Donnerstag ven i. October 183Z 3S ö h m e n. < Manschreibt uns aus Toulouse tmterm 12. September: »Reisende, welche aus Spanien kom-,ncn, melden, daß die Earlisten in Catalonien aufs Haupt geschlagen worden seyen, und daß sich der gröhle Theil eines ihrcrCorps,. welches abgeschnit« ten warden, auf das französische Gebiet gerettet ha» be, wo es entwaffnet worden sei. Man glaubt nicht, daß die Fremden »Legion an dcn beiden in Rede stehenden Gefechten Antheil gehabt, obschon es hieß, sie sey bereits von Lerioa aus gegen Bala-guer gerückt. — Wir haben dirccte Nachrichten aus Arragonien, welche über den bereits verkündeten Aufstand der Provinz (Huenca und deren Beitritts« ertlärung zu dcn von Saragossa beschlossenen Maß« regeln, leinen Zweifel mehr lasscn. Dieser Ent» schluß der Bewohner der Mancha muh, der grö-Hern Nähe wegen, die Regierung noch mehr in Schrecken setzen, als die Erhebung der Arrago-nier.« Zu Sevilla sind ernste Unruhen ausgcbrochen; General Latre ist an der Spitze von 4000 Mann von Madrid aufgebrochen, um die Ordnung wieder herzustellen. Das Ministerium Arguclles kann, ruie es scheint, wegen des Widerwillens nicht zu Stande l'ommen, den die Königinn gegen alle ihr vorgeschlagenen Namen hegt. Gs herrscht Zwie« spall in der Regierung wie im Lande. Die Ehrlstinische Armee in Navarra wird zwei Hauptquartiere beziehen; das eine zu Durango, das andere zu Tolosa. Sie wird aus 40,000 Mann unter den Befehlen des Generals (Zordova bestehen. Der Gcucral Espartero wird eine Brigade befehligen, welche zur Verfügung des Oberbefehlshabers gestellt bleibt. Auch diese Truppen werden ein Hauptquartier haben. Die aus 10,000 Mann In» fantcrie, ,600 Pferden und drei Geschützbatterien bestehende portugiesische Division wird ein anderes Hauptquartier erhalten. Die französischen und del« giscden Legionen Hilden Reseroecolp6. Bayonne, 24. September. DaZ lZarlisti-sche Hauptquartier ward am 9. vsn Muri,eta nach Billareal (Alava) versetzt. Mehrere Bataillone setzten sich dahin in Marsch. Privatbriefe aus Bil« bao melden, es habe in der Nähe der Sladl ein sehr heftiges und langes Tressen zwischen der eng« lisch'christinischen Division und den Earlisten Statt gefunden. Nach mörderische,n Kampf seyen die Truppen der Königinn, mit ihnen die Brillen, gö< nöthigt gewesen, das Schlachtfeld zu räumen und sich nach Bilbao zurückzuziehen. Man spricht auch von einem heißen Tressen unfern von Puente la Reina, zwischen einigen navarresischen Bataillonen, und einem von der Armee Cordova's detaschirten, von Lerin kommenden (ZorpS, dem übel mitgespielt worden sey. 323 Eine Depesche von Bayonne vom 17. Sept. meldet, dah Espartero und die englischen Hülfstruppen eine sehr bedeutende Schlappe bei Bilbao erlitten haben. Man spricht von einem Verluste von beinahe tausend Mann. (ANg.Z.) Unter der Aufschrift »Letzte Nachlichten aus Spanien," sagt der Messages »Man versichert, daß durch außerordentliche Gelegenheit Briefe aus Madrid mit der Nachricht eingetroffen seyen, daß die Barstellungen des Hrn. Mendizabal nicht ohne Erfolg geblieben sind, und daß die Königinn sich dazu verstanden hat, Hrn. Arguclles und die Häupter der Opposition der Procuratorenkammer ins Eabinctt zu nehmen. — Es fragt sich nun, ob der Entschluß nicht zu spät ist, und ob die Leute, welche bei Empfang der Decrete vom Z. die Constitution von iäi2 auf verschiedenen Puncten des Kö» nigrcichs proclamirt haben, nicht sich zu weitenga« girt zu haben glauben werden, um zu einem System zurückzukehren, welches zum Ausgangspuncie das Estatuto Real nehmen würde, selbst mit dem entschiedenen Willen, die Folgerungen dcssel» ben so weit alH möglich auszudehnen. (Oest. B.) Drroßbr ita nn i rn. Der National versichert, nach Briefen aus London vom 54. d. M., daß sich das englische Ea< binet ^der directen Intervention.in Spangen bestimmt widersetzt habe. (Ost- B.) London, lH. September. Der Herzog von Nemours traf am 6. Abends vonLondcn in Ports« mouth ein, und wurde mit allen einem königlichen Prinzen gebührenden Ehren empfangen. Am nach« sten Tage reiste,cr