Nr. 140. Mittwoch, 23. Juni 1897. IahMNg 116. OMcher Zeitung. PrKnumerallonsPleis: Mit Post versend u na : ganzjährig fl. 15, halbjührig fl. 7 50. Im llomptolr: ganzjährig fl. 11, halbjichrig fl, « 5<». Für die Zustellung Hebung von dem Posten des Vorstandes der zweiten Abtheilung der Marine-Section; den Corvetten-Capitän Stanislaus Olafen Sol' tyl zum Vorstande der zweiten Abtheilung der Marina Section des Reichs-Kriegsministeriums; die Uebernahme des mit Wattegrbür beurlaubten Generalstabsarztes Dr. Hugo Po lack auf fein Ansuchen in den Ruhestand anzuordnen und demselben bei diesem Anlasse den Orden der eisernen Krone dritter Classe taxfrei zu verleihen. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 17. Juni d. I. den S^ctionsralh im Handelsministerium Dr. Karl Venesch zum Central-Poftinspector daselbst unter gleichzeitiger taxfreier Verleihung des Titels und Charakters eines Ministerialrathrs allergnädigst zu ernennen geruht. Glanz m. p. S?. l. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 17. Juni d. I. dem Sectionsrathe im Handelsministerium Dr. Friedrich Szabö den Titel und Charakter eines Ministerial-rathes und dem Ministerial-Secretär in diesem Ministerium Dr. Arthur Breycha den Titel und Charakter eines Sectionsrathes, beiden mit Nachsicht der Taxe, allergnädigft zu verleihen geruht. __________ Glanz m. p Der Finanzminister hat die Finanz-Obercommissäre Josef Tomazic und Josef Aborederis zu Finanz. Secretären für den Bereich der Finanz-Direction in Trieft ernannt. Der Handelsminister hat den PostVerwalter Moriz Ritter von Scherer in Pontafel zum Ober-Post-controlor in Villach ernannt. Nichtamtllcher^Thei^ Das Inbiliium der Königin Victoria. Die Wiener Blätter widmen der Königin Victoria von England anlüsslich ihres Regierungsjubiläums Artikel, in welchen die Persönlichkeit und die Verdienste der englischen Monarch!» in überaus anerkennender Weise gewürdigt werden. Das «Fremdenblatt» schließt seine Betrachtung mit folgenden Worten: Das 19. Jahrhundert englifcher Geschichte hebt mit 1832, mit der Reformbill an, und bis auf fünf Jahre ist diese ganze Entwicklung seither mit der Königin Victoria verbunden, eine überaus reiche, vielgestaltige Entwicklung! Ungeheurer Macht-und Länderzuwachs, eine gewaltige Steigerung der Einnahmen und Ausgaben, des Staats- und privaten Reichthums; eine einschneidende Reform der Verwaltung, eine mächtige Förderung der bürgerlichen Frei« heilen, eine weithin wirkende Wandlung der religiösen und socialpolitifchen Anschauungen; auf all diefes mag heute die Königin zurückblicken. Die «Neue Freie Presse» veröffentlicht einen Artikel dss englischen Parlamentsmitgliedes Sir Charles W. Dille, in welchem Kaiser Franz Josef und Königin Victoria als die beiden vornehmsten persönlichen Bürg« schaften für den Frieden Europas gefeiert werden. Die Friedensfreunde der ganzen Welt — heißt es in dem erwähnten Artikel — wenden sich naturgemäß von Zeit zu Zeit ebensowohl an die Königin von England wie an den Kaiser von Oesterreich, um die private und persönliche Intervention dieser durch ihre Erfahrung und ihre verwandtschaftlichen Beziehungen so gewichtigen Persönlichkeiten zugunsten des Friedens aus-zunühen. Die Königin von England ist die «Grand' Mama» von Kaisern und Königen. Der Kaiser von Oesterreich ist der Nestor unter den Souveränen. Man kann den Vortheil, welchen die Sache des Friedens aus ihren eigenhändigen Briefen zog, nicht hoch genug schätzen, so oft es Krifenanlässe gab. Die «Reichswehr» schreibt: Der Zeitraum von sechzig Jahren moderner europäischer Entwickelung umfasst ein so gewaltiges geschichtliches und politisches Material, dass es zur Ehrfurcht stimmt, daran zu denken, dass eine Frau diesen Zeitraum mit allen seinen Umwälzungen der Machtverhältnisse auf dem Throne durchlebt hat. Wer wollte auch fönst der greisen Monarchin die ehrerbietige Huldigung versagen, ihr, die sich in erster Linie durch die Werke des Wohl« thuns, der edelsten christlichen Liebe, der Güte in ihrer königlichen Familie und bei den Unterthanen bethätigt hat, deren ehrwürdige Person durch die weitverzweigten Familienbeziehungen und die Macht, welche die Monarchin auf dem europäifchen Feftlande ausübt, so vielfach zur Milderung der internationalen Gegensätze beigetragen hat? Das «Neue Wiener Tagblatt» erklärt, Königin Victoria habe während .ihrer langen Regierung ein« für allemal den Beweis erbracht, dass die Theilnahme des ganzen Volkes an Gesetzgebung und Verwaltung die beste Bürgschaft ist gegen Umsturz und Zerstörung, dass das monarchische Princip nicht den geringsten Schaden leidet im demokratischen Staate. Königin Victoria hat sich der natürlichen Neigung des Jahr-Hundertes, dem Anwachsen der Demokratie, nicht wider» setzt. England ist jetzt das freieste Land der Welt. London ist die Zuflucht der politischen Flüchtlinge aller Länder geworden; und eben dieses England weiß sich nicht genug zu thun an Kundgebungen der Liebe für die Königin und ihr Haus. Feuilleton. Vom Iohannisbaum. (gum 24. Juni.) Durch unsere Feste, selbst im Christbaum zu Weihnachten, wie zur Fastnacht und im alten Feste der Sonnenwende zieht sich der Brauch der Iohannis-feier und der leuchtenden Iohannisbäume. Zwölf Feuer ehrten den Sonnengott und die zwölf Monatsgötter im grauen Alterthum. Sie könnten müglichetweise aber auch die Freia und die «zwöll großen Äsen» versinnbildlichen. In den schottifchen Hochlanden wird am Christabend ein Torfhaufen angezündet, in welchen man einen dürren Baumstumpf, die «alt» Frau» genannt, gestellt hat, das Symbol des Winters. Anderwärts wird «der Winter verbrannt», wenn er aufhört, so bei Bautzen am Sonntage Oculi. Zu Viittfasten zog noch vor nicht zu langer Zeit alt und jung mit Fackeln von Göttitz aus auf den «Todten-ftein», eine Anhöhe in der Nähe; dort wurden die Fackeln angezündet. Dafelbst befindet sich ein Stein, der vor Zeiten ein Götzenbild getragen haben soll. Noch sind die Löcher wahrzunehmen, in welche man ehemals reihenweise die brennenden Fackeln steckte. Am 17. September, dem Lambertusabend, wurde w Münster ein Reihentain um einen erleuchteten Laubkranz ausgeführt. Früher war dieses Fest be« deutender. Die Processionen der dortigen vier Mönchsorden erhob das Ganze zu einer kirchlichen Feier und statt der Krone war es eine große, hell erleuchtete Pyramide, um welche das Volk tanzte. Der 17. September vertritt die Zeit der Tag- und Nachtgleiche. Auch war es eine Pyramide, welche zu Schweina am Harze eine Rolle spielte. Geführt von ihren Lehrern, zog die Jugend auf den Tungelsberg, nach der auf dessen Spitze aus Feldsteinen errichteten Pyramide, wo Fackeln angezündet und Weihnachtslieder aus dem Gesangbuche gesungen wurden. Brennende Bäume — also die Bedeutung des mit Kerzen erleuchteten Weihnachtsbaumes — finden wir dagegen hie und da, aber nur zu Iohanni. Au manchen Orten holen Burschen, an anderen Mädchen schon zuvor einen Baum aus dem Walde, der dann besonders hergerichtet und in der Iohannisnacht angezündet wird. So gab es noch zu Anfang unseres Iahrhundertes ein ähnliches Volksfest am 1. Juli, dem St. Theobaldstage, zu Thaun im Elsass, wo unter allgemeiner Theilnahme drei Tannenbäume vor der Kirche aufgerichtet und verbrannt wurden. Ein wirklich brennender Baum, der um die Wintersonnenwende bei Gelegenheit eiues Volksfestes augezündet wird, findet sich in Westmoreland. Die Feier fand am Epiphaniasabend (6. Jänner) statt. Mll diesem Feste war übrigens in diesem ganz besonders früh christianisierten Lande der Weihnachtstag selbst gemeint, welcher in den ersten christlichen Jahrhunderten auf den Epiphaniastag fiel, bis er auf die Kirchen-Versammlung von Alexandria zurückoerlegt wurde. Weil erst nach den «Zwölfnächten» die gunahme des Tageslichtes wirklich bemerkbar wird, fand man diefen Tag als Lichtfest geeignet und nannte ihn auch «Großneujahr». Spät abends sammelt sich in Westmoreland ein feierlicher Zug auf der Straße, an dessen Spitze sich ein Musikchor setzt. Voran schreitet ein ausfallend großer, kräftiger Mann, der einen mächtigen Baum trägt, dessen Zweige mit brennenden Lichtern besetzt sind. Die übrigen Personen tragen meist ebenfalls, aber kleinere Lichtbäume und Fackellichter. Der Hauptbaum wird auf dem Marktplatze aufgepflanzt. Sobald die Lichter heruntergebrannt sind, wird alles Brennbare zu einem Scheiterhaufen zusammengeworfen. In den ehemals von Wenden bewohnten Gegenden im Norden von Salzwedel kannte man ferner «einen Kronenbaum». Von Frauen und Mädchen wurde am Abend vor dem Johannistag im Walde eine hübfche Birke gefällt, dann aller ihrer Aeste beraubt bis auf die Krone an der Spitze. Am Johannistage selbst wurde dann der vorjährige Kronenbaum gefällt und der neue, mit Kränzen, Bändern und dergleichen geschmückte, aufgerichtet. Der alle dagegen wurde zum Iohannisfeuer bestimmt. Auch der «Kronenbaum» sowie der Feuerbaum zu Thann waren demnach Iohannisbäume, nicht Weih« nachtsbäume. Das Mitsommerfest der Slaven wurde wahrscheinlich acht Tage vor Iohanni gefeiert, am St. Veilstage. Zwato nil heißt auf deutfch «heiliges Licht», und 3wkllt.0>vit war der Lichtgott, der oberste Gott der Slaven, der aus Arcona (Insel Rügen) seinen Laibacher Zeitung Nr. 140. 1266 23. Juni 1897. Aehnlich äußert sich das «Wiener Tagblatt», indem es schreibt: Für die Aufrechterhaltung des monarchischen Principes in England hat die Königin Victoria unendlich mehr gethan, als die meisten der Könige, die ihre Vorgänger waren. Ihre Regierung ist so beschaffen, dass die Bürger des englischen Freistaates die vollste Nützlichkeit eines Königs einschen mussten, und dass nicht das Königthum, sondern die Republik ihnen als Luxus erscheine. Das «Vaterland > verweist darauf, dass Königin Victoria auch auf dem Throne stets die echte Frau geblieben. Wenn sie die Reihe ihrer langen Regierungszeit theilt mit ihren Staatsmännern aus den verschiedenen Parteilagern, mit dem rastlosen Unternehmungsgeiste der Bürger, so ist der Ruhm, den ihr die Liebe eingetragen, ihr ganz zu eigen: die Liebe zu ihrer Familie, die Liebe zu ihrem Volke, die Liebe zu den Aeimsten, für welche sie immer besorgt war, die allgemeine Menschenliebe. Das «Neue Wiener Journal» rühmt die ungemeine Volksthümlichleit, deren sich die Königin Victoria erfreut. Dieselbe werde sich in diesen Tagen tausendfältig, fast überschwenglich bekunden; denn zu der Ehrfurcht, die eine so lange Dauer der Herrschaft, eine Erfahrung sich gewinnt, wie sie sich in so vielen Jahren nothwendig sammelt, komme hier noch die Ritterlichkeit des Anglogermanen gegen die Frau. Die «Oesterreichische Vulkszeitung» feiert die Königin Victoria als eine historische Persönlichkeit vornehmsten Ranges, als die edelste Verkörperung einer Epoche, innerhalb welcher England, umbrandet von erschütternden Umwälzungen auf dem Festlande, durchwühlt von geistigen und culturellen Revolutionen aller Art, die stichhältigste Probe auf die Bestauofähigleit seiner Verwaltungslunft im Innern und Aeußern geben konnte. __________ Bericht der Gewerbe-Inspection. xx. VI. Gewerbliche Ausbildung der jugendliche« Hilss« arbeiter. Lehrlingswesen. Wie bereits an anderer Stelle bemerkt, führt die Wahrnehmung zahlreicher Erscheinungen zu der Erkenntnis, dass bei vielen Gewerbe «Inhabern — die Inhaber fabriksmäßiger Unternehmungen älteren Ursprunges überhaupt und zumeist auch jene größerer Betriebe nicht fabriksmäßigen Charakters bleiben hiebei insgesammt ausgenommen — die Aufnahme von Lehrlingen vorwiegend dem eigennützigen Bestreben entsprungen sein mag, sich auf diese Weise billige Arbeits» kräfte zu verschaffen. Sind diese aber einmal ent« sprechend herangebildet, so verdrängen dieselben successive die erwachsenen Arbeiter, welchen zur Beschaffung der Mittel für ihren Lebensbedarf oft genug kein anderer Ausweg offen bleibt, als sich anderswo als Taglöhner zu verdingen. Thatsache ist es, dass Arbeiter mit Dienstzeiten von länger als höchstens fünf Jahren nur noch in d?n vorhin ausgenommenen Betriebsgruppen angetroffen werden. Neben dieser, gewiss schon an und für sich nicht genug zu beklagenden Folge ergibt sich aber als eine weitere Consequenz eben jener Geschäftspraxis eine directe Schädigung des jugendlichen Arbeiters insbesondere nach der Richtung hin, dass dieser von seinem Ziele, Gehilfe zu werden, so lange als irgend möglich ferngehalten wird, indem man ihn unter allerlei, zu« meist nur überaus schwer nachweisbaren Vorwänden der Möglichkeit beraubt, die vorgeschriebene Prüfung abzulegen. So wurde ein Bäckerlehrling nach Ablauf der vertragsmäßigen Lehrzeit aus dem Grunde nicht zur Prüfung angemeldet, weil der Lehrherr die sür ihn gezahlten Krantenversicherungsbeiträge vorher zurück« erhalten wollte; ein anderer deshalb, weil zwei Kunden, welchen er, selbstredend über Auftrag des Meisters, täglich das Brot abgeliefert hatte, den hiefür in drei Monaten aufgewachsenen Betrag fchuldig geblieben waren; ein Schlosserlehrling deshalb, weil dessen Eltern die vereinbarten Kosten für die Verpflegung in den letzten zwei Monaten noch nicht beglichen hatten; ein Schuhmacherlehrling hätte aber im gleichen Falle durch unentgeltliches «Nachdienen» in der Dauer von sechs Monaten die wegen Todesfalles nicht einonnglichen Verpflegungskosten im angeblichen Betrage von 24 fl. «abarbeiten» sollen; einem anderen Lehllmge derselben Branche wurde gar zugemuthet, dass er vorher ein Paar nach dem von ihm abgenommenen Maße angefertigte Stiefel zu bezahlen habe, weil diese von dem Auftraggeber, als ihm nicht passend, zurückgewiesen worden waren. Welcher Beweggrund für die in vier Fällen in gleich ungerechtfertigter Weise erfolgte Entlassung von Lehrlingen, und zwar unmittelbar vor ihrer Freisprechung maßgebend war, konnte nicht sichergestellt werden. In drei anderen Betrieben wurden binnen kurzer Zeiträume zusammen nicht weniger uls acht Lehrlinge vorzeitig entlassen; obzwar sich die Lehrherren die Verpflegungslosten für die ganze Lehrzeit in vorhinein bezahlen ließen, wollten sie von einer Rückerstattung des erübrigenden Betrages jedoch nichts wissen. Politische Uebersicht. Laib ach, 22. Juni. Nnlässlich der Berichte über den Straf-process gegen die ehemaligen östelreichischen Officiere Bart mann und Waniczek, welche erst kürzlich vor dem Wiener Schwurgerichte wegen Spionage zu schweren Keilerstrafen verurtheilt wurden, wird das «Fremdenblatt» von vollständig informierter Seite auf den Umstand aufmerksam gemacht, dass die meisten in diesen Berichten erwähnten Thatsachen, wie beispiels« weise auch die Erwirkung eines ausländischen Ordens für einen der Angeklagten, so weit sie mit dem Militär-bevollmächtigten einer fremden Macht in Zusammen-hang gebracht wurden, sich nicht auf den gegenwärtigen Titular des betreffenden Postens beziehen. Die von der Prager Handelskammer angestrebte Creierung neuer Consulate für