Nr. 147. Freitag am 3tt. Juni_____ 1865. Die „loibacher Heilung" mchem«. mil A»5>M»!r dn Vnselllonsgtblllir fl!r eine Garmond-Spallmzeill Sonn- und sseilrtagt, täglich, und lustcl jnmml dc» »^^M^MM^f °"" ^" ^""'" Helden, ist fllr Imalige Eiuschal- Veilagen im Complolr ganzjülirig 1, fl.. halb- ,HM^^^^^N^ "°s 6 lr.. fi!r 2m°!ige 8 lr., für 8m°lige 10 kr. u. s. w. jährig L fi. 50 lr.. mil Kreuzband im Eomploir '»UM H'^M^ Z«^ ^° "^ Gebuhren ist noch der Insertions - Stempel gansj 12 fl, halbj. 0 si. ssllr die Zustellung iu's ^W^MWW^WMK p« »0 lr. für eine jedesmalig« Cinlchaltung hinzu zn Hau«'sind halbj. 50 lr. mehr z- entrichten. Mll ^WWWlWWMA «chnen. Inserate bis 10 Znlm lostm I fl. 90 tr. der Post portofrei ganzj.. unter Hkreuzband und gr, iVBMNMKMM^ kür 3 Vl al, I fi. 40 kr. ftr « Nal und 90 kr. fttr brucklcr Adresse ib ft., halbj. 7 st. 50 lr. l^«WW>M^ ^ ^" ^^ Inbegriff be« Insertionsftempel«). Ulllllicher Theil. ^c. l. l. Apostolische Majestät habcu folgendeAller« höchste Handschreiben zu crlasscu geruht: lieber Graf Nl^daSdy! Ucbcr Ihr wieder-hollct« Ansuchen culhebe III) Sic in Gnaden von der bisher bekleideten Stelle nnd drücke Ihuen wiederholt Meine Anerkennung Ihrer vorzüglichen, Viir und den» Staate glleistclcu Dienste auö. Wicu, am 2C>. Juni 1865. Fran.; Joseph in. ^. Lieber Graf Zichy! Ueber Ihr Ausuchcn cut» l>cl»c Ich Sie in (Gnaden uou dein bisher bekleideten Posten Meines uugarischcu HoflanzlcrS, indem Ich Mir Ihre weiteren Dienste vorbehalte. Wie», am 2<». Juni 1Kl)5>. /ran.; Joseph in. z>. Vicbrr Gcorg v. Mujlath! Ich ernenne Sie ,;u Älciüe», ungarischen Hoflanzlcr. Wien, am 2C. Inui IAll5). /ll,N5 Joseph III. ^». T>«- Gtnntslliillislcl l)n< dcn NcnicrllügiOatl) und Dircllov der administrativen Stutistil Dr. Adolf F i ck c r zum ersten Vize-Präscö bei der slaalöwisscuschastlicheu Staatsprüfungstoiumission iu Wicu crnauul. Der l. l. Statthalter in Kraiu hat dem Dim-' nisten der l. t. Landesregierung Johann Suppau eine im Status der l. l. AczirtSämlcr iu iiraiu cr< lcdigtc itauzlistcustcllc vcrliehcu. Richlülllllicher Theil. Laibach, 2!). Iuui. Vor dem wichtigeu Ereignisse, vor dem Minister-Wechsel in Wicn, trete» allc anderen Nachrichten alt! unbedeutend zürnet; dcnu cs bedeutet dieser Mmisttr-wcchsrl zuqlcich cineu Systcmwcchscl. Noch ist die Crisis nicht zu liindc, uoch ist die Wendung nicht st.cmz uollzoa.cn, es diirften darilbcr noch einige Tage vergehen. Trotzdem scheint uu« die tounnende Situa» lion tlar und durchsichtig, wenn auch nur in dcn allgemeinen Umrissen. „Ausgleich mit Ungaru" ist die Parole; da aber k!c Ungarn nichts vou der Februarverfassung wisscu »oollcn, so mußte man sich zu Kouzcssioncn bequemen. Die Kaiscrrcisc nach Pcst, der Verkehr Sr. Majestät nnl dcr ungarischen Aristokratie, mit dcu Alllouscr-vativen und Dimliflcu entschied. Vorerst mnßtc dcr Träger dcr Fcbruarpriuzipic,,, Schmerling, bewogen werden, seine Demission zu geben. Die uucrwarlctc (5'liicnmmg deß Herrn v. Majlath gab daö Signal, und das Ministcrium Schmerling trat ab. Der liberale KonstiliilioualiSinns, wie er im Ab« gcordnclcuhausc sich gcllcud machte — leider iu sehr unerquicklicher und unfruchtbarer Ncisc — unterliegt. Mit dcr Ernennung des Herrn v. Majlath zum uu-gM'ischcu Hoskanzlcr scicru die historischen Idccn dci« Ollobcr'Diplomö, die anö früheren fcudalcn Zeilen stu,,uttfi',d^i staatsrechtlichen Formen cincu Sicg ybcr dic modernen Berfaffnngs-Ideen, welche cinc unlic-dingte Einheit des ElaalcS und die Gleichberechtigung Mr Staatsbürger innerhalb dcr Grenzen dcö Ncichcs stls oberstes Prinzip fordern, Herr u. Ptajlqth, j^gl die ,.V. Z.", der sich i,n Jahre il-j.U mnlhig dcn extremen Parteien Ungarns gegenüberstellte, gilt als cm Mau», dcr eine» gemäßigten Dualismus alö das AMnnflömiltcl znm Ausgleiche Ungarns mit dem Gesammtstaate für möglich hält. E« muß daher auf dic sogcuauntcn Rechte dcr ungarischen Krone zn» rückgcgangcil werden, c^> muß die Integrität dcr uu-garischcu Krone gewahrt werden. Die Integrität dcr ungarischen z?rouc, „das SlMwl dcr historischen Er> stcuz Ungarns" wird, wie cs scheint, gcwahrt wcrdcu, dcuu die sicbcnbürgischc nud lroalischc Hoftauzlci cr» hallen leine Hoftanzlcr mehr und werden, einer vorherrschenden Annahme zufolge, mit dcr ungarischen Hoflanzlci vereinigt wcrdcu. Nach dem ,.N. Flilt." ist jedoch Graf Bclcrcdi uichl für den Dualismus und für das OItobcr«Di< plom. Darin unterschcidct cr sich von dcr Partei Clam uud dcr czcchischcu Ncaltiou, welche den euge» reu ZtcichSrath in die Landtage nnflöscu will. Ncni« gcr dürfte Graf Äclcrcdi für dcn weiteren NcichSralh sich iutcrcssircn, au dessen Stelle eine Versammlung von Dclcgirtcn dcS engeren Rcicheralhcs und des ungarischen Vandlagcs loiuiueu soll. Kein D u a » lisinuS ist auch die Vosnng des ucucu Hlinistcriumö, sagt das gcuauutc Blatt, sowie Erhaltung dcS K o n st i t^i t i o n a li s m u o auf bciocn Seiten dcr ^citha. Allc Älodifilalioncu follcu auf ucrjasfnngö-mäßigcm Wege zu Stande lommcu. Mau ficht, die Aufichtcu laufen auf EiuS hin» auö, und uuö scheint, dem ucucu Ministerium ist cö uorbchallcu, zwischcu ^ltobcr'Diplom und Februar« ^crsassuiia dic rcchtc Millc, dic zli.