Beilage zur Kaibacher Zeitung. ^N 3R. Vierter Jahrgang. 4. August R86O Die Mlge Mutter. <5^pät am Abmd, früh am Morgen Muß ich wachen, muß ich sorgen, Mnß ich an der Wiege stch'n Und nach meinem Kindlcin sch'n. Keine Nnh an keinem Tage, Immer ncnc Last nnd Plage; Ach, wie flohst dn doch so weit, Schöne, freie Jugendzeit! Horch, was regt sich? Herzig Bübchen, Vlühudc Wangen, feine Grübchen, Acuglein, dnnkcl wie die Nacht: Gott, wie mich das selig macht! Die todte Dräut. Nach einer Volkssagc. ^Dn der oberen Steicrmark lebte vor vielen Jahren ein reicher Bauer, der nicht allein seines Geldes, sondern auch seiner schönen Tochter wegen viele Neider zählte. Es fanden sich auch mehrere Bewerber um die Hand der schönen Hedwig, allein dem Vater wollte keiner recht zu Gesichte stehen. Hedwig war ganz mit des Vaters Verfahren einverstanden , wenn er wieder einen Freier abgewiesen hatte, nur mit dem Grundsätze nicht, daß es gerade ein Reicher sein muffe, den sie sich zum Gatten erwählen sollte; denn ihr Herz hatte bereits entschieden, sie liebte Michael, den Großknecht ihres Vaters, der schon durch sechs Jahre bei ihnen in, Dienste stand und seinem Herrn viel Nutzen gestiftet hatte, wcßhalb ihn derselbe auch recht liebgewonnen, allein ihm seine Tochter zum Weibe zu geben, war dem Alten noch nie eingefallen. Trotzdem die jungen Leutchen des Vaters Grundsatz kannten, so verloren sie doch den Muth nicht und beschlossen, in ihrer Angelegenheit einen ernstlichen Schritt zu thun. Wir wollen sehen, wie sie es ansingen. In jenem Theile der waldigen Umgebung von Eisenerz, ! welche den Leopoldsteiner See berührt, wohnte in einer einsamen Hütte ein altes Mütterchen, das allgemein die Wahrsagerin vom LcopolMciner See genannt wurde. Es war eine ganz eigenthümliche Person, diese Wahrsagerin. Sie mochte beiläufig sechszig Jahre gezählt baben, als sie in diese Gegend gekommen und lebte hier schon dreißig Jahre; trotz ihres hohen Alters aber war ihr Vlick noch wunderbar hell und feuiig: es schien sich darin eine außerordentliche Gcistestbätigkcit auszusprechcn. Ihre Lebensweise war äußerst einfach und sie selbst bei ihrem hohen Alter noch immer für ihre Mitmenschen nützlich und wohlthätig. Sie verstand sich nämlich auf das Suchen heilsamer Kräuter, mit denen sie Kranken und Beschädigten Hilfe und Beistand leistete, ohne Anspruch auf Bezahlung zu machen. Dafür aber versorgte die ganze Umgegend das wohlthätige Weib mit Lebcnsmit» teln, und selbst die Kleidung erhielt sie durch die Dankbarkeit der ihrer Hilfe Bedürftigen. Neben der Heilung der Kranken hatte sie ihren Scharfblick auch in einer anderen Sphäre gezeigt und zwar — im Wahrsagen. Es waren dieß jedoch nur wenige Fälle gewesen, in denen sie ihren Hellseherblick zu Gunsten einiger von ihr Be« vorzugten in Anwendung gebracht hatte; diese vereinzelt dastehenden Fälle aber hatten ihren Nuf als Wahrsagerin fest begründet. Zu ihr hatte das liebende Paar seine Zuflucht genommen, nm in seiner schwierigen Lage guten Nath zu bekommen, und Michael, so hieß der Bursche, hatte durch vieles Bitten das Mütterchen bewogen, daß sie ihm in der Nacht, wenn es Vollmond sein würde, voraussagen wollte, ob er Hedwig sein nennen werde. Er und Hedwig setzten