Prag hat bereits den Erfolg, dass die französische Regierung Herrn Meroux de Valois, früher General»Consul in Messina, zum Consul für Böhmen in Prag ernannte. Seitens der österreichischen Regierung wurde das Exequatur bereits zugesagt. Für den 11. Juli l. I. ist ein Parteitag der deutschen Volkspartei in den Alpenländern nach Klagenfurt einberufen. Das ungarifche Abgeordnetenhaus setzte gestern die Berathung über daS Einführungs-gesetz zur Strafprocess-Novelle fort. Vor Uebergang zur Tagesordnung bat Abg. August Pulszty das Haus um Verzeihung für den in der Samstagsitzung von ihm gebrauchten unparlamentarischen Ausdruck, mit welchem er die Berathung gestört habe. Der Vorsitzende, Vicepräsident Berzeviczy, bemerkte, er habe Samstag den Zwischenrufer nicht gesehen, sonst würde er ihm gegenüber die Hausordnung zur Anwendung gebracht haben. Abg. Sima bat das Haus gleichfalls für die von ihm auf den Zwischenruf Pulszlys abgegebene Antwort um Verzeihung. Die «Nordd. Allg. Ztg.. schreibt: An die Thatsache der Berufung des Finanzministers v. Miquel von Wiesbaden nach Berlin sowie an das Gerücht, dass Staatssecretär v. Bottich er vom Reichsamte des Innern zurückzutreten beabsichtige, werden in der Presse die mannigfaltigsten Vermuthungen geknüpft, welche den Ereignissen weit vorgreifen. Eine Würdigung von einzelnen Mittheilungen halten wir zur Zeit für unnöthig, solange der thatsächliche Boden dafür fehlt. Aber eines möchten wir schon jetzt zurückweisen, dass Reichskanzler Fürst Hohenlohe beabsichtige, sich auf die auswärtigen Angelegenheiten zurückzuziehen und die ausschließliche Leitung der inneren Politik anderen Händen zu überlassen. So lange Fürst Hohenlohe Reichskanzler und Ministerpräsident bleibt, kann er sich der Leitung der inneren Angelegenheit Preußens und des Reiches nicht entziehen. Eine selbständige Vertretung für die gesammle innere Politik Deutschlands und Preußens, unabhängig vom Reichskanzler und Ministerpräsidenten, ist nach der Verfassung unzulässig. In der italienischen Kammer wurde am 21. d. die Debatte über das Budget des Ministeriums des Innern fortgesetzt. Dep. Sidney-Sonino sprach gegen das Cabinet und erklärte schließlich, dafs er jedes Vertrauensvotum für die Regierung ablehnen werde. Im englischen Unterhause beantragte gestern Balfour, das Haus wolle der Königin eine Glllckwuuschadresse übermitteln. Harcourt unterstützte den Antrag. Die Irländer protestierten dagegen, weil Irland während der Regierung der Königin an Hungersnoth, Entvölkerung, Armut und fortwährender Suspension seiner constitutionellen Freiheiten gelitten habe. Daher sei das irische Volk unzufrieden und außerstande, sich der Feier anzuschließen. Ein Unterantrag Redmonds wurde abgelehnt und hierauf die Adresse mit 459 gegen 44 Stimmen angenommen. Schließlich gelangle der Antrag Balfours, dass die Adresse durch das gesammte Haus der Königin über-reicht werden solle, mit 411 gegen 41 Stimmen der irischen Nationalisten zur Annahme. Nach einer aus London zugehenden Meldung werden in dem Friedensvertrage zwischen der Türkei und Griechenland nur die Frage der Kriegsentschädigung sowie die der Räumung Thessalien« seitens der türkischen Truppen ihre definitive und detaillierte Erledigung finden, während die Punkte, betreffend die Capitulatiouen und die Grenzregulierung nur in principieller Beziehung festgestellt werden sollen. Die Pforte habe die Bedenken, die sie anfänglich gegen ein solches Verfahren erhoben, fallen lassen und der von allen Mächten vertretenen Ansicht bezüglich der Ersprießlichkeit dieser Methode Rechnung getragen. Demgemäß werden die Einzelheiten der Modisicationen, welche in den Capitulationen bezüglich der in der Türlei lebenden griechischen Unterthanen eingeführt werden sollen, durch nne nach dem Friedensschlüsse zu ernennende Commission zu vereinbaren sein. Ebenso werde, wie schon flüher angekündigt, die Durchführung der Grenzregulierung in Thessalien einer internationalen Militärcommission anvertraut werden, die sich zu diesem Behufe an Ort und Stelle begeben wird. Tempel hatte. Zur christlichen Zeit fiel das Fest all-mühlich auf den Johannistag. — Die alten Germanen hatten in ihren heiligen Hainen bevorzugte heilige Bäume, welche durch Schönheit, Macht und Fülle hervorragten. Darunter befanden sich Opferstätten, an denen das Volk seine Gaben niederlegte. Zu diesen Opfergaben sehte man brennende Lichter, auch wohl brennende Späne, und entzündete die Flamme zu Ehren der betreffenden Gottheit. Die heiligen Bäume waren mit allerhand Zierden, wie Blumen, Kränzen lc., geschmückt und mit Aepfeln und Nüssen behängt. Sie waren Sinnbilder der Freia, der Göttin des Frühlings und der Fruchtbarkeit, deren Andenken man feierte in Hinblick auf das von nun an bis zunl Frühlinge wieder zunehmende Licht. Sie verlobte sich unter dem Namen Gerda (Erde) dem Fiühlingsgotte Frey «nach drei Nächten», d. h. nach drei Monaten, zur Gattin. In einzelnen Gegenden mochten diese heiligen Bäume Tannen sein; Eichen und Buchen werden jedoch als solche genannt. Im Oberbergischcn in der Rheinprovinz war es noch zu Ende des letzten Iahrhundertes Volkösitte, in der Maiennacht nach angeblich altheidnischem Brauche gewisse hervorragende Buchen oder Linden mit Kränzen zu schmücken, an welche Lichterchen befestigt waren. Scheiterhaufen, rollende Feuerräder, Kronen« bäume. Kronen «. waren ursprünglich zur Siegesfeier des Lichte« im Mitsommer zur Anwendung gekommen. " Ariaöne. Roman von L. «oth. (18. Fortsetzung.) Rudi war jetzt ausgesprochen ungeduldig. Er hatte soeben mit alten Sorgen aufgeräumt, und nun sollte er sich gleich neue aufbürden. Das fehlte ihm gerade! Das Leben war so schön, und er hatte so manches nachzuholen, was er während der letzten Monate versäumt hatte. «Was nützen alle Anordnungen, wenn ich lein Geld in der Hand habe!» fuhr es da aus Tjaden bekümmert heraus. Ein großer Ackerwagen, der ihnen entgegenkam, zwang den Baron, sein Pferd seitwärts zu werfen; sein Weg führte ihn dadurch dicht an dem Hause vorbei. Die Gelegenheit ließ Tjaden sich aber nicht entgehen. «Sehen der Herr Baron die Löcher?» fragte er, ungeachtet Rudis Abwehr im zutreffenden Moment. Rudi setzte seinen Kneifer auf; seine Blicke nahmen jedoch eine ganz andere Richtung, als Tjaden ihm angegeben hatte. Dazu drang aus dem Hause ein eigen« thümlicher Brodem. Rudi zog das Taschentuch hervor; die kleinen Leute hatten alle einen sonderbaren Geruch an sich. Er schauerte leicht zusammen. «Hab heut wirklich keine Zeit, geht mir zuviel im Kopf herum; ein andermal, Tjaden!» wich er dem so unermüdlich Drängenden aus. Jetzt sprengte er wirklich davon, doch plötzlich hielt er still. «Tjaden l» «Herr Baron!» Rudi ritt die Strecke wieder zurück; der alte Mann konnte nicht so schnell laufen. «Haben die Hasen gut gesetzt?» forschte der junge Officier. «Sehr gut, Herr Baron,» antwortete Tjaden. «Und der sonstige Wildstand?» fragte jener weiter. Rudi hatte jetzt vollauf Zeit, einen ausführlichen A-richt anzuhören. Kopfschüttelnd blickte der Inspector ihm nach, als er endlich weiter ritt. Genau so war der hochselige He" Baron auch gewesen. Wenn es sich um irgendwelchen Sport gehandelt, hatte er Zeit gehabt und eine leutselige Miene gezeigt; war jedoch etwas Ernstes, d»e Prosa des Lebens betreffend, in Frage gekommen, dann hatte er stets den Kopf voll von diesem oder jenem gehabt und schnell sein Visier niedergellappt. Die WA daus liebten alle ihre Scholle, aber sie wollten "Hl durch sie incommodiert sein und ihr nie ein Op>e bringen, während sie doch für alles andere reichua? Geld ausgaben. . .. Lässig warf Rudi dem herbeieilenden Reitlnecyl die. Zügel zu. „^ «Miss Ella ist alt geworden, werde Mlch na^ stens nach passendem Ersah umsehen l» meinte Vaio, Waldau. Vr trat in den Pferdestall. Laibocher Zeitung Nr. 140. ______________ 1267 23. Juni 1897. Tagesneuigleiten. — (Jubiläum des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Rainer.) A« 20. d. M. feierte, wie bereit« gemeldet, Se. l. und l. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Rainer den Gedenktag seiner vor 2b Jahren erfolgten Ernennung zum Obercommandanten der l. l. Landwehr. Vormittags empfieng Se. l. und k. Hoheit als erste Gratulanten Se. Excellenz den Oberfthofmeifter Obersten Grafen von Ocsini und Rosenberg, den Leiter des erzherzoglichen Hofsecrelariales Hofralh Dr. Glannella und den Dlenftlämmerer Seiner l. und l. Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Ernst GM. Leonhard Freiherrn de Vaux. Um 9 Uhr wohnten Ihre l. und l. Hoheiten der durchlauchtigste Herr Erzherzog Rainer, die durchlauchtigste Frau Erzherzogin Marie und der durchlauchtigste Herr Erzherzog Ernst, ferner die Damen und Herren vom erzherzoglichen Hofstaate einer Messe in der Hauslapelle bei. Vald nach de« Gottesdienste erschien S?> k. und l. Hoheit der hoch» würbigft'durchlauchtigste Herr Erzherzog Eugen. Gegen 10 Uhr begann die Ausfahrt der militärischen Ab-ordnungen. Die dem Wiener Garnisonsbereiche angehörende Deputation wurde geführt von Ihren Excellenzen Landes» vertheibigungs-Mlnister FZM. Grafen Mlsersheimb und Sectionschef FML. Freiherrn von Lehne, dan folgte eine Deputation des Landwehr-Com«andos Wien mit Seiner Excellenz dem Corpscommanbanten, zugleich Landwehr» Commandanten G. d. C. Grafen Uexlüll <- Gyllenband und de« Üandwehr-Divlfionär FML. Morlz Schmidt an der Spitze. Weiter erfchienen Abordnungen der Landwehr»Com» «anden Graz, Prag, Kralau, Iosesstadt, Przemysl, Lemberg und Innsbruck, schließlich eine Deputation der Landwehr» Eavallerie. Se. Excellenz Landesvertheioigungs - Minister FZM. Graf Welfersheimb, der als Sprecher der vor« genannten Deputationen fungierte, richtete an d?n durchlauchtigsten Herrn Erzherzog eine Ansprache und überreichte de« erlauchten Jubilar ein Album, das die Photo« graphic« sämmtlicher l. l. Landwehr - Commandanten und der Stabsofficlere der hiezu gehörenden Landwehttrupften enthält. In herzlichen Worten danlte Se. l. und l. Hoheit und hielt dann geraume Ait Cercle. Se. Excellenz der Herr Ministerpräsident und Leiter de« Ministeriums des Innern Graf Vadenl hat im Namen des Gesammt« Ministeriums Se. k. und l. Hoheit den durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Rainer zu höchstseinem Jubiläum beglückwünscht. Im Laufe des Vormittags gratulierten noch zahlreiche militärische Würdenträger. Auch eine groß: Zahl telegraphischer Glückwünsche, unter denselben von Mitgliedern de« Allerhöchsten Kaiserhause«, traf im Palais ein. Um 1 Uhr nachmittags fand bei dem durchlauch« tigften Herrn Erzherzog und höchftfeiner Gemahlin ein Officlersdlner statt. An demselben nahmen Se. Excellenz Oberfihosmeifter Graf von Orfini und Rosenberg und sämmtliche Generale und Stabsofficiere, General-Intendanten lc., welche zum Gratulation« Empfange erschienen waren, 26 an der Zahl, theil. — (Das Regierung« - Jubiläum der Königin Victoria.) «us London wird geschrieben: London befindet fich seit einigen Tagen schon «Hier sind^erschiedene Verbesserungen nothwendig; die Krippen sind defect und die Canäle leiten nicht genügend ab; sorgen Sie dafür, dass diese Uebelstände beseitigt werden!» befahl er. «Zu Befehl, Herr Baron!» versetzte der Reitknecht. Rudi unterwarf den Pferdestall einer eingehenderen Besichtigung, als vorhin das Arbeiterhaus; er zog sogar die Handschuhe aus und untersuchte mit seinen feinen Händen das Zaumzeug, während er sich dabei genau Rechnung über Fütterung der Pferde ablegen ließ. «Werde ernstlich Rücksprache mit Tjaden nehmen, sehe, dass hier viel vernachlässigt ist,» sagte er kurz und entfernte sich wieder. Das Herrenhaus, von Arbeitern und Dorfbewohnern stets,Schloss' genannt, war ein langgestrecktes, massives Gebäude, dessen weißer Anstrich hell ins Land hineinleuchtete und das ringsum ein großer, weiter Park umgab. Trotzdem es schmucklos gehalten war, trug es doch ein gewisses Gepräge der Vornehmheit, und der Kenner sah sofort, dass es ein alter feudaler Sitz war. An der breiten Freitreppe, die sich vor dem hohen, in Stein gemeißelten Portal ausdehnte und die nicht, wie sonst üblich, mit Orangerie besetzt, war zu erkennen, dass hier schon viele Generationen mit schweren Schritten aus- und eingegangen sein mussten. Die granitenen Stufen waren bereits stark ausgetreten. Ein steinerner Kämpe, dessen Züge verwittert und dessen Nase start abgeplattet war, als habe jeder Vorübergehende einen Nasenstüber darauf gedrückt, hielt in einer Nische mit gezücktem Schwert Wache. Alle Waldaus, Ab< lümmlinge des jeweiligen Besitzers, hatten ihren ersten und letzten Weg an ihm vorüber genommen — den ersten im weißen Spitzenbündel, im Arm einer drallen Iriesin, den letzten im dunklen Schrein. Und der Kämpe hatte stets mit gleicher grimmiger Miene auf sie alle niedergeschaut. (Fortsetzung solgt.) Mitten in der Feftstimmung. Abends ist die Menschen» menge auf den Straßen, welche der Zug der Königin passieren wirb, schon so groß, bajs Weiterkommen und Durchkommen mit erheblichen Hemmnissen verbunden ist. Die Gasthäuser des Westendes und der City find über. füllt und für keinen Preis ist ein Zimmer mehr zu erlangen. Selbst die fashionable« Logierhäuser (doaiäiu^-Iiou86s) lönnen leine Fremden mehr ausnehmen. Alle Zimmer der drei großen Hotels — das Metropole, Grand und Victoria Hotel — find schon vor vielen Wochen bestellt worden. Dennoch wurden sie zu gewöhnlichen Preisen vermietet. Ob die Hotels wirklich vom Jubiläum einen Geschäftsnutzen haben werben, ist zweifelhaft. Das Jubiläum wird die sogenannte Saison jedenfalls schließen. Viele Fremde, die sonst wochenlang in London geblieben wären, werden nach der Iubiläumswoche abreisen. Die feinen Voardlng-Häuser machen fich allerdings das große Nationalfeft zu Nutzen und rechnen Hotelprelse. Unter zehn Shilling bis ein Pfund Sterling kann niemand ein Zimmer sür die Nacht bekommen. Die Nachricht bestätigt fich, dass den Contingenten der Colonien leine Gelegen« helt gegeben wird, der Flottenschau beizuwohnen. Aber po3t tsstum sollen fie die britische Flotte bewundern dürfen. Die Colonialminifter dagegen werden auf dem für das diplomatische Corps bestimmten Dampfer «Eldocado» die Flottenparaoe ansehen. Die Gesellschaften, welche fich gebildet haben, um Plätze für die Besichtigung des Iu-biläumszuges zu vermieten, haben sehr schlechte Geschäfte gemacht. Der Verlust der vier größten Gesellschaften soll zusammen 40.000 Pfund betragen. Die Zimmerleute, welche die Tribünen errichteten, haben glänzende Löhne verdient, viele von ihnen mehrere Wochen lang 8 Pfund. Die Londoner Polizei hat natürlich auch schon ihre Vor« bereituagen getroffen, um der Thätigkeit der Langfinger' zunft am Iublläumstage entgegenzuwirken. Um meisten wird fie bei der Fahrt der Königin durch den Vorough ln Süd-London zu thun haben, der ohnedies bei ihr wegen seiner Menge von Taschendieben in