LMllcher Nr. 252. Präiüimcrnlionssprcis : 3m läomptoii qanzj. fl. Il, yall'j. f<. 5.5»'. ssilr dic Zustellung in« Haus haU'i.s'ülr. Mit dcrPl'st ssanzj. s>. 15>, Yall'j. fl. ?.,'»<>. Freitag, 3. November InserlionSgtl'lih» bi«I0Ze,ltn: Imal00lr., zem.NNlr., 5m. i sl.! sonst Pr.^eile ,m.s,'i-.,»m.«lr., ^.»i. l(> II. ». s. w. Inscltlo»i>s!cmpcl jcteöm. U0 lr. 18«3. Äinllicher Theil. o3c. k. l. Apostolische Majestät habcn mit Aller» IMslcm Handschreiben voin 20. Oktober d. I. den Hofrath der dalmatinischen Statlhaltcrei Dr. Alois iiapcuna unter Genehmigung dcS ihm umbehaltenen Nncklriltcs in den Iustizdicnst dcS bisher bekleideten Dienstpostcnö in Gnaden zn entheben nnd den Kreis» hauptmaun in Eattaro, Hofrath Stephan Ritter uon Dojmi zum Hofrathe bei der dalmatinischen Statt« haltcrci allcrgnädigst zu ernennen geruht. Se. k. l. Apostolische Majestät habcn dem Rittmeister im Pcnsionsstandc Alexius BarcsaY uon Nag y-Varcsa die l. t. Kämmcrcrswürdc allcrgnädigst zn verleihen gcrnht. Verordnung dcs Staatsministcriuml; und des ZulliMMstcriuntS vom ^5. vktobcr 1^65, womit dic mit Allerhöchster Entschließung vom 10len Oktober 1805 angeordnete Uebernahme der Leitung und Verwaltung dcs Gcfängnißwcscnö in das Ressort des Instizministcriums angeordnet wird, wiilsmn snr Böhmen, das loiudardisch-vcnrzianischc Königlich , Dawaticn, Galizicn, Oesterreich unter llud ob der (5nnö, S^lzl'lirg, Stcirrnmrl, Kärntcn, Kram, dic Auto-wiiui, Mähre», Schlesien, Tiwl, Vmarlbcrg und das Küstt'ttland. Sc. k. k. Apostolische Majestät habcn mit Aller, höchster Entschließung vom 1l>. Oktober d. I. anznord-ncn geruht, daß die Teilung nud Verwaltung dcs Gc< fänssnißwcscns ans dem Ressort dcö SlaatsmiuislcriumS ausgeschieden und in jenes dcs Instizininistcrinms unter nachfolgenden Mudalitälen übernommen werde: 1. Daß die l'citnng nnd Verwaltung der sammt» lichcn Slrafallslaltcn in dc» ii» dcr Ilcbcrschlisl ^cliaiül« tcn Kronlündcrn ans dc>, ?llic»dcil t>cö StliaXouiiiiftc« ri»!ln<ü auszuscheiden »nt, i>, dc» aniischlicsilichcli Wii' lunaslrcis des Instizmiuistcrö zn übertrage» sci, wobei znglcich der Letztere erinächligt wird, ciucn Beamten dcS Iuslizunuistcriums als seinen Slcllvcrticlcr luit der Ober» lcituua und Aussicht über diesc sämmtlichen Strafanslal« tcn mit Einschluß der Straf« uud UnlcrsuchuugSgcfäug' uisse bei den Gerichten zu bclraucu; 2. daß die Gesammtheit jener AmlSgcschäflc und Thätigkeiten, wclchc znr Vcrwaltnug nud Bcanfsichli-^i,„g der Strafanstalten in den einzelnen Krouläudcrn liishcr den Lündcistcllcn obgelegen hatten, in den anS-schlicßlichcn Wirkungskreis der Obcistaalsanwällc, nnd ."». das; die Lolalaussicht übcr die einzelnen, bisher unter der Lcitnug der politischen Behörden gestandenen Strafanstaltcu den Staatöauwältcn jener Bezirke, in welchen sie liegen, mit dem Wirkungskreise der bishcri-gen Hauslommissärc übertragen wrrdc. Diese Allerhöchste Anordnung tiilt mit 10. November d. I. '» Wirksamkeit. Graf Bclcrcdi in. s». Ritter v. Komcrö m. i>. Verordnung dcs staats- undIustiMnistmums vom 28.MAmI8<>5 über die dcu Anstalten, wclchc Kreditgeschäfte betreiben, znlommcndcn Anönahmc» von den allgemeinen Justiz» gesehen ; wlrlsam süv alle Xöni^rnchc und Länder mit Ausnahme der Vlönigrrichc Ungnrn, >Uoc!licn und Slavonien und des HroMrstc,uhmn< Siedcnbürnei,. Ans Gruud der vou Er. l. k. Apostolische» Ma< jeM unl der Allerhöchste,, Entschließung vom 27. Ollobcr l"" "'".,"'"' ^mächligni.ss wird nach Maßgabe dcS zwettcn AMkclö dcS üuseilichcn Patentes uom W. Sep-tenlber l^l.l) ocrorduct, wie folgt: Art. 1. Die in Gcmäßhcit der bcstchcnden Gesetze crr.chlcten nnd der Aufsicht der Staatsverwaltung nnlcr» sehenden Anstalttu, welche uach ihren stalnt'arischen .^wcckeu ssredttgeschäste betreiben, gcnicßen die in den nnchsolgmdcu Artikeln bezeichneten Begünstigungen Att. u. Den Büchern dieser Anstalten'wird, inso-fcruc dieselben nach Porschrift dcs ersten Bnchcs uicrtcn Tltcls dcs Handclsgcsttzbuchcs geführt sind, zur Nach. Weisung ihrcr Forderungen aus slalutcumäßigeu Geschäften das den HaudelSbüchern in Handelssachen nutcr Kauflcutclt cingermimtc Maß dcr "Beweiskraft zngc-siandm. Art. 111. Dieselben sind berechtigt, zur Hcrcmbrm. gung ihrcr durch statutenmäßige Geschäfte entstandenen Forderungen ans den ihnen dafür bestellten FaustpM. dern nach ihrcr Wahl sich cutwcdcr dcs un Art. >.w oder dcs im Art. .'N1 dcs Handelsgesetzbuches vorge« zeichneten Verfahrens zu bedienen, gleichviel ob dic For« dcrungcn Kanflcntcn gcgcnnbcr aus Handelsgeschäften hervorgegangen sind und ob eine schriftliche Vcrcmba, rung übcr dic Bestellung des Fauiipfaudcö nnd über das , Verfahren stattgefunden' hat oder nicht- ^ Der nach Art. 310 des nandelögesetzbuches erwirkte öffentliche Verkauf des Faustpfandes erfolgt nach An. wcisnng dcs § 47 des EinfühnmgögcsctzcS zum Han» delsgcsctzbuchc. Dicscn Austaltcn wird außerdem ruchichtllch ihrer Forderungen dic Ausübung dcs Rctcntionsrcchtcs an beweglichen Sachen nnd Wcrthpapicrcn ihres Schuldners, in deren Innchabnug sic durch cin nach den Statntcn zulässiges Geschäft gelaugt sind, nach den Bcliimmnngcu der Art. 313 bis 310'des .^midclsgcsctzbnchcs cingc» rämut, sclbst wenn dcr Schnlducr kcin Kanfmanu ist nnd dic Forderungen nicht ans Handelsgeschäften cnt-standen sind. Früher erworbene Rechte dritter Personen auf Werth« papicrc und andere bewegliche Sachen, wclchc von nncr der vorgenannten Anstalten anf Grund eines nach dcn Statnttn znlässigcn Geschäftes als cin Vermögen ihrcr Schnldncr übcrnonuncn worden sind, gchcn dcn Ansprü° chcn dcr Anllalt in dicsein Falle nur dann vor. wenn jene frühern Rcchtc dcr Ansialt schon bei dcr Ucbcrgnbc bekannt oder doch deutlich crlcunbar lvürcu. Art. IV. Denjenigen, nnlcr den im Art. 1. erwähn» ten Anstalten, zn deren Gchhüftsbctricbc iiwbcsondcre dic Gewährung von Hypothekardarlehen oder dic Erwcv bung llud Veräußerung nnbcwcglichcr Güter gehört, worden zur Eiubriuguug ihrer vcrfallcucn Hypothekar» fordcrnngcn folgende Vorrechte verlieben: a. Auf Gllllid dcr lcalUliistcu ^)li>;innlsch»ldnrlllnbc ,!>id cilicS n^lichllich vdcr »ollnicll l'calnüliinlcit AiiO^i^cs ailö il),rn Buchcll, sc,i,n dic Anstalt ohnc iiciilisicht auf dic Zcit, scit lvclchcr dic Fordcriüia cnwcllcibt ist, die Erlassnng des Zcchlunasanflra« gcS begehren. Hicbci ist uach dcu Bcroldnnngcn vom 21. Mai 1855 nnd 12. Juli I8i)l) (R.' G. Bl. Nr. !15 und 130) zu verfahren; jedoch ist die Frist zur Zahluug und zu deu Eiuwcnsnngrn ohne Rücksicht auf dcn Aufculhnlt des Schnlducrs auf vicrzchu Tage zn bestimmen. Auch steht dcr Erlag einer Dccknug im Sinne dcs §. 