Nr. 116. Samstag, 20. Mai 1911. 130. Jahrgang. Pränumrralionsprci«: Mi! Pos! derscnt'linn: nanzjäl,l!<, »« X. lialbMrin ,s, K, Im K°»«oi: «anziälinn 22 X, halbjghrig >l X. Für dir Zxslsllunn in« Hans l,n„ziölili<, LK. — Inlrrlionolirbiilir: Fill Nr!t bi« zu 4 Zeilen !>0 d, «rohere per geile l2 l,; bei ü»c«n Wiebriholungei! per Zeile 8 l,. Dir »Laibacher Ze«unn> rrlchrint tanlick. mi! Nu«l»nl!me der Conn- ,md sssisll,s. Tie Vdminlfiralio,, dsfinbet sich Milloiii strahl Nr, 20; die A»dal,livn Milloiiislrahe Nr, Ü0, Eprechstunden der Redallion von tz t>>» ll> Uhr Tel«ph««»Nr. der Medaltio« 52. Amtlicher Heil. Den 18. Mai 1911 wurde in der l. t. Hof. und Staats, dnlserei das XXVIII. Stück der rumänischen, das XXIX. Stück der polnischen, das XXXI. Stück der polnischen uud rumänischen, da? XXXII. Stück der rumänischen sowie das XXXV. und XXXV. Stück der slovenischen Ausgabe des Neichsgcsctzblattes des Jahrganges 1911 ausgegeben und versendet. Nach dem Amtsblatte zur «Wiemr Zeitung> vom 18, Mai 1911 (Nr. 114) wurde die Wcitcrvcrbrcituug folgender Preß-erzeugnisse verboten: Nr. 1») «Der ssreidenler» vom Ib. Mai 1911. Zirkular: «Volevuöon? pnno! Volk:,, lO28tep«u<>8t v övnll^m uiioll^. 1i8l rukko nnd in der Aufnahme der sie begleitenden Erllä-rung der französischen Regiernng. Der Standpunkt des Wiener Kabinetts kann daher von dcm der übrigen Kabinette nm so weniger abweichen, als Österreich« Ungarn, mit Kulonialpolilik nicht beschäftigt, nicht jene direkten Interessen in Marokko erblickt wie die Staa» ten, welche Besitzungen in Afrika haben. Vollends müsse unter diesen Umständen schon die Auncihmc von Mei. nnngsverschiedenheiten zwischen Wien nnd Berlin als nnsinnig empfunden werden. Partei «Einheit und Fortschritt». Wie man aus Salonichi berichtet, hat dort Omcr Nadschi Bey als Vertreter des Zentralkomitees „Ein» heil nnd Fortschritt" einen öffentlichen Vurlrag zur Aufklärung über die gegenwärtige Lage und insbeson» dcrc über die Verhältnisse innerhalb der genannten Partei gehallen. Er betonte, das; die gegen das Komitee erhobenen Anschnldignngen auf Inlrigcn beruhen und das; dadurch eine gewisse Anzahl früherer Anhänger der Partei irregeleitet worden sei. Eine der hanptsächlichsten Anschuldigungen gegen das Komitee gehe dahin, das; seine Mitglieder den Atheismus verbreiten uud anf die Ve» schränlung der Macht des .Khalifats hinarbeiten. Omer Nadschi Bey entkräftete diese Anklagen und erklärte, das; das Komilee seinem Programm treu bleiben werde. Mail habe in Konstantinopel die nntcren Volksllassen durch das Versprechen anfgchetzt, Abdul Hamid wieder zur Regierung zu verhelfen und die Mitglieder des Ko» mitees zn vernichten. Nur persönliche Rivalitäten hätten die Ursache zn Zwistigkeiten in der Partei gebildet, von, einem prinzipiellen Zwiespalt und von ernsten Mei» nnngsverschiedenheiten sei gar nicht die Rede gewesen. Daß einzelne Mitglieder der Partei, welche ehedem zurückgezogen, fast unbekannt kbten, jetzt höhere Siel» lnngen im Staatsdienste einnehmen, mißsalle mancl^en Leuten, die auch heute noch nicht verstehen wollen, daß mit der Einführung der Versafsung auch die Zeit gckom-men ist, Männer aus dcm Volke zum Staatsdienst her-anzuziehen. Das Komitee werde lein neues Programm annehmen und mit dem Säbel in der Faust alle Feinde der Verfassung niederwerfen. Omcr Nadschi Bey wies anch auf die Möglichkeit hin, daß die Feinde des Ko» mitees von fremder Hand geleitet worden seien. Die Fremden könnten wohl in Pcrsien, in China oder in Marokko Erfolge erzielen, den Otlomanismus zu ver» nichten, lverde ihnen aber nie gelingen. „Wir können uns auf das ruhmreiche Schwert unserer lriegs-gewohnten, disziplinierten Armee stützen, welche alle Intrigen zerstören wird. Wir werden der Reaktion nicht wcicheu. Dank dieser Armee werden wir stets den Weg des Fortschritts zum Heile des Vaterlandes wandeln." Politische Uebersicht. Laibach, 19. Mai. Man schreibt aus Sufia: Gelegentlich der Ver. Handlungen über den Abschluß ein« Konsulailonvcntion und eines Ausliefrrungs» nnd Rechtshilsevertrags zwi« schen Tstcricich-Ungarn nnd Bulgarien hat sich die öster. reichisch.ungarischc Regierung bekanntlich bereit erklärt, anf die Ausübung der formell noch nichl aufgehobenen Kapilnlationsrcchle in Bulgarien zu vcrzichlcn. Dieses Entgegenkommen ist an maßgebender bulgarischer Stelle als Beweis der wohlwollenden Gesinnung der Mon» archie sehr gewürdigt wurden. Man ist in Sofia dar« über unterrichtet, daß anch Frankreich und Italien sich bei den demnächst zn eröffnenden Vcrhandluugen über eine Konsnlarlonvenlion mit Bulgarien in bezug auf die Kapitulationen dem Beispiel l>sterreich>Ungarns an» fchließen werden. Von russischer Seite" werden jedoch in diesem Puulle Schwierigkeiten erhuben und das Fallenlassen der Kapitnlationsrechte an die Erfüllung gewisser Bedingungen geknüpft. Das „Vaterland" verweist gegenüber einem Urteil des Pariser Obersten Gerichtshofes, welches den, Papst seine weltliche Hcrischajl abspricht und die Entfernung Feuilleton. Die heilige Stadt im Ansstellungsjahrc. Von Dr. Arthur r>. Alurzbl,ch. (Schluß.) ^ Wie ganz anders sieht das Leben im Lichte der ^unne aus! Wir fahren durch den lumnlluösen Eurso "übertu über die Piazza del Popolo znm Monte Pin> ^u hinaus u»d genießen von hier aus einen herrlichen Ausblick ans die Stadt. Wagen kommen nnd gehen und °" wn klingenden Weisen der Musikkapelle lustwan-^In die stolzen Römer nnd Römerinnen unter den Halmen, Zedern. Pinien und Olivenbänmen; die großen ^ schick gelleidelen Franei, werfen siezreiche Blicke A'„I ihre Bewunderer nnd mit Recht: Sie sind doch '""uierinnen. H Mit Spannnng sah ich der Aufführung zweier Premieren im Costanzitheater entgegen: „I^aolci e ys^"<^cÄ" von Luigi Maneinclli nnd „1^3. talce" von Alfred« Ealalani. Gianeiollo, der frühere Liebhaber der ^rancesca, wird dnrch den Narren über das Verhältnis, ^s sei„l' Uugetrene mit Paulo, seinem Bruder, unler-! ^ll, aufgeklärt. Er überrascht das Liebespaar bei einem ^a»len Stelldichein und ersticht zuerst die Geliebte, bmn, seinen Nrnder. Die Rolle der Francesca (Sopran) 3ab Salumea Kruchinsti, die sowohl wegen ihrer schönen Erscheinung als auch wegeu ihrer klangvollen Stimme am meisten Beifall erhielt. Sehr befriedigte anch Pini Corsi Cactano in der Rolle des Narren clolco murtc!" klingt die — wie man sieht — sehr schwärmerische Oper aus. „La salce" ist eine Apotheose des Islam- eine herrliche Ouvertüre, die den Kamps zwischen Mohan,» med und den Götzendienern mit der schließlichen Nieder» läge der letzteren zum Ausdrucke bringt, führt uns in das Verständnis des folgenden ein. Zohra steht allein vor einer Düne; sie hat den Tod aller ihrer Angehüri-gen zu beklagen nnd sehnt den Tudesengel herbei. Die» ser erscheint in Gestalt des Sensenmannes. Sie hält ihn sür Asracl; in übernatürlicher Liebe fällt sie bor ihm nieder, er schleudert die Sense von sich und küßt sie liebend aus die Stirne; sie legen sich aus die Sand» dune und wollen fort in die Wüste — in die weite Wüste ziehen. Während sie so träumen, kommt eine Karawane heran und zieht an ihuen vorüber — weit sort in die Wüste — in den Tod... Die beiden stimmen begeistert in den Cang der Pilger ein: KIun o' ^ altro Oio clie Oio I^uinetto e ii 5mo j'rofew. Also auch in der Oper hatte die heilige Tlnot ihren Charakter nicht verraten! Ich begab mich ^- es war schon 1 Uhr nachts — lxsriedigt nach Hause. Unschön und nnheilig sind gewisse Dinge in Nom: das Lärmen und Stoßen seiner Bewohner sowie die desolaten Neinlichleitsvcrhältnisse — darüber will ich mich, um nicht den guten Eindruck zu verwischen, nicht weiter auslassen. Die .Heimreise führte mich über Ancona- wehmuts-voll nahm ich Abschied von der heiligen Stadt. Um W Uhr abends blickte ick) aus einem Fenster am Esqui» linus auf das Häusermeer; der große, feierliche Zehn» uhr-Glockenschlag der Maria Maqgiorelirche gab das Signal und in all den vielen Kirchen der unermeh» lichen Stadt wurde der Schlag wie von tausend und tausend Stimmen wiederholt . . . !---------------- Laibacher Zeitung Nr. 116. 