JAHRESBERICHT *u DES K. K. STAATS-QVMHASIUMS IN MARBURG A/D. VERÖFFENTLICHT VON DER DIREKTION AM SCHLÜSSE DES STUDIENJAHRES — 1909 = IM VKKLAGE DKS K. K. STAATS-GYMNASIUMS. • DRUCK VON DER BUCH- UNI) KUNSTDRUCKEREI JOSEF MOSI'BÜCK & CO., MARBURG A. D. INHALT: 1. Pytheas’ Tanais und die Insel des Kronos in Plutarchs Schrift „Das Gesicht im Monde“. Von Georg Mai r. 2. Feier des 60jährigen Regierungsjubiläums Seiner Majestät. Von Professor Dr. Max Hoff er. 3. Schulnachrichten. Vom Direktor Julius Gtowacki. Pytheas’ Tanais und die Insel des Kronos in Plutarchs Schrift ,,Das Gesicht im Monde“. Von Georg Mair. Vorbemerkung. In die kurze Behandlung der Frage, welchen Strom man unter Pytheas’ Tanais zu verstehen habe, in meinem Aufsatze „Pytheas von Massilien und die mathematische Geographie. II. Teil. (Mit zwei Tafeln den Text erläuternder Figuren.) Jahresbericht des k. k. Staatsgymnasiums in Marburg a. d. D. pro 1906.“ S. 84—90 hatte sich infolge eines Erinnerungsfehlers bezüglich der Gabelung des Tanais nach Herodots Darstellung ein allerdings das Endergebnis nicht berührender Irrtum eingeschlichen. Wegen der großen Wichtigkeit dieser Frage für die Geschichte der Geographie im allgemeinen sowohl, wie insbesondere für die Pytheas frage sehe ich mich daher im Interesse der Vollständigkeit und Übersichtlichkeit — beide Abhandlungen, Pytheas’ Tanais und die Insel des Kronos in Plutarchs Schrift „das Gesicht im Monde“ beziehen sich aufeinander — gezwungen, die Frage, welchen Strom man unter Pytheas’ Tanais zu verstehen habe, einer Neubearbeitung zu unterziehen. Marburg a. d. D., am 4. Mai 1909. Der Verfasser. A. Pytheas’ Tanais. Bekanntlich hatte Pytheas behauptet, auf seiner zweiten Nordlands-f a li r t längs der O z e a n k (i s t e Europas als fernsten Punkt den Tanais erreicht zu haben.1) Der Tanais bildete im Altertum die Grenzscheide zwischen Asien und Europa-) und entspricht dem ins asow’sche Meer einmündenden Don. Nun ist es aber für einen Seefahrer unmöglich, mittels eines Ozeanschiffes aus der Ostsee ins asow’sche Meer zu gelangen. Wenn man daher unter Tanais nicht etwa den Quellsee desselben'1) oder einen a's Quelle des Tanais angesehenen großen Sec in der Nähe der Ostseeküste, etwa den Ladogasee, verstehen will — Pytheas behauptet aber ausdrücklich, er habe den Tanais, nicht den Quellsee des Tauais erreicht — so kann unter Tanais von Pytheas nur die M ii 11 d u 11 g eines nordischen Stromes gemeint sein.1) Während Herodot die Geschlossenheit des kaspischen Meeres bekannt war’’), galt dasselbe von Alexanders Zeit au bis auf Ptolemaeus als ein Busen des nördlichen Ozeans. Diese irrige Meinung kann nur durch Pytheas veranlaßt worden sein, den einzigen Griechen, der die nordischen Meere befahren hatte.0) Wie läßt sich aber Pytheas’ Irrtum psychologisch erklären ? ') Str;ilx> II. 104. '-) Den T ;i 11 a i s haben nach Herodot IV. 45 wahrscheinlich schon jonische Geographen zum Grenzstrome zwischen Asien und Europa gemacht. Vergl. Hugo 15 erg er. Geschichte der Wissenschaft). Erdkunde der Griechen. Leipzig 1903. S. 91, 92. 3) Herodot IV. 57. •') Stanislaus Morönski. Herodots Gelonen keine preußisch-litauische Völkerschaft. Zeitschrift des westpreußischen Geschichtsvereines, lieft X. Danzig 1883, S. 19: „Pytheas und der angebliche Scyrnnos geben diesem Strome (Tanais) auch eine Mündung am Ozean. Conf. Schol. ad. Apollon. Rliod. I. I in Hudson. Geographi Gr. Minor. II." ’’) Herodot I. 202, 203. (i) Georg Mair. Der karthagische Admiral Himilko ein Vorläufer und Wegweiser des Pytheas von Massilien. Programm des k. k. Staatsgymnasiums in Pola. 1899. S. 5, Anm. 5. Herodots Nachrichten über den skythischen Norden. Herodot hatte seine Nachrichten über den skythischen Norden um 450 v. Chr. in Olbia, der Zentrale des nordpontischen Handels, eingezogen.") Olbia war der Ausgangspunkt dreier nach dem Norden, beziehungsweise nach dem Nordosten, führender Handelswege. Ein Handelsweg führte über Lemberg in die Y'l Neupis = zemya Nuriska in Russisch-Polen, dem Stammlande der Slawen; ein anderer führte den Dnjepr entlang ins Land der Litauer, von wo die Waren -Salz und Fabrikserzeugnisse ■— auf dem Wege des Zwischenhandels zu den Samojeden am Ostufer des Ladogasees gelangten.8) Für die hier zu behandelnde Frage ist aber von der größten Wichtigkeit die dritte Handelsstraße, welche die Olbiopolitaner mit dem fernen Kulturvolke der Chinesen in Verbindung brachte. Diese Karawanenstraße führte von Olbia in gerader Richtung nach der I) o n b e u g c. Nach Überschreitung der Donbeuge zogen die Kauflcute das rechte Ufer der Wolga entlang bis zur Vereinigung derselben mit der Kama. Von diesem Punkte an folgten die Karawanen der Kama bis zur Einmündung der Czussowaja in dieselbe; der Czussowaja folgend, überstiegen die Kaufleute beim heutigen Jekaterinburg den Ural und gelangten durch sieben verschiedene Völkerschaften uralo-altaischen Stammes über den Terekpass ins Tarymbecken, um endlich die chinesische Grenze zu erreichen.0) Die Führer der von Olbia nach China ziehenden Karawanen waren Skythen oder, wie sie sicli selbst nannten, Skolot.10) Die skolotischen Führer und Wegweiser der Karawanen waren zugleich auch deren Dolmetscher; sic verkehrten mit den Völkern, deren Gebiet sie durchzogen, in sieben offenbar nahe miteinander verwandten Sprachen, woraus eben folgt, daß sie diesen Völkern ethnisch nahestanden.11) ') Dahlmann. Herodot, aus seinem Buche sein Leben. S. 1(52. H) G. Mair, das Land der Skythen bei Herodot. II. Teil. Saaz 1885. S. 61a), 61b); ü. Mair, der Feldzug des Dareios gegen die Skythen. Saaz 1886. S. 7. G. Mair, die Aisten und Neurcn und die Hyperboreersage. Pola und Triest 1900. S. 26. Bezüglich der Litauer vergl. Herodot IV. 108 und G. Mair, das Land der Skythen. II. S. 53 und 62a) und die Karte und G. Mair, die Aisten und Neuren und die Hyperboreersage. S. 25, 26; bezüglich der Samojeden conf. Wilhelm Tomaschek, Kritik der ältesten Nachrichten über den sky-tischen Norden. II. Die Nachrichten I lerodots über den skythischen Karawanenzug nach hincr-asien. Sitzungsberichte der philologisch-histor. Klasse der kaiserl. Akademie der Wissenschaften. 117. Band. Wien 188!). S. 7 ff. !i) Herodot IV. 24. Wilhelm Tomaschek, Kritik der ältesten Nachrichten über den sky-thischen Norden. II. Die Nachrichten Herodots über den skythischen Karawanenzug nach Innerasien. Wien 1889. (Sitzungsberichte der kaiserl. Akad. d. Wissenseh. 117. Bd. S. 1 ff.) "’) Herodot IV. 6. ") Herodot IV. 24. Nach den Apw.aTTteia des Aristcas von Prokonnesos (Herodot IV. 13) waren die Skythen infolge einer gewaltigen Völkerbewegung, die ihren Ausgang im zentralen Asien genommen hatte, aus der aralo-kaspischen Steppe nach Südrußland einge-wandert. Wenn auch Wilhelm Tomaschek — Kritik der ältesten Nachrichten über den sky- Der eben in großen Zügen beschriebene Karawanenweg führte also von Olbia zur Donbeuge und die Wolga und Kama entlang zur Czussowaja und, das kaspische Meer im Norden umgehend, über den Ural nach Asien. Es fragt sich nun, mit welchen Namen die Skolot und die nord-pontischen Hellenen den Don, die Wolga und die Kama nach Herodots Darstellung bezeichnetcn. Dabei ist es v o 11 s t ä n d i g gleichgültig, ob die Skolot und die Olbiopolitaner diese Flüsse wirklich so benannten, wie dies Herodot überliefert, oder ob Herodot die Sache nur so auf gef aßt und auf guten Glauben hin niedergeschrieben hat; denn die geographischen Anschauungen der Folgezeit waren, den Norden anlangend, d u r c h a u s von H ero d o t a b h ä ti g i g. ln den Fluß- und Völker namen in Herodots IV. Buche herrscht infolge von Mißverständnissen, Verwechslungen und Erinnerungsfehlern Herodots ein so heilloses Durcheinander, daß diese Umstände zusammengenommen, die Skythenfrage zu einem der schwierigsten Probleme der historischen Geographie machen.ia) Bei einem kombinierten Vergleiche der verschiedenen Nachrichten Herodots über die verschiedenen Völker und Flüsse ergibt sich folgendes Bild als Anschauung Herodots, das teilweise vielleicht auch die Anschauung seiner Gewährsmänner widerspiegelt: Nach Herodot glaubten die Skythen, daß die bei Kiew in den Dnjepr mündende Desna mit dem Don verbunden sei und mit ihm einen einzigen Strom bilde, den sic bis südwärts der Donbeuge G c r r h o s „G r e n z-strom“ nannten1'1); denn er bildete zwischen dem Dnjepr und der Donbeuge die Nordgrenze des Skythenreiches. Den Unterlauf des Don, der die Skythen von den Sarmaten schied, nannten sie Tanais; Tanais nannten sie aber auch die Wolga von der Donbeuge bis zur Einmündung der Kama"); die Kama selbst führte den Namen O a r o s, der dem uralo-altaischen Flußnamen der Wolga, nämlich Var, R a w, Rau, Raws 'P ä<; entspricht, wie von Ptolemaeus ab der ganze Wolgastrom genannt wurde.Ir>) Den mächtigen Wolgastrom von der Einmündung der Kama bis zur Donbeuge und, daran anschließend, den Don bis zur Ausmündung ins tischen Norden. I. Über das ariinasp. Gedieht des Aristeas. Sitzungsberichte der kaiserl. Akademie der Wissenschaften (philolog. Iiistor. Klasse). 116. Hand. Wien 1888. S. 175 ff. sagt, daß erst mit dem 1. Jalirh. nach Chr. die Türken das aralo-kaspische und westsibirische Steppengebiet eroberten, so erlaube ich mir doch anderer Ansicht zu sein, weil man sich sonst die Beherrschung der uralo-altaischen Sprachen seitens der Skolot nicht erklären könnte und weil der Flußname Oxus (vergl. türk. Ak-su Weißwasscr) wohl ein türkisches Wort ist. '-) 0. Mair, die Aisten und Ncuren und die Hyperboreersagc. S. 7. l:l) Herodot IV. 55. G. Mair, das Land der Skythen bei Herodot. II. S. I!) und die Karte. ") G. Mair, das Land der Skythen. II. S. 19 ff. und die Karte. ,f>) Wilhelm Tomaschek, Kritik der ältesten Nachrichten über den skyth. Norden. II. Wien 1889. S, 19. 20, 22, 32 36, asow’sche Meer nannten also die skythischen Karawanenführer und, ihnen folgend, die Olbiopolitaner Tanais. Diese beiden miteinander verbunden gedachten Ströme hielten also nach Herodot die Leute im Skythenlande für einen und denselben Strom, den Grenzstrom zwischen Asien und Europa. Der Strom eignet sich auch ganz ausnehmend zu diesem Zwecke: er ist von mächtiger Breite und trennt tatsächlich bis zur Einmündung der K a m a den europäischen Kontinent vom asiatischen F e s 11 a n d e. Es kann daher kein Zweifel sein, daß man unter Herodots Tanais nicht den Don, sondern die Wolga und den mit der Wolga vereinigt gedachten Unterlauf des Don zu verstehen habe. Wie konnte nun Pytheas, an der Ausmündung eines nordischen Stromes in die Ostsee — sie galt als ein Teil des nördlichen Ozeans — angelangt, glauben, die Einmündung des Tanais ins kaspische Meer erreicht zu haben, da ihm ja doch aus Herodots Geschichtswerk einerseits bekannt sein mußte, daß das kaspische Meer ein geschlossenes Meer sei, andererseits aber, daß der Tanais nicht ins kaspische, sondern ins asow’sche Meer mündet? Denn das ist klar, daß Pytheas’ Überzeugung, das kaspische Meer sei ein Busen des nördlichen Ozeans, nur eine Folge sein kann seines Glaubens an eine zweifache A u s m ü n d u 11 g des Tanais: an eine E i n m i'i n-d u ng dieses Stromes ins asow’sche Meer und au eine Aus-m ii n d li n g desselben in den nördlichen Ozean. Der Tanais bildet die Grenzscheide zwischen Asien und Europa; er kommt nach Herodot IV. 57 aus einem großen See im fernen Norden und mündet in einen noch größeren. Östlich von dem eben genannten Grenzstrome Tanais wird von Herodot IV. 123 neben drei anderen großen Strömen noch ein zweiter Tanais aufgeführt, der ebenfalls ein großer Strom genannt wird und gleichfalls in die Maietis mündet. Für einen verständigen Leser war es aber undenkbar, daß cs in unmittelbarer Nachbarschaft zwei große Ströme desselben Namens geben sollte, die, auffallend genug, in dasselbe kleine Binnenmeer ein-münden. Diese beiden Tanais genannten Ströme waren offenbar ein und d e r s e 1 b e S t r o tu, der zweiAusmündungen hatte: eine westliche ins asow’sche, eine östliche aber ins kaspische Meer.I(!) "’) liier steckt der Fehler in meiner Darstellung dieser Frage in der Abhandlung „Pytheas v Massil. u. d. inath. Geogr. Marburg 1906.“ S. 89. Ich glaubte eben meiner Sache sicher zu sein. Nach Herodots Darstellung glaubten die Leute im Skythenlande nicht, daß der Tanais sich gabele; sic glaubten einfach, daß cs zwei Tanaisströme gebe; auch glaubten sic nicht, daß der westliche Tanais, mit dem Oerrhos vereinigt, in die Maietis münde; sic glaubten vielmehr, daß beide Tanaisströme in die Maietis fallen, der G e r r h o s dagegen, mit dem H y p a k y r i s (Donetz) vereinigt, in den Pontus münde. Für Pytheas’ Vorstellung kam es freilich auf d a s s e I b e hinaus, ob e i n und derselbe Tanais sich gabelte, oder ob cs in unmittelbarer Nachbarschaft zwei offenbar aus derselben Quelle fließende Tanais.strft m c gab. Wenn wir nun feststellen wollen, welchen von den in die Ostsee fallenden Strömen Pytheas für den Tanais hielt, so müssen folgende Merkmale gegeben sein: der Strom muß einmünden in einen tief ins Festland eindringenden Busen, weil von Pytheas ab das kaspische Meer für einen das europäische Festland vom asiatischen trennenden Busen des nördlichen Ozeans galt; ferner muß dieser Strom aus einem großen Sec kommen; endlich mußte dieser Sec in der Vorzeit scheinbar auch einen Abfluß nach der entgegengesetzten Richtung haben, so daß es möglich war, mittels eines Ruderbootes aus dem Meerbusen durch die Flußmündung in das Südmeer und in die Pflanzstädtc der Griechen zu gelangen, oder mit ändern Worten: der Strom mußte als Verlängerung und Fortsetzung des Meerbusens den europäischen Kontinent vom asiatischen Fest lande ab trennen. Alle diese Merkmale trafen bei der Newa m ii n d u n g zusammen: die Newa mündet in einen tief ins Festland ein dringen den Busen; sie kommt aus einem großen Sec; endlich konnte man zu Pytheas Zeit tatsächlich mittels eines mit Ruderstangen gelenkten Bootes durch die Newamündung in denPontus gelangen. Der Quellsee hatte also — zu dieser Vorstellung mußte Pytheas kommen — einen Abfluß ins kaspische, einen ändern ins asow’sche Meer. Welches war dieser zweite nach dem Süden führende Abfluß des Ladogasees? Die Salzstraße. Der finnische Meerbusen, die Newa, der Ladogasee, der Ilmcns e e, der L o w a t, die I) w i n a und der D n j c p r bildeten nach dem Zeugnisse des russischen Chronisten Nestor noch im neunten Jahrhundert unserer Zeitrechnung eine ununterbrochene von den Warägern auf ihren Raub- und Kriegsfahrten fleißig benutzte Wasserstraße von der Ostsee ins schwarze Meer.17) Während ferner Herodot die nördlich vom Wolchonskiwnlde am Ostufer des Ladogasees und östlich der Linie Olonez, Tw er, Ja ros law, Moskau, Orel und Kursk1*) hausenden finnischen And ro-phagen (= S a m o j e d e n = S c 1 b s t e s s e r)l!l) bekannt waren, soll nach ihm die große Ebene westlich von dieser Linie von der Des na bis zum W o 1 c h o n s k i w a I d c, eigentlich aber bis zum Süd- und Westufer des L adogasee s-") eine m enschenleerc E i n ö d c sein. -') l7) G. Mair, ultiinii Thule (Programm). Villach 1894 p. XXVII und Amu. 128h) und p. XXVill. |N) Wilhelm Tomaschek. Kritik der ältesten Nachrichten über den skyth. Norden. II. (kaiserl. Akadem. d. Wissensch. 117. Bd. Wien 1889, .S. 1 ff.) Diese Linie bildete die Grenze zwischen I n d oge r m a n e n (Litauern) und l; i n n e n. I!l) Hansen. Osteuropa nach Herodot. Dorpat 1881 § 4.50; Mair, Pyth. v. Mass. u. d. m. Geogr. S. 86 Anm. 274. -°) Bis zum Wolchonskiwiilde liißt sich Herodots Kenntnis des Nordens verfolgen; da aber die frtiher angegebene Völkergrenze bei Olonez am Ostufer des Ladogasees begann, so wohnten Litauer bis zum finnischen Meerbusen. -') Herodot IV. 18. In Wirklichkeit ist aber diese fruchtbare und gesegnete Ebene u r-alter litauischer Boden.--’) In dieser großen Ebene saß nämlich das einst große und zahlreiche Volk der Litauer, die sich selbst zu Herodots Zeit TeXcovof nannten. Südlich von den 1'eXwvot und in deren unmittelbarer Nachbarschaft siedelte zu Herodots Zeit im Winkel zwischen Desna und Dnjepr der Slawenstamm der litootvoi - „Was s e r 1 e u t e“-M); an der Vereinigung der Wolga und Kama hauste zu jener Zeit der f i n n i sc h e J äge r-s t a m m der BouStvot.-5) Indem nun Herodot einerseits die BwScvot mit den BooStvoi verwechselte, andererseits aber die l’sXwvot, die er für halb entnatio-nalisierte Hellenen hält, unter den Bouoivot wohnen läßt, versetzt er das Volk der Litauer an die Vereinigung der Kama m i t der Wolga, wodurch eben die große Ebene von der Desna bis zum Wochonskiwaldc zu einer menschenleeren Einöde wurd e. -6) Auf der eben beschriebenen Wasserstraße nun wurde den Litauern am Süd- und Westufer des Ladogasees und den Samojeden am Ostufer dieses Sees neben Fabrikserzeugnissen das unentbehrlichste aller Lebensbedürfnisse, nämlich das Salz der politischen Li mane zugeführt. Die Gegenwaren bildeten kostbare Pelze und Felle.-") Es kann demiTach kein Zweifel sein, daß diesen fernen Völkern der Name der griechischen Kolonisten an den Ufern des P o n t u s bekannt war. --) „A n d r o p li ;i g c n“ (AvSpocpäyoi) -- „M ii n n c r f r c s s c r“ ist eine mißverstandene griech. Übersetzung des slawischen Wortes Samojeden „S c I b s t c s s c r“, wie die Slawen ihre nördlichen finnischen Nachbarn heißen. Dies ist ein sicherer Beweis, daß die nordpontischen Griechen ihre Nachrichten über dieses Volk durch Vermittlung von Lctto-slawcn bekommen haben müssen. Hansen, 1. c. § 150. G. Mair, der Feldzug des Dareios etc. S. 6, Anmerk. 19; derselbe, „die Aisten und Neuren etc.“ S. 1‘2. -!) Herodot IV. 13. ü. Mair, die Aisten und Neuren usw. S. 11 ff. FsXtovöc; entspricht dem litauischen Worte g a I fi n a s = „mächtiger, großer Herr". Cuno. Forschungen im Gebiete der alten Völkerkunde. I. Teil. Die Skythen. S. 41. Den Anschauungen Stanislaus Morönski’s über die Wohnsitze und Nationalität der Gcloncn mich anzuschließcn, habe ich keine Veranlassung gefunden. Morönski hält die Gelonen für Griechen und versetzt sie an den Zusammenfluß der Kama und Wolga, wohin auch Herodot ihre Sitze verlegt. Vergl. Stanislaus Morönski. „Herodots Gcloncn keine preußischlitauische Völkerschaft.“ Zeitschrift des wcstpreußischen Geschichtsvercins. lieft X. Danzig 1883. -•) Wilhelm Toinaschek I. c. II. S. 4. G. Mair, die Aisten und Neuren usw. S. 18. Ptolemaeus 111. 5, 25. Herodot IV. 13, 21. Die Budinen (BouSivot) waren nach Willi. Toinaschek, I- c. II. S. 19 die Urahnen der großen permischcn Nation. -") Herodot IV. 18, 53, 57, 108 und 109. ü. Mair, die Aisten und Neuren usw. S. 18—21. 2‘) Vergl. G. Mair, die Aisten und Neuren usw. S. 26; AAair, ultima Thule p. XXVII; ü. Mair, Pytli. v. Mass. u. d. m. Geogr. S. 8(i, 87. Pytheas’ mutmaßliche Schlußfolgerung. Wenn nun Pytheas, an der Newamiindung angelangt, durch seine aus deni B e r n s t e i n 1 a n d e (Abalus Samland)28) mitgebrachten aistischen (preußisch-litauischen) Dolmetscher29) einerseits von den Eingeborenen erfahren hatte, daß man auf diesem mächtigen Strome in einen großen See und dann auf einem anderen aus diesem See abfließenden Strome ins Südmeer und in die Ansiedelungen derGriechen dortselbst gelangen könne, andererseits sich aber erinnerte, daß von Herodot zwei Ströme, die den Namen Tanais führen, aufgezählt werden: so mußte in ihm naturgemäß und notwendigerweise die Vorstellung sich bilden, die Newa sei eben jener zweite Arm des einen Tanaisstromes; da aber der Meerbusen, in den er eingefahren war, nicht das asow’sche Meer war, so konnte es nur das kaspische Meer sein; dann aber war der Kaspisee kein geschlossenes Meer, wie Herodot gelehrt hatte, sondern ein ins Festland eindringender Busen des nördlichenOzcans, und dieses Meer bildete mit dem Tanais zusammen die Grenzscheide zwischen Asien und Euro p a.:!