MbachcrOMtlmg. Nr. 37 ft. ll, hallj, fl. s,,5l), 7,ill die ^uftelUlNg in« Hal« yolij, 5,'! I>, Mlt dll ^l,'sl gauzj. s>. l ü, halbj. si. V.0C Freitaq, ll.März Inscitlon«i>5 l'ii ftr b!» >U Mlcn : lmxl e^lr., iün. Mlr., »in. l st.: ianft pi. ^cile l«.« lr., »m. 8 lr,, ^m. w k>, u. s. W. Inserlionsstempcl jcdc«ni. »Olr, 187tt. Alutlichcr Theil. c^?. t. und t. Apostolische Majestät habcn mit slllcrljüchstcr Ei'lschücfnn'g vom 24. Februar d. <^. dr» Gymnasialprosch'or in Ä^ntnng Johann Gutscher zmu Director dea f>o,ti,^!, Gliiunasiums allergnädiast z» ennnnen geruh«. Ttremayr m. ,). Der Miuistcr für EliUus n,',d Unterricht hat dem Piufcssor au der Eo.nmün^Oberrcalschulc zn Ellbogen Joseph Hoffmann eine ^chrcrstclle an der t. k. Obcr-realfchlile in Troppau verliehen. Nichtmntlichcr Theil. Se. Majestät der Kaiser haben der Gemeinde Unterkoschaua ans Anlaß des erlittenen Grand' unqlückcö cinc Unterstützung von fünfhundert Gul' den an« Allerhochsttn Prioatmitteln zu spenden geruht. Politische Uebersicht. Laibach, 10 März. In Betreff der Verhaftung des Arbeiterführers Oberwindcr, eines Preußen, wird der ..Tr. Ztg." ane» Wien. 7. d. M., geschriebn: Ich weiß nicht, od es gegründet ist, was mit groszcr Sicher^ hcit verlauten will, daß die mit Beschlag belegte Carre-spoudcnz des verhafteten Arbeiterführers (auch Redacteurs des „Volkswille") Obcrniindcr dessen enge Verbindung mit dem Berliner Prellbureau con-statirt; die Thatsache, wenn sie richtig sein sollte, würde tin eigenthümliches ^icht ans den Eharatter unserer Arbeiterbewegung wcrfcn. Dagegen fchcint ci> clienso zweifellos, das; der Verhaftete — er ist preußischer Unterthan — sofort nach seiner Verhaftung den Versuch gemacht hat, die preußische Gesandtschaft für sich z» interessiern, als daß diese Gesandtschaft bisher leinen Schritt gethan hat, ein solches Interesse ihrcrscils zu bethätigen, wie eS denu auch am Ende selbstverständlich ist, daß Niemand sich in die Thätigkeit öslcrrcichischcr Gerichte zu mischen hat, wenn dieselben eincu fremden Unterthan zur Verantwortung ziehen, der auf österreichischem Gebiet sich eine Verletzung österreichischer Gesetze zu Schulden kommen ließ. In der Concilssitzung vom 22. Februar entwickelte sich, wie der römische Correspondent der „A, A. Ztg." schreibt, aus Anlaß einiger, gegen daS Brevier .sl'Ml'lml. (Schluß.) Neben diesen Forschungen und Entdeckungen, und ^Ulch sie bestärkt, ist die Keimlheoric von epidemischen «rankheiten hergelaufen. Der Begriff ward von Kirchner ausgesprochen und von Vinnäus begünstigt, daß epidemische Krankheiten ihr Bestehen in der ^uft schwebenden Keimen verdanken, die in den Körper eindringen und innerhalb desselben, dnrch die Entwicklung parasiti->chcn Lebens, Störungen vcrnrsachcu. Während die Theorie noch gegen sehr große Opposition zu kämpfen hatte, fand sie an dem Präsidenten der Royal-Institution emeu Ausleger nnd Vertheidiger. Zu einer Zeit, wo sle von den mcistcu seiner medizinischen Genossen für einen wilden Traum gehalten, erklärte Sir Hcury Holland, daß vermuthlich etwas Wahres an der Keim-throne sei. tu, ^?'^ ^ü> der Theorie besteht in dcr vollkommenen f?""^ll der Erscheinungen des VebcnS und der an-l5i^l " Krankheiten. Wie eine in den Boden gelegte „,? ^ 6'che hervorbringt, die im Stande ist eine K °f l?s^ -^"" z" «"engen, von welchen jede die K lt beW emeu Eichenbaum hervorzubringen; wie auf ^ ^ w' "."" ""zinen Eichel ein ganz r Eichen' kann, so säen die epidemischen Kranl- ss n/. ^ "^°"' '"°"1W' "^ verbreiten neue Ke ue du lndcm ste m dcm menschlichen Körper ihre pa sende Nahrung und Wärme finden üblich ganze Bc-v lkerungen crgrc.feu^So begaun die asiatische Cholera "Klemm Nl dem Delta des Ganges und breitete sich "'. 17 Jahren fast ganz nber die bewohnbare Welt ans. Sme andere Illustration ist die Eutwickluug von einem gelichteten Anariffc eine geräuschvolle Scene. Wer sich nngiwstia, über das Ärcvicr äußert, hatte der Bischof oon Namur behauptet, der könne kein gnler Christ sein. Da nun Erzbischof Haynald sich unter denen befand, die früher die gegenwärtige Bcschaffcnhcit des Breviers qcrügt hallen, so ergriff er das Wort, um zunächst zu bemerken, daß er in dcr Kritik des Brevier? die Väter von Trient zu Vorgängern u,id nebst ihnen auch die Päpste zu Mitschuldigen habc, Schon bei diesen Wor« ten brach ein Siui m los. Haynald ging nun aber wci tcr und sagte: au dcr in dcr Kirche ausgcbrochencn Uu-cinigleit sei die Mehrheit mit ihren Anträgen auf ncuc Dogmen schuld; eS wäre viel besser, wenn die Häupter der Kirche, statt ncuc Lehren hinzuzuthun, sich auf die Bewahrung der alten in ihrer Reinheit beschränkten. D«, Kirche habe sich bei der alten ^chre glücklich bcfundm. Bei dicscm offenen Augriff auf daS Unfchlbarleitsprowt bralistc dcr Sturm noch stärker auf, und nun ergriff Copalti die Glockc dcs Präsidenten dc Angelis, " "' gewaltig und erklärte, daß er ihm das Wort cl „Schweige und steige von der Redn crbiilz««« herab," rief er aus. Als Haynald dennoch fortfuhr, brach cin wüstes Geschrei rwi, Seilen der Mehrheit los. Dcr Erzbischof von Kalocsc, stieg endlich herab und die Aufregung war so groß. daß die Sitzung geschlossen und auf den 2. März vertagt winde. Der „Köln. Ztg." wird über die Beziehungen zwifchen Rom und Paris aus letzterer Stadt geschrieben: „Mit Rom scheint man übrigens doch gerade nicht auf dem besten Fuße zu steheu, wie auch dic Er-ncnnuug des in Rom wenig beliebten Bischofs von Grenoble znm Erzbischof von Vyon beweist. Der Papst hatte gleich nach dem Erhnllcn von der Nachricht des Todes des Erzbischoss an dcu Kaiser tclcgraphirt, um diesem emeu anderen Prälatcu für ^yon in Vorschlag z>l brmacn. abcr die Antwort erhalten, dah der Kaiser liedaure, auf seineu Wunsch »icht eiilarhcn z„ lötnicn, oa er beicilS dcm Cardinal cilicn Nachfolacr ernniiln habe. — Dcr heftige Ausfall des Bischofs von Vcwal gcaen Msgr. Dupanloup, Bischof von Orleans wurde, wie man jetzt erfährt, dadurch hervorgerufen, daß dcr letztere in Nom ganz trocken erklärte, es lönnc. wenn daS Concil in seinen Beschlüssen zu weit gehe. sehr leicht zu ciner Lossagung dcr französischen Kirche von Rom kommen." Man hofft übrigcuS in Paris, daß der Papst trotz dcr Verteilung dcs Uiifchlbarlcits-Schcma's das Concil vertagen und auf die Definition dcr Nn» fehlbar keil verzichten werde. unendlich kleinen Pünktchen deS Giftstoffes der Pocken zu einer unzähligen Menge von Bläschen. von denen ledcs dcn ursprünglichen Giftstoff enthält. Den Wundärzten war die Gefahr dcS Eindringens dcr ^nst in die Geschwüre längst bekannt. Es zu verhüten bcdicncu sic sich einer Röhre, die mit einem schar» fcn Stahlstachcl versehe» ist. Sic