^mbachtt IeitunH. ^ V8V Freitag am RK Dezember «8HA Die „Laiback'er Zeitung" erscheint, mlt «In«nah,ue dcr Sonn- und Feiertage, täglich, und kostet sammt den Beilagen „u üompt ° >r ga nz, ahrg ll ff., halbiuhrig 5 ft. 6,» tr.. m,t Kren,band im Comptoir ganzjährig '2 N-, halbjährig U ss. Für die Zustellnng in'« Haus ssnb h a, b,<, h r, g 3« kr. mehr ;u entr,ch»e». M.t der P°s! porto-!rci aan«iäl>ria uütcr Kr,„« kr. sur ciuc ,cdcsmaligc Gm,chaltung h,nzu zu rechnen. Ämtlicher Theil. thedral > Archidiakon Ignaz Markl; zum Prol'stc !>!. Uic^lüxli« nrclinnFl'Ii 6,> Ilnnln und Kathedral» Archidiakon dcn Szalader Archidiakon uud Ti> tularbischof Auto» Koriczmics; zum Szalader Archidiakou dcu Simcgher Archidiakon Ladislaus Ko> roucz; zum Siiucgbcr Archidiakon dcn Papacr Archidiakou Franz Osztcrhubcr; zum Papaer Archi-diakou deu Scgüsdcr Archidiakou Antou Csetc v. Györg yfalua; zum Següsver Archidiako» dcu >u»n'i5wr onnonicu« Franz Bogcha; zum ersten ml,-^i^tei- elüioüicüi» deu Direktor der Diözcsaukauzlci und bischöflichcu Sekretär Dr. Sigmnud Kowücz; zum zweiten mn«^«»!' oanoinuu« den Dechant und Pfarrer zu Nagots Paul Nepcrgcr,, und zum dritten mn^tei' cnnnniou« den Spiritual nnd Admi' nistrator der Kapelle S, Nnua, Stefan Pribck allergnädigst zu crncuncu geruht. Se. k. k. Apostolische Majestät haben mit Aller» höchster Entschließung vom 2. Dezember l. I. zum Erzpricstcr und Pfarrer am Kollcgiatkapitel zu Pirauo dcn Pfarrer in Vujc, Pctcr Viezzoli, allcrgnä> digst zu ernennen geruht. Der Minister der Justiz hat ciuc Ratbsstellc bei dem Komitatsgcrichte in Debrcczin dem gewesenen provisorische!! Landcsgcrichts.Asscssor iu Arad, Michael Kocsuba, vcrlichcn. Rlchlanitllcher Theil. Vom südöstlichen Kriegsschauplätze. Der «Hamb. Korrcsp." enthält von einem Eug> läudcr folgende Mittheilungen ans dem engl. Lager vor Sevastopol, vom 20. November: „Trotz des ruhmvollen, aber mit großen Opfern erkauften Sieges von Inkcrman, war in dcu nächst, folgenden Tagcu die allgemeine Stimmung im Heere etwas gedrückt, wozu noch kam, daß wir, außer über den Verlust vieler uud theurer Waffenbrüder, noch «der wieder hervortretende ssholerafällc und Mangel n», Proviant zu klagcu hattcu. Auch der kräftigste Körper ermüdet endlich, wenn ihm nach den Mühcu des Tages leine hinlängliche Nahrnng nnd keine nächtliche Erholung wird. Von dem bald massenhaft »iederströmenden, bald dicht und langsam herabträn-fcludcu Regen bis anf die Haut durchnäßt, sich in denselben Kleidern auf feuchter Lagerstätte und unter durchtncfcndcr Zeltlciuwaud zum Schlafe betten zu nmsicn. ist wahrlich richtiger Tortur als Erholung zu nennen. Kurz ^ aufgehender Sonne wird die Kälte hier unerträglich peinigend nnd nur selten ist es mög« lich. sie durch ein warmes Frühstück zu vertreiben, weil der Ncgen gewöhnlich das kaum entzündete Feuer wieder auslöscht uud man schließlich f^h stin muß, ein Mal am Tage etwas lauwarme, halbgare und räucherige Speise zu erhalten. Wie unsere Rost» bcafs beschaffen siud „ können Sie leicht ermesse». Schwcinfieisch gibt es höchst selten, weil die Tataren nud Juden in der Krim sich mit der Schweinezucht uicht befassen. An Hammelfleisch ist dagegen kein Maugcl, doch wird dieses, zu häufig gcuosscn, leicht widerwärtig. Das Rindfleisch abcr ist magcr und zähe, weil die hiesigen Rinder an und für sich nn> ansehnlich, durch ihre Benützung als Zugvieh inehr Sehnen- als Flcischausbildung erhalten^ Das Wasser schineckt meist gan; abscheulich uiü> wird noch dazu iu mir klciucu Portionen verabreicht. Wir mischen es gewöhnlich mit Nh»m oder Gcnrvre. Beide Sorten Getränke waren uns eine Zeitlang, und gerade als cs am mcisten regnete, fast gänzlich ausgcgaugcn uud wir mußten unsere Zuflucht zu Thee und Kaffch nehmen, deren Wärmckraft jedoch nicht hinlänglich war, um uns dcu Einflüssen der rauhen, feuchten Witterimg Trotz bieten zu lassen. — Auch begann die Munition knapp zn werden, weil vieles Pulver durch dcn andauernden Regen verdorben war. — Doch wozu noch länger bei dieser Schattenseite des Kricgerlcbcns verweilen? Der Mdergedrücktc Muth erhob sich bald wieder und als späterhin Tag, für Tag neue Verstärkungen in's Lager einrückten, als die in unseren Reihen entstandenen Lücken sich allmälig wieder zu füllen begannen, als endlich dem Proviant« mangcl wicdcr Uebtrfinß folgte, da schwand auch dic letzte Verstimmung, und ungeachtet des stürmischen Wetters sind wir wieder froh xnd imvcrzagt. Das ucrlniudcte ^agcr bietet gegenwärtig dc» Anblick eines rührige» Ameisenhaufens dar. Hauptsächlich ist man mit Anlegnng ncuer uud Verstärkung der alten Lagcrschanzcn beschäftigt, um vor Rücken« nnd Flankenangriffen der Mcntschikoff'schen Armcc gcdeckt zu sein. Unsere selbst nach dem Tage der Schlacht uicht ausgesetzte Kanonade ist neuerdings wicdcr schr energisch geworden. Unsere Vollkugcln schlurren Kalibers fügen den bereits schr dcraugirtcn feindlichen Werken sichtlichen Schaden zu und würden letztere bcrcits iu Trümmer gelegt haben, wenn die Beschaffenheit dcs Vodcus cm weiteres Vorgehen mit den Vreschc > Batterien ermöglichte. Im