MibllcherGMtmll Nr^iM. ^W^KHZKAM Freitag, 11. Juni. '^^M^^^Z..- ^75 Amtlicher Theil. hiick«"' k. und l. Apostolische Majestät haben uüt Aller« M < ^"lschlichuna vom 5. Juni d. I. dcnl Rechnungs. >» A , Ackerbaunlinislcrium Heinrich L 0 islandel ^ ^^luiung seiner vicljährigen, eifrigen und ersprieß» M, Dienstleistung den Titel und Charakter eiocs Obcr-'..^"'Wrathcs mit Nachsicht der Taxen allergnüdigsi '" verleihen geruht. Mannsfeld m. i). «„. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit "urhochstcr Entschließung vom 4. Juni d. I. dcin ^"zleioffizial der l. t. Sccbchörde in Tricst Adolf Ro-,. czct den Titel und Charakter eines Hilfsämterdircc-°Nabjl,nctcn mit Nachsicht der Taxen allergnädigst zu "lcchcn geruht. Chlumccty m. i>. ^ Der Iustizminister hat dem Landcsgerichtsrathc in "udolfswcrth Dr. Victor Lcitmaier die angesuchlr ""Ichuug nach ^aibach bewilligt. ^ Der Iustizminlster hat dem Vczirksqerichtsidjunctcn ^lgen Stary die anglsuchtc Ve,sctz»»g von Noiln-'°U!i «ach Mezcn mit dcr Diclistsszuweisuug bei .'cm "lelsgerichtc Leobcn bewilligt. , Der Nckcrbauminister hnt den Rechnunasrath Nu-°'l Boynger zum Olicrrcchnungsrathe im AckrI'Ml-"""stcrlum ernannt. Nichtalntlicher Theil. gur ttage in Europa. ES werden Iournalstlmmen laut, die wahrnehmen «ollen, daß trotz des so erwünschten Ergebnisses d?r Ausfischen Friedensvermitllung der Hauch eines ge-'»'ssm Mißbehagens auf der europäischen Situation ruht. Dcr Pest er ttloyd sagt an leitender Siellc: ^c Aufregung, welche sich cinc Zeit lang der öffcnt-'^en Nieinung bemächtigt hatte, zittert in den Gcmii-^ fort und läßt insbesondere die publizistische Diö deu " ^s ""^ ^"^ nervöse und ohne sichtbaren Grund 5 "l.uhigte erscheinen. Zwar beschuldigt niemand mehr Fri ^ °^^' ^"^ ^"^" Kabinet directcr Tendenzen dcr ^^^"sstörung. In Paris hat man die Confcgucnzcn, " lll ^^ ^^^^^ ^^^ ^„ militärischen Reformen tink/'l ^ llczogen wurden, mit so sichtlicher Aufrich« lilä^ "bMlM, als in Berlin die dcr „preußischen Mi-^rpartci" imputicrtc 'Absicht, den kriegerischen Rüstun-„^^^^ukommcn und cinen neuen Schlag gegen das gerer 'b"standöunfähige ^""^ i" führen. Kein gerin-r als Kaiser Alexander hat überdies cinc ge» wisse Bürgschaft des Friedens übernommen. In dem Telegramme, welches Fürst Gortschlltoff von dcr berliner Entrevue weg an alle Mlssione" Rußlands rich, tctc und in welchem cr gewissermaßen sein Wort für die friedlichen Dispositionen des berliner Cabinets zum Pfande sctzle, lag von seile Rußlands nicht nur die Bethätigung der eigenen Friedensliebe, sondern auch dic Äi'rrtcnnung der Thatfache, daß leine schwebende Frage einstc Besorgnisse bezüglich der Erhaltung des europäi» schcn Friedens einschließe. Dennoch hat das Ocl dieser allacmcmcu Fricdcusocrsicheruiigcn die hochgehenden Wogen nicht ganz zu glätten vermocht und ein Rest von Mißtrauen hat sich trotz aller Beschwichtigungsversuche noch immer in sehr erkennbarer Weise zu erhalten und geltend zu machen gewußt. Dcr Grund davon kann daher nicht in einer angen-blicklichcn Phase dcr diplomatischen Situativ", sondern nur in der ^age Europa's überhaupt zu suchen sein. Seit den großen Kriegen, welche den Continent in den letzten Jahren erschüttert haben, ist eine tiefe Vcrfchic. bung aller Machtvcrhältnisfe eingetreten. Deutschland welche«« sich d,e militärische Hegemonie in Curopa er-sämpfl zu haben schien, besitzt 'dieselbe nicht so unbcstrit. lcn, daß es sich selbst gcgcn alle mächtigen Event ualitä-tt„ gesichert fühlen würde. Immer deutlicher stellt sichs heraus, doß die Erwerbung von Clsaß und Lothringen ein Zuwenig oder ein Zuviel repräsentiere. Cin Zuwenig, wenn es galt, Frankreich so zu schwächen, daß es den Gedanken eines Vcrgeltuughtrieges für immer fallen lassen, cin Zuviel, wenn dieser Gedanke im franzosischen Volle nicht stets lebendig erhallen werden sollte. ^ Wie die Verhältnisse heute liege.,, ist es denkbar, day Frankreich sich mit den Erfahrungen und Er-gcbu.ssen der Jahre l870 und 1871 abgefunden hatte, waren diese Ergebnisse nur moralischer Natur gewesen. Man ichllt die Franzosen ei» eitles Volt und meint, !chou dle Idee der Wiede, Herstellung ihrer Waffenehre ware ausreichend gewesen, sie zu einem Kriege gegen Deutschland zu drängen. Sentimentale Schonung sei da nicht am Platze aewesen und dcm deutschen Volke hätte dcr Preis dcS Sieges nicht vorenthalten werden könne». Wir wollen mit dieser Auffassung nicht rechten. Aber sicher ist, daß dcr Verlust der zwei Provinzen dem nationalen Hasse dcr Franzosen gcgcn Deutschland eine sehr materielle Basis gibt. Er wird die so schmerz, lich empfundene Wunde nie zur Heilung gelangen lassen. Was heute Sache einer leidenschaftlichen Empfindung ist, wird immer eine Aufgabe seines politischen Könnens bleiben. Kein Franzose wird in seinem Herzen jemals auf die Wiedererwcrbung dcr abgetrennten Gebiete verzichten, die zwei Jahrhunderte ihrem Mutterlande fast gänzlich entfremdet und in politischer wie nationaler Be-zichung in französisches tta»d umgewandelt hatten. Wie immer sich die Vcrhältmsse gestalten mögc», der Ruf nach der Revindication des Elsasses und Lothringen bleibt, einbctannt oder nicht, das nationale Programm des französischen Voltes. Andererseits ist nicht zu besttciten. daß Fr ant-reich sich zwar langsam, aber mit wachsender Sicherheit den Schwierigkeiten seiner Va^e zu entwinden begonnen hat. Seine finanzielle Situation ist eine fast exceptionelle auf dem Continent. Trotz der Milliarden-zahlungen häufe» sich die Schätze eines blühenden Volkswohlstandes in den