Lmbllcher Nr. 286. Piänümerationsprei«: Im Comptoir ganzj. ff. li «,'albj. fl. 5.5N. Für die.^usseNunss inö Hau« halbi. ')0ll. Mit der Post ganzj. st. ,5, Halbj. fl. ?.5N. Samstag, 12. December Inseitl onSgebilhr bi» 10 Zellen: lmal «o tl., llm.8ulr., 3m. 1 fi.; sonst pr.Zeile im. 6lr., ltm. 8?r., »m.lo lr. u. s. w. Insertionsstempcl ledeem. 3U k». 1808. Ailltlicher Theil. )5c. t. und f. Apostolische Majestät haben den ungarischen Reichstag mit nachstehender AllcrhöchsterThron-rede allcrgnädigst zn schließen geruht: Meine Herren Magnaten und Abgeordneten! Mit dem heutigen Tage endet die Wirksamkeit dieser Legislative nnd Wir wünschten in eigener Person den gegenwärtigen Rcichtag zu schließen, dessen fruchtbringende Thätigkeit in dcr inchrhnudertjährigen Geschichte Ungarns uhnc Beispiel dasteht. Inmitten ernster und schwieriger Verhältnisse haben Wir Sie vor drei Jahren zur Lösung einer großen Aufgabe einberufen. Unser gemeinsames Ziel nnd Streben war es, alle jene Fragen zu lösen, welche nicht nur in der jüngsten Vergangenheit, sondern seit Jahrhunderten die Quelle deS Mißtrauens, der Stagnation und der Zerwürfnisse waren. Und obgleich die ans der Vergangenheit ererbten Vorurlhcile, die Macht der Gewohnheit, die durch die Ereignisse genährte Eifersucht nnd der scheinbare Gegensatz der Interessen die Verwicklungen der Lage noch erhöhten.- ist es nuö dennoch gelungen, dic schwierige Anf-gabc glücklich zu lösen. Das aufrichtige Bündniß zwischen König nnd Nation hat diesen Erfolg crrungcu. Diesem Reichstage gebührt der Ruhm, jener Ungewißheit der politischen Lage ein Eudc gemacht zn haben, welche die edelsten Kräfte der Nation zur Unthätigkcit verdammte. An die Stelle der staatsrechtlichen Zerwürfnisse zwischen den beiden Staatsgebieten in Unserer Monarchie sind die Beziehungen gegenseitiger Freundschaft und Achtnng getreten. Jedes der beiden Staatsgebiete der österreichisch-ungarischen Monarchie verwaltet nnter versassnngeiüäßi-gcm parlamcurarischcn Regime selbständig seine eigenen öffentlichen Angelegenheiten, während auf jene hochwichtigen Fragen, wrlchc die beiderseitig festgestellten gemeinsamen Angelegenheiten der Monarchie betreffen, jedes der beiden Staatsgebiete seinen verfassungsmäßigen Einfluß in gleichem Maße ansüdt. Die Monarchie, ihren Schwerpunkt in sich selbst snchend und findend, schreitet mit verjüngter Kraft vorwärts anf der nencu Bahn, deren Endziel Friede nnd Wohlfahrt, znglcich aber anch die Wahrnng jcucr Stellung bildet, welche sic in der Reihe der Staaten Europa's cinznnchmcn bcrnfcn ist. In solcher Weise ist die Quelle, aus welcher die Uebel der Vergangenheit flössen, verschüttet und über derselben erhebt sich das bleibende Denkmal ungarischer Treue, Vaterlandsliebe und Mäßigung, auf welchem die Geschichte jetzt schon eine lange Reihe großer und heilsamer Erfolge verzeichnet hat. In Folge Meiner feierlichen Krönung mit der von Meinen Ahnen ererbten Krone des heiligen Stephan ist die ungarische Verfassung in ihre Vollgcltung getreten, Wir adcr haben das historische Gewicht und die historische Bedeutung des ungarischen Königstitels wieder hergestellt, und Wir hegen das sichere Bewnßlsrin, daß hicdurch Unser Reich nicht eine Schwächung erfahren, sondern nur seine alte Grundlage und Kraft wieder gewonnen hat. Von dieser Ueberzeugung geleitet, haben Wir dem Auslande gegenüber den Titel Unserer Monarchie den Gesetzen nnd lebenskräftigen Factorcn entsprechend fest> gestellt. Mit Eroaticn nud Slnnonicn kam auf Grnndlagc cines billigen Ausgleiches der beiderseitigen Interessen eine staatsrechtliche Vereinbarung zu Stande, wclchc das zwischen beiden Brudervölkern in Glück und Unglück Jahrhunderte hindurch bestandene Band erneuert Hut. Wir hoffen mit Zuversicht, daß die innige Aufrichtigkeit dieses Bündnisses die ungarische nnd croatischc Nation dnrch ncnc Jahrhunderte in der Anhänglichkeit an Unser königliches Haus uud an das gemeinsame Vaterland wieder vereinigen werde. Die Vereinigung Ungarns und Siebenbürgens ist in die Reihe der 'vollendeten Thatsachen getreten. Demgemäß ist die Integrität des Reiches Stephans dcS Heiligen in ciucm Maße znr Geltung gelangt, wie sich dcsscn das Land seit mehr denn drei Jahrhunderten nicht zu erfreuen halle. Eine dcr Bürgschaften dcr Integrität der ungari- schen Krone und Unserer Monarchie ist das ncnc Wehr-gcsctz. Bei der Organistrnng dcr Wehrkraft haben Sie mit Vertrauen und tiefer Einsicht oie Nothwendigkeit' deS gemeinschaftlichen Hecrcs anerkannt und hicdurch. eine die Eulwicklnng der Monarchie schützende Wehr-! macht glschaffcn. Znr Unterstützung derselben ist die Landwehr berufen — sir eröffnet in Augenblicken dcr Gefahr ein neues Feld jener alttn Tapfeitcit, von wclcher die Blätter dcr ungarischen Geschichte so vielfach aänzcndcs Hcua.-niß geben. Indem Wir derart die Stellung Unseres geliebten Ungarns nnd Uüscrcr Monarchie befestigt haben, findcu Wir hierin zugleich die Garantie des Friedcns nach außen, dessen ungetrübte Aufrechterhaltung Wir zu dcu vorzüglichsten U»sercr Rcgnrtcnsorgcn zählen. Sie haben die geistige Entwickelung dcr Nation geföidert, »cn Giuud zu einem System dcr Volksbildung legt, das berufen fein wird, dcm geistigcn und materiellen Foitschlitt des Landes eine feste Stütz,,' zu bieten. Die Gleichberechtigung, welcher sich die Staatsbürger verschiedener Nationalität in politischer nud bürgerlicher Beziehung schon bisher erfreuten, haben Sie anch auf den Gebrauch ihrer Sprache ausgedehnt, indem Sie durch ein Gesetz jene Anforderungen derselben sichcistellten, welche mit dm Bedingungen der öffentlichen Verwaltung nud Gclichtspflegc uicht im Widersprüche stehen. Wir hoffen, daß Unsere Getreuen nicht-ungarischer Zungc ihre volle Beruhigung in dcm Bc-wußtsriu findcu werden, daß die Verfassung jedem Staatsbürger dic Freiheit und die Entwicklung seiner Muttersprache in gleicher Weise sichert. Sie folgten demselben Grundsätze dcr Gleichberechtigung, als Sie die Ausübung verfassungsmäßiger Rechte anch auf die israelitischen Bürger des Landes ausdehnten, w.lchc bis dahin blos dic Lasten, nicht aber auch die Wohlthaten der Verfassung gelaunt hatten. Sie haben bei dcr Regelung der Verhältnisse zwischen den christlichen Eonfcssioucu das Princip bürgerlicher nnd religiöser Gleichberechtigung zur Grundlage gc-nommcu. Sie haben, ohne die verfassungsmäßige Erledigung dcr längere Zeit beanspruchenden Reformen im Iustiz-lvcscn abzuwarten, durch die Festsetzung dcr ncncu Gerichtsordnung eine schnelle Instizpflcgc und die Hebung dcS Ercdits möglich gemacht. Durch die Regelung uud sluordnnng der Wcin-zeheutablösung habcu Sie ciucm wichtigen Zweig dcr vaterländischen Production die sclbstständigc Entwickelung gesichert. Anf dcm Gebiete dcr Finanzen haben Sie mit glücklichem Tact den richtigen Wcg gefunden, und während Sie einerseits alle jene Geldmittel bewilligten, wclchc die Administration dcS Landes und die Aufrcchthaltung seines Ercdits erheischten, unterzogen Sic andererseits dic den Reichstage unterbreiteten Voranschläge einer sorgfältigen Prüfung. Dcr Fortschritt Ungarns auf dem