LaibllcherOMtullg. Nr. 42. Pränumerati on «preis: Im Lomptolr ganzj. fi. 11, halbj. sl. .»..5U. stllr die Zustellung in« Hau« halbj.50lr. Mit der Post ganzj. fl. 15, halbj.fi. 7.5,0. Mittwoch, 20. Februar Insert lonsgebilhr bi« w Zeilen: imal 6U lr., »m. 80 lr.. 3»l. I si.; sonst pr.Zeile im. e lr.. Lm. 8 lr., »m. iu lr. u. s. w. Iuscrlionöstempel jedeem. 30 lr. 18«7. Aintlicher Theil. Fran) Joseph der Crfte, von Gottes Gnaden Kaiser von Oesterreich; Apostolischer iiöuig von Ungarn, Böhmcn, Galizicn, Lodomcrien und Illyricn, Erzherzog von Oesterreich :<'. :c. :c. Den kirchlichen nnd weltlichen Würdenträgern, Stän-den und Vertretern Unseres getreuen Königreiches Un-gärn nnd der damit verbundenen Theile, welche ans dein von Uns für den 10. December 1tt«'»5> in Unsere könig> lichc Frcistadt Pest cinbcrnfencn Landtage versailimelt sind, Gruß nnd Unsere Gnade. Licbe Gctrcnc! Die in der allcruntcrthänigstcn Adresse der land' täglich versammelte!, Stände nnd Vertreter vom 17. Jan» ncr enthaltene Bitte, daß die Feststellung des Wchrsystcms mit Ihrer gesetzlichen Einflnßuahlnc bewerkstelligt werde, sind Wir nm so geneigter zn erfüllen, als Wir den dies-fälligen Entwurf schon mit Unserem Handschreiben an Unseren Kriegsminister vom 28. December v. I. der verfassungsmäßigen Behandlnng überwiesen haben; daher Wir znr Behebung der aufgetauchten Gedenken auch hic-mit erklären, daß Wir die Behandlung des gedachten Entwurfes, so wie die gcsetzkräftigc Beschlußfassung dar« über nntcr Mitwirkung der Stände und Vertreter des Landes zu veranlassen wünscheu. Die Sicherheit des Reiches erfordert jedoch unbedingt die Ausfüllung der in Folge des letzten FeldzugeS in den Reihen Unserer tapferen Armee entstandenen Lücken, gleichwie auch eine gründliche Umgestaltung des bisherigen WehrsystcmS. Die von den europäischen Mächten theils bereits in Angriff genommenen, theils nahe bevorstehenden gleichartigen Verfügungen erfordern unabweisbar die Aenderung Unseres eigenen Wchrfystcms iu ciuer Weise, welche mit thnnlichstcr Schonung dcS Staatsschatzes dic gesteigerte Entwicklung der Wehrkraft möglich mache. Es hat Uns demnach nnr dic väterliche Fürsorge für dic Sicherheit aller Unserer Volker geleitet, iudem Wir mit Unserer Verordnung vom 28. December v. I. die Hrercsergänznug in einer Art durchzuführen beabsichtigten, welche den Uebcrgang von dem bisher bcstcm-denen Systeme zn erleichtern und die Einführnng des festzustellenden ncnen Systems vorzubereiten geeignet ist. Indem nnn die Stände und Vertreter des Landes nm die Sislirung dieser Vcrordnnng bitten, heben die» selben — auf Beispiele aus der Geschichte hinweisend — hervor, daß Ungarn stets bereit war, zn dicsbczüg. lichcu, den Anforderungen der Zeit entsprechenden Aenderungen die Hand zu bieten nud Unseren königlichen Thron gegen alle drohenden Gefahren zn vertheidigen. Mit votler Anerkennung würdigen auch Wir icne patriotische Bereitwilligfeit, mit welcher sich Ihre Vor< ahren m den Angcublickeu der Gefahr stets nm den bedrohten ^hron und Staat geschaart haben Um so geneigter sind Wir daher, die iu Ihrer alleruutcrthäniastcn Adresse enthaltene Bitte zn erfüllen, iudem Wir Uns nuf Gruud dieser erhebenden Erinnerungen der Vcrgan-genhcit nnmöglich der Hoffnung verschließen können, daß die uachahmnngswerthen Tugenden der Vorfahren auch auf die jetzige Generation übergegangen, und Wir dem« zufolge überzeugt find, daß die Stände nud Vertreter des Laudcs, den anch Ihre eigenen Interessen hervor-ragend berührenden Ernst der Situation in Betracht ziehend, Unsere väterlichen Absichten aufrichtig unterstützen nnd mit spontaner Bereitwilligkeit dasjenige er« füllen werden, was die Sicherheit dcs Thrones und der Monarchie erfordert. Die Stände uud Vertreter dcs Landes erncucru iu Ihrer obgcdachtcn nllcrnntcrthänigstcn Adrcfsc die bereits wiederholt unterbreitete Bitte wegen thatfächlichcr Wie» derherstellung der Verfassung, uud Sie begründen dies wit dem Gebote der nnabwcislichcu Dringlichkeit. Anch Wir wissen uud fühlcu es, daß das von Uns l'cgouucnc Werk dcs Ausgleiches uud dcr Verständigung dcs Abschlusses harret. Wir fühlen es, daß auf dcr wechselseitigen Rechtsgrundlage, welche den diesfülligcn Verhandlnngcn znm Ausgangspunkte diente, blos thco. wisch uicht' innegehalten werden könne, soudcrn daß auf ^"selben auch iu praktischer Anwendung ciuvcrstündlich fortgeschritten werden müsse. , Als Ausfluß dieser wechselseitigen Rechtsgrundlage ^' erblicken Wir einerseits die Sichcrstcllnug dcs Fort< Mndcs dcr Monarchie unter Regelung dcr dicsbczüg. lichen Verhältnisse nnd andererseits die Wiederherstellung dcr Vcrfassnng Ungarns. In Uuscrer Thronrede sowohl, als iu Unseren späteren Rescripts haben Wir mit voller Aufrichtigkeit Uuscrc väterlichen Absichten knndgcgcbcn, so wie jcuc Bedenken nnd Schwierigkeiten offen angedeutet, welche das gegenseitige Eiuvcrstäuduiß bis nnn verzögerten. Die landtüglich versammelten Stände uud Vertreter haben sich dic Behebung dieser Schwierigkeiten in Ihren allernnterthänigstcn Adressen mit auerlenmmgswerther Bereitwilligkeit zur Aufgabe gestellt. Dicselbeu habeu wiederholt erklärt, daß Sie weder die Sicherheit dcs 'Reiches, uoch dessen Bestand gefährden wollen, ja daß Sie unmöglich wünschen können, wienach icnc Stütze, welche im Interesse der gemeinsamen Sicherheit