^lcich dcn Aüö' ßlcich uiil Uliani n l^ii^l, z>l fiiibcli. Münc c» ihm nclii,-gen! In dcr vcrhaugnißvollcn Situation, iu wclchcr Oesterreich sich heute befindet, sagt das „Fbtt.", sind cö uicht Begriffe und Worte, welche dcn Staat auf. zubauen uud zu rcllcn vcrmögcu; cs siud vielmehr dic Mänucr, uud zwar gauzc und lhalkraftigc Mauucr, dic wir brauchen, und die, crsüllt vuu dcr Größe wie von dcr Schwicrigteit ihrer Aufgabe, mit patriotischer Hiugcbung uud mit uucrmüdlichcr Arbeitskraft daö Wcr! drr iuucrn Wiedergeburt und der staatsrechtlichen Einiguug zu fördern Willens siüd. Solche Männer, wcr immer sic sciu, zu wclchcr Partei sic bisher gc> zählt habcu mögen, wird gewiß jcdcr aufrichtige Va-tcrlandsfrculld auf das Wärmste uulcrstuhcn, sobald cr die Ucbcizcugulig gcwouucu habcu wird, daß mit jcueu !Ktänncrll und mit ihren Absichten und Besttc» buugeu auch dic allgemeine Wohlfahrt dauernd werde gesichert wcrdcn. 22. Sitzung des HtMchmsl« vom 27. Iuui. Nuf der Ministerbant: Schmerling, Mccsöry, Wasser Plencr, Bnrgcr. Hei", Fraul, Scltionschrf v. Kalchberg. Hoftalh Peter (Handelsministerium), Hofrath Icscuowicz (lroatischc Hoflanzlei). Nach Vorlefung dcs Protokolls wcrdcu die Ein. laufe mitgetheilt. Darunter befindet sich cinc Mit. llicilung Sr. kaiserlichen Hoheit dcS Erzherzogs Naiucr, in wclchcr derselbe mittheilt, daß Sc. Majestät dcr Kaiser ihm cincn Urlaub zu einer Badereise, n< theilt. (Wird ehrerbietig zur Kenntniß genommen.) Graf Wirtcnb u r g übcr^i^i eine Petition dcr Wicncr uud Prager Gol^ uud Silbcrarbcitcr gegen die imperative Pimzirung. Graf Leo Thun iutcrpcllirl h?n Mer dcS Haudclöminislcriums dahin ^ wcjchc Hindcruissc dcr Vorlagc dcS NonMionSgcsctzcS für dic Prag-Ralouitj, ßgcr Bahn '"' ^cgc stchcu. ScllionSchcf r>. KalchbcrI cMrt. er werde hoffcutlich demnächst i« d^' yage sein, diese Petition durch PovlW dfö hcttcfscudcn GcschcS zu beanl« N'orjcn. Erster Gegenstand dcr Tagesordnung ist dcr Kommissiousbericht übcr dcn iutclimislischcn Zoll-Tarif. Berichterstatter ist Freiherr v. Ncyer. Dic Kommission stellt dcn Antrag, dcn Tarif sammt dcm betreffenden Gesetze anzunehmen. Graf Wickcuburg: Er habe sich sciucrzcil gegen dcu Abschluß dcS östcrrcichisch'prcußischcu Handelsvertrages ausgesprochen. Durch die cmiurnlc Majorität, wclchc sich aber für die Aunahme des Vertrages ausgesprochen, stelle sich jrbc Debatte als überflüssig heraus. Schon damals bemerkte er, daß dic Annahme dcS Vertrages das Schicksal drS allgc-mciucn Tarifes entscheide. Die gegenwärtige Vorlage beweise dies und deshalb bleibe, da cS sich um cin einfaches Rcchcncrcmpcl handelt, nur die Annahme dcs TarifcS zu empfehlen. Fürst Salm erklärt fich ebenfalls für den KommissiouSantrag, da nach dcr Annahme dcS östcrrcichisch'prcußischcu Vertrages man eben nichts Anderes lhuu könne. Nach dcm Schlußwort dcs Berichterstatters wird dcr KommifsiouSanlrag einstimmig nugcnommcn uud das Gesetz soglcich iu driltcr Lcsuug endgiltig zum Beschluß crhobcu. Eö wird sodann zur Fortsetzung dcr Spezial« dcbatte über daö Budget für 180:") gcschritteu. Fürst Iablouwsli rcferirt übcr Kavitcl VIl. Slaatsmiuislcrium. ^. Politische Verwaltung. Das Abgeordnetenhaus hat für dicscs ttnpiicl 2^,?!»1.15)!) sl. bewilligt, indem es cineu Abstrich von l,72l'..7'.^, sl. tiorncnoluulcu hatte. Die Kommission liccmtraal l'ci Titel C, ..Politische Verwaltung", um ^0.^07 fl. und bei Titel 15>, „Allgemeiner Ditzpo« silionsfoud", um 2(X).(XX) fl., zusammen also um 420.207 fl. mehr als daS Abgeordnetenhaus zn be« willigen. Die Abstimmung erfolgt übcr die einzelnen Titel. Titcl I bis 9 wcrdcn ohne Debatte angenommen. Titel 10, „Straßenbau." Graf Leo Thun bedauert dic bei diesem Tilel vorgenommenen Abstriche, obzwar rr die Nothwendigkeit derselben crlcrml. Die. Ausgaben für den Straßenbau scicn zur vollöwirlhschaftlichm Entwicklung dcS NeicheS nothwendig und man werde dafür Sorge tragen müssen, daß, sobald cs bic Finanzen erlauben, dicsc Ziffer entsprechend erhöht wcrdc. Die KommissionSanträgc wcrdeu augcuommcn. Bei dem Titcl 11, „Wasserbau", rrgrcift Gras Wicken burg die Gelegenheit, um dic Dona»,rcgulirung uud daö Projekt einer stabilen Brück»-nächst Wien zu besprechen. Nnch die Versandung dc5 Donaulanals und daS Kaiserwasser zieht Redner in dcu Kreis seiner Besprechungen und schließt mit dem Wuusch, die Regierung möge dicsc Angelegenheit in crustc Erwägung ziehen. Die Kommissiousanträgc werden angenommen. Titel 12 bis 14 werden ohne Debatte angenommen. Bli Titel 15. „Allgemeiner Dispositiousfond." Graf Leo Thun wünscht die Einstellung mil 200.000 fl. louform nnt dcm Abgeordnetenhaus?. Da die Verwendung dicscr Ziffer nicht bekannt werde, so könne er cmch seinen Antrag nicht mit Gründen ver-schcn. Er habe abcr dic moralische Ueberzeugung, daß dicscr Abstrich den Gang dcr Staalsocrwaltnng nicht beirren könne. Redner verwahrt sich dagcgen, als ob cr seine Ucberzcuguug aus Mittheilungen geschöpft hätte, wclchc cine Verletzung dcS Amtsgeheimnisses