schlechtem Rufe steht. Die Verhaftungen werden weniger Schwierigkeiten verursachen, als der Transport nach der Polizeiftation. Deshalb werden in vielen Seitenstraßen der Route, welche der Zug der Königin passiert, Polizeiwagen zur Auf-nähme der Taschendiebe stehen. — Die Königin erfreut fich der vortrefflichsten Gesundheit. Diejenigen, welche fie bei ihrer Anlunft in Windsor gesehen haben, meinen, dass die Nähe ihres seltenen Ehrentages fie um zehn Jahre jünger gemacht zu haben scheine. Die Adresse der Frauen des vereinigten Königreiche« und der Colonien zählt 26.114 UnterschristtN. Fast alle Namm von Frauen, welche sich ln der Literatur, Kunst, Wissenschaft, im Drama, Unterricht, religiöser Wirlsamlelt und im öffentlichen Leben ausgezeichnet haben, befinden fich in der Lifte. — (Pfarrer Kneipp f) Die Section der Leiche des hochw. Herrn Pfarrers Kneipp hat, wie dem «Vaterland» aus Wörishofen gemeldet wird, folgende« Resultat ergeben: «Gehirn 1325 Gramm Gewicht, sehr schön gebaut und ziemlich blutreich. Die Lungen zeigten alte Vernarbungen, also Spuren jenes Leidens, dem wir die Wassercur verdanken. Das Herz war übermäßig groß. In den Eingeweiden besand fich zwischen Vlase und Lendenwicbeljäule eine große, eiterige Krebsgeschwulst, da« Grundleiden und die Todesursache des Verstorbenen.» — Den vielen Fceunden und Verehrern Knelpps wirb es zweifellos Interesse bieten, zu erfahren, das« die Leiche dieselbe entschlossene Ruhe wiederspiegelt, welche de« Verschiedenen in seinem vlelbewegten Leben eigen war. In priesterlichen Gewändern mit der violetten Casula und Virett ist dieselbe gelleidet, die Hände sind gesaltet, ein Crucifix haltend und mit einem Rosenkränze umwunden. Was die Jahreszeit Köstliches an Blumenflor bietet, alles hat ihm dankbare Liebe schon gespendet und fortwährend lommen neue Sendungen an. — (Weltausstellung Paris 1900.) In den verschiedensten Branchen zeigt sich das Bestreben, durch Einleitung von Colleclioausstellungen sür ein ein« heitliches und wirkungsvolles Auftreten de« betreffenden Industriezweige« zu sorgen; zu diesem Vehufe haben fich bereits mehrere Specialcomitis gebildet. Einer vom Vereine der böhmischen Maschineninduftrlellen gegebenen Anregung folgend, gieng aus dem Kreise der hervorragendsten Maschlnenfabrilanten Oesterreich« ein Comits hervor, welches eine Collcctivausftellung der gesummten österreichischen Maschinenindustrie veranstalten wird. Auch die österreichischen Locomotio- und Waggonsabrilanten werben gemeinsam ausstellen und wurde bereits eine Gelelslänge von 350 Meter angemeldet. Das Elsenbahnminifterium hat nämlich die Initiative ergriffen mit Bistellungen von Eisenbahnbedarfsartileln, welche erst nach der Ausstellung benölhigt, aber schon jetzt zur Ausführung vergeben werden, damit sie Ausftellungsobjecte bilden löhnen. An der elektrischen Central«', welche die Ausstellung mit Kraft und Lichtftrom versorgen wird, und die von einem Consortium der hervorragendsten Fabriken aller Staaten hergestellt und betrieben wird, ist auch die Theilnahme Oesterreichs gesichert. Der Verein der österreichisch« ungarischen Papiersabtilanten hat die Anregung zu einer Collectioausftellung der Papierindustrie gegeben und die Bildung eines aus allen einschlägigen Branchen zusammengesetzten Specialcomits« vorgenommen. Welter« hat fich aus dem Schoß? der Handels- und Gewerbelammer in Leoben ein Spkclalcomits zu de« Vehufe gebildet, u« eine würdige Vertretung der Industrien Obersteiermarl« auf der Pariser Weltausstellung zu sichern. Auch unter den Textillnduftriellen, insbesondere jenen der Leinen-branche, wird auf die Durchführung von Collectiv» ausstellungen hingearbeitet. Endlich ist der österreichisch« ungarische Verein der Holzproducenlen, Holzhändler und Holzinbustriellen in Wien im Begriffe, in der Gruppe IX (Forstwesen) eine Collectivausstellung zustande zu bringen. Bei dem Umstände als das Generalcommlfsariat aus die Gründung von Sp^cialcomite'z, sei es zum Behufe der Veranstaltung von Collectlvausfiellungen, sei es, um die Industrien eines bestimmten Gebiete« zu würdiger Darstellung zu bringen, großen Wert legt, ist dasselbe gerne bereit, die Conftitulerung solcher Comite's thunlichft zu unterstützen, und sind sowohl mündliche als auch schrisl« liche Auslünfle über die leitenden Grundsähe für der« artige Vereinigungen daselbst erhältlich. — («Die verlauste Braut» in Paris.) Um Smetanas «Verlauste Braut» belannt zu »achen, lud Fürstin Pauline Metternich-Sandor zahlreiche Personen aus der Pariser Gesellschaft und Kunstwelt in das Haus des Baritons Victor Miurel, wo Samstag abends rin Theil von Smetanas Oper zur Aufführung gebracht wurde. Es wirlten mit von der Ope'ra Comique Fräulein Li Morgenstunden überzeugen. Zahlreiche Schüler, die zu Lehrerbildungsanstalt, zur Utbungs« und Knaben-Voll« schule wandeln, Marllbesucher und die große Zahl vor. Passanten, die diese wichtige ElnmÜndungsftelle in die innere Stadt begehen müssen, werden seit Wochen behindert, belästigt, gefährdet. Man kann nun einwenden, dass die Arbeiten und die Hemmung des Verkehres unvermeidlich find; gut! Warum werden die Arbeiten nicht mit der grüßten Veschleunigung auch zur Nachtzeit fortgesetzt? Warum werden fi-nicht umsichtiger, mit größerer Vebachtnahme auf den Verkehr und die Fußgänger durchgeführt? Denn dass die bitteren Klagen der Geschäftsleute in der Petersftraßr, die zahlreichen Beschwerden des Publicum« begründet und berechtigt sind, wird wohl niemand in Abrede stellen. — (Neubauten.) An d?n Tivoliwiesen in der Nähe der Sübbahnstrecke wird inlürze mit dem Vau? der Häuser der Herren Pribll und Koch begonnen werden. Das Haus am Vergweg Nr. 8 ist in renoviertem Zustand bereits unler Dach gebracht. Auf der Vrühlwiese ift ein weilerer N ubau in der Parterrehöhe fertig, das neu. einstöckige Haus des Sattlers Voucon erhielt diesertage den Dachftuhl. Der Gau des restlichen Theiles des Johann Smrelar'schen Hauses in der Trubargasse ist im Zuge. x. — (Patrociniumfeft unbFahnenweihe.) Morgen, den 24. Juni, ift das Fest des hell. Iohanms des Täufers; nächsten Sonntag (am 27. d. M.) findrt demzufolge in der hiesigen Tirnauer-Pfarrlirche um 3 Uhr vormittags das Palroclniumfest mit Hochamt statt. — («6a3ji6o..) Am 21. d.M. ist die drill? Nummer des Organs des lralnifchen Landes-Feuerweh -Verbandes erschienen. Sie enthält reichlichen Stoff in dr< Gestalt von Mittheilungen über die Thätigkeit der einzelnen Feuerwehren und die Fortshung des lehrreich n Aufsatzes «Ueber das Vorgehen der Landfeuerwehren bei Bränden». — (Der Landes-Feuerwehrtag) wird am 6. August in Laibach abgehalten. Die Tagesordnung wird rechtzeitig versendet. — (Neue Feuerwehr. Depots) werdi n heuer auch in Vlllichgraz und Komcnda aufgebaut. — (Wasserleitungs-Arbeiten.) Dieselb n erstrecken sich derzeit aus Tschernembl, Üoitsch und Rudolfe-wert. In nächster Zukunft gelangen auch jene von Nmbrus an die Reihe. x. — (Deschmannhaus am Triglav) Am 26. d. M. begibt fich der Hüttenwart der Section Krain dls d. u. ö. Alpenvereines zur DeschmannlMe, um einrn neucn Wirtschafter in dieselbe einzuführen. Theilnehm^r sind willkommen und wollen fich Samstag am 26. d.M. zum Mittaglzuge nach Obeilrain elnftnden. Das Desch-mannhau« bleibt wie alljährlich bis Mitte September g'-öffnet und wird nach dem bewährten System Dr. Pott bewlrtfchaftet. — (Generalversammlung des deut» schen und österreichischen Nlpenvereines in