Mbllcher Nr. 190. Vr«numel»tion«pte<«: Im «omptoir ganzj. st. 11, halbj. fi. b 5U. ssüi die Zustellung ins Hau« halbl- 5« lr. Mit der Post yanzl. fl. ,5, halbj. 7 5«, Mittwoch, 30. August. Insert lonsgtblll: Fill Neine V»sn»te »i« ,n < Zeiln, »b !r., «löhn« per »jeile e tr., bel öftnen Wiebclholungen p« Znle 3 ll. 1879. MMmllicher Tbcil. Der Rücktritt Andrassy's. Als die erste Kunde von dem wahrscheinlichen «tritt des Grafeu Andrassy anftam. da «ab es "Mr, welche nnt ganz ernsthaften Mienen das Pu-vMmu überreden wollten, daß dies ein längst vorher-scheuer, an und f,ir sich nnbedentender ^wischcnfall lr>, wegen dessen man weder innerhalb noch anßerhalb ^terreich-Ungarns sich aufzuregen brauche. Man lMid es so natürlich, daß Graf Andrassy qeht, da ja Wch schon langst seines Bleibens nicht mchi gewesen. ,>« ^'"Z"^ l'lbst n.achte aber alle Bemühungen l" r Verkle.uerer zu Schanden, und man faßte es in ganz Europa m seiner vollen Bedeutung ans. Heute cht mau im Gegeutheile. ohne einen Grund, ja ohne ö ntl!'^^'^""" ^"""',d dafür zn haben, die n . ^ ^ennmg mtt schnöder Frivolität zu allar-d m« ^'">^^^t die eben erst dnrch die Neubil-a N^ "F"/.h"uischell Ministeriums vorläufig ab-G a n"Än^l!^' ."!! ^^ch^u dem Rücktritt des 6'"Uitt d^ Grafen Taaffe wa m d da ani"!? ^rauszufixden, der uie vorhanden Iste ^ fir die dak^eZeichKe "u"d " '« ^"' . Grsammtvaterland. gleichzeitig in G.s"l, ^."^"^e Vaterland sind andere kommt, und d e w . ^ ""c geht uud der der Absolutismus u d ^ d"i. ^Vergewaltig welche die Parteiran «ne und d. 3^7"'^ Nlu zu schall bei d.r ^!3 die <3>cn^tlonsmacherei haben, werden bereits geputzt j ^'l^"deu Einzug m Wien und Pest heraus- N""över. die nirgends ihre b«X,^ t>, "c. "ber schaden, sollten schon lä'nqst yn duckende Kraft verloren hab.n, und man solle M der That der Mühe überhoben sein. sie imn mm' ^"3 "'ÜI" "''f ihr Nichts urück Uhren zu müssen. Der Rückblick in die Leidensgeschichte der früheren Jahrzehnte, die Erinnerung au das naturgemäße Werden der heutigen Zustände, die Umschau m dem wirklichen Leben mußteu jeden vernünftigen Aienschen hierzulande davon überzeugen, daß weder Verfassung noch alle die freiheitlichen Errungenschaften aus politischem und bürgerlichem Gebiete von der ge-nngsteu Gefahr bedroht siud, daß niemand daran oentt und daran denken darf, an dem Bau zu rüt- eln. m dem Oesterreich.Ungarns Völker wohnen. Die ueoentlichen Motive der Demission des Grafen An-"rajjy slild cbeilfo wenig haltbar, wie die fiustercn Folgen der Bildung des neuen Ministeriums Taaffe. Wäre irgend eine Gefahr für den Fortbestand des dualistischen Grundgesetzes zu befürchten, so wäre Graf Andrafsy nicht gegangen. Die ganze Vergangenheit dieses Mannes, sein rastloses Kämpfen für die Schaffung eines wahrhaften Vcrfassungslebens. sein hin-gcbcuder. zu alleu Oftfern fähiger Patriotismus bürgen dafür, daß er nicht unthätig sich zurückziehen würde, weuu er irgend eine Combination voraussehen tonnte, welche die solidarische Existenz der Verfassung in beiden Landern bedrohen uud deren auf dem Dualismus gcgrüudelc gegenseitige Beziehungen zu altericren vermöchte. Graf Taafse denkt nicht an eine Reaction, nicht an eine Verkümmerung der von dem Kaiser zugesicherten und stets hochherzig geschütztcu Volksrechtc. Er will allerdings den nothwendigeil Ausgleich zwi-scheu deu bis jetzt haderudeu uud feiudlichru Brüdern, aber nur auf verfassungsmäßiger Grundlage. Das wissen seine Freunde ebenso gut wie sciue Anhänger, und nur die verbissenen Feinde yu^nä niöm6 jedes Ansgleichs und jeder Vcrsöhnuug behaupten gegen ihre bessere Ueberzeugung das Gegentheil. Graf Andrassy hat aber nicht minder als Graf Taaffc ein uubestritteues Recht, vou allen zu ver-laugeu. daß man seine ehrlichen Absichten und seine loyalen Versicherungen achte und ihn nicht in Verbindung bringe mit traurigen Combinationen, die ihren Erfindern nur zur Unehre gereichen. Graf Andrassy war und ist der Träger des vollsten Vertrauens des Kaisers, er steht in dem höchsten Ausehen bei den Kabinetten Europa's; ihm ist es gelungen, die Monarchie auf eine Höhe der Macht und des Einflusses wieder zu erhebeu, wie lauge nicht vorher; er hat. wie ein bedeutendes englisches Blatt gesagt, die schlimmen Folgen des russisch-türkischen Krieges vermieden, ohne sich direkt am Kampfe zu betheiligen; er hat zur Einigung Europa's und zur Regelung der orientalischen Frage wesentlich mitgewirkt. So war er nach Außeu uud im.Innern nur ein Schätzer und Vertheidiger der constitutiouellen Rechte stets und überall, uud seiner wohlwollenden unparteiischen Vermittlung gelang es öfter wol. als man es heute schon anerlen-nen will. unangenehmen und bedeuklichen Conflicten zwischen beiden Neichshälftcn vorzubeugen. Er hat sich um sein Land. im weiteren wie im engeren Sinne des Wortes, verdient gemacht, und sein Rücktritt ist unter allen Umständen ein Verlust, deu man später noch schwerer empfinden wird als heute. Aber jetzt schon wäre es Pflicht uud Schuldigkeit, daß ihm im eigenen Lande nur eiu Theil der Ehre angethan würde, die ihm im reichen Maße die Presse des Auslandes zollt. Die heurige Ernte und deren Consequenzen. Trotzdem die Ernte-Arbeiten in der österreichischungarischen Monarchie noch im vollen Zuge sind. liegen doch bereits so verläßliche Auhaltspunkte für die Schätzung der zu erwartenden Erträgnisse vor. daß man nunmehr ein ziemlich richtiges Gesammtbild der heurigen Ernlc sowie ihrer Rückwirkung auf Handel und Verkehr zu gewinnen vermag. Daß dieses Bild im ganzen uud großen kein besonders erfreuliches ist, dafür liegcu iu deu jüngst veröffeutlichtcn Berichten des diesseitigen Ackerbau- und des ungarifchcu Handelsministeriums authentische Belege vor. So viel ist gewiß, daß das Ernte-Ergebnis in der westlichen Reichshälfte weit hinter den gehegten Erwartungen zurückbleiben, in der östlichen Reichshä'lste aber nicht einmal die bescheidenen Dimensionen der Mittelmäßigkeit erreichen wird. Das ist eine Thatsache, die in einem vorwiegend Ackerbau treibenden Staate wie Oesterreich-Ungarn schwer ins Gewicht fällt, zumal die Hoffnung anf eine Besserung der allgemeinen wirthschaftlichen Verhältnisse wesentlich von der Aussicht auf eine Besserung der Lage der bäuerlichen Verhältnisse bedingt ist. Hat der Landwirth eine gute Ernte und ist er in der Lage, die gewonnenen Bodenprodukte rasch und zu verhältnismäßig günstigen Preisen zu verwerthen, dann wächst auch seine Consnmtionsfähigkeit, uud die Folge davon ist eiu vermehrter Absatz von gewerblichen