Nr. 206. Dienstag, 9. September 1913. 132. IMgang. Zeitung VrL»«««»«««»»p«i«: Mit Pllstvcijsndnnn: «axzjähria 3" X, halbjährig ,b X, Im Kontor: ganzjühri» L2K, Halbj2l,r,a it X, Furdic «„stellun,, ins Hau« ßanzjäbrig L«. - Kns»vtl«,»««biU,»: ssür Neinr Inserate b,« ,,, v,er Zeilen »ft k, größere per geile t« I>! bei öftere,, llL.rderdlXunge,, ver .^eile 8 k. Die »Laibacher ^eitunn» erlchciüt täglich, mi! Nutnavme der Sonn- unr> ^rierlage. I c ^vlutniftratt«« befindet sich Mil!l,»<ös«illfls Nr l«: d«e ßlevnktt»» Villoiiöstrllße Nr, 1«, TprechNunden der Neballion t>o„ « b<« ll» Ubl normittllst«. Unfranlierre Briefe werben nicht angenommen, Mamiltriple nicht zurückgestellt. Tel»ph«n U». der Mtdaktt»» 32. Amtlicher Geil. T)en 5. September 1^13 wurde in der Hof« und Staats« druclerei das 1.XVII1. Stück des Ncichsgesetzblattes in deutscher Ausssllbc ausgegeben und versendet. Den 5». September 1913 wurde in der Hof» und Staats» druckerei das XI.VI. Stück der kroatischen und das 1^1. Stück der ruthenischen Ausgabe des Neichsgcschbiattes des Jahrganges 1iN3 ausgegeben nnd versendet. Nach dem Amtsblatte zur «Wiener Zeitung» vom 5. Sep. tember lUI3 (Nr. 206) wurde die Wcitcrverbreituug folgender Prcßlrzeugnifse verboten: Nr. N3 «I^H ('06», (lel Diavo!« 6i ^rio»te» vom 30. Au» gust 1913. Nr. 17.017 «II 8oec>1o» vom 26. August 1913. Nr. 237 «I^H Iribuu».. vom 26. August 1913. Nr. 14 «Nov? poötovui ab-or» vom 30. August 1913. Nr. 3b «IHnuiwr» vom 31. August 1913. Nr. 8«3 «lllVlUlck» liw^» vom 23. August 1913. MchtccmMcher Geil. Die Politik Englands. Das „Frcmdenblart" schreibt: I» Montreal hat der Lordgroßkanzlcr von England Viscount Haldane vor einer cms zahlreichen hervorragenden Rcchisaclehrtcn der Vcreiniglcn Staaten lind Kanades bestehende!! Versamm. lung eine Rede gehalten, die berechtigtes Aufsehen er regte und nach einer Erklärung des Obmmmcs der zum Empfange Haldmies gebildeten Abordnung doppelte Beachtung verdient. Der erwähnte Obmann teilt nämlich mit, Viscount Haldane habe ihn ermächtigt, festzustellen, daß die Rede des Lordgroßlanzlers eine offizielle Kundgebung der englischen Politik an die Welt bedeute, von Staatssekretär Grey ncprüfl „nd Wort für Wort mit der anitlichen Billigung versehen worden sei. Die Äußcrun-gen Haldanes, die an sich sehr interessant waren, gewin »en demnach an Wert, da man einer Art Programm der englischen Regierung gegeuübersteht, einem Programm, das sowohl nach seinem Inhalte als nach der Person dessen, der es entwickelt hat, nicht zur Kategorie der all' täglichen Enunziationcn zählt. Auch die Form der Rede Haldanes und die ausdrückliche Ermächtigung für den Dbniann des Empsangslomilccs, den offiziellen Eharal-lcr dieser Rede zu konstatieren, gehören nicht zu den gc-wohnlichen Erscheinungen unserer Gegenwartspolitik. Vc sonders bemerkenswert ist es, daß das englische Pro^ granun gcradc im jetzigen Zcitpunltc nnd gerade nach den jüngsten Bnltancrcigüisscn, die mehr denn je die rauhe Wirklichkeit, die nüchterne Prosa der Tatsachen sprechen lichen, in so ausgeprägter Weise ein stärkeres Maß von Idealismus im Weltverkehr fordert. In Hinkunft foll auch in den internationalen Wechselbeziehungen der Völker die Maxime gelten, die einer der deutschen Dichterfürsten für das Leben des Einzelnen aufgestellt hat: „Aus dem Leben heraus sind der Wege zwei dir geöffnet. Zum Ideale führt einer, der andere zum Tode!" Viscount Haldane führte in seiner Ansprache auo. man habe Grund zu der Annahme, daß es nicht allein für die Mcnfchcn, sondern auch für die Völker angebracht sei, sich weniger vo» egoistischen Motiven leiten zu lassen. Jedenfalls mache sich die Neigung bemerkbar, in den internationalen Beziehungen mehr Idealismus anzustreben. Dieser Geist möge sich zu einer vollen internationalen Sittlichkeit ausgestalten, wie sie sich selbst zwischen nur lose miteinander verbundenen Völkern entfalten könne und eine Sanktion zu internationaler Verpflichtung verheiße. Zu Zeiten verleihe ein gcmeinfames Interesse verschiedener Nationen ihren Gedanken und Taten einen sozialen Charakter, woraus zwischen diesen Nationen ein freundschaftliches Verhältnis entstehe, das sich in seiner Vollendung bis zu einem formellen Vertrage ausbaue. Aber auch dort, wo es zu keinem solche» Vertrage komme wie z, V. bei den Beziehungen .zwischen Frankreich nnd England — übe der soziale Eharaklcr acmemsamcr Gedanken und Taten seine wohltuende Wirkung aus. England und Frankreich hätten nichts anderes vereinbart als einige Punkte zur Schlichtung alter Streitigkeiten über bestimmte Gegenstände, die mit einem Kriege in keinem Zusammenhange stünden. Trotzdem sei seit dieser Vereinbarung, die doch an sich gar leine einschneidende Wichtigkeit für das englisch-französische Verhältnis besitze, eine »cnc Ära, die zwar noch jung sei, von der man jedoch hoffen dürfe, daß sie vorwärts schreiten und eine weitere Ausgcstalwng erfahren werde. Zum Schlüsse seiner Darlegungen beschäftigte sich der Lordgroßlanzler mit den letzten Geschehnissen am Balkan. Viscount Haldanc erklärte, der Weg, auf dem sich die Großmächte gefunden hätten, um den Frieden von Europa aufrecht zu erhalten, die Zufammcnarbeit der Großmächte, als ob sie zu einer Gemeinsamkeit an-cinandcrgeschlosscn wäre», seien Beweise für die ethischen Möglichkeiten des „Gruftpensystems", das unzweifelhaft aus ein ernsthaftes Studium der Staatsmänner wie der Gelehrten Anspruch erheben dürsc. Die interessanten Ausführungen des Lordgrotzlanzlers wurden mit Icbhaf-icm Beifall aufgenommen und bilden nunmehr das Thema eingehender vielseitiger Diskussionen. Politische Uebersicht. L a i b a ch, 6. Tcptembei. Von serbischer Seite erfährt die „Neue Fr. Presse": Ministerpräsident Pa i< dürfte bis Mitte September oder spätestens bis zum 20. d. M. in Maricnbad bleiben. Dann gedenkt er sick nach Biarritz zu begeben, um dort seine Familie abzuholen. Bei seiner Rückkehr nach Belgrad wird er einige Tage in Wien zubringen und voraussichtlich mit dem Grafen Nerchtold eine eingehende Aussprache haben. Eine Demission Pa^i»'' wird nicht erfolgen. Nach seiner Rückkehr aus Bukarest hatte er diese zwar angeboten, um sich seinen Privatangelegenheiten widmen zu können, aber weder der König noch seine Partei wollten seine Entlassung zugeben. Sei-bicn braucht jetzt notwendig eine Ordnung seiner Finanzen und dürfte demnächst eine Anleihe von 15,l) Millionen Franke» abschließen. Aus dem Haag, 5. September, wird gemeldet: In der Schlußsitzung der intcsparlnmentnrischcn Konferenz wurde eine Resolution angenommen, die em Znsammen-arbeiten der interparlamentarischen Union mit jenen Vereinigungen befürwortet, die sich die Ausdehnung des internationalen Rechtes und die Förderung guter Beziehungen zwischen den Nationen zum Ziele gesetz» haben. Mer Vorschlag des Präsidenten Lord Weardale werden sich die österreichische und die rumänische Gruppe den offiziellen Schritten des Exekutivkomitees anschließen, um die italienische Gruppe zum Wiedereintritt in die Kommission zu bewegen. Dann nahm die Konferenz die Resolution Roslowsli (Osterreich) und Lahovari (Rumänien) an, wonach die Regierungen aufgefordert werden sollen, auf die Tagesordnung der dritten Friedenskonferenz die Frage zu fetzen, wie man am besten den Verletzungen des Völkerrechtes — wie sie im letzten Kriege vorgekommen seien — vorbeugen könne. — Die nächste Konferenz wird in Stockholm abgehalten werden. An Stelle der ausscheidenden Mitglieder Dcsdournelle und Lord Weardalc wurden Houzeal, Delaheir (B,, Halifax an und fuhr von dort auf einem große» Scgclsiylfs nack Australien ab. Aber der Weg von Halifax nach Australien ist weit und die See .!>< unsicheres Element. Irgendwo, es ist gleichgültig, an welcher Stelle, erhob sich ein heftiger Sturm, das Schiff gi»g unter, und alle Passagiere mußten sich in drei Rettungsboote flüchten. Eins fchlug sofort um und alle seine Insassen ertranken. Das andere wurde fortgeschwemmt und >rxn bald gänzlich vcrschwnn den. In Wiltons Boot befanden sich der Kapitän, vier Matrosen, ein Schiffsjunge nnd er selbst. Wochenlang trieben sie umher. Nach und nach gingen alle Insassen zugrunde, nur Wilton blieb am Leben, erblickte eines Morgens zu seiner höchsten Freude La»d und stieß zwei Stunde» später mit sei »cm Boot an ein Stückchen Küste, das die Form eines Neumondes haN»- "»k »im !