Nr. 88. Dienstag, 30. April 1912. 131. Jahrgang. Laibacher Mum A3"UH,rrl,lwn»z»r»<»: Mi! Puslvsrllnbu»«: naüzMrig ilU X, Imldjülnin Ib ll, Im Non!«r: yai'zjühri«, ^ "> »»lbj«l,s>« i, lv sslil die ZusllUu»« '»e b««« l>an»iährl« i» 4 Zsilf» 50 li, „lohere prr Zrilf >ü l,! bf> «stcren Wisdsiholunnrii per Zeile « l,. 1 Lie »^llibackfl Zritimg» srlchsi»» läglict,. mit N,i«,wt,mr bei Soim- u„d Frintaye. Die Adminlllrnlion beftntxl sick Millröiösllasic Nr, 20; die Nidaklion Vlillo«i<^7lli,t Nr. ^0, SpirMnüde» der R^daNion von » bi«10Ul,l vormittag«. Unjranlitrle Vriese weibcn nick: an«f»ommri,, Maiixslriple üichl zurüclucsltlli. Telephon-Nr. der Nedaktion 52. Nichtamtlicher Heil. Kundmachung. 3ranz Joseph-Elisabeth- und Franz Joseph-Gold-stipcndien. Nmn Studienjahre 1912/13 angefangen kommen "» der l. s. Universität in Wien vier Franz Joseph. ^lisabeth-Goldslipendien, a,^ der k. k. Deutschen und an der k. k. Böhmischen Universität in Prag sowie an der l- k. Universität in Czernountz je ein Franz ^scph-^lisabeth-Goldstipendium, serner an der k. k. Techni-ichrn Hoclischule in Graz, an dcr k. k. Böhmischen Technische,, Hochschule in Prag, an der k. k. Hochschule ji'r Nl)denlultur in Wien, sowie an den k. k. Montanistischen Hochschulen in Leobcn und Pribram je ein 3ranz Ioscph.Goldstivcndium ini Iahr^sausinaße von jc W0 sl. in Gold, d. s. 714 X 29 K zur Verleihung. Bewerber um diese Stipendien haben ihre au Se. k. und k. Apostolische Majestät gerichteten Gesuche zu belegen: 1.) mit dem Taus. oder Geburtsscheine, 2.) mit glaubwürdigen Dokumenten über ihre Dürftigkeit unter Nachweisuna. des Standes, der Er» »verbs», Vorinügens. und Familienverhällnissc ihrer Eltern, im Falle der Verwaisung aber mit einem Ve> lege der Vormundsckiaftsbehörde über den Vermögens» stand, 3.) mit dem Maturitätszeugnisse, und wenn sie schon Hörer der Hochschule sind, überdies Ulil den be-treffenden Studienzcugnisscu, wobei jedoch bemerkt wird, daß unter gleichen Verhältnissen jene Bewerber den Vorzug genießen, welche das Hoch. schul studium erst beginnen. Die Gesuche haben auch die Angabe zu enthalten, ob der Bewerber bereits im Genusse eines Stipendiums odo rungrn des Herrn Sasonov höchst befriedigend und lassen ihn als eim'N klugen und besonnenen Politiker erscheinen, der beflissen ist, der Türkei keine Verlegen» heilen zu bereiten. Wenn Sasonov die Machl und den Willen hat zu halten, was er verspricht, so ist er als ein Minister zu bezeichnen, der als ein zuverlässiges Element des Friedens in Europa zu beachten wärc. Dic „österreichische Vollszcitung" hebl hervor, Sasonuv habe sich in seiner durchaus friedlichen Rede bemüh!, olle Besorgnisse wegen ciner etwaigen Ausdeh. nnng des italienisch'türkischen Krieges zu zcrstrcucn. Was er speziell über das Verhältnis Nußlands zu Österreich» Ungarn sagte, klinge ganz korrekt, wenngleich der Ton etwas wärmer hätte sein können. Seine Bemerkungen !)ietin aber volle Beruhigung darüber, daß die Balkan» Politik Nußlands und unserer Monarchie gemeinsam da» hiu zieli, die Ruhe und Ordnung auf dem Balkan auf. rcchlzuerhalien. Feuilleton. Gin Umweg. Novellktte von Marict Gzygan. (Schluß.) Als er einige Wochen später zu Beate ging, er. Ichrat diese über sein verändertes Aussehen und unruhig fragte sie. nach seinem Ergehen. Er wich aus und saß einsilbig und teiluahmslos ihr gegenüber, bis die Kur-ndorglucke tönte. Da fuhr er zusammen. Eva! Wie ein Stöhnen drängle, sich dcr Name über seine Lippen. In seinem l)agcr gewordenen Gesicht flackerte ein Zug lei> drnsckMlicher Freude auf. Entfeht starrte Vmte, zu ihm hinüber. Seluudcnlang ruhten ihre Blicke ineinander. Scheu fah er endlich zur Seite. Er wußte es, scin Gc. lieimnis war verraten, Beate Mitwisserin geworden. Die folgende Nacht verbrachte er schlaflos. Was lullte nun werden? Was uwchte Beate von ihm denken? 6r hatte ciust in dem .Hause ihrer Ellcrn vcrkehrl, wie ^ jeht bei ihr verkehrte, lMe sie angeblickt, wie er ^ht Eva anblickte, hatte sie geliebt, wie er jcht Eda 'ebte. uud — sie halte ihn wicderaeliebt, das wußte er ""blich genau! . I" der Tiefe seines Herzens gestand er sich, daß sirl ?" ^" l"'M" Jahren der leisen Mahnstimme in ' ly. o.e ,hl!i die Wahrheit zuflüstern wollte, halte wcl>° . " musscn, um vor sich selbst als Ehrenmann dazu-"len. Aber wer hinderte ihn daran, nochmals der "equemen Mahnslimme zu wehrcn und über Beate """^ nm Eva zu werden? Erregt spraug er auf. Das Blut schoß ihm heiß in die Sliru. Ja, er mußte sein Glück erringen! Er mußte! Morgen schun wollte er zu Evas Vater, Beatens Bruder gehen nnd ihn um die Hand der Geliebten bitten. Hastig rief er sich alle Vorteile ins Gedächtnis, die er bieten konnte. Die angesehene Stellung, seine günstige pekuniäre Lage, seinen tadellosen Namen. Frci. lich, der Altersunterschied lvar groß. Eva kaum 17, er 46! Abcr wer sragle bei einem Mann, wie alt er war? Unzahligemale, l>attc er bemerkt, daß Frauen und Mäd-chen nach ihm blickten. Er hieß »och immer „dcr schöne Warnow". — Aber wieder nxir es der Gedanke an Beate, der sein stolzes Hoffen unsicher werden ließ. Hatte er nicht oft mit stillem Mitleid gedacht, daß sie "un ein alterndes Mädchen sei? Und war nicht VeaU' schön und stattlich wie er und war sie nicht zehn Jahre jünger als er? Die Nalurgcsehc blieben die gleichen für'Mann und Frau, wenn auch die Meuschcn vcrschie-dcnc für fie ausstellten. Der dämmernde Morgen saud chn noch in scmcm Wohnzimmer. Mit übernxlchtem Gesicht trat er auf den Ballon. Die Straße lag flill. An dcm nebelgrauen Him-mel zog ein heller Streifen auf als erster Gruß des jungen Tages. Fröstelnd schritt er zurück. Am Vormittag ging er nicht zu Evas Vater und an den folgenden Tagen auch nicht. In dcr Nüchtern, heit des Taacs stiegen Zweiscl über Zweifel in ihm ans, ob er gut daran täte, die Entscheidung so schnell herbe,, znführen. Wie, wenn sie nicht zu seinen Gunsten aussiel? Er mußte dann auf ein Wiedersehen mit Eva und Beate verzichten. Die lehte Aussicht erschien ihm wunderbarerweise ebenso schmerzlich, wie die erste. — So strich er in seiner freien Zeit in den Straßen um-ljcr. in der Hoffnung Eva zu treffen. Er wollte sie > fragen, ob sie ihn wieoerlieble, ob er berechtigt ,'ei, die Knospe an sein Herz zu ziehen. Aber das Glück »var ihm nicht hold. Woche auf Wock)c verging, ohne daß er Eva sah, und da er sich scheute, Nealc auszusuchen, lMe er keine Gelegenheit, der Geliebten irgendwo gegenüber, zutreten. Aber merkwürdig! Je mehr Tage fich zwifchen ihn und sie legten, je mehr schwand die Unruhe seines Herzens, und viel öfter als Evas sonnig lachende Augen tauchten die ernsteren Beates vor ihn« auf. Wi<' ein warmer Strom durchrann es ihn jedesmal, wenn er dachte, daß sie ihm durch Jahre ihre treue ^iiebe bewahrt, daß sie um seinetwillen einsam geblieben, Arbeit und Surgen auf sich genommen hatte. Jetzt erst, nach. dcm cr die Qualen einer wenig aussichtsvollen Leiden» schaft durchgemacht, glaubte er zu wissen, was sie durch ihn gelitten. Als der Sommer zu Ende ging, stieg Konrad von Warnow endlich wieder einmal die Treppe zu ihr hin-auf. Scin Geficht sah blasser und ernster aus als früher, abcr dcr Ausdruck dcr Unruhe uud Qual, der lange dar» in gclcgeu, war gewicheu. Fest ergriff er Beatens Ha"t», als cr aufatmend in dem liebgewordenen Raum stand-„Fräulein Holden," sagte er leise, „Sie r"^"""^ des unseligen Maiahcnds, an dem ich zulehi h'" "^' Sie wissen, lvas ich in dcr daraus soliden ^e l ^. litten, nicht lvahr? Es ist nichts M'bA.n °°" Laibacher Zeitung Nr. 98. 