und Industrie - Erzeugnissen, sowie ein Aufschwuug von Handel und Verkehr überhaupt. Tritt aber das Gegentheil ein. das heißt, fällt die Ernte schlecht aus, dann sinkt auch die Kaufkraft des Bauers und mit ihr die Aussicht auf eine Besserung von Handel und Verkehr. Allerdings kann von einer förmlichen Mißernte weder in Ungarn noch in der westlichen Reichshälfte die Rede sein. und der günstige Stand der Knollengewächse sowie der meisten Handelspflanzen bürgt dafür, daß es wenigstens an einem theilweisen Ersatze für den Ausfall an Halmfrüchten nicht fehlen wird. Auch sind die Futtergewächse im Ganzen und Großen recht gut gerathen, so daß selbst dem kleineren Landwirthe die Möglichkeit geboten sein wirb. durch eine intensiver betriebene Viehzucht den bei den Körner-früchteu erlittenen Schaden in etwas wettzumachen. Nichtsdestoweniger wäre es ein unberechtigter Optimismus, den Einfluß des heurigen Ernte-Ausfalles auf Haudel. Industrie und Verkehr im allgemeinen uud auf die Verhältnisse der ländlichen Bevölkerung insbesondere, gering anzuschlagen, zumal die riesigen Getreidcmasseu, welche Amerika, Rußland und die Feuilleton. Kleine Reiseskizzen. d?^3^".^^ ^""F"sftstr. - Emc Vüllerschcidc. -^ Charakter ,,«>> ^ 5, Mcn-uttcn. — Das Ta» crcr Ahrntlial — Olann und das Anchclacrthal.^- Acl^r«.' Prans. - Niederdö und Toblach. — Ämpezzo,) üenau vergleicht einmal die Eisenbahn mit einer ^stnschlange. d,e sich durch die ehrwürdigsten Haine durch die mächtigsten Wälder durchfrißt. Er hat die Kation Frauzeusfeste nicht gekauut. deuu sein Ver- sN ^ l^z" schwach; dic Eisenbahn frißt sich M durch Festungswerke durch. Die Erbauer der MMlzensfeste haben sich schwerlich tränmen lassen, daß e" mal em Theil der Äefestiguug der Eismbahu Hal-a ^ '".l ""den müßte. Als die Pusterthalbahn abal ^"'^' '"'lßte wirklich eiu Theil der Forts Mlochm werden, um der Bahntrace Raum zu ei!.?"^ ?6 '""reu aber nicht die einzigen Schwierig-" eu, die sich dem Bau der Pusterthalbahu eutgegeü-E ^ es> ,„„^ ^H ^. ^,^ Schlucht, die der E5 l ^ 5"^ die Felsen gehöhlt, überbrückt werden. Ti'n,« . "? ä""r schon die in den Knegsannaleu ei,,;i ^elgeuannte Ladritscher Brücke, die in einem ül^>? . aen über den schauerlichen Abgrund führt, Muckt . ?"^ deu Äahuzweckeu nicht dienstbar ge-brück.n^ c?' Su wurde dann eine nene Ueber-"och d eiüÄV"'' tne oer Tcrraiuverhältnisse wegen die i>^. U ^" höher angelegt werden muhte, als "e Ladrüscher Brücke, uud die nun Gegenstand der i Bewunderung für alle Reisenden ist, welche sie zum ersten male sehen. Die Anlage der Bahn und die gewaltige Gitter, brücke fesseln aber den Beobachter nicht allein, es gibt da noch manches andere, das interessant ist. so das Leben lind Treibeu im Bahnhofe Franzensfestc. Man merkt da deutlich, daß man an einer Völlerscheide angelangt ist. denn das watsche Element tritt schon machtlg hervor, romanische Laute schlagen au unser H. uud Gestalten tauchen auf. die ' dcu südlichen Typus miverkeniibar an sich tragen. Auch das Klima wech elt hier scmeu Charakter; auf dem Äreuucr und ,m Pu terthale ist es rauh uud uordisch. hinter Fran-zensMte aber wird es weich und südlich; von Ärixeu )cr wehen müdere Lüfte, bis zu dem historisch be-launtm Plateau vou Spinges, sogar bis Mühlbach hmauf gibt es noch Wein. Mandeln und Feigen, dann ^"' tritt d,e nordische Vegetation hervor. Dieselbe Wandlung zeigt das Aussehen der Dörfer. Höfe. V"llftr u„d Kirchen; im Cisak- uud Etschthale herrscht mulerifchc Verballenheit. im Pnsterthale sind die V"Ml hoch und stattlich, sauber, wohlerhalteu; dort it dle Architektur alt, wettergebräunt und düster, hier ist sie lllng und frisch, von wohlgenährtem Anssehcn. "," ^""z"'6festc bis Mühlbach trägt die Landschaft noch judliches Gepräg.', dauu aber wechselt die Souue. Das Pusterthal ist ciues der längsten Thäler Tirols es ,st 23 Stuuden lang und besteht, ähnlich dem Wlppthal über den Brenner, aus zwei Theileu. dem Rlenz- und dem oberm Draulhal, die vou eiu. auder durch dcu Sattel des Toblacher Felds 1204 Meter getrennt sind. Es gibt schönere, großartigere Thaler m Tirol, aber teins ist so besucht, als das Pusterthal, uud das hat seineu Grund darin, daß bei dem Pnsterthal eigentlich die Nebenthäler die Hauptsache sind. denn während das Pusterthal stellenweise sehr monoton uud langweilig ist, euthalten die Seitenthäler alle Reize des Hochgrbirgs; noch mehr: vom Pusterthal aus gelangt mau am bequemsten mitten hiueiu iu die Dolomitbergc, die durch das Bizarre ihrer Gestaltung, sowie durch deu Zauber ihres Farbenwechsels in der Abendbeleuchtung einen unauslöschlichen Eindruck machen. Ich saß allein im Coupc, uud da es noch sehr früh am Tage war. so hatte ich eigentlich Lust, noch ein wenig zu schlafen, allein die Erwartung des Kommenden ließ mich nicht die Augeu schließen, ich spähte aus nach der ersten Dolomitspitze. Dazu wurde die Erinnerung an alle die Touren wach. die ich in die Seitenthäler hinein gemacht hatte. Mit Ausnahme des Gsießerthals habe ich alle Seitenthäler besucht und habe viele der bedruteuosten Berge bestiegen. Ich saß also am Fenster und blickte hinaus und freute imch, wenn ich einen alten Bekannten unter den auftauchenden Äergriesen erkannte. ,. ^ , Bevor man Miihlbach enelcht steht man oben im Wald eine umfängliche Ruine, das 'st Rode eck einst eine stattliche Burg. jetzt ein Trümmerhaufen sie wurde inst vom Ka.fer Max I dem 3i, ler von Wollenstein für geleistete Kr.egsdlenste ve^hen. E.n Wolken teiner soll einmal ansehnliche Schatze von Büä erM Münz n Antiken und anderen Dmgen ge-^ m,7<5,^,^ dk jedoch später verschleudert wurden. I t7 ^ e Ämg d " sichem Verfalle geweiht. Hinter Müklbach ist d?e cmst viel umkämpfte Mühlbacher Klause, eiu Festungswerk aus früheren Tagen, M 163« Donaufürstenthümer auf die europäischen Märkte werfen, eine größere Preiserhöhung gar nicht aufkommen lassen, somit auch keine Aussicht vorhanden ist, daß sich der österreichische oder ungarische Landwirth für den quantitativen Ausfall der Ernte durch cinen entsprechenden Preisauffchlag an seiner Ware schadlos zu halten in der Lage sein wird. Es tritt nun die Frage heran, was zu geschehen habe, um der durch das ungünstige Ergebnis der Getreide-Ernte drohenden Calamität wirksam zu begegnen und Mittel und Wege zu finden, die Kaufkraft der bäuerlichen Bevölkerung zu erhalten und zu heben. In dieser Richtung erscheint es dem ..Prager Abendblatt", dessen Ausführungen wir hier wiedergeben, nothwendig, vor allem den Muth nicht sinken zu lassen, sondern