>,'> ^ms,r einer Meile war. Gegen Ende der vierten Woche >vmc>c n lw>, r,,ir,n vorübersahrenden Dampfer aufgclefen. Er hatte während dicfcr langen Zeit von Muscheltieren nnd ab und zu von Vögeln gelebt, die er tötete, indem er einen schweren Knüppel in einen Schwärm hincinschleudcrte. Die Männer, welche ihn in einem kleinen Boot nach dem Dampfer brachte», waren Franzose», und Wilton konnte sich mit ihnen nicht verständigen; aber an Nord angekommen, sprach ihn der Kapitän in leiblichem Englisch an. „Mein Name ist Stackpolc," saglc Wilton. „Jonas Stackpole". Sobald der Kapitän ihn anblickte, bekam es Wilton mit der Angst, daß er als ourchgcbrannter Kassier erkannt werden könne. Diese Furcht war aber gänzlich grundlos. Als er in des Kapitäns Kajüte eintrat und seine ganze Figur in seinem großen Spiegel erblickte, lachte er laut auf. Wilton war verwandelt, er war ein anderer Man». Wilton, dec fette Wilton, war verschwunden und an feinem Platze stand ein anderer Mann, dessen Gesicht mit einem struppigen Bart bedeckt, und der dünn, ja tatsächlich dünn, fast abgemagert war. „Ich werde meinen Bart zustutzen," murmelte er, „und nach den Vereinigten Staaten zurückkehren ober hiügchc», wohin es illir beliebt, Niemand wird mich jetzt erkennen." lSchluß jolgl.) Laibacher Zeitung Nr. 206. 1882 9. September 1913. nehmen. Frankreich, meint das Blatt, würde geneigt >em, Bulgarien eine Anleihe von ungefähr 200 Millionen Franken zu bewilligen, jedoch wären von diesem Betrage die Bulgarien bereits geliehenen 80 bis 100 Millionen Franken in Abzug zu dringen. Doch seien die franzoN' schen Finanzleute entschlossen, weder Bulgarien noch der Türkei Mittel zu liefern, welche geeignet wären, die gegenwärtig schwebenden Verhandlungen in die Länge zu ziehen. Aus Rom wird gemeldet: In hiesigen politischen Kreisen wird erklärt, über den Gegenbesuch des Mar-chese di San Wiuliano beim Grafen Berchtold stehe nur soviel fest, daß er stattfinden wird. Weder über den Zeitpunkt noch über den Ort der Zusammenkunft sei jedoch bisher Näheres verewbart worden. Es wird hier darauf hingewiesen, daß von vornherein als frühester Termin des Gegenbesuches der Spätherbst dieses Jahres in Aussicht genommen war und eine Zusammenkunft im Monat September nie in Frage stand. Der Stapellauf der drei neuen Schwarze Mcer-Drealmuufthto, der unter besonderen Feierlichkeiten vor sich gehen soll, ist nunmehr festgesetzt. Der erste Dread-nought wird in der letzten Oktoberwochc den Stapel verlassen, die beiden anderen drei Wochen später. Bei dem Stapellauf des ersten Schiffes wird der Zar anwesend sein. Gleichzeitig wird der Stapellauf von acht kleinen Kreuzern, Torpedos und Unterseebooten stattfinden. Aus Washington wird berichtet: Das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Schweden, Norwegen, Dänemark, Belgien und die Niederlande haben gegen die Klausel im neuen Zolltarife Protest eingelegt, die eine fünffterzenligc Herabsetzung des Zolles auf solche Waren gewährt, die von amerikanischen Schiffen eingeführt werden. Die Mächte weisen darauf hin, daß eine solche Bestimmung die bestehenden Verträge verletzt. Tllgcsncmgkitcn. - ^Die Opfer des Vlweo.) In einem interessanten Aufsähe eines Pariser Blattes beschäftigt sich Camille Fla.nmarion mit den Verwüstungen, die der Blitz in den Sommermonaten anrichtet und mit der Zahl der Menschenopfer, die er fordert. Dabei stellt der Gelehrte eine Statistik auf, die erkennen läßt, daß die Anzahl der durch ocrl Blitz hervorgerufenen Todesfälle auch im Verhältnis z„r Bevölterungszahl in den verschiedenen Ländern Europas und Amerikas sehr große Schwankungen ausweist. In Preußen entfallen beispielsweise auf eine Million Einwohner 4,4 Todesfälle durch Blitz, in England dagegen nur 0,36, dort beläuft sich die Duchschnittszahl der jährlich nom Blitz getroffenen Personen in der Tat nur auf 12.4. In Frankreich ergeben sich auf eine Million Einwohner jährlich drei Todesfälle durch Blitzschlag, in Schweden ebenso viele, in Belgien zwei. in den Vereinigten Staaten jedoch zehn. Interessant ist in dieser Beziehung die Tatsache, daß dieselbe Ziffer, zehn auf eine Million, auch in der Stciermark und in Krain erreicht wird, während Ungarn untcr den europäischen Ländern — soweit statistische Berechnungen durch zuverlässiges Material möglich sind — die Höchstziffer erreicht: 16 Todesfälle auf eine Million Einwohner. In Amerika beziffert man die Zahl der durch den Blitz hervorgerufenen Todesfälle auf durchschnittlich 700 bis 800 im Jahre. Diese verhältnismäßig hohe Ziffer erklärt sich durch die häufigen Gewitterstünne in Nordamerika, wobei besonders zur Erntezeit unter den im Freien von Gewitter» stürmen überraschten Landarbeitern viele Opfer gefordert werden. Besonders furchtbar werden die Wirkungen des Blitzes, wenn er in eng eingepferchte Viehherden einschlägt, wie überhaupt die Zusammcndrängung vieler Lebewesen auf freier Ebene den Blitz anzulocken scheint. Erst im Juni dieses Jahres fielen so in der Nähe von Arue mehr als 140 Schafe einer Herde einem einzigen Blitzschlage zum Opfer. Und vor Jahren ereignete sich ein Fall, in dem der Blitz in eine über 2000 Köpfe zählende Hammelherde einschlug, 1200 der Tiere zu Boden warf und in Sekundenschnelle 5)56 tötete. — (Champassnerinjeltionen.) Aus Paris wird geschrieben: Gin amerikanischer Chirurg, Dr. I. O. Conor vom British Hospital in Nuenos-Aires, kam auf den Gedanken, bei Erschöpfungszuständen nach größeren Operationen unter die Haut des Patienten Champagncrinjek-t'onen vorzunehmen. Champagner hatte sich bereits in solchen Fällen, auch wenn er nur in kleinen Mengen durch den Mund eingeführt worden war, sehr gut bewährt, um den durch den Chloroformgeruch hervorgerufenen Brechreiz zu bekämpfen und die Blutzirkulation anzuregen. Dr. Conor versichert nun, daß die Wirkungen des Chan^ vacmcro viel größer und rascher wären, wenn der Champagner in Form von Injektionen unler die Haut wie ein Serum eingeführt würde. Die Wirkung stellt sich sofort ein. Der Kranke erholt sich, der kalte Schweiß uerschwin dct, der Puls wird wieder regelmäßig und die Betäubung des Kranken weicht. Nach seinen Erfahrungen hält Dr. Conor die Erfolge seiner Methode für weitaus besser als die, die mit Kampfer, Strychnin, Rthcr usw. zu cl-zielen said. Bei den Ermallungszuständcn, die z. A. die Lungenentzündung begleiten, glaubt er mit keinem anderen Mittel eine bessere Wirkung erreichen zu können. Er schreibt leine bestimmte Märte vor, und in diesem Punkte wird daher dem Geschmacke der Kranke» voller Spielraum gelassen. — ^Täglich 5ll.0W Baumstämme) für seine Zeitungen verbraucht der „Napoleon des Journalismus", der englische Lord Northcliffe, der etwas über 60 Zeitungen besitzt oder mitbesitzt. Die Notwendigkeit, tagtäglich nahezu einen ganzen Wald für seine Zeitungen zu opfern, hat Lord Northcliffe gezwungen, den Anlauf des Holzes in Skandinavien aufzugeben, da trotz des Ncn-derreichtums dieser Halbinsel das Holz immer mehr im Preise stieg. Es wurde in Neufundland von einer eng-lisch-neufundländischen Gesellschaft, an deren Spitze Lord Northclisfc stand, in einem Waldgcbict von 5500 Quadratkilometern eine gewaltige Zentrale errichtet, von der aus die Ausschlachtunn der ungeheuren Wälder und die Verarbeitung zu Papicrrohstoff geleitet wurde. Ein Fluß wurde aufgeftaut. Er liefert durch zwei mächtige Stahlröhren von 712 Meter Länge und fünf Metern Durchmesser die nötige Energie für dle zahlreichen Kraft-und Lichtanlagen. Heute bildet die Paftierstadt bereits einen Ort von A000 Einwohnern, die sämtlich im Dienste der wälderfressenden Holzzentrale stehen. Sie hat fünf Kirchen, zwei Schulen, Hospital, Rathaus, Theater Hotel, Klubhaus usw. und ist durch eine eigene Eisen-bahn mit dem Hafen verbundeil. Die Holzfäller fällen die Bäume regionenweise; an Stelle eines jeden umgeschla gcnen Baumes nmß sosort ein junger Baum gepflanzt werden. Alle Bäume werden sofort zu Wasser geschafft, in den nächsten Fluß oder See, um dann die 100 Kilometer weite Reise anzutreten. Eine Mannschaft von 20 bis 25 Personen treibt sie durch das gewundene schwierige Flußbett wie eine Hammelherbe hinab zur Paftierstadt. Etwa vier Kilometer vor der Stadt werden die Stämme in dem natürlichen Staubecken von Rushy Pond gesammelt. Sie lagern hier zu Millionen, von schweren Ketten am Wcitersträmen gehindert. Wenn sie an der Reihe sind, werden sie zu Tausenden hindurchgelassen und treiben einer ganzen Plantage von Kreissägen zu, die sie in Stücke schneiden. Die schlechten Stücke kommen ins Feuer, die guten in die Stampfmühlcn, wo sie zu Holzbrci zermalmt werden. Der Rohstoff kommt dann nach Gravefcnd in England, wo wöchentlich 1000 Ton nen Papier hergestellt werden, dic für die wöchentlich in einer Anzahl von 27) Millionen Stück erscheinenden Zeitungen des Lord