LMcher 1/ls l ^>^» " l>' ha>l,>. st. k NN. »Ut b«e iiufteNnn, In» Hau« ^ » » . I. »^V h^,h^ z^ ,r. Mil b« Post »«n,l. fi. ,5. halb>. ? 50, Samstag, 9. Juli. I»<,,»!on,«,b»l! »Ü« New, I»le«t« dl« ,n » «««l«n »5 tl., ,l»l«e pel Z»!I«! « »',, i«< «st««n w!«d«holnnzen per X«!I« 3 fr Ml. Amtlicher Theil. Se. k. uud ?. Apostolische Majestät haben dem Consulareleven Wilhelm Tüth von Zekely die k. l. Kämmererswürdc allergnädigst zu verleihen geruht. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchst unterzeichnetem Diplome dem Obersten und Reservecommandanten d<>3 Infanterieregiments Nr. 33 Joseph Nemeöic als Ritter des Ordens der eisernen Krone dritter Klasse in Gemäßheit der Ordensstatuten den Nitteiswnd mit dem Prädicate „Bihacgrad" allergnädigst zn verleihen geruht. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 4. Juli d. I. dem Hofralhe des Obersten Gerichtshofes Ferdinand Ada. mel anlässlich der aufsuchten Verschling in den blei. benden Ruhestand in Anerkennung seiucr vieljährigen pflichttreuen und hingebnngsvollen Dienstleistuug taxfrei das Riilerlreu,^ des Leopold'Ordens allerguä'digst zu verleihen geruht. Nichtamtlicher Theil. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die „Brün- ner Zeitung" meldet, das von den Schwestern Marie und Sophie Göllich in Brunn angefertigte allegorische Oelgemälde: „Die Huldigung Oesterreichs", gewidmet zur Vermählm'g Sr. k.' und l. Hoheit des durchlauchtigsten Kronprinzen Erzherzogs Rudolph, der wohlgefälligsten allcrgnädigsteu Annahme zu würdigen und jeder der beiden Schwestern die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft zu verleihen geruht. Zur Sprachenfrage. Unsere heimatlichen „Novice" bringen in ihrer letzten Nummer bezüglich der Sprachenfrage in Oester-reich nnd insbesondere im Hinblicke auf die unbestrittene Zweckmäßigkeit und Nothwendigkeit der deutschen Sprache als Armeesprache eine so vollwichtige und so präcis gefasste Erklärung, dass wir es für angemessen halten, diese Erklärung der ..Novice" hier vollinhaltlich zu reproducieren. Nachdem das genannte slovenische Organ, an« knüpfend an die ..von der ganzen slovenischen Nation unangenehm empfundenen „bedauernswerten Vorgänge in Prag", die offenbare Absicht der verfassungstreuen Zeitungen gekennzeichnet, die mit ihren Berichten über jene Vorgänge und mit dem uumäßigen Lärm über dieselben nur dahin zielten, das Ministerium Ta äffe zum Falle zu bringen, und nachdem es mit Freude die Nachricht begrüßt hat, dass es dem energischen Aufttl'en der Regicrungs-organe uud dem Anfehen der ^ 'sfreunde, denen das Volk immer Gehör schenkt, gelang, ein Ende zu machen den Unruhen in der Hauptstadt Böhmens, fährt es wörtlich fort: «Die Wogen der Aufregung haben sich so gelegt, dass die Hetzblätter jetzt ganz kleinlaut geworden sind. Aber wie haben diese gewissenlosen Zeitungen jene Anlässe aufgebauscht, um die deutsche Welt mit der Furcht zu blenden, dass den Deutschen in Oesterreich der Untergang drohe, wenn der Minister Taasse nur noch einige Tage an der Spitze der österreichischen Regierung stehe! «Sehet — so schrien sie — das ist die Frucht dieses Ministeriums, welches die Versöhnung der Völker Oesterreichs auf seine Fahne geschrieben hat, dass die Deutschen sich beugen sollen unter das Joch der immer kühner werdenden Slaven!" So lärmten sie in ihren Blättern und unterstütz« ten ihr Geschrei mit Entstellungen, deren sie jeden Tag neue erfanden. Um aber auch selbst unsere Armee zu beunruhigen, haben sie sich schließlich das ausgedacht, dass der deutschen Sprache nicht bloß Gefahr drohe in den höchsten Regierungsämtcrn, sondern dass die deutsche Sprache auch nicht mehr sicher sei als Armee -spräche! Der Deutsche würde.angesichts dieser Entstellung sagen: „Das ist wohl schon höherer Wahnsinn." Wir Sloveuen sagen aber zu solchen Fanfaronaden-Bläsern, dass sie „mondsüchtig" geworden sind. Wenn die Czechen und wir Slovene» verlangen, die Aemter mögen, wenn sie sich an das Volk wenden und mit ihm schriftlich verkehren, sich der na- tionalen Sprache bedienen, so ist da» in der That nur eine natürliche und gesetzliche Forderung, aber wer unter den Czechen und Slovenen sträubt sich gegeu die althergebrachte, wenngleich auf leine ge-fehliche Bestimmung gestützte Gewohnheit, dass sich die kaiserlichen Aemter unter sich der deutschen Sprache bedienen? Wenn auch die Czechen undwirSlo-Venen verlangen, dafs die nationale Sprache