eingehend alle Verhältnisse zu erwägen und alle Conjuncture« auszunützen. Man darf eben nicht vergessen — meint das oben genannte Blatt. — daß trotz der erdrückenden Concurrenz des amerikanischen und russischen Getreides gewisse österreichisch-ungarische Körnergattungen und sonstige landwirthschaftlichc Produkte immer ihren Platz auf dem Weltmärkte behaupten werden. Banater Weizen z. B. und ungarische Mehle werden in Bezug auf Qualität von keinem ausländischen Erzeugnisse übertroffen und können deshalb unter allen Umständen auf lohnenden Absatz rechnen. Mährische und ungarische Gerste ist für bessere Biersorten ebenso unentbehrlich wie böhmischer Hopfen, und daß auch unser Gebirgshafer sich großer Beliebtheit erfreut, ist bekannt. Nachdem nun auch die Rinderpest seit einiger Zeit in der ganzen österreichisch-ungarischen Monarchie vollständig erloschen ist, fo erscheint die Hoffnung anf baldige Beseitigung der m Deutschland und anderen westeuropäischen Ländern noch bestehenden Grenzabsperrungs - Maßregeln für österreichisch^ungarisches Vieh und damit auch die Aussicht auf eiuen lohnenden Viehexport umso weniger illusorisch, als England, Frankreich und ein großer Theil von Deutschland seit jeher gewohnt waren, einen namhaften Theil ihres Viehbedarfes aus Oesterreichs Ungarn zu decken. Und so ließe sich noch eine ganze Reihe von Budenprodukten und landwirtschaftlichen Erzeugnissen anführen, die unter allen Umständen auf guten Abfatz rechnen dürfen, wenn unsere Produzenten und Händler es nur verstehen werden, die einschlägigen Eonjuncturen richtig und rechtzeitig auszunützen und wenn sie hiebei durch eine rationelle Zoll- und Wirthschaftspolitik, auf welche alle Aussicht vorhanden ist, wirksam unterstützt werden. Um jedoch eine rationelle Wirthschafts- nnd Handelspolitik zu ermöglichen, erscheint es ebenso vor allein nothwendig, daß diejenigen, welche traft der ihnen übertragenen Mandate berufen sind, die Interessen der Bevölkerung in den parlamentarischen Körperschaften zu vertreten, den wirthschaftlichen Fragen das entsprechende Verständnis entgegenbringen und auch deu festen Willen bekunden, den einschlägigen Angelegenheiten die gebührende Aufmerksamkeit zu widmen. Gerade der Umstand, daß der minder günstige Ausfall der heurigen Ernte die Pflege der wirthschaftlichen Interessen dringlicher als sonst erheischt, ist ein so gewichtiges Argument gegen das weitere Festhalten der von der böhmischen Opposition bisher beobachteten Passivitätspolitik, daß die Hoffnung auf den endlichen vollständigen Bruch mit dieser Taktik dadurch nur eine weitere Rechtfertigung erhält. In der That ist es auch namentlich die ländliche Bevölkerung der czechischen Bezirke, welche den Eintritt ihrer Vertreter in den Reichsrath aufrichtig wünscht nnd es tief beklagen würde, wenn die Erwartung, daß dies schon in der bevorstehenden Session geschehen werde, sich nicht erfüllen follte. Hoffentlich ist diese Eventualität nicht mehr zu besorgen, denn die Erkenntnis, daß es des allseitigen Zusammenwirkens bedarf, um eine dauernde Besserung der wirthschaftlichen Zustände herbeizuführen, ist nunmehr eine fo allgemeine, daß sich ihr auch die Wortführer der czechoslavischen Bevölkerung kaum länger entziehen können. Die parlamentarische Situation in Italien. Bekanntlich hat sich das gegenwärtige Kabinet Cairoli schon bei seiner Zusammensetzung nicht voll« ständig constituiert, sondern wurden zwei Portefenillcs, jenes des Handels und Ackerbaues sowie jenes der Marine, nicht besetzt und interimistisch vom Ministerpräsidenten und Minister des Aeußern, Eairoli. das erstere, vom Kriegsminister Borelli das zweite übernommen. Anfangs hieß es allgemein. daß dieses Provisorium blos ein vorübergeheudes sein und die beiden vacanten Portefeuilles sofort durch geeignete Persönlichkeiten ersetzt werden würden, in letzter Zeit scheint man aber von dieser Idee abgegangen zu sein und die Absicht zu hegen, diese Portefeuilles so lange offen zu lassen, bis die von Eairoli angestrebte Re-constituierung der Parteien erfolgt ist und das Kabinet sich durch neue Elemente verstärkt. Die mit dem frühereu Ministerpräsidenten Depretis, dem früheren Finanzminister Magliuai und dem einstigen Marine-minister Brin geführten Unterhandlungen wegen deren Eintritt ins gegenwärtige Kabinet sind, wenn auch vorläufig vertagt, durchaus nicht aufgegeben, und wird Me Reconstitu,erung des ueuen Kabincts sofort erfolgen, sobald der Senat sich definitiv über die Mahlsteuer allsgesprochen hat und der unselige, zwischen Kammer und Senat heraufbeschworene Conflict in einer oder der anderen Weifc ansgeglichen ist. Bekanntlich hat nämlich der Senat die Beschlüsse der Kammer wegen Abschaffung der Mahlsteuer auf die niederen Getreidegattungen angenommen, jedoch die Prüfung der übrigen Vorschläge der Kammer über die gänzliche Abschaffung der Mahlsteuer, da dieselbe ohnedies erst zu einem späteren Zeitpunkte in praktische Wirksamkeit tritt, sich für den Herbst vorbehalten, und die betreffende Entscheidung schwebt daher noch. In der Kammer selbst sind die Ansichten über die Haltung des Senates getheilt, da ein Theil — und wie es scheint, die Majorität der Kammer — die Competeuz des Senates, von der Kammer dekretierte Finanzgesetze zu ändern, zu amendieren oder gar zu verwerfen, absolut leugnet und behauptet, daß der Senat mit seiner Weigerung, die gänzliche Abschaffung der Mahlsteuer auszufprechen, seine Prä rogative überschritten habe, während ein anderer Theil der Kammer, die Competenz des Senates auch in Steuerfragen anerkennend, die Ansicht vertritt, der Opposition des Senates uder der Abschaffung der Mahlsteuer durch einen tüchtigeu Senaturenschub abzuhelfen, mittelst dessen sich die Regierung eine feste Majolitüt im Senate bilden möge, über die sie gegenwärtig nicht verfügt. Dieser Conflict mit dem Senate muß nun jedenfalls in einer oder der andern Weise gelöst werden, ehe die von Cairoli angestrebte Reconstituierung des Mmisterinms. dcsfcn Haupt er ist, auf weiterer Grundbafis erfolgt, und mit dieser seinerzeit vorzunehmenden Reconstitnierung des Kabinets hängt wol auch die bisher nicht erfolgte, fönst ganz unerklärliche Verzögerung in der Besetzung der General-(Unterstaats-) Sekretärposten zusammen, da man annimmt, daß auch diese, sonst gleichzeitig mit der Ernennung der Minister erfolgende Äesctznng dieser hochwichtigen Posten aus dem Grunde nicht erfolgt sei, um eben die erwähnte Reconstituierung des Kabinets auf breiterer Basis zu ermöglichen. Die Generalsekretäre sind in Italien nicht blos Administratoren oder höhere Beamte, welch den Dienst' gang in den verschiedenen Ministerien überwachen und die Detailarbeiten ausführen, fondern politische, der Kammer oder dem Senate entnommene Persönlichkeiten, welche, den Reihen der jeweiligen parlamentarischen Majorität entnommen, dem Ministerium die politische Färbung verleihen nnd von deren richtiger Wahl oft das Schicksal des ganzen Kabinets abhängt; die Ernennung derselben ist daher von hoher Wichtig" teit, da blos nach derselben die Constilniernng des betreffenden Kabinets als eine vollständige angesehen werden kann. Im gegenwärtigen Kabinette nun wurden bisher — wie man der „Mont.