PrS«»merati«uS - Preise: Für Laih4ch: «anzjührig . . 8 fi. 40 k. Halbjährig . . 4 » 20 „ Wnteljährig . 2 .. 10 . Monatlich. - .. 70 .. Bahnhofgaffe Rr. ISS. Vr-editi«»s- L Jnftr«te»-Bure»«: Tongreßplatz Nr. 8! (Buchhandlung von Jg. ». jkkjM mayr L Aed. Baacker«^ Jn se rtiou Svrr t ke:^ ^ Für dir einspaltige PetitMK L 4 lr-, bei wiederholter Än» schaltung L S st. Anzeigen bis 6 geilen SO kr. Ganzjährig Halbjährig diMeljiihrj 8ür Zustellung in» HauS ^^ttelj. SS k., moriall. S lr. Bei grvßerrn Inseraten und öfterer Einschaltung entspr». chmder Rabatt. Für compliciertm Satz beson» dere Bergütnng. Einzelne Nummern 6 kr> Anonyme Mitteilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. neue schmerzliche Opfer» ohne bleibende Zerrüttung seine» Hauswesen» gar nicht möglich ist. «brr was kümmert dies alles den Wucherer, seine Ernte ist keinem Frostschaden au-gesetzt, die heimst er sicher rin; seinen Raub, der mit kalter Grausamkeit und Berechnung dem Elend und der Verzweiflung abgepreßt wurde, weiß er ins Trockene zu -ringen, und hohnlachend jubelt er noch im Sr» Heimen über die guten und süßen Früchte seiner innern Niederträchtigkeit! Ihm genügt, ihn beruhigt die äußere Form der Legalität. Da» Rechts gesühl des Volte» empört sich aber gegen solche Zustände, und wer an ihre Haltbarkeit glaubt, muß eben verschrobene Begriffe von Recht und Moral besitzen. Wie gedemüthigt muß sich der Richter fühlen, wenn rr sein heiliges Amt, da» zum Schutze der Bedrängten geschaffen ist, den Bedrängern und notorischen Wucherern leihen soll. ES gibt welche unter ihnen, die das Gericht und das Grundbuchsamt kaum zu Athem kommen lassen, und so wird die Justiz, die au« dem allgemeinen Staatssäckel gezahlt wird, jenen tributpflichtig, die sich jeder Steuer zu entziehen wissen. Ein solcher Zustand der Dinge ist ungesund bis ins Mark hinein und die Gesetzgebung mpß Hilfe bringen. Bereits hören wir von einem gegen den Wucher gerichteten Gesetzentwürfe, der im ungarischen Reichstage von der Regierung ein-grbracht wurde. Laibacher Tagblatl Nr. 136. Freitag, 16. Juni 1876. -- Morgen: Adolph. s. Jahrgang. Zur volkswkthschastlichen Lage. (Schluß.) Al« die Wuchergesetze aufgehoben wurden, geschah es in der guten Meinung, dem Kapital freiere Bewegung zu verschaffen und «S dadurch im erhöhten Maße der Productim, der reellen Arbeit zu-juführen. Man dachte sich, die Fülle der Kapitalien und die Concurrmz ihre» Anbotes werde den Preis de- Geldes, den Zinsfuß von selbst herabdrücken. Alle diese Voraussetzungen waren trügerisch. In Ländern mit vorgeschrittener Bildung, kräftiger Industrie und geordnetem Geldwesen, in Ländern, wo Kapitalien sich anhäufen können und in Ueberfluß wirklich bestehen, wird allerdings die freie Bewe-gung de« Kapitales ihre guten Früchte tragen; eine Ausbeutung de« NothstandeS ist dort, wo eben kein Nothstand besteht, nicht denkbar, dem Wucher find dort in vorhinein die Quellen und Gelegenheiten entzogen. Die Schweiz z. B. verdient von Touristen jährlich 30 Millionen Franc- in Gold, e« circuliert dort Geld in Ueberfluß, man ist froh, sein Geld mit 2 bi« 3 Perzent sicher anzulegen. Ein geringer normaler Zinsfuß ist auch in England, Frankreich, Deutschland die Folge allge. meiner Ursachen und günstiger voikswirthschaftlicher Verhältnisse. Wie steht e« aber in Oesterreich? Unsere Staatsschulden sind bei gleichzeitiger Veräußerung de« StaatSeigenthum« und sprunghafter Erhöhung der Steuern riesig angewachsen; jahre» lang wurden die volkswirihfchaftlichen Interessen vernachlässiget, und für «ine utopische äußere Politik dem Auslände preisgegeben, und überdies müssen die industriellen Länder: Böhmen, Mähren, Nieder-Oefterrrich, Schlesien, Steiermark den größten Theil der Kosten eines Großflaate« bestreiten. Au« allem dem folgt die Kapitalarmuth unsere« Lande«; die Produttion kann nicht so billig, der Erwerb nicht so ergiebig, die Vermögensblldung nicht so leicht sein, wie itt ändern Ländern, darum sind unsere Staats, und Jndustriepapiere größtentheil« in Hän-den ausländischer Kapitalisten, und wir müssen jährlich durch Arbeit Millionen verdienen, die aber nicht im Lande bleiben, sondern als Zinsen unserer Schuldtitel an den Besitzer hinauswandern. In einem kapitalarmen Lande ist die Herabdrückung des Zinsfußes durch Concurrenz de« Ka. pital« ein leerer Wahn; die wenigen, welche in einer Periode wirthschaftlichen Niedergange« noch Kapital besitzen, nützen bei freier Bewegung den Nothstand auf da« unverschämteste au«. Wenn nun in solcher Lage MiSjahre kommen, wenn keine öffentlichen Vorkehrungen in genügendem Maße getroffen sind, um dem Landmanne und kleinen Handwerker zur Zah-lung feiner Steuern, zur Bestreitung feiner Hau«, bedürfnisse Geld zu verschaffen, dann schießt der Wucher üppig ins Kraut, dann greift der Hilfslose, der Untersinkende nach jedem Strohhalm, der ihm scheinbar oder im Momente Rettung bringt, dann ist er in dem Seelrnzvstande, um sich von der Habgier, der herzlosen Schäbigkeit, der betrügerischen Schlauheit Versprechungen ablocken und »bringen zu lassen, deren Tragweite er in seiner GrmüthSver-fassung nicht überblicket, deren Erfüllung ihm ohne Jemlleton. Eine Roseulu»»pe. Novelle von A. L. (Fortsetzung.» DE- Rosenknospe war bestimmt, nie für Eduard Fane zu. erblühen. Seine Mutter war eine reiche, hochmüthige Frau, mit allen Borurthrilen der Aristokratie behaftet. S.e verachtete Rose'« arme Verwandte und veranlaßte ihren Sohn, sein Wort zu brechen. Die Liebendm trennten sich und sahen sich selten wieder. Beide besuchten vielleicht dieselben