in den Schulen ihr Recht erlange, so hat man doch trotzdem noch nie und in keinem Landtage den Ruf gehört, dass die deutsche Sprache ausgeschlossen werden solle aus den städtischen und Mittelschulen, da der Unterricht im Deutschen uns ein lebhaftes Bedürfnis ist, uns, die wir mit den Deutschen viel verkehren. Geradezu thöricht aber ist die Behauptung, dass die Czechen und wir Slovenen uns dagegen stemmen, dass die deutsche Sprache fortan die Sprache im Militärcommando und bei den Militärbehörden bleibe! Die Czechen und wir Slovenen behaupten vielmehr, dass die deutscheSprache in dieser ihrer Bestimmung nicht nur vollkommen zweckmäßig, sondern auch nothwendig ist, weil die Armee in anderen, in nichtpolitischen Verhältnissen steht; sie ist unterthänig dem ausschließlichen Commando des obersten Kriegsherrn — des Kaisers; Ihm allein steht das Recht zu, die Armeesprache zu bestimme». Und weil wir als treue Oesterreicher die Macht und Einheit der österreichischen Armee wollen, daher wünschen wir auch, dass diese Einheit erreicht sei mit den wahren Mitteln, das ist, indem sich alle Theile der österreichischen Armee in einer Sprache untereinander verständigen; in dieser Rücksicht verstummen alle unsere nationalen Wünsche. Schon Pogodin hat in seinen Briefen aul Russland gesagt, dass man in Oesterreich nicht Corporal werden kann, wenn man nicht der deutschen Sprache mächtig ist, und er hat mit Rücksicht auf das, was wir eben gesagt haben, vollkommen recht behauptet; die deutsche Sprache ist der Kitt der einheitlichen Armee. Jeuilletou. Wiener Skizzen. 7. Juli. Sechsunddreißig Grad Celsius im Schatten — lch danke! Oder richtiger gesagt — ich schwitze. Der einzige Trost dabei ist, dass es anderen nicht besser er» geht. Ganz Wirn schwitzt nnd fenfzt: das macht der Komet. Die Menschen pflegen die Ursachen vieler Unannehmlichkeiten gerne den Gestirnen zuzuschreibeu. Besonders dcr Mond wird für alles, was geschieht, verantwortlich gemacht. Wenn die Schafe die Drehkrankheit bekommen, ist der Mond daran schuld, weun die lleiuen Kinder unruhig sind, viel schreien, hats der Mond ver-urfacht; der Mond mnfs helfen, die Kröpfe vertreiben, sogar beim Haarschneiden wird Rücksicht auf ihn genommen. Ke,n Wunder daher, dass der Komet für die große Hitze und drückende Schwüle verantwortlich ge-macht wird. Kometenjlihre sind gnte Weinjahre, warum? Weil sie gewöhnlich sehr heiß sind und dcr Rebensaft umso besser wird, je mehr er von der Sonne gekocht wird. Wir haben demnach Aussicht auf eine aus-gczeichuete Weinernte, zumal auch die Blüte unter den günstigsten Umständen erfolgt ist, und diese schöne Perspective macht die Hitze fchon erträglicher. In solchen heißen Tagen wird ein Ausspruch des großen Wiener Philosophen Fürst, den die Wiener mit Frendcn acceptiert haben, gänzlich hinfällig. Derselbe sang einmal: „Nur ka Wasser not" und ganz Wien stimmte ihm bei; gegenwärtig aber ist Wasser, recht nasses uud kaltes Wasser, da« gesuchteste Ding in Wien. Der nenc Pächter des Communalbades sieht mit jedem Tage freundlicher drein, und wenn des Morgens die Sonne hell und llar anfgeht, leuchtet sein Gesicht fast mit der gleichen Lichtstärke. Alle Bäder ohne Un-terschied sind start frequentiert, nnd wer eine Zimmer« douche hat, wird beueidet. deun er braucht nicht in die Ferne zn schweifen, er hat das Vutc fo nahe. Die besten Bäder hat der Wiener nicht in der Nähe, die sind im großen Donaubette uud um sie zu benutzen, bedarf es eines bedentenden Opfers an Zeit und Geld. An guteu Äassiubäderu ist zwar auch keiu Mangel, allem die Bassins werden nnr alle drei bis vier Tage frifch gefüllt, was sie bei der starken Frequenz nicht appetitlich macht. Da sind nun die Besitzer von sol« chen Bädern auf e,ue eigenthümliche Reclame verfallen, ja kündigen an, dass sie Hochquellenwasser eingeführt haben und die Wiener, die das Hochquellen, wasser für frischer und nässer, als das Brunnenwasser halten, gehen tüchtig in die Falle, wollt' ich sagen, ins Bassin. Bei einer solchen Temperatur, die jede Motion und Emotion als unpraktisch erscheinen lässt, muss, so sollte man meinen, jedweder Sport rnhen; indes die Sporlfexe wissen sich zu helfen. Wenn es zn einem Nennen zn Pferde zu warm ist, so veranstalten sie ein Rennen im Wasser, ein Schwimm-Rennen, wobei angenommen werden kann, dass den Concnrrenten wohl Wasser am ganzen Leibe hcrabrinnl. aber nicht Schweiß. Vorgestern fand in der großen