Kaibacher Zeitung. ^ «H-5 R4K Samstag am 6. December R84O. Oesterreichisches Küstentand. «driest, 30. November. Den am 26. l. M. von hier nach Alexandria abgegangenen Dampfer »Imperatore« traf sehr stürmisches Wetter und in der Nähe der Isola grossa entstand eine Beschädigung an einer seiner beiden Maschinen. Der Capita,, entschloß sich daher mit Hilfe der ander» zurückzukehren, und langte gestern MorgenS in, hiesigen Hafen an. Die Reisenden, Gitter u. s. w. werden mit einem anderen Dampfboote nach Alexandria befördert werden. Croatien «ud Slavonien. Laut amtlichen Nachrichten ist die Straße von Zara nach Carlstadt durch außerordentlichen Borawind und Schnee.-verwehungen unfahrbar geworden, und es mußte die Briefpost auf Packpferden befördert werden; der Mallewagen mußte, bis die Hindernisse gehoben wurden, vom 9.Novem-' der Abends bis 12. Mittags in Obrovazzo verbleiben. u n ft a r n. Das »Journal des österr. Llopd« vom I. December berichtet auS Ungarn vom 26. Nov. Leider laufen von allen Seiten Klagen über den j^Zigen Nothstand unter der unbe-mitteilen Bevölkerung in Folge der Lebensmittcltheuerung ein. Man kann aber nicht umhin, zu bemerken, daß kräftige Maßnahmen ergriffen werden, um dem immer mehr drohenden Uebel zu begegnen. Die Stände des Pesther Couii-tatS haben zur Unterstützung der Armen ein Darlehen von 50.000 fi. und einen anderen Beitrag von 30.000 si. be-stimntt, welche jährlich von den Contribuenten zur Ablösung der Gemeinarbeiten eingehen. — In der Gencralcongrega-tion des Ungher Comitats schilderte der Administrator die besonders im oberen Theile dieser Gespanschaft herrschende Hungersnot!) mit den düstersten Farben. Es gibt dort viele Menschen, welche ihr Leben nur noch mit Bucheckern und den Hülsen der Haselnüsse kümmerlich fristen. Die Stuhl-lichter wurden hierauf beauftragt, die, Grundherren zur Un? terstützung der Unterthanen aufs Dringendste aufzufordern; einstweilen ward eine Subscriptionsliste zu Geldbeträgen mit Erfolg eröffnet und die Absendung von Lebensmitteln nach den unglücklichen Gegenden beschlossen. — In der Trentsch,.-"er Gespanschaft werden zweckmäßige Anstalten zur baldigen Errichtung von Kornkammern getroffen. — In der Wes-primer Gespanschaft sind leider die Wintersaaten von Insec-ter, vernichtet, so daß sich dorr eine traurige Aussicht für die künftige Ernte eröffnet. — Die Weinlese in der Zalader Gespanschaft ist in Qualität gering ausgefallen, weil die Trauben, von unzähligen weißen Milben angefressen, g,öß-tencheilö >„ Fäulniß übcrgii^cn. — Der Eitiag der Ble» Nenstöcke dagegen war reichlich. Ein Centner Honig kostet dort 30 fi. W. W. — Das .II«lil»li« bringt eine umfassende Schilderung der industriellen und commerciellen Zustände des 1957 Häuser und 10.900 Einwohner zählenden Marktfleckens Wesprim, woraus eine daselbst herrschende er." frculiche gewerbliche Regsamkeit hervorgeht. Nömifche Staaten. Nom, 19. Nov. Gestern, als am Erinnerungstaa,«', wurde die Einweihung der St. Peterstirche durch einen feierlichen Gottesdienst in diesem Tempel verherrlicht, wobei der heil. Vater das Hochamt assistirte. Sämmtliche Cardi» näle hatten sich zu dieser Feier eingefunden, und Nachnn> tags wurde die Vesper von der vereinten päpstlichen und Donicapelle gesungen. Hierbei muß bemerkt weiden, das, der Papst sich entschieden gegen alle profane Musik in den Kir» chen ausgesprochen haben soll. —^ In der Villa Malta, Eigenthum Sr. Majestät des Königs von