Pränumeration» - preist: Für Laibach »auzliihrig . . . 6 ft. — tr. Halbjährig . . . S » — . Vierteljährig. . . t , so . Monatlich . . . — » SO , Mit der Post: Oau,jährig . . . S fl. — kr. Halbjährig . . . 4 . SO . vierteljährig. . . S , 25 , zür Zustellung in» HauS viertel-jäbrig LS kr., monatlich g kr. Mbacher iinzelne Nummern S kr. Redaktion Sahnhosgasie Nr. IS» Lrpedition und Znlerateu Lnrean: Kongreßplatz Nr SI (Buchhandlunt von I. v. Lileinmavr L F.Bamberg" Zasertionspreise: Für die einspaltige Petitzeile bei zweimaliger Einschaltung dreimal » 7 Ir. JnsertionSftemvel jedesmal Bei größeren Inseraten und österer Einschaltung entsprechender Rabatt Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 255. Mittwoch, 9. November. — Morgen: Andreas Av. 1870. Vom Kriege. Ueber die gescheiterten Wassenstill -st a n d sv e r h a n d l nn g e n wird a»ö dem deutschen Hauptquartier offiziell gemeldet: In den fünftägigen Verhandlungen mit Thiers ist demselben ein Waffenstillstand auf Grundlage des militärischen 8t^tus von jeder Dauer bis zu 28 Tagen, behufs Vornahme der Wahlen, unter Gestattung derselben in den okkupirten Theilen Frankreichs wiederholt angeboten worden. Er war auch nach der erneuerten Besprechung mit der Pariser Regierung nicht ermächtigt, das eine oder das andere anzu-nehmen und verlangte vor allem die Verprovianti-rung von Paris, ohne militärisches Acquivalent bieten zu können. Da diese Forderung den Deutschen unannehmbar war, erhielt Thicrs gestern aus Paris die Weisung, die Verhandlungen abzubrechen. — Ein Brüsseler Brief der „Agence HavaS" meint, die günstigen Dispositionen, welche Preußen anfänglich zeigte, hatten einzig und allein den Zweck, Zeit zu gewinnen, um die disponiblen deutschen Truppen vorzuschieben. Und die franzosenfreundliche „Daily News" macht Bismarck den Vorwurf, daß er den Frieden überhaupt nicht wolle, da er bei den Verhandlungen auf Gebietsabtretung bestand. Nach der „Presse" rechnet man im deutschen Hauptquartier darauf, Paris auszuhungern, dagegen müsse man erwarten, daß General Trochn sehr bald den Kampf durch einen Ausfall in großen Dimensionen eröffnen werde, um eine durch Hunger erzwungene Kapitulation wo möglich zu vermeiden. Ucber die letzten Vorgänge im südlichen Elsaß wird aus Basel, 3. November, dem „F. I." gemeldet: Von Hattstadt, Soultz und Guebwiller kommen Nachrichten, zwar in noch unbestimmter Form, daß daselbst am 31. Oktober und 1. November wieder verschiedene kleine Reibereien zwischen den deutschen Truppen und Franktireurs stattge-snuden. Der Stadt Guebwiller wurden neuerlich Kontributionen auferlegt. In Cernay sind am I. November Mittags 10—12.000 Mann deutsche Truppen eingerückt. Eine Kompagnie Franktireurs mußte, ohne einen Schuß zu thun, sich ergeben. Drei derselben, worunter ei» Offizier, der seinerzeit Kapitän der Linientruppcn war, wurden bei einer Fabrik gefangen genommen und ohne weiters an dem nächsten Baum aufgehenkt. Ter Offizier protestirte gegen einen so schmählichen Tod, indem er auf seine Ofsizierscharge aufmerksam machte; es half nichts, er wurde mit den Anderen aufgeknüpft. „Daily News" meldet, 80.000 Preußen unter General Manteuffel marschiren auf Rouen und Amicns. Einer Korrespondenz der „Times" aus Saarbrücken, 3. d., zufolge, sollte das Bombardement von Thionvillc am Montag beginnen. Die Unruhen in Paris. Das „Journal Ossiciel" von Paris enthält einen ausführlichen Bericht über die Vorgänge vom 31. Oktober, dem wir Folgendes entnehmen: „Die Nachrichten von der Einnahme von Metz, der Wiedereinnahme von Bourget durch die Preußen, sowie das Gerücht von Waffenstillstands-Verhandlungen hatten ein bedeutende Gährung erzeugt. Das Hottl de Ville wurde durch Anhänger der ultra-radikalen Partei besetzt, welche die Absicht hatten, eine Kommune von Paris einzusetzen. Flou-rens leitete die Bewegung. Die Unruhestifter wollten die Negierung zur Abdankung zwingen, und ein Individuum proklamirte die Absetzung. Picard gelang cs zu entkommen. Er ergriff die nöthigen Maßregeln, um den Widerstand zu organisiren, während seine Kollegen als Gefangene zurückgchalten wurden. Picard befahl, den Generalmarsch zu schlagen, ließ die National-Druckerei besetzen und gab Befehl, keinerlei Bekanntmachung zu drucken. Er sendete hierauf Boten nach allen Ministerien, mit der Aufforderung, sich in Verthcidigungszustand zu fctzcn. Ein Bote, welcher eine Ordre an das Finanzministerium überbrachte, wurde verhaftet. Die Admirale Roncisie und Ehaill6, sowie der Generalstab stellten sich Picard zur Verfügung. Um 10 Uhr Abends versammelten auf des letzteren Besehl sich mehrere Bataillone der Mo-bilgarde; die Nationalgarde trat auf dem Ven-domeplatze zusammen. Gegen Mitternacht setzten sich die Bataillone der National- und Mobilgarde gegen das Hotel de Ville, wo Favre, Garnier-Pagös und Si-mon noch immer durch zwei Bataillone der Nationalgai-de von Belleville gefangen gehalten wurden, in Bewegung. Favre hatte verweigert, seine Demission zu geben, indem er erklärte, er habe sein Mandat von der Bevölkerung erhalten und würde sich nur vor einer in regelmäßiger Weise er-wählten Regierung zurückziehen. Die Aufständischen forderten von Flouren-s, die Mitglieder der Negierung als Gefangene nach VincenneS zu schicken. Um halb 1 Uhr waren sieben Bataillone