Donau ein derartiges Wettschwimmen statt, an welchem sich Professionals und Amateurs bctheiligten. Die ersteren, acht an der Zahl, bestanden zumeist aus Schwimmlehrern mehrerer Wiener Bäder, nur ein Sicherheitswachmann bewarb sich mit um den Preis, der in der Zuerkennung der Meisterschaft nebst zehn Ducaten bestand. Unter den fünf Amateurs, welche an dem zweiten Wettschwini' men theilnahmcn, befand sich anch ein Mitglied des Wiener Gemeinderaihes. Herr Bachmayr. Von all den Tausenden, welche von den Uferböschungen, von den Brücken, dle über den Strom führen, von den Schiffen an den Landungsplätzen und von dem Communalbade aus dem Wettschwimmen zusahen, lonnten nur wenige dem Verlaufe des Schwimmers folgen, weil die Schwimmer in dem breiten Strome nur als kleine Punkte erschienen, und man konnte sie nur mit bewaffnetem Auge ausnchmen. Diejenigen jedoch, welche sich auf den beiden, den Schwimmern folgenden Dampfschiffen befanden, vermochten die Einzelheiten des Wettkampfes wahrzunehmen, der sich besonders bei den Amateurs sehr interessant gestaltete. Von den fünf Concurrenlen fielen nach kurzer Zeit drei ab und es blieben nur Herr Bachmayr und der bekannte Plaltensee-Schwim« mer Herr v. Szekrenyessi aus Budapest. Anfänglich war ersterer im Vortheil, dann kam jedoch letzterer in eine günstige Strömung, während ersterer in todtes Wasser gerieth und somit bedeutend zurückblieb. Schon waren zwei Dritthcile des ganzen Curses — von Nuss-dorf bis zum Commnnalbad nächst der Reichsbrücke -^ zurückgelegt, als Herr Bachmayr seinen Fehler merkte und nun mit aller Kraft strebte, in günstigeres Wasser zu kommen; es gelang ihm, und er kam einige Meler vor seinem Concurrenten am Ziele an. Dieser Sieg des Wieners über den Vudapester, dem noch dazue'N bedeutender Ruf als Schwimmer vorausglena, echlUle die ^uichaner mit gerechten, Stolz, sie jubelten Herrn BachmaUr zu. der hierüber sehr glücklich war und m. Laibacher Zeitung Nr. 153 1306 9. Juli 1881. Von solchem Patriotismus erfüllt, hat auch unser Vodnik begeistert seine „Lraindovslce« (Landwehrlieder) gesungen und unter ihnen besonders eines: «Lätr^ti xa V86l" (Oesterreich über alles). So viel als Antwort allen deutschthümelnden Wühlern, welche mit ihren Entstellungen fortwährend den Samen der Zwietracht säen zwischen dem sloveni-schen und deutschen Volke. Wir sind überzeugt, dass mit uns die ganze slovenische Nation steht!" Zur Lage. Die Mehrzahl der Wiener Morgenblätter vom 7. d. M. beschäftigt sich mit dem Wechsel in der Lei« tung der Prager Statthalterei und mit der Persönlichkeit des nunmehrigen Leiters der böhmischen Landesverwaltung. Das „Fremdenblatt" be-merkt: „Die „Wiener Abendpost" weist den neuen Leiter der Präger Statthalterei auf den redlichen und den ernstlichen Willen der Persönlichkeiten beider Nationalitäten an. ... Die tumulluarischen Köpfe unter den Nationalen werden wohl die aus der Berufung des ehemaligen Chefs der Militärkanzlei des Kaisers sprechende Warnung zu würdigen wissen, und hoffentlich wird sie den Deutschen das Bewusstsein verstärkten Schutzes und gesteigerter Sicherheit gewähren. . . . Eines glauben wir schon gegenwärtig annehmen zu dürfen: die Epoche wüster Scandale und roher Excesse gegen die Deutschen wird wohl keine Wiederkehr mehr feiern." Das «Extrablatt" sagt: „Graf Taaffe hätte keine glücklichere Wahl treffen können, um dasjenige in Prag vorzukehren, was dort in erster Reihe noththut : parteilose Energie. Von FML. v. Kraus kann zuversichtlich vorausgesetzt werden, dass er Gerechtigkeit, Kraft und Entschlossenheit in ersprießlichster Weise wird zu vereinen wissen in seiner Amtsführung." .-Aehnlich äußert sich die „ Morgenpost". Sie schreibt: „Als Präsident des Obersten militärischen Gerichtshofes ist Ritter v. Kraus ohne allen Zweifel ein Mann, der über den Parteien steht, und dessen ernstes Streben dahin gerichtet sein wird, dem Gesetze nach jeder Richtung hin Achtung und Geltung zu verschaffen. . . . Jedenfalls haben die DeMschen in Prag alle Ursache, in der Ernennung des Ritter v. Kraus ein wertvolles Unterpfand dafür zu erblicken, das« eine kräftige Hand sie im Falle der Nothwendigkeit schützen wird. Der neue Statthalter von Böhmen wird aber auch der czechischen Bevölkerung dieses Kronlandes volle Gerechtigkeit widerfahren lassen, dafür bürgt das Kleid, welches er trägt, und das richterliche Amt, welches er ausübt." Das „Neue Wiener Tagblatt" schreibt: »Es ist anzunehmen, dass der neue Statlhallereileiter von Böhmen ausschließlich sich zum Dogma der Autorität bekennt, ohne irgendwie auf eine Partei-Anschau« ung Rücksicht zu nehmen." Recht charakteristisch ist die entgegengesetzte Folgerung, welche zwei Organe der Linken, die „Neue freie Presse" und die „Vorstadt-Zeitung", aus der Ernennung des neuen Statthalterelleiters ziehen. Wir stellen die bezüglichen Auslassungen vorläufig neben einander; sie sprechen für sich selber. Die „Neue freie Presse" schreibt nämlich: „Von der Unpar» teilichkeit des neuen Statthaltereileiters wird eine ge- änderte Politik gegenüber den Deutschen erwartet, er soll vielleicht für die Verfassungspartei das« selbe werden, was einst Koller für die Declaranten war. In seiner Ernennung spiegelt sich die ganze Veränderung der Zeiten, der jähe Wechsel unserer Systeme wieder." Dagegen bemerkt die „Vorstadt-Zeitung": „Die Czech en mögen sich das, was kommt, selbst zuschreiben. Ihr Hochstua. hat sie an die Zeiten des Statthalters Koller vergessen lassen, und nun wer-den sie durch einen zweiten Koller an dieselben erinnert werden." — Bedarf es wohl mehr als dieser einfachen Gegenüberstellung der Aeußerungen zweier Blätter einer und derselben Partei, um den Wert jener „öffentlichen Meinung" zu kennzeichnen, welche durch diese Organe repräsentiert wird? Angesichts der tendenziösen Auslassungen der Wiener Oppositionspresse über die Haltung der „Wiener Abendpost" gegenüber den Prager Excessen, gereicht es uns zur Genugthuung, dass maßgebende Blätter des Auslandes uns in dieser Beziehung volle Gerechtigkeit widerfahren lassen. So schreibt das heute eingetroffene „Journal de St.»Pctersbourg" an der Spitze seiner politischen Uebersicht: „Seit dem 30. Juni, also noch vor Annahme der Resolution des Wiener Gemeinderathes, hat die „Wiener Abendpost" die Excesse in Prag entschieden getadelt und erklärt, dass die Regierung ihre Pflicht zu erfüllen wissen und den Ursachen ähnlicher Ausschreitungen vorzubeugen wissen werde." Dr. V. Newald, der, wie bereits telegraphisch gemeldet worden, am 7. d. M. neuerdings mit einer Functionsdauer von drei Jahren zum Bürgermeister von Wien gewählt worden, sagte am Schlüsse seiner an diese Wiederwahl geknüpften Ansprache an den Wiener Gemeinderath: „Dieses unser gemeinsames Streben (für die Wohlfahrt der Bewohner Wiens in materieller und geistiger Beziehung) legt uns aber auch eine weitere ernste Pflicht auf, und Sie werden mir gestatten, dieselbe zum Schlüsse besonders hervorheben zu dürfen. Wir alle haben die heilige Pflicht, mit aller Sorgfalt darüber zu wachen, dass Wien stets eingedenk und treu bleibe jener erhabenen, in der Entwicklungsgeschichte des Reiches und der Stadt klar oorgezeichneten Mission: in unwandelbarer Treue zum angestammten Herrscherhause fest und unerschütterlich einzustehen für Oesterreichs Einheit und Machtstellung und nach dem schönen Vorbilde unserer Vorsahren in echt deutscher Sitte allen Bewohnern der alten Kaiserstadt ohne Unterschied des Standes, der Religion und der Nationalität gleiches Recht und gleichen Schutz zu gewähren." Aus Budapest, 7. Juli, wird gemeldet: Die ungarische Staats-schulden-Controlcommission hat in ihrer am 5. d. M. in Wien abgehaltenen 34. Sitzung den Stand der Ende Juni im Verkehre befindlichen Staatsnoten laut ihrer Aufzeichnung folgendermafzrn gefunden: Noten zu 1 fl. 5l.8 l0.390'st,. Nulen zu 5 fl. 100.133,690 fl., Noten zu 50 fl. 169.019.250 ft., zusammen 321.133,339 fl. Die Summe der im Verkehre befindlichen, auf die Salzbergwerke intabulierten Pfandfcheine beträgt laut amtlicher Meldung des ge» meinsamen Finanzministeriums 90.866,247 fl. 50 kr. — In Fiume sind im Monate Mai unter öster. reichisch.ungarischer Flagge 203, unter fremder Flagge 102 Schiffe angelangt, dann 187 Schiffe unter öfter-reichisch-ungarischer Flagge u»d 95 unter fremder Flagge ausgefahren. Zn den übrigen Häfen der österreichisch-ungarischen Küste sind unter österreichisch, ungarischer Flagge 276, unter fremder Flagge 15 angelangt, dann unter österreichisch.ungarischer Flagge 268 und unter fremder Flagge 561 Schiffe aus« gefahren. In der am 6. d. M. vormittags in Agram abgehaltenen Sitzung des Landtages wurde die Be-rathung der Wahlordnung fortgesetzt. Das Stimm-recht der Frauen und die geheime Wahl wurden abgelehnt. In der Abendsitzung wurde der Wahlordnungsentwurf zu Ende berathen. DaS Endresultat der