1084 20. Mal 10N. dcr päpstlichen Embleme von allen christlichen Instituten anordnet, auf das italienische Garanticgesetz, welches dem Papst alle souveränen Hohcitsrechte seiner Exterri» torialität mit den damit verbundenen Souveränitäts» rechten eines weltlichen Herrschers garantiert. Italien habe, als es den Papst seines Gebietes für verlustig erklärte, den Standpunkt eingenommen, daß der Hei« lige Vater keines Kirchenstaates benötige, um als Welt-macht weiter zu gelten und souveräne Rechte ungc» schmälert zu üben. Ter zehnte Jahrestag der Eröffnung der ersten Haager Friedenskonferenz wird von Frau Berta von Suttner in dcr „Neuen Freien Presse" als ein Mark-stem in dcr Geschichte des Pazifismus gefeiert. Zur Stunde jpicle sich eine Schiedsgerichlssache von gewal» tigster Tragweite ab, die Vorbereitung eines Schicds» gerichtsvertrags, der von dem ansgcdehntesten Gebiet der Erde, dem sämtlicher englisch sprechenden Völker, den Krieg als legales Mittel der Konfliktslösuug ganz-lich abschaffen soll. Dieselben Prinzipien werden in den kommenden Haagcr Konferenzen das schon so weit gc-diehcnc Werk noch weiter ausbauen. Anknüpfend an diese Betrachtung veröffentlicht Frau von Snttncr Zuschriften hervorragender Persönlichkeiten über den erwähnten Gedenktag. Aus Petersburg wird berichtet: Der Zustand des Ministers des Äußern, Herrn Sasonov, dcr seit dem Be. ginn der Erkrankung häufig wechselnde Bilder zeigte, ist jetzt in eine günstigere Phase getreten. Vor knrzcm nahmen die Arzte Symptome wahr, die eine sehr ernste weitere Entwicklung der Krankheit befürchten ließen. Seither gelangte jedoch allmählich eine Vessernng zur Erschcinnng, durch welche die Hoffnung auf die Wieder» Herstellung des Herrn Sasonov neuerdings gekräftigt wurde. Er kann bereits manchmal auf dem Balkon fci» ner Wohnung verweilen und die Arzte sprechen nun» mehr von der Möglichkeit, den Minister in einiger Zeit zu völliger Erholung nach dem Süden zu bringen. Es sei bei diesem Anlasse betont, daß alle über eine angeb» lich ins Auge gefaßte Neubesetzung des Ministeriums des Äußern verbreiteten Nachrichten, deren manche, nebenher bemerkt, überhaupt nicht ernst zu nehmende Kandidaturen vorführten, auf sehr verfrühten Kombi. Nationen beruhen. In den maßgebenden Kreisen, die an dcr Hoffnung dcr Genesung Sasonovs festhalten, wird auf die Erörterung seiner eventuellen Nachfolge bisher gar nicht eingegangen und es ist gewiß, daß neue Entscheidungen in bezug auf das Ministerium des Nußern, mit dessen Leitung interimistisch bekanntlich dcr Gehilfe des Ministers, Herr Ncratov, betraut ist, in der nächsten Zeit unter gar keinen Umständen zu erwarten sind. Tagcsucuiglcitcn. — lTchmetterlinsssfarm.) Mit dem Nahen des Juni t'ommt auch die Hochsaison wieder für die Schmet° terlingssarm in Beilcy in der Grafschaft Kent, die seit einer Anzahl von Jahren bereits besteht und immer größere Erfolge erzielt. Gegenwärtig sind etwa 70.000 Naupen auf der Farm, und es werden etwa 500 Schmetterlinge täglich „produziert". Das Sammeln von Schmetterlingen wird nicht nur in England immer beliebter, auch aus Deutschland, Ungarn, Frankreich, ja selbst Amerika und Neuseeland laufen zahlreiche Auf. träge ein, die dcn eigenartigen Beruf durchaus eintrag. lich machen. Die Hauptkunden find Schullnabcn, Samm. ler nnd die Schnlcn, die die Schmetterlinge zn Untcr» richtszwcckcn brauchen; alle Schulen in Großbritannien wenden jetzt den Schmetterlingen eine besondere Auf» mcrksamkcit zu. So kommt es, daß die Nachfrage größer ist als der Vorrat, obwohl dcr Besitzer der Farm Schmcttcrlingssammlcr nach allen Teilen des Landes ausschickt, um interessante seltene Arten aufzufinden. Die Preise sür die Schmetterlinge sind natürlich je nach dcn Arten sehr schwankend; die billigen kosten kaum W Pfeunig, während man für seltene Exemplare ms zu 200 Mark zahlt. . — l(5in Reitpferd als Universalerbe!) In Foljcham starb dcr reiche ehemalige Grundbesitzer Ionel Tolescu im Alter von 48 Jahren. In seinem regelrecht abge» faßten Testamente hatte er sein Lieblings-Reitpserd „Girl" znm Universalerben eingesetzt und verfugte, daß aus dem Erträgnisse des fast eine Million betragenden Vermögens der'glänzendste Lebensunterhalt des Erben „Girl" zn bestreuen sei. Geht das Psero nut Tod ab, so ist vorerst dessen normale Todcsart festzustellen nnd dann erst fällt das Erbe an die Verwandten. — sVom Pariser Nothichild.j Eine amüsante (aber wohl schwerlich authentische) Anekdote von dem Pariser Baron Rothschild wird in dcr „Tribuna" erzählt. Vor einer Neihe von Jahren erbte ein junger Schauspieler nach dem Tode seiner Mutter ein schönes Thccscrvice in Meißener Porzellan, das von einem Antitcnhändler alls gut 50.000 Frnakcn geschätzt wurde. „Nur dcr Baron Nothschild wird cin solches Wunderwerk l'auseu wollen", sagte dcr Händler. Darauf setzte stch der Schauspieler eine Perücke auf und schminkte sich, daß er wie ein Achtzigjähriger aussah, und begab sich nut dein kostbaren Service zu dem Bankier. „Ich will Ihnen 45.000 Franken dafür geben", meinte Rothschild, nach-dem er es eingehend geprüft hatte. „Wollen wir nichl eine Leibrente ausmachen?" erwiderte der Verkäufer. „Ich lasse Ihnen das Porzellan und Sie geben mir 4000 Franken jährlich auf Lebenszeit." — „Na, schön", sagte der Baron, „gehen Sie zur Kclsse." — Nach fünf Jahren hörte Rolschild, daß der Mann mit der Leib-rente noch immer alljährlich erschien und seine 4000 Franken abholte. Das erschien ihm merkwürdig, er ließ ihn kommen und sagte zu ihm: „Hören Sie, mein Lie« ber, Sie haben, aber eine sehr kräftige Natur." — „Es geht, Herr Baron", sagte der andere, dcr wieder im selben Anfzug vor ihm erschienen war. „Wie alt sind Sie denn eigentlich?" Daranf nahm der Schauspieler die Perücke und den grauen Bart ab und sagte: „Fast 28 Jahre." Nothschild lachte und fand den Scherz äugen» schcuillch so gut, daß er die Nente weiter zahlte. So ist das berühmte Thccscrvice in Meißener Porzellan mittlerweile schon recht teuer geworden: es kostet bis heute 60.000 Franken! — sVinc Überraschung.) Als vor längerer Zeit die ersten gefrorenen Eier aus Australien in England ein» trafen, erregten sie hier durch ihre Härte, wie ein Londoner Blatt berichtet, großes Anssehcn. Ein Mann war bei einem Händler, der ein Ei an der Wand auf« schlagen wollte nnd es mehrfach vcrfuchtc, allein als Ergebnis seiner Vemühnngen nur cin kleines Loch in der Mauer erzielte. Der Besucher, aufs höchste über« rafcht durch diese ihm ganz neue Erscheinuug, ließ sich sofort cin Ei geben, nm seine Frau damit zu über-raschen. Er ging geradenwegs Heini, wo seine Familie bereits um den Äbendtisch versammelt war, nahm das Ei heraus nnd schlug damit gegen die gerade frisch tape» zierte Wand — aber das Ei lvar unterwegs in der warmen Tasche wieder ansgelant, und die Überraschung verlief ganz anders, als sie geplant war . . . — Wn sonderbarer Zweitampf.j Ans Japan wer» dcn die Einzelheiten eines Duells berichtet, das einer gewissen Komik nicht ermangelt. Die in dem Inselreich erscheinende Tageszeitung „Eastern World" erzählt, daß zwei Barbiere von Osaka in Streit gerieten, nnd da sie zu erregt waren, ihn selbst zu schlichten, einen ge« meinsamen Frennd als Schiedsrichter wählten. Diejcr entschied nach reiflicher Überlegung, daß die beiden Gcg» ncr sich mit Kinnstößen bekämpfen sollten. Und derjenige, dem es gelingen würde, den Gegner auf diese Art zu Fall zu bringen, sollte als Sieger angesehen werden. Man band den „Duellanten" die Hände auf den Nucken und um sie am Gebrauch der Zähne wäh» rend des Kampfes zu vcrhiuderu, verband man ihnen den Mnnd mit einem starken Knebel. In diesem Zu-stände stürzten die Barbiere auseinander und erregte« bei einem zahlreich erschienenen Publikum — der Ziuei« lamps ward abends außerhalb dcr Stadt ausgetragen — große Heiterkeit. Zur Entscheidung gelangte das „Dnell" nicht- denn die Gegner bekamen nach kurzer Zeit einen Kinnbackentramvs, der ihnen jede Luft nahm, den Streit anf diese Weise zu Ende zu führen. Die Verletzungen waren ganz geringfügig, aber außer dem Kinnbackentrampf holten sich die Barbiere noch einen steifen Hals, den stc lange behielten. — Die „Eastern World" fügt hinzu, daß diese Art, sich Genugtuung zu verschiffen, in Japan eigentlich seit IWtt, dem großen Reformenjahr, verboten ist. Doch drückt die Behörde ein Ange zu, wenn es sich wie hier nm eine rein private Angelegenheit handelt! — ' schristcn. Nur „koscher" wird in der großen Schule an der Nidge. und Vroome-Street gekocht, wo 2000 Kinder, fast lauter Abkömmlinge von russischen und polnischen Juden, Unterricht genießen. Übrigens wird in den städtischen Hospitälern ebenfalls ans die religiösen Gefühle der israelitischen Bevölkerung Rücksicht gcnom-men, was u. a. daraus hervorgeht, daß die Speisen für Gleiches Maß. Roman von U. L. Lindner. (32. Fortsetzung.) (Nachdruck v«rbotc,l.) Herr Zur Heyden schwieg. Er fand Zwar eine so» lcnnc Tracht Prügel bei seinem Erstgeborenen sehr an-gebracht, verspürte aber lvenig Neigung, das eben noch so gepriesene Hilfsmittel dcr Pädagogik eigenhändig an« Znwcndcn, nnd da die Mutter offenbar noch viel gerin» gerc Lust zeigte, so stand für Junker Hansens Fell nicht viel zu befürchteu. Er wußte das auch nnd ver« hielt sich danach. Aus dem Eßzimmer tönte schrilles Zetergeschrei. „Herrgott, was ist denn da schon, wieder los?" rief die Mutter und hastete zur Tür. Hans, d:r Bub, hatte seine beiden Schwesterchen, die vierjährige Magoalena nnd die kleine zweijährige Trudc, als Pferde eingespannt, das jüngste Nößlciu, noch etwas unsicher auf den Füßen, »var gestürzt, uud dcr kleine Kutscher bearbeitete es energisch mit der Peitsche, wie er es ein-mal von Johann auf dem Felde gesehen hatte. „Warte nur, du Schlingel," rief Herr Zur Heyden ernstlich geärgert. „Ich will dich lehren, Mädchen schla» yen," und schüttelte seinen Stammhalter an beiden Schultern. Aber Hans, an so unsanfte Behandlung wenig gewöhnt, brach in cin solch lautes Geheul aus, daß das väterliche Herz sofort wieder gerührt lvard, und die angedrohten Prügel sich in einen sehr unschäd» lichen Klaps an dcn dicken Flachskops vernxmdclten. Die ganze Bekanntschaft des Zur Heydcnschcn Ehepaares war sich darin einig, daß Hänschen ganz unvcrantwort» lich verzogen werde, aber Herr Zur Hcyden war trotz seines scharfen Menschenverstandes uuo seines, bei allen übrigen GclcgcnlMlcn unbestechlichen Gerechtigkelts» sinnes dcr denkbar schlechteste Vater, dem es bitter ge» gen den Strich ging, seinen Kindern, ganz besonders dem einzigen Sohn und Erben, eins