Kostet gebunden z kr. Wienercurrenk. Mit Sr. röm. kais.^ kön. apostol. Masest« allergnä< digster Druckfreyheit« Laibach, gedruckt Und zu finden bey Johonn Retzer, k- k. Normalschulbuchdrucker, und Buchhändler »86-- Zum Gebrauche d e r deutschen Schulen^ in den kaiserlichen königlichen k' Staaten. über die Anleitung. zum Schönschreiben. Erklärung. Die Schonschreibekunst lehret die Buchstaben aus Grundstrichen, und die Wörter aus den Buchsta¬ ben regelmäßig mit der Feder zusammen sehen. I. Hauptstück. Von der Vorbereitung zum Schreiben. Regeln in Ansehung der richtigen Stellung des Leibes. k Regeln für die Lage der Hände. L Regeln vom Halten der Feder. II. Hauptftück. Von dec deutschen Schrift. von der Lurrentfchrift. * Anmerkung. i. Sechs Hauptarten von Grundstrichen. g. Haarstriche. b. Schattenstriche. c. Bogenstriche. cl. Schlingenstriche. L. Eyförmige Striche. t. Schlangenstriche. L. Von der Zusammensetzung der Current- buchstaben; diese geschieht ,N 2 A. Aus 4 *L, ( o s. Aus kurzen Haar-und Schattensteichen d. Aus den vorhergehenden und aus den kurzen Bogen und ^chlangeuförmigen. e. Aus den angeführten, und dem Ian» gen Haarstriche. st. Aus den vorgemekdten, und dem langen Schatteustriche. s Aus den vorhergehenden , dann aus dem laiwen Schlingenstriche f. Aus den Eiförmigen, und' Aus den schlaugenstnmiaen Strichen. * Line Anmerkung. Z. Von den Verhältnißen der Buchstaben L, Regeln für die Länge. r) Dec kleinen ohne Ober»und Un« terlänge. s) Der langen Buchstaben. Anmerkung. b. Regeln für die Breite. 1. ) Der kleinen. 2. ) Der großen Buchstaben. e. Regeln zur Lage der Buchstaben. st. Regeln zur Verbindung der Buchstaben. e. Regeln für den Anstand der Wörter und Zeilen. R Von der Ranzelleyfchrift-. r. Außer dem kleinen viereckigten Anfangs, strichlein, oder Puncte sind die GrUnd, striche mit den Lurrembuchftaben eknerley. s. Der Haarstrich ist allezeit kurz. d. Bei den Schattenstrichen ist der Mrich läoM. s. Der K, L o ) L- § S. Dsr Bogenstrich ist hier gleichfalls länger. ä. Der Schlinaenstrkch liegt oft wagrecht. s. Vomviereckigten Lnfangsftrichlein, oder Puncte steht eine Spitzeln die Höhe. 2- Die kleinen und großen Kanzelleybuchstadew bestehen aus den M benannten Strichen. I» Das Verhälrniß muß hier gleichfalls des sbachtst werden. u. Regeln mc die Länae. r. ) Oie Buchstaben ohne Ober «und Unterlänge sind z. Federbreiten hoch. s. ) Die "Buchstaben ohne Ober- und Unterlänge sind oben und unten noch eknmahl so lang als das n. b. Regeln für die Breite. Alls Buchstaben haben die Breite des n, ausgenommen, i. e. e. e. Regeln für die Lage. r.) Die Hauptlage der stehenden Kanzel- leyschrifc ist senkrecht. 2.) Die Hauptlage der schief liegenden Kanzelleyschrift richtet sich nach dem angegebenen Muster. Z.) Zu den großen aber brauchet man noch dis ey - und schlangenförmige Striche. ä. Regeln;ur Verbindung r«) Buchstäben mit geraden Strichen ste¬ hen g Federbreicen weit von einander» < 2.) Zwischen andern Buchstaben ist nur ein Raum von g Federbreicen. O. Von der Fraetnrschrift, i. Dis Grundstriche sind mit den vorigen einerlei). 