7 dcr letzteren Bcrord-nnng dcr Bewilligung nnd Vollziehung dcr Pfau» duug oder Sequestration dcs hypothczirten Gutes nicht im Wege. d. Ist die Hypolhclarfordcrnng der Anstalt rechts« kräftig zugesprochen, so kann diese dic einzelnen oder die gcsnmmlcu Erträgnisse des scqncslrirtcn Gntcs mittelst öffcutlichcr Vclslcigcrnng nnch verpachten lassen. Sie hat zu diesem Pchnfc die Li» zitationsbedingnissc vorzuichlagen nnd dcm Gerichte liegt es ob, dieselben ohne Einvernehmung dcs Gegners zu piüfcn und, falls sie uubedcnllich er-scheinen, zu gcuchinigcu. Bei Veranlassung dcr Versteigerung hat das Gericht auch zn bestimmen, ml wen, nach Bcrich-tigung der Vorzugspoittn, namcutlich dcr Steuern uud öffeulllchcu Abgaben, dann dcr Zinsen der vor« angehenden Tabularsätzc und der Hypothclarfordc. rung dcr Anstalt, dcr ctwa verbleibende Pacht» schilling abzuführen sei. c. Will die Anstalt znr exekutiven Veräußerung deS hypothrzirten Gulcs schreiten, so bedarf cS cincr vorgäugigcu cz'clutivcn Schätzung nicht. Als Ans< vnfsprcis ist derjenige Wcrthausatz auzuuchmcn, wclchcr uach dcu Stalutcn odcr nach dcr staatlich genehmigten Gcschäslöordnnng dcr Ermiltlnua dcr Dccknug für das gcwährtc Darlehen zu Grnndc gelegt wurdc odcr welcher nach dcr ErmittlnngS-art sich crgicbt, dic in den Statuten insbesondere zur Feststellung des AuSruföprciscö für dcn Fall der Versteigerung bestimmt wurdc. >!. j.. Am 1. November 1865) wurdc in dcr l. k. Hof-nnb Staalödrnckcrei in Wien das XXX. Etiick dcs NcichsacfctzblallcS allsgcgcbcn und versendet. Dassl'llic enthält unlcr N,'. l(18 das Gcsctz uoin 2. Oktober l805, über die Ncliührcnfrcic Benützung der l. f. Postcuistall (Porto-frcihcit), — gillig fnv d°S ganze Reich; Nr. 109 dic Verordnung dcs Staalöministerinms nnd des InstizministcrittMS vom 25. Oktober 1805 womit dic mit Allerhöchster Entschließung vom 16. Oktober 1805 angeordnete Uebernahme dcr Lcitung uud Verwaltung dcs Gcfängnißwcsens in das Ressort dcS Iustizministcrinmö kundgemacht wird, — wirksam für Böhmen, daS lombardisch, venctilluischc Königreich, Dalmaticn , Galizien, Oesterreich unter uud ob dcr Euns, Salzburgs Steiermark, Kärnlcn, Kram, die Bnkowina, Mäl/. rcn, Schlesien, Tirol, Vorarlberg und dns Kü-stculand; Nr. 110 die Verordnung dcs Slants, und Justizministeriums vom 2^. Oktober 1805 übcr dic dcn Anstalten, welche Kreditgeschäfte betreiben, zukommenden Ausnahmen von dcn allgcmciucu IustiMsctzcn, — wirksam für alle Königreiche und Länder mit Ausnahme dcr Königrcichc Ungarn, Kroatien nnd Slavonien uud dcS Großfürstcnlhnms Siebenbliracu. Vom k. l. Redaktion«-Bureau bcS Reichsgesetzblattcö,, Rlchllllnlsicher Theil. itaibach, 3. November. Zwci Angelegenheiten von Bedeutung sind es, welche die deutschen Regierungen dcrzcit beschäftigen: Dic Noten der Vormächte uud Schleswig. Holstein. AuS Stuttgart wird gemeldet, die wurltcmbcrgischc Nc-giciuug habc sich in ihrer Antwort an die Großmächte zn Gnnstcu dcr Stadt Frankfurt ausgesprochen. Sachsens Antwort verwies auf dcn Bnndcsweg und bemerkt?, dieser wäre von vornherein der normale, gewesen. Man kann mit Gewißheit voraussetzen, daß BnicrnS Erwiderung ähnlich lauten wird. Dcr Antrag von Äaicrn, Sachsen uud Darmstadt betreffs der Einberufung dcr holsteinischen Sliwbc sollte, wic bestimmt verlautet, in dcr VundcStugSsitzuna. vom 2. November eingebracht wer, dcn. Bezüglich dcS letzteren Antrages dürste — dcr „Vorsladt'Zritung" zufolgt — Oesterreichs Aulrc-.g dahin lachen, gemeinsam mit Picußcn daö cvcnlucll zu stcllrnde ,Buudcscrsnchcn sofort in dcm Sinne zu beantworten, daß mau dicsem Ersuchen nicht zu enlsprcchcu vermöge, daß dcn holsteinischen Stünden wcdcr jctzl noch spälcr 1008 in Bczng auf die Lösung der staatsrechtlichen Frage eine maßgebende Entscheidung zugestanden werden könne nnd daß die nothwendige Vorbedingung jeder Lösung die Verständigung zwischen Oesterreich und Preußen sei. Eine überwiegende Majorität soll, der „Köln. Z." zufolge, der von den Vormächten demnächst beim Bunde einzubringende Antrag zn gewärtigen haben, durch wel-chen die Versammlungen des Nationalvcrcins für die Zukunft verboten sein sollen. Ob die Fassung schon festgestellt, darüber verlautet jedoch bisher noch nichts. In der Antwortnote Frankreichs auf die Depesche Scwards gegen die Verlängerung der französischen Okkupation in Mexiko und insbesondere gegen die Nach» scndnng von Verstärkungen wird, wie verlautet, dem Ansinnen der Washingtoner Negierung Rechnung gctra« gen, und steht demnach die Abberufung des Ollupa-tionökorpö bald bevor. Damit im Zusammenhange soll anch dic demnächst bevorstehende Rückkehr Bazaine'S nach Frankreich stehen. — Obwohl der Aufstand in Algier einen eigentlich gefährlichen Charakter nicht haben foll, wie Glauben zu machcu versucht wird, so scheint man doch über die dortigen Vorgänge nicht sonderlich erbaut uud spricht offen die Ueberzeugung anS, daß eS in Algier an „Geld und Menschen" fehle; auffallend erscheint es zum Mindesten, das; die offizielle Presse den Gegenstand mit einer gewissen Heimlichkeit behandelt, was sicher daranf hindeutet, daß die algerischen Zustände in Paris nach und nach unangenehm zu werden beginnen. ! Wie das „N. Frdbl." schreibt, dcntcn sehr zuverlässige römische und Pariser Mitthcilnngcn dahin, daß der in Rom eingetretene Umschwung immer bcdcut-samcr hervortritt nnd daß dic Verständigung zwischen Frankreich, Italien und dem vatikanischen Cabinet iu j Betreff des finanziellen Theiles der Scutcmbcr-Konucu-tion als bereits erreicht betrachtet werden kann. Noch mehr: über die Modalitäten der Ucbcrtragung des von Italien zu übernehmenden Antheils dcr päpstlichen Staatsschuld wcrdc schon im Augenblicke nicht blos zwischen Frankreich und Italien, soudcrn auch zwischen Florenz und Rom direkt verhandelt. Das vatikanische Kabinct stellt allerdings, wie man hört, Vcdinguugcu, die den Ausgleich schr erschweren, aber wie dem auch sei — Papst Pins lX. nnd sciu Staatssekretär Antonclli haben definitiv eine Bahn betreten, die dazn führen mnß, die römifchc Frage im Sinne des KaifcrS dcr Franzosen zu erledigen. Waö Mcrodc's Rücktritt anbelangt, so soll denselben der Umstand veranlaßt haben, daß dcr gewesene römische Kriegsminister der französischen Garnison tcinc Einladung zur Leichenfeier Lamoriciiirc's hat zugclicu lassen; die darüber erhobenen Reklamationen seitens dcr französischen Offiziere sollen beim Papste Geh öl' gefunden und das Scheiden Mcrodc's veranlaßt haben. Rom fchcint cs sonach mit Frankreich in keiner Weise verderben zu wollen. VemM PllllMmme und mehr Mlrioli5iml5. iiaibach, 2. Klovrnibcr. ^. Es gab kaum ein Zeitalter, welches mit Provisorien so reichlich bedacht gewesen wäre, wie das jetzige. In dcr That ist in Enropa kaum cin ^taat ;u finden, dcr nicht seinen wnndcn, provisorischen Zustand hättc. Fassen wir insbesondere nnscr cigcncs großes Vaterland ins Angc, so bcgcgnen wir leider ebenfalls manchen provisorischen Zuständen nnd cs läßt s'ch nicht längncn, daß daraus bci längerer Dauer für dic Wohl- fahrt