Vtiwnmeretttmfl - Preise: Für Laibach: Ganzjährrg . . 8 fl. 40 k. Halbjützrig . . 4 , 20 „ «IrrteljShrig . 2 , 10 , Monatlich . . . — „ 70 „ Mlt btt Post «--»jihrig...........12 fl. Mbiabrtg................. 6 , •kttdjiHttg...............3 „ Laibacher Für Zustellung in« Hau« •kttelj. 26 k., wonetl. 9 kr. Vuielnr Stummem < kr. Nr. 213. Tagblall. Anonyme Mitthrilunqen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Redaction: Bahnhosgaffe Nr. 15. Erprdtttons- & Inserate«-vurea«: «ongreßplatz Nr. 2 (Buch-Handlung von Jg. 6. «lein-mayr ft Fed. Bamberg.) InsertionSvrcift!: Kür die einspaltige Petitzeile i 4 tr, bei wiederbolter Einschaltung ä 3 lt. Anzeigen bi» 5 Zeilen 20 kr. Bei größeren Inseraten Öfterer «insLaltung e-rtspM.^ chender Rabatt. - Fr Für complieierten Satz WWk. Jp de« Setailtuna. Montag, 17. September 1877. — Morgen: Thomas v. V. 10. Jahrgang. Vom Tage. Die Kaschauer Toastangelegenheit will durchaus nicht ad acta gelegt werden. Auch der „% Lloyd" konstatiert, daß im kaiserlichen Toaste da« Wort „Alliierter" nicht vorkam. Als Thatsachen führt das genannte Blatt an: „1.) Der dem (ungarischen) Amtsblatt zugeschickte Text enthielt da« Wort nicht; 2) der den amtlichen Blättern amtlich teUftiafierte Text, welcher dem Kaiser unter-breitet und von demselben als richtig bezeichnet wurde, enthielt das Wort nicht; 3.) die Minister Tisza und Szeude, welche jener Hoftafel beiwohnten, erklären mit Bestimmtheit, daß in dem Toaste Seiner Majestät, welchem sie begreiflicherweise mit ge-spanntter Ausmerksamleit folgten, diese» Wort nicht enthalten war. „Naplo" bemerkt zur Toastaffaire: «Wenn Gras A n d r a s s y den Herzschlag de« Volke« vernommen hat, so möge er in Salzburg Bismarck sagen, daß wir keine russische Allianz wollen, daß wir künftig auch Deutschland nicht gehoichen wolle», denn Kaiser Wilhelm ist nicht unser Herrscher, daS ist Kaiser Franz Josef, der eine Million Soldaten hat." „Naplo" zieh- au« den Kundgebungen der letzten Tage für die ungarische und gemeinsame Regierung die Eonclusion, dieselbe müsse erkannt haben, beß die bisherige auswärtige Politik sammt dem Drei-Kaiser-Bund nichts tauge, daß die russische Mianz ein Attentat wäre, welches die Treu', Liebe und An hänglichkeit zur Dynastie, diese staatenerhaltenden Gefühle, untergräbt, daß die Okkupation Bosniens und die Beraubung der Türkei ein Versuch wäre, welcher nicht blvS dem Widerstande des ungarischen Parlaments begegnen, sondern wahrscheinlich auch zu regierungsfeindlichen, revolutionären Convulfionen führe» werde. Reichsrath. 2 77. Sitzung de« Abgeordnetenhauses. Die Generaldebatte über die Steuerreform wird fortgesetzt. Abg.Kronawetter betont, daß die Bevölkerung von der Steuerreform eine Erleichterung des Steuerdruckes erwartet; er bemerkt, die Regierung n:hme in diesen Fragen einen viel richtigeren Standpunkt ein als der Ausschuß, jedoch könne er von den neuen Steuervorlagen eine Veränderung des gegenwärtigen Zustandes nicht erwarten, die Personal-Einkommensteuer sei nur bei einem freien Volke durchzuführen. Der ganzen laugen Rede Sinn gipfelt in dem Anträge auf Ablehnung der AuSschußent-würfe. Abg. Baron Scharfchmid spricht für Ein-führung der Personal. Einkommensteuer und für Eingehen in die Spezialdebatte. Abg. Schöffel erklärt sich gegen die Vorlagen