zu versehen. Seine Frau gab ihm darin nichts nach, und so wurde in ihrem Hause zwar viel über Erziehung gesprochen, diese aber wenig geübt. „Weshalb ist denn das Kindermädchen nicht hier?" fragte Herr Zur Heyden, nachdem die Ruhe wieder einigermaßen hergestellt war. „Ich habe sie mit ins Waschhaus geschickt, die Mäd» chcn haben heute noch so viel zu tun. An solchen Tagen könnte sich doch Klara auch etwas um sie kümmern. Aber die träumt und träumt, und ist mit ihren Ge-danken Gott weiß wo." „Ich habe aber doch schon bemerkt, daß sie sich der Kinder angenommen hat." „Nun ja, niitunter, so nach Lust und Laune. Sie wünschte ja auch, sich im Hause zu beschäftigen, aber das Anerbieten stcht eigentlich nur auf dem Papier. Sie tut es ja, wie gesagt, so anfallsweise, aber es ist kein Verlaß darauf. Überhaupt, ich fand sie in der erstell Zeit schon eigentümlich, und hoffte, das würde sich all» mählich geben, aber statt dessen wird sie alle Tage son-derbarer und vertrimmtet. Lieber .Himmel! Sie ist nnn im fünften Monat bei uns, und ich füllte meinen, daß man sich in so langer Zeit schon dies und das aus dem Kopfe fchlagen kann, wenn man nur ernstlich will," fchloß Fran Else ein wenig pikiert. Sie griff energisch nach ihrer Handarbeit, mit einer Vewcguug, die deut» lichcr als Worte sagte: „Ich habe so was nie emp. fnndcn." „Das kannst du nicht so kurzer Hand behaupten," sagte der Gutsherr in seiner ruhigen, etwas langsamen Art. „Den einen berühren solche Dinge mehr, den an-deren weniger. Über Gefühlssachen ist nicht zu streiten." „Ich will ihr ja keinen Vurwurf machen," ver-tcidigte sich die kleine Frau, „uud da sie Pension Zahlt, kann es mir schließlich einerlei sein, was sie tut oder läßt, aber ein bißchen ungemütlich ist's doch mit ihr. Man kann sie oft dreimal anreden, ehe sie nur einmal antwortet, uud dann spricht sie sozusagen noch vom Esel, wenn man nach dem Ochsen gefragt hat." „Ob der Ochfe ihr nnn gerade sehr interessant sein mag?" neckte Herr Zur Heyden. „Ach, Ernst, wie du auch bist. Das meiue ich doch nur im figürlichen Sinn. Wer spricht denn wirtlich vom Ochsen! Daß mich meine Wirtschaft interessiert, und daß ich dann auch zuweilen davon rede (Frau Else tat es in Wahrheit sehr ost), ist doch nnr in der Ort> nung. Aber so etwas ist alles tief unter ihrer Würde. Ich glanbe bestimmt, daß sie niemals znhört. Das möchte ich ja nun alles noch hingehen lassen, wenn s'^ nur anderen Dingen gegenüber zugänglicher wäre, aber anch dabei hapert es sehr. Als ich neulich mal von Ebers und Julius Wulfs ansing, !oar es genau dieselbe Oe-schichte. „Wie meinten Sie, liebe Elfe? Pardon, ich habe nicht recht verstanden." Gerade, als ob sie aus dem Schlaf anfführe." Herr Zur Heyden verbiß ein Lächeln. „Kleine Frau, du mußt nicht so ungeduldig se>>^ sie ist auf jeden Fall eine eigentümliche Natur, die es schwer ist, richtig zu behandeln. Ich träne, mir dann gar lein Urteil zn, und wir werden sicherlich am besteh tun, wenn wir Taille Emmas Rat befolgen, sie mögliW gewähren zu lassen. Daß sie tiefunglücklich ist, kann j" jeder einsehen." „Gott, ja. Aber so was muß sich doch anch wieder geben. Ich finde immer, sie könnte sich gern cin bißche" mehr zusammennehmen. Die Kinder müßten sie alleM schon aufhcitcru. Es steht doch in allen Büchern, daß der Umgang mit Kindern wohltätig anf das menschlich^ Gemüt einwirkt." „Dn vergißt, daß es sür sie fremde Kinder sind-Und was ihre Privatangelegenheiten betrifft, so ""'«)' ich dir raten, tue um Himmels willen leine taktlose' Fragen. Else, berühre sie gar nicht. Sorge nnr, daß p etwas Ordentliches genießt, und zerbrich dir im übrige deinen Kopf nicht weiter." . ^ Die kleine Frau schwieg zwar, aber sie war lcwcs Wegs zusricdeu. Daß eine Hausgenossin ihr ihrc ^bc" geschichle vorenthielt, war gar nicht nach ihrem S'N , und besonders in diesem Fall, wo es sich gar """)' eine Liebesgeschichte, einen wirtlichen und wahrhaftig Laibachcr Zeitung Nr. 116. 1085 20. Mai 1UN. israelitische Patienten strikt „koscher" zubereilet werden. Um jcder Verwechslung des Geschirrs vorzubeugen, sind die zwei Sorten sür Milch- nnd für Fleischspeisen in einer gleich in die Augen fallenden Weise gekennzeichnet. — lChinesische „lKl.amina".j Nei den Chinesen sind die öffentlichen Prüfungen iil einer Weise entwickelt, wie man es sonst in der Welt nicht wieder findet. So geht Z. V. bei einer Prüfnng in der Literatur die seier« liche Handlung in großen Hallen mit zellenähnlichen Abteilungen vor sich. Bevor die Fragebogen ausgegeben werden, sind die Türen versiegelt. Die Fragebogen sind abgezahlt nnd >nit Rainen und Nummern für die Auf» sähe und Gedichte eines jeden Kandidaten versehen. Ein Heer dun Schreibern kopiert die Prüfungsarbeiten mit roter Tinte, damit der Examinator nicht etwa einen Lieblingsschüler an der Handschrift erlenut. Eine enthu-siastische Menge versammelt sich vor den Türen der Prüsungshalle^ Musik begrüßt die zuerst herauskom-mcnden Kandidaten. Die Liste der Preisgekrönten wird eifrig in den Straßen gekaust und studiert. Den erfolg, reichen Kandidaten wird eine Mühe mit goldenen Knöpfen und ein blauseidenes Gewand verliehen. — > Unterstaatssekrelär der Künste Dujardin-Veaunleh den Salon der Unabhängigen in Paris. Eine smnze Schar von Komiteemilgliedern heftete fich an seine buhlen und ließ ihn während des ganzm Besuches nicht los: Maler nnd Bildhauer, die ein Lob einzuheimsen und womöglich ein Werk an den Staat zu verlausen hofften, hingen an den Lippen des Ministers, der für alle französischen Künstler ein gutes Wort findet. Aber an diesem Tage war Du^ardin-Beaumeh nicht in der 2aune, die gewohnte Begeisterung zur Schau zu tragen. Vor einem Bilde, dessen Schöpfer seine Unabhängigkeit allzu start betont hatte, rief er entseht aus: „Donner» Wetter! Was für eine Sudelei!" Um ihn herum trat ein beklommenes Schweigen ein. Sofort bemerkte er, daß ^ start angestoßen halle, nnd ohne im geringsten ver-Mw zu werden, fragte er: „Wer ist denn der Urheber d'eses Bildes?" Ein'Mitglied des Komitees stellte ihm einen Kollegen, der eine Leichenbittermiene ansgeseht halle, als den Attentäter vor. „Kränken Sie sich' nicht über daZ, was ich gesagt habe," meinte Dujardin-Veau» nietz mit liebenswürdigem Lächeln. „Wissen Sie, wenn 'ch die Lnfl verspüre, ein Kunstwerk zu laufen, dann Aache ich es wie die klugen Kaufleute, ich kritisiere das Nma. in Grund nnd Boden . . ." Alles atmete erlcich- I? auf, und am vergnügtesten luar der Urheber der „Sudelei". Am nächsten Tage prangte auch wirklich unter seinem Bilde das Täfelchen, das die Träume der Künstler erfüllt: „Vom Staal< angekauft." — lDie neueste amerikanische lkrfindunq) ist Hypnotismus ans telephonischem Wege. Der „Araldu Italiano" erzählt, daß auf dem Telephonamte zu Can-ton in Ohio vor kurzem ein höchst seltsames Exveri-mcnt gemacht wurde. In Gegenwart von sechs Ärzten erhielten etwa zehn Telephöndamen das hypnotische. Fluidum, das ihnen der Magnetiseur Ferdinand Lichen» Häuser aus Piltsburg schickte. Zwei der Damen waren für das Fluidum nicht empfänglich, fünf andere aber ließen sich so leicht hypnotisieren, daß sie mit dem tele» phonischen Apparat in der Hand einschliefen. Bei einer anderen Dame traten die hypnotischen Phänomene noch scharfer hervor. Luhenhnuser übermittelte ihr eine An-zahl Befehle, die sie genau ausführte. Er sagte in ge-uleterischem Ton: „Ilir linker Arm ist ielü unempsind- I,ch. Und der Arm wnrde m der ^.at >o unempsmd. lich, daß die Ärzte ihn mit Nadeln stechen konnten, ohne , daß die Dame irgendeinen Schmerz empfand. Der Magnetiseur befahl ihr dann, von Stein zu werdeu, und sie wnrde sofort so steif nnd starr, daß die sechs Ärzte sich ihr auf die Brust sehen konnten, ohne daß der Körper des Opfers sich auch nur um eine Linie verbogen hätte. — Solche Sachen passieren natürlich nur in Amerika. Lolal- und Prolimzilll-Nachrichtcil. Der Fremdenverkehr in Obcrkraiu. Man schreibt uns aus Vcldes: Der Verein sür Hebung des Fremdenverkehres in Obcrlrain hielt am 12. d. M. im hiesigen Kurhause bei sehr gutem Besuche seine Hanptversammlnng ab, in der folgender Tätig, leiisbericht zum Vortrage gelangte: Vom Vereine wurde das Ölbild „Veldes mit der Insel und den Karawanten" in der Größe von 2V2 X 2 Meter angelaust, das bis» her in Zürich, Berlin, in Wien und in Prag ansgestcllt wurde nnd sich gegenwärtig auf dem Staatsbahnhofe in Prag zu Reklamezwecken befindet. Für desfen gün» slige Unterbringung in Prag ist der Verein Herrn Hosrate Professor Dr. Hlaba in Prag zu Dank ver-pflichtet. Weilers wurde die bekannte Landkarte von Oberlrain in 2000 Exemplaren heransgegeben, die schon in der Mehrzahl verlauft sind. Eine ähnliche, sehr über. sichtliche .Karte in noch besserer Ausführung ist jeht im Verlage der Kurkommission in Veldes erschienen. Der Verein besorgte zwei Reproduktionen des Ölbildes „Veldes mit der Insel und den Karawanlcn", die eine im Formate von 50 X 35 Zentimeter mit Bromsilber» Kolorit (Preis 1 X) und die andere im Format von 10 X 60 Zentimeter lPreis 12 X), die teils schon ver-lauft, teils zu Nctlamczwcckcn unentgeltlich versendet wurdeu. Weiters wurden zu unentgeltlicher Verteilung zehntausend Exemplare der Nummer Obcrkrain der „Reise- und Vädcrzeitung" angekauft und das genannte Dlbild sür Ansichtskarten reproduziert. Der Verein wirkte beim