materiellen Gebiete stand bisher in keinem Verhältnisse zn seinen reichen Naturschätzen; die Gesetzgebung jedoch hat die ganze Wichtigkeit des materiellen Fortschrittes erfaßt. Sie ordnete den Ausbau ucucr Eisenbahnlinien au uud schloß mit mehreren ausländischen Staaten vor-thcilhaflc Verträge. Ällc die Verfügungen q>schaheu ohne Störung des Slaalshanshalteö, ja co konnten die Lasten dcs Voltes in mancher Beziehung, wic znm Beispiel bei Festsetzung des S'llzplliscs, erleichtert werden. Ein großes und fchwierigcs Wclk hat del Reichstag vollendet und dcr Erfolg f^st'glc iu Uns dic Ueberzeugung , daß dic Grundlage, anf welcher cö möglich war, iu so lurzcr Z^ic so lit'lsamc Versügungeu durch zuführen. alle Elsoideruissc der vollen Lebensfähigkeit befil't, daß diese Grnndla^c cinc gntc ist nud den wah-reu'Interessen dcr Nation cutspricU. Nteine Herren Magnate» nud Abgeordneten! Nach den Anstrengungen der uciflosseucn Tage werden Sie cm Ihren yünsllchcn Herd zurückkehren. Die bereits sichtbaren Zeichen des geistigen und materiellen Anfschwnugcs dcr Nation können Ihr Hcrz mit F>ende erfüllen, und wenn erst der Erfolg in jenem Bollmaß eintritt, mit welchem dic göttliche Vorsehung Energie nnd 'Ausdauer zu belohnen pflegt, wird dic Nachwelt sich dankbar jener erinnert, dic das Aufblühen dcs Landes herbeigeführt haben. U»d nnn empfangen Sie Unseren aufrichtigen königlichen Dank und überbringen Sie denselben der gesammtcu Nation, welche, indem sie Ihnen mit ihrem traditionellen politischen Tacte Unterstützung lich, daS Zustandekommen jener hochwichtigen Gesetze crmög» lichte, die Wir kraft Unserer königlichen Macht sanctiv" uirt haben. Möge der Allmächtige jene aufrichtige Eintracht bleibend erhalten, wclchc nicht nur auf dcm Feldc der Politik zu großartigen Erfolgen geführt, sondern anch Herrscher und Polt mit dcm Vandc der Liebe und deS Vertrauens umschlungen und es UiiS ueucidingi» geoffenbart hat, daß nur dcr Herrscher emes glücklichen Volkes sich glucklich fühlen kann, Hiemit erklären Wir den gegenwärtigen Reichstag für geschlossen. Wchrgesctz. (Fälschung.) H 26. Die im Verbände des stehenden HecreS (Kriegsmarine) oder der Landwehr stehenden Beamten des Staates, dcr Allerhöchsten Privat-, Familien- und Aviticalfondsgütcr, dic Beamten dcr öffentlichen Fonds-, der Landes- und Gczirksucrtretungcn nnd dcr mit dcr politischen Verwaltung betrauten Gemeinden, wenn für diese Dicnstesstcllen dcr Nachweis der Vollendung dcr rechts-und staatswisscnschaftlichcn Studien erfordert wird, weiter die Professoren nnd Lehrer an öffentlichen und mit dem Rechte dcr Ocffentlichkeit ansgcstattctcn Untcrrichtsan-staltcn, wozu auch die Volksschulen zählen, können im Falle eines Krieges in der zur Handhabung des Verwaltungsdienstes und zum Unterrichte nncntbchrlichen Anzahl, über Antrag dcr betreffenden Fachministcr, mit Bewilligung dcs Kaifcrs in ihren Anstellungen belassen werden. Dic gleiche Vcstimmuug gilt für dic Angestellten im Post-, Telegraphen- uud Eiscnbahndienstc, insoweit dieselben für dic Aufrcchthaltung dcs Betriebes nncnt-bchrlich sind. § 27. Lehramlscandidatcn für Volksschulen und Lehrer an diesen Anstalten, weiter Eigenthümer von ererbten Landwirthschaftcn, wenn sie auf selben dcu ordentlichen Wohnsitz habcn, die Bewirthschaft selbst besorgen und das Gruudcrträgniß dcr Wirthschaft zur selvslständigcn Erhaltung ciucr Familie von fünf Personen zureicht, ohne das Vierfache cincs solchen Er-trageS zn überschreiten, sind nach ihrer Einrcihung in das stehende Heer (Kriegsmarine) oder in die Landwehr zu cincr dcn Voltsnntcrricht nnd beziehungsweise den Wirthschastsbctricb am wenigsten störenden Zeit dnrch acht Wochen militärisch auszubilden, dann zn beurlau-bcn nnd im Frieden nnr noch zn dcn periodischen Waffen-übnngen bciznziehen. tz 25-l. Jenen in die Kriegsmarine eingereihten Ve-rufsscclcutcu, auf welche der § 22 keine Anwendung fin< dct, so wie dcn Maschinisten, kann in Berücksichtigung ihrer technischen Vorkcnntnissc nnd nach Maßgabe ihrer Ausbildung für dcn Dienst anf dcr Flotte die active Dienstleistung im Frieden bis auf cin Jahr abgekürzt werdcu. H 2!». Seeleute, wclchc in die Kriegsmarine eingereiht worden sind, jedoch eine inländische nautische oder Schiffsbaufchulc besuchen, sind im Frieden für die Dauer dicscS Schulbesuches beurlaubt zn lassen. tz 3(1. Die Zahl dcr in das stehende Hccr (Kriegsmarine) uud iu dic Ersatzrcscrvc ciuzurcihcndcn Wehrpflichtigen (§ 13) ist uutcr die einzelnen Königreiche nnd Vändcr nach dcr Ziffer dcr Bevölkerung derselben innerhalb dcr einzelnen Länder aber nach der Zahl der Wehrfähigen anf die Stcllungsbczirkc zu vertheilen. 8 31. Die regelmäßige Stellung für daS stehende Hccr «McgSmarmc) und für die Landwehr erfolgt jede« Jahr innerhalb dcr Zeit vom 1. April bis Ende Mai die Einrcihuug mit 1. October. 8 32. Dic Stellung hat aus dcn im Slcllungs-bezirtc znständigcn Wehrpflichtigen nach dcr Rcihc der Altersclasse nnd in jeder Altcrselassc nach der Losreihe durch gcmlschlc Commissionen zu geschehen. Alle vom 1. Jänner bis 31.'December cincs Iah-rcs geborenen juugen Männer bilden zusammen eine Allcrsclasse und diese wird nach dcm Gcbnrtsjahr bezeichnet. Es werden drei Altersclassen zur Stellung aufge-rufen. ^j20 Iedcm Heeres- odcr Marinckörpcr werden die für denselben am meisten Geeigneten, mit thnnlichstcr Beachtung der Wünsche der Gestellten, zugewiesen. Die nach Deckung dcs Bedarfes für die Spccial-wasfen nnd Anstalten innerhalb der Eontingcntsziffcr erübrigende Zahl Eingereihter ist zn dem zuständigen Ergäuzmigsbczirksrcgimcutc cinznthcilen nnd sind dieselben nach Möglichkeit in dem Ergäuzungsbczirtc zur Ausbildung zu belassen. Nach vollständiger Aufbringung dcs Kontingentes für das stehende Hccr und die Kriegsmarine so wie für die Ersatzrcscrvc wird dcr Ucbcrschuß an Kriegsdienst-tauglichen der vorgeführten drei Altcrsclassen jedes Stcl-lungsbczillcs in die Landwehr eingetheilt. Die Widmung Wehrpflichtiger ans dcr ersten nnd zweiten Altersklasse für die Ersatzrcscrvc ist eine zeitliche nnd cnthcvt nicht von dcr Stelluugspflicht in dcr zweiten, beziehungsweise dritten Allcrsclaffc. Die zur Ersatzrcscrvc Bestimmten sind, je nach ihrer Eignnng für dic vcrschicdcucn Hccrcslörpcr, in den Stclluugs'.isten vurzlimcilcn, im Fiicden in ihren bür-geilichcn Vcihällnissen zu belassen nnd nnr im Kriegsfalle auf Befehl dcs Kaisers, „ach Maßgabe ihrcS Lebensalters, znr Ergänzuua dcs stehenden Hceres odcr dcr Kriegsmarine zu rennenden. Nach Veendnnmg des Krieges werden die beige zogci'en Elsatzrescivemäniicr uns dem Heeres- odcr Kricgslnarilttuclbaiidc in ihr siühcres Vllhältlnß cnt. lassen. Jene Wehrpflichtigen, welchen in der dritten Alters-classc die zciOiche B-f>ciung von dcr Dienstpflicht im Heere zuerkannt wurde (ß 17), trctcn mit dcm Uebel' gauge in die vierte Alt rsclassc ebenfalls in die Ersatz-rcscroe. § 33. Kann ciu zun> Eintrilte in das stunde Hccr Berufener bei dcr regelmäßigen Slcllung »icht eiugcrciht werden, so ist dlsseu nacht! ägliche Vorsühruug durch die gcsctzlichcu Mittel zu vcraulusi.u; iuzwischct, hat, nach dcr Rcihm'g in dcr Stclluugsl,stc, dcr nächste Taugliche, welchcr sonst in die Ersatzrcscrvc (§ 32) bestimmt worden ruäie, an seine Stalle cinzulreteu. Es sind jedoch für so uielc Abwesende, als voraussichtlich binnen vier Monaten vom Schlüsse der Stcllun,i?pcriode an gerechnet, mit Rücksicht ans das diilchschiiitllichc Tauglichkei!