NienstHg den 6. Movember 1832. N a i b a ch. 3)ic Bewohner dieser Hauptstadt, welche freudig jl'lc Gelegenheit ergreiftn, wo sie ihre un« gchcl ckelie ^icde'und Verehrung an die geheiligte Person Sr. Majestät des Kaisers, und Ihrer Ma< jcstät der Kaiserinn, unserer allgeliedtcn Landesmutter, so wie an das ganze durchlauchtigste Kai< scrhauö an Tag legen können, versammelten sich am 4. November, als dem hohen Namensfesie Ihrer Majestät, der Kaiserinn, um 10 Uhr in rn hicsi^en Domkirche, wo von dem hochwürdigstcn Herrn Stadtpfarrer ein solennes Hochamt abgesungen wurde, um von dem Allerhöchsten noch eine lange Reihe von Jahren, feste Gesundheit und stetes Wohlergehen für die ,allgcliebte Landesmut, ter zu erstehen. — Am Vorabende dieses Festta« aeö war das hiesige ,standische Theater festlich er« leuchtet und das Proscenium sehr ,sinnig dccorirt, ,ro auch vor Beginn der Oper „Zampa" die be« liebte österreichische Nationalhymne >»Gott -erhalte Caroline" von dem sämmtlichen Thcaterpersonale unter Trompeten« und Pa.uckcnschalle und dem Beifallsklatschen des zahlreich.versammelten Publi. c«ms abgesungen wurde, VN ien. vcn W. October. Unterm 2^. d. M. ist von Sr. kaiserlich-kö. niglich-apostolischen Majestät nachstehendes königli. che Schreiben (I^eFglcis ^ntoi-^,), kraft dessen ein Reichstag für das Königreich Ungarn auf den sechzehnten December laufenden Jahres «ach der königlichen Freistadt Preß bürg ausge» schrieben wird, .an sämmtliche Comitate ^c. erlas, senrpoldenl , Franz der Grst-e, von Gottes Gnaden, Kaiser von Oesterreich, apo-ssolischer Konig von Ungarn, Böhmen, Gaüizicn und Lodomerien, jZrzherzog osn Oesterreich lc. tc. In Unserm gnädigsten S'mberufungsschreiben zu dem Reichstage vom Jahre 16Z0 haben Wir Unsere Absicht tund gegeben, .schon im Jahre i93i, und somit lange vor Ablauf d^r gesetzlichen Frist von drei Jahren, einen Reichstag zu dem Ende Halm, zu lassen, damit die in Folg? deö 67. Ge» setzartikcls vom IahreMZo^ und des 8. vdmI^b« ,re ,^27 ausgearbeiteten systematischen Operate m »eichstagliche Berathung genommen rrerdcn, und Unser unausgesetzter landesvaterlicher Wunsch, daß .mit Beihülfe,jener Ausarbeitungen., ohne sie alte Verfassung zu ersch-üttern, heilsame Gesetze geschaf, sen werden, in Orfrllung komme. Wir Selbst Haben es daher am meisten bedauert, daß der hier« zu bestimmte Reichstag damalö^wegen der eben zu jener Zeit ausgebrochenen, allgemeinen und gefahr« vollen Landplage neuer bis dahin unbekannter Art, .nicht gehalten werden kannte. Wir haben jedoch Unjeren festen Willen, diesen Reichstag sobald als thunlich auszuschaben, durch Unser königliches Re< script vom »6. September 263i unumwunecn er« klärl. Wir lösen demnach jetzt um so freudiger Un« ser königliches Wart, je mehr Wir es wünschen, daß dulch Sie Gesetze, tvelcke in Folge der reichs« , täglichen Verhandlung jener Operate zu Stande kommen werden, die öffentliche Wohlfahrt n,ch fester begründet, für alle Zeiten gesichert und blühend > erhalten werde. Zu diesem Gnde haben Wir beschlossen, H,en Z6c> gc-sammten getreuen Ständen des Königreiches Ungarn und der damit verbundenen Länder eine allge« meine Versammlung oder Reichstag, welchem Wir unter Gottes Beistand in Eigener Person vorzuste« hcn gedenken, auf den dritten Adoentsanntag dieses IahreS> der auf den sechzehnten December fasst, nach Unserer königlichen Freistadt Preßburg auszuschreiben und kund zu machen. W'.r tragen euch daher gnädig auf/ und befehlen euch, daß ihr für den festgesetzten Tag und Ort, wie es herkömmlich '^si, zwei aus eurer-Mitte gewählte und abgeordnete Deputirte, und zwar fähige, friedfertige un« das allgemeine Wohl liebende Männer, ohne alle Entschuldigung, absendet, welche der vorbcsagten allgemeinen Reichsversammlung mit den übrigen Herren Prälaien, Baronen, Edelleuten und Ständen Unseres Königreiches Ungarn und der damit verbundenen Länder beizuwohnen haben. Ihr werdet sorgsam darauf achten, daß eure vorerwähnten Deputirten zur vorgeschriebenen Frist sicher und und fehlbar daselbst erscheinen, bei Vermeidung der in dem allgemeinen Rcichödecrcte, im Unterlassungs« falle ausgesprochenen Strafe. Nedrigcns bleiben Wir euch mit Unserer kaiserlichen Gnade wohlge« wogen. , ^ Gegeben in Unserer Kaiserstadt Wien in Oesterreich am vierundzwanzigsten Tage des Mo« nats October im Jahre bes Herrn achtzehnhundert und zweiunddrcißig. Franz m. p. Graf Adam Reviczky m. p. .