Mobilgarde hinter dem Stadlhause konzentrirt, in welchem sich die Bataillone von Belleville verbarrikadirt hatten. Eine Kompanie Mobilgardisten war durch eine kleine Pforte in das Innere des Stadthauses cingedrungen und öffnete eines der großen Thore, durch welches ihre Kameraden in Masse einströmten. Die Aufrührer wurden in die oberen Stockwerke getrieben, gefangen genommen, entwaffnet und anfänglich in die Keller geschafft, später aber von den Mobilgardisten wieder in Freiheit gesetzt. Es sollen einige Schüsse gefallen sein, man weiß aber nicht, von welcher Seite. Verwundungen fielen nicht vor; die Mobilgardisten kamen nicht einmal in den Fall. Jeuilleton. Thiers im deutschen Hauptquartiere. Es liegen in preußischen Blättern Berichte vor über das erste Erscheinen von Thiers im deutschen Hauptquartiere. Der Gesammt-Korrespondent der Berliner Blätter berichtet: Ueber den Inhalt des Gespräches, welches Herr ThierS heute Vormittags mit dem Grafen Bismarck geführt, ist begreiflicherweise nichts in die Oeffentlichkeit gedrungen. Herr Thiers kehrte gegen 11'/g Uhr Mittags ans der Wohnung des Bundeskanzlers in das Hotel zurück, wo ihm eine halbe Stunde später im Moment seiner Abreise der Herzog von Coburg begegnete. Derselbe begrüßte ihn, reichte ihm freundlich die Hand und fragte: „Sie kennen mich wohl nicht wieder?" -- „O doch, Monseigneur, antwortete Herr Thiers, „aber wie schrecklich sind die Umstände, unter denen ich die Ehre habe, Sie wiederzufehen!" und Thronen stürzten ihm aus den Augen. Herr Thiers theilte dann noch mit, daß er spätestens übermorgen von Paris zurückzukehren gedächte, und trat unter der Eskorte eines preußischen Generalstabs- Offiziers die Weiterfahtt nach unserer Vorposten-linie an. Da dort wegen der Verhandlungen mit der französischen Postenkette ein fast andcrthalbsiün-diger Aufenthalt entstand, verlicß Herr Thicrs seinen Wagen, und er sowie seme Begleiter (von welchen der eine Herr Paul de Remusat, der Sohn des bekannten Ministers unter Louis Filipp, der andere ein Kammer-Dcputirter der Thier'schen Fraktion war, dessen Name mir nicht genannt worden ist) unterhielten sich längere Zeit mit einigen preußischen Offizieren. Der Inhalt ihrer Gespräche ist mir von einem Ohren-zengen ziemlich ausführlich berichtet worden. Herr ThierS hob besonders hervor, daß er in der Kammer mit aller Entschiedenheit gegen dcn Krieg gesprochen. Er zitirte einen großen Theil seiner damaligen Rede und erinnerte daran, daß vierzig Deputirte mit wild erhobenen Fäusten auf ihn eingedrungen feien, ihn beständig unterbrechend, und daß ihm Abends eine Katzenmusik gebracht worden sei. Als dcn Haupturheber des gegenwärtigen Krieges bezeichnet er dcn Kaiser und mehr noch die Kaiserin. Er stellte nicht in Abrede, daß er 1840 mit aller Energie den Krieg gegen Deutschland geschürt habe; allein damals hätten die Dinge ganz anders gelegen, damals sei die Sache Frankreichs eine gerechte gewesen, es habe gegolten, Syrien der Pforte zu erhalten, das von Egypten bedroht worden, und damals habe man über ein trefflich gerüstetes Heer verfügt. Dcn Gmeral Moltke nannte Herr Thiers den ersten Strategen unseres Jahrhunderts, und auch der Tüchtigkeit unserer Offiziere, welche die ihnen anvcrtrautcn Truppen so trefflich zu leiten verstünden, zollte er ein unbedingtes Lob. „Ja, ja, sie haben gearbeitet," bemerkte einer seiner Begleiter, „während unsere Offiziere sich in eitler Verblendung auf die Unbesiegbarkeit der französischen Armee verließen." Die Kapitulation von Metz war Herrn Thiers bekannt; er nahm den Marschall Bazaine eifrigst in Schutz und bezeichnet? auch die Vergangenheit und den persönlichen Charakter desselben als durchaus ehrenhaft. Es kam zufällig die Rede daraus, daß in Metz der Exkriegsminister Leboeuf als Gefangener in unsere Hände gefallen. „Sollen wir Ihnen denselben nicht ausliefern?" fragte scherzend ein preußischer Offizier. „Nein, um GotteSwillen nicht!" antwortete einer der Begleiter des Herrn Thiers; „am liebsten wäre cs uns, Sie machten ihn zum Oberbefehlshuber Ihrer eigenen Armee!" In ähnlicher Art wurde auf die Bemerkung, daß bei Freilassung von ihren Bajoiincten Gebrauch zu machen. Um 3 Uhr Morgens herrschte in und vor dem Zkadthanfe die vollkommnistc Ordnung. Dorian, Vlkio'r Hugo und Louis Blanc blieben, obgleich du 'lusrührcr ihre Namen vor^choben, dem Putsche vollständig fern. Ledru-Rollin soll sich vor dem Stadlhansc eingesunken haben, allein man verweigerte ihm den Eintritt. Thätigen Antheil nähme» aber Flourcns, F. Pyat, DNlliöre, Blangui uud Dilescluzc." Politische Rundschau. Laibach, 9. November. In der gestrigen ersten Sitzung des Reichs-rathes leisteten die böhmischen Abgeordneten die Angelobung. Die Wahl des Verisikationsausschusscs wurde vorgenommen. Der Antrag Pascotiui's aus Wahl eines fünfzchnglirdrigcn Adreßausfchufses wurde ohne Debatte angenommen. Morgen erfolgt die Adrcßausfchußwahl. Die Wahlen des Großgrundbesitzes in Böhmen blieben beim ersten Wahlgange unentschieden. Die Theilnahme daran war außerordentlich stark, wie noch nie, doch hatte die VerfassungSpartci es veisäumt, gleich beim Beginne des Wahlaktes sich zahlreich cinzufiudcn, und die Wahlkommissio» ward daher ans Mitgliedern der Gegner zusammengesetzt, welcher Umstand zur Folge hatte, daß mehrere Vollmachten