stechen das Geschwür auf und forcircn. durch gelinden Druck, den Eiter durch die Röhre. DaS Instrument muß sehr sorgfällig gc-reiuigt werden und es ist schwierig zn begreifen, wie dieses durch dic gewöhulicl'cu Mcthodeu geschehen kaun, in einer ^nft, die so sehr mit organischen Unrein-heilen bcladcn ist. Das Instrument soUlc so heiß gc-macht werden als man es vertragen kann. Aber dirscs geschieht nicht, und so stellen sich trotz aller Sorgfalt dcr Wundärzte häufig Entzündnngen cin, die eine zweite uud dritte Operation nöthig Machen. Rasche Fäulniß begleitet stets dicfc Entzündungen. Der Eiter, der bei der crftcn Operation lcinc Spur von thierischem Vebcu verrieth und geruchlos war, stinkt und schwärmt mit lebendigen, lleincn Orgamsmen. die Vibrios genannt werden. Professor Bister, au« dtssen Vorlesung dicsc Thalsache hervorgehl, behauptet, und mit allem Schein von Wahrheit, daß diese rasche Fäulniß und dicsc erstaunliche Entwickelung ihrc Existenz dem Eindringen von Keimen in das Geschwür bei dcr ersten Operation uud dcn späteren günstigen Bedingungen für die Arl uud Entwicklung von Nahruug und Temperatur ver-danken. Dcr berühmte Physiolog und Physiker Helmholy wird alljährlich von dcm Henficbcr angegriffen. Vom 20. Mai bis Endr Juni lcidct cr an einem .ssatarrh dcr oberen ^uflpassagei,; er hat entdeckt, daß während dieser Periode, und zu Icinrr anderen Zeit, seine Nasen» ausflüsse von dicscu Vibrios benöllcit sind. Sie schei' nen sich vorzüglich gerne in den Höhlungen und Ecken In einem ans die französischen Gndget-o c l ha n dlu n a, c n volbcrelttndtn Attilel des „Journal dcs Debate" hrißt eS u. a..- „Man lann saa^n, daß die durch die Wähle« von 1869 herbeiyeführte politische Krisc am 2. Mme< dnrch die Vilbung eines parla» incntalifchen Ministeriums ueschlofseii wurde. Von diesem Tag- ab stellte sich baS Vertrauen wieder hcr und im Iänucr wies da« Ertrügniß der ittdirecten Steuern cin Plus uol, 5 Millionen im Vergleich zn dem Er» tiaglnsss derselben Strucrn im Aahrt l8tt9 unS. Der Fortschritt hielt in deu ersteu zehn Tagen des Februar an, welche ein Plus von 1,800.000 Francs im Vergleich zu dem eisten Dritttl dcs Februar 1869 ergeben; dc» aber treten die revolutionären Unruhen ein und ihrc Willung gab sich sofor! zu erkennen. Das Ertrügniß dcr inbiicctrn Steuer» während des zweiten Drittels des Februar ist um 2'^ Millionen niedriger als während deisclbcn Pcriodc dcs Vorjahres. So sind Sicher» hcil »i'd Velt^aucn die Duellen reichlicher Einnahmen, üuruhcn u»ö Wiirc» dagegen dic Urheber dcs Deficits. Mm> taim berechns», daß die Tage vom 7.. 8. und l<. Feblnar, wclchc dem Staatsschätze einen Verlust oon mehr als 4 Millionen beibrachten, dem fralizdsischen Publicum übcr 80 Millionen gekostet haben. Die Un> sliftcr li»d Theiltnlimir der Emeulen werds« der fran-zösischcn Nation diesen Verlust niemals wieder ersehen. Tiotz alleoem war indtß dll Staatsschatz vom 1 3>N-»cr bis znm 30. Fehruar 1870 in diesem Zweige seiner Einnahmen allein mn mehr als 4 Millionen im Fort» schrille. NesMionsausschuß. Wien. 7. Vt«rz. Der übcr den Anllag des Abg. Ritter v. Vro» cholsti berach ndc Ausschuß setzte h,ult seine Verhanb» lun^ full. Von Seile der Rc^icrunq wohnten der Ziluimi Ihrc (tfcrllrtizcn Ministerpräsident Ritter von Hasiili uud Mimstcr dcs Innern Dr. Oielra bei. Gegenstand del Vcrhandlunq war zunächst Punll s, 111. c dcr galizischc» ^audlagslesolulion. Äbg. Dr. Rlchbauer bcmcilt, er habe zu Gc. ^inn dcr Geralhlirla dcn Anltaa, gestellt, eine Nbslim« munH crst dann voizunelimcu, wenn die Regierung sich üdcr jeden der tin^klucn Punltc dcr Resolution ausgesprochen haben wnd. Dicscs sci bis jetzt nicht geschehen, und cr stelle dahcr dcn wcilercn Antrag, daß von dem obigen Beschluß adglganqeu werde, und faUS dcr Ausschuß auf dicsen Antrag eingehen sollte, so würde er dcr Nase einzunisten, denn es bedarf starten Niesen«, sie auszutreiben. Diese Aussageu klingen sehr unangenehm, aber ba-durch, daß sic uns den Feind enthüllen, setzen sie uns in dcn Stand, ihn zn bekämpfen. Wenri sich dic Keim-lheoric als wahr erweisen sollte, so wird unsern Bestrebungen, ziranlhcitcn auszuroltcü. einc Bestimmtheit ge< geben, die sie nie zuvor besessen haben. Und nur durch Bestimmtheit in unseren Bestrebuna.cn lnnn die Wahrheit oder Falschheit etablirt wcrbcn. Kehren wir zu unserm Staub zurück. ES ist über« flüssig zu bemerken, daß cr nicht durch einen ordiriüren Blasbalg weggeblasen wlrdcn lann, oder richtiger zu sagen, die Stelle dcr wcggcblasencn Atome wird durch andere, die aus dem Blasbalg lommen, eingenommen, so daß die Bahn dcs Lichtstrahls unversehrt bleibt. Abcr füllt man die Dille eine« nuten Vlaebala« mit Baumwolle, die nicht zu dicht gepackt ist, die ?ufl durch« zulasse,,, so wird die ^ufl während ihres Durchyanq« filtrirt und dcr schwebc»den Materie beraubt, erzeugt alsdann ein reine« Band von Dunkelheit in dem er« leuchteten Staub. Dieser Filter wurde von Schroder in seinen Experimenten über die spontane Generation gebraucht und später von Pasteur in seinen vortrefflichen Untersuchungen zu Nutze gemacht. Ceit 1868 habe ich ihu selber beständig gebraucht. Abcr die bci weitem interessanteste und wichtigste Illustration dieses FiltrirprocesseS wird durch den menschlichen Athem geliefert. Füllt man feine Lunge mit ordi' närer 5/uft und bläst fic durch eine Glasröhre quer dnrch dcn clcctrischen Strahl, so zciqt sich die Eonden< satiou des wässerigen Dunste« dcs Athems in der Bit« dung cincr wcißcn. leuchtenden Wolle von sehr zarter Textur. Düse Wolke kann durch da« Trocknen des Athems vermieden werden, und dicses lann am lmfach' sten durch Wärmung der Glasröhre geschehen. Wird es 386 einen Gesetzentwurf zur Vorlag? bringen, eventuell den Antrag auf eine Resolution stellen. Die Abgeordneten Dr. v. Pcrgcr, Kuranda und Tinti sprechen sich dahin aus, daß, da die bisherigen Verhandlungen über jeden einzelnen Punkt zur Information sehr nothwendig u>,d auch in dieser Richtung sehr fruchtbringend gewesen seien, man fernerhin diesen Behandlungsmodus beibehalten, daher iu die Be-raihuna über den Punkt 3, lit. 6 eingehen möac. Die Abgeordneten Ritter v. Grocholsti und Dr. v. Czcrkawöki erklären sich für den Antrag des Ab^. Dr. Rechbauer, und insbesondere wciSt der letztere darauf hin, daß die Session nur noch lur^c Z >t fort-dauern werde, »aß der Ausschuß bereits fünf Wochen tage, ohne zu einem Beschlusse gekommcu zu sein, daß daher eine Aenderung des Verfahrens bei Erledigung der Resolution sehr erwünscht sei. Mehrere Mi'glieder des Ausschüsse« sprechen den Wunsch, aus, den vom Ab^j. Dr. Rcchbaucr in Voilagc zu bcingcnoen Geschcülwurf, eventuell die Resolution desselben kennen zu lernen, und Dr. Rechbauer, diesem Wunsche entsprechend, theilt beides mit. Der Gesetzentwurf enthält nachstehende Bestim' munden - „Zum Wirkungskreise des galizischen Lalldtageö gehören : ». die Gesetzgebung über die Einrichtung der Handels lammern; d. über <2ftarcc>ssen, Credit« und Veisicheiungsansl^l- ten, Banken nnl Ausnahmc dir Zttclbanlcn; o. üb:r alle Zve'gc de» üffenllichen und Prio,lunter-sichles llnl» alle U'lerllchtsanstalteu, welche nichl vom Reiche errichtet und mnerhaltcn werden; sdürger. Ferner sl'll bestimmt werde», daß die Salzwette nu> im Einvern hmcn mit dem galiz>sch»n Landt.