in der Alten Worte ein so großes Vertrauen, daß sie beschlossen hatten, wenn die Prophezeiung für sie günstig ausfalle, sie des Vaters Zorn nicht fürchten, sondern treu bleiben und geduldig, was auch immer kommen möge, ertragen wollten. Wir finden Michael mit der Wahrsagerin an einer niedlichen Stelle des Ufers vom Leopoldstciner See. Es ist eine herrliche Mondnacht, die ihren ganzen Zauber auf Michael auöübt, dessen Nerven in banger Erwartung gespannt waren, so daß er sich kaum zu athmen getraute. „Kniee Dich beiseits," begann jetzt das Mütterchen, »und bete im Stillen eine Ave Maria, daß Dein Vorherwissen Dir nicht zum Fluche werde. Sieh Dich nicht um und rede nicht früher, als bis ich es Dir erlaube. — So, Du wirst nicht lange warten müssen." Michael, der schon befangen hierher gekommen war, fühlte sich wie in einen geistigen Zauberkreis gezogen. Er 122 nahm seinen Hut ab, wandte sich bei Seite und kniete mit klopfendem Herzen nieder. Undeutliches Gemurmel vernahm er jetzt ans der Alten Munde; er wnßte nicht, sollte er es Gebet oder Veschwö« rung nennen; dann kam es ihm vor, als falle ein kleiner Stein, oder sonst ein ahnlicher Körper m das Wasser, worauf abermals tiefe Stille eintrat, so daß er nun auch keinen menschlichen Laut mehr vernahm. Plötzlich rief die Alte, wie freudig erregt: „Da, da, seid ihr! Ich sehe das Vild ganz deutlich auf dem Grunde des Sees; ihr seid festlich gekleidet, Hedwig trägt einen Kranz in den Haaren, Du einen Blumenstrauß im Knopfloche, juchhe! ihr steht vor dem Altare!,, Michael that einen leisen Freudenschrei, horchte aber schnall wieder, da die Seherin weiter redete. „Schau, schau, das ist doch sonderbar! Deiner Vraut fehlt der Goldsinger. Bei Gott, sie hat an der rechten Hand i nur vier Finger." Jetzt war Michael nicht mehr langer zu halten, er sprang auf und stürzte auf die Alte zu. „No, wo? ich muß es sehen, zeigt mir's!" , Die Wahrsagerin blickte den Burschen starr an, als sei sie aus einem Traume erweckt worden, dann sprach sie in bedauerndem Tone: „Ah! Du hast mich gestört, das Vild ist dahin; aber fasse Muth, mein Sohn, eure Sache wird einen guten Ausgang nehmen, denn ich sah euch schon die Eheringe wechseln. Und nun geh' getrost nach Hause." — Hedwig schöpfte frohe Hoffnung, als ihr Michael am folgenden Morgen die Begebenheit der Nacht erzählte, und war ganz damit einverstanden, daß er bei dem Vater um ihre Hand anhalte. Der alte Bauer aber vermochte es nicht zu fassen, wie ein so armer Schlucker, wie Michael, unter den bisherigen Freiern weitaus der Aermste, es wagen konnte, so ohne Scheu um das reiche Mädchen zu werben. Sein Gesicht röthete sich vor Unwillen, dann stand er auf und holte aus dem Wandschranke eine lederne Geldkatze, aus der er meh- ! rere Silbcrstücke auf deu Tisch hinzählte, worauf er in barschem, unwilligen Tone Michael andeutete: „Hier hast Du Deinen Lohn aus ein Vierteljahr vor« ans nnd meidest für immer den Mooshof. Du hast meinen festen Entschluß, mein Kind nur einem wohlhabenden Manne zu geben, sehr wohl gekannt und dennoch hinter meinem Nucken mit Hedwig eine strafbare Verbindung angesponnen. Wir können nicht mehr beisammen bleiben. Kein Wort mehr, ich will darüber nichts weiter hören." Michael