Baiern, werden» alle Vorbereitungen zur Aufnahme Sr. k. H., deS Kronprinzen von Baiern, getroffen, der heute odcr morgen erwartet wird. Seil mehreren Tagen ist hier e>'n Vorfall in Baz-zano (Städtchen in der Legation Bologna, geaen die to5ca^ nische Gränze) Gegenstand der Unterhaltung und des allao meinen Unwillens. Mehrere Bürger und Beamte hatten ihren Abend lustig im Wirthsbaus zugebracht, und wurden beim Nachhausogehen von drei Gendarmen mir Flintenschüssen begrüßt, angeblich ohne Ursache. Zwei dieser Leute blieben todt auf dem Platz. Die Bewohner des Städtchens rotteten sich znsammen, um an den Gendarmen blutige Nache zu lieh» men, als der Vater des einen getödtetcn Iünstlmgs sich den Leuten entgegensehte und sie beschwor, dem Arm der Gc-rechtigkeit nicht vorzugreifen, der solche Frevel gegen die bürgerliche Gesellschaft mcht ungeahndet hingehen lassen werde. Lucca. Plsa, 18. November. Seine k. Hoheit, der Her«" zog von Lucca, hat, in Berücksichtigung des Nachtheiles und der oft unglücklichen Folgen der in den Bädern von Lucca und in dem Seedadeorte Viarcggio bestehenden Spielbanken, zum Wohl seiner Unterthanen und jener Fremden, welcke Gesundheits - oder Annehmlichkfitshalber im Gommer allda sich aufhalten, mittelst Decret vom vorigen Monat, ungeachtet der nicht unbedeutenden Summe, welche diese Banken de» Regierung alljährlich eingetragen, aufgehoben. Preußen. Die in Breslau erscheinende «Allgemeine Oder - Zci. ' tung« enthält folgend«» Artikel aus Oesterreichilch-Schlestcn: 904 «So viel steht als Gewißheit fest, daß von einem großen Theile del' Einwohner Krak.i^'s. di« Einverleibung in den 'österreichischen Staatenbund als ein langersehntes Ziel begrüßt wiid, — insofern nämlich, als Ordnung, Sicherheit und Friede im Hanse auch nothwendige Bedingungen der Eristenz de) oatriocischgesinnten Bürgers bleiben; den hier nicht begriffenen andern Theil aber dürfte die Zukunft zur Erkenntniß bringen. Die bündige, gründliche Klarheit des Manifestes wird wohl an, geeignetsten der großen Schaar zn erwartende!- Zeitungsartikel begegnen — indem hiedurch lie Nechtmäßigkeit des Actes deutlich und hinlänglich erschöpft wild. Die bereits von der österreichischen Negierung in Kra. kau getroffenen Vorkehrungen bezeichnen ganz den verstand i-g.n und milden Charakter derselben; zum Lobe der Krakauer muj! ab.'r anch gesagt werden, wie noch gar keine Wider-s^hlichl^ren vorgekommen sind, und vielfältig der beste Wille gezeigt wird. Von der Humanität und den wahrhaft väterlichen Gesinnungen des Kaisers können die Bewohner Kra-s. Ludwigen rg, den 19 N>?o In der Nacht vom l6. auf den I7> Noo. wurdcu ganz in unserer Nähe beim Salon, zu^-st ein Omnibus, dann ein Ei'lwagen ml,, geworfen.- Es wird, dort auf der Straß» ejn Graben ge» führt; die dabei anfgepsianzte Lampe war aus Mangel an Oel ausgelöscht. Gestern Nacht aber fuhren 2 hiesige Offi-ciere nach dem Theater im eigenen Gefährte hierher znrücf. Abermals an jener Stelle stürzce d?>' Wagen in ein Loch. Die beiden Pferde blieben auf der Stelle rodt. Die Offi. ciere fand man besinnnnglos;, der Bediente verwundet, an.-fangs im gleichen Zustande, hat sich aber wieder erholt. Das erste Umstürzen der Wagen, ohne daß ein Unglück begegnet wäre, geschah vorgestern, das Unglück aber ,qe. stern; heute wird man wohl Vorkehrung treffen, daß morgen kein weiteres Unglück geschehe. Niederlande. Die »Elberfelder Zeitung« schreibt: Reisende von Rot-terbam berichten, daß die Vorräthe für den Mittel- un ge aufgestappelt sind, daß bei dem Steigen des Wassers alle Schleppschiffe bis ins n.ne Jahr hinein mic der Besor.