-Rcv." aus Noni schreibt blos fünf Generalfekretariatc, und zwar jene des Aeußern. der Justiz, der Marine, des Handels, des Ackerbaues und des öffeutlichen Unterrichtes besetzt, während die übrigen vier Gcneralsetretariate, nnd zwar die wichtigsten, wie z. B. jene des Innern, der Finanzen, des Krieges und der öffentlichen VaU" ten, noch unbesetzt sind, woraus man schließt, tm dieselben absichtlich offen gehalten werden, nm die oft erwähnte Reconstitnierung des Kabinets auf breiterer Basis zu ermöglichen, und nach der schon Ende dieses Monats erfolgenden Rückkehr des MinisterpräsideuteN Cairoli auf seinen Pusten wird auch in dieser Rich' tung eine Entscheidung erfolgen. Mit allgemeinem Veifalle und befonderer Befriedigung wurde die Ernennung des bisherigen Vertreters Italiens am griechischen'Hofe. Grafen Maffe», zum Generalsekretär im Ministerium des Aeuhern begrüßt, da Graf Maffei von feiner früheren Thätigten als solcher im ersten Ministerium Cairoli ein sehl glltes Andenken hinterlassen hat und das vollste Vertrauen der Mächte genießt. Graf Maffei ist nicht nur ein sehr gescheidter und erfahrener Diplomat, fonderu auch ein loyaler und ehrlicher Politiker, dessen Hal-tung. auf der Achtung der Verträge und der Rechte anderer basierend, stets eine durchaus corrette war und von dem Intriguen und gewagte politische Abcnteu^ nicht zu besorgen sind, und kann siH daher He^ Cairoli zu dieser Wahl blos Glück wünschen, da Gm Maffei allgemein iM'«0Md ^ ltti^ima ist. Der italienische Botschafter am Wiener Hofe» Graf Nobillant, ist. nachdem er vor der Abreise de» Königs von Sr. Majestät in Privataudienz empfangt wurde und sowol mit Herrn Cairoli als mit del" Grafen Maffei eingehend conferiert hat, auf sein^ Posten abgereist. Graf Robillant bringt die beruhl' gendsten Versicherungen über die Intentionen ^ Kabinets Cairoli mit, welches fest entschlossen ist, el" intimes Freundschaftsverhältnis mit Oesterrclch-Ullgal" zu kultivieren nnd alles aus dem Wege zu rüumeH was die herzlichen Beziehnngeu zwischen beiden durO nur noch ein hohes, zerschossenes Mauerwcrk ohne Dach, an den Ecken mit Thürmen bewehrt, deren höchsten die Eisenbahne^bauer gesprengt haben. Die Station Vintl am Eingänge des Pfunder-thales uud die Station Ehrellburg mit dein Schlöffe gleichen Namens erregen wenig Interesse. Hinter Ehrenburg verengt sich das Rienzthal zu einem sogenannten Kniepaß, und der Fluß mußte sich bequemen, sein Jahrhunderte altes Bett zu verlassen und der Bahn abzutreten, es wurde ihm ein neues in den Felsen gesprengt. Hinter Ehrenburg ragen auf schruffem Felsen die Ruinen des alten Frauenklosters Nonnenburg, das einst der Sitz mächtiger und adelsstolzer Nonnen war, unter Kaiser Josef aber aufgehoben wurde. Es war noch nicht die neunte Stunde, als sich mit einem male die weite fruchtbare Thalfläche von St. Lorenzen und Bruneck aufthat. Bei St. Lorenzen soll einmal die Römerstation Litomum gestanden sein. An dem freundlichen Brunecken vorüberzufahren konnte ich nicht über mich bringen, und fo wurde denn auf einen Tag hier Halt gemacht. Bruneck ist die Hauptstadt des Puster-tyales, eine nette, reinliche, wenn auch kleine Stadt, aber es ist berühmte Sommerfrifche und Ausgangspunkt für verschiedene Touren, so ins Ennebergische, ms Taufererthal u. s. w. Den Rest des Vormittags benutzte ich zum Flanieren in der Stadt; ich besnchte das Schloß, um das iin Halbkreis herum Arunnecken liegt, und betrachtete cmige Edelsitze. an denen die Pusterthaler Stadt nicht arm ist. Mmags speiste ich un Oasthof „zur güldenen Sonne". und zwar echt tirolerifch. Das Menu bestand aus Tiroler Knödeln in der Suppe, dem folgten Tiroler Knödel mit eingemachten (gedünsteten) Hühnern und Tiroler Knödel mit Sauerkraut. Der Umfang des einzelnen Knödels war der einer mäßigen Weltkugel. Nachdem ich drei dieser Ungcthüms bewältigt hatte, war ich gesättigt, aber es kam noch Rindfleisch mit Senfsauce. Kalbsbraten mit Salat und eine Mehlspeise, und wunderbar! ich konnte auch davon noch einiges nnterbringen. Was die Tiroler Luft für Wunder zn stände bringt! Als es zum Zahlen kam, war ich nicht wenig erstaunt, daß diese Masse von culinarischen Produtten nicht mehr als 60 kr. kostete. Nachmittags machte ich eine Spazierfahrt nach Täufers und in das Ahrnthal. Die alte Burg Tanfers stand noch da in ihrer alten, verwettertcn Schönheit, auch der Schwarzcnstcin-Gletscher der Zillerthaler Gruppe leuchtete noch immer ans dem hintern Ahrnthale. aber die Ortschaft Täufers war nicht mehr die alte reizende Sommerfrifche, wie ich sie kennen gelernt: das Elementareieignis im vorigen Jahre hat sie total verwüstet und umgestaltet. Und heuer soll das Tauferer Thal von einem ähnlichen Schrecken heimgesucht worden sein. Am nächsten Morgen fuhr ich weiter im Puster-thale; nächst der Station Olang gewahrt man rechts die ersten Dolomite, es sind die Cnneberger und Pragser Gebirge. Aber wie seheu sie diesmal aus! Ihre Gipfel und Grate und alle die Rnnsen. die an ihren Wänden nicderlaufen. siud mit frisch gefallenem Schnee bedeckt. Cin wunderbarer Gegensatz zu dem frische Grün der Wälder und Wiesen im Thale! Auch drüben auf der Riesen-Fernergruppe im Anthelge»thale liegen frisch gefallene Schneemassen. Im Gebirge gilt der Grundsatz, daß, wenn rs im Gebirge schneit, dann schönes Wetter folgt. Und wirklich waren dem letzten Schneefall sonnige Tage gefolgt, die alle in den verschiedenen Kurorten und Sommerfrischen harrenden Touristen U^ Bergsteiger mobil machten. In Niederdorf, in welches ich des gnten Essens bei der Frau Emma wegen 3",^ laaMation machte, sieht man jetzt allerdings kei^ Tunristen mehr. die halten sich jetzt meist in ToblaH am Eingänge des Ampezzaner Thales, auf. aber v? alledem hat Nicderdorf seine Sommergäste, und bes^" ders die Frau Emma im ..schwarzen Adler" hat ^ nicht nöthig, auf den Pächter des neuen Südbah^ Hotels in Toblach eifersüchtig zu sein. Der Gcgem? in den Preisen allein entscheidet zugnnsten Nicderdor>,' Damit soll nicht gesagt sein, daß Toblach theuer ^' die Preise sind den Verhältnissen entsprechend. 