Kassen auf, ohne Zogern trägt die Bevölkerung die basten der Reorganisation des Heeres und dcr so hoch gesteigerten Anforderungen des Staates. DaS niedergeworfene Frankreich beginnt trotz feiner inneren Krisen, trotz des ParteistreiteS, der das Land durchwühlt, wieder eine Macht zu werden, mit der man rechnen muß. Nach außen repräsentiert es die Einheit einer homogenen, von gleichen Wünschen, gleichen Hoff« nungen beseelten, über zunehmende Kräfte gebietenden Nation. Wenn man in Berlin jede politische Regung Frankreichs sorgfällig überwacht, wenn man die Tendenzen seiner auswärtigen Polilil. die Versuche die alte Stellung im politischen System Europa'S wiederzugewinnen, strenger Coutrole unterwirft, so übt man dort nur die Pflichten slaatslluycr Vorsorge, die — so übertrieben dies heute, angcsichls der deutschen Machtstellung, klingen mag ~ schon durch den Gedanken der Selbstcrhaltung nahegelegt wirb. Sachlich ist also ullrldmgs Grund zur Besorgnis vorhanden. Niemand vermag den Frieden unbedingt zu verbürgen, niemand zu bchailptln, daß das Urtheil, wel-cheS zwisch'N drn beiden feindlichen Nationen auf den Schlachtfeldern FraullcichS «rsprochcn worden, ein letztes und unwiderrufliches sri. Dennoch hat sich mittlerweile in Europa eine Gestaltung vollzogen, welche diese Besorgnisse, wenn nicht völlig auSzuschlicßcn, so doch slhr in den Hintergrund zu drängen geeignet ist. Wir mei-mn selbstverständlich daS Drei-Kaisel-Vündnis. Es ist auf der Basis des Friedens entworfen, auf dieser OasiS Hut es eben jetzt seimn ersten dmchgrelfen" den Ei folg cl sttittcn. I er russischen Friedlnsocrmilt-limli, namcnlllch aber ocr englischen, hat Finst Vi«. nilllck von vornchcr die Spitze mit dcr Versicherung ab-nebrochcn, daß er nie daran gedacht hal'e, Europa drn Erschütterungm cinrS nrucn KrirgeS preiszugeben. Wir habcn keinen Grund, an drr «ufrichti^leit dieser Ber-sichcrunq zu zweifeln. Aber duß an diesen friedlichen Gcsinnunücn Deutschlands seine Verbindung mit Rußland und mit Oesterreich-Ungarn einen starken Antheil hat. steht außer Frage. Schließlich ist diese Verbindung der einzige wirtliche Hort m,d Halt des Friedens. Sie kann selbstverständlich nicht die nationalen Leidenschaften aus der Welt schaffen und den Haß dcr Völker in Wohlwollen und Freund« schafl umwandeln, aber sie sitzt ihr ganzes moralisches Feuilleton. Lucy Gray. Novelle von Walter Stahl. (Fortsetzung.) ^ ll!?^ ^"U mit hastigen Schritten in seinem Zim-^ w„ >""b ub, während Wilson ruhig am Tische saß !>lh etw ' bis dcr in Roberts Brust tobende Sturm Oils °as gel^ haben würde. Seine kippen waren fcst ^ llm^ acprcßt und in feinen Zügen prägte sich l . N; ,?"lll'^ Beschluß, den er gefaßt hatte. aus. >gen^ym Grund habcn Sie dafür, dies zu vcr- ""»t t» ^ Robert, indent cr in seinem hastigen l'^hall, . das Gemach vor Mr. Wilson stehen blieb. >t>M^ "!"""« Sie mit Ihren schändlichen Ver- ^ zu st^ ^'her, um sich zwischen mein Glück und ^' dm!"^ "'chls angedeutet, daS ich nicht zu be. ^''Daim^' "'!"ete Mr. Wilson. Mnn,,s'" bewelscn Sie es; lassen Sie mich das ^cr.«' wlsscn, diefe Ungewißheit ertrage ich nicht ^ bin seit ^ ^ gebeten, mir zu vertrauen, Robert. ^«en ei« l""" dci" Freund gewesen, ist da dies h'r "Db " >°. aewaltiges." l°ll? "langen !"'k ^alliges ^ " Wenn Sie von "lies ^ß ick ^ ^ ^"t" ""in Herz zu Füßen legen ^lehre? «?, ^"b beleidige, welches ich über ^ Nein, Mr. Wilson, Sic verlangen unmögliches. Sie haben leine Beweise. Es ist etwas da, das ich nicht verstehe, aber ich will ihr trauen; sie würde mich nicht täuschen. Sprechen Sie, was ist es?" „Um deiner selbst willen, Robert, zwinge mich nicht dazu, mehr zu sagen." „Sprecht! sage ich/' rief Robert außer sich. „Jenes Weib hat dich betrogen — sie ist falsch — so falsch, wie nur möglich!" Wie Eis fielen diese Worte in Roberts ficbererhitz. tes Inneres. „Es ist eine Mge!" schrie cr, „ci»e niederträchtig schändliche Alge, Mr.' Wilson, Sie selbst haben das Band zwischen uns zerrissen — leben Sie wohl!" „Unglückseliger, wohin wolllest du gehen?" „Zu ihr, zu dem Weibe, daS Sie vrrläumdet haben. Dies kann Ihr Werk m'chl sein, so fluchwürdig konnte sie nicht ha"dcln; Sie sind in einem Irrthum besän, gen, aber selbst dieser Argwohn trennt uns. lassen Sie mich gehen." Doch Mr. Wilson hielt ihn fcst, wnhrcnd sein blci. chcs Antlitz cin verborgenes Gefühl verrieth, das mchr Achnlichkeit mit Haß als mit Kummer halte." „Du follst nicht gehen, ich befehle dic, hier zu bleiben." . .^ , , ^ , „Sie befehlen imr!" rief Robert, indem erden festen Griff drs älteren Mannes abzuschütteln suchte. Wie tonnen Sie es wagen, so mit mir zu sprechen?" " „Weil ich cin Recht dazu habe." „Ein Recht, ein Recht! nem, nimmer. Sie haben weder Macht noch Recht über mich!" und cr würde aus dem Dimmer gestürzt sein, wenn Mr. Wilsons Stimme ihn nicht von neuem zurückgehalten hätte. „Höre mich an und wisse, daß ich dennoch ein Recht habe, denn du bist mein cigener Sohn, Robert Carlton — jene Frau aber ist schlecht und gesunken — und ist mir das gewefen, was sie dir nun ist oder sein würde, wenn du eS wünschtest." Carlton sank oder fiel eigentlich mehr in einen großen Stuhl, drn Sprechenden mit entsetzten Augen anstarrend, während TodeSblässc sein Gesicht bedeckte. „Glaubst du mir nun, junger Mann? Du hast mir daS Geheimnis meines Bebens entrungen — bift du nun zufrieden?" Carllon antwortete nicht, sondern stierte bewea.ungs> los vor sich hin; endlich siel sein Kopf vorwärts und mit feinen zitternden Händen bedeckte er das Gesicht. „Robert!" sagte Mr. Wilson