2. Auch 6 ( o ) 2. Auch die Entstehung ist mit den vorigen einerley Z. Das Verhalmiß ist wegen der breitem Fe¬ der verschieden. q. Die Lange der kleinen Buchstaben hat sechs, die Ober-und Unterlänge aber vier Federbreiten. Z. Die Breite und die Entfernung der Buch» staben ist von anderthalb Federbrciten. 6. Dis Lage der Buchstaben von gleichen Strichen ist allemahl senkrecht. III. Hauptstück. Von der lateinischen Schrift. -4. Die Grundstriche weichen in etwas von den deutschen ab. ;.Die Haarstriche sind denen b en der deut¬ schen Schrift üblichen gleich. 2. Dis" Schattenstriche werden mit dem Schlkngenstriche theils angefangen, theils auch geendiget. g. Der Bogenstrich ist liegend. 4. Der große Schlingenstrich wird meistens nach und nach dicker. Der eyförmige Strich wird auf der einen Seite öfters sehr kurz gemachet. 6. Der Schlangenstrich ist dem Schlingen« striche ähnlicher als dem Bogenstriche! 8 Aus diesen Strichen entsteht die kleine Cursiv» fchrift. 6. Vom Verhältniße. Die Länge, die Breite, die Lage, und die Entfernung ist einerley mit den liegenden Kanzelleybuchstahen. An- Anleitung z um Schönschreiben. Schbnschreibekunst lehret die Buchstaben aus Grundstrichen, und die Wörter aus den Buchstaben regelmäßig m t der Feder zusam¬ men setzen. Sie wird in z. Haupcstücken ab, gehandelt. I. Hauptstück. Von der Vorbereitung zum Schreiben. Hier wird die schickliche Stellung des Leibes, die Lage der Hande, und das Haltender Feder bestimmet. H.. Regeln in Ansehen der richtigen Stellung des Leibes. 1. Der Leib sey mit dem Kopfe nur sehr we¬ nig vorwärts gebogen, und auf keine Sei¬ te geneigt. 2. Der Leib ruhe auf den linken Arm , und sey etwa eine Handbreite von dem Tische entfernet. z. Die 8 ( o ) z. Die Augen sollen immer auf die Spitze der Feder sehen, 4. Die Küße sollen gerad aufstehen. 8, Für die Lage der Hande. 1. Mil der kinken Hand halte man das Pa¬ pier, welches ein wenig schief vor dem Lei¬ be liegen soll. 2. Die rechte Hand ruhe ganz leicht auf dem Vordersten Glieds des linken Fingers. Z.Der rechte Ellenbogen soll nicht auf dem Tijche liegen. C. Regeln vom Halten der Feder. i. Die Keder wird an der Seite des ober« sten Ausschnittes mit der Spitze des Bau¬ mes gleich neben dem Nagel des Mittel¬ fingers ganz leicht gehalten. 5. Der Zeigefinger liege auf der Federst,» daß er den Daumen etwas vor, dem Mik« telfinger aber ein wenig nachstehe, diese drey rund gebogene Finger sollen die Fe¬ der nicht ganz bedecken. I. Die zwey andern Finger werden gegen die Hand ekngezogen, und vom Mittelfin¬ ger höchstens 2 Finger breit entfernt ge¬ halten. Sieh Tab. I. 8. N- Hauptstück. Von der deutschen Schrift. Die deutsche Schrift ist dreyerley, Current» Kameiley»und Fracturschrift; jede Schrift- m besieht ans kleinen und großen Buchste den beo*, welche aus besonderen Bestandtheilen zusammen geseHet werden. A. Von der Lurrentschrift. r. Bey der Currentschrift gibt es 6 Haupt¬ arten von Grundstrichen; zweyerley gerade, und vierer-ey krumme. Von diesen gehören die zwey lehren zu den großen, die vier er¬ sten aber zu den kleinen Currentbuchstaben; die geraden sind entweder feine oder dicke Striche; die feinen heißt man Haarstriche; die dicken aber Schattenstriche.Die krum¬ men Striche der kleinen