-.gc verkauf« oder belastet werden dürfen, daß Gallien bei dem Obersten Gerichtshöfe in Wien eine eigene selbständige Abtheilung erhalte, daß der Landtag aus seiner Milte 38 Mitglieder in das Abgeordnetenhaus wähle und die Art, wie die Wahl vorzunehmen sei, dmch ein Landesgesetz bestimmt werde, daß, wenn die Zahl von Abgeordneten um 203 ver« niehrt werden sollte, auch die vom aalizischen Landtage zu enlscildendc Zahl entsprechend erhöht werde; daß ferner, wenn der galizische Landlag dic Wahl in drn Neichsrath veiwei^ert und nach Auflösung dcs» selben die Wei^cruug noch forldauert, das für die übrigen Länder bestehende Gesetz über die directen Wahlen auch auf Gallien Anwendung finde. Ferner soll bestimmt werden, daß hinsichtlich aller Angelegenheiten, welche nicht dem Neichsrathe vorbehal' ten sind und daher nicht zur Executive der Ccntralre-gierung gehören, dem Königreiche Galizicn sowohl auf dem Gebiete der Gesetzgebung, als auch in Bezug auf die Executive die vollständige Autonomie gebühre. Es soll ferner Rücksicht genommen werden, daß dem galizischen Landtage für die Berathung der Landcsangc- gethan, so bleibt dic Bahn des leuchtenden Lichtstrahls auf einige Zeit ungestört. Der Athem übt den Eindruck einer Querbewegung auf dic schwebende Materie aus, aber der Staub aus der Lunge ersetzt die verschobenen Atome. Nach einer Weile erscheint eine trübe Scheibe an dem Lichtstrahl, dessen Dunkelheit sich vergrößert, bis endlich gegen das Ende der Ausathmung dcr Lichtstrahl gleichsam von einem intens schwarzen Loch, in wclchcm leine Spur von Atomen wahrzunehmen, durchbohrt ist. Die Luft lagert ihren Schmutz so in dcr Lunge ab, daß der letzte Theil des ausgehauchten Athems absolut srci von schwebender Materie ist. Dieses Experiment kann wiederholt werden, so oft man will, das Resultat bleibt dasselbe. Es macht die Vertheilung des Slaubes innerhalb der Lunge so klar, als wenn die Brust durchsichtig wiire. Leert man dagegen seine Lunge so vollkommen wie möglich und tlält eine Handvoll Baumwolle vor den Mund und die Nase um einzuhauchen nnd haucht diese Luft durch eine Glasröhre aus. so zeigt sich leine schwebende Materie, Vom Anfange des Aushauchens an wird der Lichtstrahl von einer schwarzen Oeffnuua durchbohlt. Der e,stc Hauch aus der Lunge verdrängt dcn erleuchteten Staub und setzt einen Flecken von Dunkel-heil an seinen Platz, und die Dunkelheit dauert während des ganzen Laufes dcr Aushauchung fort. Hält man die Röhre unter den Strahl und bewegt sie hin und her, so erhält man dieselbe Raucherschei-nuna wie mit einer Flamme. Die Baumwolle fängt di« schwtdende Materie auf dem Wege zur Lunge vollständig auf. Und hier offenbart sich die wahre Philosophie einer Gewöhntet der Aerzte, die mehr an« Instinct als aus thatsächlicher Kcnntmtz bcfow wird. I.i einer verpesteten Luft halt dcr Arzt acwötMch cm Taichcniuch vor den Mulld. Dadurch hält er die schwebenden Keime zu. lcgenheiten wenigstens eine dreimonatliche Sesfionsdauer vorbehalten werde. Galizien soll die Autonomie iu Sachen des Unter-richtes und der öffentlichen Sicherheit und der Landes» cultur durch eine eigene Laudesoerwallung, an dcren Ipitzc ein über Vorschlag dcr Ecntralregierung von Sr. Majestät dem Kaiser ernannter, dein galizischen Landtage verantwortlicher Statthalter steht, erhalten. Galizien erhält einen eigenen Minister, welcher auch Mitglied des Miuisterrathcs ist und dem Rcichsrathe verantwortlich wird. Alle Regicrungsactc dcs Kaisers, welche sich auf die Landesangelcgcnheitcn beziehen, erfordern die Gegenzeichnung des Statthalters. Dic LandcSgesctzgebungen bedürfen aber der Gegenzeichnung des Landesministers, nachdem sie im Ministerrache geprüft worden sind. Der Statthalter ist für die Durchführung der Gesetze verantwortlich und wird eine Summe zur Durch-lührung der Rcgierunysactc dem gallischen Landtage zur Disposition gestellt." Für den Fall, als der Ausschuß, beziehungsweise daö Abgeordnetenhaus diese GcsetzeSvorlage nicht genehmigen sollte, beantragt Dr. Rechbauer die Resolution : Das hohe Haus wolle beschließen ^ „Aus Anlaß deS vom galizischen Landtage in der Sitzung vom 24. Sept. 1H68 gefaßten und bei dem Abgeordnetcnhause durch den Abg. Ritler v. Grocholski zur verfassungsmäßige Behandlung cingcbi-achtcn Antrages erklärt daS Abgeordnetenhaus seinc Bereitwilligkeit, unter der unten bezeichneten Bedingung seine Zustimmung zu ertheilen, daß die Bestimmungen der Staats« grunogcsetze vom 21. Dccemb. 1867, betreffend dic allen Bändern gemeinsamen Angelegenheiten, und dee Staats-grundgesctzcS über die Rcichsucrtrctung. welche Staats-grundgesctze auch für das Königreich Galizicu und Lo-domerien mit Krakau die bleibende verfassungsmäßige Grundlage der staatsrechtlichen Verhältnisse dieses Kö-nigreichcs zu dem Gcsammtreichc bilden, für diese« Königreich in nachfolgender Weise abgeändert werden: 1. Dic nachstehend bezeichneten, nach § 11 deS StaatSgrundgesctzcS vom 21. December 1867 zum Wirkungskreise deS RcichSrathes gehörigen Angelegenheiten. 2. Die Regierung wird aufgefordert, dem Abgeordnetenhause einen diese Abänderungen enthaltenden Gesetzentwurf dann zur verfassungsmäßigen Behandlung vorzuleben, wenn der czalizische Landtag über die ihm mitzutheilende oberwähnte Resolution dieses Hauses lie< schlössen habeu wird, daß er ein nach Maßgabe dicser Resolution zu Staude kommendes Reichsgesetz als ein Fundamcntalgeseh des Königreiches Galizicn erkenne dasselbe der Landesordnung für Galizien vom 26. Fc< bruar 1861 als ein intcgrircndcr Bestandtheil einverleibt werde." Bei der Abstimmung wurdc dcr Antrag des Abg. Dr. Rechbaucr. von der bisherigen BehandlungSweise der Resolutiousangelcgenheit abzugehen und in dic Berathung des von ihm vorgelegten Gesetzentwurfes einzugehen abgelehnt, jedoch beschlossen, diesen Gesetzentwurf und ebenso die Resolution in Druck zu legen und an die Mitglieder zu vertheilen. Diesem Beschlusse gemäß ging daher der Ausschuß in die Berathung deS § 3, Ut. N der Resolution ein. nämlich ob die Strafjustiz rück. Wäre das