Kreytag dcn 21. October 1626. Todtenopfer, gsweihet den Manen des Herrn Rudo>h Grafen von Pack, k. t. Kämmeterö> Eommander. des Großherzoglich . Toscanischen St. Stephan-Ritt«.Ordens, Directörs der Gesellschaft des Ackerbaues und der Künste zu Gdrz, wie auch Mitgliedes des Wohlthätigkeit^ Vereins daselbst, und correspondirenden Mitgliedes des lönigl. Würtembcrgischen landwirthschaftlichcn Vereins zu Stuttgard. Gestorben zu Laibach am 27. September 1625. <<^essen Matten wird heut das Todtönopfir gefeyirt? Düsler mit Schleyet umflort, steht dort «in Trauergerüst, Klügtstimme ertönt durch des Tempels heilige Hallen, Dumpfes Glockettgeläut'. daß mich der Schauer umweht! Ach» feucht trübt sich der VUck, schon fließen Jahren dem Freunde, Den wir alle geliebt, mit elegischem Gefühl! Seines Levenö Fackel ist auf ewig erloschen. Finsterer Erde Schooß hüllt schon des Edlen Gebein. Viel zu früh entriß der eiserne Tod ihn dv«s will sie ,um von m^r^'" — „Gnädige Frau, < daß i1e Ihrem Herrn Gemahl zureden, wie Gott, mcht , wie ein beschränkter Beamter zu richten. Er I^sse mich i encfiiehen, ich >vill mich »ach tein Elsasj schleichen, dort war ich, wie ich noch ehrlich war, bekannt, ich will . dort Arbeit, rötlichen Erwerb suchen, und mein« Zukunft soll Ihnen beweisen/ daß er besser richtete w« das Gesetz." In diesem Augenblick horte man ein Posthorn, eine bepackte Chaise fuhr auf den Hof, ein alter Herr ft-ieg heraus und that an den herbeygekommlnen Knecht uncer demüthigen Verbeugungen einige Fragen, dann wid. Nickele küßte ehrerbiethig, und de< Schlief;« riegelt« hinter der Landrichtennn die Gefang nißthüre zil. Am gestrigen Morgen, noch ehe der Landrichter ,um Frühstück ging, halte er einen Bothen an den Vormund, Herro D^ccor Langnaf;, abgefertigt, mit ?inem Brief, in dem er ihm kurz und bündig erzählte, 'eine Mündel sey zu ihm geflüchtet,; er sey der Jugend-und ihrem Vater gewesen , fühle sich berufen, die Waise g«ge» den unbilligen Zwang, den er ihr wegen ei>nr verhasnen Heirarh anthun wollte/ zu schützen, und gab demnächst tem Herrn Doctor einige Beweggründe zum gütlichen Nachg.eben, die nicht zu unserer Kllnde gekommen stnd, aber sehr überredend seyn mußten, denn dieser nahm noch am späten Abend Postpferde, imd befahl seinem Sohn, dem vor einer Nachtreise schauderte , zur bessern Contenance bey dein beabsichtigten Besuch, ihn zu begleiten. Na« nette saß mit August am Fenster, wie der alte Herr auesticg, erkannte ihn sogleich , und floh wie ein Küch« lein, das den Habicht erblickt, auf den am Schreibtische sitzenden Landrichter zu,drängte sich zitternd an ihn und rief: „Ach er kommt, er will mich hohlen! aber ich sterbe eher, ehe ich den Bastian Heirathe, ich sterbe, ehe ich fortgehe." — „Liebes Kind, sagte der alte Mann, dem die kindliche Vercra,Nichkeic des Mädchens gar wohl that, du sollst den Bastion nicht heirathen, und willst du ganz bey mir bleiben, so—" die Kleine ließ ihn nicht ausreden,sondern hiügon seinem Halse, „ganz, ganz," rief sie> ohne das Wie? zu bedenken, als dex Doctor Vormund hereintrat, und, von dem sich ihm darbie» thenden Tableau nicht sehr angenehm überrascht, in der offenen Thüre stehen blieb. Der Landrichter hatte und wiederhöhtce leise: „die Wahl." Dal'ey ließ er seine stieren ?lugen über Nanettens