verlor deßhalb den Muth nicht, eben so wenig Hedwig. Sie bauten auf des Mütterchens Prophezeiung und gelobten einander, getreulich auszuharren, bis die Zu« kunft eine güustigerc Wendung brachte. Noch denselben Tag verließ Michael deu Hof. Der fleißige, wackere Bursche, der in der ganzen Umgegend gekannt war, hatte in Kurzem einen Dienst in einem Orte ge» funden, der kaum zwei Stunden vom Mooshofe entfernt war. Hier erhielt er zeitweilig Nachricht von seinem Liebchen durch eine Magd, welche Hedwig für sich gewonnen hatte und auf deren Treue und Verschwiegenheit sie bauen konnte.' Die Ereignisse gestalteten sich übrigens für Hedwig nichts weniger als günstig. Der MooZbauer hatte seiuer Tochter einen Bräutigam vorgeschlagen, den diese aber entschieden zurückwies, worüber der Alte so sehr ergrimmte, daß er Hedwig einsperrte und sie durch Fasten zum Gehorsame zwingen wollte. Die Gemüthsaufregung über die Trennung vo» Michael und die rücksichtlose Behandlung ihres Vaters wirkte aber auf Hedwig, dereu Mutter nicht mehr lebte, und die darum bei keinem Menschen Trost fand, so ungünstig ein, daß ste darüber erkrankte nnd ihr Unwohlsein, weil der Vater ihren Zustand für einen verstellten hielt und darum keiue Hilfe in Anspruch nahm, in Kurzem ein bedenklicher wurde. Jetzt endlich begann der Moosbauer gegen sein Kind milder zu werden, wurde aber mit Schrecken gewahr, daß sein freundliches Benehmen auf Hedwig keinen Eindruck mehr machte. Michael aber trieb eine Ahnung unaufhaltsam zum Moo-Zhofe. Er mußte sich selbst von Hedwig's Befinden überzeugen. Es war schon Abend, als er daselbst anlangte. Da hörte er im Hause verworrene Stimmen, Thüren wurden auf- und zugemacht, mau rannte hin und her und da» bei heulte der Hofhund kläglich, daß Michael mit klopfendem Herzen einen Augenblick stillstand, bevor er es wagte, die Hausthürc zu öffnen. In dem Hause schien etwas Echlim« mes vorgegangen zu sein; dieß sagte ihm eine innere Stimme. Es zog ihn gewaltsam an die Thüre, die er rasch öffnete und eintrat. Schluchzen drang ihm hier entgegen, in der Stube waren die Dienstleute versammelt, die Thüre zu Hedwigs Echlafkammer stand offen, und aus derselben trat eben ihr Vater heraus. l „Moosbauer, was macht euer Kind?" fragte Michael mit vor Angst zitternder Stimme. Der Bauer deutete mit der Hand gegen deu Himmel und stürzte zur Thüre hinaus. Die treue Magd führte Michael in die Kammer und hier erblickte er des Moos-z bauers Tochter bleich und starr auf ihrem Lager, eine schöne ! Leiche, lieblich noch im Tode, wie ein schön geformtes Marmorbild. Michael hatte nur mehr einen Wunsch — den heißen Wunsch, recht bald mit seinem Liebchen im Tode vereinigt zu sein. Der Moosbauer, der sein Kind wirklich geliebt, durch ! das Geld aber verblendet, zu einem in der That unsinnigen ! Handeln sich hatte verleiten lassen, war nun bemüht, seiner Tochter, bevor sie der Erde übergeben wurde, alle erdenk« lichcn Ehren zu erweisen. Er ließ sie in einen Anzug kleiden, wie sie ihn als Vraut hätte tragen sollen, schmückte sie mit einem Myrthenkranze, mit Blumen, Korallen, Nin-gen und einem Halsbande von ihrer verstorbenen Mutter, 123 so daß sie wirklich wie elne Braut auf dem weißen Bette > dalag, welches der