wechselseitig geboten und aewärt'igt wird, nicht lräf» tig sei. " Wiederholt haben dieselbe» versichert, daß Sie Uns iu Bezug auf die gcmcinsamcu Angelegenheiten nnd deren Bchandlnngsart solche Vorschläge unterbreiten werden, welche den Lebensbcdiuguugcu des Reiches entsprechen; daß Sic dic von Uns gewünschten im Wcgc Unseres nngarischen Ministeriums vorzuschlagcudcu Aenderuugcn einiger Bestimmuugen dcr Gesetze vom Jahre 1848 ohuc Verzug iu Bcrathnug ziehcu werden: — daß Sic den berechtigten Ansprüchen dcr Ncbculändcr eine billige Beachtuug zuweudeu uud für uöthigc Verfügungen zur i Beseitigung der Schwierigkeiten dcs Uebcrgangcs Sorge tragen werden. Angesichts dieser ernstlichen, maßvollen uud fcicr-lichcu Erklärungen dcs nngarifchcn Landtages muffen Unsere Besorgnisse schwinden' uud mit Freude crgreifeu Wir daher die Gelegenheit, um dic Verfassuug des Königreiches Ungarn herzustellen nnd zn diesem Behufe ein verantwortliches ungarisches Ministerium zn consli. tnircn. Iu Ausführung dieses Unseren festcu EutschlusscS habcu Wir Uuscrcu lieben Getreuen, dcn hoch- nnd wohl' geborenen Grafen Julius Audrassy von Esik-Szeut» Kiraly und Krasza-Horka zu,m Miuisterpräsideuteu unter Eiucm cruaunt und denselben beailftragt. Uns seine Vorschläge in Bezug auf die Bildung dcs Ministeriums unverzüglich zu unterbreiten. Indem Wir hieuach jcncs Hiudcruiß beseitigen, Welches der legislativen Wirksamkeit dcr Stände nnd Vertreter des Landes bisher im Wege stand, gewärtigen Wir andererseits im vollcu Vertrauen anf Ihre politische Wcishcil, daß Sic bereitwillig uud auch that-sachlich all dasjenige erfüllen werden, was Sie in Ihren alleruntcrthän'igsten Adressen znm Bchnfc einer derartigen Bewcrlstclligung^dcs Ausgleiches zugesichert haben, damit durch die ^icherstclluug der Zwecke der Pragmatischen Sanction nnd Vereinbarnng der wechselseitigen Interessen ein nachhaltig dauerndes Werk be-gründet werde. ^ Wir erwarten dies nm so mehr, nachdem ^ie iu Ihren allernnterthänigsttn Adressen wiederholt erklärten, daß Sie keine politische Unmöglichkeit sordcru, uud Uusercr vcrautwortlichcn ungarischen Regierung in all jenen Zweigen der Verwaltung, deren thatsächliche Uebernahme uud Regelung eine längere Zeit uud erhöhte Vorsicht erheischt, jcue ausnahmsweise Vollmacht nnd Hilfsmittel gewähren werden, ohm welche die Bewältigung dcr zahlreichen uud ernsten Schwierigkeiten dcS Uebcr-gaugeö ciuc Uumöglichleit wärc. Wir erwarten schließlich, daß, gleichwie Wir fest entschlossen siud, dic Verfassung dcs Landes gegen Mu Augriff -,u fchirmcu und unversehrt aufrecht zu crhaltcu, cbcnso auch die trcueu Völker Uuscrcs geliebten Könige reiches Ungarn eine kräftige stütze Unseres Thrones nnd in Zcitcn dcr Gefahr entschlossene Vertheidiger dcr territorialen Integrität dcr Länder der nngarischcn Krone, gleichwie anch Unserer Monarchie bleiben werdeu. Denen Wir übrigens mit Unserer kaiserlichen und königlichen Hnld und Guadc bleibend gewogen blcibcn, Gcgcbcu in Unserer Rcichshanpt. und Residenzstadt Wien am 17. Fcbrnar 1867. Franz Joseph m. p. Ladislans v. Karolyi m. p. Johann v. Barthoö w. p. Htlilc wird iu dcnlschem imd z^lrich slovcnischcm Tert au^cgrlirii und vcchndct: Gesetz- nnd Vcrordnnngs-Blatt für das Hcr> zogthnm Krain. VI. Stück. Jahrgang 1807. Inhalts-Uebersicht: 7. Gesetz, wirlsllln flir daö Hcv^o<,th!nn Krain, vom 28. Iiinner 1867, betrch'^nd tincu Nachlrag znin Stvnß,,'!,- gl'schc uom I I April 1«04. kaiblich, d-n 20. ssclmmr 1«!l7. Voin l. l. Nrdactiollichiivsml dci< Gesetz- nnd Verordnungsblattes __________filr Krain. Nichtanltlichtt Theil. Laibach, 20. Februar. Dic Landtage wurdeu durch eine Ministcrialcrllä' rliug eröffnet, welche als Vollzichnng ciucr allerhöchsten kaiscrlichcu Enlschlicßuug sich darstellt, die iu dein gegenwärtigen Momcutc von nm so größerer Bedcutnng' ist, als hicdnrch offen nnd nnumwuudcn das Bctretcu der wahrhaft coustitutioncllcn Bahn verkündet wird, als dercu Gewähr wir cinc Rcihc von Gcsctzcsvorlagcn erblicken, zn deren verfassungsmäßiger Behandlung der Reichsrath mitzuwirken in die Lage kommen soll. Dcn Landtagen ist verkündet worden, daß die Eistirung der Verfassung, als dcrcn Zweck hingestellt wird: dcr Ausgleich „zwischcu dem ältcru uugarischcn VcrfassnugSrcchtc uud jcncn frei-heitlichcn Institutionen, welche Sc. Majestät dcr Kaiser im Bereiche dcr gesammten östcrrcichifchcn Monarchie durchzuführen sich znr Lebensaufgabe gemacht habcu" — sich fortan als nicht mehr nothwendig darstellt, daher wir wohl daraus zu unser aller größter Bcfricdiguug cutuchmcu müssen, daß dcr Ausgleich mit Uugaru'cinc voll;ogcneThatsachc,daß jencrEonflict, welcher dcr „Wieder-hcrstclluug der Größe uud altgcschichtlichcu Ttclluug dcs ssaiscrstaates" fciudlich cutgcgcuslaud, cudlich bchobeu ist. Zunächst werden dic Landtage die Wahlcu für den verfassungsmäßigen Rcichsrath vorzunchiucn haben, dessen Aufgabe nicht nur darin bcstchcu wird, dic Aufschlüsse dcr Regierung nnd ihre Rechtfertigung der Schritte über die mit Ungarn gepflogene Verhandlung zn vernehmen, dessen weitere Aufgabe vielmehr in der schon früher angedeuteten Behandlung von Gesetzentwürfen bestehen wird, welche, in seiner verfassungsmäßigen Compete»; gelegen, ' vou ihm geschäftsmäßig behandelt werden sollen. Als solche Gesetzvorlagen werden in Aussicht gestellt: Gesetze über die Entsendung von Dcpntirtcu iu dcu Bcrathuugskörpcr für die geiuciusamcn Angelegenheiten, Ministcrveraulwortlichleit, Modificirnug dcs i; 1'l dcr Februarverfassnng, Erweiterung dcr Ländcrantonomic und ncnc Wehrvcrfassnng. Schoii dic Wichtigkeit dieser Auf' gaben, welche an die Neichsvertrctuug herautrcten werden, macht cs dcn Landtagen znr Pflicht, nnr jcnc Man« ucr in den Rcichsrath zn wählen, von denen man er» warten darf, daß sic die subjective:: Leidenschaften ab» streifen nnd einzig nnr die Interessen des Staatsbürgers und iu zweiter Linie jene dcs Gesammtrciches vertreten wcrdeu. Die „Wicucr Nbendpost" veröffentlicht nachstehendes Schreiben dcs M i u i stcr-P räsid cu tcu an sämmtliche Statthalter nnd Land crchcfs: „Ew..... Dic an dcn Landtag gerichtete Mittheilung der k. Regierung, welche ich Ew. ... in der Anlagc zugehen lasse uud welche Sie zur Kenntniß dcs .... Landtages zn bringen haben, spricht sich über die Auffassungen und Absichten dcr Regierung iu sv un;wcidcutigcr Wcise aus, daß es wohl kaum einer besoudcrcu Instruction bedarf, nm Sic in dcn Stand zu fctzcu, fich bei den Vcrhandluugeu des LaudtagcS iu ihrem Siuuc zu äußern. Ew. . <. werden in einer richtigen Würdignug des Inhaltes dieses Erlasses dic Ucbcrzcugung schöpfen, uud Sic wcrdcu die Ucbcrzcuguug zur Geltung bringen, daß dcr von dcr Regicrnug eingeschlagene Weg uicht dic Bedeutung einer Schwenkung im gewöhnlichen Sinne dcS Wortes hat, sondern daß die Rcgicrnng in gewissenhafter Erkenntniß dcr aus der Entwicklung der Dinge hcr-' vorgchcudcn Lage den Anfordcruugcn und Eonsequenzen ' dcrsclbcu gcrccht wird. ' Sie vcrläugnet uicht die Vergaugcnheit, abcr sie will dieselbe nicht znr uuabändcrlicnen iiNchtschuur für die Vchandluug dcr Gcgcuwart gemacht wisscu. Die Frucht dcr Sistiruug ist dcr Ausgleich mit Ungarn, dieser soll fcstgchaltcu, durch die Zustimmung dcr ubri» gcu Theile der Monarchie bcficgclt und beiderseits dnrch loyale uud vcrstäudige Ausführung zu einen, ^ntzdrin- e gciiden werden. Zugleich aber soll dcr mit der ^isMung vcrbnnden gewesene ?iachthcil, die Unterbrechung versa- . suugsmäßiger Zustände, in den 'islcitha,n,chm Lm> "N or an schwindcu. Dic Regierung geht von dc. Ansicht 272 aus, daß sic nicht ciuscitig darüber urtheilen darf, ob und inwieweit die Verfassung durch Schwierigkeiten, die ihre Eutwickeluug im Gefolge hatte, in ihrem Bcstaude gelitten hat oder nicht. Sie kann leinen anderen Weg einschlagen, als die durch die Verfassung eingesetzte Vcr-trctuug einzuberufen und in Gemeinschaft mit ihr die Vcrfassungsfra^c cndgiltig zn regeln. Wissen die Landtage diesen Standpunkt zu würdi« gen, so wrrom sie anch anerkennen, daß dem Vorgehen der Ncgicruug auf dem jetzt lictrctcueu Wege jcdc Par-tcilichtcit ferne liegt, daß weder ciuc Bevorzugung, noch eine Beeinträchtigung irgendwelcher Art in ihrer Absicht qcfnudcn werden kann. Ihr Bestreben ist ein nach allen Seiten versöhnliches, aber sie wird sich mit Festigkeit auf den gegebenen verfassungsmäßigen Boden stellen und nur auf dicfcm jenem Gebauten der Vcrsöhuuug Folge geben. Indem die Regierung dem NcichSrathc die mit Rücksicht auf dc» Ausgleich mit Ungarn nothwendig werdenden Verfassungsänderungen zur Anuahmc vorlegt, weist sie die Voraussetzung zurück, daß sie demselben daS Recht der freien Znstimmnna. verkümmern wolle. Aber sie vcrtrant dem patriotischen uud einsichtsvollen Geiste der bcrnfcncn Vertrctuug, welche sich der Erkennt« niß nicht verschließen wird, wie viel Oesterreich bei einem Abschluß der bisherigen uusichcrcu nud schwankenden Zustände zu gewinnen, nnd wic viel cs bei einer Fort» sctzuug uud einer Vermehrung dieser Unsicherheit zn verlieren nnd zn befürchten hat, — daß jeder gerechte Anspruch nnr in einem wieder erstarkten Oesterreich seine Befriedigung finden kaun. Empfangen Ew. . :c. Wien, am 11. Februar 1867. Bcust m. i>." Das Elaliml! >er Siclnuuudscchöchcr-Tmn- missllln des ungarischen LaMlW'g übcr dic gcmlinftmcn Ingclcgcnhcitcn. Die Sicbennndsechszigcr-Eommission des ni,garischcn Landtages, welche mit dem Entwurf ciucs Gesetzes über die gemeinsamen Angelegenheiten betrant war, hat am 5). Fcbrnar ihre Arbeiten beendet. Das Elaborat ist ein langes Acteustück vou 71 Paragraphcu. Im Nachstehen' deu theilen wir einen Auszug daraus mit, der die we» sentlichcn Puuktc erschöpfen dürfte: Die Eommission geht davon ans, daß das Band, welches zwischen den Bändern der uugarischcn 5ironc nnd den übrigen Bändern und Provinzen dcS Kaisers besteht, anf der pragmatischen Sanction beruht. Da nach diesem Grnndvcrtrag alle dem Kaiser untergebenen Länder einen ciuhcitlicheu, unzcrtrcuulicheu Besitz bilden, so ist die gemeinsame Sicherheit nnd die Vertheidigung uud Aufrechterhaltung derselben mit gemeinsamen Kräften cine direct aus demselben entspringende, gemeinsame uud wcchselscilige Verpflichtung. Solche Verpflichtungen aber, welche sich über dieses Ziel hinans erstrecken uud zn dessen Erreichung nicht nnnmgänglich nothwendig sind, kann Ungarn nicht auf sich nehmen. Die pragmatische sanction setzt die consti tuti onelle, staatsrechtliche und adm iu i strativc Sclbständigkcit Ungarns fest. Ein gemeinsames Andgct der fürstlichen Hofhaltung wird nicht von der pragmatischen Sanc-tion gefordert; mit der constitutionellen Selbständigkeit Uugarus nnd dem