des Reiches nur nachthciligcn Folgen entspringen könnten. Es wäre ohne Zweifel gewagt, zu bchauptcu, daß die provisorischen Zustände Schuld tragen au den schlechten Zeiten, über die man so häufig klagen hört, allein so viel scheint jedenfalls gewiß, das; dieselben nichts dazu beitragen können, den Handcl zu bclcbcn, den Unternehmungsgeist zu wecken, neue Industriczwcigc zn schaffen nnd den Kredit zn heben. Demi die großcu Vcrfassungsfragcn, welche jetzt definitiv gelöst werden sollcn, absorvircn fast die ganze öffentliche Thätigkeit uud drängen alle mchr oder minder wichtigen volks-wirthschaftlichcn Fragen in dcn Hintergrund. Die Zerfahrenheit in dcn Anschammgcn, dic tagtäglich mchr hervortritt, gewährt nicht dic beruhigende Anssicht ans jcnc Stabilität dcr Verhältnisse, die eine nothwendige Vor-bcdiugnng für das Gedeihen der voltswirthschaftlichcn Interessen ist. Icdcr wahre Vatcrlandsfrcund muß demnach die Ucbcrzcuguug von dcr Nothwendigkeit gewinnen, daß dcn provisorischen Znständcn, die an unseren: Marke zehren, cin Ziel gesetzt wcrdc und daß dcr angestrebte dcsinitivc Vcrfassnngsbau untcr Wahrnng dcr Machtstcllung dcs Reiches recht bald zn Staude komme. Von dicscr Ucbcrzcugung schcincn jcdoch jcuc unbc-rnfcncn Parteiführer noch nicht dnrchdrnngcn zn sein, die tagtäglich mit ncucn Verfassnngsprogrammcn uud dariu mit ganz absonderlichen Wünschen lind Forderungen hervortrete,: nnd dic, nm das staatsrechtliche Ehaos ja rccht vollständig zu machcn, sogar das gar nicht in Zwcifcl Gcstclltc ebenfalls umstürzen wollen. Dicsc mchr odcr wcnigcr bodenlosen Bestrebungen sind kaum geeignet, dcn so nothwendigen definitiven Vcr-fassnugsban fördern zn helfen lind müssen um so mchr bcdaucrt wcrdcn, als sic den Wünschen dcr Vollsstämmc sclbst, in dcrcn Namcn sic vcrfochlcn wcrdcn, ganz und gar fcrnc liegen. Wir vcrmisscn darin auch jcncn Patriotismus', der es verschmäht, die Wohlfahrt dcs Ganzen dcn chimärischen Soudcrintcrcsscn zu opfcru uud dcr gcradc in dcr Ictztzcit am allcrnothwcndigstcn wäre, um das Gcliugcu dcs großen Wcrtcs zn sichern. Manche Programm-Männcr gcbchrdcn sich kanm anders, als w«m dic „gcmcinsamcn Angclcgcnhcilcn" dcs ganzen Rcichcs, dic doch auch ihre vollgiltigc ^lcchtskontinnität habcn, dcr Gcgcnstand cincr cillgcmcincn Niinucndo Vcr-stcigcrung gcwordcu wären. Dabci tritt nns ans dcn meisten Ausgleichs- odcr Vcrfassuugs-Programmcu nnßcr cincr vorherrschenden Unkenntnis; allcr Verhältnisse cinc solche Verwirrung dcr Begriffe cntgcgcil, daß man glauben könnte, die cigcntlichcn Begriffe von Zcntrali-sat ion und F ö deralio m nö seien uns schon gänzlich abhanden gekommen, dcnn Biclc, die sich Zcntralistrn odcr Föderalisten ncnncn, vcrbindcn mit jcucn Bcgriffcn, jc nach i'lMl subjcktivcn konfnscn Ansichten, nur mchr odcr wcnigcr zcntralistischc odcr föderalistische Tcndcnzcn, so daß dcr lctztc Zcntralist nnd dcr zahinftc Föderalist — ftls offenbare Gcsinnungsgcnosfcn -- sich ganz gc-müthlich und fricdlich dic Händc rcichcu könnten. Davon übrigens, das; ncbstbci dic Zcntralisation nls Vcrfassnngs^ systcnl, mit dcr administrativen Zcntralisation, dic dcn Wirtnngskrcis dcr nntcrcn Organe alls das tlcinstc Mas; beschränkt und dadurch cinc Quelle dcr odiosen Viclschrcibcrci wud, dic jcdoch mit dcr zcntralisirtcn Vcr-fassnng dnrchausVu kcincr Wcchsclbc;ichnng stcht, viclr scitig konfundirt wird, wollen wir ganz abschcn, dcun wir können nnö leicht dentcu, daß dcr nnwidcrstchlichc Drang, die Wclt rccht bald mit cincm Ausgleichs- odcr Vcrfassungs-Programmc zn beglücken, nicht dic nöthige Zeit znr klaren Sonderling dcr Bcgriffc gönncn mag. Das programmmüde Oesterreich frägt indcsscn nicht mchr nach ucncn Progranlincn; cs hascht nur nach jcdcm Funken von Patriotiömlls, dcr in dcn wcitcu Gancn dcs Rcichcs aufblitzt für scin Gcsanilntwohl nud für cincn scinc Grüßc und Macht nicht vcrtummcrnocn cud-giltigcn Vcrfassnngsbau. ES will und fordert wcnigcr Programme und mchr Patriv' t i s in il s. Oesterreich. O Klagenfurt, 29. Oktober. (Orig.-Korr.) Dcr 20. Oktober ist auch hier gefeiert worden, aber so still, daß man erst durch die Zeitungen darüber hörte. In dcr ^itavnica hielt Herr A. Einspiclcr einen Vortrag über Oltoberdiplom nnd Septembermanifest, worauf verschiedene Toaste ausgebracht wurden. Die Stim-mung dcs hiesigen Publikums ist dcn Soudcrbcsttc-bungcn nicht günstig und urtheilt darüber sehr strenge. Der Landtag wird in dcr staatsrechtlichen Frage sich nur von liberal-österreichischen Prinzipien leiten lassen. Die wichtigste Angelegenheit für unfcr Land wird in dcr nächsten Session des Landtages endlich znm Austrag gebracht wcrdcn. Es ist das die Irrenhaus-frage. Bekanntlich hat Kürntcn cin Drittel dcr Wohl-thätigkcitslottcric znm Ban dicscr Wohlthätigkcitsanstalt erhalten. Dcr Fürstbischof hat das alte Residenzschloß der Bischöfe von Gurk auf 50 Jahre gegen cinc« mäßigen Pachlschi'lling angeboten, um daselbst die Irren« anstatt unterzubringen. Da sich aber das Schluß ziem« lich baufällig gezeigt hat, so fragt cö sich noch, ob der Landtag auf das Anerbieten eingehen wird. Mittlerweile ist dcr LandcScmsschuß bemüht, die noch nöthigen Gcldcr zu beschaffen und hat dcr Budcnlr:ditanslalt in Wien verschiedene Objekte dcr Landschaft als Pfänder für cin größeres Darlehen angeboten. Diese energische Inangriffnahme läßt hoffen, daß daS Projekt endlich rcalisirt wird lind Kärntcn cinc Anstalt erhält, die der Humanilät entspricht, was von dem licacilwärtigcn Irrenhause durchaus nicht bchaliplct wcrdcn kann. Die Konzcssionirnna dcr Rndolfslicchn, für welche die dctllilirtcn Projekte bereits fertig vorliegen, dürste auch noch im Laufe dieses sichres crfolgcu uud damit cin sehnlicher Wunsch unserer ^lidnslricllc» cisnllt wcrdcn. Es ist begreiflich, daß in einigen Gegenden, dic abscit von dcr ftrojcltirlcn Trace liegen, das Verlangen lant wird, die Bahn möchte cinc ihnen Vortheil brin-sscndc Richtung erhallen. So haben die Gcmcindcn n°n Weidhofen an dcr Wbs, Wcycr ,md Aschbach cin Projekt uornclcyt, in welchem daracthan wird cs sci vorthcilhafler, die Nndolfsdahn del Aschlwch'in die Wcstbahn münden zn lassen. Da dic Aufgabe der Rndolfsbcchn darin bcstcht, die liirzcslc lind wo möglich sclbsisländigc Verbindung zwischen dcr Franz > Josef-Bahn nnd dcr Adria herzustellen, so erscheint dns Asch« bachcr Projekt, abgesehen von dcn technischen Orilnden, schon ans Rücksichten dcs großen Verkehrs, insbesondere abcr aus Gründen dcr Strategie, welche cinc Verbindung vou Stcycr »nd Enns miitt'lst cincr Bahn cr-fordern, nicht zweckmäßig nnd wird nichl brachtet wcrdcn. Eine belgische Indnstricgcscllschaft unlcrhandclt soeben mit mehreren nnscrcr Glwcrlöbcsitzcr wcgcil An-lanf dcr Eisenwerke Hcft, Präuali und Lolling, nm daselbst, trotz dcr Ungunst dcr Verhältnisse, die Bereitung von Bcsscmcrrohciscn im Großen zu betreiben. Man hofft, daß dirs für unsere Eisenindustrie fol^cnwichligc Projekt zn Stande komme, obwohl die Verkäufer Bedingungen stellen, welche für sie ungcmcin günstig find Briefe aus Karnten. in. I.. .1. Wenn man weiß, wo cin Gcgcnstand sich befindet, so ist derselbe nicht verloren — sagte jener weise Koch, dcr seines Herrn silberne Theekanne hatte ins Meer fallen lasfcn. 