in Bausch und Bogen. Finanzminister Baron PretiS sagt: dir Regierung beantragt die Aufhebung der Einkommensteuer, die Ermäßigung der Eitra«steuer um zehn Perzent, die Stabilisierung der Ertragsteurr, die Aufhebung der Zuschläge und Ungleichheiten bei der Besteuerung, endlich die Einführung einer progressiven Personal-Einkommensteuer. Der Minister beleuchtet in eingehender Weise die Meinungen und Anträge der Vorredner und die im Ausschüsse entworfenen Anträge und Mcdlficatloncn der Regie» rungevorlage und betont schließlich, daß die Steuer« refotmfrage eine reine technisch-wirthschaslliche Frage ist, die gelöst werden muß. Redner beantragt da« Eingehen in die Spezialdebatte. 278. Sitzung de« Abgeordnetenhauses. Fortsetzung der Generaldebatte über die Steuer-resorm. Abg. Dr. Ryger beantragt das Eingehen in die Berathung der Vorlagen, denn e» sei eine Noch. Wendigkeit, daß die Besteuerungsverhaltnisse endlich einmal geugelt werden. Abg. Skene ist der Ansicht, daß die Behandlung der Steuerreformfrage gleichzeitig mit der Berathung de« Budgets vorgenommen werden sollte, denn wenn schon der Bevölkerung eine höhere Last | aufgebürdet werden soll, so müsse man früher wissen, wie hoch sich da« Ausgabebudget beläuft, d. H. wozu , da« Geld verwendet werden soll. Redner ist gegen da« Eingehen in die Spezialdebatte. | Abg. Dr. Btestet erklärt die projektierte Personal. Einkommensteuer al« nothwendig, zieht jedoch die fixe Perzentualsteuer der Eontingentfe« rung vor. Abg. Dr. Htilebetg spricht sich gegen die i Vorlagen au« und beantragt neuerliche Ausschuß« berathungrn. Abg. Dr. Schrank äußert sich gleichlautend ' mit Dr. Kronawetter und beantragt Eingehen in die Spezialdebatte. Iieuiilelon. Die Herrin von Kirdy. Roman von Ed. Wagner. (Fortsetzung.) .Ich hoffe t«," erwiderte der junge Mann. «Ich habe schon gute Fortschritte gemacht. An den Farmhäusern sind viele Reparaturen ausgeführt, an Feldern und Wiesen mehrere Verbesserungen vor-genommen; die Wege sind wieder heegestellt worden, und in der Umgebung de» Hofc« fängt t« allmälig an, annehmlich zu werden. Der Park, der Rasen-platz, der Garten und sonstige kleine Inlagen befinden sich bereits in ziemlich gutem Zustande, und so geht es Schritt für Schritt vorwärts. Vor kurzem habe ich eine größere Anzahl alter Eichen verkauft, und für dir dafür erhaltene ansehnliche Summe soll im nächsten Jahre die Restauration de« Hauptgebäude» und der Ställe vorgenommen werden; auch denke ich, noch so viel übrig zu haben, um ein Paar Pferde und die notwendigsten land- winhschaftlichen Maschinen anschaffen zu können. Nach Verlaus eine- Jahre- wirst du den Platz kaum wiedererkennen, und nach zehn Jahren denke ich sämmtliche Schulden getilgt zu haben und als freier Mann dazustehen. Unter ganz ungünstigen Verhältnissen mag e- etwas länger dauern; aber ich werde sparen, wo dies angebracht ist, und fleißig arbeiten, ohne mich zu erniedrigen." „Ich wünschte, ich könnte dir in deinen Arbeiten helfen,“ sagte Olla seufzend. „Aber so ganz arm werde ich vielleicht doch nicht zu dir kommen, Wini. fred; denn Mr. Kirby — ich kann ihn noch nicht Lord nennen — sprach von einem Vergleich, und vielleicht gibt et mir da-, wa« mein Vater mir vermacht haben würde, wenn er eine Ahnung von dem Vorhandensein eine« anderen Erben