Klagknfurt.) Per AuSschuss der Section «Krain» ersucht uns aufmerksam zu machen, dass Anmeldungen zur Theilnahme an der Generalversammlung bei Herrn Easfier R. Kirbisch nur bis 10. Juli entgegengenommen W«den. * (Gewltterschäden.) Am 19. d. M. entlud sich in der Gegend von Möttnil cin surchtbare« Gewitter mit heftigen Regenglissen, wodurch der Möttnilbach derart anschwoll, dass er die umliegenden Felder und Wuser, längs d?s FlusslausfS überschwemmte und an den Culturen und Strähn einen bedeutenden Schaden anrichtete, dessen Höhe bisher noch nicht erhoben werden lonnte. Aus der gleichen U'sache trat auch die Nml mit ihren Nebenbüchen aus dcn Usern und verursachte in St. Maitln und Umgebung givß?n Schaden. —r. — (Brand.) N« 18. d. Mts. gegen 12 Uhr nachts brach in der Küche der Kaischlerin Maria Pcstatm, vulgo Kac z in Arabisch?, Gemeinde Unt?rloses, polit. Vezkl Stein, Feuer au«, welches binnen einer Stunde den wit Stroh eingedickten Dachftuhl der Kaische und einige Emrichlungiftücki einäscherte. Der Schade belauft fich auf 150 st., dem eine Veiftche,un2«su««e von 100 st. gegenübersteht. Das Feuer ift durch Enlzünden des von der Peftator in den Ofen zum Domren gesteckten Fichten« leisholzes entstanden und wurde durch die herbeigeeilten Insassen von Grablsche locallsiert. —r. * (Mord.) W!r haben votgeftern berichtet, dass am 17. d. M. in Seeborf, politifcher Vezitt Umgebung-Laibach, die Magd Maria Dormis au« Tomlfchel am Dachboden einer Doppelharfe ermordet ausgefunden wurde. Das t. l. Lnndesgericht in Laibach hat sofort die nölhigru Erhebungen eingeleitet. Da sich hiebe« g/a/n Johann Kajc aus Podpcc Verdachtsmomente ergabrn, wurde g a/n diesen ein Haftbeschl erlassen. B'vur jedoch derstlbe au«g/fuhrt werden konnte, hat fich Johann Kajc dem Gerichte felbft gestellt. —r. * (Mord.) Aus Gurlfeld theilt man uns mit, dass am 16 d. M. die ledige Kalschlenn Agnes Za « orc au« Oberseld, 200 Schritte vom H^use enl^rnt, in einer Getreideharfe erhängt ausgesundln wurde. Nach der Lage und den Spuren im Gesichte erscheint ein Selbstmord ausgeschlossen, vielmehr ift anzunehmen, dass die Ge> nannte auf irgend eine Welse früher eimordet und dann vom Thäler in der Harfe in die hängende Stellung gebracht wurde, um so den Verdacht tines Selbstmordes zu erregen. Dieser That erscheint der Vesitzelssohn Z . . . . aus Obelssld, dcssm Geliebte die Ermordete, die fich in gesegneten Ü«ständen befand, war, ueidächtig. Dei selbe wurde verhaftet und dem l. l. Bezirksgerichte in Land-ftraß eingeliefert. —r. * (Durch Unvorsichtigkeit erschossen.) Am 18. d. M. gegen 5 Uhr srüh spielte der 19jährige Vefihers-Sohn Franz Klopt ö im Hause be« Jos s Trdin in Nadoleh in Gegenwart dcs 15jähs«gm Hirten Alois Osaben mit einem geladenen, einläufigen, tx-m Tibln gehörigen Ingdgewlhre, wob i sich diescs entlud und die ganze Schroitladung de« Osaben in den rechten Unterkiefer drang. Derselbe fiel aus der Stelle todt zu Voden. —r. * (Veim Pöllerschießen verunglückt.) Während der Flvhnleichnamsproclsslon in St. Veit bei Üaiboch am 17.5.M. besorgten die Vesih?rs-3öhne Franz Tlllmpus und Franz N^har aus V zmarji im Orte dae übliche Schiß n mit Pöllern. Die Püller wurden mil Schwarzpulv schreibt: Se. Excellenz Herr Handels-mlnistcr Freiherr v. Glanz hat in Trieft die Hafen-anlagen eingehend besichtigt. HIebei wurde erkannt, dass der Triester Hasen den Bedürfnissen des Verkehrs unseres S'e-Emporiums nicht mehr genüge und einer Vergrößerung dringend bedürfe. Die Studien werden in dieser Richtung schon seit längerer Zeit gepflogen, und die Erweiterung des Hafens wird, soweit dies die geographischen Verhältnisse zulassen, in naher Frift in Anglist genommen werden. Man verhehlt fich jedoch nicht, dass eine radlcale Abhilfe nur durch die Anlage eines zweiten Hafens gefchafft werden kann. Hiefür ist die Bucht von Muggia der van Natur aus präde. stinierle Punkt, und es lft nur mehr eine Frage d.r Zelt, wann dafelbst eine große Hafenanlage errichtet wcrden wird. — (Arrendierungs-Kundmachung) Wegen Slcherftellung der Artikel: Hafer, Heu, Stroh, Holz, Kohlen und Coals pro 1897/98 finden die Nrrendlerung«-Verhandlungen ln den V?rpflegsftalionen in Graz am 19., ln Marburg am 16., in Laibach am 12,, in Klagenfurt am 26, ln Trieft am b., in Görz am 1. und in Pola am 7. Juli 1897 statt. Die Offerte haben an dlefen V^rhandlungstagen längstens bis 10 Uhr vormittags bei den betreffenden t. u. l. Mililär-Verpflegs» magazine« einzulangen. Die näheren Vedlngnisse können bei den genannten Magazinen eingesehen werden. Die Arrendierungs°Klmbmachung, enthaltend die Angabe der Menge der zu liefernden Artikel, die allgemeinen und speciellen Bedingungen und da« Offertformulare, kann auch in der Kanzlei der Handels« und Gewerbelammer in Laibach eingefchen werden. — (Dramatisch-Humoristischer Vortrug.) Vortragmeister Loebel aus Wien wird in den nächsten Tagen einen Vortrag in der Cafino»Gla«halle halten. Ueueste Nachrichten. Zum sechzigjährigen Negierungs-JubUäum der Königin von England. (vriglnol-ltlegromme.) London, 22. Juni. Königin Victoria wohnte gestern dem Galadiner bei, welches um ^9 Uhr abends im Buckingham-Palaste stattfand. Um 10 Uhr emvfieng die Königin die fremden Prinzen mit ihrem Gefolge, sodann die indischen Prinzen und Officiere und die Officiere ihres preußischen 1. Garde»Dragoner-Regiments. Die «Official Gazette» veröffentlicht die Ernennung dls Herzogs Alfred von Sachsen-Coburg und Gotha zum Admiral der englischen Flotte. Um 9 Uhr morgens war der Himmel noch stark bewölkt. Die Straßen bieten einen glanzvollen Anblick. Mit Officieren und elegant gekleideten Damen gefüllte Wagen durchziehen die FMlraße. Die reservierten Sitze sind bereits besetzt. Männer, Frauen und Kinder sind mit Bändern in den Nationalfarben gefchmilckt. Um '/412 Uhr kündigte Kanonendonner die Abfahrt der Königin Victoria vom Buckingham-Palaste nach der St. Pauls Kathedrale an. Die Königin wurde von der Volksmenge mit stürmifchem Enthusiasmus begrüßt. Im Augenblicke der Abfahrt erließ die Königin folgende Botfchaft an die Nation: «Vom Herzen danke ich meinem geliebten Volle. Gott fegne es!» Um 12 Uhr 12 Minuten traf die Königin bei der St. Pauls-Kathedrale ein, vor welcher die Colonial-Truppen, welche der königlichen Procession vorauszogen, die Königin erwarteten. Das Wetter ist schön. Die Ceremonie in der St. Pauls'Kathedrale ver« lief ohne Zwifchenfall, worauf die Königin die Fahrt nach dem Süden der Stadt fortfetzte. Man beginnt die Truppen aus der CiN) zurückzuziehen. Wien, 22. Juni. Anlässlich des Jubiläums der Königin von England erschienen auf der englischm Botschaft zur Gratulation: Ministerpräsident Graf Badeni, der Minister des Aeußern Graf Go-luch 0 wsli, die Botschafter Frankreichs, Deutschlands und Italiens und der griechische Geschäftsträger. Außerdem zeichneten in den aufliegenden Bogen sämmtliche höchsten Hof- und Slaatswilrdenträ'ger, die Minister, die Mitglieder des diplomatischen Corps ihre Namen ein. G^gen 1 Uhr mittags fuhr Seine Majestät der Kaifer beim Vestibule dec Botschaft vor und wurde vom Botschafter Rumbold und den Herren der Botfchaft ehrfurchtsvollst begrüßt und fodann in den Salon geleitet, woselbst die Gemahlin des englischen Botschafters den Monarchen empfieng, mit welcher Se. Majestät am Arme den Salon betrat. Nach einem viertelstündigen Aufenthalte verließ Se. Majestät, vom Botschafter und dem Petfonale der Botschaft bis