()) Dieser Art mag ungefähr Pytheas’ Schlußfolgerung gewesen sein; jedoch sei dem, wie ihm wolle: die Richtigkeit meiner Annahme, man habe unter Pytheas’ Tanais die Newamündung und konsequenterweise unter seinem kaspi sehen Meere den finnischen Meerbusen zu verstehen, wird durch eine von Pluta rc*li überlieferte geographische Nachricht bestätigt. -K) G. Mair, ;iuf alten Handelswegen de. Triest 1903. S. 35 ff. Die Goten im siidlichcn Schweden werden von Ptolemaeus l'oötai, nach anderer Leseart l’aöxai genannt; die ri}>o)V£g wohnten, gleichfalls nach Ptolemaeus, als N a c h b a r n der F i n n e n von der Weichsel bis zum Ladogasee; die ältesten Handschriften bieten bei Plini us XXXVII. § 35 Guiones, die jüngeren Gutoncs; letzteres ist daher eine Korrektur fiir Guiones, die ihre Entstehung der Bekanntschaft mit Tac. German, cap. 43 verdankt. Vergl. Claud. Ptolem. geogr. edd. Carol. Müller. Parisiis 1883 p. 423 und 428; G. Mair, der karthag. Admiral lllinilko usw. S. 9 und 10. :i") Nach Strabo I. c. 65 „hat Eratosthenes gesagt, diejenigen, welche die Erd-teile durch I- I ii s s e, den Nil und den T a n a i s, trennten, hätten sie Inseln genannt, und der Rhetor Aelius Aristides sagt, das Mittelmeer mit der Milotis und dem l'luß Tanais trenne die Ökumene in zwei Hälften und mache mit I lilfe des äußeren Meeres diese zwei Hälften zu Inseln.“ Hugo Ikrger. Geschichte der wissenschaftl. Erdkunde der Griechen. Leipzig 1903. S. 92, 93. B. Die Insel des Kronos in Plutarchs Schrift „Das Gesicht im Monde“. In Plutarchs Schrift „Das Gesicht im Monde“1) findet sich folgende Erzählung eines Karthagers Sylla von dem Bericht eines nordländischen Fremdlings, den er in Karthago getroffen haben will: „Fernhin im Meere liegt die Insel Ogygia, eine Fahrt von fünf Tagen westlich von Britannien; drei andere Inseln, gleich weit von ihr und von einander entfernt, liegen im allgemeinen (;j.äXiaxa) gegen Nordwesten. Auf einer derselben wird, wie die Barbaren erzählen, Kronos von Zeus gefangen gehalten. Eigentlich aber soll er, von seinem Sohne bewacht, seinen Sitz jenseits dieser Inseln und des sogenannten kronischen Meeres haben. Das große Festland, von welchem das große Meer im Kreise umschlossen werde, sei von den anderen Inseln weniger weit, von Ogygia aber für eine Fahrt mit Ruderschiffen ungefähr 5000 Stadien weit entfernt; das Meer sei schwer zu befahren und schlammig von der Menge der Flüsse: die Flüsse aber (kämen aus dem großen Festlande und) schwemmten Erde heraus, und es entständen All uv io neu (Ttpoa^was'.; Anschwemmungen, Aufschüttungen) von ihnen, und das Meer werde schwer und endartig, weshalb man cs auch für geronnen hielt. In den am Meere gelegenen Gegenden siedelten um einen Golf, der nicht kleiner sei als die Maiotis, Hellenen; die Mündung dieser Bucht liege mit der Mündung des kaspi scheu Meeres ungefähr auf einer geraden Linie.“-) ') llspi xoü i|j,^>a'.V0|X£V00 Ttpo'HOTOU Iv T(j> x')xX(i) TYjC asXr'j'/YjC,. Oie Schrift wird häufig Plutarch aberkannt; jedoch ist die Frage nach der Echtheit oder U11-echtheit der Schrift für ihren geographischen Inhalt nicht von Belang. Sie .stammt jedenfalls aus Plutarchs Zeit. Vergl. „M ii 11 c heuer g c o g r a p li i s c he Studie n\ herausgegeben von Siegm und Günther. Neunzehntes Stück: Geographische Hinweise und Anklange in Plutarchs Schrift „De Facie In Orbe l.una e" von Eduard Ebner. München (Theodor Ackermann) 1906. S. 5. -) Geograph. Hinweise und Anklänge in Plutarchs Schrift „De Facie In Orbe Lunac“ von Eduard Ebner in „Münchener geograph. Studien“ etc. S. 65 ff. Der Text ist dort-sclbst abgedruckt. Hier wollen wir innehalten und uns zunächst fragen, was die Worte „die M ü n d u n g des Golfes liege mit der M ii n d u n g des kaspischen Meeres auf einer geraden Linie“ — bedeuten sollen. Da zwei Punkte unter allen Umständen durch eine gerade Linie verbunden werden können, so kann hier nur von einer geographischen Tafel oder Karte (yYjs TtepfoSoc)!i) die Rede sein, und die gerade Linie kann nur den Breitenkreis vorstellen, unter dem beide Örtlichkeiten liegen.') Diese Nachricht kann nur von einem Seefahrer herrühren, der einerseits in den Golf und in das kaspische Meer, oder vielmehr in jenes Meer, das er fürs kaspische Meer hielt, eingefahren war, andererseits aber auch zugleich ein Vertreter der astronomischen Geographie war; denn einerseits wird als selbstverständlich vorausgesetzt, daß man zu Schiffe ins kaspische Meer einfahren könne — der Verfasser der Plutarch zugeschriebenen Abhandlung sagt ausdrücklich, das kaspische Meer dringe von Norden tief ins Festland ein5) — andererseits wird die Breitenlage beider Punkte angegeben, beziehungsweise von ihr ausgesagt, daß sie auf einem und demselben Breitenkreise liegen. Diese Erkenntnis war aber nur möglich auf Grund vorgenommener Messungen der Pol höhe, die in jeder sternhellen Nacht möglich sind. Wer war aber der Vertreter der astronomischen Geographie, der überhaupt zuerst die geographische Breite eines Ortes durch Messung der Polhöhe bestimmte, insbesondere aber im Norden solche Messungen zuerst vornahm ? Dieser Astronom und En t d ec ku ngsreisende in einer Person ist uns wohl bekannt: cs ist Pytheas von M a s s i 1 i c n.") Pluta rchs Nachricht kann daher nur auf Pytheas als ihren Urheber zurückgeführt werden, den einzigen Griechen, der die nordischen Meere befahren hatte. Da von Pytheas an das kaspische Meer als ein Busen des nördlichen Ozeans galt, so wird cs unsere Aufgabe sein, auf einer nordischen Insel einen Golf zu finden, der mit dem Meerbusen, den Pytheas aller Wahrscheinlichkeit nach fi'tr’s kaspische Meer hielt, unter derselben Breite lag. :l) Dr. Heinrich August Schicck. Über die I limmelsglobcn des Anaximander und Archi- inedes. Hanau 1843. S. 14—18. (i. Mair. Pytheas von Mass. u. d. mathern. Gcogr. 1906. S. 70. Hugo Berger, Geschichte der wissenschaftlichen Erdkunde der Griechen. II. Auflage. Leipzig 1903 — an verschiedenen Stellen. Als Bezeichnung einer geographischen Tafel kommt YVjs 7t£pwSoc zuerst vor bei Herodot V. 49; in der Regel war damit eine Abhandlung verbunden. ') Vergl. G. Mair, Pytheas v. Mass. u. d. m. Geogr. 1906. S. 68. •"’) Eduard Ebner, I. c. S. 60. ,!) Gustav llcrgt. Die Nordlandsfahrt des Pytheas. Inaugural-Disscrtation etc. Halle a. S. 1893. S. 57. G. Mair. Pytli. v. Mass. u. d. m. Geogr. I. Teil. Marburg a. D. 1904. S. 16. Anm. 31 und derselbe Pytli. v. Mass. u. d. m. Geogr. II. Teil. Marburg a. D. 1906. .S. 43. Strabo Ii. 75, 18. Doch bevor wir zu dieser unserer eigentlichen Aufgabe übergehen, scheint es notwendig zu sein, die Plutarchstelle im allgemeinen mit Rücksicht auf ihren geographischen Inhalt zu betrachten. * * In Plutarchs Nachricht glaubte kein Geringerer als der große Johann Kepler eine deutliche Bezeichnung der Inseln des atlantischen Ozeans und des amerikanischen Festlandes erkennen zu müssen.7) Und in der Tat: wenn auch die Entfernungsangaben mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmen — die Abstünde der Inseln von einander richten sich einfach nach einem bestimmten Schema — so haben diese Angaben doch etwas Überraschendes und weisen viel genauer und bestimmter als alle sonst angeführten Stellen aus griechischen Schriftstellern auf eine tatsächliche Bekanntschaft der antiken Welt mit Amerika hin.H) Wer sollte bei Erwähnung des großen Festlandes im Westen nicht an den amerikanischen Kontinent denken? Wem kommt bei der Angabe großer Ströme, die durch ihre Sinkstoffe das Meer verschlammen und versanden machen, nicht unwillkürlich das Delta des Mississippi in den Sinn? Es fragt sich nun, ob man diese Angaben als reines Spiel der Phantasie und als freie Erfindungen eines Romanciers ansehen solle — zu diesem Schlüsse kommt nach einer methodischen Untersuchung Eduard Ebner1') oder ob dahinter tatsächlich geographische Nachrichten stecken. Ich frage nun: War es den nautischen Hilfsmitteln des Altertums möglich, die großen Inseln des atlantischen Ozeans und Amerika zu erreichen, und wenn ja, welcher Nation gehörten die Seefahrer an, denen man eine solche Leistung Zutrauen kann? Erstere Frage fällt zusammen mit der Frage, ob die Seefahrer des Altertums vor der Kenntnis der Nordweisung der Magnetnadel tatsächlich es wagten die Ozeane zu durchqueren. Da ist zunächst die seetüchtigste Nation Europas, die Griechen, auszuschließen; denn die Griechen blieben im ganzen Verlaufe ihrer Geschichte im wesentlichen nur Küstenfahrer; auch ist aus der Geschichte der Geographie bekannt, daß außer den Massalisten Euthymencs und Pytheas10) kein Grieche größere Fahrten im atlantischen Ozean gemacht hat. Wohl aber kann man eine solche Leistung ohneweiters den Phöniziern Zutrauen; denn die Handelsfahrten der Phönizier gingen in ganz unglaubliche Fernen; sic waren Fernfahrte n im buchstäblichen Sinne des Wortes: So durchquerten sie den indischen Ozean, um im Lande Ophir, im Pendschab, das Gold Indiens einzutauschen11); ich habe seinerzeit den 7) Eduard Ebner, 1. c. S. 73 ff. s) Eduard Ebner, I. c. S. 70. !l) Eduard Ebner, I. c. S. 83 ff. '") G. Mair, auf alten Handelswegen. Triest 1903. S. 5. Il) ü. Mair, die Aisten und Neuren etc. S. 39, 10; .Das Echo“. XIX. Jahrgang. Nr. 925 v. 21. Mai 1900. S. 872, 873. kartographischen Nachweis erbracht, daß die phönizischen Seefahrer in direkter Fahrt von Santander an der Nordküste Spaniens mitten durch den Ozean nach Landsend in Cornwall an der Südwestspitze von England fuhren.'-) Wie war eine solche Fahrt vor der Bekanntschaft mit der Nordweisun^ der Magnetnadel möglich? Eine solche Fahrt, deren Tatsächlichkeit sich nicht in Abrede stellen läßt, war nur möglich, wenn die phönizischen Schiffer eine Vorrichtung hatten, mittels deren sie jeden Augenblick die Mittagslinie bestimmen konnten. Die Phönizier machten ihre Fahrten im atlantischen Ozean in der wolkenlosen Zeit der langen Sommertage.I:i) Nun wird überliefert, daß die Phönizier bei ihren Fahrten untertags sich nach dem Sonnenstände, des nachts aber nach dem Polarstern richteten.1') Aus dieser Nachricht folgt, daß den Phöniziern die Sonnenuhr — denn nur eine solche Vorrichtung kann über den wahren Sonnenstand aufklären — die Dienste unseres Kompasses geleistet hat. Die Sonnenuhr kann aber nur dann die Stelle eines Kompasses vertreten, wenn man mittels derselben jeden Augenblick den Schattenweg genau verfolgen und die Mittagslinie feststellen kann. Dies ist aber bei den Schwankungen des Schiffes nur dann möglich, wenn man bei Sonnenaufgang eine Klepsydra in Gang bringt, welche die Zahl der seit Sonnenaufgang verflossenen Stunden angibt. Der Gebrauch einer Klepsydra war aber auf einem Schiffe unerläßlich, weil man sonst die Nachtwachen nicht hätte richtig einteilen und die Wachen nicht rechtzeitig hätte ablösen können. Hochseefahrten der Phönizier im atlantischen Ozean sind also nicht zu leugnen; wir werden ihnen auch bald in den außerordentlich ergiebigen Fischereigründen an der norwegischen Küste1'"’) begegnen. Haben nun die Phönizier tatsächlich Amerika erreicht? Technisch war dies ohneweiters möglich.10) Trotzdem werden die Phönizier Amerika nicht absichtlich aufgesucht haben; daß sie aber vom Sturme dahin verschlagen wurden, konnte leicht geschehen. In diesem Falle bedienten sie sich des Sonnenzeigers als Kompasses zur Heimkehr. I2) Vergl. G. M;iir, auf alten Hnnddswcgcn. S. 17 ff. und die Karte. l:l) G. Mair, der karthagische Admiral Himilko ein Vorläufer und Wegweiser des Pytheas von Massilien. (Programm.) Pola 1899. S. 22 und 31. u) Dr. F. C. Movers, das phönizische Altertum. III. Teil. I. Ilillfte. Handel und Schifffahrt. Berlin 18,r>(i. S. 181 ff. lr>) Heinrich Kupfer, Norwegen und seine Besiedelung. (Gymnasialprogramm.) Schneeberg 1895. S. 7. "’) Dr. F. C. Movers. Das phöniz. Altertum. III. Teil. I. liillfte. Handel und Schiffahrt. Berlin 1856. S. 188: „Die Bemerkung, daß die Vögel der Küste zufliegen, führte die alten Seefahrer darauf, bei weiten Seereisen Vögel mitzunehmen, die sie, um die Küstenrichtung in zweifelhaften Füllen zu erkunden, fliegen ließen.“ Vergl. S. 189. 190. G. Mair, Himilko. S. 15. Vor ungefähr vier Jahren ging eine Nachricht durch die Tagesblätter, man habe auf Yucatan, also gegenüber der Mississippimündung, einen Baalstein mit einer phönizischen Inschrift entdeckt, wie solche die phönizischen Schiffer und Handelsleute an den fernsten Punkten ihrer Seefahrten und Landreisen zu errichten pflegten.17) Ich muß es dahin gestellt sein lassen, wie es sicli mit dieser Nachricht verhält; denn es ist mir trotz aller Bemühungen heuer nicht mehr gelungen, die Quelle ausfindig zu machen. Mit dieser Notiz steht aber eine andere Nachricht, die ich vor vielen Jahren einmal in einer Abhandlung über die Entdeckung Amerikas gelesen habe, in einer merkwürdigen Übereinstimmung. In der Geschichte der Konquistadoren wird erzählt, daß die Bewohner Zentralamerikas anfänglich, als die Spanier an ihrer Küste landeten, über die Ankunft der bärtigen Fremdlinge sehr erfreut gewesen seien. Bei ihnen lebte nämlich eine Tradition, daß vor langer, langer Zeit einmal Blaßgesichter mit schwarzen Bärten, Sonnen leute oder Sonnenkinder (Baalsverehrer) zu Schiffe von Sonnenaufgang über das große Wasser gekommen seien und versprochen hätten, wiederzukommen.18) Die Spanier, die den Blitz in ihren Feuerrohren trugen, schienen nun damit ihre göttliche Abstammung und ihre Verwandtschaft mit den Sonnenleuten genugsam zu beweisen. Jedoch, wie immer es sich damit verhalten mag: der Beweis dafür, daß die antike Welt — aber nicht unmittelbar die griechische — eine tatsächliche Kenntnis von der Existenz eines großen Festlandes im fernen Westen hatte, läßt sich aus dem Weltbilde der Griechen erbringen. Das Bild der Erdoberfläche, das im Altertum bis Ptolemaeus die Geister beherrschte, hatte Eratos tlien es entworfen.11') Auch der Verfasser der unter Plutarchs Namen uns überlieferten Schrift trug Eratosthenes’ Erdbild in seinem Geiste, das sich kurz also veranschaulichen läßt: Die Oekumene stellt sich auf der zum weitaus größten Teile mit Wasser bedeckten Erdkugel als eine Insel dar. Diese Insel selbst ist gut gegliedert: durch das mittelländische Meer im Westen, das rote Meer im Süden und das kaspische Meer im Norden.-") Von den Inseln im atlantischen Ozean war dem griechischen Altertum außer Britannien und lerne (Irland) nur noch das sagenhafte Thule bekannt. 17) O. Mair, Himilko. S. 1. Anm. 5 und Movers an verseil. Stellen. 1H) Die Priester der Maya Völker hatten aus dieser Sage den Mythus vom Gotte Quetzalcoatl gebildet, einem liochbetagten, bärtigen Greise in langem, wallenden weißen Gewände, der in einem Nachen über den östlichen Ozean gekommen war und die Eingeborenen die Künste des Friedens gelehrt hatte. Vergl. Weltgeschichte. 1. Bd. Allgemeines. Die Vorgeschichte. Amerika. Der stille Ozean. Von Dr. Hans F. H e 1 m o 11 etc. Leipzig und Wien. Bibliograph. Institut. 1899. S. '239, '260, 261, '289, 371. 1!)) Berger. Geschichte der wissenschaftlichen Erdkunde der Griechen. 11. Aufl. Leipzig 1903. S. 399 ff. L,|J) Eduard Ebner, I. c. S. 60. Ki In dieses einheitliche, symmetrische Weltbild bringt nun Plutarchs Nachricht von verschiedenen anderen Inseln im atlantischen Ozean und einem großen Kontinente im fernen Westen einen störenden fremden Zug. Es ist aber ganz ausgeschlossen, daß dies jemand einfach hätte erfinden können. Zumal die Angabe, daß die So mm ern a ch t auf der Kronosin sei nur c i 11 e Stunde währe, deutet mit Sicherheit auf eine Insel in der Nähe des Polarkreises hin. Diese Nachricht kann nur von Phöniziern, speziell von Karthagern herrühren, die ja im atlantischen Ozean wichtige Geheimnisse zu verbergen hatten.-1) Für die Griechen war diese Nachricht eine unverstandene Sage, deren realen Hintergrund niemand kannte.--) Ich halte es daher keineswegs für a u sg e s c h l o ss e 11, daß Phönizier, insbesondere K a r t h a g e r, wenn auch nicht in regelmäßigen Fahrten, eher vom Sturme verschlagen, den Golf von Mexico erreicht haben. Jedoch nicht diese Frage ist es, die ich hier zu behandeln gedenke. Die Notiz von der Auffindung eines Baalsteins auf Yucatan — ihre Richtigkeit vorausgesetzt — sowie Plutarchs Nachricht von einem großen Kontinente im fernen Westen sind für mich nur willkommene Zutaten, weil man aus ihnen bestätigt ersieht, daß die Fahrten der Phönizier tatsächlich in ganz unglaubliche Entfernungen gingen. Die Insel Ogygia (Uyoylyi) soll also fünf Tagfahrteu 5000 Stadien-:1) westlich von Britannien liegen. In dieser Entfernung findet man westlich von Britannien keine Insel ; denn lerne (Irland) liegt ungleich näher; wohl aber stimmt mit dieser Angabe die Entfernung Sca 11 d i 11 a v i e 11 s von Britannien überein. Hat man also unter Ogygia vielleicht Scandinavicn zu verstehen? Welchen Namen hatte Scandinavicn in jenen fernen Zeiten ? Der erste, der uns Nachricht über Scandinavicn bringt, ist Pythcas von Massilien: bei Pytheas von Massilieu hat Scandinavicn den Namen Baltia, d. h. Insel der Ba'alat oder auch des Ba'al;-1) denn es wird heute noch an der norwegischen Küste das Grab des Königs Belc oder Bale und in Ra fl 1111 da in Schonen der an die Frau Balt he erinnernde Balt hastein gezeigt.-’’) 21) Karthagische Wachtschiffe versperrten fremden Fahrzeugen die Straße von Gibraltar und bohrten jedes Fahrzeug erbarmungslos in den Grund, das den Versuch wagte, in den Ozean hinauszufahren. G. Mair, auf alten Handelswegen. S. (i, A11111. 5, wo die Literatur angegeben ist. Vergl. den Aufsatz von Professor Schindele in „Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik“ 1909. Der Aufsatz ist mir nur durch einen Auszug bekannt geworden. '■**) G. Mair, auf alten Handelswegen. S. ‘25 und die Karten. -1) Pli ni us IV. § 95 und XXXVII. § 35. G. Mair, l’ytli. v. Mass. 11. d. m. Geogr. S. 11 ff.; G. Mair, auf allen Handelswegen. S.‘43, II. G. Mair, der karthag. Adinir. Flimilko. S. 37 und 17. Hei dem durch die I rithjof-sage berühmt gewordenen Vorgebirge Franuiis in Norwegen findet sich ein Balestrand S c a n d i n a v i e ii kann daher im Handel der Phönizier, insbesondere der Karthager, keine unwichtige Rolle gespielt haben; daß aber Pytheas’ geographische Anschauungen, was diesen Teil seines Weltbildes anbelangt, ganz von denen der Karthager abhängig waren, dies ist sicher.