nach Southampton weiter. Der Prinz m ein sehr hübscher junger Mann, trefflich ausgebildet, und spricht mit Geläufigkeit englisch. Am 6. lief die Fregatte Didon von 60 Kanonen, von Brest kommend, in den Hafen der Stadt ein; an Bord derselben befand sich der Prinz vcn Ioin-ville, der den Rang eines Schiffölieutenants beklei« tet. Seine Absicht ist, die Marine>Anstaltcn Eng. lands kennen zu lernen. (Allg. Z.) Gsmannisches Reich. Ueber die Audienz des Fürsten von '.Serbien, Milosch Obre no wits, dei Sr. Hoheit .dem Sultan, enthält die serbische Zeitung vom 2g. August (lo. September) folgenden Bericht: »Die Audienz des serbischen Fürsten Hrn. Milosch Obre. ncvits hat am 16. (2«.) August d. I. um »i Uhr Vormittags Stattgefunden, und war sehr großar. lig, wie sie nur ein mächtiger und gnätiger Kaise, veranstalten konnte. — Ihre Excellenzen der Se-riasker Ehosrcw Pascha, der kais. Schwiegersohn Halil Pascha, der Großadmiral Tahir Pascha, der Muschir llchmcd Pascha, der Namik Pascha und mehrere andere kaiserliche Wesire wohnten derselben bei. ^- Die Einführung des Fürsten in den Audicnzsaal geschah jn folgender Ordnung, näm« lich: EhoZrew Pascha und Großadmiral Tahir Pascha, Ersterer rechts und Letzterer links, gingen voran, ihnen folgten der kaiserl. Schwiegersohn Halil Pascha und der Muschir Achmed Pascha nach, und zwar Ersterer hinter dem Ehosrew und Letzterer hinter dem Tahir Pascha; dann schritt in der Mitte der Fürst, hinter ihm dessen Gefolge, welcher Zug von mehreren andern türkischen Beamten geschlos« sen wurde. — Se, Hoheit der allergnädigste Sul' lan, welcher auf einem Eanapee sah, begrüßte den Fürsten bei seinem Eintritte mit den Worten: „Fürst Mllosch, sci w'lllommen!« Fürst Milosch, der eme Uillform trug, machte die gewöhnlichen Verbeugungen, küßte dann dem Kaiser nach her« tömmlichcm Gebrauche den Iuß, und hielt in serbischer Sprache folgende Danlrede an den Sultan: ,Die göttliche Vorsehung hat mir gestattet zu crle» iben, uno die huldreichste Gnade Ew. kais. Maje« Hstäl würtiglc inlch hcule, vor dem Autlitze meines »und so v,clel glücklichen Böller großmachtigen >KalserS ,unc> Herrn m,ch persönlich durzustellen. ,Mein Herz schwimmt in der Fülle der gefühlvoll« «stcn Dantoartelt, und diese Fülle ivlro auch da-Ii)urch vermehrt, daß neben memer persönlichen »auch die herzliche Dantdarkeil der scrdiscyen Nation, ^welche unter dem Schauen deö wohlthätigsten ^Thrones Ew. 3^a)estat e«n Uedcrmah ocü Glü« »ckco gctueßt/ sich verelliigi. Dle Weiöhelt, welche «der ewige Gott mil Ihrer Vernunft gepaart, und .die Gerechtigkeitüliebe, welche der Himmel in Ihr "kalserllcheö Herz ergossen, habcn aNe jene Hindcr-^nisse, welche die Uebelgesimuen der Kraft Ihres ..Thrones und dem Glücke Ihrer Völker entgcgen-«zustcilen sich bemühten, beseitigt. Und.die Nie-, »Wnvette, wodurch Ew. Majestät der Erneueret »Ihreö Thrones geworden sind, weiden Ihren Na« »men unter den großen Kaisern aNe Jahrhunderte ^verewigen, und die Geschichte wird Sie nach Verdienst feiern und hoch preisen. — Ich aber alä »Vorstand des mir von Ew. Majestät anvertrauten «serbischen Volkes, nahe mich mit meinem und des »Volkes dankbarem Herzen vor die Füße Ew. Ma« s "jcstät und bitte treuergcbcnst, daß diese unsere 324 »Dankbarkeit huldvoll aufgenommen werden walle.« — Diese Anrede wurde von dem fürstlichen Rathe Hrn. Awram Petroniewits griechisch, und vom Hrn. Nicolaus Aristarch, der als Eeremonienmeister bei der Audienz fungirte, türkisch dem Sultan verdol» metscht, bei wclä'cr Gelegenheit der kais. Scbwie» gersohn Halil Pascha dem Dolmetsch öfter ins Wort fiel, und zur deutlicheren Ucbersehung der Rede beitrug. — Nach Beendigung der Rede ließ der Sultan durch den Ehosrew Pascha dem Fürsten in einem Etui sein Portrait, weichet, reich mit Brillanten beseht isl, überreichen: bei dessen Ueber« gäbe sagte der Sultan nun Fürsten : .Dieß wird dir, deiner Familie und deinem Hause gegeben;* dann wurde ihm durcd den Muschir Ackmed Pa» scha ein reich besetzter Säbel umgürtet, und durch die kais. Adjutanten ein mit einer brillantenen