Laufe dcs gestrigen Tages gelang es uns, mehrere der lasemat> tirtcn feindlichen Glühöfen für Kugeln unbrauchbar zn schießen. Bomben werden nur noch selten gcwor> fen, weil die noch unversehrt stehenden Gebäude meist außerhalb des Bereiches der Tragweite dcs Wurfes liegen. Hinsichtlich ihrer Wirkung haben sich uns die «zölligcn Bomben schr erfolgreich erwiesen. Das Nakctenwerfcu hat man fast eingestellt, wcil der stets relative Erfolg dieses Geschosses zu den Kosten, wclchc seine Anfertigung erfordert, in sehr mißgünstigem Verhältnisse steht. Der Feind antwortet zumeist mit 64pfünd. glühcndcn Vollkiigeln; seine Kanoniere haben dnrch tägliche Prcms eine schr bedeutende Sicherheit erlangt, die uns jedoch nicht abschreckt. Bei unserer Ankunft vor Scbastopol erzählte man viel von schr großartigcn Mincu, welche die Stadt umgeben sollten; bis jetzt sind wir nnr anf sehr wenige u»d kleine — meist Flattcrmiueu — gestoßen. Ueberläufcr haben zwar ausgesagt, die großen Minenschachte befände» sich in einer Nähe von llN Hards vor der Stadtmauer und deren Werken, gleichsam, ei»m Gürtcl nm sie bildend, doch ist dieß bci dcr felsigen Vcschaf> fcnhcit des Bodcus — z»r HebMg von 2 Kubik» Zjards dieser Masse werden circa.3« Pfund Pnlvcr nöthig sein — ziemlich unwahrscheinlich. Gegtn die Deserteurs der russ. Armee ist mau überhaupt schr vorsichtig und mißtrauisch geworden. Sie alle werben als Kriegsgefangene behandelt, denn bereits mchr> mals hat sich herausgestellt, daß kleine russ. Kom> mando's nud Patrouillen, um sicherer Gefangenschaft zu eutrinncu, sich als Ucberläufer angaben, unsere Generale durch falsche Nachrichten täuschten, im Lager spionirten und gelegentlich wieder entwischten. Am Abend des 17. d. meldeten sich bci dcr französischen Feldwache drei nissische Sergeanten — ihrer Aussage' »ach Polen — als Uebcrlaufcr. Bei genauer Durchsuchung ihrer Kleidungsstücke ergab sich, daß zwischen Leder und Tuch dcs Rcitbeiuklciocs eines Jeden sich ein gleichlautender Zettel befand, welcher an einen uicht namhaft gemachten gefangenen russischen Offizier in Valaklawa gerichtet war nnd denselben aufforderte die „bewußte» Notizen" durch geeignete Leute entweder uach Scbastopol odcr Simphcropo! zu befördern. Natürlich läugnctcn die Burscheu, von dem Vorhandensein dieses Papiers Kunde zu haben. Sie wurden sofort nach Balaklawa und von dort ohne Aufent» halt anf ein Schiff trausportirt, welches am 18. d. früh Morgeus uach Varna abging. Statt dcr durch Sturm zerfetzten Zelte erheben sich im Lager hin und wicdcr aus Holz gezimmerte Baracken. IWO dcrsclbcn, von denen jede circa 16 Mann fasscn kann, werden ans London erwartet; auch von Sinope sollen nächster Tage Transport» schiffe, mit Holz l'clndcn, eintreffen, welches hauptsächlich zu Pferdcstcillcn benutzt werden soll. Seitdem wir auch Kavallcrie-Vcrstärknugcn crlangt haben, sind die betreffenden Nciterpikcts numerisch verstärkt uud die Vorpostenlinicn bedeutend erweitert worden. Der Widerstand ist fortwährend äußerst hartnäckig. Den« noch aber werden und müssen wir sicgcn.!" Oesterreich. Wie», 12. Dezember. Das östcrr. Konsulats-weseu in Brasilien ist so eben neu organisirt worden. Außer dem Generalkonsulat in Nio de Janeiro wer< den hinfort Konsulate in Bahia und Pernambuco, nnd Vizckonsulatc in Rio Grande do Sul, Maranhao, Bclam di Para, Maroim, Santos und Fortalezza bcstchen. — Das k. k. Finanzministerium hat die Umstal» tung des Distriktcrial > Berggerichtcs zu Schcmnitz in Ungarn in cine Verghauptmannschaft, und dcr dem» sclben unterstaudencn Vcrggcrichts'Substitution in Berg» kommissnriatc augcordnct. — Die britische Ncgierung soll mit dem hiesi> gen Hause M, N. Weikersheim und Komp. einen Kou> tralt auf eine schr bedeutende Lieferung Tuchmäntel für die in dcr Krim stationirtcn engl. Truppen abge> schlössen und den cntsprcchcnden Betrag bereits zur Disposition dcs gedachte» Hauses gestellt haben. — Zu, de» interessantesten Gegenständen, durch welche Oesterreich bci der Pariser Industrie-Aus'stellnng vertreten sein wird. wird unstrritig das Nelicf des Scmmcrings gehören, welches von dem im militär. geographischen Institute angestellten Kartegmphen Pai» liny, von dcn, erst unlängst einc vortreffiichc Karte nnd ci» allcu Anforderungen der Wissenschaft entsprechen, dcs Nclicf dcs Salzkammcrantcs erschiene» 'st. '"' Auf. trage des Handelsministeriums, '» dcm ucrbältnißmäßig außcrordcutlich große» Maßstabe vc>" 8l»Mtt Klaftern zu i Zoll angefertigt:mri>. — Die ösMl. Industrie wird in der Pariser Aus. stellung höchst würdig vertreten sein. Schon jetzt in «o«» numerischen! Betracht nur »och wenig der Betheiligung in München nächstehend, übertrifft sie dieselben bei weiten, darin, daß die meisten Fächer ihre Repräsentation in den hervorragendsten Notabilitäten finden. Sollte es sich bestätigen, daß die Elposition bis zum Oktober verschoben wird, so werden um so leichter die noch vorhandenen Lücken ergänzt werden können. — Die weiblichen Schützlinge des hiesigen Schutz-uercines, der sich bekanntlich dic Aufgabe stellte, sür die Erziehung