Aufenthalte verschiedener Korporationen mit, deren Führung der Landesverband fiir Fremden» verkehr in Krain übernommen hatte. Im Winter 1910 wurde ein vierwöchentlicher Kochturs mit sehr gutem Erfolge veranstaltet, wofür dem Vereine dcr Vertreter des k. l. Ministeriums sür öffentliche Arbeiten, Herr Direktor Prof. Heß, seine Anerkennung aussprach. Zu Rcllamezwecken ließ der Verein die bekannten Marken mit sluvenischem und deutschem Texte in Druck legen; hievon Wurden 155.000 schon ausgebraucht, während die restlichen 45.000 heuer für die ankommenden Fremden in Veldes verwendet werden sollen. Dem Kassaberichtc zufolge bezifferte sich dcr Gc-samtvcrkchr mit rund 20.000 X und die Gcschästsgcba» rung schloß mit einem Kassarestc von 85 X. Unter den Einnahmen befinden sich Mitglicderbeiträge für die Jahre 1907 bis einschließlich 1910 im Betrage von 1210 X, Subventionen in der Höhe von 2050 X szu denen der Landesverband nichts beisteuerte), Subven. Numan handelte, kam Klaras Zurückhaltung einer straf-würdigen Unterschlagung bedenklich nahe. Aber wer tonnte mit diesem kuriosen Mädchen etwas anfangen? Frau Elise litt im stillen noch immer durch die Er» Nincrung an eine sehr deutliche Abfertigung, die Frau« lein Ullinger ihr neulich hatte' angedrihen lassen. Sie hatte schon allein eine Art, die Leute anzusehen, die jede neugierige Frage im Keim erstickte. Der Gntshcrr hatte seine Zeitung aufgenommen und vertiefte sich in den lehlen Bericht über den Bund "cr Landwirte. Frau Elfe förderte ihre Stickerei, und ^"e Zcillcmg hörte man nichts, als das Knistern des Papiers oder gelegentliches Klirren der Schere auf dem Nähtisch. Unterdessen kehrte Klara Ullinger langsam von chrem Spaziergang heim. Sie halte bei dcm schönen Herbstwetler ein ^>aar Stnndcn müßig vor sich hin» suinend ans dem sogenannten „Kliss" verbracht, einem hohen Vursprung, der, steil zur See abfallend, einen we,. ^ Rundblick gnvährte. Es war ihr Lieblingsplah, die 5-ust war so frei und leicht, und vor allen Dingen lvar cs köstlich einfam. Von den Dorfleuten kam feiten i.e-wand dahin, denn Nalnrschwärmerei ist dem Landvolk '''u ziemlich unbekannter Begriff, und zu holen war aus d"u Kliff sonst nichts. Es war solche Wohltat, weder reden noch hören zu brauchen, nicht daran denlen zu "U'ssen, ob zu langes Schweigen anffällig und unhöflich >l'>, und ob man seinen Gesichtsausdruck auch genügend Nl der Gewalt habe. Die Möwen, flüchtig am Rande des Kliffs hinslreichend, ein paar Schafe, hier und da auf ^m mageren Boden angepflöckt, waren die einzigen übenden Wesen, uud das einzige Geräusch die Wellen der kleinen Bucht, die mit ruhiger Gleichmäßigkeit »u ^n Sand rollten. Klara verschob ihre Rückkehr ins H^renhans immer so lange als möglich, und anch heule dämmerte es bereits, als sie ihren Heimweg antrat. S>e ^ar schmal und hohläugig geworden in den süns Mo-"aten, die sie auf Ellernhagen zugebracht hatte. Die Seeluft und die kräftige Landlost schienen alles andere eher als stärkende Wirlnng auf sie ausgeübt zu haben. Ihr Gang und ihre Haltung hatten etwas Müdes und Schlafloses, ihr Blick etwas sonderbar Leeres bclom» men. In fünf Monaten voll fchwercr, innerer Kämpfe hatte sie sich beständig bemüht, das Vergangene zu vcr-g/ssen, ohne weiteren Erfolg, als daß ihre Gedanken nur um so eigensinniger dabei verweilten. Was für eme Wohltal müßte es sein, nur auf einen Tag der Pcm der Erinnerung überhoben zu sein, aber ihre Um-gebung war völlig machtlos, sie davon abzuziehen. Der Hausherr nxir durch seine Jagd und seine landwirt» schastlichen Nöte Vollaus in Anspruch genommen. Frau Eises unbedeutendes Geplauder über ihre Wirtschaft und ihre Kinder diente nur dazu, sie immer tiefer ,n sich selbst zurückzutreiben, und die Geselligkeit des Hauses? Klara, im regsamen, geistigen Verkehr einer Groß» ftadt aufgewachsen, seufzte bei dem bloßen Gedanken. Aber freilich, selbst wenn Ellernhagen und seine Newoh. ner mehr geboten hätten, ihr würde es doch nichts ge. ilillU haben. Selbst in guten Tagen schließen Naturen wie ihre sich schwer an und teilen sich noch schwerer mit, ihr Leid umgab sie dagegen wie mit einer Mauer, an der alle gutgemeinten Versuche, ihr Erheiterung .zu verschaffen, nnhlos abprallten. Sie lebte im Zur Heydcnschen Hause in einer Atmosphäre von Einsam-teit, die sie fast so sehr absonderte, als befände sie fich auf einer wüsten Insel. Sie war aller Dinge so über-drüssig. Des Lebens hier, des Lebens überhaupt. Nichts in der Well gab es, das sie nicht als eine schwere Last empfunden hätte. Ein Kummer, dein nie durch Aus-spräche Erleichterung wird, brennt nur um so inten-siver nach innen, alle Lebensfreude tötend. Aber nicht nur feelisch, auch körperlich fühlte sie sich elend und malt. Diese mutlose Schwere in allen Gliedern; dieser dumpfe Druck im Kopf. — ».Fortsetzung folgt.) tionen für den Kochlurs, und zlvar vom l. l. Ministe» rium für öffentliche Arbeiten 1000 X, vom Landes-ausschusse 400 X, von der Handels, und Gewerbekammer 12s» X. — Der Rechnungsabschluß wurde ohne De-batte genehmigt. In den Ausschuß wurden per acclamationem be« rufen: Dr. G. Hoöevar, Dr. Eoer, Jakob Pe-ternel, Fanny Valtriny, Dragotin Repe, Anton Vovk, Ivan Rus und Heinrich Steidl. — Die Versammlung beauftragte den neuen Ausschuß mit der Versassung einer an den Verband der Verkehrs-vereine in Laibach sowie an die l. l. Landesregierung zu leitenden Resolution, worin auf die Mängel der Einrichtungen für den Fremdenverkehr in Veldes und Umgebung hingewiesen werden soll. Auch wäre in dieser Resolution der Verband zur Einberufung der feit drei Jahren ausständigen Hauptversammlung auszufor« dern. — Der Verein soll mit Hilfe des Landesver» bandes einen Wegweiser durch Neldes und Umgebung herauszugeben versuchen' der Verband hat die Klischees nnd das Manuskript hiezu angeblich schon vorbereitet. Weilers wnrde die Beteiligung von Veldes an der ständigen Ausstellung im Equitablepalais in Wien durch entsprechende Rellamebilder beschlossen. Angeregt wurde auch die Veranstaltuug von wöcl>en< lichen Zusammen-fünften aller an der Hebung von Veldes und Umgebung interessierten Kreise; als Tag der ersten Znsammen-lunst wnrdc der 15. Mai mit dem Versammlnngsorte im Kurhause sestgescht. Zum Schlüsse wurde über den Fremdenverkehr noch im allgemeinen debattiert und na-mcntlich über die Wasserleitung verhandelt, für die die Pläne bereits fertig vorliegen und die Quelle bereits zugesichert ist, sowie über die elektrische Beleuchtung, mit welchen Einrichtungen erst Veldes ans jene Höhe gebracht werden könnte, die es infolge seiner Lage und feiner Naturfchönheitcn verdient. Der neugewählte Ansschuß konstituierte sich in der am 15. d. M. abgehaltenen Sitzung wie folgt: Ob» mann Herr Dr. G. Hoöevar, deffen Stellvertreter Herr Ivan Nus, Kaffierin Frau Fanny Valiriny, Schriftführer Herr Dragutin N e p e. Herr Dr. Hoi-evar entrollte folgendes Tätig» lcitsprogramm: Die Jahresbeiträge sollen nach Selbst» einschähung mit 4, 10 oder 20 X eingehoben werden. Ans den Fremdenverkehr soll durch eine eigene Schrift aufmerksam gemacht werden. Im Vereine mit der Ge-meinde, der Kurkommissiun und dem Landesverbände für Fremdenverkehr wäre der dringend notwendige. Wegweiser herauszugeben. Die Orienticrungstafeln in Veldcs und Umgebung sollen restauriert, bezw. neu angeschafft, die Wege und Stege entsprechend markiert werden. Gruppenweise wären Freindcnausflüge und Bergtouren zu veranstalten. Auch ciue Scefeier in Form einer Regatta oder in fonftiger Form lväre in Aussicht zu nehmen. Ende August oder Anfang Septem-ber soll eine Bauernhochzeit in Obcrkrainer Tracht und mit den örtlichen Hochzeitsbräuchen veranstaltet werden. Der Besiher des Schlosses wäre durch den Verein, die Gemeinde und die Knrlommission um neuerliche Über» lassung der bekannten Vi^e zu Spaziergängen sowie um Beseitigung der Verbotstafeln und Anbringung von Tafeln mit der Ausschrift zu ersuchen, daß der Durch« gang bis auf Widerruf gestattet sei und daß die Än-lagen und Kulturen nicht beschädigt werden dürsten. Zu lehterem Zwecke werde man für die Sommersaison einen Wächter anzustellen trachten. Ferner soll eine Druckschrift mit Angabe von Spazierwegen und Aus» flügen in die Umgebung samt den verschiedenen Gebühren besorgt und zu Orienticrnngszwcckcn in allen Fremdenzimmern und öffentlichen Lokalen angebracht werden. Die nächste Zusammentnnst findet am 22. d. M. um 8 Uhr abends im Hotel „Petran" statt. — lMiliiärisches.j Ernannt wurde der Feldzeug, nieister Oskar Potior et zum Armeeinsveltor m Sarajevo und Chef der Landesregierung sür Bosnien und die Hereegovina, der Kadett Egon Reih des Feld-jägerbataillons Nr. 20 zum Fähnrich. — Transferiert werten: Der Oberleutnant Franz Pfleger von dcr Reitenden Tiroler Landesschühendivision zum Land-Wehrulanenregiment Nr. 5, der Leutnant Konstantin Nikolai, evil? vom Feldjägerbataillon Nr. 24 zum Feldjägerbataillon Nr. 26, nach Ableistung des Präsenz, dienstes die Assistenzarzt.Stellvertreter in der Reserve, Doktoren der gesamten Heiltundc: Friedrich Krüpfl vom (yarnisonsspital Nr. 2 in Wien zum Infanterie-regiment Nr. 27, vom Garnifonsspital Nr. 7 in Graz: Waller Gugl znm Infanterieregiment Nr. 87, Ernst O t t zum Infanterieregiment Nr. 97, Artur Streit zum Infanterieregiment Nr. 17, vom Garnisonsspital Nr. 8 in Laibach: Michael Birken heuer zum In-fanterieregiment Nr. 61, Adols Schneider zum In-santericregiment Nr. 17, vom Garnisrnsspital Nr. 9 in Trieft: Anton Oipera zum Infanterieregiment Nr. 35, Hermann Kncfchaurel zum Insanterieregi-mcnt Nr. 87, Gustav Machan zum Feldlanonenregi. ment Nr. 7. — In den Präsenzstalid übersetzt wird der Leutnant Iose^ S 0 tlar des Infanterieregiments Nr. 97. — Mit Wartsgebühr beurlaubt auf ein Jahr Laibacher Zeitung Nr. N6. 