930 60. April 1912. Das „Illustrierte Wiener Extrablatt" erklärt, Sasonov habe sich mit seiner Jungfernrede der 3ffcnt-lichtcit i>l sehr angenehmer Weise vorgestellt. Seine Ausführungen haben einen Zug von Offenheit nnd Aufrichtigkeit. In dem Absah über die Beziehungen zu Öslerrcich.Ungarn liege eine wühl nicht ganz freundliche Neminiszenz an die Vergangenheit; sie werde aber durch den Tenor der Nedc gemildert, wonach Herr dun Saso» nov auf eine günstige Gestaltung der beiderseitigen Ve« Ziehungen hofft. Das „Deutsche Volksblatt" mißt den Erklärungen Sasoilovs im Hinblicke auf die Tardanellengesahr nur ciuen Augenblickslvert bei, den ein erneuter italienischer Geschützdonner vor den Dardanellen jeden Moment nm seinen Inl>alt bringen kann. Es können sich eines Morgens die Staatsmänner statt vor belanglose Vermitt» lungsvcrsuche vor die Lösung des Gesamtproblems selbst gestellt sehen, wenn sie den richtigen Augenblick der Er» zwingung des Friedens einmal versäumt haben. Politische Ueberficht. La i bach, 29. April. Bei der am 27. d. M. vorgenommenen engeren Wahl ans dem dritten Wahlkörper im Bezirke Ottalring wurde iu den Gemeinderat der Tozialdcmokrat David und für die Bczirlsvcrlretnng zehn Sozialdemokraten gewählt. Die, römische „Tribnna" schreibt in Besprechung der Rede des russischen Ministers des Äußern: Die Er» Haltung des territorialen Status ar so ausgeregt, daß ärzt» liche Hilfe iu Anspruch genommeu werdeil mnßle. Das Restaurant verwandelte sich in eine Art Hospital. Der Epilog des Dramas dürfte sich vor Gericht abspiele» ... — sGalante Richter.) Ein nngewöhnlicher Prozeß ist in Newyort soeben znm Abfchlnß gelangt, nachdem er monatelang die verschiedenen Instanzen durchlaufen hatte. Es l)andel1e sich um die Entscheidung der ver-zwickten Frage, ob der Fuß eines Mannes mehr wert sei als der einer Fran nnd demzufolge höher bezahlt werden müsse. Im vorliegenden Falle gehörte der letzlere einem Fräulein Noahes, einer jnngen, schöllen in allen sportlichen Künsten erprobten Dame, und das männliche Bein dem Chauffeur der Schönen, Spencer. Der Kraft-»vagen Fräulein Noahes' war bei einer Spazierfahrt mit einem Eisenbahnzng znsammengeslußen, wodurch der Dame und dem Ehausseur je, ein Bein an derselbe» Stelle abgenommen werden mußte. Natürlich wurde so» fort die Entschädigilngstlage gegen die Eisenbahngesell» schast angestrengt. Sollten die Richter der Dame und dem Kraftwagenlenker nun die gleiche Schadenssnmme zusprechen oder empfahl sich eine verschiedene Bewcr« tnng der beiden Beine? Schließlich erinnerten sich die Richter indesfen ihrer Pflicht als Männer und bewer» teten den Preis des Beines des Fräuleins Noahes aus 140.000 Mark, während sie das von Spencer nnr aus lumpige 40.000 Mark einschätzten. — sDer Aeroplan vor Gericht.) Wegen zn schnellen Fahrens in einem Automobil wnrde der amerikanische Aviatiker George W. Neatly mit einer gerichtlichen Vor« ladung bedacht. Znm Termin sand sich Beatty in seinem Aeroplan ein. Sein früherer Schüler James Reid be» gleitete ill einem anderen Aeroplan Vealtl) als Zeuge. Beide Luftfahrzeuge landeten direkt vor dem Gerichts-gebäude. Beatiy bekannte sich des gesetzwidrigen Schnell-sahrens im Automobil schuldig und führte zur Rechtfertigung au, er hätte vergessen gehabt, daß er in einem Automobil und nicht iu eiuem Aeruplan säße, in welchem man mit beliebiger Geschwindigkeit fahren könne. Beaity wurde zu einer Geldstrafe von l0 Dollar verurteilt, die er prompt bezahlte, worauf er deu Richter zu finer Aeroplansahrt einlnd. Der Richter winkte aber ener» gisch ab, indem er andeutete, eine folche Fahrt wäre ihm gerade jetzt, da er ihn zu einer Geldbnße verurteilt habe, z» riskant. Beattl) erwiderte, daß or selbst doch auch in Mitleidenschasl gezogen werde, wenn dem Richter etnxis zustoße. Der Richter versprach Beattl) schließlich, ih" ans scinenl Flugseide zu besuchen. Nach kräftigem Händedruck mit dem Richter flogen Neatly und sein Begleiter wieder von dannen. nichts, Herr von Warnow," antwortete sie mit gepreßter Stimme. „Doch Sie haben recht, ich weiß, ivas Sie her» führt, loas Sie durchgekämpft haben und — ach — wenn ich Ihnen helfen könnte, wenn ich sagen könnte — Eva —", sie brach ab und rang sichtlich damit, ihre Tränen niederzuzwingen. „Wenn Sie sagen könnten: Eva liebt Sie, nicht wahr, Beate, so wollten Sie fortfahren? Wenn ich Ihnen nun aber sage: es macht mich froh, daß Sie nicht so fortfahren können — Beate, vermögen Sie mir zu glauben?" Fassungslos blickte sie zu ihm auf. „Und ich weiß nicht, wie, ich es Ihnen erklären soll! Ich werde es hin» nehmen müssen, daß Sie mich für iuankelmütig und tren» los halten, obwohl ich eigentlich nur meiner ersten Liebe treu geblieben bin. Ich glaube, ich habe auch in Eva uur Beate geliebt. Sie ü.iar mir die Verkörperung deiner Jugend, Beate, meiller Jugend. So mußte ich, um zu dir, wie du jetzt bist, zu gelangen, noch einmal den Umweg über diese nnselige Leidenschaft machen, gleichsam in mein Iugendlaud zurück. Beate, können Sie, kannst dn mir das verzeihen?" Jetzt sah sie voll zu ihm auf und der Sonnen» schein ihres frohen Gemüts leuchtete wieder alls ihren Augen. „Ja," sagte sie weich. „weuu du mich noch mit» nehmen willst auf deinem Lebensweg —" „So wollen wir gemeinsam weilexschrcitcn, dn Liebe, Liebe, und wollen fortan fest zusammenhalten, auch we nil die rauhe Zeit anfängt. Und nicht wahr, nun bedauerst du nicht mchr, daß der Frühling nichts vom .Herbste wissen wollte?" Die Testamentsklausel. Roman von A. Oourth^-Wctftlcr. (13. Fortsetzung,) (Nachdruck uributfn) „Du mußt mchr Geduld mit Minna haben, Mama. Sie hat wirklich den guten Willen, alles gut zu machen, ist nur noch zu jung und unbeholfen." „Das ist ja das Elend. Glaubst du, sie kann mir eine Bluse ordentlich schließen oder meine Stieseln rich» tig zuschnüren? Da, sieh dir das an. Erst »varen sie viel zu fest, nun sieht es aus als ob ich Elefantensüße hätte. Ich, mit meinen kleinen Füßen, welche einen Dichter begeistert haben." In Eva Maries Gesicht zuckte es. „Laß mich versuchen, ob es mir besser gelingt, ich habe dir doch schon oft angeboten, dir bei der Toilette zu