Nr. 103. Freitag, ?. Mai 1886. 105. Jahrgang. MMcherMMtuM. lan,iaz!'^"n ""ö5«I6: Mil Poftverscnbilng: gonzjählig fi, 15, halbjährig fi. ?,5>o. Im Lomploil: ^ Die „t'nibacher Leitung" erschcinl täglich mit AuOnahm? der Sonn- und Feiertage. llein? '» r ' '^' halbjährig 5,50. ssllr die ZustcNung ins Hnus ganzjähriss fi. I. — InsertlonSaebiir: sslll V Die «b«i«iftratlon brfinb.t sich Vaküchrsssraßt! 15>, t>ic Mtdnctlo» Wictierftraßc 15, — Unfrankiert? Vrleft ^ ^»ttsale l'i« zu 4 »cilcil 2s> sr., größere pr. .^eile U ll.! dci >,'s!> ic» Wiederholungen pr. ^c,lc 3 lr. ^ werbci: nicht a^geni'mmcn uiib Vianuscrivt» nicht zurückgestellt. ________ ____________ > ^_______________________________________________ Ulntlicher ßheil. U^' ^ ""b k. Apostolische Majestät haben nut P^Wster Entschließnng vom 11. April d. I. dem Frcm w ^'" Staatsgymnasium i,n 3. Bezirke Wiens, gen ^c >" " berual, in Anerkennung seines vieljähri-bas " ^^en nnd ersprießlichen Wirkens im Lehramte ,,, ,,^/^>,e Verdienstkreuz ,nit der Krone allerguädigst ^" Rechen geruht. ^______ Msw^ Flnanzminister hat den Finanzwach-Obcr-,^i w Ludwig Rußbachcr zilin Finanzrathe, den ^"zcommissär Albin Fcicht inner znm Finanz-zuin 3 ""^ ^" Finanzcummissä'r Adalbert Sikora Ln„i.^!^llz-Obercommissär filr den Bereich der Finanz-^"desdnection in Graz ernannt. von, ^lAckerbanminister hat auf Grund des Gesetzes KM cr ä ^^) (L. G. Äl. ^ir. 12), betreffend die h«, ^fforstnng im Herzogthnmc Krain, den Landes-Ul?^''" """ Krain Gustav Grafen von Thuru st» ^al sassina zum Präsideuten der Karstmiffur-^s-Cmumissiuu eruannt. Nichtamtlicher Iheil. ^e Amtsthätigkeit der Gewerbe-Illspectoreu iui Jahre 1885. in. s. Die Inanspruchnahme der Gewerbe-Inspectoral ^ der Arbeiter war im Jahre 1885 bedeutend ^^ als im vergangenen Jahre. In nicht weniger Ve^'s Mllen, uud zwar aus sehr verschiedenartigen erh^ ssluigeu, wurde die Vermittlung der Inspectoren Lch,,^!l Anlass hiezu gabcu vorzeitige Eiltlassling, h^^'ftrcnzen, Lohnabzüge, Strafen, die Beschaffen-li,c,„ "" Netricbsstätte, Gefahren im Betriebe uud ble N Ü Sicherung dagegen, vorgckonlmeue Uufälle, Kra",. ^'"t)"l drs Trinkivasfers, Wohuuugszustäude, Ülliw ^"^'slützilug, die Erlauguug ciuer Eutschädi-Re^'^7 "uem erlittenen Unfälle, der Wuusch nach lvar?'^"ahme "l die Arbeit u. a. Ill 328 Fälleu von k ^^"schl"ten. beziehungsweise die Vermittluug, ^"" gewünschten Erfolge begleitet; in 57 Fälleu waren die Gewerbe-Iuspectoren in der Lage, die Ab- > Hilfe durch die Gewerbebehördeu zn erwirken; in !)2 Fällen wiesen zloar die Gewerbe-Insvectorcn das Anliegen der Arbeiter als nicht vertretbar zurück, bemühten sich aber zugleich, die irrigen Anschauungen zn berichtigen, der leidenschaftlichen Erregung die kühle Erwäguug des Vertragsvrrhältnisses oder der getroffene,! Abmachung entgegenzustellen, die Arbeiter auf die Nothwendigkeit von Leistung und Gcqeuleistuug ^ aufmerksam zu machen, knrz im Wege cruster Vorstellung oder Belehrung die Arbeiter für die richtige Würdigung der Sachlage zn gewinnen. Nach Hervorhebung dieses friedlichen Wirkens der Gewerbe-Inspectoral spricht der Gcncralbericht das Bedaucru darüber aus. dass ihr Verkehr mit deu Arbeitern von einzelnen Gewerbe-Inhabern mit scheelen Augen angesehen, in einzelnen Fällen geradezu vcr-hiudcrt, ja dass hie uud da dieser Verkehr sogar durch Gewaltmaßregclu zu nuterbinde» versucht wird. «Es ist dies - so fügt der Bericht hinzu — im Interesse des soeialcn Friedens lebhaft zu bcklagcu, deuu erfahrungsgemäß vermag den, der in seinem Rechte gekränkt ist oder auch nur gekränkt zn sein glaubt, uichts so sehr zu vcrletzeu nnd zu erbitteru, als das Gefühl der Ohnmacht, das Bewusstsein des Verlassenseins. Das Iguoricreu alleiu behebt keiu Uebel; im Iuucru fortwirkeud, das Gemüth verbitternd, tritt dasselbe später in ungleich schlimmerer Form zutage.» Arbeitseiustelluugeu, welche in ganz besonderem Maße die vermittelnde Thätigkeit der Gewerbe-Iuspec-torcn herausforderten, fanden'im Jahre 1885 23 statt. D,e Inanspruchnahme der GewcrbeInspectoreu seitens der Gewcrbebehörden war im Jahre 1885 ungleich lebhafter als nn Jahre 1884; nn gauzeu hatteu die ^uspectoren mehr als 1300 Gutachtcu zu erstatten, von deucn manche s^hr ciugcheude, zeitraubende Er-hebuugcil der thatsächlicheu V.rhältuisse bediugteu. In Bezug auf Arbciterverzeichnisse, Arbeitsordnungen, Arbeitsbücher und Fabriks-Kraukeucassen-Sta-tuten n. s. w. wurde im Verlaufe des Vcrichtjahres viel geleistet. Vieles wurde dadurch erzielt, dass die Gewerbe-Iuspeelorcll den Industriellen gcdrnckte schematische Entwürfe vou Arbeitsordnungen' uud Kraukeu-cassen-Statntcn znr Benützung übergaben; in Bezug auf Arbcitcrverzeichuisse. das' Verzeichnis der Geld-strafcu uud die Buchführuug von Krankeucasscn wirkte l unterstützend, dass Buchdruckerei-Uuteruehmungcn gewonnen wnrdcn, Formulare aufzulcgeu uud die Industriellen auch ihrerseits darauf aufmerksam zu machen. Sehr vieles wurde auch dadnrch erreicht, dass Bezirks-hauvtiummschaften, der Aureguug der Gewerbe-Infpec-turen Folge gebend, durch die Gcmeiudeblätter an die bezüglichen Vorschriften der Gewerbe Ordnung erin» uerteu und dieselben erläuterten. Endlich übten auch Versammlungen von Industriellen, welche vou Bezirks-hauptmaunschaften oder Gewerbe-Insvectoren angeregt wurden, fördernden Einflnss aus. Hinsichtlich der Fabriks-Krankeueassen wurden die Fabritsbesitzer für Leistung größerer Beiträge, Heranziehung der Arbeiter znr Verwaltung, Gewährung größerer Unterstützuugsbciträge uud für eine Buchführung gewonucu, welche Materialieu für die fo sehr wüuscheuswcrte Krankheitsstatistik liefert. Auch wurde überall die Behandlung der Niederkommenden als Er-kraulter ins Auge gcfafst uud vielfach erreicht. Bezüglich der letztereu musste aber mauchmal erst das Widerstreben der Arbeiter überwunden werden; nicht selten beklagten Fabriksbesitzcr die oft bis znr Härte sich steigernde Strenge der aus Arbeitern bestehenden Verwaltungen gegen ihre Kameraden lind bezeichneten ihre eigene, unmittelbare oder mittelbare Mitverwaltuug als allciuiges uud vom humaueu Staudpunkte gebotenes Ausglcichsmittel. Der Entwicklung der Fabrikskranken-cassen lief jene der Arbeitcrvcrcinscasfeu parallel, die aber der Mitwirkung der Arbeitgeber, sei es in Bezug auf Leistuug von Beiträgen, sei es in Bezug auf regelmäßige Abfuhr der Beiträge, nur schwer entbehren. Der Gcucralbcricht betont in dieser Angelegenheit schließlich, dass eine radicalc Hilfe gegen die Verschiedelleu auf dem Gebiete des Krauten - UnterstützungK-weseus sich ergebenden Gebrechen nur die obligatorische Krankenversicherung gewährt. Wesentliche Fortschritte sind bezüglich der Einrichtung der Arbeitsbücher zu verzeichueu. doch ist zu bedaucru, dass einzelne Industrielle, um gute eingeschulte Arbeiter ihrer Branche zu gewinnen, sich nicht schenen, die Arbeiter zum Treubrnchc, znr Nichteinhal-tuug der Kündigungsfrist zu verleiten, also auch von der durch das Gesetz geforderten Beibringung des Arbeitsbuches absehen. Jeuilleton. Massage uud Elektricität iu Töftliz. NehaA'/ Massage wird gewöhnlich als eine moderne ^lllllk ?'