öve>hällinß znr Einrcilnirg in das stehende Hccr und iu dic Kriegsmarine gelau-gen düiften, die mit dcr größten Losnummer der höchsten Alssen anf vier Monate zu beurlauben. Die Zeit znr Nachholima cincr Versäumnis; der Stelllmgspfllchl dc>uerl bis zum vollendclcu 30 Lebens jähre (§ 10.) § 34. Slcllungspfliäitigc, deren Annahme zum Dienste im stehenden Heere ^Kriegsmarine) und in dcr Landwehr uon militärischlr Seile verweigert wird, töli-neu üdcr Antrag dur polilischcu Eoüimissiousmitgliedcr einer gemischten Ueb^rprufurigbcouunission zur ^nlschei» dung vorgestellt wcrdcu. Dcr Entscheidung dieser Commission sind auch solche bereits au das stehende Herr (Kriegsmarine) odcr an die Landwehr ab^cgcb^nc Stpfl>chligc zn unterziehen, welche bi? zum Eudc des Stclluugö-jahres als dienstuntauglich zur Eullassuug angetragen wlldlN. Gcgcn das Erkenntniß dieser Commission findet eine Berufung nicht flnlt. tz 35). Die Kosten des Erscheinens znr Losung und Stellung hat jeder Stcllungspflichligc selbst zu tragen. Mittellose sind vou der Gemeinde zn nutcrslützcn, welche auch die Kosten der Reise dcs Gemeindevorstehers nnd amtlichen Begleiters dcr Sttlluugspflichtigeu treffen. Die Koslcu dcr Reise dcr zn Uebcrprüfcudcn und dcr ihnen bcizugebcndcn Veglcituug leistet dcr Staatsschatz. Alle übrigen Kosten sind nach den für die Amtsführung dcr bctrcffcndcn Ächörde bestehenden Gruudsätzcn zu bcstrcitcn. tz 3«i. Die Reservemannschaft ist während ihrer . Rcscr'ucpflicht zu drei Waffcnübungcn in der jedesmaligen Dauer von längstens vier Wochen verpflichtet. Jede Eiubcrufung (8 ^) zur activen Dienstleistung zählt für eine Uebung. Außerdem finden für dic zur Waffcuübung nicht cinbcruscnc Reservemannschaft jährlich nach dcr Ernte Eontrolc>ucrsammluugcn statt, wclchc abcr nicht mchr als cinen Tag in Auspruch nchlncu dürfcu. Die Wasfenübungcn und Eontrolsucrsammluligcu für die Laudwchr fiud durch das Landwchrgcsctz geregelt. 8 ^^- Iedcm, wclchcr die gesetzliche Linicndicnst-pflicht im stehenden Hccrc odcr iu dcr Kriegsmarine activ vollendet hat und dessen Beibehaltung für den Dienst vorlhcilhaft crschciut, wird gestattet, an Stelle dcs Ucbcrtriltes in die Reserve und übcr dic Daucr dcr Rcscrvcpflicht hinaus dic active Dienstleistung von Jahr zu Jahr freiwillig fortzusetzen. Dic materiellen Bcgüustiguugcu für die auf solche Weise nud uutcr solchen Voraussetzuugcu freiwillig wci tcr dienenden Uuterofficicrc werden durch besondere Vorschriften geregelt. Diesc Äcstimmungcu habcn auch auf die bci dcn LandwchrslällMicli und Ablhcilnngen activ dienenden Un-ttrosficicrc i»'d La> dwchrmänncr Anwendung. § 38. Ultterofficicre, welche 12 Jahre — darnntcr wenigstens 8 Jahre als Untcrofficicrc — im stehenden Heere, in der Kriegsmarine odcr in dcn Stämmen nnd Abtheilungen der Landwehr activ gedient habcn und gut couduisirt sind, erlangen dadurch den Auspruch auf die Verleihung uon Anstellungen iin öffentlichen Dienste, dann bci vom Staate subucittionirteu Eisenbahn-, Dampf-schiff- nnd anderen Unlcruchmuugcu. Die Ausführung dieser Bestimmungen wird durch ciu bcsoudercö Gesetz gcrcgcll. tz 3!,). Die regelmäßige Uebersctzuug aus dcr Linie in die Rcseivc u»d uuö d.r Reserve in die Landuichr, untcr Aeibrhalt dcr Ehargeugradc, dann die E»tlassung auS dcr Landwehr, nach Ablauf der für jcde dicfcr Dici'stkalcgoricu festgestellten Dauer (§§ 4 und 15), hat mit E»de December jcdcn Iah-cö staltzufindeu; iu, Falle ciocs Krieges erfolgt diese Uebcrsctzung, bczichuugs» weife Elitlassuup, c>st auf Befehl des Kaisers. AuS Anlaß dcr Ucbcisctzuug odcr Einlassung cr^ hält dcr Betreffende ein Vcg timationsoocunnut; eiuc Vclzügcrnng in dcr Ansfolgung dicscs Docuiuculcs begründet keine Dicüstesucrpftichtung übcr dcn gesetzlichen Zeitpunkt l'inaus. (Schluß folczt,) Sc. k. und k. Apostolische Vtajcstät habcn mit Allerhöchster Entschließung vom 27. November d. I. dcn Pfarrer in Murcck Franz R ucdl uud dcu fürftbischöf-lichcn geistlichen Rath, Vorsladtpfarrcr zn St. Johann am Graben in Graz Franz Lcgwarth zu Ehrcn-domherrcn dcs Scckancr Domcapitcls allcrgnädigst zu ernennen geruht. Nichtamtlicher Theil. Dcr Mnistcrwcchscl in liumänien wird in einem auS Ungarn datirtcn Artikel dcr ,.A. A. Ztg.," wclchcr offenbar von fachkundiger Fedcr her rührt, in feiner politisch-militärischen Bedeutung erörtert. Seit dcm Wiutcr 18<,0 uud der schon thcilwcisc dnrch preußisches Geld crfolgtcu Erhebung dcs Printen Carl anf dcn Thron Rumäniens hat sich dcr preußische Einfluß in dcn Donanfürstcuthümern mehr lind mehr befestigt, so daß nicht nur Frantrcich, welches in dcn Bojaren seine Auhäuger findet, sondern auch Rußland, welches in der Moldau und Walachei fast wic zu Hause ist, sich mit einer Stellung iu zweiter Linie begnügen nlnßleu. In Berlin wurde nuu entschieden, was in Bnkarcst zu geschehen habe. Für Preuße» hat Rumämcu iu doppelter Hiuficht Bedeutung: einmal im Hinblick auf dcu Orient - was für Prcußcu jetzt minder wich' tig ist -- dann im Hinblick auf Ocstcrrcich, was jetzt uud vorläufig als dic Hauptsache crschcint. Um Oesterreich im Rücken beunruhigen uud eventuell bekriegen zu löuucn, wird Rumänien dic hohe preußische Protection zu Theil, nnd um dcu Fürsten Carl zur Durchführung dieser ihm kommcndcnfalls anzuvertrauenden Rolle fähig zu machen, wird zuerst für das Nothwendigste gesorgt: die rumänische Armee organisirt, mit Waffen, Justruc-loren uud Kriegszubchör versehen. Allcs dicS ist nun bereits geschehen, die rumänische Armcc (dicsclbe dürfte, wcun Geld, Waffen nnd Officicrc da sind, 25).00O bis 30 000 Mann bctragcn) hat neuartige Gewehre, hat Schicßbcdarf, hat preußische Instructorcn, nnd in dcu deutschen Eiscubahnarbcitcrn. oercn Aukuuft, wcun auch nicht in Zahl von 6000 Mann, dnrchans keine Mythe ist, ein Cadre für neu zu bildcudc Regimenter. Es circnlirt in dcn Dunanfürstcnlhümern vicl preußisches Geld, und preußische Officicrc bcrciscu uud slU' dircn das Land, wobei sie es nicht unterlassen, anch das Nachbarland Siebenbürgen touristisch zn durchforschen. Die Straßen Rumämcnö, dic immcr erbärmlich waren, crfrcucn sich, Dank preußischer Fürsorge, ciucr besondern Aufmerksamkeit vou Seite der Regierung, nnd nicht nur die alten Wege, die aus den Fürsteuthümern gcgcn Siebenbürgen führen, werden in wirkliche, anch bci Rcgcn-wcttcr fahrbare Straßen hergerichtet, fondcrn auch ganz ncne Straßcuzüge hergestellt, so z. B. gcgcn Kronstadt zum Törzbnrgcr Paß, gcgcn Kimpolung in dcn schmalen Zipfel, dcr dic Bukowiua üdcr Borgo-Prund mit Sic-bcnbürgcn verbindet, u. a. Erwähnen wir noch die Ein-führnng dcs prcußifchcu Rcglcmcuts in dcr Arnicc, dann dcr sonntäglichen Schießübungen anf dem Laudc, so habeu wir so ziemlich allcs aufgezählt, was Prcußcu uolhig crachtct hat, dainit ^lnmäüicn dcr