helfen." Frau Delius zog schnell den vorgestreckten Fnß wieder zurück. „Nein — laß nur. Es soll wohl dauu heißen, ich erniedrige meine Stieftochter zur Kammerzofe. Als Stiefmutter wird mau schon so genng bekritelt." Im Grunde hätte sie Eva Marie sehr gern dieses Amt zuerteilt, ihrer geschickten Hände und des vurnel)» men Geschmackes wegen. Sie wollte nur nicht, daß diese hinter ihre zahlreichen Toileltengehcimnisse kam, das wäre ihr doch genierlich gewesen. Das jnnge Mädchen trat zurück und wollte das Zimmer verlassen. „Wo willst dn hin, Eva Marie?" „In den Wald, es ist so schön draußen." „Io — lauf du nur sorglos draußeu herum uud las; mich mit meinem Kummer hier allein. Ich kann ja sehen, wie ich mit meinen Sorgen sertig werde." Das junge Mädchen lam zurück und stellte sich an de» Tisch, ihrer Stiefmutter gegenüber. „Wir müssen abwarte», bis der neue Herr von Burgwerben einzieht, Mama. Das kann heute oder mor» gen schoil geschehen. Rechtsanlvalt Veckmann nud In-spektor Scheveliug wollen gleich in den erstell Tagen mil Herrn von Leyden sprechen über den Ankauf unseres Hanfes." „Das ist anch so ein bitterer Tropfen in meinem Lcidenskelch, daß ich diesem groben, unverschämten Tchc-veling noch gute Worte geben soll." „Das sollst du nicht — ich habe ih» scho» darnM gebeten. Er ist gar nicht so schlimm, poltert nur zn-weilen ein wenig. Wir haben ihm schon manche Ge> sälliglcit zu danken und Papa hiell viel von ihm." Frau Delius zuckle die Achseln. „Dein Vater -- der sah ja an jedem Menschen »w' die edelsten Eigenschaften, deshalb ist er auch von allen Seiten so ausgenützt worden und wir haben nun dic Folgen zu tragen. Ach, es Ux,r ein Jammer mil diesem schwachmütigen Mann." Eva Marie wurde blaß und ihre Augen erschienen schwarz, als sie sich zürnend aus ihre Mutler hestcle». „Du sollst uicht so von Papa reden, ich lmm cs nichl hören. Ja, gnt und edel Nxir mein Vater, deshalb glaubte er allen Menschen. Aber du sollst ihn deslM nicht schelten." „Aber du lanust doch nicht in Abrede stelle», 5"n er uns in trostlosen Verhältnissen zurückgelasseil hat. Voil dem Erlös für die Bücher habe ich, trotz aller Knauserei, kaum uoch zweihnndert Mark über. Davon sollen wir leben, bis das Haus verlaust isl. Und da»n geht das Elend weiter. Wenn wir im günstigsten F^lle La,o«cher Zeiwng Nr. 98. 931 W. April 1912. Reisetage in Holland und Belgien. Von Zr. ß,nil Mock. (Fortschung.) Aus der Fahrt »acl, Lille überschreite ich bei Eo-l»>MH die französische Grenze, wo n,ich La belle France alx>r recht nnfre»»dlich empfängt: Kein Gepäckträger vuchanden, daher inuß ich meinen Koffer im Regeuguß zur Zollbesichtigung schleppe», uud dann muft ich meinen schünen belgischen Zug u,it einem französischen vertäu-schen, dessen schlechter Zustand böse. Ersahrungcn^aus ^nteritalien noch weit übertraf nnd so recl)t zeigte, wie schlecht die Eiseubahinvirlschaft in allcu. romanischen Staaten ist. Das bestätigte auch der Bahnhof in Lille, "" Niesengebäude für einen Verkehr von Tausenden ^un Menschen, aber die Warlcräumc eine dem durch-bindendsten Lustzuge ausgesetzte Ecke, mit drei offenen Zerschlage,, sür je 20 Personen. Dagegen — weit ent» sn-nt von deutschem Boden neben, den französischen Aufschristen auch dentfche, wie- „Eingang", „Ansgang" "sw. Ich ^inst querst meinen leiblichen Meuschrn star-len, irxis u,ir in einem vortrefflichen Restaurant bestens gelang. Dann fuhr ich ins Museum, um die berühmte Wachsbüslc eines jungen Mädchens, das Werk eines '»»bekannten Künstlers des 16. Iahrhnnderls, an,',,,, schen. Iu einem abgegrenzten Raume stchl das zarte Gebilde wie in rinem Heiligtum und hebt sich eindrucksvoll vom dunllen Samte des Schreines ab. Dieser Mädche»topf, das Kleinod von Lille genannt, l^'hört zu jenen Schöpfungen der Kunst, bei deren An. blick man überzeugt ist, vor eUvas bedingungslos Schö-"cm zu stehen. Man sagt ganz richtig Kopf und nicht Büste, weil nur dieser das Ursprüngliche und auf ein«,, Tonwerf späterer Zeit ausgesetzt ist. Das schlichte braune Haar ist rücklvärls in einem Quoten vereinigt, Wange undKinn sind kräftig, die Lippen zart, die Nase stumpf, breit, daher die Augen auffallcud weit voneinander flehen. Vei einem Werle der Einbildungskraft würde der Künstler diese fehler gegen die Schönheit eines Mädcheugesichtes gewiß nicht gemacht I>aben; also zlvei» slllos ein Bild nach dem Leben. Der Gesichtsansdrnck ist ernst, beinahe traurig, man kann aber in den hol« den Zügen noch das Lächeln vermuten, welches dieses süße Antlitz eiues eben erblühten Mädchens noch lieb. licl>er gemacht l)aben mag. Das Wachs ha< nur einen gewissen Ton, denn die Farbe is> bescheiden, »ur das Brauu der Haare, das Not der Lippen und das Blau der Augeu gibt ihr Leben. Wicar (17672—1834), ein Schüler Davids, hat das Kleinod aus Italien mitge» bracht und es dann mit einer riesigen Sammlung von Handzeichnungen seiner Vaterstadt vermacht, ohne eine Milteilnng über Erwerbung nsw. zu hinterlassen. Wicar war wohl der beste Kenner der Kunstschätzc Italiens, wo er im Auftrage des Kousuls Napuleou Bonaparte als <^nn,l>i,^«!li,r5 :n<« alle uennenswerlen Gemälde aus Kirchen, Palästen und Sammluugeu nach Paris zu schafseu l)alte. Anfänglich hielt ,uan den Mädchen-sops vo» Lille für ein Werk der Antike, Wicar selbst wies aus Raphael hin, Alexander Dumas d. I. nannte es einen göttliche,, ch leisten. Wann ist dir diefer gescheite Einsall ge. lmnmeu?" ..Schon lauge, Mama. Ich saun ihn nur »icht eher "usführen, als bis hier alles geordnet ist." ..Dos hättest du mir auch gleich sage» louiie». Da w mir viel Sorge erspart gebliebeu." ..Ich wollte erst mit allem im l><"'e» sein. — Du l<"'nsl dir danu in der Stadt eine kleine Wohnung nne-'"' »>"d in Ruhe leben." »Ja, ja, knapp wird es ja immer noch werden, ^UMa! ich d„ch anch darans rechnen mus;, daß du mal > rlleulus oder kraul wirst. Dann mus; ich dich Wch be, ""' aufnehmen." (Fortsetzung solgt.) Schwester der Giocouda. Jules Ncuouvricr erinnert an die Vlüte der Wachsbilduerei im 15. Iahrhuuderlc mit Verroct)io, der Familie Beniulendi, besonders Orso Eeraiulo, also an die Zeit der Frührenaissance, »oelche Naturwahrheit unt genauer Wiedergabe «er Einzelheiten verband. — Auch im übrigen ist die Sannu-lung höchst sehenswert, indem sie sranzöfische Kunst vergangener Zeilen in Schnitzereien, Arbeiten aus Me-tali, ?o» und Elfenbein vorführt. Hervorragend sind die zahlreiche» moderuen französische» Gemälde, in denen die mannigfaltigste Darstellung des Nackten fieg-reich über allen, anderen thront. Um nach R eims zu lommen, benutzte ich den Eilzug Calais—Paris. Er!var überfüllt mit Familie,,, die das schlechte Wetter an der Nordlüste bertrieben hatte. Es wurde empfindlich lühl' jeder Menfch, der den bereits geheizten Wagen betrat, brachte eine Welle kalter Lust mit sich. Aber es heiterte sich aus, ein hcn-lender