Kopf an dem Sünsder Decke hingleiten, indes; sie sich ein wenig duckte, wi< das Küchlein, wenn der Stoßuogel herankommt -^-„Gar kcin Eigennutz war dabey/ fuhr Herr öoctor" Langnaß fort/ wie meine VormuntschaftsrechnliiigeN bey der Mündigkeit der Jungfer Holder ldoh'l Ausweisen werden; bis LahiN stehr es ihr ganz frey/ ihreN Aufenthalt bey dein Heri'u Landrichter zu Nehmen." — „So wird es öilch geschehen/ nahm dieser jetzt das Wort/ allein mit der Vormündschafcsrechnung wird der Herr Doctor nicht mehr so lange geplagt seyn. Heii'ath macht unsern Gesetzen nach mündig, ivie einem so HlitenIüi risten bekannt ist, ich hoffe aber> Jungfer Holder wird einwilligen, diesen jungen Mann / meinen Sohn/ Amtsrath in Hayna, zu ihrem Gälten zu nehmen > und—Nänette, du widersvrichst mir Nicht? -^ ich stelle Ihnen beiiselben als den Mann vor/ der Ihnen Ihre" Vormundssorgen abnimmt."— August hätte öt)n seinen Ältern die Einwilligung zu seiiier Verbindung mit Nä-nette erhalten, daS unerfahrne Kind erfuhr aber frey« tich erst in diesem Augenblick/ daß sie sich durch ihrun» verhohlenes Betragen wirklich schon als Augusts Braut constituirt hatte; sie war deßhalb> wie ihr Geliebter freudig ihre Hand ergriff/ bis zur Ohnmacht überrascht. August mußte sie in sein? Arme fasseN > da ihm doch vor tiner innigen Aeußerung in Gegenwärt dieser MellscheN graute. In diesem Augenblick trät seine Mutter in's Zimmer; zu ihr leitete erdas zitternde Mad'cheN/ Und kgte sie ihr mit denWorcen an's Herz: „Liebe Mutter> führen Sie meine Braut in ihr Ziemer;" — Ob die Landrichterlnn erstaunt war, erzählen wir weiter nicht/ der Doctor war es und noch dazu voll Galle. Wider-sireben könnte er aber nicht, er hatte mit einem Gegner zu ihltti, der das Gesek kannte, wie seine Schetm-stücke/ und der für eine ehrliche Sache gefochten häM. Er that/ als wenn ihm diese Einrichtung eben so lieb sey; die Koffer, welche Nanettens Habseligkeiten elit' hlelceu/ wurdeli abgepackt und ein sehr gutes Mittagessen eingenonimett/ bey dein Sebastian gründlich, als sey er nlir zu diesem Zweck mit dem Vater ausgereist/ seine Eßlust befriedigte, und daiin mit diesem, der zu öiel Galle hatti, uM dsn guten Schüsseln seiner höflichen Wirthinn Gerechtigkeit ängedeihen zu lassen, seinen 5Iückw^g alttrat^ (Vischlüß folgt.) Technische Nachrichten. E IaiNe. Die fertett Ohle bestehen aus einem festen Talg(Hcearine) und einem Oh! (Elaine), welches nur sehr schwer gesteht. Beym Gestehen ist es ge< ldöhnlich nur der Talg, welcher fest wiid^ Das flüssige Öhl ist ziim Einschmieren der Uhrwerke vorzüglich brauchbar. Uni es zll erhalte», darf lnan tiach Peclet nur die feiten Öhlemittiner starken atzenden Natronlö» sutig zusammenmischen und leicht erwärmen, dämir die ElaiNe obenauf schwiinmt, durch Leinen seihen und die Elaine von der KaltlösuNg trennen^ Alle Ohls/ aus-genöinmen ranzige und burch Hitze veränderte, lassen sich so jertege», weit der Talg leichter mit Natrott Seife bildet/ als das Oht; S ch uielz ciege l vor d e" m Zerspringen zu sichernd Um das Zerspringen der Schmelztiegel und Recorten zu hindern Und die Sprünge zu uerma» chen, bestreicht Willis/ der dafür von der Lonconer Aufmunterungsgesellschaft eineVelohnung erhielt/ mit* telst eiNcS Pinsets die innere Seite der Tiegel mit etl,^ Mischung