*') Die Phönizier standen in späterer Zeit stark unter dem Einflüsse der griechischen Kultur: zumal die Karthager waren zur Zeit der finnischen Kriege infolge ihres intensiven Handelsverkehrs mit Sizilien und Unteritalien schon großenteils h e 11 e n i s i e r t.27) Die Phönizier bezeichneten den Namen ihres Nationalgottes, des Sonnengottes Ba'al, im Griechischen mit den verschiedensten Namen, in der Regel aber mit K r o n o s (Kpovo':) den Sch utzgott derKolonien und Auswanderer, Baal Melkart — ursprünglich der Stadtgott (Stadt- "nd ein sehr großer Hügel, der Baleshaug (= Baalshügel), wo König Bale oder Bele begraben liegen soll. -1’) 0. Mair, Hiniilko, an verschiedenen Stellen. -') Dr. J. Kromayer, Professor an der Universität in Czernowitz, hat in seiner Schluß-vorlesung über „Roms Kampf um die Weltherrschaft im Lichte der neueren Forschung“ (Salzburger Ferial-Hochschulkurse 1908) am 7. September 1908 auch die Frage behandelt, wie der Gang der geschichtlichen oder richtiger kulturellen Entwicklung im Westen Europas sich gestaltet hätte, wenn Hannibal im Kampfe mit Rom Sieger geblieben wäre. „Diese Frage“, sagte er, „können wir nicht beantworten; aber ein Punkt läßt sich mit voller Sicherheit fest-stelleu: die lateinische Sprache, die im Verlaufe der Zeit ganz Italien, Spanien und Frankreich eroberte, wäre ohne Zweifel nicht in dieser umfassenden Weise zur Ausbildung gekommen, und die ganze kulturelle Entwicklung wäre eine vollständig andere geworden. Welcher Art würde diese gewesen sein ? Man hat gesprochen, daß wir eine semitische Weltsprache hätten und starke Einschläge semitischer Kultur. Davon kann aber gar keine Rede sein. Die Phönizier waren im karthagischen Staate nur eine dünne obere Schicht; die Landbevölkerung waren Berberstämme — durchaus Eingeborene. Die Phönizier selbst Waren dem griechischen Einflüsse außerordentlich ausgesetzt und schon großenteils hcllcnisicrt. Ilannibal hatte griechische 1 Historiker bei sich, die "i der damaligen Weltsprache schrieben. Die griechische Sprache hätte die Weltherrschaft '''»getreten. Alle diese Ansätze der griechischen Sprache im Westen im Verein mit dem großen Rriechischcu Sprachgebiet im Osten hätten ohne Zweifel das Resultat gehabt, daß diese einzelnen zersplitterten Dialekte des Westens dem Griechentum gegenüber nicht widerstandsfähig gewesen wären.“ -M') In Karthago gab es einen Tempel des Kron o s = B a a I. Meyers Konversationslexikon s. v. Hanno. Vergl. .loh. Jos. Ign. Döllinger. Heidentum und Judentum. Vorhalle zur Gesch. d. Christentums. Regensburg. Verlag von Jos. Manz. 1857 S. 395 und 396. In der ora maritima wird V. 165 eine dem Saturnus ( Kpövo? =) B"el geweihte Insel erwähnt. Karl Milllenhoff, deutsche Altertumskunde. I. Bd. Berlin 1870, p. 101 ; Mair, ‘dtiuia Thule, Villach 1891, p. XII, Anm. 56. — Die Göttergestalt des Kronos ist wahrscheinlich überhaupt nicht griechischen, sondern eher phönizischen Ursprungs und über Kreta nach Griechenland gekommen (Jubiläumsausgabe von Brockhaus’ Konvers. Lexik.). Wahrscheinlich ist Kronos nichts anderes als der phönizische Baal-Mol och, der ''le ihm von den Müttern zum Opfer dargebrachten Kinder verschlang. Döllinger betont mit Recht, daß, wie die Sage vom Minotaurus beweise, der Kult des Baal-Moloch auf Kreta iu '0rgeschichtlicher Zeit heimisch war: auf Kreta aber ist die Kronossage durch die Geburt und Erziehung des Zeus, der Baalmythus durch den Kult des J*r e t i s c h e n Zeus, der ebenso wie Baal stirbt und begraben wird, lokalisiert. crKl- auch Roscher, Lexikon d. griech. u. röm. Mythologie s. v. Kronos. könig) von Tyrus — identifizierten sic mit dem Heldenideale der Griechen, mit 'IfpaxXfjs..-') Dies vorausgeschickt, wird cs nicht mehr schwer sein, Klarheit in die Überlieferung zu bringen. Angenommen nun, die Insel des Kronos sei Sc a n d i n a v i e 11, so müssen wir dortselbst eine Bucht suchen, die von Britannien ungefähr 5000 Stadien (~ 125 geographischen Meilen) entfernt ist, ungefähr die Breite des asow’schen Meeres hat, und deren Einfahrt unter dem gleichen Breitengrade liegt wie die Einfahrt ins kaspische Meer, d. h. in jenes Meer, das Pytheas ailer Wahrscheinlichkeit nach mit dem kaspischcn Meere verwechselt hatte; denn das ist klar, daß der Ausdruck „auf einer geraden Linie“ nur bedeuten kann: unter demselben Breitenkreise. Diese Bucht ist unschwer zu finden: cs ist der Kristiania-Fjord. Dieser Fjord ist ungefähr 5000 Stadien 125 geographischen Meilen von Britannien entfernt,mi) hat ungefähr die Breite des a s o w’s c h e n Meeres und liegt ungefähr unter der Breite der Einfahrt in den finnischen Meerbusen. Diese Bestimmung kann nur von einem Vertreter der a s t r o n o m i s c h e n Geographie herrühren und durch Messung der Pol höhe gefunden worden sein. Wer war nun der Astronom, der zuerst tatsächlich um die Erde bestimmte Breitenkreise zog, d. h. nicht nur gezogen sich dachte und der die Breiten läge nordischer Gegenden und Örtlichkeiten durch Messung der Pol höhe bestimmte? Dieser Astronom ist uns, wie gesagt, wohl bekannt; es ist Pytheas von Massilicu:M) Diese Nachricht kann daher nur von Pytheas von Massilicn li errii li reu. Daß man aber in Karthago Kenntnis erhielt von Pytheas Nordlands- •"!) Herodot II. 11 nennt den Tempel des B a a I - M c I k ;i r t in Tyrus einen Tempel des Herakles. Eigentlich waren diese Gleichstellungen von den Griechen ausgegangen; weil aber die Phönizier sie akzeptierten, so kommt die Sache auf das Gleiche hinaus. Her oberste Gott der Nordsemiten liieü B a'a I, der „II e r l “, welcher sich in der Sonne manifestierte; sein weibliches Gegen- und Ebenbild war die B a'a lat, die „Herrin“, die im Monde in Erscheinung trat. Eduard Meyer, Geschichte des Altertums. 1. Bd. Geschichte des Orients bis zur Begründung des Perserreiches. § 171, 175. Die Ba'alat wurde auch B a 11 i s oder B e 11 i s genannt. Movers, die Phönizier. I. Bd. Bonn 1811. S. 674. G. Mair, Himilko etc. S. 17. :,l)) Als Ausgangspunkt der Messung kann man nehmen den liusen I lumber oder T h c Wash östlich von Leicester in England oder den Busen E irth of Eorth in Schottland. Nimmt man Eirtli of Eorth als Ausgangspunkt, so kommt man in die Nahe von Christiania; nimmt man eine Eahrt von The Wash nach I lelgoland und die jütische Küste entlang an, so gelangt man zur Einfahrt in den Ejord von Christiania; bei einer Eahrt von The Wash die englische Küste entlang und nördlich von Aberdeen gegen Osten kommt man der n o r-w eg i sc lic n Küste nahe. Nach den Bedingungen der Schiffahrt ist daher am wahrscheinlichsten eine Eahrt, deren Ausgangspunkt Eirtli of Eorth bildet. ■!l) ü. Mair, Pytli. v. M. ti. d. m. Geogr. II. S. 19 ff. und 30 ff. falirton und deren Ergebnissen, ist bei den lebhaften Beziehungen, die zwischen Karthago und Massilia bestanden, keineswegs auffallend.11-) Hier drängt sich aber die Frage auf, ob ein mathematisch und a s t r o n o m i sc h geschulter Geograph wirklich gesagt haben kann, die breite Einfahrt in den Kristiania-Fjord und die keineswegs schmale Einfahrt in den finnischen Meerbusen liegen auf einer geraden Linie? Lassen sich denn diese beiden Einfahrten überhaupt als Punkte ins Auge fassen? Ich glaube nicht, daß Pytheas sicli so ausgedrückt hat, wie dies der Karthager Sylla in der Plutarch zugcschriebenen Schrift tut. Ich glaube vielmehr, daß axö|xa an unserer Stelle nicht „Einfahrt“, sondern „Flußmündung“ bedeutet; denn bei dieser Annahme ist das Ergebnis fast mathematisch exakt. Christiania liegt mit Kronstadt, der Seefestung von Petersburg, auf demselben Breitenkreise; Christiania liegt aber an der Mündung des Flüßchens Akcrselv, Kronstadt der Mündung der Newa westlich gegenüber. Damit wären die Kronos insei, die Bucht in derselben, das ka-spische Meer und die Mündung des Tanais geographisch gedeutet. Wie verhält es sich aber mit der Nachricht des nordischen Fremdlings in Syllas Erzählung, daß um diese Bucht Griechen wohnen und daß diese Leute dreißig Jahre auf der Insel blieben, nach welcher Zeit sic von jungen Leuten wieder abgelöst wurden und heimkehren durften, da ja docli eine ähnliche Einführung in keinem griechischen Staate bestand? Schon Kepler hat darauf hingewiesen, daß in Karthago ein Gesetz bestand, das die Auswanderung auf neu entdeckte Inseln und in die Kolonien an die staatliche Bewilligung knüpfte;!,1!) daß das Aus- ;!-) G. Mair, der kartliag. Admiral llimilko etc. S. 20 und Anm. 44. Kepler erzählt „uns die auch sonst bekannte Geschichte von dem Verbote der Auswanderung nach neu entdeckten Inseln, das man in Karthago erlassen habe usw.“ Eduard Ebner, I. c. S. 70. Vergl. Diodorus Siculus (edd. Fridericus Vogel. Lipsiae 1890) V. c- 20 § 4. Dortselbst beißt cs im Anschlüsse an die Schilderung der paradiesischen Natur einer Insel im atlantischen Ozean, auf welche Karthager vom Sturme verschlagen worden "aren: ,,otö xac TuppYjvwv iVaXaxxoxpaxouvxwv xa'c tx£|j.tceiv de «öxyjv arcoixfat) STCßaXXo[iivü)v, SisxiöXinav a>noüs Kap^YjSdviot, «|ia [xsv eoXaßot>|ievoi jj-Tj ota xyjv apelov xyjc, vyjaou txoXXo! töv £x xyjc; Kap^TjSdvo? e£$ šxe(vy]v I^ExocaxtbatV xxX.“ „Sie wollten sich nämlich“, wie cs weiter heißt, „diese Insel als Zufluchtsort für den Fall des Unterganges Karthagos reservieren.“ Nach „’A ptaxoxeXoug UEpl 8-au|xacntov äxouajj-äxwv.“ Aristotelis liber de Mirabilibus Auscultationibus explicatus a Joanne Beckmann etc. etc. Gottingae MDCCLXXXVI (1786) — Ci>P. 85 haben die Machthaber in Karthago die Einwanderung auf diese Insel bei Todesstrafe verboten und alle dort Wohnenden beseitigt, damit sie die Sache nicht herumerzähltcn und die Menge nicht für sich selbst auf der Insel sich zusammendränge, die Herrschaft an sich rciße und die Karthager der Glückseligkeit beraube.“ („— xoü? 7iposaxwxas xwv Kap^YjSovtwv Andna.'s^a.i fravaxio £y)|juo0v xou; aüxvjv (xyjv vyjoov) TxXeuaojxsvous-zoug ivotxoövxa; ixaviac; aepavtaat, l'v« (jlyj StayYeXXwat, |iY]§e ixXfjö’Os awaxpacpEv žre' auxöiv £7ii xyjv vYjuov xopta; vr/yj xai XYjV täv Kap^YjSovtwv £’j5a:|j.ovfav ä-.psXY|xat.“) wanderungswesen in Karthago unter staatlicher Aufsicht stand, ersieht man übrigens auch aus Hannos Expedition. Wenn man in Karthago dreißigjährige Männer in die Kolonien sandte, so wären diese an der Schwelle des Greisenalters wieder abgelöst worden. Dies ist alles ganz vernünftig und überzeugend. Der Ablauf der dreißig Jahre wurde bestimmt durch den Umlauf des Sterns des Kronos (= Saturnus), der tatsächlich seinen Umlauf in dreißig Jahren vollendet. Diese Zeitbestimmung entspringt ganz dem semitischen Wesen und ist bei einem Seefahrervolke notwendig. Auch der Umstand, daß die Kolonisten in erster Linie den llpay.Xfj; (= Baal-Melkart), und an zweiter Stelle erst den Kpovo; (— Baal) verehrten, beweist die phönizische Abkunft der Kolonisten. Wir haben oben gehört, daß die Karthager durchwegs Griechisch verstanden. Wenn nunPytheas mit diesen Kolonisten in seiner Muttersprache verkehren konnte, so klingt diese Nachricht durchaus nicht mehr wunderbar. Charakteristisch für diese „Griechen“ ist es, daß sie nach Plutarch nicht nur an den Küsten des Festlandes, sondern auch auf den vorliegenden Inseln wohnen, wo sie sich offenbar ursprünglich angesiedclt hatten. Auch die auffallendeTatsache, daß die von Pytheas überlieferten Entfernungsangaben der Länder und Inseln in den nordischen Meeren so genau mit der Wirklichkeit übereinstimmen, findet in diesem Umstande seine einfache und befriedigende Erklärung. Pytheas konnte diesbezüglich von den Kolonisten die genauesten Aufschlüsse erhalten. Auch was in Plutarchs Schrill über die außerordentliche Fruchtbarkeit der Insel erzählt wird, stimmt mit den diesbezüglichen Verhältnissen im südlichen Schweden, insbesondere in Schonen überein.'11) Übrigens kann hier tatsächlich eine Schilderung der tropischen Vegetation Zentralamerikas vorliegcn. Endlich beweist uns die außerordentliche Kürze der Sommernacht — nach Syllas Erzählung in Plutarchs Schrift sieht man dort im Hochsommer durch dreißig Tage die Sonne auf weniger als eine Stunde untergehen — daß wir diese lusel im hohen Norden zu suchen haben. Angesichts des Zusammentreffens dieser Umstände kann wohl kein Zweifel mehr sein, daß wir auf der richtigen Fährte waren, als wir die Insel des Kronos in Syllas Erzählung als identisch mit der Insel Baltia des Pytheas ansetzten und beide als gleichbedeutend mitScandi-navien erklärten, das bis tief ins Mittelalter hinein für eine Insel gehalten wurde.8") :l1) August Strindberg. (Stockholm.) S c h o 11 i s c h c !. ;i 11 d s c li n f t. Die Zeit. Wien, am 21. Jänner 189!). Nr. 225. S. 38, 3t). O. Mair, lliniilko, S. 4‘2, Anm. 121. :::>) O. Mair, Pytli. v. M. n. <1 m. Geogr. S. 51. Sollte cs noch eines Beweises für unsere schon in der Abhandlung „Der karthagische Admiral Hirnilko ein Vorläufer und Wegweiser des Pythcas von Massilien“ vertretene Annahme einer Besiedelung Scandinaviens seitens der Karthager bedürfen, so erbringt ihn der Umstand, daß man in Schonen wiederholt Ledergcld gefunden hat;!,u) Ledergeld hatten aber nur die Karthager. Ist die Kronosinsel identisch mit Scandinavien, so kann keine Frage mehr sein, daß man unter der Kronosbucht den Fjord von Christiania, beziehungsweise die Mündung des Flüßchens Akers elv und konsequenter-weise unter dem kaspischen Meere den finnischen Meerbusen und daher unter dem Tanais die Newamündung zu verstehen habe. Ist aber die Insel des Kronos oder Ba'al identisch mit der Insel Baltia oder Basilia — dies die griechische Übersetzung117) — des Py-theas, so ist die 3000 Stadien von ihr entfernte Bernsteininsel Abalus, „Insel des Herrn“:!s), identisch mit dem heutigen Sam lande. Wird aber Baltia = Scandinavien gesetzt, so ist zugleich erwiesen, daß letzteres nicht Pythcas’ Thule sein kann, sondern daß man unter Thule die einsame Oase in der Wasserwüste, die weltentlegene Insel Island verstehen muß. Mit der Gegend des heutigen Christiania und der Newa m ii n d u n g sind also zwei neue, bisher übersehene Punkte in Pythcas’ Itinerar bestimmt. Der fernste Punkt, den Pythcas auf seiner zweiten Nordlandsfahrt längs der Ozeanküste Europas erreichte, ist also die Newamündung; der nördlichste Punkt, den er auf seiner ersten Nordlandsfahrt erreicht hatte, liegt 3 0' südlich vom Polarkreise auf Island/“1) Diese beiden Reisen dienten ganz verschiedenen Zwecken. Die erste Reise ward unternommen im Dienste der astronomischen Geographie. Nachdem Pythcas die genaue Lage des wahren Himmelspols fest-gestellt hatte, wollte er auf dieser Reise die in Massilia gemachten astronomischen Beobachtungen im Norden nach Maßgabe der gegebenen Verhältnisse wiederholen, einerseits, um die Richtigkeit derselben zu kontrollieren, andererseits, um mit möglichster Schärfe den Winkel bestimmen zu können, Welchen der Erd - und der mit diesem zusammenfallende H i m m e 1 säq u ato r mit der Jahresbahn der Sonne einschließen; er wollte nach moderner Ausdrucksweise die Schiefe der Ekliptik bestimmen. Von der Größe dieses Winkels hing nämlich die Breite der Äquatorial- und Polarzone, mittelbar auch der gemäßigten Zone ebenso ab, :ili) 0. Mair, lliniilko, S. 39. :i7) G. Mair, auf alten Handclswcgen. S. 12. ■ls) 0. Mair, auf alten Handclswcgen. S 12. ff. :(!)) G. Mair, Pytli. v. M. u. d. m. Geogr. S. 51. Durch Cuuo, Forschungen im Gebiete Uralten Völkerkunde. I. Teil. Die Skythen — ließ ich mich dortsclbst leider verleiten, die einfache Wahrheit, daß für die Bewohner der Polarzone der Wendekreis mit dem Polar- kreise z u s a m m e n f ii 111, zu verdunkeln. wie sicli umgekehrt aus der Breite der Polarzone ein Schluß auf die Breite der Äquatorialzone oder die Größe des Winkels ziehen ließ, den die Sonnenbahn mit dem Äquator einschließt. Da die Breiten läge der Beobachtungsorte durch Messung der Pol höhe bestimmt und auf den Breitenkreis von Massilia bezogen war,10) so boten diese Beobachtungen und Bestimmungen auch Material zur Lösung des alten Problems der Erdmessung. Die zweite Reise längs der OzeankListe Europas war eine geographische Entdeckungsreise im eigentlichen Sinne des Wortes. Die Entfernungen der einzelnen Örtlichkeiten voneinander werden im Stadien maße angegeben; dieBreitenlage der Orte wird wieder durch Messung der Pol höhe bestimmt. Die geographische Länge zu bestimmen war jener Zeit noch nicht gegeben, weil man keinen von dem Sonnenläufe unabhängigen Zeitmesser hatte und noch nicht auf den Gedanken gekommen war, die Klep-sydra, die man zu diesem Zwecke hätte verwenden können, in diesem Sinne zu gebrauchen; aber die auf Pytheas zurückgehende Einführung der 24 Isemerinstunden, die genau unseren Stunden entsprechen, eröffnete den Weg zur Herstellung eines vom Sonnenläufe unabhängigen Zeitmessers und damit auch die Möglichkeit die geographische Länge eines Ortes zu bestimmen, welche die Alten durch Beobachtung der Zeit, zu welcher auf verschiedenen Längengraden Sonnen- und Mondesfinsternisse sichtbar wurden, nur auf eine sehr unvollkommene Weise ermitteln konnten. Von Pytheas stammt auch zweifellos der Gedanke, die geographische Breite eines Ortes durch Messung der Polhöhe zu bestimmen und um die Erde durch diese Punkte gehende Parallelkreise sich gelegt zu denken, und an der von ihm ermittelten Lage und Stellung der Erdachse zum Universum sowie an der von ihm festgesetzten Begrenzung der heißen und kalten Zone hat die moderne Wissenschaft nichts zu ändern gefunden. So spricht der große Massaliote heute noch in gang und gäbe gewordenen Einrichtungen und Kenntnissen zu uns in einer Sprache, die jedem halbwegs gebildeten Menschen wohl verständlich und geläufig ist, und seine Erfindungen und Entdeckungen werden einen wertvollen Bestandteil des Kulturerbes bilden bis ans Ende der Zeiten.41) ">) Strabo II. 75, 18. ü. Mair, Pytli. v. M. u. d. m. Qcogr. II. S. 13. ") G. Mair. Pytli. v. Mass. u. d. m. Geogr. I. Teil. Marburg 1901, S. 31. De origine et vi vocis „tarnen“. Scripsit Dr. Joh. Arneiz. In cxplicando adverbio „tarnen“ memoria tenendum cst primum cotn-poni fcre posse „tarnen“ ex tam + en aut tame+n (cf. audin = audi(s) + ne, viden = vide(s) + ne) aut tam + e + n, deinde particulam „tarnen“ et oninino non compositam esse posse. Adhuc huius vocis variae variorum explicatorum interpretationes ma-xime intcr se differunt; sunt qui indivisum Iioc adverbium respondere idg. local. *tasmin') (scr. tasmin) confirment, ut Vaničekius (Gr.-l. EW. 1. p. 26Q.; EW. 1. S. 2 p. 99.), qui Georgium Curtium (K. Z. VI. p. 84, p. 93.) et Augustum Fickium (V. W. p. 452.) sequitur; sunt et alii, qui neglegentcs-) formam „tarne“ = tarn adverbium nostrum ut adverbium „tarn“ auctum postpositionc „en“ ( in) interpretentur, ita Stolzius (loco supra dicto) et Meringer, qui in collegio nobiscum collocutus tam + en supplendum esse voce „rem“ opinatus cst. Haud aliud quidquam Brealius, cum (Dict. ct. I. 2 p. 283.) taincii ut tam + en definiret, in animo habebat. Tertius compositionis modus tame + n neglectus est, ut iam supra diximus, certe ob singularitatem vocabuli „tarne“, quae altera forma adverbii »»tarn“, cum nulla forma analoga ceteroruni adverbiorum pronominaliuin augeatur, minoris momenti sit. Sed nobis haec cxplicatio (eadem paenc ac Sequens quarta a nobis ipsis proposita „tam + e + n“), quod viam rcctam cxplicationis demonstrat, maioris momenti esse videtur. Deliberatis enim bene, quas enumeravimus, explicationibus (nam alias minus verisimiles distributiones, quibus forsitan dirimi possit;!) adverbium »tarnen“, sine ullo detrimento neglegere possumus), quin incipiendum sit nobis ab adverbio „tarn“, iam nemo dubitabit. Quid igitnr de hoc adverbio „tarn“? Curtius loco supra citato (K. Z. VI. p. 84.) opinatur adverbium „tarn“ °rtum esse ex „tarnen“ loc. sing. fern, pronominalis stirpis :i:to; suppressa enim littera n ortam esse formam „tarne“, ex qua deiccta vocali e exstitisse »tarn“. Quam cxplanationem, cum nulla similis forma stirpium *do :|:quo :jo exstet, approbare minime possumus; ut enim desunt formae analogac ') locat. fern., quod affert Curtius loco infra citato. L>) Stolzius (gratnm. L.:t p. 137. sub. 1.11]): „auf tarne dürfte nicht allzuviel zu geben sein.