Sturm segte deu Himmel vou Wolken frei nud in Heinis übergoß voller Moudschein zauberisch den Dom. Vor ihm steht aus freiem Platze ein ehcrnes Denkmal der Jungfrau vo» Orleans: Ei» schmächtiges, mit ritter» licher Rüstung ge>vappnetes Mädchen, sitzt mit tranri-geu, Gesichtsausdrucke zu Pferde und weist mit gezückten, Degen vor fich. Die Fahrt nach Paris geht durch freundliches Gelände, Kreidefelsen fagen, daß wir nus im Lande schäumender Weine befinden,- auf lleiuen Flüssen mit auf wohlgepsleglem Nasen Fasanen hernmstolzieren. den Auen'liegt hier uud dort ein Schlößchen, vor dem aus wohlgepflegten Nase» Fasanen hernmstolzieren. Heller Sonnenschein vergoldete die Weltstadt, deren Kuustschätze uud Sehenslvürdigkeile» ich reich ge»oß. Aber nur drei Tage lächelte mir das Wellcrglück; dann lral Nebel nnd Regeu eiu, der jede Fußwanderung »inuöglich «naclile. Ich hatte fo in den folgenden Tagen mehr als genügend Zeit, in den späten Nachmittagsflun. deu meiue Tagebuchblätler zu ordin'», besonders aber Rückblicke über Land und Leute in Holland und Bel« gie» festznhalten. Es niag anmaßend erscheinen, wenn ma» »ach 15lägigem Aufenthalt dies zu tun sich unter, sängt. Es soll sich daher auch nicht ,»n ein Urteil, son» dern nur um die Wiedergabe von 3Nal)rnrhmnngen und Neulnchlungen handeln. (Fortsetzung folgt.) ». lommenftener und der Besoldungssteuer vou höheren Dienslb'zügen i,u Sinne des Ärt'lels N des Ge,etzes vo.» 24. Juni ,898, L. G. BI. Nr. 33, das .,< der Be-solduugsfleuer vou Dicustbezügen der Hos-, Slaa s-, Landes, und öffentlichen ^ondsbeamten ,o>v,e vo» Dienstbezügeu der Seelsorger, bezw. vou chrer Kougrua, von den Juleresseute» der WasserleXuug ,» Godov,. be.villigt wurde, allergnädigst zu gcuehm.gen «"uht. — lMiliiäriiches.j Es wurden ernannt: der Obei,t Theodoroa r i?l, Ko»..»a»da»t des Infanter'ereg,. »nents Nr 87 mm Kounum.dauleu der 2. Gelnrgsb^,. ga , de Ob rs eutuant Eduard,N,lter von N,Ppe r, Konnuandaut der reitenden Arliller.ed.vmon Ni 1^ znu. Konunandanten des ^?kanonenr g.me.US Nr 8 ^^D^Au^^de^^^ ^crleutna.US: Adawer <2.1, >i .> i>i <-r des Iinanierieregnueuls Nr. 4/, ,>ar, M a r o v o , k Y, Otto S ch a f f l e r, be.de des In-. a " rov o z' ^ ^Ittarimilia» N,tler von H e n- ,anteriereg>me»t.' Nl. »<, ^"."'" "' ^ Scl»o- ^ ransseril ll ' ... ^ iiberlomplett >m Gene« nrlerecnmenl "ii. <> ^lon^, ,> <,» j l > .' , ^> > re.i ,-n Nr. ">2 zum Insanter.eregunenl M. 2i, V^e Vls vom Infanterieregiment Nr. 7 zum InM. Irie egime.u Nr. 58, Nober. N,tter von Ste,»er vom Infanterieregiment Nr. 7 zum Iufanterieregiment Nr. 60, Reinhard Schcffer vom Infanterieregiment Nr. 44 zum Infanterieregiment Nr. 17, Rudolf >^on. newen d vom Iufaulerieregimenl Nr. 7 zum Infan-lrrieregimeut Nv. 36, Franz Lena rt von, Infanterie» regiment Nr. 9 zum Infanterieregiment Nr 17, Eduard Barger vom Infanterieregiment Nr. 18 zum Infan» lcrieregimenl Nr. 7, Gnido Freiherr uo» Seiffcrtitz von, Feldjägerbalaillon Nr, 7 zum 4. Regiment der Ti» roler Kaiscrjäger. — ^n das Trnppenrechuungsführrr. Offizierskorps wird übersetzt als Oberlrulua»!' rechnngsführer der Oberleutnant Wilhelm Szuttay des Feldjägerbataillons Nr. 13 bei Einteilung zum I»> fantcrieregiment Nr. 17. — In den Ruhestand versetzt wird der Militärrcchnuugsoffizial Heinrich Keßler der Intendanz des 3. Korps (Domizil Graz). — Dem Leutnant Alois Sichrowskv des ^nsanterierecii. inenls Nr. 27 wurde die augesuchte Ablegung der Osn« zirrscharge bewilligt. — sVom Landesdicnstc.! Er»a»»l winde»: Dr, ^. Clujc zum Primarius a» der ziveile» chirurgiscl,e» Abteilung des Landesspilales, »veiters dir Lcmoeskon. zipisten Dr. F. 3 oma / i <' uud Dr. Bronislav F i s ch c r zu Landeskommisfären. — jEleltlischc Ttinftenbahn Laibnch-Unter i>ta.j Nach dem bereils ausgearbeitete» Profile isl die ge» nannte Strecke wie folgt i» Aussicht geuommeu: W>e-uer, Frauz Joses», Bleiweis, und Maria.Theresie». straße- bciu. Garte» des Narodni don, foll fie durch linen Viadult geführt werden. Mit diefer Strecke ist auch die Strecke von Unter.^i^ka bis St. Veit uud retour verbunden. Die Verhandlungen mit der Südbahn solle» alsbald eingeleitet werde». x. — (Verein der Ärzte in Krain.j Auf der Tages-ordnung der übermorge» stattfindenden Monalsver» sammlnng siehl oie Besichtigung des Baiser Franz Joses, ^lranleiiasyls i>, Laibach. Zusammcnluuft um V^5 Uhr nachmittags im Asyl. Da die Einrichtunc, dieser A». slalt muslerhafl is,, lau» o-re» Befichliguug iusbefon» dere solchen Kollegen c>»empfohle» «verde», die felbfl »>>t der Leitung vo» Krci»,d, — (Vierter nnb lrtztcr volkstümlicher Voltrag drs Kasinovcreines.j A», verfloffenen Saiuslag beha»de!,e Herr Profefsor Dr. Philipp Freud das Thema ..Ei» Ausflug iu die Zeit". Gegeustand der mit vulleudelei Gedaulenklarhcil und »fck)ärfl.' dargebotene» Mitteilungen war oie Bestimmuug uud Einteiluug der Zeit, die Mittel der Zeitmessung, Vvird lvie jetzt. Die Erde wird sich dau» doppelt so lam,/ fan, lvie jetzt nm sich selbst drel>en. Nur aus dem Stern» tage ist der genaue Begriff einer Sekunde zu «"">""'». Eine Sctnnde bildet den 80.144 Teil ci"c's Sterntagl.'. Aber erft mit Zuhilfe.mhme der Optik, "'d ^ "' 59l) Villionen^Lichtfchwinquuqen, die eine "''< "" " ^ gesättigte Gasflamme hervorruft, ist/,"" ""^!'7'^,, Sekimdeuniessung uwgl.cl) Ie^> Z^^ Hre,»fH au drangen, wie unendlich l""pl>z'"t "' ^ . ^ > ' sten, selbstverftändlichs.eii D'n.ac u> ^lK'^jnw^ zwe,len Teile des ^"träges v rb' ^.„^i^,,^ über nusere Z"tmesst,.'^ '''^"','^^, „^^ ^j„ iu Tage und Stunde". "^^, si)„„lc in 24 Stuudc'l Wanderer ,n der ^"yl " ^ ^ Sonnentage durch- Laibacher Zeitung Nr. 98. 932 ________________________________________30. April 1912. lxi Durchqueruncl, eines bestimmte» Meridians einen vollen Tag ein«, bczw. auszuscl>alten. Seit 1893 hat man den Weltball in 24 Zonen eingeteilt, deren Nordame« rika allein 4 anfweist. Jede Zo»e differiert von der folgenden um je eine Stunde, was durch den Vortragen» den näher erläutert wurde. Mit einigen philosophisch, metaphysischen Ausblicken schloß der Redner, wobei er in humoristischer Weise'die allerdings rein theoretische Möglichkeit erörterte, wirkliche Ausflüge in die Zeit, nicht blos; der GcgeiNvart, sondern auch der Vergangen, heit und Zutnnst zu machcu, was ihn Milcht auf die von Plow <übrigens auch von F. Nietzsche) dargebotene Lehre von der ewigen Wiederlehr aller Dinge brachte, wobei er sich dann schon jetzt entschuldigte, daß er in dem von dem großen Weisen Plato festgesetzten Zeitraum voll 26.800 Jahren notwendigerweise den gleichen Vortrag noch einmal hallen müsset — Der Redner, der wissen' sä>astliche Vollendung mit der edelsten Bescheidenheit verband, hat das, wie er meinte, wenig anziehende Thema dennoch so fesselnd behandelt, daß ihm anhaltende Beifallsstürme zuletzt verdiente Anerkennung bereiteten. O. II. -" lPhilharmVnischc (Gesellschaft in Laibach.j Im außerordentlichen GesellschaftStunzerle, das den 4. Mai stattfindet, verabschiedet sich Musikdirektor Josef Z ö h« rcr als Dirigent vom Pnblikum, da er über eigenes Ansuchen in den Ruhestand tritt. Musikdirektor Josef Zöhrer lgeboren am 5. Februar 1841 zu Wien), Ab. solvent des Wiener Konservatoriums, wirkte eine Sai> son als Theaterkapcllmeister in Triest, führte sich in einem am 31. Jänner 1865 in Laibach gegebenen Klavierkonzerte, als ausgezeichneter Pianist ein und trat am 3. Oktober 1865 als Klavierlehrer bereits in enge Verbindung mit der Philharmonischen Gesellschaft. Er übte zuerst das Lehrfach für Klavier, Cello, Gesang und Harmonielehre aus und erweckte mit seiner Knnstbegei« sterung auch Liebe und Verständnis zur Musik und erzielte die schönsten Erfolge. Schon 1869 versah Zöhrer stellvertretend die Leitung der Konzerte und am 16. August 1883 wurde er Nachfolger des verstorbenen Musikdirektors Anton Nedvcd. Unter seiner Leitung wurde in den Konzerten der SclM'rpunkl aus die Auf» führung großer Orchcstcrwerke gelegt und alljährlich ein großes Chorwerk mit Orchester aufgeführt. Die Vortragsordnungen der Vcreinskunzerte erreichten eine beachtenswerte Höhe künstlerischen Strebens' neben dem klassischen Meisterwerken wurde alles Bedeutende der neueren Zeit ausgeführt und es kam dadurch lebender Pulsschlag in das Musikleben Laibachs. Die größten Anforderungen wurden an Zöhrer anläßlich der mehr» tägigen Musikfeste bei Eröffnung der Tonhalle 1891 und'beim Jubelfeste bei Eröffnung der Tonhalle 1902 gestellt; die höchste zu vergebende Ehre erwies ihm die Philharmonische Gesellschaft durch Ernennung zum Ehrenmiigliede im Jahre 1895. Im Iaftcn erfreute sich Herr Moravee allgemeiner Wert« sclMung. .1. — sDer Laibacher Zeitball,j von dem wir bereits berichteten, wird morgen am !. Mai seine Tätigkeit auf« nehmen und durch sein iveithin sichtbares Zeichen den genanen Mitlag verkünden. Die ganze Cignaleinrichtung wurde von der Laibacher Erdbeben» und Funtemvartc entworfen, mit nicht unerheblichen Kosten angefertigt und gelangt im Laufe des heutigen Vormittags aus dem Kuppelaufbau des Nealschulgeb'äudes zur Aufstellung. Der Signalball wird längs eines 11 ^/> Meter langen Eisenmastes hernnterfallen. Der Ball selbst hat eineil Durchmesser von mehr als einem Meter und wird tn-solge seiner grellroten Farbe auch aus weitere Entfer-nu'ngen gut sichtbar bleibe». Um 1/.12 Uhr vormittags Wird er mittelst einer meaianischen Vorrichtung den Mast hinaufgezogen. Das letzte, aus Zehntelselunoen genaue Zeitzeichen empfängt die Fimkenwartc aus Paris um 11 Uhr 49 Minuten. 11 Minuten später, also Punkt 12 Uhr l) Minuten <» Sekunden, wird d?r Ball dnrch einen elektrischen Kontakt ausgelöst, um augenblicklich den langen Mast hernnterzuglciten. Die Auslösung wird unmittelbar aus dem Raume der Funle»warle erfolgen. Ans diese Wrise wird es dem Institute möglich sein, dem Publikum täglich eine bis auf Sekunden genaue Zeit zu übermitteln. In anderen Städten hat sich diese Ein» richtung sehr gut bewährt. In Berlin, wo die deutsche Uhrmacherzeitung einen Signalball in der Zimmer» mannstraße anfgcstellt hat, ist es interessant, die Men-schenmenge zn betrachten, die! täglich das fallen des Balles beobachtet. Die benachbarten Fenster öffnen sich, die Straßcnpassanten hemmen ihren Schritt und ziehen ihre Taschenuhr hervor, die Kutscher fahren zur Seite und sehen hinauf, Radfahrer springen ab nnd merken aus. Erst wenn der Ball gefallen ist, kommt wieder Leben in die Menge und jeder setzt seinen Weg. fort. — Hof. fentlich werden die maßgebenden Faktoren in Laibach dahin wirken, daß auch die Türmer das Millagszeichen für ihre Uhrreguliernng benutzen werden, um endlich in nnserer Landeshauptstadt eine Einheitszeit zn erzielen. I'.. — sDic Ncquliernnqsarbcitcn im Grubertanal.j langsam, aber hoffentlich ficher erfolgt die Abränmnng des auf dem Boden der regulierten Kanalstrecke liegen» den Restes von Schutimaterialien. Gleichzeitig wird das Geleise der Rollbahn allmählich entfernt. Vom provi» sorischen Schleusenwehr an der Abzweigung des Gruber« tanals bis zur Karlslädier Brücke sind die obgenannten Abräumungsarbeiten bereits vollzogen. Alles ist gnl hergestellt, nur die steilen Grabenböschungen erfordern eine baldige Verasung und eventuelle Bepslanznng „lit evcnlnellen Alazienstecklingen zur Verschönerung der öden Flächen und zur Hintanl)alinng von Unfällen. Hoffentlich wird ein entsprechendes Geländer die spie» lende Jugend von den Böschungen abhalten. Dasselbe gilt und in erhöhtem Grade von den steilen Böschungen an der regulierten Gruberstraße, wo ein größerer Ner> kehr zu gewärtigen ist. — Die Montiernngsarbeiten am definitiven Schleusenwehr des Grnberlanals machen gnte Fortschritte. Die Malerialablageruug ans den Co» dellischen Gründen mit ihren paar Hunderttausend .Kl,, bikmetern Schuttmassen ist bereits planiert und wird in Hinkunft viel Mühe und Arbeit erfordern, um wieder produktiv gemacht zu werden. Der Rückstau des Laibach, slusses reicht gegenwärtig bis zur neuen Brücke an der Poljanastraße. Bald wird der Gruberkanal die Arbeiten am Laibachflusse, zu fördern haben. --r lNcsihwcchsel.) Das dem Baumeister E. Schupp» ler gehörige .haus Nr. 14 iu der Slom^ekgasse wurde bei der gestern vorgenommenen exekutiven Feilbietung vom gewerblichen Äushilfskassenverein in Laibach um den Betrag von 74.000 K erstanden. — sTrifailer .Kohlenwerksqescllschaft.) In der ge> strigen ordentlichen Generalversammlung der Trisailer Kohlen!verkss;escllschaft wurde beschlossen, vom Rein-gewinne per 448.181 I< zu Abschreibungen 300.000 Ix zn verwenden und den Nest per 148.181 X auf neue Rechnung vorzutragen. — n den Hansfluren der städtischen Häuser an Sonntagen und Wochcnmärkten feilbieten dürsten, wurde befürwortet nnd an die l. k. Landesregieruug abgetreten; nötigenfalls wird in dieser Angelegenheit ein Rekurs an den Venvaltungsgerichtshos ergrissen werden. Es wird beschlossen, im städtischen AriM'nhause Nr. 27 die Wasserleitung einzuführen,' die Stadtgemeinde hatte an die k. k. Vahndircltion in Triest das Ansuchen ge-stellt, als Inhaberin des Fischereirechtes in der Save ans der Strecke Podnart»Krainburg an solchen Stellen den dortigen Vahnsteg benutzen zu dürfen, wo man sonst zum Saveslusse überl)aupl nicht gelangen und die Fi» scherei betreiben kann. Da dieses Ansucl)en abgeschlagen wurde, wird zuerst ein Rekurs an das k. k. Eiseilbahn» Ministerinn, und nötigenfalls auch an den Verlualtungs» gerichtshos ergriffen werden. —^ — lDic Frostschäden an Obstbäumen.j Nach den in der abgelaufenen Woche gemachten Beobachtungen haben die Spätfröste vor vierzehn Tagen allerdings an den in der vollen Blüte gestandenen Obstbäumen einen großen Schadeil angerichtet. Das frühzeitig blühende Obst in lieferen Lagen wird