Aufgabe, cucn-tncll ein österreichisches Cmps zu beschäftigen, allenfalls anch nach Siebenbürgen vorzudringen, ohnc soglcich übcr dcn Haufen gcworfcu zu werden, gewachsen sei. Was sonst'noch in Rumänien g.schchcn ist nnd hauptsächlich dcn Stnrz Bratiauo's, wic wir schcn werden, verursacht hat, kommt anf Kostcn Rußlands, wclchcs zwar nur in zwcitcr Linie, aber in diesem besondern Fall mit dcr nationalen daco-rumänischen Partei verbündet, schr erfolgreich gewirkt hat. Siebenbürgen hat für Rußland cinc nicht zu unterschätzende strategische Bedeutung in seinem orientalischen Fcldzngsplan. Siebenbürgen, an dcr Oslgrcnzc gcgcn die Moldan vou ciucm hohen Gebirgszug begrenzt, dcr sich bci Kronstadt fast untcr einem rechten Winkel umbiegt, um gegen Süden dic Grenze des Landes mit dcr Walachei zn bilden, gleicht einem Festungswerk in der Form einer Bastion, dessen natürliches Glacis dic Für-stcuthümer beherrscht. Diese strategische Bedeutung Sieben» bürgcus tritt erst in das volle Licht, wenn man dieselbe in Znsammcnhang mit dcn orientalischen Planen Rußlands bringt. Eine feindliche Macht, die Sicbcubürgcn besetzt hält, hindert wohl Rußland nicht, die Donau-fürslcuthümcr ncncrdings zu bcsctzcu, hiudcrt es aber schlechterdings, einen Schritt weiter zu thun. Damit Rußland über dic Donau gchcn und dcn Wcg nach Couslantinopcl cinschlagcu küunc, darf in Siebenbürgen tcin feindlicher Soldat stchcn, uud selbst cinc cucntnellc Ncutrnlilät dcs Besitzers von Sieben^ bürgen muß so fest begründet und so langathmig sein, daß Rußland dcn crfahrungsmäßig weite» uud vcfchwcr-lichcu Wcg von Silislria bis Constauliuopcl indessen zurücklcgcu könne. Man kann also sagen: Siebenbürgen sei dcr Schlüssel zum Orient. Dcr Wcg dahin wäre für Rußland ganz verrammelt, wenn einmal dicsclbe Großmacht, die Siebenbürgen besitzt, anch Herrin dcr Donaufürstcnthümcr würde. Von dieser Sorge hat nun der Pariser Vertrag Rußland befreit. Gcgcn dcn Staat, der znln Schutze dcr Türkei zwischen Rußland uud die Douau gestellt wurde, hatte es wcnig einzuwenden, auch wcuu man Rumänien ganz unabhängig gcslcllt hättc. Dort hattc sich schon im Jahre 1848 eine nationale Partei gebildet, die offen auf die Errichtuug ciucs daco-rumänifchcn Donaurcichs durch Annexion dcr durch Stammcöbrüdcr bcwohutcn Theile Siebenbürgens nnd Ungarns hinarbeitete. Diese Partei feierte im Jahre I860, als dic Nationalitäten sich allenthalben wieder zu regen begannen, nnch ihre Aufcrstchnng, und da Rnßland sich wohl nicht sch.ucichcln lonntc, selbst bald in den Besitz von Siebenbürgen zu kommcu, und diesc Partei sich anch zur Erreichung anderer Zwecke brauchen ließ, so war cs uatürlich. daß ihrc Bestrebungen von St. Petersburg aus mit Wohlgefallen gcschcn und gefördert wurden. Gibt man solch' einem eventuellen daco-rumänischel! Königreich cinc pailamcutarischc Verfassung, hängt übcr-dics uoch goldcuc Fädcu au dic Epaulcttcu dcr hohen Mililärs, so ist für Rnßlandö orientalische Interessen gesorgt nnd Siebenbürgen in dcn bcstcn Händen. Spuren dcr Umtriebe dieser Partei habcn sich schon in den 60cr Jahren untcr dcn Walachcn Ungarns cunslatircn lassen. Als Aratiano zu Macht und Auschcn kam, nahm dic Agitation dicscr Partei größcrc Dimcnsioncn an, und seit dicscm Frühjahr oder, um bestimmter zu reden, seit der Lurcmbnrgcr Angelegenheit nahm dic Sachc eine für Oesterrcich-Ungaru bedenkliche Wendung. Russisches Geld, russische Mcßklcidcr — ein beliebtes Mittel, nm die Geistlichkeit zu gewinnen — rnssischc Agcutcu, darunter ciu Graf Aprarin, dcr, wie dcr böse Geist, slcls cr-schciut, wcn» cs in dicscn Rcgioucn zli ctwns kouimen soll, wurden in dcn Fülstcnthümcrn, Siebenbürgen nnd dem östlichcu Ungarn immcr häufigcr gcschcn; man sing an gute Waffen fpoltwohlfeil au das Landvolk iu dcn Grcnzcomitatcn zu verkaufen, zwischen Szcklcrn und Wal^chcu wurde an dcr Grcnze ciu förinlichcr Kricg gc< führt, die nationale Prcffc in Vularcst, darunter die hestigc ..Perscucranza," die offen zn dcn Waffen ricf, scenndirt von den Organen Bratiauo's, dcr „Etoilc d'Oricnt" nud dcm „Romaunl," wnrdcn immcr ungc» bcrdigcr, so daß die politischen Kreise Ungarns mit allem Recht unruhig zu wcrdcu bcganucn uud zuerst „Pcsti Naplo," danu später fast sämimlichc Blätter Allarmrufc ertönen ließen. (Wenn die „Nordd. Allg. Ztg." in ihrer Nummer vom 1. Dcccmber sagt: daß nl?c Nachrichten übcr die russischen Umtricbc in Uugaru übcrtricbcu scicn uud nnr anf Hörensagen bcruhcn, so kann ich andererseits bchanptcu: daß seit Wochen alle schriftlichen und mündlichen Berichte auS diesen Theilen dcr Monarchie übereinstimmend von rnssischcn Umtrieben zn crzählen wissen. Als ich persönlich dicscu Sommer einige Zeit im Ostcn Ungarns war, sah ich mit Erstaunen, wic offen nud mit welcher Energie die Wühlereien betrieben werden. D. Corr.) Daß Preußen ungeachtet der Intimität mit Nuß-laud Vraliauo fo leicht fallen licß, hattc cincn ganz einfachen Grund. Es halte sciuc Zwcckc erreicht. Rumänien war zn ciucm, wcnu nicht gefährlichen, so doch lästigen Nachbar Oesterreichs gemacht worden. Weiter gehende Pläne, wic die Bildung eines daco-rumäuischcn Rciches, zn nntcrstützcn, hat Preußen kein Interesse, cs wollte dcnn Ungarn in dic Hände jcucr Partei treiben, dic, mil Huß gcgcn Prcußcn clsüllt, für die Allianz mit Franticich ist. Dicsc Partei cMnt iu Oesterreich, wcnuglcich sie schwach ist, wic jetzt jede Partei hier ;>l Landc, dcrcn Programm eincn Kricg in Aussicht stclll; cinc cinslc Gefährdung dcr Iulcgrüät dcr zur St. Stcphanstronc gehörigen Liwocr abcr würdc dic ul'garische Regierung, wic dic gcsammtc ösfeutlichc Meinung im Lande, zu Vcrbüudcleu dcr Kiiegspartei machcu. Wic friedlich sich aber auch die Pol'tit dcr rumä' uischcn Rcgicrui'g im Laufe der uächslcu Wochcn a»' lassen möge: zwei Dinge smd in Ocstcircich wohl zu bedeuten : erstens, daß Picußcn iu Bukarest bereits das, was cs gewollt, erreicht hat, dann daß Rußland Sie« bcnbürgcn bedroht, da cs für seine orientalischen Plane ungleich wichtiger ist als Galiz'cn u»d das östliche Ungarn, wo die svrachvcrwcuidtcu Rnthcncn wohucu. 