“ a) ex tarn + ne non oritur „tarnen“ sed tan ne (cf. Stolz. |). 88.) quod, testatur Festus (ed. Mueller p. 358.); tarn + an? .... *quamen vel 'i:damcn vel *iamen, ita ctiam :|:quame, :i:damc, :i:iaine (praeterea ncscimus, qua ralionc suppressus sit sonus „n“1) lenninans voceni „tarnen“, nam exempla non exstant), qtiod non proficiscendum esse ab adverbiis tarnen vel tarne, sed a „tarn“ satis bene demonstrat. Et „tani“ soli respondent formae iam, —dam, quam, quas corrclativas adverbii „tarn“ ab origine esse profecto omnes persuasum habemus. „Tarn“ cst adverbium, quod habet vini demonstrativam, aurea lalinitate plerumque usurpatum ut particula modalis, „cui subiungimus, ,quam‘“ (ul dicit Festus ed. Muell. p. 361.), sed priscis temporibus hoc adverbio in sententia temporali5), in qua etiam correlativis: iam, nam, dam, quam, —quac tem-poralis sententia servata cst in adverbio „tandem“ (= :i:tam f dam) = „eo usque'’■)“, servata diligciitius in cius correlativis praecipue in adverbio „iam“7) - usos esse Romanos constat. Explicata vocc „tandem“ bene apparct, non minus „tarn“, quam cor-rclativa: dam, iam, nam, quam esse accusativos casus generis feminini stirpium pronominalium :i:to, *do, :i:jo, :i'no, *quo.s) „Tarne“ autem forma auctior, quam idem significarc ac „tarn“ Fcstus p. 546. (Th., p. 360. ed. Muell.: „tarne in carminc cst positum cst pro „tarn“) docet, nihil aliud est ac :i:tam |-c0) (cf. quamde — quam 10), ortum ex;i:quam-| de). Sed haue litteram e non semper fuissc c, sed debilitatam esse ex littcra i „tamine“ apud Plautum") codicibus manuscriptis servatum (itaque resti-tuendum!), quod ex tami + ne (dubit.) compositum cst; tamc ( :,:täm-H) idem fere est, quod item (— *H tam).ia) I littcra autem i stirpis :i:i = *e(j)+o *) „abgcschwächt“ „debilitatus“ ergo, dicit Vaničekius EW. I. S. - p. 99. ■') Curtius I. c. (K. Z. VI. 84.); Vaniček. E. W. I. S. - p. 99. Gr.-l. E. W. I. p. 2(59. Sed nihil de teinporali significatione apud Holtzeum Sy nt. I. p. 227 ss, ncque apud Schmalzium ■'* p. 381, neque apud Draegerum. Cf. Brugui. Grdr. I. 626; II. 510; III. 137, 119, 260, 263. i;) Vaniček. E. W. I. S. - p. 99.; (Ir.—I. R. W. I. p. 269: (soweit in der Zeit —) endlich, doch. Kandem sententiam temporalem „quando“ — *quain-j (Io (cf. Schmalz. :i p. 389) habet („wie weit in der Zeit?“ „wie lange?“ tum demum: „wann?“) 7) Vaniček. Gr.—I. E. W. II. p. 747. opinatur „iam“ esse cas. loc. :|:ja-smin, quae opinio argumento eget ut superior interpretatio vocis „tam" oblata a Curtio. „Iam“ nostriun „jetzt eben“, „nun“, „dann“, deinde: „schon“. K) „Quam“ et „dam“ iam Vaniček. E. W. 1. S. p. 42. et 115. acc. tem. esse censet; Ebelium (K. Z.: I. 307 s.; V. 422; XIV. 400.) Corssenium (Kr. Naclitr. p. 208; Kr. Iieitr. p. 83. ss. K. Z.: III. 242, 301; V. 122) aliosque secutus. „Tain“ et „quam“ acc. esse piitat Holtzius I. p. 227 ss. Corsscnius Kr. B. 197 ss. da in = :i:diam, dem =*diem, idem Beitr. p. 503 iam = *(d)iam perperam opinatur esse; „tam“ et „quam“ acc. femin. g. stirpium *to ;fquo Schmalzius :l p. 381., accusativos esse „tam“ et „quam“ Stolzius :l p. 137. s. 1. [41 docet, cum Buckius (Der Vokal, d. osk. Spr. p. 29. s.) „tam“ et „tum“ non posse orta esse ex *ta—sine *to—sine ostenderit. „Tam“ acc. f.: Corssen. Beitr. p. 272--279, ct. Neuei „Formenlehre“ II. :i p. 578. ■•') Idem —e in „cume“ Ter. Scaur. p. 2261 I*. Cf. Jordani Krit. Beitr. p. 213 s. '") Cf. Vaniček. E. W. d. I. S. - p. 115. Gr.-I. E. W. I. p. 320; Fest. p. 261, 4. ") Mil. gl. v. 628; cf. Braunei observ. grainm. et crit. a. us. „ita, sic, tam“ etc. part. (Berol. 1881). pag. 46. '-) C^f. Breal. p. 137 (i —(- tein); Vaniček. E. W. I. S. - p. 35 (:i: i — ta — in adv. Acc.). Similiter ac —tam in —tein, etiam—dam in —dem mutabatur (cf. qtiidam, quondain : i dem, iti — dem [= *i — ta ■ dam]) post accentum. (I.ittera a in e mutabatur in syllabis clausis in i in apertis cf. Stolz. :l p. 39 ss.). cst (pron. dem. Cf. apud Vaničck. E. W. 1. S. - p. 35., Gr. 1. E. W. I. p. 77 ss. Stolz. p. 138.), vetus locativi forma. Itaquc examinatis particulis tam ct tam c ad voccm „tarnen“ ipsam pervenimus. Tamcn componitur, quod cx prioribus iam apparet, cx *tame | n vel potius :i:tam -fc-f-n, „tam“ ergo cst, duplicitcr auctum; littera e ( i) ct littera ii, cuius origo ex pronominali stirpe * no aperta, inccrta autem forma prima, utrum ne fuerit, an -num (cf. lioc *lio(d)ccl:1): doneč do-ni-eum ")) an ctiam-nam (:i:tam -f- c-)- nam sicut :i:tam-dam, quod supra cf.); vcrisimillimum nobis, cum sonus e terminans facillimc evanescat, :i:tani-|-c-)-nc videtur. Itaque ut doneč (= *do-ni-ce[-cum?]): donique, ita tamcn (= :i:tam-)-i-f ne): tamineir'); solum cst diserimen id, quod alterum ne cst demonstrativum, alterum dubitativum (interrog.). Nunc, cutn tamcn nihil aliud esse compcrimus, nisi „tam“ auctum - sed non intericctionc illa „cn“ (sieh da), quod opinantur Corssenius (Bcitr. p. 279) ct Brauncus (observ. p. 40) "*), non saltcm propria hac in-tcricctione, nam „cn!“ ipsum nihil aliud nos quidem censemus esse, nisi :"’c-}-nc (de demonstr. stirpe č-no 1T) ad quam cf. Brugmanni K. vgl. Gr. 11. p. (>18) — facilc Fcsttim (p. 360. cd. Muellcr) dicentem: „at antiqui tam etiam pro tarnen usi sunt“,18) facilequc Kvičalain "’) affirmantem primitivam utriusque particulae (sc. „tarn“ et „tarnen“) vim esse „so sehr“ et Karstc-uum-°) confirmantcm, significationem particulae „tarnen“ ab origine diversam non esse a comparativa particula, et confcrcntcm graccum Sjuoc;, francogal-licum (scc. Brealium p. 383 s.) „tout de memc“, angl. „even“, batav. „even-wel“, comprchcndcmus, neque minus perspieuum nobis crit id, quod con-firmat Kriegcus (de emmt. conc. Hai. 1884. p. 4), particulas iam, tamcn, at tarnen, verum tarnen non opponi apud Plautuin et Tcrentium in enun-tiato primario sententiis per „etiam si“, „tarnen ctsi“, clatis, -l) quare optime multis Plauti et Tercntii locis respectis Brauncus--) legem constituit haue: tarn tum modo adversativa quadam cum vi a priscis scriptoribus esse positum et poni potuisse, ubi cx structura ipsa iam enuntiatorum satis appa-reret altcram sententiam altcri ex adverso opponi; tamcn vero particulae |:|) Neuei F. 11. :| p. 111. n) Cf. Vaničckii FW. I. S.- p. 115. Sed „—donique“ Waldcus l.l'W. s. v. „donique". '•’) Causa ct origo mulatioiiis c : i diversitas accciitiuun et syllabartim (titrnm clnusac sitit an apcrtac) cst; diversitate quoquc acccntuuin factum cst, nt tcrniinationcs omittcrcntur. "') lani Kvičala I. infra citato monuit, cn lioc pro particula illa demonstrativa liabcri non possc. 17) de qua etiam vox adhuc liatid satis inquisita: enim -= :i:e-f-nam; de nam: enim cf.: clam : calim. IK) Cf. Holtzcum (II. p. 531 : „dicitur a priscis scriptoribus etiam „tarn“ pro „tarnen“), citisque exempla. ,!l) Wiener Studien 1870. p. 1 17 ss. Mnemosyne, n. s. 1890. XVIII, 3. „De particulae „tarnen“ significationc etc.“ p. 307. -') Posito enini demonstrativo: (ct-)iam, tarn, -en in sententia obliqua, non est ncccs-sarium in enuntiato primario alterum demonstr.: tarn aut tarnen; sin autem in sent. obliqua, Hclativum cst quamqtiam, bene ei tain(en) demonstr. enuntiati primarii respondet (Wie sehr auch . . so sehr . . .). Cf. Schmalz, p. -120; Draeger. II. Synt. II. p. 735. § 564. ‘2. -’-) Observ. p. -15. locum fuissc, tibi nccessariiiiii vidcrctur aninumi cius qtii audit intcndi id quod cx aequo apponitur cx adverso opponi. Quomodo tarn ct tarnen in enuntiata conccssiva irrepscrint, Karstenus ct Brčalius cx modali particularum significationc satis bene cxplicavcrunt; cf. stiperiora locosquc ibid. citat. Idem et uos affirmantes comnicntariolum hoc concludimus. (Cf. etiam: Schmalz. :!pp. 315, 387, 419 s.; Kühn. II. p. 957 ss. § 221.; Draeger. II. p. 734 ss.; Holtze. II. pp. 380., 133., 349— 351, 186.). -') Ex quibus omnibus deliberatis restat, nt componamus lianc fere tabcllam: stirpes: to do no (eno) jo quo acc. f. (in—am:) ta m —dam nam iain quam (quondam = !i:quom-f-dam) — tem ( —tarn) — dem (=* — dam) enim ( — :i:č—nam) tarne (=:|:t,i m-| i) quamdc (=*quam | de) tarnen ( =i,:tam-)-i I ne) quando (=!i:quam | do) acc. m. (in — om) tum dum mim — quum nunc ( —:i:num-f-ce) (—quoni, cum) Quorum „i a in“ (apud vetustiores poetas semper bisyllabum) etiam de stirpe jo i, ejo derivatuin esse potest, quae relat. stirps vero a demonstrativa fruslra discernitur (cf. Waldei LEW. s. v. „is“), „nunc“ ( = *mun--|-ce) perperam adhuc cum graecis vii, vuv componebatur, in quibus stirps pron. :i: 110 aucta est pronominali quodam *u: v >') *n(o)-)-u; vöv = vuvt! *nu (ex *no -(- u) -f- ni. (cf. Curtii expiieationem vocis 717.V-U : Ordz. - II. p. 110.). Quamdc v. lat. ex ,quande‘ restitutum. FEIER des 60jährigen Regierungsjubiläums Seiner Majestät. Dienstag, den 1. Dezember 1908 versammelten sich die katholischen Schüler der Anstalt in der Aloisikirchc, wo aus Anlaß des Allerhöchsten Regierungsjubiläums vom Herrn Domprobst Prälaten Karl Hribovšek ein feierlicher Gottesdienst zelebriert wurde. Mittwoch, den 2. Dezember 1908 versammelten sich sämtliche Schüler der Anstalt in der Turnhalle, deren würdige Ausschmückung am Vortage von Schülern, besonders der oberen Klassen, besorgt worden war. Da die Feier eine einfache Schulfeier sein sollte, waren außer den Schülern nur die Mitglieder des Lehrkörpers und einige Angehörige anwesend. Das Programm der Schulfeier lautete: 1. Eröffnung durch eine kurze Ansprache des Direktors. 2. „An Habsburgs Banner“, Hymnus von Professor Georg Mair, als gemischter Chor komponiert vom Gesangslehrer Rudolf Wagner, vorgetragen von den Schülern der Anstalt unter Leitung des Gesangslehrers Rudolf Wagner. 3. Festrede, gehalten von Professor Dr. Max Hoffer. 4. „Na slavo Austriji“, patriotisches Fcstlied von Anton Funtek, als Männerchor komponiert vom Gesangslehrer Rudolf Wagner, unter dessen Leitung gesungen von Schülern des Obergymnasiums. 5. „Huldigung der Jugend vor dem Kaiser“, ein lebendes Bild, zusammen-gestellt vom Turnlehrer Max Halfter, ausgeführt von 30 Schülern der Anstalt. 6. Volkshymne. Der Text zu Nummer 2 ist folgender: An Habsburgs Banner. Von Prof. Georg Mair. Wir folgen Habsburgs Fahnen, Wo seine Banner wch’n, Da kann man öst(e)rrciclis Völker Um sie geschart auch seh’n Du Sinnbild uns(e)rcs Reiches Des Kaisers Wappenzier; Wenn Du die Schwingen breitest, Voran — wir folgen Dir! Und wenn ;uis roten Wunden I);is Leben mich entfließt Sei in den letzten Stunden Du, Doppclaar, gegrüßt! Und wenn auf blut(i)ger Walstatt Im Tod das Auge bricht Die Liebe zu dem Kaiser Sic stirbt im Herzen nicht. Die Liebe zu dem Kaiser, Der uns ein Vater ist, Der Recht und Freiheit schirmet Getreu zu jeder Frist. Im Geiste wohnt die Klugheit, Die stets das Rechte trifft; Im Herzen thront die Milde, Die aus dein Auge spricht. So hat der edle Herrscher, Von aller Welt geschätzt, Im Herzen seiner Völker Fin Denkmal sich gesetzt. Sein Flirendenkmal bildet Nicht Frz noch Marmelstein Tief in der Völker Herzen Grub er den Namen ein. Was Lieb’ ins Herz geschrieben, Das löscht kein Regen aus: Hell strahlt’s in späten Tagen Trotz Wetter und Sturmgebraus. Die Festrede des Fachlehrers für Geschichte und Geographie, Dr. Max Hoffer, wird im folgenden wörtlich wiedergegeben. Festrede. Es war am 6. Mai 1848. Vor den Toren Veronas bei Santa Lucia kämpften neunzehntausend Österreicher unter Radetzky gegen die doppelte Übermacht der Piemontescn. Besonders heftig war deren Angriff gegen den Kirchhof und mitten im heftigsten Kugelregen, in der Stunde der größten Bedrängnis, erschien der Marschall, begleitet von dem Sohne des Siegers von Aspern, Erzherzog Albrecht und von einem kaum dem Knabenalter entwachsenen Jüngling. In diesem erkannten die Soldaten mit Staunen den Thronfolger, den noch nicht 18 Jahre alten Erzherzog Franz Josef. Die treuen Krieger, die damals allein noch den österreichischen Staatsgedanken verkörperten, jubelten ihrem künftigen Kaiser zu, der Marschall selbst aber war froh und von einer schweren Sorge befreit, als der Prinz nach Innsbruck berufen wurde. Ein halbes Jahr später: nicht auf dem blutgetränkten, sonnendurch-glühten Boden der Potiefebene, in der fruchtbaren Hanna, in der alten glänzenden Stadt Olmiitz finden wir den Erzherzog wieder, nicht inmitten seiner tapferen Krieger, sondern umgeben von den Mitgliedern des Kaiserhauses, dem Hofstaate und den Ministern. Noch am 1. Dezember 1848 hatte Franz Josef zu Füßen seiner Lehrer deren Vortrügen gelauscht, in den Morgenstunden des 2. Dezember vollzog sich im Thronsaal der fiirsterz-bischöf 1 ichen Residenz jene denkwürdige Abdankung Kaiser Ferdinands zu gunsten seines Neffen. Mit Recht konnte der sagen: „Leb wohl, meine Jugend!“ denn die schwerste Last der Erde, nicht leichten glänzenden Schmuck hatte er mit Österreichs Krone auf sein Haupt genommen; nur der hoffnungsfreudige Glaube der Jugend, sowie das der Dynastie eigentümliche felsenfeste Vertrauen auf den guten Stern des Hauses gaben ihm die Kraft, an seine schwere Aufgabe mutigen Herzens heranzutreten, ln seinem Manifest spricht sich die feste Überzeugung aus, daß es gelingen werde, den Gesamtbestand der Monarchie ungeschmälert zu erhalten, alle Länder zu einem großen Staatskörper zu vereinigen, aber auch die Rechte mit Vertretern des Volkes zu teilen. Zwei Menschenalter sind seither verflossen, 60 Jahre reich an Enttäuschungen und bittern Erfahrungen. Der jugendliche Kaiser, aufgewachsen und erzogen in den stolzen Traditionen seines Hauses, hatte wie alle Habsburger vor allem das zähe Festhalten an dem einmal errungenen Besitze, an der eigenartigen dreifachen Stellung der Dynastie als Hauptaufgabe seiner Regierung betrachtet. Von einflußreichen Persönlichkeiten übel beraten, wich er von den selbst als richtig erkannten konstitutionellen Grundsätzen ab und hoffte, gestützt auf die treue Beamtenschaft, ein starkes Heer und die Kirche, sein Kaisertum Österreich einheitlich und absolut regieren zu können. Die Unglücksjahre 1859 und 1866 zeigten aber die Folgen dieses verfehlten Beginnens; das Haus Habsburg verlor endgiltig die Vorherrschaft in Deutschland und Italien, um sic dort an die Hohenzollcrn, hier an die Könige von Sardinien abzutreten. Seine historische Aufgabe, diese politisch zerrissenen Länder gegen Frankreichs drohende Übermacht zu schützen, war nunmehr erledigt, die Nationen nördlich und südlich der Alpen waren mündig geworden, dieses Schutzes nicht mehr bedürftig und stellten sich auf eigene Füße. Was aber zunächst als schweres Unglück erschien, zeigte sich bald als eine Wohltat. Österreich konnte sich endlich wieder seiner eigentlichen, schon im Namen angedeuteten Aufgabe, Kultur nach dem Osten zu tragen, zuwenden. Kaiser Franz Josef zeigte persönlich die größte Selbstverleugnung, indem er den Siegern von 1859 und 1866 nicht grollte, wie es nur zu nienschlich gewesen wäre, sondern im Interesse einer friedlichen Politik ergriff er die zum Bunde dargebotene Hand. Schon 1872 reiste er nach Berlin, um mit dem deutschen Kaiser und dem Zaren zusammenzukommen Und ein Gefühl der Wehmut mußte ihn wohl befallen, als er an der Siegessäule, gegossen aus dem Erze österreichischer Kanonen, in der Hauptstadt des neuen deutschen Reiches vorüberritt. 3 Jahre darauf zeigte sich unser Kaiser abermals edel und selbstlos, in demselben Venedig, das er als Herrscher einst so sehr geliebt, wo er 1856 mit seiner in Jugend und Schönheit strahlenden Gemahlin geweilt, begrüßte er König Viktor Emanuel II. Abermals 3 Jahre später zeigte der Berliner Kongreß sein Vertrauen auf die alte Stärke der neu gefestigten Monarchie, indem er ihr den Auftrag erteilte, die am weitesten gegen Mitteleuropa vorgeschobenen Provinzen des türkischen Reiches zu besetzen und zu verwalten. Ging auch diese Okkupation nicht so friedlich vor sich, wie man gedacht hatte, so gab sic doch den Truppen Österreich-Ungarns Gelegenheit, ihre Tüchtigkeit zu beweisen und am Geburtstage des Kaisers befand sich Sarajevo in den Händen der Armee. Das Jahr darauf wurde der enge Bund mit Deutschland geschlossen und im Jänner 1883 erfolgte durch den Anschluß Italiens die Erweiterung zum Dreibund, der, immer wieder erneuert, seither die feste Stütze der mitteleuropäischen Politik bildet, u. zw. der steten Friedenserhaltung gewidmet. Dabei vergaß man nicht auf die Lösung der orientalischen Frage und im Bunde mit Rußland suchte Österreich-Ungarn auf friedlichem Wege die unter der türkischen Herrschaft lebenden christlichen Völker mit dieser zu versöhnen. Die im Laufe des heurigen Jahres unerwartet eingetretenen Ereignisse im türkischen Reiche brachten cs mit sich, daß dem nun 30 Jahre bestehenden unklaren Verhältnisse ein Ende gemacht wurde. Ein Menschen-alter hindurch hatte Österreich-Ungarn den Wünschen der Großmächte entsprechend im Sinne westeuropäischer Kultur gewirkt, große Opfer zunächst an Blut und dann an Gut wurden gebracht und es war nur eine natürliche Folge, daß vor 2 Monaten aus der Okkupation eine Annexion wurde, daß die Souveränität unseres Kaisers über Bosnien und die Herzegowina ausgedehnt wurde. Dadurch hat Dalmatien das unentbehrliche Hinterland, die Monarchie die notwendige Abrundung im Süden erhalten. Wie sehr aber vor allem die Persönlichkeit unseres Herrschers sämtlichen Staatshäuptern Europas Ehrfurcht einflößt, zeigten die Huldigungen des heurigen Jahres, als deren glänzendste wohl die des 7. Mai genannt werden kann, an welchem Tage Kaiser Wilhelm II. an der Spitze der meisten deutschen Bundesfürsten dem Patriarchen unter Europas Regenten, dem Herrscher des engverbündeten Reiches, dem Haupte der ältesten deutschen Fürstenfamilie die herzlichste Verehrung zum Ausdrucke brachte. Auch da mochte der Greis wohl mit stiller Wehmut zurückgedacht haben an jene Fürstenversammlung in Frankfurt, wo er als 33jähriger Mann durch sein liebenswürdiges Wesen alle deutschen Bundesfürsten bezauberte und den großdeutschen Gedanken — ein großes deutsches Reicli mit Einschluß Österreichs unter Führung der Habsburger — noch einmal lebhaft erweckte, bevor er endgiltig auf den böhmischen Schlachtfeldern vernichtet wurde. - Noch größere Bedeutung als die äußere Geschichte hat aber die innere Entwicklung unseres Vaterlandes während der Regierung Franz Josefs I. und man muß da wahrlich von einer gänzlichen Umgestaltung auf sämtlichen Gebieten sprechen. War es auch dem Monarchen nicht möglich, den in seinem Manifest des 2. Dezember 1848 ausgesprochenen Gedanken des einheitlichen Österreichs zu verwirklichen, so bedurfte es doch seiner ganzen Selbstverleugnung und Hochherzigkeit, um den Magyaren die weitgehende Selbständigkeit zu verleihen, die sie wünschten und seit 41 Jahren besteht nunmehr der dualistische Aufbau der Monarchie. Für Österreich brachte der jüngste Ausgleich entschieden Vorteile gegenüber den früheren, mögen auch manche weitgehende Wünsche nicht befriedigt sein. Belehrt durch bittere Erfahrungen gewährte der Kaiser den Völkern dies- und jenseits der Leitha