Bauer durchaus nicht hatte schwarz be- ,> hängen lassen, sondern sich noch im Tode an dem Iugend-reize seines Kindes weiden wollte. Von Nahe und von Ferne strömten die Leute herbei, um die einzige Tochter des reichen Bauers anzuschauen und von allen Seiten hörte man die Worte: „Schade um das liebliche Kind, schade um die schöne Vlume, schade um die reizende Vraut!" Beim Begräbnisse ging der Bauer mit dem Großknechte ! Arm in Arm, wie Vater und Sohn hinter dem Sarge. ^ Der Tod ihres Liebsten auf der Welt hatte den Vermittler zwischen ihnen gespielt. Michael hatte sich für die Zukunft bereits seinen Lebens- ^ plan gebildet. Hier war seines Bleibens nicht mehr länger. ! , Er wollte nach Deutschland, um sich dort anwerben zu lasse». < Im Getümmel des Krieges wollte er seinen Schmerz übertäuben, im Tode seine Nuhe wieder finden. Vergebens waren des Moosbauers Bitten, bei ihm zu bleiben; Michael ! war nicht einmal zu bewegen, eine Nacht auf dem Moos« ! hose zu verweilen, und als daselbst bereits Alles die Nube suchte, griff er zu dem Wanderstabe und sagte mit Thränen ! im Auge sei,nem ehemaligen Herrn ein Lebewohl, der ihm noch eine Strecke weit das Geleite gab und noch ein Mal den Versuch wagte, ihn zum Hierbleiben zu bewegen. „Hier bleiben kann ich nicht," antwortete Michael mit bewegter Stimme, „aber wenn Ihr wollt, Vater, so be« suchen wir noch in stiller Macht Hedwig's Grab; dort will ich ihr und Euch nochmals ein Lebewohl sagen. Ich weiß den Platz, wo sie ruht, auch im Finstern zu finden. Uebri« ! gcns ist auch der Himmel sternenhell. ! Die Friedhofmauer war an einer Stelle schadhaft, über diese wollten die beiden Männer klettern, da das Thor geschlossen war, als ein heller, gellender Schrei aus dein in« z uern Naume des Friedhofes Heransdrang, der die nächtlichen Wanderer mächtig erschütterte, da sie Hedwigs Stimme darin ^ zu erkennen glaubten. Jetzt erblickten sie bei dem Scheine ! einer Blendlaterne, die einem Manne im Mantel entfallen ! war, eine weibliche Gestalt auf der Erde liegen, und mit ^ zwei Sprüngen waren sie auf dem Friedhofe. ^ „He, holla! was geht hier vor?« rief Michael, als ! sie zwei männliche Gestalten,erblickten, die sich aber rasch , von der Erde erhoben und im Nn jenseits der Kirchhofmauer i verschwunden waren. Neben einem offenen Grabe lag die ! weibliche Gestalt, deren rechte Hand, so wie das weiße Kleid beim Scheine der von den Unbekannten zurückgelassenen Vlend» ! latcrne mit Blut überströmt sich zcigteu. Michael und der Bauer überzeugten sich nun mit freudigem Schrecken, daß Hedwig wirtlich lebe. Sie reimten sich schnell deu gauzcn Vorgang zusammen. Der Schmuck, mit dem das Mädchen als Leiche angethan war und den sie ! mit ins Grab bekommen sollte, wie der Vater ganz offen ! vor den Leuten sich geäußert, hatte zwei Gauner angelockt, zu versuchen, die Leiche des Nachts zu berauben und aus ^ dieser Absicht die Ausgrabung derselben vorgenommen. In der Besorgnis;, überrascht zu werden, hatten sie aber die größte Eile angewendet und deßhalb den einen Finger, von dem der Niog nicht gleich heruntergehen wollte, abgesctmit-ten, wodurch die Schcintodte wieder in's Leben zurückgc- , rufen wurde. ! Hedwig erlangte unter dem Einflüsse einer