^'"^iode äußerer und thcilweisc auch iuuerer ^chtinf'!" bezcichuet; doch ist dies uur soweit vou Und f^!v "ls man in der neuesten Zeit die stabilen daz ^Mircitcudeu Eiugriffe. aus welchen hauptsächlich ^'lii,'^ weite Feld der Massage besteht, ratiouell ^Mesil' ^ h. basiert auf die gcuauesteu Kenntnisse der Tl!il/^"tlgkcit, d^. Cireulatiousvcrhältuisfc in den "^Nllw« Ulsbcsondere Lymphbahueu. sowie der Er-"k'itelii °l!p''.^' '" den Gelcnkskapseln uud Schleiul- ^llklms. Ab""a. war die Massage als empyrische sicher ^'^'l lauge vor uus. uud' eiues der ältesten-^lM c? Chinesen mit dem Titel .Coug-Fou»^ '"sche ^,^u ausführliche Abhaudluugeu über medlc,-, ^r z^ "Mluastik uud speciell über Mechauotherapic ^ ^ ckir.""'c""^". Verstauchuugeu uud einiger au-^eite d.>, M" Leideu. Währeud mau bei uus vou ^ndl... . "^e dieseu wichtigeu Theil chirurgischer ^ vcrnV"!."h"den bis zu deu sechziger Iahreu d.r-^'ure„f?°!^te, ^ss maucher Kranke erst bel dem ." Hirt.n ""letzten Gebirgsdorfc, bei qnacksalbcrn- !^rr ev«, '!"b Schindern ' seine endliche Genesnng! ^r eine s'?^'„/iudcu wir z. A. bei den Chinesen seit! M der 2)^tt"^'^' Pflege der Mechanotherapie. spl'-2'llcn. t, ''!"^. an eigenen mcdiciuisch'gymuastisch<'U " der k?" bcrühnlteste in der Provinz Kiang-S, "'ulng d^K hervorragendsten chinesischen Ver» treters der Mechanothcrapic steht, welcher den Titel Tien-See, d. i. «göttlicher Doctor», führt. Wir Aerzte sncheu stcts die Oruudsteinc uuserer Wissenschaft bei den Griecheu uud dciluoch dillfte der Vater der mcdiciuischeu Gymnastik dieses Eulturvolkes, der Arzt Herodikos, welcher vor dem pclopouucsischeu > Kriege lebte uud die crsteu «Principien einer ratiouelleu gymnastischeu Behandlung, schrieb, scinc Ideen theil-weise von den Indern und Ehiuesru übcrkommeu habeu. Seiu Schüler Hippokrates l4W u. Ehr.) brachte wisseu-schaftliche Ideeu iu die Lehre von den Lcibesübuugeu, nnd Galen kannte bereits neun verschiedene Arlcu vou 'Massagebewegungen. Dass die Massage auch dcu Nö-mern wohl belannt war. zeigt uus das Vc,sp,el Cäsars, welcher sich, um vou ciuer allgemeiuen Neuralgie befreit zu werden, von einem Sclaven kneipen ließ. Es bedürfte eiuer rastloscu Thätigkeit eines Nicht-! arztes. des Schweden P^tcr Heinrich Ling (f 1839), nm die im Laufe der Zeit verloren gegangene Knust wieder vou deu Todteu aufzuwcckm uud Aerzte uud Laieu für dieseu wichtigeu Heilzweig zn iuterchiereu, damit er wieder das werde, was er schml vor Christus war — Geiuciugut für die leidende Menschheit. Bei uns wurde die Massage erst wieder würdig bcfliudeu, uulcr die ratiouelleu Heilfactoren, iusbesoudere der Chirurgie, aufgenommen zu werdeu, seit Villroth 1875 eiueu'Artikel veröffentlichte, m welchem er die auf seiuer Kliuil mittelst Massage erreichten Erfolge rückhaltlos auerkauute, und seit vou Moseugell seiue 'lehrreiche», diesbezüglicheil Versuche au Kaumcheu ! veröffeullichte. (Langeubels Archiv für klmlschc Chlrnrgie, ! I87ti) ! Es n>ar nnr naliirlich, dass die Massage ihr enges chirurgisches Gebiet, auf welchem sie das Licht der Welt erblickt hatte, bald verließ uud mit Natur-uothwendigkeit auf das Feld der Nervenkrankheiten, der Verdauuugs- nnd Blutkrankheiten, der Frauenkrankheiten sGyuäkologie) übertreten musste. Damit waren ihr die Wege in fast alle Bäder vou felbst geöffnet; zuerst iu die Weltbädcr, dauu in die kleineren, mehr von dcu Hauptverkehrsadern abseits liegenden Bäder, darnnter auch Töpliz iu Krain. Gehen wir die Hcilanzeigcn dieses Curortes mit seiuer 38° Celsius coustant haltenden Akratotherme durch, so gibt es keines der oben citierten großen Krankheitsgebiete, wo die Massage in einzelnen hartnäckigen Fälleu uicht von unschätzbarem Werte wäre. Wl'e'betauut, ciguet sich Töpliz zunächst für Neuralgien, Krampfzusläude uud Muskelrhcumatismen. gleich dem frequeuticrteu Gnstein, Nagatz, Böhmisch-Töplik?c., vorzüglich. Bei dieseu Krankheiten wird die Massage besonders über den sogeuaunten Schmerzpunktru die Dauer der Cur abkürzen, die Nerveu und Muskel früher auf normale Ernähriingsvorgänge zurückführen »ud eine Necidive dauernder verhindern. Hieher gehören auch die Grleutsnrurosen, welche, ohue Ablageruugcu iu deu erqriffeueu Geleukeu, bloß durch die gesteigerte Em pfilidlichkcit der fciueu Nervenenden in der Gelenks-kapsel in Permanenz erhalten werden. Bei Gelenksfteifigkeilen nach Verstmlchuugeu uud Vcrreukuugeu. bei deu mehr starren Exsudaten nach gichtischeu Vud chrouisch rheumatischen Entzündungen der Gelente. Ablaacrliumü uach Sehueuschelden-Eutzuudu^ gen uud DrüseusckM'lluugeu ist es luauchmal unmöglich, mit deu Thermalbädern alleiu das Auslaugen zu sm-deu. Eiue Massage der erkrankten Extremitäten m .fort- Laidacher Zeitung Nr. 103 864 7. Mai IM. Die Zollvorlage. Nachstehend veröffentlichen wir in gedrängtester Kürze einen Anszug ans der umfangreichen, einen stattlichen Band von etwa 300 Seiten bildenden Zollvorlage: Bekanntlich ist die von der Regierung im März v. I. im Abgeordnetenhanse eingebrachte Zollvorlage wegen vorheriger Auflösung des Reichsrathes nicht mehr zur Berathung im Plenum des Hauses gelangt. Dieser Umstand hatte keineswegs ein Stocken oder ein Aufgeben der geplanten und durch die änßeren Verhältnisse zur Nothwendigkeit gewordenen zolltarifa-rischen Revision zur Folge. Die Regierung benutzte die Pause, welche sich darans ergab, nm sich des Rathes der zur Wahrung der Interessen von Handel und Gewerbe gesetzlich berufeuen Körperschaften zu versichern, und indem sie zu dem Behufe im Mai v. I. sich an die Handels- und Gewerbekammern wendete, trug sie auch eiuem Wuusche Rechnung, der aus den Kreisen der Interesseuten nnd deren Vertretungen verlautete und der früheren Novelle es zum Vorwurfe angerechnet hatte, dass sie ohne vorherige Einvernehmung der Handelskammern vereinbart worden war. Die Publication der hierauf eingelangten Gutachten bildet eine dankenswerte Beigabe der neuen Vorlage und enthält ein reiches Material zur Beurtheilung der einschlägigen Detailfragen. Die Resultate der