Häuser. aber nicht zu gleicher Zeit, denn er wurde m die Festhalle geladen, sie schlich in da- Kranken-Vmmrr; er war der Gast des Vergnügen« und des Glück-, fix die Gefährtin der Angst. Nach ihrer Arennung war Rose lange in der Wohnung de-vrrrn Toothoker, den sie mit der rachedurstenden Vvffnung heiratete, daß sie da« Herz ihres falschen ik»« « brechen würde. Sie ging in da- Hau« Bräutigam« mit so bitteren ThrSnen/ al« der Schwelle de- Brautzimmer- ver« S°Mn wurden. Ja, obgleich ihre« Manne« Haupt ««sing grau zu werden und sein Herz durch den Winterfrost kalt wurde, so fing Rose doch bald an, ihn zu lieben, und wunderte sich über ihre eheliche Zuneigung. Er war alles, was sie zu lieben hatte, denn sie bekam keine Kinder. Nach Verlauf eines Jahres wurde Herr Tool-hoker von einer langwierigen Krankheit befallen, die ihn schwächer als ein Kind machte. Er schleppte sich zu feinem Geschäft hin und kam mittags und abends nach Hause, nicht mit dem männlichen Tritt, der eine« Weibe« Herz erfreut, sondern langsam, schwach und bei jedem Schritte dumpf mit seinem Stock auf den Boden stoßend. Wir müssen e« feimm hübschen Weibe verzeihen, wenn sie zuweilen erröthete. ihm anzugehören. Ihre Freunde, die ihn kommen hörten, erwarteten die Erscheinung eine-alten Manne«, aber er schleppte seine entnervten Glieder in da« Zimmer, und Herr Toothoker war da. Al« die Krankheit schlimmer wurde, ging er nie in den Sonnenschein, ohne feine Rechte auf einen Stock und feine Linke auf die Schultet seine« Weibe« zu stützen, welche so schwer niederstes, wie die Hand eine« Todten. So stützte diese« zarte Weib, einem Mädchen noch immer gleichend, die große, breitschulterige Gestalt auf den Promenaden in ihrem Keinen Garten, pflückte Rosen für ihren grauen Gatten und sprach liebevoll zu ihm, wie zu einem Kinde. Sein Geist war gleich seinem Körper gelähmt. seine größte Kraftäußerung war Unzufriedenheit. Einige Monate führte sie ihn die Treppe hinauf, bei jeder Stufe eine Pause machend, oben angelangt, blieb er lange stehen, seufzte schwer und fand endlich die Kraft, die Thürschwelle zu überschreiten. Er wußte, daß der Umfang jener vier Mauern künftig feine Welt sein würde — seine Welt, sein Hau«, sein Grab — zu gleicher Zeit eine Wohnung und ein Begräbnisplatz, bl« er zu dem engeren und dunkeln getragen wurde. Aber Rofe war bei ihm in dem Grabe. Er lehnte sich auf sie bei feinen täglichen Gängen von dem Bette zu dem Armstuhle am Feuer und wieder zurück von dem langweiligen Stuhle in da« freudelose Bett, bi- zuletzt auch diese kleine Wanderung aushörte und fein Haupt den ganzen Tag auf den Kissen lag und fie ihn Tag und Nacht pflegte. Wie lange mußte Herr Toothoker diese- Leiden ertragen! Der Tod schien oft der Thür nahe und im Begriff zu sein, den Riegel zu öffnen, ja zuweilen fiel der Schatte« feine- häßlichen Schädel- in da- Zimmer; er nickte Rost zu, zeigte auf ihren Mann, aber verzögerte fein Kommen. (Schluß folgt.) Politische Rundschau. Laibach, 16. Juni. Inland. Wie dir „Pol. Corr." vernimmt, ist anläßlich der Rückreise des Kaisers Alexander von Rußland von Jugenheim nach Warschau eine Begegnung desselben mit dem Kaiser Franz Joses in Ausficht genommen. Dem „Hon" wird au» Wien mitgrthrilt: Die Aöllconfrrrnz hielt bi» nun vier Sitzungen, In welchen über dir sieben ersten Klassen de« Zoll« taris» vrrhandrlt wurde. Im großen und ganzen vrrliefen die Verhandlungen ziemlich glatt, obwol nicht ganz frei von Gegrnsätzrn. Bei der Behandlung dieser Klassen konnten sich auch keine besonder« Gegensätze zeigen, nachdem jene Abteilungen, welche von den Jndustrie-Artikeln handeln, erst jetzt ^zur Sprache gelangen werden. Es ist nicht unwahrschein, lich, daß die Zollconserenz durch mehrere Monate in Permanenz verbleiben wird, denn die handelspolitischen Angelegenheiten beschäftigen gegenwärtig die beiden Handelsministerien und auch das Ministerium des Aeußern auf das lebhafteste. Zur Durchführung des rumänischen Handelsvertrages, der am 1. Juli in Wirksamkeit treten soll, müssen die noth-wendigen Schrittr geschehen, ebenso bezüglich der Er-neuerung der Handelsverträge mit Italien, Deutschland und Frankreich. Wie der «Pester Lloyd" aus Wien erfährt, sind die Vorarbeiten behufs Aenderungen in der Zucker-, Spiritus und Biersteuer in vollem Zuge. ES soll namentlich bei der Zuckersteuer das Pauschalierungsshsten fallen gelassen werden und statt der verarbeiteten Rühenmenge da« thatsächlich rrzeugte Zuckerquantum die Basis der Besteuerung und demgemäß auch für die Exportprämie bilden. Dir beiderseitigen Legislativrn werden über diese Gesetze noch in diesem Jahre schlüssig zu werden haben, da letztere gleichzeitig mit dem AuSgleichS-gesetze, das ist mit dem 1. Jänner 1877» in Wirksamkeit treten sollen. Das ungarische Abgeordnetenhaus vertagte die Wuchergesetzvorlagefür die kommende Session. Im ungarischen Abgeordnetenhause antwortete der Ministerpräsident Tisza auf eine Interpellation Jranyi's über die Haltung der ungarischen Regirrung i« der orientalischen Frage, daß die Regirrung sich ihrer Pflicht bewußt ist und sich mit dem Ministerium des Aeußern stets in Verbindung gehalten hat. Der Minister des Aeußern hat auch diesbezüglich stets die größte Zuvorkommenheit bekundet. Die Politik Oesterreich-UngarnS sei eine friedliche gewesen, darum habe es sich der Reform-Note angrschlossen, welche in Konstantinopel überreicht worden ist. Die inzwischen ringrtrrtenen Ereignisse in der Türkei machen ein weiteres Vorgehen vorläufig überflüssig, nachdem Aussicht vorhanden sei, daß die türkischr