gehabt hätte. Mein Privatvermögen — die Erbschaft von meiner Mutter — muß mir jedenfalls bleiben, sowie auch ein Vermögen, welches mein Vater schon vor der Uebernahme der Grafschaft besaß. Aber da sind noch Kapitalien in Banken und Aktien angelegt, welche ebenfall« ausschließlich meinem Vater gehörten, und diese wird Mr. fiiiby mir vielleicht anbieten." Lord DaltonS Gesicht verdunkelte sich ein wenig. „Es Ist möglich; Mr. Humphry Kiiby wird deine Rechte schützen und so viel als möglich für dich z» gewinnen suchen," sprach er. . Do» mir würde e« lieber sein, Olla, wenn du zu mir kämest allein mit d,in Reichthum, den die Natur dir verliehen hat. Ich möchte mir nicht gern nachfagen lassen, daß ich bei meiner Heirat nach Vermögen getrachtet habe —“ Olla blickte ihm schelmisch lächelnd in die Augen und sagte, ihm rasch in« Wort fallend: „Dann würden die Leute e« ebenso sonderbar finden, wenn mich jemand heiratet, ohne daß ich Vermögen besitze. — Doch still, Winifred, da kommt O'Tucky mit Mr«. Kelly." Sie erhob sich und begann Blumen zu einem Bouquett zu pflücken, wobei ihr Lord Dalton behilflich war. Langsam schritten sie bann dem Haufe zu, während O'Tucky voraneilte, um John den Auftrag feiner Herrin zu aberbringen, die Pferde vorzuführen. In kurzer Zeit waren Olla und ihre Begleiter zum Ausbruch bereit, und seine Hand der jungen Lady zum Abschied darreichend, sagte Lord Dalton mit leiser Stimme: Abg. Freiherr v. Dipauli erklärt sich gegen das herrschende politische Sistem, begibt sich auf das Feld der Reaction und lehnt die Vorlagen ab. Abg. Dr. Herbst beantragt Eingehen in die Spezialdebalte und die Ablehnung des Ncuwirlh-schen Antrages.__________________________________________ Vom Kriegsschauplätze. Die „Cillier Ztg." bringt in ihrer gestrigen Nummer nachstehendes Telegramm: „Wien, löten September, 7 Uhr abends. Nach verläßlichen Prival-»achrichten hat Os man Pascha den linken russischen Flügel glänzend geschlagen und 18,000 Gefangene gemacht." Am 11. d. griffen, wie dir „Times* melden, dir Russen und Rumänen Plewna von der Südseite an. Dir Rumänen standen rechte, unweit Griwi tza, KrüdenerS neuntes Corps im Cenlrum, Zatvffs viertes Corps mit 20,000 Mann unter Jmeritinsky und Skobeleff auf der äußersten Linken. Die T ü r k e n halte» vierzehn starke Redouten, verbunden durch Schutzgräben. Skobeleff, welcher auf eine die Straße von Sophia beherrschende Re-beute vorrückte, wurde von den ausfallenden Türken angegriffen, schlug dieselben zurück und griff dann selber an, konnte aber unter dem furchtbaren Gewehrfeuer aus den Erdwerken zwei Stunden keine Fort-schritte machen. Er erneuerte den Angriff erfolglos, keinen Boden gewinnend. Äurz vor 1 Uhr griff eine Brigade Zatvffs, unterstützt durch eine andere, die Centralredoutr an, wurde aber zurückzewvrfen, erneuerte den Angriff mit zwölf frischen russischen Bataillonen und wurde nach einstündigem furchtbaren Blutbade abermals zurückgeworfen. Gleichzeitig ftürnten die Rumänen dreimal vergeblich «ine weiter unten gelegene Rcdoute. Um 5 Uhr war der Angriff längs der ganzen Linie mißglückt. Beim letzten Sturm verweigerten die rufst’ scheu Soldaten, vorwärts zu gehen, und mußten bonfeite der Offiziere mit Revolvern vorwärts ge. trieben werden. Die Brücke von Sistowa wird nach Nikopolis