2121 Oesterreich. Wien, 9. December. (NeueS clcricaleö Journal.) Dic ,.Pl." schreibt: Wir vernehmen, daß der höhere deutsche Clcrus in Vöhlncn beabsichtigt, mit Beginn des nächste» Jähret» eine Zeitung erscheinen zn lassen, welche eine Verständigung mit der Regierung auf dcm Boden der Verfassung anbahnt. — 10. December. (Sitzung dcö Abgeordnetenhauses.) Das Bundesgericht Innsbruck sucht dlc Genehmigung des Hauses zur gerichtlichen Verfolgung des Abgeordneten Or.nlcr nach, welcher des Verbrechens der MajcstätSbclcidignng anläßlich der Hippachcr Nedc angeklagt ist. Der Finanzministcr legt den Rest dcS Vndgcts für 18(>!) und die Reform der Gruud-sleucr vor. Prag, 6. December. (Zu den Gem einde-Wahlen.) Die Ca»didalenlisleu zu dcn Gcmcindcwah» lcn wuldcu heute sowohl vou der deutschen als anch vou der czcchischcn Partei mit den üblichen Ansprachen an die Wahlcischaft vc>öffentlich!. Der deutsche Anf. ruf läßt zwischen den Zc,lm Anspielungen anf das be« vo> stehende CommnnalAnlehen herauslesen, welches, durch die finanzielle Aiißwirlhschaft der bisherigen Ge-mciudc-Vcrtrcter verschuldet, zur Deckung dcö Deficits aufgenommen werden soll. Die czcchische P.irtci bc-schöiügt in ihrem Wahlaufrnf das nnabwcielichc Schnl» deim^chen, oa es doch zur Helstcllnng der Stadtoer» schönclung kein dcsscreS Mittel gebe, als die nöihigen Fonds im Anlchcntzwcgc anf^ntreiben und die Nach» Welt als Zahler eintreten zn lassen. Unseres Erachten« wird muu mit dcm Versprechen, daß die Commnnal-sleucrn trotz dcs riesigen Deficits leine Elhöhung cr^ fahren solleu, jedoch diesmal leinen ganzen Elfolg er« zielen, denn sclbsl in» nationalen Lager gibt cö ^eute, welche die stndlischc Wiithschast schuif tritisireu und indbisondere dic ultra czrchifch,u Extravaganzen auö den« (Aemeinderathe gemieden wissen wollen. Diesem Um» stände mag es anch zn vindiciren sein, daß einige Vä> lcr dcr Stadt, welche bisher lrcne Anhänger der Czc-chcl'pavlci waren, auf eine weitere Canoidalur ver-zichtctcn. Pest, 8. December. (Int erucllati o nö » V c> antmo rtun g en). In dcr gestrigen Unlerhanösitznng beantwortete dcr Ministcr-Pläsioent mehrcre früher an ihn gerichtete Interpolationen. Auf die Interpellation Patay's hinsichtlich deS Ga^enfonds anlworlel der illii-nister-Pläsidcnt: Der König habe die Wiedererrichtung dcr Gmdc schou vor längerer Zeit beschlossen uud die bezüglichen Verordnungen anch bereits crfließeu lassen. Der Fond ist noch unberührt und wirft jähr« lich 39.000 ft. ab. Dieser Summe wird Sc. Majestät noch 100.000 fl. hinzufügen. (Beifall.) Auf die Interpellation Simonyi'ö. ob zwischen Ungarn und Serbien ein Auslicscrungs-läattel besteht, erwidert dcr Minisler-Präsident, daß ein solches nicht bestehe. Ge» meine Verbrecher wcrdcu ausgeliefert, politische abcr nicht. Anf die Interpellation, ob die Regierung für die Anstellung dcr Honucds sorgen will, antwortet der Minister-Präsident, daß in dem Gesetze über dic ^and» wehr für die Anstellung dcr Honucdo Sorge getragen wird, nnd »ach den jüngsten loyalen Euunciatioucn dcr Honvcdö wird cs der Regierung lcichicr, dic Wüusche, w.lchc in dieser Beziehung laut wurden, zu blfriedigen. Auf die Frage Maytcnyl's, warum ungarische Nccru-tcn in nichtnngarischc Arlillcrie-Rcgimcnler eingereiht wnrden, erwiderte Redner, daß Sc. Majestät schon früher den gemeinsamen itlicgöminister beauftragt hade, einen Plan wegen Bildung ungarischer Artillerie und technischer 'Regimenter vorzulegen. Diesem zufolge werden das 3., 8. uud 12. Artillerie-Regiment, daö 1, 5. uud 12. Bcfrstigungö'Rcgimcnt, ein Pionnicr« und ein GcniebütaillüN ausschließlich aus Ungarn zu be> stehen haben. (Lebhafter Beifall.) Dicfe Verordnung sei erst am 11. September erfolgt, als dic Rccruti« rnng bereit« vollzogen war, und so wurden dicslsmal noch ungarische Rccrutirung in nicht ausschließlich un» garische Regimenter emgcreiht. (Eljeu!) — 9. December. (Sitzung dcr Magnaten-tafcl.) Dic Beschlüsse dco Unterhauses über die Ei» scubahneu von Aallaszes, NcnlMsel, Trcncsiii, TcmcS' var, Orsova und den Ocga»Canal wcrdcn augcnommen. Sodann wcrdcu die allcrhöchstsanclionirtcn Gesetze vcr« lündct. Cziraky hält die Abschicdsrcde. — 9. December. (Sitzuug des Unterhau» ses.) Um 12 Uhr faud die letzte Sitzung in dieser Scision statt. Der Präsident theilt mit, daß Se. Mesial dcr Kaiser dcn croalischcn Abgeordneten ltolo-man BcdckovicS zum Minister ohne Portcfenillc für das dreicinigc slöuigrcich zu crncnncn gcniht habe». Dcr hierauf vom Qnästor des Hauses in dcn Saal geleit, le ueucrnauntc Ntiu stcr wild mit stürmischen El« jcus begrüßt. Älach Verlesung mehrerer Allclhöchst' sanctionirler Gesetze hält der Präsident die Schlnßredc, worin cr anf die bedlutcndcn Momente dieser Session hinweist. Dcr Redner schließt mit ciucm „Elj.n!" auf den König und die Königin, in welches das ganze Haus cnthnsiaftisch einstimmi. Dcat nimint hieraus das Wort, um den Präsidenten, dcn Viccpiäsidcnteu und den Schriftführern zn danken. Damit war die Sitzung zu Ende. Hermannstadt, 9. »December. (Die sächsische Universität) hat heule cine Vorstellung gegen das NationalilÜlen - und Unionsgcsctz au das ungarische Gcsammlministeriuin und an den ungarischen Reichstag gerichtet. Uusland. Madrid, ?. December. (Cadixer Insurreo t i o n.) In Folge dcr Iuterveutiou der fremden Consuln wurde dcn Insurgenten in Cadiz- ein 48stündiger Waffenstillstand bewilligt, um ihre Todten zu bcgradcu und dic Frauen und Kinder abziehen zn lassen. Dcr Waffenstillstand länft morgen, Donnerstag, ab. Die Zahl dcr Infurgeutcn beträgt 3000 mit Einschluß der ausgelassenen Marincsträftingc. Nach Ablauf des Waffen' slillstandcs wird unter Mitwirkung der Kriegsschiffe ein i gleichzeitiger Angriff erfolgen. Man erwartet sofort ein entscheidendes Resultat. Tagesneuigkeiten. — (Kaiser Ferdinand I. und seine Zeit) betitelt sich der neueste historische Roman von Louise Mühl-bach. In diesem neuesten Werte entwickelt die berühmte Verfasserin so vieler historischen Nomane ein Zeitgemälde vor unseren Augen, das gcwih daö Interesse des lesenden Publi> mms in hohem Grade erregen wild: denn die ereignihreiche Zelt, in der dieser Roman spielt, ist auch die bedeutungs» vollst« in der Geschichte Deutschlands und des Hauses Habs« burg. Die großen Wirren und blutigen sümpfe, welche zur Zeit der lutherischen Reformatronsbcwegung das deutsche Reich zerwühlten, dci unheilvolle Bauernaufstand, der schmal' laldische Vund, del Reichstag zu Worms Hilden bedeutungs« volle Episoden dieses Zeitgemäldes. Kaiser Carl V., Martin Luther, Nielas Zriny, Sullan Soliman und der Stifter des Jesuitenordens, Iznaz v. Loyola, sind hervorragende Per» sönlichteiten dieses Buches. Dazwischen erscheint die holdselige Gestalt der schönen Philippine Welser voa Augsburg. Es bedarf wohl teiner weiteren Anpreisung dieses Romans, denn der Name der Verfasserin bürgt dasilr, dah uns in diesem ihrem neuesten Weile eine glcich interessante als äußerst spannende Lecture geboten wird. DaS Wert ei< scheint im Verlage von Sigmund Bensinger in Prag in circa 20 Lieferungen nnt illustriltem Umschlag und ele> ganter Ausstattung zu dem billigsten Preise. Die ersten zwei Hefte sind bereits erschienen ur>d in allen Buchhand« lungen zu haben. — (Rothschild'S Hinterlassenschaft.) End« lich scheint ein Licht aus die Hintcilassenschajt des in Paris! verstorbenen Aaron James Rothschild zu fallen. Die Erven > haben nämlich 10 Millionen Franco üibfchaflssleuer bezahlt. Die franziisischrn Elbschaflögesehe zu Grunde gelegt, läßt diese Steuer auf eine Hinterlassenschaft von einer Milliarde, das sind 1000 MiMonen Francs, schliern. — (Das Ja hi I8 09.) Jenen, welche in ge« wissen UmllandlN ominöse Vorbedeutungen erblicken, wird daö lommende Jahr 1L69 gcwih als ein glohes Unglücks-jähr crscycinell. Der Iahreslcgenl wird nämlich der Planet MarS sein: da Mars der Name des Kcngsgolles ist, so stünde somit ein jtliegöjahr bevor. Nicht weniger ominös dürste ihnen der Fall erscheinen, dah das Jahr mit einem Uuglückslage, einem Freitag beginnt und auch mit einem solchen endet. __ (Die gröhle Küche der Well) ist dem Buenos