1W6 ______ _________20. Mai 1911. der Oberleutnant Maximilian Hiti des Infanterie» regiments Nr. 7 lUrlaübsort Graz). — In den Ruhe-stand werden versetzt: der Oberst Georg Pctrovan von Felsözubricza des Infanterieregiments Nr. 52, unter neuerlicher Bekanntgabe des Ausdruckes der Allerhöchsten Zufriedenheit Domizil Laibach), und der Hauptmann Peter Ritter von Flick des Feldjäger« batailluns Nr. 11 als invalid, auch zum Waffendienst beim Landsturm ungeeignet, unicr Verleihung des Titels und Charakters eines Majors sowie neuerlicher Ausdruck der Allerhöchsten Zufriedenheit. — Die ange» suchte Abkgung der Offizierscharge wurde dem Assi» stenzarzt im nichtaktiven Stande Dr. Arnold Alesius des Landwehr,nfanteriercgimcnts Klagenfurt Nr. 4 be« willigt. — lTystemisierung ^n Stabsfeldwebeln.) Mit 1. Juni wird bei den Bataillonen der Landwehr, gebirgstrnppen an Stelle des Stabsführers ein Stabs» feldwebell-oberjäger) und bei den Landwehrinfanterie-regimentern Nr.' 1, 3, 5, 6, 8, 9, 11, 13, 14, 15, 17, 19, 20, 29 und 30 an Stelle eines Stabsführcrs cin Stabsfeldwebel systemisiert. — lDic vereinigte Pionierabteilung) übt in Lai-bach voraussichtlich nur mehr bis 6. Juni und begibt sich sodann nach Tolmcin, wo verschiedene bauliche Her-stellungen, zwei Straßen- und Brückcnbaue zu bewirken jein werden. Der Kommandant der vereinigten Pionier, abtcilung, Oberleutnant Karl Kohout des Infan« terieregiments Nr. 27, hat sich, um die voraussichtlichen Arbeiten in Augenschein zu nehmen, auf einige Tage nach Tuimcin begeben. — lTystcmisieiunq von außerordentlichen Professa. ren an der Tierärztlichen Hochschule in Wien.) Seine Majcstät der Kaiser hat die Syslemisierung von außerordentlichen Professoren der 7. Rangstlasse mit den Gebühreil der 9. Ranqsklasse im Status der Mi-litärbcamtcn der Tierärztlichen Hochschule in Wien gc-nehmigt. Die außerordentlichen Professoren werden als stimmberechtigte Mitglieder des Professorcnkollegiums erklärt, jedoch mit der Beschränkung, daß die Anzahl der dem Profcssorenkollegium zugezogenen außcrordent-lichen, die Halste oer jeweiligen Anzahl der ordentlichen Professoren nicht übersteigen darf; ferner wird den 'Privatdozcntcn und den Honorardozcntcn an dieser Hochschule die Wahl je eines Vertreters mit der Funk» tionsdauer für zwei Jahre gestattet, der den Sitzungen des Profefsorenkollcgiums, jedoch nur mit beratender Stimme beizuwohnen und gleich den Mitgliedern des Profefsorcnkollegiums zur Amtsverschwiegenheit zu vcr» pflichten ist. Den außerordentlichen Professoren der Tierärztlichen Hochschule in Wien kommt die für die 7. Rangsklasse der Militärbeamtcn vorgeschriebene Di» stinltion cnn dcr normierten Uniform der Militär« beamten dieser Hochschule zu. Sie beziehen die laut Gcbührenvorschrift für das k. u. k. Heer für Adjunkten derselben systemisierten Gebühren, unbeschadet des Weitcrbczuges etwaiger ihnen zukommender Ncmuno rationcn. — sZulassung zur Lehrbefähigungsprüfung nach Allmonatlicher Schulpraxis.) Seine Exzellenz der Herr Minister für Kultus und Unterricht hat den Schulbchör-den nachstehendes eröffnet: „Mit dem Erlaffe des l. k. Ministeriums für Kultus uno Unterricht vom 17. Juni 1910. Z. 14.131, wurde die Verfügung getroffen, daß unter der im Artikel 2, Punkt 1, lit. e der Ministerial» Verordnung vom 31. Juli 1880, Z. 6033, M. V. Bl. Nr. 52, für die Zulassung zur Lehrbefähigungsprüfung für allgemeine Volksschulen geforderten zweijährigen Verwendung im praktischen Schuldienste eine Dienstlei« stung von 24 Monaten zu verstehen ist, wobei jedoch in zenen Fällen, in denen provisorische Lehrkräfte bis zum Schlüsse eines Schuljahres und dann sofort wieder vom Anfang des nächstfolgenden Schuljahres an im Schul» dienste ununterbrochen tätig sind, die Hauptferien keine Unterbrechung der Dienstleistung bewirken. Das Mini» sterium für Kultus und Unterricht wurde nun seitens mehrerer Landesschulbehördcn darauf aufmerksam gc-macht, daß es zahlreiche Supplenten und Aushilfslehr» kräfte an Volksschulen gibt, welche vor Beginn der Haupt, fericn von ihrem Posten als Substituten an einer Volksschule enthoben werden, nach den Ferien jedoch nicht sofort wieoer als Supplcnt, bczw. Aushilfslehrer Verwendung finden konnten und bei denen sohin nach dem oben Gesagten die Ferien eine Unterbrechung m ihrem praktischen Schuldienste bedeuten, wodurch in weiterer Aolge eine Hinausschicbung der Lehrbcfähi-Hungsprüfung eintreten muß. Da jedoch anderseits zu» abgeben werden muß, daß auch jene Lehrkräfte, welche in normaler Dicnstesvcrwcndung stehen, während eines Schuljahres — da ja in den Fericn kein Unterricht erteilt wird — auch nur faktisch eine zchnmonatliche, sohin während zweier Schuljahre eine zwauzigmonat-liche praktische Dienstleistung nachweisen, erscheint es billig, daß in Ausdehnung der mit dem hieramtlichen Erlasse vom 17. Juni 1910, Z. 14.131, getroffenen Aus-uahmsvcrfügung in Hinkunft auch jene Bewerber, bczw. Bewerberinnen, welche seit Ablegung der Reifeprüfung an einer Lehrer-, resp. Lehrcrinnenbildunasanstalt — abgesehen von Hauptferien — eine effektive Verwendung im praktischen Schuldienste an einer öffentlichen oder mit den, Öffentlichkeitsrechte versehenen Privatvolks» schule in der Dauer von wenigstens 20 Monaten nachweisen, zur Lehrbefähigungsprüfung für allgemeine Volksschulen zugelassen lverden, vorausgesetzt, daß auch dle übrigen Bedingungen des Art. II. Punkt 1, der MiRisterialverordnung vom 31. Juli 1886, g. 6033, M. V. Nl. Nr. 52, zutreffen. Der k. k. Landesschul-rat ivlrd sohin ermächtigt, künftighin bezüglich der Zu» lassung zu den Lchrbefähigungsftrüfungcn für all- gemeine Volksschulen in diesem Sinne vorzugehen und. ocu gleichen Grundsatz in analoger Weise auch bezüg. lich der Lehrbesähigungsprüfungen für Bürgerschulen in Anwendung zu bringen." * sKooez für den Verkehr mit Lebensmitteln.) Das k. k. Ministerium des Innern hat sich, einem in den Kreisen der Lebensmittelerzeugcr und »Händler lang ge> hegten und oft geäußerten Wunsche Rechnung tragend, im Einvernehmen mit den übrigen beteiligten Mini« sterien entschlossen, jene Gesichtspunkte zu kodifizieren, die für den Verkehr mit Lebensmittcln, deren Unter-suchung uud Veurteiluug maßgebend sein sollen. Der erste Band dieses umfangreichen Wertes, Ooäox u,U-nisüiwriu« ,iu«ti-illeu5 genannt, ist nunmehr im Vcr« läge der k. k. Hof. und Staatsdruckerei erschienen und von dieser um den Preis von U> Iv zu beziehen. Zweck dieses Werkes ist es, zunächst den Produzenten und Händlern von Lebensmitteln die Grundsätze bekannt zu geben, nach denen die mit der Handhabung der Lebens» mittelpolizci betrauten Organe vorgehen. Auch soll sich in dem Werte jedermann Nats erholen können, welche Vorsichten im Verkehre mit Lebensmittcln zu beob» achten sind. Weiters ist der (^uä^x u,1im«nwriu« dazu bestimmt, den zur Untersuchung der Lcbensmittel be» rufcncn Anstalten und den mit der Handhabung der Lebensmittelpolizei betrauten Marktaufsichtsorgancn als Richtschnur ihres Verhaltens zu dienen. Endlich wird der <üoä«x alin^nwriu« dem über Verfehlungen nach dem Lcbensmittclgesetze entscheidenden Richter zioar nicht eine bindende Norm, wohl aber ein wert. voller fachtechnischer Behelf sein, zumal auch die ein» schlägige Judikatur in dem Oocll-x entsprechend berück« sichtigt wurde. Die vorstehend skizzierten Ziele des Oo-<1<^x niimoumriu« werden nur dann erreicht werden, wenn er eine ausgiebige Verbeilung erfährt. Die wci» tcren zwei Bände des ()ol1l:x sollen noch im Laufe die» ses Jahres erscheinen. — Wuschräntnng der Aufnahme von Bewerberinnen um Postaspirantcn', bezw. Postoffiziantenstellcn.) We-gen der bereits vorhandenen hinreichenden Anzahl von Anwärtcrinnen auf Postuffiziantenstcllcn wird im Be» reiche der Postdireltion Trieft eine Neuaufnahme von Bewerberinnen um Postaspiranten-, bezw. Postoffi« ziantenstcllen in diesem Jahre nicht mehr stattfinden. — geselliger Abend.) Vorgestern fand in ocn Räumen des Restaurants Fricdl cin vom Komitee der „geselligen Abende" hiesiger Herren Ingenicure und Ingenieursdamen zu Ehren des nach seinein neuen Bestimmungsorte zum k. und k. Telegraphenregimentc in Korncuburg abgehenden Herrn Leutnants des 27. In> fantcricregimcnts Alexander Mirovi« veranstalteter „Abscliiedsabend" statt, der sehr zahlreich besucht war und sich sehr animiert gestaltete. Dem Gefeierten wurde durch das Komilee eine Reihe Ovationen dargebracht. Während cin schön umkränztcs „Auf Wiedersehen!" von der Wand hcrabgrüßtc, war der „Ehrensitz" des Scheidenden mit einem prächtigen Lorbeerlranze gc» schmückt, und zur Erinnerung wurde Herrn Leutnant Mirovw cin großes Ansichtsbild der Stadt Laibach ver» ehrt. Besonders muß der ausgezeichneten Ansprache des Vorsitzenden der geselligen Abende, des redegewandten Herrn k. k. Oberbauralcs Bolz gedacht werden, der in schwungvollen und lvarmcn Worten der unvergcß» lichen