Für Laivach: »-vri-ihrig - - «ierteljährrg . * .. ^ » Ronotlicb » 70 " Laibacher Redaction Bahnhosgasie Vit. 132. M i t der Post: . . . 12 fl. •enjjtortg halbjährig . vierteljährig gib Zustellung inS Haus »teelj. 25 kr., monatl. 9 kr. Sinjelne Nummern 6 kr. Tagblatl. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. _ Expedition: & Inseraten- Bureau: Tvngreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jg. v. ftlein» mayr & Fed. Bamberg.) Jnsertiouspreise: Für die einspaltige Petitzeile ü 4 lt., bei wiederholter Ein-schaltung ü 3 kr. Anzeigen bis 5 Zeilen^I^k^ Bei größeren Insera öfterer Einschaltung ehender Rabat Für complicierten Satz dere Vergütung. Nr. 211. Donnerstag, 16. September 1875. — Morgen: Hildegard. 8. Jahrgang. Ein Sympathie-Meeting. 2>je von den Freunden der leidenden Rajahs in Bosnien und der Herzegowina unter dem Titel Lfer!n in Scene gesetzte Lympath.eversammlung w Kintlid) stattgefunden und die ganze iBedcu« SLSSSSt «S Geringfügigkeit dieses neuesten »nitatioriSversuches klar zutage gebracht Im Saale »giiationS I Hotel" in London fand sich am * "f“ kleine Anzahl Personen zusammen, unter ? Lrr Merriman, ein kleiner Dcmagog Reiormbewequngs Periode, und Herr Lernte T ( p übienatnM t e st e n waren. Einige Geistliche ^ • Am-«hifiabinni, der als griechischer Rajah 1 gafen' bem Meeting seinen Sp. $>eir . d-r d-m nub.ro, W«lcn|t«»t, ane«Mrl l!" Zpttäm durch M« I““« «Ltibem er nach Sedan auf d,e öffentliche Mel-^i>g zugunsten Frankreich« einzuwirken suchte, führte ta Vorsitz- ,n feiner einleitenden Ansprache , _ " Ausschuß, welcher die Conserenz ^Sdrucklich, bur*au6 nicht die Absicht nach dem Äufter d'-s CarlistenauöschusseS Waffen. Kriegs • r .mb Mannschaften für die Insurgenten tiJ- (Kn WMe sich ga«i u«b gar ÄE2näfi«ae Schritte und strebe nur darnach. ^.-SÜmoathi-n des britischen Volkes für die unter-teympa 9 Bosnien und der Herzegowina y,tn "j tin Schreiben von Earl Ruffel welche- als eine wichtige Kundgebung Jeuilleton. \ Entwickelung der Dampsschiffahrl aus hoher See.»> Bon A. Vorniuti-6. . cvnft« 1873 find nach einer amerikanischen tv 9® p,*7n Europa und den Bereinigten Staa-t>elle zwischen l368 einzelne Dampferfahrten Worden, oder durchschnittlich fast vier an Fracht woro . Gesammtcinnahme von nahezu V? Tagb' ?n Dollars, davon zwei Drittel für Mtlllvne t( für Reisende. Es sind aber und etn da galt die Dampf. feine -l r Sin \o weites inscllos-s Gewässer. . dm ^atlantischen Ocean überhaupt, noch für eine Xtärc. Physiker, Dr. Dionysius Lard- ^ Ein eng f „f^uliche Art von Bc- X hat eine . ^rct) die Zweifel, welche er in A'heit erl 0 ufib aussprach. Er war keines. Hinf^Jäiittcr, °m Alten klebender Geist. % ^daß er der londoner Universität stand. < S„r Deutsch'" Rundschau". “) Aus der ,,^tu 1 aufzufassen sei. Außerdem sei es dem Ausschuß ge-lungen, Verbindung, zwar nicht mit den Aufständischen, aber mit hervorragenden Personen in Belgrad und mit dem DamenauSschuß in Ragusa zu eröffnen. Sonst hatte der Redner keine Erfolge zu melden, und nachdem er nochmals Lord RussellS schmei« chelhaft gedacht, ersuchte er Herrn Farley, das an ihn gerichtete Schreiben Earl Russells zu verlesen. Dasselbe lautet folgendermaßen: „Petnbrokc Lodge, 8. September 1875. SDfein lieber Herr! Es thut mir leid, daß ich dem für morgen anberaumten Meeting in einem mit Menschen gefüllten Saale nicht beiwohnen und der Erörterung über die wich, tige Angelegenheit nicht folgen könnte» ohne größere Gefahr für meine Gesundheit zu laufen, als ich mir erlauben darf. Gestatten Sie mir übrigens auseinattderzusetzen, was ich als den Kern der tiir* fischen Frage betrachte. Am 11. September 1860 schrieb ich an Sir Henry Bulwer. unseren damaligen Botschafter in der Türkei, eine Depesche voll starker Vorstellungen zur Erwiderung gewisser Mittheilungen, welche er mir gemacht hatte. ES ging aus diesen Mittheilungen hervor, daß der türkische Kriegsminister für den Gebrauch der Armee clwa sechs Millionen Pfund Sterling jährlich bezog, daß er aber statt diese Sum> men zu den Zwecken des Heerwesens zu verwenden, das Heer ohne Sold ließ, und daß die Staatseinnahmen vom Minister entweder in Verschwendung und Ueppigkeit vergeudet oder zur Vermehrung des eigenen Vermögens verausgabt wurden. Der türkische Soldat ist ein ausgezeichneter der Schöpfung der vorgeschrittenen englischen Libe raten im Gegensatz zu Oxford und Cambridge, könnte ihn vor diesem Verdacht behüten. Aber besonders gerade die mechanischen Erfindungen des Jahrhunderts erfüllten ihn mit Vertrauen und hoher Zuversicht. Er sagt in feinem Buche über die Dampfschiffahrt wörtlich: „Die Wissenschaft zeigt schon mit dem Finger auf einen neuen Springquell unerschöpflicher Kraft in den Phänomenen der Elek-tricitöt und des Magnetismus, und viele Gründe vereinigen sich, um die Erwartung zu rechtfertigen, daß wir am Vorabend noch größerer Entdeckungen als aller schon gemachten stehen, und daß die Dampfmaschine selbst mit den Riesenkräften, welche cer unsterbliche Watt ihr verliehen hat. doch in Bedeutungslosigkeit versinken wird neben den noch aufzudeckenden verborgenen Kräften der Natur, ja. daß der Tag kommen wird, wo diese Maschine, die nun die Segnungen der Eivilisation zu den ent legensten Strichen des Erdballs trägt, zu existieren aufhören wird, außer in der Geschichte." Wenn ein so denkender Mann auf der Versammlung der briti« schen wifsenschaftichen Gesellschaft zu Bristol im September 1836 erklärte, bei dem gegenwärtigen Stande der Anwendung der