G,ft cin Gas, so könntc cS nicht auf-cltfangcn werden. Ein seidenes Tnch hat dieselbe Wir-knlig wic die Baumwolle, aber letzteres ist der sicherste Filter. Die Anweudung dieser Experimente ist an^cn-scheiülich. Wünscht ein Arzt die Keimc, von welchcu mau sagt, daß sic ansteckende Krankheiten verbleiten, non dcr Luügc seines Patienten oder von seiner eigenen zurück zuhalten, so wird er sich des BanmwollcN'NespiratolS bedienen. Nach den vorhergehenden Enthüllungen werden solche Lungenbcschlltzcr gegen ansteckende Krankheiten in alla?meinem Gebrcmch kommt". I» den nlicifüllten Wohnungen der Londoner Arme,', wo die Isolation der K, anten schwierig, wenn nicht unmöglich ist. lVum dic Luft, welche die Kranken umgibt, durch dicscs einfache Mittel praktisch gcrciniczt werden. Auf dicsc Weise fil> lrirt können sie die Umgebenden ohne Nachtheil ein-athmen. Es ist wahrscheinlich, daß dic Kenne, welche sich iu den Luftpassacieu ansetzen nnd allmälig durch die Schleimhaut durcharbeiten können, diejenigen sind, welche die Ursachen dcr epidemischen Krankheiten bilden. Wenn dieseö der Fall ist, so tönuüu Krankheiten durch Baumwollm-Filler abgewendet werden, und ich bin bc reit, ihre Wirksamkeit in cigcner Person zu prüfen. Die Zeit wird entscheiden, ob bei Lungenkrank-heiten der Baumwollen-Ntspualor nicht weniastens die Reizbarkeit vermindern, wenn nicht die Krankheit selbst aufhallen kann. Durch seine Vermittlung kann, was die Keime betrifft, die höchste Alpcnluft in die Kammer dcs Invaliden gebracht werden." Literatur. Was die ersten Hefte des zwölften Jahrgangs von „Ueber Land uud Meer," allgemeine illustrirte Zeitung, herausgegeben von F. W. Hackländer (Stuttgart, Ed. Hallberger) versprachen, halten die l-us vorliegenden neuesten und Pollzeistrafgesetzgebung, so wie die Civilgesetzgebung und die Gesetzgebung über das Bergrecht als Landes-Angelegenheit dem gallischen Landtage zustehen sollen. Sc. Excellenz Ministerpräsident Dr. v. Hafner spricht sich dahin aus, daß er keineswegs für eine Ucber^ lassung dcr Strafjusti; und dcr Civilgeschgebung, so wie jener über das Bergrecht an den galizischen Landtag stimmeu könnte; wohl aber könnte die Polizeistraf-gesctzgebung an die Landesregierung übergehen. Die Regirrung sieht nämlich die Polizeistrafgesetzgebung nicht als eine streng juristische an. sondern sie betrachtet die Bestimmungen derselben überhaupt mehr als polizeiliche Eoercitivmaßregeln, deshalb sei kein entscheidend principieller Punkt für die Ablehnung dieser begehrten Concession vorhanden, während dic Regierung nicht verkennt, daß Opportunitätsgründc gegen die Trennung derjenigen Bestimmungen, welche im übrigen durch die LandcSgcsctzgebung erlassen werden, von den coincidiren-den strafpolizcilichen Bestimmungen sprechen. (Schluß folgt.) Die russische nationale Partei. Die Hauptvertrelerin der russifchen nationalen Partei ist bekanntlich die „Moskauer Zeitung," deren Doctrine» nicht nur in Rußland, fondcrn auch in verschiedenen nationalen Kreisen Oesterreichs hoch gehalten und gläubig nachgebetet werden. Die Angriffe der deutschen Blätter haben die „Moskauer Zeitung" und ihren Anhang nicht irre gemacht. Sie hielten unerschütterlich fest an ihren Anschauungen und suchten dieselben in maßloser Sprache in Cours zu bringen. Nun tritt aber in Rußland selbst die Reaction zu Tage, und zwar nicht schüch< tern und verschämt, sondern mit aller Entschiedenheit. Ein hoch geachtetes und einflußreiches russisches Blatt, die „Nedclja," bringt nämlich einen Artikel, iu wclchcm die Frage verhandelt wirb, ob es überhaupt eine „russi-sche nationale Partei" gibt und geben kann, und im Verlaufe dcr Analyse gelangt das Blatt zu dem Resultate, daß es eine solche Partei in Nußland gar nicht geben könne, ebensowenig, wie in Frankreich eine französische und in England eine englische Partei bestehen kann. Nun weist die „Nedelja" den Schaden nach, den das Treiben dcr „Moskauer Zeitung" für die russische Gesellschaft hat. Sie schreibt: „Der Ausgangspunkt, das allgemeine Princip, von welchem die Organe dcr nationalen Partei ausgehen, ist in folgendem Satze enthalten: Wenn in Rußland in der Gesellschaft sowohl, wie in den Regicrungssphiiren keine antinationalen Elemente enthalten wären, auf die das Allerhöchste Rescript vom 13. Mai 1866 deutlich hinweist, dann wäre Alles bei uns vorzüglich; folglich rührt allcs Schlechte und Schädliche von den Deutschen und Polen her; ohne ihre Intriguen wären wir daS glücklichste Volt von der Welt, und unser geistiges und materielles Gedeihen fände sich von selbst. Das ist der Sinn des allgemeinen Satzes, daß „als Grundlage von Allem dic nationale Fragc entschieden werden müsse" und daß „dcr ernste Kampf, dcr durch alle unsere Angelegenheiten geht, sich nur auf diefe Frage beziehe." Eine solche, die Nationaleitclleit kitzelnde Grundanschauung muß sich die Sympathie der Massen erwerben. Ist es nicht angenehm, sich sagen zu Hefte 4, 5 und li iu glänzendster Weife. Es ist wirklich erstaunlich, was ein solches Heft — trotz des fabelhaft geringen Preises von 5 Sgr. - - den Lesern alles bietet. Es enthält bei schöner Ausstattung nicht nur den interessantesten und gediegensten, unterhaltenden und belchreuden Lesestoff auö den besten deutschen Originalfedcrn : i m U mfange eines Roman bau dcs, sondern daneben noch einige 20 treffliche große Illustrationen hervorragender Welt- und Tagesereignisse, reizende Genrebilder, Porträts bedeutender Persönlichkeiten und erheiternde Humorbilder. Die vorliegenden Hefte biete» unter anderem den hochspauncnden Roman von F. W. Hackländer: „Geschichten im Zickzack," Novellen von Gutzkow, Edmund Hoefer, Arnold Wellmer, und eine Fülle der, interessantesten Artikel vun Gerstcicker, W. Winckler, Aug. Silberstein, Schmidt-Weißeufels, I. Alle-mann, Karoline Vauer (Aus meinem Äichncnlebcn), Dr. iU0^. H. Klenäc (Gesnndheilslehre fürs Haus), Dr. Karl Ruß r angenehm, sondern auch bequem, da diese Anschauung zu nichts verpflichtet und nur auf das geduldige Erwarten dcr Zeit verweist, wo die Deutschen und Polen vom russischen Boden verschwunden sein werden. Gefitzt nun, die Dcnlschen und Polen warc» di.sc Feindc der Entwickelung dcs russiäien Poltet, warum denn den Kampf mit ihnen dnrchnns im Namen des nationalen Princips fubrc,,? Sic sind doch sicher nicht unsere Feinde, weil sie Drusche odcr Polen sind, so»» dein weil sic unscic Cl'lwickclnug hemmen. Na, um setzt also die „Moöt. Zt,,." -un die Slclle dcS nationalen Princips nicht elwcS Nccllcirs und Bislinnntcies, wie etwa das Princip des l^cmcinwohl^? Sic thut cs dcSknlli nicht, weil sie weniger für das russische Volk, als für sich s^lbsl so'gt, wcil