in milderem Ton „Robert!" „Sprechen Sie nicht mit mir — lassen Sie mich allein!" „Nur einige Worte noch. Höre zu und versuche mich zu verstehen — wir müssen sogleich fort. Es geht ein Steamer morgen von Havre ab, mit diefem gehen wir nach Amerika zurück." Carlton fpraug auf und ein verzweiflungsvoller Schrei entrang sich seine» kippen. „Widerruft jene Worte!" rief cc. „Sagt, daß Ihr es nicht gemeint habt und ich folge Euch bis an das Ende dcr Welt." „Robert, Robert; ich bin dein Vater," sagte Wilfon. „Ich weiß ich weiß — das nicht'. Ich lann — Schande und Verachtung ertragen; aber saae mir. daß ttucy —" 958 Gewicht für die Hintanhaltung der gewaltsamen Störung, für die Wahrung des 8taw8 czuo in Europa ein. Nur die Auflösung dieses Bündnisses lönnle daher eine wirkliche Gefahr für den Continent bedeuten. Allein da von sind die Verhältnisse heute weiter als je entfernt. Deutschland, das einen so hervorragenden Antheil an dem Zustandekommen dieser Einigung gehabt, kann so wenig daran denken, sie auS mißverstandenen Interessen wieder zu zersprengen, als irgend eine andere Macht. Die Welt wird sich daran gewöhnen müssen, mit dem Bündnisse der drei Kaiserreiche, als der bedeutendsten nicht nur, sondern auch der stätigsten und dauerndsten Thatsache der neueren politischen Entwicklung Europa'S zu rechnen." Die Thronrede, mit welcher Fürst Karl von Rumänien am 31len v. M. die außerordentliche Session der gesetzgebenden Körper eröffnete, lautet: „Meine Herren Senatoren! Meine Herren Abgeordneten l Ich habe Sie zu einer außerordentlichen Session einberufen, damit Sie sich mit wichtigen Gesetzcnt» würfen beschäftigen, deren Einführung und dringende Nützlichkeit keinen Aufschub dulden. Sie, meine Herren Senatoren, deren Vaterlandsliebe und erleuchtete Ersah» rung das Land bereits würdigt, werden — ich bin dessen sicher — ebenso wie früher, so auch in dieser Session, Ihre erprobte Ergebenheit und Thätigkeit dem Lande widmen, auf dessen Achtung und Erkenntlichkeit Sie bereits ein Recht erworben haben. Diese außerordentliche Session ist für Sie, meine Herren Abgeordneten, die erste Periode Ihres parlamentarischen Daseins. Ich fühle mich glücklich, Sie in Person begrüßen zu können. Sie sind zu Vertretern des Landes berufen, nicht infolge eines Conflicts oder einer Auflösung, sondern infolge des natürlichen Endes des Mandats der letzten Kammer. Man kann mit Recht erwarten, daß Sie, welche unter so glücklichen Auspickn eintreten, Ihre Mission während der langen Carriere, die sich vor Ihnen eröffnet, zu erfüllen wissen werden, damit Sie dieselbe beendigen, umgeben von der Aureole der wirklichen Dienste, die Sie dem Lande geleistet haben werdei«. Die vorige Kammer hat durch ihre vierjährige Thätigkeit viele und große Veibesserungen geschaffen und sich stets vollkommener Harmonie mit meiner Regierung befunden. Sie konnte die wirtlichen Grund» lagen eines constitutionellen Regimes begründen und Vertrauen zu unseren jungen Institutionen einflößen, welche in keinem Lande anders als durch eine weise Anwendung der Grundsätze der Ordnung und Gesetzlichkeit blühen, welche weder die Freiheit, noch den Fortschritt ausschließen. Darum ist seit einigen Jahren die Stabilität auch bei uns nicht blos ein leeres Wort, sondern eine Thatsache; darum macht sich der Fortschritt zwar langsam, aber in sicherer und beständiger Weise bemerllich. Dadurch hat unser Land einen verdienten Ruf erlangt und Europa setzt Vertrauen in unsere Zukunft. Das Werk ist also angefangen. An Ihnen, den neuen Abgeordneten, den neu erwählten Mandataren des Landes ist es, dasselbe zu beenden. Gestützt durch neue Kräfte, gestärkt durch das Vertrauen, welches man in Sie setzt, und durch den bereits gemachten Fortschritt, werden Sie dasselbe zu einem guten Ende führen, indem Sie es verbessern, befestigen, vervollständigen. Wir sind der Bevöllerungszahl und dem Umfang unseres Territoriums nach ein kleiner Staat; aber durch die Macht unseres Rechtes, durch die Achtung und daS Vertrauen, welches wir einzuflößen wissen werden, können wird den ganzen Werth eines großen Volkes haben. Suchen wir unsere Kraft in der Entwicklung unserer Hilfsquellen und unserer Reichthümer, in unserer inneren Organisation, in der Annahme und Anwendung von Reformen, welche unserer Lage und unseren Interessen entsprechen, in der Ausübung der Grundsätze der Ordnung und der Freiheit. Wenn wir, stark durch unsere innere Organisation, dem Ausland ein volles Vertrauen einflößen durch unsere Haltung in den genauen Grenzen Verträge, durch die Vertheidigung unserer alten Rechte — mit Mäßigung, aber mit Festigkeit; wenn wir, indem wir eine weise Politik der Ächtung der anderen ausüben, für unser Land nur die Ausübung unserer autonomen Rechte verlangen, und gemäß unserer Gleichgcwichtspolitit in den besten Beziehungen zu den garantierenden Mächten bleiben: so wird unsere moralische Kraft nach außen eben so groß wie nach innen sein. Die rumänische Nationalität wird dadurch immer mehr gesichert und befestigt. Sie sind berufen, meine Herren Abgeordneten, dieses Wert fortzusetzen, nach außen wie nach innen. Sie sehen, wie groß und edel Ihre Aufgabe ist. Wenn Sie dieselbe mit Vaterlandsliebe, mit Klugheit und Selbstverläugnung während vier Jahren erfüllt haben werden, so werden Sie unbestreitbare Rechte auf die Erkenntlichkeit kommender Generalionen erworben ha« ben. In der jetzigen Session, meine Herren Senatoren und Abgeordneten, sind Sie nur für die kurze Zeit von dreißig Tagen einberufen. Diese Zeit wird zum Theil auf