verwahrloster und entarteter Kinder zu sorgen, sind auf Veranlassung I. Maj. der Kaiserin Witwe Karolina Augusta seit dem 3, d, M. der Obhut der Schulschwestcrn aus dem Wiener Mntterhause anvertraut worden. — Die Zentral - Agcutic der Donaudampfschiff« fahrtgcscllschaft für Uugarn macht bekannt, daß laut Beschluß der Assekuranz-Kammern der angekündigte beschränkte Vcrsichcrungs'Aufnahmstcrmin für die durch Dampfbootc und Ncmorqueure in Wareubooten befördert werdenden Güter aufgehoben worden ist, und werden fortwährend, und zwar so lange Wasserstand und Witterung es erlauben, zur Versicherung angenommen, immer jedoch mit Ausschluß jeder durch Eis verursachten Schäden. Wien, 12. Dezember. Nach einer amtlichen Zusammenstellung sind im Laufe des ersten Verwaltungs-semcstcrs (1. November bis Ende April) der letzten zwei Jahre eingelaufen: in den Häfen des illyri-schen Küstenlandes, 1833: 12.334 österreichische, 1188 fremde Fahrzeuge; 1834: 13.268 österreichische und 1289 fremde Fahrzeuge. In Häfen der vcnc-tianischen Küsten, 1833: 1798 österreichische und 362 fremde; 1884: 2l38 österr. und 333 fremde Fahrzeuge. In Häfen der dalmatinischen Küste, 1833: 7893 östcrr. und 389 fremde; 1834: 7420 österr. und 492 fremde Fahrzeuge. In Häfen von Livil-Kroaticn, 1833: 1144 östcrr. und 268 fremde; 1834: 1006 österr. und 210 fremde Fahrzeuge. Endlich in Häfen von Militär-Kroatien. 1833: 493 österr. und 32 fremde; 1884: 608 östcrr. und 107 fremde Fahrzeuge. An Tonncngcbühr smd eingegangen für öslcrrei> chische und begünstigte fremde Fahrzeuge im ersten Vcrwalwiigsscmestcr 1834: «8.338 fl. 30 kr.; 1833: 30.233 fl. 11 kr.; 1832: 49.941 fi. 18 kr. —Für unbegünstigtc fremde Fahrzeuge, 1834: 7437 fl.; 1833: 3363 fl.; 1832: 942U fl. Oesterreichischc und fremde begünstigte Schiffe zahlen an Touncngcbühr bis inklns. 30 Ton. 2 kr. über 30 bis inkl. 100 T. 4 kr.; über 140 T. 6 kr, fjir jede Tonne; nicht begünstigte fremde Schiffe da> gegen 1 fl, pr. Tonne. Von europäischer Flagge ge> hören nur die französische, spanische und portugiesische zu den nichtbcgünstigten. Wien. Die k. „Wiener Ztg." veröffentlicht Folgendes: Kuud m achu n g. Am 11. Dezember l. I. sind in Wien 1l Per> soucn an der Vrechruhr erkrankt, 11 genesen und 9 gestorben. In Behandlung befinden sich noch 116 Kranke. Seit dem Ausbruche der Epidemie sind 3022 Personen erkrankt, 3329 genesen und 1387 gestorben. Wien am 12. Dezember 1834. Triest, 13. Dezember. Die „Triestcr Ztg." schreibt : Dieß fühlt Jedermann, daß mit dem Abschlüsse dcs Vertrages zwischen Oesterreich und den West-mächtcn die Nothwendigkeit einer baldigen Entscheidung auf dem Gipfelpunkte angelangt ist. An der Möglichkeit, den Frieden wieder herzustellen, wird so lauge nicht verzweifelt, als Rußland wohl nicht umhin können wird, die Unhaltbarkeit seines Widerstan-des gegen das coalisnte Europa zu erkennen. Ferucr scheinen sich friedliche Tendenzen im Schooße des britischen Kabinets. wenn nuch m,r partiell, kundzugeben. Endlich dürfte es nicht unmöglich sein, die Wcstmächte, wenn nur Rußland auf die mentorischcn Forderungen eingeht, zur Nachsicht in billigen Dingen zu vermögen. Einer maßgebenden, detcrmmatiuen Rückantwort von St. Petersburg dürfte etwa bis zum 24. d. M. entgegenzusehen sein. Trieft 13. Durch den Lloyddampfer „Calcutta", ?er in verflossener Nacht nach 1 Mündiger Fahrt mit 87 Passagieren ans Alexandricn eintraf, erhielten wir eine ostindische Neberlandpost mit Nachrichten aus Bombay 14 Nov., Calcutta 8., Singapore 3. Nov., Hongkong 28. Okt., Canton 23. Okt. Die Präsidentschaft Bombay wurde am 2. Nov. von einem furchtbaren Cyklonsturme heimgesucht, der 3 — 400 Menschen das Leben kostete, über 130 Schiffen, darunter 7 von der ostindischen Marine, den Untergang brachte uud Eigenthum im Werthe von wenigstens 3V0.000 Pfd. St. zerstörte. — Der Oberbefehlshaber von Bombay, Lord Frederick Fitzclarcncc starb am 30. Oktober an der Magcngicht. Den Berichten aus China zufolge warm die drci Gesandten von England, Frankreich und den Verein. Staaten noch immer in Shanghae, und es hieß sogar, die beabsichtigte Reise nach Peking sei aufgegeben, angeblich wegen eines Mißverständnisses zwischen dem französischen Gesandten und dein franz. Admiral. Der engl. Admiral Stirling dagegen, der am 23. August mit seinem Geschwader Shanghac verlassen hatte, um sich nach Japan zu begebe», war von dort wieder nach Honkoug zurückgekehrt, nachdem er sich ungefähr sechs Wochen in Nangasaki aufgehalten. Der Zweck seiner Sendung war, wie es heißt, die Japanesen zu warnen, den Russen irgendwelchen Beistand zu leisten, namentlich russ. Kapern keine Zuflucht in ihren Häfen zu gc> währen und die Präliminarien "eines Handelsvertrages abzuschließen. Admiral Stirling wurde freundlichst aufgenommen, und man sagt, daß noch 2 Häfen eröffnet werden würden. In Nangasaki lag der holländische Kriegsdampfer „Socmbing" und ein holländischer Kauffahrcr. Vo» dcm Fortgange des Aufstandcs in China ist nichts Wesentliches zu berichten. Auch in der Umgc-bnng von Canton ist die Lage der Dinge fast uuuer' ändert