3"^l als Niederdorf Ausgangspunkt für das Ampezz^^ und Toblach noch nicht Station war. mußte "wN ^ Niederdorf einkehren; wer jetzt in die Wunder»" der Dolomite will. verläßt gleich in Toblach die ÜM Deshalb findet mall in Niederdorf fast nur Sow"" gaste, Engländer, Wiener. Norddeutsche. <«,Her Von Niederdorf aus machte ich einen AM^„ ins Pragser Thal zn dem berühmten Wildsec "'^ ^ zwei Badeorten. Altprags und Neuprags; lcyi auch Möselbad genannt. Beide Bäder haben ihre «7 ßen Schönheiten, Neuprags hat in der Nähe ^M'' reichen See, Altprags hat den an botanischen ^Heii heiten äußerst reichen Wiesenplan mit dem ^'".„„lal Dolumitenpanorama. Man muß diese Wiesen ^ elt geschasst und damit wieder eine der noch unerledigten Bestimmungen des Berliner Vertrages rrMt werde. Die Pforte wird sich zu den für sie nun "«mal mcht zu vermeidenden Zugeständnissen bestim« '«en lafjeu nnd Griechenland seine Ansprüche reduciern, wenn es steyt. daß Europa in seinem Friedens-" oursms blutweuig ^ieigllug verfpürt. die Differenz Mii ües Besitzes von Ianina zu einem blutigen Eon-X? ""Swachsen zu lassen. Um diese Stadt uud ihr "l»tt. sowie uul den Gau von Prevesa dreht sich u°tt detauutlich die helleuo-tintlsche Eonlroverfe bei-aye enlzig uud allein; über das H)iehr oder Weniger mger Qnadratlucilen in, thessalischeu Gebirge hätte U V sch"l liulc,st verständigt, wäre nicht dnrch die Meuischen Aniprilche auf den südlichen Zwickel von ^puus fur die Pforte die griechische Frage gleichzeitig V ^ "banchsche gewordeu Das Kabiuet von a >s ^ ^^ >^ "ul die Beschlüffe des Berliner Eon-t,. ' bezüglich seines Vorschlages über die even-I)pM.,...^^' ^'"zlillle dem Antrage Waddiligtons o Di.^ <^ Miche Epirus in dieselbe e.n-aNr.<^ ^orte weigerte sich, diese Gaue ebenfalls si , vm .?'^ ^'^ du Albaueje.i vor. letztere haben ^der^^V u^ !7"ltützt. zu^erg^chem mit bewafsi.ete/tz d ,i m '^'7".' "^Ich os"'. «nch fuug von eite sieche m,^Ä"^' ber Äesttzergrei-wolle... Sie 'uachm , '' 7^. ^'d"stand leisten zu Mrweö an das KönNi .i ^'"'Ul!1 ih"'s ^renz-Menmrcmocu anselnand a/,^ ,,'".'^"" "Mchlcdeueu tegische undw.rthschafi^ "at'onale. strä- ng daß die Bevöl^ Sie weisen Gebietes ,„ i r"^^ '" ^age stehenden U"d nicht he ni^i^endsten Mehrheit alba nefisch ode ware, weil sie ihre Herden die Wiutcrmouate über nur auf den Weldegründen jener Niederuuqen zu erhalten vermögen. Major Henry Trotter vom köuiglichen Geniecorps, welcher behufs praktischer Durchführuug der anglo-lurtlschen Euuven,tiou im Juni 1878 zum briti. Wen Konsul in Erzerilin ernannt wurde, hat uuumchr veni auswärtigen Amte einen eingehenden Bericht über vlr Lage der Dinge in Kurdistan und Armenien unterbreitet. Infolge dieses Berichtes, welcher sich nicht nueln auf Beobachtungen m Erzernm. soudern auch aus "ue Wiutertour nach Diabetir uuo durch die beuach- l>^s ^" d"s Ampezzothal, nach Landro uud Schluder- «a,. zum Mifurinasee und den drei Zinnen, zum -"«"to Erystallo und zur Eroda Nossa qmg ich dies- d e ^ ' ^ ^'"^^ "h. "ls ich uoul Fassathal aus "e Dolomiten d.lrchqnertc. Aber dem Sextenthale br^ ^ "^ ^'ltte, und hinten im „Fischlein" orachte ch emige genußreiche Stundeu zu. Es ist das ^ b ^'^5 wunderbar schönes Wiesenthal an, ^ bcr Drelschnstersp.tze nnd Schnsterplatte, das ourch some Stille und MgelegenlMt nnd durch die nappanten Doluinitforuien eiilen unvergeßlichen Ein-ornck macht. Es hat die nicht zn unierfchätzl.'nde Eigen. ^"'^ daß es anch für deu schwächsten Fußgänger »nlgllch und erreichbar ist. Das Sexlmlhal selbst n nicht großartig, ans der eiucn Seite erheut sich der l« ggestreckte Hckm mit sanfter Abdachnng und fetten -v ttweiden. Man geht in das Sextenthal von Inuichen "3 l„ < '^"' ""d uraltem, wnnderthäligem, holz-i,/^"!^"i Ernafix aus dem 11. Jahrhundert. Das-17^,u "nmal Blnt geschwitzt haben, nnd zwar am der i, <. ^^' "lö am Tage nach dem Brande, sckun l,' . ^'^^ gewüthet nnd anch das Erneifix Wie V"^ "l^W'gt hatte. Ich fragte einen Meßner, Ial,re "ll^ ^'""stx fei, er meinte, wol über tauseud darüli^ ^ c. ^^ """u der Cho'helreu meiuc Zweifel vielleicht 7^"'' ^tc er gai. erusthaft: ..Es töuu'eu "elcht auch zweltauseud Jahre sein!" I.. barten kurdischen Provinzen stützt, hat die Regierung! auf Grund der Empfehlungen des Majors und deren Befürwortung durch Sir Henry Layard beschlossen, einen Generalkonsul in Sivas zu ernennen und dem-selben Assistenten in Erzerum, Diabekir, Kharput, Van, Bitlis, Musch und Martin beizugeben. Für den obersten Posten in Kleinasien ist Oberstlieutenant C. W. Wilson ernannt worden; als Assistenten wurden demselben die Hanptleute Eoopcr, Stewart und die Lieutenants Kitschenor und Ehermeidc beigegcben. Major Trotter nebst den Hauptleuten Eueres und Clayton verbleiben im eigentlichen Kurdistan. Diese beiden Beamten haben sich über die Lage der Bevölkerung zu unterrichten, die türtijchcn Behörden mit ihrem Rathe zu unterstützen nnd es ihnen möglich zu machen, die Verwaltung zu vereinfachen. Sie werden den Befehl erhalten, gegen jede Art von Unterdrückung uud Eor-rnption der Lokalbcamten zn protestieren und Bericht darüber zu erstatten. Seit anf der Balkan-Halbinsel wieder halbwegs geordnete Znständc hergestellt nnd für den strategisch wichtigsten Theil der asiatischen Türkei die britischen Beamten ernannt sind, welche dort eine Art von Oberaufsicht über die gesummte Verwaltung führen sotten, wenden die Engländer wieder Mittelasien eine erhöhte Aufmerksamkeit zu. Im Untcrhause hat die Session mit einer Debatte über Afghanistan ans-gekllmgen. aus der hervorgeht, daß mau keineswegs über die eventuellen Folgen der Machterweiteinng des anglo-indischen Reiches in der Richtung gegen die russische Machtsphäre in Eentralasien beruhigt ist. Man sieht nicht ohne Sorge die nentrale Zwischenzone immer mehr und mehr sich verengen. Selbst die von Ruß» land beabsichtigte Rückabtretung Kuldscha's an Ehina verstimmt in Alt-England. Gagesuemgkeiten. — (Das Turnwesen in Oesterreich und Deutschland.) Aus den vom derzeitigen Geschäftsführer der dentschen Turnerschaft. Dr. Gütz-lleivzig, in Berlin am firbenten deutschen Tnrntage Ende Juli l. I. erstatteten Geschäftsberichte entnehmen wir. duß die Zahl der Turnvereine Deutschlands und Oesterreichs sich zur Zcit