fic tcinc Pailli in dem allgemein ucislnüdllchcn Sinnc dieses Wortes Beitritt, sondern sich dcr nalicualcn Richtung als des Mittels bedicnl. wclchcS ihr vor subel, Icihren eine hcrvulragende Stellung in der Gesellschaft gegeben hat. Sic seldsl weih sehr gut, daß gcgcnwäüig das nationale Princip nnllNl,lich und unzureichend zur Äc-uithcilxug aller Ersch-innngcn des gesellschaftlichen Le< bens ist; nichtsdestoweniger hält sie daran sch, und schaue und bcweielos behauptet sie, daß „dcr ernste Kampf, welcher dnich alle unsere Angelegenheiten geht, sich nur auf die russische nationale Frage beziehe." Sie hat ö> folg; das Publicum liest sie mit Begier und speichert in seinem Herzeu einen gegen» stand« und frnchtlofen Haß gcgen Deutfche und Polen auf, ohne sich um die eigene Veiooll» lommnung zu lüminern; und hinter der „MoSl. Ztg." trotten, dlirch dcu Erfolq vcifühlt, eifrigst einige Pc^ tcrSburger Organe dcr Presse hcr, welche, uachdcm sie verschiedene Nichtnngcn versucht, in der gegebenen Mi» nute dcljcnigm Paitci angehören, welche ihnen dcn meisten Erfolg verspricht. Diese Parodie auf eine Richtung, diese inhaltlose Form ist die sogenannte „russische nationale Partei." So schließt der immclhin merkwürdige Artikel der „Nedclja," welcher auch unseren Nationalen manches zu deuten geben dürfte. Mgesneuigkeiten. f «fürst Friedrich von Schwarzenberg (Landsknecht) ist, wie bereits gemeldet, am 7. d. um 6 Uhr Früh in Wien verschieden. Er war am 30. September 1600 zu Wien geboren, wo sein Vater, der berühmte Sieger von Leipzig, damals als Divisional angestellt war. Im Jahre 1616 trat er, nachdem er früher militärische Studien betrieben, als Cadet bei Schwarzcuberg - Uhlanen ein nnd wurde 1618 Lieutenant. Im Jahre 1821 machte er als Oberlieutenaut den Feldzug iu den Abruzzeu unt. Später war er als Escadrons-Commandant bei König von Preu-ßen-Hußaren vier Iahrc in Ungarn. Seine Majoralsrechtc (als Besitzer von Worlik) übertrug er seinem Bruder Carl, da er sich zur Leitung verwickelter ökonomischer Angelegenheiten nicht geeignet fühlte nnd nach Empfang des Malteser-Ritterkreuzes einige Zeit die Absicht hegte, das Ordensgelübde abzulegen. Im Jahre 18^0 schiffte er sich nach Algier ein und machte unter Marschall Bourmont die dortige Expedition mit, bei der er ans dem Schlachlseldc von Älida das Kreuz der Ehrenlegion crhiel!. Krankheitshalber lehrte er 18A2 nach Wie» zurück und quillnte de» Dienst mit Beibehaltung des Mililärcharakterö. I8.!4 machte er eine Gleise nach dem Orient, später nach Schwede,! und Nor-wegen und begab sich 1838 unter vielen Abcnlexern und Beschwerden zu Don Carlos, der ihn bei Marolles Corps Mheillc. Nach mehreren Expeditionen wollte cr z»m Corps ^abreras gehen, wurde aber in Bayonne entdeckt nnd nach Bordeaux internirt. Gegen sein Ehrenwort, nicht direct nach Spanien zurückzukehren, entlassen, lvolllc er dies cms Umwegen thnn. Da traf die Nachricht vom Uebertriltc Don Carlos auf französischem Boden ein, uud er lehrte "ach Ungarn zurUck, wo er in seinem Schlosse Marienthal, einem chemallgen Klostergebändc, sein „Wanderbuch eines verabschiedeten Lanzknechtes" zu schreiben begann. Als die Halizischen Unruhen 1846 ausbrachcn, legte er wieder seine Hußarenuniform an und eilte zu Erzherzog Ferdinand, den er in Tarnvw traf. Für seine in Galizien geleisteten Dienste erhielt er den Obersteucharaltcr. Hierauf lebte cr abwechselnd in dcr Schweiz, Italien und Men; bei Beginn des Sonderbundskricgcs wurde ihn« von den tacholischeu Echweizerständcn cm Commando ange-nagen, das er als Fremder ablehnte, jedoch als Volontär, ..i "^ ! General. Adjutant dcS Gencral« Salis au< s^ n'ilA s ^derlage der katholischen Partei rettete cr wn 3 ssi, ?^' Über die Furca und durch den Can-,,^ t.M ' ^^^^' «ei Ausbruch der italienischen Unruhen stellte er sich dem Leiter dcr Tiroler Landcsver-he digung Erzherzog I,hann, zur Verfügung, licß sich so-fort as emacher Landesschütze in die Compagnie des Hau t-manns v^ Wörl elnreü)en und marschirtc n!i< dieser gcgcn Chles^ Spater wnrde er nach Mailand berufen, wo ihn Radehky dem FML. Schonhals zntheilte. Auch an dem nachfolgenden Zug gegen Men und dem Ieldzug in Ungarn unter Haynan nahm er Theil, erkrankte aber vor Komorn und wurde nach Raab transportirt, wo cr bcinahe den In. surgenlen in die Hände gefallen wäre. Nach seiner Gene sung ließ er sich zn dcm unter dem Commando seines Bruders Carl stehenden 4. Armeecorpil nach Vorarlberg übersetzen und folgte diesen, hierauf nach Mailand. Als dieser 1852 als Mililär und Ciuilgouverncur nach Sic-beubürgen versetzt wurdc, kehrte Friedrich, mittlerweile mit dein Generalscharaktcr, der ciscrnrii Krone :c. ausgezeichnet, nach Marienthal zurück. Die Hvnncuftrcken, deren Eigenthümlichkeiten so lange allen Erklärungsversuchen trotzten, sind seit dcr letzten groben Eonnenfinstcrnißexpedi' tion und den durch das Spcclrostop gewonnenen überraschenden Erfahrungen Gegenstand allgemeinen Interesses geworden. Die „Gr. Tgftst/' erhielt hierüber folgende Mittheilung : Jene, welche sich von den Flecken unserer Sonne mit eigenen Augen überzeugen wollen, haben dieser Tage die beste Gelegenheit. Die Sonne zeigt eben jetzt außergewöhnlich große und schöne Fleckengruppeu und Fackeln. Es sind zu solcher Besichtigung nicht etwa große Fernröhre nöthig, in denen sich freilich ein herrliches Bild zeigt, die aber nur Wenigen zugänglich sind. Jedes, auch das kleinste Fernrohr, wenn eö nur mit einem Sonnenglas versehen ist, genügt. Ja sogar ein gewöhnliches gutes Opernglas reicht hin, um drei der größeren Gruppen mit Leichtigkeit zu sehen. Man halte zu diesem Zwecke gefärbte Gläser (roth und qrUn) vor die Oculare. Auch die bei Sonnenfinsternissen so häufig in Anwendung kommenden angerußten Gläser sind, wenn man sich zur Anbringung an das Opernglas eine geeignete Vorrichtung macht, zu verwenden. Lehrern wäre es besonders zu empfehlen, diefe Gelegenheit zu benutzen, um — sollten die nächsten Tage noch heiteren Himmel behalten — ihren Schülern die Bcsichti» gung der Sounenfleckcn zu ermöglichen. Es wirkt ein solcher Anschauungsunterricht viel belehrender, als das Vorzeigen dieser Erscheinung auf dcu in dcn Schulen gebräuchlichen, leider meist sehr mißlungenen Abbildungen. — Der Großherzog und die Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin sind am kaiserlichen Hoslager in Wien zu Besuch angekommen und begeben sich von dort nach Italien. — (Freiherr Louis von Haber), der erst kürzlich durch eine edlen Cultur-Zwecken gewidmete großartige Dotation ein schönes Beispiel gegeben, wie und wo die mit Glücksgülern Gesegneten freigebig fein sollen, hat dem Unterrichtsfondc des Allgemeinen