-, . ^ Georg von Bartal in. p. T e u t s O l a n v. Nürnberger Blätter bezeichnen den Ge« nerülma^or v. Hertling als Commandanten der bayerischen Truppen, die neuern Bestimmungen zufolge nach Griechenland geschickt werden sollen, bis das nach dem Tractate anzuwerbende Truppencorps von 35ao Mann gebildet seyn wird. Die Würzburger Zeitung schreibt: Das Krikgsminlstmum hat unterm 22. October nachstehenden Befehl erlassen: „Für den Fall, daß die Abrelse Sr. Majestät des Königs Otto und dcr kö« mglich«griechischen Regentschaft noch vor der vollen-tzeten Werbung des griechischen Truppencorps er-folgen sollte, wird das iste Bataillon des 6te» Li-nieninsanteriesegiments (Herzog Wilhelm) sammt IiegimentZstab, Musik und den. nöthigen Stabs-»ndiVduen, unter dem Commando des Obersten v. B^^nd, 3as 2te Bataillon des' i2ten Linienin» fanterieregi'ments (Ksnig Otto van Griechenland) unter dem Commando des Oberstlieutenants Herbst, dann das iste Bataillon des loten Linieninfaliterie-regiments sammt Regimentsstab, Musik und den nöthigen Stabsindividuen, unter dem Commando des Obersten Nickels, und das 2te Bataillon des liten öinieninfanterieregiments unter dem 5 ganze Haus. aus. Sie nahmen Silberzeug » Uhren, Wäsche und alles baare Geld mit; die übrigen Meubleö zerssotten sie. — Als der angeklagte Sccondi zu Potthenay hingerichtet wurde, sagte er auf dem furchtbaren Gerüste zu den Umstehenden : Ich trat im i7t?n Jahre als Soldat ein? eS ging mir gut, ich wurde nach und nach Corporal, Fourier, Sergeant. Da desertir, te ich! Möge mein trauriger Tod Euck zum Beispiel dienen. Auch fordere ich diejenige« auf, mit denen ich nach meiner Desertion in Verbindung lebte, sich zu unterwerfen, und so mein Schicksal zu vermeiden.« (Prag. Z.) Orange den L. October. Am/6. scheiterte ein schlechter Kahn auf der Rhone, bei Caderousse. Einige Barlcn fielen ins Wassee. Man fischte sie wieder auf, und der Schisssherr licß den Maire von Eaderousse herbeikommen, um den geschehenen Schöden protocolliren zu lassen. Als man dabei einen Ballen öffnete, fand man zum größten Erstaunen, daß er mit großen Kostbarl'eiten angefüllt war, als Colliers, Brillantcnaufsätze, dergleichen von Rubinen, Solitairs, herrliche Kämme u. s. w. Im andern Ballen fand man Tischzeug der feinsten Art, ein vollständiges Geschirr von Vermeil, kurz da3 ganze Ameublement einer Prinzessinn. Der Schifföherr erklärte auf Befragen, daß er den Inhalt der Ballen nicht gekannt ^habe, daß sie mit einem Kaufmannsschiffe aus Italien nach Marseille gekommen seyen, und daß man ihm bei der Ver» ladung keinen FrachOrief gegeben, sondern gesagt habe, er werde denselben zu Pont St. Esprit durch einen gewissen Asiic erhalten. Die Behörde hat Beschlag auf diese Sachen gelegt, und erwartet nun,, daß der Eigenthümer sich melden werde. ' ^'^' ^^«^ (Prg.Z.) Die Frankfurter O. P. A. Zeitung ent. , hält folgendes Privatschrciben aus Paris voin. 19. October: „Die Vorbereitungen zum Kriege schreiten rasch vorwärts. Von Paris, Vincennes, Metz, Laon, Douai ziehen Truppen und Geschütz nach der belgischen Gränze; die belgischen Truppen stehen dicht an oer Gränze von Holland; in den englischen Häfen versammelt sich eme zahlreiche Flatts, uno fast scheint auö der Rede, womit der König von Holland die neue Session der General» siaaten eröffnete, hervorzugehen, daß er den von drei Staaten hingeworfinen Fehdehandschuh auf« heben will. Daher glauben immer noch Viele, eK stche dem ganzen Welttheile ein Krieg bevor, denn Holland könne sich nicht so kühn zeigen, ohne des Beistandes größerer Wächte gewiß zu seyn; dem ist aber nicht so. Der König von Holland will lieber Alles aufs Spiel sehen, als die neuesten tZon« fcrenzbeschlüsse, unterschreiben. Er glaubt über« dieß, wenn ihm die Machle nicht gegen