die begehrte Anteilnahme an der Gesetzgebung und zum Staunen Europas war cs unser greiser, in aristokratischen Anschauungen erzogener Monarch, der selbst den Anstoß gab, das Parlament auf die breitesten Grundlagen zu stellen; durch das Gesetz vom 26. Jänner 1907 erhielt Österreich ähnlich den Staaten Westeuropas eine wahrhafte Volksvertretung und wenn auch die inneren Wirren damit keineswegs aufhörten, so zeigte unser Kaiser docli gerade wieder in den letzten Tagen, daß er an dem einmal für richtig erkannten demokratischen Prinzipe festhalten wolle. So wie auf diesen Gebieten zeigte sich aber auch auf vielen ändern des kulturellen Lebens gerade in den letzten Jahren ein frischer Zug und es würde viel zu weit führen, alle Erscheinungen dieser Art aucli nur zu berühren. Einige Proben mögen genügen: Die Landwirtschaft erfuhr besondere Förderungen durch die erst unter Franz Josef durchgeführte Grundentlastung, durch zahlreiche Gesetze, Flußregulierungen, Hebung des landwirtschaftlichen Schulwesens u. s. f. Der Wert der wichtigsten Industrieerzeugnisse stieg von 600 Millionen auf 2700 Millionen Kronen, das Erträgnis des Bergbaues steigerte sich um das 5-fache. Die gewaltige Steigerung des Verkeilrs zeigt sicli vor allem in der Geschichte des Eisenbahnwesens; gerade ins letzte Dezennium fallen der Bau der großen Alpenbahnen und die rasch fortschreitende Verstaatlichung der großen Privatbahnen in den Sudetcnländcrn. Vor 60 Jahren hatte Österreich etwas über 1000 km Bahnlinien, heute sind es bei 22.000, davon in Kürze der größte Teil im Staatsbetriebe, in der ganzen Monarchie 40.000 km. Die Länge der Tclcgraphenleitungen wuchs von 550 auf 40.000 km, dazu kommen über 270.000 km Tclephondrähte. Auf dem Gebiete der Verwaltung und Justiz, die vollständig getrennt wurden, erfolgten ebenfalls grundlegende Änderungen; Gleichheit vor dem Gesetze, öffentliches Verfahren und allgemeiner Rechtsschutz sind die wichtigsten Grundsätze. Dabei nimmt trotz der Zunahme der Bevölkerung die jährliche Zahl der gerichtlich Bestraften um mehrere Tausend ab. Das ist in erster Linie eine Folge der allgemeinen Erziehung durch die Schule. Die österreichische Volksschule beruht auf dem Gesetz des Jahres 1869 und einige Zahlen mögen die gewaltige Entwicklung beleuchten: 1845 gab es in der ganzen Monarchie nur 6000 Normalschulcn, 40% der schulpflichtigen Kinder besuchten die Schule, an der 19.000 Lehrer wirkten. Heute sind es in Österreicli allein 22.000 Volks- und Bürgerschulen mit 83.000 Lehrpersonen, besucht von 37 Millionen Kindern, über 90% der schulpflichtigen. Das Mittelsclmlwesen wurde heuer schon einmal an dieser Stelle besprochen, den 81 Gymnasien des Jahres 1848 entsprechen heute 221, den 58 Realschulen des Jahres 1870 heute 117. Dazu kommen in jüngster Zeit neue Mittelschularten und seit langem Fachschulen verschiedener Richtungen. Die österreichischen Hochschulen wurden nach dem Muster der reichsdeutschen reformiert, die Wiener Universität war im Zeit- abschnitte von 1860—80 führend, besonders genoß die medizinische Fakultät mit Recht Weltruf. Neu begründet wurden die Universitäten in Czernowitz und die zweite (tschechische) in Prag, dazu einige technische Hochschulen. An wissenschaftlichen Unternehmungen seien nur erwähnt: die Weltumsegelung der „Novara“, die Nordpolfahrt Peyers und Weyprechts, Entdeckung des Franz Josef-Landes. Eine neue Blüte von Literatur und Kunst erfolgte, letztere wurde besonders gefördert, durch den kaiserlichen Akt vom 20. Dezember 1857, die Auflassung der Wiener Befestigungswerke betreffend. Auf allen Gebieten der bildenden Kunst entfaltete sich nun reges, schöpferisches Leben, Wiens Ringstraße gehört zu dem Schönsten, was Menschenhand schaffen konnte; die Werke der österreichischen Kunst im Zeitalter Franz Josefs I. bleiben unverwischbar mit goldenen Lettern auf einem der ehrenvollsten Blätter der Kunstgeschichte des XIX. Jahrhunderts verzeichnet und werden durch alle Zeiten den Ruhm ihres hochherzigsten Förderers künden. Alle diese friedlichen Kulturerrungenschaften Österreichs bedürfen des mächtigen Schutzes durch die Armee, deren Ausbildung im modernen Sinne eine Hauptsorge unseres Kaisers war und ist; insbesondere galt es die Einheit der Armee zu schützen gegenüber den übertriebenen nationalen Ansprüchen. — Kehren wir zum Ausgangspunkte unserer Rede zurück, zur Person unseres Kaisers! Seine Wohltätigkeit ist allgemein bekannt, immer wieder betont er, lieber dauernde Taten der Fürsorge für die Armen, besonders die Jugend, als rauschende Festlichkeiten aus Anlaß freudiger Ereignisse im Herrscherhaus zu sehen. Dabei wurde er vom Unglück verfolgt, wie kaum ein Monarch der neueren Geschichte. Er selbst entrann glücklich einem mörderischen Anschlag am 18. Februar 1853, sein Bruder wurde als Kaiser von Mexiko 1867 erschossen, sein einziger Sohn, die Hoffnung des Reiches, erlag einem furchtbaren Verhängnisse am 30. Jänner 1889, die edle Dulderin auf dem Throne, Kaiserin Elisabeth, wurde von wahnwitziger Mörderhand nach 44jährigcr Ehe am 10. September 1898 ereilt. Nur sein Gottvertrauen und das eiserne Pflichtgefühl hielten ihn aufrecht. Für Sic, meine jungen Freunde, möge dieser unermüdliche Pflichteifer unseres Monarchen, der den Thron zum Altäre rastloser Arbeit gemacht, seine Mäßigkeit und Pünktlichkeit vorbildlich sein, Sie mögen in ihm das Ideal von Selbstverleugnung und Selbstbeherrschung erblicken und ihm nachstreben. Wir alle aber, die wir jetzt gehört haben, wie in den 60 Jahren unter steter Anteilnahme des Kaisers eine völlige Umgestaltung des gesamten Staatswesens sich vollzog, wünschen, daß es unserem greisen Oberhaupte vergönnt sei, die äußerste Grenze menschlichen Lebens zu erreichen. Möge er vor allem die Überzeugung gewinnen, daß trotz der nur zu betrüblichen auch im Jubilüumsjahrc nicht verschwindenden Äußerungen nationaler Gegnerschaft die natürlichen und historischen Bande sich stark genug zeigen werden, das Staatsgefüge fest zusammenzuhalten! Schließen wir mit den Worten des großen deutschen Dichters Wildenbruch: „Beherrscher Deiner Seele, hübe Dank! Du hast die Rroßc, r.-uilie Pflicht getragen, vom Weltgesetz den Fürsten auferlcgt: Das eigne Los in eigner Brnst zu bergen und dem zu leben, was das Volk bewegt!“ Schulnachrichten. I. Personalstand, Fächer- und Stundenverteilung. A. Lehrkörper. 1. Julius Glowacki, Direktor der VI. Rangsklasse, Mitglied des k. k. Landesschulrates, Mitglied der k. k. zool.-bot. Gesellschaft, lehrte Mathematik in 1. A und philosophische Propädeutik in VIII, 5 Stunden. 2. Johann Arneiz, Doktor der Philosophie, provisorischer Lehrer, Kustos der I. Abteilung der Schülerbibliothek, Ordinarius der VI. Klasse, lehrte Latein in VI., Griechisch in VI., Slowenisch in V., VII., und im 1(. und IV. Kurse für Deutsche, 19 Stunden. 3. Anton Dolar, Doktor der Philosophie, Professor, dem k. k. Staatsgymnasium in Cilli zur Dienstleistung an den selbständigen deutsch-slowenischen Parallelklassen zugewiesen. ‘1. Alfred Fink, Professor, Kustos der Unterstützungsvereins-Bibliothek, Ordinarius der III. A-Klasse, lehrte Latein in III. A und VIII., Deutsch in III. A, Griechisch in III. A, 19 Stunden. 5. Max Haid, Doktor der Philosophie, Professor, Kustos der II. Abteilung der Schüler-Bibliothek, Ordinarius der I. A-Klasse, lehrte Latein in I. A und VII., Deutsch in 1. A und philosophische Propädeutik in VII., 19 Stunden. 6. Max Halfter, Turnlehrer, Kustos der Turnapparate und Spielgeräte, Jugendspielleiter, lehrte das Turnen in allen Klassen, 28 Stunden. 7. Max Hoffer, Doktor der Philosophie, Professor, Hilfskraft des Direktors, Kustos der geographisch-historischen und der numismatischen Sammlung, Ordinarius der VII. Klasse, lehrte Deutsch in V. B, Geographie und Geschichte in 11., B, IV. A und B und VII., steiermärkische Geschichte in IV., A und B, 20 Stunden. 8. Franz Jerovšek, Professor der VII. Rangsklasse, Kustos der archäologischen Sammlung, Ordinarius der III. B-Klasse, lehrte Latein in III. B, Griechisch in V11L, Slowenisch in III., VI. und VIII., 17 Stunden. 9. Jakob Kavčič, Professor, Domherr der Lavanter Diözese, Exhortator, lehrte Religions- lehre in I. B und C, II. B, III. 1! und IV. B, 10 Stunden. 10. Friedrich Knapp, Professor, Kustos der Programmsammlung, Ordinarius der IV. A-Klasse, lehrte Latein in IV. A, Deutsch in 11. B, VI. und VIII. Geschichte und Geographie in V. A, 19 Stunden. '1. Ludwig Lang, wirklicher Lehrer, Ordinarius der 11. A-Klasse, lehrte Latein in II. A, Deutsch in II. A, V. A und VII., LS Stunden. 12. Georg M n ir, Professor der VII. Rangsklasse, Ordinarius der V. A-Klassc, lehrte Latein in V. A, Griechisch in IV. A und V. A, 15 Stunden. 13. Blasius Matek, Professor der VII. Rangsklasse, bis 1. Februar Ordinarius der VIII. Klasse, lehrte bis 1. Februar Mathematik in II. B, III. B, IV. B, VI. und VIII., Physik in VIII., 17 Stunden; vom 1. Februar an krankheitshalber beurlaubt. 14. Anton Medved, Doktor der Theologie und Philosophie, Professor der VIII. Rangsklasse, Exhortator, Kustos des Paramcnten-Bestandes, lehrte Religionslehre in I. A bis IV. A, V. bis VIII, 18 Stunden. 15. Franz Otto, Professor, Ordinarius der V. B-Klasse, lehrte Geschichte und Geographie in II. A, III. A und B, V. B, VI. und VIII., 20 Stunden. 1(5. Leopold Poljanec, Doktor der Philosophie, Professor der VIII. Rangsklasse, Kustos des naturhistorischen Kabinettes, lehrte Naturgeschichte in I. A, B und C, II. A und B, III. A und B, V. A und B, und VI., 20 Stunden. 17. Karl Verstovšek, Doktor der Philosophie, Professor der VIII. Rangsklasse, Kustos der Lehrerbibliothek, Jugendspielleiter, Ordinarius der II. B-Klasse, lehrte Latein in II. B, Griechisch in V. B und VII., Slowenisch in II. 20 Stunden. 18. Karl Zahlbruckner, Professor der VIII. Rangsklasse, Kustos des physikalischen Kabinettes, lehrte Mathematik in IV. A, V A und B und VII., Physik in VII., 18 Stunden. 19. Nikolaus Žagar, Professor der VIII. Rangsklasse, Ordinarius der I. B-Klasse, lehrte Latein in I. B und V. B, Slowenisch in I. 17 Stunden. 20. Andreas Aigner, Doktor der Philosophie, supplierender Lehrer seit 9. Dezember 1908, lehrte Geographie in I. A, B und C, Deutsch in III. B und IV. A, 18 Stunden. 21. Eduard Dolinšek, Doktor der Philosophie, supplierender Lehrer seil 16. Oktober 1908, Ordinarius der I. C-Klasse, lehrte Latein in I. C, Deutsch in I. C, Slowenisch in 1. C, IV. und im III. Kurs fiir Deutsche, 19 Stunden. 22. Josef Fohn, Doktor der Philosophie, supplierender Lehrer seit 1. Februar 1909, Ordinarius der VIII. Klasse, lehrte Mathematik in II. A, III. A und VI., Physik in IV. A und B, und VIII., 19 Stunden. 23. Adolf Pečovnik, Doktor der Philosophie, supplierender Lehrer seit 10. Oktober 1908, lehrte Mathematik in I. B und C, II. B, III. B, IV. B und VIII., Slowenisch im I. Kurs fiir Deutsche, 19 Stunden. 24. Ludwig Pivko, Doktor der Philosophie, supplierender Lehrer bis 31. November 1908, lehrte Deutsch in I. B, II. B und III. B, Slowenisch in IV, somit im III. und IV. Kurs fiir Deutsche, 17 Stunden. 25. Andreas Prebil, supplierender Lehrer seit I. Dezember 1908, Ordinarius der IV. B, lehrte Latein in IV. B, Griechisch in III. B und IV. B, Deutsch in I. B, 19 Stunden. 26. Josef Dorf m eist er, Lehrer an der Mädchen-Bürgerschule in Marburg, Ncbenlehrer, lehrte Schönschreiben für die I. und II. Klasse, 2 Stunden. 27. Heinrich Drusovič, Musiklehrer an der k. k. Lehrerbildungsanstalt in Marburg, Nebenlehrer, lehrte Gesang im I. Kurse, 2 Stunden. 28. Josef Förster, Professor an der k. k. Staats-Realschule in Marburg, Nebenlehrer, lehrte Französisch im II. Kurse, 2 Stunden. 29. Arthur Hesse, Professor an der k. k. Staats-Realschule in Marburg, Ncbenlehrer, Kustos der Lehrmittelsammlung fiir den Zeichenunterricht, lehrte Zeichnen im I. II. und III. Kurse, 7 Stunden. 30. Max Kovač, Lehrer an der Privatschule der k. k. priv. Südbahn-Gcsellschaft in der Kolonie in Marburg, Nebenlehrer, lehrte Stenographie im I. und II. Kurse, I Stunden. 31. Julius Krug, Professor an der k. k. Staats-Realschule in Marburg, Nebenlehrer, lehrte geometrisches Zeichnen und darstellende Geometrie im I. und II. Kurse, 3 Stunden. 32. Rudolf Wagner, Dom- und Stadtpfarrorganist, geprüfter Lehrer für Gesang an Mittelschulen, Nebenlelirer und Leiter des Kirchengesanges, Kustos des Musikalienbestandes, lehrte Gesang im II. und III. Kurse, 3 Stunden. 33. Franz Dolžan, Probekandidat für Naturgeschichte. 34. Bruno Trobei, Doktor der Philosophie, Probekandidat für Naturgeschichte. B. Diener. Johann Laupal, k. k. Schuldiener, starb am 25. Mai 1909. Friedrich Sorko und Franz Kelbitsch, Aushilfsdiener. Anmerkung. Die liier ausgewiesene Fiiclierverteilung ist seit 1, Februar 1909 im Betriebe. Vorher mußten aus verschiedenen Anlässen, wie bei der Aktivierung der I. C-Klasse, später der V. B, bei der Ernennung des Supplenten Dr. Pivko zum llauptlehrer au der k. k. Lehrerbildungsanstalt Marburg, und anderen Vorkommnissen Änderungen der Stundeneinteilung vorgenommen werden, die hier im einzelnen nicht angeführt werden. 1. Klasse A (45—(—3). Armbruster Gottfried Bartošek Johann Benedikt Karl Brandstetter F'ranz Bratschitz Franz Christof Josef Dermoutz Robert Diwald Ale xander Exei Felix Fasching Johann Fontane Otto Förster Edmund Friedriger Wilhelm Glöckler Gustav Heiser Arthur 1 leiser Friedrich Hnidy Eugen Hödl Josef I jospodarž Paul Krainz Viktor Krall Anton Lanibrinos Katharina Marsdiner Ernst Muršec Adolf Novak Hieronymus Gelim Johann Ogriseg Waldemar Pečnik Jakob Pickel Hubert Prull Wilhelmine P'irgaj Johann Rathausky Herbert Richter Adolf Ritonja Friedrich Roth Alois Rudel Rigobert Ruhri F'ranz Schifko Margaretha Schrott Georg II. Schüler Schweiger Arthur Stefančič Karl Sulkowski Anton Fürst v Trofenik Josef Vollgruber Eduard Wolf Max Wollrab Johann Zagoda F'ranz Zeliuka F'ranz I. Klasse B (26-J—1). Augustinčič Raimund Bezjak Friedrich Cafuta Anton Dečko Anton Gassenburger Stefan Glogovšek Auton Goleš Johann Horvat Max JvanuS Johann Jurko Roman Kejžar Friedrich Klemenčič Valentin Konrad Josef Lorger Alfons Lovrec Franz Novak Franz Papež Mathias Povalej Ludmilla Prelog Vinzenz Rautner Vinzenz Skvarča Cyrill Stadler Johann Škrobar Franz Stefanec Martin Veber Franz Vošinek Josef Živko Konrad Verzeichnis. I. Klasse C (28). Bezjak Josef Breznik Johann Damjan Ludwig Ferk Michael Glavnik Johann Gnuß Ludwig Hočevar Cyrill Horvat Jakob Hrastnik Johann Janžič Johann Karo Anton Kaučič Jakob Kokolj Johann Kreft Anton Marschitz Robert Novak Anton Novak Vladimir Primec Ferdinand Reich Rudolf Sattler Jakob Soršak Milan Starovasnik Paul Sturm Paul Urbane Jakob Vodošek Rudolf Woschnik Franz Zafošnik Michael Živko Vinzenz II. Klasse A (29). Bärnreiter Walter Bender Florian Cazafura Walter Dengg Franz Gobec August Griletz Hans Jettmar Erwin R. v. Kappel Franz Krivetz Franz Leinmüller Johann Modriniak Otto Mühlbacher Georg Mulej Karl Ordelt Emil Paar Johann Podlipnik Franz Primus Robert Rabitsch Johann Sander Wilhelm Schimm Fritz Schindler Erwin Skazedonig Franz Sterger Josef Terč Johann Triebnik Heinrich Tschaß Wilhelm Wampel Jakob Winterhalter Johann Wresounig Siegfried II. Klasse B (44+2). Amon Jakob Arnečič Paul Artič Franz Blažič Stefan Cafuta Alois Cvilak Martin Časi Anton Čebin Dominik Eržen Anton Ferk Josef Greif Johann Izck Anton Jug Franz Kaiser F'ranz Käfer Heinrich Kit Johann Krajnc Johann Klemenčič Andreas Klobasa .losef Kolarič Franz Korošak Johann Kramberger Alois Krušič Vladimir Majcen Joscf Marin Ljubica Merčun Johann Novak Andreas Pinterič Josef Pipuš Boris Pipuš Slava Polič Max Pušenjak Stanislaus Skuhala Alois Smole Johann Sturm Jakob Toličič Josef Tomažič Anton Tratnik Karl Unterlechner Johann Vauhnik Vladimir Verhjak Alois Viher Josef Vogrinec Leopold Volaušek Johann Voušek Paul Vreča Otto III. Klasse A (28+ Azzola Fabian Bienenstein Erwin Crnčič Franz Engelhart Rudolf Friedriger Erich Frisch Max Fritsch Julius Ofowacki Max Hesse Hans Huallenz Otto Jakončič Anton Kleebinder Johann Kordon Josef Krempl Johann Krpač Franz Modriniak August Mravlag Günther Neuwirth Heinz Ogris cg Egon Rotner Ludwig Schager-Detschmann Wilhelm Schlamberger Ferdina Schmid Ernst Seignemartin Emil Sinkovič Adolf Slanc Joscf Stergar Ernest Welle Ludwig Haas Maria III. Klasse B (42) Babšek Josef Barič Josef Bratko Augustin Ciglar Alois Crnjavič Josef Črnko Jernej Čurin Cyrill Farkaš Alois Firbas Johann Gajšek Theodor Gasparič Johann Onuß Michael Goršič Johann Oračnar Johann Hameršak Johann Hrašovec Alois Hren Josef Ilešič Felix Kolšek Konrad Kos Johann Kosi Karl l.emež Leo Ličar Cyrill Maček Michael Moric Adolf Pelci Franz Pihlar Franz Popič Paul Rožman Joscf Rudolf Dušan Rudolf Joscf Senekovič Felix Stuhec Franz Simčič Alois Šketa Josef Škof Josef Šrol Martin Tkalec Jakob Trohej Alois Voušek Franz Živko August Žnidarič Karl IV. Klasse A (26). Artner Benno Exei Karl Feldner Fritz Fcrrari-Occhicppo Ottc Graf von Frommeyer Karl Fulterer Ferdinand Gugel Emil Günther August Heu Alois Hofmann Adolf Hronovsky Arthur Kontschan Adolf Korath Karl Kramer Ernst Krošl Joscf Maierhofer Valentin Miorini E. v. Sebenten-berg Wilhelm Močnik Hermann Ogrisegg Julius Pfrimer Erich Rimpler Otto Rimpler Wilhelm Schindler Eduard Wcingerl Hermann Worintz Hermann Wresnig Ernst IV. Klasse B (35). Aušič Martin Florjančič Josef Glaser Johann Liren Wilhelm Jagodič Simon Jerebič Franz Kampuš Valentin Koželj Johann Lintner Rupert Marinčič Johann Menhart Max Molan Franz Muhič Anton Munda Vinzenz Pirš Alois Ploj Adolf Prapotnik Johann Rajšp Emil Rančigaj Johann Robič Franz Rudolf Ivo Rudolf Vladimir Stiper Stephan Tovornik Franz Tscheppe Richard Urleb Franz Vauhnik Michael Verbajnšak Franz Verčkovnik Albin Volavšek Franz Wcrgles Max Zadravec Matthias Zmazek Franz Živko Felix Žuran Joscf V. Klasse A (27). Amon Josef Amon Leopold Bezjak Franz Bix Karl Bratina Franz Dečko Franz Dobay Franz Dolinšek Rafael Engelhart Erwin Gabore Alois Geč Franz Goričar Anton Groß Johann Gugel Friedrich l labermut August Habjantschek Josef Kavčič Alois Kavčič Johann Kieser Karl Kovačee Ivan Kožuh Josef Leonarde Erwin Ritt. v< Liebisch Robert Lorenz Josef Majcen Alois Majer Franz Marčinko Karl V. Klasse B (27). Medved Martin Mirl Josef Mravlag Walter Muhič Franz Muster Josef Novak Johann Novak Josef Ogorelc Johann Ogrisek Karl Ortan Johann Prcdikaka Johann Rakun Franz Rcidinger Karl Reisei Josef Remic Johann Robič Maximilian Rojko Maximilian Satler Franz Solch Maximilian Soltys Roland Svetina Franz Tursky Karnillo Überbacher Adolf Verderber Hermann Vodušek Anton Weruitznigg Otto Wolff Erich VI. Klasse (16). Arlič Karl Armbruster Ludwig Belšak Alois Berger Ludwig Berstovšek Leo Caf F'ranz Codelli Heinrich Črepinko Ferdinand Dernjač Otmar Drnovšek Julius Ferrari-Occhieppo Norbert, Graf von Haas Heinrich Heller Eduard Jarh Konrad Kaiser Karl Korošec Karl Koschell Karl Kosi Alois Kovačič Max Krainz Johann Krajnc Alois Krevh Matthias Lorger Eugen Maröli Peter Matek Franz Mayer Hans Meßner Johann Mohar Anton Morocutti Camillo Mravljak Joscf Nottcs Viktor Perme Friedrich Petrovič Joscf Planinšek Joscf Presker Emil Rak Johann Rehar Joscf Rungaldier Randolf Sternad Fricdrich Stiehl Erich Svetina Stanko Skorja n ec Friedrich Spari August Štambcrger Franz Žmavc Joscf Zadravec Matthäus VII. Klasse (39+1) Berenrcithcr Johann Crcmošnik Gregor Dcbieki v. Navija Artlu Eckricdcr Alois Firbas Stanko Goričan Alois Gsclman Adolf Hanss Karl Heric Alois Jaegcr Fugen Jantschitsch Anton Klemenčič Jakob Klobasa Andreas Korošak Roman Kozar Martin Kuk Joscf Majccn Gabriel Marin Wilibald Marinič Franz Moscr Fricdrich Regoršek Karl Sandermann Joscf Sclnnising Kersscnbrock Fmerich, Graf von Slavič Johann Somrek Anton Stossier Franz Strižič Franz Supanič Johann Svetina Anton Šerbcc Joscf Šlik Alois Thalmann Walter Triebnik Max Vistarini Brunonobile Vrečko Joscf Vuga Joscf Weber Franz Weingerl Josef Wrcsnig Ferdinand Zweifler Augustin VIII. Klasse (42). Augustinčič Karl Badl Otto Baš Franz Bratina Anton Door Max Fras Franz Gnuß Kasimir Holcman Paul Holcman Vinzenz Ivanšck Franz Jager Johann Jäger Alois Jäger Heinrich Janžek Leo Koser Johann Koser Ludwig Leskošek Karl Lobnik Franz Löschnig Franz Lukman F'ranz Mayer Karl Oštir Karl Peršuh Anton Pliberšek Rudolf Plohl Peter Rak Ferdinand Rihtarič Peter Schautz Franz Scheibl Karl Toplak Franz Turnšek Franz Veble Franz Verderber Othmar Verstovšek Johann Vesenjak Paul Vielbertli Wilhelm Wrcsnig Franz Zajc Josef Zelenko Franz Zollncritsch F'ranz Zorko Johann Klasse I. A & B |l II. A & B m. A & B IV. A & B Stil II-ilen- Religions- lelirc 27 28 28 29 2 Stunden. I. III. Haupt-sliiek des {großen Kate-| chismus und die I.elire voin 2., 3. mul I. Sakrament. 