Dampskraft' auf die KriegSmami. Er schlägt sich tapfer, erträgt geduldig Hunger und Durst und marschiert willig den ganzen Tag trotz Strapatzen und Entbehrungen. Wenn er aber auch in militärischer Hinsicht tüchtig ist, so besitzt er doch nicht die Befähigung, die Obliegenheiten eines Dieners der Gerichte zu vollziehen, die Verwicklungen eines langen Prozeßverfahrens zu entwirren und ein billiges Urtheil zu fällen. Die Folgen der Verwendung türkischer Soldaten in den Gerichten war. daß meine Vorstellungen vom Ilten September 1860 bis zum heutigen Tage unberücksichtigt blieben. Omer Pascha machte viele schöne Versprechungen, die aber bis zur Stunde unerfüllt geblieben find. Ich weiß, daß manche Personen der Meinung huldigen, daß wir weiter nichts als Versprechungen zu erwarten berechtigt sind, und daß es abgeschmackt wäre, auch einer Erfüllung dieser Verheißungen entgegenzusehen. Männer, die in Zorn geraihen würden, falls die vom Unterlaufe bewilligten Summen nicht die gesetzlich vorgesehene Verwendung fänden, hören mit Gemiithsruhe, daß die mittelst eines niederdrückenden Steuersystems aufgebrachten Gelder in der Türkei zu den Zwecken der Korruption und Verschwendung verbraucht werden. Wenn, wie Sa-lomon gesagt hat, jedes Ding feine Zeit hat, so wäre es wol angemessen, 1860 Verheißungen zu erlangen und 1875 auf Ausführung derselben zu bestehen. Aus alle Fälle kann ich nicht glauben, daß wir gehalten sein sollen, unser Heer und unsere Flotte zu dem, was wir unsere traditionelle Politik nennen, Schiffahrt sei eine dauernde und ersprießliche Dampferverbindung zwischen England und Newyork höchst unwahrscheinlich, so konnten auch die hoffnungsvollsten FortfchrittSfchwärmer wol entmuthigt werden, Allerdings trat nach ihm ein Mitglied einer bekannten Schiffs- und Maschinenbau-Firma auf und wies nach, daß Dr. Lardner sich auf lauter vor 1834 gemachte Erfahrungen stütze, während das in Rede stehende Verfahren wesentliche Verbesserungen erfahren habe. Allein diesen Einwand entkräftete ein nachfolgender Aufsatz in der „Edinburgh Review" durch die Ergebnisse amtlicher Untersuchungen feit dem Jahre 1834. So stand in England die öffentliche DiScussion unmittelbar vor dem Beginn der regelmäßigen Dampfschiffahrt über die Breite des atlantischen Ocean«, welche heute einen so gewaltigen Umfang erlangt hat und ein so unentbehrlicher, tiefeingreifender Bestandlheil in dem Leben der clvilifierten Rationen geworden ist. Alle damals gegebenen guten Rathfchläge, den ersten Versuch doch mindestens zwischen dem äußersten westlichen Theile von Irland und einem vorgeschobenen Hafen Neuschottlands oder Neufundlands zu machen und die furchtbare Entfernung einzufchränken, die mit so vielen unbe» zu verwenden. Lord Palmerston war nicht weniger entrüstet, als ich selber über die Unthätigkeit der türkischen Regierung und erklärte, man könne nicht von unS erwarten, daß wir für einen tobten Leichnam zu Felde ziehen sollten. Wir dürfen nach den Regeln der Klugheit und mit Ehren es ablehnen, zur Unterstützung der türkischen Regierung ferner Subsidien zu zahlen. Wir erlangten von Omer Pascha und anderen das Versprechen, daß den Unter« thanen des Sultans Gerechtigkeit widerfahren sollte. Es ist sicherlich keine ungebührliche Ungeduld, fünfzehn Jahre später zu fordern, daß diese Ve» sprechungen gehört werden. Angenommen indessen, daß Englund sich vom Schauplatze zurückzieht, so Ist es sicher billig, zu untersuchen, in welcher Weise im türkischen Reiche Gerechtigkeit zu erlangen ist. ES ist hoffnungslos zu erwarten, daß die türkischen Staatsleiter Sicherheit für die Erfüllung der Pflichien einer guten Regierung bieten können, und es mag wol in Frage gezogen werden, ob Oesterreich, Rußland und die anderen Mächte Europa's auf Verlangen die Aufgabe übernehmen würden, die innere Verwaltung der Türkei in die Hand zu nehmen. Wenn sie das aber von der Hand weifen, so bleibt nur der eine Ausweg für die Bewohner von Bosnien und der Herzegowina, das zu erringen, was Lord Derby feinerfeit für Serbien erlangte, nemlich etwa in der Art einer unabhängigen Regierung. Ich möchte selbst wünschen, Thessalien und Albanien als Provinzen zum Königreich Griechenland geschlagen zu sehen. Sie werden nun sehen, ein wie großartiges Problem vor uns liegt. Vor vielen Jahren erklärte der verstorbene Kaiser Nikolaus dem Fürsten Metternich, er wünsche nicht mehr Konstantinopel für sich zu erlangen, und sei ganz bereit, eS unter den Kaiser von Oesterreich stellen zu lassen, da er auf diesen Souverän vollständiges Vertrauen setze. DaS ist indessen gegenwärtig nicht die Frage. Ich muß auch fernerhin wünschen, daß die Sache der bürgerlichen und religiösen Freiheit in der ganzen Welt blühen möge, allein es ist dies Sache der Bevölkerung in der Herzegowina und in Bosnien zu erwägen, was in idrem Bereich liegt und auf welche Weise eine gute Regierung zu sichern sei. Zu diesem Ende müssen die Wünsche des Volkes von den anderen Mächten zu Rathe gezogen werden. Ich freue mich, daß die drei nordischen Mächte wünschten Großbritannien, Frankreich und Italien zu ihrem Rathe hinzuzuziehen. Falls diese vereinten Mächte im stände sind, einen Plan gerechter und billiger Regierung zu ersinnen, der willig von den Unterthanen des Sultans ausgenommen wird, und gleichzeitig den Frieden Europa'- erhält» so werde ich mich herzlich über ein so erwünschtes Ergebnis freuen. Ich bleibe Ihr ergebener Diener Russell. An Herr I. Lewis Farley." Herr Farley, der früher in Diensten der Pforte