Buchstaben sind entweder bogenförmig, oder schlingensöp. mig; die eyförmigen aber und schlangen» förmigen sind den großen Buchstaben eigen. Diese Arten der Striche sind von verschier dener Länge, Breite, und Lage, oder, mit einem Worte zu sagen, von verschiede» yen Verhältniße; sie werden auf folgende Weise gebildet. L. Die Grundstriche von der ersten Art, das ist die Haarstriche sind gerad, doch meistens schief und fein. Sie werden mit der Schneide der Feder gemacht. Die An» oder « Es gibt r. Buchstaben ohne Obcr-und Unterlänge als r . - r. Buchstaben mit Oberlänge allein, als; Z. Buchstaben mit Unterlänge allein, als ro ^> ( o ) Ä? oder Fügstriche Tab. II. sind mehr zur Rechten schief liegend, als die lan¬ gen Haarstriche. Die Querftrichlein aber liegen wagrecht. d. Lis Grundstriche von der zweyten Art, das ist: die Schattenstriche sind gerad, und werden mit veyden Spitzen der Fe¬ der, das ist: mit der ganzen Federbrei' re gleich dick gemacht. Der »«.strich steht entweder gerad aufrecht, oder neiget sich ein wenig zur Linken. Der lange Schatten, strich aber ist allezeit zur Rechten geneigt. c. Die Grundstriche von der dritten Art sind bogenförmig bald ganz fein, bald von nach und nachzunehmender, und so auch gemeiniglich wieder abnehmender Dicke. Sie werden bald zur Rechten, bald zur Linken ausgebogen. Dis feinen werden mit einer Spitze der Feder auf, warts; die dicken aber mit beyden Spitzen der Feder abwärts gemacht. Z. Die Grundstriche von der vierten Art sind schlingenförmig , nur ein wenig krumm, und zur Rechten schief liegend, zuweilen ganz fein, zuweilen von ungleicher Licke, bald mjt, bald ohne Ringlein, bald zur Reckten, bald zur Linken ausgebogen, dtp kurzen machet man allezeit feist,mit der Schnei» TuchsUben rüst Ober-und Unterlänge zugleich: // /' K- ( o ) «L* ir Schneide der Feder auf-und abwärts, die langen feinen nur aufwärts; die lan« gen dicken aber allein abwärts j die dick angefangenen endigen sich nach und nach fern, die fein angefangenen aber gehen nach und nach in die Dicke. e. Die Grundstriche der fünften Art sind eigentlich Zuge, die aus zwey Schlim genstrichen bestehen, sie fangen ein wer nig krumm an, und werden oben oder un¬ ten mit einem zirkelförmigen Striche ver* Kunden, daher sie eyförMig sind. f, Die Grundstriche von der sechsten Art sind aus 2, Theilen des bogen-oder schlin- genförmigen Striches zusammen qesetzet; nur dem einen halben Thei! werden sie angefangen, und mit dem andern auf der entgegengesetzten Seite geendiget, wo¬ durch sie schlangenförmig w rden. 2. Aus diesen Grundstrichen können alle Cur¬ rentbuchstaben zusammengesetzt werden. Tab II 8. Es entstehen n. Aus den kurzen Haar-und Schatten- strichen asi-o i, h. Aus den vorhergehenden, und aus den kurzen bogen § und schnngenförmigen 1^. 2. e. Aus den angeführten, und dem langet« Haarstriche Z, st. Aus den langen Schattenstrkchen abex /und 1^. 