Regierung die nöthigen Reformen spontan durchführen werde. Sollte sich ein weiteres Vorgehen doch wieder nöthig erweisen, so werde das Ministerium des Aeußern abermals auf friedlichem Wegr einzuwirken suchen. Ueber die Art und Weise könne man sich jetzt noch nicht äußern, doch so viel könne, versichert werden, daß eine bewaffnete Inter-vention nicht beabsichtigt werde. Ausland. Der französische Senat nahm den Gesetzentwurf an, wonach dir Regirrung rrmächtigt wird, durch Drcrrt dir Ausprägung von Silbrr-münzrn zu beschränken oder zu suspendieren. Aus Anlaß der Kammerwahlen in Bel-girr» fanden am 13. d. in Brüssel, Gent und Antwerpen lärmende Kundgebungrn großrr VolkS-mafsrn statt, die unter den Schutz der Bürgergardr gestellt werden mußtrn. Mrhrrrr Verhaftungen wur. den vorgenommen. Nach glaubwürdigen Nachrichten rrstürmtrn dir Jnsurgrntrn das Fort Jrlovac bri Prirdor. Am 8. d. rücktrn 7000 Türken in vier Eolonnen gegen da» Kloster Mostanica, wo sich die Insurgenten in der Stärk von 2000 Mann festgesetzt hatten. Ueber 400 Türkrn blirbrn todt, 1200 verwundet; auch die Insurgenten hatten große Vrrlustr. Dreimal schlug der Blitz in die türkischen Colonnrn. Am 10. d. fand rin Grfecht bei Dubica statt. Die Türken wurden geschlagen und erlitten bedeutende Verluste. ^ ^ Dir „Pest. Sorr.- bringt da« ursprüngliche Constitution- - Elaborat Mithad Pascha'«; dasselbr lautrt, wir solgt: 1. „Drr türkische Staat als solcher hat gar keine Religion, rrkennt jedoch alle Lulte au, beschützt und subventionirrt dirsrlbrn. 2. Jrdr Nationalität und Confrfsion behält die freie Ausübung ihres Rilu» unter dem betreffenden kirchliche» Oberhauple und besitzt vollständige auto. nome Kirchenverwaltung. 3. Der Sultan bleibt Khalise, Religionschef der Muselmänner und Staatsoberhaupt. 4. Der Sultan genießt vollständige Souveräni-tätSrechte und beschließt über Krieg und Frieden. Gegen Willküracte des Sultans kaun jeooch die Volksvertretung Einsprache erheben. 5. Die Bolk-vertrelung besteht aus freige-wählten Abgeordneten der einzelnen Distrikte. Die Wahl basiert aus einem gewiffen, mit Rücksicht auf den erwünschten soliden konservativen Charakter der Kammer höher angejetzten Lensus. 6. Alle Unterthanen des türkischen Reiches, ohne Unterschied der Confession und Nationalität, besitzen das aktive und passive Wahlrecht. 7. Tie Abgcordnelen-Kammer prüft die Klagen gegen Misbräuche der Verwaltung aller Provinzen, um den Misbräuchen zu steuern und die rventuelle Jutervention fremder Mächte ausschltrßm zu könnrn. 8. Dir Kammer hat das Recht, gegen gesetz» widrige Acte des Sultans Verwahrung einzulegen. 9. Die Kammer stellt alljährlich das Staatsbudget und dir Civillitte fest. 10. Die Minister werden vom Sultan ernannt und sind der Volksvertretung verantwortlich. 11. Die Kammer hat bezüglich der Politik kein Initiativrecht, jedoch steht ihr das Recht der Controle zu. 12. Alle Unterthanen des türkischen Reiches, ohne Unterschied der Confession und Nationalität, sind vor dem Gesetze gleich und haben gleiche Rechte und gleiche Pflichten. 13. Alle Würden und Aemter, sowol im Civil-als im Militärdienste des Reiche-, sind allen Unterthanen gleichmäßig zugänglich. 14. Jrdrr Angrltagte muß binnen 24 Stunden vor seinen natürlichen Richter gestellt werden. 15. Für Eriminalsälle werden Asstsen ringe-führt. Die Geschwornen werden aus der Mitte der Bevölkerung ohne Unterschied drr Lonsrsfion und Nationalität «wählt. 16. Cs wird Preßfreiheit gewährt, welche durch ein Specialgesetz geregelt wird. 17. Der StaatSrath wird beibehalten. Die Mitglieder desselben ernennt der Sultan auf Vor» schlag de» MinisterratheS. 18. Der «taatSralh ist mit der Ausarbeitung drr Gesetzentwürfe betraut. 19. Alle Staatsbeamten ernennt der Sultan auf Vorschlag der Minister. Jeder Beamte ist für seine Acte verantwortlich." Zur Tage-geschichte. — Der Bodensee ist in fortwährendem Steigen begriffen, und steht das Wasser desselben bereits in drr Höhe des Bahnkörpers. DaS TelegraphrnamlS-Sebäude in Bregenz steht theitweise unter Wasser. — Grubenunglück. Am 12. d. nachmittags sind dir Gebrüder Sagnier, Steinkohlenbergbaubesitzer, und vier ArbeitSleute, wrlche in eine Kohlengrube bei Weitenstein nächst Tilli sich begeben wollten, infolge des in dem Schachte angesammrlt grwrsenrn Bases erstickt und sogleich todt geblieben. Ein sünster Arbeiter, und zwar ein älterer, er-sahrener Mann, ahnte, daß eS nicht räthlich sei, in den Schacht zu gehen, und veranlaßte, Laß in denselben frische Lust hineinkommt, woraus das furchtbare Ereignis entdeckt worden ist. Die grazer „Tagespost* bemerkt: „ES ist nur zu wundern, daß der erste, alS-er sah, daß ihm seine Grubenlampe erlosch, nicht sogleich den Rückweg angetreten hat. Diese Katastrophe sollte eine Mahnung für Bergleute sein, daß sie, wenn ihnen beim Eindringen in «inen Schacht das Licht in der Lampe entweder nicht brennen will oder gar auSlöscht, sofort den Rückzug antreten sollen." — Gegen den Ausgleich. Zu Allentsteig bei Zwettl in Nirdrrösterrrich hat diesertage unter außerordentlich zahlreicher Theiluahme der Landbevölkerung eine Wan-derversammlung des wiener deutschen Vereins stattgesunden, wobei es zu sehr beachtenSwerthen Kundgebungen gegen die im neuen Ausgleiche mit Ungarn stipulierte Mehrbelastung Oesterreichs kam. » — Umkehr. Der heißblütige, bei jeder Gelegenheit in den Rkihen der regierungsfeindlichen Opposition eifrige, in massiven Formen gegossene Oberhirt der linzer Diöcese hat in Gnaden und mit Zustimmung des Vatikans zu gestatten geruht, daß die hilfsbedürftigen