stand und 1872 in einem Buche das Lob der Türken gesungen, hielt dann eine längere Rede, in welcher er auseinanderlegte, daß die türkische Regie-rung so schlecht als möglich und keiner Besserung fähig sei. Die vorerwähnten Geistlichen und der griechische Rajah verarbeiteten dasselbe Thema und es wurden einstimmig Beschlüsse des Inhaltes angenommen, daß die Christen in Bosnien und der Herzegowina Anspruch auf englische Sympathien hätten und daß zu ihren Gunsten Beiträge gesammelt werden sollen. Die „Times" bemerken: Die Demonstration der Freunde des Aufstandes könne den Aufständischen nichts helfen und die Erledigung nicht fördern. „Morning Post" hält Earl Russell wegen der Verlegenheiten, welche er der Regierung bereite, eine erneute ernste Strafpredigt. Die schneidendste Kritik dieses Schreibens liege in der Antwort, welche Lady Strangford Herrn Farley auf sein Ansuchen, ihren Namen auf die Comitöliste zu setzen, ertheilte. Wenn ich die in ihrem Aufruf ausgesprochenen Ansichten recht verstehe," sagt diese Dame, „so beruhen sie auf dem Principe, daß alle Aufstände, ob provociert oder nicht, ob aus dem Innern der betreffenden Bezirke sich erhebend oder durch ein Gewebe von Jntriguen von außen angestistet; ob ihnen Hoffnung auf Erfolg in Aussicht steht oder ob sie überflüssige- und unnützes Blutvergießen mit sich bringen müssen; ob sie, wenn erfolgreich, dem Frieden Europa'« nützen oder nur zur Vergrößerung der Macht der Friedensstörer dienen — daß alle gleichen Anspruch auf die Unterstützung Englands haben." Würden die Briefe RussellS und der Lady Strangford ohne Unterschrift neben einander gehalten, so ist die „M. P." überzeugt, daß ein kompetenter Beurtheiler zu der Entscheidung kommen müsse, das Schreiben RussellS sei aus der Feder einer dem Zuge der Gefühle blind folgenden Frau geflossen, bat der Lady Strangford dagegen rühre von einem kühlbenkenben Manne her. _____________________ Politische Rundschau. Laibach, 16. September. Juland. Im Gegensätze zu einer jüngst mit getheilten Nachricht des „Pester Lloyd" meldet die „Pol. Corr.": Die Organisation des General« st a b s und die damit verbundenen Personalver Änderungen treten nicht, wie vielseitig erwartet wurde, schon im November (dem Avancementstermine) in Wirksamkeit, sondern erst mit 1. Jänner nächsten Jahres, da mit diesem Tage auch das von den Delegationen votierte Budget wirksam wird. Ja weiterer Folge dürfte auch das mit der Organifatiou des Generalstabes in Verbindung stehende Avance. mentSgesetz erst mit 1. Mat 1876 zur Geltung ge» langen. Sofort nach Beendigung der diesjährige» großen Waffenübung werden die feit dem Jahre 1872 dienenden Soldaten beurlaubt, die Heuer affen« tierten Rekruten aber erst anfangs Oktober eis-berufen, wodurch die Soldaten ersterer Kategorie um vierzehn Tage früher der häuslichen Arbeit wiedergegeben werden. Eine Ausnahme machen jedoch die in Dalmatien und im Grenzdienste ver-wendeten Truppen, deren Urlauber erst dann nach Hause entlassen werden, wenn die für dieselben bestimmten Rekruten bei den Reserveregimentern vollständig auSgebildet sind. Das Budget wird durch diese bei einigen Regimentern nothwendige zeitweilige Standesüberschreiiung nicht belastet, indem dar Mehr durch die infolge der früher» Beurlaubungen bei den anderen Truppen eintretenden Ersparungen mehr als gedeckt wird. In Böhmen rumort aus Anlaß der bevorstehenden Nachwahl für die dreiunddreißig ihres Mandats verlustigen Declaranten des ReichSrathe» wieder einmal Wahlspectakcl. ES gilt, in den Bezirken der Landgemeinden die Wahlmänner zu wählen. In den altczechi,chen Blättern erscheinen deshalb Appelle an das Volk, hiebei nur unabhängigen, der Passivität«.Politik getreuen Männern die Entscheidung in dir Hand zu legen. Auch die Klericalen erscheinen bereits auf dem Platze. Naturgemäß verlangen sie in erster Reihe Frömmigkeit ihrer Can-didaten und erst in zweiter den Hang zur Pafsioilät. Klericale und Altczechen werden diesmal ihre Agitation bei den Wahlen wol erhöhen müssen. DaS düstere Licht, in welchem die autonome VerwaltungS-kunst der ausschließlich nach czechischen Begriffen geleiteten Stadtvertretung in Pilsen gerade 0 Cl> scheint, die erhöhte Zalozna-Wirthschaft in ilt tigen Sparkasse sind wol geeignet, dem Sollt utitt die jämmerlichen Niederlagen die Augen zu in"*®» welche die czechischen Führer nach jeder Richtung hm erleiden. Der Adreß-Entwurf wird im ungarischen Abgeordnetenhause unverändert angenommen werden; so beschloß die liberale Partei in ihrer Eonserenz vom 13. d. Die Kroaten Ojegovik und MrazoviL beantragten zwar Amendements; der erstere wollte in dem auf den Frieden bezugmh-menden Paffus auch „die Sicherung einer menschta' würdigen Existenz der benachbarten christlichen Be- kannten Schrecknissen drohte, haben sich als muffig erwiesen und sind von der Praxis gänzlich unbeachtet geblieben. Das erste Schiff fuhr von Eng-land ab und landete in Ncwyork gerade ein Jahr nach dem Artikel der „Edinburgh Review," der die Unmöglichkeit darthat — anderthalb Jahre nach Dr. Lardners ofterwähntem Ausfpruch. Die erste Dampfschiffahrt über den Ocean war indeffen auch dies nicht mehr. Schon am 20sten Juni 1819 war in Liverpol die „Savannah' ein. getroffen, welche in 26 Tagen die Reife von dem amerikanischen Hasen gleichen Namens zurückgelegt hatte und, wofern mit Segel nicht mehr als vier Seemeilen oder Knoten in der Stunde zu machen waren, durch eine Dampfmaschine, die auf ein Rad an jeder Seite wirkte, nachhalf. Später ging sie