Northcliffc gerade hinreichen. — iSchlch der Weintrauben durch Papierhiillcn.) Von einem neuen und dabei sehr einfachen Mittel, wie man Trauben vor Verheerungen durch den Sauerwurm bewahren kann, wird aus den Weinbergen bei Rüdes heim am Rhein berichtet. Es handelt sich einfach um leichte Papierhüllen, mit denen die Trauben umgeben werde». Mehrere Wcinbergsbesitzer haben dieses Mittel versucht und stellten übereinstimmend elnen guten Erfolss fest. In einem Weinberg in der Lage „Eiscnenger", wo man vor fünf Wochen Papierhüllen angebracht hatte, wurden diese jetzt entfernt. Dabei zeigte sich, daß an dc» auf diese Art geschützten Trauben ein Wurmfraß nicht zu bemerken war. Auch im Wachstum waren die Beeren durch die Umhüllung nicht beeinträchtigt worden. Soll ten Versuche, auf größerer Fläche durchgeführt, ei» eben so günstiges Ergebnis zeitigen, so hätte man hier offen' bar ein gutes Hilfsmittel im Kampf gegen die Ncbschät»-linge. — lEine Ricscnlartc von London.» Man schrcibi aus London: Seit !5 Jahren arbeitet man an der Vollendung der Riescntartc von London, deren Herstellung der Grafschaftsrat angeordnet hat, um die Eigentums-grenzen auf dem Gebiet der Stadt London, das ll5 englische Quainarmeilen umfaßt, genau festzukeilen. Diese Karte ist jetzt nahezu vollendet; die Arbeit daran hat bisher .W0.000 /v gekostet. Sie ist in Abteilungen hergestellt worden, und zwar im Maßstab von l'^ Meter auf die Meile. Zusammengesetzt und aufgespannt wird die Karte im ganzen 18:26 Meter messen. Sie kommt nicht in den Handel, wohl aber werden von den 20 Sektionen der Karte, die den 20 Ortstcilcn von London entsprechen, Abzüge gemacht und den Behörden jeden Ortsteiles wirb der betreffende Abschnitt der Karle zur Verfügung gestellt werden, so daß sie das ihrer Verwal tuncz unterstellte Gebiet darauf jederzeit vor Augen haben. — (Iuwelendieliin und Märtyrerin.) Eine wahr haft erstaunliche Leistungsfähigkeit im Ertragen selbst zugefügter Schmerzen hat jüngst eine Frau bewiesen, die Irrungen. Bon O». HV. Appleton. Autorisierte Übersetzung. ^iachdruil «riwlen ) (25. Fortsetzung.) „Nein, und ich habe auch incht oanach gefragt. Wirklich. Herr Beale, bei Ihrer ausgedehnten Weltkenntnis finde ich's merkwürdig, daß Sie solche Fragen an mich stellen. Das ist ganz richtig; aber ich entnehme aus Ihren Angaben, daß Sie das Geld a» jenem Nachmittag sehr dringend nötia hatte. Allerdings, den Eindruck hatte ich auch. Und die Annahme eines Wechsels lehnt-, sie ab? Jawohl. Wechseln kann man natürlich leichter auf die Spur kommen. Ganz gewiß. Und aus diesem Umstände schließen Sie, daß ich nicht wissen sollte, was sie mit den zwanzig Pfund machen wollte. So ungefähr. Vielleicht — es ist natürlich eine bloße Vermutung — wenn Sie zufällig das bare Geld an jenem Tage bei der Hand gehabt hätten, wäre sie heute noch am Leben. Herr Maybrick betrachtete den Inspektor mit halb zugekniffenen Augen. Dann nehmen Sie also an, sagte er nach einem Moment der Überlegung, dah der Sache Erpressung zugrunde liegt? Das glaube ich, und darüber möchte ich Gewißheit erlangen. Deshalb wollte ich über das Vorleben der Dame Auskunft haben. Sie, Herr Mahbrick, sind sicher in dc». Lage, mir diese Auskunft zu geben. Augenblicklich tappe ich vollkommen, im Dunkeln. Ich bin zu der Annahme aclangt, daß sie mit ihrer Mutter nicht gerade auf dem besten Fuß gestanden, daß sie deshalb allein in London gewohnt hat; vielleicht, daß ihre Schönheit zu viel Auf- merksamkeit erregte; denn ihr Bild ist von mehr als einem Künstler gemalt worden. Weiter reicht meine Kenntnis nicht; können Sie nun irgendwie bereichern? Icli bin überzeugt, daß Sie mir jeden möglichen Beistand gewähren, um den Mörder eines so lieblichen We^ sens ausfindig zu machen und zur Strafe zu ziehe». Sicherlich, Herr Beale. Daran brauchen Sie leinen Moment zu zweifeln, antwortete Herr Mahbrick und zeigte eine gewisse Wärme in seine», Venchmen. Doch fürchte ich, daß ich Ihnen nur sehr wenig helfen kann. Nach General Elliots Tode bemerkte ich, daß zwischen Mutter und Tochter eine Spannung entstand. Nach deren Grund habe ich nie gefragt, und die beiden haben ihn mir auch niemals angegeben. Frau Doyle war uon sehr heftiger, um nicht zu sagen wilder Gcmütsanlage, und die Mutter war wieder eine strenge, kalte Natur. Ihr Gesicht gibt das schon zu erkennen, und ich glaube, ja, ich weiß, daß der arme General viel darunter zu leiden hatte. Also, nach seinem Tode gerieten Muller und Tochter in Streit, und diese ging, weil sie in pekuniärer Hinsicht unabhängig war, nach London, mietete ein Atelier in Chelsea und wurde Malerin. Sie erlangte jedoch keinen besonderen Ruf als Künstlerin; da sie aber in diesen Kreisen verkehrte, so wurde ihre wunderbare Vchönhci! bald Stadtgespräch, in einer Saison wurden drei Bilder von ihr in der Akademie ausgestellt, und ohne ihr Zutun wurde sie plötzlich eine Londoner Berühmtheit. Während dieser Zeit — es waren ungefähr zwei Jahre ~ habe ich sie nur sehr selten gesehen. Ich hörte jedoch, daß sie viele Heiratsanrräge bekommen hätte, die sie aber alle ablehnte, bis Philipp Doyle auf der Bildflächc erschien. Ich war bei ihrer Hochzeit zugegen, die vor etwa drei Monaten stattgefunden hat. Ich habe sie dann erst am Tage ihrer Ermordung wiedergesehen. Das ist die ganze Auskunft, die ich Ihnen geben kann, die Ihnen jedoch leider nicht sehr viel nützen wird. Nein, sagte Beale, aber trotzdem bin ich Ihnen zu Danke verpflichtet. Wo kann ich Frau Elliot treffen? Am „Damm" in Harrow, ungefähr in der Mitte der Harrower Chaussee; Sie können den Zug vo» Euston oder den „Metropolitan" benutzen. Beate stand aus und nah», seinen Hut. Beste» Dank sagte er und reichte dem Anwalt dic Hand, welcher ihm „Viel Erfolg und guten Morgen" wünschte. Auf der Treppe schüttelte der Inspektor den Kopf: Der alte Schlaumeier weiß mehr, als er zugibt. Darauf gehe ich jede Wette ein. Und mit dieser Vermutung hatte er nicht unrecht. Draußen blieb er einen Augenblick stehen, unentschlossen, wo er sich zunächst hinwenden sollte. Von hier aus ist sie nach dem Postamte am Ende der Fetter Lane gegangen, sagte er zu sich selbst; aber, lieber Himmel, was kann meine Anfrage dort nützen, wo Hunderte von Menschn, ein und aus gehe»? Wahr^ scheinlich hat sie nur eine Briefmarke gekauft. Nein, ich will lieber hinauf nach Dirons Atelier fahre» und einmal eine Untersuchung dieses Museums vornehmen. Darauf sprang er in den Wagen und gab dem Kutscher die erforderliche Anweisung. Bei seiner Ankunft schlenderte Thompson gemütlich auf und ab. Was Neues, Thompson? fragte Beale seinen Unter gebenen. Nicht viel, Herr Inspektor. Vor ungefähr einer Stunde bemerkte ich einen Laufburschen, in dein ich nach Ihrer Beschreibung sofort Biddlcs erkannte. Ich folgte ihm nach einer Villa drunten in Park Village und sati ihn dort einen Brief abgeben. Als er herauskam, sagte ich zu ihm: Entschuldigen Sie, junger Mann, wer wohni denn hier? Frau Rhodes, antwortete er. So, sagte ich, ich suche ein Fräulein Perlins. Könnten Sie mir vielleicht mitteilen, wo Fräulein Perlins wohnt? Nein, Herr, erwiderte er, das weiß ich nicht. Danke bestens, sagte ich und ging dann wieder hinter ihm her nach dem Atelier. Seitdem ist er noch nicht wieder herausgekommen. sFortsehuna, folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 206. 