-gung zu thun haben werden. Einige Negemage dürften also wohl ein merkliches Sinken der ^rlichcpreise >">t sich bringen und dem Spiele des Wuchers für de„ Winter steuern. Fr a n k r e i ch. Paris, den 22. Nov. Der Infant Don Enrique ist vorgestern vom Köm'g empfangen worden. Es scheint hiernach, als habe derselbe jetzt mehr Ohren für jene Insinuationen des Tnillerienhof's, gegen die er sich in einem sei-ner veröffentlichten Schreiben vor den spanischen Heirachen so entlüstet stellte. Gestern wohnte er mit den Herzogen v. Nemours, Anmale und Montpeim?r auf dem Marsfeld einer Neoue über mehrere Regimenter bei. Paris, 23. November. Der Bey von Tunis ist gestern Nachmittag mit einem besondern Wagenzug auf der Eisenbahn von Orleans in Paris angekommen. Im Bahnhof war im Auftrag des Königs der Oberst Thiery, Adjutant des Herzogs von Montpensier, mit sechs Hofwagcn vor-gefahren, um Se. Hoheit zu empfangen, und als der Beu vor dem Pallast Elysüe.-Bourbon eintraf, befand sich schon der Herzog von Montpensier daselbst, um den Gast des Königs und Fraukreich's willkommen zu heißen. Achinet Pascha wurde kaum des Printen ansichtig, so sprang er aus dem Wagen und umarmte ihn zärtlich. Heute wurde er von dem König in den Tuillerien empfange". Auf der ganzen Reise wurden ihm kö'nigl. Ehren erwiesen und er erwiederte dieselben dnrch zahlreiche Spenden tönigl. Freigebigkeit. Als er sich Roane naherce, waren überall noch die Spuren der Verwüstung sichtbar, und er ließ unmittelbar eine Summe von 50,000 Fr. zum Besten der Ueberschwemmien den BehördMl zustellen. Für die Dauer seiner Abwesenheit hat er seinem Vetter Sidi'l Hamda und Saib - Tael die Zügel der Herrschaft anvertraut, ihnen aber ausdrücklich verboten, eine To-desstrafe vollziehen zn lass.»». Ehe er sich in ?a G»u!etteeinschiffte, hatte cr üb^r seine Truppen noch Musterung gchal- 905 ten, «nd cme Menge Barken hatten ihm mit allen Zeichen der Anhänglichkeit bis auf daS hohe Meer hinaus daS, Ge-leit gegeben. Die in Brüssel ansässige Infantin Isabella Fernanda de Bourbon, Tochter des Infamen Don Francisco di Paula, ist am 23. November in Paris angekommen, um ihrer Cousine, der Herzogin v. Moi'tpensier, einen Besuch abzustatten. Bei ihrer Ankunft im Hofe der Nordbahnstacion bestieg sie einen ihrer daselbst harrenden Hofwagen, und fuhr dann nach dem ttli'j.6« Unm-lim» - Pallaste. An dein nämlichen Tage wurde die Prinzessin von dem Könige und der Ko'liigin der Franzosen empfangen. Graf Apponyi, der 'österreichische Botschafter in Paris, ist von seiner Urlaubsreife dahin zurückgekehrt. Portugal. Da? Schiff »Mary« hat Nachrichten aus Lissabon bis zum l l. November überbracht. So weit gingen auch die lehten Packelbootbeiichic. Von Oporto erfährt man aber, das, die dortigen Aufständischen — nach den einen Angaben, ein amerikanisches Kriegsschiff, nach den anderen, wahrschein-Ilcheren, die englische Fregatte »Amerika" vom Taio^Geschwa-der, welche Genugthuung fur die einem englischen Unter« than dort zugestoßenen Mißhandlungen fordern sollte, aus den Batterien beschossen und encmastet haben, so das, das Schiff in einen benachbarten Hafen geschleppt werden musste, UM sich dort ausbessern zu lassen. Man hat (über London) Nachrichten ans Oporto vom 10. Noo. Es war'bis dahin nichts Entscheidendes zwischen den Insurgenten