Verfassungstreuer zurückgewiesen wurden. Es wurden 397 Stimmen abgegeben, wovon die Negierungskandidaten 31 erhielten, die Kandidaten der beiden anderen Parteien erhielten fast gleich viel Stimmen, die Feudalen Dank der Wahlkom-inission um einige Stimmen mehr als die Verfassungstreuen. Aus der engeren Wahl gingen dann hervor: 7 Kandidaten der Anersperg'fchcn Liste, 8 Feudale; da die Czcchcn uud Feudale» den Rcichs-rath nicht beschicken, gehen in den Reichsrath 7 Abgeordnete des Großgrundbesitzes, 6 aus den Landgemeinden , 6 aus den Städten, 4 aus den Handelskammern. Als Beweis für die lächerliche Hartuäckigkeit, mit welcher der passive Widerstand in Böhmen beobachtet wird, mag der Vorschlag des „Pokrok" dienen, welcher will, daß auch die czechischen Lehrer sinken sollen. Wir sehen der Verwirklichung dieser Drohung mit großem Vergnügen entgegen. Das Wiener Kabinet wird nach einer Mittheilung der offiziösen „Korr. Warrens" der preußischen Forderung einer Gebietsabtretung Frankreichs in keiner Weise cntgegcnlrelen; die französische Partei ist vollständig aus dem Felde geschlagen. In unterrichteten Kreisen spricht man, daß Nom einen neuen Streich gegen Oesterreich aus-zusühren beabsichtige. Es soll nämlich die Aufhe- ber Gefangenen nach dem Kriege auch der Kaiser zurückkehren würde, geantwortet: „Nein, wirsenden ihn mit Protest zurück! Ihr habt ihn angenom-men, nun mögt Ihr ihn auch behalten und füttern!" Der Deputirte (nach der mir gemachten Beschreibung vielleicht Herr Estancelin) hob gleichfalls her-vor, daß auch er gegen den Krieg gestimmt, und sprach die Hoffnung aus, daß Deutschland jetzt, nachdem es ja klar vor aller Welt bewiesen, wie viel stärker es als Frankreich sei, die französische Nation durch Grohmuth versöhnen und auf eine Gebietsabtretung verzichten werde, deren cs ja erwiesenermaßen zu seinem Schutze gegen das schwächere, so rasch und vollständig besiegte Frankreich gar nicht bedürfe. Als Herr Thiers, sich von den preußischen Offizieren verabschiedend, die Seinebrücke betrat und zum erftenmale wieder die Thürme von HZaris er« blickte — brach er in ein lautes Weinen aus. „O, meine Herren," sagte er schluchzend, „ich habe nie zuvor gewußt, wie sehr ich — meine unglückliche Vaterstadt liebe! Welch ein entsetzliches Wiedersehen!" Und dann schritt er, sich fassend, ruhigen und festen Schrittes zu den französischen Vorposten hinüber. bung fämmtlicher Benediktiu er - K! öster im Werke fein, um die Klöster d^n Iesuite n zu übergeben. Da hat doch wohl der Staat ein Wörtchen darein zu reden. Die anfangs als Scherz aufgefaßie Nachricht der „Krenzzeitnng," daß der norddeutsche Reichstag nach Versailles cinbcrufcn werden solle, weil die Anwesenheit des Königs uud Bismarck's beim Heere nolhwendig sei, findet jetzt auch in der „Times" Erwähnung, und die preußischen Blätter beschäftigen sich allen Ernstes damit. Die „Spener'sche Zeitung" hält die Einberufung nach Versailles für sehr wahrscheinlich. Angesichts Paris soll von dem Reichstage der Entwurf der deutschen Bundesverfassung geprüft, beziehungsweise endgiltig darüber Beschluß gefaßt werden. Die „Schlesische Zeitung" sagt varüber: „In unterrichteten Kreisen wird als Grund für die Einberufung nach Versailles angegeben, daß die Berathnngen mit den süddeutschen Regierungen, ein so günstiges Resultat versprechen, daß der König sie durch eine Reise nach Berlin zur Eröffnung des Reichstages nicht unterbrechen mag. sondern es vorzieht, den Reichstag nach Versailles zu berufen." Trotzdem scheint die Sache zu abenteuerlich. Die „Opinione" meldet, daß der Kötiig von Italien iu Folge Kabinetsbeschlnsses am 30. November nach Rom gehen wird. Nach Pariser Privatmittheilungen waren Favre und die Mehrzahl seiner Kollegen für die Wahlen nnd den Waffenstillstand, aber der dagegen agitirende Trochu setzte seine Ansicht durch. — Nach der WaffenslillstandSablehnuug französischerseits schlug Bismarck der französischen Regierung vor, sie solle die Wahlen nach Belieben ausfchreiben und den Termin mittheilen; die deutschen Heere versprächen auch ohne Waffenstillstand die Wahlen im ganzen okkupirten Theile Frankreichs znzulassen, zu fördern und deren Freiheit zu achten. Nach einer Besprechung Thiers mit Trochu und Favre an der Vorpostenlinie erhielt Thiers den Befehl die Verhandlungen abzubrechen. (Vorstehende Nachricht aus Versailles, 7. November, wurde uns gestern Mittags 12 Uhr 40 Minuten aus Wien telegrafirt, das Telegramm langte jedoch erst um 9 Uhr 30 Minuten Abends hier ein.) Von den trostlosen Zuständen in Paris gibt eine Nachricht vom 3. d. im offiziellen Journal den besten Beweis. Das Journal sagt anläßlich einer falschen Siegesdepesche, welche, angeblich von der Regierung in Tours unterzeichnet, ihm mitgelheilt wurde, folgendes: Die Regierung hat keine Mitteilung dieser Art geschickt. Es ist dies ein falsches, komplizirtes Manöver zu dem Zwecke, um nach der Abstimmung als Anklage gegen die Regierung zu dienen. Die Untersuchung wurde ciiigeleitet. Die Wähler werden vor Gerüchten jeder Art zur Vorsicht aufgefordert, da gedruckte Formu-larien und Regierunqsfiegel von den Urhebern des Attentates am 31. Oktober entwendet wurden. Die verwegenen Urheber der Lügen haben im Hotel de Ville gestohlenes Papier verwendet. — Seit den Ereignissen am 