1883 9. September 19)3. in Niort, der Hauptstadt des französischen Departements Deux-S<-vrcs, unter dem Verdachte, an einer Reihe von Iuwelendiebstählcn in verschiedenen Prouinzorten Frankreichs beteiligt zu sein, verhaftet wnrdc. Die unter dem Namen Garcia bekannte Schmcrzvcrächterin zerschlug, als sie ihrc polizeiliche Festnahme befürchtete, mit einem Holz schuh derart ihr Gesicht, daß sie sich den Unterliefe ausrenkte und durch die ofscncn Wunden bis zur Unkenntlichkeit entstellt wurde. Diesen Zweck ihrer Selbst-zcrflcischung hatte die Missetäterin erreicht, aber die Polizei wußte auch, ohne die Identität der Frau feststellen zu können, mit wem sie es zu tun hatte. Madame Garcia ist das .Haupt einer gefährlichen Vcrbrechcrbandc, die ihre „Zentrale" in London hat. Die Ausbeute der in französischen Städten verübten Juwclcndicbstählc wurde durch die Garcia nach England geschmuggelt, indem sie Kleinodien und Edelsteine in ganz« Hammels Schweine-und Kalbskeulen versteckte, die sie durch ihre Spießgesellen zum Versand brachte. "- . Oktober !9l2 beteiligt sind, beim Jahres-schluß noch nicht beigelegt war. - Außerdem gelangten zur Kenntnis des Amtes zwei Arbcitcrkonflittc bei zwei Nahnbauuntcrnchmungcn, welche im Mangel an Unterkünfte», bczw i» der durch einen Alkordante» verschulde tc» Verzögerung der Lohnzahlung ihre Ursachen hatten. Im ersten Falle sind die neu angekommenen Arbeiter wieder in ihre Heimat znrückgclchrt, im zweiten hat die Baufirma dic sofortige Auszahlung veranlaßt. Der Verband der österreichischen siidslauischeu Lchrcrvcreinc beging am N. und 7. d. M. die Feier seines 25>jährigc» Bestandes, zu der sich die nalionalfortschrittlichc Lehrerschaft aus Krain nnd dcn benachbarten Kronländcrn, wci-tcrs Vertreter anderer slavischer Lehrerorganisationcn sehr zahlreich cingcfundcn hatten. Am 6. Septembe,. wurde cinc Sitzung des Verwaltungsratcs abgehalten; nachmittags fand im „Mcstni dom" eine Deleyiertenvcr-sammlung statt, die sich mit internen Fragen befaßte und u. a. die bisherige Tätigkeit des Verbandes fowie den Stand der vom Verbände herausgegebenen Zeitschriften in dcn Bereich ihrer Beratungen zog. Samstag abends fand ein Jubiläumslonzcrt statt, dessen Programm nur slavische, darunter l'i slovcnische, l kroatisches u. .'; russische Vortragsstücke für Sologefang, für Männer- und gemischte Ehörc, Violin- und Klavier-ffticl umfaßte und ausschließlich von aktiven Voltsschul-lehlpersoncn, ehemaligen Nolksschullehrträften und deren Familienangehörigen ausgeführt wurdc. Die Sol»-gesangsnummcr» wnrden von der bcstbclanntcn Konzcrt-iäugcrin Frau Mira Costa pcraria-Dcv aus Trieft, das Violinlonzcrt vom Zögling dcr k. l. Akadcinic für bildriidc Kunst u»d Musik in Wien Herrn Ivan Tr o st, das .^lavicrlonzcrt von ocsscn Brndcr, dem Herr» Konzcrtftiaiiistcn und Musillehrcr in ^aidach Anton Trost, bestritten; die (5höre Icitetc der städtische Lchrcr in Laibach Herr Fr. M nrol t. Dcr Zudrang zum Konzerte war so groß, daß sich dcr große Saal als zu klein erwies und viele auf dcn Wandelgänge» des Treppenhauses bleiben mußten. Im ganzen waren an dcn .Kassen über 90N Eintrittskarten gelöst worden. Unter dcn Konzcrttcilnchmcr» bemerkten wir die Herren Bürgermeister Dr. Tav <>a r, Vizebürgermcister Dr. Tri l-l c r, Reichsratsabgcordnelen Dr. Ravnihar, Landes-ausschußbeisitzer Dr. Nova t, mehrere nationalfortschritl-lichc Laudtagsabgcordnclc und Gcmcindcrätc, als Vertreter des floucnischcn Schulvcrcines die Herren Regie-rungsrat Senekovi >' und Notar Hudovernik, ferner die Herren Schuldircltorcn Ä e /. c t und Schrei-n c r, offizielle Vertreter des Nationalfozialen Verbandes ?c. Dir Palme des gelungenen Abc»des trugen Frau Mira Eoslaftciaria-Dcv und Herr Violinvirtuose Ivan Trost davon; sie wurden durch rauschenden Beifall und Hervorrufe, Frau Eostapcraria überdies durch l'Ibcrrcichung ciner Blumcnspende ausgezeichnet. Frau Eostapcraria-D c v sang mit ihrer nngcmci» sympathischen, vorzüglich geschulten Softranstimnic drei Kinder licdcr von Adami«' und Dev, lim durch mustergültigen Vortrag zu zeigen, wie solche Lieder in der Schnlc vorgetragen werden sollen, ferner des jungen kroatischen Komponisten Hatzc „Erotila", Lajovic' „Serenade" und ^ajkovslijs „Es war zu Frühlingsanfang". Sie riß die Zuhörer durch ihren distinguierte Vortrag und nicht in letzter Linie durch die elegante Schönheit ihrcr Erscheinung fort. Herr Ivan'Trosl zeiglc sich durch von feiner Empfindung beseelten Violinvortrag des Wicniawsli-schcn Konzcrtcs in D Moll als cincn ungewöhnlich bc-gabtc» Pirluoscn von hervorragenden technischen Fähigkeiten; er bestach durch die frappierend leichte Behandlung des Instrumentes und fesselte durch die Weichheit und Fülle des Tones. Von «nächtiger Wirkung war Herrn Anton Trosts Klavicrvortrag der orientalischen Phantasie „Islamcy" vom russischen Komponisten Valalircv, worin sich .Herr Anton Trost, dcr auch die gesanglichen und die violinistischcn Solonnmmcrn in diskreter Weise am Klavier begleitete, neuerdings als ein feinsinniger Interpret dcr kompliziertesten Klauicrlompositioncn er wies, weshalb ihm dc»n nnch mit rauschendem Beifall gedankt wurdc. Die Vortrage der vier Männer- und dcr fünf gemischte» Ehörc unter Herrn Marolts Leitung, die sechs slovcnische Volkslieder i» Bearbeitungen von Dev, Hnbad, Marolt und 5,'rovnil, Adami<-' „Dan slo-vansli" und „Moravsla narodna" sowie Iuvancc' „Iz-l,libljcni cvcl", zum Teil in Erstvortrag, umfaßten, waren durchgängig gut, insbcfondcrc wcnn noch in Betracht gc zogcn wird, daß ihncn »nr eine Hauptprobe vorangegan gr» war. Die Znhörcrschaft >var vom z,vcis<ündigc» Ko» zclt hochbcsricdigl und clging sich i>, danlsrendiger A» ri-kr»»u!!g. Smmtag vormittags sand im großen Saale des „Narob», dom" eine Fcstvcrfammlung statt, dic vom Ver> bandspräscs, Herrn städtischen Lehrer Iclenc, mit einer längeren Begrüßungöllnsprachc eröffnet wurde. .Herr Iclcnc verwies zunächst auf die am 2'^, April !8ft9 stattgchabtc gründende Versammlung des Verbandes, der dic früher bestandenen Bezirlslchrcrvcieine in sich vereinigt habc; er gedachte der drei Gründer des Verbandes Kocbcl, Gradi^nil und Ärezovnil, die im Küstenlande an den .Kollege» .Kante und Vogatee kräftige Förderer gefunden häite», und begrüßte sodann der Reihe nach die Herren: Bürgermeister Dr, Tartar, den Vertreter des gcmcindcrätlichcn Klubs der national-fortschrittlichen Partei Vizebüigermeister Dr. Triller, de» Vertreter des Klubs dcr national-fortschrittliche» Landtagsabgcordnc-tcn Landesausschußbeisiher Dr. Novak, den Obmann des Evrill und Methodocreines Rcgierungsrat Tenekovi'-, dcn Vertreter des Sololbcrbandes Pros. Dr. Pipenbacher, die lrainischen Landtagsabgeordneten Vi^nilar und Rib-, nilar sowie den Triester Landtagsabgeordneten Ferluga, dcn Präses der „Matica Slovenska" Prof. Dr. Ile^-, dcn Präses der „Slovensla ^olsla Matica" Direktor Schreiner, weiters die Vertreter der serbischen, böhmischen und kroatischen Lchrervercinigungen, den mittlerweile erschienenen Neichsratsabgeordneten Dr. Ravnihar, den Landtagsabgcordncten Gangl und den Vertreter der national-fortschrittlichen Hochschülcr Strm^el. Sämtliche Begrüßungen wurden von dcn Anwesenden, die den Saal ganz gefüllt hatten, mit großem Beifalle aufgenommen. Schließlich brachte Herr Ielenc auf Seine Majestät den Kaiser als dcn Obersten Förderer und Tchirmer des VolksschulweseiiS ein dreimaliges „Tlava" aus, in welchen Ruf dic Versammlung begeistert einstimmte, und beantragte die Abscndung von Ergcbcnhcitstelegrammen an Scinc Majestät dcn Kaiser sowie an Seine l. und k. Hoheit den durchlauchtigsten Erzherzog Franz Ferdinand. Dieser Antrag fand ebenfalls die freudigste Zustimmung. Die beiden Ergcbcnhcitstclegramme haben in deutscher Übersetzung folgenden Wortlaut! An Seine t. und l. Apostolische Majestät Kaiser Franz Joseph l. in Ischl. Dcr a»i heutigen Tage in La>bach zur Feier seine» 25»jährigc» Bcstaüdes versammelte Verband tnr österreT--chischcn südslavischen Lchrervereine legt im Name» der ganze» in ihm vereinigten Lehrerschaft bor den Thron Eurer Majestät i» der tiefsten Ergcbc»hcit u»d der reinsten Liebe die Ausdrücke dcr unverbrüchlichen Trruc nieder. Wie bisher wird auch i» Hinkunft diese öfterreichi-schc südslavische Lehrerschaft m dcn Herzen der Schuljugend müinc Liebe, Ergebenheit u»d Treue zu Eurer Majestät sowie zu den ruhmreiche» Mitgliedem des erlauchten Hauses Habsdura-Lothringr» wecke» und lräf« tiacn. An Scinc l, und k, Hoheit den durchlauchtigsten Herr» Erzherzog-Thronfolger FranzFerdina n d in Wien. Der heute in Laibach die Feier seines 25jä'hrigen Bestandes begehende Verband der österreichischen süd-slavische» Lehrervcrcmc gestattet sich Eurer k. und l. Hoheit im Namen dcr ganzen in ihm vereinigten Lehrerschaft die Versicherung aufrichtiger Ergebenheit zu übermitteln. Durchdrungen von patriotischen Gefühle», wird diefe österreichische sübslavischc Lehrerschaft nach wie vor i» dr» Herze» dcr Schnljunend die Liebe nnd Treue zu dem erlauchten Herrschcrhausc Habsburg-Lothri'ngen wecken und festigen. Herr Bürgermeister Dr. T a v «'a r beglückwünschte de» Verband zu seinen schönen Erfolge»; Weilers begrüßte er die slavische» Gäste, denen die Stadt Lnibacl) i» slavischer Liebe c»tgcge»gclommr» sei. Er habe sich als Bürgcrmcistcr verpflichtet gefühlt, ihucn zu Ehre» die städtischen Gebäude beflaggen zu lassen, aber schon scie» ihm infolgedessen etliche hämische Zuschriften zugekommen. Weil Laibach die Lehrer stets als die ersten Kulwllllbeitcr angesehen habe, flattere das slovenische Drcifarb auf dem Kastell; es flattere aber auch zum Protest gegen die gegenwärtige prekäre Lage der Lehrerschaft in .Krain wie »icht minder zu Ehren der Eharaktcrfestig leit, die sich die Lehrerschaft trotz der schwierigsten Verhältnisse bewahrt habc. Herr Vizebürgcrmeistcr Dr. Triller sprach im Namen des Klubs der national-fortschrittlichen Gemeinde-rate Laibachs. Dcr im Verbände vereinigte» hclde»müti gen .Kohorte werbe der schließlichc Sieg nicht leicht werden; aber sie kämpfe mit dc» Waffen ihrer festen Überzeugung, und in diesem Zeichen möae ihre Arbeit gesegnet sein. Herr Rcichsratsabgeordnetcr Dr. N a v n ,' h a r lx» tonte, daß die Lehrerschaft im Parlamente aufrichtige Freunde habe. Aber ein Erfolg zugunsten der Lehrer werde angesichts der heutigen verworrenen Verhältnisse erst dann erzielt werden können, wenn der Staat nicht nur der geistige, sondern auch der leibliche Vater der Volksschule sei» werde. Das bisherige Einvernehmen zwischen der fortschrittlichen Lehrerschaft und der national-fortschrittlichen Partei möge ungetrübt erhalten bleibe». Die Lehrerschaft wcrdc im Zeichen der unentwegte» Arbeit siegen. Herr Landcsausschußbeisitzer Dr. Novak sagte, es seien infolge der SpastungSbersuche vom Verbände der fortschrittlichen Lehrerschaft nur faule Äste abgefallen, während dcr Stamm gesnnd geblieben sei. Das Land Krai» sei verpflichtet, für feine Lehrer zu sorgen, und wäre es noch so arm, so müßte es dennoch dieser seiner Verpflichtung nachkommen. Die national fortschrittliche Laibacher Zeitung Nr. 206. 