mlf 203(1 beläuft, von denen 1830 zum Verbände der deutschen Turnerschaft gehören. Der Verband selbst zählt 105.000 Mitglieder, unter ihnen 87.500 praktische Turner. Die Organisation des Verbandes hat seit dein Dresdener Turntage 1875 erfreuliche Fortschritte gemacht. Die Iahnstiftuna, hat sich um !1000 Mark erhöht nnd verfügt jrtzt über 20.500 Mark. Die Kasse des Vrrbcmdcs, zu der 151,003 Turner jährlich 453<.1 Mark beisteuern, zcigt einen Bestand von 5tttt5 Mark. Das fünfte deutsche Turnfest wird über Beschluß des Turntages, welcher vyn 108 KreiSvcrtretcru und Abgeordneten aus allen Theilen Deutschlands und Oesterreichs besucht war, im nächsten Jahre in Frankfurt am Main abgehalten. Einen schönen Beweis von dem Fortschreiten der Turnkunst liefert die Stadt Berlin, welche derzeit 48 Turnhallen befitzt. — (Central - Petroleumlagerhaus in ^Uicn.) Der Handel mit Pctrolenm. namentlich für Hjlen und die Vororte, wu der Cunsum in den letzten Zähren die Höhe von 14/>W metrischen Tmmen per ^ahr überschritten hat. ruft bei deu einzelnen Verwaltungen der in Wien einmündcndru Aahnen das Bestreben wach. den Verkehr mit Petroleum au sich zu ziehen und in Bezug auf die längere Einlagerung desselben und durch zweckmäßige Einrichtungen für den Detailhandel Vorkehrungen zu treffen. Da jedoch die Aufstapelung von so bedeutenden Vorräthen au Petroleum eine drohende Gefahr für die Bahnhöfe nach sich zieht, so sah sich das l. t. Haudelsministerinm veranlaßt. Erhebungen zn pflegen, ob einer solchen Gefährdung nicht durch Errichtung eines Central - Pctrolcumlagrr-hanseS begegnet werden könnte, nnd sind die betreffenden Behörden dicsfalls ins Einvernehmen gezogen worden, u^V^ ^"^'e'"" nnsquartiert.) Der Zuckerbacker Herr Dwotat in der Ferdinandstraße in s i U war d.cscrwge nicht wenig überrascht, als er in 1"'"m Wlchl.znmnrr. an dcn Geschäftsladcn anstoßend, einen gr^en BiencnsclMarin niedergelassen fand. welcher dnrch das offene Fenster hineiugcslugcn kam. Alle Vcr-^ s.'!!'. "nsränchern und sunstigc Mittel halfen nicht. d>c Nachlicheu Gäste zu vertreiben. Schließlich war Herr H)wural gezwungen, mit seiner Familie anderweitig sich einzuquartieren. Um die Äiencu los zu werden, ließ er ein .Vumgfaß ms Zi„i„,^ schaffe,«, in welches die Viencn hincintrochcn. W^r der Bienenschwarm kam. ist un. belaunt. ^ ("'ealgymnasiu m in Serajewo.) Die „^usansto-Herzeg. Nuwine" theilen mit. daß die Landesregierung für Älisnicn und die Herzegowina in Sera-jewl) em Realgynlnasinin für Schüler jedweder Confession, dessen erste Klasse am 1. Oktober eröffnet werden soll. zn errichten beabsichtigt. Die Bezirksämter werden auf. gewrdcrt. bis Ende dieses Monates eine Consignation Mcr Knaben einzusenden, die zum Eiutrittc in diese Schule geeignet wären. '"(Gegen die Telegrafistinnen.) Das Institut der Telegrafistincn. welches von den Anhängern der Fraucuemancipation bei seiner Einführung iu die Reichs-Telegrafenverwaltung mit so großer Freude begrüßt wnrdc. scheint sich in Deutschland nicht bewährt zu haben, denn die deutsche Reichs-Telegrasenverwaltung ist bereits davon zurückgekommen. In der gesammten Neichs-Telegrafcnverwaltung sind zur Zeit nur noch 81 Telegrafengehilfinnen angestellt, und zwar sämmtlich im Bezirke des Großhcrzogthums Baden. Diese Beamtinneu wurden nur noch von der großherzoglich badi-schen Telcgrasenvcrwllltung mit übernommen. Sie beziehen Gehälter von 75>0 bis zu 105)0 Mark und außerdem den Wuhnnngsgeldzuschuß der Klasse V des Tarifes. Eine Neuanstcllnna. von Telegrafengehilfinnrn erfolgt in Dentschland nicht mehr. vielmehr wird. fobald eine dieser Beamtinnen aus dem Reichsdienste ausscheidet, diese Vacanz durch einen männlichen Telegrasenbeamten erseht. Im Privat-Telegrafendienst, demjenigen bei den Eisenbahnen, auch selbst auf den preußischen Staats-bahnen. werden die Telegrafengehilfinnen jedoch uoch hier und da beschäftigt. — (Eisenbahnunglück.) Auf der französischen Westbahnliiiie hat sich Donnerstag ein schweres Unglück ereignet. Der um halb l'» Uhr morgens von Argcntau abgegangene Personrnzng stieß zwischen Flers und Mont-srcret mit einem Gnterznge zusammen. Acht Personen, vier Reisende und vier Bedienstete, kamen ums Leben; 30 Personen, worunter 27 Reisende, wurden verwundet. Die beiden Lokomotiven und mehrere Waggons liegen in Trümmern, Ein Buhnhosinspektor, Namens Vnssel, der die Katastrophe verschuldet haben soll, wurde vcr« haftet. — (Eine Circusszene.) Im Theater Folies Vergöre in Paris führt Fräulein Bellium mehrere gezähmte Löwen vor. Am Sonntag, als der Abend sehr gewitterschwül war, empörte sich eine der Löwinnen und riß der Thierbändigerin mit der Tatze den Arm blutig. Die Verwundete rührte sich nicht, aber sie vermochte es auch nicht, nach der Thür zurückzugehen, denn die wilde Bestie versperrte ihr drohend dru Weg, Eine entsetzliche Lage für die Bedrohte. Zum Glück hatte der Vater des Mädchens die Gefahr bemerkt, sprang im entscheidenden Augenblick hinzu und schlug so energisch auf die Löwin los, daß diese heuleud in die Ecke floh. Fräulein Velliam war gerettet. — (Tunnel zwischen Spanien und Afrika) Das Projekt eines Tunnels zwischen Spanien und Afrika wird jetzt in englischen Ingenieurkreisen vielfach ventiliert. Dicfcr Tunnel würde auf der spanischen Seite unweit Algesira's, auf der afrikanischen zwischeu Tanger und Ceuta münden. Seine Länge würde etwa l4'/z, Kilometer bei einem Gefalle von 1 : 100 betragen. Da die größte Tiefe des Meeres in der Straße von Gibraltar 900 Meter beträgt und man beabsichtigt, zwischen dem Grunde des Meeres und der Tunnclwölbung einen Zwischenraum von W Metern zu lassen, so würde die tiefste Stelle des Tunnels 990 bis 1(X)0 Meter unter dem Meeresniveau liegen. fokales. — (Personal Nachrichten.) Der Präsident des Grazer Obcrlandcsgcrichtcs. Sc. Vxc. Herr Dr. Ritter v. Wafer, ist von seiner Urlaubsreise zurückgekehrt nnd hat wieder die Leitung drs Amtes übernommen, — Der Vizepräsident des Obcrlandesgerichtes, Herr Hermann Schmeidl, hat einen vierwöcheutlicheu Urlaub angetreten. — (Militär-Ernennungen.) Zu l. l. Lieutenants im activen Armeestande wurden ernannt: Die absolvierten Zöglinge des dritten Jahrganges der technischen Militärakademie in Wien: Victor Trexler Edler v. Lindeuau und Julius Schleyer beim Feldartillerieregimeute v. Hufmaun Nr. 12 nnd der absolvierte Zögling der Wiener-Nenstädtcr Militärakademie Conrad Pru» scnuwsly beim Insanicrieregimsntc Freiherr v. Kühn Nr. 17. — Ferner wurden befördert zu Kadetten mit dem Range vom 1. September b. I, nachstehende absolvierte Frequentanten der Kaorttenschule i Albert Go-gala. Richard Mayer, Heinrich Zumliu. Josef Winter, Iofef Kalister. Johann Konschcgg. Franz Drenig. Carl Dcmsar und Johann Haslmgcr. sämmtlich des Infanterieregiments Freiherr v. Kühn Nr. 17. nnd zwar ersterer beim Insanteruregimnite Erzherzog Ernst Nr. 43, alle übrigen im Regimente z Theodor Ell und Eduard Schiffneder des 7. Fcldjägerbatcullons in demselben, Peter Wrsfenberg und Alfred Bayer des 12. Iäger-bataillons, ersterer beim 19., letzterer beim 7. Bataillon; Philipp Suyer. LadislauS SrP und Franz »litter von Gugg des 12. ArtillerieregimeiltS. ersterer ve'M k. letztere beim 1. Artillerieregimente. Johann Kulisch des 9. und Carl PosPischil des 12. Artillcrieregiments, beide im Stande des lrtztarnannten Regiments. — «Kaiser sä,iehen.) DaS von der h'ss'gen llm,cr!chichc„, „„ wrlch.,,, l,ch z»hlr°,che ^ °'^"° mi. 5, 0« TlS« «!' 