Ansehen des ungarischen Königs ist cs vielmehr vereinbar, daß der ungarische Reichstag über die Vorlage dieses Bndgcts besonders votire. Gemeinsam müssen sein: die Lcitnug der a u s w ärti g c n An< gelcgcnhcitcn nud das Kriegswesen, daS uu-garischc Heer bildet ciucn Theil des GcsammthcercS, doch behält sich das Land das Recht vor der zcitweiö zn gc< schehcnden Ergänznng des ungarischen Kriegsheeres und der R clr n te n b cw i l li g n n g, die Bestimmung der Acwilliguugsmodalitäten, der Dienstzeit und die der Verfügungen, welche die DiSlociruug uud Verpflegung dcS Militärs betreffen, ebenso die Feststellung und die etwaige Umgestaltung des WchrsystcmS. Ueber alle jene ungarischen E i v i lvcrhältn i ssc, Rechte und Verpflichtungen der einzelnen Mitglieder dcS ungarischen Kriegshccrcs, welche sich anf den Militärdienst beziehen, wird die ungarische legislative, bczichuugswcise die ungarische Administrative, verfügen. Die Finanzan-gclcgcnhcit wird insoweit gcmciusam sein, als die Kosten gemeinsam sein werden, welche anf die als gcmciusam aucrlanntcn Gegenstände zu verwcudeu sind. Sämmtliche sonstige Staatsbcdürfn is sc Uugarns wird anf Vorlage des nngarifchcn verantwortlichen Ministeriums der Reichstag auf constitntioucllcm Wege be« stimmen. Dieselben, sowie überhaupt alle Steucru, wird das ungarische Ministerium mit gänzlicher AnSschlic» ßnug jedes fremden Einflnsscs nntcr eigener Vcrant' wortlichtcit answcrfcn, eintreiben und mauipulircn. Was jedoch die iudircctcu Stcucru betrifft, so ist, im Falle beide Theile cS jetzt oder für die Zukuuft für zweckmäßig erachten, daß zwischen den einzelnen Bändern kcinc Zwischcnzollschraulcu uud Eordouluiicu errichtet werden mögen — der ungarische Reichstag bereit, eiuc mit dem zweiten Theile von Zeit zu Zeit abzuschließende Vereinbarung zn treffen. Die Quote, zn welcher Ungarn zu dcu Kosteu der gcmeiusa m cu Auge-legcilheiten beitragen soll, muß durch ciuen Wechsel- seitigeu Pact bestimmt werden, welcher dergestalt erfolgen kann, daß die Vertretung beider Theile (Uugarns nnd des übrigen Reiches) jede eine gleich große Depntation wählen, welche nntcr Äeirath der betreffenden verantwortlichen Ministerici'. einen motivirtcn Vorschlag für einen bestimmten Zeitraum ausarbeiten. Dieser wird dann von dcu Miuistcrn den beiden Reichstagen unter» breitet nnd dnrch Vereinbarung beider Theile bis znr Sanctionirnng des Kaisers festgestellt. Sollten sich die Deputationen nicht einigen, würde das Gutachten derselben beiden Reichstagen vorgelegt werden; sollte anch bei diesem keine Einignng erfolgen, würde der Kaiser entscheiden. Voraus schicken wir, daß, wic immer die Feststellung des Reichstages bezüglich der gemeinsamen Angelegenheiten und des Modns ihrer Behandlnng be-schaffen sei, dieselbe faetisch in so lange nicht ins Lebe» treten kaun, als die Verfassung dcö Bandes nicht ihrem ganzen Umfange nach factifch wieder hergestellt wird. Und dies ist die eine der Grund-bediuguugeu unseres Vorschlages. Die zweite Grnnd-bedingnng ist die, daß der volle EonstitiitionaliSmuS auch iu dcu übrigen Bändern uud Provinzen ins Lcbcu trctc; deuu wir köuucu mit dicscu Läudcru uur als cou-stitutiouclle Läudcr bezüglich wclch' gemeinsamer Verhältnisse immer iu Berührung trcteu. Ein gemeinsames Ministerium muß für die gemeinsamen Gegenstände errichtet werden. Dieses Ministerium darf ucbcu dcu gemeinfamen Angelegenheiten die besonderen Administrativ-angclcgcnheitcn w^'dcr des einen, noch des anderen Theiles führen, noch auf dieselben Einfluß übcu. Verautwortlich wird eiu jedes ^lilglied dieses Ministeriums bezüglich alles dessen sein, was in sciucu Bereich gehört; verautwortlich wird aber auch das gauze Ministerium gemein« schaftlich bezüglich feiner derartigen amtlichen Verfüguugeu sciu, welche cs gcmeiuschaftlich festgestellt hat. Ein gemeinsamer Reichstag ist nicht erwünscht. Beide Theile sollen vollberechtigt neben einander stehen. Jeder Theil wähle ails seiner Vcrtrctuug ciue Delegation vou höchstens l>() Mitgliedern. Diese Delegationen sind blos anf ein Jahr, das ist auf ciue Sitzungsperiode des Reichstages, zn wählen; mit Ablauf des Jahres oder dem Beginne ciucr neuen Session hört deren Wirkungskreis vollständig anf. Jede der Delegationen wählt gcsoudert aus iyrcr Mitte frei ihr Bureall uud ihre Vorsitzer. Die Delegationen werden vom Kaiser für eine bestimmte Zeitfrist nnd an jeneil Ort einberufen werden, wo der Kaiser zu jcucr Zeit verweilt. Doch ist cs dcr Wuusch der uugarischcn Legislative, daß die Sitznngcn abwechselnd in dem einen Jahre in Pest, im folgendm Jahre aber in einer andern HanptstM Oesterreichs abgehalten werden mögen. Die Delegationen halten getrennte Sitzungen nnd verkehren nnter einander schriftlich, jcdc in ihrer eigenen Sprache mit authentischen Ucbersetznngeu. Stimmenmehrheit entscheidet. Sollte cS nicht gelingen dic Meinungen dieser beiden Delegationen zn vereinigen, dann halleil beide Delegationen eine Plenarsitzung, doch lediglich behufs gemeinsamer Abstimmung. Ill dieser Plenarsitzung werden die Präsidcutcu beider Delegationen abwechselnd, bald dcr eine bald der andere, präsidircn. Jede Dele-gation hat das Recht, von dem Gesammtmluistcrium wie von den einzelnen Ministern Aufklärung sich zu verschaffen über die ihrem Ressort nntergcbcucn Angc-lcgcuhciteu. Hauptaufgabe