1884 9. September !9I5. Partei habe oft im Landtage ihre Stimme zugunsten de», Lehrerschaft erhoben, dock seien ihrr Vemühungen am Tcrrorismns der herrschenden Partei gescheitert. Indes werde sie uon ihrcn Bemühungen nicht ablassen, um de» Terroriomus zu brechen, und dann wolle sie jederzeit der Tatsache eingedenk sein, daß den national-fortschrittlichen Lehrern unter den charakterfesten Männern einer der ersten Plätze gebühre. Herr Prof. Dr. Pipcnbacher beglückwünsche den Verband namens des Verbandes der slovcni scheu Sokolvereinc; Herr Regierungsrat S e n e t o v i <' ge-dachte der Verdienste der Lehrerschaft um den Eyrill- und Mechodvcrein, Hernach sprachen noch Vertreter der verschiedenen slavischen Lehrerorganisatiuncn, weiters Herr Landtagsabgcordneter Ferluga und Herr Strm-> c k, worauf der Vorsitzende, Herr I c l e n c. nachträglich noch die Herren: Bezirksschulinspektor Kante (Ses-sana), Magistratsrat Lah als Referenten des Laibacher Stadtschulrates, Dr. Mol«' als Präses der „Akademija" begrüßte und schließlich einen von der Delegiertenvcr-sammlung gefaßten Trillgli6)fcilöantrag ^ur Verlesung brachte, der die bekannten Forderungen der Lehrerschaft in betreff der der elften liis achten Rangsllassc eiüsftrc-cvcnden Bezüge und der Förderung dieses Postulates durck die LandcsanZschüsse und die Landesschulrätc so-wic dnrch die Reichsratiabgcordnelcn enthielt. — Der Antrag wurde einhellig angenommen. Sodann hielt Herr Engelbert Gangl die'Festrede. Er verwies auf die anläßlich der 25jährigen Bestandfeier erschienene Denkschrift sowie auf die Festnummcr des „U^iielisli Tovari>", dcrcn umfangreiches Material eine Festrede der Arbeit darstelle, worauf er die Grundideen, von denen sich die national-fortschrittliche Lehrerschaft leiten lasse: dk' Idee der Nationalität, des Fortschrittes und des Demolratismus, zum Gegenstände seiner Ausführungen machte. Die Lehrerschaft müsse nach wie vor die Nationalitätsidee propagieren, die in der Emanzipation des Vollswesens Uon allen übrigen Einflüssen gipfele; wer die Nntionalitätsidcc anders als in fon. scbrittlichem Sinne auslege, der beute sie aus; durch den Demokratismus gelange das Prinzip der Liebe zur Geltung. Die Macht dieses Programmes sei so groß, daß es geistiges Eigentum aller kulturellen Völker bilde. Der jubilierende Verband sei in enge Fühlung mit den sonstigen slavischen Lehrcrorganisationen getreten, weil er die kul-turclle Annäherung der slavischen Völker anstrebe. Daraus entspringe das politische Bewußtsein, das wieder dir materielle Unabhängigkeit jedes Volkes zur Folge habe. Herr Gangl schloß seine Ausführungen mit dem Rufe: „Auf zur Arbeit, durch Arbeit zur Kultur, durch Kultur zur Freiheit!" Weiters referierte Herr Oberlehrer Skala aus Viso^anh-Prag über das Thema „Die staatsbürgerliche Freiheit und die Überzcuaungsfreiheit der Lehrerschaft" und ncllle den Antrag, daß in jedem Kronlandc Fälle von Verletzung dieser zweifachen Freiheit zu sammeln seien, worauf das aufgebrachte Material in der nächsten Hauptversammlung des Verbandes der österreichischen slavischen Lehrervereinc zur Diskussion gelangen soll. Sämtliche Reden fanden reichen Beifall. Herr Ielenc schritt nunmehr zum Schlüsse der Versammlung mit der Mitteilung, daß zahlreiche Vc-grüßungstelegramme eingelaufen seien, die im „M'iteljski Tovari'" veröffentlicht werden sollen, sowie mit Dankes-wortcn an die fortschrittliche Bürgerschaft Laibachs, an dic Vertreter der einzelnen slavischen Lehrcrorganisatio-ncn, an die Redner, an den vorbereitenden Ausschuß ic., worauf die Versammelten noch die Hymne „Hej Slo-vani" anstimmten. Um 1 Uhr nachmittags fand im Hotel „Tivoli" ein gemeinsames Mittagessen zu 180 Gedecken statt. Die Tafelmnsil besorgte das Salonorchcstcr des Turnvereines „Sokol I." unter Leitung des Herrn Salmi«"- in überaus dankenswerter Weise, indem es ein erlesenes Pro-gramm zum Vortrage brachte; die Vedi'enuug lag in den Händen einer Anzahl von Lehrerinnen, die sich auch unter Leitung des Fräuleins Zemljan um das exquisite Menu Verdienste erworben hatten. Die Reihe der Toaste eröffiete der Präses des Verbandes der österreichischen südflavischen Lchrervereine, Herr Ielenc, mit einem Trinkspruche auf Herrn Bürgermeister Dr. Tav^ar uud die fortschrittliche Vürgerschast Laibachs. .Herr Bürgermeister Dr. Tav <"- a r erhob sein Glas auf die über-zcugungstreue Lehrerschaft, und sohin spracken noch mehrere Redner, namentlich ans der Reihe der verschiedenen Lehrerorganisationen. Den Schlußtoast brachte Herr Oberlehrer Grmek (Trieft) auf die Damen ans, die die Bedienung der Bankettaäste in aufopfernder Weise übernommen hatten. Hauptversammlnng des Cyrill- und Mcthodvereines. Gestern fand im „Tokolsli dom" in DomMe die 26.. sehr zahlreich besuchte Hauptversammlung des Cy-rill- und Methoducrcines statt. Die mit einem Sonderzuge nach 10 Uhr vormittags in Tomxale angekommenen Teilnehmer wurden am Bahnhöfe von der Musikkapelle und dem Tololvercinc empfangen, vom Obmann der Filiale des Cyrill- und Methodvereincs in Tonnale, Herrn Slokar, begrüßt und von Mädchen mit Blumen beteilt, worauf die Sprecherin einer aus drei kleinen Mädchen be-stcncndcn Deputation dem Obmanne des Eyrill- und Me-thoduercines, Herrn Regierungsrate S e u c k o v i 5, mit einer Ansprache einen Blumenstrauß überreichte. Sodann gmg es unter Vorantritt der Musikkapelle zum „Sotolski dom", wo der Schriftführer des Sotolvercines, Herr l Oberlehrer P c t r o o c e, an den Vereinsobmann neuerlich eine Begrüßungsansprache richtete, auf die dieser dankend erwiderte. Nach 11 Uhr wurde im „Sokolsti dom" vom Herrn Negierungsrate Senekovi 5 die Hauptversammlung mit einer Ansprache eröffnet. Herr Regicrungsrat Sene-kovi<" begrüßte unter großein Vcifalle vor allem die Vertreter der böhmischen Lehrerschaft und des böhmischen Tchulvcreincs, writers die Herren: Rcichsratsabgeord-ncten Dr. Navnihar, Bürgermeister Dr. Tav''-ar, Vizebürgermeister Dr. Triller, die Tcicstcr Landtagsabgeord-ncten Dr. Slavik und Ferluga, den Senior der Vereins-gründcr Notar Sucice, schließlich Fräulein Manko<- aus Trieft und Frau Dinmit aus Trifail sowie die Vertreter verschiedener Korporationen und Vereine. Im Verlause seiner Redc kennzeichnete Herr Regierungsrai Seneloui'"' den schwierigen Stand des Vereines gegenüber dem Deut-sclien Schulvereinc und der Lega nazionale, konstatierte, daß im Vorjahre die Einnahmen infolge der Sammlungen für das Rote Kreuz zugunsten der Verwundeten im Baltankriege zurückgegangen seien, betonte aber anderseits, daß das Interesse für den Verein im Wachsen begriffen sei, wofür der hicrländischen slouenischen fortschrittlichen Presse, namentlich dem „Tlov, Narod", der Dank gebühre. Zum Schlüsse gedachte der Vorsitzende der verstorbenen Mitglieder und Wohltäter des Vereines; die Versammlung ehrte deren Andenken durchs Erheben von den Sitzen. Es spracheil dann die .Herren Skala und Ska-tickn namens des böhmischen Schulvcreincs> bezw. der böhmischen Lehrerschaft; sie machten das böhmische Schulwesen znm Gegenstände ihrer Ausführungen und befaßten sich namentlich mit der Tätigkeit des Deutschen Schul-vcreines. Nachdem noch die Herren K o l a r, Rade j und Pekle namens der akademischen Vereine „Balkan", „Ilirijn" und „Prosueta" gesprochen, trug der