'Da cS mir nun unbekannt ist, wohin mein zweiter „Brief aus Kärnten" gekommen ist — ich weiß nur, daß er in diesen Blättern nicht er« schien — so muß er wohl verloren gegangen sciu. Viel» leicht hat ihn Jemand gefunden, dcr sich von dcn darin niedergelegten „EidaM" und anderen Witzen berühmter Art nicht trennen kann und dicfelbcn in „gewählten" Kreisen als eigenes Fabrikat zum Besten gibt. Ich kenne derlei Strauchrittcr. Mein cin schwacher Trost wäre das für dcn Verfasser; den Freunden des Feuil« lctons hingegen wird dcr Verlust nicht wieder ersetzt, wenn ich anch in strenger Anwendung dcs Legitiinitüts« Prinzips diesen Brief mit III. bezeichne und mich somit ganz auf dcn Standpunkt Napoleons III. stelle, dcr da auch meint, Napoleon II. sei uicht verloren gewesen, wenn er auch Frankreich nicht beherrscht habe. Nun wiUch, nach dcr Logik dcs Koch hat man ja m Frank-"'ch gewußt, wo sich Napoleon II. befand. Auf Eins l'.°Nc ich noch. daß sich nämlich eine gewandte I^ün-li, W'dct, welche das tragische Ercigniß dramaüsirt; an emcr dramatischen „Schuld" fehlt eS ja nicht. Dcr Schwerpunkt wäre auf deu fcuilletouistischeu SchmerzcnS-schrei ubcr Unterdrückung zu legen — waS fchr zeit. gcnmß wäre. Aber eS ist doch schade, daß dcr Brief verloren gegangen ist; ich hatte darin die wundervollen Herbst tage geschildert, die wir hier genossen; ich hatte über, die Reize KärntcnS berichtet, die dieses schöne Gcbirgs. land, besonders in dcn Hcrbstmoncitcn, cnlfaltct; ich hatte die Licht« und Farbc'ntönc beschrieben, welche dic Karawankcnkcite hier bciin Oonncnmitcrssange trägt; ich hatte eiu Landschaftsbild entworfen, so bunt und ^ prächtig, so farbenreich, wie cs mir lncin Freund Anton ^ Kariuncr zu malen versteht — das ist nun alles vcr- ! gebeuS gewesen. Zwar gibt cs auch jetzt noch herrliche ^ Tage, cS ist als" ob die Natnr dic schöne Zeit nicht, vergessen könnte, allein ihr Gewand ist schon zn schr zerfetzt, das Grün ist hin und dcr Wind spielt >mt dcn gefallenen Blättern. Man benutzt uoch die sonnigen Stunden, um Ausflüge in die nächste Umgcbnng zu machen, abcr die Villeggiatur ist zn Ende, die zahl. reichen Villen und Schlösser stehen leer, die meistm Sommergäste sind in die Stadt gezogen. Emigc nur können sich nicht trennen von dcn ihnen llcbgcwordcncn Landsitzen, sie ziehen cö sogar vor, bci geheizten Ocfcn den Landaufenthalt länger auszudehnen, nnd crsl wenn daS Weiß, das jetzt nur die hüchstcn Grate dcr Alvcn schmückt, in die Thäler herabstcigt, werden sie zur Stndt flüchten. Mittlerweile werden iu dcr Stadt die umfasjeud-sten Vorkehrungen getroffen, um dcn Gast im weißen Hermelin, den' Winter, zu empfangen. Zwei Gesell« schaften. das cM und das ncnc Kasino, rüsten sich zur Winterkampagnc nnd jcdeö derselben bestrebt sich, die wirksamsten Mittel gegen die Freundin des Winters, gegen die Langeweile zu bieten, und zwar um so mchr, als dic eigene Existenz davon abhängt. DaS neue Kasino hat schöne frcnndlichc Lolalilätcn, cincn prächtigen Saal :c., schon in' dicscr Beziehnng mußte das alte Kasino die Rivalität bekämpfen; es erweiterte und vcr-schöncrlc scinc Lokale, nahm auch einen Restaurateur anf nnd suchte so dcn Konkurrenten zu schlagen. DaS neue Kasino wnrdc am 4. Ollobcr mit cincm Ballc eröffnet, dcr wcnigcr bcsncht war, als man erwartet hatte. DaS alte Kasino wird dic Saison mit den, Katharmcndall eröffnen, dcr rccht glänzend werden soll. Das ncnc Kasino hat Damcnabcndc eingerichtet; SamS» was versammelt sich nämlich iu dem Damcnsalon das schöne Geschlecht, nm bcim Thcc zn planderu nnd dann mit den sich cinstellcndcn Herren nach dem Pianoforte zu tanzen. Diese Damcnabcndc habcn ihre großen Reize und dürften dem neuen Kasino besonders viel Mitglieder zuführen. Dcr im allen Kasino herrschende Zopf gestaltet dcrlci Amüsements nichl; das freiere Beisammensein ist bci dcr waltenden stcifcn Haltung dcr Gesellschaft nicht möglich. Trotzdem dürfte sich das neue Kasino schwerlich halten; die Kosten sind zu groß und die Zahl dcr Mitglieder doch noch zu gering, nm dicsc Koslcn aufzubringen. Pon unserer Liedertafel hört man wcnig, fic hat bei Wcitcm die Sympathien nichi, wie sic dcr Männer-chor dcr philharmonischen Gesellschaft gcnicßt. DaS kommt abcr dahcr, wcil iu ihr dcr Kastengeist zu Hanse ist, dcr cin wirklich gemüthliches Vcrcinslcbcn uicht auf-kommen läßt. Man kommt znr Probe zusammcu und nach derselben zerstiebt die Gesellschaft in alle Winde. Viele, einst schr thätige Mitglieder, sind deshalb ausgetreten und es bedürfte nur ciucr kräftigen Initiative, 1009 und von den Käufern ill dem Maße schwerlich lltzcptirt werden dürften. Der Kommandant der hiesigen Feuerwehr war im Sommer dicfcS Jahre«, thcilwcisc auf Kosten der Kommune, nach Leipzig zum sechsten Feucrwchrtag ge-reist, nm die nenestcn Erfindungen in den Feucrlösch» gerathen und die neuesten Einrichtungen der deutschen Fcnerwchren kennen zu lernen und sie dann bei der hiesigen Feuerwehr einzufahren. In der letzten Gemeinde» rathssitzung lam nun sein Bericht zum Bortrag und wurde mit Befriedigung vernommen. Der Gemeinde-rath wird sich die vollständige Ausrüstung der Feuerwehr zur Aufgabe machen und in diesen Tagen eine Aufforderung an die Bürger zum Beitritt erlassen. Wie groß der Geldmangel ist, bewies der in der abgelaufenen Woche abgehaltene Ursulamarlt. Es waren sehr viel Verläufer erschienen, aber sehr wenig Käufer, und daS viele sehr schöne Horuvich, so wie die meisten Pferde mußten wieder von den Verkäufern mit nach Hause genommen werden. Der Wörthersce-Dampfer ist nun wieder hergestellt und wird dieser Tage seine regelmäßigen Fahrten wie« der beginnen. Leider ist die beste Zeit für ihn schon vorbei, denn Vergnügungsfahrten an die herrlichen Ufer des See's werden nicht mehr gemacht und im rcgcl-mäßigen PerfoucntranSftort ist die Eisenbahn eine zu mächtige Rivalin. Wien, 30. Oktober. Die „Wiener Zeitung" vom 5l!. Oktober begleitet das in ihrem amtlichen Theile erschienene Gesetz vom 28. Oktober im nichtamtlichen Theile mit folgender Erörterung: Es wird allgcmci» anerkannt, daß die Auwendnng einiger Bestimmungen der bestehenden allgemeinen Gc< setze anf die Anstalten. welche Kreditgeschäfte betreiben, wesentliche Bedingungen einer ungestörten Vclricbskraft derselben verletzen und die Steuerlast dieser Austaltcu gcgcuübcr der bestehenden Besteuerung dcs gewöhnlichen bürgerlichen VcrkchrölcbcnS