transportier». I, Bukarest war das Gerücht verbreitet, daß die Türken am 11. d. die Jantra über-schritten und abends 6 Uhr Bjrla genommen hätten. Der Zarewitsch soll eine befestigte Stellung zwischen Bjela und Sistowa bezogen haben. Die von den R u s s e n und R u m ä n e n südlich von Bogot und östlich von Griwiza genommenen Befestigungen sind nichts als belanglose vorgeschobene Reduit«, keineswegs aber zur permanenten Forti» ftcationStette Plewn a's gehörig, welcher die Angreifer nicht einmal nahe kamen, geschweige denn, daß fit selbe genommen hättm. Am 14. d. wurden die R u s s e n in der Stärke von 22 Bataillonen Infanterie, drei Regimentern „Ich werde heute Abend nach Schloß Kirby kommen, ich habe ein Wort mit deinen Bormündern u sprechen, meine liebe Olla. Du wirst errathen önnen, was es ist." Olla erröthete und lächelte,, indem sie den Druck seiner Hand leise erwiderte, und ritt dann davon, glücklich im Herzen, ungeachtet ihrer Sorgen. Waren doch die Wolken, welche über ihrem Haupte schwebten und ihre ganze Zukunft zu umhüllen drohten, plötzlich zerrissen worden, und helle Sonnenstrahlen drangen durch die Spalten, ihren Lebens» pfad erleuchtend, der noch vor einer Stunde so trübt vor ihr lag. Lord Hatten schaute der Geliebten mit leuchten-den Augen nach, die sein Geheimnis zu deutlich verriethen, als daß es seinem Haushofmeister O'Tucky hätte entgehen können; und dieser, der nicht gerade zu den Blödesten gehörte, konnte sich nicht enthalten, sogleich seine Bemerkungen zu machen, um Gewißheit in der Sache zu erhalten. „Ein prächtiges Mädchen, die Herrin von Kirby l" sagte er, mit den Augen blinzelnd. „Der Mann, der fit heiratet, kann alle Tage Hochzeitskuchen effen; denn ihre Börse gleicht dem atlantischen Kavallerie und 65 Kanonen geschlagen und nach Sin an zurückgeworfen. Die türkische Colonne bestand nur aus zwölf Bataillonen, denen sich sodann sechs andere anschlossen. Politische Rundschau. Laibach, 17. September. Jvlaud. Der Landesausschuß in Böhmen sprach sich gegen die Ausdehnung des galizischen TrunkenheitS GesetzeS auf Böhmen aus, weil die Verhältnisse in Böhmen eine solche Maßregel weder wünschenswerlh noch nochivendig erscheinen lassen. Der Landesausschuß in Krain hat sich für die Ausdehnung ausgesprochen. Ausland. Die „Nat. Ztg." theilt gegenüber den Meldungen ausländischer Blätter über angebliche Einflüsse der deutschen Regierung bei dem Eintritte Rumäniens und Serbiens in die Action mit, daß alle derartigen Unterstellungen durchaus und in j-der Beziehung unrichtig sind. Die deutsche Regierung ließ sich zu keinerlei Beeinflussung, weder in Rumänien noch in Serbien, im Sinne der neuesten Entschlüsse dieser Staaten herbei und steht den Schritten dieser Staaten, wie allen Verhandlungen, die etwa darüber gepflogen wurden, absolut unbethciligt gegenüber. Die Wahlen in Frankreich werden am 14. Oktober stotifinben. Die „Röpubliqae Fran-saise" setzt da» republikanische Programm auseinander, das sie in die Worte zusammenfaßt: „Eine loyal und definitiv republikanische Republik." DaS Blatt fügt hinzu, man müsse alle Acte des 16. Mai auslöschen; Frankreich will Garantien und wird sie erlangen. Der serbische Agent in Konstantinopel, Herr Kristik, hat bisher keinen Auftrag erhalten, die diplomatischen Beziehungen zur Pforte »bzubrechen, sondern verbleibt bis auf weiteres auf seinem Posten. Zur Tagesgeschichte. — Der Wcwerbetag in Prag wurde gestern eröffnet; die „Bohemia" begrüßt denselben mit einem Fest-artikrl, der folgende Stellen enthält: „Iller Reichthum ist nichts als eine Summe von Arbeitsefsecten, jeder ArbeitS-efsect das Produkt einer vorangegangenen Arbeit. Wenn wir fortfahren, ausländische Waren zu beziehen, so sammeln {ich die Arbeilsefsecte im Auslande, so werden die Ausländer immer reicher und wir immer ärmer. Wenn die verschiedenen Stoffe, die wir verbrauchen, im AuSlande gegossen, gewalzt, gegerbt, gewalkt, gesponnen, gefärbt, bedruckt u. w. werden, wenn wir fortfahren, statt der unsrigen die fremden Arbeiter, Kohlenwerte, Eisenbahnen u. f. w. zu nähren, so wird eben im Jnlande nicht gearbeitet, so findet Ozean. Mit ihrer Börse Dalton-Court neu auf-gebaut und mit ihrem sonnigen Gesicht in unfern Hause könnten wir alle Edelleute Irlands überstrahlen! Ich möchte wol wissen, wen sie einstens heiraten wird!' fügte er mit einem verstohlenen Blick auf seinen Herrn hinzu. Lord Dalton wandte sein in Glück strahlendes Gesicht zu O'Tucky. Er hatte nicht die Hälfte von dem gehört, was jener gesagt hatte; aber die letzten Worte waren ihm besonders ausgefallen, und sein Herz war so voll, daß eS ihm lieb war, sich feinem alten, treuen Dienet mitthtilen zu können. „Ich weiß," sagte er, wen sie heiraten wird, und —* „Und ich glaube, daß ich es auch weiß," bemerkte O'Tucky, als sein Herr zögerte. „Nun, wir haben uns soeben verlobt I Aber es ist vorläufig noch ein Geheimnis, O'Tucky, und außer dir darf es niemand wissen." Ohne den Glückwunsch des freudig überraschten O'Tucky abzuwarten, eilte er in den Blumengarten zurück, um sich seinen Gedanken hinzugeben. (Fortsetzung folgt.) feine Ansammlung von Arbeitsefsecten im Jn'ande statt, fu muß — die fortschreitende Verschuldung Oesterreichs an das Ausland immer größere Dimensionen annehmen und schließlich zu Katastrophen führe», welche die kulturelle Entwicklung des Reiches zum Stillstand bringen, wo nicht auf die schiefe Ebene des Rückschrittes treiben Die Abwehr der fremden Jndustrieprodulte geschieht am einfachsten durch solche Eingangszölle, welche, indem sie unsere ungünstigen Produclionsverhaltnisse im Zollsätze ausgleichen, eä wieder lohnend erscheinen lassen, Werkstatt und Fabrik i» Betrieb z» setzen, beziehungsweise aus die Ausländer animierend wirken, wieder wie einst mit ihrer Intelligenz und ihrem Kapital nach Oesterreich zu wandern und daselbst Fabriken anzulegen — Arbeit, Arbeilsefsecte im Jnlande zu schaffen. Dazu bedarf es aber eines Zvlltarises, der keine Halbheit ist, sondern dem Zwecke ganz entspricht, und welcher Nebenabmachungen ausschließt, die, wie z. B. die Convention iher das Appreturverfahren mit Deutschland, zu den grellsten Auswüchsen der Handelsgeschichte aller Länder und Zeiten geliSten." — Der Hasen in Fiume. Ungarn hat zur Hebung des Handelsverkehrs dieses HasenplatzeS kolossale Opfer gebracht, mit großen Kosten den dortigen Hafen reguliert und erweitert und mit noch größeren den Ball der ganz unrentablen Karlstadt-Finmaner Bahn unternommen, alles in der Hoffnung, den maritimen Verkehr Finme'S zu heben und die Beziehungen de» ungarischen Hinterlandes von Triest abzulenken. Alle