Vercins-schriftführer, Herr Prof. Dr. 5 l e b i n g e r, den Tätigkeitsbericht vor, der in folgenden Daten gipfelte: Das wichtigste Vorkommnis in der Vereinschronik ist die Eröffnung der neuen slovcnischen Schule bei Sankt Jakob in Trieft am 12. Oktober v. I. Das slovcnische Schulwesen in Trieft hat sich aus geringen Anfängen vom Jahre 1888, wo die erste Klasse mit 74 Schülern eröffnet worden war, zu der Höhe von 1722 Schülern in 31 Klassen emporgeschwungen. Im nächsteil Schuljahre werden die Vereinsschulcn in Trieft um 4 neue Klassen erweitert werden. Von den 37 Lehrkräften in Trieft wurden bisher 15 in den Staatsdienst übernommen. Die Kindergärten in Trieft sind überfüllt; im näcUten Jahre werden in Trieft und Umgebung 8 .Kindergärten bestehen. Alle vom Vereine erhaltenen Volksschulen bis auf dir in St. Ruprecht bei Völkermartt haben das Offentlich-keitsrech!. Der Bericht erörterte sohin die Verhältnisse in Körnten sowie an der Sprachgrenze in Südsteicrmark und führte deo weiteren aus, daß der Verein heuer acht Schulen mit 42 Klassen und 2206 Kindern (um 309 mehr als im Vorjahre) erhalten habe. An den Schulen unterrichteten 53 Lehrkräfte (18 weltliche Lehrer und 2N Lehrerinnen, 5 Ordensschwestern und 10 Katecheten). Für die höhere Klasse waren 1761 Schüler geeignet und 344 nicht geeignet. Die Zahl der Kindergärten betrug 20; hie-von wurden 19 vom Vereine erhalten. Sie wurden uon 1486 Kindern (um 78 mehr als im Vorjahre) besucht. — Die Filialen entfalteten mit geringen Ausnahmen eine ersprießliche Tätigkeit. In Krain, wo in den letzten fünf Jahren 45) neue Filialen gegründet wurden, beziffert sich die Zahl der Filialen mit 107 mit rund 8000 Mitgliedern. Im allgemeinen werden die Neugründungen von Filialen in Kram bald abgeschlossen sein. In Steiermarl wurden 15 neue Filialen errichtet; gegenwärtig beträgt deren Zahl 95 mit etwa 4800 Mitgliedern. In Kärntcn bestehen 10 Filialen, von denen aver nur 7 tätig sind. Im Görzischen wurden 4 neue Filialen errichtet; die Zahl der dortigen Filialen beträgt nunmehr 50 mit rund 2800 Mitgliedern. Im Gebiete Trieft wirken 19 Filialen mit 2800 Mitgliedern; in Istricn gibt es drei sehr eifrig wirkende Filialen. Auch die beiden Wiener Filia-lcn sind rege tätig. Die Zahl aller Filialen hat die Zahl 286 nnt über 18.000 Mitgliedern erreicht, abgesehen uon den Landsleuten in Amerika, in Bosnien und in Eüd-tirol. Seit der letzten Hauptversammlung sind dem Vereine 28 neue Gründcrbciträge und?5 Bausteine für den Abwehrfonds zugewachsen. Im ganzen zählt der Verein 616 Gründer, während für den Abwehrfonds bis heute 7^4 Angemeldete ihre Beiträge eingezahlt haben. Die Opfcrwilligteit wird angesichts der Tätigkeit des Deutschen Schulvereincs sowie der Lega nazionale verdoppelt werden müssen. Hierauf erstattete der Vereinskassier, Herr Notar Hudovernik, zur Bilanz einen erläuternden Bericht, dem folgendes entnommen werden >n»g: Die ordentlichen Einnahmen im Vereinsjahrc 1912 betrugen 146.305 X 14 /,,, die ordentlichen Ausgaben 511.803 X 6 /t, woraus sich ein Abgang uon 365.497 X 92 /< ergibt. Die großen Ausgaben hatten ihren Grund in den Kosten für neue Schulbautcn; der Abgang wurde aus dem .Karl Kotnik-Fonds sowie durch ein Darlehen gedeckt. Die ordentlichen Einnahmen haben sich gegenüber jenen aus dem Jahre 1911 um 4640 X 34 /t vermindert. Wenn aber alle Einnahmen des vorigen Jahres (ohne Legate und dnrchlau-sende Einnahmen) im Gesamtbetrage von 175.929 X 39 /< in Rechnung gezogen werden, so ergibt sich gegenüber dem Jahre 1911 ein Rückgang von 4044 X 56 „. Hingegen haben sich die ordentlichen Ausgaben gegenüber jenen aus dem Jahre 1911 um 276.830 X 36 /« erhöht. Die ordentlichen Ausgaben haben also im verflossenen Jahre ihren Höhepunkt erreicht. Die Veitragsleistungen der Filialen im Gesamtbeträge von 7l.i57 /v 8 /> haben sich um 1132 X 10 /, vermindert; wird aber berücksichtigt, daß die Filiale in St. Maria Magdalcna schon im vorigen Jahre über ein Ersparnis von 9832 X 7 /, verfügte, das sie im Einvernehmen mit der Vcrcinolcilung für einen Schulbau aufwendete, so betrugen die Bei-lragsleistungen der Filialen im Jahre 1912 rund 10.000 Kronen weniger als im Jahre 1911. Ein Fortschritt machte sich bei den Filialen in Krain und in Kärnten ( > 3363 X 95 /i), ein Rückschritt bei den Filialen in Steicrmarl und im Küslcnlandc ( - 4032 X 29 //) bemerkbar. Der erste Platz nnter den Filialen steht den 'Triester Filialen in Tricst mit der Gesamtbeitragslcistung von 28,145 X 86 /,, zu. — Der Verkauf der Vercins-zündhölzchcn erhielt sich beiläufig auf der gleichen Höhe wie im Jahre 1911. wohingegen sich die Einnahmen ails dem Verlaufe der Nationalmarlcn nnd die aus den Ver-rcchnungszeiteln um je 1000 X verringerten. Von den slovcnifchcn Blättern wurden 4062 X 96 /, (um 950 k 14 //, mehr als im Jahre 1911) an den Verein ab geführt, am meisten vom „Slov. Narod", der über 90 '/>, der SammlungSbeiträgc auswies. Für neue Schulbautcn wurden 322,909 X 11 /, ausgegeben, die Erhaltung der Schulen erforderte einen Aufwand von rund 134.000 X'. Für den Abwehrsonds wurden 29,761 /5 94 /l eingezahlt (um 2532 X 11 /,, mehr als im Jahre 1911), fo daß dieser am Jahresschlüsse 150.387 X 31 // betrug. Das Neinvermögcn des Vereines bezifferte sich am Schlüsse des I, 1912 mit 1,223,616 X" 52 /,, (um 83.911 X 52 /, mehr als im Jahre 1911). Dieser günstige Effekts ist den Legaten im Betrage von 41.368 X' 8 /» sowie den Einzahlungen in dl'n Abwchrfonds zuzuschreiben. ^- Der Bericht beschäftigte sich sohin mit der Tätigkeit des Deutschen Schulucreines, der im Jahre 1912 aus dein Ro-seggerfonds 584.322 X für Schulbautcn in Stcicrmark, Kärnlen und Krain nnd im Kiislenlandc bewilligt und teilweise schon ansgezahlt habe, zitierte wcitcrs die aus der heurigen Hauptversammlung des Deutschen Schul-Vereines uon dessen Vizepräsidenten Dr. Wotawa getane Äußerung, derzufolge es der Deutsche Schulverein als ein Hanfttzicl der deutschen Schutzarbcit im Süden betrachten müsse, „den Weg von dem deutschen Teile Steiermarts zur zweitgrößten Stadt des Landes frcizu machen", und erörterte sodann die von der Männcrorls grnpfte Laibach des Deutschen Schulvcreines beantragte Übernahme der deutschen Schule in t>i^ta in die Verwaltung des Schnlucreines, die von der gleichen Ortsgmppc cingebrachtcn Anträge, betreffend die Errichtung >iou Schulvercinsschulcn in Mitter-Gras; bei Tuchen, in Stall-dorf und Tiefcnbach, in Rndolfswcrt und in Gurkfeld oder in Videm. Auch wurde im Berichte aus die Nei)r dcr Mitglieder des Vereines für Deutschtum im Auslande hingewiesen. Mit Bedanern wurde bemerkt, daß. während der Teutsche Schulvercin mit Leichtigkeit für den Abwehrfonds drei Millionen aufgebracht habe, dcr für den slovcnischeu Abwchrfonds bestimmte Betrag von 200,000 X gegenwärtig noch nicht erreicht sei, obwohl der Termin hicfür am l. Juli 1914 ablaufen weide. Schließlich gedachte dcr Nericht mit Danl aller Wohl tätcr und Förderer des Vereines und forderte zur An» Werbung von »cncn Mitglieder» und zur Erschließung von neuen Einnahmsqucllen auf. Beide Berichte wurden beifällig zur Kenntnis genommen. Im Anschlussc an den Kassabericht wurde über Antrag des Herrn Wanderlehrers Veg noch der fortschrittlichen küstcillcmdischcn Presse für die Förderung der Vereinsintcrcssci, der Danl ausgedrückt. Weilers brachte Herr Laildtagsabgeordnetcr Ferluga Sammlungen zu Vcreinszwl'cken bei Tischgesellschaften in Anregung, wo /-ach »och Herr Kobe? aus Eilli den Antrag stellte, daß künftighin von den Geschäftsleuten mit dem Natio nalstempcl versehene Rechnungen zn fordern und nur solche zu liquidieren feien. (Angenommen.) Namens des Aufsichtsrates beantragte Herr Reichs-ratsabgcordnctcr Dr. Navnihar das Abfolulorium für den Ausschuß und den Ta»k für den Vcreinspräses und den Hauptlassier. (Angenommen.) Der vom Herrn Notar Hudoucrnil vorgelra gene Voranschlag weist Ausgaben im Betrage von 306.500 Kronen (darunter 110.000 X für ncne Schulbaulen) und Einnahmen in der Höhe von 146.100 X aus, fo daß pro 1914 ein Abgang von 160.400 X zu erwarten steht. Sohin wurden bei den Ergänzungswahlcn durch Zuruf gewählt: in de» Ausschuß die Herren Andreas Senetovi^, Dr. Josef Ab ram, Dr. Juan Tav-<" a r, Ivan K c j 5 „-r nnd Dr. Karl K oderman; in den Aufsichtsrnt die Herren Dr. Anton Bo 5 i <"-, Doktor Franz Ile^i«', Matthias Kante, Dr. Vladimir Raunihar und Matthias Rode; in das Schiedsgericht: Matthias Marin^ek, Franz Pahernik, Dr. Franz R o s i n a, Dr. Franz Telao <">!