2 Stunden. Die i katholische Liturgik. Wiederholung der Glaubenslehre u. Neu-behandlung des IV. J! Hauptstückes jj des großen (! Katechismus. I Lateinische Sprache 8 Stunden. Die regelmäßige Formenlehre, Vokabel-Iernen, Übersetzungsübungen aus dem Übungsbuchc; ungefähr von der Mitte Idcs I. Sem. an wöcheutl. | seit Ostern alle I I Tage eine Schularbeit. 8 Stunden. Ergänzung der regelmäßigen Formenlehre, die unregelmäßige Formenlehre mul das Notwendigste aus der Satzlehre, eingetibt an den Sätzen und Stücken des Übungsbuches. Monatlich 3 Schularbeiten, seit Ostern alle 14 Tage 1 Schularbeit. 2 Stunden, j! Geschichte der göttlich. Offenbarung : des alten [Bundes. Ncu-behandlung der Lehre von den Gnadenmitteln und Wicdcr-! holung der wichtigsten |i Partien der Glaubens- u. Sittenlchre. 2 Stunden. Geschichte der göttlichen Offenbarung des neuen Bundes. 6 Stunden. Wiederholung einzelner {Abschnitte der Formen lehre, die Kongruenz-und die Kasuslehre; aus Cornel. Nepos: Miltiades, Themistocles, Aristides, Pausanias, Cinion,Lysander,Thrasy bulus, Conon, Epauti-(nondas, Pelopidas, Age-silaus u. ausgew. Stücke a. Quintus Curtius Ruftis. A. 14 Tage 1 Schul-, a. 3 Wocli. 1 Hausarb., i. Sem. 6 Schulart). 6 Stunden. [Die Tempus- u. Modus-lelire, eingeübt an ent-sprech. Sätzen u. Stücken a. d. Übungsb. Elemente der Prosodie it. Metrik. Cses. bell. Gali. L, IV., VI. I 44. Ovid von Sedlmayer, Finz. Verse tt. Disticha. I. Sem. alle 3 Wochen 1 Haus-, alle 2 Wochen I Schularbeit. II. Sem. (i Schularbeiten. III. Lehr- A. Obligate Deutsche Sprache I Stunden. I. A. Der erweiterte einfache Satz; Formenlehre. Orthographie. Lesen, Erklären und! Nacherzählen. Freier Vortrag. Im I. Sem. monatl. I Diktate, im 11. Sem. monatlich 1 Haus-, 1 Schulaufsatz (Nacherzählungen) und 2 Diktate. I. B. Empir. Erkl. der Elemente der rcgelm. Formcnl. u. d. Notw. a. d. Syntax. Lesen, Sprechen, Nacherzählen. FreierVor-! trag pros. ti. poet. Lesestiicke. Gegen Ende des I. Sem. u. im II. Sem. schriftl. Wiedergabe erkl. Lesestiicke. Mon. 2 schriftl. Ar beiten, im I.Scin.durcliwcgsSchularbeitcn, im II. Sem. 6 Schul- tt. 3 Hausarbeiten. 4 Stunden. II. A. Erweiterung der Formenlehre. Wiederholung des einfachen Satzes; der [zusammengesetzte Satz. Lesen, Erklären, Wiedererzählen. Memorieren u. Vorträgen. Im I. Sem. monatl. drei Arbeiten. Einzelne Diktate zu orthogr. Zwecken, int II. Sem. 7 Schul-, I Hausarbeiten. II. B. Wiederholung und Ergänzung der Formen- tt. Satzlehre. Die wichtigst. Unrcgclmäßigk. in Genus, Deklination tt. Konjugation auf empirischem Wege. I Orthographie. Lektüre wie in der I. B. [Monatl. 2 schriftl. Arb., I. Sem. abwcchsl. Schul- u. Hausarb., II. Sem. 5 Schul-, 3 I lausarbeiten. Deutsche Sprache. 3 Stunden. G r a m tn a t i k : Griech. Sprache. 5 Stunden. Die Formenlehre bis zum Futur, der Verba liquid., eingetibt a. d Stücken d. Übungsb. Vokabellernen. Von der 2. Hälfte des I. Sem. an alle 1 Wochen eine Flaus-u. eine Schularbeit. 4 Stunden. Wiederholung des Nomens und der j Verben auf enstiinde. Slowenische Sprache Geschichte und Geographie Mathematik Naturwisseti- t schäften ,urnen 3 Stunden. Formenlehre, der einfache und der zusammengesetzte, Satz, or-thograph. Übungen, Lesen, Erklären, Wie-dercrzählen, Memorieren it. Vortragen aus-gewählter Lesestiicke. Im. 1. Sem. monatlich 2 Diktate, im II. Sem. 3 Haus- ii. (i Schularbeiten. 3 Stunden. Die notwendigen Vorbegriffe der mathematischen Geographie, allgemeine Begriffe der physikalischen u. politisch. Geographie, spezielle Geographie der 5 Erdteile. 3 Stunden. Die 1 Spezies in unbenannten, einfach ti. mehrfach benannten ganzen und Dezinial-zahlen.DieGrund-gebilde. Gerade, Kreis; Winkel- u. Parallelen. Die einfachsten Eigenschaften des Dreieckes. 2 Stunden. Die ersten 6 Monate: Säugetiere und Insekten. Die letzten 4 Monate: Pflanzenreich. 2 Stunden. F'rei- und Ordnungsübungen. 1 lang- und Sprttng-iibungen. Spiele. 3 Stunden. Analyse des zusammengesetzten Satzes, Fortsetzung d. Formenlehre. Lesen, Erklären, Wiedererzählen, Memorieren ti. Vorträgen ausgew. Lesestiicke. 3 Haus- und 6 Schularbeiten. 4 Stunden. Spezielle Geographie Asiens und Afrikas; allgemeine Geographie von Europa, spezielle von Südeuropa und Großbritannien. Kartenskizzen. Geschichte des Altertums (hauptsächlich d. Griechen u. Römer) mit bes. Rücksicht auf das biogr. u. sagenhafte Element. 3 Stunden. Die Bruchrechnung. Verhältnisse u. Proportionen, einfache Regeldetri. Die 4 Kongruenzsätze liebst Anwendungen auf das Dreieck, der Kreis, das Viereck und das Vieleck. 2 Stunden. Die ersten (> Monate: Vögel. Reptilien, Amphibien und Fische. Einige Formen aus den Abteilungen der wirbellosen Tiere. Die letzten 4 Monate. Pflanzenreich: Forts, des Unterrichtes der ersten Klasse. 2 Stunden. F'rei- und Ordnungsübungen. Reihungen erster Ordnung. Geräteturnen der Unterstufe. Spiele. 2 Stunden. Wiederholung entsprechender Partien der Formenlehre; Syntax. Lesen, Erklären, Wiedererzählen, Memorieren u. Vortragen ausgcwähltcr Lese-stiickc. Im Semester 8 schriftl. Arbeiten. 3 Stunden. Geschichte d. Mittelalters m. 1 lervorliebung der österr.-ungarisch. Geschichte; Geographie Frankreichs, Deutschlands, der Schweiz, Belgiens, d. Niederlande, Nord- tt. Osteuropas, Amerikas und Australiens. 3 Stunden. Das abgekürzte Rechnen mit un-vollst. Zahlen, die 1 Rechnungsarten mit ein- it. mehr-glicdr.bcsonderen tt. algebraischen Ausdrücken, die 2. Potenz tt. die 2. Wurzel dekad. Zahlen. Flächen-vcrglciclnuig.Flä-clicnbcstimmung. Ähnlichkeit. 2 Stunden. I. Semester: Vorbegriffe der Physik, Wärmelehre und Chemie. II. Semester: Mineralogie. 2 Stunden. Freiübungen mit und ohne} Belastung. Ordnungsübungen : Marsch- und Laiifiibungcn, Reihungen er-; ster Ordmmg.j Geräteturnen j der Unterstufe. ! Spiele. 2 Stunden. Fortsetzung und Beendigung der Syntax, Metrik, Lesen, F!r-klären, Wiedererzählen, Memorieren und Vorträgen ausgewähltcr Lesestiicke. Im Semester 1 Schul- und 2 Hausarbeiten. 4 Stunden. Übersicht d.Geschichte der neueren und neuesten Zeit mit besonderer Berücksichtigung der Geschichte Österreich-Ungarns; Österreich.-ungarische Vatcrlandskunde. 3 Stunden. Kubieren und Kubikwurzclaus-ziehen, Gleichungen mit einer und mit mehreren Unbekannten, die zusammengesetzte Regeldetri. Gegenseitig.Lage von Geraden und Ebenen, Haupt-arten der Körper, Oberflächen-und Rauminhalts-bcrechnung. 3 Stunden. Magnetismus, FTektrizität, Mechanik, Akustik u. Optik, Elemente der mathematischen Geographie. 2 Stunden. [ Freiübungen mit und ohne Belastung von Eisenstäben. Ordnungsübungen : Aufmärsche, Reihungen erster und zweiter Ordnung. Geräteturnen der Unter- bis Mittelstufe. Spiele. Klasse! den I; zahl stun- Religions- lehre Lateinische Sprache Griech. Sprache Deutsche Sprache (> Stuiide.n 29 ; 2 Stunden. Umleitung in d. katliolischc Religion. VI. 29 2 Stunden. Katholische Glaubens- lehre. VII. 29 2 Stunden. Katholische Sittcnlchrc. V. Klasse. I.iv. (edd. Oolliiiß) I (mit Auslassungen); XXI. 1 32 (Auswahl), Ovid (edd. Sedlmayer), Auswahl aus den Metamorphosen. Wiederholung der Tempora und Modi. Imperativ und teilweise Infinitiv. Wöchentlich 1 Stunde grammat.-stilistische Übungen; monatlich 1 Schulaufgabe. () Stunden. Sallust. Bell. Jug. Vergil, Eci. I, IV. V; Georg. I, 1—42, II, 11(5—176, III, 17!)—'208, IV, 8—50, 55!)-566, Aen. I; II, 1—60, l‘)<)—219, 720-80-1, III, 1—12, 687—718; IV, 1—5, 68—194, 584-666 VI, 1—154, 756 853. Cic. in Cat. 1. Caesar bell, civ. II. I —16, III, 51—71, Wiederholung der Syntax: Eigentümlichkeiten im Gebrauche der Adjektiva und Pronomina, Kongruenz- und Moduslehre. Wöchentlich I Stunde gra in i na t.-stil ist isch e Übungen: monatlich 1 Schulaufgabe. 5 Stunden. Cic. pro lege Manilia, pro Archia, Cato maior. Verg. Aen. II. IV. VI. n. VIII. (nach Golling). Wiederholung atisge-wiililter Abschnitte der Grammatik. Wöchentlich 1 Stunde grammat.-stilistische Übungen: im Sein. 5 Schulaufgab. 5 Stunden. Xenophons Anabasis (edd. Lindner) 1—IV Ausw. Homers Ilias (edd. Rzacli) I. u. IV. Grammatikstunde. Erklärung u. Einitbg der Syntax. Kasuslehre; Syntax des Verbums; da Wichtigste von den Strapositionen. 4 Schulaufgab. i. Sem 5 Stunden. Homer: Ilias VI, XII XIII, XVI. Herodot (Scheindler Ausw.) St. 1, 2, 3, 4, 6, 7, 9, 10, 12, 13, 16, 18, 21, 22 26, 29, 30. Xenophon (Lindners Ausw.) Apomnem. St. 3, I. Plutarch, Perikies (n. Schickin-gcr)- Wöchentl. eiiieGrainmat.-stunde.Tempus-u. Moduslehre, Infinitiv u. Partizip. Im Sem.3Schulaufgaben. VIII. ! 29 5 Stunden. Tacit. Germ. I 27; Annales und I listoriac (Auswahl). hioraz: Aus-2 Stunden. | wähl aus den Oden, I Epoden und Satiren. Geschichte d. Wiederholung verschie-christlichen jdeuer Partien d. Formen- Kirche. und Satzlehre. Wöchentlich 1 Stunde grammat.-stilistische Übungen: lim Sem. 5 Schularbeiten. 4 Stunden. Demosth.: Philipp I-, H., I. II. olynth. Rede -rcepE vtfi etp'/jvYjg. Homers Odyssee: I., V., VI. IX. X. I. Sem. 3 Schulaufg. 5 Stunden, ’laton: Apologie, Kriton u. die Schlußkapitel des Phaidon nebst der Lobrede des Alkibiades auf Sokrates; Sophokles, Antigone, Homers ödyss. 14.il. 16. Ges. Wiederholung und Einübung ausgew. Abschnitte der Grammatik. Sem. 3 Schulaufg. 3 Stunden. Wortbildung, Lehnwörter, Fremdwörter, Volksetymologie. Lektüre mit besonderer Rücksicht auf die Charakteristik der ep., lyr. und didakt. Gattung. Vortrag der memorierten Gedichte. Im I. Semester I Schularbeiten, 8 Hausarbeiten, II. Semester 2 Hausarbeiten, 3 Schularbeiten. 3 Stunden. Der germ. Sprachstamm. Lautverschiebung. Mittelhoclul. Lektüre: Nibelungenlied (Ausw.); Walter v. d. Vogel weide (Auswahl). NeuhochdeutscheLektüre Klopstock, Lessing. Lessing, «Minua» v. Barn-helm. Literaturgeschichte bis zur Sturm- und Drangperiode. Vortrag memorierter Gedichte. Aufsätze wie i. d. V. Kl. 3 Stunden. Literaturgeschichte von d. Stürmern u. Drängern bis zu Schillers Tode. Lektüre (zum Teil nacl dem Lesebuche): Herder, Goethe, Schiller. Shakespeares „I landet“, „Macbeth“. Goethes,,Götz von Berlichingen“, „Egmont“, „Iphigenie auf Tauris“, „TorquatoTasso“ Schillers „Räuber“, „Don Carlos“, .,Wallenstein". Redeübungen. Aufsätze wie iu der V. Klasse. 8 Stunden. Literaturgeschichte: Goethe und Schiller (beendet). 19. Jahrhundert: deutsche Dichtung in Österreich. Lektüre: die Proben des Lesebuches (Auswahl). Schillers: „Wallenstein“, „Maria Stuart“, „Jungfrau von Orleans“, „Braut v. Messina“,,,Wilhelm Teil“. Goethe, „Laust I.“, „Hermanu und Dorothea“, Schillers „Lied von der Glocke", Lessings „Lao-koon“ (Auswahl). Grillparzer. „Die Ahnfrau*', „Sappho“. Redeübungen. Aufsätze im 1. Sem. wie in d. V. KL, im II. Sem. 2 Schulart). I Hausarb. Slowenische Sprache 2 Stunden. Lektüre: Ilešič, „Cvetje slov. pesništva“, Aškerc „Zlatorog“, Drechsler „Izabrane nar. pjesme hrvatske" mit besom derer Rücksicht auf die Charakteristik der epischen Gattung. Vorträge memorierter poetischer Stücke. Freie Vorträge. In jedem Semester 5 Arbeiten (abw. Hausund Schularbeiten). Geschichte und Naturwissen-| Philosoph. ... Geographie Mathematik |Propiidcllltik 1 urnen 3 Stunden. Geschichte d. Altertums, vornehmlich der Griechen und Römer bis z. Auftreten dcrGracchen mit besond. Hervorhebung d. kul-turhist. Momente. Wiederholung und Erweiterung der geogr. Kenntnisse. 2 Stunden. Elemente der lyrischen u. dramatisch. Poesie. Lektüre: Proben a. d. Lesebuche, .1. Shakespeare „Julij Cezar“, (iibs. v. O. Zupančič), J. Jurčič „Tugomer“ u. Klodič-Sabladoski „Materin blagoslov". Vorträge memorierter poetischer Stücke. Aufsätze wie in der V. Klass 2 Stunden. Literaturgeschichte bis inkl. Prešeren. Lektüre Charakter. Abschnitte der behandelten Werke, namentlich der Dichtungen Vod-niks und Preserns. Shakespeare-Can-kar „Romeo in Julija“. Freie Vorträge. Aufsätze wie in der V. Klasse. 4 Stunden. Geschichte d. Altertums von den üracchen an. Das Mittelalter, d. Neuzeit bis zum Beginne des30jähr. Krieges. Stete Berücksichtigung der Kulturgeschichte u. der Geographie, bes. Frankreichs und Deutschlands. 4 Stunden. Einleitung, die j Grundoperationen m. ganz.Zahlen, Teilbarkeit der Zahlen, j gemeine und 1 Dezimalbriiche, I Verhältnisse und | Proportionen. Gleichungen j 1. Grades mit | einer u. mehre- j renUnbekanuteu, I.ongimetrie und Planimetrie, i 3 Stunden. Potenzen, Wurzeln, Logarithmen, Gebrauch d. Logarithmentafeln, Gleichungen 2. Grades mit einer Unbekannten. Steremetrie, Goniometrie und Auflösung des rechtwinkligen und des gleichschenklig. Dreieckes. 2 Stunden. I. Semester: Mineralogie. I. Semester Botanik. 2 Stunden. Zoologie. 2 Stunden. Altslow. Formenlehre mit Lese- u. Übersetzungsübungen, übersichtliche Zusammenfassung der slow. Literatur. Genealogie d. slaw. Sprachen. Lektüre char. Abschnitte d. behänd. Werke. Freie Vortriige. Aufsätze wie i. d. V. Klasse. 3 Stunden. Geschichte d. Neuzeit v. Beginne d 30jähr. Krieges bis auf die Gegenwart mit besonderer Hervorhebung der kulturhistorischen Momente und d. Geo graphie. I Stunden. Einleitung, allgemeine, 3 Stunden. Unbestimmte, quadratische, Exponential- i I einige höhere j Gleichungen. Progressionen [liebst ihrer An-lEigenschaftcn 'wendung auf die1 --Zinseszinsrech-nung, Kombinationslehre und binomisch. Lehrsatz. Auflösung schiefwinkliger 3 Stunden. Geschichte Österreich-Ungarns. Im II. Semester: 2 Stunden Geographie und Statistik Österr.-Ungarns. Wiederholung von Partien aus der griechischen und röm. Geschichte, wöch. 1 Stunde. Dreiecke. Elemente der analytisch. Geometrie i.d. Ebene m.Einschluß der Kegelschnittslinien. der Körper, Mechanik fester, flüssig, und luftförin. Körper, Wärmelehre und Chemie. 2 Stunden. Wiederholung des gesamten mathematischen ehrstoffes mul 3 Stunden. Im II. Semcst. I Stunden. Magnetismus, Elektrizität, Übungen i. Lösen! Welletlbcwcg. mathematischer Akustik, Optik, Elemente d. Astronomie. Probleme. 2 Stunden. Logik. 2 Stunden. Empirische Psychologie. 2 Stunden. Frei- und Ordnungsübungen und Geräteturnen wie in der IV. Kl. Spiele. 2 Stunden. Freiübungen erst. u. zweit.: Art mit u. ohne Belastung. Ordnungsübungen wie in der V. Kl. Geräteturnen d. Mittel- bis! Oberstufe. Spiele. 2 Stunden. Frei- u. Ordnungsübungen wie in der V. Klasse. Geräteturnen der Oberstufe Spiele. 2 Stunden. | Freiübungen in ! Form v. Gesell-schaftsübungeu.j mit und ohne Belastung. Ordnungsübungen in Form von Marsch- und 1 Laufreigen. Geräteturnen in Form von ! Gruppenturnen j der Oberstufe, j Spiele. B. Unlcrriclilsspraclic. Die Unterrichtssprache ist ntmquistiscli, u. zw. in (len A-Klassen des Unter- und in allen Klassen des Obci'gymnasiuins deutsch, in den B-Klassen und in der I. C des Untergymnasiums in Religion, Latein und Mathematik, ferner in Slowenisch für Slowenen in allen Klassen slowenisch. C. Freie Lehrgegenstände. 1. Slowenische Sprache fiir Schüler deutscher Muttersprache in I Kursen zu je 2 Stunden. I. Kurs: Das Wichtigste aus der Laut-und Formenlehre, Vokabellernen, Sprechübungen, Übersetzungen aus dem Slowenischen. Nach den ersten 8 Wochen monatlich eine Schularbeit. Unterrichtssprache deutsch. II. Kurs: Fortsetzung der Laut- und Formenlehre, Syntax, Sprechübungen, Übungen im Nacherzählen. Monatlich 1 Schularbeit. Unterrichtssprache vorwiegend slowenisch. III. Kurs: Wiederholung der Grammatik, Vokabellcrnen, Sprcch- und Übersetzungs-Übungen. Lektüre nach Lendovšek-Stritof: Slowenisches Lesebuch fiir Deutsche. Monatlich I Schularbeit. Unterrichtssprache slowenisch. IV. Kurs: Wiederholung der Grammatik, Sprechübungen, nach Šket čitanka za IV. gimn. razred. Proben aus den neueren slowenischen Schriftstellern von Vodnik bis Aškerc, besonders aus 1’rešcreii „Poezije“, mit gleichzeitiger Besprechung der I lauptperioden der slowenischen Literatur und deren Vertreter. Monatlich 1 Schularbeit. Unterrichtssprache slowenisch. 2. Französische Sprache. 2 St. II. Kurs: Wiederholung und Ergänzung der Formenlehre, das Wichtigste aus der Syntax nach Mcchtel. Alphonse Daudet: „Tartarin de Tara scon.“ 3. Steiermärkische Geschichte und Geographie. 2 Stunden. -I. Stenographie. Untere Abteilung, 2 Stunden: Wortbildung und Wortkürzung. Obere Abteilung, 2 Stunden: Wiederholung der Lehre von der Wortbildung und der Wortkürzung. Satzkürzung. Schnellschriftliche Übungen. 5. Darstellende Geometrie, 1. Abt. I1/., Stunden wöchentlich: Orthogonale Projektion der Gebilde auf einer und auf zwei Projektionsebenen: Darstellung des Raumpunktes und der Raumgeraden; Bestimmung der Länge von Strecken, des Spurpunktes und Neigungswinkels der Geraden; Gegenseitige Lage der Geraden; Darstellung der unbegrenzten Fbene; Bestimmung der Spuren von Fbenen; gegenseitige Lage und Schnitt zweier Fbcncn; Schnittpunkt einer Geraden mit einer Fbene; parallele und senkrechte Stellung der Geraden zur Fbene. Bestimmung der Projektionen eines Punktes aus seinen Koordinaten; Drehung eines Punktes; Darstellung ebener Figuren; Bestimmung des Neigungswinkels zweier sich schneidender Fbenen; Einführung der dritten Projektionsebene. 2. Abt. l'/jj Stunden wöchentlich: Die Körpcreckc und die eckigen Körper, Darstellung regelmäßiger Polyeder, die Pyramide; die Pyramide in ihren Beziehungen auf Fbene und Gerade; Schnittpunkte einer Geraden mit einem Polyeder' das Prisma, seine Beziehungen zur Ebene und Geraden; Schnitt zweier Polyeder; Schlagschatten und seine Grenze; Kegelschnittslinien; Projektion des Kreises; Erzeugung und Darstellung krummer Flächen; Kegelfläche in bezug auf Ebene und Gerade; ebene Kegelschnitte; Zylinderfläche in bezug auf Ebene und Gerade; ebene Zylinderschnitte, Schnitte krummer Flächen. (i. Zeichnen. I. Unterrichtsstufe, i. Klasse. 3 Stunden: Anschauungslchre, Zeichnen ebener geometr. Gebilde und des geometr. Ornamentes, Grundbegriffe der Raumlehre, Erklärung der elementaren Körperformen. II. Unterrichtsstufe, 11. bis IV. Klasse. 