von Uold Palmerston vorgestellt worden ist; 2) weil, r so lange die deutfchc Reichsucrfassung nicht zum Gesetz h erhoben, ihre Ncgierui'.göform zu unbestimmt bleibt, !, als daß oie auswärtigen Großmächte dieselbe förmlich < anerkennen könnten; 3) weil, solange dcr Präsident .1 der Republik nicht gewählt ist, das gegcmvärtigc Mi- - nisterium seines Fortbestandes nicht sicher ist, und .. folglich bis dahin einen so wichtigen Act, wie die An-t erkennung der deutschen Rcichsgewalt, verschieben müsse, ; um seinem eventuellen Nachfolger nicht die Hände zu , binden. Auf das gleichzeitig wiederholte Begehren des , Hrn. v. Raumer wegen Auslieferung dcr nach Frank . reich gesiüchteten Mörder des Fürsten Lichlwwsty und General Auerswald hat Hr. B'.stide geantwortet: die als Urheber jener Schandthat lxmzichtigtcn Indivi. duen seyen nach Verdun gebracht, um dort unter Aussicht der Polizei zu bleiben; ihre Auslieferung könne jedoch nur dann erfolgen, wenn die deutsche Reichs» gcwalt nicht bloße Inzichten, sondern wirkliche Beweise ihres Verbrechens werde vorgelegt haben. Dazu wollen wir nur so viel bemerken, daß nach der bisher befolgten Praxis die bloßen Inzichten hinreichen, um von England und Belgien die Auslieferung von Per» fönen zu erhalten, welche aus Frankreich unter dem Vcrdacbt bctrieqerischer Bankerotte entflohen sind, und so umgekehrt. Sollte in den Augen der französischen Republik ein Bankerottirer als ein größerer Verbrecher erscheinen, denn qualisicirle Mörder? Vraßbritnnnicn und Irland. Londoner Blätter vom l3. Nov lassen, neue» sten Berichten aus Dublin zufolge, neue Ausbrüche der Volksunzusricdeicheit in Irland besorgen. Gewiß ist, daß in der Nachbarschaft von Clonmel in Tip-pcran), wo unlängst die Staatsprocesse gegen O'Brien und Eonsorten verhandelt worden, vor zwei oder drei Tagen l? Verhastlmgen vorgenommen wurden. Die Verhaftete!, sollen die Rädelsführer eines bewaffneten Bauernhausens gewesen seyn, der sich in den benachbarten Bergen zusammengerottet, zu dem Zweck, wie die Einen sagen, das Gefängniß in Eloinnel anzugreifen, wo bis jetzt jene Vcrurtheilten saßen, die aber nun nach Dublin abgeführt werden sollten — oder, wie Andere wissen wollen, um das Militär in seiner Easemc anzugreifen. Jedenfalls wäre das Unternehmen ein hoffmlügsloscs gewesen. An der Spitze dieser angeblichen Bewegung stand, sonderbarer Weise, ein Student, Namens John O'Leary, nach einer Angabe rin (Zandidat des römisch.-katholischen Prio stcramtes. nach Andern ein protestantischer Schüler der Universität Dublin, der sich zum Advocate» aus' bilden wollte. Die übrigen Verhafteten sind kleine Pächter, Feldarbeiter und Handwerker. Die Adfüh-'ung dcr vier Verurteilten: Smith O'Brien, Meagher, M'Manus und O'Donohoe, nach Dublin sollte am »3. Nov. unter starker Bedeckung erfolgen. Graf v. Clarendon wurde bis zum 16. d.M. daselbst zurück, ^wartet. 'rn^inn. Heute: »Zopf und Schwert« Sta«t«<-l. l.!Üa»cl, .Ot>l>si. lu ,1^2 ,>c». üo H 2l57. (l) Lärchen- und Eichenholz-Verkauf. Es sind mehrere Hundert larchene und eichene ?'// lange, tt" dicke, "/,," wire Schwellcr biUlg zu verkaufen; anzufragen bei Herrn Joseph Saller, Gastwirth zum Elephanten in Laibach Z 2l3U. (3) Anzeige. Ein Mnnn erbietet sich, für die Herren National.Gardlsten die Gewehre sammt Bajonne-ten, dann Säbel sammt der Etahlscheide um einen sehr billigen Preiö blank, und zu Jedermanns Zufriedenheit reinigen zu wollen. Für ein Gewehr sammt Bajmmct kommen 17 kr., ohne Bajonnet ?5 kr., dann für einen Säbel sammt der Stahlschnde 8 kr. M. M. Reinigungslohn zu entrichten. Diejenigen Herren, welche einige ihrer Rüstungsstücke dem Unternehmer zur Reinigung anvertrauen wollen, werden höflichst ersucht, solche in seine Wohnung an der SternaUee, Haus» Nr. 24, rückwärts im Hofgcbäude zu ebener Erde, schicken und nach crfolgter Reinigung wieder abholen lassen zu wollen. Z. 2»38. (3) Zur gefälligen Nachricht- Ergcbenst Gefertigter, welcher als Haf-nermcister in Laibach patentirt ist, macht hicmit bekannt, daß er nun in seiner neuen Wohnung, in der St. Peters - Vorstadt Haus Nr. iv, nächst dcr Metzger-Brücke, seine Werkstatt errichtet hat, und empfiehlt sich zur Abnahme seiner Hafner-Erzeugnisse, nämlich schon fertiger moderner, schön glasitter Ocfen jeder Gattung und von beliebiger Farbe, so wie jeder Art Koch-, Tafel- und Trink-Geschirre; deßgleichcn übernimmt er auch Bestellungen jeder Art semes Faches und verspricht die billigsten Prclse und prompteste Bedienung. 1!aibach am 16. November 1848. Peter Krall, Hafnermelster. E i ii 1 a cl 11 ii g. Die philharmonische Gesellschaft, ihrer Verbindlichkeit nachkommend, wird diesen Sonntag (26. November), um 9 Uhr Vormittags, die Feier des Cäcilieulestes mit einem Hochamte in der Kirche zu St. Jacob begehen, und bei dieser Gelegenheit die Es - Messe von Hummel zur Ausführung bringen. Es ergeht daher von Seite der Direction dieses KutiHlvereines hiemit die freundliche Einladung an (jas verehrte Publikum zur Theilnahme an dieser kirchlichen Feier. Von der Direction der philharmonischen Gesellschaft. Laibach am 23. November 1848. ___ _ IGN1Z UOIS KLEjNMAYR, Buchhändler in Laibach, sind nachstehende Schul - und Hilfs-bücher zu haben: Hurtel. Deutsche Sprachlehre für Anfäng/r. Zur Vorbereitung für den ausführlichen Ui'tcr« richt in der deutschen Sprache. Wien !8-l8, ft. I. 2l> kr. A h n. Practischer Lehrgang zur schnellen und leichten Erlernung der französischen Sprache. 2 Thle. Köln 1847. 24 kr. M