die Verification der Wahl der Herren Abgeordneten und der Constituierung der Kammer verwendet werden müssen. Alsdann, meine Herren Senatoren und Abgeordneten, werden Sie die bedauernswerthe Lücke ausfüllen müssen, welche auf dem Sitze des Primats von Rumänien entstanden ist. Durch den Tod Sr. Heiligkeit des seligen Niphon, welcher es während der langen Dauer seiner heiligen und hohen Mission verstanden hat, die Würde und Unabhängigkeit unserer orthodoxen rumänischen Kirche zu erhalten und zu vertheidigen, sind Sie nach unseren Gesetzen berufen, seinen Nachfolger zu wählen. Dann werden Sie sich noch mit einigen wichtigen Entwürfen zu beschäftigen haben, welche sich besonders auf ökonomische und finanzielle Fragen beziehen, die leinen Aufschub dulden. Unter diesen nimmt das Project der Eisenbahncon-cessionen Predeal und Ndjud den ersten Platz ein. Nach' dem wir bereits durch einen internationalen Act mit dem Nachbarstaat Oesterreich-Ungarn gebunden sind, sind wir verpflichtet, in einem sehr kurzen Zeitraume, bis zum Monat August 1878, die Verbindungslinie Plojescht-Predeal zu beendigen. Es ist daher für uns nicht allein ein sehr wichtiger ökonomischer Vortheil, sondern auch Ehrensache, daß diese Linie zur festgesetzten Zeit fertig wird; aber wir können dies nur durch die Ertheilung der Concessionen noch während dieser Session erreichen, denn nur so können wie die Arbeitszeit dieses Jahres gewinnen. Ich bin sicher, meine Herren Senatoren und Abgeordneten, daß Sie auch dieselbe Thätigkeit und Aufmerksamkeit den übrigen Vorlagen, die man Ihnen im Laufe der Session vorlegen wird, zuwenden werden. Also durch das Zusammenwirken und den Einklang aller Staatsgewalten, wenn Senat, Kammer und Negierung, unterstützt von allen guten Rumänen, zusammen arbei» ten werden, geeinigt in Grundsätzen und Handlungen, wird die Zukunft Rumäniens gesichert und das Vaterland wird stolz auf seine Söhne sein. Gott segne Ihre Arbeiten!"__________ Telegraphische Landtagsberichte vom 5. Juni. Dalmalien. Nach zweistündiger lebhafter Debatte und nach Annahme mehrerer die Einrichtung« Schulen bezweckenden Antläge wurden die VoranjYW für den Laudesschulfond und den Landesfonds gen ^ migt. Sodann begann die Generaldebatte über den °" LandcSausschusse vorgelegten Gesetzentwurf zur M"' der Institution „Opera pia" iu Ragusa. Vom 7. Juni. ^ Klait beantragte anläßlich der jüngst erfolgte» «^ Hebung der SteuerinspectorSstelle in Benloviz, daß Landtag sich bei der Regierung verwende, damit die m Instanz in Angelegenheiten der dirccten SteuttN Bezirkes Benkovaz in Vcnkovaz verbleibe. ^, Vranlovic beantragte eine Modification der stimmungen über die Rückvergütung der Slcuerqu^ seitens der Colonie an die Grundeigenthümcr. ^ , Anträge werden dem Landesausschusse zur Bericht"! tung überwiesen. ^ Der ReaierunaScommissgr beantwortete die ^ pellation Vojnovic bezüglich del Hcrsttllnng einer 6^ straße von Castelnuovo nach Eattaro dahin, ^, ,< das für eine Strecke dieser Straße schon verfaßte v ,^ project genehmigt und die erforderlichen GelbM'"« . oerfassunaSmaßigen Wege gewährt werden, die nächstes Jahr beginnen könnte. ^. Nach mehrstündiger Debatte, an der viele M»' nete und der RegierungScommissär lheilnehmel», >"^, die Regierungsvorlage, betreffend die Vertheilt <, turfähigcr Gemeindegründe und die LandesaM^ vorläge über die Regelung der „Opora pia" ^^ und die Theilung der Gemeinde Knin in zwei ^e den, angenommen. . ^ Ueber Anfrage des Justizministeriums, ov, > der GerichtSbezirlssitz von Olebic nach TrapM^ legt würde, Orebi«! dem Grichtssprengel Eurzo ° ° ' verleiben wäre, wurde die Generaldebatte gcsaM Vom 8. Juni. „hü Nach Erledigung aller Geschäfte wurde hel"^. dalmatinische Landtag vom Präsidenten mit einel" ^, fachen Hoch auf Se. Majestät, in welches die M!" lung begeistert einstimmte, geschlossen. Politische Uebersicht. «aibach, 10. Juni. ^ Il> dem Antwortschreiben der vst erreich'^ Regierung auf die Einladung deS ungarische"^ steriumS zur Einleitung der Verhandlungen w^.gl» Handels- und Zo llbün dnif seS mit U"»^ wurde es der ungarischen Negierung anheimge^ ^ >,! den Veginn der im Laufe dcS Monats I"M l> ^ Wien in Aussicht genommenen Berathung den ^ ,/ zustellen. Die Zuschrift des ungarischen Min'!^! war vom 31. Mai, die Antwort der östt"^^^ Regierung vom 2. Juni datiert. — Der „Pest" ^»M mcldet: „Der größte Theil der Mitglieder deS "^/ rischen CabinctS, namenllich MinisterpräsideM ^ G. Wcnckheim, dann die Minister TiSza, ^ Baron Simonyi, SM und wahlscheinlich ally ^ begaben sich für einige Tage nach Wien, w° ??islc'' d. M. unter dem Voisitze Sr. Majestät ein M'" ^i rath abgehalten wird, jedoch nicht, wie >"'" M lautete, in Sachen des nächstjährigen gemeinsam . ss,,' gels, sondern in Angelegenheit der Conventlo" M mänien. Auch die Frage der Militürbequarl'tt" ^,! bei dieser Gelegenheit zur Sprache kommen ^^ „Ich verlange, daß du diesen Namen nie wieder nennst. Du wirst es nicht wagen, den Gesetzen Gottes und der Menschen Hohn zu sprechen, indem du ein Weib liebst, das —" „Kein Wort mehr! Lassen Sie uns gehen, wann und wohin Sie wollen; nur lassen Sie mich jetzt allein." Mr. Wilson ging langsam hinaus, indem er die Thür hinter sich schloß und den unglücklichen jungen Mann der Einsamkeit überließ. Auf dem Angesicht die. fes strengen Vaters spiegelte sich eine wahrhaft oümo» nische Genugthuung ab, während er so in der spärlich erleuchteten Hausflur stand, mit geballten Händen und einige abgerissene Worte zwischen den Zähnen murmelnd : „Lucy — Weib — wieder in