2 Stunden: Perspektivisches Freihandzeichnen nach Draht- und Holzmodellen, Zeichnen einzelner Elachornaincntc im Umriß. Zeichnen und Malen von Flachornamentcn der antikklassischen Kunstweise, Zeichnen nach einfachen Gefäßformen und nach ornament. Gipsmodellen. III. Unterrichtsstufe, V. bis VIII. Klasse. 2 Stunden: Erklärung der Gestalt des menschlichen Kopfes und Gesichtes, Kopfzeichnen nach Vorlagen und Rcliefabgüssen, Masken und Büsten. Wiederholung und Fortsetzung des Stoffes aus den vorhergehenden Klassen. 7. Gesang. 1. Abt. (Anfänger), 2 Stunden. II. Abt. (Sopran und Alt), 2 Stunden. III. Abt. (Tenor und Baß), I Stunde: das Ton- und Notensystem, Bildung der Tonleiter, Kenntnis der Intervalle und Vortragszeichen, Einübung vierstimmiger Gesänge und Messen. 8. Schönschreiben. 2 Stunden: Die Kurrent- und die Lateinschrift. D. Lehr-, Hilfs- und Übungsbücher. Religionslehre: Großer Katechismus (I. A). Dr. Fischers Lehrbuch der Liturgik (II. A) 8. bis 12. Aufl.; der Geschichte der göttlichen Offenbarung des alten und neuen Bundes 111. A und IV. A) 5. 8. Aufl.; Veliki katekizem (I. B—III. li), Kavčič, Liturgika (II. 15.), Karlin, Zgodovina božjega razodetja v stari in novi zavezi (III. B. und IV. B); Dr. A. Wapplcrs l.ehrbilclret der kat hol. Religion für die oberen Klassen der Gymnasien (V. bis VILlJ^JL* 4.— Y., Y. Aufl.; Dr. B. Kalfuers LchrEueh dcr Kirchcugeschichte (VIII.) 2. it. .'3. Aufl. Lateinische Sprache: Dr. F. Schultz, Kleine latein. Sprachlehre 11. A--Vtlü. 22. und 23. Aufl. Haulers latein. Übungsbuch (Ausg. Ä.) f. (i. I. A und II. A, 15 — 17. Auflage; Tominšek, Lat. slovnica (I. Band, II. B) und Kcrmavncrs Latinska slovnica (III. B IV B) 1. und 2. Aufl.; Wiesthalers Latinske vadbe (I. B und II. B) 3. Aufl.; Manier, Aufgaben zur Einübung der latein. Syntax ; I. Kasuslehre (III. A) 9. u. 10. Aufl.; II. Moduslchre (IV. A) 7. Aufl.; Dr. Požars Vadbe v skladnji latinski, I. und II. (III. B und IV. B) 1. Aufl.; J. Košan, Latinska čitanka za III. giinn. razr., Laibach 1908. Oolling, Chrestomathie aus Cornelius Nepos und Q. Curtins Rufus. (III.); Caesaris bell. Gallicuni cd. Praminer (IV.) (i. u. 7. Aufl.; Ovid., cd Sedlmaycr (IV. und V.) 6. und 7. Aufl.; Livius, cd Oolling (V.); Sallusts Jugurtha č3. Scliöfiidlcr (VI.); Cicero"; Cacs. bell, civ.; T u. 2. Aufl., Virgil, cd Oolling (VI. u. VII.); Tacitus, Auswahl von Weidner, Moralins, cd, Petschcnig (VIII.), 3. Aufl.; Schcindler und Sedlmaycr, Aufgabensammlung^ (V.—VIII.), L u. 2. Aufl. (i tiecTflscTie Sprache; CTirtius-näfFel (von Dr. Florian Weigl, 24. Aufl.). Griechische Scluil-grainmatik (IV. VIII.), 19. bis 24. Aufl.; Dr. Val.. Hintner, Griechisches Übungsbuch zur TTrammatlk von Cutius-Martcl (IV. —V.)'47 u. 5. Aufl.; Griechisches Elcincntarhuch von Karl Schcnkl, 20. Aufl. (III.); Dr. K. Schcnkl, Übungsbuch zum Übersetzen (IV.- VIII.), 9. u. 10. Aufl.; R. v. Lindner, Auswahl a. d. Schriften Xcnophons (V., VI.); Rzach und Caucr, Homer (V. bis VII.); Schcindler,' Herodot Phltarch, Perikies ed. Schickihger (VI.); Demosthenes (VII.), Platon und Sophokles (VIII.). (Teinpskysclic Textausgaben. Deutsche Sprache: K. Tumlirz, Deutsche Schulgramniatik, 5. Aufl. (I.); Leopold Lampels deutsches Lesebuch (L—IV.), 10.—11., 5. 8., 8.—10., 8. Aufl.; Štritof, deutsches Lesebuch f. d. I. u. II. Kl. slov.-utraqu. Mittelsch. (I. B, C u. II. B); Kummer und S'cjskal,' Deutsches Lesebuch für österreichisch. Gymnasien (V.—VIII.) 8., (>.—8., 4. 5. Aull.; Lessings „Minna von Barnhelm“ (VI.); Shakespeares „Macbeth“, „Hamlet“, Goethes „Götz“, „Egmont“, „Iphigenie auf Tauris“, „Torquato Tasso“, Schillers „Räuber“, „Don Carlos“, „Wallenstcin“, (VII.); „Maria Stuart*, „Jungfrau von Orleans“, „Braut von Messina“, „Wilhelm Teil“, Goethes „Hermann und Dorothea“, Schillers „Lied von der Glocke“ und Lessings „Laokoou“ (VIII.). Schulausgaben von Gräser, Holder und Freytag. Slowenische Sprache: Für Slowenen: Janežič-Skets Slovnica (L—VI.), 7. u. 8. Aufl.; Dr. Skets Slovstvena čitanka (VII.-VIII.), 2. Aufl.; Dr. Skets Staroslovenska slovnica in berilo (V1IL); Dr. Skets čitanka (I. IV.) und berilo (V., VI.) 2. Aufl. — Lektüre: Ilešič, „Cvetje slovenskega pesništva“, Aškerc „Zlatorog“, Drechsler, „lzabrane narodne pjesme lirvatskc“ (V.), Jurčič XL, Shakespeare, „Julij Cczar“ (VI.), Shakespeare-Cankar „Romeo in Julija“, (Vodnik VII.); Vodnik. Prešeren. Levstik, Jenko, Stritar, Gregorčič (VIII.). Für Deutsche: Lcndovšck, Sloven. Elementarbuch (I. und II. Kurs), Anton Štritof, Slow. Lesebuch für Deutsche (III. Kurs), Janežič-Sket, Slovnica (IV. Kurs), Slovenska čitanka za četrti razred (IV. Kurs) und Prešeren, Jenko, Levstik, Meško „Mir božji“. Geschichte und Geographie: Dr. F. M. Mayers Lehrbücher der allgemeinen Geschichte für Untergymnasien, 3.-6. Aufl. ; A. Zcchcs 2., 3. u. 4. Aufl. der allgemeinen Geschichte für Obergymnasien; Geographie von Supan, 11. Aufl. in der II, — lV. Klasse; Hciderich, Österreichische Schulgeographie, I. T., 2., 3. Aufl. für die I. Kl.; Zcchc-Hciderich, Österreichische Vaterlandskunde für die VIII. Klasse, 2. Aufl.; Atlanten von Kozcnn (I. VIII.); 39. 41. Aufl. Putzger (II.—VIII.), 25.-29. Aufl. Mathe m a t i k : Dr. Fr. R. v. Močniks Lehrbücher der Arithmetik und Geometrie für Untergymnasien (L—IV.), 27. bezw. 20. Aufl., 25., bezw. 21 Aufl., Matcks Aritmetika in Geometrija za nižje gimnazije (I. B bis IV. B), 1. Aufl.; Močnik, Algebra und Geometrie'für Obergymnasien (V.—VIII.), 28. Aufl. bezw. 23. Aufl. ; Dr. A. Gernerths logarithmisch-trigonometrischcs Handbuch (VI. VIII.). Naturi eh re: Rosenberg, Lehrbuch der Physik (III., IV., VII. und VIII. Naturgeschichte: Nalcpa, Grundriß der Naturgeschichte des Tierreiches, 1.—4. Auflage, Dr. A. Pokornys illustrierte Naturgeschichte des Mineralreiches (111), 20. -22. Aufl.; Beck v. Managctta: Grundriß der Naturgeschichte des Pflanzenreiches (1., 2., 3. Aufl. 1. u. II.); Scharitzer: Lehrbuch der Mineralogie und Geologie, 4. u. 5. Aufl. (V.); Wettsteins Leitfaden der Botanik, 3. Aufl. (V.); Dr. V. Grabners Leitfaden der Zoologie (VI.), 4. Aufl. Philosophische Propädeutik: Dr. AI. Höfler, Grundlehren der Logik (VIL); 2. Aufl. Dr. Al. Höfler, Grundlehren der Psychologie (V1IL). Steiermärkische Geschichte: Dr. K. Hirsch, Heimatskunde des Herzogtums Steiermark, neu herausgegeben von F. Zalita. 2. u. 3. Aufl. Stenographie: K. Fischers thcorct.-prakt. Lehrg. d. Gabclsbergerschen Stenographie. 40. Aufl. Französische Sprache: A. Bechtcl, Französisches Sprach- u. Lesebuch. 1. Stufe, 6. und 7. Aufl. Freytagsclie Schulausgabe von Alphonse Daudet „Tartarin de Tarascon“. E. Themen. ;i) Für (Ho deutschen Aufsätze. V. A-K lasse. 1. ülas ist der Fade Stolz und Glück. (H.) 2. Wodurch wird die Entdeckung" der Mörder in den „Kranichen des Ibykus“ herbeigeführt? (Sch.) 3. „Das teuerste der Bande, Der Trieb zum Vaterlande.“ (11.) 4. Der Einsame auf Salas y Gomez. (Sch.) 5. Die Winterfreuden der Jugend. (H.) 6. Der Charakter Siegfrieds nach dem Nibelungen- Ired. (Seli.) 7. Steter Tropfen hülilt den Stein. (H.) 8. Hm uns Botengang nach Malepartus, (Scli.) 9. Verbunden werden auch die Schwachen mächtig. (H.) 10. Iliions Zweikampf mit Amory. (Sch.) II. Das Wasser im Dienste des Menschen. (H.) 12. Warum mußte Karthago den Römern unterliegen ? (Sch.) V. B-Klasse. Die ersten 1 Arbeiten waren vor der Teilung, also übereinstimmend mit V. A. 5. Die Verfassungen Spartas und Athens, Vergleich. (H.) (>. Die Familie Tamm, ein Bild häuslichen Glückes. (Sch.) 7. Hagen, Charakteristik. (IT.) 8. a) Wie entzieht sich Reineke der verdienten Strafe? b) Reinekes Ankläger und Verteidiger. (Sch. zur Auswahl.) 9. . 6. Wie charakterisiert Goethe im „Epilog zu Schillers Glocke“ seinen Freund? 7. Gelten die Worte: „Den Menschen adelt, den tief-gesunkenen, das letzte Schicksal“, („Maria Stuart“ V., (>) für die Heldin der Schillerschcn Tragödie? 8. Die Bedeutung der Montgomeryszene. 9. „Audax omuia perpeti — Gens humana ruit per vetitum nefas.“ Horaz, earm. 1, 3. 10. (Maturitätsarbeit). Rede ii b unge n. 1. Wie entstand das Völkermosaik auf dem Balkan? (Vesenjak.) 2. Das Weltsprachen-problem und das Esperanto (Ludwig Koser). 3. „Der zerbrochene Krug“ von Kleist (Zelenko). I. Baumbachs „Zlatorog“ (Zajc). 5. Hebbels „Demetrius“ (Ivanšek). (i. Ludwigs „Erbförster“ (Scheibel). 7. Hebbels „Nibelungen“ (Heinrich Jäger). 8. Grillparzers „Ahnfrau“ (Turnšek). b) Fiir die slowenischen Aufsätze. V. Klasse. Šolske n a I.: I. Jesen. (Slika po naravi.) 2. Sloga jači, nesloga tlači. (Z ozirom na Aškerčevo balado „Svetopolkova oporoka in na zgodovino.) 3. Lisica v živalskih pravljicah. 4. Domač naroden običaj. 5. n) Desetnik in desetnica. (Slika iz narodnega života.) b) Zgodovinsko ozadje pesmij o kralju Matjažu. ■— D o m a č e n a I.: 1. Ta ni junak, ta ni za rabo, Kdor videl tujih ni ljudi. (Levstik.) 2. Pomen rek za človeštvo. 3. Zakaj imamo Slovenci več liričnih nego epičnih narodnih pesmi ? 4. Veleobrt na spodnjem Stajrskein. 5. b) Majniški izlet, b) Velikonočne počitnice. Prosti govori: Izselitev Slovencev v tujino in nasledki (Amon L.). 2. Alkohol in človek, alkoholizem in človeška družba (Bratina). 3. O gospodarskem položaju našega naroda (Dečko). I. Aškerc, ..Izmailov“ (Dolinšek). 5. Francozi na Slovenskem 1809—1813 (Geči 6. Fatur, „V žaru juga“ (Habermut). 7. Razmere naših kmetov za turskih vojsk (Kožuh). 8. Primož Trubar (Medved). 9. Slovensko narodno gospodarstvo (Muhič). 10. Kettejeve poezije (Ogorelc). 11. ('.oljski grofje (Ogrizek). 12. Razmerje med roparsko živaljo in plenom (Robič). VI. Klasse: 1. Dokaži se, da jc jesen lirskemu pesniku primeren predmet! 2. Kakega pomena je voda v prirodi? 3. Dux atque imperator vitae mortalium est animus. -1. Kako služi človeku premog? 5. Pesem spremlja človeka od zibeli do groba. 6. Kaj dela človeku domovino milo? 7. Kake čute, misli in sklepe vzbuja človeku vračajoča sc pomlad? 8. Tvjc S'dpeTY]? toplota . Verhandlungen d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. in Wien, 1908. - 7. Diviš, Jahrbuch des höheren Unterrichtswesens, 22. Jahrg. 1908. 8. Bibliothcca philol. dass. 1908. • - 9. Jagič, Archiv, f. slav. Philologie 1908. — 10. Ljubljanski Zvon, Jahrg. 1908. 11. Nagi. u. Seidler, Deutsch-österr. Literaturgesch. (fortg. Liefer.) — 12. Österr. Mittelschule 1908. — 13. Poske, Zeitschr. f. d. physikal. u. ehem. Unterr., Jahrg. 1908. — 11. Grimm, Deutsches Wörterbuch (fortg. Liefer.) 15. Letopis slovenske Matice za leto 1908. — Ki. 1). Sklarek, Naturwissenschaft!. Rundschau 1908. — 17. Časopis za zgodovino in narodopisje, Jahrg. 1908. — 18. Beitrüge zur Erforschung steirischer Geschichte, 27. Jahrg. 19. Zeitschrift des histor. Vereines für Steiermark 1908. — 20. Jagič: Festschrift. 21. Zelinski. Cicero im Wandel der Jahrhunderte. — 22. Berger: Schiller L, II. — 23. Kummer: Deutsche Literaturgeschichte. — 24. Murko: Stidl. Literaturen. 25. Friedjung : Geschichte Österreichs, B. I. - 26. Die osteuropäische Literatur und die slav. Sprachen. - 27. Ileinze: Vergils epische Technik. — 28. Norden: Vergils Aeneis, B. VI. 29. Bartsch: Zwölf a. d. Steiermark. — 30. Vogel: Nachschlagebtich f. d. Unterr. —31. Engel: Deutsche Literaturgeschichte. - 32. Ertl: Freiheit, die ich meine. — Gegenwärtiger Bestand 7283 Stücke in Blinden und 1 leiten. 2. Programnisammlung. (Kustos : Prof. K n a p p.) Programme der Mittelschulen Oesterreich-Ungarns mul Deutschlands bis zu den Zeiten zurück, in denen mit der Herausgabe gedruckter Jahresberichte an solchen Anstalten begonnen wurde. Diese Sammlung wird seit dem vorigen Schuljahre geordnet. Gegenwärtiger Stand: 25.317 Stück. 3. Schfllcrbibliothek. (Kustoden : Prof. Dr. Max H a i d und Dr. J o h a n n A r n e i z.) a) Geschenke : Verlag Tempsky, Wien : Biese, griech. I.iriker; Biese, röni. Elegiker. Matica lirvatska, Zagreb: Musič, Rječnik lirv.-slovenski (3 Eks.). — Društvo hrv. sredšk. profesora, Zagreb: Drechsler, Izabrane narodne pjesme, I. Junačke (3 Eks.). Katoliška bukvama, Ljubljana : Vole, Praški Jndek ; Sašeij, Bisernice iz belokr. nar. zaklada 1.; Leposlovna knjižnica. II. Scliiil. Morocutti (VI.): May, Old Surehand (2 Bde). Družba Sv. Mohora, Celovec: 25 H d e. a. ihr. Publik. h) Ankauf: E. Kradolfer, Wie die Pflanze die Erde erobert hat. — Krautmann, Österreichische Staatsbürgerkunde. — Was die Zeiten reiften, Gedichte aus acht Jahrhunderten. — Vom goldenen Überfluß. Eine Auswahl aus neueren deutschen Dichtern. — Von allen Zweigen. Sammlung deutscher Gedichte, herausgegeben von Lorenz, Raydt und Rößger. — R. Kypling, Im Dschungel. — Müller G. A., Im Zauber der Wartburg. W. Raabc, Alle Nester. -Schweiger-Lechenfeld. Raum und Zeit im Naturgeschehen und Menschenwerk. O. Kernstück, Turmschwalben. — Rosegger, Alpensommer. Eichendorffs Werke, 2 Bde. Tiecks Werke, 3 Bde. — Halms Werke, 1 Bd. — Novalis Werke, 2 Bde. — üanghofer, Herrgottschnitzer von Ammergau. Ganghofer, Schweigen im Walde. — Uansjakob, Jugendzeit. — Kamniške ali Savinjske Alpe. Spisal Ferd. Seidl. I. zvezek. (Slovenska zemlja. V. del). — Slovenske narodne pesmi. Uredil Strekelj (3 snopiči). — Prevodi iz svetovne književnosti: Gorski venec Petra II. Petroviča-Njeguša. Prevel R. Perušek. — Slovenska knjižnica II. zvezek. (Matica slovenska). Ks. Meško, Napoljani (Matica slovenska). B. Historisch-geographische Sammlung. (Kustos : Prof. Dr. Max 11 o f f e r.) a) Geschenke. 1. Vom k. k. Ministerin m für Kultus und Unterricht ein Exemplar der neuen Wandkarte des österreichischen Lloyds. 2. Die Türkeneinfälle in Steiermark, historische Karte im Maßstab 1 : 400.000, gezeichnet und geschenkt vom Schüler Gugel Emil (IV. A.) 3. Industriekarte Steiermarks im Maßstab 1 : 400.000, gezeichnet und geschenkt von Maierhofer Valentin. (IV. A), 4. Das Straßennetz Steiermarks im Maßstab 1 : 750.000, gezeichnet und geschenkt von Močnik Hermann (IV. A). 5. Generalkarte von Mitteleuropa, im Maßstab 1:200.000, Blatt: Triest; Österreichische Spezialkarte, im Maßstab 1:70,000, Blätter: Raibl u. Flitsch, Laas u. Zirknitz, Haidenschaft u. Adelsberg; geschenkt vom Kustos, (S. Sprachenkarte von Mitteleuropa, im Maßstabe 1:2,000.000, geschenkt vom Kustos. b) Ankauf. 1. Rothaug-Umlauft „Schulwandkarte der Sudetenländer“. 2. Wagner „Wandkarte des deutschen Reiches“. 3. Weber-Baldamus „Karte zum Studium der deutschen Geschichte des XIX. Jahrhunderts“, II. Teil, von 1815 bis zur Gegenwart. 4. Geistbeck, geographische Detailbilder für den Unterricht: Lugano, Denver in Colorado. — Stand der Sammlung am Ende des Schuljahres 1908/00: 135 Wand- und Handkarten, 20 Atlanten, 63 geographische und 88 historische Bilder, 2 Globen, 1 Tellurium, Terrainmodelle, 1 Stereoskop mit 95 Bildern, 1 Band „Österreich in Wort und Bild“. C. Physikalisches Kabinett. (Kustos: Prof. K. Zahl b ru c k n e r.) Neu angeschafft wurde: Ein Stöpsclrhcostat, eine Zambonische Säule und eine Experimentierwage; für den chemischen Unterricht: Abdampfschalen aus Blei, Glas und Porzellan, Kristallisierschalen, Abdampfschutztrichter, Stickstoffvorlage nach Varzentropp, Stativ mit Träger nach Habermann, gerade und U-förmige Chorkalziumröhren, Arscnwasscrstoff-aparat, Arsenreduktionsröhren, 2 Atomgewichtstafeln, 2 Kolodiumballons, Bechergläser mit und ohne Ausguß, Glasplatten zum Bedecken, ein Quecksilber-Zylinder, Dampfdichtebestimmungsapparat nach Mayer, 1 Dialysator-Destillationskolben für fraktionierte Destillation, Filtriergestell, Handexsikkator nach Schrötter, 100 Bogen Filtrierpapier, Filtriertrichter, 1/,•<• Gasschlauch, kg Kautschukstöpseln, Kochkolben und Erlenmayerkolben, Vorlagen mit Tubus, Bürette mit Glashalm, Bürettengestell, Meßzylinder, Meßpipetten, Pipettengestell, Vollpipetten, Löffel aus Eisen und Holz, pneumatische Wanne, Retorten mit und ohne Tubus, Röhrenwischer, Sammelkiibel aus Porzellan, Sandbadschalen aus Eisen, 1 Satz Schmelztiegel aus Ton, 1 Spritzflasche, Apparat nach Rosenfeld zur Darstellung von Chlorgas. - Stand am Ende des Schuljahres: 814 Stücke. D. Naturhistorisclies Kabinett. (Kustos: Prof. Dr. L. Poljanec.) Ankäufe: Geliirntypen, Singmuskelapparat eines Raben, Apparat zum Nachweise der Assimilation, zwei Apparate zum Nachweise der Niihrsalze, Apparat zur Demonstration der Saugkraft eines transpirierenden Sprosses, Apparat zum Nachweise des Gasaustausches in den Rindenporen. Diffusionsapparat und Keimapparat. — Stand am linde des Schuljahres 1908 09: 192fi.r> Stücke. E. Lehrmittel für den Zeichenunterricht. (Kustos: Prof. A. Hesse.) Ankauf: 27 Stück Werkzeuge, zum Zeichnen und Malen geeignet. — Stand der Sammlung: (i persp. Apparate, 20 dem. Drahtmodelle, 51 elem. Holzmodelle, 10 archit. niemeiitarfornien, 10 archit. Formen, üefiißfornien, 01 ornam. und kunstgew. Gipsmodelle. 22 figur. Reliefmodelle, 18 Köpfe und Büsten, 353 Stück Varia, 21 Vortagenwerke, 22 besondere Vorlagen. F. Musikaliensammlung. (Kustos: Gesanglehrer Rud. Wagner.) Ankauf: 1 Notenhefte. Gegenwärtiger Stand: 6025 Musikalien, 12 Wandtafeln und eine Stimmgabel. G. Münzensammlung. (Kustos: Prof. Dr. M. Hoff er.) Stand der Sammlung: 1111 numerierte Gegenstände und Anhang. H. Archäologische Sammlung. (Kustos: Prof. Dr. Jelovšek.) Gegenwärtiger Stand: 11 Nummern. Für alle den verschiedenen Lehrmittelsammlungen zugewendeten Geschenke wird den geehrten Spendern der wärmste Dank ausgesprochen. V. Unterstützung der Schüler. A. Den ersten Platz der Andreas Kautschitsch’seheu Stiftung hatte der Schüler Peter Rihtarič der Vlll., den zweiten Platz der Schüler Rupert Lintner der IV. B-Klasse inne. B. Die Zinsen der A. K a u t sch i t s c h’schen Stiftung im Betrage von 12 K wurden zum Ankauf von Schreib- und Zeichenrecpiisiten verwendet. C. Die für 1908 fälligen Zinsen der A. Humersehen Stiftung von 10 K 50 li wurden dem Schüler der VI. Klasse Rungaldier Randolf zuerkannt. D. Von den aus der Marburger Sparkasse-.lubiläunisstiftung bis 31. Dezember 1908 fälligen Zinsen wurden laut Stadtschulratsbeschlusses vom 17. November 1908, Z. 2510, die Schüler Franz Schautz der Vlll., Friedrich Moser der VII., Karl Kaiser, Johann Krainz, Randolf Rungaldier der VI., Friedrich Gugel der V. A, Karl Reidinger der V. B, Karl Fromm eye r, Emil Gugel, Hermann Weingerl, Frust Wresnig der IV. A, Josef Antcnsteiner und Franz Gerne i č der III. A beteilt. F. In die Kasse des Vereines zur Unterstützung dürftiger Schüler des Gymnasiums haben als Jahresbeiträge oder Wohltätigkeitsspenden für 1908/9 eingezahlt: A) die wirklichen M i I g I i e d e r. K li Herr Marius Graf Attems, k. k. Statthaltereirat . . 10 „ Wilhelm Badl, Haus- und Realitätenbesitzer .........................10 Baron Richard Basso Gödel-I.annoy .....................................................10 Dr. Barthol. Ritter von Carneri, Schriftsteller und Hausbesitzer |......................8 — „ Prof. Dr. F. Fetiš 1 „ Prof. Alfred Fink ............................................................... . . . 4 - „ J. Fink, Seelsorger in der k. k. Männer-Strafanslalt Marburg......................... 4 — Fiirlrag . 50 Herr Dr. Franz Firbas, k. k. Notar.......................... „ Oymnasialdircktor Julius Gtowacki „ Alois Haubenreich, fürstbiscliöfl. geistl. Rat ,, Wilhelm Heinz, Buchhändler „ Prof. Dr. Max Hoffer.................... ,, Dr. Josef Hohnjec, Theologie-Professor „ Prof. Franz Horäk............................. „ Domdechant Prälat Karl Hribovšek „ Rudolf Janežič, Spiritual „ Prof. Franz Jerovšek...................... „ Ed. Ritter v. Jettinar, k. k. Finanzrat „ Dr. Franz Jurtela, Advokat in Pettau „ Med. Dr. V. Kac. Zahnarzt „ Prof. Jakob Kaučič........................ „ Dr. Anton Korošec, Weltpriester L. H. Koroschetz, Kaufmann „ Dr. Franz Kovačič, Theologie-Professor „ Gymnasiallehrer Ludwig Lang „ Anton Liebisch, k. k. Oberlandesgerichtsrat „ Prof. Georg Mair.............................. „ Kanonikus Josef Majcen........................... „ Prof. i. R. Johann Majciger, k. k. Schulrat „ Prof. Blasius Matek...................................... ,, Kanonikus Dr. Martin Matek . ,, Prof. Dr. Anton Medved................... „ Kanonikus Dr. Johann Mlakar „ Franz Moravec, Dom- und Stadtpfarrer „ Anton Morocutti, k. k. Landesgerichtsrat „ Dr. Ernst Mravlag, Rechtsanwalt . Se. Exzellenz der Herr Fürstbischof Dr. Michael Napotnik Herr Franz Otto, k. k. Professor.............................. „ Andreas Platzer, Kaufmann . „ Med. Dr. Amand Rak....................................... ,, K. k. Oberdirektor Josef Reisei „ Dr. Franz Rosina, Advokat....................' . „ Dr. J. Rudolf, Advokat in Gonobitz „ Josef Ritter von Savinschegg, kgl. ung. Rittmeister i „ Karl Scheidbach, Buchhändler ,, Dr. Hans Schmiderer, Bürgermeister von Marburg Fräulein Maria Schmiderer, Hausbesitzerin Herr Franz Simonič, Dom- und Stadtpfarrvikar ,, August Stegenšek, Präfekt im f. b. Knabenseminai „ Anton Stergar, Kaplan an der Vorstadtpfarrkirche St. Magdalena ,, Karl Soß, Kaufmann........................ „ Eduard Taborsky, Apotheker „ Dr. J. Tomažič, f.-b. Sekretär „ Josef Tsclieligi, Realitätenbesitzer . „ Dr. Paul Turner, Realitätenbesitzer „ Viktor Verderber, k. k. Staatsanwalt „ Prof. Dr. Karl Verstovšek................. „ Kanonikus Barthol Voll ,, Dr. Franz Voušek, k. k. Oberlandesgerichtsrat „ Prof. Johann Vreže........................................ „ Prof. Karl Zahlbruckner................................... ,, Prof. Josef Zidanšek, Direktor des f.-b. Knabenseminars ,, Zolgar, Kaplan........................................... Liibl. Bezirksvertretung Marburg ............................. Geehrter Verein „Hranilno in posojilno društvo v Ptuji Geehrte Posojilnica in Frauheim............................... Geehrte Posojilnica in Marburg................................ Übertrag Summe Herr Gymnasiallehrer Dr. Johann „ Johann Bogovič, Kaplan . . „ Max Halfter, k. k. Turnlehrer ,, Dr. Anton Jerovšek, f.-b. Hofkaplan B) die Wohltäter: Arneiz......... K h . 50 — 4 — . 10 — . 4 — . 6 - , 4 — . 4 — 5 -10 — 4 — 4 4 10 -4 -4 -4 — 4 -4 — 4 — 4 - 5 — 4 4 5 -4 — 10 --ß — 4 -I 20 -40 - 4 — 5 - 4 — 5 - (i 10 10 . 4 10 4 4 4 . 4 . 4 ‘20 . 5 . 10 4 4 4 . 4 -4 4 -4 -4 4 10 60 15 50 - 533 — K h . 1 -2 _ ! 2 — 2 Fürtrag 7 K h Übertrag ... 7 — Herr Prof. Friedrich Knapp...................................................................... 2 „ J. E. Kociper, Katechet...................................................................... 2 — „ Dr. Franz Lukman, Professor an der b. Diö/.esanlehranstalt....................................2 — „ Johann Markošek, Kaplan an der Dompfarre......................................................1 — „ Josef Martin/., Kaufmann....................................................................2— „ Franz Oelim, Hausbesitzer.................................................................... 2 — „ Martin Petelinšek, Kaplan................................................................... .2 „ Dr. Leopold Poljanec, Gymnasialprofessor ............................................. . . 2 „ Josef Rapoc, Hausbesitzer............................................................. . 2 — „ Dr. Josef Somrek, Direktor der St. Cyrillus-Buchdruekerei.....................................3 ,, Gustav Tauzlier, k. k. Obcr-Finanzrat und Einanzbezirksdirektor...............................2 — „ Dr. med. Philipp Terč.........................................................................2 „ Josef Trafenik, l *> ’> 20 32 — 22 35 19 27 14 32 39 36 38 25 339 H. 4 9 2 9 4 5 1 5 6 5 4 ■>l III. 1 2 1 I 1 1 1 8 Ungeprüft blieben . — — — — — 1 — 1 Summe 31 49 — 30 18 29 35 19 43 50 45 46 28 153 Klasse 8. Geldleistungen der Schüler. Das Schulgeld haben gezahlt: im I. Semester im 11. Semester Ganz befreit waren im I. Semester im II. Semester Das Schulgcld betrug im ganzen im I. Semester K im II. Semester K 1. II. III. IV. V. VI. VII. VIII. Zusammen 1 a b c a b a 1' a b a b II 20 20 10 12 15 14 11 6 11 7 7 13 16 203 30 9 7 15 11 15 13 10 3 9 6 11 17 7 163 8 9 9 19 35 15 30 17 29 18 21 38 29 26 303 18 18 21 1 1 35 11 31 17 32 18 21 35 23 35 334 1230 600 600 300 360 150 420 330 180 330 210 210 390 480 6090 900 270 210 150 330 450 390 300 90 270 180 330 510 210 4890 '2130 870 810 750 690 900 810 630 270 600 390 510 900 690 10980 193 20 130 20 117 60 1260 1680 16’80 25-20 1680 4-20 12 60 12-60 4 20 12-60 575-40 102 62- 60' 58- 94- 60- 88- 58- 70- 58- 58- 92- 84- 84' 1028' 8' 12- 20- 4- 4- 4- 4- 8' — 12- 12- — 88- 295 20 200 20177 60 82-60 130 80 80-80 117 20 78-80 78-20 78-60 70 60 10820 10860 84- 169140 2425 20 1070 20 987 60 83260 82080 98080 98720 70880 34820 67860 46060 64820 1008 60 774' 12671-40 10 11 — 27 3 3 1 9 3 1 I 1 6 6 O 1 1 6 1 1 4 12 ; 20 13 11 1 9 3 1 1 1 40 20 — — 10 8 2 3 1 1 — — — — 25 — — — 1 ■— 2 4 1 1 4 ■— 13 i — — — — — — — — — — — 10 10 13 12 5 2 I 3 1 z ~ 1 3 40 ) — 1 11 — 9 1 — — 25 — ■— — — — — — 6 7 12 25 — — — — — — 9 11 17 9 5 1 _ 52 1 — — — — — — — — 9 9 17 5 40 _ — — — — 5 5 — — — — - 10 3 '2 2 2 2 5 2 1 2 9 33 — — 3 9 I 2 2 4 2 4 2 9 31 256 159 200 200 300 760 200 564 300 1098 4037 256 159 100 200 300 100 200 564 300 1098 3577 512 318 300 400 600 1160 400 1128 | 600 2196 7514 Zusammen K Die Aufnahmstaxen betrugen ■ . K Die I.ehrmittelbeiträge betrugen . K Die Taxen für Zeugnisduplikate betrugen K Summe K Gesamtsumme der Geldleistungen in K Besuch des Unterteiltes in den nicht obligaten Gegenständen. Zweite Landessprache (Slowenisch) . I. Kurs II. Kurs III. Kurs IV. Kurs Man z. Sprache, II. Kurs I Kalligraphie I Freihandzeichnen I. Kurs II. Kurs III. Kurs j Darstellende Geo- j metrie u. geometr. j Zeichnen | Gesa mg Kurs Kurs Kurs II. Kurs III. Kurs Stenographie 1. Kurs II. Kurs steiermärkische Geschichte ............... 10. Stipendien. Anzahl der Stipendien ! Qcsn im I. Semester im II. Semester imthetrag im I. Semester K 'Mi II. Semester K Zusammen K — X. Maturitätsprüfung. Die mündliche Maturitätsprüfung des Soininertemiines 1908 wurde in der Zeit vom 6. bis 9. Juli unter dem Vorsitze des Herrn k. k. Landessclmlinspcktors Peter Končnik ab-gehalten und unterzogen sich ihr sämtliche 27 öffentlichen Schüler der VIII. Klasse. Davon erhielten ein Zeugnis der Reife mit Auszeichnung 4, die übrigen 23 ein Zeugnis der einfachen Reife; es waren folgende Kandidaten: ^ Name CU Geburtsort Vaterland Lebensalter Dauer der Gynin. Studien iti Jahren Gewählter Beruf 1 Blumcr Johann Rio Claro (S. Paulo) Brasilien 20 8 Theologie 2 Cilenšek Johann Gotovljc Steiermark 21 8 3 Cernic Andreas Vrh bei Görz Küstenland 23 10 Jus 4 ] Derenda Martin St. Leonhard b. Rann Steiermark 22 8 Militär 5 Frisch Hermann Klagenfurt Kärnten 18 8 Philosophie 6 Gašper Martin St. Marlin b. Windischgraz Steiermark 20 8 Jus 7 Hlebce Josef Hinje Krain 22 8 Bahndienst 8 J Horvat Anton Mostje Steiermark 20 8 Jus 9 Ivane Karl St. Peter hei Königsberg 22 9 ,, 10 [ Jazbinšek Franz Laakdorf ,, 22 8 Militär 11 Kaffou Adolf Steinbriiek ,, 21 9 „ 12 1 Koroschetz Hubert Marburg ,, 21 10 Handel 13 j Langenmantel E., E. v. AlgerscTorf b. Graz ,, 21 10 Jus 14 1 Majcen Stanko Marburg ,, 20 8 ,, 15 Petrovič Hans St. Leonhard W. B. ,, 19 8 16 Potočnik Josef St. Rochusa.d. Sotla ,, 21 9 Theologie 17 | Sagadin Anton Wochau ,, 20 8 Beamter 18j Soss Friedrich Laibach Krain 20 8 Medizin 19 Stegenšek Franz Drožanje Steiermark 19 8 Jus 20 Šmajdek Martin Radmannsdorf Krain 20 8 j. 21 Trinkaus Johann Schittanzeii Steiermark 21 8 „ 22 | Valenti Franz Saldenhofen 26 8 Bahndienst 23 Vešnik Ferdinand Mauerbach 22 8 Militär 24 ' Wallncr Adolf Straßgang „ 19 8 Jus 25 Wanter Adolf Polstrau „ 20 8 26 j Zagoršak Franz Sahnansdorf 23 10 Theologie 27 ! Žepič Ludwig Razbor 1). Steinbr. » 21 8 Jus Zu der Reifeprüfung im Herbsttermin hatten sich ein Privatisl und ein I xlernist gemeldet; letzterer trat noch vor der schriftlichen Prüfung zurück und es blieb nur der Privatist der VIII. Klasse, Nemanitsch Günther, geboren zu Cilli in Steiermark, 18 Jahre alt, der das Gymnasium nach 8jährigem Studium absolviert hatte. Die schriftliche Reifeprüfung wurde vom 17.—19. September 1908 abgelialtcn. Folgende Arbeiten wurden gegeben: 1. Aus dem Deutschen; a) Was bedeuten die Jahre 1818 bis 1908 für die Entwicklung Österreichs? b) Welche Strömungen beherrschen die deutsche Literatur am Ende des 18. und Anfänge des 19. Jahrhunderts und wie ergänzen sie sich gegenseitig? c) Wodurch erlangt ein Volk weltgeschichtliche Bedeutung? (Zur Auswahl.) 2. Übersetzung aus dem Lateinischen ins Deutsche: Cicero, Tusc. disp. II. 10, 23 27. 3. Übersetzung aus dem Griechischen ins Deutsche: Xenophon, Hcllcnika. V. 2, 25—29 (von <) ös OoißfSa; bis eE? ttjv axporcoXtv). Bei der am 24. September unter dem Vorsitze des Herrn k. k. Landessclmlinspcktors Dr. Karl Rosenberg abgehaltenen mündlichen Reifeprüfung erlangte der Prüfling ein Zeugnis der Reife mit Auszeichnung; er widmet sich dem Studium des Jus. Die schriftliche Reifeprüfung des Sommcrtcrmines 1908/9 wurde in der Zeit vom 24. bis 27. Mai vorgcnoinincn und unterzogen sich ihr sämtliche Schüler der Vlll. Klasse, d. s. 42 öffentliche. Folgende Arbeiten wurden gegeben: 1. Aus dem Deutschen: a) Lassen sich Schillers Worte: „Fr preiset das Höchste, das Beste1;, auf ihn selbst anwenden? b) Worin äußert sich das Fortleben der altgricchischcn Kultur in der Gegenwart? c) „Zumeist bedenke, Deinem Leben Durch Arbeit Kern und Halt zu geben! Ein Leben ohne Arbeit gilt Nur, was ein Rahmen ohne Bild.“ J. W. Weber. (Zur Auswahl.) 2. Übersetzung aus dem Lateinischen ins Deutsche: Cicero, De republica, VI. cap. § 10 — cap. 12 § 11 (von Dcindc, ut cubitum diseessimus — parumper audite cetera). 3. Übersetzung aus dem Griechischen ins Deutsche: Xenophon: Agcsilaos cap. I. § 25 29 (von 'ErceiOY] Se bx[j oužepatve bis yj/.ov ot tcöv 7toXč|iu.ov trejrete;). -I. Aus dem Slowenischen, obligat für slowenische Schüler: a) Atcne, Rim, Jerusalem-troje ognjič človeške prosvete, b) Spoznavanje prirode ne uči samo, kako majhen je človek, ampak tudi, kako velik je. c) Kako more pesnik vzgajati svoj narod? (Zur Auswahl.) Der Schüler Franz Baš wurde während der schriftlichen Reifeprüfung wegen eines Todesfalles in der Familie für einen Tag beurlaubt und mußte daher die Arbeit aus der lateinischen Sprache nachholen. Er unterzog sich ihr am 22. Juni und hatte folgendes Thema zu bearbeiten: Übersetzung aus dem Lateinischen ins Deutsche: Livius, XXX. cap. 30 § 3 12 (von Tum Hannibal — tu hodie es) Rede Hannibals an Szipio vor der Schlacht bei Zama. Die mündliche Reifeprüfung des Sommerterniines 1909 wird am 9. Juli 1. J. beginnen. XI. Aufnahme der Schüler für das Schuljahr 1909/1910. Das Schuljahr 1909/10 wird am 18. September 1. J. um 1 .,8 Uhr morgens mit dem hl. Geistamte in der Aloisikirche eröffnet werden. Die Einschreibung der Aufnahmswerber in die erste Klasse wird am 8. Juli von 9 bis 12 Uhr und am Hi. September von 9 bis 12 Uhr im Lehrzimmer der 11. B-Klasse stattfinden. Die übrigen, in die Anstalt neu eintretenden Schüler und diejenigen, welche bereits im Juli-Termine die Aufnahmsprüfung in die erste Klasse mit gutem Erfolge bestanden haben, haben sich am 16. September um die gleiche Zeit und am gleichen Orte zur Aufnahme zu melden. Die Aufnahme der Schüler, welche der Anstalt schon früher angehört haben, erfolgt am 16. und 17. September von 9 bis 12 Uhr in den Lehrzimniern der VIII., II. A- und IV. B-Klasse. Das Nähere wird durch einen Anschlag auf dem schwarzen Brette bekannt gemacht werden. Später findet keine Aufnahme statt. Schüler, welche aus der Volksschule in die erste Klasse aufgenommen werden wollen, müssen das zehnte Lebensjahr noch im laufenden Kalenderjahre vollenden und sich einer Aufnahmspriifung unterziehen, bei der gefordert wird: a) Jenes Maß des Wissens in der Religion, welches in den ersten vier Klassen der Volksschule erworben werden kann, b) In den Unterrichts-Sprachen: Fertigkeit im Lesen und Schreiben der deutschen und lateinischen Schrift; Kenntnis der Elemente der Formenlehre; Fertigkeit im Zergliedern einfach bekleideter Sätze; Bekanntschaft mit den Regeln der Rechtschreibung und richtige Anwendung derselben im Diktandoschreiben. c) Im Rechnen: Übung in den vier Grundrechnungsarten in ganzen Zahlen. Nichtkatholische Schüler haben bei der Einschreibung ein vom Rcligionslehrer ihrer Konfession ausgestelltes Zeugnis über ihre religiöse Vorbildung beizubringen. Einer Aufnahmsprüfung haben sich auch alle Schüler zu unterziehen, welche von Gymnasien kommen, die n) nicht die deutsche Unterrichtssprache haben, b) nicht dem k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht in Wien unterstehen oder c) nicht das Öffentlichkeitsrccht genießen. Schüler, welche von öffentlichen Gymnasien kommen, können einer Aufnahms-priifung unterzogen werden. Alle neu eintretenden Schüler sind von ihren Eltern oder vertrauenswürdigen Stellvertretern derselben vorzuführen und haben sich mit ihrem Tauf- und Geburtsschein und den Frequcntationszeugnissen oder Nachrichten über das letzte Schuljahr auszuweisen. Die Aufnahmstaxe von 4 K 20 h, der Lehrmittel- und Jugendspielbeitrag von 2 K 60 h und das Tintengeld für das ganze Schuljahr im Betrage von 60 h sind von allen neu eintretenden Schülern bei der Aufnahme zu entrichten. Die Aufnahmswerber in die erste Klasse bezahlen diese Beträge erst nach der mit Erfolg bestandenen Aufnahmsprüfung, u. zw. die vom Juli-Termine bei ihrer Einschreibung am 16. September, die vom September-Termine nach der Aufnahmsprüfung am 17. September in der Direktionskanzlei. Die nicht neu cintrctenden Schüler entrichten bloß den Lehrmittel- und den Jugendspielbeitrag und das Tintengeld. Die Taxe für eine Privatisten- oder eine Aufnahmsprüfung beträgt 24 K; für die Aufnahmsprüfung in die erste Klasse ist jedoch keine Taxe zu entrichten. Schüler, welche von einer anderen Mittelschule kommen, können ohne schriftliche Bestätigung der an derselben gemachten Abmeldung nicht aufgenommen werden. Das Schulgeld beträgt 30 K für jedes Semester. Von der Zahlung des Schulgeldes können nur solche wahrhaft dürftige*) Schüler befreit werden, welche im letzten Semester einer Staats- oder anderen öffentlichen Mittelschule angchört, im Betragen die Note „sehr gut“ oder „gut“ und in allen obligaten Lchrgegenständen mindestens „genügend“ erhalten haben. Die bezüglichen Gesuche sind innerhalb der ersten drei Tage des Schuljahres den Klassenvorständen zu überreichen. Für das erste Semester der ersten Klasse gilt die k. k. Ministerial-Verordnung vom 7. März 1909, deren wesentlichste Bestimmungen folgende sind: ;i:) Der Nachweis hiefiir ist durch ein genaues, nicht über ein Jahr altes, vom Gemeinde- und vom Pfarramt ausgestelltes Mittellosigkeitszeugnis zu erbringen. 1. Das Schulgeld ist von den öffentlichen Schülern der ersten Klasse im ersten Semester spätestens im Laufe der ersten 3 Monate nach Beginn des Schuljahres im vorhinein zu entrichten. 2. Öffentlichen Schülern der ersten Klasse kann die Zahlung des Schulgeldes bis zum Schlüsse des ersten Semesters gestundet werden: ti) wenn ihnen in Bezug auf das Betragen eine der beiden ersten Noten der vorgeschriebcncn Notenskala und in Bezug auf die Leistungen in allen obligaten Lehrgegeustäuden mit Ausnahme des Turnens mindestens die Note „genügend“ zuerkannt wird, und b) wenn sic, beziehungsweise die zu ihrer Erhaltung Verpflichteten, wahrhaft dürftig, das ist in den Verinögcnsverhiiltnissen so beschränkt sind, daß ihnen die Bestreitung des Schulgeldes nicht ohne empfindliche Entbehrungen möglich sein würde. 3. Um die Stundung des Schulgeldes für einen Schüler der ersten Klasse zu erlangen, ist binnen 8 Tagen nach erfolgter Aufnahme desselben bei der Direktion jener Mittelschule, welche er besucht, ein Gesuch zu überreichen, welches mit einem nicht vor mehr als einem Jahre ausgestellten behördlichen Zeugnisse über die Verniögensverhältnissc belegt sein muß. Zwei Monate nach dem Beginn des Schuljahres zieht der Lehrkörper auf Grund der bis dahin vorliegenden Leistungen der betreffenden Schüler in Erwägung, ob bei denselben auch die unter Punkt 2, lit. a) geforderten Bedingungen zutreffen. Gesuche solcher Schüler, welche den zuletzt genannten Bedingungen nicht entsprechen, sind sogleich zuriiekzuweisen. Die definitive Befreiung von der Zahlung des Schulgeldes für das erste Semester wird unter der Bedingung ausgesprochen, daß der Ausweis über das erste Semester bezüglich des Betragens eine der beiden ersten Noten der vorgeschriebcncn Notenskala, bezüglich der Leistungen in den obligaten Gegenständen mindestens die Note „genügend“ aufweist. Trifft diese Bedingung am Schlüsse des Semesters nicht zu, so hat der betreffende Schüler das Schulgeld noch vor Beginn des zweiten Semesters zu erlegen. Die Wiederholungs- und Naclitragspriifungen werden am Hi. und 17. September von 8 Uhr vormittags an abgehalten werden. Die betreffenden Schüler haben sich hiezu am 16. September um 8 Uhr vormittags in ihren vorjährigen Klassenzimmern einzufinden. Mit Bezug auf den § 10 des O.-E. wird den auswärtig befindlichen Eltern hiesiger Schüler die Pflicht ans Herz gelegt, dieselben unter eine verläßliche Aufsicht zu stellen; allen.Eltern und deren Stellvertretern aber wird auf das eindringlichste empfohlen, bezüglich ihrer der Lehranstalt anvertrauten Pfleglinge mit derselben in regen Verkehr zu treten, da nur durch das einträchtige Zusammenwirken von Schule und Ilaus das Wohl der Jugend erreicht werden kann. Die Direktion. Oznanilo. Na c. k. gimnaziji v Mariboru se začne šolsko leto 1909/10 s slovesno mašo dne 18. septembra. Učenci, kateri žele vstopiti na novo v prvi razred, se morajo oglasiti v spremstvu svojih starišev ali njih namestnikov dne 8. julija ob 9. uri dopoldne ali začetkom novega šolskega leta dne 16. septembra dopoldne ob 9. uri pri ravnateljstvu s krstnim listom in z obiskovalnim spričevalom ter izjaviti, žele li biti vsprejeti v slovenski ali nemški oddelek prvega razreda. Vsprejemue skušnje sc prično 8. julija ob ‘20. uri popoldne in 16. septembra ob 2. uri popoldne. V Mariboru, meseca julija 1909. Ravnateljstvo. Lehrbücherverzeichnis für das Schuljahr 1909 10. Im allgemeinen gilt das auf Seile 42 abgedruckte Verzeichnis des verflossenen Schuljahres ; folgende Ausnahmen sind zu beachten: II. Klasse. Deutsche Sprache: Leop. Lampel „Deutsches Lesebuch f. d. II. Kl.“ 11. Aufl. m. Ausschluß d. früheren. Dr. Karl Tumlirz „Deutsche Sprachlehre f. Mittelschulen“. 2. u. 3. Aufl. statt Willomitzer. — Geographie: Franz lleiderich „Österr. Schulgeographie“. II. T. f. d. II. u. III. Kl. 2. Aufl., Ausschluß der 1. statt Supan. — Kozenns Schulatlas, II. u. 40. Aufl., Ausschluß der früheren. Für Mathematik in 1 und Deutsch in V sind die Bücher noch nicht bestimmt, cs möge daher mit dem Ankauf gewartet werden. Nachtrag zum Inhaltsverzeichnis. 2. De originc ct vi vocis „tarnen“. Scripsit Dr. .loh. Arnciz.