Einvernehmung der Handelskammern und die zahlreichen von denselben zur Sprache gebrachten Wünsche brachten es nothwendig mit sich, dass die Basis der nenen Zollvorlage gegenüber jener der Novelle vom vorigen Jahre eine wesentlich verbreiterte ist. Darauf wird ohne Zweifel anch die Erwägung nicht ohne Einfluss gewesen sein, dass es sich diesesmal nicht nur, wie im vorigen Jahre, um eine durch specielle handelspolitische Vorgänge im Auslande bedingte Wiederherstellung des Gleichgewichtes, sondern zugleich um die Feststellung des österreichisch-uugari-schen Zolltarifes aus Alllass der Erneuerung des Ausgleiches mit der anderen Reichshälfte auf die nächsten zehn Jahre handelte. Hieraus ergab sich die Nothwendigkeit uud die Möglichkeit, den Zolltarif in der Weise und dem Umfange zu revidieren, dass das Ergebnis größere Garantien der Stabilität in sich trage. Der Handelsverkehr der österreichisch-ungarischen Monarchie mit dem Auslande beruht bekanntlich, beim Charakter unserer Monarchie als eines derzeit im ganzen noch überwiegend der Agricultur gewidmeteu Gebietes, zum wesentlichen Theile auf dem Austausche der Producte der Laud- und Forstwirtschaft und der damit zusammenhängenden Gewerbebetriebe gegen die Hilfsmittel und Producte der Industrie und gegen Genussmittel. Eben diese land- und forstwirtschaftlichen Producte sind es aber, welche sämmtlich durch die Zollgesetze jener Staaten, die uusere Hauptabsatzgebiete für dieselben am Continente waren, vom Exporte dahin für die Zukunft mehr oder weniger ausgeschlossen werden. Der Eintritt der erwähnten handelspolitischen Ereignisse ist somit danach angethan, das Gefüge nnseres internationalen Güteraustausches in seinen Grundvesten zu erschüttern. Diese durch die überseeische Coucurreuz gezeitigten Ereignisse aufzuhalten, lag und liegt außer der Macht der Regierung. Dieselbe kann nur jene wirtschaftlichen Maßregeln ergreifen, welche del. Er. folg versprechen, die drohende Schädigung der heimischen Production und die Störung der Handelsbilanz zunächst thuulichst zu mildern und allmählich zn beseitigen. Eines der Mittel zn diesem Zwecke, uud zwar das zuuächst dringendst gebotene, bildet die gegenwärtige Vorlage. Eine fühlbare Beschränkung des Abznges nnserer Nohproducte, von welchen wir constant einen verfügbaren Uebersckuss besitzen, nach dem Auslande muss bald eine Entwertung derselben herbeiführen, welche die Land- und Forstwirtschaft, iusbesouder^ aber deu Getreidebau, in der Existenz bedrohen kann. Die Auffindung anderer als der bisherigen Absatzgebiete erfordert aber Zeit und Opfer. Die Nächstliegende gebotene Nemcdnr im Interesse der Erhaltung der Rentabilität uud Stcucrkraft drr Landwirtschaft ist also die, dass mindestens der inländische Markt der eigenen Production in jenen Artikeln, die sie ausreichend zn lirfcrn vermag, möglichst reserviert werde. Daher schlägt die Regierung bezüglich jener landwirtschaftlichen Rohproducte Zollerhöhungen vor, wo nicht anderweitige Hindernisse oder Interessen entgegenstehen. Hiemit wäre aber angesichts des anch ohne Ein-fnhr vorhandenen Überschusses in verschiedenen Zweigen der Reproduction noch wenig geholfen. Bis zur Auffindung und Ausbeutung neuer Absatzwege im Auslande wird einer fortschreitenden Ent-wertnng der verfügbaren Nohproductc nur dadurch begegnet werden können, dass die Aufnahmsfähigkeit der Consumenteu landwirtschaftlicher Producte im In-lande durch Vermehrung der Arbeitsgelegenheit möglichst zn steigern gesucht wird. Auf die Hebuug der industriellen und gewerblichen Production des Inlandes muss also gleichzeitig mit dem Schutze der Landwirtschaft das Hauptaugcumert mehr denn je gerichtet werden. Die Regierung hat deshalb eine gleichzeitige Revision der Zollsätze für Iudustrieproducte für eiu uuerläfsliches Corrolar der Getreidezoll-Erhöhuugeu gehalten nnd mit der ungarischen Regierung vereinbart und hiebei namentlich aus ciue Verbesserung der Con-cnrrenzverhältnisse jener Industriezweige Bedacht genommen, welche (wie z. B. die Baumwoll- nnd Wollspinnerei, die Metallwaren- nnd Maschinen-Industrie) bei der Rcoisiou dcs Jahres 1882 im damaligen Zeit-puukte aus vorübergeheudeu Ursachen nicht entsprechend geschlitzt werden konnten oder hinsichtlich welcher die seither gemachten Erfahrungen das Ungenügende des dermaligen Schuhes dargethan haben. Ein besonderer Vorzug der neuen Vorlage besteht darin, dass sie vielfach fpeciell anch auf die Bedürf» nisse solcher Erwerbszweige schützend Bedacht nimmt, welche bei nns noch handwerksmäßig oder als Hansindustrie betrieben werden, im Auslande aber mehren-theils zmn Großbetriebe übergegangen sind. Die Sicherung des inländischen Marktes für die eigene Erwerbsthätigkeit bildet die eine hochwichtige Aufgabe der staatlichen Wirtschaftspolitik; dieser Aufgabe dient der Zolltarif. Eine andere ebenso wichtige Aufgabe dcs Staates bildet aber die thuulichste For-deruug des Exportes. In dieser Veziehnng sind anch aus Anlass der Vereinbarung der neuen Zollvorlage Verabreduugen getroffen worden, welche vom Stan' punkte nnserer Export-Industrien wärmstens zu beaniy > sind uud den Wünschen mehrerer Handelskammern em sprechen. ^ Dermalen bedarf es znr Bewilligung der ö" restitution in allcn jenen Fällen, in welchen M " Identität der aus- mit den eingeführten OcgwstaW' uicht durch Anbringung von matcriellcn A'^"V^ Bezeichnungen feststellen' lässt, des fallweisen Mw nehmens mit der Regierung der anderen NeMM' Diese strenge Interpretation hat es bisher. ^geM von einigen Ausnahmen, unmöglich gemacht, beM" colungsverkehre im Inlandc, sei es in der ">'en ^ in der anderen Neichshälfte. eine bedeutendere M^ dehnnng zu gebeu. Aulässlich der BeratlMg ", Artikels X des Zollgesetzes wurde nn» mit dcr ^ ungarischen Regierung durch Notenaustausch eine -u eiubaruug getroffen, derzufolqe fiir eiuc Neihe Industriezweigen, uugeachtet der Unthunlichleit e materiellen Ideutitäts-'Coutrole. die Zollrestitntion u> festgesetzten subsidmrischen Coutroleu wird bewilligt m den köuuen. ^ Selbstverständlich trägt die Zollvorlage sow deu Charakter eiues Compromisses; sie ist P"' ,„h Puult mit der anderen Neichshälfte vereinbart. , nachträgliche Aeuderuugeu durch deu eiueu ^v>l, ausgeschlossen, wenn nicht die Vereinbarung m u . Totalität gefährdet nud in Fra.e gestellt sc»' >^ Solche nachträgliche Modifikationen bediirften tm^» der Zustimmnng de» zweiten Theiles, uud eiu AM ^ auf diesem Wege wäre vorerst nicht abznsehen. w" ja dem zweiten Theile dann auch nicht verwehrt den könnte, seinerseits wieder andere Neuerungen zuregen. <,„ Die Vorlage beschränkt sich mit Ausschuli» ,^ Fiuauzzölleu (d. i. Zöllen ans allgemeine Eousmna ^ zur Erhöhung der Staatseinnahmeu) auf das lV ^ der Schutzzölle. Auf diefem Gebiete der SchW,^ im weiteren Sinne — wornntcr sowohl die lano ^ schaftlichen als die Industriezölle zu begreifen sl"° , euthält die Vorlage eine Reihe der umM"^ Verbesseruugeu. welche deu wiederholt und dr"^> geäußerten 'Wünschen und Bedürfnissen »"serer ^, duction Rechnung tragen. Es ist dies nicht "N«u ^ Sinne von Erhöhungen zn verstehen; in manche»'6 ^ war der Schutz eiuer Production besser durch ^r' ^ qung des bisherigen Zolles auf deu Rohstoff oocr ^ Halbfabrikat zu ' erzielen, uud es ist ein VorzW,,. nenen Entwnrfes, dass er solche Zölle, welche ""' dem zum Vortheile, wohl aber den consumierenve ^ dnstrieu zum Nachtheile gereichen, ganz über Voro oder wesentlich ermäßigt. . .