Schließe und Kragen reich besetzter Harwanie (Ehrenmantel) umgehängt. — Mit diesen Merk. inahlen der besondern Huld und Gnade siel unser geliebtestes Fürst Milosch nunmehr, so geschmückt und von Dankbarkeit durchdrungen, zu den Füßen des großmächtigssen Kaisers und küßte wieder nach dem herkömmlichen Gebrauche den Fuß. — Bei dieser Gelegenheit richtete dee Sultan einige tröstende Worte an den Fürsten, welche die Bosnier und die rebellischen Albaneser betrafen; e3 sollen nämlich die Ersteren gleichfalls der neuen Ordnung slch fügen, und das serbische 3and nicht mehr belästigen können, auch die Letzteren durch die Truppen, nelche der Sultan zu Wasser und zu Lande dahin brachte, zum Gehorsam gebracht werden. Auf diese kais. Bemerkung erwiederte der Fürst dem Sul. tan: «Alle diese Unruhen, mein mächtigster Kai. «ser, werden vor deiner Kraft so verschwinden, als »hätten sie nie existirt," welchem Ausdrucke der Sultan durch ein wohlgefälliges Lächeln seinen Bei» fall zollte. — Hieraus erklärte der Sultan den Wunsch, daß ihm das Gefolge des Fürsten nament« lich vorgestellt werde, und als der Hr. Aristarch sich anschickte, solches zu thun, rief der Sultan dem Fürsten zu: »Miloscbbeg! Milosckbeg soll selbst seme Suite vorstellen,- welchem Befehle der Fürst sogleich Folge leistete. — Mit dieser Präsentation endigte die Feierlichkeit, und der Sultan sagte zu seinen Wesiren, sie sollten den Fürsten durch den ganzen Pallast, und durch ganz Kanstantinopel füh« ren, ihm alle die Merkwürdigkeiten der Hauptstadt zu zeigen. — Nach Beendigung der Audienz führ« ten den Fürsten Ihre Excellenzen die Pascha's in die Wohnung des Muscbir Achmco Pascha, welche gleichfalls in dem kais. Pallasse ist, wohin nach ei» ncr kleinen Weile ein prcichliger Araber mit kost' barem Reitzeug und goldenen Steigbügeln, als Geschenk vom Sultan, dem Fürsten gebracht, und von da in die Wohnung des Fürsten abc,efühlt wur» de. — Mährend des Aufenthalts bei Muschir Pa« scha übergab Fürst Milosch diesem die verschiedenen Geschenke, worunter sich ein goldener, mit Brillanten reich besetzter und mit türkischen Inschriften versehener Becher für den Sultan defenders aus« zeichnet, so zwar, daß der Sultan sein Wohlg«fal» len darüber mit folgenden Worten: «So kräftig als der Milosch ist, eben so gewichtig find auch sei» ne Geschenke« ausdrückte. — Den folgenden Tag ritt Fürst Miloscb auf dem vom Sultan erhaltenen Pferde durch ganz Konssantinspel, und stattete dann mehreren Primaten und den zwei Patriarchen von Konssantinovel und Jerusalem seine Besuche ab. Beim Besuch des Patriarchen von Konstantinopel empfing ihn dltser mit allen den kirchlichen Serem»nion, und ertheilte ihm auch seiner Seitö den religiösen Segen auf die Würde eines Fasten von Serbien.« (Oest. B.) Konstantlnopel, 5. September. Man arbeitet hier an der Ausrüstung einer zweiten Division» die zu dem Blockadegeschwader an der albanesischcn Küste stoßen soll. Sind diese Streitkräfte vereinigt, so hofft man, daß de, Aufstand mit Einem Schlage unterdrückt werden wird. Eigentlich findet diese Insurrection keinen rechten Anklang ln der Masse des Volts, und sie würde obne fremdes Dazuthun schon in sicb selbst zcrsuNen seyn. Ich sprach neulich von französlschen Emissärs, die sicb unter den Al< banesen herumtreiben, und das Volk gegen die Pforte aufreihen sollten. Unlängst wurden hier zwei Individuen festgenommen, die. obgleich sie teine Franzosen, sondern Italiener von Geburt wa« ren, doch Papiere mit sich führten, woraus bervor« ging, daß sie von einem in Frankreich bestehenden Klub ausgeschickt waren, um in Albanien das Feuer der Insurrection zu unterhalten. Sie waren mit bedeutenden Summen, theils in Vaarcm, theils in Wechseln versehen, welches Gcld, wie man vermuthet, ihnen nicht bloß von iener gehei-men Gesellschaft, sondern aucb von Mebemed Ali, mit dem sie verkehrt haben sollen, anvertraut worden ist. Die Pforte hat mit ihnen kurzen Prozeß gemacht und beiden die Köpfe abschlagen lassen. (Allg. Z.) Neoacteur: Fr. Vav. Wein rich. Erleger: Dgnaz M. Gvler v. Uleinmnyr.