dcr DclVgatioucu ist sscst-stclluug des Jahre Sbudget S, welches ihucn von dem gemeinsamen Ministerinn! uach Berathung mit den audcru beidcu vorgelegt wcrdcu wird. Die Delegationen entscheiden definitiv, ihre Beschlüsse erhalten dnrch dic kaiserliche Sauelion Gesetzeskraft. Die Delegationen habcu auch daS Recht der Initiative. Die Sitzungen wcrdcu ösfcutlich sein; die Mitglieder köuneu wegcu ihrer Acußcrnngcn in den Sitzungen »licht verantwortlich gemacht werden uud dürsteu währeud ihrer Amtsdaucr nnr mit Zustimmung ihres Reichstags verhaftet oder mit einer gerichtlichen Klagc belangt werden. Die Dclc-girtcn haben das Recht' der M i n i stcrankl ag c, welche jedes einzelne Mitglied beantragen darf. Der Gerichtshof wird in folgender Art gebildet: jcdc Dclc< gation schlägt, nud zwar uicht aus ihrer Mitte, sonder» auS dcu uuabhäugigcu uud gcsctzkundigcu Bürgern jener Ländcr welche sic repräsentirt, je 24 Mitglieder vor. Jcdc Delegation wird das Recht besitzen, ans den von dcr andern Delegation in Vorschlag gebrachten 24 Mit-gliedern, ohne alle Acgründnng, 12 zu streichen. Auch die Augcklagten haben alle zusammen das Recht die Streichung von 12 Mitgliedern zn fordern, so jedoch, daß in dcr Zahl dcr übriggebliebenen Mitglieder die Zahl dcr von jeder Delegation gewählten Richter dic gleiche sei. Und die anf diese Weise übriggebliebenen Mitglieder wcrdcu die Richter des Processes seiu. Von den Staatsschulden will Uugaru ciuc Quote übcr-uchmcu, ohne jedoch sich dazu verpflichtet zn erklären. „Ucbrigcns erklären wir feierlich daß wir anch in Zn. lunft keine Staatsschuld iu Bezug auf Ungarn für verpflichtend anerkennen werden, bei deren Aufnahme die gesetzlich nnd bestimmt ausgesprochene Einwilligung dcs Landes nicht mitwirkt." Die Gemeinsamkeit dcr com-mcrcicllcn Verhältnisse folgt nicht ans der pragmatifchcn Sanction, doch ist Ungarn bereit znm Abschluß von Zoll- nnd Ha n dclsb ü n d n i sscn mit den österreichischen Ländern, die bisher mit dem AnSland abgeschlossenen Handelsverträge haben auch für Ungarn Gcltuug. Ebcuso wäre eiu Abkommen zutreffen über die Gleichmäßigkeit dcr mit dcr Indnstricprodnction in cngcr Vcrbinduug stchcudcn indircctcn Stcucru, dcr Vcrwaltuug der Zölle, dcr gemeinsamen Eisenbahnen, des MüuzwcsenS und deS Geldfnßcs. Berlin, 14. Febr. Am 24. d. wird dcr Reichs -tag dcs N orddcn tsche n Blindes zusammentreten. Da sich schon jetzt übersehen läßt, daß in Folge von Doppclwahlen uud Maugcls absoluter Mehrheit iu mehreren Bezirken neue Wahleu augeorduct wcrdeu müssen, so wird der Reichstag bei seiner Eröffuuug voraussichtlich manche Lücke zeigen. Im übrige,, schciut mau in den Rcgicrungstreiseu vou dem Ergebniß dcr Wahlcu nicht schr befriedigt zu fciu. Dieser Auffassung cutspricht auch dic Zurückhaltung dcr officiöscn uud dcr rcgicrnngs-frcuudlichcu Prcfsc, sowie die crustc Stimmung, welche sich in dcu gouveruementalcu Kreisen bemerkbar machcu soll. Die „N. A. Z." hat zwar gesteru ciuc etwaige Oppositiou dcö Rcichstags lcichtcr Haud mit dcr Bc-mcrtuug abzufertigen versucht, daß, da die Aundesregic-rungen an den Vcrfassungscittwurf gebnndcn seien, dem Reichstag uichts weiter erübrige, als dicscu abznlchncn odcr anzunehmen. So glatt inacht sich indeß dic Sache doch ilicht. Durch deu Vcrfassuugscutwurf sollcu den Eiuzclstaatcn ncnc Lasten auferlegt wcrdcn, waS abcr ohnc Zilstiulmuug dcr Eiuzclvertrctuugcu uicht dcutbar crscheiut. Freilich würde letztcru ciue Weigerliug uicht weuig ersch^icrt, wenli cs Preußen gelänge die ZnsliM' muug des Reichstags zu jeucm Vcrfassuugöcutwlirf zn erwirken. Lehnt abcr dieser den Entwnrf ab, und folgcu die Einzclvcrtrctnngen seincin Beispiel, dann wüßten wir uicht, mit wclchcm Rccht mail jcucm Vcrfassuugö^ eutN'llrf uoch ciucu biudcudcu Eharakter beilcgeu wollte. Frankfurt a. Ä>t., 1'>. Fcbrnar. Das „Frankfurter Journal" war bekanntlich wegen Amtschrcnbclci-dignng dcs Grafcu Bismarck aus Äulaß dcs Abdrucks vou Kllrauda's iiccde im uicdcröstcrrcichischcn Laiidtag iu Anklage versetzt wordeu. Das Znchtftolizcigericht sprach den vcranl>oortlichen Redacteur wegcu uicht erwiesener bcleidigcuder Absicht frei. Aus Bcrufuug dcr Ttaalsan-waltschast hat das AppcllationSgericht in scincm hcule vcrkündiglcn Urtheil, ohnc auf dic Matcric selbst cinzn-gchcil, cntschicdcn, daß die von dcm Untcrslaalssecrctär v. Thiclc „im Auftrag" dcs Ministcrs dcm Eivileom-niissär v. ^iadai ertheilte Bevollmächtigung zur Klagan-stclluug nicht als giltigc Vollulacht zur pcrsöulichcu Klage dcs Belhciligtcn, welche daö hiesige Gcsctz zur Verfolgilng von Amtschreubeleidicmugcn erfordert, zu betrachten sei. Das Urtheil crsler Instanz wird daher aufgchobcu, dic cingclcitclc Vcrfolgnng für nnstatthaft crllärt und dic Slaatsbchörde iu die Kostcu verurthcilt. ituudon, 14. Fcbrnar. Au« l3. d., als ciuem Mittwoch, saß daS Oberhaus uicht; im Uuter hauö, welches vou 12 Uhr Mittags bis ctwaS uach 4 Uhr saß, bcailtragtc Hcrr Ayr toil (radical-libcralcs Viitglicd für die Towcr-Hamlcts), zweite Lcsliug seiuer iu der vorigen Session zurückgestellte»! Bill zur besseren Vorsorge für die vielfach veruachlässigteu geistlichen, d. h. staatskirchlichcu, Acdürfuissc dcr Hauptstadt, uud zwar dadurch, daß man die Hälfte dcr fchr angewachsenen Finsbury'Präbcndc alls Vermehrung vou Gottesdienst nnd Schnlunterricht verwende. Allein