„.s- Das Schwergewicht der Anträge der RcE" ^„ Vorlage liegt — wie nach der allgemeinen ^' Di allerdings nicht zweifelhaft sein konnte uud z" "^ell war — in Erhöhungsvorschlägen, und zwar IV^ auf dem Gebiete der'Industriezölle. Die SuM"u ,g dieser Anträge bedeutet eine so wesentliche Verve» ^z der Productious-Aedina.uua.eu unserer Industry'^,, davon ein nachhaltiger wohlthätiger Einfluss i' ^s sten derselben bei Versorgung des heimischen <" , ^, wohl zu erwarten steht.'—Neben der hochw'^ Textil-Iudustrie sind es insbesondere auch d.e^. schreitender Richtung», verbunden mit den hier nothwendigen activen nnd passiven Gelenksübungen, werden es ermöglichen, dass man in ebensoviel Wochen zum Ziele gelangt, als man früher mit dem Bade allein Monate brauchte. In dem großen Capitel der Frauenkrankheiten interessieren uns nur jene, für welche Töpliz überhaupt angezeigt ist. Herrscht bei chronischen Entzündungsvorgängen der weiblichen Sexualorgane, bei Ablagerungen in den Mntterbändern, ferner bei abnormen Secretionen der Schleimhaut die Sensibilität nnd nervöse Reizbarkeit des Gesammtorganismus in bedeutendem Grade vor. dann werden überhaupt weder Moor-vaoer noch Sool-, uoch Stahlbä'dcr vertragen, so wenig "" Seebäder. — I„ diesen Fällen sind allein die in milder «lUeise resorptionsbefördernd wirkenden Akrato-thermen: Schlangenbad. Landeck. Badenweiler, Wildbad, von den naher gelegenen Töpliz, Tobelbad, Tüffer. Romerbad angezngt Bei derlei Krankheiten wird die Massage nur in beschränkterem Maße zur Anwendung kommen tonnen, wohl aber die verschiedenen Muskel-Übungen, als Beuguugeu. Strecknugen, Dehnungen des Rumpfes nnd der Beine, sowie in weiterer Fulqe sanfte Bergtouren, wozu Top iz mit dem hügeligen Terrain seiner nahen schönen Walder wie geschaffen ist Sowie die Massage zählt auch die Elektricität zn den neueren Bereicherungen nnserer curative» Hilfsmittel in den Bädern. Wenn infolge der monatelangen Schmerzen bei Rheumatismen nnd Gichtzustäuden ein-zelne Mnskeln und ganze Mnskelgruppen sehr wenig oder gar nicht in Action kamen wegen der Steigeruug der Schmerzen bei Bewegungen, wenn nach Kuochen-brüchen, Verrenkungen lc. durch lange getragene Ver bände und Einwicklungen die Mnskeln lähmnngsartig schwach wnrden, sind wir mit Hilfe des Indnctions -ström es imstande, besser und kürzer, als durch jede andere Methode, die Mnskeln zn beleben, deren ganze Ernährung zur Norm zurückzuführen nnd so den fettigen Zerfall der Muskelfibrillen zn verhindern. Bei den neuralgischen Schmerzen der Empfiudungs-nervcn, bei den Schwächezuständen der Extremitäten infolge Erkrankungen des Rückenmarks nnterstützt nns hingegen der constante elektrische Strom sehr wesentlich bei den Bädern, nm die Störnngen in den erwähnten Nervengebietcn zu beseitigen oder wenigstens zn mildern. Da ich von dem Central-Nervensystem (Rückenmark) spreche, möchte ich schließlich nnr kurz auf die Gefahren hinweisen, welche zu hoch temperierte Bäder oder zu langes Verweilen im Warmbade mit sich bringen können, oft nicht gleich, sondern manchmal erst nach Monaten, wenn der Patient schon lange wieder seiner gewöhnlichen Beschäftigung nachgeht. Nach dem Allsspruche Erbs, eiues der bedeutendsten derzeitigen Nervenpathologen, handelt es sich bei Rückenmarks-Erkran-kungeu um sehr comftlicierte Dinge im Marke uud dessen Hüllen, welche nicht einfach nach den hervorstechendsten Symptomen all der Peripherie beurtheilt sein wollen. Es können z. B. neben Lähmnngserscheinuugcn au Händen und Füßen dennoch hochgradige reizbare Schwächezustände innerer Organe vorhanden sein. in welchen Fällen durch zn warme Thermen nur Unheil gestiftet werden muss. Geistig augestreugtc Personen, ferner Wuhlleber und Leute mit Anlage zu Fettherz. Herzuergrößeruug und Arterien-Sklerose baden oft zu viel uuo zu lauge während irgendeines anderen, häufig nicht sehr bedeil> tenden Uebels, ohne den Arzt zn consllltieren,^ew ^^.„. nach eigener Auordnuug nnd persönlichem «)" ^ Mancher Schlaganfall/ manche Congestionen z"> ^„ Hirn, znm Glücke eigentlich für den Curort "'^»se, während des Aade-Anfenthaltes, sondern spat".^ ge< wären vielleicht ausgeblieben oder um Jahre !p ^ ^ konimeu, wenn der Patient ärztlichen Rath M ^M nonunen und ein cnracmäßes Regime beobacy ,^ Dr. Thurnwal ..... ^^ ^..en,> Das Opfer der Liebe. Roman von Max von Weißenth«rn. («. Fortschunss.) ft„g0 «Ich bin hier sehr zufrieden,, entgeg"" ' St. John. . «Dann lass uns hier bleiben.» .^, »,^ «Aber vielleicht wäre Sir Richard vel"^ ^ es thut nicht gut, wenn dn als nächster vtmv gleich in der Gegend unbeliebt machst.» .^ »M «Dll magst recht haben, aber seWN „.. mir lieber, als dnrch Besuche gequält z" "^.^. , «So lass das Los eutscheiden!' "s 'v ^M"' «Kein schlechter Gedanke! Lass uns «Y" ^z^ Wenn das Schicksal nnö zn diesem »ly ^ wird derselbe Auqeuehmes im Gefolge yao^ gM «Ob es ein Fatmn im Leben M?' ^., i" U St. John sinnend, während er nut der ^ ZtM''^ Haud ans Fenster trat. «Ich hatte eu>e " ^ laug das Gefühl, als ob aus diesem ^'^^,,'.,. hervorgehen könne. Lass nns die Wette "'''^,,. ^ «Nein, lassen wir den Zufall ""1") ^übacher Zeitung Nr. INA 865 7. Mai 188«. '"/u m Eiseuwaren, Metallwaren und Maschinen, sw ^ -! -' der Vorlage eine Ncvisiou in umfasscud-cieim ^'^ "^hre" Meu. Die Einbeziehung der letzte E^s""/,'l Griipften unter die Revision im größeren inert, s ^ zugleich das wichtigste UuterscheiduugS-velle s ^""' Vorlage von der vorjährigen No-Pmifi ^ ^^, diesfalls nnr einige minder belangreiche betrlm ^ die Antrage zur Grnppe der Eisenwaren ,.,^ "' 1° liegt denselben im allgemeinen die Absicht M f.