ungarischen Reichstagswahlen. Aus Budapest fchreibt der „Pol. Corr." ihr Correspondent unterm 5. d. M.: Die Wahlen sind nunmehr in allen 413 Wahlkreisen vor sich gegangen, und mit Ausnahme von 5 Wahlkreisen, wo Stich., respective Neuwahlen nothwendig werden, ist das Wahlresultat bereits vollständig bekannt. Das Ergebnis ist nach genauer, gewissenhafter Zusammenstellung, mit Berücksichtigung der nachträglich eingelangten Reclama-tionen und Erklärungen, folgendes: Gewählt wurden 231 Mitglieder der Regierungspartei, 65 der gemäßigten Opposition, 12 Abgeordnete, die keiner Partei angehören, 88 Mitglieder der äußersten Linken und 12 Nationale (3 Rumänen, 3 Serben, 6 Sachsen). Die liberale Partei hat 54 Wahlkreise gewonnen und 39 verloren; die gemäßigte Opposition hat 13 ge-Wonnen und 49 verloren; die äußerste Linke gewann 41 und verlor 25; die Parteilosen gewannen 5 und verloren 3; die Nationalen gewannen 6 Wahlkreise und verloren 3. Es haben demnach netto gewonnen: Die Regierungspartei 13, die äußerste Linke 16, die Parteilosen 2 und die Nationalisten 3 Wahlkreise, welche 36 Sitze die vereinigte Opposition verlor. Die Wahlen haben sür die liberale Partei unstreitig einen großen Erfolg ergeben; noch größer aber »st der persönliche Erfolg des Ministerpräsidenten Koloman Tisza, der sich jetzt seine gewohnte Badereise versagen muss, die er — wie er sich seinen Freunden gegenüber geäußert hatte — nur in dem Falle gemacht hätte, wenn die liberale Partei in der Minorität geblieben wäre. Schon hieraus ist zu ent-nehmen, dass man sich in RegierungSlreisen nicht mit der Hoffnung auf eine überaus große Majorität ^' tragen hatte, und dass man auf einige Uebcrraschungen gefasst war. Trotz alledem ist nicht zu leugnen, dass sich mehrere Wahlresultate in wirtlich unerwarteter Weise ergeben haben, so zwar, dass alle Parteien gleichmäßig davon betroffen werden. Besonderes Aufsehen erregte es, dass sich im ganzen Lande eine Opposition gegen die Advocate« geltend machte, was dieselben allerdings nicht zurückhielt, in großer Anzahl zu can-dldieren. Leider sind aber nur die wenig oder ganz unbekannten gewählt worden, während die hervorragenden, anerkannten Capaciläten im Rechtssache fast ausnahmslos durchfielen. So hat der aus fünfzehn Mitgliedern bestandene Iustizausschuss allein acht, und zwar die hervorragendsten Mitglieder verloren. Stillen beschloss, künftighin auch im Gemeinderathe bei allen Reden zu „schwimmen." „Außi möcht' i"; diese urwienerische Redensart geht mir heute nicht aus dem Sinn. »Auhi möcht' i" au« diesem Glutofen, als welcher Wien jetzt zu betrachten ist. Das Pflaster brennt durch die Sohlen der Schuhe, als wäre es aus heißer Lava und nicht aus Gramlwürfeln, aus den Straßen quillt ein heißer Vrodem und überall steigen Dünste empor, die nichts weniger als wohlriechend sind. Am stärksten sind diese den Geruchsinn unangenehm berührenden Dünste in der Nähe des Flüsschens Wien, das zu allem Ueber-ftuss die ganze Stadt in der Richtung von Südwest nach Nordost durchströmt, oder besser gesagt, „durchstinkt". Die Existenz dieses Flüsschens b'lldet einen sanitären Uebelstand, und es sollte von Seite der Commune alles aufgeboten werden, um denselben zu beseitigen. Es sind allerdings schon verschiedene darauf bezügliche Projecte entworfen worden, aber keines hat sich als durchführbar erwiesen, sie erwiesen sich als zu kostspielig. Das eine Project gieng dahin, die Wien nächst Penzing ganz abzuleiten, so dass sie oberhalb Wiens in den Donaukanal mündet. Da« würde ober ein ganz neues Kanalsystem nöthig machen, denn jetzt münden die meisten Kanäle in die Wien, und überdies würde die Ausführung diefes Projectes selbst ungeheuere Summen verschlingen. Das zweite Project hat die EinWölbung der Wien zur Aufgabe genommen, hierdurch würde der Flufs felbst zum Kanal werden und der Verpestnng seiner Umgebung durch mephitische Exhalationen wäre ein Ende gemacht. Das durch die Einwölbung gewonnene Terrain könnte verbaut oder zur Anlage einer Localbahn benützt werden. Das neueste Project, welches aber nicht die Beseitigung der jetzigen Ucbelstände zum Ziele hat, will das Wienwasser in Trink- und Nnhwaffer für die Vororte verwandeln. Dasselbe bildet eine der streitigen Local« fragen, über welche schon Ströme von Tinte vergossen worden sind. Wer das Quellengebiet der Wien. den Charakter der dasselbe bildenden Bäche und die Eigenschaften des Wassers genau kennt