vcruiclfälligcn würde. UcbrigenS erscheint die Ausnahme der besagten Institute von den einschlägigen allgemeinen Gesetzen auch unbedenklich, weil diese Anstalten unter staatlicher Auf. sicht stchcn u„d wcil sich die Thätiglcit uud die Gc« bahrung dcrsclbcu der Ocfscullichlcit nicht entziehen kann. Desgleichen wird zugegeben werden, daß es un< zweckmäßig wäre, die Gewährung der den gedachten Anstalten uölhigcu Gcsctzcsansnahmcu in jedem einzel» neu Falle von ciucm besonderen Gesetze abhängig zu lassen. Seit dem im Rcichsgcsctzblattc Nr. 55) luudgc« umchtcn Gesetze vom 10. Inli d. I. ist die Ncaiernng wohl in der Lage, dcu bcstchcudcil oder den eiüstchc»-dcu Krcditmslitlitcn dic denselben „ülhissc niinftigcrc Wo dührcl'bchandlimn anf Emschicilrl, cn,z>nm>mcl!. Dagegen fehlte cS bisher noch a» cincr gesetzliche» Gruudlagc zur unmittelbaren Gewährung jcncr AuS» uahmcn von den bestehenden allacmciucu Iustizgcsctzcu. deren dieselben zu ihrer gedeihliche,, Thäligtcit uud in ihrer wirksamen Konturrcuz mit anderen Kredit» cmstallcn, welche jene Begünstigungen vermöge ihrer Statuten schon besitzen, gleichfalls bedürfen. Diese Lücke unscrcr Legislation wurde täglich fühlbarer, ja sie häitc bei einiger Fortdauer daö Iiislcbcntrctcu mehrerer im Werden begriffener Uutcruehmuugcu gefährdet, wclchc zur Hebung des Bodcnkrcdits, zur Beförderung des Ocldicvilcmcuts, zur Unterstützung der einheimische» Produttion uud zur Vermittlung des intcruatioualcu Handels beizutragen geeignet sein werden. Die Dringlichkeit einer dicSfälligcn Abhülfe tritt! eben so gebieterisch hcrau, wenn insbesondere die Inter-, essen unserer Sparkassen — dieser allcrältcstcn, meistens von Menschenfreunden gegründeten uud um den öffcnt. lichen Wohlstand höchst verdienten Krcditiustitulc der Monarchie — erwogen werden. Da sich nämlich in neuerer Zeit aus bclauntcn Ursachen die Wege zur mühcloscu und besseren Verzm-sung des Kapitals vermehrt haben, und da anßerdcm die ucucn Kreditanstalten ihren Gcldeinlcgern m Absicht auf die Disposition mit ihren Einlagen Erleichterungen und Vortheile gewähren, wclchc die Sparkassen — m-solange sie vermöge ihrer jetzigen veralteten Einrichluug ihre Hypothekarfordcrungcn nicht in mobile Werthe kon-ucrtircn — ihrem Publikum nicht einräumen können, nehmen die dcu Sparkassen chcmalS sehr rclchllch zugc-flosscncn Gelder im Allgemeinen so ab, daß, wenn die Abhülfe nicht rafch käme, — die Betricbskraft der Sparkassen allmälig erlahmen würde. Von der eine längere Vorbereitung erheischenden Revision des unhaltbaren Regulativs abscheud, halten wir es daher für das zunächst dringende Bedürfniß der Sparkassen, daß auch sie in Betreff der gesetzlichen Be-schränlungcn dcs ZiuSfußcö und der sonst bei Darlehen bedungenen Lcistuugcu, wie auch bei Rcalisirnng ihrer Forderungen in jene begünstigte Stellung gebracht wer-dcn, in welcher sich dic übrigen Krcditinstitutc bereits befinden. Die angeführten öffentlichen Rücksichten sind es, wclchc dic „Üuaufschicblichkcit" einer Abhülfe bezüglich der judizicllcn Begünstigungen aller Krcditinstitulc er-tcnucu lassm nnd dic Regierung bewogen habcn, dic heute erscheinende Verordnung auf Grund dcS 2. Ar-! tikclö dcs tais. Patentes vom 20. September d. I. hiu-! auszugeben. UcbrigeuS glaubte dic Rcgicruug bei Verfassung der vorliegenden Verordnung, um die Abhülfe allgemein uud rasch zu treffen und nm künftigen Unternehmung^, lnstigcn eine fcste Grundlage ihrer 'Spekulation im oor-hinein zu gcbcn, dic bezüglich der finanziellen Begun-stignngcn in dcm Gcfctzc vom 10. Juli d. I. gewählte lediglich fakultative Form verlassen zu sollen, so daß mit dcr gcsctzlichcn Wirksamkeit der vorliegenden auch bcrcits durch das Rcichsgcsctzblatt kuudgcmachlcn Vcr« orduuug die Anstalten, wclchc nach ihren statntarischen Zwecken Kreditgeschäfte bctrcibcn, — insofcrnc es sich nicht hicbci um statutarisch durchzuführcudc Acudcrungcu der Statuten handelt — oh»c weiteres in dcu Genuß dcr in dcr Verordnung bczcichucM judizicllcn Begün« stignngcn treten fönucn. Indem sich sonach dic Vcgünstiguugcn dcr obigen Verordmilni ^c ans nlle waö inluiel für )iauien führende Ällslallen, luelchc dcr ol'igcn Kategorie annc« hören, anodclinrn, dürfte - lil)nc cincr ^öfnnci dl!r vielseitig angeregten Frage vorzngrcifcn, ol> lmscrc gegen» wärtigcn sozialen und volkswirthschaftlichcn Verhältnisse! ciuc allgcmcinc Aufhebung oocr ^iodifizirnug dcr bestehenden Zins' uud Wuchcrgcsctzc schou jctzt als rathsam darstcllcn — uut dcr hcutc publizirtcn Verordnung i jedenfalls ein wcitcrcr uud nachhaltiger Ucbcrgcmg zu l einer allfälligcu spätcrcu allgciuciucn frcicrcn Bewegung in dcr Kapitalövcrzinsuug gcmacht word/u scin. Wir halten nus fur cuthobcn, das übrige Detail dcr vorliegenden Verordnung zu besprechen, da dcr Fach-kuudigc die Tragweite dcr in derselben enthaltenen Begünstigungen lcicht zu crmcsscu ucrnwgcn wird. Wir möchtcu uur im Allgcmciucu Icucu, wclchc in dcn Bestimmungen dieser Verordnung dcn Wortlaut aller Pri- so würdcu diese Ausgetretenen zu ciucm Vcrcinc zusam-meutrctcu, der dcm alten Vcrcinc gewaltig iiouturrcuz machcu könnte. Daö fchltc abcr nur noch, um uuscrc sozialen Verhältnisse noch zerfahrener zu machen, als sic ohnedies schou sind; zu dcm alten uud ucucn Easino sollte noch ein alter uud neuer Gcsaugsvcrciu treten und dcr soziale Plurismus wäre fcrtig. Nuu, wcnigstcns suchcu Turnverein und Feuerwehr sich zu vereinigen und so dcr Zerfahrenheit ciucu Damm zu sctzcu. Noch ist es abcr'mcht gelungen dic allseitig befriedigende Form für dicsc Alliauz zu finden. Dcr einzige Ort, wo dic zcutrisugalcu gcscllschaft' lichcn Elemente sich zusammcufindcu, ist das Thcatcr, obwohl auch hier starte Divergenzen bemerkbar sind So ist ein guter Theil dcs Publikum« Gcnucr dcr Dn-ettion uud urtheilt mit cincr Strcugc über das Gc< botcnc, dic lobcnswcrth wärc, wcun sic nicht dem Par-tmutcrM entspränge. Dcr eigentliche Direktor ist dic Dircttorm, dlc durch allcrlci Skandale die Guust dcs Publ.ku.us voll,taudlg vcrschcrzt hat. Dic Auiuwsität mrd auch auf daS ^hcatcrpcrsouale übcrtragcu, das ^!'m>7^V^^ m>Ä^ «."lzuwciseu hat, wcun anch die Vichrhcit dcr Mtttclmalngtcit angehört Au: bcstcu 'st das Lustspiel uud die Opcrcttc bcsctzt' uud sahcu "" h.cllu ciuige recht gute Aufführuugcu Wir hattcu kürzlich zwci Gäste hicr, nämlich Frl. Tcrrs vom laudschafllichcu Theater in Graz uud Hru Kuaack vom Carlthcatcr iu Wicu. Die crstcrc war im vorigcu Iahrc als Opcrnsäugcrin hicr uud hat sich als Diuorah die Gunst dcS Publikums im hohen Grade crruugcll. Sie ist ciuc Säugcnn vou schr mäßigcn ^tlttcln, hat aber eine gutc Schule uud entspricht dcu Aufordcrilugcu au ciuc Provinzbühnc so ziemlich. Dcn ihr gczolltcu Enthusiasmus freilich habe ich nicht be-greifen töumn. j Herr Knaack ist ciu vorlrrfflichcr Komiker uud ciu Meister