4. e Aus L2 ( O ) Fl e Aus den vorgemeldeten, dann aus san- gen Lchlingenstrichen das / 5- L. Aus dem fünften oder eyförmkgsn Stri« che die großen Buchstaben L? re. Iss. 6. Z. Aus dem sechsten oder schlangen förmi¬ gen E rc. Iss. 7. Bey der Zusammensetzung ist zu mer- kett, daß, wo die Füg - und «»striche einander berühren, dis Ecken allezeit scharf gemacht werden. z.Dr'e Buchstaben müssen auch kn einem gleichen Verhältniße so wohl einzeln als im Zu» samenha igemic einander stehen, das ist: s-e müssen eine gewiße Länge, Breite, und Lage, auch einen bestimmten Abstand ha¬ ben. Tab. II. 6. s.Rsgeln für dis Lange der Buchstaben. r. Die kleinen Buchstaben haben die Höhe des "striches, welcher z Federbreiten hoch ist. Tab. II. L. Iss. r. S- Bis langen Buchstaben Iss. z. haben die Hohe von sieben »«strichen. Iss. r. * Die ( o ) -F. IZ * Diese Regeln desto gewißer gleich anfänglich zu befolgen; ziehe man zwey Linien von der Höhe eines östliches gleich weit von einander, nach dieser Doppellnne müssen sich hernach all« kurze Buchstaben richten, die langen Buch¬ staben aber gehen oben und unten dreymahl weiter über diese Linien hinaus. b. Regeln zur Breite der Buchstaben. r.) Die Breite der kleinen Buchstaben mlßk man auch nach der Breite des , wel¬ ches von einem Striche zum andern noch drey Federbreiten hat. Tab. II. 4. sind um einen ^strich schmäler N. 5. Daß aber ist um zwey 6. und das 4-0 um drey^striche breiter als das 7» Das sind so breit als ein «4» N. 8. Dessen dritter Strich ist von dem Mitt¬ lern so weit, als diestr vom ersten entfer¬ net ist T. II. 9. Die Schlingen sollen nicht breiter als das halbe seyn, dl. io. Von den Schlingenstrichen ist noch zu mer¬ ken , daß sie sich in der ober» oder unrem Linie dmchschneiden. di. ir. Loch ge¬ schieht dieses in und etwas tiefer 14 «L, ( o ) Ist 12. Wenn der schiefe "strich durch¬ schnitten wird, so geschieht «Lö in d^e Mitte, ^i. rz. L. Die großen Buchstaben A haben die Breite von einen " Ist. 14. Das 9?^ und 2^ von zwey " Ist. !Z. Die übrigen sind so breit wie ein N. 16. e. Eine Regel für die Lage der Buchstaben. Unter der Lage versteht man dis schiess Richtung der langen Buchstaben, die sich ailemahl zur rechten Seite nach dem Mu¬ ster Ist. 17. richten muß. Dieses genau zu bestimmen setze man zwey vier »«striche weit über einander, so, daß die drey ^.striche des obern mit den drei) untern senkrecht stehen; hernach ziehe man von den obern letzten zu dem untern ersten »»«strich den langen Schattenstrich, so hat man das bestimmte Maaß zur Lage dec langen Buchstaben; oder, welches das nahmliche ist, man machelst.iF. in der Hohe von vier "strichen ein gleiches Viereck, und theile die obere Seite davon kn vier gleiche Theiie, durch den dritten Theil zur Rech- ( o ) Rechten ziehe man aus dem untern Winkes zur Linken eine Linie, welche sodann die verlangte Lage Vörstetten wird. ä. Die Regeln zur Verbindung der Buchten. i.) Alle Buchstaben eines Wortes sotten in einer geraden Linie zusammen hängen. L.) Die Buchstaben, welche von der untern Linie aus verbunden werden, sotten drey Federbreicen weit von einander abstehen. T. II. e. n. 19. Diejenigen aber, die an der obern Li« nie zusammen gehängt werden , sotten zwey Federbreicen von einander gerücket w r^ den, 2v. e. Die Regem für den Abstand der Wörter und Zeilen. r.) Die äLorter eines Satzes sollen so weit von einander stehen, daß man ein -a- dazwischen machen könne. Von einem klek- nen Unterscheidungszeichen bis zum fol¬ genden Worte sott der leere Raum von der Breite eines nach einem Puntte aber der Raum von zweyen " gelassen werden. 