7?, <5,„«>ch Mayer mit 70 üd Ncwr «c «it 0? Pu,,lte»i - °«t der Lw«d° 1632 fchcibcMiefstcr Schuß): Ed. Sigmund aus Trieft. Prinz-hofer jun. aus Trieft, Louis Kurzthaler aus Domschale, Dr. Pauker aus Planina und B. Degischer. — (Kaiserfest in Schelimle.) Das Geburts-fcst Sr. Majestät des Kaisers wurde in Schelimle auf dem Besitze Sr. Excellenz des Herrn Grafen Josef Auers-perg in festlicher Weise begangen. Das anläßlich des silbernen Hochzeitsjubiläums im Kaiscrwalde hergestellte Plateau, auf dem die Kaifereiche steht, wurde vom Herrn Oberförster Vuschek in geschmackvoller Weise mit Fahnen nnd Lampions decoriert. Viele Hunderte Personen, darunter Graf Leo Auersverg, die Beamtenschaft von Großlaschiz sowie der Klerus und die <Äemeindevorstäude der nächsten Orte nahmen an dem Volksfeste theil. Der Toast auf Se, Majestät den Kaiser, welchen der Grundbesitzer Herr Mathias Hocevar ausbrachte, wurde mit nicht endcnwollendem Jubel begrüßt, und eine Abtheilung des Gesangsvereines der Laibacher Citalnica, welcher zum Feste geladen war, sang die Volkshymne. Ge-sangsvorträge wechselten mit Musikvorträgen, worauf ein Tanzkränzchen arrangiert wurde. Erst spät in der Nacht verließ die Gesellschaft das Kaiserplateau bei Schelimle. — (Aus dem S ch w ur ge rich ts s a a l e.) Der kaufmännische Lehrling Anton Zupanc, welcher in einer Nacht des heurigen Winters die in ihrem Bette fchlafcnde Magd feines Lchrherrn in Aßling mit einer Haue überfallen und schwer verwundet hatte, wurde in der gestern beim hiesigen Landesgerichte durchgeführten Strafverhandlung von den Geschwornen des Verbrechens des versuchten Meuchelmordes einstimmig schuldig erkannt und vom Gerichtshofe zu fchwcrcr Kerterstrafe in der Dauer von 3^/z Jahren verurtheilt. — (Die weiße Fahne.) Seit gestern morgens weht ober der Frohnvestc des k.t. Bezirlsgecichtes in Lack die weiße Fahne, zum Zeichen, daß im ganzen Sprengel desselben gegenwärtig niemand der Freiheit beraubt er« scheint. (Leider auch die Mörder des unglücklichen Bczirksrichters Dr. Kraus nicht!) Der gleiche Fall soll in Lack schon seit einer langen Reihe von Jahren nicht vorgekommen sein. — (Schadenfeuer.) Inder Ortschaft Nadomle im politischen Bezirke Stein kam am 16. d. M. um 1 Uhr mittags im Wohnhause des dortigen Grund-besitzers N.Kral ein Schadenfeuer zum Ausbrnchc, welches den Dachstuhl des genannten Hauses sowie eine nahegelegene, mit Getreide gefüllte Schupfe des Grundbesitzers vulgo Sorzet cinäfcherte und einen Schaden von 5- bis 800 st, anrichtete. Die zur Zeit des Brandes herrschende Windstille sowie der Umstand, daß beide Objekte unmittelbar am Mühlbache liegen, ermöglichten es, die Wciterverbreitung des Feuers hintanzuhalten. Leider erlitt bei den Rcttuugsarbciten ein Mann durch einen Sturz vom Dachgerüste eine schwere Verletzung des rechten Handgelenkes. — (Depeschen verkehr.) Amtlichem Ausweise zufolge wurden im Juni l. I. in den im Reichsrathe vertreteneu Ländern 389,140 gebührenpflichtige Depeschen befördert, um 28,166 weniger als im gleichen Monate des Vorjahres; davon wurden 305,632 bei den Staatstelegrafenämtern und 22,207 auf den Eisenbahnstationen aufgegeben, 61,301 waren ans dem Auslande angekommen. An Gebühren wurden 236,399 st. cin-gehobcn, also um 17,177 si. mehr als im gleichen Monate des Vorjahres. Original - Korrespondenz. Bischofiack, 19. August. — Auch unser freundliches Städtchen feierte den Allerhöchsten Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers in würdiger Weise. Vormittags fand ein Fcstgottesdienst statt, an welchem sich sämmtliche Beamten nnd Honoratioren sowie zahlreiche Andächtige betheiligten. Abends versammelte sich eine allen Ständen angehörlge Gesellschaft in den festlich decoriertcn Räumen des gastlichen „Stemerhof", um den Geburtstag des geliebten Monarchen in patriotischer Weise zu beschließen. Fahnen in allen Farben, Wappenschilder, Transparente und vielfarbige Lampions verliehen den Lokalitäten einen besonderen Reiz. Nach einem von dem gegenwärtigen Leiter des Gerichtes, Herrn Adjunctcn Rudolf Khern, gesprochenen Toaste auf Se. Majestät den Kaiser, welcher in aller Herzen ein freudiges, vielstimmiges Echo fand, wurde die Volkshymne gesungen und ein bengalisches Feuerwerk abgebrannt, während Pällerschüsse weithiu in die herrlichen Thäler der Umgebung Lacks ertönten. Hierauf wurde von der hiesigen freiwilligen Feuerwehr ein mit vielen sehr hübschen Gewinsten ausgestatteter Glückshafen arrangiert, welcher alle Theilnehmer in der angenehmsten Weise unterhielt. Unsere Sänger erhöhten die freudige Stimmung des Festes, welches leider durch den eingetretenen strömenden Regen einigen Abbruch erlitt, durch Vortrag mehrerer sehr gelungener Lieder. Danksagung. Aus Aulah des Allerhöchsten Geburtsfestes Sr. l. und t. Apostolischen Majestät Kaiser Franz Joseph 1. hat Sc, Hochgeboren der k. l. Herr Landespräsident Franz Kali in a Ritter von Urbanow dem allgemeinen trainischen Militär-Vcterauenvcrcin den Betrag von fünfzig Gulden gespendet. Die Vcreinslcitung sieht sich nach Ausschus>bcschluß an genehm verpflichtet, dem edlen Herrn Spender für das hochherzige und namhafte Gescheut im Namen des allgemeinen lrainifchen Militär - Veteranenvercins hicmit öffentlich den tiefgefühlten, ergebenste» Dank auszusprccheu, Laibach, 19. August 1»?'