^' ""^ Festhaltllug der geltenden Gruud- AiiL.l? Roheisen lind Stabeisen eine systematische liM 5 v'"6 für die weiteren Arbeitsproducte thun. ^//^"'bnznfnhren. Derselbe Gesichtspunkt wird bei Zweif>s "" '"'^ W"gguns wiederkehren. Es ist kein und ^ c?"^ unsere Eifcuzölle, im ganzen betrachtet tr ^"'^ der Ware als Maßstab fiir diese Be- T>ns/^ M^rnnde gelegt, hoch genannt werden müssen. dktm."von jchcr so. nnd auch nicht zu den Zeiten b>ltri/s ^ "'^ dem Zollvereine, die für viele In- CG m 6'"' mehr oder minder das Aufgeben des Aeiidf '^nlcs beachten, trat darin eine principielle Me l?? ""' ^"^ Dnrchschniltsnivcau unserer Eisen- deie <> ^ ^^ "" laches, dass es von dem für an- das ^.''"lstriebranchen geltenden abstach. Gewiss ist lickm !? das Prodnct' einer zufälligen oder willkür- kei,^ .^"wickluug. sondern der Ausdrilck einer Er- !chlieü ^ ^^ niemand und zu keiner Zeit ver- ei'ie ,, s, "f^ dass uäiulich dieses hühcre Niveau Ncs^,?"?"^lich nothwendige Voraussetzung fiir den Die W ?6 ^" betrachten sind, wird der leitende Gl> Kok ^^zuhaltcn sein, dass das verfeinerte Arbeits-bedi'l ^"^ die entfprcchcnde Abstnfling im Zollsätze tz^ .^enn durch eine solche rationelle Abstufung nnd i^Mienmg - soweit sie ill einem specifischen Tarife dcz V ""d durchführbar ist — eine Eindämmung Etel, P^tcs ^^ fertigen Waren erzielt wird uud an ^Vck ^escs Importes die gesteigerte gewerbliche Thä-^lchl» Inlandes eintritt, so wird die günstige Rück-nichf ^ lluf die Production der Halbfabrikate auch ^ Fsbleiben. der «^ .^mlichcr Einmüthigkeit ist in der Mehrzahl Nnlul^i ''^ 'Iullnovclle erstatteten Gutachten auf die ^'^Hkeit der geltenden Mafchinenzöllc hin-l'onen ^^den. An der Hand ziffcrmäßigcr Calcnla-^Mrpi ^"rde in diesen Acllßcrnngcn der Beweis lti'ldisck^' «n ^ die Differenz der Preise zwischen aus-">'ten -"lateriale, das dem frenldcu Maschtncnfabri-övUten, ^'llebote steht, nud iuläudischcnl oder vcr-^^usländischl'n Halbfabrikate, worauf unsere Ma- ^ttin, ^m^"^ ^^"d eine Krone, in die andere einen gehei/' ."erlangst dn jene, welche die Krone hält, so hie^.. ""; verlangst du die andere, so bleiben wir hclchl,,^ seiden Herren waren eben im Begriff, ihre "ch ei, 'Munse zll entscheiden, als die Thür ailfgieng mnez. ^ "Alerter Diener eintrat, welcher langsaiu auf n> «^''schritt. Zicken ^ ^ajor betrachtete ihn mit thcilnahmslosen ?" Inter« ^ötzlich schwand die Gleichartigkeit, nnd ^ Vlani - ^"^"' ^",c grailcn Augen anf den Zügen ^W'«" ebenso groß wie der Freiherr uud hatte Ar lichs nd seiche Gestalt wie dieser. Sein Haar chtiqrm 3^ lcnes des Gebieters. mit dem er bei . , ^griff ^5'"l) rr den Ausländer. Er war eben zuriHcfs Zunmrr zli vcrlassell, als Helny Carr ^barsch ^muthe. Sie wissen Näheres über unsere h^lnr d^ber Fairholme Court zum Beispiel?» " ^arol. ^ ^ eiu sehr schöner alter Besitz ist, iibr. ^as w,is, ? "wa acht Hiieilen vml hier liegt.» Ist Ihnen nichts Näheres '' Herr Baron!» schincnballer angewiesen sind, allein schon die dermaligeu Zölle allf fertige Maschiueu inehr als aufzehre, uud dass demnach nicht nnr vou einem eigentlichen Arbeits-schlltze überhailpt gar keine Rede sein könne, sondern nicht einmal ciu Ausgleich der Materialbelastnng vorhanden sei. Glücklicherweise aber haben wir eine große Ma-schinen-Indnstrie. die mit ihren Centren in Wien, Prag. Brim» :c. constructiv ilild glialitativ Vorzligliches lelstet nnd, voll einigen mehr weniger als Specialitäten anzusehenden Artikeln abgesehen, nicht mir dcu Bedarf des Iulaudcs an Motoren und Arbeitsmaschinen vollkommen zu bedienen vermag, sondern auch uameutlich iu gewissen Zweigen (Einrichtungen für Zuckerfabriken il. dgl.) auf neutralem ailsläudischen Markte deu Ruf österreichischer Production zu ehrenvoller Aucrteuuuug gebracht hat. Der Staat hat das höchste Interesse, dass diese große österreichische Maschmeu-Iildllstrie, in der so viel Arbeit, Intelligenz uud Capital repräsentiert sind, erhalten bleibe uud thnulichst entwickelt werde, uud er kann nicht Anstand nehmen, mit Abänderungsvorschlägen allf zolltarifarischem Gebiete hervorzutreten, wenn der ^:Uu» <,uu allf diesem Gebiete thatsächlich ein Hindernis dieser Entwicklung bildet. Dass dem aber so sei, ist im allgemeinen znzugcben. Die Regierung hält daher eiue Revision unserer Maschinenzölle für geboten. Je mehr der Export unserer Maschinenfabriken znrückgcht nnd nachgerade fast den Charakter einzelner fallwciser Geschäfte einnimmt, die nur eingegangen werden, um überhaupt noch zu arbeiten, und die nnr dadurch möglich sind, dass die Verarbeitung zollfreien ausländischcu Halbfabrikates im Nestitutiunsversahreu gestattet wird, desto gebieterischer tritt die Nothwendigkeit auf, deu brcitcu Strom des Importes fremder Maschinen einzudämmen uud deu Bedarf iu uuserc eigeueu Werkstätteil zu leukeu, denen es leider nnr zu häusig au genügender Veschäftiguug mangelt. Die Revision'der Masch'inenMe ist ein Act ausgleichender Gerechtigkeit, von dem wir hoffen dürfen, dass er auch für den gesteigerten Absatz der Eisen-Halbfabrikate, die in einer blühenden Maschil'cn-Indilstrie ihre sichersten Abnehmer finden, von wohlthätigen Folgen sein werde. Politische Uebersicht. (Verhandlungen des Reichsrathes.) Das Abgeordnrtcnhans des Neichsrathes hat vorgestern seine Thätigkeit wieder aufgenommen. Seitens der Rc-gleruug wurde eine Anzahl von Vorlagen, darunter sechs auf deu Ausgleich mit Ungarn bezügliche Gesetz-eutwurse, eingebracht. Die Geaenständs der Tagesordnung umfassten Wahlaguoscierungen und Berichte über Petitionen. Anlässlich der V richterstattung über die Petitiou der Äezirksvertretunq Winterberg iu Böh-meu um Beschränknng der Ehcbcwilligimg erklärte sich Abg. Klun mit dem Antrage einverstanden, weil der Reichsrath dadurch die Coinpctenzfrage erledige und alle Zweifel in dieser Richtung beseitige. Redner gibt der Hoffnuug Ausdruck, dafs' dem Gcgeustaudc selbst etwas mehr Bcachtnng geschenkt werden wird, als dies bisher der Fall gewesen sei. Die Beschränkung der Ehcbcwilligung sei ebenso nothwendig wie die Beschrän- mctig zur Aufführung gebracht wird. Wir werden ersucht, mit zutheilen, dass alle Mitglieder der philharmonischen Gesellschaft, wie überhaupt alle Freunde und Bekannte des Dahingeschiedenen zu dieser kirchlichen Feier von Seite der philharmonischen Gesellschaft eingeladen sind. — (Strike in Laibach.) Die Steinmetzgehilfeu in Laibach haben gestern, wohl nur mit Rücksicht auf die seitens der Steinmetzmeister beim Baue der neueu Infanterie-Kaserne übernommenen Arbeiten, einen theilweisen Strike insceniert. Bis nun wurde in den Werkstätten der Steinmetze von 5 Uhr morgens bis 8 Uhr abends mit zweistündiger