nach Stockholm. wo Bernadette, und nach Krön stadt, wo der Ezar Alexander an Bord kam. Aber da» blieb allerdings ein Erfolg ohne nachhaltige Folgen. Die oceanifche Dampfschiffahrt als wirth-fchaftliche Einrichtung datiert vom Frühling des Jahre» 1838 — von den Fahrten des kleinen „Sirius," der zu Cork am 5., und de» „Great Western,- der zu Bristol am 8. April die britische Küste verlassen hatte, und die beide am 23. April, Shakespeare'« Tag, unter dem Jubel einer uner- meßlichen Menschenmenge in Nrwyork eintrafen. — C» war gut dreißig Jahre, seitdem überhaupt die Dampfschiffahrt ein Verkehrsmittel geworden war. In dieser Hinsicht bezeichnet Robert Fulton» „Clermont," der im Jahre 1807 zwischen New« Aork und Albany den Fluß Hudson aus« und niederfuhr, den Anfang, und wa» Europa betrifft, Henry Bells „Comet" auf dem Elyde bei Glasgow. Die Idee selbst war allerdings weit älter. Schon im Jahre 1543 soll ein spanischer Schiffscapitän, Don BlaSco de Garay, den „Dampf siedenden Waffer»" als Mittel, ein Schiff in Windstille vorwärtSzu« bringen, bei Barcelona vor Kaiser Karl dem V. und seinem Sohn Philipp praktisch demonstriert hoben; aber au» finanziellen Rücksichten ließ man sich nicht weiter auf die Sache ein, sondern begnügte sich, den Erfinder schadlos zu halten und auszu« zeichnen. Es dauerte geraume Zeit, bevor der menschliche Geist in dieser Richtung von neuem vorwärts drang. Der französische Gelehrte Denis Papin machte im Jahre 1707 ein Experiment ohne praktische Folgen auf der Fulda von Kassel bi» Münden. Ein gewisser Jonathan Hüll» in England erlangte 1736 ein Patent auf eine Art Dampfschiff und veröffentlichte daneben eine Flugschrift, doch ebenfalls ohne weiteren Erfolg. Die Erfindung der Dampfmaschine duti James Watt, welche 1769 patentiert wurde, g» den letzten entscheidenden Anstoß, denn nun ruhtr« die Versuche nicht eher, als bis Fulton dem @t‘ danken seine schließlich durchdringende lebentfdW Form verliehen hatte. Er bot bekanntlich Napole»» dem I. seine Erfindung an, der sie, auf ein n»' günstiges Gutachten seiner Akademie gestützt, w# der Hand wies. Im Jahre 1819 wurde bk „Savannah" gleichwol von den Engländern argwöhnisch überwacht, ob sie auch nicht etwa btftiow fei, den gefangenen Eroberer von St. Helena wq Frankreich zurückzuführen. Die „Savannah" hatte sich vergeblich erboten. Paffagiere nach Europa mitzunehmen. Auf des „Great Western" wagten e» im Jahre 1838 fitbet verwegene Leute, sich nach New Dork einzuschiffen. Heute hält e« niemand mehr für ein besonder« Wagestück, und Deutsche, die in Amerika, wie »me-rikaner, die in Europa leben, machen leicht alle paar Jahre die Reise hin und zurück. Es ist, wie mal drüben ganz richtig zu sagen sich gewöhnt hat, ett Fahrdienst geworden, berechenbar beinahe wie Ober irgend einen Strom oder Landfee, nur etwas länger dauernd. „. . (Fortsetzung folgt.) vSlkerung" ausgenommen haben, und MrazoviL beantragte eine Formul eruug der auf die Provinziali-krrana der Militargrenze bezüglichen Stelle; beide Amendements wurden abgelehnt. In derselben Con-feun, kündigte Finanzmlnister Szell an, daß das «udget sofort nach Beendigung der Adreßdevatte voraeleat werden wird. . A»Sla»d Belgrader Telegramme bestätigen, daß Prinz Pet.r K a r a g e ° r g i e v i L der ferbische Brotenoent, aus eine nicht ungeschickt- Weise die mv bcBuläre Friedenspolitik des Fürsten Milan auszu. uLn sucht. Prinz Peter hat fich an die Spitze rille» in der Herzegowina operierenden Freicorps oestellt und sucht mit demselben bis an die serbische Brenre vorzudringen, um dort, dann das nützliche mit ^m angenehmen betreibend, seine präiendentliche HausMilik mit der national serbischen verbinden zu lönntn Die letzten Kämpfe zwischen Trebinje und ÄUrk scheinen ernster gewesen zu sein, als ver. mutbet wurde, da jetzt über Konstantinopel Wiederaufnahme der Belagerung von Trebinje ge ^^Nml^g'estehen auch die slavischen Blätter ein M die bosnischen Insurgenten be 6t1 u 9 eine vollständige Niederlage erlitten haben Wi, drr .Politik" telegraphisch mitgetheilt wird tofittn die' Freischaren, nachdem sie anfangs mit Erfolg gegen die Baschi-Bozuks operiert, schließlich don einer lehr bedeutenden Uebermacht umzingelt und boim». Da« brmffenbe I.l.gromrn b<; »it B-ilusl- btt Zart™ »», 200 TM- unb Verwundete. Die der Insurgenten auf 50 Der Presse" geht über dieses Scharmützel nachstehende tzorre ponoenz aus Alt-Gradiska vom 11. (September 1. Da« heute von 11 Uhr vormittags b.s 4 Uhr va'chwiuags dauernde Treffen zwischen 3n|urgmUn Türken bei Veliki-Strug - eine Stunde von Einheitsbestrebungen Thür und Thor geöffnet haben; e forderte die ultramontanen Abgeordneten auf, die Regierung wegen der Eintheitung der Wahlkreise zur Rechenschaft zu ziehen und beschloß einen Protest an den König gegen die drohende Aufhebung der baierifchen Klöster, obwol letztere auch nicht in ferner Aussicht steht. die tTufför"die ersteten zum Vernichtungskamp 7 •• ' —. f ...M antVAmAH *»«»*• *II n die dem „worden. $on den Jnfurgen>en entkamen nur fün Ihn Mann an das slavonische Ufer unversehrt, d anderen fi°L theils tobt und verwundet auf Kampfplatz-geblieben, zum kle.nern The.le verwunde^ ^ bi, Save hieher gerettet worden Die beiden MührcT Ostoja und Pejja — be.de bisher sehr Sosühre 11 ntfübrliche Räuber — biteben fcrüchiigt in rotid)Vr sie die Save über« StLmollten um 'das reitende Ufer zu erreichen. « Sr« erhielt die tödtliche Kugel mitten in btt <5rftcrcr 5t1 hpn Rücken, in dem Augen- « cz h*r letztere tn ven