.). Die Leitung des allgemeinen krainischcn Militär-Veterancnvercius. V. Lichtenegger m. p., Georg Mihaliö m. i»., Sekretär. Vorstand. Neueste Post. O ria. i >,a l-Telea.l amm e der „Laib. Zeitung," Wien, 19. August. Se. Majestät der Kaiser ist heute aus Ischl zurückgekehrt und nahm den Eid der neu ernannten Minister entgegen. Paris, 19. AlMst. Nach dem Resultate der Bureauwahlen der Genevalräthe haben die Republikaner in 57 und die Monarchisten in 33 Generalräthen die Majorität. Die Republikaner haben vier Sitze gewonnen, dagegen einen verloren. Der Herzog von Aumale wurde in Vmuvais zum Präsidenten des Generalvathos wiedergewählt. Konstantiuopel, 19. August. Die Pforte sandte einen höheren Beamten nach SamoK, um die gegen den Senat vorgebrachten Beschwerden der Bevölkerung zu prüfen und die nöthigen Maßregeln zu ergreifen. Zell am See, 18. August. (Presse.) Die Generalversammlung des deutschen und österreichischen Alpenvereines wurde heute hier eröffnet. Das Geburtsfest Sr. Majestät wird iu dem festlich geschmückten Zell am See feierlich begangen. Die Vertreter der österreichischen Sectionen des Alpenvereines wohnteu dem Hochamte bei. Budapest. 18. August. Anläßlich des heutigen Geburlsfestcs Sr. Majestät bringen „Hon" und „Ellenür" an der Spitze des Blattes Loyalitätskundgebungeu für den Monarchen. Sie drücken die ungethcilte Liebe und Verehrung des uugarifchen Volkes für feinen König aus, zu welchem es als zu dem sichersten Hort der Verfassung stets mit unerschütterlichem Vertrauen emporblickt. Serajewo, 18. August. (N. fr. Pr.) Dem gestrigen großen Diner bei dem Laudeskommaudierenden Herzog von Württemberg wohnte das gesammte Kon-sularcorps und Husui Puscha bei. Der Herzog von Württemberg brachte einen Toast auf den Kaiser, der türkische Bevollmächtigte Hilsni Pascha anf die gesammte kaiserliche Familie ans. Heute fand ein offizielles Diner statt, zu welchem viele Militärs, Beamte und Persönlichkeiten aus der Bevölkerung Eiulaounaeu er- hielten. Zahlreiche Deputationen aller Confessioncn sinden sich zur Gratulation im Konak ein. In gleich festlicher Weise wurde der kaiserliche Geburtstag in Ga^to gefeiert. Paris. 18. August. (N. fr. Pr.) König Alfonso s von Spanien Vrautschau wird wahrscheinlich anfangs September in Pan stattfinden. Der König soll incognito als Graf von Toledo hinreisen und eine österreichische Escadre die Braut nach Barcelona geleiten, wo die Vcrmälung vollzogen wcrdeu soll. — Vlan-qui's Chancen bei der Nachwahl in Bordeaux sind im Abnehmen. Fünf Kandidaten concurrieren um das Mandat; die erste Abstimmung wird wahrscheinlich rchlltatlos bleiben. Paris. 18. August. Heute fand die Eröffnung der Generalräthe ohne jeden Zwischenfall statt. Paris. 18. August. (Frdbl.) Das „Börsenblatt" enthält eine officielle Erklärung Lesseps' des Inhaltes, daß die für Pauama-Actien eingezahlten Beträge zurückgegeben werden, da sich die Gesellschaft vorläufig nicht constituicrt. Leffcfts reist nach Amerika. Koustantiuupel, 17. August. Wie verlautet, hat die Pforte die Eruemumg ihrer Kommissäre f^ die Verhandlungen mit Griechenland ihren Vertreter« im Auslande in einer Circulardepesche angezeigt. Telegrafischer Wechselkurs vom 19. August. Papier« Rente 66 50. — Silber - Rente 6835. — O<""' Rente 73 95. - 1860er Staats.Anlehcn 124 75. - Vant-Äctie» 822. — Kredit»Actien 264 75. — London 11« »0. — Silb" - —. K. t. Münz. Dukaten 5 50. — 20 - Franken « SM 929. - lOO.Neichsmarl 5720. Wien. 1». August. 2'/, Uhr nachmittags. (SchlllsM^ Kreditactien 264-90. 1860er Lose 124 75. 1864er Lose 158' > österreichische Rente in Papier 66 47. Staatsbahn 279 ' Nordbahu 219 75, 20-Frankenstückc 9 29, migar. Krcdilc»cl>e« 253'—, österreichische Francobank —'—, österreichische Aiu^obaw 127 10. Lumbarden 89 75. Unionbanl86 80. Lluudacticn 583 ^' türkische Lose 20—. Comiminal-Anlehcn 113 60, Eguplischc-"' Goldrente 78 90. ungarische (Yoldrcnte 9177. Äcsser. Angekommene Fremde. Am 18. August. Hotel Stadt Wien. Tribuzzi, Gutsbesitzerin, Wippach. — Freund, Schwarzer, Kaufleute, und Coyn, Geschästsreis,. Wieu. , Hotel Elefant. Stulina, Ingenieur, Prag. — Gcbhard, k. l- Hauptmann. Trieft, — Wojra. zchn., Ernslbrunn. — Klnc" titsch, k. t. Professor, Graz. — Äaaz. Dr. der Mco., s. F"«, Idria. - Ärunncr, Handclsm., Wien. Hotel Europa. Ricdl, Obcrcinnehmcr, Ungarn. - Dr, li, LcN' gucl. Äischus. Erlau. — Kramerschih, Graz. — Tscherne, Privatier, s, Gemahlin. Wlrn. - Centis. Italic». Mohren. Humer, (5illi. — Pcritsch. Unlcrtraiu. — Golack M sula. Podaradom. Baierischer Hof. Cop, Lehrer, Rcisniz. — Pipan. ^ Scl/' Postmeister. Lichtenwald. Kaiser von Oesterreich. Stauscr und Irgl, Trisail. - A' slovsty, Privatier, Cilli. Verstorbene. Den 19. Augu st. Josef Vcrhovc, Mautbausseher, 36 3' Ncber Nr. 11, Herzentzündung. Im Zivil spi tale: Den 19. August. Josef Dolenc, Inwohner, 70 3' Urämie. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Z ^ Wk l: ^ ^ ^ß ____^^z z^ ^ ^" 5-Z5 7N.Mg, 734lw 19. 2 ., N. ?:'.4 50 4-20'tt SO, schwach halbheilcr lM !» ., M. ?:!4li2 >164 windstill heiter Morgens bcwöllt. theilwcisc Aufheiterung, Sonuelisch"''^ gegen Abend bewölkt, nachts stcrnenlicll. Das Tagesuultel ^ Wärme -j- 17-2", um 04° unter dem Normale. ^ Verantwortlicher Redacteur: Ottomar Bamber ll^ 'N^-sonl^ri^t W""' ^- August .1 Uln.) Dlc Vorse croftllete IN fe,tcr Haltung. Der i!izwi,chcn bekannt gewordene Ausweis dcr ungarischen allgemeinen Kreditbank entj <^»)l ellvr».lU)l. nicht den gehegten Erwartungen^ was m dem gedruckten Knrsc dieses Effekts sowol als auch iu dcu Kursen dcr meisten übrigen Effekten zum Ausdrucke gclc Später trat auf bescre Auslauds-Noticruugcu und aus Dcdungslan 11650 ., « .. li.V.^V.) 100 15 100 30 Ocstcrrclchisch - ungarische Nar.l 10170 10185 Ung. Äodcnkredit'Inst. (Ä.'V.) 100 75 10125 Priorltätü Obligationen. Elisabeth-N. 1. Em.....9675 9725 Ferd.'Nordb. in Silber . . . 104 50 105 — Franz Joseph.Vahn .... 9450 95 — Mal. Karl-Ludwig-V, 1. Em. 10325 ^«O Oestcrr, Nordwest-Bahn . . 96 80 ^. , Siebcubürger Bahu .... 7150 ^, . Staatsbahn 1. Em..... 169 25 ^"«5 Slldbahu »3«/«...... 121'^ '^ .^ 5«/,...... 102 50 1^ Devisen. Auf deutsche Plätze..... 56 50 ^ ^ London, kurze Sicht .... 116 6" ^ "„ London, lange Sicht .... I1t»'?ü l<" 5, Paris ... .....46 "5 4b «eldsorten. ««.b «'"" lr. Dillatcn . . , . 5 st. 50 lr. 5 sl. "^ ^ Napolconsd'or . 9 , 2?'/,^ ^ " Deutsche Reichs- „ 1b " Noten . . , . 57 ^ 10 ^ 57 " . Tilbcrguldcn . . IU0 . — , 1^" " Krainischc Ocuudeittlastuugs-Obllgatl Geld 96 . Ware -^ ^"- „^ his Nachtrag: Um 1 Uhr 15 Minuten notieren: Papierrente 66 60 bis 6670. Silberreute 63'35 bis 6845. Goldrcnte 78 80 bis 78 90. Kredit 267-20 bis 267-40. Anglo 12/ 12790 London 1166U bis 116i)0. Napül«u>ns !)'2?V, bls 928'/,, Silber 100' bis 100' .