Nyrcs Standard" zujolge das Ctabllssement von ^ Lilbigs Fleijcheftractcompagnie in Fray Venlos am Uru«! ssuay. Dasselbe bedeckt 20.000 Quadraljuh und ijl ln cine« Anzahl von Räumen abgetheilt, welche sämmtlich »hrer Ae» slimmung gemah construirt sind. Der Besucher tiilt zuerst in cinc große, dunlle, m>t Flutplatlen belegte Halle, in welcher da« Fleisch abgewogen und durch die Orffnungen den Schneidemaschinen zugcsühil wird. Dicse, vier an der Zahl, sind im Stande, das FIrisch von je 200 jungen O<5s«n per Stunde zu zerschneiden. Aus diesen Maschinen lommt daö Fleisch in sogenannte „Digtlatoren," in welchen dllsl.lbe mit tinem Dampsdiucke vo» 75 Psuno per Qua« dratzoli zelsebt wird. Sie siud aus Schmiedeeisen angefertigt und halten je etwa 12.000 Pfd. Fleisch, die Anstalt besitzt ihrer mun, gedenlt indeh noch drei weitete auszustellen. Aus diesen D>ge,aloren wird die Flüssigkeit vermiß, lelsl Röhren in eine Anzahl Gefahe geleitet, welche das Fe« absondern, und aus diesen wieder in sünf gußeiserne Klär» psanntn, deren jede 1000 Gallonen halt. Luftpumpen, durch Dampjlroft getrieben, heben die Flüssigtcit von hier in zwei Kühlschiffe, von wo sie nach vcischiedcnen Filtril» Processen in vier Verdunstungsapparate abfließt, in Kannen gesammelt und Tags darauf in großen Behältern delrystal' lisirt und veivacll wir». Der Metzger der Compagnie löolet 80 Ochsen per Stunde durch Einschnitt in die Wirbelsäule, und 150 Mann sind mit der Zerlegung des Viehes sür die Maschinen beschäftigt. Locales. — (Vene sice a nzeige.) Heule werden Vellini's: „Montecchi unt^ Capulctll" zum Besten des Frl. Pickon gegeben. Die lünstlerischen Leistungen unserer Primadonna überheben uns wohl der heltömmlichen empfehlende» Phra« seil u»d wir zweiseln nicht, daß lein Theaterfreund sich dcs Genusses berauben wird, wllchen der heulige Abend ihm in Aussicht sl.llt, so daß wir der Vrnesiäantin mit Bestimmtheit ein volles Haus i>, Aussicht stellen lv»ne». — (Bezüglich der Geldsendungen per Post) macht die Posldireclion darauf aufmertlam, dah bei vcr bisher so beliebten Alt der Absendung mittelst einfacher odcr auch recommandirter Vnefe, dieselbe in VerlustfäUen nicht in der Lage ist, die vermeintlichen Ansvrüche der Versender zu befriedigen. Im Interesse des Publicums wie der Postanstalt wild daher von dem Einschließen von Gelv in Arirspost Sendungen auf das dringlichste uud Nachdruck« lichste adgeralhen uud darauf aufmerksam gemacht, daß zur Versendung von Geld auf diesem Wege gegenwärtig um so weniqcr Gnrnd vorhanden ist, als iu jüngster Zeit das Porto für Geldbriefe bedeutend ermäßigt wu'de, Gelbbeträge bis 50 fl. aber im Wege postämtlicht's Anweisung unter voller Haftuna, der Postaustalt gegen die geringe Gebühr von 10 Neulreuzern nach allen Orten des I»>landes ohne Unter« schied der Entfernung versendet weiden können, wobei es dem Versender auch noch freisteht, die Anweisung zu belie« bigen schllftliche» Mittheilungen zu benutzen. — (Poliz eib e richt. ) Am 5. d. wurde der 18jährige Kellnerbursche L. C. aus Laibach wegen Verbrechens d« Schändung in strafgelichtliche Untersuchung gezogen. — Der Grundbrsiher F. C. aus Laase hat die Anzeige gemacht, daß ihm vor 14 Tagen auf der Bahn wahrend der Fahrt von SaUoch noch Laase durch den I. C. aus Laas^ der seither flüchtig ist, eine Brieftasche mit einer Vaarschaft von 2i) fl. «nlwendet wurde. — Am 6. d. M. lam vom Wagen der Goltscheer-Post auf der Strecke von Laibach bis Mitte Morast ein Bündel mit Effecten abhanden. — Das Dienstmädchen C. P. aus Stein entwendete am 5. d. hier in der Stadt Nr. 198 einer Magd mehrere Effecten, wrnde flüchtig, in Stein indessen zu Stande gebracht und hieher eingeliefert. — Am 7. d. wurde hierorts der vom Untersuchungs'Gerichte Nassenfuß wegen Verbrechens der Nothzucht verfolgte Schuster I. G. au« Nassenfuh zu Stande gebracht und eingeliefert. — Am 6. b. Nachts haben in der St. Prtersvoistadt zwei junge Fremde, italienische Gauner, einen Külschoergesellen, der ihnen den Weg zum Bahn» hose zeigte, während sie ihm ihre Begleitung aufdrängten, eine silberne Cylinderuhr aus der Westentasche nach Durch« schncidung dcr Kette entwendet, und unter gleichen UmstHn« den dcm hiesigen Hausbesitzer G. Z. aus der Rocktasche eine Vliestasche zu entwenden versucht. — Am 7. d. wurde hieroils die von Cilli aus der Entwendung einer silbernen Uhr sammt Kette becinzichtete Kellnerin A. C. angehalten. Die Uhr und Kette wurden bei ihr vorgefun» den. — Dem Väckerlehrjungcn L. I. wurden am 8. d. vom Dachboden mehre« Kleidungsstücke durch unbetannte Thäter entwendet. — Dem Prioatdienec A. K. lam in d» Nacht vom 8. auf den 9. eine silberne Anleruhr Nr. 149L0 sammt Kappe mit Silberdorte abhanden. — Am L. v. wul« den dem Bescher I. S. in Stein durch Einbruch 5 Säcke mit Golo« und Silbt'linünzen, 2 silberne Gürtll und 4 Hemden durch uribrlannte Tbäter entwendet. Gesamm» schade 1527 fl. — Der Fleischer I. Z. auö Laibach wurde am 9. wegen gefährlicher Bedrohung seiner Schwiegermutter und seiner Gallin angehalten und dem Landesgerichte überstellt. — (Frühling im December.) In einem Garten, am Schlohberge gelegen, verspäteten sich einige Erbdeer-stiäuche und stchen jetzt in schönster Blüthe. ^ — (D i0ce sanv erä nderun g en.) Dem Hochw. Herrn Franz Dolinal, Pfarrer in Leslovic, ist diePfarre Trata verliehen worden. Der hochw.Herr Johann Kilar, Eoope« ralor in Heil.-Kreuz bei Landstrah, geht als Suvsidiarius des eilranlten Herrn Lolalistcn Franz N au t nach Nod. — Gestorben sind die Herren Michael Rosmann, Deficient in Dobrava, in der Tecaoic Asp; Kasper Kanlelj, Eurat in Losice: Herr Domprobst Anton Kos in Laibach. — ( S ch l u hu e r ha n blu n g e n ) beim l. l. Lan« dcögerichte in Laibach. Am 16. December. Franz Fil und zwli Genossen: Cledilpapieroersälschrlüg. — Am 17. De« cember. Josef Poga^iil: Dicbstahl: Mathias Turs,^ Dieb-stahl; Maria Slvcnc: öffentliche Gewaltthätigkeit. — Am 18. December. Johann Dolriic^r: Brandlegung: Josef Lunlo und Matthäus Lunlo: Diebstahl: Joses Marlusii und Johann Pauli: Diebstahl. — (Landwir thscha ftliche Journalistik) Wie uns mitgetheilt wird, wird das in Prag erscbein«nde „Centralblatl für die a/sammte Landeseultur" mit Ncujaht 1869 als Wochenschrift aufgelassen und erscheint nunmehr nur als Vierteljahrsschlift. So bedauerlich dies ist, so erfreulich ist dagegen der Aufschwung, den die „Wiener land« wirthschaftliche Zeitung" und daö Guldenblalt „der praktische Landwi'td" genommen, die als Fachorgcme sür Land» und Forstwirthschast, dann Gartenbau in der That ganz außer« ordentliches leisten. Wie wir hören ist dic Auflage des öfteren Blattes 2000, die des Letzteren 6000, eine für Fachzeitschriften sehr sellene Elschrinung. — (Eine Advo calie - Filiale.) Der Wlleri marlter Advocat. Dr. Valenliu Pavlic, errichtet nHchsten Monat in Vlcidurg eine Advocaliesiliale. als deren Leiter er den auieöeirten Vezirlsamlsadjuncten F. Delleva acquilitt hat. Bisher kennt man Filialen dieser Art noch nicht. AuS dem constitntionellen Verein. In der nestriszeu Versammlung siihrte Herr Defch« mann den Vorsitz Er