involvircn; vb-zwar cr sich enthalten wolle, diejenigen Thatsachen zu besprechen, aus welchen cr seine Ueberzeugungen schöpfte. Er glaubt nicht, daß man bei dicscr Post cincn Dif-fcrenzpunlt mit dem Abgcorduclcnhause schaffcu soll. Bei teiucm Diffcrenzpunltc wäre die Position dcs HcrrcuhauscS schwächer als bei diesem. Slaatsministcr Ritter v. Schmerling: Der Herr Vorredner hat seinen Antrag mit seiner wdioic 589 ducllcu Ueberzeugung begründet. Er habc nur zu bc> mcrkcn, daß dcr Gegenstand, um den cö sich handelt, sich jeder weiteren Erörterung entziehe. Der indivi-dnellcu Ueberzeugung des Vorredners stehe die Ueberzeugung der Gcsammtrcgicrnng gegenüber, welche bei all' ihren Bemühungen zu sparen, es für unumgänglich nothwendig erachtete, diese Summe zu lieanspru» chen. Das h. Herrenhaus wolle sich erinnern, daß cs in früheren Jahren zu dcr moralischen Ueberzeu» guug gekommen ist, daß diese Snmmc nothwendig ist und die Anträge der Kommission annahm. Bei dcr Abstimmung bleibt dcr Antrag Thnn in dcr Minorität (dafür 21 Stimmen), und wird dcr KommissionSantrag angenommen. Die übrigen Titel dieses Kapitels werden ohne Debatte angenommen. Die Kommission beantragt ferner die Gestaltung der Vircmcnts zwischen den einzelnen Titeln, mit Ausnahme dcr offiziellen Zeitungen dcS Dispositions« Foudcs und für dic Unterstützung dcr Flüchtlinge ans Montenegro nnd Bosnien votirten Summen (wird ohne Debatte angenommen). Die Bedccknng wird ohne Debatte konform mit dem Abgcordnetcnhansc angenommen. Prof. Miklosich rcferirt über Abtheilung 1l „Kullns und Unterricht" dieses Kapitels. Dic Kom< mission schließt sich in ihren Anträgen den Ziffern des Abgeordnetenhauses an. (Alis der Mi»istcrba»k: Siebcnbürgifchcr Vizc-Hoskanzlcr Freiherr v. Ncichei'stci») Staatsministcr Ritter u. S ch m crling bemerkt bezüglich ciucs zur Streichung beantragten Postens von :!W4 fl. zur Erwcitcr»ng dcr Kirche Maria Hilf, daß er wohl im Abgeordnetenhaus«: seine Zustimmuug zu dem Abstriche gegeben vorbehaltlich, daß der Ban nicht bereits begonnen sei. Nachträglich habe die tü-stcnläudische Statthaltcrci mitgetheilt, daß sie den Ban, welcher sich als sehr dringend herausstellte, habe bc-ginnen lassen, weil sie nicht erwarten konnte, das Abgeordnetenhaus werde demselben entgegentreten. Daraus erwachse für die Negicruug die Nothwendigkeit, dic Snmmc dennoch zn verausgaben uud bei dcr Rech' nuligslcguug zu rechtfertige». Graf Leo Thun: Da nach dieser Erklärung der Posten jedenfalls zur Verausgabung gelangt, scheine es ihm richtiger, den Betrag sogleich cinzu-stellen. — Redner stellt den Antrag auf die Einstcl. lung. Bei dcr Abstimmung werden die Kommissions-Antrügc mit dem Zusätze des Grafen Thun n"sso nommcu. Abtheiluug t" „Unterricht" wird von dcr Tages-Ordnnng abgesetzt, da der Herr StaalSministcr inzwischen zu Sr. Majestät berufen wurde. Erzbischof Litwinowicz refcrirt über Kap. Vlll „Ungarische Hofkanzlci." (Als Rcgierungsvcrtreter erscheint auf der Minister bank Hofrath Dcmery). Die Kommission beantragt, um 71.000 fl. mchr als daS Abgeordnetenhaus bewilligte, einzustellen. — Die Antrüge dcr Kommission werden ohne Debatte angenommen. Freiherr v. Hennct berichtet über Kap. lX „Siebcnbürgischc Hoflanzlei." Die Kommission stellt den Antrag, um 170.000 fl. mehr als das Abgeordnetenhaus bewilligte, einznsttllen. Graf Leo Thnn: Er halte eS für unzulässig, bei dcu Kapitelu, welche jene Länder betreffen, die im Ncichsrath noch nicht vertreten sind, unter die Ziffer hcrabzugchen, welche von den betreffenden Hoflauzleicn in Anspruch genommen werden. Anders sei cS bei Siebenbürgen, von dort seien Männer in den Reichs-räch eingetreten, welche glaubten, mit einem staalörecht-lich begründeten Mandat versehen zu sein. — Redner würde cs am liebsten sehen, wenn die Titel dieses Kapitels einzeln zur Debatte kämen; er wolle aber, um Zcit zu ersparen, leinen derartigen Antrag stellen. Jedenfalls werde er aber in erster Linie beantragen, dic Posten für „Straßen- uud Wasserbau" aus dem allgemeinen Virement auszuscheiden, da diese Posten für produktive Zwecke ausgegeben werden sollen. Auch gegen dic Bewilligung dcr Kosteu für den Laudtag spricht sich Redner aus. Er hält cs für ungerechtfertigt, daß das Reich diese Kosten trage. WaS würde Ungarn antworten, wenn man dic Kosten für dessen Landtag zahlen wollte? DaS Land begebe sich seiner Autouomic, wcun eS dieß verlange. Er würde auch nichts dagegen haben, wenn die Kosten dcö engeren Reichsrathes von den betreffenden Ländern und nicht vom Ncichc getragen würden. Auch dic Kosten für Grundbücher sei Landcssache und werden überall von den Ländern getragen, nicht minder die Hcilkostcn für syphilitische Kranke, welche für Siebenbürgen aus Rcichsmittcln beansprucht werden. — Redner beantragt, die für diese drei Dinge präliminirtcn Posten auS dem Budget gauz auszuscheiden. (Unterstützt.) Vizehofkanzler Freiherr v. Nci chcnstein bemerkt, daß dcr Umstand, welcher den Grafen Thuu veranlaßt, heuer in die Details dcS Budgets für Siebenbürgen einzugehen, auch schon im Poriahre bcstandcu habe, denn schou damals hatten