Seelsorger Ober-österreichs um Unterstützung aus Reichsmilteln einschreiten dürfen. Dieses Einschreiten verursacht dem streitsüchtigen Generalstäbler der klericalen Armee — keine Auslagen. — Ausstellung in München. Oesterreich und Baiern sind mit ihrer Ausstellung ganz serlig, die Vollendung im übrigen Theile ist nächste Woche zu erwarten. Di« österreichische Abtheilung ist nach dem übereinstimmenden allgemeinen Uctheil die schönste, reichhaltigste und werth-vollste Partie der Ausstellung. Zahlreiche Objecte österreichischer Aussteller sind bereits von sremden Gewerbemuseen und Kunstschulen angekauft worden. — Zur Action der Säbelherrschast. Der „N. fr. Pr." wird unterm 12. d. aus Hainburg geschrieben: „Heute nachts um halb elf Uhr wurde der auf dem Heim-wege begriffene hiesige Apotheker Keppel von einem ihm nacheilenden Jäger des hier in Garnison liegenden 24ten Feldjäger-Bataillons in der Mitte der Stadt durch einen Hieb mit dem Bajonnete im Gesichte schwer verletzt. Die Ursache des Angriffes ist bis nun nicht bekannt, jedoch mit Bestimmtheit anzunehmen, daß eine Personsverwechslung stattgefunden hat. Dem Verletzten wurde allsogleich durch einen herbeigeholten Arzt in der Wohnung ein verband angelegt. Dir Wunde geht vom Kinn über den Mund bis zur Stirne. Der Attentäter ist, trotzdem er in die Kaserne eingerückt ist, sonderbarerweise bis nun nicht eruiert. Nach einer ändern Version war das Motiv der That Eifersucht, indem der Attentäter den Apotheker irrigerweise bei der Dunkelheit für seine» Nebenbuhler angesehen hat." — Rationelle Landwirthe. Im Lande Tirol, in welchem der Weizen ewig und üppig blüht, kommt es vor, daß, wie das „Jnnsbr. Tagbl." erzählt, die ländliche Bevölkerung unmöglich Zeit findet, zur Beseitigung und Vertilgung des Ungeziefers auf Bäumen, Aeckern und Wiesen etwas zu thun. In dieser Noth und Bedrängnis nimmt man dann die Zuflucht zu ändern sicher wirkenden Mitteln. Bor allem werden Feiertage gehalten, Heilige verehrt, Bittgänge vrranstaltet. Messen gezahlt und Krüge mit Pfingst- und Jgnatius-Wasser auf Aecker und Wiesen anSgegofsen. Und da sage man noch, die tiroler Bauern seien in der alten Schule nicht zu rationellem Betrieb ihrer Wirtschaften angeleitet worden! — Ein Riesenhaus. Mr. Laukey läßt in London um den Preis von 2'/, Mill. Gulden ein zwölfstöckiges HauS bauen, welches 250 getrennte Wohnränme enthält, deren MiethSpreis 100 Pfund Sterling (für jeden) betragen wird. Die Küche, der Frühstück- und Speisalon, sowie das Lesezimmer werden gemeinschaftlich sein. In die höheren EtaHn^vermittell^in^Aufzu^der^^erkehr^^^^^^^ Lokal- uud Proviuzial-Angelegeuheiteu. — (Personalnachrichten.) Dem hiesigen Ober-realschuldirector Herrn Johann Mrhal wurde der Titel einrS k. k. Schulrathes verliehen. — Herr OberlandesgerichtS-Präsident Dr. R. v. Waser ist am 13. d. von Wien nach Graz zurückgekehrt. — Die Wahl des Herrn Dr. Neckermann zum Bürgermeister in Tilli erhielt die kaiserliche Bestätigung. — (Ausdennachbarlichenvädern.) Natur und Kunst haben das ihrigr gethan. Römerbad und Tüfier prangen im üppigen grünen Naturschmucke und die Park-anlagen wurden reizrnd hergestellt; daS neue Badhaus in Römerbad, welch»- mit einem Kostenauswande von 40,000 st-im geschmackvollsten Style äußerst elegant erbaut und ein« gerichtet wurde, enthält 16 Separatbäder und ein große« Basfin. Auch in den Bädern zu Tüfser herrscht eine muster-haste Reinlichkeit, und wird den Wünschen der Badegäste Rechnung getragen. In Römerbad befinden sich bereit« 1VS Badegäste, von welchen wir den Landtagsabgeordneten Herrn Baron Apsaltrern sammt Familie auö Kreuz, Herrn Samass« sen. aus Laibach, Frau Bürger, Handelsmanns, gattin aus Laibach sammt Tochter und Frau Supan, Battin des ehemaligen Handelskammer-Präsidenten, uennen. Römer-bad besitzt ein nur aus eils tüchtigen Musikern bestehendes Drchesier, um welches wir den reizend gelegenen Badeort deneiden können. Die dortige Bahnhofrestauration ist der Eentralpunkt der Römerbad besuchenden BergnügungSzügler geworden. In Tüfser fanden sich erst 50 Gäste ein; die frequente «Saison dürfte am 1. Juli beginnen. ^(Anerkennung heimischer Industrie.) V°r einigen Tagen fand nach Bericht der grazer „Tages-p°st" in Graz auf der Floßlend, nächst der Radetzkybrücke, unter Leitung des Feuerwehrcvmmandaiilen Herrn Hueber und im Beisein der in Graz domicilierenden AuSfchüfse de« steiermärkischen FeuerwehrganverbandeS die Probe einer Ab-Protzspritze aus der bestrenowmierien Fabrik A. Samassa in Laibach statt. Die Leistungsfähigkeit wurde mittelst Manometer« auf 12 Atmosphären erprobt, und fand die Spritze wegen ihrer außergewöhnlichen Ganghöhe, welche durch da« Bacumeler aus 29 Fuß n-chgewiesen wurde, die Anerkennung der Fachleute. Die Wafserlieferung betrug in 50 Secunden 286 Liter, die Wurfweite mit einem 16'/, mm. Mundstücke SS'5, mit einem 14 mm- Mundstück- 33 Meter. Die Wurf, ^he zeigte mit 29 M-teru einen gebundeae» Strahl. Außer der Solidität, welche die Erzeugnisse der Firma S-massa auSzeichnet, ist hier noch eine eigene Loiistructio» erwähnen«. Werth durch welche die Kegelventile leicht zugänglich gemacht Werden, w°S von großer Wichtigkeit behus« der Reinigung ist, wen» die Röhren verschlammt oder sonstwie verstopst er-scheinen, durch welchen Misstand ost mitten in der Action eiue Spritze den Dienst versagen kann. Nach dem AnS-spruche der Prüfenden hat sich da» untersuchte Object vollkommen bewährt. — (Bestkegelscheiben im Perles-Aarten.) Bis gestern wurden 618 Serien geschoben, höchste Kegel-zahl 20. — (Die