geblieben. (Trieft. Ztg.) Aus Padua, 7. Dezember, wird der «Triester Ztg." geschrieben: Unsere Universität wurde wie gewöhnlich am 3. November mit der üblichen Feierlichkeit eröffnet. Se. Erzcll. der Hcrr Statthalter erschien bei derselben und besuchte nachher die Kabincte; in dcm physikalischen nahm er au einigen sehr gelungenen Ekpcrimeutc» über simultane entgegengesetzte Strömungen im elektrischen Telegraphen Antheil. Jetzt kann man die Unioersitäts-Matrikel als ge> schlössen betrachten. Sie zeigt: Theologen 48, Juristen 334, Mediziner, Chirurgen, Pharmaceuten u. s. w. 429, Mathematiker, Ingenieure und Feldmesser 231. In dcr neuen philosophischen Fakultät siud nur 4 eingeschrieben, aber die betreffenden Vorträge, die von tüchtigen Lehrern gehalten sind, wcrdcn gcrn von Juristen und anderen Studireudeu besucht. Schade, daß die Lehrkanzel der Geschichte uoch vollkommen unbesetzt ist, da nicht einmal ein Supplcnt lehrt. — Alles zusammen ergeben sich also für heuer 1246 Studenten, eine Zahl die um 200 kleiner ist, als im vorigen Jahre, und um 300 geringer als vor 1848. Man muß allerdings berücksichtigen, daß die hiesige VII. und VIII. Gymnasialklasse damals zur Universität zählte, doch die Vcrminocrung ist immer sehr bedeutend, uud gewiß auch in mancher Beziehung sehr erwünscht. Man sprach auch heuer von Studien'Reformen und Einführung dcr Lchrfrcihcit in Padua und Pauia. Dieses Gerücht verscholl, aber es scheint dennoch einigen Grund gehabt zu haben. Die unbegrenzte Lehr-freihcit, wie sie auf deutschen Universitäten besteht, wird hier besondere Schwierigkeiten finden, jedoch mit einigen Beschränkungen, oder besser Bestimmungen, wohl ausführbar sein. Die tüchtigen Lehrer werden sie gewiß nicht scheuen. Im Gruude ist diese neue Methode gar nicht neu, sondern sehr alt und sehr gut. — Aus Mailand, 8. Dez., wird dcr «Tr. Ztg." geschrieben: Das Netz dcr sardinischen Eisenbahnen ist fast seiner Vollendung nahe; in 7 Stunden können wir schon jetzt Genua's Hafen erreichen. Uud doch ist der Verkehr noch immer auf dieselben Grenzen beschränkt, wie zur Zcit, wo man dorthin mit dem Eilwagcn fuhr. Bis nicht die vollkommene Eintracht zwischen den Regierungen beider Nachbarstaaten erzielt wird, oder besser, bis sich nicht deren Unterthanen zur ge« genseitigen Unterstützung ihrer materiellen Interessen einigen, werden unseren: Handel gcwiß nicht dic ge> hofften Vortheile erwachsen. Ein Artikel ist jedoch hier billiger gcwordcu, nämlich die in großer Menge täglich aus Genua hicr eintreffenden frischen Blninc», dic mit Rücksicht auf dic Iahrcszcit zu spottbilligen Preise» verkauft werde» uud hiurcichcn, wcnn nicht dcn Magcn des die Brotthcucrung bcklagenden Armen, doch die Angen unserer eleganten Damen zu sättigen. Dentschlaud. M ü n chen, 7, Dezember. Ueber den Gene-ralbcricht über die allgemeine Ausstellung deutscher Industrie- und Gcwcrbscrzeugnissc empfängt die ,,N, Münchner Zeitung" folgende intcrcssantcc Mittheilungen : „Dic Abfassung des Berichts über jedc cinzclue der zwölf Ausstcllungsgruppen liegt in dcn Händen ancrkanntcr Autoritätcu und hörcn wir ncnnc» für die crstc Gruppe dcn Dircktor Tummcr von Lcobeii in Oesterreich und den Obcr-Vcrgrath vou Schim!) aus Müuchcu; für die zweite Gruppe den Ncgic-rungsrath Dr. Zellcr von Darmstadt und dcn Professor Tcmme uon Oldenburg; für die dritte Grnppc den Hof- und Lcibapothcker Professor Pcttcnkofer uoii München; für die vierte Gruppe Profcssor Stcin von Drcsocn; für die fünfte Gruppe dcn Direktor Dr. Hülssc oo» Dresden; für dic sechste Gruppc den Mmistcrialrath Stcinheil uo» Münchcn, vcrbundcn mit dcn Professorcn Nothmnnd und Schafhäutl, Bcide ebenfalls vo» München, und dcm Miniftcrialrath Dich von Karlsruhc; für die siebente Grnppc dcu Ministe« rialdircktor, Gchcimrath Dr. u. Wcinlig von Drcs< den; für die achte Gruppe dcu Profcssor Schwenk uou Ludwigsburg; für dic neunte Gruppe dcn Pro fessor Dr. Knapp von Müuchcn; für dic zehnte Gruppc den Ncgieruugsrath Dr. u. Stcinbcis von Stuttgart; für die cilftc Grnppc (rcsp. für Papicr) deu Bürgcrmcister Occhclhänscr von Mühlhcim an dcr Ruhr i» Nhcinprcußcu, und cndlich für die zwölfte Gruppc dcn Professor an dcr Akademie dcr bildenden Künste zu Müuchen, Philipp Foltz. Zur Herausgabe des Generalberichts ist eine aus sechs Mitglieder» bestehende Kommission, unter dcr Vor< stanoschaft des Miiiistcrialraths Dr. u. Hermann cr> na»»t worden. Die meisten der einzelnen Gruppe»' Berichte sind vollendet und befinden sich bereits i" dcn Händcn dcr gcnaimtcn Kommission, wcßhalb dcnn anch dcr Satz, zunächst dcr Vcrichtc üdcr dic 7tc und 3te Grnppc, schon in dcn nächstc» Tagen bcginncn dürftc. Man kann erwarten, daß dcr ga»^ Bericht bis längstcns zn Ende Fcbruar zur Ausg"l>e fertig sein wird. Unabhängig von diesem Gcneralbc' richtc der Vcmthcilnngskommission, und zwar >^'" die Einleitung, Ausführung und Abwickelung "ts ganzen Ausstcllungsgcschäftcs, einschließlich dcr tcchni' schen Nachwcisungc» übcr de» Vau dcs Glaspalastcs, veröffentlicht wcrdcn." Berlin, 11. Dez. In der zweiten Kamm« ist jetzt der Bericht des