2.) Die Zeilen sollen nirgends dem Rande zu nah kommen, sie können sich aber dem» selben von der Seite mehr als oben oder uncen, doch der rechten Seite mehr als der linken nähern; alle Zeilen aber müs¬ sen gleich von einander so wohl, als vom RaudL entfernet seyn. 8> r6 ( o ) z.) Die Entfernung einer Zeise von der an» Vern richcer sich nach den Buchstaben die Ober-und Unterlänge haben; dis Buch¬ staben mit Oberlänge der untern Zeile müs¬ sen nicht bis in die Buchstaben sich erhe¬ ben, die in der ober» Zeile eine Unterlän¬ ge haben, sie können höchstens anstoßen» tz. von der Ranze'stcz'schrifk. Die Buchstaben der Kanzellersichrift stehen ent¬ weder gerad auf, oder sind etwas schief, und zwar zur Rechten geneigt. i. Die kleinen Buchstaben so wohl als die großen haben außer dem viereckigtenAnfaugsstrichlein einerley Grundstriche mit den Currentbuchstar den, doch ist ein geringer Unterschied zu merken. 5. Die Haarstriche kommen hier auch senk¬ recht aber allezeit kurz vor. b. Bey den Schattenstrichen ist der Estrich merklich langer als in der Currentscbrift § der lange Schattenstrich aber stehet immer gerad, und fängt auch manchmahl mit dem kleinen Schlangenstriche an. c. Der Bogenstrich wird zuweilen mehr kn die Länge gezogen. 6. Der Schlingenstrich liegt mit seinem Pune- re oft wagrecht, man machet ihn auch zu¬ weilen nur halb, da man ihn fein anfängt und nach und nach dirk werden läßt. e. Hier ist noch das Anfangsstrichlein, oder der kleine viereckiges Punct «IS ein besonder rrr Bestandrheil zu merken, welcher so qs« Machet wird, daß em,e Spitze in die Höhe steht, s. Aus ( O ) F- r7 L. Aus diesen Strichen werden die kleinen Kanzelleybuchstaben zusammen geseHet, zu den großen aber werden noch die ey-und schlangenformigen Striche gebrauchet, wie man auf yer siebenten und achten Vorschrift fXH. XIII.) sehen kann. z. Ein gewißes Verhälcniß hat hier auch wie bey den Eurrentbuchftaben statt, darüber sind folgende Regeln zu merken: a. Regeln für die Lange der Kanzelleybuch« staben. r.) Das A und alle kleine Buchstaben sollen acht Federbrciten hoch feyn. 3.) Die Buchstaben mit Ober - und Un¬ terlänge muffen nach Beschaffenheit derselben oben und unten noch ein¬ mahl so lang seyn als das D^s allein ist etwas kürzer, als die an» deren Buchstaben mit Oberlänge. b. Eine Regel für die Breite. A uffer sollen alle Buchstaben die Breite des haben, dessen Haupt» striche vier Federbreiten weit von einander entfernet sind; mithin ist die ganze Br--k» tedes A von sechs Federbreiten: das uud W aber sind um die Halste breiter. c. Regeln zur Verbindung der Buchstaben- B t.) ' 18 ( O ) üL* 1. ) Wenn Buchstaben mit geraden Strichen zusammen kommen, sollen sie vier Fe- verbreiten weit von einander stehen. 