die sieben-bürgischcn Abgeordneten ihre Sitze im Rcichsrathc innc. Dcu Anspruch auf einen Theil der Kosten des Landtages habe Siebenbürgen schon deßhalb, weil dcr Landtag dieselben Funktionen habc, wie dcr engere Rcichörath und Siebenbürgen zu den ullgcmeincn Lasten cbcnso beitrage, wie die übrigen Länder. Was die Grundbücher betrifft, so seien diese in allen Ländern auS Rcichsmittclu eingerichtet worden, Siebenbürgen soll nun, abgesehen davon, daß eS der Wohlthat der Grundbücher spälcr zu Theil wird, die Mit« tel auS Eigcucm dcclcu. WaS die Herslelluugstostcu betrifft, so sehe cr wohl cin, daß cs Sache dcS Landes wäre, sic zu tragen, und cr werde dem nächsten Landtage cinc bezügliche Borlage machen, für 1W5) sci dies nicht mchr möglich, da dieses Jahr das Äud' get bereits festgesetzt nnd santtionirt ist. Was die Ausschlicßuug des Straßen- nnd Wasserbaues aus den Vircmcnts betrifft, so kenne cr nur die Versicherung geben, daß dic Hofkanzlci gewiß nicht dic pro> dutlivcn Anlagen verkürzen wcrdc, nachdem dcrcn Förderung im Interesse Siebenbürgens gelegen ist. Er bitte daher, die Anträge dcr Kommission anzu-nebmcn. Nach dem Schlußworle des Berichterstatters wird zur Abstimmuug gcschrittcu. Die Anträge dcs Grafen Thun bleiben in dcr Minorität (dafür 17 Stimmen) worauf die itom-missionsantrügc angenommen wcrdcn. Ritter u. Pipitz rcscrirt über Kapitel X, „Kroa tisch-slavonischc Hoftanzlci." Dic Kommission beantragt, nur 1ll.0'.1tt fl. mchr ciuzustcllcu, als das Abgeordnetenhaus bewilligte. Dic Anträge dcr Kommission werden ohne Debatte angenommen — worauf dic Sitzuug geschlossen wird. 83. Sitzung >cs Allgeor>llclenlMjes vom 28. Juni. Präsident Ritter v. Hasuer eröffnet um 10 Uhr 50 Miu. dic Sitzuug. Auf dcr Ministerbank: Scllionsches u. Kalchbcrg, Mmistcrialrath Gobbi (Fillanzministcriunl), Ministe« rialselretär Paulal (Haudclsmiuisterium.) Nach Vorlesung und Genehmigung des Protokolls gibt dcr Präsident das Resultat dcr jüugst vorgcuom-incucu Schriftfi«hlcrwal)l kelaunt. lNtwNlil« wurde» : Daubct, Ncumcistcr, Szcmclowöli, Hanisch, Pro-skowch, Korb, Grüner; für cin Mitglied müsse dic Nachwahl vorgenommen werden. DaS Präsidium dcs HcrrcnhanscS übermittelt in einer Zuschrift vom 24. d. M. die Gesetzentwürfe, betreffend die Sicbcubüsgcr Eisenbahn uud die Auf» Hebung dcr Steuerfreiheit dcS Ascher Lchcnsgcbiclcs zur weiteren verfassungsmäßigen Behandlung. (Die Gesetze werden an die betreffenden hicfür bcstchcudcn Ausschüsse gewicscu.) Nach Bekanntgabe mehrerer, die WieN'Budwcis-Pilsner Bahn bctrcffcndcu Petitionen und Zuweisung derselben an den für dicscs Bahnprojclt bestehenden Ansschuß wird die Nachwahl für den Schriftführer vorgenommen. Gewählt wurde: Abg. Tolh. Tagesordnung. Ansschußbericht über den Gesetzentwurf bezüglich der gcbührcufrcieu Benützung dcr Postanstalt. Berichterstatter Steffens rcferirt: Dcr Aus. schuß legt ein aus 12 Artikeln bestehendes Gesetz vor, welches von dem Grundsätze ausgeht, daß nur jcue Korrespoudeuzen vom Porto frei fein solleu, welche im Interesse dcS Staates uud dcS öffentliche» Dien-stcS geführt wcrdcn. Dahin gehören: „Dic Korrespondenz des Kaisers, dcr Mitglieder der kaiserlichen Familie, deren Obersthofmcistcrämtcr nnd Sekretariate, der landesfürstlicheu Behörden, Aemter und dcr ihnen gleichstehende« Organe, dcr Staatsschuldeu'Koutrolc-Kommission, der LandcsauSschüsse, dcs UulcrrichtS-rathcs, die bei Fcldposlämtern (während Kriegszcitcn) anfgegcbcnen und einlangenden Privatbricfc dcs Mi« litärs, die Korrespondenz dcr dem deutschen Eisen-bahnuercinc angehörenden Bahnen und die Korrespondenz dcr Nationalbauk mit den l. t. Behörden." Dieser Gesetzentwurf wird mit einigen im Laufe der Debatte gestellten AmendcmcntS vom Hause angenommen. Eine wesentliche Debatte ergibt sich nur bei dem vom Abg. Kuranda zu Absatz 18 dcS Art. II gestellten slmcndemcnt, welches den Zweck hat, dcn Zeitungsrcklamatiollcu die Portofrcihcil zu sichern. Der Abgeordnete nimmt bei Einbringung dieses Amen» demeutS Veranlassung zu einige« gegen die Postucr-waltung gerichteten Bemerkungen, auf welche von Seite des NcgicruugSvcrt»cters Ministerialsekl-etär Faukal rcplizirt wird. Dcr« selbe erklärt, die Regierung sci gcncigt, aus einen Mittelweg einzugchen, uud zwar uicht die Portofrri-hcit dcr Zcitungörcllamatioucu, wohl aber deren Einbeziehung in dcn Portosatz dcr Krcuzbimdscnouna.cn zuzugcstehcu. (DaS Nmeudcmcut Kurauda wird ange-nomnien.) Das Haus beschließt fcrncr: „Die Regierung werde aufgefordert, die dermalige Portobcfrciuna der Fürst Paar'schcu Familic nnd der Freiherr u. Taxis', schen Familien einer genaueren rechtlichen Prüfung zu unterziehen und dieselben auf den vertragsmäßigen Umfaug einzuschränken." Die Regicruug werde ferner aufgefordert, die Ermäßigung dcs Vricfportosatzcs in Erwägung zu ziehen uud ciugchcudcn Falles dem RcichSralhc dar-über cine Vorlage znr verfassungsmäßigm Behandlung zn unterbreiten." Nachdem daS Gcsetz cudgillig auch in dritter Lcsnng angenommen ist, wird dic Sitzung um halb 2 Uhr geschlossen. Oesterreich. Wien, 26. Juni. Der Bericht deS