tnuuui, w i 8tuft- y aus dem Schisse an das Land springen blicke, als et wollte. Das steht fest, daß durch Leliki Strug die Jnsurrection im den Tag von ganzen Nord Bosniens' vorderhand wieder unterdrückt ist. ® oRicttlle Montenegro ist infolge der .. Haltung Serbiens ebenfalls wieder sehr friedlichen 9 F^rst Nikita erklärte diesertage Deputation der Stammesältesten und Häupter ? roSs welche ihn zur The.lnahme °m Kamvie i Herzegowina bestimmen wollen « der ptrz 9 fämvftnbtt w^che ihn zur Theilnahme am Kampfe • ° ttn wollen, er hege zwar kämpfenden Herzegovzen, ’mtvö',U,Hnb werde aber nicht einschmun, wenn niÄ mächtigere Serbien mit seinem Beispiele nicht das m sollen neuerdings wieder tn dorangehe. ziemlich viel Montenegriner bet Herzeg b(n artigen Guerillakämpfen theil jeioen und werden diese übrigens nicht mehr SK* »innen kurzem kommen die Herbst vorhauen. 11 a (ft ü t m e und wenn einmal die v q0aLr* über den GebirgShöhen der Herzegowina ^auhe Bora ^ mlt bem Buschkriege seine Be- W, so 9« . unb Türke sucht dann unter bem T^Dache und unter schützenden Mauern sich zu Alflen. . ..rische Landtag ist durch könig. , Der V° bt|| zg. b. M. einberufen worden. ljcheS Decrer ' ^üt)rer ber ultramontanen ^arbeU ~ bit Leidenschaften Zur Tagesgeschichte. lieber den schon gemeldeten Unfall der Kater i n Elisabeth in Saffetot meldet die „Wiener Abend post" im wesentlichen folgendes: Die Kaiserin stürzte am 11. September um 2 Uhr nachmittags bei einem Spazier-ritte mit dem Pserde und blieb im ersten Momente regungs los liegen. Glücklicherweise zeigten sich mit Ausnahme eint-ger leichten Hautabschürfungen an dem Gesichte sonst keinerlei chmerzhaste Stellen. Die anfänglich ziemlich heftig ausgetretenen Kopfschmerzen mäßigten sich nach Anwendung faltet Compressen und der Puls war regelmäßig. Ueberhaupt zeigten sich bis zum Abend keinerlei beunruhigende Erscheinungen. Laut Nachrichten vom 12. D., 11 Uhr mittags, war das Gefammtbefinden der Kaiserin sehr beruhigend, die Gemüthsstimmung heiter. Mit den Eisumschläzen konnte bereits zeitweise ausgesetzt werden und wollte die Kaiserin im Laufe des Tages den Versuch machen, für kurze Zeit das Bett zu verlassen. Daß jede Gefahr als beseitigt betrachtet werden kann, gehl schon daraus hervor, daß der Kaiser am 13. September mit dem Kronprinzen Rudolf einem Mtlitärmanöver beiwohnte. Die Zusammenstöße von Dampfern sind in England förmlich an der Tagesordnung. Noch sitzt das Kriegsgericht über den Untergang des „Banguard," und fchon wieder wird aus Holyhead ein ähnliches Unglück ge meldet. Der Dampfer „Edith" verließ am vorigen Mittwoch mit achtzig Passagieren an Bord Holyhead und stieß eine Viertelstunde später mit dem Po!ibampser von Dublin „Ducheß of Sutherland" zusammen. Die „Edith ' sank binnen zwanzig Minuten. Die Passagiere wurden gerettet, aber von der Bemannung sanken zwei Personen mit dem Schiffe — ein Feuermann, Tom Jones, der seinen schlafenden Bruder wecken wollte, ging mit diesem zugrunde. Das Schiff liegt in zwanzig Faden tiefem Wasser. Das Unglück geschah bei chöner sternenheller Nacht und beide Capitäne befanden sich dabei auf der Lornrnandantenbrücke und waren in der Lage, weit vor sich hin zu fehen. Auch die „Ducheß of Suther-laut" wurde arg beschädigt. Ueber denUntergong des „Banguar d." Die kriegsgerichtliche Untersuchung über den Untergang des Panzerschiffes „Banguard" wurde am 13. d. an Bord der Ade.aide," des Flaggschiffes Admiral Reppela, das bei Devenport vor Anker liegt, eröffnet. Sapitän Dawkins, der Commandant der „Banguard," gab eine ausführliche Be chrtibung der Umstände, unter denen der Zusammenstoß mit bem „Jron Duke" erfolgte. Ihm zufolge waren alle Bor 'ichtsmaßregeln getroffen, die Nebelsignale wurden gegeben, die wasserdichten Abteilungen geschlossen u. s. w. Als jedoch die „Banguard" einem Segelschiffe auSzuweichen hatte, machte sic notgedrungen für einen Augenblick Halt und hievon scheint der nur wenige Kabellängen entfernte „Jron Duke" nicht durch Signale in Kenntnis gesetzt worden zu sein. Bon dem Präsidenten des Kriegsgerichtes befragt, ob er gegen einen Offizier ober jemanden von der Mannschaft Klage zu führen habe, erklärte (Sapitän Dawkins, er müsse gegen bas Benehmen eines der Offiziere, Eapitän Hollings von bet Marine-Infanterie, feine Mißbilligung aussprechen. Worin jedoch das Vergehen desselben liegt, ist aus den Ver Handlungen, soweit sie bis jetzt vorliegen, nicht ersichtlich. Original-Corresponden;. Stein, 12. September. (Ungewitter. Hochzeit mit obligater Rauferei.) Beim letzten Gewitter ereignete sich ber Fall, baß der Blitz in ber Orischast Terfain in vier Telegraphenstangen zu gleicher Zeit einschlug. Ein 12jähriges Mädchen, welches im Augenblicke, als ber Blitz einschlug, knapp neben bem Wohnhause stand, welches nur einige Schritte von der Telegrapbenstange entfernt ist, wurde vom Schreck fo sehr betäubt, daß es gegenwärtig krank darniederliegt unb ärztlich behandelt werben muß. Der Postmeister in Stein, Herr D e b e u tz, hatte eben in bem Moment, als der Blitz in Terfain einfchlug, weil er glaubte, das Ungeroitter gehe bei Stein vorüber und ziehe sich gegen Laibach hin, die Drahtverbindung durch Einschalten wieder Herstellen wollen. Kaum hatte er jedoch den Telegraphen berührt, so wurde er in Feuer gehüllt und in die Höhe gehoben, Dies dauerte jedoch nur eine Sekunde und kam derselbe glücklich mit dem bloßen Schrecken davon. Vergangene Woche wurde in Rabensberg eine Hochzeit gefeiert, und, wie hier zu Lande