im — Gcsichlcrschiicidcn. Das Pul'liluin hat weidlich gelacht uud viel Beifall gezollt. Herr Kuaack hat abcr auch zu Stande gcbracht, was selbst dcm „Licl" ling" Tcrr6 nicht gelang — nämlich ciu volles Haus. Nicht „ur Parlerrc uud Galerie warcu überfüllt, auch die Logen, die bisher immer ciuc bedenkliche Lccrc zeig. tcn, warcn alle gut bcsctzl. Schließlich noch cinc kleine Slandalgeschichlc auS unsclcn Thcalcrkrciscu. Uutcr dcm wciblichcn Pcisouale sind einige schr hübsche Damcn, die denn auch, wie daS so üblich ist, Aubctcr gcuug hadcn. Ja, es giot dcrcn, wclchc die Zahl ihrer Liebhaber gar uicht lcuücu. Daß da Unorduuugc» uud Störuugcn in dcr Korrc-spoudcuz uorlommcu töimcu, ist begreiflich, und so kam cs dcuu auch, daß ciuc solche I<'iw, «V^iwur in falsche Häudc gcriclh. Da der Brief ziemlich undclilatc Dinge enthielt, so gab es cinc Szcne voll Enlrüstuug, und eine auwcscudc Freundin drohlc dcm Schreiber mit jcmr Füufsinacrdcmonstraliou, die als Gallmeyeriadc iu dcr Äiographic dcS Dircltorü Slrampfcr vollolnmcn soll. Komischer Weise fiel abcr die Heldin, als sie sich bis i" dcr ziemlich deutlichen Drohuug verstiegen hnUc, ur» Plötzlich in Ohumachl. Ol' es ciuc wnliichc oder nur cinc Thcalcrohnmacht gcwcscn, tounlcn die Gast: — die Gcschichlc spicllc im Spciscsalon dcS elegantesten Gasthofcs hier — uicht ergründen. vilcgicn vermissen sollten, die in dcn Statntcn bcstchen-oer Krcditinstitutc vorkommen, die seitherigen Fortschritte dcr allgemeinen Gesetzgebung entgegenhalten, die selbstverständlich auch zur Modifizirung dieses Spczialgc« sctzes führen mußten, ohuc daß hiedurch dcn wcfcutli-chcu Interessen dcr bethciligtcn Kreditinstitutc nahe getreten würde. Pest, 28. Oktober. Dem Auftreten des Dr. Schwarz wurde nicht mit Unrecht cinc prinzipielle Bedeutung beigelegt, weil dcr bürgerlich klingende Name dcS Kandidaten und die durch denselben hervorgehobene Bedeutung dcS bürgerlichen Elementes auf einen großen Theil dcr Wähler bedentcnden Eindruck machte. Dcr hiesige Korrespondent dcr ..G.'C." kann nicht umhin zu lon-statircn, daß daS Fallen dcr Scheidewände zwischen pri-vilcgirtcn und nicht privilegirten Klassen, das im Jahre 1848 im Prinzip ausgesprochen wurde, sich jetzt thatsächlich zu vollziehen beginnt; denn die bürgerlichen Wähler, wie die uichtadeligen und adeligen Kandidaten, alle wetteifern im Betonen dcr Gleichberechtigung, im Lob der Arbeit, im Hervorheben der Nothwendigkeit, die materiellen Iutcrcsfcn zu fördern — und wahrend so daS bürgerliche Element sich zu fühlen beginnt, fangen anderseits die ehemals privilegirtcn Klassen an, das Wort zur Wahrheit zu machen: „Sie waren die Herren dieses Landes und sollten jctzt die Bürger desselben wer-dcu." Ohne Zweifel geschieht nicht AllcS dcm Prinzipe zu Liebe uud oft uur zur Unterstützung der Bestrebun» gen dcr betreffenden Kandidatenpartcicn; abcr daß man die Anerkennung dcS Prinzips so häufig ausspricht, gc-lschchc dicS auch nicht um des Prinzips selber willen, das ist unleugbar ein Anfang, der mit dem Verfassuugs-lcbcn zn cincr gedeihlicheren Entfaltung gelangen wird. Wir wcrdcu zu diesen Bemerkungen durch die Zusammenkünfte veranlaßt, wclchc die hiesigen Wähler jctzt in öffentlichen Lokalen so häufig halle» und wo dcm Prinzip dcr Gleichberechtigung, dcn Interessen dcs Aürger-standes in unzähligen Reden gehuldigt wird. ES geschieht dies so häufig und so eindringlich, daß es allen einsichtsvollen Wählern wahrhaft schon glcichailtig sein könnte, ob dcr Kandidat von Adel sei oder nicht, wenn er nur die übrigen nöthigen Qualifikationen hat. Schon nach dicscr cincn Seite hin ist die Wahl dcr Anhänger ldcs Baron Kcmmiy auf daS Glücklichste begründet; abcr auch als „Bürger" können sie getrost ihre Stimmen diesem Kandidaten zuwcudcn, dcr in einem vorgestern Abend stattgcfnndcnen Wählcrmceling dcr Leopold-stadt unter Audcrm sagte: „Obwohl er stolz sci auf scinc Ahnen, so sci cr doch noch stolzer auf die Arbeit, welcher cr sciucn Wohlstand und daS Vertrauen seiner Mitbürger verdankt," Uusland. Paris, :ll. Oktober. (Pr.) Bazainc, dessen Pariser Haus ocrmiethct werden sollte, hat KontreOrdre gegeben. — La France tadelt die Schweigsamkeit dcr Regierung über Algier, Mexiko nnd die Eholcra wo-dnrch die Entmulhiguttg dcS Volks verläugM werde — Moulcbcllo hatte Audienz bcim Papst, dcr sich über dcn Truppenabzug nnd ItalicuS Haltung schr berühmt aussprach. — Aus Orau mcldct dic Opinion, daß S,, Lala mit 50,000 Mann sämmtliche Grcnzdistriktc am Tell beherrsche uud die dcn Franzosen treuen Stämme brandschatze. Madrid, 20. Oktober. Die sonst sehr gemäßigte „Euoca" gibt ein düsteres Bild von dem jetzigen Zu-sllludc dcS LandcS. Es leide leinen Zweifel, sagt sie, daß, wenn man die polilischc und moralische Lage Spa-uieuö ernsthaft prüfe, man zu der Ueberzeugung komme, daß das Land sich in einem Zustande bcfiudc, welcher die größte Aehnlichkcii mit dem Fraulicichs vor der ^Februarrevolution habe. Eine Zerfahrenheit der Mi-jungen, ein Ucbcrwuchern politischer Lcidetischnilen habe den Boden für die bedenklichsten Ereignisse hciMslelll, die Regieruug zeige sich schwach, lhalloS. Dazu lommc die traurige Lage dcr matcriellen Interessen, die Ent-wcrlhung dcr SlaalSpapicre, die Geldnot!), endlich der lähmende Einfluß der Eholcra. Ueberall Verstimmung, Mulhlosiglcit. Die entschieden liberalen Parteien wol-lcn sich von dcn Wahlen jeni hallen, die Konservativen zersplittern sich täglich mehr, die Zahl dcr Mißver-gnügte» steigt und cinc geringfügige Veranlassung kunn Folgen herbeiführen, wie die Bewegung von ^>1H. Die Vörfe ist in großer Bestürzung, da ciucr dcr yeachtet-stcn Bcmlicls Madrids Hcmd an sich selbst yelcal »>ut, wie man sagt in dcr Befürchtung, seinen Bertmidlich-lcileu nicht nachkommen zn können. Der Unglückliche ist D. Grcgorio Lopez de Mollinedv. Die Abwesenheit dcr Königin vou der Hauptstadt ist Gegenstand heftiger abcr versteckter Angriff» uuf dic Monarchin. Anspic-lungru auf Marie Antoinette, welche während einer HuugcrSuotli von Paris fern blieb, finden sich lüglich in den Blüttern. Die Eholera ist iilirigcn« stark im Almchmcn. Warschau, 28. Oltobcr. Dcr Administrator dcs hiesigen Erzbisthums, Suffragan-Bischof RzcwMi, ist wcgcn fortgcsctztcr Opposition gegen die Nenienma auf höheren Befehl gestern von hicr unch Astrachau vcr wicscu uud abgeführt wordcu. Eine offiziöse Notc in dcn hcutigcn Blättern beschuldigt den Bischof, im Wieder spruch mit eincm Befehl dcr Regierung Beziehungen 1010 nut dcm römischen Nuntius iu Wicn unterhalten, Verfügungen über geistliche Angelegenheiten wider Wissen mid Willen der Negierung an die Konsistorien des Königreiche erlassen und in einem hiesigen itlostcr Wahlen au-gcordnct zu haden. Der „Dzicn.Wawz." bemerkt hic,;n, daß die Regierung iu der Erwartung, daß der neue Administrator