und den Truppen der Königin vorgefallen. Die »Times« vom 20. November gibt aus Falmouth vom vorhergehenden Tage folgende Nachrichten aus Portugal: „Falmonch, »9. November, halb »0 Uhr Morgens. Die Schmacke »Marys,« Capita» M'Lennen, welche den Tajo am ll. «m 3 Uhr Nachmittags verlassen hatte, ist in der verflossenen Nacht hier eingelaufen. Nach Capitän M'Lcn-Nen's Aussagen scheint es, das; sich Lissabon zur Zeit seiner Abfahrt in einen» Zustand großer Verwirrung und Aufregung befand und man allgemein befürchtete, daß der Sieg der Truppen der Königin sehr zweifelhaft seyn dürfte, ob-, wohl keine Nachricht von irgend einem entscheidenden Ge-f"hte zwischen Saldanha's Truppen „„d den Insurgenten angelangt war. Die englische Escadre war augenblicklich bc-l'eit, die Köinqiu und die königliche Familie aufzunehmen ">id zu schül)en, wenn der Fall eintreten sollte, und kcine bmtischen Macrosen oder Marinesoldaten waren ans Land gegangen. — Einei'amerikanischen Fregatte, die nach Opor-to abgegangen war, wurde nicht nur nicht gestartet, dort einzulaufen, sondern sogar von den Batterien auf sie gefeuert, wodurch sie ganzlich entmastet wurde und i» einen benachbarten Hafen bnasirt werden mußte. Ob auch Leute von der Mannschaft hiebei gccödtet ooer verwundet sind, hat Capiiän M'Lennea nicht erfahren. — Die Geschäfte stockten ?ä"z!>ch, als die »Marys" den Tajo verließ; sie hat keine Blicfc mitgebracht, auü dene» man nähere Details ersehen ^, l>.>mite,« Londoner Blatter bringen Nachrichten aus Lissabon o. 17. November, welche keineswegs erfreulich für die Sache der Königin lauten. General Schwalbach mußte die Bela' gerung von Evora aufheben und die Insurgenten im ruhigen Besitze jenes wichtigen Punctes lassen. Die Einwohner von St. Michael auf den Azoren hatten sich mit einem Theile der Besahung für die Insurrection erklärt. Aus Madrid wird dagegen vom 16. November gemeldet, zwei portugiesische Officicre seyen in Zamora angekommen, und hätte« die Nachricht mitgebracht, daß König Ferdinand in Coimdra eingerückt sey, und das Anras und Loule slch nach Oporto zurückgezogen hätten. BiS zum 17. November hatte zwischen den Truppen Saldanha's und zwischen jenen der Insurgenten kein Gefecht Statt gefunden und Alles hing seitdem von dem Er. folge der Unterhandlungen des Obersten Wylde ab, dessen Anträge in Oporio auch nicht entschieden abgelehnt worden waren. Großbritannien und Irland. London, 20. November. Die „Times- glanbl, daß der Zusammentritt des Pa> laments zur Erledigung 't>er" Geschäfte uicht länger, als eine Woche nach dem Tage, auf welchen es prorogirt worden ist, verschoben werden wird. Der 19. Jänner soll der für die Eröffnung deS Parlaments festgesetzte Tag seyn. Ihre Majestät, die Königin, wird bis zum I. Dec. in Obei house auf der Insel Wight verweilen, und dann von dort aus den Herzog von Norfolk in Arnndel Castle mit einem Besuche beehren. Nach diesem Besuche wird der Hof nach der Insel Wight zurückkehren und erst mit Beginn dcr Wmtersaisoil in Windsor-Schloß wieder eintreffen. Am 20. November legten in dem Gerichtshofe der Queensbcnch die Mitglieder des Cabinetts, nämlich Lord John Russell, als erster Lord des Schatzes; der Marquis von Lanödcwne, als Lord- Präsident des geheimen Naths; Graf Grey, secretar für die Colonien; Lord Palmerston, für das Auswärtige; Herr Charles Wood, Schatzkanzler, und Lord Auckland, erster Lord der Admiralität, den hergebrachten Unterthanen-Eid ab, daß sie in