Anteilnahme des trefflichen Gesellschafters ge» dachte und ihm hiefür den innigsten Dank sagte, wor» auf seinerseits Herr Leutnant' Mirovi« herzlichst dankte. Beide Ansprachen wurden mit stürmischem Bei-falle aufgenommen. — Auch an diesem geselligen Abende waren alle Mitwirkenden um das Gelingen der Vor« träge bestens bemüht und fanden lebhafte Anerkennung. — lUnterstiihungen vom Roten Kreuze.) Der Landes« und Frauenhilfsverein vom Noten Kreuze für Kram wird auch im Jahre 1911 an verdiente, in Kram hcimatsbcrcchtigte hilfsbedürftig gewordene Invaliden des Mannschaftsstandes der vaterländischen Truppen» körper, dann an Witwen und Waisen solcher Angchö» riger Unterstützungen aus den hiezu bestimmten Fonds des Vereines erteilen. Hiebei werden vor allem solche hilfsbedürftige Mililärpersoncn Berücksichtigung finden, die den Feldzug des Jahres 1866 oder die bosnische Okkupation mitgemacht haben und infolge Verwundung oder Krankheit 'im Felde oder im aktiven Militärdienste überhaupt invalid geworden sind. Die zuerkannten Unterstützungen werden zur Feier des Allerhöchsten Geburtsfestes Seiner Majestät am 18. August verteilt werden. Die Gesuche stnd bei der zuständigen^iolitischen Vczirksbehörde lBezirkshauptmannschaft, Stadtmagi. strat) einzubringen. — lMangelische Kirche.) Beim morgigen Gottes-dienste vormittags um 9V:: Uhr gelangen zur Auffüh. rung: 1.) Adagio aus dem Klarinetten.Konzcrt Nr. 2, "i>. 57, von L.Spohr. 2.) Larghetto von Mozart für Klarinette iHerr Alois Kern). — lKonzcrte.) Heute konzertiert ein Teil der ,.HIov6H8ivü tlllnirmoiiiM" in der Restauration „1'ri novlun ijvotu" sA. Gor««), Maria Tlicresien-Straße Nr. 27. Anfang um 8 Uhr abends, Eintritt frei. — Morgen findet ein Konzert im Hotel „Tivoli" statt. Anfang um holb 4 Uhr nachmittags, Eintritt frei. — Abends von 8 bis 12 Uhr nachts konzertiert die Kapelle in der Südbahn-Ncstauration sI. Schrey). Eintritt 50 li. — lPlatzmusit.) Programm für morgen Dtern» allee): 1.) Iakl: „Auf zur Wehr", Marsch. 2.) N. Waa» ncr: Ouvertüre zur Oper „Nienzi". 3.) Fall: „Brü. derlein fein", Walzer. 4.) Lehär: Phantasie aus der Operette „Der Graf von Luxemburg". 5.) Kienzl: iKindcrszene aus der Oper „Der Evängclimann". 6.) ! Th. Christoph: „Württemberg-Huldigungsmarsch". — Wilitärkonzcrt.) Bei dem morgen im Kasino» Glassalon um 8 Uhr abends stattfindenden Militär» konzert der Reglmentsmusik kommt folgendes Programm zur Aufführung: 1.) Fall: „Die schöne Risetle", Wal. zer. 2.) Lehär: „Zigcunerlicbe", Ouvertüre. 3.) Rich. Wagner: Tonbilder aus der Oper „Der fliegende Hol» länder". 4.) Lehär: Phantasie aus der Operette, „Das Fürstenkind". 5.) Fall: n) „Die geschiedene Frau", In« tcrmezzo; d) „Der tapfere Soldat", Entreacte. 6.) Kom» zak: „Für meine Freunde", Potpourri. — Pause. — 7.) Ioh. Strauß: „An der schönen blauen Dunan", Walzer. 8.) Lehär: „Der Graf von Luxemburg", Pot» pourri. 9.) Myddleton: „Amerikana", Phantasie. 10.) Th. Christoph: „Velgierliebchen", Polka sraiU'aise. — ^Theatervorstellung.) In der Arena des „Na-rodni dom" wird heule abends um halb 8 Uhr von den Laibacher Dilettanten eine Aufführung des Vulksstückes „Dl!^t,i Kl-at" veranstaltet werden. Eintriltsgebülir 40 d. Der Reinertrag ist für den Wohltätigteitsvcrcm der Buchdrucker in Kram bestimmt. " sVcrcinswesen.) Das k. k. Landespräsidium in Laibach hat die Bildung des Vereines „XlU^liÄco Klnnnikn" und des Zweigvereines „Ortsgruppe Lai» bach des österreichischen Flottenvcreincs" zur Kenntnis genommen. —<,. — sEinc Imkerversammlnng) wird morgen um 3 Uhr nachmittags im Schulhansc in Rob stattfinden. Hiebei wird Herr Oberlehrer A. Lituzar aus Laibach einen Vortrag halten. — sSchülerrcise in die französische Schweiz.) Die in der Zeit vom 17. Juli Ins Mitte AmM für Mittel-schüler und Handelsatademiker Öslerreich-Ungarns und des Deutschen Reiches stattfindende Schiller-Stndicn« reise in die französische Schweiz findet in beteiligten Kreisen lebhaften Anklang. Die daran teilnehmenden. Schüler aus Kürnten, Kra in und Steiermark verfam« uiclil sich in Graz und werden von hier durch eine Lehr» Person nach Wien begleitet, von wo aus sämtliche Teil« nehmer unter Führung mehrerer Professoren nach Genf rciscn. Die Schüler werden in der Umgebung von Genf in vorzüglichen Pensionen untergebracht und haben in einem vicrwöchigcn Ansenthall dort reichlichst Gelegen» heit, sich in der französischen Sprache zu vervollkumm-nen sowie die hervorragenden Sehenswürdigkeiten und industriellen Etablissements des Genfer Gebietes ein» gehend kennen zu lernen. Der gesamte Preis für Reise und Verpflegung während der ganzen Zeit sowie für alle Alisflüge, sporlliche Vergnügen usw. beträgt 300 bis 340 X. Auskünfte erteilt und Anmeldungen nimmt entgegen Herr Dr. Alois Mayr, k. l. Handelsakademie in Graz, Grazbachgasse 71. — lDer Hornist von Oeversce gestorben.) Aus Graz, 18. d., wird gellleidet: Heule vormittags ist hier Herr Johann Hutler, der Pächter der Militär» schwimmschule, im 73. Lebensjahre gestorben. Der Ver-sturbene diente dreißig Jahre beim steirischcn Insan» terieregiment Nr. 27 und machte die Fcldzüge von 1859, 1864, 1866 und 1878 mit. Unvergänglich ist der Name des Vataillonshornistcn Hntter mit d^n Ereignis von Ocvcrscc verbunden. Der Verstorbene war der in der Geschichte des österreichischen Heeres rühmend genannte Vataillonshornist, der sich im Inhre 1864 in Schleswig-Holstein dadurch hcrvurgctan hat, daß er trotz des ihm von ,emen Vorgesetzten erteilten Befehles, zum Rück-zug zu blasen, mit aller ihm zu Gebote stehenden Kraft das entgegengesetzte Signal zum Sturme blics, was dann zum Siege über die Dänen führte. — lSelbst'mord.j Man schreibt uns ails Gottschec: Der bekannte Gastwirt Franz Perz in Lienfeld hat sich am 17. d. M. in einem Anfall von Sinnesverwirrung im Bett mit einem Rasiermesser den Bauch an mehre« ren Stellen ausgeschnitten. Obwohl ärztliche Hilfe rasch zur Hand war, konnte er doch nicht mehr gerettet werden und erlag am 18. d. nachts seinen Verletzungen. Perz, der bisweilen an heftigeil Lcibschmerzcn litt, stand im 60. Lebensjahre und hinterläßt die Witwe mit acht Kindern. — lUnfälle.) Die 18 Jahre alte .Keuschlerstochter Maria 8ifrer aus Oberfeichting, Bezirk Kramburg, be« goß sich zu Hause beim Teetochcn ans Ungeschicklichkeit mit brennendem Spurilus, wobei ihre Kleider Feuer fingen. Nur mit Mühe kounte sie sich der brennenden Kleider entledigen, erlitt aber dabei schwere Brandwunden am ganzen Körper. — In Schwarzdorf fiel die Magd Johanna Ktafar in eine mit ungelöschtem Kalk gefüllte Grube und zog sick an den Beinen schwere Brandwunden zu. — H)cr ledige Knecht Franz Homer aus Laibacl) siel am 15. d. M. in der Lattermanns-üllec von emer Schaukel und beschädigte sich am linken Beine. — Der sechs Jahre alten Kenschlerstochter An-tunia (ladex in Vnanjc Goriee wurde von spielenden Kindern ein Stein ins linke Auge geschleudert, wobei das Auge schwer beschädigt wurde.'Desgleicheu erlitt der Grubenarbeiter Josef Kostanjevec in der Kohlengrube in Trifail durch den Aliprall eines Eisenstückes' cin< schwere Verletzung. — In Stranje, Bezirk Stein, stel der vier Jahre alte Waldhütcrssohn Florian üetnar von einem Wagen und brach sich das linke Bein. -^ Der dreijährige Arbciterssohn Alois Zmuc, aus Vrunn-dorf fiel zu Haufe über eine Stiege und spaltete stH beide Lippen. — lVon einer Schlanqe gebissen.) Die drei Jahre alte Kcuschlcrslochter Maria Ieras aus Viker^ nnter dcm Großkalilcnbergc wurde au, vergangenen Sonntag, als sie mit ihren zwei älteren Schwestern zum.^run-uen Wasser holen ging, von einer Schlange in dc" rechten Fuß gebisseu. Das Mädcken wurde sofort m» Landesspilal nach Laibach abgegeben. Laibacher Zeitung Nr. 116. 1087 20. Mai 1911. — sTiud Tparlassebeamte öffentliche Veamle?) Der Verwallungsgerichtshof hatte über eine Beschwerde' l»er Gemeiudespartassc Vrnck a. M. wegen Pcnsionsver» sicheruug dreier Vcamteu zu entscheiden. Die Gemeinde« spartasse stellte sich ans den Standpunkt, daß die erwähn» ten Beamten im üsseutlicheu Dicuste sleheu uud das; sie i>ahcr bis zur Genehmigung des Ersahiustiluls au die allgemeine Peusiousallstalt uichts zu entrichten haben. Der Regieruugsvertrcter bekämpfte diese Auf» Fassung und der Verwallungsgerichtshos wies die Be-Ichluerde als gesehlich nicht begründet ab, da die Beamten der Gemeindeiparlassc nicht als Beamte des öffentlichcu Dienstes zu betrachten sind. — i.Die Vorstellungen im Zirkus Schmidt) erfreuen sich nach wie vor des besten Besuches. (5s sind aber auch die Darbietungen zum grüßten Teile von ausgesuchter Güte. Das Pferdcmatcrialc ist prächtig, vor allem das vom Herrn Direktor Schmidt gerittene Vallettftserd „Nheiuguld", das, vor einer Valleriuc begleitet, die ver>chiedenarligsteu Tanzartcu mit großer Präzision wiedergibt. Der Schleudcrbrettakt der fünf Vergürcs ist für ^llibach etwas völlig Neues, die drei Elares, „flic-gende Sterne" genannt," leisten auf dem dreifachen Neck verblüffende Tnrnertunstslücke. Eine feiuc Neuigtcit ist der Musitiustrumcnlenimitator Dr. Robins. — Der Zirkus ist gegen Wind und Wetter gut geschützt. —I. — l^Dcr jlovenische laufmäunilche Verein „Mer» lur") veranstaltet, wie schon vor einiger Zeit gemeldet, am 9. Juli im „Narudui dom" ein großes Garteu» konzcr't, deffen Reinertrag de,u Unlerslühungsfonds zu-fließen soll. An