die ihm von seiner Würde auferlegten Pflichten dcsser erfüllen würde, mit der Ausführung dieser Maßregel gezögert habc; alier der Widerstand, den derselbe beharrlich allen behördlichen Verordnungen entgegensetzte, verrieth zu deutlich eine wiewohl fruchtlose, aber sichtlich systematische, mit den Interessen der itirche nicht vereinbare Opposition; sie mußte deshalb eudlich zum Acnßersteu schreiten. Hagesneuigkeiten. Eine der ersten RcgiernngS < Vorlagen für die Landtage soll daü Gesetz über das Wasser« recht betreffen. Dasselbe ist schon seit 25 Jahren in steter Vorbereitung, kam aber nie zur Vollendung. — Vom 20. November l. I. au werdeu bis auf Weiteres zwischen Wicn und Trieft wöchentlich nnr zwci Eilzügc in jeder Richtung, und zwar Mittwoch und Samstag von Wicn nach Tricst und Montag imd Donnerstag von Tricst nach Wien nach der bisherigen Fahrordi'.uug verkehren, zu welchen auch wie bisher nur Fahrkarten erster Klasse ausgegeben wcrdeu. — Man ist eben in der Druckerei der l. l. priv. österreichischen Nationalbaul mit der Zurichtung zur Herstellung neuer Vankuotcn vou 5 fl. beschäftigt und dürfte deren Anfertigung bereits mit 15. Noucmbcr d. I. beginnen, lroranf bald neue 10 fl.'Banknoten zur Er» zcngung gclangc». Die 5 fl.-Nolen behalten dicsclbc Größe nud Form, aber die Nandzeichnung und Aro besten sind ucn, cbcnso bekommt die Note cincu grünen Unterdrück, wie früher die sogenannten ungarischen Zehn« krcnzcr'Mnnzschcinc. Die Ziffer 5, die bisher im rothcu Felde blaSl'oth stand, wird nun blau in dunkelblauen Arabcölen, die Serie und Nummer cbcufallö blau erscheinen, wahrend dcr übrige Theil dcs Textes schwarzer D:nel ist. Zur Vereinfachung dcs Verfahrens dcr Vanlnotcnerzcugmig mittelst dcs Oaluauisircns sind anS dcr vrcnßischcn Äanlnotcndrnctcrci in Berlin zwci Gehilfen nach Wicu bestellt worden, die auf die Dauer vou sechs Mouatcu cugagirt rourdcu und welche dicsc neue Einrichtung hier einführen sollcn. Die Verausgabung dcr neucn 5 Gulden-Banlnotcu soll am Istcn Juni 18»)6 erfolgen. — Im Handelsministerium beschäftigt mau sich gegenwärtig ernstlich mit dcr Frage wegen Herabsetzung des Vricfporlo's iuuerhalb dcs Kaiscrstnatcs. Ackanut-lich wurde diese Angelegenheit schon seit Iahrcu von sämmtlichen Handelskammern dcr Monarchie auf daS Eifrigste befürwortet, leider uur mit geringem Erfolg. Freiherr u. Wülicrstorf, der uou dcm Nntzcu einer sol> chcu Herabsetzung sowohl im Interesse dcö Publikuuls als auch im Interesse der Staatssinanzcn überzeugt ist, , hat uuu den Entschluß gefaßt, dicsc Herabsetzung durch, i zuführen, uud es ist im Antrage, das Porto für den einfachen Brief je nach dcr Entfernung auf 5 uud 10 Kreuzer zu fixircn, wobci natürlich eine weitere Herab« sctzuug, etwa uur auf cincu Satz, nicht ausgeschlossen ist. Ucbrigcns wird dicsc Angelegenheit auch auf dcr im nächsten Monaic iu Karlsruhe abzuhaltcudcu deutsch-östcrrcichischcu Postkoufcrcuz zur Sprache tommcu, und wird hicrbci namcutlich von Seite Äaicrus, welches im Laufe dieses Jahres bereits mit dein Acispiclc der Hcr-absctznng des Briefporto'S vorangegangen ist, ein Antrag anf Einführung ciucs einzigen Satzes (1 Silber-groschcu) für den ciufachcu Brief ciugcbracht wcrdcu, der hoffentlich allseitig angeuomiucn wird. (Tgspst.) — Eine Gcsammtausgabe uou Friedrich Hcbbel'S Wclkcn in zwölf elegant ausgcslattctcu Oltauliäuden, dcren rcdaktiuucllc Auorduuug Herr Eiuil Kuh lcilcl, ist von dcr Vcrlagöbuchhandlnug Hoffmann uud Campe die bekanntlich das erste Werk Hcbbcl'ö verlegte, in Augriff genommen wordcu nud crfchcint schon der erste Band im Laufe dieses Monats. Die Verlags-dnchhaudluug ist bei diesem Untcrnchmcu uou dcm löblichcu Vorsätze geleitet, die Kenntniß Hcbbcl'S in scincr Totalilat für wcitcrc Kreise zn vermitteln und so die Basis scincr Popularität zu lcgcu. Wir wünschcu im Intcrcssc cincS hochbegabten Dichters, d.'ß dicscs Unternehmen von dcm bcstcn Erfolge gekrönt wcrdc. — Dreißig Gcu,cindcn i» Mähreil haben dcm Staatsministcr Grafen Bclcrcdi das Ehrcnbürgcrrccht verliehen. — Dcr Qucllcnfmdcr Abb<; Richard ist auf die Einladung der Zolkicwcr Kommnnc am 15. u. M. dort angekommen nud hat in sehr kurzer Zeit i>, der llmgc- gcud von Zoliicw zehn kleine und vicr große Wasser- quellen entdeckt und außerdem angegeben, daß sich dort Naphta- und Parasinquellcn befinden, dcrcn Orte cr Wättv hczcichucn wird. Bei dieser Gelegenheit hat Ni« ch«d die Ruinen dcs königlichen Schlosses Johann NI., alle donigcn Kirchen, auch die Synagoge, und Denk- malcr besichtigt und sich geäußert, daß cr me auf l° llcmcm Raum so viele historische und schöne Denkmäler gesehen. In Berücksichtigung dcr Armuth der dortigen Gemeinde ist P. Richard uicht nur um die Hälfte des Honorar (500 si.) nach Zolkicw gekommen, da er für jede Reise gewöhnlich 1000 fl. verlangt, sondern er hat noch vou jcueu 500 fl. 200 si. für die Rcstcmrirnug dcr dortigen St. Lazaruslirchc dcr Gcmcindc geschenkt. — ^iaut cinem in Wicu cingclroffruen Telegramme dcr k. l. Polizei-Direktion iu Tricst ist der im dortigen Versatzamlc bcdicnstct gcwcscuc Beamte Heinrich Ealo, nachdem cr sich eine Unterschlagung von WOO fl. zu Schuldcu kommen ließ, ans dcm Amte weggeblieben uud flüchtig geworden. Lokalbericht nnd Korrespondenzen. In dcr gcstrigm Dirfttiounsitzmig dcö h i st o r i s ch c u P c r-eins wurdr in dcr Äiigclcgcichcit dcr Ordniuic^ deü Vcreiütmrl chivcö bcschlossm, dasj zunächst vom Äliöschuszmitglicde A. Diniitz ciil darauf bezüglicher Plan cutiuorfcil und iu cincr dminnchst abzuhaltcndcii Direltioiii'sltzuiiss zur GcnchuuLuuci uo^^clcgt luerdc. Fcrilcr ward dcr Acschliisj c,cfasjl, ,nit Hnru Ncalschullc!)rcr Äa-ziua übcr sciu Aucrbictm, dicsc Ordiniiig uurziiüchiiicii, sich iuö Eiiwcrilchincli zu schm und das Rchiltat dcr Vcreiilbarung glcichfallö dcr Tirrtliou zur Gcuchiuigiiiig uorzulcgcu. > — Liumi lili^ freundlichst mitgclhciltcu Privatschrcibcn ucucstcu ! Datums auö Trieft cutiichmcn wir, daß die Cholera daselbst^ cutschicdcil in Abnahme begriffen ist. > Vermischte Nachrichten. — DaS „Lh. Tgbl." berichtet auö (5hciuuitz: Wcim es bei ^ und mit dcn vom Hiiumel fallmdeli NlMntroftfm noch lein rech-tcr Ernst wcrdcu will, sa nnirdru uorigm Sonnabend dic Martl-lelite auf dcin "Itoßniartt durch . - uoni Hiunucl fallmde Thaler-schciuc, uud zuiar gan; echte, iu ^tauucu gesetzt. cholt, ciu Pattchcu uou 100 Stuck Einthalcrschciiicn vcrlorcu uiio dicsc >ua-, rcn vom Wind iu dic Hohc c>c>uirl>clt, um alö Tanacrczicn wic'! dcr nicdcr ;u ^chcu. Allcö dräualc sich, nm dic thcucrii ^lortcn ' zu haschcil, lirosjlcutlicils iu dcr Alisicht, dcm Ei^'iilhumir scin i Gcld wicdcr zu^ustcllcu, uud su tam ci<, das; lici dcr tHi,!sam»,' i luiiss nur 1-2 Ltiick fchltcu.' Dcr ^crlicrcr sai» sumit vcrhällüisj-maßiss nut wcg uud wcit üdlcr cinc Baucr^frau, dcr mau ihrcu clwa 16 Thalcr dclra^cudcu Erlo^ c;cstohlcu hatlc, — Ucbcr dic vcrd^rblichc Wutl) fl,inc Vöacl ;u schicszcn ist schon Viclcö ^cschricl'cu wurdcu. Ncu^rdinssi« hat mm auch dcr, ilardiual Erzluschof von Aordcanx, Tuiml'i, für dic uuü illicu-! schcil so iluculbl'hrüchcu Thii'rchcn ciu cindnuglichcö Wort gcsftrc,-chcu. Cr sagt: Man zähltc cinst für du- Qnadralliuic iu jrdcm Frichiahrc 10.000 ^ogclncst.r. ^iun wciß mau, das; jcdctt ^icsl Ml Durchschnitt vicr ^>mc>c liirat; man wcis; abcr auch, daß jcdcr juiissc Vo'icl zu sciucr Ernährung täglich sliüfzchn Raupcu uuthili hat, uud daii dic Allcu ihrcrscil« für sich scch^ia, liran' chcu/ was also täglich dic Summc von 1^0 Naupcu crgirdt, Mnllchlizirt mau dicse Suuimc mit 10.000, so hat man cinc» Ncnipciwcrbrauch uou 1.