der Eigenschaft als Minister ihre Autorität niemals dazu gebrauchen würden, um die bestehende Landeskirche zu gefährden. In einein Schreiben aus Dublin vom 15, November heißt es: Die irischen Provinzblätter bringen heure nur wenig Mittheilungen; diese lauten jedoch befriedigend, indem daraus klar hervorgeht, daß die künstlich erregte Furcht vor einer angeblich drohenden förmlichen Hungersnoth allmälich aufzuhören beginnt. Zum Glück für unser Land stellt sich die Erfahrung mit jeden» Tage überzeugender heraus, wie we-nig wirkliche Ursache zu solchen düstern Prophezeihungen vorhanden war. Korn und Lebensmittel aller Art sind jetzt in großer Fülle zu haben, und am Ende werden die Spe-culanten und Auf'peicherer selbst am meisten dadurch Eiü-büße erleiden, daß sie slch alle Mühe g.iben, die Markt--vclse aller Leben)!ttit.tel auf en,.e lmnatürliche Höhe zu rrodeii. W6 Mit dem Civil - Ingenieur Bremner ist jetzt ein Contract wegen Flottmachung des »Great Britain« abgeschlossen worden. Dei selbe soll schon gegen 200 Schiffe wieder vom Grunde abgebracht haben. In Portsmouth ist. am 2l. November, ganz beladen „ni Mehl u»d anderen öebensmitieln, das Londoner Packet-boot »Victoria« ans New > Bork angekommen. Die Fracht, die es mit dieser Ladung allein gewinnt, beträgt an 2200 Pfd. St. Die Fahrr ging wegen der schweren Ladung langsam. — Der »Liverpool Standard« meldet, daß die von der »Caledonia« aus Nord-Amerika überbrachten Bestellungen brittischer Fabricate ungewöhnlich bedeutend seyen, und daß, wenn einmal der neue amerikanische Tariff in Wirksamkeit gctrecen seyn werde, alle Aussicht auf einen sehr ausgedehnten Handel mir den vereinigten Staaten vorhanden sey. Im Innern der Union habe die starke Nachfrage nach Korn, Mehl und anderen Lebensmitteln großen Wohlstand verbreitet, und mit Grund dürfe man daher eine starke Vermehrung der Geschäfte mit England auch in Bezug auf die britischen Ausfuhr-Artikel erwarten. — In Irland, wo derzeit 150.268 Arme auf 'öffentliche Kosten beschäftigt sind, ist nun der Stand der Lebensmittelmärkte fortwährend günstig für den Verbraucher. Die beständigen Zufuhren von Korn und anderen Lebensmitteln aus fremden Häfen bringen die Preise täglich mehr auf ihren gewöhnlichen Satz, und alles läßt für den Winter eine wenigstens verhälmißmäßige Wohlfeilem bei hinlänglichen Vorräthen erwarten. Nußland und Polen, Warschau, l9. Nov. Gestern sind der Fürst Statt, Halter und seine Gemahlin auf der Eisenbahn von Czenstochau wieder hier eingetroffen, und heute wird die neu eröffnete Strecke dieser Bahn dem allgemeinen Verkehr übergeben. Der Adminiilrations - Rath hat bekannt gemacht, dasi der bisherige Einfuhr-Zoll vom Kaffeh, der bis jetzt l5 Silber-Rubel für den Centner betrug, von Anfang nächsten Jahres auf denselben Fust, wie im Kaiserreich, nämlich auf 9 Silber-Nubel 25 Kopeken für den Centner, herabgesetzt werden, dabei aber die Zlisatz-Abgabe und die Wege- und Schiff-Fahrt-Abgaben, wie bisher, in Kraft bleiben sollen. Ii, der Umgegend von Warschau, einige Meilen von hier, hatte man gestern schon 8 Grad Kälte, die jedoch nur eine Stunde anhielt. QsmanischoS Neich. Das »^aul-lllll cl« 0lu" meidet ans der türtischen,Hauptstadt unterm 16. Nooomber: Durch einen kaiserl. Ferman vom l2. d. ist Ferik Izzei Pascha an die Stelle des verstorbenen Emin Pascha zum Präsidenten des Kriegs-Conseils, und der Befehlshaber der Caserne von Kuleli, Osman Pascha, zum Mitgliede des Kriegs-Conseils