Beamten'Vereins die großmüthige Epen'be von 1000 fl. zu-gewendet. Mit aufrichtiger Allcrleunimg registriren wir diesen neuen Wohlthätigleitsact, der zugleich dem Vereine dcm er gewidmet ist, zur Ehre gereicht; denn Baron Haber hat letztlich bewiesen, daß cs nur wahrhast gemeinnützige, und Cultur-Zwecken gewidmete Institute sind, die er mit seinen großartigen Widmungen gefördert sehen will. Es ist wohl anzunehmen, daß in Folge dieses schönen Beispiels die Bestrebungen des Beamten-Vereins auch in dcn übrigen Finanzlreisen, auf deren Unterstützung der Verein bei Bildung des obigen Fondes angewiesen, ähnliche Würdigung und Anerkennung finden werden. '— (Voltszäh l'ung in Wien.) Am 8. d. M. wurdc die Volkszählung im Weichbilde der Stadt Wien beendet. Die Tolalfumme der Bevölkerung, mit Ausnahme des Militärs, beläuft sich auf 622.08? Seelen. Der am meisten bevölkerte Bezirk ist die Landstraße mit 88.75,1, dcr am geringsten licvölkerte der Bezirk Margarethen mit 52.278 Seelen. Der Bezirk Nlscrgrund, dessen Bevölke-rnngözisfer cnn !>, d, festgestellt wurde, hat <>4,'.174 Ein-wohner. — (Petition der Ae ch n un g sos f ic ia l e.) Der „Tagcöpresse" wird ans ^nnSbrnck, 7, März geschrieben : Geste,» ging eine an das Hans dcr Abgeordneten gerichtete Petition dcr Ossiciale der Rechnungs-Depar-temenls der Statthallcrei, dcs Oberlandesgerichtcs und der Finanz Landes - Direction um Gleichstellung mit dcn ^andeshauplcassieren und Officiate» nach Wien ab. Mit der Ueberreichung derselben wurde der Landeshauptmann von Vorarlberg, Herr v. Zroschauer betraut. Angesichts dcr schwerwiegenden Motive, welche in dieser Petition Ausdruck fanden, dürfte sich das Abgeordnetenhaus wohl bewogen finden, die Eingabe, welche schließlich auch noch den Wunsch nach Bildung je eines Concretal-Status für die Statthat-terei, die Justiz- und die Fmanz-Rechnungs Ösficiale der im Äeichsrathc vertretenen Königreiche «nd Länder ausspricht, befürwortend an den Miuisterrath zu leiten. — (Honved-Erdesleistung.) In der Festungs-Pfarrkirche zu Ofen haben Samstag Vormittags im Beisein einer großen Menschenmenge sämmtliche Honved-Districts-Commandantcn uud dic anwesenden Hceres-StabS' und Obcrosskierc dcn Eid abgelegt. Eine Abtheilung dcs Pester ersten Honved-Bataillons stellte sich mit dcr Fahne an dcr Spitze als Spalier im Schisse dcr Kirche auf. Dcr Obercommandant der Hoiwedarmec, Erzherzog Josef, erschien Punkt 10 Uhr beim Portale der Kirche, wo ih» das Of-ficicrcorps erwartete; an dcr Pforte empfing dcn Erzherzog dic Geistlichkeit, um ihn zm» Altare zu geleiten. Das OfsiciercorpS folgte in geordneten Äcihen und nahm dic Battle zu beiden Seiten des Sancluariums ein. Nach einer stillen Messe wurde die Fahne vor den Altar ge< bracht und durch den Major-Auditor Schober die Eides' sormel verlesen. Vom Altare begaben sich sämmtliche Hon-vedö in die Sacristei, wo cm Protokoll mit der Eidesformel an der Spitze auflag, welches Sämmtliche, die den Eid geleistet, unterschrieben, und welches dann der Ober» commandant nnd der Stabs Auditor coramisirten. Hierauf hielt Erzherzog Josef in corrcctcr ungarischer Sprache eine kurze Nede, iu welcher er bctontc, dnß die Honvcds, die sich freiwillig nuter die Fahne dcs gekrönten Ungarkönigs und des Vaterlands gcschaart, bclusen sind, dieser Fahne, aus wrlcher der von der Landesmutter, unserer Künigm, qeheslele Stern erglänzt, für König und Vaterland, für die sanclionirlen Gefetze, Rechte und Freiheit dcs Vaterlandes zu folgen, und die glorreiche Geschichte unfcrer Ahnen mit neuen Ruhmesblätter» zu bereichern. Es fei gewiß, daß, wenn der Ruf zu den Waffen für den bedrohten König und das bedrohte Vaterland erschallt, die Honveds sich an Tapferkeit voll Niemandem wcrdcn übertreffen lassen. Red uer schloß mit dcn Worten: „Es lebe der König! e« lebe unser geliebtes Vaterland!" . Trotz des heiligen Ortes, au welchem dic Nede gesprochen wurde, erscholl ein drei-» maliges donnerndes Eljen, womit dic Cermonie beendet war. Aus dcm Vcrichtosanle. Die Affaire von Iantschberg und Iosefsthal. Siebenter Verhandlungeta g. Die Zeugenverhöre werden fortgesetzt. Zeuge Jakob Dernouöet hals den Turnern ihre Sa» chen auf den Berg tragen. Als sie um 9 Uhr hinaufgekommen seien, standen etwa 4 Bauern unbewaffnet vor dem Wirthshaus. Die Turner boten ihnen Wein zum Trinken an, den die Bauern jedoch nicht annehmen wollten. Anfangs sci die Fahne am Boden gelegen, dann habe sie Dornig erhoben und dic Turner stellten sich um ihn auf. Zeuge sei eben damals Wein ins Pfarrhaus holen gegau« gen, und als cr zurückbekommen fei, seien die Turner schon auf dcr Flucht begriffen gewesen. Dic Anzahl der Bauern war eine große uud waren dieselben mit Pflöcken bewaffnet. Dann erzählt Zeuge die Vorfälle in Kaschel, wo ihnen ein gewisser Ploö (Grat Joseph) mit Neste» entgegen ge^ kommen sei und dieselben mit den Worten: „Ihr habt keine Fahne, werde aber ich sie euch geben" emporgehoben habe, worauf die Turner geflohe» seien. In Iosefsthal feien etwa 300 Bauern gewefen. Von den Vorfällen in Iofefsthal weiß Zeuge nichts Bestimmtes anzugeben. Der Angeklagte Anton Gostiniar sei dabei gewesen, als man die Turner bei Kaschel übers Wasser trieb. — Volant v. Raab (zum Zeugen) : „Hatten die Turner Waffen oder Pflöcke?" Zeuge: Ich habe bei ihnen leine Waffen, sondern nur Spazierstöcke gesehen. Zeuge Mathias Hedenit (Gendarm) gibt an: Als wir 10 Gendarmen gegen Mariafeld gingen, kamen uns Offi-cierc eiUgegcn, die »ins aufforderten schnell zu kommen, es gehe schon los. In Mariafeld hielten wir an, um auf Herrn Schlibcr zu warten, von da an liefen wir bis Io» sefcslhal. Als wir auf dcn Hügel von Iosefschal lamen, sahen wir den Rode schon ganz blutig; wir wollten ihn lassen und dcn andern nachlaufen. Man redete uns zu, denselben zu arretiren. Ich arretirte ihn, während die Übrigen Gendarmen den Bauern nachliefen. Rode wehrte sich und qriff nach meinem Bajonette; ich stieß ihn zuerst in den Schenkel; nun wurde er noch wüthnider, stieß um sich, ich gab ihm den zweiten Stoß und er drehte sich eben so, daß ich ihn in die Brust traf. Als Rode todt war, verloren sich die Bauern, und man hörte Aeußerungen: „Gehen wir nur, der ist fchon todt, es wird fo nicht« daraus." Dicfer Zeuge gibt noch au. daß die B..uern in Iosefsthal bewaffnet waren, und dciß die Turner in Io» scfschal auch Stöcke hallen, die sie, nach ihrer Angabe, dcn Bauern weggenommen hätten. Kanzlist Schliber habe die Leute mehrmals im Name» des Gesetzes auseinander gehen gcheiße». Dieser Zeuge wird beeidet. Zcugc Anton Petri? (Gendarm) erzählt den Vorfall in Iosefsthal wie die übrigen Zeugen und gibt an. daß einer der Bauern rics: „Gehen