ciuc Anzahl Tory' mitglicdcr wollte dic Präbcndc dcn jetzigen ^intznicsiern nicht schmälern lasscn, nnd die Bill wurde mit 87 gegen 5)3 Stimmen verworfen. — Dic „Owl" schreibt: Wic wir hörcrcn, ist dcr Plan zur R corg an isation dcr britischen Aruicc jctzt bciuahe vollstäudig in sciueu Details ausgearbcitct, uud wird dciu Hause der Gcmciuen bald vorgelegt werden können. Die Miliz soll zur Grundlage des activen Heeres gemacht wcrdcn. Dic Mannschaft wird anf 12 Iahrc angeworbcn. statt dcr jetzigen 10 Jahre; von den 12 Jahren werden 7 in der Armee selbst verbracht, die übrigcu 5 iu der Miliz uuter gewissen vorthcilhaftcn Bedingungen. Nach Ablauf der 12 Iahrc lauu dcr Soldat odcr Untcrofficier wicdcr angeworben wcrdcn, wenn cr Lust hat. Die Hauptschwicrigkeitcu dcs Plaucs siud natürlich siuauzicllcr Art, abcr das Parlamcut wird dcr Regierung willig entgegenkommen, wenn es sich von dcr praktischen Nütz' lichkeit dieser Reorgauisatiou überzeugt. Vun der polnischen Gren;e, 14. Februar Iu Warschau ist die Stiminnng cine sehr niedergedrückte nnd die Nachrichten von dort lauten schr trüb. I" Folge dcr jüngsten Rcformeu zu Gnnstcn dcr Russist ciruug dcS Landes ist die Mehrzahl der hohen russisch^ Beamten nach St. Petersburg zurückgekehrt, uud lvl ihre Stcllc ist eiue Anzahl niederer Beamten, wie >" andern russischen Gouvcrucmcutsstädtcn, gctrctcn; auß^" dcm ist kaniu dic Hälfte dcö hohcn poluischcu AdclS, dcl sonst die Earncvalssaison in Warschan zn vcrlcbcn u^ dcn ausgcsuchtcstcn LurllS zu cutfaltcu pflegte, dort cM' gctroffell, so daß dcr Handclövcrkehr fast todt lind d" MicthprciS dcr Wohnnngcn anf dic Hälfte dcr früh"' Höhe hcrabgcsnnlen ist. Große Hoffnuugcu werden jfv ailf ciuc Reform des Handelssystems gesetzt, uud die cu flußrcichcn Stimmen zu Gullstcu dcS Frcihaudcls wcr^ täglich zahlrcichcr. DaS ^chinnggclgcschäft wird "l" alich in grcnzcnloscr Wcisc zum Nachtheil dcr o" cafse betrieben; doch gehen jctzt täglich Denunciation«- 273 ein. Ein eclatanteS Beispiel möge angeführt werden: Ein Kaufmann importirte 1« Pud (« 40 Zollpfund) Krystall-glas und Porcellan, welche Waaren enorm hoch besteuert sind, nämlich das russische Pfund mit einem Rubel; da jedoch diese Masse nicht unbemerkt eingeschmuggelt werden konnte so verständigte er sich mit den Grenz» zollbeamtcu, und ließ dic Waare confiöciren, die er dann im Zolllmrcau als „Vnichwaare", das Pud zu 3 Rubeln, nicdcr erkaufte. Statt cineS Zolls von 720 Rubeln zahlte er somit nur 54 Rubel, von denen der Casse nach Abzug der Tantieme für die Zollbeamten nur ein Bruchtheil zufloß. Hagesneuigkeiten. — (Vriganten in der Romagna.) Aus Nom wird der „Allg. Ztg." geschrieben: Auf dem Lande ist jetzt das Vrigcn'tenwescn in unbestrittener Herrschaft. Vor einigen Tagen wurden sechs Arbeiter kaum eine halbe Stunde vor der Porta San Giovanni ausgeplündert. Tie wenigen Sol« baten, welche noch gegen die Vriganten versagbar sind, tön» nen so viel wie nichts gegen dieselben ausrichten. Vei dem letzten größeren Zusammenstoß in der Nähe von Anagni wurde ein Trupven-Detachement nach Verlust von drei Mann von der 50 Mann starten Vande vollständig umzingelt. Dieser Erfolg stachelte die Ungeheuer zu einem furchtbaren Nache-Acte an ihren Verfolgern. Die Soldaten wurden uaclt an Va'ume gebunden und kannibalisch zu Tode geschunden; ein Einziger wurde übriggelassen, um den Vollzug dieses Rache«Acte3 zu verkünden. — (Sue z «Canal.) Der französische „Moniteur" meldet, daß Herr de Lesseps, der in Begleitung des Admi« rals Clarence Paget und dcs britischen Gouverneurs von Vombay die Arbeiten der Isthmus < Compagnie besichtigte unterm I I. Februar nach Paris telegraphnt habe, das Wasser dcs Mittelmceres reiche bereits bis an's Serapeum: ein Transport von hundert VaUen aus dcm Königreiche Eiam mit Gegenständen für die Pariser Ausstellung habe seinen Weg schon durch den Meer-Canal genommen. — Die „Triesler Zeitung" meldet: Cairo, 18. Februar: Der Triester Lugger „Primo", Capt. Mikocz, 80 Tonnen, dem Stabilimento lecnico gehörend, ist am 16. Februar durch den Suezcanal in das rothe Meer eingelaufen. — (Amerikanische Kartoffeln.) Vor einigen Wochen wurde in Wcstpreuhen eine amerikanische Kartoffel eingeführt, welcbe nach zuverlässigen Mittheilungen bisher weder an Kartoffclfüule litt, noch in ihren außerordentlichen Lltriigen nachgelassen hat. Sie eignet sich besonders für einen leichten Noden. Das Kraut wächst üppig, beschattet den Voden ganz und bleibt bis in deu October grünn. Die Knollen sind von außerordentlicher Gröhe. Eine Probe dieser Kartoffel liegt im Clubb der Lanbwirthe zu Breslau auf, und man dürste wohl von dem SecretÜr der dortigen Gesellschaft Näheres über Bezugsquellen u. s. w. erfahren. — (Der Erdiclator Langiewicz), der verlangst durch Vermittlung Sadil Paschas (des zum Islam Übergetretenen Polen Czajlowski) ein Untercommando bei den Sultan-Kosaken in Constantinopel erhalten, hat anfangs v. M. im Austrage der ottomanischen Regierung drei Werber nach der Schweiz und Frankreich gesandt, um unter den polnischen Emigranten Freiwillige für die genannte, im türkischen Dienste stehende polnische Truppe anwerben zu lassen. Die Werber sind türkische Kosalenofsiciere (ehemalige polnische Emigranten) und heißen Moroczewicz, Ieziersti und Ma-Zlowsli. Sie sind mit legalen türkischen