mit dem Grade eines Ferik ernannt worden. Der zum Botschafter am kaiserl. österreichischen Hofe ernannte Chetib Effendi wiid die Reise ,mch seinem Posten eist nach den am 2. December zn Ende gehenden Bairamsesten antreten, und zwar den Weg über Tiiest einschlagen. In seiner Begleitung wird sich mich sein Sohn, Arif-Bey, m,d eines der Mitglieder des Uebersetzungs-Bureau der Pforte befinden. Eine von Seite der Pforte an die fremden Missionen erlassene Circularnote zeigt an, das! die Einsuhr und der Verkauf von Pnlver und sonstigem Kriegsbedarf von Seit..' der europaischen Schiffe auf den Besitzungen der Pforte »on nun an untersagt sino. Vor etwa zwei Monaten hatte die ottomanische Regierung beschlossen, einige der ausgezeichnetsten Zöglinae der militärischen und der Genieschule zu wählen, und sie zur Vervollständigung ihrer Studien nach Oesterreich zu senden. Diese jungen Leute, sieben an der Zahl, sind in Wien angekommen. Die Leitung ihrer Erziehung ist dem verdienstvollen österr. Stabs-Ossiciere, Hrn. Hiuslab, anvertranl. Alle jungen Muselmänner, welche in frübcil'n Zeilen »ach Oesterreich gesendet wurden, waren der Psieqe des Herrn Hauslab anvertraut worden, der auch ihre Studien mit großem Eifer und Umsicht überwacht und geleitet hatte. Nachrichten aus Alexandrien vom 9. November melden : »Gestern -Drüh langte das Dampfboot des östcrr. Lloyd »Principe Mettcrnich,« von Syra kommen^, hier an, die kömgl. bairische Flagge am Hauptmaste, da sich seine kaisc'.l. Hoheit, der Prinz Luicpolo, an Bord befand. Sogleich verfügte sich der kaiserl. österreichische General - Ccmsul an dess.'N Bord, auch der Admiral Said Pascha sandte sogleich zw.'i Ober-Officiere, um den Prinzen zu bewillkommnen und Ihm in Auftrag des Vice-Königs seinen eigenen Pallast anzubie^ ten, was der Prinz dankend ablehnte. Se. königl. Hoheit fuhr i>, der Barke des Vice Königs anS Land. Bei seiner Abfahrt von, Dampfschiffe wm'de er von, ägyptischen Admiralschiffe mit 2l Kanonenschüssen begrüßt, und als er das Land betrat, wiederhol« ten die Batterien die gleiche Ehrenbezeigung. Am Ufer war , die Kntsche des Vice - Königs bereit, in welcher sich Se. tönigl. Hoheit mit Ihrem Gefolge nach drm Hotel d'Oncnr begab, vor welchen, eine Ehrenwache aufgestellt war. Der Prinz verbat sich jedoch alle Ehivnbe^ianngen und entließ die Truppen. Nachmittags erhielt er den Besuch von Said Pascha, Sohn deS Statthalters von Aeayptei,. Gleich nach dem Eintreffen eines von Cairo erw..rteteli Dampfbootes wird der hohe Reisende nach der ägyptischen! Hauptstadt abgehen. — Mir dem von Constantinopel ange» langten ägyptische» Dampfboot ist Hr. Odillon-Barrot hier eingetroffen. Verleger: Ignaz Alois Gdler v. Klei nmayr. M^^ Wegen des am nächsten Dinstag eintretenden Feiertages werden die Dinstagsblätter Montag am 7. d. ausgegeben werden- AiHanq zur IailmHevSeitulm. 3, ^980. (2) U^Z^ Wichtige industrielle Anzeige. ^ünftiqcn Sonntag den 6 December, Vormittags um »o Uhr, wird in der Zeickenschllle drs Industrie-Vereins (Salenoerqaffe Nr. >c)5) Hr Ernst Heiny, Maler aus Paris, in einer zweistündigen Lection den Unterricht ertheilen, auf eine sehr leichte meck anljche Art und Weise versanedene Holz-und Marmorarten durch Farben anstrich nachzuahmen Da diese Methode für gar verschiedene Zwecke anwendbar und besonders für Tischler wichtig ist. wird auf Kosten des Industrie- Vereins am obbeiagtm Tage Hr. Ernst Heintz den Schülern der Industrial- Zeichnungsschule