der Unterhaltung wird nebst den, Vcr-einssängerchor die Sluvenische Philharnlonic mitwirken. Die verstärkte Untcrhalluugssektiun ist bereits fleißig au der Arbeit und das Gartenfest wird, uach den Vor-bercitnngen zu schließen, auf sehr breiter Grundlage vor sich gehen. -— iMettrischc Beleuchtung einer Kirche. Man ichreibt uus aus Idria: Das Ministerium für öfsent-lichc Arbeiten l)at die Veniitzung des elektrischen Stro» Nlcs aus der hiesigen ärarischen Eletlrizitätszentrale ..Niltnwert" für 14 Glühlichtcr i,i der hiesigen Stadt-Pfarrkirche bewilligt, wofür der Verwendung des Herrn Hufrates Billet der beste Dank gebührt. Die Be-leuchlung soll demnächst installiert werden. —«— — 'lTodesfälle.j Mu 18. d. M. um 11 Uhr vurmil» ^lgs verschied m Krainburg uach längerem Siechtum Frau Anna «tempihar, geb. Jugovic, Gattin des Krainburger Advukateu Herrn Dr. Valentin «temftihar. Das Leichenbegängnis findet heute um 5 Uhr uachmitlags vom Trauerhaufe am Hauptplatze aus auf den Ortsfriedhof statt. — Tagsdarauf flarb auch die Mutter der Frau l^temftihar, Frau Anna Juguvic, geb. I st e n ich, iin 85. Lebensjahre nach langen Lei-den. Die Beisetzung erfolgt am 21. d. M. um 4 Uhr nachmittags. —^. — lVoitragoabcud in 5lrainburg.j Man schreibt uns aus Krainburg: Am 18. d. M. als am 100. Jahres-tage der großen Feuersbrunst in Krainburg hielt Herr Psarrdechant Anion Koblar Uln 8 Uhr abends im „Ljudsti dum" einen Vortrag über die Geschichte von Krainburg. Seiueu interessanten Ausführungen ift ful» gendcs zu enlnehiuen: Die überaus günstige Lage von Krainburg lud schon in altersgrauer Zeit zur Änsied» luug ein- dics bekunden zahlreiche Funde aus der Hall» statter Periode, auf die man beim Aushcbeu des Tcr» ^alns für die Kellereien des Bierbrauers Mauritius Mayr stieß, s»,uie Funde aus der Zeit der Völker-Wanderung (langobardische oder slovenische Funde), die u» der Nähe der Pav,^larschen Stallnngen im sogenann» tru „Lajh" gemacht wurden. Römische Funde wurden bisher nicht entdeckt. Die älteste Bevölkerung der Stadt war sluvenisch und blieb auch ausschließlich eine solche, "s sich zu Anfang des 18. Jahrhunderts viele deutsche Gewerbetreibende ansiedelten. Herren von Krainburg waren zuerst die Sponheimer, dann die Orlenburger, nach deren Aussterben die Stadt in die Macht der Eillier Grafen überging. Nach den, Erlöschen des Stammes der Cillier Grafen erhielt die Stadt neue Herren in den Habsburger Herzugen, die sie n>it ver-ichledenen Privilegien beleillen. So genoß die Stadt das -'n'cht, ihren eigelie» Sladtrichter zu haben, zwei Jahres. mäMe abznhlilten nslo. Unter den türkischen Einfällen hatte die Stadt viel zu leiden; es werden drei Angriffe ^'r Türken auf die Stadt erwähnt. Behufs besserer ^'lteidigung erbauten damals die Bürger das Schloß Kieselstein, das noch henle in seiner dominierenden Stel» umg die Cladl beherrscht. Im Jahre 15>25> kam es '» der Umgebung zu einem Bauernaufstände. Ost zogen durch die Stadt' fremde Truppen, was sür Krniiiburg ^ne ebenso arge Last wie die französische Okkupation "'deutete. Iu 'kirchlicher Hinsicht unierstand die Sladl uu Mitlelaller den Patriarchen von Aa.uileja. Ein be-wegles Leben herrschte in der Stadt im Zeitalter der ,'n'!,urmation; die Prädikanlen Rakuvce, Knaselj u. a. verküiideten danials die >,eue Lehre in Krainburg und «lachten viele Bürger dem alten Glauben abtrünnig. Wie in Laibach und in Bischoflact, so wnrden auch in Krain-bnrg öffentliche Pafsionsspiele veranstaltet und erfreuten sich einer großen Beliebtheit. Eine Volksschule besaß Krainburg schon im Jahre 1483; den Unterricht erteil-ten damals die Organisten und Kapläne. Aas alte Schulgebäude befand sich in der Nähe der Stadtpfarr-kirche- als es im Jahre 1811 abbrannte, wurde das jetzige in der Roscnkranzgassc aufgeführt; zur Zeit der französischen Herrschaft bestand wie in anderen Pro-vinzstädten Krains auch iu Krainburg ein Gymnasium, und Mir war es im Pfarrhofe untergebracht. Manch glücklichen Tag erlebte die altehrwürdige Stadt Krain-bürg; es blieben ihr aber anch uicht die Tage großer Heimsuchungen erspart. Dreimal wütete da die Pest, zweimal die Cholera und viermal die Fcucrsbrunst. Am 10. August 1668 wurde die halbe Stadt eingeäschert. Am 20. August 1749 fielen dem verheerenden Elemente 20 Menschen, 290 Häuser und 20 Mcierhöse zum Opfer; ganz Krambnrg stand in Flammen; vernichtet wurde auch das städtische Archiv niit allen Urkunden, in wel-chen u. a. verschiedene Freiheiten und Privilegien der Stadt verzeichnet waren; deswegen wurden diese Pri» vilegien vom Kaiser im Jahre 1756 erneuert. Nach dieser Feuersbrunst wurden die Bäcker gezwungen, ent» sprechende Backöfen zu errichten, und die Bürger muß-ten mehrere Zisternen anlegen. Ebenso bedeutet die Feuersbrunst am 18. Mai 1811 für die Stadt eine wahre Katastrophe. Das Feuer brach im Hanfe Nr. 16 (oder im vnlgo kmonschen Hause) aus; eine Frau hatte nämlich eine Eierspeise bereitet und da sing der Ruß Flammen. Von einem starken Winde begünstigt, ver» breitete sich das Feuer mit Blitzesschnelle; in zwei Stuu« den war die ganze Stadt ein Flammenmeer; verschont blieb nur die Savevurstadt. Der Brand erstreckte sich ans die jenseits der Kanler liegenden Ortschaften Huje und Klanee; in der Kaukerborstadl branutc das eye-malige Kapuzinertlostcr ab. Im ganzen fielen den Flammen 184 Häuser und 11 Mcierhöfc anheim; auch ein Menschenleben loar zu beklagen. Die Feuersbrunst machte auf die ZusclMier einen so furchtbaren Eindruck, daß sie erzählten, es habe sogar der Savefluß gebrannt. Aus Laibach erschienen etwa hundert Reiter, um bei der Löschattion mitzutun. Der Schaden betrug 300.000 Franken; im ganzen Lande wurden sür die Abbrändler milde Gaben gesammelt; die französische Regierung votierte zunächst 6000 Franken und später noch'30.000 Franken. — Die letzte große Feuersbrunst ist am 25. September 1832 zu verzeichnen; da brannten in der Savevorsladt 25 .Häuser ab. — Der Vortrag, mit dem die Reihe der volkstümlichen Vorträge im „Ljudski dom" sür die laufende Saiwn ihren Abschluß fand, begegnete bei dem zahlreich erschienenen Publikum großem Intcrefse. —^. — l,Z«r Bautätigkeit in Krainburg.) Im Lause des heurigen Frühlings entfaltete sich in' Kraiuburg eine rege Bautätigkeit, wovon folgende Neu. und Umilaulcn Zeugnis geben: Vinzcnz Sotlii-, Schlosser und Haus» besitzer in Pungrat, ließ die alte Schmiede niederreißen und an ihrer Stelle eine neue ausführen. (Baumeister Johann Bidovec.) — Franz Iezeröek, Hausbesitzer und Gastwirt, vulgo Knedel, in der Rosenlranzgafse, ließ den am Hose gelegenen Trakt seines Hauses um ein Stockwerk heben und den Znbau zu Wohnungszwecken herrichten. ^Baumeister Josef Juso.) — Das in der Kirchengasfe gelegene Haus des Fabrikanten Ignaz Fock erhält einen neuen Verputz. (Baumeister Johann Vi-dovec.) — Laureuz Rebolj, Gastwirt und Hausbesitzer in der Kankervorsladt, hat in dem an das Haus anschlie» ßenden Sialle die Gewölbe niederreißen und das Lokale zu Gaslhauszweckcn adaptieren lassen. sAaumcister Joses Fuso.) — Beim Hanse des Johann Lampe, Be» sitzers in der Rosenkranzgasse, wurde an der der Reichs» slraße zugekehrten Seile eine neue Strebemaucr aus Zement hergestellt. lNaumeister Andreas 2rbre.) — Eine nene Sirebemauer aus Zement erhält auch das Haus der Johanna Vajt, Besiherin iu der Rosenkranz, gasse. (Baumeister Johann Bidovec.) — Auf der ge-weseneu Pleiwcisscheu Wiese oberhalb des Gasthauses „Na Velseljnu" wird ein ueueS, zweistöckiges Haus sür Antun Kr<', Wagner in Primslau, gebaut. l,Vau-meisler Angelo Mol'maro aus Bischoflack.) — Antun 6,'nkovec, Fabrikant und Hausbefitzer in Pungrat, wird sein alles einstöckiges Haus niederreißen und an dessen Stelle ein zweislöctiges Wohnungshaus erbaueu lassen. lBaumeisler Angelo' Molinaru.j — Alois Sollw, Bäckermeister in der Kantervorstadt, baut eine neue Holzlege. — Johann Vol<'n-, Lederer in der Save-Vorstadt, wird sein Wolinungsgebäude vergrößern lassen. lB^umeisler Josef Fuso.) — Michael Markig Haus-besitzer und Fialer in der Kirchengasse, ließ unter dem ebenerdigen Wohnzimmer einen Keller anlegen und ihn verwülben. sNaumcister Johann Biduvec)' — Ein Teil der Grenzmauer zwischen der Sodarschen Wiese und der Gemeindestrahe, die zum Friedhofe und zur eisernen Kanserbrücke führt, wurde ausgebessert, vcr-Putzt nnd mit einer Zementdecke versehen. —^. " lIrrsinnig geworden.) Der vieljährigc hiesige Vertreter der Reininghaujer Bierbrauerei in Graz, Herr Zinnaucr, war vor oar, in scm Heim nach Unkr-^iÄa zurück. Diesertage aber wurde er wieder vou seiner alten Krankheit ue-fallen. Gestern morgens steckte er sein ganzes Bargeld wwic eine große Menge von Wertpapieren nebst Cou-pons zu sich, bewaffnete fich mit einem 9runi Flobert» gewehr und begab sich nach Laibach. Auf der Wiener Straße hielt er mit schußfcrtigem Gewehr die Fiaker-wageu uud endlich einen Sichcrhcitswachmann an. Die« ser führte den bedauernswerten Mann zum Amte, wor» auf .Herr Zinnauer uach vorangegangener polizeiärzl-licher Untersuchung in die Irrenanstalt nach Studenec gebracht wurde. * llkin gefährlicher kinschleicher in Haft.) In der letzten Zcit ereigneten fich mehrere, durch einen frechen Einschleicher verübte Dicbstähle, ohne daß die Polizei zur Eruierung des Täters einen Anhallspunlt hätte finden können. Der erste Dicbstahl wurde von