Turnerkneipe) wird morgen abends bei günstiger Witterung im Perles-Aarten abgehalten. Es kommt in derselben die genaue Feststellung deS Programms für die Tnrnsahrt nach Sagor zur Besprechung. — (Die Typhusepidemie) ist im Gesängen-Hause des nachbarlichen Kreisgerichte; Lilli auSgebrochen. Einem allsälligen Zunehmen dieser Krankheit wurde allso-gleich durch geeignete Maßregeln vorgebeugt. — (Die klagensurter Sänger) werden gelegentlich ihres für den 2. Juli projektierten Ausfluges nach Tarvis auch die weißenfelfer Seen besuchen. Im Interesse der Naturschönheiten Oberkrains erscheint der längst laut gewordene Wunsch nach Errichtung einer Restauration am Ufer des ersten Sees während der Sommerzeit hinlänglich gerechtsertigt. — (Ans dem r u d o l f s w e r t h e r Schwurgericht S s a a l e.) Johann Rosse aus Kalce bei Neudegg wurve am 7. d. wegen Verbrechens der Nothzncht zu acht-zehnmonallichem schweren, mit Fasten verschärften Kerker, am 8. d. Joses Killer auS Oberschöndors wegen Verbre-ds des Todtschlages zu zweijährigem, mit Fasten ve» Ichärstem, und Johann «erin auS Ardru wegen Berbre-ch'ns der Brandlegung zu vierjährigem, mit Fasten ver» Erstem «erker oerurthe.lt. » ^(Beilage.) Dem heutigen „Tagblatt- liegt ein Prospekt der österreichischen ReichSgesetze, herausgegeben von Heinr. Mercy in Prag, bei. Diese ReichSgesetze können durch die Buchhandlung v. «leinmahr L Bamberg in Lai-""ch bezogen werden. — (Die Erde und ihr« Völker) Bon diesem sch" ö*"dnch von Hellwald herausgegebenen, mit hüb-. E" ^ustrationen auSgestatteten geographischen Handbuch Lieserungen L 30 kr. liegen die beiden ersten Liese-ungen in der hiesigen Buchhandlung v. Kleinmayr L Bam-erg zur Ansicht bereit. Eine auSsührliche PränumerationS-«nladung »egt unserem heutigen Blatte bei. ^ (Aus den slovenischen Blättern.) der „Slov. Narod" bespricht in seiner 184. Nummer, ohne dem Damoklesschwerte zum Opfer gefallen zu sein, »«» Jnslebentreten des BerwaltnngSgerichtShofeS. „Sl. N * sagt: „Wir find überzeugt, daß die sanguinischen Hoffnungen nicht in Erfüllung gehen werden, die matt an die Treierung dieses neuen Gerichtshofes geknüpft hat, weil eben die Regierung aus letzteren einen zu großen Einfluß hat; unangenehm berührt haben un» die ersten Ernennungen; nichtsdestoweniger kann dieses Institut mit seinem moralischen Einflüsse nützlich aus die adminiftrative Gebahrung einwirren. Bon fruchtbringendem Einflüsse wird dessen Thätigkeit auf die Entwicklung des öffentlichen Rechte- sein und in der Folge wird dadurch möglicherweise da« Versahren politischer und autonomer Organe aus daS rechte Geleise gelenkt werden". (Wir erlaubten uns nicht, eingangserwähnte negative Ueberzeuguug auszusprechen. A. d. R.) — Der „Slo-venec" beschäftigte sich des längeren mit der Frage: „Soll sich der Priester mit der Politik befassen?", und gelangt zu der Antwort: daß sich j e de r m a n n an dem politischen Kampfe bethliligen soll in der Ueberzeugung, daß er feiner Pflicht, dem Willen Gottes und der heiligen Kirche entsprechend handeln soll. Priester mögen sich jedoch nicht gottloser Hilssmittel bedienen, dürsen und sollen nicht lügen und betrügen, sollen nicht UebleS Nachreden, denn dem Priester stehen ganz andere, ausgiebigere Hilssmittel im politischen Kampfe zur Seite, nemlich: Beten, Fasten, die heiligen Sacramente, gute Werke und ein guteS Gewissen. „Slove-nec" schließt: „Lassen wir nnS nicht übertrefsen von unseren Feinden I Würde es sür uns nicht eine Schmach sein, wenn die Liberalen in diesem Fache mehr gtleisttt hätten, als die Priester?" (Die Geschichte Kcains, die älteste und neueste, dürste wol ohne große Mühe den Nachweis liesern können, daß die Priester nicht jederzeit gebetet, gefastet, Buße ge-than und Almosen gespendet, sondern nur zu häufig mit sehr scharfen Waffen gegen den Liberalismus, die Regierung und Verfassung in den politischen Kamps eingetreten sind. A. d. R). — (Ueber unsere Forstzustände) lese» wir in der „Vorst. Ztg." solgenden Bericht: „Die Wiener, welche die Feiertage benützten, um eine Exkursion nach Krain zu unternehmen, sind von der Schönheit dieses Landes wol entzückt; sie drücken aber ihr aufrichtiges Bedauern aus über die schrecklichen Verwüstungen, welche Eigennutz und Unverstand in den dortigen Wäldern anrichten. Ganze Berg-lächen zeigen den Kahlhieb, und nur Unterholz bringt sich kümmerlich aus denselben sort. Unsere Gewährsmänner wün-chen den Krainern einen Wienerwald-Schöfsel, damit er gegen die Gleichgiltigkeit oder Blasiertheit der verschiedenen Herren Gewerke und gegen die Dummheit so mancher bäuer-lichen Waldbesitzer zu Felde ziehen könnte." — (Wafsenübungen.) Der grazer „Tagespost" wird aus Wien mitgetheilt: „Die General- und Militär-commanden wurden angewiesen, inbetreff der an öffentlichen und mit dem Rechte der Oeffentlichkeit auSgestatteten Lehranstalten als Prosefforen und Supplenten «„gestellten oder noch in den Studien befindlichen Offiziere in der Reserve und Reservemänner die Bestimmungen deS Rescriptes vom 15. April 1875 2 Nr. 2259 auch sür dieses Jahr anzuwenden und denjenigen vorbezeichneten Personen, welche zu der Ableistung der Waffenübung während deS Studienjahre« einberuseu wurden, über ihr Ansuchen die Verschiebung der Waffenübung zu gewähren." Gemeinderathssitzung am 13. Juni 1876. (Schlug.) Berichte der Schulsection. Dr. SuPpan referiert über das Gesuch des laibacher Turnvereins um Mitbenützung der Turnhalle an der Oberrealschule und beantragt, nachdem die Sparkaffe bereits die Erlaubnis ertheilt und die Direktion der Schule die