sorgfältigen Pflege und der angenehmen Hoffnung, den schlilichsien Wunsch ihres Herzens in Elfüllung gehen zu sehen, in Knrzem ihre Gesundheit wieder; und der Moosbauer, dieses Ereigniß als ^ einen Wink,'ocs Himmels betrachtend, hatte schon auf dem ' Friedhofe das Gelübde gethan, wenn Hedwig dem Leben erhalten bliebe, sie dem treuen Michael zum Weibe geben zn wollen, fühlte sich nun glücklich, den braven Burschen als Schwiegersohn aufnehmen zn können. Als am Hochzcittage die Ninge gewechselt wurden und Michael die Hand ,mit dem fehlenden Finger in die seine schloß, da gedachte er der Prophezeiung am Leopoldsieiner See und beschloß im Stillen, dein Mütterchen sich erkennt« lich zu bezeigen. Allein die gute Alte schlug jedes Geschenk aus und bat bloß um ein andächtiges „Vaterunser" , wenn sie hinübergeschieden sein würde. Kurz darnach fand man sie eines Morgens sanft im Herrn entschlafen und eine große Zahl derer, denen sie uüh» lich gewesen, geleitete sie ,z»r letzten Ruhestätte. Ihre einsam im Walde dastehende Hütte aber zerfiel nach und nach, so daß jede Spur ihres einstmaligen Bestehens verschwand; das Andenken aii die alte Krautersucherin und Wahrsagerin WM erhielt sich aber noch lange in der Umgegend, und noch heute wird hie und da in den Volkserzählungen ihrer gedacht. F. Rd. W Das (Auccksülierdergwerk Idria von seinem Beginne bis znr Gegenwart. Geschichtlich dargestellt von Pelcr Hlhiuger, D^ant und Pfarrer zu Adelsberg. ' (Fortsetzung.) Während des großen Krieges, weichender Kaiser Franzl. mit Frankreich zu führen hatte, kam das Bergwerk zu verschiedenen Malen in die Gewalt der Franzosen. Zum ersten Male kamen dieselben unter der Anführung des Generals Vernadotte am 22. März 1797 nach Idria, und schleppten in möglichster Eile einen Vorrath von 16.912 Zentnern Quecksilber und 420 Zentnern Zinnober hinweg; die Bergstadt selbst, so wie Krain überhaupt, räumten sie erst im Mai des folgenden Jahres. Im Jahre 1803 kamen die Franzosen im Monate November zum zweiten Male nach Idria, verließen es jedoch wieder nach fast dritthalb Mona« ten. Zum dritten Male besetzten dieselben am 20. Mai des '«D Jahres 1809 die Bergstadt, und behielten dieselbe auch in dem am 14. Oktober desselben Jahres zu Wien abgeschlossenen Frieden. Der Kaiser Napoleon gab sodann das Bergwerk Ioria dem dreifachen Orden des goldenen Vließes (I,' ordr« i!c) !l'U!5 toizzons 5! mim'.?) mit einem Qberbergwerks-Direktor (1.6 Dii^ti'ur <>n ellef « minl^) an der Spitze. Aber am 1. Oktober 1813 nahmen die Oesterreicher die Bergstadt Idria wieder ein; das Bergwerk erhielt wieder ein Obcr-bcrgamt mit einem Bergrathe und Wcrksvorstande an der Spitze, und vier Oberamtsräthen und zwei Beisitzern an dessen Seite. Mit der Hofverordnung vom 17. Mai 1823 wurde jedoch die Oberleitung des Bergwerkes Idria in ein , Vergamt mit einem Bergrathe an der Spitze nmgeschaffcn, i und dieses sodann dem Oberbergamte zu Klagenfurt unterordnet; der Oberbcrgamtmann Josef Staoler vollführte die Uebernahme. Als aber in neuesier Zeit die ganze österreichische Staatsverwaltung eine neue Einrichtung erhal-^ tcn hatte, wurde mit dem Erlasse des k. k. Finanz-Mini» ' stcriums vom 13. Juli 1860 das Bergamt Idria der Berg-" und Forstdirektion