31. Oktober tagt die Regierung nicht mehr im Hotel de Ville; die Mitglieder versammeln sich in dem einen oder anderen Ministerium. — Die „France" veröffentlicht ein Telegramm aus Marseille, 5. November, wonach die Hoffnung eine berechtigte ist, daß die Krise in Marseille zu einer friedlichen Lösung gelangen werde. Das Prä-fektursgebäude wurde geräumt, General Cluseret gab seine Dimenssion. Zur Tagesgeschichte. — Hochzeitstag im Polizeihanse. Wenzel Kalik, Posamentirergehilse in Wien, sollte den glücklichsten Tag seines Lebens feiern und mit der Landsmännin Katharina den Bund für's ganze Leben cingehen. Allzu viel Glück berauscht jedoch und Kalik, in diesen Zustand versetzt, artete derart gegen die Passanten der Ottakringer Straße aus, daß das Kom- missariat Ottakring es für gut fand, den jungen Ehemann festzusetzen. — Laut Erlaß des norddeutschen Bundeskanzlers und des preußischen Kriegsministers sind die Einleitungen für das Militärersatzgeschäft pro 187 l unverzüglich zu treffen. — Die „Grenzboten" fordern auf zur Gründung von Volksbibliotheken in Elsaß und Lothringen, um deu deutschen Geist wieder zu erwecken. — Elsässische Kriegsgefangene, die auf den Gütern in der Nähe von Potsdam zu ländlichen Arbeiten verwendet werden, benehmen sich dort zur Zufriedenheit ihrer Arbeitgeber. Doch, daß Frankreich von Deutschland besiegt, glauben sie auch heute noch nicht. Vou ihrem Kaiser sagen sie: „Er isch e Schuft, der uit mehr wieder komme darf." Doch daneben wollen sie von den Orleans nichts wissen, die Bourbonen sind ihnen ganz fremd und die Republik fürchten sie. Also welche Regierungsform? — Der russische Kaiser hat den Generalstabschefs der zweiten und dritten deutschen Armee, Generalen Stichle und Blumenthal, den GeorgSorden vierter Klasse verliehen. — Anläßlich einer mit zwei Ballons erbeuteten Korrespondenz erließ das deutsche Oberkommando ein allgemeines Verbot, niemanden ans Paris heraus oder nach Paris hineinznlassen. Fünf in den Ballons gefangene Personen wurden vor ein Kriegsgericht gestellt. — Im 12. deutschen Armeekorps ist ein Fall von Vergiftung vorgekommen. ES haben sich nämlich 19 Soldaten durch mehrere in einem Keller gefundene Flaschen Wein vergiftet, welcher mit Blausäure vermischt war. Das Haus wurde sosort vou den deutschen Truppen in Brand gesteckt uud die Leute, welche noch darin wohnten, erschossen. — Den „Daily News" zufolge ist General Bourbaki zurückgctretcu, weil ihn die Beleidigung Bazaine's durch die bekannte Proklamation Gambetta's verletzt hat. Fourichou denkt bekanntlich ebenso über die Proklamation. Den „Daily News" zufolge wären alle Offiziere der regulären Armee im Norden Frankreichs gleicher Ansicht. — Um den im Felde stehenden preußischen Truppen Gelegenheit zu geben, ihr Wahlrecht sUr den Landtag auszuüben, wurden ihnen die Wahlzettel nach Frankreich geschickt. Lokal- und Provinzial-Angelegeuheiten. Lokal-Chrom!. — (Der Kasse st ands-Aus weis der städtische» Kasse) für den Monat Oktober weist aus, baß in diesem Monate die letzte Tivolirate mit 10.000 fl. abgezahlt wurde. — (Ein Reisender), welcher gestern der Vorstellung der „Lucia" im Theater beiwohnte und sich dann zum Souper in das Gasthaus zur „Schnalle" begab, bemerkte daselbst zu seinem Schrecken, daß ihm seine Brieftasche mit 1500 fl. abhanden gekommen war. Es wurde sofort der ganze polizeiliche Apparat in Bewegung gesetzt, da der Verlustträger eiuen Diebstahl anuahm. Doch fand sich glücklicherweise die Brieftasche später unter dem Tische des Gasthauses mit ganz unversehrtem Inhalte. — (In dem Bezirksschulrathe) haben nach dem Schulaussichtsgesetze auch zwei Fachmänner Sitz und Stimme, welche von der Lehrerversammlung des Bezirkes gewählt werden. Die bezüglichen Wahlen haben folgendes Resultat ergeben: Für Laibach: Belar, Direktor an der städtischen Hanptschule, und Lehrer Schott; Für Krainburg: Küster, Lehrer an der Hauptschule in Krainburg, uud Soder, Lehrer m Lack; für RadmannSdorf: Tuma, Lehrer iu Radmannsdorf und Zarnik in Krop; für Stein: Zörer in Glogovitz und Rubnikar in Dol; für Adelsberg: De ms cher in Senosetsch und Berle in Wippach; sür Gottschee: Douschan in Gottschee uud Erker in Altlack; für Neustadtl: ?. Sigmund Jeraj, Katechet in Neustadtl, und Alois Jerfche Lehrer in St. Lorenz. — (Zur B e e t h ov e n s e ie r.) Von ausübenden Mnsikern haben bis jetzt folgende ihre Mitwirkung zngesagt: Aus Triest: Julius Heller, Musikdirektor des Schillcrvereins daselbst; aus Görz: Kapellmeister Pressau; aus Graz: KoreÜi, Cellist, welcher bei dem Sängerabcnde ein Cellosolo vortragen wird; ser'nerS die Herren Wilcek (Oboe), Wild und Schantl (Horn), Siegl, Franz Fiedler, Besitzer eines Klavieretablisse-mentö, August Schneditz, Mediziner, Hofmann, k. k. Ingenieur; aus Marburg: Adolf Bramberger, k. k. Gerichtsadjunkt; aus Cilli: Zinaner, Chorregent und Chormeister (Violine), Trimnigg, Stadlschuldirektor (Cello); aus Agram: A. Schwarz, Orchesterdirektor, welcher bei dem Sängerabende ebenfalls ein Violin-solo vortragen wird, die Tonkünstler T. Oertl, E. M. Simm, Joses Eisenhut und Ingenieur Felbingec; aus Karlstadt: Reg.