und keine Vorliebe für abenteuerliche Projecte hegt, muss den ganzen Plan als großartigen Schwindel ansehen. Ich bin fest überzeugt, dass es trotz aller Reclamen und aller Geld» opfer der Engländer nie zur Ausführung kommen nnrd. vielleicht nehmen es selbst die Projectanten nicht ernst und sind damit zufrieden, wenn die Actien der «Imperial Water-Society" den erwünschten Eurswert erreicht und sie dabei ihr Geschäftchen gemacht haben. Vielleicht haben sie vom Anfang an nichts anderes gewollt. Also «außi möcht' i." Aber wohin? Ins Salz-kammergut, an die blauen Seen des Kärntnerlandes, in das romantische Overtrain oder in das glaubens« starke Tirol? Die Nachrichten aus dem Salzkammer-gute lauten nicht verlockend, die Herren Hoteliers sollen heuer mit Bezug auf den hohen Stand der Börse mit ihren Preisen noch mehr in die Höhe gegangen sein. Sie machen es genau so wie unsere bie» dern Landleute in den Sommerfrischen, die ihre Preise auch nach dem Curszettel machen. Ihre Calculation stimmt auch; wenn die Börsianer Geld verdienen, so können die Vermieter von Sommerwohnungen auch sicher darauf rechnen, ein gutes Geschäft zu machen. Also ins Salzburgische gehe ich nicht, da ziehe ich die anderen drei Länder vor. die sich überdies bezüglich einer Sommerreise schön verbinden lassen. Man fährt abends von Wien fort, frühstückt am andern Morgen schon in den Kärntner Alpen und kann abends bereits das erste Seebad in Veldes nehmen. So schlau hat die Südbahn ihre Fahrpläne eingerichtet. Nur Eins sollte sie noch thun, allein dazu ist sie nicht zu bewegen, sie sollte etwas billiger werden. Die öfter-reichischen Bahnen sind die theuersten in der Well-sie sind meist theuer gebaut, haben eine theuere Regie und können deshalb nicht so niedrigere Fahrpreise machen, wie beispielsweise die deutschen Bahnen. Aber die Schweizer Bahnen, die doch auch meist Gebirgsbahnen sind. haben sehr niedrige Fahrpreise und prosperieren auch. Der Grund für die Theuerung bei uns muss wohl anderswo liegen. Der Verwaltung«-apparat ist ein zu kostspieliger. Da bin ich nun bei dem leidigen Artikel Geld" angekommen, ohne welches nach Montecnculis Meinung Kriege mcht zu führen sind und ohne welches auch keine Reisen gemacht werden können. Geld aibt cs genug m der Welt. nur ist es etwas ungleichmäßig verthe.lt. D.e be.den jüngst verstorbenen Barone Sothen und Scheu haben beispielsweise zusammen zehn bis zwölf M.ll.onen hinterlassen, und ich - von mir sollte ich gar nicht reden, denn das klingt unbescheiden, aber ,ch kann verslchern. dass ich etwas weniger hinteres «^^ ^"^ überkommt mich doch das „Auß>".Gefuhl und - sapperlot, auch Patrollus hatte Schulden - vielleicht schreibe ich meinen nächsten Femlle onbr.ef ,m ^chntzhause auf dem Triglav oder am Fuße der Marmolada oder am lieblichen Wörthersee, gleichviel, nur — außi möcht' i! Lewis. Laibllchcr Zeitung Nr. 153 1507 9. In« 1881 Aehnlich ist es mit dem Petitionsausschusse be-stellt, und die Schlussrechuungscommission hat sogar lhren Präsidenten, Schriftführer und die thätigsten Mitglieder eingebüßt. Nach Zusammentritt des Reichs-tages werden übrigens in dreizehn Wahlkreisen Neuwahlen erfolgen, da fünf Minister in eilf Bezirken gewählt wurden und außerdem auch die gemäßigte Opposition eine und die äußerste Linke fünf Doppel» Wahlen zu verzeichnen hat. Auch ein Nationaler wurde in zwei Wahlkreisen gewählt. Die hervorragenderen Mitglieder der Regierungspartei, die jetzt lein Mandat erhielten, werden dann ohne Zweifel gewählt werden. Ebenso wird die äußerste Linke Anstrengungen machen müssen, um doch noch einige derjenigen ins Abgeordnetenhaus zu bringen, die bisher als ihre hervor-ragenderen Mitglieder bekannt und bisher nicht im« stände waren, trotz größter Anstrengungen ein Mandat zu erwerben. Die Majorität der liberalen Partei, oder rich« tlger grsagf, der Negierung, ist eine große und com-Pacte. Das Ministerium wird dem neuen Reichslage sofort räch dessen Constituierung den nächstjährigen Äudgetvoranschlag unterbreiten, so dass derselbe noch lm Laufe dieses Jahres wird erledigt werden können. c. -.