^00,000 Stiict täglich, somit !U; Mitliu^ n^il ill ciuoin ciilzigcil Monat. Wciin adcr oicsr :lir au Pslaiizcutost uülhig halicu. ^iau dars adcr auch nicht vci'gcsscu, daß di? Iusrllcn niid da(< llntraut von dcncn nnö dic Vösscl licfrcit hiittcu, imö cinc Stcucr axfcrlrgcu, ivclchc doppctt su hl'ch ist wic die Bodcuslcncr. Vcrsilsscl! >vir uicht, daß in dic-scm Iahn dcr Kohlwcißlina, so riclc 'Il'aiipcii produzirt hat, daß dcr .^ohl total von dicscn Ranpcu vcr;chrt Worten ist; vrrgcsscn wir auch uicht dic inchr uud mchr um sich grcifcudcn Vrrhrc: > Irnligcu des Bortcutäfc« uud der Proz^sumiöraupc. . . ." Möge, cü lino gcgönnt scin lici dicscr G^l^ruhcic auch riu Nurt für tic arnicu und hart vcrfolglcu Äianllvürfc cinznlccic», auf dcrcu Vcr-Ulchrnüg man uiclmchr bcdacht scii, solltc, aln anf ihr»' ^criuin» dcrnug, driin sic allcili sind ci>, wclchc cinrr nngcmcsscniu Vcr-niührung dcr fo schädlichcu Maikäfer stcucrn uud für lluscrc Wic« cn von so uudcrcchluibarcm ')iutzcu siud. — Cinc schlimme Crfahrnug machtc dcr deutsche Wohlthä-tigkcitt'Ucrci,! iu Pctcvichnrg, N'clchc uuläugst in drcizchn großcn drntschl'U Iournalcil riuc» Ausruf veroffcntlichcn licß, iu dem um Beiträge f»r dic ftalriolischcu Ziuccke dec< H^veins gebeten ward. Mau horc und stanne, welchrö l>ctr,il'ende Nesnltat diescr Anfrilf ;nr Folge hattc! Achtzehn Thaler gingen im Gauzcn für dcn Verciil cin, währcud bcrsclbe 113 Thalcr an Insertiou<ülosten zll decken hattc. Gewerbeschulen Anfang. Ter Unterricht für Gcwcrbslcnte wird auch in dicscu Schuljahre au dcr hicsigcu k. t. Obcrrcalscbulc alle Sonu-nnd Feiertage ertheilt wcrdeu, nnd zwar im Zirtol-uud Freihandzeichnen, iu dcr deutschen Aufsahlchre, in dcr Geographie, Physik und Chemie. Nie Anmeldung zu diescm Unterrichte findet am Sonntag dcn 5. November von '.)—12 Uhr bci dcr gefertigten Direktion (im Mahr'schcu Hause, ebener (5rdc) statt. Die Lehrhcrrcu solleu ihre Zum Acsnche dieses Uuter-richteä verpflichteten Lehrlinge zum Einschreiben vorführe»: sonstige Gewerbslcltte, die au diesem Unterrichte Thcil zu nehmen wünschen, wolle» sich selbst dafür melden. Laibach, am 2. November 1«U5. (300 — 2) K. t. Oberrealschul-Direttiou. Ucnejle Nachrichten nnd Telegramme. Original - Telegramm. Wie«, :z. November. (?ill kaiserl. Handbillet enthebt Ma;uranic «ntcv Vorbehalt wei' terer Dienste seines Postens. Varon Kusse-vich wird zum kroatischen Hofkanzler ernannt. — Bei der Ziehuna. der « ^tttter Lose fiel auf Herie tt7HH Nr. 2« der Gewinn von 3«tt.«Htttt Gulden, anf Serie 4.525 Nr. »4 der Gewinn von Htt.NOO Gulden. Pest, 1. Nuvcniber. Koloinan Tißa crllärtc qc^ stcril dcn Wählern in Dcbrcczui, cr ucrharrc bezüglich dcr gcillcinsluncn Augclcqcnhcitcn dci scincii anf dcin Landtage von 1.^:1 aufgesprochen Prinzipien. Er vcrleniic nicht, daß cö gcineinsaine Angelegenheiten mit Oesterreich gebe; diese tönue jedoch nnr dcr Landtag begrenzen nnd ordnen. Hermaunstadt, 31. Oktober, Abends. In dcr Stadt Klallscnlmrg sind Professor Lorenz Miko und Graf Nitolluiö ^azar zu ^andtagödeftnlirtcn gewühlt worden. Berlin, 1. ^cwcmbcr. Dic „Prou.-itorr.." mel-dct: Oesterreich und Preußen stehen im Begriffe, sich übcr gemeinsame Schritte zu ucrständigcn, nm ungesetzlichen Anmaßungen von Bcrcinignngeu ein Hicl zn setzen, ! wclchc sich M Regierung nnd Bcrtretnng "des deutschen Voltes auszuwerfen trachten. Die Angaben, daß Oesterreich und Preußen ein Verbot gegen Vcrscnumlnngcu dcö Nationalocrcinö oder ein eigenes Einschreiten beabsichti-^ gen nnd weitere Anträge von Seite Oesterreichs bereits , vereinbart wurden, seien dnrchmw irrthümlich. Im Knllnöiiiinistcrinm wurden (^esctzcntwürfc bc-i trefft dcr (irrichtilng vou Volksschulen und Erhaltung nud Pcnsioniruug dcr Volköschullchrcr al!i gnng nnd Achtnnn zu entziehen, deren cr würdig ist. Paris, 1. Nouembcr. Nach dem heulinen „Mu< nitcur" ist Rußland dcm Vorschlage wegen Abhaltnlig einer sanitären Konferenz in K'onstanünopcl bcigcttctcll. «issabon, :ll. Ottobcr, Nach Berichten ans Rio uom ,"-!. d. M. halicn dic Brasilianer dic Stadt Uri^ gnayana besetzt. Die ans l',()l)() Paragnitc» bestehende Garnison hat sich anf Gnade uud Ungnade ergcbc». London, I, N'l)ve,i!bcr. (N. Fr. Pr.) Wic gciüch^ weise ucrlantet, soll 'Romily zum Vordlanzlcr ernannt werden nnd Grey das Portefeuille dcs Innern übernehmen. — Scward hält, wic anö ^tcw.Vjoll bericht^ wird, seilie ElltschadinimMurdernnaen ge^cnnbel' Enss' land aufrecht; cr clllartc i» cil,cr ücedr, dic «National" Cl)rc fordcrc dic Wicdcrclllcucrll»« d^a allen Einflüsse dcr Union und dic Wiederherstellung dcr rcplll'lilanijchcn Institiilion auf dcm iiontinenlc Almiika'ö. DaS Postdampfschiff „Bar-aria," Kapilä» Tande, ging am i^. Ottobcr mit uollslandigcr Ladung von Hamburg nach New-Hmk ab. Geschäfts-Zeitung. Neustadll, 30, Oltobor. Dic Dlirchschiiiltö-Prrisl' sklltcü sich auf d!'üi hiiitigcu ^ünltc, wic folgt: "st. lr. f,. ^ fr. Wri'^ii pv. Äirtzs» "l 5» Vult^r pr. Psmid , - l 45' "cmi „ !l .'j<>, Cirr pr. Slill-l . . — l bwK ,. ii 30^ Milch pr. Mas! . - ^I<» Hafc>r „ 1 ^ 40 Nllidsll'isch pr. Pfd. - 14 Hallifrucht „ 3 ^lN Knlliflrisch „ .- 20 Hl-ideu „ 2 — Lchwmliilcisch ,. — ' Thenter. H r l! t r ssreilac^ d c II .'l, !i1i o v c!!! l> c r : 3)tcistcr F^rtulliv und seilt ViebcSlied. Kuülischc Opcn'lll' in > Ailftug von Hl'ttor Crrmmix und i,'o»i^ Hall'Uy. Musik von Iaeque« Offenbach. Tielcin gcht vor: Dcr letzte Trumpf. Orlcmml-Llisispicl in 1 Auszug von Mxcmdcr Wilhrlml. ^ ^ «- ^ l" ^ 3 L > ^ ! "" ^i," ^ ^ 2 3 '5 Zl ' uzz " ^ ^ ^ 3 Z ^ N.3 ff <3 3 « 3!".s isss'M'ssT"^.« ^ -s^8^ windstill ttM j 2. i! „ N. .U5>.,st ! .jn..') l willdstill ^ trlibc 0.^ 10 „ Ab. 3^.N) -«. 9.« , windstill ! Nracu Iu der Nacht vom 1. cms dm 2. Novmibcr schwnchcr Nc^"' Dcn 2. Wollmdcctc dm gau;m Tas> cicschlossm. Wollm;'icl, ">" S. lailsssani. Alimdö schwachrr Ne^m. Thcilwcisc NslicldildiMg' ^ciantwortlicher Redakteur: Ignaz v. Kleinmayr. Druck und Verlag von Issnaz v. Kleiumayr st Fcdor Vamberg in Laibach. Hiezu ein Bogen Amts« und Intelligenzblatt