-Kapellmeister Wannicek; ans Krain: Dr. Ganster aus Stein, Josef Fabian aus Kronau und die Lehrer Ludwig und Plhak aus Sagor. Das Orchester wird demnach bestehen aus zirka 16 ersten Violiuen, ebensoviel Seknnd-Biolinen, 8 Violen, 7 Violoncello'S, 7 Kontrabässen und der doppelt besetzten Blasharmonie. Ueber das Programm des Sängerabends auf der Schießstätte hören wir folgende Details: Außer den zwei bereits oben erwähnten Jnstrumental-solovorträgen wird der Mannergesangverein Cilli drei Chöre, darunter eiu steierisches Nationallied, singen, der Laibacher Männerchor singt einen Chor (Nedveds Abendständchen, das Tenorsolo Herr Rüdinger), die gememschaftlichen Chöre sind die „Ehre Gottes" von Beethoven, „Reiterlied" von Otto und die „Himne" von H. Ernst. Es ist übrigens zu hoffen, daß der bestrenommirle Cillier Gesangsverein auch außerhalb des Programmes einiges zum besten geben werde. — (T he a t e r u a ch ri ch t.) Die Theaterdirektion bringt Freitag ein Lebensbild von Hermann Schmidt „Beethoven" zur Ausführung. Scho» die glückliche Wahl des Stückes für den Vorabend der Beelhoven-feier, als auch die einzelnen Abtheilnngen des Lebensbildes bieten des Interessanten genug. Beethovens Leben und Wirken wird in vier Bildern dargestellt: „Zu Hause," „Im Salon," „Unter dem Volke" und „Allein." Außerdem wird uns Gelegenheit geboten, Herrn Puls, den Darsteller der Titelrolle, in einer neuen Eigenschaft, als Klavierspieler — er wird nämlich einige in das Stück verflochtene Beethoven'sche Kompositionen vortragen — kennen zu lernen. Wir wünschen der Theaterdirektion, die sich alle Mühe gibt, den Wünschen deS Publikums, so weit es ihr möglich gerecht zu werden, ein recht volles Hans. (Ein Raubmörder.) Dieser Tage wurde im Birnbanmer Walde die Leiche eines offenbar ermordeten und beraubten Wippachers gefunden? Ein bei der Leiche aufgefundener Manteldragoner, sowie ein Knopf lenkten den Verdacht des Mordes auf einen Soldaten des 7. Jägerbataillos; in der That begleitete ein solcher den Ermordeten auf seiner Reise. Eben wird uns mitgetheilt, daß es drei Waldhegern der fnrstl. Windischgrätz'schen Waldungen gelungen ist, den Thä-ter in einer Waldschänke zu entdecken. Derselbe, seiner That geständig, wurde bereits dem Gerichte übergeben. — (Eine praktische PreiSausschrei-bnn g.) Der Ausschuß des Prager deutschen Vereins zur Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse hat einen Preis von 200 fl. ö. W. für ein Lehrbuch der Haushal-lungskunde ausgeschrieben. In dein neuen österreichischen VolkSschnlgesctz ist nämlich angeordnet, daß in den obersten Klassen der Mädchenschulen anch Hans-haltungsknnde gelehrt werde. Bis jetzt ist aber noch kein zweckentsprechendes Schnlbnch darüber erschienen. Um diesem Mangel abzuhelsen, hat der Obmann des besagten Vereines, Herr Richard Ritter von Dotzaner, dem Ausschüsse die Summe von zweihundert Gulden ö. W. als Preis für die beste Ausarbeitung eines Lehrbuches der HauShaltungskuude zur Verfügung gestellt. Bei der Ausarbeitung der Konknrrenzschristen sind die Bestimmungen des tz' 79 der k. k. österr. Schul- uud Unierrichls-Ordnuug für die allgemeinen Volksschulen ddo. 20. Angnst 1870 (R. G. Bl. vom 21. Angust 1870 XI^H. Stück Nr. 105) besonders zu berücksichtigen. Der Termin zur Einsendnng der Koukurrenz-"rbeüen, die, mit einem Molto und der versiegelten Adresse der betreffenden Verfasser versehen, an den Schriftführer, Prof. Dr. I. Holzamer in Prag (Bethlehemsplatz Nr. 255), einzuschicken sind, ist der 31. März 1871. Der Preis wird acht Wochen später zuerkannt und die preisgekrönte Schrift, die den Umfang von sechs Druckbogen nicht überschreiten darf, bleibt Eigenthuni des Vereins. Gcmeiildcrathssitzllllg! am 8. November 1870. Anwesend 22 Mitglieder. Der Bürgermeister theilt mit, daß die Laibacher Sparkasse anläßlich des Jubiläums derselben dem Magistrate 1000 fl. zur Vertheilnng an die Armen übergeben habe. Defchmann nimmt das Wort, um der Wohl-thäligkeitsakte zu gedenken, welche die Laibacher Sparkasse jüngst wieder ausgeübt und welche im ganzen Lande die freudigste Sensation hervorgerufen haben; er spricht von der segensreichen Thäiigkeit der Sparkasse überhaupt für alle Wohlthäüglnisanstalten. Redner wünscht, daß die Gemeinde Laibach eine Manifestation an die Sparkasse erlasse; die höchste Auszeichnung wäre zwar die Ehrenbürgerrechtsverleihnng, allein es sei schwer, unter so viel würdigen Männern, ohne andere zu verletzen, die würdigsten zu finden. Er beantrage daher, daß die Gemeinde ihren Dank durch eine Adresse schlicht uud einsach aussprechen solle (Bravo), v. Kalte negger stellt den Zusatzantrag, daß die Adresse von sämmtlichen Gemeinderäthen gezeichnet werde und selbe von einer Deputation, den Bürgermeister an der Spitze, überreicht werde. (Einstimmig unter Beifallsrufe» angenommen.) GR. Dr. v. Schrey fragt, ob »ach dem Muster deS in der Sternallee bereits ausgestellten neuen Eisengeländers dasselbe überhaupt durchweg zur Ausführung kommen solle, obwohl eS sich als nicht besonders zweckmäßig erweise. Der Bürgermeister antwortet, daß die Frage bci der Prüfung des Kostenvoranschlages ohnedies noch einmal vor den Gemeinderath komme. GR. Mahr sagt, die Kasernbrllcke sei in gefährlichem Zustande. Ter Bürger m ei st er antwortet, daß der Bauinspektor dieserhalb schon öfters beauftragt wurde, sich zu überzeugen, er werde übrigens erneut betrieben werde». Vorträge der Finanzsektion. Dr. Schöppl reserirt über die Stadtkafsen-rechnnng pro 1867 (wird genehmiget); GR. Les-kovic über die Stadtkassenrechnung pro 1868 (wird genehmigt). Derselbe beantragt 300 fl. Subvention an das Kinderspital. (Wird genehmigt.) Die Tabakfabriksfrage. GR. Dr. Schöppl referirt namens der Finanz-sektio» uud verliest eine Zuschrift des Bürgermeisters an dieselbe, in welcher er mittheilt, daß er in Wien in der Angelegenheit der Errichtung einer Tabakfabrik in Laibach Schritte gethan und überall das freundlichste Entgegenkommen gefunden habe. Das Finanzärar werde schon dieser Tage eine» höheren Beamten, den Ministerialrath Reinsee, hieher entsenden, doch wünsche das Aerar, daß demselben wo möglich ein städtischer Baugrund, falls ein Neubau beschlossen würde, unentgeltlich überlassen werde. Eine aus der Finanz-, Bau- und Rechtssektion zusammengesetzte Kommission habe eiueu Lokalaugenschein vorgenommen an den zwei städtischen Gründen, die zum Antrag an das Aerar kommen sollen, nämlich der Platz neben der LattermamiSallee längs der Verpflegsamtsgarten-mauer, sowie der Kercon'sche Grund an der Triester-straße. Dr. Schöppl beantragt den letzteren Grund, da der Platz am Verpflegsamt zu kleiu sein dürste, indem das Aerar die Absicht habe, eine Fabrik für 1000 Arbeiter zn errichten nnd selbe bis zum Bedarfe von 3000 Arbeitern zu erweitern. Ein Ansammeln von so vielen Arbeitern an der öffentlichen nnd besuchtesten Promenade erscheine nicht zweckmäßig. Nachdem der Bürgermeister die Anwesenheit der gesetzlichen Anzahl von Gemeinderathsmitgliedern kon-statirt, wird zur Debatte geschritten. Tr. Kcesbacher möchte um keinen Preis der Ausführung des Fabriksprojektes hinderlich fein, doch scheine ihm bei der Anlage eines Fabriksetablissements von 3000 Arbeitern cs sich denn doch nicht um die Frage allein zu handeln, wo sich zufällig ei» städtischer Grund vorfinde, sondern es handle ssich ja auch darum, ob dieser Grund den Anforderungen, insbe-sonderS der öffentlichen Sittlichkeit und der öffentlichen Gesundheit auch entspreche. Aus diesem Grunde, weil auch die sanitäre Frage zu bedenken sei, hätte die Polizeisektion in die Kom-mission einbezogen werden sollen, er bedanre es, daß dies nicht geschehen, darum müsse er jetzt in der Siz-zung seine Bedenken erheben, da er jedoch erst auS der Tagesordnung entnahm, daß die Frage heute zur Debatte komme, sei er nicht vorbereitet, er wisse nicht, welche Manipulationen alle in einer Tabakfabrik Vorkommen, er kenne den Kercon'sche» Grund nicht, er wisse nicht, ob die Stadt nicht noch an passenderen Orlen Baugründe habe; doch das sei gewiß, daß im allgemeinen Fabriken nicht in jene Richtung gestellt werden sollen, aus welcher die herrschenden Winde kommen; in Laibach sei Süd-, Südwest- und Westwind vorherrschend, daher Fabriken in den Nordost oder Ost der Stadt zu stellen seien, während die Ta-baksabrik gerade entgegengesetzt zu stehen käme. Aus dem ganzen ersehe er, daß man über die sanitäre Frage leichtfertig hinweggegangen; daß die Frage mit einem Worte nicht spruchreif sei, daß daher dieselbe noch einmal unter Zuziehung der Polizeifektion auch auf die sanitäre Rücksicht geprüft werde. Spreche sich die Majorität schon heute für den Antrag der Finanz-fektion aus, so habe sie dazu die Macht, allein er als Arzt sehe sich verpflichtet, seine Bedenken auszusprechen, damit ihn nicht der Vorwnrs treffen könne, in einer so wichtige» Frage geschwiegen zu haben, denn die sanitäre Frage scheine ihm so wichtig, daß die Stadt derselben sogar ein Opfer zu bringen entschlossen sein solle. GR. Dr. Schreh ist für den Bauplatz an der Lattermannsallee aus Stadterweiterungsgründen. GR. Laßnik meint, man solle den Kercon'schen Grund gegen die Eröffnung der Straße durch den Verpflegsgarten Umtauschen. GR. Bürger wendet sich gegen die Ausführungen des Dr. Keesbacher, ebenso der Vizebürgermeister Deschmann, letzterer meint, auch der Morastrauch komme in die Stadt, ebenso spricht GR. Sa> massa für den Antrag der Finanzsektio». GR. Stedry erwähnt, auch rn Klageusurt sci die Tabakfabrik inmitten der Stadt. Dr. Keesbacher erwidert, daß daS Aufzählen von bestehenden Uebelständen die Hinzufügung neuer nicht rechtfertige, die Klagenfurter Fabrik sei nicht mitten, sondern am Ende der Stadt, nicht im Süden, sondern im Nordosten der Stadt. Nachdem noch der Bürgermeister gegen die Laßnik'sche Idee gesprochen, wird zur Abstimmung geschritten und der Antrag, den Kercon'sche» Grund dem Aerar zu osseriren, mit allen gegen eine Stimme angenommen. Vortrag der Bausektion. GR. Stedry referirt über die Rechnung des Karl Tantfcher, betreffend die Holzliefernng der Tir-naner Brücke im Verdienstbetrage von 254 fl. 60 kr. (Wird genehmiget.) Vorträge der Schnlsektion. GR. Pirk er referirt über die Organisirnng des Ortsschnlrathes für Laibach. Obwohl die diesem obliegenden Geschälte füglich vom Bezirksschnlrathe verrichtet werden könnten, sei doch die Koiistiluirung eines Ortsschulrathes auch für Laibach nach dem Schnlauf-sichtSgesetze vorgeschrieben. Cs genüge ein einziger Orts-schnlrath, in welchen 5 Mitglieder und 2 Stellvertreter vom Gemeinderathe zu wählen seien. Die sogleich vorgenommene Wahl ergab folgendes Resultat: Die Gemeinderathe Pirjer, Mahr, Leskovic, Rudesch und Professor Leßjak. Ersatzmänner: Lehrer Eppich und Direktor Wald Herr. Zum Schluss reserirte GR. Pirker