wir nach Hause um u«' sere Mistgabeln, damit wir diese Gendarmen und Diener vertreiben werden." Er so wie auch ein anderer Gendarm feuerten einen Schreckschuß ab, worauf die Bauern flohen. Die Bauern hatten Pflöcke; allein Zeuge fah nicht, ob sich irgendwelcher derselben bediente, wohl aber seien mehrere der Herren blutig gewesen. Zeuge Valentin Pilafer (Gendarm) erzählt den Her. gang aus dieselbe Weise wie die vorigen Zeugen. Der Vorsitzende constatirt aus dcm Protokolle des Lieutenants Stumpf, daß das Vorgehen des Gendarmen Hedenit ei» ganz corrected war. Dcr St'aalscmwalt bemcrlt hiezu, daß über das Vor. aehen des Gendarme» Hedenil die umfassendsten Erhebun, gen gepflogen wurden, daß dasselbe jedoch in leiner Weise Anlaß zur' strafgcrichllichcn Verfolgung bot. ^euqe Gustav Etedry gibt an, er sei schon Vormittags um 11 Uhr i» IoscsSthal gewesen, wo er die Musik abqcwartet habe, nm 0en Turnern mit ihr bis Et. Leon-» hard entgegen zu gehen. Der erste sei Philipp Schreyer angekommen und habe vom Uebcrfalle der Turner erzählt. In St. Leonhard habe ein Bauer gerufen: ..Was machen diese Gcrichtsdicner da?" Zeuge habe ihr. daraus gesraat, was cr damit meine, woraus der Bauer ihm gesagt hätte: „Was seid ihr anders als Gerichtsdiener." Die Musik spielte zwei Pieccn. Da keine Turner kamen, sei cr mit der Musik wieder zurückgegangen. Bei einem Hause habe ein 388 Vauer „2ivio 81oveuci, nsmÄlutar^s M po treduku!" gerufen. Auf dem meitern Wege s« Matthäus Zajc ge> kommen und habe gerufen: „Deutschchumler, geht nur, sonst werdet ihr laufen, daß ihr die Fersen verliert." Angeklagter Zajc gibt diefe Aeußerung zu, allein er' habe diese Worte nur im Scherze gesprochen. Zeuge Johann Matijan gibt an, daß Lenöe gerufen habe: Der erste werde ich sein, ihr Anderen aber nach mir. Die Aussagen der Zeugen Antonia und Longinus Blumauer (des Leytern Aussage wurde wegen dessen Krank« heit vorgelesen) enthalten nichts Neues. Der Zeuge Mathias Slabajna rief durch seine drol» lige Ausdrucksweise und Schilderung zu öfieren malen die Heiterkeit des Publicums wach, so daß der Vorsitzende letz« teres öfters zur Ruhe verwies. Dieser Zeuge erklärt, er glaube, daß nichts die Leute so confus gemacht habe, als der Tabor, wo die Herren erzählt hätten, daß, wenn die Deutschen bleiben, alle Geistlichen verjagt, daß hingegen, wenn die Slovene« herrschen, alle Steuern verringert wur» den. Auch habe er von dem bevorstehenden Ueberfalle der Turner gehört. Wenn nach Iosefsthal lein Militär ge-kommen wäre, so wäre es zu einem schrecklichen Conflict gekommen; es sei eine Unmasse Volles daselbst gewesen. Der Angeklagte Grat habe sich geäußert: „Wenn wir die Rächt abwarten, so würden sie zu Wasser nach Laibach kommen." Der Angeklagte Paternoster habe gesagt: „Wenn die Anderen nicht anfangen, werde ich auch nichts thun, wenn aber ein Anderer hauen wird, werd« ich auch." z Zeugin Maria Aepetanc weiß nichts über den Vorfall! in Iosessthal anzugeben. Zeuge Sterle Johann erzählt die au« dem Erpos6 im ersten Berichte bekannten Vorfälle in Iosefsthal. ' Zeuge Jakob Grat aus Vevce führte die Musik nach Iofefsthal und gibt an, daß sich KruZiö und Kalan äußerten, sie wllrden demjenigen, der die Musit führen werde, den Wagen zusammenschlagen. Die Aussage dcs Zeugen Franz Zajc ist ganz unwesentlich. Die Verhandlung wird um '/, 1 Uhr unterbrochen und ^ um V-4 Uhr fortgesetzt. Es werden die 5 Entlastungszeugen des Angeklagten vulgo Iurk einvernommen, welche angeben, daß Iurk an jenem Sonntage sich äußerte, man solle den Turnern nichts zu Leide thun und nur zum Spaße eine Schranke aus Spagat, Bändern und Vlumen machen. Die Staatsanwaltschaft erklärt sich gegen die Beeidigung dieser 5 Zeugen, denn dieselben scheinen sehr lUclhaltlich und seien die Aussagen derselben nicht wesentlich , da sie sich auf die Aeußerungen, die Iurt am Sonn» tage that, beziehen. Dr. Nhaöiö plaidirt für die Beeidigung dieser Zeugen, welche auch Über Beschluß des Gerichtshofes beeidet werden. Mit Vorlesung einiger Prototolle wird die Verhandlung um l/,7 Uhr abgebrochen. locales. — (Die philharmonische Gesellschaft) bereitet fUr die Fastenzeit zwei Concerte vor, welche, Vocalen Charakters, eine Reihe der interessantesten Werte in Aus« ficht stelle». Das erste Concert soll für Freitag den 18. d. und zum Benefize des Vereinsfondes bestimmt sein. In demselben wird uns ein Chor „Halleluja" aus einem größeren oratorischen Werke unseres Musikers Theodor Elze geboten! werden, außerdem Chöre von Lachner, Engelsberg, Nedved, ein Baßsolo mit Damenchor von Kücken. — Das zweite Concert (Gesellschaftsconcert) wird zur Hälfte spirituellen, zur Hälfte weltlichen Charakters sein, und wird nebst einem j Chore von Rein berger, dem Componisten der Oper „die -sieben Schwaben," einem Chore von Sebastian Bach ^ und dem „Veilchenterzett" von Hering noch zur Aufführung! kommen ein kleines Oratorium: „die Auferweckung des La-! zarus" von Dr. Karl Löwe, dem bekannten Balladencompo- ^ nisten, sowie Robert Schumanns reizendes „Requiem für Mignon" auö „Wilhelm Meister" von Göthe, für Soli, Chor und Pianoforte. Wir sehen daher einer Reihe der schönsten Kunstgenüsse entgegen, welche uns die unermüdliche philharmonische Gesellschaft zugedacht. — (Die letzten Erdstöße) haben den nördlichen Flügel des Hauses Nr. 31 am Castellberge derart beschädigt, daß am 8. d. M. Abends um 8 Uhr der Dachstuhl sowie die Mauern desselben ohne irgend eine weitere Veranlassung zusammenstürzten. Dieser Theil des Hauses diente dem Besitzer als Seilerwerkstätte und war glücklicherweise um diese Zeit niemand mehr darin beschäftiget, so daß kein Menschenleben gefährdet war. — (Frü h l in gsan zeichen.) Auf dem Schloßberge trifft man fchon ziemlich häusig das blühende Schneeglöckchen ; den 5. zeigten sich die ersten Blüthen des Frühlingssafrans. In der verflossenen Woche waren die wölken» bedeckten Nächte. insbesonderS jene vom 3. auf den 4., von Zugvögeln belebt, man unterschied in den Lüften sehr deut« lich die Rufe der Pfeifenle. Die Wachholberdrossel zeigt sich in starken Zügen, desgleichen die Ringeltaube. Schon wurden einige Waldschnepfen in der Umgebung Laibachs geschossen. Auch der Staar ist angekommen. Die Wildgänse zogen sehr zahlreich. Schwäne waren heuer leine sichtbar. — (Nach der neuesten Volkszählung hat die l. f. Stadt La as), Vorstadt Laa« und Podlaas 722 lziuwohner, darunter männlich 343, weiblich 379, Einheimische 709, Fremde aus den Inländern 13. Das achtzigste Jahr erreichte ein Mann. — (Aus Rom) sind die Bischöfe von Gurl — Dr. Wiery — und von Parenzo, — Dr. Dobrila, zurückgekehrt. Ncnelle Post. (Driginal'Telegramm der „Laibacher