Centralauöschnsses über den Antrag des Abgeordneten von Vincke und Genosse», wegen Erlasses ciucr Autwortsadrcssc auf die Thro»' rede, der mit dem mit allen gegen Eine Stimme g^ faßten Vorschlag ans Ablehnung schließt, ausge» geben worden. Gleichzeitig wurde au die Mitglied dcr folgende vom Herrn von Vethmann-Hollwcg «" 41 Gen. (Mitglieder dcr Fraktion Vcthmann-Hollweg und Patow) cingcbrachtcr Antrag verthcilt: Die Kammer wolle beschließen: eine Kommissi"" von 21 Mitgliedern durch die Abtheilungen wählen zu lasscu, uud derselben dcn anliegenden Entwurf e>' ner, die Thronrede beantwortenden Adresse z"' ^' rathung und Berichterstattung zu überweisen. Motive. Nachdem Se. Majestät dcr König ^ Sitzungen dcr Kammern persönlich eröffnet hat «> die Anregung zur Veantmortuug dcr Thronrcdc berci anderweit gegeben worden, wird der Antrag ' dessen Angemessenheit und die gegenwärtige Lage rechtfertigt. , , .^. Der anliegende Adrcß'Entwnrf selbst schließt gendermaßcn: ^.^g „Die ernstesten Besorgnisse freilich erfüllen «»»» Herz jedes Pairiotcn im Hinblick auf den Konflikt, welcher unter den mächtigsten Staate» Europa's aus-gebrochen, und der, i» demselben Maße als er in größeren Dimensionen sich entwickelte, Preußen vermöge seiner Stellung als Großmacht und seiner geographischen Lage näher berühren müßte. Eu. Majestät landesväterlichc Sorge, so lange als möglich dem Lande die Segnungen des Friedens zu erhalten, erkennen wir mit tiefstem Danke an, Allein wir fühlen uns in unserem Gewissen gebunden, es vor E». Majestät ehrfurchtsvoll anszusprechcu, daß uach nuscrcr und der weit überwiegenden Ueberzeugung des Landes der Zeitpunkt gekommen ist. wo Preußen noch, unter Wahrung seiner eigenthümlichen und der norddeutschen Interessen, dnrch ein rasches und entschiedenes Wiedcrcintrcten in die europäische Gemeinschaft, welche die andere ihm noch verbundene deutsche Großmacht uuvcrrückt festgehalten uud so eben neu bestärkt hat, der gefahrvollen Lage völliger Isolirung entgehen kaun; daß nur, indem En. Maj. das volle Gewicht Ihres durch die That bekräftigten Wortes in die Wagschalc der Entscheidung werfen, das Ziel eines auf das Recht nnd dessen Sicherung gegen künftige Gefährdung begründeten, also dauer' haften Friedens erreicht werden kann. Sollte die vereinigte Stimme Europa's kein Gc> hör finden nnd Eu. Majestät sich genöthigt sehen, die ganze Macht des Maudes aufzubieten, so wird alsdann die Nation wissen, daß ihr die schweren Opfer an Gut nnd Vlut nicht für fremde Interessen, sondern für die hohen Güter des Rechts, der Unabhängigkeit und Ehre des Vaterlandes auferlegt werden, und dem Rufe ihres Königs folgend, in echt preußischer Weise bewähren, daß wir durch Eintracht stark sind,« In tiefster Ehrfurcht x. Italien. ' Turin, 9. Dezember, Der kais. französische Abgesandte, Hr. Vraßicr dc S. Simon, überreichte gestern seine Vcglaubignngsbriefe. Der französische Konsul in Portomaurizio ist von seiner Regierung vom Durchmärsche eines Kavallerieregiments aus Rom nach Frankreich, unterrichtet worden, Frankreich. Paris, 9. Dezember. Man schreibt von der Insel Air, daß 318 dortige russische Gefangene sich haben in die Fremdenlegion einschreiben lassen, nach. dem die Regierung den Polen freiwillige Engagements in diesem Korps angeboten hatte. Sie werden gleich nach Vastia geschickt, wo die Depots der beiden Ne> gimcutcr Fremdenlegion stehen und gehen dann nach der Krim, wo sie in die zweite Brigade der sechsten Division eingestellt werden. Nach der „Patric" gab die Vollziehung eines Polizci'Vefehls zur Nicdcrrcißung eines gegen das dieß> fallsige Verbot aufgeführten Daches mit Strohbedek« knng gestern zu Drcur und in zwei NachbargemeiN' den Veranlassung zu Ruhestörungen, die jedoch un> uerzüglich unterdrückt wurden. Die Justiz ist bereits «m Orte selbst mit der Untersuchung gegen die Schul» digen beschäftigt. Aus Marseille, 8. Dez., wird tclcgraphirt: Das am 28. Nov. von Konstantinopel abgegangene Packet» boot „Cairc" ist in unsern Hafen so eben eingelau. fm. Seine Ankunft hat sich nm mehrere Tage ver. spätet, indem es sich durch das schlechte Wetter genöthigt fah, bei Zantc anzulegen. Znr Zeit seines Abganges uo» Konstantinopel erhielten die Kriegsschiffe, welche in dem Orkan vom 14. November beschädigt worden waren, die nöthigen Ausbesserungen, um ihren Dienst in voller Sicherheit wieder ucrschc» zu können. Gleich nach Vcendignng dieser Ausbesserungen sollten sie znm Transport von Verstärkungen nach der Krim verwendet werden. Man hatte noch nicht alle Hoffmmg aufgegeben, einen Theil der während des Stnrmcs vom l4. November gestrandeten Transportschiffe wieder flott ;n machen. Nur diejenigen, welche am meisten Gefahr liefen, dem Feinde in die Hände zu fallen, waren von den Ver< bündetcn verbrannt worden. Der englische Dampfer „Prince" hat bei seinem ^chiffbruche die Summe, welche er dem Heere ans England überbrachte, nicht eingebüßt. Er hatte sie unterwegs in Konstautinopel deponirt. Der Doktor Michel Lewy war ans der Krim nach Koiistantinopel zurückgekehrt, um daselbst den Prinzen Napoleon zu