meinen Weg." Robert Carlton faß noch immer auf dem Fleck, da Mr. Wilson ihn verlassen. Er vermochte noch nicht zu denken — es schwindelte ihm im Kopfe — nur jene schrecklichen Worte hörte er immer und immer wieder — eine Kluft hatte sich zwischen ihm und Lucy aufgethan, welche sie beide nicht zu überspringen vermochten. Er dachte nicht an Schande und Unehre, beides Hütte er ertragen können; aber er war auf ewig von dem Glücke getrennt, welches ihm so nahe erschienen. Er biß auf die Lippen bis daS Blut herausfloß, um die wilden Aufschreie, welche sich seiner gequälten Vruft entringen wollten, zurückzuhalten. Seine ganze düstere Vergangenheit stieg wieder vor ihm auf — die Erinnerung der letzten seligen Wochen schien ihn zu höhnen — und die Zukunft lag öde und stürmisch vor ihm — leine Zuflucht und lein Helfen in Sicht — nichts als daS Brausen der Wellen und ein sternen-loser Himmel über seinem Haupte. Eine wahnsinnige Bitte um den Tod entfloh seinen Lippen — der nutzloseste Seufzer, welcher aus dem Herzen der Jugend emporsteigt, bevor daS Leiden es stark gemacht im Ausharren- Der Tod kam nicht — sein verzweifeltes Angst» gebet blieb ohne Antwort. Er sprang auf und eilte nach der Thür; er halle leinen bestimmten Gedanken gefaßt; nur Sehnsucht, daß das wilde Schlagen seines Herzens aufhören möge, fühlte er und den verzweifelten Wunsch, noch ein einziges mal in ihr Antlitz zu blicken; ihm war, als habe daS Schicksal erst dann mit ihm abgerechnet. An der Thür kam ihm Mr. Wilson entgegen, welcher zurückbebte vor dem von Schmerz entstelltem Angesicht, an dem die verflossenen Augenblicke daS Wert von Jahren verrichtet zu haben schienen. „ES ist alles bereit," sagte er. „Dein Gepäck wird dir nach Havre nachgeschickt werden." „Bereit," wiederholte er mechanisch, „bereit!" „Trinke dies," sagte Mr. Wilson, indem er eine Flasche vom Tische nahm und ein Bierglas mit Wein füllte; „es wird dir gut thun." Robert stürzte daS Glas Wein hinunter und ließ sich ohne Widerstreben die Treppe hinunter und in den Wagen bringen. Während der ganzen Nacht fuhren sie; am Morgen hatten sie Havre, diese alte wunderliche Stadt, erreicht und fuhren gleich zum Dampfboot. Noch eine Stunde später und die blau" ^» trugen sie davon. Robert Earlton strengte 1" ^' a„, um noch einen letzten Blick auf daS Lanv i ^^ in welchem er all daS Glück gefunden " ^^. hatte, das er diesseits des Grabes erwarte" ^M O, diese Seereise! Die Tage, welche " ^ M indem er, gleich einem eingesungenen Tl^r ^,M auf dem Verdeck auf- und niederging ^7 s^cr .^ sein, daß eine Anzahl müssiger Auge" l"^ll^ wcaungen bewachte und darüber ihre ^r>' mM''^ ^s ^,' nach der furchtbaren Aufregung eine """ ^, W^> hatte und er nur im stände war, au» ^e "^z» ausgestreckt zu liegen. In dieser Zell u^„b°^ wirklich sterben zu müssen - " alaum ^ ,., Gott darum! Wenn er seinen letzten ^ '>n "' / hauchen und in den Wellen sein Grao ' ^ ^a „0 Doch Tag um Tag verging und obgl^ ^,,^ ^, kraftlos dalag, so verschlimmerte M °° hrlc ' "g!^ nicht und eine wirtliche Kranlhe.t v rz ^ «l' H^ Aber ein Fieber brannte in sei"M I"«"^e « das leinen Namen halte und wcllye» W 959 worden?"^ ""sgetauchter Umstände wegen vertagt con<,?^?°"^"lse des larlowitzer Kirchen-serbisHe N^.,^"' ^ Majestät hebt heruor, daß das «nae.?>>.. ^^' ""s cö fast durch zwei Jahrhunderte fica ^ ' ?"" °"ch ""icht hat. Bezüglich der Modi. l>eit en^' '"^che an dem vom Eongreß ausgear-bora "lganisationsstatut vor dessen Sanctionicrung «r!,olNlncn wurden, äußert sich die Adresse, wie folgt: er^,. ""rauen auf die bewährte Gnade Eurer Majestät nick? s >.s ^"" ""terlhänigst ergebene Eongrcß, daß er ^ Mgehen wiro, wenn cr iu Anbetracht der Pflichten, len A ^'s "^ ^ertrcler des Volles in kirchlich kulturel« «,'f,""^legenheiten und als der Hüter der Rechte des ",/7 vor Augen zu halten hat, Eurer Majestät in ^ "Innigster Aufrichtigkeit erklärt, daß es ihn sehr be-sick ' : ^ ^'^^ Äliodificationen - unter welchen ^ emige von großer sachlicher Bedeutung befinden — Oins^ ^ vorgenommen worden stnd, welche durch ihre "niettlgleit mit dem Prinzip der Autonomie und dem "''iMutlonaliSmus durchaus nicht in Einklang gebracht unt ?!> "' I" ^!" Besorgnis tröstet sich der treu lMhänigst ergebene Congrcß mit der begründeten Hoff-"l!, daß auch dies in kürzester Zeit auf gesetzlichem A"ge behoben werden und dem stets getreuen serbischen °ll die Möglichkeit geboten wird, die Wohlthaten der gelben gewährleisteten Autonomie auf kirchlichem und "lturellem Gebiete vollständig zu genießen." Wi ^"" ^ "^b- Mg. Ztg." gut unterrichtet ist, Mte das preußische Sperr gesetz bereits einen "Mg gehabt. Mit dem Tage der Verkündigung des Petzes wurden bekanntlich die Staatsleistungen für alle Me Geistlichen eingestellt, die sich nicht schriftlich verachteten, die Staatsgcsctze zu befolgen. ^ Dem bairischen Landtags ist für die nächste Mnanzperiode eine Vorlage auf Revision der Steucrgc-M imd zwar auf Grundlage des bisherigen Steuer->l)!tems in Aussicht gestellt. .