2. ) Nach den Buchstaben , die sich zur Rech¬ ten mit dem viereckigten Puncre endi- gen; auch nach, und vor einem aus-- wärcs gebogenen Strichs soll ein Raum von dpky Federbrciten gelassen werden. st. Eine Regel für die Lage der Buchstaben. i. Die Lage der stehenden Kanzelleybuchsta» ben ist senkrecht. r. Die schiefe Richtung für die liegende Kanzelleyschrift zu bestimmen, mache man wie oben ein Viereck, rheile die obere Seite davon nur in zwei) gleiche Theo- le, und ziehe aus dem untern linken Winkel eine Linie durch die obere ge- theilte Seite. Von der F'racturschrift. 1. Die Grundstriche der Fracturbuchstaben sind eben so beschaffen, wie Key den Buchstaben der Kanzelleyschrift, außer daß der Fügstrich verhältnismäßig größer wird. 2. Sie werden eben so gebildet; nur fangen die Großen meistens mit dem Schlingen- striche anstatt des Bogenstriches an. Z. Das Verhaitniß ist im Grunde mit der Kanzelleyschrist einerley nur fallen die Stri¬ che breiter aus, weil die Feder viel brei¬ ter geschnitten wird, g. Die Längs der kleinen Buchstaben ist von 6. Federbreiren; die Ober-und Unterlän¬ ge ist von vier dergleichen Breiten. b. c o) ^9 d. Die Breite ist von anderthalb Federbrekten; das j? haben einen halben strich weniger. c. Die Entfernung eines Buchstaben von dem andern ist von anderthalb Federbreiten. Nach dem Buchstaben aber, die sich mit dem viereckigten Punete endigen, auch wennzweo Buchstaben mit den gebrochenen Strichen einander entgegen stehen, wird ein Raum von einer Federbreiten gelaßen. Sieh die Vorschriften (XIX. XX.) III. Hauptftück, Von der lateinischen Schrift. A. Die Grundstriche der lateinischen Cursiv» buchstaben werden mit einer kleinen Abänder¬ ung wie die deutschen Buchstaben gemachet. Sieh hierüber die erste lateinische Vorschrift (XIX) i. Die Haarstrichs sind die nahmlichen. Z. Die Schattenstriche werden mlt dem Schlingenstrkche oft nur angesangen, oft auch damit zugleich geendiget. Z. Der Bogenstrich ist liegend, und in die Länge gezogen. 4. Dev große Schlingenstrkch endiget sich im Aufwärtsmachen zuweilen nach und nach dick. 5. Der eyformkge Strich wird auf der eineu Seite öfters sehr kurz gemachst. 6. Der Schlangenzug kömmt hier in dex Krümme dem Schlingenstriche näher als dem Bogenstriche. ft, L0 "^t- ( o ) L. Aus diesen Strichen entsteht die kleine Kur¬ sivschrift/ wobey es auf eine geschickte Wen» düng der Feder ankömmt. Das Verhälcniß ist nur ein wenig von je¬ nem der Kanzelleyschrist unterschieden. L. Die Lage ist die nähmliche. Wegenden Ringeln ist zu merken, daß dieselben an den kleinen Buchstaben den vierten Theil von der Lange des v in die Höhe gezo¬ gen werden: an den großen Buchstaben aber und an jenen mit Unterlänge werden sie um das halbe v hinauf gezogen. 2. Die Breite ist auch einerley mit den Kanzel« leybuchstaben. Das x und rv haben die Breite des m. Die Schlingen in der Un¬ terlänge aber nur wie das Halbs n. Die Ringeln in der Unterlange werden nach der Breite eines m zur Linken gezogen. Z. Die Entfernung eines Buchstaben von dem andern ist wie in der Kanzelleyschrift. 4. Die Lage richtet sich auch nach dem für die liegende Kanzelleyschrift angegebenen Muster. v. Die großen Buchstaben werden nach dem Muster dec zweyten lateinischen Vorschrift (XXHI. XXV-^> gebildet. * Die kleine römische und sogenannte Qua- dralschrift ist wenig gebräuchlich/ und kann von denen, die in andern Schriftarten üb¬ lich sind , leicht durch Rachahmen erlernet werden.