Unterbrechung für die Frühstück-, Mittagsund Iausezeit gearbeitet. Die Stemmetzgehilfen verlangen nun, dass sie uur vou 6 Uhr morgens bis 7 Uhr abends bei gleicher Bezahlung arbeiten, und zwar mit der gleichen zweistündigen Unterbrechung wie bis nun. Die Steinmetz-meistcr erklärten sich bereit, nach 15 Tagen die seitens der Steinmetzgehilfen verlangte Arbeitsdauer zu aceeptie-ren, jedoch nur mit einer Unterbrechung von ^ Stunden, und zwar eine Stunde für die Mittagszeit und eine Viertelstunde für die Frühstückzeit. Dieses Anerbieten der Steinmetzmeister haben die Gehilfen wenigstens bis gestern abends nicht accefttiert und im Laufe des Mittwochs und Donnerstags in einzelnen Werkstätten die Arbeit eingestellt, auch fortarbeitende Gehilfen in einzelnen Wertstätten bedroht. Der städtische Magistrat ist bestrebt, die Differenzen zwifchen Steinmetzmeistcrn und den Gehilfen zu schlichten — mit welchem Erfolge, wird erst nach Ablauf vou 14 Tagen, wo die gesetzliche Kündigungsfrist abgelaufen fein wird, zu constatieren sein. Schon durch das bisher den Steinmetzgehilfen gemachte Zugeständnis erleiden die Steinmetzmcister, welche Arbeiten beim neuen Kasernbau mit einem sehr bedeutenden Proccntnachlass übernommen haben, und zwar auf Grundlage der bis nun geltenden Arbeitszeit, einen sehr bedeutenden Verlust, welcher sich noch steigern würde, wenn die Gehilfen den Anbot der Steinmehmeister nicht accefttieren sollten. — (Aus dem Gemeiu berathe.) Die Personal-und Rechtsscctiou des Gemeinderathes hat sich constituiert und den GR. Dr. Zarnik zum Obmanu, den GR. Ludwig Ravnihar zum Obmann-Stellvertreter gewählt. — (Todesfall.) Am 4. d. M. abends ist in Krainburg der hochwürdige Herr A. Smrekar, quiescierter Pfarrer und Iuvelpriester, im Alter von 85 Jahren gestorben. — (Anastasius Grün-Denkmal in Graz.) Aus Graz wird geschrieben: Das Comite für die Errichtung eines Anastasius Grün-Denkmals in Graz hielt diesertage unter dem Vorsitze des Dr. Wilhelm Kienzl eine Sitzung ab, in welcher endgiltig beschlossen wurde, das Denkmal in der Nähe des Paulusthores auf dem Platze vor der Dammallee im Stadtpark, wo der Fußweg von der Attemsgasse den Hauptweg kreuzt, aufzustellen. Die Wahl diefes Platzes war von dem Schöpfer, Professor Kundmann in Wien, wärmstens befürwortet worden. Das Standbild soll aus weißem Marmor hergestellt werden und wird daher im Winter, gleich dem hiesigen Schiller-Denkmal, verdeckt werden müssen. Die landschaftliche Umgebung des gewählten Standortes ist eine herrliche. — (Feuer.) Heute um 3 Uhr morgens avisierte ein Kanonenschuss vom Schlossberge ein Feuer in Gleiniz. Es brannte die Heuschupse des Besitzers Gorisek, welche total eingeäschert wurde. Die Laivacher freiwillige Feuerwehr unter Leitung ihres Zugscommandantcn Herrn A. Achtschin begab sich sofort auf den Arandplatz, musste sich jedoch lediglich auf die Localisierung des Brandes beschränken. — (Eisen bahn-Her pel je-Trieft.) Die Regierung hat Mittwoch dem Abgeordnetcnhause einen Gesetzentwurf vorgelegt, durch welchen der Vollendungstermin für den Bau der Eifenbahn Herpeljc-Triest bis 30. Juni 1887 erstreckt wird. Diese Fristerstreckung wird damit motiviert, dass in Trieft das Bestreben zutage tritt, die Leistungsfähigkeit der als Secundärbahn projectierten Linie Herpelje°Triest zu erhöhen und dieselbe den Bedürfnissen des städtischen Localverlehrs dienstbar zu machen. Da andererseits die gesetzlich fixierte Bausumme nicht überschritten werden soll, erwiesen sich neue eingehende Studien als nothwendig, welche die Verzögerung des Baues herbeiführten. — (Alte Handschrift.) Nach einer Wiener Meldung des «Hlas Naroda» habe Graf Hohenwart die Nachricht erhalten, dass in der Stadt Aquileja eine sehr alte ezechische Handschrift gefunden wurden sei und dass sich der Architekt Pokorny von Rom aus zur Besichtigung derselben dorthin begeben habe. Neueste Post. Original-Telegramme der Laib. Zeitung- Budapest, «.Mai. Zu dem gestrigen Vall be' Hofe sind 1400 Einladungen ergangen. SünnnM Minister, beide Häuser des Reichstages mit 'hw',,,^ sidenten, die Aristokratie, die Generalität, die W" Armee- und Landwehr-Officiere. die Mitglieder °" obersten Gerichtshöfe und der Ministerien, die Sonm täten der Wissenschaft, der Episkopat sowie die CoM der fremden Staaten waren anwesend. Der ^l » gann »m halb !1 Uhr, um welche Zeit der AllerM Huf eintrat. In der ganzen Gesellschaft herrWH ungarische Kostüm und die Uniform vvr. Se. ^ ,h der Kaif er sprach zuerst die fremden Consuln" sodann die Damen der Gesellschaft an, später M' Se. Majestät Iükai und Aurel Münnich, den Neft«^ über das Landstnringesetz in, Abqeordnetenhause, Ansprachen aus. Ihre Majestät die Kaiserin U auf der Estrade der nördlichen Ecke des Saales ^' und ließ durch die Gräfin Andrässy mehrere^"' vorsprechen. Während Ihre Hoheit Prinzessin M'^ ebenfalls auf der Estrade Platz nahn,, h"ldM durchlauchtigste Frau Erzherzugin Valerie dem^« mit dem Grafen Josef Teleki. Kronprinz ErM' Rudolf unterhielt sich leutselig mit den M Nach 10 Uhr fand das Souper und um N UYl Colillon statt. Der Ball endete lim Mitternacht. Zara, 6. Mai. Se. Hoheit der Herr ErzWZ Albrecht ist gestern abends 7 Uhr mit der ^ " «Greif» in Gravosa angekommen. Um tt ^^^ Höchstderselbe nach Ragnsa und nahm im H^".«^!> märe» Absteigequartier. Der Laudeschef von "A ^„ und der Herzegowina, General der Eauallene ^ Appel, ist gestern nachmittags um ti Uhr «m FML. Winterhalder in Nagusa eingetroffen. ^ St. Paul, l). Mai, Morqen trifft Se. Hohe" "^ Erzherzog Rainer auf feiner Inspections^! ^ Suite hier ein und wird im Aenedictinerstifte ^ ^ nehmen. Tagsdarauf wird der Herr ErziM U Reise fortsetzen. ,^ltc Marlmrn, li. Mai. Eine Fenersbrnnst ^ den größten Theil des großen Weinbaucrdorfe»" bach ein. Olad- London, tt. Mai. Im Unterhanse erklärte M stone, falls die griechische Antwort anf die 1^ Note unbefriedigend sein sollte, so würden dtt ^ sofort Schritte thun, um den großen Zweck, verfolgen, zu sichern. Aoß" Athen, si. Mai. Die fünf Gesandten der " .^ mächte — außer Frankreich — überreichte" ^i-tags Delyamns eine Note, worin sie uene Ms ^ gen verlangen. Die Note drückt nicht die M^ hc-Athen binnen kurzer Frist zu verlassen. Delya" ^c rief den Mimsterrath. Die Antwort soll ""y erfolgen. <:. he»' Athen, 6. Mai. Delyaimis beantwortete "'^ tige Note der Gesandten mit Hinweis anf Me ^ ^e rungen vom 20. April. General Sapnnzakls gln' hie Türken beabsichtigen in Griechenland ciilzndrlU^^st Truppen an der Grenze wurden deshalb I) verstärkt. . .zD^ Chicago, 0. Mai. Gestern fanden nenerdlNg ^ störungen statt. 