in Graz untergeben, unter welcher ! es auch gegenwärtig steht. Die politische und gericht- ^ liche Verwaltung des Bezirkes Idria ist übrigens in der ! neuesten Zeit von der Vergwerksleitung getrennt; es bestand ! dafür in früheren Jahren ein eigenes Vezirkskommissariat, lüld seit der letzten Organisirung der Provinz Krain ein eigenes Bezirksamt unter dem Amtsvorsteher Bartholmä > Päuer. ! Der Beamten stand blieb bei der ersten Regulirung i des Bergwerkes unter der Kaiserin Maria Theresia im Jahre ! 1747 unverändert; ein Veamtcn'Verzeichniß vom I. 1767 ^ führt, auher dem Vcrgrathe, die nämlichen Amtspersonen < an, die bereits im Inhre 1737 genannt wurden. Auch die ^ Zahl der mindern Diener erscheint noch nicht vermehrt. Bei ! der Erweiterung des Grubenbaues und bei der Aenderung ! des Vrennverfahrens, so wie bei der Aufnahme vielfacher ! Mauerbautcn mußte sich jedoch die Zahl der Beamten und der mindern Diener bald vermehren, und man findet in Ferder's und Halquet's Beschreibung von Idria in den Iah- ^ ren 1774 und 1781 bereits einen Rcchnuugsführer, einen i Buchhalter, einen Zeugscheiber, einen Getreidekasten - Ver- ! N'alter, dann Waschwerks'Anfseher und Maurermeister au- ^ geführt; der Berg' und Brennmcistcr, dann der Waldmeister waren für sich besondere höhere Beamten; und nach der Wiedereinführung der Zinnober-Fabrikation erscheint anch ! ein eigener Hütten« und Fabriks-Verwaltcr, außerdem noch ' ein Buchhalter und ein Ncchnungsführer. Von den gcncmn- ! ten höheren Beamten waren Anfangs vier, später sechs die ! Räthe und Beisitzer des Oberbergamtes. In der französi- ! schen Zwischcuperiode erlitt der Veamtenstand im Ganzen ! keine Veränderuug, sondern wechselte nur die Namen um, in I« cIii-l)lll«'Ul- sl(>5 minl!8, sll!8 t'ol,nn<,uux tl'evnpui alioll , e do s«Iirjsiuu, lu mllilru c!«6 suri:!^, Il> l^n^ir l!c8 livrcs ^ u. s. w. Dieß ergibt sich aus einzelnen Angaben der dama- ! ligen französischen Zeitschrift 1>I<^l'»pIw uMoiel, so wie ! aus den späteren Bergwerks-Bcrichten, da das Bergwerks- ! Archiv selbst keine Schriften und Verzeichnisse aus jener ^ Periode befitzt. ^ Nachdem das Oberbergamt zu Idria aufgehoben wor« > den, wurde im Jahre 1824 der Veamteustano neu geordnet; und eben diese Ordnung wurde bei der Negulirung vom Jahre 1831 bestätiget. Zum Stande des Vergamtes ge< hört nun: der Bergrath und Werksvorstand mit einem Aktnar, ^ der Vergverwalter oder Vcrgschaffer und Markscheider, der ! Hütten- und Fabriks-Verwaltcr mit einem Adjunkten, der ! Kassier mit einem Kontrollor, der Zeug- und Wirbschafts« ! Verwalter ebenfalls mit einem Kontrollor, der Schichtmeister, ! der Waldmeister,mit einem Oberförster und eiucm Unter- ! förster, nebst mehreren besondern Echreibbeamten. Unter den mindern Dienern werden gezählt: ein Oberkunststciger. ein Maurermeister, ein Obergruben-Huthmann, ein Obcrhüttcn- ^ Huthmanu, zwei Grubeilhuthleute, zwei Hüttenhuthleute, ! zwei Kratzcnfüllcr oder Schichtarbrit'Aufseher, zwei Schacht- > meister, mehrere Schichten-, Hütten-, Gappel-, Schmied', ! Zeug- uud Pochwerks-Aufsehcr. ein Wagmcistcr, ein Silber- ! liinder, nebst andern mindern Aufsehern, dann ein Spediteur ! zn Oberlaibach und nun zu Loitsch. Im Ganzen sind gegenwärtig 