«'3, ." ""ben in den einzelnen Ministerien bereits Vorbereitungen getroffen, eine große Anzahl zum Theile sehr umfangreicher und wichtiger Gesetz, enlwürfe auszuarbeiten. Das Ministerium wird in der Lage sein, mit einer solchen Majorität — obwohl es sich die äußerste Linke nicht nehmen lassen wird, sich wenigstens mit Vielrederei bemerkbar zu machen — eine sehr ersprießliche legislatorische Thätigkeit zu ent-falten. Die wichtigste und bedeutendste ssrage wird aber jedenfalls die der Reform der Administration sein. welche große nnd bedeutende parlamentarische Debatten hervorrufen wird. Vom Ausland. Das englische Parlament wird höchstens noch vier Wochen tagen, und es beginnt daher bereits das Ueberbordwerfen der nicht zur Erledigung gelan« genden Vorlagen. Mr. Gladstone selbst strich am 4ten d. M. mehrere Regierungsvorlagen von der Trac-tandenliste, daruuler jene über die irische Kriegsord-nung und die Einführung geheimer Wahlen und schärfere Bestrafung von Wahlbestechungen. Es ist leicht möglich, dass er auch noch die Haupluorlage der Session, die irische Landbill, wird opfern müssen, denn die Berathung derselben ist erst beim 7. Artikel angelangt, der das Haus durch fünf Sitzungen beschäf-tigte, während noch 43 Artikel der Bill unerledigt sind. In derselben Sitzung vom 4. wurdeu mancherlei Anfragen über auswärtige Angelegenheiten gestellt und beantwortet; unter anderem erklärte die Regierung, dass sie nicht gesonnen sei, die tunesische Angelegenheit vor einen europäischen Congress zu bringen, und dafs sie über das ungehörige Ansinnen des französischen Consuls in Qllcbcck, mit Canada unter Umgehung dec englischen Regierung einen Handelsvertrag abzuschließen, in Paris sich beschweren werde. In der belgischen Repräsen tanten kämme r kam am 5. d. M. die Reform des Wahlgesetzes zur Sprache. Der Finanzminister Graux antwortete im Namen der Regleruug dem progressistischen Ab« geordneten Ianson, welcher die Reform verlangt. Der Minister bekannte sich für seine Person als Freund einer ausgiebigen Erweiterung des Wahlrechtes, aber er erklärte gleichzeitig, dass ihm der Antrag des genannten Abgeordneten, wenigstens bei den Oemeinde-und Provinzialrathswahleu den bloßen Bildungscensus, die „Capacitäl" des Lesen« und Schrcibenlounens, an Stelle des geltenden Steuercensus zu setzen, aus Parteirllcksichleu höchst bedenklich erscheine. „Das ehrenwerte Mitglied — sagte der Finanzminister unter anderem — hat seinen Antrag in Form einer Bitte gestellt, aber was ist diese Bitte anderes als eine Drohung, und zwar eine Todcsdrohnng gegen die Regierung, gegen die ganze liberale Partei, deren Zu« lunft der Antrag aufs Spiel setzt? Und ist denn dlese Wahlreformfrage fo dringend, dass man ihr alles opfern muss, nicht nur das Cabinet, fondern auch die ganze Majorität? Fragen Sie doch unsere ganze Schularmee, die Bürgermeister, welche fo tapfer ihre Pflicht gelhau haben, die geschmähten Lehrer, was aus ihnen würde, wenn die Wahlen von 1882 die Clericalen wieder ans Nuder brächten." Diese Worte riefen den Beifall der Linken hervor, die Rechte unter» brach jedoch Herrn Graux mit fpöttischen Bemerkungen über seine Befürchtungen. Inzwischen sind Schritte gethan worden, um die Wahlrcformfrage wenigstens von der parlamentarischen Tagesordnung abzusetzen und die äußerste Linke zur Vertaguug ihrer Anträge bis zum nächsten Jahre zu bewegen. Neueren Berichten zufolge follen auch diefe Bemühungen alle Aussicht auf Erfolg haben. Aus Kopenhagen wird über den dortigen VerfassungSconslict unterm 2. d. Mts. gemeldet: Der vom Landslhing und Folkething gemeinsam eingesetzte Ausschuss zur Verständigung beider Häuser in der Budgelfrage hat seinen Bericht abgesassl. Derselbe zeigt, dass die Rechte zwar entgegengekommen, die Linke aber durchaus unnachgiebig gebliebm ist. Von den 17 Punkten, in denen die Beschlüsse beider Häuser von einander abweichen, hat die Rechte nicht weniger als 13 aufgeben zu wollen und nur 4 festhalten zu müssen geglaubt, so dass der Unlerschied nicht mehr 1.115.000', sondern nnr 200,000 Kronen betragen würde. Aber die Linke lehnte jeden Ausgleich ab. (Da das Folkeihing in diesem Sinne Beschluss fafste, so erfolgte, wie der Finanzminister schon früher in Aussicht' gestellt, inzwischen dessen Auflösung. D. R.) In den algerischen Commanden hat die französische Regierung einige wichtige Veränderungen vorgenommen. Sie hat den General Saussier, Commandanten des 6. Armeecorps, an Stelle des Generals Osmont zum Generalcommandanten von Algerien und den General Delebecque, welcher jüngst das Hauptcorps der tunesischen Expedition zu führen hatte, zum Divisionär von Oran ernannt. „Diese Ernennungen — sagt das „Journal desDcbats" — besonders jene des Generals Saussier, werden in Al« gerien