Zu-Lässigkeit erklärt hat, gegen dem die Zustimmung zu erthei-len, daß der Magistrat die nähern Modalitäten sestzustellen habe. — Wird angenommen. Dr. Schasser referiert über eitte an die Regierung ,n richtende Petition um Berücksichtigung Laibachs beiOrga-uifiernng deS gewerblichen Unterrichtes. Referent gibt in ausführlicher Weise eine Darstellung der Entwicklung und des heutigen Standes deS SewerbrschulwesenS in Oesterreich, der Organisation der verschiedenen hieher gehörigen Anstalten, der Gründe, welche sür die Errichtung einer solchen in Latsch vorhanden find, und schließt mit dem Anträge: Es sei eim Petition an da- Ministerium sür Lultus und Unter- richt zu richten, daß bei weiterer Durchführung der Organisation des gewerblichen Unterrichtes auch die Landeshauptstadt Laibach berücksichtiget und daselbst, wenn möglich, bereits im Jahre 1877 eine Werkmeisterschule mit den Abtheilungen sür Baugewerbe und ornamentale Gewerbe errichtet werde. PotoLnik besürwortet den gestellten Antrag, Horak desgleichen, nur wünscht ex, daß in denselben auch ein Ein-vernehmen mit der Handelskammer ausgenommen werde. Potoinik theilt mit, daß LieSsalls bereits der HandelS-kammer-Präfident mündlich mit dem Minister gesprochen habe. Dreo bestätigt dies und gibt bekannt, daß der Minister die thunlichste Unterstützung versprochen. Dr. Schaffer meint, daß aus den Zusatzantrag Horaks nur in dem Sinn« eingegangen werden könnte, daß die Handelskammer einge-laden werde, eine gleichlautende oder ähnliche Petition zu überreichen, eine gemeinsame Petition sei nicht empsehlen»-werth. Horak accommodiert sich mit dem Referenten, und dessen Anträge werden sohin einstimmig angenommen. Deschmann reseriert über die vom LandeSschulrathe angeregte Erweiterung der städt. Volksschulen. Dieselbe bezieht sich aus die Errichtung einer Bürgerschule und einer neuen Volksschule, dann aus die Umgestaltung der bestehenden Schulen in sünsklassige. Was zunächst die Errichtung einer Bürgerschule anbelangt, so wären formell nach den geltenden Gesetzen die Bedingungen sür eine solche zwar vorhanden, allein nach den hiesigen Schulverhältniffen — namentlich beim Vorhandensein zweier Mittelschulen, in die ein großer Theil der Schüler aussteigt — ist thatsächlich das Bedürfnis nach einer Bürgerschule kaum vorhanden, die übrigens im ganzen Lande mit Ausnahme SurkseldS noch nirgends errichtet wurde. Such wäre es unbillig, der Gemeinde, die erst jüngst durch den Aufbau der großen Volksschule so bedeutende finanzielle Opfer sür da- Schul» wesen gebracht, wieder welche auszulegen. Dieser letzte Grund spricht auch eindringlich gegen die Herstellung einer neue» städt. Volksschule, abgesehen davon, daß auch ohne dieselbe noch Jahre hinaus leicht da- Auslangen gesunden wurden dürste. Beim Schulgebäude am ZoiS'schen Graben werden bereits ausgedehnte Räume geschaffen, und eS wird sich vor allem darum handeln, daß in der Umgebung der Stadt die erforderlichen Schulbauten durchgeführt werden und daß die remde Jugend nicht mehr die städtischen Schulen übersülle. In Bezug auf die Erweiterung der städt. Volksschulen zu ünsklassigen endlich stellt sich diese Maßregel bei den Knaben-chulen, theilweise auch als ein Ersatz sür die Bürgerschule als ersprießlich dar, unter der Voraussetzung, daß selbe ohne Vermehrung der Lehrkräfte und der Lehrzimmer, also ohne neue Kosten durchgesührt werden kann, nicht aber bei der städt. Mädchenschule. Diese wird meist nur von der Jugend der ärmeren Klaffen besucht, und abgesehen davon, können von hier aus die talentierteren Mädchen noch in die höheren Klaffen der Klostersrauenschule aussteigen. Reserent stellt daher solgende Anträge: Die Errichtung einer Bürger- schule, einer neuen städt. Volksschule, einer sünsten Klaffe an der städt. Mädchenschule werde abgelehnt; an den städtischen Knaben-Volksschulen dagegen wird je eine fünfte Klaffe ins Leben gerufen, wobei jedoch mit den vorhandenen Lehr-kräften und Lehrzimmern daS AuSlangen gefunden werden muß. Endlich ist der Magistrat anzuweisen, sich in der Richtung zu verwenden, daß in der Umgebung der Stadt die gesetzlich vorgeschriebenen Schulbauten hergestellt und die Uebersüllung der städt. Schulen mit sremder Jugend hintangehalten werde. Ueber diesen Gegenstand enspinnt sich eine ziemlich langwierige, theilweise etwaS erregte Debatte. Regali beanständet die große Ausführlichkeit de- Re-feratS, erklärt heute nicht gehörig informiert zu fein, um über einen so wichtigen Gegenstand abzustimmen, und beantragt, dir Beschlußfassung über denselben aus die nächste Sitzung zu verschieben. Potoenik unterstützt diesen An-trag und wünscht überhaupt, daß größere Referate entweder mehrere Tage vor der Sitzung zur Einsicht aufliegen oder den »emeinderSthen lithographiert zugänglich gemacht werden sollen. Dr. v. Schrey findet die vorgebrachten «lagen über UnverstSndlichkeit und dergleichen inSbesonderS dem erschöpfenden und vollkommen klaren Vortrag« de» «efe-renten gegenüber etwa« auffallend. Um die Stelle eine« GemeinderatheS gehörig anSzufüllen, find eben gewisse Vorbedingungen nothwendig; man muß mit den verschiedenen Aufgaben der Stadtvertretung vertraut sein und e» muß daher gewiß eine Ignoranz überraschen, die z. B. in der Feuerwehr kein städtische- Institut sehen will. Iurkik will irr den Bemerkungen Dr. v. Schrey'« eine Jnvective sehen. Horak stimmt auch in die Mage über die au», gedehnten Referate rin; vor Jahren seien im Lemeindrrathe auch Doetoren und RechtSgelehrte gewesen, die hätten aber immer kurze, leicht verstSndliche Referate