behandeln, dessen Zustand sich übrigens gebessert hatte. Die Russen verschanzten sich, nachdem sie ihr Lager bei Balaklawa zerstört hatten, im Norden der Festung. Die in der Krim angelangten Verstärkungen der Ver> bündetcn belaufen sich auf 18.000 Mann, Eine andere Depesche aus Marseille vom 9. Dezember, Abends, meldet: „Der am 30. November von Konstantinopel abgegangene „Thabor" ist hier angekommen. Die Nachrichten, welche er ans der Krim bringt, geben es als gewiß an, daß in Folge eines am 28. November gehaltenen Kricgsrathes der General Eanrobcrt beschlossen habe, am 2. Dezember eine große Schlacht zu liefern. Das Heer war von Begeisterung erfüllt. Es war von Neuem ein lebhaftes Feuer auf Sebastopol eröffnet worden; die letzte Parallele war fertig, nnd man hatte sich der Festung bis anf 100 Metres genähert. Ein Haupt-stürm war als nahe bevorstehend betrachtet." Ionische Insel«. " Malta, 2. Dezember. Die Dampfer „Cambria" und Himalaya" kamen aus Konstnntinopel mit dem Generallieutenant dc Lam Eoans und vielen anderen kranken und verwundeten Offizieren und Soldaten au Nord. Dagegen brachten drei Trans' portschiffc frische Truppen, Munition und Mundvor» rathe aus England für die Krim. Nnßland. Der „Russ. Inv." theilt unter mehrerem Andern auch den folgenden Tagesbefehl an das do-nischc Heer mit: Ncn-Tscherkask, 21. Februar 1864. Nr. 4. Liebe Kameraden! Die Stimme der Schlachten, die euch von der Wiege bis zum Grabe bekannt ist, erschallt jetzt an den Grenzen unseres Vaterlandes für den heiligen rechten Glauben nud für die Befreiung unserer im Osten unter dem muscluimiulschcn Joche gedrückten Brüder in der N'eiiaw». Für diesc heilige» Zwecke nnd für den Nuhm seines großen Reiches hat der Kaiser das Schwert erhoben nnd ruft euch, trcne Donzen, in die Reihen des Heeres zu treten, welches von Jahrhundert zu Jahrhundert seinen Namen durch Waffenthatcn glänzend gemacht hat und sich jetzt in einer für die Feinde furchtbaren Rüstung zum Schutze der Orte erhoben hat, welche einst durch die irdische Gegenwart unseres Erlösers geheiligt wur> den. In der Anucchme, daß die Mahomedaner und ihre westlichen Verbündeten, die mit ihren Flotten in das schwarze Meer eingelaufen sind, heimlich die ucr> wegcuc, obgleich auch erfolglose Absicht haben, au den Ufern des asow'schcn oder schwarzen Meeres einen Ein> fall zu machen, hat Sc. Majestät geruht, mir ihre Vcr> theioigung zu übertragen und das donischc Heer zu bewaffnen, um die verwegenen Unternehmungen des Feindes auf denselben Feldern zu strafen, auf denen unsere Vorfahren den Herrschern von Asow Schrecken einjagten, wo Peter der Große ihren Drnschinen voran-ging und wo sich die Morgenröthe unseres kriegen« schcn Ruhmes erhob. Unter euch, Freunde, gibt es keine Klcinherzigen; in den Adcrn cines Jeden stießt Hcldcnblut. Kommt Alle herbei, auf die Stimme des Monarchen, znin Kampf mit unsern Feinden, er> richtet ein neues Sicgesdenkmal auf den euch bekannten Ufern, — und die Schatten eurer Vorfahren werden ans einer andern Welt eure Thaten schen uud ihre Nachkommen segnen. Ich trenne mich mcht von euch, Kameraden, sondern werde eure Mühen lind Märsche theilen; ich werde in allen Gefahren mit euch und mein größtes Glück wird es sein, wenn ich die Donzcn auf dem Schlachtfcldc anführe Damit es Alle und Jeder wisse, wache ich bekannt, daß sich jetzt die allgemeine Bewaffnung nur auf die Gcdicnthabendcn bezicht, die in drei Theile getheilt werben: einer rückt jetzt ans, die anderen bleiben, bis auf weitere Auf> forderung, zu Haus. Die Zurückgebliebenen müssen nur in Vereitschaft sein. aber Freiwillige aus ihnen können in die Reihen der Kosatentrnppcn treten. Ihr Alle aber, Freunde, sattelt eure Pferde, schleift enrc Säbel, befestigt enre furchtbare Pike auf die Lanzen und im Namen Gottes u,id des Czaren — kommt herbei!!! Der Ataman Ioc'»m»m^ General der Kavallerie Chomutoff. Amerika. New'Iork, 23. November. Die Gerüchte von einem bevorstehenden Wechsel im Kabinet und diplomatischen Korps erhalten sich, werden aber auch von vielen Seiten als unbegründet bezeichnet. So schreibt man unter Anderem aus Washington: Im März, allenfalls beim Schlüsse des nächsten Kongresses, werben möglicherweise Aenderungen vorgenommen wer-den, aber anch dann nur theilwcise. Von einem Ausscheiden bedeutender Kabinctsmitglieder in diesem Angen> blicke ist keine Rede. Der Korrespondent des „Chronicle" schreibt, es sei, obwohl der Präsident die Armee verstärken läßt, keine Aussicht eines Konfliktes mit irgend einer Macht, nicht einmal mit Spanien vorhanden. Die Flotte sei dazu zu schwach, und die Verstärkung des Landhceres bezwecke lediglich, die Indianer im Zaume zu halten. Dagegen müsse man sich auf FreibeuterUntcruehmuii' gen, wenn nicht gerade gegen Cuba, doch gegen Sl> uora durch Franzosen und Califoruicr gefaßt machen! Die Freisprechung Kapitän Walker's in San Frau> cisco beweise zu Genüge, wie gelinde dort zu Lande das Freibeuterthum beurtheilt werde. Die Journale beschäftigen sich viel mit der zu erwartenden Präsidenten-Botschaft. Das „Journal of Commerce" sagt in