Ausschusses, betreffend die Aufhebung dcr Portofreihcit, ist heule erschienen. Dcr Ausschuß beantragt, cs sei der Grnnd-satz der Aufhebung dcr allgemeinen Portofreihcit auf-zugcbcu, dagcgcu abcr die Befreiung dcr folgenden Korrespondenzen von dcr Porlogcbühr aufrecht zu er-haltcu: Die Korrcspondeuz dcs Kaisers, dcr Mit-gliedcr dcr kaiserliche», Familie, deren Obersthofmei-sterämtcr nnd Sekretariate, dcr landcsfürstlichcn Behörden, Acmlcr und dc» ihnen gleichstehenden Organe, der StaatsschuldcN'Kontrole.Kommission, dcr Landes-ansschüssc, dcs Untcrrichlslalhcs, die bci sscldpost-ümlcrn (während KricaSzcitcn) aufgegebenen uud cin-laugcudcu Pliuatbricfc dcS Militärs, die Korrespon-deuz dcr dem deutschen Eiscnbahnucrci» angehörenden Bahnen und die Korrespondenz der Nationalbanl mit dcn l. l. Behörden. Als einzige AnSnahme hat dcr Ausschuß die auch iu dcr RcgicrungSvollage cnlhaltcucu rcccßmäßiacn Purtofrcihcitcu dcs Gcncllll>Erlaudpostiuelstcrs Fülstcu v. Paar uud dcr Postlcheulrägcr von Vozeu und Tricut, Freiherren v. Taxis und ihrer Familien als Lehenanwärter aufgcnommeu, beantragt jedoch bezüglich dicscr Ausuahmc: ..dic Regiclliua sci aufzufolderu, die dcrumligc Porlobcfrciung dcr Fürst Paal'schcu Familic und Freiherren u. TaxiS'schcu Familien einer genauen rechtlichen Prüfung zu unterziehen, nnd dieselbe» auf den v-rtragelnäßigen Umfliug cinzuschräntcu." Offene Zciluugs-Reklamationen beantragt dcr Ausschuß i,, "dc., Poltosah der ^ell,;l>a»t>!'c»dunac» ciuzurcihcü. Außerdem hicll cs dcr Alioschuß für sciuc Pflicht, a»f dic i» Folgc dcr Auuahmc dcö Gcsctzcö cintrctcndc Verlnchruna dcr Einnahme hin-znwciscn, nnd cr glaubt, daß dann dcr günstige Zeit-puukt gekommen sein dürfte, das Briefporto im Inter-cssc dcs allgcmcinc» Verkehrs angemessen zu ermäßi» gc». Er stellt somit dcn Antrag: „Das hohe Haus möge beschließt», die Regierung sci aufzufordcln, dic Ermäßigung dcs Brief, portosatzcs i» Erwägnng z>' zichcn, »md cingehc». dcnfallS dcm Reichsrathc darübcr -ine Vorlage z»r vcrfasfuugsmäßigeu Bchandlnng zu untcrbrcllcu. Das Gcsctz hätte vom 1. Jänner 180N in Wirk' samlcit zu trctcn. Bcrichlclstattcr im Hause über dcn Entwurf ist der Abgeordnete Steffens. - 28. Juni. Sc. Exzellenz dcr ncliernaunle Hoflanzler Herr v. Majlath hat hcule fcine FllNlllon angetreten und das Personale dcr Hofkanzltl cm« pfangcn. — Ueber dcn Stand dcr Ministcrlrise mcldct dic ,.N. Fr. Pr.": Herr Graf Mcnsdorff - Ponilly mrd definitiv Minister-Präsident und behält das Mimstc« rinm dcs kaiserlichen NauscS sowie dcS Aclißcrn. Gras Bclcredi wird, uachdcm zwischen ihm und dcm neu cruauutcn ungarischcu Hoflanzler Herrn v, Mai an, cinc Vcrständignng crziclt worden, Staatsmml «c». Freiherr v. Hübucr soll das Polizeiministcriunl m>cr' uchmcu. Graf Fcstctics hat das ihm anaebotcnc pm< tcfcuillc dcs Finanzministcrinms abgelehnt, und cs pn-dcn deshalb ncnc Vcrhandlungcn mit Hcrrn v- PU',cl über dcsscu Verbleiben im Amte Statt. Ueber d»c ^r< ncnnnng cincs Handclsministcrs wird m,t Frelycnn v. Hock und Frcihcrrn v. Kcllcrspcrg uutcrhandclt. Eventuell soll dcr Letztere Statthalter von Böhmen werden. Alle andcrcn Acsctznngcn sind noch.schwa"^ - Dcr jctzt bcschlosscnc Plan ist dcr, m>t dcm M sammt-Rcichsrath, wenn möglich, noch daS 6'nal^' sctz für 1«<;5zu vcrciubareli, auf d>c Krcdltsoil' u von 117 Millionen Guldcu abcr cinstwc.lc» i zichtcn. Inzwischen sollcu Nlcichzcitig dcr lgau c^ Laudtag, dcr kroatische uud sicbcnbürg. chc " ° "g m, bcrufcn, znglcich abcr dcr cngcrc Reich"«th vcrsW^ Mlt wcrd!». Die dcm !!Ngarifchc», Md ng^. ma^ chendcn Propositionfi, sollen nuimltelvar an ^0^ anknüpfen, allcs ftitdcm gcfchchcne, 'NSb^onderc M dcn Eintritt sicbcnbürgischer Deputtt'tcr in den Ne.ch^ rath ignorircn, das Fcbruar-Patcilt unerwähnt lassen, dcn Gesummt - Rcichörath aufgeben und als Zentral-Organ cine Delegation, die einerseits aus dcm engern 589 Rcichsrathc, audcrscitö auö den drei tranSlcilhanischcn Landtagen hervorgeht, aufstellen. Venedi,,, 27. I>mi. In Padua haben am Jahrestage dcr Schlacht von Solfcrinu die Stuben-ten wieder Stadel zn machen gcfncht. Einige Pc-tardcn wnrdru l^ögcdrauut, Tricolorfühuchcu auSgc-steckt, etwas tnmultnirt n. dgl. Als aber die Polizei einige der Rädelsführer verhaftet hatte, zogen sich die übrigen zurück nnd die Sache hatte damit ein (5ndc. Dic Bevölkerung drlhciligtc sich nicht im Geringsten. Mit Ausnahme von Udinc, wo einige Pulverfrösche loSgcbrannt wurden, fand sonst nirgends auch nur die geringste Dcnwnstratiou Stall. Ausland. Verlin, 27. Juni. Das preußische Kabinct ließ in Wien crtlürcu, die von Oesterreich geforderte Truppenvernnnderung in den Herzogthüiucru sei bei der dort vorhandenen Partci-Orgauisalio» im Interesse der öffentlichen Nnhc nicht rüthlich. Paris, 22. Juni. Gestern ist Herr Pranger, ehemaliger Präfclt dcö Departcuicuts der Rhone-Mündungen, Direktor der National-Druckerei nuler der Republik von 1848, gestorben. Peauger war ein aller Freund dcS Kaisers, und als derselbe in Ham eingesperrt war, in sehr vcrtrantcn Beziehungen zum Prinzen Louis. Dieser ernannte ihn dcnn als Prä' sidcut