die Bestrebungen haben bis jetzt nur geringen Erfolg erzielt; es zeigt sich dies neuerdings bei dem Getreide-Exporte, bei dem, infoferne er ans dem Seewege vor sich geht, auch diesmal Triest beinahe ausschließlich als Transitstation erscheint, während der Fm-inaner Verkehr so vernachlässigt ist, daß der „Pester Lloyd" sich veranlaßt sieht, einen Appell an die Opferwilligkeit aller an dem Emporblühen des ungarischen Seehafens Interessierten zu richten und dieselben aufzufordern, alles auf* zubieten, um die Theilnahme derselben an dem zu erwartenden größeren Güterverkehr zu ermöglichen. — Wnnderschwindel. Unglaublich ist es, wie weit seitens des Klerus der Wunderschwindel getrieben wird, um durch dies probate Mittel die Massen zu gewinnen und deren Geldmittel für „kirchliche Zwecke" flüssig zu machen. So wird neuerdings wieder ein Histörchen cotportiert, bas so ziemlich alles bisher Dagewesene übertrifft. Hienach hat eine protestantische Frau aus Fulda lange vergeblich bei ihren Glaubensgenosse» um Unterstützungen für ihren kranken Staun nachgesucht, bis sie schließlich der MuttergotteS ihr Anliegen vorgetragen und ihren Körper mit Marpinger Wasser benetzt hat. Nach dieser „Handlung des Glaubens* find die Hetzen der angesprochenen Personen urplötzlich umgewandelt worden, und fortab flössen reichliche Beiträge für die bedrängte Familie Dies Wundergeschichtchen hat nunmehr sogar mit einet kleinen Abschwächung Verbreitung in dem „Katholischen Voltsblatt “ gefunden, dem in den unteren Bevvikerungsschichten der zur oberrheinischen Kirchenprovinz gehörigen Diözesen vielgelesenen Organe des widersinnigsten Wunderschwindels. ES ist dies dasselbe Blatt, welches vor einiget Zeit einen Ketzer an einem Stückchen Wurst in dem Momente ersticken ließ, in dem er die Existenz eines persönlichen Teufels leugnete. Lokal- und Provinzial-Angelegenheileu. — (Unbestellbare Briefe.) Bei dem hiesigen k. k. Postamte erliegen, wie das dort zur allgemeinen Ein« sichlsnahme affigierte Verzeichnis nachweist, nahezu 400 wegen undeutlich oder unrichtig geschriebener Adressen unbestellbare Briefe. Diesem für Briefabseuder und Briefempfänger in jeder Beziehung unangenehmen Uebelstande könnte in erster Linie dadurch abgeholfen werden, wenn au4 bei einfachen Briefen auf dem Souvette der deutlich geschriebene Name und Wohnort des Brlesfchteibers auf-getragen würde. Durch Anwendung dieses unmaßgeblich zur Beachtung empfohlenen Vorganges würden auch die Beschwerden verstummen, daß so viele Briefe nicht in die gehörigen Hände gelangen. — (Die „81 gra mer Presse"), das deutsche OppositionSblatt in Kroazien, welches auch einigen Nationalen in Laibach als Ablagerungsstätte ihres Zornes und als Blitzableiter diente, wurde von der Behörde, angeblich aus formalen Gründen, auf unbestimmte Zeit sistiert. fltficrn ein Offiz>ersabend in animierter Stimmung. Die Produktionen der Regimentskapelle gingen aus bim Kon« itttgebiete in jenes der Tanzmuse über. Man gab sich, (o viel es der nur halb geräumte Glassalon zuließ, bis in späte Stunde dem Tanzvergnügen bm. — (Sängerabend) Der Männerchor der philharmonischen Gesellschaft hielt am Samstag den 15. d. M. abends in der Sdnemer’siten Bierhalle in der Petersvor-stadt einen gemütlichen Sängerabend ab. — (Die <8encralbet(animlung)bes