dieser Beziehung, sie werde nicht so volltönig lauten, wie Viele glauben, sondern dem Auslande gegenüber dem Grundsätze der Nichteinmischung getreu, gemessen und besonnen gehalten sein. „Aber", fährt das genannte Blatt fort, „es fügt sich nun einmal so, daß wir einer Verwicklung in die europäischen Angelegenheiten kaum ans dem Wege gehen können, so lange nachbarliche Gcbictstheilc sich unter der Herrschaft europäischer Regierungen besin» den. Wir betrachten die Cuba-Frage als keine bloß amerikanische, sondern als eine thatsächlich europäische. Wir können gegenwärtig Cuba nur durch Gewalt oder Vetnig bekommen, mir durch eine» Kanipf mit Spa' nien und einigen seiner Verbündeten. Kurz, unsere l Politik, die Gcbietsvergrö'ßerung im Auge hat, muß, wofcrne sie durchgeführt wird, zu Kollisionen mit euro» päischen Mächten führen; uud Präsident Pierce scheint eine Vergrößerung und die Monroe-Doktrin für ide»< tisch zu halten. Er wird in seiner Botschaft dieselben Ansichten aussprechen, wie in seinen früheren, uud Mr. Soul« wird demnach zunächst seine Pässe fordern müssen, wenn man in Madrid schließlich bei der Wei> gcrnug verharrt, wegen Black > Warrior > Affaire Genugthuung zu gcbcu. Dagegen dürfte der Kongreß nicht so leicht geneigt sein, um der Popularität des Präsidenten anf die Vcine zu helfen, das Land in einen Krieg zu verwickeln. Aber auch über diesen Punkt läßt sich nichts Bestimmtes vorhersagen, denn die fa> tale Opposition gegen dem Krieg im I, 1812 und deren unglückselige Folgen sind für unsere Politiker eine ewige Mahnung." Andere Blätter, die nicht gar zu ausgesprochene Partei > Organe für und wider dc» Präsidenten sind, drücken sich ungefähr in demselben Geiste aus. Man sieht es ihnen deutlich an, daß man in Amerika den gegenwärtigen Moment sehr geeignet zur Erlangung uo» Cuba halt, aber weder dem Präsidenten noch dem Kongresse den sscwagtcn Entschluß zumuchet, dieses Verlangen ungrschcut auözusprechen. um es mit den Waffen in der Hand zu verfechten. Telegraphische Depeschen. Kopenhagen, 12. Dez. Die Zusammen s)cl> lnng des neuen Ministeriums lautet ooWä'ndig: Graf Moltke Vrcgenwed. Premierminister; Geheim, rath Scheel für Holstein; Amtmann Stockfieth für Schleswig; Oberstlieutenant Andme, Finanzen; Pro< ftssor Hall, Kultus; Konferenzmth Vang, Inneres; Konferenzrath Simouy, Justiz^ G"f Wnl - Pichen Aenßeres; Oberst Lüttichau, Krieg, und Adm.ral Mourier, Marine. Namberg. Anhlmq;ur Imllac!)el SeitunH. V ö rsenb ericht aus dem Abendblatte der österr. kais. Wiener-Zeitung. Wien 13, Dezember Mittags l Uhr. Die flaue Stimmmn, hielt auch hcutc lange »n; erst zum Schlüsse zeigten sich die Papiere wieder beliebter. DcrWckhr war wcnig belebt, die Kursuanatwn nicht ' bedeutend. nur Raabcr-Micn gingen bei andauernder Nachfrage zur Notiz namhaft höher. , Wechsel uud Valuten begannen hoher, schloffen aber m weichender Tendenz, ungefähr wie gestern offerirt. Amsterdam INi. — Augsburg 125'/. Aricf. - Frankfurt ,24'/ — Hamburg »2 >,. — Livorno —. — London 12.d Brief. — Mailand 123'/.- ^ Pans l^5'^ Brief. EtaatSschnlduerschreibungcn zu 3°/» 83'/.—s3'/, detto .. ti. «. ,. «7» 94-95 detto Gloggnitzer m. N. „ 5 7» 92—>»2 V, dctto National Anl. „ 5 7« 86'/,—«6 V, StaatSschuldvcrschreibungen „ ^ V, 7» 72 V,—72'/,« detto „ „ 4 7» 6^'/.-«4 7. detto ». 1.1850 mit Rückz. 4»/, 92 '/.—»2'/. detto 1»52 „ i7« 89'/.-»« Staatsschuldverschreibmigen „ 3°/« 4»'/,-50 r2 : : ^o !°°'^'. Grundcutlast.-Oblig. N. Ocster. zu » 7» ?'.'—8) detto anderer Kronländer 74'/,—?s Lotterie-Anlehen vom Jahre i«3i 23» -230 '/. detto detto <83» !2l^t21'/. detto detto l«5» 97 7,-97 7. Vanco-Obligationen zu 2 '/, »/, 57 7,-58 Obligat, des L. N. Änl. v. I. l^5N zu 5 7,, l!,>-97 Vanl-Äktien mit Vezug pr. Stück 1244-1247 dctto ohue B.zug <042-U)44 detto neuer Emission 998-1NU0 Eseomptcbauk-Aktien 95 7>^!>6 Kaistr Fcrdinands-Nordbahn <8« 7, —18«! 7. Wien-Naabcr »08 7,—l»9 Nudwcis-Linz-Gmnndnkr 258 —260 Prcßb. Tyrn. Giscnb. 1. Euiission 17—20 2. „ mit Priorit, 30—35 Oebcnburg-Wicu^Ncustädtcr — — Dampsschifs-Aktim 5^2-5« dctto 12. Emission 532—533 dctto des Lloyd 5Z2—554 Wiemr-Dampfmühl-Aclim 129—130 Lloyd Prior. Oblig. i^i» Silbcr) 5"/» —95 Nordbahn dctto 5°/« 85 7,-86 Gloggnihcr detto 5°/. 79^80 Dll»au-2a»chfsch!ff dctto 5 7« 8l'/,—82 <5o,»o Rcntschcinc 14 7.-14 7. Csterhizy ^0 N. lose 84 '/.—8'l 7. Windischgrätz-Lose 29 ','.—29 7, ' Waldstciu'sche „ 30 7,-3« 7. Kcgkuich'sche „ II '/.—11 7. Kaiscrl. vollwichtige Dukaten-Agio —31 — Telegraphischer Kurs « Vericht der Staatspapiere vom 14. Dezember l854. Gtaatsschuldvcrschreibungen . zu 5 M. (in EM.) 83 ditto ......„4 „ „ L43/8 Lotto Änlchcn v, I. 1854..... 98 3/8 fl. i» (l. M. 5 7» National-Nnlchcn......86 ! l/16 st. in C. M. Vanf-Acticn pr. Stück......1248 fl. in E. M. Äftic» der Budwci>;-Li»z-G!»undner Bah» zu 250 ft. C. M....... 2U0 fl. in C, M. Aftim der üstcrr. Donau-Dampfschifffahrt zu 500 ft. C. M....... 5'll 1/2 fl. in C. M. Attic» dcs österr. Lloyd in TrieN zu 500 st. E. M....... 550 fl. in C. M. Wechsel Kurs uum !4. Dezember l85l. Augsburg, für l0<> Guldc» (Zur. Güld. 125 7/8 Ufo Fraufsurt a. Vt. (iiir 120 ft. stdd.Ver-) eins Wälir.i,»24!