auch zum Direktor der National-Druckcrei; er gab jedoch seine Entlassung, sowie er merkte, daß der Priuz - Präsident auf den Sturz der Republik hinarbeite. — 20. Juni. Vegezzi hat die Weisung, dem heiligen Pater bei der Bcrabschicdnna zu eröffnen, daß die ilalieuischc Regierung die Rückkehr der abwc« scudcn Bischöfe nach Picmout uud der Lombardei gc-stallct. In diesen zwei Provinzen stehe cS dem Papste frei, die valaulcn Bisthümcr in der herkömmlichen Form zn bcsctzcu. — 27. Iuui. Die Spannung mit Rom ist im Wachsen. Aus der päpstliche» Druckerei ist ciuc Schrift hervorgegangen, welche Frankreich beschuldigt, alle Verwirrung in Ilalicn hervorgerufen zu haben. In einer Unterredung mit Gcucral Moutcbcllo ließ dcr Papst dic Worte fallen: Der Mizua der Fran< zoscu aus Rom sei wohl ausführbar, bis wa»» er (Montclicllo) glaube, das, dcr Alizng erfolgen werde. - General Moulclicllo schwieg bclroffcn. — 27. Iliui (Abends). Dcr heutige „Tcmps" mcldct aus Florenz 25).: Dic Unterhandlungen mit Nl,!», si«i» entschicdci, ndaclirochei,, fcllist über dic pic> montcsischcn Bischofssitze wurdc tciuc Bcrsländigung erzielt. „Patric" erklärt cs fiir unrichtig, daß die fran-zösischc Diplomatie sich wcgcn einer Wicdcranlinipfung dcr Untcrhandlnngcn zwischen Florenz und Rom Mühe gebe. Seit dem Schreiben des Papstes an König Viktor (5mannrl ist Frankreich den Untcrhandlnngcn ferne geblieben und wird fortfahren, sich dicsclbc Frei» hcit ocs Handelns liuUinä«') vorzubehalten. Brüssel, 25,. Inni. Im Abgeordneleuhansc wurdc in dcr gcstrigcu Sitzung dcr Antrag der Kom-Mission, die Gcnchmignng zur gerichtliche» Vcrfolguug des Kricgsininistcrs Baron (5hazal und dcS Dcpulir-ten Dclact zu ertheilen, einstimmig nnd ohne Debatte angcnommcu. Dic genannten Herren werden dcm Vernehmen nach sich nicht vertheidigen, um so mehr, als dcr Senat beschlossen haben soll, nach der Vcr-urllicilnng sich bciin Könige zu vcrweudcu. Nach dcr bclgischc» Verfassung mnß nämlich ein dcsfallsigcr Antrag von einer dcr Kammern auSgchcn, wen» der itönig ermächtigt sein soll, Straflosigkeit für einen Minister eintreten z» lassen. Herr Chazal wirb während dcr Zeit des Prozcsscs von General Gnillaumc inlcrimistisch vcrtrclcn werden. Ans Vera - (5ru; vom 20. Mai erfährt die ,.Pa«ric", daß Marschall Bazainc ln Person den Hcrbslfcldzug gcgcn die Inarislen eröffnen wird. Mau wird «rohe Strcitkräflc dazu anfbiclcn. »nd hofft lim so mehr . ."n drr Nacht zum 20. d. hat sich bri dcr in Villach flqtlonirtcn Division dcö Infanterie» Rcgiiucnis Oaron Hcf? Nr, 4!> dcr Obcrlicntcnant R. mittelst eincs Ocwchrschusscs selbst entleibt. — Dcr ftcimnärlischc Laudcsausschnb hat dem l. k. Nn!vcrsitätc«p,^sessc>r und ^citcr dcs zoologisrhcu MufeumS am landschaftlichen Ioanncum Herrn Dr. Oskar Schmidt zu sciucr im Interesse dcr Wissen» schaft beabsichtigte» heurige» Fcricurcise eine Subvention ans dcm ^andesfondc gegen Vorlage cincs Reiseberichtes bewilliget. (Theater.) Nachdem vorigen Dinstag „Lukrczia Borgia" zum dritten Male gcgcbcn worden war, ist vorgestern und gcster» der „Trouatorc" in Szene gegangen. Es ist das die beliebteste nnd, abgesehen von Text und Handlnng, so wie von dcn vielen in der Mnsil vorkommenden Trivialitäten, die ansprechendste Opcr Verdi's, dic in dcr ersten Hälfte des vierten Aktes sich sogar auf eine gcwissc lüüstlcrische Höhe erhebt. DaS starlbesuchte Haus uahiu die Vor< stcllung mit reichem Beifall und öfterem Hcrvorruf der Sänger auf, und in der That war derselbe auch oerdicut. Signora Marietta Armandi sang die „Leouorc" recht gut und Signora Filomcna Basso in dcr Partie dcr „Azuccna" war in ihrem Spicl sowohl, als im Ocsanasvvrlraa ganz ausgezeichnet. Eine recht sympathische Erscheinung war Slgnorc Giori als „Graf Lnna", indem er i» Anwendung seiner Stimmmittel viel maßvoller war, als dcr den „Trovatorc" darstellende Signore Giuseppe Concord ia. Dcr männliche Ehor zeigte sich auch in dicscr Oper als trefflich cinstudirt. Im Ganzen sind wir »lit dcn Leistungen dcr Gesellschaft recht zufrieden; cS sind zwar die Stimmen dcr Sänger dnrch die italienische Sangesweisc schon etwas start mitgcuommcn, allein daö Ensemble ist ein gutes uud, da die Ausstattung auch nicht übel ist, so übt das Theater jetzt eine Anziehungskraft, die Jedem erklärlich ist, der da weiß, wie stiefmütterlich wir hier mit theatralische» Gcnnsscn bedacht sind. Wie wir hören, beabsichtigt dcr Impresario uoch einige große Opcru in Szene zn setzen; da aber dic Kosten derselben schr bedeutend sind, so gedenkt mau dieselben durch freiwillige Beiträge aufzubringen. ! Neueste Nachrichten nnd Telegramme. Pest, 28. Juni, 8 Uhr Abends. (Vaterland.) „Idöt lannja" berichtet auS Wien: Herr v. Scnnycy l sci zum Tavcrnikus, Papay zum Statthaltcrci.Vicc« Präsidenten dcsiguirt. Dic Rcisc dcs Hofraths Zsc< dcuyi nach Schanmburg znin Erzherzog Stephan" sc! ohne politischen Zwcck; Erzherzog Joseph soll znm Palatin anscrtorcn scin. Kardinal Haulit werdc alö lönigl. Kommissär dcu kroatischen Vandtag eröffnen, l Verlin, 28. Iuui. Dic..Prov.'Korr." briug, ' eiucu Artilcl, betreffend