England, Frankreich und Belgien,beisiehen, so würden sie doch verhindern, daß im äußersten Falle das Ge« biet Hollands noch, mehr geschmälert werde, als durch die letzten Protocolle. Der Feldzug soN in d^n ersten TageÄ.Hes Novembers beginnen. Mar. schall Soult, der ihn übernimmt, befindet sich in. derselben Lage, wie im vorigen Jahre SasimirPo ^wr.s Er HM eine frieoliche Ausgleichung vorgezs« 362 Zen; da diese aber nach so langer Bemühung nicdt erreicht worden, so greift er zu den Waffen , um so eher, als er sich noch mehr als Casimlr Perier, mit den Mächten darüber verständigt bat, und als sein Ministerium, wie das Pcrier'sche, oder noch mehr, ohne jenen Feldzug auf keilie günstige Stimmung der Kammer zählen kann; wird hingegen durch jene Unternehmung der Wille der (Zonfe» renz ausgeführt, oder wird auch nur die (Zitadelle von Antwerpen geräumt, uno kann Ludwig Philipp diese Nachricht in der Thronrede oder das Mi. nisterium von »er Reünerbühne ankündigcn, so ist weder der Zorn der Presse noch die Eifersucht Dupins im Stande, dem neuen Ministerium die Stimmenmehrheit-zu tntziehen: ja Dupin selbst würde sich alsdann bemühen, sich an ein Ministerium anzuschließen, welches im Grunde Dupinä tigene Absicht ausgeführt haben tvird. In dem Dorfe Saint «Cast (im Departement der Nsrdküsten) hat die (Zholera so furch« terlich gewüthet, daß sämmtliche gesunde Einwohner, ohne die Todten zu beerdigen, aus demselben auswanderten und ine zurückbleibenden Kran» len ihrem Schicksal überließen. Sobald Her Ossi» cier ocs in einem benachbarten Dorfe liegenden TrupFendctaschcmen'ts hiervon Nachricht erhielt, be» gab er sich mit einem Theile derselben nach dem verlassenen Dorfe, lieh die Todten bestatten und blieb mit seiner Mannschaft dort, um ö,e unglücklichen Kranken zu pfleg (ANg. Z.) As i e n. Nach dem Bombay , (5 ourricr vom 24. Juni wüthet in Bushire die Pest. Dieselbe ist im Februar dort ausgebrochen, -worauf sogleich die Mehrzahl d^r Europäer sich nach der Insel Corgo im persischen Meerbusen stüchttte, !«nd aller Ver« kehr mit dem angesteckten District aufgehoben wur« de. Gegen Ende nach Bushire,, um den Zustand des Matzes zu erforschen. Diese fanden denselben ganz ausgestorben: die Leichen lagen unbecrdigt in Haufen um« her, und ucrpcstetcn die Luft. Was nur hatte fliehen können, war in das Innere gefangen, hatte aber auch dorthin die Pest verbreitet, worauf die Sterblichkeit in der Umqcgend und bis fernhin eben so groß geworden war, als in der Stadt selbst. Die Regierung von Bombay hat die geeigneten, Maß. regeln ergriffen, um die Verbreitung zu verbuchen. , / , ^ ," ^ (Korrcsp. v.lU. f. D.) Nachricht an Vie wirklichen Kerren Mit- Oljever der k. k. A.anVwirthfthafts-GxscU- sthaft inNaibach. In Folge des §. IV, der allerhöchst sanctionir« -teft Statuten sind dieiHerrcn Mitglieder der k. k. Landwirthschaflsgesellschaft gehalten, Aufsätze land» wirthschaftlichen und industriellen Inhaltes, an den Ausschuß einzuliefern,, welchen es sodann obliegt, als Organ, die Geschäfte, deren Entscheidung, Kraft der Statuten, den allgemeinen Versammlungen vorbehalten ist, gehörig zu ordnen. Da aber diese Materialien nicht in dem Maße eingeliefert wurden, um die dicßfä'Mgen Borträge für oie statutenmäßig am 20. November l. I. abzuhaltende allgemeine Versammlung vorbereiten, und solche bei derrorgeschliebcnen aNgemeinenBer» sammlung am 20. November l. I. zur Sprache bringen zu können, so ist der permanente Ausschuß in die Nothwendigkeit versetzt, diese allgemeine Versammlung zu vertagen. Die Herren Gesellschaftsmitglieder werden hie« von mit der wiederholten Aufforderung in die Kennt« mß gefetzt, den §. IV, der Statuten beherzigen zu tvollen. Vom Ausschüsse der k. k. Landwirthschaftsge« sellschast. — Laibach am 20. October 1622. Wh e a t e ^. Ht«te den 6,: Das schwarze Kind. Local< Posse in drei Aufzucken. Morgen, Donnerstag und Freitag bleibt das Theater wege» der Vorbereitungen zu F ra Di a.y-o to, geschlossen. ^ z Samstag den ,«.: ,F r a Diav 0 lo> Oper m drei Aufz>- Revactmr: F^r. Vav. Weinrich. Verleger: Mnaj Nl. Gyler v. Kleinmaur.