bei solchen Gelegenheiten üblich, auch tüchtig gerauft, wobei ein verehelichter Schuster aus Stein durch einen Steinwurf an der Stirne derart chwer beschädiget wurde — es mußten lockere Knochenstücke entfernt werden, — daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. tsz* mit allen Mitteln, W"' 0r’-,men um die Gemüßigten in der Kammer K entflamme . ^ Die Versammlung der »clion » Beggendorf beklagte die unglütf-tzauernoet-lnr s Verträge, welche den preußischen Local- und Provinzial-Angelegenheiten Conjiitutioneller Verein in Laibach. Der Ausschuß beehrt sich hiermit, die Herren Vereins Mitglieder zur 68. Hauptversammlung einzuladen, welche Freitag ben 17. September l. 3. abenbs halb 8 Uhr im Lluhzirnrner der Cafinoreftauro tion flottfiubet. Tagesordnung: Die abgelaufene und die bevorstehend ReichsrathSfeffion. Bericht erstattet vom Abgeord neten Dr. Adolf Schaffer. — (Pfarrer Lesjak gestorben.) Der Pfarrer von Soderschiz Josef Lesjak ist am 10. 6. M. plötzlich am Schlagflusse gestorben. Es ist dies derselbe Hochwürbige, ber unlängst von dem Schwurgerichte in Rudolfswerth wegen Majestätsbeleidigung und ausreizender Predigten zu dreimonatlicher Kerkerstrafe verurtheilt, von Sr. Majestät dem ' Kaiser aber zu achttägiger Hast begnadigt worden war. — (Die Lehrkörper) der laibacher Mittelschulen, der Lehrerbildungsanstalten und der Volksschulen machten heute nach dem Heitiggeistamte dem Fürstbischöfe Pogaiar ihre Aufwartung. Derselbe empfing dieselben in der herzlichsten Weise und mit ermunternden Worten und machte insbesondere gegenüber dem Lehrkörper des t. k. Obergymnasiums die Bemerkung, daß er es feiner Zeit höchlich bedauerte, daß er wegen anderweitiger Berufspflichten außer Zusammenhang mit der ihm liebgewordenen Stellung zu dieser Lehranstalt treten mußte. — ( 33 i f d> 0 f Pogadar und die Födera-i sie n.) Ein interessanter Streit spielt sich gegenwärtig in den Blättern der österreichischen Ultramontanen und in der Kölnischen Volkszeitung," einem Hauptorgan der deutschen Eentrumspartei ab Die „Köln. Volksztg." ist auch von den Anhängern des Eardinats Rauscher dazu ausersehen, um der „Rechtspartei unangenehme Wahrheiten zu sagen und auf dieselbe die schwersten Vorwürfe zu häufen. Solche Vorwürfe werden sodann vom Organe ber staatstreuen Katholiken, dem wiener „Volkssreund" mit Wohlgefallen registriert. Der Streit verdient Beachtung, weil fich die Kämpfen« ben in der Hitze des Gefechtes allerlei Aeußerungen ent« »lüpfen lassen, welche die „Rechts".»artei in einem keineswegs günstigen Lichte erscheinen lassen. Das Serbammungs« urtheil des Korrespondenten über die föderalistische „Rechtspartei lautet fcharf genug: Die Vertreter ber „Rechts", partei hätten burchaus leinen Grund, sich als die „patentierten Vertreter der guten Sache zu gerieten, da sie den katholischen Interessen bisher mehr zum Nachtheil als zum Nutzen gereichten." Noch bei der Inthronisation des laibacher Fürstbischofes Dr. P 0 g a {a r, hätten die föderalistischen Vertreter des krainischen Landes-ausschuffes in demonstrativer Weife bewiesen, „daß ihnen bas staatsrechtliche Moment höher stehe als bas kirchliche, indem sie bei der ganzen Feierlichkeit durch ihre Abwesenheit glänzten." „Wer in einem Bifchofe — heißt es zum Schluffe — nur den politischen Parteimann, nicht aber den Kirchenfürsten ehrt, kann auf die Wertschätzung der wahren Katholiken nicht rechnen, und darum ist anzunehmen, daß die Föderalisten Über kurz oder lang auch innerhalb der katholischen Partei in Oesterreich ihre Nolle werden aasge-spielt haben." Möge diese Prophezeiung, über welche sich bas „Vaterland" weidlich ärgert, zum Heile Oesterreichrecht bald in Erfüllung geben. — (Nächtlicher Straßenexceß.) In der vergangenen Nacht von ein Viertel bis drei Viertel auf zwölf fand an der Ecke bes Hotels zum „Elephaiiten“, am Eingänge der Franziskanergaffe eine großartige Prügelei zwi- tdjen Urlaubern und laibacher Stadtstrapanzern statt. Wie es heißt, hatte ein Urlauber beim Ochsemvirth sich geweigert leine Zeche und Spielschuld zu zahlen, daselbst excediert und die Fensterscheiben zerschlagen, hatte sich dann geflüchtet und war am Ausgange der Franziskanergaffe von den ihn verfolgenden Wirthe und Zechkumpanen eingeholt worden. Wie Augenzeugen versichern, hatte sich daselbst alsbald eine Rotte von beiläufig zwanzig lärmenden und excedierenden Burschen eingefunden, die, in zwei Parteien getheilt, eine Prügelei auffllhrten, nnbarmherzig aus den Flüchtling los-schlugen, ibn seiner Kleider beraubten und ihn schließlich blutend nnd nur mit Hemd u. Hose angethan liegen ließen. Der Spectakel, der eine halbe Stunde dauerte und die ganze Nachbarschaft allarmierte, war jedoch nicht im stande, das Auge des Gesetzes wach zu rufen. Wie bei solchen nächtlichen Excefsen gewöhnlich, war diesmal auch nicht die leiseste Spur davon sichtbar, daß es in Laibach eine Sicherheitswache gebe. (P serd ep räm ieruu g.) Am 14. d. wurde in Krainburg die Prämiierung der Pserdezüchtcr vor» genommen. Vorgesilhrt wurden 15 Mullerstuten mit Fohlen. Preise erhielten: Joses Grasig aus Gallenfels 8, Leonhard Susuik aus Mlaker 6, Johann Sojovic aus Michaelstetten, Anton Thüringer aus Strasise, Franz Mubi aus Unter« «flach je 4 Dukaten. Medaillen empfingen: Joses Burger an? Winklern und Anton Dtaglii aus Rokwiz. Weiters wurden vorgeführt 14 junge Stuten; Prämien erhielten: Thomas Grasik an« Strochein 6, Franz Rezar au« Lokriz, 3osef Lop au« Moste, Josef Supan ans Strakovlje und Johann