tlicille unter andern mit, daß die Milssliederzahl anf 530 gestiegen und daß dic Pcti. tiou in Betreff dcr Einführuug dircclcr Wahlen an den Herrn Sccliousratl) K l u n zur Uebcrreichung an den Rcichsrath abgesendet worden. Nachdem er soyiu alS 2122 den ersten Gegenstand dcr Tagesordnung das städtische Budget bezeichnet, erbat sich Hcrr Dr. Rudolf das Wort u»d stellte den Antrag auf Abhaltung einer Vcr-fassungsfeicr am 21. December, dem Geburtstage unserer Constitution nnd damit auch des Vereins. Der Antrag wurde durch Acclamation angenommen und ein Comite von 5 Mitgliedern für die nöthigen Vorcinlcitungen gewählt. Sohin wurde zu der Tagesordnung übergegangen. Herr Obcringcnicnr Stcdry besprach einzelne Posten der Bedeckung uud der Ausgaben. Unter den ersteren deutete cr an, daß noch einige Rcalilätcubcslandthcilc nutzbarer gemacht werden tonnten; nntcr den letzteren wies er ans die möglichen Ersparnisse bei den Besoldungen nnd den ^anzlcicrfordcrnisscu (insbesondere Druck' fachen) hin. Cr hob hervor, daß bei den Spitalstostcn der Rückstand mit 6000 fl. nicht aufgenommen sei und in ähnlicher Weise bei den Neubauten die rückständigen Zahlungen, daß die AnSgabcn für die Armen nicht streng präliminarmäßig gemacht nnd 6000 fl. aus der Gemeinde' casse genommen worden. Herr Magistratsvorstaud Gutmann, anwesend als Regicrnngöocrtretcr, erbat sich sohin das Wort, um, obwohl nicht VcrcinSmitglied, in seiner amtlichen Stellung einige Auftlarungcu zu geben. Cr wies darauf hin, daß das Prälimuiarc anf einen sechsjährigen Durchschnitt begründet, daß überall der Maßstab der Sparsamkeit angclclegt, daß die turrcntcu Ausgaben jedenfalls gedeckt seien. Was die Spit a lstostcn betreffe, in Betreff deren die Gemeinde an das Ministerium recur-rirt hat, seien dieselben nicht verloren, das Reichsgericht werde hierüber eventuell Recht sprechen. Man werde hicbci wohl nicht übersehen dürfen, daß die Gemeinde ja außerdem nicht unbedeutende Auslagen für Aerzte und Apotheker, z. B. für Mcdicamcntc allein 2000 fl. macht. Was den für Neubauten angesetzten Betrag per,9000 fl. betreffe, so werde davon nur ein Betrag prr 678 si. in das nächste Jahr übertragcu werden, d>.-» das übrige bereits bezahlt worden. Bei den Beamtenbesoldungeu werde sich wohl mchts ersparen lassen. Herr Dr. Suppan machte aufmcrtsam, daß die rückständigen Spitalstostcu sich eventuell nicht auf 6000 fl., sondern bis Cnde 1868 auf l5000 fl. belaufen und daß sie. selbst im günstigsten Falle, wenn das erst zu constituircnde Reichsgericht zu Gunsten der Stadt ent> schieden hätte, mindestens mit zwei Fünftel zu leisten sein werden. Mit Rücksicht auf die bereits im Zuge befindliche politische Execution tonne aber die Zahlung schon in der nächsten Zeit bevorstehen. Herr Samassa Mi. findet die Ansätze bei d>» Sanitälsauölllgc,, mangelhaft. Cs fehle die Vorsorge für Cihaltlmg der Rcinlichteit, guter ^nft ^nd ^llcn Wassers, dreier Hauplbcdingungrn der öffentlichen Gesundheit. Bei dcm durch die Macadamisiinilg vmnchr-tcn Staube sei cine öftere Slraj^nbcsuritzlmg im Som» mer nothwendig, wählend im verflossenen Sommer Wochen ohne alle Aufspiitzunz ver^in^cn. Die für die Cholcraepidemie eingesetzte Reinlichieilscommission halte auch in gewöhnlichen Zcilcu eine Aufgabe zu erfüllen. Das Fassclsystcm sei liotz der gemachten Anläufe noch nicht durchgeführt und cs frage sich, ob nicht die Gc< mcil'de den HauSeigenthümein durch Gcldvorschussc zur Durchsühlung behilflich fein sollte. Auch der samtäls-widrigc Zustand mehrerer Häuser aui Schloßbcrgc mache eine Abhilfe dringend nothwendig, W^s die Brunnen betrifft, so seien seit 25> Jahren leine cmchlct worden, für öffentliche Bäder sei nichis geschehen, ebensowenig für das Turnen, während z. B. die Stadt Cilly einen Turnlehrer m,l 500 fl. besolde. Hcrr Magistiulsvolstand Gutmann hob gcgci,' über den vorstehend ausgedrückten Wünschen die passive Lage der städtischen Finanzen hervor, wclclie voi' läufig die Alibführung de> selben unmöglich machen. Für Straßcnbcspritzung sei möglichst gesorgt worden, das Fasselsystem durchzuführen, fehlen den Hauöcigcnthümcru thcilweisc die Mittel, und die Stadt müßte, nm dem abznhclfen, selbst wieder zu Darlehen greifen. Ucbri-yens wäre es das beste, mit den 67 Kanälen, die in die Laibuch münden, zu beginnen nnd dic weitere Durch- führung der Zeit zu überlassen. Was die Häuser am Schloßbcrgc betreffe, fo habe der Magistrat seine Aufmerksamkeit bereits auf dieselben gerichtet, nud Exposscs-fioniruugcn vorgenommen. Wegen Hcrstelluug ciucs guten Bruuncns in der Sternallec sei eiu Project im Werte. Ing. dinner, der vor kurzem iniAuftrage des Grazer Magistrates unsere Communalanstaltcu besichtigte, faud manches lobcnswcrlh, wie die Reinlichkeit, das Pflaster n. s. w., nnd machte nur auf die Nothwendigkeit eines guten Bruuucnsystcms aufmerksam. Hcrr Samassa !,i>m. erläuterte, daß seine Beschwerde bezüglich der Straßcn-bcspritzuug sich nicht anf die Amtölcitung des Herrn Magistratsrathes Gutmann beziehe. Hcrr Dcschmaun beschloß dic Debatte mit der Vcmcilnng, eS werde nur beabsichtigt, Wünsche und Beschwerden betreffs der Comlnulialucrwalinu^ auszu sprechen. Sache dcs Ausschusfcs werde cs sein, denselben Ausdruck zu vei schaffen, sowie anch nicht zu zweifeln sei, daß dieselben von Scile dcr compctenten Behörde Bcrücksichlignlig findcu werden. Hcrr Dr. Snftpan eröffnete fohin die Besprechung über das neue Wchlgcsctz, indem cr als deu Zweck derselben nicht eine nntzlvsc Demonstration gegen dasselbe, wie sie anderwärts vorgekommen, sondern Zerstreuung mancher Bedenken und Mißstimmung, sowie Borberei-tuug von Anträgen sür eine künftige Aenderung dcr Gesetzgebung bezeichnete. Cr erläuterte sohiu die Gruud-principicu des Gcsctzcs, uiit der allgemeinen Wehrpflicht beginnend, welche cr als die einzige gerechte uud moralische Grundlage für eine Hccrcsergäuzuug bezeichnete und dcrcu Vortheile in Bezug auf Rechtsgleichheit, Vermin-dcruug dcr Capitulatiouszcit, Vernichtung dcr itastcu-uutcrschicdc, Hcbuug dcr Intelligenz, dcr Volksgesuirdhcit erörterte uud schließlich, indem er die Nothwendigkeit dcs allmählichen Ucvcrgangcs zum Miliz system darlegte, seine Ansicht dahin aussprach, daß eine Erleichterung ohne Schädigung des Princips in der Zugcstchnng des ^os tausches (z. B. zwischen einem ^iuic^ und einem Rescrvcmauuc) inuncrhin möglich gewesen wäre. Wegen vorgerückter Zeit wurde die Sitzung um 9', Uhr aufgehoben nnd dic Fortsetzung auf dic uächslc Vcr» sammluug vertagt. Ntuejle Post. Agra m, 10. December. General Woebcr ist heule au dcr Angina plötzlich gestorben. Paris, 10. December. Die „Franc^ glaubt zu wissen, daß dic Forderungen der Pfotte, welche sich auf dic Bewilligung zur Cinschlffuug der kretischen Familien und auf das Eingehen Griechenlands in dic for« mcllc Verbindlichkeit, dic VMiägc nnd intcrualiolw^u Gesetze achten zu Wolleu beschränken, von alleu Gioß-mächten unterstützt w.r^en. Telegraphische Weclisclcoursc oom I I, Dcccmbcr. 5perc. Mctallilinc« 59 10. — 5pcrc. M.killicmeZ mi! Mai- und November-Ziuscu 60 10. — 5perc.Nallonal^ln!rhen 64.er Staalsaulrhc!!91.20. — Banlaclicu 664. - Ercditaciicu 242. 