erstattet, er lasse sich nicht überrumpeln, und eventuell werde er gar nicht mitstimmen. Dr. v. Kaltenegger konstatiert, daß im Hinblick aus dir geltende Geschäftsordnung und auf eine prompte Erledigung der Arbeiten der von Regali gestellte Antrag jedenfalls nur als ein ganz ausnahmSweiser Vor. gang aufgesiihrt werden könne. Dr. KeeSbacher pro. testiert dagegen, daß man die Ausführungen Dr. v. Schrey'S als eine Jnvective bezeichne; der Fall der gänzlichen Unwissenheit über rin bestehendes städtisches Institut sei doch vorgekommen und dieS zu konstatieren sei doch unmöglich eine Jnvective. Dr. Sn pp an weist daraus hin, daß, wie schon öfter früher, so auch die heutige Sitzung die Reformbedürftigkeit der geltenden Geschäftsordnung dargethan habe. Er behält sich einen darauf zielenden Antrag für die Zukunft vor und beantragt für heute nur an den SectionS» anträgen die Abänderung, daß vorerst nur an einer der beiden Snabenvolksschnlen eine fünfte Klaffe errichtet werde. Regali ergreift nochmals das Wort, um seinen Standpunkt zu vertreten, und beruft sich auch auf seine Wähler, meint: eventuell müsse er mit ihnen Rücksprache Pflegen, und verwahrt sich schließlich dagegen, daß ihm von Dr. v. Schrey hier Belehrungen ertheilt werden. De sch mann eröffnet sein Schlußwort mit der Bemerkung, daß er in dem Referate den Gegenstand nach seiner Meinung ausführlich und für jedermann einleuchtend dargethan habe; er warnt weiter davor, den Berathnngen der Sektionen, wo jeder Gegenstand auf das gewissenhafteste erwogen wird, eine Art MiStrauen entgrgenzubringen und die Erledigung der Ge-schäfte durch einen schwerfälligen parlamentarischen Apparat zu verzögern und zu vertheuern. Gegen den Abänderung--antrag Suppans sei hervorzuheben, daß nach seiner Information an beiden Schulen hinreichend Schüler für eine S. Klaffe vorhanden sein werden. Wenn von einerSeite auch die Berufung an die Wähler herbeigezogen wurde, er wolle eS nicht verhehlen, Laß er von seinem ganz persönlichen Standpunkte auf solche Versammlung nicht sehr viel halte. Durch geschickte Wendungen werden bei solchen Gelegenheiten leicht Beschlüsse provociert, die keineswegs immer alS der wahre Ausdruck der öffentlichen Meinung gellen können. Vor der Abstimmung erklärt der Bürgermeister, den Antrag Regali's nur in dem schon angedeuteten ausnahms-weisen Sinne aussaffen zu können. Bei der Beschlußfassung werden sodann lediglich die Sectionsanträge vollinhaltlich angenommen. Berichte der Finanzsection. Dr. p. Schöppl berichtet über das Gesuch des juri-bischen Unterstützungsvereins an der wiener Universität und beantragt mit Rücksicht auf die finanzielle Lage der Gemeinde die Abweisung. — Wird angenommen. Derselbe referiert über die Verpachtung der städtischen Jagd und beantragt ein Offert mit dem Jahrespacht per 800 fl. anzunehmen. — Nach einer kurzen Debatte, an der sich Potoknik, Laßnik, Terpin und der Referent betheiligen, wird der Sectionsantrag zum Beschluß erhoben. Hiemit endet nach 4'/,stündiger Dauer die öffentliche Sitzung und es solgt noch eine geheime, die erst nach 9 Uhr endet. ________________ «»«gesendet Löbliche Redactton! Der im „Tagblatt" vom 9. Juni l. I., Nr. 131, er-schienen« Bericht über die letzte Versammlung des konstitutionellen Vereins, worin ich über die Verhandlungen der letzten Landtagssession referierte, wird von mehreren slove-nischen Blättern zum Anlässe genommen, sich mit meiner Person in ihrer bekannten liebenswürdigen Weise zu beschäs-tigen. Ich würde diese gegnerischen journalistischen Auslassungen als etwas gewohntes ohne weitere Bemerkung über mich ergehen lassen, wenn ich nicht besorgen müßte, daß mein Stillschweigen zu jenem, diese Ausfälle veranlassenden Berichte anderweitige MiSdeutungen Hervorrusen könnte. Ich bin daher bemüsstgt zu erklären, daß jener Bericht im „Tagblatt" sehr viele Unrichtigkeiten enthält, ja daß er mir sogar die Berichterstqttung über Landtagsvorlagen und Landtagsbeschlüsse zumuthet, welche gar nicht existieren. In eine Richtigstellung desselben kann ich mich aus dem Grunde nicht etnlassen, weil die- zu viel Raum beanspru- chen würde und jene Leser, die ein Interesse am Gegen-Sande haben, ohnehin dasjenige, wa«ich in gedrängter Kürze »e. in den stenographischen Landtagsberichten a«r... «Wtefl ynden Nur MUÜ ich bezWich der mix >krm den Mund gelegten SuSdrucke „der von y»r der LandtagSmajdrität eriheilten Rüge" die Bemerkung machen, daß tch in einem möglichst objektiven und über-sichtlichen Reserate her jeder wichtigeren. Landtagsverhandlung den Stanwunk d,r Majorität r,»d Muoritht gekennzeichnet, daher auch die der elfteren allerdings sehr unbequeme strttik im Simre der stattgehabten Debatte wiedergegeben und mir durchaus nicht die Rolle des „ErtheilerS von Rügen* ange-maßt, sondern blos den Standpunkt eines Referenten über die Lanbtagsverhandlungen eingenommen habe. Namentlich muß ich bezüglich der Erledigungen der Petitionen mehrerer landschaftlicher Beamten um Erhöhun-gen ihrer Gehalte oder sonstigen Bezüge bemerken, daß ich nur den im Landtage zur Sprache gebrachten Gesichtspunkt der Anwendung eines ungleichen Maßstabes und der Bevorzugung einzelner Persönlichkeiten wiederholt habe. Schließlich kann ich nicht umhin, den Bericht in dem Punkte zu vervollständigen, daß ich in meinem Referate auch die Gehaltserhöhung oder richtiger gesagt Gehaltssystemisiernng deS MusealcustoS berührt habe, allerdings mit der Bemerkung, es sei dieselbe unter Beigabe von Jnvective» gegen meine Person seitens eineS ländlichen Abgeordneten erfolgt, deren Zurückweisung dem Berichterstatter Herrn Dr. v. Schrey Vorbehalten blieb. Genehmigen. . . Karl Drschmann. Witterung. Laibach,. 