über den von der vereinten Schul- und Bansektion vorgeiiom- menen Lokalangenschein im Zwayer'schen Hause wegen dessen allfcilliger Eignung zur Unterbringung der städtischen Volksschulen. Die Kommission sprach sich dagegen aus, doch ist das auf Grundlage des Hans-planes abzugebende Gutachten des städtischen Ingenieurs abzuwarten, worin auch die allfälligen Adap-tiruugskosten zu spezifiziren wären. Wenn auch dieses Votum verneinend ausfällt, wird es Sache der Schul-und Baufektion sein, einen geeigneten Baugrund zur Aufführung der städtischen Volksschulen ausfindig zu machen. Diese Anträge wurden angenommen und sodann die Sitzung geschlossen. Eingesenvet. Gestern Abends um halb eilf Uhr wollten wir ein Telegramm anfgeben. Als wir zur Lhüre des Hauses kamen, in welchem sich das Telegrafenamt befindet, fanden wir dieselbe versperrt, eine Einrichtung, über deren Zweckmäßigkeit sich mindestens streiten läßt. Wir zogen nnn an dem in das Telegrafenamt hiuauf-führenden Glockenzuge, fanden aber kein Gehör. Wir läuteten allmälig iinnier stärker und anhaltender, wir zerrten endlich minutenlang mit aller Macht an der Klingel, so daß der Drahtzug jeden Augenblick zn reißen drohte, wir hörten die Glocke oben beständig läuten, aber hinter den znni Theile erleuchteten Fenstern deS zweiten Stockes rührte sich nichts und niemand erschien, die Tbür zn öffnen. Nachdem wir so mebr als zwanzig Minuten vergebens gewartet hatten und sich alle unsere Anstrengungen, ins Telegrafenamt zn gelangen, als fruchtlos erwiesen, mußten wir endlich Wiverrichteter Dinge nud außer Stand, die Depesche aufgeben zu können, abzieben. In dem eben geschilderten Vorgehen liegt gewiß, gelinde gesagt, eine enorme Rücksichtslosigkeit gegen das Publikum und wir können mir die Erwartung anssprechen, daß das Telegrafenamt derartige Uebelstande sofort gründlich und flr immer beheben werde. .8. L. - ^ 8. Knr aller Krankheiten ohne Medizin und ohne Kosten durch dk delikate Gesundheitöspeise HsvrüeL-eiöro äu von London, die bei Erwachsenen und Kindern ihre Kosten oOfach in anderen Mitteln erspart. 72.000 Kuren an Magen-, Nerven-, Unter leibS-, Brust', Lungen-, Hals-, Stimm-, Athem-, Driisen-, Nieren- und Blasenleiden — wovon aus Verlangen Kopien gratis und franko gesendet werden. — Kur-Nr. 64210. Neapel. 17. April 1862. Mein Herr! In Folge einer Leberkrankheit war ich seit sieben Jahren in einem furchtbaren Zustande von Ab uiagernng und Leiden aller Art. Ich war außer Stande zu lesen oder zu schreiben; batte ein Zittern aller Nerve» im ganzen Körper, schlechte Berdanung, fortwährende Schlaflosigkeit und war in einer steten Nervenausregung, die mich hin- und Hertrieb und mir keinen Angenblick der Ruhe ließ; dabei im höchsten Grade melancholisch. Biele Acrzte, sowohl Inländer als Franzosen, hatten ihre Kunst erschöpft, ohne Linderung meiner Leiden. In völliger Verzweiflung habe ich Ihre Revaleseivrs versucht, und jetzt, nachdem ich drei Monate davon gelebt, sage ich dem lieben Gott Dank. Die Nevaleseiöro verdient daü höchste Lob, sie bat mir die Gesundheit völlig hergestellt und mich in den Stand gesetzt, Meine gesellige Position wieder einznnehmen. Genehmigen Sic, mein Herr, die Versicherung meiner innigsten Dankbarkeit nnd vollkommenen Hochachtung Äarciniso äs Brök»». In Blechbüchsen von Psd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — IiöV!Ü68(M-6 Lliooolatöö in Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, für 24 Tassen fl. 2.50, für 48 Tasten fl. 4.50, in Pulver für 12 Tassen fl. 1.50, 24 Taffen st. 2.50, 48 Taffen 4.50, sür 120 Tassen fl. 10, 288 Tassen fl. 20, 576 Taffen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barr y L Co. in Wien, Goldfchmiedgaffe 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parfumeur; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preßbürg ViSztory; iu Klagensnrt P. Birnbacher; in Linz Haselmayer; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Oberranz-m ey e r, Gr ablow itz; inMarburg F. Kollet-nig; in Lemberg Rottender; in Klausenburg Kronstädter, und gegen Vostnachnahme. Wittern!!;;. Laibach, 9. November. Vormittags etwas Regen. Die Berge tief herab in Wolken. Wärme: Morgens 6 Uhr 4.0", Nachmittags 2 Uir --- 4.4" R. (>869 - 0.3°; 1868 -j-7.9"). Baronie l e r 326.06'". Das gestrige Tagesmittel der Wärme 6.2^, nm 1.6" über dem Normale. Anzekommene Fremde. ÄA 8. November. k l Edler v Best, k. k. Kreisgerichtsrath, Cilli. Lehrmann.Bauassisteiu, Krainburg. — Eichalter, Berg- u. Hütten-Verwalter, Triest. — Ritter v. Janovitz, Assekuranz-Inspektor, Triest. — Hostnig, Kaufm., Wien. — Perenic, Bauunternehmer, Fiume. Crusic, Privat, Cilli. — v. Ehreuwar, Cilli. — Puntschert, Klagensnrt. — Ritter v. Mekllein-see, k. k. Ministerialrath, Wien. — Latzl, k. k. Ober finanzrath, Wie». — v. Gutrath, Ingenieur, Wieu. — Trono, Handelsmann, Triest. — Zupauc, Gewerks-Beamte, Store. — Rezori, k. k. Verwalter, Socco. — Schmidt, Kaufm., Cilli. — Suppan, Priester, Krainburg. Lauenstein, Kanfm., Wien. Gcoenltasel über die am 1 0. November 1870 stattfindendei Lizitationen. 