den betreffenden Unterricht ertheilen, wozu auch die Herren Vcreinsmitglieder, die der Gegenstand interessirt, zu erscheinen eingeladen werden. — Die Wohnung des Herrn Hei n tz ist im Gasthause zur Sternwarte, im Virant'schen Hause in Laibach Von der inneröst. Industrie-Vereins Delegation in kaibach den 29 November 1846. <5ouro vom l. December 1846 Mllt,lvr,ie. VtaatLschuIdverschrtib. zu 5 i>Ct. Nn CM) 1089^16 detto delto _ 4 « <>>, EM.) 99 >3)l6 Wiener Stadt > B^nco'Obliaalil?!,. zu «»^2 z»O.. 65 ^ctiei, der österr. D^naU'Oampfschifffahrt ,N, 5o^ fl. (5. M......66c»ss. in E. Vt. ^rrmven » Änjeige der hier Angekomn, enen und Abgereisten. Den I0. November 1846. Hr. Sllschkoff, rufs. Collegien » Secretär, von Wie» nach Florenz. — Fr. Helena Peer, k. k. Kreis-secreräiSgattinn, von Marburg »ach Padua. Den ». December. Fr. Adele 0. Küster, k. luss. Hofraths - u. General» Conslllsgemahllnn, — u. Hr. Carl Hampe, Concepts - Pract. der aUg. Hofkammer, beide von Triest nach Wlen. — Fr. Ca» milla 0. Kreil, Regierungsrathsgemahlinn, von Trieft nach Li"j. — Hr. Heinr. Lichtner, S.'clerar, — u. Hr. Joh. Lah.l. Iligenicur, beide von Wien nach Trieft, Den 2. Hr. Ios. Mayerle, k. k. Hanptin. des Inft. Rgmts. Erjh. Friedrich, von Tscherncmbl nach Trieft. Den 3. Hr. Ant. Wiesner, t. k. Oberbergrath. von Idrla. — Hr. Georg Graf v. Münfter, Eibma:^ schall oon Hanover, — u. Fr, Wllh. Gräfinn zuMün» ster, gl'b. Reichsgrafmn zu Schaumburg - Llppe, mit 3 Tocher», beide von Wie» nach Trieft. — Hr. Fortu. >>al Seguler, Handelsm., »o» Gratz nach Triest. — Hr. Stanisl. Graf Vlacas, von Venedig nach Wien. Vesjeichniß ver hier Verstorbenen. Den 27. November 1846. Thomas P'-eßel, Inwohnl-issohn, alt 25 Jahre, im Clvilspltal Nr. l, am Zehisieber. Den 28. Maiiana Verheu,;, T«g!ohnerswitwe, alt 65 Jahre, in der Tirnau - Vorftadr Nr. 45, am (3. Laib. Zeit. Nr. 146 v. 5. Dec. I846.) ?eh:flly, Taglöhner, alt 5^ Jahr,, in der Gladischa . Vorstadt Nr. l0, an der kungensuchr. — Hr. Joseph Raum-cher, k. k. Kreisamts - Registrant, alt 37 Jahre, in der sradt Nr, 95, all, Zehrfieber sin Folge der Lungen-Tuberculose und Entartung der Leber). Den 29. Dem Iaceb Roschitsch, Halbhübler, sein Kind I»seph , alt 3 Jahre, am Moorgrunde Nr. 3, an Fraisen. — Maria Bolzhar, Inwohnerscoch-ter, alt 2l Jahre im Civllspital Nr. l, an der Abzehrung. — Ursusa Kramer, Taglöhnerswelb, alt 29 Iah» re, im Clvilspital Nr. l, am TypbuS. Den 30. Maria Detela, Inwohnermn, alt 72 Jahre, ,n der Polana.Vorstadt Nr. 20, an derEnr-kiäfluug. — Fr. Magdalena Zurhaleg, Einnehmers-witwe, alt I^i Jahre, in der Stadt Nr. 226, an Altersschwäche. Den 2 December. Dem Adolph Wersich, k. k. Kreisamtsbotei,, s. K. Adolph, alt 3 Monate und 8 Tag,, ul der Gradlscha .-Vorstadt Nr. l7, an Fra^ sen. — Matthaus Kost, Knecht, alt 18 Jahre, im Clvilspiral Nr. l, am Typhus. — Fräulein Mariana König, Realitätenbesiyerinn, all 45 Jahre, in der Stadt Nr. 210, am Schlagfluß. — Dem Herrn Ioh, Mitsch, Schneidermeister, seine Frau Amalla, alt 29 Jahre, in der Stadt Nr. 139, an der Gehirnlähmung. Den 3. Dem Herrn Joseph Koß, k. k. Kreiswundarzt , sein Klnd Theodor, alt l Jahr und 3 Monate, ln der Polana- Vorstadt Nr. 74, an der hitzigen Gehlinhö'hlen - Wassersucht. Anmerkung: Im Monate November 1646 sind 5l Personen gestorben. 9(18 ho ^ .^^ ^___ <^> ^. ^ j Po st. Nr. ^ _______________^ , ___......_____________________._,_______________.^___________ 3^3«^ ____________<^ c^,_____________^-. -^ v ^.