Himuove au« Oberfeld, jeder 4 Dukaten. Medaillen empfingen: Georg Bürger an« Winklern, Simon Jereb an« Unterfernig und Alexander Porenta an« «reg. Einjährige Hengste wurden 7 Stück torgeführt. Mit Prämien wurden betheilt: Anton Urban; ans Sadraga und Johann Hokevar an« Unterfernig, jeder 4 Dukaten. Für vorgeführte 8 Stück zweijährige Hengste empfingen Prämien: Georg Savern au« Krainburg und Johann Hokevar an« Unterfernig je 6, Martin Hafner aus Dörfern, Bartl Repnik aus Oberfernig, Johann Graifer au« Vodic und Josef Drinanz au« Okroglo je 4 Dukaten ; vorgesilhrt wurden auch 5 licenzierte Hengste, hiefür empfingen Prämien: Jakob (Sirer ans Skerjancovo 10 und Johann Miisit auS Unterfernig 8 Dukaten ; Medaillen wurden jiierfaimt: dem Anton Pavcik in Latain, Valentin Supanc in Selo und Johann Letnar in Suhadol. / P. (Theater ) Gestern wurde die diesjährige Theater saifon eröffnet und jagen wir — halbwegs glücklich inauguriert. Man gab, nach einer Eiugangsouverture aus der Oper „Nabucco" von Giuseppe Verdi, deren Vorführung wir aus Pietät für den Maestro stillschweigend übergehen, Julius Rosens Lustspiel: „Ein schlechter Mensch". Ist das. selbe einerseits schon an sich amüsant und geeignet das Publicum auf das lebhafteste zu interessieren und in der animiertesten Stimmung zu erhalten, so bietet e« andererseits auch den Darstellern die günstigste Gelegenheit, ihre schau» spielerischen Fähigkeiten zu entwickeln Wir constatieren mit größter Besriedignng. daß die Direction gerade zur Eröffnung ein derartiges Stück wählte, denn sie lieferte damit fctn Beweis, daß sie ein tüchtiges Lustspielpersonale habe und berechtiget uns zur Hoffnung, daß wir inbezng auf Lustspiel uns noch recht vergnügte uud interessante Abende in Aussicht stellen dürfen. Von den Darstellern müssen wir in erster Linie des Direktors Schwabe als Robert Wille gedenken, unter dessen Regie auch das Lustspiel stand; er zeigte sich uns als ein äußerst routinierter und talentvoller Schauspieler und schien sein treffliches Spiel, welches das Publicum wiederholt zu den lebhaftesten Beifallsäußerungen Hinriß, auch auf die übrigen Darsteller auf das aneiferndste rinzuwirken. Recht wirksam stand ihm Herr F r e d e r i g f als Eisenbahndirector «rim zur Seite; war anch sein Spiel anfänglich etwas übertrieben, so mäßigte er sich in der Folge in wohlthuender Weise und hoffen wir tu ihm einen tüchtigen Schauspieler kennen gelernt zu haben. Hm Jank zeigte sehr viel guten Willen und wenn er sich das überschnelle Sprechen und das viele Herumbantieren abgewohnt haben wird, dürfte er sich in das Luftfpielenfemblc gut einpaffen. Von den Damen heben wir Frl. T h a l e r httvor. Mit einer liebenswürdigen Bühnenerscheinung verbindet sie auch tüchtige Fädigkeiten uud machte aus da« Publicum t>ett angenehmsten Eindruck, der sich wiederholt durch B eisall tuuti gab; wir sind begierig Frl. Thaler in Druck 6on Jg. v. Sieinntopt t Fed. Cantfcer einer größeren Partie zu sehen, können jedoch schon jetzt der Direction zu dieser Requisition Glück wünschen. Wir hoffen auch, baß Frl. Nord, die gestern noch etwas befangen schien, sich als brave Schauspielerin bewähren wird. Sehr viel Gewandtheit und Routine verrietb Frl. Neu und lernten wir in ihr eine verwendbare Schauspielerin kennen. Von den übrigen Darstellern hatte Frl. C h o r -b a ch zu wenig Gelegenheit, ihre Fähigkeiten zu entfalten und behalten wir uns sowie über Herrn U n g e r unser Urtheil vor, bis wir sie in einer größeren Partie sehen können. Die Darstellung machte im ganzen aus das Publicum den besten Eindruck uud wurden sämmtliche Darsteller am Schluffe mit Beifall ausgezeichnet. Wenn wir der darauf vorgeführlen Operette Suppe's „die schöne Galathea," nur kurz erwähnen, so geschieht es nur um des tüchtigen Kapellmeisters. Wagener, unter dessen Leitung sich das Orchester recht brav hielt, und der Frau P a u l m a n n zu gedenken, welch letztere die ungünstige Stimmung des Publicums, in die es die übrige Darstellung gebracht hatte, in etwas milderte und dafür auch Beifall erntete. Leider müssen wir sowol den Gesangskomiker Herrn Stampfl als auch den Operettentenor Herrn Schimmer ungünstig benriheilen. Ist schon das Spiel beider äußerst matt und einförmig, so erwiesen sich auch die Stimmmittel beider, namentlich die des Herrn Schimmer, als unzulänglich. Frl. Zinnberg batte als Galathea wenig Glück und bot weder in Spiel noch in gesanglicher Beziehung, wobei sie die Anfängerin verrieth, bei schwachen Gesangs» Mitteln, wenig Gelegenheit zu einer günstigen Beurteilung. Würde die Direction es bei einer derartigen Zusammenstellung der Operettenkräste bewenden lassen, so stünde uns wenig Genuß in dem sonst so beliebten Operettengenre in Aussicht. Das Hans war in allen Räumen gefüllt, ein Beweis, welch günstige Stimmung das Publicum der neuen Direction entgegen zu bringen geneigt ist, wenn es nur halbwegs eine Gewähr hätte, daß ihr Treffliches trefflich ge boten würde. Witterung. Laibach, 16. September. Morgens Nebel, starker Reif, daun heiter, schwacher NO. Wärme: morgens 6 Ute -j- 16", nachmittags -i Uhr + 16-6» C. (1874 + 159°; 1873 11 4° C.) Barometer im Steigen 742 26 Mm Das gestrige Ta* gesmittel der Wärme + 110°, um 29» unter dem Normale. Angelommene Fremde Hotel Stadt gyten. Burgstaller, Kfm., Knittelseld. — Kruinholz, Architekt; Wolheim, Ingenieur uud Trost, Wien. — Kornitzer, Kfm., Brod a. d. Knlpa. — Dr. Kranß sammt Gattin, Jglau. — Jungwurth, Reisender, Graz. — Moritsch, Fabrikant, Villach. Neumeier, Reis., München. Hotel