Zeitung.") Wien. »O. März Abends. Der confess fionelle Ausschuß ging in die Tpecialdebatte über daS Oivilehegesetz ein. Der Iustizmi« nister sprach sich principiell gegen die Trenn» barkeit der Ghe au«, erklärte jedoch, zur Ab» gäbe einer Erklärung in» Namen der Negie-rung nicht ernlächtisst zu sein. I,n Adreftausschus» wurde die Besprechung über die Polenresolutiun fortgesetzt. Der Minister des Innern äußerte seine Üeberraschung über die Erklärung GrocholSki's, daß zwei kaiserliche Statthalter in Galizien bestehen sollen, und verwahrte sich gegen Schaffung solcher anormalen Zustände. Die ,.N. Fr. P." theilt aus dem Entwürfe des neuen Reichswahlgesetzes den § 19 mit, wornach lilnftig das Wahlrecht nicht mehr an die Landesangehörigleit gebunden sein wird. — Der Agramer Landtag soll noch vor Ostern eröffnet werden. — Der Verfassunysverein in Iglau hat eine Zustimmungsadresse zum Religions-edicte Figuly'S abzusenden beschlossen. — Auf da« Gerücht, daß die Regierung den Faden der Unterhandlung mit den Czechen nicht als abgerissen ansehe, antworten die czechischen Blätter mit der Wiederholung der alten Forderungen, die IuslizgeselMbnng müsse zur Compc-tenz des Landtages gehören und Böhmen müsse Ungarn vollkommen gleichgestellt werden. — Der „Tagesb. aus Mähren" plaidirt dafür, daß die Religionsdiener (Geistlichen) aller religiösen Genossenschaften als Vcr« waltunzsbeamte, dem Staate gegenüber, bei ihrem Amts» antritte den Eid der Treue dem Kaiser, der Verfas« sung und den Grundgesetzen deS Staates leisten sollen. — Nach einem Telegramm der ..TgSpr." aus Budua, 8. d. M., wurde in der Nähe von Pobori von unbekannten Briganten nach einem österreichischen Gcndar-men geschossen und derselbe schwer verwundet. — Die „Unitil cattolica" in Turin greift den König von Aaiern heftig an, weil er dem „Hoftheologm" Düllin« ger Gehör schenke. Er werde dies bereuen, wenn er sich nicht eines Besseren besinne. LaS Iesuitenblatt sagt, die „Hoftheoloaie" habe eS so weit gebracht, daß man von der Abdankung Ludwig's II. spreche. — Dle Pariser Blätter greifen die Politik der Curie wegen der auf die Tagesordnung gesetzten päpstlichen Unfehlbarkeit heftig an. die offiziösen Blätter stellen Gegenmaß< regeln in Aussicht. Man spricht von Absendung cineS außerordentlichen Gesandten nach Rom, der dagegen Protest einlegen soll. Der „Constitutionncl" sagt über die türkischen Bahnen, dieselben würden das beste Bollwerk gegen die panslavistischen Aufruhrbestrebungen werden, und darnm sei es auch im Interesse Frankreichs, bereitwilligst die Geldmittel herbeizuschaffen. Telegraphische Wechselcourse vom 10, März. 5perc. Metalliques 61.50. — 5perc. Melalliqucs mit Mai» lind November-Zinsen 61.50 — 5perc. National Nnleheu 7l.25. — l8«A)cr Staatsanlehen 98.—. — Vanlactien 723. — Lrebit» Actieu 260.-. — London 184.05. - Silber 121.—. - K l Ducattn 5 88. Da« Postdampfschiff „Holsatia", Capita» Vhlcrs. welches am 17. Februar von Hamburg abgegangen, ist am 2. d. wohlbehalten in Vlew-Iorl angekommen. Das Postdampischiff „Limbria," Capitiin Haack, ging am 2. März von Glückstadt vi» Havre nach New-Yorl ab. Handel und Golkswirtljschastliches. Monatsausweis der österr Nationalbank pro Februar. Activa. Mctallschay 116,676.182 st, in Mclall zahlbare Wechsel 30,734 165 st.. escomptirte Effecten in Wie» 30,663.579, bei dc» Filialen 35,322.134 ft., Darlehen gegen Handpflmd in Wien 21,650.70s) fl., bei den Filialleihllnstaltett 17.434.100 st., Staatsnolen. welche der Vanl gchüreu 2.964.616 ft., Tarleben an den Staat für die Dauer de« Vanlprioilrgiums «0,000000 fl., Hypothelar-Darlehen 65,262.528 ft., blirsrnmUßig angekaufte Pfandbriefe der Nalionalbanl. nach dem ilourswerlhc vom 31. December 1869. 8,653.839 fl.. Effecten des Reservefonds, nach dem Conrswerthe vom 31. December 1869, 15,204 035 fl., Effecten des Pensionsfonds IM9.860 fl. Schuldverschreibungen der k, l. gallischen Karl Lndwigbahn 2,769 690 fl., Obligationen des l. l. Steueranlehens vom I. 1864, nach dem Courswerthe vom 31. December 1869, 347.600 fl., Gebäude m Wien. Pest und Trieft, dann gesammter ^uncluZ m^tsucilii!» 3,30l.618 ft., Saldi laufender Rechnungen 2:7.250 fl.. zusammen 432,971.901 fl. Passiva, «aulsond 90.000.000 fl., Rrseroefoud I:,,204.<»56 fi" Äanlnotenumlauf 865,035.610 ft., unbehobene Capitals Rückzahlungen 250.830 st., einzulösende Banlanweisungen 954.355 st-, Girognthaben 78.173 st., unbchobene Dividenden 302.749 st., Pfandbriefe im Umlauf 59,183 240 ft., uubehobenc Pfandbrief-zinsen 87.473 fi.. Pensionsfoud 1.870.413 fl., zusammen 432 M'll. 971.90l st. «Meteorologische Neo6achlmMN ill l^Much. " ^l Mg7"3s3V^^^0^"^»vwbstill Nebel"^ 10, 2 „ N. 322.i7 -l- 6« NO. schwach ganz bew. ! 0-00 10 .. Ab. 322 ?? -l- 2? NW. schwach ganz bew. , Tagllber meist geschlossene Wolkendecke, Abends gelockert. Mondhof. Das TagcSmittel der Wärme -<> 3 1", um 09° ilber dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Ignaz v. Kleinmayr. W Für die so herzliche Theilnahme beim Todesfälle M ^ und die so zahlreiche Betheiligung beim Leichenbrgang: « ^ nisse linscrcr unvergeßlichen Mutter, der Frau W » Ernestine Meiweis, > HllNdtl«M»NN5witVt, drltclen ihren innigsten Dant au« (565) « M die trauernden Hinterbliebenen. W Ral^N^tNl^l iMien, 9 März. D,e heutige Vorbörse verkehrte unter dem Eindrucke der giinstigeren Gclduerhältnisse anfänglich iu besserer Tendenz, als gestern Abend«, doch tonnten N» l/ >>' V«? ^ b" ^stiegen«! Curse nicht behaupten. Die Mittagsbürse war matt und unbelebt. Zur LrtliirungSzeit (halb 1 Uhr) notirle man: Credit 282.30, Anglo 37350, 4. Allgemein« Btaatsschuld. Filr 100 fi. Gell» Waare Einheitliche Staatsschuld zu 5 p2t.: in Noten verzins!, Mai-November 61.45 61.55 « „ „ Februar-August —.— -.- » Silber „ Iijnner«Iuli . 71.30 71.40 „ „ „ AprU-Oclober. —.— — — Tttueranlehen rückzahlbar (Z) . ^ .- —--^ Lost v I 1839 ..... 23^—235.— ,. „ 1854 (4'/,) ,n 250 fl. 9l> 50 91.-„ ., 1860 zu 500 fl. . . 97.80 97.90 „ „ 1860 zu 100 fl. . . 1< 625 106.75 .. „ 1864 zu 100 fl. . . 11950 119.60 GtaatslDomänen-Pfllndbriefe zu 120 st. ü W. in Sllber . . 127.— 127 50 ». Orundentlastungs«Obligationen. Für 100 fl. ._ Gelb Waar, ^Wen . . . . zu5pseph«,Vahn .... 187.- 187.50 l Teld Maare Lemberl,- 103. W Frankfurt a.M. 100 fl. betto 103.- 103 20 Hamburg, für 100 Marl Banco 91.70 9l 8l> London, fllr 10 Pfund Sterling 124-- I24.1l1 Paris, für 100 Franc« . . < 49.20 49.25 TourS der «eldsvrten Geld Waare «. Münz-Ducattl . 5 st. 82 lr. 5 fl. 83 tt. Navoleonso'or . . 9 „ 89 „ 9 ,. 90 ^ Vereinsthaler . . . 1 „ 82^ » 1 « 83 „ Silber . . 121 « - „ 121 „ 25 „ Krainische Orundentlllftungs-Oblisationtn. P^< valuotinmz: 86 - Geld. !»4 Wl»«r»