________« ^ ^ ^'post.-9 » 2. ^» - 3 - G ß^Z Lö - - Z ^ Z ; ' " Z » « . -« «.3«--— . . '.^VI. '». » 3 ' 7 3 3 " ^ '. .' . . K . - Z " _^ ° <- . . . -3 ' ' " ! ^» ^>^. — — «S3: ^______^__________^_______^__^^__^___________—.^.___________ __. ^ l ^ ___________ ^ »_____________ ' ' _____________ »_____^> ^______________________ > 817 Vermischte Verlautbarungen. Z. 2MU. (I) ^ ^ . Medicinalrath, vr. Schmalz, aus Dresden, wiro in den nächsten Tagen in kalback ankommen, uno sich » dls 5 Taqe aufhalten, um Gehör- und Sprach - Kranken Rath zu ertheilen. Wohnung im Hütel zur Stadt Wien.____________ Z7^98q. (1) Ausverkauf. Da ich nun ein schön assortlr-tes Lager von verfertigten Kleidungsstücken, sowohl für den Winter als Sommcr, besitze, für eckte schöne Ware bürge und unter dem cige^ nen Preis vfferire, so dllte um einen geneigten Zuspruch. Joseph Schelko, am Schulplayc ')ir. '^95. Z. .967. (,') Im hiesigen Coliseum liegt eine Parthle steyerischer Weine, dicßjäh-riger Fechsung,vonvorzügllchec Güte aus dem Nlttersberqcr Gebirge, in Halbstartln- Gebinden zum Verkaufe bereit, »vorüber bei dem Handelsmanne Ioh. Georq Skrlbe, am Hauptplatze Nr. 339 nähere Auskunft ertheilt wird. Laibach am 3. December 1846. Nraimsche Trachten VilVer Vom zweiten Semester des sechsten und letzten Jahrganges der vom Gefertigten Herausgebenen und redigirten Zeitschrift Oa, nwl»«» ä« »«no i8^/„ sind. noch mehrere complete Exemplare der so beifallin aufgenommenen illuminirten krainischen Trachtenbilder in Groß-quart vorrätbia und,n oer Edl. v. Klel n-mayr'schcn Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung zu haben Sechs Trach-tenbildcr, den complete« halben Jahrgang (ä. Inlell.'Bl. Nr. l46 v. 5. Nov. l3^6.) bildend, kosten zusammengenommen nur , fi. Zo kr., cmzelne Bilder aber werden ü 20 kr. das Stück verkauft Liebhaber krainischer Volkstrachten, die eine paffende Zimmerzieroe wünjchen, »vollen sich beeilen, die dießfälligen Bestellungen zu machen, indem man bei dem nicht großen Vorrathe dieser Bilder bei einer Verspätung den Wünschen der Abnehmer nicht würoe gehörig zu entsprechen im Stande seyn. .. ^^ Laibach im December ,846. P s?^ Leopold Kordesch. Feinstes Mailättder-Mandalat istzu habenin derHandlung des Ios.Cilli am Hauptplatze in Laibach. Z. 1!N4. (2) Ein kleines Haus wird zu kaufen gesucht. Näheres hterü-ber bei dem k. k. Lotto - Col-lectanten JFranz Summn. Z. »956- (2) zz^H An Iasser und Iagdfreunde 33et JOHANN GIONTINI traf heute ein: Das Schießpulver N^ Schieß- Baumwolle, in ihrer Geschichte, Eigenschaften, Anwendung und Warnung bei ihrcr Verritung und Gebrauch, nach eigenen und fremden Versuchen und den bereits vorhandenen Mittheilungen aufgesetzt, und allen Jägern und I a g d f r e u n-- den geweiht von 1847. Ludewist in (Hratz Broschirt: 2ft kr. Conv. Münze.' 2 8l8 ^n der Buck-. Kunst- und Musikalienhandlung des Jgnaz Alois Edlen v. Klemmayr in Laibach, am Conareßblak, sind folgende KALENDER erschienen : Schreili-lialeiider für alle NeligionV - Ofesellschaften, 1l^ auf das Gemcinjabr «8N. Verfaßt und auf die Polhöhe der Stadt Laiback berechnet von Friedrich Anton Frank, iubil. l. k. Glimnasi'al . Profl^r, wirll. Mitgliede drr t. t. Landwinhlch^ft-Giscllschaft in Klain, 3S. dsaHrffanff. Laibacher Taschenkalender für das Jahr 18^7. In 1..'. Preis 18 kr. Laibacher'Säckkalendcr für das Jahr 18^7, in 32gr., gebunden »o kr. 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