leider in diesem Jahre ausfallen. Insbesondere haben die.Kirschen, Zwetschken, Pflaumen, Marillen und Pfirsiche ihre Blüten nnd Frnchtansätze verloren. Auch die Walnüsse, die heller um eine Woche zu früh angelrieben haben, wurden von den stärkereil Nachtfrösten sehr bedentend geschädigt. Aber die später--blühende» Äpfel, und Birnbäume der Täler sowie an-dere Obstgatlungcn in höheren Lagen, wo die Blutenknospen während der gcfürchtelen Nachtfröste des 13. und !4. April noch geschlossen lvaren, stehen gegenwärtig in voller Blüte. Demzufolge sind die Aussichten aus eine teilweise Obsternte im Lande doch vorhanden, wenn sich die Witlerungsvcrhällnisse der nächsten zwei Wochen günstig gestalten sollten. — sTodcssturz eines Radfahrers.) Der 18jährige Mechaniker Anton Majnik, Sohn eines Waldhegers in Idria, unternahm am Sonntag mit zwei Kollegen einen Radausslug nach Schwarzenberg. Als er gegen Abend zurückfuhr, stürzte er auf den nach Idria führenden, sehr gcfährlicl)en Serpentinen über einen steilen Abhang so unglücklich, daß er mit zerschmettertem Haupte tot liegen blieb. —y— — lEin uusslücklicher Sturz.j Der Grundbesitzer Jakob Gro^elj in Arch, Gerichtsbezirk Egg, stürzte die-sertage zu Hause im Zimmer so unglücklich, daß er sich das rechte Nein brach. Der Schwerverletzte wnrde inv Landcsspital nach Laibach überführt. — sWaldbrand.j Am 27. d. M. mittags brach i» dem zwischen den Ortschaften Klein.Cilava nnd Groß Slatenel gelegenen, mchreren Besitzern ans Froschdors, Gemeinde St. Michael'Slopi^e, gehörigen Milde aus bisher unbekannte Weise ein Brand aus, der infolge des heftigen Windes rasch um sich griff und anf einer Bodensläche von vier Hektar die Vodenstreu sowie das ganze junge Holzgcwächs vernichtete. Der Scl)aden konnte bis ltnli nicht festgestellt werden, dürfte indes nicht allzugroß sein. Dein energischen Eingreifen der Insassen aus den umliegenden Ortschaften, speziell aber der anstrengenden Tätigkeit der Studenten des Rudulso. werter Staatsgymnasiums, die in großer Anzahl aus dem Brandorte erschienen lvaren, ist es zu verdanken, daß der Brand lokalisiert werden konnte. Die Rndulfsiverter Feuerwehr rückte in der Annahme, daß es sich nm ein großes Schadenfeuer l>andle, aus, brauchte aber nicht i» Aktion zu treten. ll. — sTteinwurf gca.en einen Iug.j Am vergangenen Donnerstag warf ei» zwölfjähriger Knabe in der Nähe der Eisenbahnstation Salloch einen hühnereigroßen Stei» in den lim 6 Uhr 40 Min. dort gegen Steindruck ver. kehrenden Personenzug Nr. 76. Der Stein zertrümmerte eine Fensterscheibe nnd slog mit großer Gewalt in ein Conp<^ zweiter Klasse, worin eine Dame mit einem vier-jährigen Mädchen saß. Glücklicherweise wurde keine der beiden getroffen. " . stau, Gemeindearme, 70 Jahre - alle fünf im Landes» spilale. — <Äinematoqraph „Ideal."j Program»! für DienÄag, Mittwoch und Donnerstag: Pa't!>>Iuurnal. ^Neuestes, Sport, Mode usw.j Moritz als Tugendverlei» diger. lHuchkumisch- spielt Prinee.) Der Icrmas, der große Eisbrecher der Welt. lSensations. Naturaus-nähme.) Fürs Rute Kreuz. (Sensations-Drama. Episode aus dem Schlachtselde von Tripolis. Großer amerika« nischer Schlager.) Nur nachmittags. Das Dampfbad. sHochkomifcher amerikanischer Schlager.) Zugabe zn den Abendvorstellungen: Ein verwegenes Spiel. lSensalions' Siltendrama. Weltschlager der Nordiskfilm Co. Länae 1100 Meter.) Freitag: „Der Mütter Los", glänzendes Drama. Samstag wieder eine Nordisl-Censation: „Die Braut des Todes". ^ Dachmaiers kincmatossraph, Lattermannsallcc.l Programm für Dienstag, Mittwoch, Tonnerstag und Freitag: Ein Tag am Monte Rosa lbelchrende, neueste Naturaufnahme). Der schönste Tag seines Lebens lL«l<-spiel mit vielen heileren, lnstigen Szenen). Der alte Buchhalter lSensationsdrama, aus dem Leben geglissen). Willi als .Küchenmeister llMhkomisch Posse).' Die Er-oberer der Luft ssensationellcs Drama in den Lüften und zu Lande, sehr spannend). Eine Reise dnrch d"' Pinzgau tinteressanle Naturaufnahme). Revolutionäre Zustände im Jahre !86l issrohartiger F'l»>1- Der 6«' narienvogel des Herr» Oberste» snrkoniischer Schlager). Laibacher Zeitung Nr. 98. 933 30. April 1912. Theater» Kunst und Literatur. — l„5ij„dsti Oder".j 31», Smmkist beschloß die 7)o>lsbühltt' 'hn>, dil'sjlihriqc c'rslc Saison niit der Alis» suhrimq dcö dicralti.^,, Volts st iicll's „Das Nil'sc»spll1° .V'»q" vun Carru.Kärlwl'iß. Die Vurstcllung N>ar als ^nesiz sür das stesamtc, 1"tle , !Mwda" qeqeben Nnirde, ist seit seiner Alissilhriiiu-, iin ^andeslhmler belannt, bedarf sumit seiner cinstehender^n ^llrdi^,,,^. Zu bedcinern ist es, dciß sich der skwenische "Mlbl'iler bei der ^Mlisiernng rei» nnr ans Änpassnnq ""," >'lns;er!ichseite>l beschräolle, txis übrige aber lmab° wandert c,»,' die Äiihiie verpflanze, weshalb das ^liict "n arge!, i„ln'lei, Disharinonieil leidet: Milien nnd ^ljorullere sind „„verfälscht unencrisch geblieben, die ^»dlnn.q aber N'ill in ^aibach vur sich gehen, wiwun ^'N Znschaner nicht nnr die Mmentlatnr, sundcrn auch bcr gmm'ilen ganz grenliche Vorsladtdialell der Tarslel-u'^' hätte iiber^engen sollen. Daft solche Unausgeglichen, heilen nicht geduldet werden dnrsten, ist selbstredend, schade um das lruh sliner scharf hervortretenden Ten° ""'^ in feiner prälenswnslosen Schlichtheit ganz an-nehmbare Vollssliick! Daß cin solcher Zwitter leinen "cht'gen Erfolg, leiben lann, läßt sich an den fingern ablesen. Noch 'leichter ist diese Verechnung, wenn mit st',ner Anfsiihrnng Dilettanten betraut werden, die von brr Innerlichkeit, lvie sie echt wienerische Nnhnenfignren 'n sich tragen, leinen Vegriss haben tonnen. So mußte drnil die sonntägige Alirstellnng versagen, »voran der snirlnischl' Applaus, der die minder" gcschinacluollcn -^ltzc und Trivialitäten, zu denen man' sich verleiten l'cß, bei ussener Szene und nach Attschluß quittierte, Nnr nichts abzuändern vermag, da er nicht höher angc» schlagen werden tann, als das herzhafte Gelächter, das bei jeder dramatisch tieferen Emotion pünltlich ein-!ek, der den biederen, kernigen Vuchbindermcifter gab, stellenweise lünstlerischc Mouientc von packender Größe fand und sich gezwungen sah, bei offener Szene weiter zu regieren, wäre es freilich nicht einmal so gegangen. Die Szenen, in denen mehrere Personen zugleich zu agieren hatten, versagten, weshalb zumal der zweite Als gänzlich abfiel. Besser lmr der dritte All, der vierte jedoch nur insolangc, als er ernst genommen und nicht in einem durchaus nnan-gebrachten übertrieben komödienhaften Stil gespielt Wurde. Von verhältnismäßiger Giile nxiren die vom Vnchbinderineister, seinem Sohne, dem ^abritanten Virk nnd der ^abrikantenstuchter Olga gesiihrlen Dia-loge. Nach Herrn Aerogel wäre Herr Kalar zn nennen, der den jugendlich nnbedachtsmnen und opsrr. willigen Sohn des offenherzigen VnchbindermeisterZ gonz annehmbar gestaltete. SlMpathisch