8000 Personen plünderten M Läden. Die Polizei zerstreute die MeH >"» ha' zahlreiche Verhaftungen vor. Anch in M"""' ^ abermals ein Znfammenstoß mit den Socwm ^^ gefunden. Die Miliz nnd die Polizei M'^' ^"', deten und tödteten mehrere. Die Menge, woru ^c" Polen, plünderten eine Brauerei. Schnei die Meuterer zerstreut. _______ Verstorbene. 753,.^ Den 5. Mai. ^' städll'chrllße Nr.?. «imnencntMduna. -^ ^.° ...M-^^ Arbeiterin, 24 I., Eastellaasse Nr. 4. Lungenliwe^__^^ ^ottozichung vom 5. Mai. Arilnn: 52 31 1 ^^I-^ "Meteors ?U.Ma.s 738,151 '5,6 winbstl^ 9 heiter " sl.2.N. 7W.N4 li.6 NW. mäb'g tyw^K , ^ li.Ab. 736.95 7.6 Moraens ziemlich heiter, f"« N^l ^ Alpen, tief hcrabreicheud; schöne Beleucht»,^ bei untergehender Sou'0.° PorM^ Taaesmittel der Wärme «^^^""^^^^^ Verantwortlicher Redacteur: I- si. 1,15 per Meter lN^UOl^ 867 Umtslilaü zur KaikMer Zeitung Rr.M. Freitag, dcu ?. Mai 1886. ^^' Kundmachun«. Nr. 4254. aele<„ ^"^ Verwendung des niit dem Finanz« Iabr s°"« 20-April 1886 für das laufende Ctm. /.'"'llissten Credites znr Gewährnng von det wÄ? l>lr hoffnungsvolle Künstler, welche den < ?!" ^"^ Fortbildung entbehren, wer< lttnft / Künstler ans den, Bereiche der Dicht, de/: "rr Musik nnd der bildenden Wusle in Und 'n- ^''clMathc vertretenen Königreichen Q.j. Indern, welche auf Zuwendung eines 8ef? '"6 Anspruch zu haben glauben, auf. ^ lbm, sich 1,^. bis 15. Juli 1886 oe,l betreffenden Landesstellen in Bewerbung "' lehrn. Die Gesuche haben zu enthalten: unk!'^ ^'^ Darlegung des Bildungsganges "° der persönlichen Verhältnisse des Bewerbers, h, 2-) die Angabe der Art und Weife, in sein derselbe von dem Stipendium zum Zwecke ^M weiteren Ausbildung Gebrauch mache» slch»^ ^ Vorlage von Kunstproben des Bitt« de^ ^, von welchen jede einzelne mit be,p.^°«lrn des Autors speciell zu ^'chnenist. "lbach mn 80. April 1886. ^ l. Llllldesregicrullg fiir Ära!«. Nil», »^'^ P0i-kl)^0 uovci, kateri 80 8 linanö-^ko^ ,,"""' ^ ^"^ ^' "l"'^ 1886 xa, ?^e!ö llnval^oni xa to, cla, Le ii njül lllltLri ^^ove nlKtopnInim »motnikom, !üo>,tz./""m^ >zre68lev xa »voje nll(i2,!^no >l ptzz,^^"^' poxiv^^o 86 titili umetmki l>c»8tii ^ ,^' ^^«l)« in oliraxovnin umel-^ ?., ^^^evinall in de2el2.Il, v 6i^v-^^ vs'»^^ 5U8tonam1i, ki niilil^ci. lln, iiü^'o ^ ^? 15. ^ulj^ 1886. lot» ^8tin ^ pwSn^ pri clotiönili äeielnin <, ' M v ^k« ^2'''' Kalla «o ^ ixoni'kXoval ^^^nin u^buil» rumorn,!, «o nll,!>^ll, ^illli ^ p^clali, na llaliäen naöin Iwöe ^ln)« .^ U8t2U0V0 2a 8V0ie Nlulllljna ^'"^llic)8?^^^'^ V2orce ali v-ßlsäs «vojo ^Nllis^'' ^^«ril, v«ak po«on^ moi» l)iti V l: ^,"., ^ 'niennm avlarievim. ^.!lP , ^"' ^"^ 30. »prüll 1886. 9^1 c5ehrerfielle. Nr. 451. ,°lchiz is. ^ dreiclassigrn Vollsschule in Groß. ^'s°ri^ ä""le Lehrstelle definitiv, eventuell c>. >") zu befehen. ^°""l Gel!!/^^'"'""^e haben ihre documents l'i^ "" voistcschricbenen Dienstwege >sein.^."'u^. Mail. I. ^l^^rznlsschnlrath Gottfchee, am 28strn ^^3^7^^-^—--------------- «. Die V °lleipedientenstesse. Nr. 614«. N"shnuvtn.7^'"""lstelle in Scnosetfch, ?^"Nu"""u>'sch°f! Adelsberg, mit dcr Iah-«")" 8s) """,'"<> st. und Amispauschale Ln von >tsn 'F »egeu Dienstucrlrag und ^Vew'^.zubeschen. ^der H "en zwei Wochen d?"h"' dn"N"' ^'""i°" einzubringenden schiiF"°li"'c E^l'lN s'tllichcs Wohlverhallen, «'H'?"Nss und d' ^b"ng, dic bisherige Be^ 'in ,.""^"!"l>if,',, i7'"iW«^"hällnisse sl'w'e »"iü /"''«"bun«'d°^''' '« der Lage sind, ''* i!l'ln""1 ^ostdienstes vollkonimen Da überdies vor den, Dienstantritte die Prüfung aus den Postvorschristen zu bestehen ist, so haben die Bewerber auch anzugeben, bei welchem Postamtc sie die erforderliche Praxis zu nehmen wünschen, nnd endlich anzuführen, ob sie für den ssall der Combiniernn^ des Post' nnd Telegraphendienftes in Senofctfch dcu Telc. graphrndienst mit den hiefür entfallenden systc, misierlcn Bezügen zu iibcrnchmen bereit sind. Trieft am I. Mai 1886. tt. l. Post- und Tclcl,raphc,l-Tirtction. (18N1-3) Kundmachung Nr.iNil dcr Elisabeth ssrciin u. Talvay'schcu Armeu- stlftllllns-Iutcrcsscnurrthlililllss fiir das I. Sc- mcstcr l««li. ssür das I. Semester des Solarjahrcs 1886 stnd die Elisabeth ssreiin v. Salvay'schen Armcn-stistunlis'Interessen in. Betrage per 740 sl nntcr d,e wahrhaft bedinftigrn und guigesiiteten Haus-armen von Adel, wie allenfalls znin Theile unter blost nobilitierlc Perfoncu in Laibach :„ vertheilen. " Hierauf Reflectierende wollen ihre an die hohe l, l. Landesregierung gerichteten Gefuche in dcr fürstbischöflichcn Ordinariatslanzlci binnen vier Wochen einreichrn. Den Gesuchen müssen die Abelsbeweise wenn solche nicht fchon bei früheren Vcrlheilnngen dicfcr Siiftungsintereffen beigebracht worden sind beilirgen. Anch ist die Beibringung uencr Ar^ muts' und Sittenzeugnisse, welche von den be° treffenden Herren Pfarrern angestellt und von dem löblichen Stadtmagistrate bestätigt scin müssen, erforderlich. Laibach am 23, April 1886. Fiirstl!ischöflichcs Ordinariat. ^1»42-2) Kundmachung. ^lr733W? Vom zweiten Semester des Schuljahres 1885/86 an lummcn folgende Studcntenstipen. dien zur Wiederbefehnng: 1.) Die Ignaz sscderer'fche, anf leine Stu-dicnabthcilung beschränkte Studcutenstistnng jähr« licher 82 st. 46 lr., auf welche ein Studierender aus der Verwandtschaft des Stifters, in dessen Ermanglung ein von einer bürgerlichen Fa-milic aus Laibnch abstammender Studierender Ansprnch hat. 2.) Die aus leine Sludicuabtheilnng be< schränltc ssranz - Josef < Studcntcnstifluug jährlicher 56 sl. 28 lr., anf N'elche studierende Söhne der Laaser Bürger Anspruch haben. Die Präsentation steht der Stadtgemeinde« Vertretung von Laas zu. 3.) Die ans leine Studienabtheilung bc° schräullc Kafpar Glavatiz'fchc Studenteustisluug jährlicher !!6 fl. 75 lr. Anspruch anf dicfelbe haben studierende Jünglinge, welche von dcn Brüdern und Schwe. stern des Stifters abstammen. 4.) Dcr crstc Plcch dcr von dcr Volfs' schule an auf leine Studicnablheilnng beschränkten Iosesa Ialen'fchen Studentenstistung jähr. lichcr 51 sl. <»8 lr. Anspruch auf dieselbe haben Studierende, welche der Stifterin Iosefa Ialen nnd ihrem Manne Simon Ialen verwandt find, in Er. manglung solcher aber Studierende, deren Va-trr ein Bürger oder Baner und geborener Krainer ist. ^ , ^ Die Präsentation steht dem Herrn Fürst-bischosr von Laibach zu. ,. . ^. 