„ Der belgische Iustizminlster brachte den ange^ Endigten Gesetzentwurf ein, betreffend die Strafbartcit °w Anerbietens zur Begehung gewisser Verbrechen. Der rumänische Senat beschloß, die Präsiden« lenwahl bis nach der erfolgten Wahl des neuen Metro» Milen aufzuschieben. Die Kammer wählte die verschiedenen Commissionen. Zwischen Brasilien und der a rg en tinis chen Republik, welche vor fünf Jahren nach dem taftfersten Widerstände Paraguay besiegten, herrschen seit dem Friedensschluß gespannte Beziehungen und nach Berichten ^cs „Nord" kann cs sogar leicht zu einem Kriege zwischen den belden Siegern kommen. Hagesneuigkeiten. Gegen die Trmttsucht. Der galizische Landtag votierte in der so eben ab-uuausenen. Session ein Gesetz gegen die Trunksucht, cr,. ^escs Uebel nahm in Galizicn derartig bcsorgnis-Mnde Dimensionell an, daß cS den socialen und "llslvlrthschafllichcn Aufschwung der dortigen Blvöllc« «ng wesentlich schädigte. s»,k . ^' entnehmen dem Wortlaute dieses Gesetzes nach- '^Bestimmungen: einend "" Zustande sichtlicher Berauschung, sei cs in Etr ß ^'' Schanl- oder ikasfechause, sei eS auf der tloss ^^ "" einem andern öffentlichen Orte ange-l>e»i .! ^'s^ verfallt in eine Geldstrafe von fünf Gul. ^>'e ^l ''" 2'^lle der Uneinbringlichleit derselben, in fünf ^"tägige Arreststrafc. Die Strafe wächst auf liryn Gulden und bei Uncinbringlichleit zu achttägigem ltll'es ^ ^'^" vetmochte, daS ober jeden Pulsschlag >en »^^uältcn Herzens verzehrte und scincm geschwäch' ""per Lebensmuth und Kläfle nahm. D y '' " i>es ^ "^1 saß in ihrem Gemache nach Carltons und hch sll^'ch"' Mannes Fortgehen, bis völlige Dunlll-»lltz '/^ h"'"b^sc»ll hatte. Jam's Stimme weckte sic ^r stummen Verzweiflung. bkit'7s. /dunkeln, Madame, und allein? Der junge 'It fort,« ^ln"?°"'" wiederholte Lucy aufspringend. „O, Jane, Di/ '"'^ geslwindl" " und Maunlc .Ntc wmf ein Tuch um die Schul» !^ Curl U'° '^" Herrin auf die Stiaßc. Sie eilten '"le d"^°>'s Wohnung - es war zu spät - cr "°hin z """l"u,ig cmiye Minuten zuvor verlassen — I, W°« f!^"^"' ""bte niemand, ^li^crl^""^ °"^ wohin er gegangen? Er N Üt)'e n/, ''^"' cr wußte ollcs, er verachtete und ver- ^titeriu. w""lte und sank in die Arme ihre, "Vtad,.^ ^. ö""ck. Jane, und laß mich sterben." ^ ..Epris, ,'. l'/be Madame!" bat Ionc. " 'st es d ^°"?. ^'^^ '"'^ "'^' ö" ^^^" ' "?^ l"»e^ ^"" ^ "er schöne sonnige Traum. Ulausllm?' ""b wahr geschienen und von dem '"«'es brwachcn gewesen! M (Fortsetzung folgt.) Arrest an, wenn sich dieser Fall bci derselben Person vor Ablauf von drei Monaten wiederholt. Ucberdies gibt in diesem Falle die Strafbchördc den Namen des Trun lcnboldcs dcv betreffenden Behörde zum Zwecke der eventuellen Vcrhängung der Gerichtscuratel bekannt. Die Schankgcber verfallen in dieselben Strafen und bei Wiederholung in den Verlust des Gewerbes, wenn sie sichtlich betrunkenen Personen Getränke verabreichen oder im Schanllocale Aufenthalt gewähren, oder Personen unter zwölf Jahren ein geistiges Getränk verabreichen; ebenso diejenigen, die auf Märkten, bei Missionen und ähnlichen Versammlungen geistiges Getränk herumreichen. Wer einen Minderjährigen unter 16 Jahren sei es durch Ueberredung zum Trinken oder Verabreichung von geistigem Getränt in trunkenen Zustand versetzt, unterliegt einer Geldstrafe von 15 fl. oder der entsprechenden achttägigen Arrcslstrafc. Dieses Gesetz muß bei sonstiger Ahndung in sämmtlichen öffentlichen Localcn ersichtlich gemacht sein und sämmtliche Sicherheitöorganc haben über dessen Befolgung strenge zu wachen. Damit im Zusammenhange steht eine gleichzeitig beschlossene Resolution, die ebenfalls erwähnt werden m,'g. und zwar fordert dieselbe: die Republicicrung der anf daS Schanlgcwerbc bezüglichen Borschriften und eine strengere Handhabung derselben und verlangt von der Regierung, dieselbe möge im Wege der Rcichsgcsetzgcbung ein Gesetz o:ranlassen, wodurch den Forderungen auö dem Detail» verlaufe geistiger Getränke an Trunksüchtige daS Klage-recht benommen werde und die etwa auf Grund dieser Forderungen gegebenen Pfanoobjecle restituiert werden müssen. — ( Persoualnachrichten.) Se. Exc. der Herr Acler-büuminisler Graf von Mauu « feld ist in Prag allgelangt und rcM voil doN zum Kiirgcbrauchc „ach Marieubad. — Se. Exc. drr abgetretene Handclsnmnstcr Herr Dr. Bauhaus hat au die Handcislannmm nnchstehcildes Schreiben gerichtet: „Se. l, u„b t. apostolische Majestät haben mittelst allerhöchsten Handschreiben« vom 19. v. M. mich Über meine Viltc von dem Posten beö Hau-delSministerS in Gnaden zn eulhrben geruht. Nachdem ich infolge dilscr allcrgnndigstcn Enlhebulig aui« meinem Amte geschieden bin, fühle ich mich angenehm velpslichm. dcr geehrten Kammer fllr das mir während meiner Amlöfllhrung erwiesene vertrauensvolle und bereitwillige Eutgegculommen und die dcr Dnrchsuhrnng meiner Intentionen hicdnrch gewährte schätzbare Förderung meinen »clbindlichsten Dant auSzusprrchcu. Meine Sympalhieen und meine lebhafte Theilnahme wird dcu von dcr geehrten Kammer vertretenen hochwichtige» Interessen nach wie vor zugewendet bleiben." — (ArbeiterfUhrer.) In Prag und im prager Rayon fanden seit einigen Tagen bvi den czechischen Ärbei0 oer. werthct, welchen Ziffern jedoch nur das arithmetische und nicht das richtigere geometrische Mittel zugrunde gelegt werden tonnte. Nach derselben Verechnungswcise ergibt sich der Werth eines stestmcterS NMolz am Stocke mit Einschluß aller PernimdungSarlen als Bau-, Schnitt-, Schaff-, Wert«, Zeug« und anderes Nutzholz jcdoch ohne Berücksichtigung einzeln noch abgebbarer Specinlilälen für Schissbau, beim harten incl. Eichen bci dcr Diffe« renz von: fl. 11— bis fl. 190-6-45 fi. und bei weichen von fl. 8 - bis fl. 2>50 - 5-25 si. Bci letzteren sind die in Obertrain nunmehr spo» radisch vorkommenden haubaren Lärchen nicht berück' sichtigt- Auf Grundlage der im Jahre 1872 gepflogenen Erhebungen wurde unter Anwendung obiger Prciö-durchschniltc dcr Ncllowcrth des im Kande verbrauchten Gehölzes betragen, u. z.: barteS Brennholz 1.134,051 I'm. ü 1 15--1.304,848 fl. weiches „ 01l),052 « .0-90- 553,540,, hartes Nutzholz 71,258 „ „«45-- 459,014,, weiche« ,7 ^109,557 „ .525- 575,174,, Summe^ 1.930,518 I'm. 2.893,182 fi. und nach den mit Schluß 1874 gepflogenen Erhebungen der Ausfuhrsbeträge der Nettowerth unter Unwen-dung obiger Ziffern 280,000 I'm. Nutzhol; ü 5 85 — 1.638/XX) fl. 87,040 „ Brenntohlholz « 1-— — 87/)40 „ 307,040 I'm. Summe 1.725,040 fi. hiczu Verwerthung im Lande mit . . 