ins Vestibule zurückgeleitet, das Votschaftspalais. Wien. 22. Juni. Bei dem Besuche auf der englifchen Botschaft trug der Kaifer die Uniform des ersten großbritaumsch.n Gardedragoner-Regiments mit dem Bande des Hosenband-Ordens. Rom, 22. Juni. Im Senate lenkte Senator Blasern« die Aufmerksamkeit des Haufes auf die Jubiläumsfeier der Königin Victoria und beantragte, dass der Senat der ruhmreichen Königin seine Wünsche für das Gedeihen und den Ruhm der Königin und des englischen Volkes übersende. Minister Brinetti erklärte, dass sich die Regierung aus ganzem Herzen dem Antrage Blasernas anschließe, worauf der Antrag angenommen wurde. Der Präsident erklinte, er werde es sich zur Pflicht machen, den Wünschen des Senates gerecht zu werden. Washingt 0 n. 21. Juni. Präsident Mac Kinley hat an die Königin Victoria einen Brief gerichtet, welcher der Königin im Namen des Volkes der Vereinigten Staaten herzliche Glückwünsche zu ihrem Jubiläum entbietet und die besondere Freundschaft, welche die Königin für die Vereinigten Staaten empfindet und die Tugenden, die sie bei verschiedenen wichtigen Gelegenheiten gezeigt habe, rühmend hervorhebt. Der Brief ist unterzeichnet: «Vour ^aoä lrisuä William klao liinley.» __________ Die Türkei und Griechenland. n»ne. Ischl, 22. Juni. (Orig. Tel.) Der König vott Siam ist mit den tmoen Prinzen und der Suite um 1 Uhr 40 Min. nachmittags in dem von Kaifer Franz Laibachcr Zriwng Nr. 140. 1 269 23 Juni 1897. Josef beigestellten Hofzuge, welchen Hofralh Klaudy begleitet, von Ischl abgereist. Auf dem Perron waren der Vezirlshauptmann und die Gemeinderepräsentanz zur Verabschiedung anwesend. Wien, 22. Juni. (Orig.-Tel.) Der König von Siam ift mit den Prinzen und dem Gefolge heute abends um halb 8 Uhr aus Ischl auf dem Westbahn« Hofe hier eingetroffen und vom Kaiser, der auf der Fahrt vom Bahnhofe von der Volksmenge stürmisch begrüßt wurde, sowie von den Erzherzogen Otto, Ludwig Victor und Eugen sowie den Spitzen der Emil« und Militärbehörden empfangen worden. Der Kaiser begrüßte den König und die Prinzen mit herz« lichem Händedruck. Dasselbe thaten die Erzherzoge. Nach erfolgten gegenseitigen Vorstellungen schritten die Monarchen die Ehrencompagnie ab, worauf die Fahrt in die Hofburg erfolgte. In den zu passierenden Straßen waren Truppen der Wiener Garnison aufgestellt. Die Monarchen wurden vom Puvlicum ehrerbietigst begrüßt. Wien, 22. Juni. (Orig.'Tel.) Der König von Siam wird Freitag nachmittags in Begleitung der Erzherzoge Otto und Ludwig Victor den Kahlenberg be< suchen, woselbst ein Diner eingenommen wird. Berlin, 22. Juni. (Orig.. Tel.) — Reichstag. — Bei der dritten Lesung der Handwerker vorläge erklärte Staatssecretär Freiheir von Bötticher, er habe sein Abschiedsgesuch blsher nicht eingereicht und beftritt ent« schicdenft das Vorhandensein einer Ministertrise. Paris, 22. Juni. (Orig.-Tel.) Die Kammer lehnte im Laufe der Debatte über den Gesetzentwurf, betreffend die Bank von Frankreich, das Amendement Iaures auf Errichtung einer landwirtschaftlichen Centralcreditbank, mit 397 gegen 107 Stimmen ab. Angekommene Fremde. Hotel Stadt Wien. Am 22. Juni, Lang, Buchhalter, CM. — Vrandner, Beamter, Budweis. — Aczel. Jurist, Nagy-Kata. — Chiran, l. Obcrlieutenant, Budapest. — Hoffmeister, Privat, Bilruf. — Höger, Geschäftsführer, Graz. — Erjavec, Privat und Tomöic, Äsn,., Trieft. — Bichal Kfm., Prag. — Globocnit, Privat, Krainburg. — Böhm, Kfm, Brunn. — Elmar, Iottl. Kurz, Wüthe und Hoffmann, Kflte.; Gilly, Disponent- Neuhold. Beamter und Präceptor, Privat, f. Frau, Wien. — Hirfch, Kfm., Schweinfurt. Hotel Elefant. Am 21. Juni. Dejal, t. u. t. Schiffslieutenant, Pola. — Dr. Vreycha, Secretär der l. t. Staatsbahn, f. Gemahlin, Trieft. — Legat, Hofgestüts-Kaplan, Livica. — Dumicic, Realitäten' besiher; Franz, Bildhauer; Kugli, Buchhändler, s. Sohn, Agram. — Habs, Student, Laibach. — Toplach, Privat, f. Gemahlin, Kopreinih. — Koritnlt, Priester, Blole. — Zausler, Private, f. Schwester, Sterzing. — Loelar, Kln,., Görz. — Hauptmann, Kfm., Steinjchönau. — Robitschel, Hock, Kflte., Prag. — Kram< hout, Kfm., Lüttich. — Meier, Kfm., München. — Topf. Kfm., Erfurt. — Pinder, Kfm., Pforzheim. — Schinlo. Gasthofbcsiyer. Marburg. — Herz, Haas, Großmann, Lauger, Kflte.; Pfeifer, Priester, Wien. Am 22. Juni. Flogertey.Regierungsrath, Danzig.—Lauri, Regieningsrath, Essen a. d. Ruhr. — Viegge, Regierungsasscsfor, Szel in Preußen. — Schamburcct, Bäckermeister; Nitsch, Bank-beamter; Goldschmidt, Schmidt, Kohn und Bettelheim, Kflte., Wien. — Fischt. Kfm., Karlstadt. — Winter. Kfm., Leipzig. — Moro, Kfm., Hermagor. — Canoellari, Kfm.; Krall, Wein» großhandler; Bubal, Ingenieur und Dampfkessel - Inspector. Trieft. — Stefan, Apotheker, Linz. — Brand, Private, Juden» bürg. — Zmerzlilar, Fabrilsdirector, Schwientochowitz. — Ruter, Eisenbahnfecretär, Vreslau — Roth, Kfm., Bari (Italien). Meteorologische Beobachtungen in Laibach. __________________Seehöhe 306 2 m.__________________ ^ Z°H ^ ^___ ^ yy ^U^ 738 8 20^"SO.'m«ßig Ihalb bewölkti^^" 9 ' M. 739 9 1b 9 N. mäßig theilw. bew. _____ 23. > ? U. Mg. j 740-'/ j 10 9 > NO. schwach > Nebel > 0 0 Das Tagesmittel der gestrigen Temperatur 16 6«, um 19« unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Julius Oh«-Ianuscho»st», Mtter von Wissebrad. Iur Photographie für Amateure. Anerkannt vorzügliche photographische Salon» und Neise»Apparate. neue unübertroffene Moment - Hand - Apparate, wie alle photographischen Bedarfs »Artikel bei A. Moll. l. u. l. Hof» Lieferant, Wien, Tuchlauben 9. Photographische Manufactur gegründet 1854. Auf Wunsch große illustrierte Preisliste unberechnet. (74) 6 Was habe ich zu satteren? Was habe ich zu zahlen? Unter diefem Titel erscheint soeben im Verlage von Manz von berufenster Seite eine gemeinverständliche Darstellung der neuen Steuei'Reform. I. Heft: Allgemeine Erwerbsteuer; Erwerbsteuer von den der öffentlichen Rechnungslegung unter« worfcnen Unternehmungen. Preis 50 kr., per Post 53 kr. — Bei der Wichtigkeit des neueu Gesetzes ist die Herausgabe eines Buches, das die Reform den weitesten Kreisen in populärer Weise erläutert, freudig zu begrüßen. — Vorräthig in der Buchhandlung Jg. v. Kleinmayr K Fed. Bamberg, Laibach, Cougressplatz. (271b) 3—3 Course an der Wiener Börse vom 22. Juni 1897. «°«dem oMeaen loursbl°tte. ztaat,.Anl.h,n. '""" """ »°/o «ilcheitlicht Ncntr l<«4il Otaatllosc . . 10« l. 18» - 1K9 5« dto. „ . . 50 fi. 189 — <«S U) »'» Dom «Vsobr. k 13« st, . 15l» ?U 15b 70 »»/» Oeft. «oldrente, steuerfrei 1»» »0 »23-4« »°/. dto. Rente in lfronen«»hr., Neutrfrei für 200 ssronen Mom. 100 8l, 101 «6 dtn dt«, »"^ 'N^n," . 100 8b 1«l Ol» »'/,«/, «fterr. Investltlon^Rent« für »00 Kronm «««.. . . »3 50 «3?l> «l«»»«h». «U»»t»lch«l>v«. «lsabethbahn w «,, steuerfrei (blv. Lt.), für 100 st. «. 4°/, i,i »b 122 2° sttanz.Joseph-Nahn in Silber 60 «ubollsbahn 4'/„ i. Kronenw. steuerf, (div. Et. , für »00 Kr. Nom.........9950 100 50 V««rlb«»b«hn4'/» l. Kronen». steuerf., 400 u. »000 Kr. f. «VO Kl. «o»......lvo — tvl, ?» 8» «t»84 50 235 b0 »to. E»lzb..Iir.»00 st.«. W. 5°/, »81 50 282 5<, ««Il».l»«l»«udw..».»Nh'V.. «M. IS84.4» , US 60 100 «U «»l«,!!«» Karl ° Audwig. Vllhn, biverft e»«H 4°/, . . 9S45i Vorurlberger Vübn, Vm, 1884. , 4°/„ (div. St,) s., f. 10« si, N, 99 «0 100 SU Un«, «oldltnte 4°/, per »afl« 123 15 123 35 bta dto. per Ultimo. . . . 123 15 123 8b Kto. Rente in Kronentvühr., 4»/«, steuerfrei für200Kronen No«. 