<"- uud Dr. Karl Triller. Nachdem noch Herr Notar Hudouernik einige an Stelle von Vegrüßungstebegrammc» eingcla^lfcne Geldspenden sowie Zahlungen für Bausteine namhaft gemacht hatte, fchloß der Vorsitzende die Versammlung m.t Tcmkesworten für den den Teilnehmern bereiteten herzlichen Empfang sowie für die Überlassung des „So-lolski dom" zwecks Abhaltung dcr Hauptversammlung. Die Mehrzahl der Teilnehmer fand sich sohin im Gasthausgarten Kuhar ein, wo sich in den Nachmittags stunden ein lebhaftes Treiben entwickelte und die Musik kopcllc aus TomMc sowie dcr Gesangsvcrci» „Lira" aus Stein im Vortrage von Orchester lind Gcsangs-nummcrn eifrigst miteinander abwechselten. Laibacher Zeitung Nr. 206. 1885 9. September 1k1.-<. — «Vum Zustizdienstc.» Seine Crzcllenz der Justiz minister hat die Richter Dr. Franz Cuclko in Tresse,, Gustav ft. all«' im Grazer Obcrlandcsgerichtssprcngcl, Guido Miheli<' in Wippach, Anton Kudcr und Martin Z w i t t e r in Nudolfswert, Hugo Luschin in RadinannSdorf und Dr. Jakob Jan in Gurkfeld zu Vezirlsrichtcrn, sämtlich«.' an ihren Dicnstortcn, crnannl. - «Militärisches.> Ernannt wurden: der Oberst Wilhelm vo» La»ingcn, Konnnnndant des Infan-teri ere Piments Nr 44, zum Kommandantcn der l>7. In-fa»lcriebrigaoci z»», Fcldkuratcn ln der Reserve des s. u»d t. Heeres der römisch katholische Wcltftriestcr Anton Zorc der Diözese Laibach. — Transferiert werden: der Hauptmann Josef Mair vom Infanterieregiment Nr. 47 zum Infanterieregiment Nr. ft7, der Militärticr-arzt Josef Escke vom Dragoncrrcgimcnt Nr. 5 zu,n Fohlcnhof in Ozora, die Landwchrrcchnnngsobcroffizialc Josef ^chnabl von der Intendanz des Landwehr konnnandos in Graz zu der in Wien, Johann Schmidt voil der Intendanz des Landwehrkommandos in Inns-, brück zu jener in Graz. — Mit Warlegebühr werden be-urlaubt der Feldmarschallcutnant Philipp Freiherr von R e ch d a ch auf fei» Ansuche» (mit l. Oktober, Urlaubs-orl Celo bei Rodockciidorf in Krai») und der Oberleutnant Egon Ernst des Infanterieregiments Nr. 97 (aus sechs Monate, Urlaubsort Trieft). «Danlsassunn nn die Mnnnschaft dcr Snnitä< Los". Unter dem Text auf dcr Vorderseite befindet sich rechts die faksimilierte Unterschrift des Grncraldirck tors der Staatslottcrien Dr. von Neu ft au er, links der die faksimilierte Unterschrift des Inhabers oder Lei ters culhaltcndc Stempel dcr Geschäftsstelle, durch dessen Beisetzung erst das Los seine Gültigkeit erhält. - Gestern wohnte das Laibachcr Publilnni cincm'schr auf-regenden Fußballwettspielc bei. das mit dein Resultate 3:.'i unentschieden endete. Dic Mannschaft der „Croatia" die gestern in Laibach zum erstenmale auftrat" war von' dcr kroatischen Sportwelt als sehr sympathisch und als durchwegs fair geschildert worden. Man glaubte daher, als man ihre muskulösen Gestalten auf den Spielplatz kommen sah und ihnen gegnübcr die jungen crst in Entwicklung begriffenen Burschen dcr Reserve dcr „Ilirija erblickte, es werde ein Hochgenuß sein, dic beiderseitigen körperlich sehr ungleichen Konkurrenten kämpfen zu fchcn. Dies war jedoch leider nicht dcr Fall, denn die „Croatia" führte sich bei unK durch alles eher als durch ein faires Spiel cin; mindestens in unseren Sftortticisen wird ein solches Spiel gewöhnlich als sonl bezeichnet. Ihre Spiel' weise regte die Zuschauer so start auf, daß sie öfters zu pfeifen begannen und sich auch sonst in das Spiel einmischen wollten. Dies ist kein erfreuliches Zeichen für die weitere Entwicklung des Sportes in unserer Stadt, weil die Wettspiele ohne Einmischung des Publikums vom Schiedsrichter geleitet werden müssen. — Die „Croatia" trug also cin ziemlich rohcs Spiel zur Schau, mit den. sie den Mangel an Balltechnik und guter Kombination decken wollte. Außerdem war das ewige Outschießcn — cinc untcr echten Sftortlcnlen niemals angewendete Taltil zur Verhütung der Niederlage — das Eharaltcristilon ihrer Spielart, zu dcr sich noch das planlose Baleriespicl, gesellte. Ihre besten Kräfte, die auch tüchtig zu arbeiten hatten, waren dcr Goalmann nnd der linke Verteidiger. Trotz des »ncntschicdcn gelieferten Wettspieles und trotz dcr körperlichen libcrmacht dcr „Croatia" wurde weit mehr als die Hälfte des Spieles in ihrcm Fcldc aus^ getragen. Wenn dennoch die Reserve der „Ilirija" aus dem Wettspiele nicht als Siegerin hervorging, so ist.das auf die Unkenntnis txr Ausnutzung dcr gegnerischen Schwächen nnd ans das Bewußtsein, daß sic als Siegerin aus dem Wettspiele hervorgehen müsse, zurückzuführen. Sie spielte meist zu flau und verfiel in drr Hitze dcs Gefechtes überdies manchmal in die früher in Laibach übliche Sftielweisc. Wenn trotzdem das Wettspiel bis zur letzten Minute spannend war, so hat dies seinen Grund darin, daß die Entscheidung erst in den letzten Minnten fiel. ^ Das Wettspiel sclbst wickelte sich folgcn-dcrmaßc» ab: Die „Croatia" erzwäng bereits in del ersten Minute einen erfolglosen Eckstoß. In dcr zchntcn Minntc ficl das crstc Goal für Laibacli, gcschoffcn vom rechten Flügel. In dcr 15. Minntc glich „Croatia" aus. In dcr W. Minute gelang ihr das zweite Goal, das dom Goalmann aus der Hand durchs Tor gesendet wurde. Nach dem Seitcnwcchscl hatte dic „Croatia" in dcr 20slen Minute bereits drei Goals für sich, aber in dcr 29. Mi-nnte crrcichtc die „Ilirija" durch cincn Bombenschuß der rechten Verbindung das zwcitc Goal für sich und in der 42. Minute gleich die linke Verbindung alls. ^~ Als Schiedsrichter fungierte Herr Dr. V e r c c. Dem Wettspiele wohnten ungefähr li()l) Personen bei. "^ (TrnmlNss.) ^,'lm verflossenen Samstag fand hier die Tranuüy dcs Herrn Ti. Paul G r o ^ e l j, Professors am städtischc-n Mlldchcnlyzcnm, mit Fräulein Davorma K nrli n statt, ^ < Hymen.) Am f.. d. M. wurde in Rudolfswert dcr dcr Eisenbahnbaulcitung zugeteilte t. l. Ncmlommis-sär Herr Rudolf Franz mit Fräulein Anna Slanc, Tochtcr des Advokaten Herrn Dr. Karl Slanc in Rudolfswert, getraut. U. — <(5inc blühende Agnve im Tivoliparlc.) Im Tivoliftarlc in Laibach steht scit einiger Zeit cinc Agave amcricana in voller Blüte. Dcr ctwa vier Mctcr hohe Blülcnschaft trägt cinc landelabcrartigc Blütcnrifpe mit vielen hundert schon duftenden nelbgrüncn Blüten, die - weil honigrcich — von zahllosen Biene» umschwärmt werden. Bei uns in Gewächshäusern gelangt dic Agave oft crst nach 40 bis 60 Iahrcn zur Blüte und wird deshalb im Voltsmundc die hundertjährige Aloe genannt. Sobald die Pflanze abgeblüht ist, stirbt sie nach dem Rei sen ihrcr dattclartigcn Früchte ab. während zahlreiche Wurzclsprößlingc, die man zur Vermehrung benutzt, hcr vortreiben. Die Urheimat dcr Agavc amcricana ist Mexiko, nw sie hohen Kullnrwcrt besitzt. Sobald sick, der Blüten^ schast zeigt, schneidet man in Mexiko die Gipfclknofft^ heraus, so daß cin Kcssel cnistclit. Dieser füllt sich zwei bis vier Monate lang täglich mehrmals mit einem zuckcr reichen Saft, dcr nach dcr Gärnng in Icdcrncn Säckcn dcn Pulqnc, das Nationalgetränl der Mexikaner, darstellt. Eine Pflanze liefert bis zu 1000 Kilogramm Saft. - Die bei uns in Gcwächshänfern gezogene seltene Pflanze findet in Tivoli zahlreiche Bewunderer. — , d. M. in Krainburg zur öffentlichen Versteigerung gelangen sollen, sind sämtlich Reitpferde und werden nnnmchr durch tägliche Fuhr-bespannunacn zum Lastcnführcn abgerichtet. Wie uus mW geteilt wird, wurde» zu diefcn Abrichtungszwccken vom Bahnstlüionsamtc' in Krainburg dcr Militärverwaltung etwa 10W Eisenbahnschwellen als Lastsuhrmatcrial zur Verfügung gestellt. Dic Rcmontc» werden anf dicfc Weife im Zeitpunkte ihrer Veränßernng bereits völlig brauchbare Wirtschaslsftfcrdc sein. — iVurmschadcn.» Wic uns aus Krainburg gemeldet wird. habcn die Feldlulturen in dcn Gcmeindcn Prcdasscl. Nallas nnd Hl. Krcuz fowic in einigen Gegenden dcr Krainburgcr Gcmcindc belrächtlich unter Wurmfraß gelitten, weshalb dic bevorstehende Ernte in dcn in Betracht kommenden Orten von nur geringer Er gicbigkcit sein dürfte. Insbcfondcre sollen die Grummel-nnd die Knrtoffclcrntc gclittcn habe». * iKranlenllcwenlMss.» Im Distriktsspitale i» Adclsbcrg sind mit Ende Juli .",2 Kranke, und zwar 19 männliche und 13 weibliche Personen, in Behandlung verblieben. Im Angnst wurden ft2 Kranke, und zwar 5>0 männliche und '52 weibliche Personen ausgenommen. Entlassen wnrden im August 76 Personen, uud zwar 45 männliche und Al weibliche. Gestorben sind .'i männliche und 2 weibliche Personen. Mit Endc August verblieben daher noch 21 männliche und 12 weibliche Personen i«. Spilalsbchandlung. Von dcn 114 behandelten Personen waren 7 Einheimische und l()7 Ortsfremde. Die Gesann» zahl der Verpflegstage betrug 10.59, die durchschnittliche Vcrpflcgsdaucr eines Kranken 9 Tage. Von den