3 Feilb., Stibil'sche Real., Ustja, BG. Wippach. Korrespondenz. P. Tch.: Zur Aufnahme nicht geeignet, da die be sagte Route schon mehrmal im „Tagblatte" feuilletouistisch behandelt wurde. Theater. Heute: Zur lll. Schiller - Geburtsseier. Tic Niinbcr. Schauspiel in 5 Akten von Friedrich v. Schiller. Telegramm. Berlin, 8. November. (Offiziell Verdnn kapitulirte. General Treokow zcniute am 3. November Bclfork uns stellte die Verbindung mit Werder hcr. Tours, 8. November. Eine preußische Kolonne griff die französische» Posten PoiSly Balliere au Nach sünfthalbstimdigcm Kampfe wurden die Preußen zurückgedrängt, verloren 52 Todte und Verwundete, 64 Gefangene. Lvndou, 8. November. Die „Times" sagt, daS Bombardement von Paris werde nicht vor 14 Tagen beginnen. „Standard" meldet: Die Franzosen nohinen am 6. November Chateaudnn wieder ein. Florenz, 8. November. Die Regierung wird heute den Qnirinal als StaatSeigcnthum in Besitz nehmen. Allen meine» Freunde» nnd Bekannten bei meiner schnellen Abreise ein herzliches Lebewohl. (477) L. Zahnarzt Mä. vr. ILHM, Dozent der Zahnheilknnde ans Graz, ordinirt hier „Hotel Elefant" Zimmer-Nr. 20 nnd 21 täglich von 8 bis 1 Uhr uud von 3 bis 5 Uhr. Ter Aufenthalt dauert noch bis inkl. 12. November. Rei Zl.ivoi X < <>»»>». lit VVit'n. Stadt, Singerstraßc, deutsches Haus, im Eckgewölbe zu haben: Arabische Erräh-lnnaen »nd Märchen. Neueste und elegante Taschenaus-BanSen, brvschirt statt 5 fl. 1001 Nackt gäbe. Komplett i» mir 2 st. gM" Dieser anßerordentlich billige Preis (nicht höher als die Erzeugungskosten) gilt nur bis I » 187^O, wenn der geringe Vorrath der angekanften Exemplare bei diesem wohlseilen Preis (wie zu erwarten ist) nicht früher aufgekauft wird. Dies Werk ist als Weihnachts- und Neu-jahrSgescheuk sehr passend nnd kann durch alle soliden Provinzial Buchhandlungen bezogen werden ; inLat-l>ach bei Qvi elivn. (479--1) Für Koilzckte öl Likderiascl soeben augekommen: Cine reiche 2l»swttkl modernster weißer Vam6n-fiotiu8, L!ismi86ii8, Lo!8, >V>o-l!68ii68, ^Ä8e!wn, llniei'äi'mei bei (478-2) VkSLL-. ««« Klafter Ailchenhoh, 36zölliges schönes Scheiterholz, liegen in der Tirnnn Nr. 14 zum Vcrkauf. Skähere Auskunft ertheilt Herr I-'e->«>>/-. i »»,-,»» am Hauptplatz Nr. 307. — Es wird auch die Zerkleinerung des Holzes besorgt. (476—1) Bitte zu beachten! -HW Den geehrten Bewohnern Laibachs nnd Umgegend zeige ich hiemit ergebenst an, daß das rühmlichst bekannte - Kabinst, verbünde» mit einer reichhaltigen Präsenten - Ariötheilnrig, am Jahrmarktplal; täglich von 9 Uhr Morgens bis lO Uhr Abends zur hochgeneigte» Ansicht gestellt ist. Außer den Äriegsausichtc» wird jede» Tinttütail die l^cniälüe-Aufstellnna gewechselt; anch erwarte ich in nächster Zeit das Bombardemeut von Straßburg zu erhalten. Die Präsente werden täglich durch neue Zufuhren ersetzt. Bitte um zahlreichen Besuch ergebenst (471—6) Unnnt» Echte Znaimer GsftzWirkcn zu billigsten Originalpreisen empfehle ich von meine,» Kommissionslager bei Herru »»«»»» in Laibach. (393—13) I OjkLI». Wiener Börse vom 8. November. StaLlstdvü». >Perc.Rente. öst.Pap. dto. dto. öst.inSilb. ^sse von 1854 . . . 6oie von 1860, ganze von 1860, Fünf!. Prämiensch. v. 1864 . Lteiermark ;u5p^r. «kärnten, Krarn u. Küstenland 5 „ Lngarn . . ;u5 ^ ttroat. u. Slav. 5 „ Siebenbürg. „ 5 „ ^L.ot1sQ. v?,7tionalbank . . . Union-Bank . . . Kreditanstalt . . . >-t. ö. EScouipte-Ges. Nnalo-östevr. Bank . Oest. BodLncred.-A. . Ocst. Hypotb.-Bank . Nteier. E^comvt.-Bk. Franko - Austria . . tiais. Ferd.-Nordb. . 8«dbahn-G-I-llsch. . tkais. Elisabeth-Bahn. Larl-Ludwig-Bahn ^.iebenb. Eisenbahn . Staatsbahn. . . . ttais. Franz-ZosefSb.. Künfk.-Barcser E.-B. Llföld-Fium. Bahn . 1?kavÄdrto5o. /ration. ö.W. verloSb. klng. Bod.-Creditanst. Allg.öst.Bod.-Lredit. dto. rn ss^r.rückz. . Veld 57.70 67.50 87.5(>^ 93 80 104 25 117 75! 9L 50 84.— 80.- 82— 76.- 727.— 21».-v !<^.7,> »06 Lo Würi I l Geld 57.80 Hypsth.-Bank . —.— «8.2!! »4.-jSüdb.-Ges. zusoogr. iii.so lo» ro^ dlo. Bons s PCt. 2Si.-li8.—IN-'r^b. (lou f>. >LM.) »2.15 jSieb.-B.lSooN.ö.W.) 88.15 IZtaatSbah» Pr. Stück 184.5» Sz.— Staats!'. Pr. St. I8S7 I3,-.50 Ru!>°lf»b.<»0us!.ö.W.) 8V.— Franz°Ic1.(svosl.S.) 04.70 I S3l'____ 101.5i; ri02 176.30 218 — L47.L5 168.-382.50 1^9. ,5 161.-170.75 729.- 23) 255.90 8r>8 — LO?.— 10?.- 2105 176.50 218.50 247.75 168 50 38 r.— 190.— 164.— 171.- 93.40 93.60 89.— 80.— 1t'6 — !,06 50 87.5t ! 87.75 e 112.— L33.— 93.— 89.25 135.— 133.— 90.50 94.90 Credit l00 sl. ö. W. . Dcn.-Dampsl>i--Gcs. zu 100 fl. CM. . . TricNer 10« fl. CM.-. "0. 50f!. v.W. . r^sencr . 4v st. ö.W. Lalm . „ 4« „ Paissy . „ 4» , Ctaru . , 4« » St. Genoi»„ 40 , Windilchgrätz 2l> , Waldflein . 20 „ K-glevich . ig _ RudolsSstift. lüü.W. Vsok»o»(SM°u.> AugSb.lNvfl. südd.LS/ Frankf. INg fl. , , London 10 Ps. Stcrl. Pari» IW Franc« . Hünroil. Kais. Diünz-Ducatcn. LO-FrancSstliü, . . N-r-inSthaler . . . Silber . . . . 159.50 159.7S 95.— 96.— 115.— 54.— 'Kl 27.— 30.— 37.- 39.- 26.— 37.— 31.— 33 — 28.— 29.— 22.— 24.— 18.— 80.— 14.— ^6.— 14.- 14 50 101.ro 101 40 101.4!» 101.co 121.50 121.60 5.79 5.8) 9.84» 9.85 1.80 1.«0' 1L0.L5 iro 50 Telegrafischer Wechselkurs vom 9. November. 5perz. Rente österr. Papier 57.80. — bperz. Rente Ssterr. Silber 67.65. — 1860er Staatsanlehen 93 70. — Bankaktien 732.— Kreditaktien 254 80. — London 122 — - Silber 120 2^. — K. k. Miinz-Dnkaten 5. 82'/,. — Na-poleonsd'or 9.82'/,. Trrick oon Jgn. v. öileinmayr ä- Fed. Bamberg in Laibach. Perleger und für die Redaktion verantwortlich: Lttomar Bamberg.