Pässen und mit einer Legitimation von Langiewicz versehen. Nachdem sie fast den ganzen Jänner hindurch zur Erreichung ihres Zweckes in der Schweiz umhergercist sind, baden sie sich unlängst »ach Frankreich gewendet. Den Angeworbenen wird Neiseaeld nach Constanlinovel und, falls sie den nöthigen Vildungs-grad besitzen, Ofsic.ersrang zugesichert. Als Sammelpunkt für dieselben .,t Genf ^stimmt, wo sie sich bis zum 10te d.M. emzuftnden haben. Die Werbungen haben bis ih mcht dcu Erfolg gehabt. de>, man lürlifcherseits wohl er< wartet hatte. In der Schwnz sind im Ganzen etwa dreibia Emigranten angeworben. ^ ^ Locales. — (Sparcafse.) Vei der an, 18. d.M. stattge-fundenen allgemeinen Versammlung dcs Svarcasscveleins in Laibach wurden die Herren Johann Pajl, l. l. Vrznls. bauptmann: Dr. Josef Sup pan, Hos. und Gmchtöadvocat m Lmbach: Dr. Anton Pfeffer er, Hof. und Gerichts' advocat in Laibach: Dr. Emil Ritter v. Stückl, und Josef Luclmann, HandlungSprocuraführer, als Mieder dcs besagten Vermies mit grohcr Majorität neu gcwäblt FNr wohlthätige und humane Zwecke wurden von Seite des Eparcassevcreins einhellig 2050 fl. in barem und in Ob«, galionen 500 fl. gewidmet. Für das Laibachcr Theater wmden aus obigen 2050 ft. sür die nächste Saison 300 fl. votirt. — (Concert.) Freitag den 22. d. findet das dritte Mitglieder-Concert der philharmonischen Gesellschaft statt. Im Nachstehenden theilen wir das Programm desselben mit: I. W. A. Mozart, Quartett aus (i-moii für Clavier, Violine, Viola und Cello, vorgetragen von Frl. Schullc und den Herren Zappe, Nedved und Zöhrcr. 2. Fr. Schubert', „der Unglückliche," Lied, vorgetragen von Herrn Adolf Ander. 3. (5H. Vrrriot, „8^ti«mo äir vari^" sür Violine mit Clauierbeglcitung, vorgetragen vom Vereins-idling Nic. Schaumburg. 4. ü) Fr. Schubert, „Nühe, der Geliebten:" d) Mendelsohn, „Es weiß und räth es doch leiner," Lieder, gesungen von Frl. Cülestine Püchler. 5. Declamation, vorgetragen von Herrn Burggraf. U. Josef Havdn. Erster Ecch au5 der N-äm'-Tymphonie, achthändig, gespielt von den Zöglingen der l. k. Musikschule, Fr. Went, Ale;-. Vuchta, Gustav Wradatfch und Victor Vou» vier. 7. Fr. Kücken, „der Sommerabend," Phantasie für Clarinette mit Begleitung des Pianoforle, vorgetragen von Herrn Josef Meihl. 6. Ferd. Gumbert, „O weine nicht", Lied, gesungen von Herrn Adolf Ander. Zmiftische Oesellschast in Mbach. der I^III. Versammlung, welche Freitag den 22. Februar l. I. Abends tt Uhr im Gcscllschaftslocalc abgehalten wird. 1. Innere Vcrcinsangclcgcnhcitcn und Einlauf. 2. Präsident Dr. v. Kal tcncg g c r: a) Ncchtöfälle: Zuweisung eines (5antionösatzcs aus dem Mcistbotc. — Ncbcr die Persönlichkeit eines Tal'ularbcrcchtlgten. d) Erörterungen zum neuen Wnchergesctze. .i. (5r,tcr Sccretär Dr. E. H. C o st a: Antrag auf Bildung besonderer Comites zur Discussion einzelner Gesetzentwürfe. ?l n m erknug. Nach der Versammlung gesellige Zusammenkunft ,m Hotel zur „Stadt Wim." Laibach am 19. Februar 1867. Vom Präsidium der juristischen Gesellschaft. Neueste Post. Laibach, 20. Februar. Die „Wiener Zeitung" enthält außer dem Ncscrivtc, welches wir an der Spitze nnscres heutigen Vlattcö veröffentlichen, mehrere a. h. Publicationen, welche wir aus geschäftlichen Gründen erst morgen ausführlich bringen können. Dies sind: 1. daS a. h. Handschreiben au den Herrn v. Mai lath in Betreff Anfhörens der l. ungarischen Hofkanzlci und der zu treffenden Einleitungen zur Ucbcvgabe der Geschäfte an das zu activircndc ungarische Ministcrillni. 2. Das königliche Rescript an die f. uug. Statthaltcrci mit der Notification der beschlossenen Constitnirimg des ungarischen Ministeriums und der Erncnnnng dcö Gra-fcn Andrassy zum Präsidenten, der dadurch bedingten Einstellung der Thätigkeit der l. ung. Statthaltcrci und Uebcrgabc der Geschäfte derselben an das ung. Mini-sterium, ferner nachstehende a. h. Handschreiben: 3. An Frcihcrrn von Scnnycy womit derselbe über scinc Bitte von der Leitung der ungarischen Statthalterei nnd der politischen Verwaltung Ungarns enthoben wird ; 4. an den Grafen Halter iu Betreff dcs AufhörenS der f. sicbcnbürgifchen Hofkanzlei und Ucbcrgabc der Geschäfte derselben an das ungarische Ministerium; 5. betreffend Enthebung dcS Grafen H aller von der Lei. tung der siebculmrgischeit Hofkanzlci; 6. betreffend die Ernennung dcs Grafen Andrassy zum ungarischen Ministerpräsidenten mit Gcwärtigimg dcS Vorschlages zur Besetzung der übrigen Ministcrft often; 7. an Graf Au dr assy, womit demselben Abschriften der allh. Handschreiben 1. nnd 3. und dcs Ncscriptcö 2. sowie des (8.) gleichzeitigen allh. Handschreibens an den Präsi« dcntcn dcs Ministcrratlics, Frcih. v. Vcu st , in Betreff der Abgrenzung dcs neuen Wirkungskreises und Ueber-Nabe der Geschäfte von den betreffenden diesseitigen Ministerien an die ungarischen Lanoesministcr — zur weiteren Verfügung mitgetheilt werden; 9. daS allh. Handschreiben an Grafen Andrassy wegen AufhörenS dcv siebenbürgischcn Hofkanzlci. Aus >cn Landtagen. Prag, 18. Februar. (Landtagscröffmmg.) Der Statthatte/stellt dcm Landtage den wicdcrcrnanntcn Oberstlandmarschall Graf Nostitz und dessen Stellvertreter Bürgermeister Vclsky vor. Diese richten Ansprachen in deutscher nnd böhmischer Sprache an das HauS, deuten auf die zwar kurze, doch wichtige Session hin und sprechen