2.893,182 „ Zusammen . 4.618,228 fi. Wonach auf 11W. Waldland eine durchschnittliche Geld-entnähme von fl. 11 13, Masscnentnahmc von I^l^. 5> 5>3 entfällt, während doch die durchschnittliche Production unter den gegebenen Verhältnissen nur I'in. 3 0 im beiläufigen Werthe von ft. 7'— beträgt. Außerdem greift, abgesehen von dcr in egoistischer Hinsicht so schr ausgedehnten Uebrrnutzung der Waldungen, auch noch eine grenzenlose Holzoeischwindung im Lande Platz. Ursachen derselben sind wol nur in der bisher ungeänbcrten FortfchrittSfci dlichleit cincrscits und in dcr angeborene". Brqilemlichlcit drr Bevölkerung andererseits zu suchen. Die enormen Massen von Holz, welche jahrein, jahraus als Zaunholz vermodern, wo die schönsten lebenden Zäune bestehen tonnten, liefern bus beste Zeugnis für die Indolenz der Besitzer, wllche häufig dcn ganzen Winter über mit Nichtsthun in dcn Slubcn veihocken, und trotz aller Belehrung, tlvtz Aufforderung, trotz hie und da vollommcndcr guter Beispiele sich zur slnlage der letztcrn nicht entschließen wollen. Wrlchc enorme Holzvcrschwendung durch die noch immer übliche Erbauung und Eonscroiciung hölzerner Häuser bedingt wirb, entzieht sich wol jeder auch nur annähernden «nncr Chef des Hause« August Tschinlel« Biihne, Herr Anton Tschinlel, nahm 85 Stück Lose k 1 fl. — l.Nu« dem Vereins! eben.) Die Statuten des laibacher Militär-Veteranen-VereinS wurden von der h. Regierung genehmigt. — (üasin ogarten.) Das erste Concert des italienischen Orchesters, welches einen vorzüglichen Oboe-, Fluten- und Lla» rinetblllser besitzt und sehr präcise erecutiert, war gut besucht. Der Mangel von Vlechinstrumenten (Hörner und Trompeten) hatte einen minder hervortretenden Effect zur Folge. Die concer-tierten Piecen obenerwähnter Holz-VlaSinstnlmente wurden sehr beifällig begrllßt Die Mehrzahl der anwesenden Gäste hätte ein mit lebhafteren Nummern ausgestattetes Programm gewünscht. — (Schadenfeuer.) Samstag, den 5. d. in der lOlen Abendstunde brannte ein: der Maria Rant in St. Thomas, Ve-zill Klainbnrg, gehörige Gctrcideharpfe im Werthe von 200 fl. ab. Der Brandlegung erscheint angeblich ein sicherer Andreas Vergant verdächtig. — (Hag , lfch lag und WolIenbru ch.) Am 5. d. wurden die um die Ortschaft VresovSca, Vezirl Tressen, liegenden Felder durch Hagel so arg beschädigt, daß die Saaten abgemäht werden mußten. — ?lm 6. d. entlud sich ein Wollenbruch über die in der TerbinSla gora bei Neudegg, Ve,,rl Rudolsswerth, befindlichen Weingärten und richtete theilweise grohen Schaden an. — (Wölfe) treten auch in der heißen Jahreszeit in Kram auf. Vor einigen Tagen wurde der Piehstand eine« Wirthschaft«, besitzer« im Vczirle Loitsch von Wölfen angegriffen, einzelne Stücke wurden von den Raubthieren aufgezehrt, andere arg be-schädigt. — (Wünsche und Vesch werben.) In welchem Stadium befindet sich denn die Frage inbetrcff der Errichtung einer Kaltwasser-Vadeanstalt i» Laibnch? — Es iN denn doch hohe Zeit, daß diese Frage mit Ernst behandelt und im Schoße de« Gemeinderathes endlich zum NuStrag lomme. Die traurigen Erfahrungen in der letzten Zeit erbrachten leider den bellagenswerthen Nachweis, daß die fanitären Verhältnisse in Laibach nicht die günstigsten nnd für die Einbürgerung Fremder nicht die einladendsten sind. Nicht jedem sterblichen Bewohner Lai-bach« steht ein Uebermaß von Zeit zu Gebot, um daS Freibad im weitentlegenen Stadtwalde aufzusuchen. Nicht Schwimmlundigen mag das öffentliche Freibad immerhin Erfrischung gewähren, jedoch Schwimmer, welche in remem und tiefem Wasser sich zu bewegen wünschen, finden in Laibach lmie Befriedigung. Es dürfte zu den Pflichten der Vertretung einer Landcshauptstadt gehören, für die Errichtung einer ständigen Flußbadeanstalt, die in sanitärer Vr-;iehnng dringend nothwendig ist, zu sorgen. Die Jahreszeit ist bereit« starl vorgerückt, die Hitze nimmt den Charakter der Uner« träglichleit an, — die Frage der Errichtung einer Kallwafser« badcanstalt in Laibach läßt sich von der Tagesordnung des GemeinderatheS nicht länger absetzen, sie ist eine brennende! -Die Bewohner am Rann, Ialobsftlatz, in der «ralau» und Tlrnauvorstlldt führen Beschwerde, daß die in Laibach bestehenden Institute der Dienstmä nuer, C o mm i ssi o n ä r e und Comfortablelutscher ihnen gar nicht zu Diensten stehen, gar feinen Vortheil gewähren, denn es seien in den genannten Stadltheilen uud Vorstädten weder Dieustmänner, Commissionäre, noch Kmscher postiert. Vielleicht finden die Leiter dieser Anstalten sich bestimmt, auch den Anforderungen der dortigen Einwohner» schaft Rechnung zu tragen. — Aus vertrauenswürdiger Hand erhallen wir Nachricht, daß in den Bahnstationen Klagensurt uud Villach Ochsens« n dun gen nach Trieft und Fiumc aufgegeben werden, diesen lebenden Frachtstücken weder ein Begleiter bei-gestellt, noch Futter und Tran! verabreicht wird; daß diese znr Schlachtung bestimmten Thiere in vielen Fällen durch zwei bis drei Tage und Nächte das Nothwendigste entbehren müssen und ganz abgemagert in ihrem Bestimmungsorte einlangen. Ein der« artiger Transport ist mehr als Thielquälerei! Wir zweifeln nicht, daß die betreffenden