16. Juni. Morgens klarer Himmel, vormittags theilweise bewölkt, Streisregen, schwacher SO. Wärme: morgens 7 Uhr -s- IS 6», nachmittags 2 Uhr -j- 24.0« 6. (1875 -»-228°; 1874 -s- 19 9°6.) Barometer im Fallen, 73106 mm. DaS vorgestrige TageSmittel der Wärme -j- 16 6°, das gestrige -s- 18 5°, beziehungsweise um 18° unter und 01° über dem Normale; der vorgestrige Niederschlag 10 00 mw. Regen. Angekornmeue Fremde am 16. Juni. Hotel Stadt Wie«. Opitz und Frey. Breslau. — Kraus, Privat, Wien. — Reich, Verwalter, Kreuz. — Bedy, . Wolfenbüttel. Hotel Elefant. Lattmann, Privat, Wien. — Kosak, Ksm., Fiume. Hotel Europa. Schestak, Oberst, Görz. — Nolli, Spengler. meister, Lim. vatertscher Hof. Scheffner, Freiburg. Kaiser von Oesterreich. Oberster, Lirklach. Viohreu. Kunauer. Gesckästssül rer, Rudolsswerth. — Dem» schar, Privat, Oberkrain. >en 14. 16 I, Verstorbene. Juni. Albina Porreber, St. Petersvorstadt Nr. 138, Londucteurs- Lungentnber- tochter, culose. Den 15. Juni. Juliana Ruß, Tischlers-Kind, alt 16 Mo»., St. Petersvorstadt Sir. 18, Lungenentzündung. Lebensmittel-Preise in Laibach am 14. Juni. Weizen 9 fl. — kr., Korn 6 fl. 40 kr., Gerste 4 fl. 80 kr., Haser 3 fl. 90 kr., Buchweizen 6 fl. 40 kr., Hirse 4 fl. 80 kr., Kukurutz 6 fl. — kr. pr. Hektoliter; Erdäpfel 4 fl. 45 kr. Pr. 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz - fl. 94 kr.. Schwemsett 85 kr., Speck, srischer, 70 kr., Speck, geselchter, 75 kr., Butter 85 kr. per Kilogramm; Eier 1»/, kr. per Stück; Milch 8 kr. per Liter; Rindfleisch 48 kr., Kalbfleisch 40 kr., Schweinfleisch 66 kr. per Kilogramm; Heu 4 fl. — kr, Stroh 3 fl. 50 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 9 fl. — kr., weiches Holz 6 fl. — kr. pr. vier Q.-Meter; Wein, rother 23 fl. — kr., weißer 20 fl. pr. 100 Liter. Zn Laibach verkehrende Eisenbahnzüge. Nach Wien Abf. Triest 3 10 5 2 3 6 9 52 35 10 58 17 12 50 Südbahn. 1 Uhr 7 Min. nachm. Postzug. morgens Eilpostzug. vorm. Eilzug. früh gem. Zug. nachts Eilpostzug. nachm. Postzug. ahends Eilzug. abends gem- Zug. (Die Eilzüge haben 4 Min., die Personenzüge circa 10 Min- und die gemischten Züge circa'/, Stunde Aufenthalt.) Kronprinz Rudolfbahn. Abfahrt 3 Uhr 85 Minuten morgens. „ 10 „ 40 « vormittags. „ 7 . Sö. „ abeichs. Ankunft 2 „ 35 „ morgens. ' 7 „ 45 „ morgens. 6 I - „ abends. Gedenktafel Wr dir am 81. Juni 1876 stattfindeydrn 8ici» tatjonen. 3. Feilb., Muc'sche Real., Rohalnic, BG. MSttling. 2. Feilb., Krasovec'sche Real., Dobravic, «G. Möttling. (335) 2-2 Nr. 7723. Kundmachung. Als Freibadrplatz ist für dieses Jahr» wie bis-, her der Gradaschza-Vach oder Kolesia-Mühle io der Vorstadt Tirnau an der sogenannten Palavan'schen Wiese bestimmt. Dieses wird mit dem Beifügen zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß beim ftreibaden der sittliche Anstand zu wahren, und daß dasselbe anderortS innerhalb oder in der Nähe der Stadt und der Vor, städte untersagt ist. Stadtmagistrat Laibach, am 7. Juni 1876. I»II.LI>8IL (kÄIsuolit) keilt brieüiek äsr 8xsei»l»r2t vr. LiUtovI», Neustadt, vrssäsn (Laedsen). Vvrvi<8 übvr 8000 wit Lrkolx bvliirnliolt. (1) 37 gegen (249) 40- 31 Sommersprossen, Leberflecke, Wimmerln re. Diese Salbe durch 10 Abende angewendet, verdrängt spurlos Sommersprossen, Leberflecke rc. Ein Original-Tiegel sammt Anweisung kostet 70 kr. Echt zu beziehen durch die Landschasts-Apotheke des ^Vvnti. I'rnküvr; , Apotheker und Chemiker, Graz, Sackstraße Nr. 4. General-Depot für Kratn bei V. Apotheker „zum goldenen Einhorn" in Laibach, Hauptplatz Nr. 4. KMUUWUUU-UUUWUUUM ^ Zur Lieferung von U CouvertsFimrmlmrk ^ empfiehlt sich Jg- v. Kleinmayr L F. Bamberg. UUNUUUUUU-UUUUUW Wiener Börse vom 14. Juni. StL»t»konrl». Sperc. Rente, Sst.Pav. dto. dt«, oft. in Eilb. Lose von 18S4 . . . . Prämien!». ».1881 . Vriu»r1ost.-0b1. kiebenbürg. Ungar» ^vttsv. «lnglo.Bank .... Kreditanstalt .... Dexofitenbanl. . . Sscompte-ilnftalt. Franco - Bank . . . Handelsbank.... «ationalbank . . . Oeft. BankgeseM. . Union-Bam.... v«keb»»bank. . . . «lsöld-Bahu . . . Ikarl Ludwtgiahn . »als. Slis.-Labn . Ikais. «r. Iosef-b . S>aat»bah» .... ««dH,»»............ Geld Ware «S5V 6« «0 6!, 40 69 60 106 75 11-7 — 110- - 11050 IIS- 11950 ISO 50 1SL - 73'76 74 L5 74 80 75-75 7Ü8V 71- 14« 10 146 SO 640 - 650 - IS 50 14 — L6 60 57-- 840— 84L- 145 — 150 60- 60 25 84.50 85 50 LVS50 104'- 197- 197 5( 144 50 145— 13L — ISS— S6S.- 869-5l 8850 8S — Allg. öst. Bod.-Sredit. dto. in 3» I....... Nation, ö. W........ Ung. Bod.-Lreditanst. I»rtorjtLt»-0KI. »nz Joses«-Bah>, . est. Nordwestbahn . Siebenbürger .... Staatgbabn.......... Südb.-Ses.zuSO» Fr. dto. Bon» r-o««. Tredit« Lose........ Rudolf« - Los- .... Vsvl»«. (3Mon.) «ug,b.ioofl.s«dd.W. tzrankf. I« Mark. . ?ondo"w"Psd. S«erl. Pari« IM, Franc» . . SLiur-vr». Kais. Münz.Docaten i«.Franc«M. . . . reuh. Kassenscheine. ilher . . Geld War^ 10S50 104.— 88- 88 rs 97-30 97-50 85- 8585 8S-60 89 90 85 75 8S-— 6«- 62'50 151'— 158'— 111-85 11150 160-50 161 — 1350 14 — S8 es 5» «iS »r«K5 11 r» »79 »-«» »S-iO SS so issa t»r- «'«0 »«1 59-S0 lvsrs Telkgraphischer Lursdericht am 16. Juni. Papier-Rent« 66 55 — Silber-Rente 69 75 — ISSlKr 8taat».»nlehen109 75. - «ankactien 841. - «redit 144 50 - London 12120. - Silber l0315. - «, k. Münz, dukaten 5 81. — 20-Kranc« Stücke 9 65. — 100 «ei-'«, mark 59 40. Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Lechger Ottpmar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.