Entlassenen und Verstorbenen standen 10 wegen Infektionskrankheiten und 71 Personell wegen anderer Krankheiten in Spitalsbchandlung. —r. — iUnfnll.j Der zwölf Jahre alte Wirtsfohn Ignaz Pcrdacher in Dobrava, Bezirk Radmannsdorf, war die-fcrtagc mit der Bedienung einer Azetnlcnanlage bcschäf tigt, wobei er mit einem offenen Kerzenlichte leuchtelr. Der Knabe kam mit dcr brennenden Kerze einem Karbid-bchältnisse zu nahe und verursachte dadurch dessen Explosion, wodnrch er bedeutende Brandwunden im Gesichte erlitt. — (Ein falscher Polizeilommissiir.» Unlängst ftir» gen zwei junge Burschen aus den .Heuboden einer Besitzerin in Dravlje und leuchteten die dort schlafenden Wallfahrer mit einer elektrischen Taschenlatcrne ab. Die Wallfahrer, die erwachten und hiedurch in Angst versetzt wurden, fragten die Burschen, was sie zu suchen hätten, worauf der eine sagte: „Ich bin Polizeikommisscir und muß wissen, was für Leute hier schlafen." AIs soban» über Requisition der Besitzerin cin Wachmann erschien, um die Polizeibcamtcn näher kennen zu lernen, ergriff dcr cinc dic Flucht, während der angebliche Polizeikom mifsär verhaftet nnd in den Polizciarrcst gesteckt wurde. — <(5inbruchsdiebftnl,l.» Ende v. M. schlich sich ein unbekannter Dieb ins Schlafzimmer der 5lassierin Fran-ziska Franlel in Tchalkcndors ein und entwendete aus einem verschlossenen Neiselorve eine goldene Damenuhr samt goldener Panzcrlette, ein goldenes, ziemlich starkes Kettenarmband, dann eine grüne Handtasche, worin sich cin gclblcdcrncs Geldtäschchen mit 70 X befand, und cinc komplette Rasiergarnitur. Dcr Gesamtschaden beträgt .°l0l) /<. ' (Pcrhnfnmn eines verdächtign, Feldfrüchtediebeo.» Am vergangenen Freitag wurde ein streifender Gendarm von cincm Passanten auf einen Mann anfmcrksam nr macht, der sich in dcr Nähe des ärarischen Pulvennassci-zins auf cinem Acker mit einem jungen Mädchen zu schaf fcn gab. Als dcr Mann dcn Gendarmen bemerkte, ließ er das Mädcwn, das einige gestohlene Feldfrüchte bet sich trug, in Stich und ging eiligst, cincn mit Zwiebeln gefüllten Sack mit sich tragend, gegen dic Artillcrielaseine. Dann verschwand er in cincm Gasthausc, wohin ihm auch dcr Gendarm folgte. Der Fremde, der leine Dokumente bei sich hatte, nannte sicb JobniiN Vidmar ans St, Gror gen bei Krainbnrg nnd gab an, bci der Laibachrcgulie rnng als Arbeiter beschäftigt zu sein und die Zwiebeln gekauft zu haben, konnte aber nicht angeben, wo. Später widerrief er seine Angabc bezüglich der Bcschäsliauna, und machte verschiedene Ausflüchte. Er wurde ocm Bezirksgerichte eingeliefert. — Dem Gärtner Paul Kimem, wohnhaft Graoi^-c, wurde diescrtasse ein auf 150 /5 bewertetes Fahrrad, das cr auf kurze Zeit vor dem hiesigen Iuslizgcbäudc stchcn gelassen hatte, durch einen unbekannten Tätcr gestohlen. Das Rad ist Modell „Puch", schwarz lackiert, hat nach seitwärts gebogene Balance stangcn, am Vordcrradc eine von einem Schlage her-ruhende Einkerbung und trägt die Fabrilsnummer 74,990, Die Glocke ist mit der Aufschrift „Anna Gorec" versehen. - (Verstorbene in Laibnch.) Marian Islra, Schlos scrgchilfcnsohn, 0 Monate; Peter ^nbelj, Kenschlcr, 4!, ^ahrci Olga Mohär, Eisenbahnkondultcurstochtcr, 'i Mo nntc' Johann Kaiser, Ersatzrcscrvift des 26. Landwctn insantclieregiments: Fanny Loos, Private, 6/i > Ferdinand Kermie, Fabriisarbeiscrssohn. 1 M>, Josef Zajce. Besitzer, 5t Jahre. — i überall Vorrat, fKfemosc/2eg tu) er by Angekommene Fremde. Hotel „Elef«mt". ?l m «. September. Ritter v. Niederer, k. u. l. Ritt. meister, Ruoolfswert. — Wilmowsli. Privatier, Martholden» bürg. — Oliua, Privat, s. Sohn; Ulm, t. l. Oberster. Inge» nieur, Görz. — Randa, Obcrinqenieur. Karmel. — Pichler, l, u. l. Hauptmann; Schramm, Theaterdireltor, Klagenfuit. — Samaja, Direltor; Riwa, Rskr., Villach. - Schneider, Wagner. Holzer, Trcttnei, Konstantin, Kleiber, Schneller, König, Zuric, Fuchs s. Gemahlin, Austerlitz, Rsde.; Eder, Wild, Kflte.; Bruno. Billardlünstler, Wien. - Dr. Ruoizier. Kon» zipient, Dornbirn. — Zemann, Forsttommissär, Deutsch-Vrod. — Rohrmann, Direltor, Grm b. Rudolfswert. — Cander, Professor, Wr.. Neustadt, — Krischan, Baumeister; Kurz, Ierzabel. Rsde., Graz. ^ Wildner, Rsdr., .ssreibitz. - Becl, Rsdr., Prag. - - Steinmetz. Kfm., Sarajevo. — Neck. Kfm., Gotha. - Sohner, t. u. l, Leutnant. Salle, - Wochwert, t. u. l. Wachtmeister, Radkcrsburg. Am 7. September. Ritter u. Popescul-Grecul, Uni» versitätsprofessor, Reichs» u, Landtaqsabgeordneter, s. Familie, Czernowitz. — v. Frank. Direktor; Zaaudel. Beamter, s. Ge> mahlm; Wizlsberger. Beamtensgattin; Zwölfer, Privat; Grünauer, Schwarz. Rsde,. Wien. — Wegenast, Klein, Rsde.; Merl, Englisch. Ksite.; Manöver. Beamter, s. Gemahlin; Burg» staller, t. u. l. Limenschiffskaftitä'n, Trieft. — v. Vlttorelli. l. u. l, Limenschiffslapitän. Innsbruck. — Dr. Bertsche, Guts. besitzer, Poganitz. — Rosina, Gutsbesitzerin, s. Tochter, Ralel. — Modic. Privat. Neudois. - Primojii. Privat, Äßling. — Michels, Fabrikant, Crcfeld. - Rusch, Ingenieur. Dornbirn. — Haunchann, Ingenieur, s. Gemahlin; Wuchrer, Bankbeamter, s. Bruder, Klagenfurt. — Morsch. Industrieller; Horal .Kassier; Vilictn. Sftarlassatassicr. Gleisberg iiilova, Lehrerin. St. Peter. — Vozel. Lehrer, Treffen. — Bar» tol. Privat. Zoderschitz, — Starcii, Privat. Agram. — Rito, Privat. Mottling. — Oraffon, Canipritti, Private. Cormons. — Bresso. Privat, Nbbazia. — Ghersetich. Privat. Volosca. Schindler. Privat. St. Veit. — Mally, Privat. Izlak. — Dieustleder, Privat. Graz. — Stanic. Privat, Vulovar. — Tichl,, Privat, Lomnice. — Weihershaus. Rupp. Stuckart. Ciri^, Österreicher. Fischer, Malter. Rsde.. Wien. _________ Lottoziehung am 6. September l913. Linz: 16 I^j 58 76 67 Meteorologische Veobachtungcu iu Laibach. Seehühe 306 2 m. Mittl. Luftdruck 736 0 mm. « ^ u. N. 735 bi"Z2 -1 ONO. schwach, teiln», heiter " 9 U. Nb. 37 8! 18 1 W. schwach L.^Z^______ 7 U F. i 39' 1 14 8, wind still ! Nebel ! 1 8 7 2U. N. ^ 386 21-5! SO. mäßig ! teilw. heiter 9 U.Ali.! 39 8 17 3, » bewüllt 7 U. F. 41 7 ^13 3 windstill > teilw. heiter 0' 0 «. 2U. N. 414 20 2 SO. mäßig ^ » 9 U. Ab. 41 6 14 - 2! NW. schwach heiter 917 UTFT" ! 41 3 9 9 windstill Nebel j 0 0 Das Tagesmittel der Temperatur vom Samstag beträgt 18 2°. Normale 16'2°, vom Sonntag 17-9°, Normale 160°. vom Montag 15 9°. Normale 15-9". Kino „Ideal". Proincssi sposi, „Dic Verlobten", er-zicllc» diese Taqc dcn qrös;lc» Erfolq, Die ineistcrhafte Inszenierung, dic tieferqrl'ifcndl.' Halidlniiss, das ausgc-zcichnete Spiel hinterließ bei allen Besuchern dc„ qrößten Eindruck. — Morssc» „Der Pompadour", Tchlagcr-^ust-spiel der Nordissfilm (5o. - Samswq „Wer ist der Tä-icr?", .^riminalnovclle in vier Akten. ^7»s!5> Roneo, Vervielfältigungsapparat fast neu billig abzugeben. Adresse in der Administration dieser Zeitung. __________________ fj Wegen Abreise ist echtrassiger, stichelhaariger Foxterrier billig abzugeben. Anfrage in der Administration dieser Zeitung. \ _i» Tüchtiger Agent für bessere PmatkundBchaft gesuoht. Deutsch, slovenisch. Anfragen unter „Sicheres Auftreten", postlagernd, I,aibarh. f Dr. Demeter R. y. Bleiweis 1 \ ordiniert nicht bis 16. d. M. / '% Professor Dr. Ire! von Ualenta I £ ist zurückgekehrt. 3533 2-1 ft £ Ordiniert wilder. Franziskanergasse 10. £ I Das Müheletablissement Franz Doberlet 1 \ Laibach, Franziskanergasse Nr. 8 ¦ | empfiehlt Möbel jeder Art in solider \ » Ausführung und zu billigem Preise \ ^tatt zcder besonderen Anzeige. Nerta Kantz gibt im eigenen sowie im Namen ihrer Kinder Nichard, Nlbert und Luise und aller Familienangehörigen tief erschüttert die traurige Nachricht, daß ihr innigstgeliebter Gatte, Vater, Schwiegervater, Bruder. Schwager und Onlel. Herr Julius Aantz Privat am 7. Ieptember um 5 Uhr früh. versehen mit dem hl. Sterbesakramente, nach langen, schweren Leiden sanft verschieden ist. Das Leichenbegängnis findet Dienstag den 9. d. M. um 4 Uhr nachmittags von der Toten-lapelle zu St. Christoph auf den Friedhof zum Hl. Kreuz statt. Die hl. Seelenmessen werden in der Pfarr-lirche Maria Verkündigung gelesen werden. Hlnhe s^nft! Laibach, am 7. September 1913. Lkichenbestllttunss«a»l«alt Ios, Turl. Aktlenkapital: 150,000.000 Kronen. 6eldelnlioen äugen ElitlagibOcher und Im Koito• Korrentj Gewlkruni vin Inältin, Eikimpt« vm Wechjil« «tc. file der K. K. priu. Desterreichisclien in Laibach CreUstalt für Handel und Gewerbe Prešerengasse Nr. 50. > «• Reserven: 95,000.000 Kronen. Kaut, Verkaut o. Belebnong van Wer 1 papieren; BOnenordrei; Verwaltung von Depots; Sale-Deposits; Mllitii- Helratikavtloten etc.