Stationschcfs die Viehuersenduug ohne Be» gleiler in Fällen, wo das Thier durch mehrere Tage der Hungers- und Wassernolh preisgegeben würde, ablehnen werden. — Vor einigen Tagen verfolgten mehrere Naucrnbursche» im Jagdgebiete des Freiherr» v. Lazzarini eine junge Rehgai« und hetzten daS arme Thier derart, daß es, dem Triebe der Selbsterhaltung folgend, in die Save sprang und nach Vizmarje hiullbcrschwamm. Ein Mllhllnecht bemerkte daS Reh und fing es ein. Herr August Gätzl, Pächter der Jagd in St. Veit, erhielt hievon Kunde, fand das Reh am 9. d. im Hause eines Mühlbtsihers vor, verlangte den Besitz desselben und gab dem Thiere sofort die Freiheit. Als Herr Gühl die Rückfahrt nach Laibach antrat, begegnete er einem Kohlenbauer, auf dessen Wagen sich ein einem laibacher Iagbgaste gehöriger bekannter, vor geraumer Zeit abhanden ge-lommener Jagdhund befand. Herr Gohl nahm auch diesen Jagd» Hund in Empfang und überbrachte denselben seinem rechtmäßigen Eigenthümer. Aus beiden Thatsache.« ist zu entnehmen, daß der Begriff über Eigcnthumsrecht unserer bäuerlichen Vcvöllcruug noch nicht vollkommen klar zu sein scheint. -- (Wiener C o m m unal l ose.) Angesichts der stetig zunehmenden Beliebtheit dieser Lose hat das W ech s lerg esch ll ft der Administration d?S Merkur einen größern Posten Übernommen und offeriert dieselben dem Publicum znm Anlaufe gegeu Ratenzahlungen. Die Bedingungen, welche dies? Firma stellt, sind geeignet, die Aufmerksamkeit der betreffenden Kreise auf sich zu ziehen, da sie durch ihre Billigkeit eine vollständige Reform des Ratenwesen« anbahnen, dl.mil ist der Weg bcschrittcn, welcher wieder zu einer Reorganisation dieses Geschäftszweiges führen kann. Anerkennung verdient auch die Thalsache, daß znm Objecte dieser Reform gerade die Lose der Stadt Wien gewählt wurden. Laut einer in unserem heutige» Nlat'e erschieneuen Annonce sind die Originallose der 268sten von der Regierung garantierten Hamburger Geldlotterie durch daS Bankhaus A. Gold farb in Hamburg zu beziehen. Höchst beachtenswerth für alle Diejenigen, welche geneigt sind, auf eine solide und Erfolg versprechende Welse dem Glücke die Hand zn dielen, ist die im heutigen Blatte erschienene Annonce des Hauses «»««»> «l»n»H»«N5. Wichtig für Viele! In allen Branchen, insbesondere aber bei Vczug der M mein beliebten Originallose rechtfertigt sich °as f""° H einerseits durch anerkannte Solidität der Firma, audcrmw den sich hieraus ergebenden enormen Absatz. , ^ Von ganz besonderem Glücke begünstigt und dura) ^ Pünktlichkeit und Rcellität bekannt, wird o,e Firma A ° ° ^ Haas Macanec einen von 10 Abgeordneten untersM Dringlichkeitsantrag wegen Erlaß einer Adresse an ^ Kaiser ein, worin der Landtag um Veranlassung Mllitärgrenzverlretung im kroatischen Landtage und "> Lösung der dalmatiner Frage bitlet. Diese Antrag w" einer aä lioo zu ernennenden Commission übergeben» Agram. 9. Juni. (LandlaaSfitzung.) Der W>" lheilt mit, daß die Wahlno^lle die AUerlMfic 6° tion nicht erhallen habe, sondern zur ncucllichcl' Handlung gewiesen wurde. Kululic und Gcüosseu gen einen Gesetzentwurf über das Disciplinary" ,. Advocate« ein. Hierauf wild der Bericht dls v"^ auSschusseS über die Schlußrechnungen ftro ^^ ',«Hit cher der Regierung für Uebe» schreiluug deS Budg"" Iudemnität eltheilt, gemhmigt. ^ Berlin, 9. Juni. Die ..Prooinzial^olM^ dlnz" hält den Schluß der Laodta^Sscssioli in dtt Hälfte dcr nächsten Woche für wahlscheinlich. ^ München, 9. Juni. Der ..Gallisches" , erfährt, daß die Urwahlen für die Abgeo'dmlen"" j auf den 15. Juli, die Wahlen der M'gcordtM" den 24. Juli d. I. festg.schl sind. Telegraphischer Wechselkurs vom 10. Juni. 1««M Papier - Rente 70 25. — Silber - Hmte 74 50. ^ ^ staals-Nnlehen 112 25. — Vanl-Actim 905, ^ .»-Vf 231-25 - London 111-65, — Silber 102 40, K l> ^ h^ caten 5 26'/,. — NapoleonSd'or 889'/,. — 100 ReichsM»" Wien. 10. Juni. 2',, Uhr nachmittags. (SW^ Credilactien 231 25, 1«60er Lose 112-25, 1«>° s«^ Reisend?; Lamprecht, ilfm, Wien. — Goldbergcr, V' — «aron Hanser, Tricst. — Pucnil, Krainburg- ^ Kaufmann. M»' Hotel Vlefant. Urbanlii, Veldes. — Schlesing", ^ Majrr. ssiume. ^üs!^^^ Hotel Vuropa. Schanmburg, l. l. Oberbanrath, jUW^^ Meteorologische Beobachtungen in^aib^ 6 U. Mg. 735 «g ^15.o windstill AA 0« 10 2 „ »t. 733.8» -l-27.« SW. heftig h< " . 10 „Ab 734.« ^.20.« windstill ^1°""' ? Morgen« Nebel, <°«« 20«", um 2 5" Ober dem " ,he^> Nerantworllicher Nrdacleur : Otl ° " °^^--^^^ Nörsenbe^l^t ^^. ^ v^ ^ ^" l"'"." ' u '" u " ^^^^. «»'-^ > «,„.. <.....A° N «r.«.»nl,°„........2:?2«?° H« c»!»rr, Nordwchi.hn____,N II"«'" e«l..Mr„r......^ ,"" '^I 3«n»..>' < — — '°" '«l» 5,"»"°7^"'.""»".....223- «««!«> «,,d°,I»-B»hn , ,.....,i,»üh >»!,?ö E!»°'»t»h?, , , . , ' V" ,,',1 ".'" :^.' ,^ - ,^ .^.' - .^ Zy ^ «7.' I.^ ,^ ,^,' - ,^ 57° ^1 ^ I,^ ^,1 ;^ «..«»:!! ,^ ,^.' ^"" Z « I860........112 25 112 50 Natlonalbanl.......Vßh. 967- Uliaarische Ostbahn kl- 51KN "l^ny« . . ^?M ^ I860 zu 100 si. ... 116 50 117- Oesterr. Vankgesellschaft . . . 1?5- 176- Tramway-Wch . ' ' .__ ".^ Prl-atloft. ^7.^'^« » 1864........134 50 134 75 Unionbanl ...... ic>6 20 106 40 v ' '°>...... 2^i>z,....... ' ' )i< ^" « DomUnen-Pfandbriefe .... 127— 12750 Vereinsbanl........Ill. ^25 Vaugcsellschaltcn. Rud°lfe-L. ...--' .zW V.««.»,°,.,.h.nd «,r,.hr«b°,„ .......««.. »z°« ,»,, „,„ «. „„^,. , „,„ ,^ «.«1"^ ,«'« M ««b.».«.«.n ,.'f'^ , , 7»25 7»7. «...,.', P!»«».r,.!., V,!r ^ ! ' ^ ^ >>'ß '!'-> »°°<,U'«<»u,i «K«r........3 A. 27N°"^zü! ^! ,'^I'^:«, n^:a,!',',',', -, 'A? 7^ ^«b5,'," '"^ >/s >