dic.Lösuug dcr schleswig. ! holstcin'schcn Aligclcaenhcil, wclchcr in folgender Wcisc schließt: „So lauge Oesterreich dcm Trcibc» der ' dortigen Partcircgicrung anschcinrud Vorschub lcislct, > wird die Anbahnnng eincs wirtlichen EinvclständuisscS ' zwischen dcn dentschcn Großmächten uumöglich scin." , Die ,.N. A. Ztg." hört, daß ciuc preußische > Depesche vom 10. d. M. dcn Wunsch Oesterreichs ' nach Rcdnzirnng der prcnßischcn OcrupalionSlruppcu iu drn Hcrzoglhülucru abgclclint habe. ! Florenz, 28. Juni. Vcgczzi ist gcstcr» a»gc- > kommen und wohnte dcm gestrigen Mmistcrralhc bei. , Vern, 28. Inni. Die Unlcrhandluugcn wcgcn , cincs HandclsvcltragcS und anderer Verträge mit de» - Niedcr'landcu sind wieder eröffnet worden. ^ Paris, 27. Juni. Dcr Oppositions-Kandidat , Girod.Pouzol ist zum Deputirten für Puy dc Dome cruaunt worden. Bukarest, 27. Juni. Das Ministerium Ao. fiano hat seine Demission gegeben nnd Fürst Eouza dieselbe angenommen. Das vom Fürstcu ernannte neue Ministerinn, ist folgendermaßen znsammcngcsehl: ^liicolas ErehulcSro, Ministerpräsident und Finauzmi-nislcr; Kariady, Justiz, und Eultnsministcr; Briga. dcgcucral I. Folcsco, gcgrnwärtig im Auslande, Mi. „istcr dcs Innern. Dcr Kriegsminister Gcnrral Sa-vcl Mann uud dcr Minister des Aeußcrn BalancSco verbleiben anf ihren Postcu. Vlew.Aork, 15. Iu»i (Nachmittags). Die Ne-grrtrnppcn im Fort Mou'-yc woigclttu sich nach Texas zu gchcu nnd drohtcn. anf die Offiziere zu schießen; sic wurden entwaffnet. Nach Eily Point wnrdc der Bcfchl crlhlill, dcn Schwarzen lcinc Waffe» mchr zn gcbcn. Vrew.3)orf, 17. Juni, MorgcnS. Der „Ncw. ?)ork Hcrald" fchrcibt: Zahlreiche Einwohner von Tczas 'wandern nach Mr^ilo ans. Dieselben sind dcm Kaiserrcichc ungünstig gcsinut. Ein Gerücht will wissen, dic Kaiscrlichcn scicn in dcr Nähe von Wy«, tamoras geschlagen worden. Markt- und Vlschastsbericht. «aibach, 38. Inni. Auf dcm heutige» Markte siud crschicncn: 9 Wagcn mit Hcu uud slroh (Hcu 1(X> Ztr. 8i> Pfd., Stroh 18 Ztr. 75» Pfd,), ^)7 Wagen uud 5-» Schiffe (>13 Klaftrr) mit Holz. (Wochenmarlt - Preise.) Wcizen pr. Metzcn fl. —.— (Magazins-Prcis fi. 3.98); Korn f!. —.— (Mgz. Pr. fl.2.00); Gerste fl. -.-(Mgz.Pr. fl.2.35); Hafer fl. —.- (Mgz. Pr. fl. l.97); Halbfrucht fi. —.— (Mgz. Pr. fl. 2.92); Heiden fi. —.- (Mg;. Pr. fl. 3.05); Hirse ft. —.- (Mgz. Pr. st. 2.77); Kulurutz fl. —.— (Mgz. Pr. fl. 2.81); Erdäpfel fl. 1.80 (Mgz. Pr. fl. __.__); Linsen ss. 4.- (Mgz. Pr. fl. -.-): Erbsen fi. 3.70 (Mgz. Pr. si. —.—); Fisolm fl. 3.75 (Mgz. Pr. fi. —.—); Rindsschmalz pr. Pfd. lr. 50, Schweineschmalz lr. 44; Speck, frisch tr. 32, detto geräuchert kr. 42; Butter lr. 45; Eier pr. Stück tr. iz; Milch fordinär) pr. Maß lr. 10; Rindfleisch pr. Pfund kr. 1"—20, Kalbfleisch lr. 1«, Schweine-fleisch lr. 22, Schöpsenfleisch kr. 11; Hähndel pr. Stück kr. 23, Tauben tr. 12; Heu pr. Ztr. fl. 1.30, Stroh kr. 80; Holz, hartes 30", pr. Klafter fl. 8.50, detto weiches ft. 6.50; Wein (Mgz. Pr.) rother pr. Eimer 13 fi., weißer 14 fi. Ergebniß der Sammlungen für das zu errichtende Kinderspital. (Veröffentlicht durch daS lonsn'tuirte prov. Damen-C»mit6.) (Fortsetzung,) Einmalige Spende. Iilhrl. fl. tr. fi. tr. Herr Ioham« Tonia. . . . 1 —--------- „ Pleülo......--------- 1 — Fra» Maria vo» Rcnzenberg--------- 2 — Frl. Amalia vonRenzenberg--------- I — Herr Iatob Mechle .... I—-------- „ Johann Bon<-ar . . . — 50--------- Frau Anna Kissoviz . . . I — — — ., Nolli.......--------- 1 — Herr Jakob Ianöar . . . . 1 —--------- Fra» Lubmilla Gaspari«. . 1 —--------- „ Rosa Blumauer . . . 1 —--------- „ Anna Scheidler. . . 1 —--------- Herr Josef Schwarz. . . . — 50--------- .. Max Palllt..... — 50--------- „ v. Felsenbrunn, Finanz» Direktor......--------- 5 — „ Dr. Anton Iarz, Probst, l. l. Schnlrath .... 5 —--------- Fra» Pauline v. Kalt cue gger 15 ,. Maria Terpin, Notars- gatti» in Littai .... 5 — — - Frl. Anna Mral..... 2 —--------- Unbekannt........ l —--------- Fra» Anna Hart mann . . 3 — Herr Bmc. Tauber, Steuer- Direktor...... 5 — Frau Maria Kunschih . . . 5 --------- Herr Knnschitz, Landesgerichts« Nath....... 2 —--------- Frau Anna v. Luschan . . . 3 —--------- ,. Cäcilie Iclachich... 2—--------- Herr Ioha»» Bach .... 1 — ^ Fra» Maria Salecta erklärt, cininc Stiictc Wüsche „»entgeltlich anf dcr Nähmaschine zn nähen.________________ Summa 57 50 10 — 1 vollständiges Vctt und Roßhaare fi!r eine Matratze. Summa des letzten Ausweises . 3306 29 273 20 und tt Silberthaler. ^^________ Hauptsumme 3363 79 283 20 und l> Silberthales. 2 vollständige Betten, 2 Polster, I Matratze, Roßhaare für eine Matratze nnd 2 Strohsäcke. (FoNsshimg fl'lgl.) An Sc. Vrzellenz den Hochgebornen Grafen Anton Merspelg, den gefeierten Sprecher am 23. Juni im Herrcnhnuse. 