/2fl.Fu8,Guld.) 125 3/8 3 Mouat Hamburg, für WO Mart Banco. Gulden 93 2 Ätonat London, für 1 Pfund Sterling, Gnldc» 12>9 Bf. z Mouat Mailand, für 300 Ocstcrr. Li'rc, Gulden 124 Vf. 2 Monat. Marseille, für 300 Franken, Gulden 15» 2 Monats Pari« für 300 Franken . . Guld. 146 2 Monat. K. H. »ollw. Münz - Ducatcn . . . 30 3/4 pr. (lent. Agio. Gold- uud Silber-Kurse vom 13. Dezember <854. Brief. Geld. Kais. Münz-Dickatc» Agio .... 31 31 tctto 3ta,id- dctto „ . . . . 30 'ich«d'ol „ , . . , 10,ll 1».4 Prcnfiische „ „ .... w 22 10.20 ^»gl. Sovereigns „ .... 12.l4 12.12 Kuß. Inipcriale ,..... 10,9 «0 8 L"'"e , ^......... 33 1/4 33 ,!°......... 263/l 26 1/2 2' """- (2) Nr. ,2630. Edikt. D.s gekenigte k. k. Bezirksgericht macht beka.ntt, d,„, am 2> Dumber d, I . d«m. am 22. Iä.u.« ,md ..,.2'. Ä'bn.« t. I. .... G,.,,.clMlM< der ere- ^n.e V.r a.s d« Re^r« des Anton Ga.hmk «°n .... di,e.be n..r bei de^ Fei.b.e.^'^ .2 - Sch.tz>,nssS,l'e>che pr. 22^ fi. »z ^ hi..ta.,gea,ebe., «verde. Die Bediügiusse und das Schatzmigspx,^^ s° wie der G>»»db>ichse,rtl'aki kön,iei, i» den Amtsstunden läglich hier eingesehen werde». K. k. Bezirksgericht Umgebung Laibach am 2?. Oktober Iö54. Z. 1944. (3) Nr. 26577 Edikt. Da bei der, mir Edikt vom 28. November 1854 angeordneten !. Feilbietung der Georg Dejak'Ichen Realität zu Ottavij kein Kauflustiger erschienen ist, so hat es bei der 2. auf den 23. Dezember 1854 be-stimmte» Tagfahit sein Verbleiben, K. k. Bezüköamt Neisniz am 28. November 1854. Z. »985. (,) Anzeige. Es wurde mir von einer löbl. Behörde die Bewilligung ertheilt, mich als Zimmermalcr hier zu etabliren. Ausgerüstet mit den nöthigen Kenntnissen, und versehen mit den besten Zeugnissen, die ich mir in den größten Städten Oesterreich's wie des Auslandes zu erwerben wußte, empfehle ich mich zur Uebernahme der in dieses Fach einschlagenden Arbeiten, die ich auf's beste und möglichst billig zu leisten verspreche, <5. G. Mirus, Maler, wohnhaft St, Floriangassc Nr. 4?, 3. 1954. (3) Verlaufener Hund. Derselbe verlief sich am 29. v. M. auf einer Jagd bei Oberlaibach, ist schwarzdraun, stockhaarig, er hat an der Brust einen weißen Streifen und ober den Augen lichtbraune Flccken, sogenannte Doppelauge,,. Eln besonderes Kennzeichen ist ein beständiges Zucken in dem lin< ken Hinterfuße, Der Zustandebringer dieses Hundes erhält in Loitsch vom k. k. Postmeister 5 fl. Z. !975. l2) Ganzlicher Ausverkauf. Im Hause Nr, 4N in der Theatergasse sind allerlei Drecholerarbeiten, darunter auch mehrere musikalische Instrumente, Gal^nteiie-Ware», Klistirspritzen ?>., zu billigen Preisen aus freier Hand zu verkaufen. Z. 1982. (2) Vom 16. Dezember 1tM an erscheint in Wien die neue politische Zeitung Die Donau. Eigenthümer und verantwortlicher Redakteur: <3rnst v. Schwarzer. Die Donau wird täglich zwei Mnl m>d zwar das Vtorgenblatt eine» a^nzen Vo^en, das Abendblatt einen halben Bogen sta>k, in Gi-oß.-Quait - Formac, ausgegebc,, imd enlh.Ut telegraphische Depeschen, Leiiattikel, O,i^i»al - Koirespondenzen, die neuesten Nachrichten vom KrieMchauplahe, W>e»el Neuigkeiicn, einen Tag«a»ze!ger und »berhaupt Alles, was einem großen Journal de» Charakter der Voll' stä'udigkeit verlc,hc, Hiezu erscheine» wöchentlich mindestens dreimal wisseiischafilich artistisch-Iiterari^che Beilagen (R » — » .> ^, » " „ ^ „ DU „ a ,) ou „ „ „ n ... 9 » 2) » ^ „ a» „ „ 12 >> 2 Für bes°»der?Z»send^i d^ Abendblatt/^ monat- 3'?^. V'.chh.ndlungen. Fabr.ten, Aerzte Apotheke.', l,ch 20 kr. zn veraüte». ossentllche Verg»»g»»gen >mm,r u,» ! kr weniger. Prän«,neratio»s- u slnkiindiguugs Vurean: Neda tious - Vureau : Stadt, Neuburge,gaffe Iir. Il'll. Stadt, AugM'nergasse Nr, l!57. Z. 1984. (!) Eine Mahlmühle mit 3 Gängen, oberschlächtig , mit Gries - und Weitzen-Putz-Maschinen, '/^ Btundc uo» ?lg>a" entfernt, mit solid gebautem Mühl.- und Wohngedäude unter einem Dache, mit Ziegeln gedeckt, Keller mit 3ttU Eimer Wein, Stallungcn für .^ug- und Borstenvieh, einem großen eugcpstaster-ten Hof mit einem guten Pump Brunnen, einem großen Küchen- und Obstgarten auf beiven Seiten des Baches, Alles im besten Zustande imd Betriebe, ist sammt !'!!!!!^ von den besten Q ualitüten Gemüse- uno Blumcnsamen, so wie auch versa)'?' dene Topfgewachse und Obst^äumchen, oann bei günstiger Witterung Blu"^ bouquets um die billigsten Preise zu haben. Sämmtliche Sämereien smd aanz frisch und gut erhalten, von dießjähri^l Ernte, und mit be,onderer Aufmerksamkeit erzogen worden, daher ick sie meinen geehrten Abnehmern bestens anempfehle und reele Bedienung verspreche. Schließlich bitte »w meine geehrten Gartenfreunde, mich mit recht zahlreichen Aufträgen zu beehren-Laibach im Dezember lL5/.. Johann Wohinz, Hanrelsga'rtncr und Samenzüchter- 3. 1981". TÖ ~ ' " Emil DzimskL Galanterie-Buchbinder, Theaterqaffe Nr. 37, macht hiermtt dle ergebenste Anzeige, daß er für Weinachts- und Neujahrs Geschenke Montirungen nach dem ncuesten Wiene Geschmacke verfertig'!, und empfiehlt sich dafür einem gütlg" zahlreichen Zuspruche.