Elefant. Ribona, Wien. — Desetak sanirnt Sohn, Tolmein. — Tome. Menmarlt. — Blokan und Mle-knsch, Neudorf. — Fasan, Masern. — Margoni, Prof., Trient. — Graf Barbo, flroifenbadi. &olrl Europa. Jerei, Neuhaus. — Raßpotnik und Mar-telanz, Triest. — Berdsky, Brünn. — Martelanz, Bar colo. — Baron Gumvvez, Oevenbnrg. — Fuchs, Oberhaut. — Schweigbofer, VerHooc und Gibel, Graz. — Jgtii, 6Uli. Moliren. Frey, Ingenieur, Reichenberg. - Debeuc, Graz. — Fareninus, Pfarrer, Klagensurt. — Wauitsch, Agent, Wien. - Kreizer, Fleischer sammt Frau, Aquileja. Lebensmittel-Preise in Laibach am 15. September. Weizen 5 fl. 10 kr.; Korn 3 fl. 60 kr.; Werste 2 fl. 30 kr.; Hafer 2 fl. 10 kr.; Buchweizen — fl. — kr.; Hirse 2 fl. 50 kr.; Kukurutz 3 fl. — kr.; Erdäpfel 1 fl. 60 kr.; Fisolen 5 fl. — kr. per Metzen ; Rindschmalz 62 kr., Schwein-fett 48 kr., Speck, frischer, 44 tr., Speck, geselchter, 42 kr. per Pfund; Eier 2 kr. per Stück; Milch 10 kr. per Maß; Rindfleisch 27 kr., Kalbfleisch 23 kr., Schweiufleisch 27 kr. per Pfund; Heu 1 fl. 25 kr , Stroh 1 fl. 25 kr. per Zentner; hartes Holz Ost. 60 kr., weiches Holz 4 fl. 80 kr. per Klafter. ' Ged^ttafej. ., ' über die am 18. September 1875 stattfindenden Licitativnen. 2. Feilb., Lkorn'sche Real., Möttling, BG. Möttling. — 1. Feilb, U(cnit’fdbe Real., Dovscbale, BG. Großlaschiz. — 1.' Feilb, Petrovc'fche Real., Mitterdorf, Oberlaibach.— Relic. Mauser'scher Real, Podgara, BG. Großlaschiz. — 2. Feilb., Pifoiutif’fcfce Real, Schigniariz, BG. Reisniz. — 1. Feilb, MiwrltiL'sche Real., Semit, BG. Möttling. — 3. Feilb., Srlan’sdie Real., Waitsch, BG. Laibach. 1. Feilb., Hokevar'sche Real, Tlake, BG. Laibach. — 2. Feilb., Primc'sche Real, Jschkavas, BG. Laibach. Theater. Heute: „Der letzte Nationolgarbist." Sottest ild in 3 Abteilungen und 7 Bildern von O. F. Berg. Mufil vom Kapellmeister Millöcker. Morgen: „Der Sonnwendh»s." Volksschauspiel m 5 Acten von Mosenthal.______________________' Telegramme. Wien, 16. September. Die heutige „Wiener Zeitung" meldet: Mittwoch morgens zeigte dir Kaiserin nach erquickendem Schlafe sehr geringe Kopfeingenommenheit. Gesammlbefindm und Stimmung sind zufriedenstellend. Die Hautaufschürfung ist verschwunden. Die Kaiserin gedachte eine kurze Weile im Ganen zuzubringen. Cetinje, 15. September. DinStag abends. Heute heftige Kämpfe an mehreren Punkten, wob« überall die Türken zum Rückzüge gezwungen wurden. Namentlich sollen die Insurgenten auf dem Boborenselde glänzende Vortheile über die Türken errungen haben.____________________ Eine halbe Loge ist für die ganze Saison, eine halbe Lage aber von Anfang bi* Ende Oktober zu vergeben. Näheres im Zeitungs-Comptoir. (5721 3-2 Verstorbene. Den 15. September. Al bin Schiudler, Tuchmachers-Kind, 1% I. und 15 Tage, St. Petersvorstadt Nr. 78, Rachenbräune. Joses Bre-cel, Schneidermeisters- und Hausbesitzers-Kind, 6 Mou., St. Petersvorstadt Nr. 164, Fraiseu. Ein grfeilMrr junger Mm, der der Präsenzdieiistpflichl entsprochen, der deutschen, kroatischen und frahtifcbfit Sprache in Wort und SdirisMnacttig ist, das Unterghinnafumi absolviert hat, sucht eine Stelle in einem Comptoir oder einer Fabrik. _ Geneigte Anträge erlittet man unter der S6iffte h. L. an die Expedition dieses BlatteS.______1578) 3— Marianna ChicssiM Laibach, %’uitnoiic Nr. 55,1. Ztoit vom 1. Oktober 1. I augesangcn wieder n_q in der italienischen Sprache. (5731 - _ ertheilt In der Stadt Gottschee ist eine Üöirthsliaus-iOTlität auf einem guten Posten sammt Stallungen und Wirtschaftsgebäude» sogleich zn verniiethen. Näheres bei der Eigen» thümerin Theresia Jouke. (577) 3—2 Wiener Börse vom 15. September. Staatsfonds, j @eib Wa>c liperc. Rente, öst.Pap.j 70 45 70-56 Mo. bto. ö|t. in ©ilb.i 73 85 7S'»6 t'ofc een 1854 . . . ,105- jus » Lose von 18150, ganze 1I2-S511S 75 Vofe vo» 18U0, frünst. 110-75 117 25 Priimiensch. v. 1864 .jlSO.TS'lSVSS Qrondent.-Obi. Slrbcnbürg. Ungarn Actien. «»glo-Banl . . . Kreditanstalt . . . Lerositcnbank. . eflcomtjte-Mnftalt franco - Bank . . feanbttebant . . . National banf . . Ocst. Bankaeselll. tlnlon-Went . . . ttiertinfbant ... BerkehrSbank. . . «Isölb-Sahn . . Karl Lnbwigbahn »als. eiil.-Babn flaif. Kr. 3o|ef»b EtaatSbahll . . . L-übbahn. . 7»-!i0 79-75 81-75; 88'— 111 all 112 m 75 214 210 25 210 600--82 75 54 -»31---108.— 03— 80* — SY 125 50 120 222 75 223 170 so!180' 108-15 161' 270. 276 103 50 104 «i Pfandbriefe. Allg. öst. Äob.-Crebit. bto. in 33 3........ Station, ö. ilü..... Ung. tiob.-Grcbitonfl Prioritäts-Obl. Franz 3o|ef8«®a6n . Ocst. Norbwestbayn . Sicbenbütgcr . . . . SlaalSbabn........... Eübb.--(Aes.zn 500 Fr. bto. Bon« Lose. Srebit - Sole Uiubolf« - Lose . . . . Weohs. (3Mon.) «ugSb. loofl.fübb.ffi 'rtanff. IOC Mark. >amburg „ , .oitbon io Wb. Stert. Pari» 100 Franc» Münzen. Kais. M1In,.D«catk» 20-FrancSstück . . . Preni,. Kassenscheine Silber . - (Selb San 99 50 , 99*75 89'50 8975 96 35 961» 87-25 67JO 93 40 93 — 70-50 142-50 10180 226 — 16575 1335 93-20 54-45 93-61 93 25 10.76 148-106*20 227— 166*25 IS*» 93 30 54-50 54*45 54 » 111*75 111» 44 16 4415 5-29» 8-92 1 65" 101-85 6-30 8-M1 1*85»» 101« Telegraphischer Tursdencht am IG. September. Papier-Mente 70 35 — Silber-Rente 74 - —186^ Staats «,liehen >18 M.-Bankactten »30. - $«b“815 20 - London 111-75 - Silber M 80. - K-^Müm ducaten 6 291',. — LO-Francs stücke 8-91 /,. — 100 Reichs mark 55-05.________________________________________ Verleger dttomar Bamberg. Für die Siebattion verantwortlich: Franz Spitaler.