gab sich der Habrilant 3>irl, dessen Darsteller wir schon öfters HU beloben Gelegenheil halten; halbwegs passab^l nxir der über die hochhinauswollende Tochter des Buchbinder« Meisters werbende Tischlermeister des Herrn Stück-I i nge r. Die Leistungen der übrigen männlichen Dar» stelle mögen in den Schleier verzeihenden Vergessens gehüllt werden. Unter den Damen sind Fräulein 5tinska nnd Fräulein lirjavec zu nennen. Erstere gab die herzlose Fabrikantcnstochter in verhältnismäßig guter Form, Fräulein Erjavec hinwieder lieh der Figur des unbesonnenen Auchbindertöchlerlrins an6 der Vorstadt sympathische Töne, ohne jedoch imstande zu sein, s«' auch nur mit einem Abglanz vom Wesen eines fesche» Wiener Vorstadtmädels zn umgeben Was sonst noch anf die Bühne kam, bereitete Augen und Ohren Phyfische Schmerzen. Die Aufführung war gut besucht. Telegramme tzes k. l. Telegraphen-Koiresponbenz-Nureaus. Dic Wicncr Gemciudcratswahlen. Wien, 2!). April. Bei den heule durchgeführten Ge. meinderalswahlen im zweiten Wahltörper, wobei 48 Mandate zn beseheil waren, wnrden 32 Chrisllichsoziale nnd 2 Dentschsreiheitliche gewählt. Es sind 14 Stich» lvahlen erforderlich, woran 9 Ehrisllichsoziale gegen 9 Deulschsreiheitliche, 8 Ehristlichsoziale gegen 3 Deutsch» nationale nnd ^ offizielle Ehrisllichsuziale gegen 2 selb-ständige Ehristlichsozale beteiligt sind. Bisher lvaren sämtliche 48 Mandale im Besitze der Ehrisllichsozialen. Im 1., 4., b., 6., 7., 6., 10., 11., 12., 13., 14., 15., 17., 20. und 21. Bezirk wurden durchwegs die chrisllichfozialen Kandidaten gewählt. Im zweiten Bezirl wurdvn zwei Deulschfreiheilliche gewählt; zwischi'u z>r>ei Ehrisllichsozialen und zwei Dcntschsrciheitlichen ist eine Stichn.iahl ersorderlich. Im drillen Wahlbezirle wurde cin Ehrisllichjozialer gelvähll; drei Lhristlichsoziale kom-men mit drei Dentschsreiheillichen nnd ein Christlich, soziakr mit einem Dentschnalionalen in Stichwahl. Im neunleil Vczirte kommen vier Ehristlichsozialc mit vier Dcutschsreiheillichen in Stichwahl. Im 16. Bezirke kum-wen Mci offizielle Christi ich soziale mit zwei selbständi-grn Ehristlichsozialcn in Slichnxchl. Im 16. Bezirke wurden drei Chrisllichsozialc gNvählt; ein Christlich-sozialer lommt mit einem Deütschnationalen in Stich, '"ahl. Im 19. Vezirle lumnil ein Chrisllichsozialer mit "nein Dcutschnationalen in Slichiuahl. Vcsuch des Berliner Stadtrates in Wien. Wien, 29. April. Der Oberbürgermeister vun Ver-lln ztlrschncr hat an den Wicncr Bürgermeister die Mitteilung gelangen lassen, daß der Magistrat vorge. schlagen habe, 30 Mitglieder des städtischen Kollegiums für den Vesnch in Wien zn delegieren. Dieser Beschluß unterliegt noch der Genehmigung des Berliner Stadt-vcrordnetenkolleginms. Für den Besuch schlägt der Ver-liner Bürgermeister die Zeit vom 29. bis 31. Mai vor. Die kroatische Frage. Budapest, 29. April. Der Miliislcrpräsidenl empfing gestern den löniglichcn Kommissär v. t^uvaj, mit dem er dnrch anderthalb Stunden über kroatische Fragen lon-serielle, wobei eine vollkommene Übcreinslimmnng der Anschannngen des Ministerpräsidenten und des Baron Cuvaj konstatiert wnrde. Die unmittelbare Folge dieser Tatsache ist, daß Euvaj auch weiterhin die Angelegenheiten Kroatiens und Slavoniens sichren wird. Baron Cuvaj stattete heute früh dem Ministerpräsidenten seine„ Abschiedsbesuch ab. Tadessturz eines Touristen. Kufstcin, 29. April. Dr. Scmelmann aus München stürztc heute auf der Südwand des Sonnecks im Kaiser» gebirge 400 Meter tief ab und blieb tot. Der italienisch-türkische Krieg. Konstantinopel, 29. April. Die Blätter melden, der gestrige Minisicrrat habe beschlossen, die Dardanellen nur dann zu öfsncn, wenn sich die Italiener aus dem Archipel entfernen. Die Verträge geben der Türkei das Recht, jede Abwehrmaßnahmc zu ergreifen. Die cndgül-tigc Entscheidung wird im nächsten Ministcrratc nach der heute stattfindenden Unterredung des Ministers des Äußern mit den Botschaftern erfolgen. Rom, 29. April. Die „Agenzia Stefani" meldet: Die Nachricht, daß italienische Kriegsschiffe vor der Insel Chios erschienen seien, entbehrt jeder Begründung. Konstllntinopel, 29. April. Die Meldungen der Blätter über die Bewegungen der italienischen Flotte widersprechen einander. Dem „Tanin" zusula/ ist nnr ein Torpedoboot an den Küsten des Vilajets Smyrna bemerkt worden. Andere Blätter behaupten, die ilalie« nische Flotte kreuze im Archipel und an ocr Küste Kara-maniens. Kämpfe in Lhassa. Simla, 29. April. Hier eingelangten Meldungen zufolge dauert der Kampf zwischen Tibetanern lind Chinesen in Lhassa noch an. Die Tibetaner haben bis jekl 900, die Chinesen 300 Tote. In der südlichen Vorstadt sind 1000 Chinesen von einer großen tibetanischen Streitmacht eingeschlossen. Mehrere Gebäude stehen in Flammen. Das Scraklostcr, der große Tempel nnd der Palast des Dalai Lama sind unbeschädigt. Die Wirbelstürmc in Nordamerika. Otlahama, 29. April. Bei den Tornados in Okla-hama und Nord-Texas sind achtzig Personen umgckom-inen und etwa hundert verletzt wurden. Neueste telephonische Nachrichten- Nerlin, 30. April. Das Gerücht, daß es zwei Han-dclsschiffen gelungen sei, ungehindert die Dardanellen zu passieren, wird vom hiesigen türkischen Botschafter als salsch bezeichnet. Keinem Schisse ist es gelungen, die Meerenge zu passieren. München, 30. April. Der Süd-Nord-Expreßgug der gestern abends von der Riviera hier hätte ankommen sollen, ist ausgeblieben. An seiner Stelle kam ein (5r.-preßzng ans Meran. Details über die Ursachrn, die den Niviera.Bcrlin.Ezprcßzug in einem Tnnnel bei Genna ausgehalten l)aben^ liegen' noch nicht vor. Brüssel, 30. April. Aus dem Kongo komimnde Reisende berichten, es sl'ien im Kassaigebicte Diamanten gesunden wurden/ ,. , ^,. Paris, 30. April. Der Gilterdirektor ,m Mini-slerium des Äußern Hamon wurde von, Schwurgerichte wegen Unterschlagung von 216.000 Franken zn fünf Jahren Gefängnis üno 20.000 Franken Schadenerscch vernrteilt. Petersburg 30. April. D,e Pul,ze, nahm gestern bei Arbeitern 'und Studenten zahlreiche Hansdurchsu-chungen vor und verhaftete viele Personen. Starke Po-lizeitruppcn siud in der Nähe der Fabriken und Hocl). schulen ausgestellt, nni zu verhindern, daß revolutionäre Gedächtnisulnziige veranstaltet wurden. Viele Arbeiter sind in den Streik getreten.