einen guten Eindruck machen, wo der genannte General den Ruf eines energischen Chefs und aus» gezeichneten Verwalters hinterlassen hat. Bei dem ein-müthigen Verlangen der öffenllichen Meinung war es geliolen, unsere Slreitkräfte in Algerien unler den Be» schl eines Kriegsmannes zu stellen, welcher das allgemeine Vertrauen besitzt und seine Autorität im Nothsalle geltend zu machen weiß." Die gegenwärtigen Zustände in Algerien kommen dem genannten Blatte übrigens durchaus nicht verzweifelt vor; es ist über-z^ugt, das Frankreich die Schwierigkeiten überwinden uud den Aufstand nirderfchlagen werde, allein es gibt zu, dafs dieser Aufstand aus zwei Gründen ernster sei, als alle früheren, einmal, weil er fünfzig Jahre nach der Eroberung Algiers erfolgt ist, demnach die Eigebornen sich doch schon an die französische Herr-schaft gewöhnt uud Frankreichs Militärmacht kennen und fürchten gelernt haben sollten, dann, weil der Allsstand mit einer beklagenswerten Katastrophe im Wl-ichbildc von Saioa begonnen habe. Dass fünfzig Jahre nach der Eroberung eine europäische Niederlassung von 1000 bis 12,000 Ansiedlern einem solchen Ucbcrfallc ausgesetzt sein konnte, müsse allgemeine Aufregung hervorrufen. Die Vorgänge, die sich gegen« wärlig in Sfax und ganz Tunis abspielen, seien kaum weniger düster und beklagenswert, aber vielfach verschuldet oder doch veranlasst durch die Art, wie die Expedition nach Tunis ins Werk gesetzt und ausgeführt worden sei." Die türkische Botschaft in Paris theilte den Blättern folgende ihr von ihrer Regierung zugegangene Note mit: „Mehrere französische Blätter suchen aus Anlass der Unruhen von Sfax, die Verantwortlichkeit für dieselben yuf die hohe Pforte zurück, zuführen. Eine solche Anklage ist nichts weniger als begründet. Die Wirksamkeit der kaiserlichen Regierung in Tripolis berechtigt wahrlich nicht zu der Auslegung, die man im europäischen Pnblicum verblei« ten zu wollen scheint. Die Maßregeln, welche sie in diesem Vilajel ergreifen zu sollen geglaubt hat, sind rein administrativer und loraler Natur und zielen auf den Schutz der inneren Ordnung ab." Dicfc Note ist indes nur von wenigen Zeitungen aufgeuom-men worden. Hagesueuistkeilen. — (Der neue Statthaltereileiter in Prag.) FML, Alfons Ritter v. KrauS steht gegen-wärtig im 5i). Lebensjahre und wurde in Pardubih in Böhmen geboren. In seinem 25, Jahre erlangte er den Ductortitel und begann 1846 seine Auditoriatspraxis. Das Jahr 1548 fand ihn als Oberlieutenant-Audltor einer aus Jäger» und Grenzertruppcn zusammengesetzten Brigade. Nach der von Haynau niedergeschlagenen Erhebung Brescia» im Jahre l849 lenkte er die Auf-merlsamleit seiner Vorgesetzten bereits auf sich und, zum Hauptmann-Auditor avanciert, wurde ihm auch die Untersuchung gegen den später in Paris guillotinierten Grafen Felix Orfini übertragen, der damals, revolutionärer Umtriebe angeklagt, in Mantua gefangen saß. Auch in dem Process gegen die Urhebrr des Mailänder Putsches fungierte er zeitwilig als Untersuchungsrichter, und als am 26. März 1854 der Herzog Robert Karl von Parma in den Straßen seiner Hanptstadl dem Dolche eines Meuchelmörders erlag, da ersah das österreichische Generalcommando in Dr. Krauö den richtigen Mann. die Ucbelthäler zu strafen und durch Strenge die arg gestörte Ordnung wieber herzustellen. Bald herrschte in dem zuvor noch ,^ 6"r die zahlreiche Begleitung des unvergess. > llchen Vaters > zur letzten Ruhestätte, für die gespendeten Kränze W >» und den Herren Sängern der Laibacher iitalnica W « fllr den tiefcrgrcifcnden Grabgesang spricht den innia- W « stcn Danl aus W W die trauernde Familie. D Curse an >er Wiener sörse u«m 8. Juli 18Ü1. <"«« d«m »«i^u«, C«««»^» Geld Ware ««plerrmt«........77 65 77 80 Vilberrente........78 55 78 70 «oldrente . ^.......93 90 94 05 Üos«. 1854........123- 123 50 , I860........133 25 133 75 . I860 (zu 100 st.) ... 13b 50 136 - , 18S4........17b 2b 17575 Una. Pr»mlen««nl.....123 75 124 Hredlt-L..........181 50 182- Theiß'ReguIierungs« und Sze« gediner Lose.......115 70 116— «udols»»».........19 25 1975 hjrilmienanl. der Stadt «len 12s. 128 25 DonaU'3teg.ulieru«g»'Los« . . 117- 117 50 Domänen «Pfandbriefe . . . 144— 144 50 vefterr. Schahscheine 1881 rück- zahlbar.........^-— —'— Oesterr. Schahscheine 1882 rück- »ahlbar .......!01 25 10150 Ungarische Goldrente .... 11720 11735 Ungarische GisenbahN'AnIeihe . 134 - 134 25 Unaarische Eisenbahn-Anleihe,