5.) Dcr zlveitc Platz dcr auf lcme Studien-abtheilung beschräntten ssranz Iancschih'schrn Studentcnstistuug jährlicher 115 fl Anspruch auf dic>elbe haben Studierende aus der Stadt Tschernembl und aus drrcn nächster Umgebuug, in Ermanglung solcher aber in Kram überhaupt gebürligc Studierende, 6.) Der mcrte Plal) der Anton Iclouschel Ritter v. Fichtrnau'schen Studenlcnstistmia jährlicher 462 st. 50 tr., welche unbeschräult mit Einschlufs dcr Normal- und Realschulen und des Priualstudiums und bei Doctoranden durch drei Jahre grnosseu werden lann. Ansprnch auf selbe haben eheliche männliche Drscclidenlcn dcr Kindcr dcs Siistcrs: August Bruuo und Eugen Nitlcr v. Fichtcnan, und eincr Tochter Ida, verehelichten Langer von Podgoro, in deren Ermanglung eheliche mäunlichc Nachlommcn seiner Ncssen Ferdinand und Toussaint Ritter v. Fichtenau, dann jene 2) seines Bruders Franz, nun deffcn Sohn Julius, uud i>) Heinrich Ritter v. Fichtenau. Das Präfcntationsrecht steht dem furst-bifchöflichrn Ordinariate in Laibach zu. 7.) Die auf lciue Studicnabthrilunss be-schränltc Lucas Irrouschrl'schc Studcntcnstistung jährlichcr 47 sl. 38 lr,. auf wrlchc Studierende der Nachlommcnschaft dcr Töchter des Lucas Ierouschet Ansprnch haben. 8.) Der crstc und zweite Platz dcr von der Vollsschule an anf leine Stuoienal'theiluna. be-schränllcn Mathias Kodella'schrn Stuocntei,-stiftung jc jährlicher 54 st. 60 lr. Auf dieselbe haben Anspruch, Schüler aus des Stisicrs Verwandtschaft aus den Häusern Nr. Ill und 20 in Duplach. U ) Der erste Plcch der auf das Gymna. sium'und die theologischen Studien befchränltcn Georg Lenloviisch'fchen Studentcnstiftung jähr» lickcr 4? st- ^ ^- Anspruch auf diefclbe habe» Studierende überhaupt, welche Priester zu werden gedenken. 10) Dcr erste, zweite, dritte, vierte, fünfte und sechste Platz der von der Vollsschnle an auf teinc Studicuablhciluug beschränkten Martin von Lamb« und Tchwarzeuderg'schen Schülerin» nenstiituna jc jährlicher 40 st. ' An pruch auf diese Stiftung haben Anverwandte des Stifters, in deren Abgang arme Schülerinnen aus den Pfarren Wippach, Schwär, zenbcrg und Idria. 11 ) Die Andrcas Lcuz'sche, auf leine Stn-dienabtlieilung beschränlle Sluoenleustiftuug jähr. l/I" 40 sl.. auf welche gutgesittelc und gut s verende Schüler von Laibach Anspruch haben. 'Das Präscnlationsrecht steht dem fürst. l.ilckiMickcn Ordinariale in Laibach zu. '^I2) Dcr zwcitc Platz der Franz Metcllo-schen Studentenstiftung jährlichcr 76 sl. 2 lr.. welche nach Vollendung dcr zweiten Volksschule clan'c unbrschräult ist. Anspruch auf dieselbe haben gut gesittete und fleijua. studierende, vom Lande gebürtige Knaben aus des Stifters Verwaudtschaft und bei deren Abgang aus der Pfarre St. Kanzian bei Ouleiiwert oder aus einem dieser Psarrc näbcr liegenden Orte. Die Präsentalion steht dem Gymnasial. Lclirlörpcr in Laibach zu. 13) Die auf triuc Studienabtheilung be- schränlte Michael Peintncr'sche Sludentcnstiftung älirlicher 86 sl. 20 tr.. auf welche 2' Studierende aus der nächsten Verwandt« ^ schast des Stifters, in deren Ermanglung u) ein Studierendel aus dcm Marttflecken Innichen in Tirol Ansprnch haben. 14.) Die aus die Studien der Polylechnit beschränkte Josef Peharz'fche Studeulcnstiftung jähilicher 15^ st. Anspruch auf dieselbe haben: ll) Kinder aus des Stifters ehelicher Nach« lonnncuschaft, l)) Kinder uud Nachlomnien seiner Gcfchlvistcr uud c) Kindcr und Nachlommcu seiner andern Blutsverwandtschaft. Die Präsentation steh! dem jeweiligen Pfar^ ,-ss in Ncumarltl zu, 15.) Die auf leine Studirnabtheilung be« fchränltc Iofcf Prctnar'sche Studenlenstiftuug jährlicher 34 fl.. auf welche Abkömmlinge der Arüder des Stifters von dcr ersten Schulclasse Anspruch haben. 16.) Der erste Platz der ersten Anton Raab-scheu Studentcnstiftung jährlicher 116fl. 60tr,, anf welche vom Anfange der IV. bis Ende der VI. Gymnasialclafse studierende Bürgersöhne aus Laibach Anspruch haben. Die Präsentation steht dem Stabtmagistrate in Laibach zu. 17.) Die zweite Anton Raab'sche Stuben-tenstiftung jährlicher 200 st. 4 tr., auf diese haben nur Studierende aus der nächsten Ver-wandtschaft des Stifters oder drsscn Gemahlin bis zum Eintritte in einen geistlichen Orden oder in den Priesterstand Anspruch. Dir Präsentation steht dem Stadtmagistrate in Laibach zu. 18.) Der erste Platz der Loreuz Ratschky-schrn Studentenstiftung jährlichcr 7!) fl. 16 lr. Anf den Genufs dieser Stiftung, welche von der Vollsschule an auf leine Studien-abthsiluna, beschränlt ist, haben Studierende aus der Aiivrrwandtschaft des Stifters Anspruch, unter welchen jene der männlichen Linie vor jenen der weiblichen Linie den Vorzug haben. 19.) Der zweite Platz der von der Vollsschule an auf leine Studienabtheilung beschräntten Josef Repcschitz'schen Stubentenftiftung jährlicher 127 fl. 60 lr. Anspruch auf dieselbe haben Studierende aus der Verwandtschaft des Stifters, in deren Abgang aber Bürgerföhne aus Laas und in Ermangluug solcher, Jünglinge aus dem Pfarr» brzirlc Laas. Das Präsentationsrecht steht dem Pfarrer in Altenmarkt bei Laas zu. 20.) Die aus leine Studienabteilung, wohl aber auf die Genussdauer von sechs Jahren beschränkte Adam Sontner'sche Studentcnstiftung jährlichrr 40 fl., auf welche Verwandte, in deren Abgang arme Vürgrrsöhne aus Laibach und in dcren Ermanglung wo immer gebürtige Stu« biereude Anspruch haben. Das Präseuiationsrecht steht dein Don,-eapitel in Laibach zu. 21.) Die auf leine Studienabtheilung beschränkte Andreas Schurbi'sche Studentenstiftung jährlicher 30 fl., wrlchc bloß für Studierende aus deu drei hirzu berufenen Familien bestimmt ist, deren Repräsentanten Andreas Schurbi, Mathias Sluga und Iatob VaupelitschZim br> standenen Brzirle Münlendorf sind. 22.) Der zweite Platz der auf das Gym-nnfimn uud die Theologie beschränkten Christoph Stofiz'schen Studeutenstiftung jährlichrr 56 st. 36 tr., auf welche arme Studierende überhaupt Anspruch haben, Die Präsentation steht dem Herrn Fürst-bischofe von Laibach zu. 23.) Der sechste Platz der Schiffer von > Schifscrstein'jchen Studentenstiftung jährlicher 140 fl., welche vom Gymnasium an noch in dcr Theologie, bis dcr Stiftling cinen Seminars' Platz dieser Stiftung erhält, genossen werden tann. Aus diese Stiftung haben arme, dem Stifter verwandte Studierende und ,» deren Ermanglung aus der Sta t Kramdura. ge büriige Studierende, die überdies l.eabslchtigrn, sich feiuerzeit den thcoloaischcu Ttud.en und dem geistlichen Stunde zu widmen. Anspruch Das Vcrleihungsrecht steht dem fürst-bischöflichen Oldina.iatr in Laibach zu. 24 ) Dcr dritte Platz der Johann Stampft fchen Studcntc.'stiftuug M ,ährl,cher 2^0 fl., dann der zweite, vierte, stcbente, zehnte, vier-zrlinte und vieruildzwanzigste Platz der Johann Stampfl'schrn Studentcnstiftnng l je jährlicher 50 fl.