24 Beamte nnd 43 Aufseher oder mindere Diener am Bergwerke angestellt. Der Grubenbau wurde in dieser Veriode nach und nach immer mehr ausgedehnt; man drang weiter in die Breite, wie auch in die Tiefe. Unter dem Werksuorstande Anton Hanptmann wurde thcilnieise noch in den älteren ^ Feldern gehanen, namentlich im Mittel- und im Wasser- I ^ ftlde, dann in dem kurz vorher eröffneten Hemme- und ^ Klementifeld; man schloß aber bereits auch das in einer ! Tiefe von 103 Klaftern liegende Grubenfrld auf, welches ^ nach dem eben angeführten Vergrathe das Hauptmannsfeld genannt wurde, und mit dem Wasserfclde durch den Lam bergrollen verbunden war. Nach einer im Pfarr-I archive zu Idria aufbewahrt gewesenen Handschrift vom I. ! l762 geschah in dem vorhergegangenen Jahre eine Pulver-l Erplosion in der Todtenteufe, wobei einige fremde Besucher z verschüttet wurden, ein Bergknappe Namens Andreas aber ^ wunderbar errettet ward. Das Todtenteufer - Gesenk wurde ! seitdem das Maria - Geburtsgeseuk genannt, weil sich ! die angeführte Begebenheit zur bemeldeten Festzeit zugetragen ! hatte. Unter den folgenden Vorständen, Anton v. Sartori ! und Johann Grafen v. Inzaghi, wurde besonders im Wasser-! felde mittägig gearbeitet, wie es die nach Beiden benannten Schläge, das Sartori« und das Inzaghi < Gesen k, andeuten. Daselbst entzündeten sich im Jahre 1767 die Gru-^ benwettcr oder brennbaren Gasarten, verbrannten und be» schädigten drei oder vier Mann. Auch wurden weiter abwärts in einer Tiefe von 110 Klaftern neue Strecken eröffnet, welche das Karolifeld, dann das van Swicten-feld genannt wurden. Außerdem wurden Hoffnnngsschläge begonnen, um die Nord- und Ostseite des Gebirges zu unter« suchen. Der Maria«Empfängnißstollen wurde im I. 1765 mitten in der Stadt gegen Mitternacht eingetrieben und 200 Klafter weit fortgeführt: aber im Jahre 1766 entzündeten sich die Grubenwetter, und 13 Mann wurden mehr oder weniger beschädiget. Da es sich zeigte, daß der ^ Haupterzgang nicht hinhielt, so wurde der Ball im I. 1772 ^ ertränkt. Auch der Magd alencnst ollen wurde im I. ! 1773 wieder aufgenommen nnd weiter gegen Morgen fort-! geführt; nachdem man denselben 300 Klafter eingetrieben hatte, wurde er als unbauwürdig ausgelassen. DaS ganze ^ Glubcngebäude datte im I. 1774 eine Ausdehnung von ! 330 Klaftern in der Länge, 130 Klaftern in der Breite und 111 Klaftern in der Tiefe. Alle diese Angaben sind aus Ferber's und Hacquet's Beschreibung des Bergwerkes ! Idria ersichtlich. (Fortsetzung folgt.) ! EMMmmatischez. . Wohnt Einer immer im selben Haus, ! Trägt Einer immer denselben Flaus, ^ Ißt Einer immer denselben Brei Und meint, daß gar nichts Bess'rcs sei, Als was er immer hat sein genannt, Wird er auch immer intolerant. ! Sonst hieß es, in der dummen Zeit: ^ Der Schuster soll beim Leisten bleiben. ! Icnt wär es wobl Vcrmessenheit, ! Ihm so Unbilliges vorzuschreiben. ! ______ Was kläfft der kleine Hund so laut? Damit auf ihn auch Jemand schaut. ' Wirst Du von Einem eingeschmiert Mit süßen Ncden und Caresscn, So heißt es, schnell die Haut salvirt, > Sonst wirst Du schließlich aufgefressen. DrM inld Verlag vuu ^gll. V. Nlenlmayr 25 F. Bamderss m Laldach. — ncraniwornlcycr iilcdaclcur ,5. ^niiivrrg.