______________________ Vecantvortlicher lNebalteui: Anton Yuntel. Gutachten des Herrn Dr. K. Kastn er, T r o p P a u. Herrn I. Serravallo " Triefte. In den vielen Fallen von Anaemic, in denen ich seit einigen Jahren Ihren Gerravallos China-Wein mit Eisen verwendete, hatte ich ausnahmslos die besten Erfolge zu verzeichnen, was ich Ihnen hiemit sehr gerne bestätige. Troppau, 9. März 1910. (5089) Dr. Kastner. Angekommene Fremde. Hotel .Elefant". Am 26. April. Baron v. Nechbach, l. u.l.General, major; Dr. Asenjal, Hof- u. Gerichtsadvolat; Strasela, Beamter; Hertmaim, Rsd., Graz. — Ritter v. ttnerber. Schau, spieler; Martin. Kfm.; Oberhammer. Steiner, Meidrr, König. Ouggl, Menachi, Rsbe.; ssischer, Privat, s. Schwrfter. Wien. — Ailz, Privat, s. Gemahlin, Fiume. — Krug, SpeditionS-chef. Mannheim. - Nerger, Artist. Abbazia. - Walonig, Kfm., St. Martin. — Baer, Kfm., Dresden. - Varta, M-, Budapest. - Mandler, Rsd.. Humpolec. - Randa, Ingenieur, Marburg. — Lenassi. Privat, f. Sohn, Planina. Am 27 April. Dr. v. Neuwirth, Zahnarzt, s. Gemahl.; Bortoluzzi. Kfm,, s. Vruder, Trieft. — v. Kincel, Naviatil. Kriecinsli. Private; Redlich. Disponent, s. Gemahlin; Baar. Gerstmann, Kflte.; Brodzky. Neufeld, Mero, Thurel, Nick. Lichtenegger, Rosenzweig. Suffer. Rsdc., Wien. — Lamprecht. Rsb,. Vregenz (Bodensee). - Riesen, Rsd., Liverpool (England). — Strafela, Beamter. Graz. — Pichler, Ingenieursgattin s. Schwester, Nudolfswert. — Raidl, Bauassistent, «nger, Steiermark._______ Meteorologische Bcobachtnngen in Laibach. Scehöhe 306 2 m. Mittl. Luftdruck 736 0 lum. ^l2U. N. 72^-5 l2^8 S. schwach bewöltt ^^b^ 27'^ 10^6 windstill , 30.» 7 U.'F. , 2»-4'i 9- ssNO^ schwach^ fast bewöllt j 1'8 Das Tagesmittel der gestrigen Temperatur beträgt 11-0", Normale 11-8«. Wien. 29. April. Wettervoraussage für den 30. April für Steiermarl, Kärnten, Krain und Trieft: Trüb. zeitweise Niederschläge, etwas lühl, nordwestlich lebhafte Winde. Tagesbericht der Laibacher Erdbebenwarte und Funkenwarte. (Vlgrüübet von dri Krainischf», Sparlasse 18«?,) (Ort: Gebäude der l. l. StaatS-Oberrealfchule.) «age: Nördl. Breite 46° 03'; östl. Länge von Greenwich 14° 31'. Bodenunruhe: Mäßig start. Nlltennenstörungen: Am 28. April um 1» Uhr 30 Minuten IV4 *". Am 30. April um 8 Uhr III2. Funlenstärle: Am 29. April um 19 Uhr 30 Min. o-lf. »" Hsufiglell der Vtoruiige»: l .sehr lelten» jede 15. b!« 30, Vllnute-N .selten, lebe 4. bl« l0, Minute: >II .häufig» jede Minute, bi« 3 Vt»rungen! IV .jehr häufig» jede L. b!« iu. Vellüibe «intlnduilgen; V .fortdauernd' fast jede Lrlunde: VI »unünlrrbrochen. zusammenlMueübe Gerilüfchr mit Funlen-l'Üdiing zwischsi, «iitrnne »nb Erd, oder Saufen im Hörlelepho«. Slürle der Ltörungen: ^ .« ssünlcnsprüche: » «laxm vernehmbar., d «fehl schwach. <: «schwach.. 6 »dinttich., « «lr8«/88.W.Not.FebJlTig.p.K.412 9210 BZ-7C Z 41% „ „ „ „ p.A.4'2 »2K> 927C L 4-8°/0 ,, 811b.Apr.-Okt.p.K.4-2 9270 9S9L WU-a«/0 „ „ „ „p.A.4-2 »/70 »2-90 Loaev.J.1860Eu500fl.6.W.4 ">Vt 1632 Losev.J.1860zulOOn.ö.W.4 4S3- 446- LoMV.J.1864zul00fl.ö.W. ... 612- 624— Lomt.J.1864«i 60fl.ö.W.... 308-— 814-- 8t..Domän.-Ps.l20fl.800F.6 281— Z89-- Oesterr. StaatsschaJd. üeat.Staat«Bchatz8ch.«tsr.K.4 —'- -- Oe8t.Goldr.Btfr.GoldKaBse..4 "396 urn ,, „ ,. ,, p.Arrgt. 4 n»96 tint, Oe»t.Rentei.K.-W.stfr.p.K. .4 8» to 89-70 i. >• >. .. ji ,,U. .4 M'M 89-76 Oest. Ben te i. K.-W. Bteucrfr. (1918) p. K............ S9-80 90-- Oest. Rente i. K.-W. atenerfr. (1912) p. U............ 89-80 50- OeBt.Invwt.-Rent.stfr.p.K.ai/j 78-4v 78-60 Franz Josessb. i.Silb.(d.S.)5»/4 ttV7b ui7i Galii.KarlLudwig8b.(d.St.)4 «970 906t Nofdwb.,ö.u.8Udnd.Vb.(d.S.)4 <9't 80-sc Rndolfab.i.K.-W.8tfr.(d.S.)4 S97O 90-70 Von StMte E. Zahlnnjf libent. EiscBbthn-Prieritltg-Oblig;. ßöhm. Nordbahn Em. 1882 4 UV- I12-- Böhm. Westbahn Em. 1885. .4 9i0t 92-- Böhm.Westb.Em.l895i.K. 4 »ret S2-io Ferd.-Nordb.E.1886fd.S.)..4 94- fle-— dto. E. 1904(d.St.)K___4 9i-7t 94-76 FranrJosefsb.E.1884(d.S)S4 91-46 92-4t Galiz.KarlLudwigb. (d.St.)S4 90-40 $1-4O Laib.-SteinLkb.200a.)000Q.4 92-76 B8-7b Schlnßt-.nrs Gold | Wnre Pror.. r,em.-Czer.-J.E. l894)d.S.)K4 89-V6 9O7f Nnrlwb., Oest. 200 fl. Silber 6 102-60 los-bt dto. L.A E.190Sfd.S.)K3Vi *2'V> M7t Nordwb.,üest.L.i5.200sl.S.5 101-80 10280 dto. L.B.E.1903(d.S.)K3Vä 88 60 — ¦— dto. E.l885 200u.l0O0fl.S. 4 B3S0 94-90 RndolfsbahnE.1884^d.S.)S. 4 91— B2--HtaatBcisenb.-G.SOOF.p.St. 8 J6A-- »70-- dto. Er»-/...NetifiO0F.p.St. 8 <««•— 162-SudnorddciitsclieVbdgb.fi. S. 4 91S6 928t Ung.-gal.E.E.1887200Kilber4 89'SO wil' Ung. Staatsschuld. Ung.Stuatskasßenech.p.K.4'/, 994t 9B-60 Ung. Rente in Gold ... p. K. 4 10866 ivSSf Ung.Pentci.K.8tfr.v.J.191O4 «9- 8B-2i Ung. Rente i. K stfr. p. K.4 «9/e S9 36 Ung. Prämien-AnlchcnalOOfl. 422 10 484 61 U.TheisB-R.u.Szcg.Frm.-O.4 29«-76 awit-U.Grundentlastg.-Oblg.ö.W. 4 90 26 $/-2t. Andere öflVntl. Anlehen. Ba.-herr. Eis.-L.-A.K.1902 4'/j ßri 74 S7'7f Wr.Verkehraanl.-A. verl. K. 4 8980 90-if, dto. Em. 1900 vcrl. K . . .. 4 8010 SflO Oalizieches v. J.l89Hvcrl.K. 4 B0-7t B176 Krain.L.-A.v. J. 1888Ö.W. .4 B226 BB-2t Mährit-chesv. J. 18D0V.Ö.W. 4 BV7b 9276 A.d.ßt.Bndap.v.J.190S v. K. 4 8806 8!>oe Wien (Elek.) T. J. 1900 v. K. 4 89-80 90-80 Wien (In vest. W. J.1902V. K. 4 81-— P2-- Wien v.J. 1908 V. K.......4 90'- 91- RuEB.St.A.1906f.l00Kp.U. 6 lO3'6b i040t Bul.St.-Goldanl.l907100K4«/j tS'bO B4-6C Pfandbriefe nnd Kommnnalotligationen. Bodenkr.-A. öst., 50 J. ö. W. 4 Bl'70 9f?l Bodenkr.-A.f. Dalmat. v.K.4 98-- 99— Böhm.HypothekenbankK . . 5 lOOSO 101 6t dto. Hypothbk., i.67j.v.K.4 OfW B4bi ScliluCki;r8 Geld |Ware Pror. Böhm.Lb.K.-SchaldBch.,si0j.'4 Bf76 62-76 dto. dto. 78J.K.4 BV76 B276 dto. E.-Schu)dBch.7R J. 4 Bf7t 92-yb (ializ. Akt.-Hyp.-Bk.......b H0-- —- dto. inh. 50 J. verl.K. 4»/i »8-20 B920 Galiz.Landcßb. 611/2 J-v.K. 41/» 98-60 S9-6C dto. K.-Obl.III.Em.42j. 4»/, 88-26 BBüb Ifetr. Bodenkr.-A. 86 J.ö. W. 6 /00«C 10140 |ptr.K.-Kr.-A.i.62V2J.v.K. 4>/j '00- 1007b Miihr.Hypoth.-B.ö.W.u.K. 4 62-10 fia-lü Nied.-öRt.Land.-Hyp.-A.5GJ.4 82-26 wzt üeet. Hyp.-Banki.60 J.verl. 4 81- gg- Oest.-ung.BanköOJ.v.ö.W. 4 861t STib dto. 50 J. v. K..........4 96-26 B7-26 C'.entr. Hyp.-B. ung. Spark. 4'/i »7-7« 8*7« Cumrzbk.,PeBt. Ung.41 J. 4"/, B8— 99 — dto. Com.O.i. fi()i/aJK4V2 9T6V BH-60 Herrn. B.-K.-A.i. 50 J.v.K4'/i »«— *>3-- Spark.lnnerst.Bnd.i.60j.K4'/j 87-76 ß.i-?t dto. itih.50J.v.K.....*'/4 s*'~ B4-— Hpark.V.P.Vat.C.O.K .. 41/, »77» bsjc, Ung. Hyp.-B.inPcstK. ..4Vj 9*— B9 — dto. Kom.-Sch.i.50j.v.K4Vi 9860 99 to Eisfnltahn -Prior.-Oblig. KaFCh.-Oderb.B;.1889(d.S.)S.4 «'?» 80-26 dto. Em. 1908 K (d.U.)... 4 S9-90 ftoev Lemb.-C7.er.-J.E.1884BW)S.8fi *«•?» 84-76 dto. 300 S............4 SS-SO »Q 30 Staatseisenb.-GeBell. E. 1896 :d.St.)M.100M........8 S666 s/66 Stidb. .Ian.-J. 500 F. p. A. 26 *»«•- t64- UnterkrainerB.(d.S.)Ö.W. .4 »«•- 96- Diverse Lose. Bodonkr.iiat.E.1880älOOfl.8X 804-60 »IG 16 flctto E.1889alOOfl. .. .3X 26926 281-26 Hypoth.-I!.ung.Präm.-hchv. ö 100 fl................4 261 — f«7- Serb.Prämicn-Anl.älOOFr. 2 tu-- i27-~ Hnd.-Ba*iHca(Dornb.)5sl.ö.W ti-76 lt-76 Scliluükura Geld | Ware Cred.-An«t.f.H.u.G.100fl.o".W. 498- - «0«- l,aibach.Prüm.-Anl.20fl.ti.W 7f n 17n [{otenKruui.OKt.G.v.lOil.b W **- 64- -- detto ung. G.v. . . öfl.ü.W. »H 7« 44 7t Ttirk.E.-A.,Pr. O.400Fr.p.K. 188-40 24140 Wiener Kommuual-Loso vom Ja|irclH74.....lOOfl.ii.W. 496 - 607- fi Ivondon................. !