30. -^uudou 120.10 —Silber )18. — K. t Ducatcu 5.<',6. Kandel und WvchenausweiS der Natioualbank. Dcm Banl-uot.iiumlans »on 268.282.3 0 fl, stchcu als Vcdcclnng dic sul-gcudcu Posten gcgruül'er: Mrta.schätz 110.32::.325 fl, in Metall zahlbare Wechsel 28.681,939 sl, Slliatönotcn, wclchc dcr Bmil ezchürcu, 3.668,95,6 fl., Eöcomptc 83.l65 831 si,, Darlclicu 27,536.700 fl,, cingclostc Conponö uon Ornndciitlastnugo-Obli-gationcil 82?46fl,, ringe ocdenen bci der Fmgr coneuciirelidlll Miinslelieri zuslimml)tcn Commission zur Berathung überglden w^den. De>s Ibe umsaht alle Gattungen von Bä>seü, nämliH Gllv», Effcclenl und ge» mischte (Grid. ul,d Waar.n ) Vö,sen. T>^h del «Zntwurs auf liberaleren Grundlag?» bc»uhe, als das dermalig^ Völsengesetz, braucdt wodl taum eiwühut u» werden, N''ch denr gegenwärtllvn Cnlwu'fc wird die Vefugnih zur Ve» willigung voir Vörsen dem Handelsministeiium vindicirt, während bieher die Errichtung derselben vom Finanzministerium bewilligt werden rmchle. Börsen lünnen an allen Ollen der Monarchie errichtet werde», wo sich ein Acdarf nach einem solchen Institute äußert. Die Überwachung des VölsenvcitVhls durch NegierungscommissHre wird ganz aus-sssgeden, und soll nur dcr von den ordenllichen Mitgliedern der Vörse sreigewäliltc Värsenrath »lit der lled^rwachung des Umsatzes und Alifrlchthallung dcr Oidnung an der Vöise d.lraut werden. Od auch der Graule, alle aus dem Äd'senoerlehl clilsrnin^endcn Strciligteiten durch ein elgs-»ss Vörsnl'Schiedsgeiicht entscheiden zu lassen, zur Durch-führuug gelangen wiid, ist dcrmalell noch ciüe schwebende Frage. Verstorbene. Den 3. December. Anna KerziSüit, Inwohueröwilw^ alt 49 Jahre, im Ciuilspilal cm dr^ B^nichfelleiilzliüdiüig. --Dem Peler Fmiilritl, Oraler, seiil Kind Albii,, alt 2 Jahre 10 Vto-»ale. in der Stadt M. 11ü an der (^hllneiil^lndliiia,. Den 4. Deceinlirr. Kalhavina Grill, Beilleri,,, nlt 6 Iahie, iin Ciuilspiial»' c»n organische» Her,;f<,-Hlcr-. - 5'orcn; Fra»;, F^iinssrr, alt ?5i Jahre, iu der Stadt Nr. 123 cm Alt^ii«-schunichl'. Dem P^lev Pogacmk, Tns>Iohner, sriil ,^',nd Johanna, alt 1'/, Jahre, in dcr ötadt Nr, <2 an der An^chnma.. — Dem Herrn Johann Vilhar, Pri-vaticr, Hanc! nnd lüealitatenbesitzer. sein Sohn Vladmnr, Schüler der ersten Gynmasialklasse, all 12 Jahre, in d.>r Stadt Äir. 28 Jahre, in der Tirnanvorstadt Nr. 23 am Zehrficbcr. ^ - Dem Stefan Slalia, Taglöhucr, scin Kind Stefan, alt 6 Wochen, in der Stadt Nr. Für die Drillinge. Aui, Schischla............l fl, - kr. Vc>n einer stillen Wohlthäterin.......5 „ ^. ^ ^ ^...............I Fl!r Drillinge............ 3 " " Bun Frnu ^nckmauu.......... 2 „ — „ Vo» H. B.............. — „ «0 „ Zusammen , . . 13 sl. «0ir" Für das Schillerdcnkmal in Wien. ^a»l letzk'üi Vl'r;cich»ift , , , . ,.......s> fl. Vom Herrn Schmiede!............1st. Zusammen . . . tt fl. Landschaftliches Theater. Heute: Zum Vorthcilr dcr ssrl. Pich on, Nome» uud Julie odcr Mvntrchi und (fapuletti. Opcr iu 4 Attcn, nach dcm Italicüischcn von (i^-org Oll. Mnsit uon V. Vclliiii. M 0 r a, c n: Doctor Faust's Hauskäppchcu oder die Näuderi helberfle im Wlilde. Posse mit Gesang in 3 Acte», , on Fncdrich Hopp.. Musil von vcrschicdenrn Mcistcrn, ^telenrosli^ischo^eollass»lMM» in Laililisll. ff Ä,ß"ü ^1 ^ I ' 3^.V « U. Mg Z32 c»!. — 330 z, — 0^ W, s. schw. , heiter , 0.,.,) l0.. Ab. ^ 328 z« — Iv, ! W. schwach ^.Hälfte bcw. Stcrncnhcll. Starlc Wärmmu^strahln a,. Eisbüdniig. Wor-genroth, Untcrlagö Wrnddrehung uo - NO, llbcr N, nach W. Nachmittag ^nnchmcndc B wöllung. Abeudroth. Daö Tags-miltcl der Wärme — 2'(5", u,n 2 1' uuter dcm Noruiale. Verantwortlicher Nrdactcur: Ignaz v. K l e l u m a Y r. Dürscnbcricht. HU«en, 10, December. Die Börse war matt gestimmt rmd dic Papicrr schlugen ciuc wcichcudc Tcndcnz sin. Dcuiscu nud Valuten steigend. Grlo abondaut. Gcschaft bedeutend. Veffentliche Scknld. <. de« Staate« (fllr 100 fl.) Geld Waare In ». W. ,u 5vEl. sllr 100 fl. 55.40 55.60 dtlto v. 1.1K<;u .... «0.55 60 l!5 dctto rliclzahldar (/) . . . l»li.— i«i.5)0 Silber-Anlchcu v°u 1864 . . 70. - 71.— Silberanl. 18<;5 (ssrcs,) rllchahlb, in37I. ;u 5p(ll. sür lOU st. 74.— 75.— Nat.-Nnl. mit Iüu.-Couft. zu ü°/^ «4.70 li4 «0 „ .. „ Apr.-Coup. „ 5) „ «4.W «,4 70 Vlelalliques . , . . „ 5 „ f>9— 5)l»,25 detto mil Mai-Eoup. „ 5 „ f>!> 75> ^— betlo.....„ 4j„ b22b 5,2 75 Mit Verlos, v. 1.1839 . . . 1^4.-184.50 „ ^ „ „ 1854 . . . 85,50 ^; ^ ^ ,, „ 1^«U zu500si. s,2.- <»2.20 ^ „ „ 18<)0 „ 100,, 97.50 !»«-^ „„„ 1664 „100,, 109.50 I0l» 70 llomo-Rentcnsch zu 42 I.. -.u»r. 24 — 21 50 Domainru 5prrc in Srlber 112 50 113. 8 der Kronlänoer (für 100 fl.) Gr.-Entl.-Oblia. Niederijsterreich . zu.)"/« W-" 86 50 Oberösterrcich . „5" ".- 8^0 Salzburg .... "5„ ^-" ^' Geld Waare Viihmen .... zu5V, 91.75 92.50 Mähreu .... „ 5 „ 8i)>— ^».5" Schlesieu .... ,, 5 „ t-8,5»0 8!». - Steiermarl ... „ 5 « ^8,50 H9.— Uugaru.....„ 5 „ 77.75 78 25 Temescr-Vcmat . . „ 5 „ 77.— 78.— Eroaticu uud Slavonien „ 5 „ 78,— 7!».— Galizicn .... „ 5 „ «8.50 «9.-^ Siebenbürgen ... „ 5 „ 72 50 73.— Vulouilia .... „ 5 „ 68..- «8.50 Ung. m. d. V.-E, 1867 „ 5 „ 77.50 77.75 Tem.B.m.d.V.-E. 18«7„ 5 „ 76.75 77.25 Actien (pr. Stiicl) Nllllonalbllnt...... 673,- 674,— Kaiser Fcrdiiicmbö-Norddahn zu 1000 fl. EM..... 1955—U'60 — Kredit-Austalt zu 200 si, 0. W, 241.- 241 25 N,ü Ei«com,-Ges.zi'500si.ü,W. 6 - 668 — Statscisrnb.-Oes. zu 200 fl.CM, odcr 500 Fr...... 303.30 303.5>'» Kais. Glis. Bal,u zu 20s. ft. EM. 173 - 173.25 SUo.-uordd.Vcr.-N.200.. .. 15^.— 15250 Sl!d.St.-,l.-t>en.u.z.-r.E.200N. ii. W. ober b00 Fr. . . . 15«.- 196 25 l^,'.;^ 5l'» l:'u ,.^ii ,'.!^^ ' Geld Waare! Gal.Karl-Lud.-V.z. 200 fl.CM. 213— 213.25 Böhm. Wcstbahu zu 200 si. . 163.— 163.50 Ocst.Dou.-Dampfsch-Ges. 3 « 538.— 540,- Oesterreich. i!luyd iu Trirst Z I 255.— 257.— WienDampsm.-Actg. . ' . 345.— 355.— Pcstcr Kcltrnbrilcke .... 550.— 540.— Anglo-Austria-Baut zu 20() st, 182,— 18.'.50 ^'cmbcrg Ezcru^wiUcr Acticn . 172.50 173.-- Verslchcr.-Ocscllschast Donau . 250 - 252.- Pfandbriefe (für 100 fl.) National- j baul auf > vcrlosbar zu 5«/, !<7 90 98.10 C. M. j Nationalb.aufö.W.uerlosb.5„ 93.30 93 50 llug. Bud.-Ered.-Anst. zu 5'/, „ 92.— 92.25 Nllg. öst, Bodcu-Eredit-?lustalt verluöbar nr 5°/« in Silber 106.25 106 75 dto.iu33I.rllch.zli5pCt.ii!0.W. 86.25 86,50 Kose (dr. Stiicl.) Ered.-N.f.H.u.O.z. 100fl.ü.W. 15125 !5l.?5 Dc>u.-DmPfsch.-G.z.100fl.EM. 93.50 94.— Staotacm. Oscn „ 40 „ ö. W 32.25 32 7s> Esterhazy zu 40 sl. EM. 160.— 170.— Salm „4ol, „ . 415,) 42.50 Gcld Waare Palffy zu 40 si, EM, 32 -. 33.— c^larri .. 40 „ « - 36.— 37.— St. Gcuoiö „ 40 „ „ , 33 50 34.— Windischgräh „ 20 „ „ . 20.— 2l,— Waldstcin „ 20 „ „ . 2150 22.5><1 Kcglcvich „ 10 « „ . 14,50 15.5-» Rudolf-Stiftung lU „ „ . 13.50 14,25 Wechsel (3 Mou.) Augsburg für 100 fl, silbd. W. 100,30 100.50 Franlfurt a.M. 100 si. dctto 100.40 1><>60 Hamburc,. sür l00 Marl Vanlo 88. - 88.25 London für 10 Pf, Sterling . N9 60 119.80 Paris silr 100 Frant« . . . 47,50 47,00 (5ours der Oeldsorte» Geld Waare K. Miinz-Ducaten . 5 fl. 05 lr. 5 ft. 6