3l!6 einst noch Alles schlief in Oesterreichs Gauen Von stiller Gcistcsdämmeruna. umgeben, Hast Du gewagt Dich singend zu erheben AIs Freiheit«-Lerch' im ersten Morgengrauen. Und jetzt, nachdem die Sonn' emporgestiegen Den glostcn Kampf der Geister zu bejchemen: Nist Du ein cdlcs Vorbild fiir die Deinen, An Freiheits - Adler, schön in kühnen Flügen! Heil Dir, laß nie die hohe Kraft ermüden Du hast die Freiheit uns zuerst verkündet Und so mit ihr für ewig Dich verbunden Ü Schließ' niemals mit den dunklen Mächten Frieden, Dein freies Wort, das ihren Grimm entzündet, Gieht Balsam in des armen Voltes Wunden. Rann, 29. Juni. 1805. ____________________________________Hi-. 6. c'. 5ft« Hotto^ichung vom 28. Juni. Xriest: 7 A ftO tt3 74 5« Fremden-Anzeige vl,'M 27. Juni. Ttadt Wien. Die Herren: Pittllrr, Handlungs-Rtiscn« dcr, >'!.'« Floren;, — Pichlcr von ssilnne. — Dr. Schw^el v»n Wippach. — Maichcn, Kump u»t Wolf, H^nd^slcutc, vou (Hotlsch«. Elephant. Die Hnrc» : Mlhiici-, Iuwelicr, «nd Bun» zel. .tt.nlfmami, uon Wic». — Nüc^f, Kaufmann. !X'N Äüarasdin. - Nupmk, ?Igf>,t. von Trisst — Lüwenthal. Knifüi^»!,, von Sissfs. — Schwcditsch, Fabrif>.'l'csihcl, und Mi>yv, HandllS-> man», Vl,'N Graz. (1^84—2) Nr. 4l)0. Erekntive Feilbietung. Von dem k. k. VezilkSamle Tscher» lltmdl, c>lö Gericht, wird hiemit bekannt gemacht: Os sri wegen, dcm Grundentl^Nungs-fonde schuldiger W fi. 4^j kr. ö. W. c. 5. c. m die creklNive öffcmliche Versteigerung drr. drm Joe lino Seira Vcrlimc uon Voj'in^c nN'öiiqci!. im Orliu^duchc dcr Hrvrssl'lifl FlsillMn ^>u!» Cur.-Nr. 15)0 Rcttf,'?l'r 142 cil>gctr.'l!Uil)!l>c drrscllicn drei FrilbietungS. Tags,ißungcn auf den 1. Juli. 1. ÄuguN und 1. Septcmlicr 1865, jedesmal Vormillagö um 9 Uhr. im Amlö. sitze mit dcni Anfinge bestimmt worden. d.iL die ftil^ndillcnoc Nealilat nur bei dcr llhtc» Fcill,irlu!l^ mlch lüilrr dcm Scl'änllu^ivcrll'c »1,1 dtn Meislblctciirc» l)iu!t t«». l^7" Dllscllist sind auch i! Pferde, gute Käufer, zu verlaufen. Morgen «m « Uhr Abends ift die Iiehnng. Credit-Piomessen ü 3 ft. H« lr. und .^« kr. Stempel, zur Ziehung »nn ^.Juli 1865, Haupttreffer 250.000 st., mit dcr Umschrift dcö (^roszhlludlungi!: und W»,'chsclhaus^ «erlauft (N12-12) '^ ^- ^"t.^1^r. (l.2W—2) Gesucht wir> ein gewandtes Stubenmädchen auf das Land. Bcwerlicrinucn mnsscn schou in ssrößc-rcn und soliden Familien gedient habcn. Das Nähere hicrnlicr ans dcsondc-rcr Ocfällisstcit in dcr Eiscn< und Spcz crciwaarcn - Handlung der Herren Tp. K5 V. Pessiack, TlMcrgüsse Nr. 42. (1290—1) ^ejucht mirll eine Wohnung, l'cftchcnd ans 7 Iimmcrn sammt Jugrhör. Kaiser Franz Josefs - Bad zu Tüjjer. ^ic Direktion dieser Kuranstalt zeigt hicmit an, daß die ncnen V3dcr, daS ^rauenbad und das Apullo-Vad, von nuu an eröffnet sind. Dem Wunsche dcr Herren Aerzte entsprechend, ist die Anstalt nunmehr Liqncnrs für strain ist bei ^iil««»!», 5ln><^, Apotheker in Laib ach. Preis einer großen Flasche H fl,, einer kleinen Flasche > fl. 3.5 kr. Äci Bestellungen wird die Cmballage billigst berechnet. ______ I Centrnl.Wcrsendungs.Dczwt: Apotheke „zum Storch" in Wien. ! V^' «,,n «!<-««,.<«,,«. Jede Schachtel der von mir erzeugten Seidlih-Pulver und jede,,, die einzelne l PulvcrdosiO mnschlief:enden Papier ist mciuc ämtllch deponirtc Tchntzmarte anfsscdrucrt. ! Prciö cmcr vcrsisqlltrn Origiualschachtcl 1 si. 25 lr. üst. W. — Gebrauchs-Auwrisung in allrn Sprachen, l Dicsc Puldcr dchanplril dlnch ihre lmszcrordciUliche. in dcn «lanuic,faltissstrn fällen ^probte Watsai^llül inilcr sänünOlchcu l,ii«lir,- ! brtamitcn Hau^arzrünni niibcstrittt'ii drn ersten Rnnq; wie denn uielc Tnuscndc an« allen Theilen deö llrosieu Kaiserreiches uul« vor- l liegende Dnntsaqnülzöschreilieil die detaillirlen ^lachw'eismic,en darbieten . das, diesellien bei habitueller Vrrstop fnn a,, Unvcr- l daulichlcit nnd Bodbrenuen, ferner bei Ärämpsen, Nierentranthcitcn. Nervenleiden, Herzklopfen, nervösen j ztopfschnierzrn, Alnt^onsscstloncn, qichtarticzrn Glieder-As frctionrn, endlich bel Anlasse M Hysterie, H»,pochon- l drir, andancrndcm Brechreiz u. s w. mit dem besten Ürfolg angewendet werden und die nachhaltigsten.Vrllresnltalc lieferte». 3!ll^tl'I^A' in Laibach bci Herrn HV«»,«»l», üla^r, Apotheker „zum goldenen Hirschen." wör,;: //^/. «,)7,it:/<«.f. Gottschee: ./o.v. /<,e?/. Krainburss: ^,/>. ,>.',/<„««/?«. /tt22«ii nnd ./o.v< Ke, 5-2^) Apotheker und chemischer Probucten-Fabrilaut in Wien. PrilNUUleratienZ-Einllldung. _________________5»-i^»^f2>?<^-^_________________ HHHit 1. Inli geht die viertel- nnd halbjährige Pränumeration auf die „Laibacher Zeitung" und „Vlätter aus Krain" zu Ende, daher laden wir das 1^. 'I'. Publiknlu zu einem neuen Abonnement ein. Wir wollen über die Haltuug nuscreö VlattcS nichts sagen, sie ist bekannt; ebenso bekannt ist, daß wir bestrebt sind, alle Anforderungen an ein ta'ssllch erscheinendes politisches Provinzialvlatt zu erfüllen und die ^cscr mit »nöglichster Schnelligkeit uou allem Wisscnswcrthcn zu unterrichten, wobei wir keim» Kosten scheuen, wofür unsere Original-Telegramme Vcwcis sind. Die Prinumcralions-MnWgen bleiben unverändert: Halbjahrig: ^ Vierteljährig: Mit Post, untcr Kreuzband versandt...... 7 fl. 50 lr. ! Mit Post, uutcr Kreuzband versandt...... 3 fl.^^ ^ Im Comptoir unter Convert....... 6 „ — „ Im Comptoir unter Convert....... :l „ "" » Für i!aibach, in's Haus zugestellt...... 6 „ — „ Für Laibach, iu'ö Hauü zugestellt......