aus, das; Böhmen niemals gewillt sei, Oesterreich den Nückcn zukehren, sondern stets entschlossen ist. mit Oesterreich zu stehen und zu fallen (Bet-fall) ' s c lwffcn Oesterreich werde verjüngte Kraft er-lan en und bctouten' daß die Stimme des böhmischen Landtages großen Einfluß auf d,c Losung der Vcrfas-sungsfragc'übe. Sie bringen Meß ich Hochs auf Se. Maie tät den Kaiser aus. Der Statthalter verliest hiev ans den Ncgierungscrlaß vom 4. Februar. «Pest, 18. Februar. Um '/, auf 11 Uhr wnrdc die Sitzung der Magnatcntafcl eröffnet. Der Präsident Baron Scnnycy zeigt au, daß er ein königliches Rescript erhalten habe, und beauftragt den Schriftführer Majthcuyi, dasselbe der Dcputirtcutafel zu überbringen. Hierauf folgt die Verlesung deö jüngsten Protokolls und zeit-wcilige Sislirm'g der Sitzung. Der innere Eingang zum Sitzungssaalc der Deputirtcu ist mit zwci großen seidenen Tricolorcn mit goldgesticktem ...igarischcn Wappen geschmückt. Der Saal ist von Besuchern gefüllt und äußerst belebt. Um 11'/. Uhr wird die Sitzung der Dcputirtcntafcl eröffnet. Das Protokoll der letzten ^ Sitzung wird verlesen. Hierauf überreicht Baron Maj. thenyi unter angemessener Ansprache das königliche Re- script. Der Schriftführer Toth verliest dasselbe unter gespannter Aufmcrlsamkeit des Hauses. Das Rescript entspricht der Vittc wegen Sistirnng deS Wchrgesetz. patentes, die Angelegenheit der verfassungsmäßigen Ac-Handlung znweisend, iu der Erwartung, daß die Nation ihren Vorfahren, wclchc den Thron vertheidigten, ent« sprechen wcrdc. Es verspricht die Herstellung der Verfassung, die Einsetzung deö Ministeriums nnd enthält die Ernennung Andrassy'S zum Ministerpräsidenten. Anhaltender enthusiastischcr Eljensturni und Händeklatschen. Das Rescript wird auch an mehreren Stellen mit Eljen» rufen unterbrochen. Zum Schlüsse anhaltendes Eljen« rufen. Der Präsident gibt der Freude deS Hauses Aus« druck und beantragt die Absenkung einer Dank'Dcputa-tiol« an Sc. Majestät. Andrassy weist das Verdienst der Errungenschaft Deal zu. (Eljcnrufen.) Er verspricht die baldige Vorlage der Ministcrliste. — In der Magua-tentafcl wurde das Rescript um 1 Uhr ebenfalls verlesen nnd mit enthusiastischen EljenS aufgenommen, die Abscndung einer Deputation an Se. Majestät beschlossen. Auch der Pester Magistral beschloß Ali. scndlmg einer Deputation mit Dankadresse. Abends 7 Uhr festliche Beleuchtung. Telegramme. (Driginal'Telegramm der „öaibachcr Zeitung.") Wien, >U. Febr. Abd. Der VteunerauS» schuft des n. ö. Landtages beantragt in seinem Berichte die Ilbgeordnetenwahl für den Neichs« rath a»lf ei»e der nächsten Tagesordnungen zu setzen, betont die Befriedigung über die Nückkehr ;u verfassungsmästiger Behandlung, erklart in das Vteritorische nicht einzugehen, weil dies Hache dcs Nelchsrathes sei, und evn-statirt, daft nun die Gesetzgebung sich der Bezugnahme anf das Septembcrpatent zn ent» halte« habe. London, 18. Februar. Irland ist vollkommen ruhig. Dcr Postdampfer „Bavaria" hat mit zer» brochcncm Steuer, sonst aber wohlbehalten, Falmonth erreicht. -- Die Prinzessin von Wales ist an einem rhcu» matischcn Leiden erkrankt; eine Gefahr ist nicht vor< Handen. Telegraphische Wechselcourse vom 19. Februar. kperc. Melalliqncs 61.50. — f>perc. Mclalliqnes mit Mai- und Novembcr-Ziüsln 63.80.-5verc.National Aulchcl, 7l,75. - Van!« actilu 763.'— Errditactien 190.30. — 1860cr StaatSanIchen «9.90. — Silber 125 75>. — Loudou 127, — K.l, Ducaten 6. Keschästs-Zeitunss. >»b«rg, 16. Februar. Auf drin hrntige» Marlte si»d erschü-iim: 98 Wa^eii init Grtreide, 112 Stttck Schweiur, da« Stllck zil Ki bis l'9 sl,, mid 13 Wa>is>i mit frischnil Spc.7. DnrchschiilttS-Plfise. — st. . lr. ^ ft^"^7 Weizen pr. Mchcü 7 30 Butter pr. Pfmio . — !^ Koru ,, 4 «0' Eier pr. Sliick . . — iij Gerste „ - " , Milch pr. Maß . —! 10 Hafcr „ I 90 Nmdfleisch pr. Pfd. —' 17 Halbfnicht „ - — Kaldflrisch „ —24 Heiden „ 3 18 ! Schwl-inesleisch „ — 80 Hirse „ 2 90, SchöPftusicisch „--------- Kulunch „ 4 — Hähndcl pr. Stück — 30 Erdäpfel „ 1 «0 ^ Tauben „ —10 Linsen „ — — Heu Pr. Zentner . 1 10 Erbsen „ —! ^ ' Stroh „ . — 60 Fisolen ,. 4 «0 ' Hol;, hartes, pr. Klft, 4 - Nüidöschmal; pr. Pfd. — , 44 > — weiches, „ 3 — Schweineschmalz „ - 42 il Wein, rother, pr.Elmer - — Spcck. frisch. ,. -! 30!!- weißer „ 10! 50 Speck, geränchert, Pfd. — 40 ,! _____________________ Augekommeno Fremde. Um 18. Februar. Tladt ^U<>n. Die Herren: Pech, Kaufn,., nnd Schiberti, Marinehanptmain,. von Wiru. — VröN, von Penzing. — Oreänit, voll Nasscufliß. — Urbantii, Gntslies., von Hösicin. — Slwouitz, Nllllchfangiehrer, »nd Nabnsa, Haudclöm., von Gottschcc Vlepliant. Die Herren: Icrrman, Herrschaftsbes., von Pigaun. — Vollmaycr, Gnstwirlh, nnd Poppe, Früchttnhä'ndler, von Ehrenliauscn -- Pogaccr, Holzhändler, anil Oberlrain. — Contc oclla Sala, Oder!., anö Mexico. — Slubl, l. l, Beamter, von Littai. Theater. Heute Mittlvoch bleibt o i e V llh n c g e f ch l o ssen. Morgen Dounerstaq den 21. Februar: Der Freischütz. Oper in 4 Acten von Wcbcv. 31teteorolMsche NeolilichluiMN in l^üibach. ,6l.1.Mg. 33^»? -»' 5,.8 O.schwach ,trilbt 10 ! 2 „ N. 333.°«,-!- 5.ä , O, schwach grösith. bew. 0»y ii<)„ Ab. 332.l» -i- 4., j O.schwach trübe Tagilber Wolkendecke meist geschlossen. Nachmittag the.lwe„e ^ ' ^ Verantwortlicher Nedacitur:'Ignaz v. « leinmaUr.