der Was» erleitungsstraße fsemcldct. Am 10. d. M. nachts hatt<> sich der Dieb durch das offene Hostor in die Gasthaus-lokalitäten des Franz Vodi^el eingeschlichen, wo er bar-fuß alle Räumlichkeiten durchsuchte, bis er in die Küche gelangte. Aus der Speisekammer entwendete er sechs Fleischwürstc und aß ein Stück sofort auf. Mit einer in der Küche aufgefundenen Hacke brach der Dieb meh> rere versperrte Tischl'adcn auf, fand aber kein Geld vor. Als er sich aus dem Lokale entfernte, nahm er ein dem Gastwirtssohne gehöriges und aus 200 X be-wertetes Fahrrad mit und lehnte es vor dem Hausc an die Mauer. Den Dieb dürfte der heimkehrende Sohn verschcucht haben, der auf dem Wege von Unter-8ißka Pfiff. — Am 12. d. M. abends kam ein Dieb in die Purtierloge eines hiefigen Hotels, zog den dunkelblauen Ulster des Portiers, ein Paar neugedoppelter Schuhe und eine Rcisclappe an und verließ, von der Köchin ge> sehen, mit kecken Schrillen das Haus. In der gleichen Nacht stattete der Dieb dem Schlafzimmer der Gast« Hansbediensteten „Zum Siern" am Kaiser Iosef-Plahe einen Besuch ab. Die Eingangstür öffnete er mit einem dort gelegenen Schlüffel, worauf er im Zimmer vier große Koffer aufbrach uud der Kellnerin Agnes Ovse-nek cine lange silberne Halskette, einen Geldbetrag von 22 X, einen goldenen und einen silbernen Fingerrinc; entwendete. Der Kellnerin Maria Strni^a stahl er eine goldene Damenuhr nebst einer langen silbernen Hals» kette nnd nuiig des Besitzers Alois Kvas in Untcr.Iar^e ein ulld stahl daraus eine Nickeltaschenuhr samt solcher Kette nnd 20 X 60 1, Bargeld. Die gestohlene Uhr verlauste, er seinem in Krtina wohnhaften Stiefvater Franz O«,o xen um 2 X mit der Vorgabe, er habe sie iu Laibach gekauft. Am zweiten Tage daraus schlich sich Gril m Abweseuheil seiner Eltern in ihre Wohnung, entloendete seinem Stiefvater die ihm verkaufte Uhr und verschwand unbekannt wohin. — K 19*50 - K 85*50 Ball Seide > K1't5> K 24*50 Hill II||™|||™I IIbiT-\|J||IM Fouiard-seide bcbr. a. dDPPBiibr.» K 115 > K12 35 Blusen-Setde > K115 - K 24*50 I ¦la I IB I Ik I II hI I I ¦^¦¦11 mWm Lrr Wetei rvPrnrr: Seld-VoUe^ Crepon, farb. Shantung», Schotten, ¦ M ¦ ¦ WM I 11 I U KM U I II m.M ¦¦ | ¦¦ If Chines, Liberty, Moire, Marquisette, MervelUenx k Trranto nub »ohon Jjm ^* ^* ^^ ^W m ^W ^^F ^U ¦ ^WI ^^ verzollt tit« ^au«. SKufirt unigc^etib. S)ov^cllc* Sürirfaorto nod} bet ©d)n»eij. Seiden-Fabrikt. Henneber^ Zürich. loslief. 3. 2«. bet bentsdjen «aifcrin. (185) 10-4 Laibachcr Zeitung Nr. Ilss. IN83 20. Mai 1911. " il5in naiver Vauernbursche.) Diesertaqe kam ciii BcsiM'ssohtl aus Obcrkrain nach Laibach. Als er durch die Wiener Straße My, qescllte sich ein 35jähriger Mann ^u ihm, der ihn in die Stadt begleitete. Unter-Wegs lockte er dem Burschen unter dem Vorwande, er habe eine driuqende Ncchnuna. zu begleichen, wolle aber eine Hundertkronemwte nicht wechseln, einen Geldbetrag von 15 I< heraus. Als der Schwindler das Geld in der Tasche hatte, verschwand er in eiucm Hausflur in der Vahnhofqassc. Dienstag nachts verhaftete ein Sicher-heitswachmann auf der Zaloger Straße einen 2?iäh>. rigen Mann aus dem Steiner Bezirke, der dieser Tat sehr dringend verdächtig erscheint. Der wegen Dieb-stahlcs schon abgestrafte. Manu wurde dem zuständigen Gerichte übergeben. " sVon der Ttraßc.) Vorgestern wurde an der Fahr» straße über den Karolinengrund ein Weib ertappt, das die an der Straße stehenden Väumc beschädigte. Als vorgestern abends ein Arbeiter mit unbeleuchtetem ^ahr» rode durch die Unterkrainer Straße fuhr, hielt ihn ein Sicherheitsnxichmann an und führte ihn, da ihni bei der Identilätsfeststellung der Manu verdächtig vor» kam, auf die Sicherheitswachtstube an der Karlstädler Straße. Hier stellte es sich heraus, daß der Augcha!» tenc einen falschen Namen angegeben hatte. Da der Radfahrer einen geladenen Revolver mittrug, aber kei-ucn Waffenpaß halte, wnrde ihm die Waffe samt einer Anzahl von Patronen abgenommen. " Pfunden.) Eine leere Pompadourtaschc, ein neues seidenes .Kopftuch und ein Handtäschchen, mit Geld. * sVerloren.j Eine Sokoluniform, ein Granaten» armband, zwei Geldtäschchen mit 14 X, bezw. 2 X 60 1,, zwei Vlechschnsseln und ein goldener Ring. — ^Nachtdienst in den Laibachcr Apotheken.) In der kommenden Woche halten folgende Apotheken Nacht» dienst: Nohincc, Römerstraße- Levstek, Nesselstraßc-v. Trnküezy, Rathausplatz. Theater, Kunst und Literatur. — Dustav Mahler s-1 Am 18. d. M. nach 11 Uhr nachts ist in einem Wiener Sanatorium der ehemalige Direktor des Hofopcrntheatcrs Gustav Mahler im 51. Lebensjahre gestorben. Zu Kautsch in Vöhmcn gc-boren, halte Gustav Mahler in den Neunzigerjahren seine Dirigcnteutätigkcit an Provinzbühncn, darunter auch an der m Laibach, begonnen, woranf er als Kapellmeister an der deutscheil Oper iu Prag, am Stadt, theater in Leipzig, an der Oper in Budapest, am Stadt« theater in Hamburg und endlich am Hofopcrntheatcr in Wien wirkte. — Seine Majestät der Kaiser hat den nuumehr verewigten Künstler durch die Verleihung des Oroens der Eisernen Krone dritter Klasse ausge» zeichnet. — ii i kortußg,! aed Lrg,8>Iivil, 15 —60; Sloueuisch 15 —'60. — Popper Lynleus Josef. Der Ma» schiuen- und Vogelstug. 15 3 60, — Pünd Dr. Otto, Algebra mit Einschluß der elementaren Zahlentheoric, Sammlung Schu» berth V!.. 15 5 28. — Pütz Dr. Jug. Otto, Die Begutachtung uud Wertschätzung von Vergwerlsunternehmungen mit besonderer Berücksichtigung der oberschlesischen Steiiitohlengruneu, X 4-80. — Quesne van G o g h E. H. du, Persönliche Erinnerungen au Vincent uau Gogh. 15 3 60. — Rau Heribert. Mozart. 2 Bände, 15 9 60. — Rebajoli Dr. Gino, Vademekum der italienischen Sprache, geb. 15 3 —. — RebholzF., Der Haus« garten, kurze Anleitung zur Anlage, Einrichtung und Unter» Haltung desselben, 15 1 44. — N e i f f e r s ch e i d Prof. Dr. Karl. Die Röntgentherapie in der Gynäkologie, 15 4 80. — Nei« nigger Dr. Robert. Philosophie Erkcnnens, ein Veitrag zur Geschichte und Fortbildung des Erlenntnisproblems. 15 16 80. — Reiß Dr. Carl, Die Naturheilmethode bei Magen» und Darmtrankheiten. 15 120. — Reiß Dr. Carl, Die Natur. Heilmethode bei Nieren» und Blasenleiden, 15 120. — Reth-wisch, Jahresberichte über das höhere Schulwesen, XXIV. Jahrg.. 15 18—. Vorrätig in der Buch», Kunst» und Musikalienhandlung Jg. v. Kleinmayr H Fed. Vamberg in Laibach, Kongreßplatz 2. Angekommene Fremde. Hotel «Elefant". Am 18. Mai. Wilhelm, l. u. k. Oberster Marineing.; Laurin, l. u. l. Linienschiffsleutnant; Krätschwill. l. u. l. Ober. leutuant, Pola. — Prndaul, Beamter, s. Gemahl.. Trieft. — Flerin, Gerichtsvorstehersgattn, Seisenberg. — Mral, Haus-besitzersaattin. s. Tochter. Frohnleiten. — Flesch, Ebersberg, Ing.; Handossky, Müller, Denes. Fuchs, Perlmann, Herzog. Probst, Rsde.. Wien. — Mogan, Rsd., Vacz (Uugaru). -^ Neidhardt. Rsd., Karlsbad. — Porges. Rsd., Graz. — Sommer, Rsd., Berlin. — Schinlel, Kfm.. Haida. — Walzer, Kfm., Linz. - Benningcr. Kfm., Salzburg. — Bermaun, Kfm., Mainz. — Borosch, Kfm., Prag. — Pohlmann, Kfm.. Preß« bürg. — Swatosch, Kfm.', Sok, Prw., s. Tochter. Marburg. — Sabric, Priv., f. Familie, Fiume. — Hünigmaun. Fleifch« Hauer, s. Bruder. Gottschec. — Dr. Faidutti, Görz. — Bradatsch, Verwalter. Villach. — Amtmann, Praktikant, Klagenfurt. — Flautschach, Allordant, Neudegg. mcrol ernsten Pf Umxcnffclt I M. UA^ aus Kokosnüssen..^ vlVöo) 4-3 \Q^rmvaßok § China-Wein mit Eisen * ^ HyclaiiMb« AnMUtlunc Wtto 1006: ^ M Staatepreis und Ehrtflrffttom zur goldenin Medaille. St Ä —. &. 2 B 4PptWMuregendei, nerren- *5 5 m rtljfeföita und blutrerbes- *t * ¦ fundta Mittel für $ft Ä ^^B_ Rekonvaleszenten :----- Üft # ^^^^^ «aw wi und Blutarme ^ 6 jPPWm von fcPatÜohen Autoritäten #f ^K Hf&GSBk böBtea* empfohlen. ^ j^f ^*^j| VorzQgHoher Geschmack. 3g ^ ^Sm^ Vlelfich primihrt. fä\ ij|c %- r^ Ober 7000 Krztllobt flutaohten. ^ CX» ^______________________________________ *w» 7 J.SERRAVALLO.ti.tHtlitfmat, Trieste, jjljf (4720) 52-21 Vortreffliches Schutzmittel! § teSI Kranklieiten; 3 H;|| dem reinen ,2 IB §1 Granits eisen M »tsi^ir entspringend. (_____Bei vielen Epidemien ßlärucnd bewährt. Niederlage boi den ricrrcn Miohacl Kastner, Peter Lassnlk und A. Sarabon in Laibaoh. (1024) Italienische Küche Šelenburgova ulioa 7, gßgenübor dor Hauptpost empüeklt den P. T. Gästen don neu angokommonen = echten Brioni Wein. = Jeden Tag verschiedene Arten Fische. 0802) 12 Bavnateljstvo trgovskega bolnli- [ kega in podpornega druitva v LJub- < ljanl javlja tužno vest, da je njegov pravi èlan, gospod ' Sosip Višncir trgovski zastopnik danea ponoèi, previden a 8v. zakramenti za umirajoèe, mirno v Gospodu zaspal. Pogreb bode v soboto, dne 20. t. m. ob 5. uri popoldno iz dezeine bolniänice na poko- , pališèe k Sv. Križu. Dragega pokojnika priporoèamo v blag apomin. Ljubljana, dne 18. maja 1911. | > Vie Hireltion de» Kaufmännischen Krantcn» uul» Unterftühnngs Vereines in Laibach erstattet humit die traurige Nachricht, daß seiu wirtliches Mitglied, Herr 2o5Ä Vizncir Handelsagent heute nachts, versehen mit den heil. Sterbesalra. menten, selig im Herrn verschied. Das Leichenbegängnis findet Samstag den 20. d. M. um 5 Uhr nachmittags vom Landes» spitale au« auf den Friedhof zum Heil. Kreuz statt. Der teure Nerblicheue wird dem frommen Andenken empfohlen. I Laibach den 18. Mai 1911. (2029) .