100 — 100 20 4°/„ dt°. dto. per Ultimo . , ION — 1L0 !i<» bto.Et.«.M,«old1<>afl.,4l/,°/° 1»3- 128 8b Kto. bto. Gilb« 100 fl.. 4'/>/, 101 «0 102 50 Kto. Vtll«t»^)bl<<,. tUn«. 0«b.) ». I. 1«?«, 5°/»..... 1»l> «, 121 l>0 dto.4'/,°/° T«llntrezllI.«lbl.'Obl, 100 ?0 101 70 dt«. Prüm.'«nl. ». 10« st. 0.«. 154— 154 »ü dto. dt«. ll ba fi. ». W, Il>8- 158K0 Thtih°«t«..«»se 4»/, 100 fi. . 14« bl< 141 25 Gnmd S8 50 4»/, ungarilche (100 st, «.«.) . »?'?b »8 ?l> And»« 3ff»nll. AnUH,«. 3>°nau.«eg,.2«lt 5°/,. . . . »28—128 75 dto. »Anleihe 1878 . . lOg-dO — - «nlehn, der Vtabt «0r». . . lt2 50 — — «nleben b. Stabtgemeinde Wien 104 85 105 35 Nnlehen d. Vtabtgemeinde Wien (Lilbtl ober Gold).... 127-26 128 25 Prümlen°Nnl. d. Lt»dt«m. Wien lS? l5 i«8 2i> ^erfebau.Unlehen. verlosb. 5°/« 10« bu 101 25 4"^, Kralner Lande«,»!,!,»'» . 98 7si 9»>2ü »eld «nr, ßs»n»brl»f« (für »00 ft.>. «odcr. »ll« »st. in «) I, oerl. 4»/» 99 «0 100 80 bto. Pra«..<3chlb», 3«/, i.«m, 115 — 1«0 - dto. bto. 3°/^II.»«. 117 25 118- «..»sterr, Lll»de»»Hyp..«nst. 4«/„ 99 8(1 100 80 0tst.»ung Van« oerl. 4«/, . , 100 10 101 — bt«. bto. 50lähr. ,, 4°/, . 100-10 101 — Vvllrc»f1e.l.0ft..30H. /,°/«vl «150 — - ßri«ritll,.Gbli,aU««»»» (für «00 fl.). Ntlbin «1 50 4»/„Dm>llU.DllMpflch.l0«fl.IVl. 1V4— 158'— Ofencr Lose 40 st...... 83— S5— Palffy.Lnl« 40 st. «M. . . . S0 »0 »2 — «»thenKreuz,oeft.Vef.o.. «oft. 20— 21 - RotyenKreuz, Ung.Ges». 6 st. 10 7t, il — «ubolph«Ü«1e l« st..... «z 2b 2S 2t> TalM'Lofe 4« st. IM. . . . ?»5l) 78 50 «t..«enoi».2°se 40 fl, «W, . 7575 ?«-^ W«llbftt!n'Lose 20 st, «Vl. . . l>9— 61'- Vewlnslsch. d, 8"/„ Pr.'Hlhuldv. b. «obtncredltanftlllt.l.««. . «540 1840 dto. dto. U. V» 1»8», . . l»? — «8 — Ua«»ck^ lwle ... «l zil» 23 25 (per Vtück). «nglo^c». «anl »00 st. «0»/, ». 159 2» 160 ,l> Nanlverni,. wiener, 10» st. 2l>/2» 2l»7 bU Vodcr,»«nst.,OeN.,20<>fi.E.4v°/» 470 — 472 «rdt,.«nft. f. Hanb.u, «, ISU st. -— —'— bt«. dto. per Ultimo Septdr. 8«? 50 3«8 — «reditbanl, «llz. un«., 200 fi. . 401 5N 4<»ü 50 Deposttenbanl, «llg.. 200 fl, . «z«8 4» 229 4<> ««compte»«el., «brist., 500 st. 738 — 739 - Vlro.u. «llfsenv,, Wiener,200st. »?« - 2?» — H!>pothtlb,,Otft^200st.»5°/»», 87— 89'— LHnderbllnl, Oest., 200 fi. , , »4075 241 25 Oefterl.»un8lll. Vanl. «00 fi. . S5S — 959 — Unlonbanl »00 fl...... 3Ul" 301 «0 «erl«hr»b°nl, «lll«.. 140 fl. 1?5 ,5 175 t»0 Altil« »an Transport« Pllt»lN»HM»»l»» (per stück). «lufstll'Tepl. «isenb. 30« st. . . 1657 1««« V»h». Nordbahn 150 fl. . . 2?« - 276 5« »uschtithlllbec ««. 500 st. «Vt. 1560 15S8 bt«. l>t«. (Ut. U) 200 fi. . 54? — 548 KU Donau« DaulpNchiffllhll« > «e>., vefterr.. »00 st. «M, . . , 469 — 471 - Dui.Vobellb«ch«l..«.200fl.V. ?U-50 7,-1,0 sselbinllllb«.Nurbb. INUo fi.TM. 3l>45 355U «e»b.< T,ernow>Illssy»«ifenb.» «tfellschllft 200 fl. O. . . .287-288- Lloyb, 0eft., Trie«, 5 fi. V, ««4'2!» 2S4 75 Prag-Dui,er«i!,enb. iKN fl. V. , 92— S2 ?t> ßtaatlcisenbahn i!«U fl. E. . . 353'5« 8K4- Oübbahü »0« st. V..... US- - 8«-«> süblurbd. Nelb.'B. 20« fi. «M. 214 90 215 40 7ramw»y.««f.,«»l.,l70st.«.W. 433 — 434" >»H. »«.«»?.««!» —'— — — Ir«»»»^««<., «eue «r., Or<»> riUltt»«crltN «00 fi. . , 10? t»0 108 »!L Un«.H»llz. «ifenb. 200 fi. Kilb« »!„ 50 2ll 50 Un,.Westb.(N»llb'Vr»z)2Nftfl.E. 2l» V5 21: ?<, Wiener 2ot»lb»bnen»»ct »7l» 9« -««y>>__ »<— Wllffenf..«.,0est.in «ien, 100 l. U« - 3«— «a»aon.Leihanst., »ll»., in Pest, 80 st......... 55U' »»>»'— Wr. Vau«e!ellschaft l00 st.. . i«»-?!, il,i-?ii Wienerberger i<> 511 — «.»ift». «mfttlbam ....... »9'— 9» lb Deutscht Plltze...... ö» 72, 58 8t» London........ lt9'b5 119 e» Pari«......... 4? «« « «b 8t. Peter»»ur«...... »...>>-. z»l»t»n. Ducalen........ ö «7 5 <»9 20.Fr«>c^Ltücke..... 952, 9'»5, Deutfche «eich»banln«tt» . . 58?u 58 7?» Italienische Vanlnoten . . . «4« 45 50 Va»ie».l«ub,l . «»«^ 1 « Am Polana-Damm Nr. 14 sind zwei freundliche (2776) Wohnungen für den August-Termin zu vergeben. Ein Gasthaus wird auf Reohnung oder zu paohten gesuoht. Näheres in der Administration dieser Zeitung. (2779) 2-1 (2741) 3—2 St. 1984. Oklic. C. kr. okrajno sodižèe v Trebnjem naznanja, da se je na tožbo Franceta Kotarja iz Jordankala proti Aloj-ziju Zupanèièu iz Vrhtrebnja, sedaj sieznanega bivališèa v Ameriki, za-radi 42 gld. 50 kr. s pr., zadnjemu postavil gosp. Janez Majntinger skrb-nikom na èin, s katerim se bode pravdna stvar pri dn6 30. junija 1897 doloèeni razpravi po mal. postopku 8 postavljenim skrbnikom razpravljalo, a^o toženec ne pride ali druzega po-°blašèenca sodišèu ne naznani. G. kr. okrajno sodišèe v Trebnjem, d«e 8. junija 1897. (2732) 3—2 Nr. 3454. Zweite exec. Feilbietung. Am 2. Juli 1897, um 10 Uhr vormittags, wird Hiergerichts die zweite executive Feilbietung der Realität des Jakob Celhar von St. Peter, Einlage I. 107 der Eatastralgemeinde Peteline, stattfinden. K. k. Bezirksgericht Adelsberg, den 18. Juni 1897. (2521) 3—1 Nr. 3073, 3198. Edict. Ueber die Klagen: 1.) der Gertraud Danik gegen Katharina Uslalar, beide von Michelstetten, peto. Löschllngserllä'rung und 2.) der Ursula Dovik von Hotemasch gegen den verstorbenen Johann Dovic von dort, resp. dessen unbekannte Rechtsnachfolger, pcto.Verjährungs-Anerlennung uud Löschungsgestattuna., »st der Tag zur summarischen Verhandlung auf den 6. Juli 1897. vormittags 9 Uhr, mit dem Anhange des § 18 S. P. Hiergerichts bestimmt und den unbekannt wo befindlichen Geklagten, resp. deren unbekannten Rechtsnachfolgern, Matthäus Barle von Lausach zum Curator »ä actuin bestellt worden. K. k. Bezirksgericht Krainburg am 31. Mai 1897. (2734) 3—2 Nr. 3248. Zweite exec. Feilbietung. Am 2. Juli 1897. um 10 Uhr vormittags, wird Hiergerichts die zweite executive Feilbietung der Realität dls Anton Mauer von Grobse. Einlage ZI. 59 und 60 der Catastralgemeinde Rakitnik. stattfinden. K. k. Bezirksgericht Adelsberg, den 18. Juni 1897. (2693^3^3 Nr. 3901. Euratorsbestellung. Vom k. l. Bezirksgerichte Mottling wird bekannt gea/ben: Es sei dem unbekannt wo befindlichen Ex^cuten Iernej Rritz von Semil Herr Leopold Gangl von Möllling zum Eu« rawr aä aetum bestellt und diesem der Mobiliarfeilbietnngsbesckeid vom 1. Juni 1897, g. 3628, zugestellt worden. K. k. Bezirksgericht Mottling am 10. Juni 1897. (2460) 3—3 Ad St. 2357. Oklic. V izvräilni reèi Primoža Keržièa, posestnika iz Mengiša, proti Janezu Nahtigalu iz Polja zaradi 90 gld. s prip. doloèuje se vnoviè izvršilna dražba Janezu Nahfigalu lastnega, na 1233 gld. cenjenega zemljisèa vlož. št. 36 kat. obèine Polje s pritiklino v vrednosti 53 gld. na 9. julija in na 10. avgusta 1897, obakrat ob 11. uri dopoldne, pri tem sodišèi z dostavkom tusodnega oklica z dn6 10. decembra 1897, št. 7983. C. kr. okrajno sodišèe v Kamniku, dne 16. maja 1897. (2587) 3-5 St. 3768. Razglas. Dn6 3. julija 1897, dopoldne ob 11. uri, vräila se bode druga izvräilna dražba Francu Sta-jerju, c. kr. notarju v Metliki lastnega, sodno na 1800 gld. cenjenega zem-Ijišèa vlož. st. 430 kat. obè. Metlika, in sicer s poprejšnjim pristavkom. C. kr. okrajno sodiäöe v Metliki, dne 7. junija 1897. (2708) 3—2 Nr. 4071. Curatelsverhänguntt. Das k. k. Landesgericht in Laibach hat mit Verordnung vom 25 Mai 1897, Z. 4927. über Anton Tom^ik. 32 Jahre alt, gewesener Finanzmachaufseher aus Bitinje Nr. 7, ob Nlöosinnes die Curatel zu verdangen befunden und wurde dem« selben Andreas Tonwzik von Bitmje Nr. 7 zum Curator bestellt. K. t. Bezirksgericht Illyrisch. Feiftrih am 4. Juni 1897.