hiesigen Musikbereins fand gestern wegen zur Beschlußfassung nicht >N ausreichender Anzahl erschienener Mitglieder nicht statt, sondern rourde dieselbe auf den 7. Oktober l. I. vertagt. — (Neue Schule.) Heute fand in der Bergstadt 3 dria die feierliche Ei Öffnung der neu erbauten Werls-schule, bestehenb ans fünf Klassen für Knaben und bier Klaffen für Mäbchen, slait. Die Herren Landespräsident «. v, W i d in a n n, Landesschulinspeklor girier und die Landtagsabgeordneten Dr. b. Schrey unb Witter e. Ga» r i b o l b i wohnten bet Feierlichkeit bei. — (Wünsche und Beschwerden.) In neuester Zeit hat sich die Zahl der hetumbagitttnben Hunde in unserer Stabt bedeutend vermehrt. Mag man sich wo immer hin begeben, so wird man bon Vierfüßlern dieser Tbier-gattung in verfehlet enfler Weise belästigt. Die Kaffee- und Wirthshänser, die öffentlichen Gärten- und Unterhaltung^-(btalitfiten wimmeln von Pintfchern, Rattlern, Jagd- und ändern Hunden in allen Größen und Farben. Begibt man in eine der erwähnten Lokalitäten und will dort einen Sitzplatz einnehmen, fo wird man von einem oder mehreren dieser ungeladenen viersüßigen Gäste angebellt, und will man mit Gewalt einen Sitz occupieren, s» läuft man Gefahr, mit einem oder dem ändern der P. T. Hunde-Eigenihümer «in nach den Strafgesetzen verpöntes Duell bestehen zu mllffen. Einige der P. T. Hundebesitzer sind fo rücksichtslos, sogar ihre liebedurstigen viersüßigen Schoßkinder generis feminin! in öffentliche Lokalitäten mitzunehmen, man muß wider Willen Zeuge unanständiger Szenen fein; Überdies werden alle Lokalecken, Tifche und Stühle verunreinigt, nicht seilen auch werlhvolle Kleider der anwesenden Damen und Herten. Was macht die bom hiesigen Magistrate auS» " gegebene Verordnung, womit das Mitnehmen der Hunde in öffentliche Lokalitäten bei Strafe von 6 fl verboten wurde? Schläft sie den Schlaf de« Gerechten? Man ziehe sie au« dem finstern Versteck herbor und affigiere sie zu jedermann-deutlicher Kenntnisnahme! — Die vorstehende, unS zu« gekommene Beschwerde, beziehungsweise Bitte um Abhilfe, trägt die Unterschriften von zwölf wohlbekannten und wohl-occreditierten Stammgästen hiesiger Kaffee- und Gasthäuser. — (9t u 6 dem Amtsblatt t.) Kundmachung, betreffend: l.) die Besetzung einer Finanz-Concipistenstelle bei der Finanzdirection in Kram; 8) die Besetzung einer Postexpebientensielle in Tupaliz ; 3.) den Beginn bei neuen Schuljahre- in den hietstädtifchen Volksschulen am 17. d.; 4.) den Beginn deS Schuljahres am StaatSgymnafium in Oottfchee und am EtaatS-Realgymnasium in Krainburg ftm 17. d.; 5.) die preßgerichtliche Bestätigung der Befchlag-"ahwe der Nummer 99 deS „Siebente*; 6.) die Anlegung ntuet Grundbücher für die Gemeinden Öberlreffen, St. Stefan, gtt Peter und Paul, Burgstall, Ulata, Jeschniberg; ^•) die Lieferung bon Brennholz, Beleuchtungsmaterialien, dßbestecken, Schweinfett, Stroh u. s. w. und die Befpeifung der Sträflinge in der hiesigen Männersttafanstalt; 8.) die Geltendmachung der SigeuthomSanfprüche auf in Hote« deqchjz gestohlenes Holz; 9.) die Abhaltung der Lehr-befähigungSPrüfuugen für Volks- und Bürgerschulen am 22. Oktober l. I.; 10.) den Beitritt mehrerer überseeischer Staaten zum allgemeinen Postvereine; 11.) die Besetzung einer Adjunctenstelle beim Bezirksgerichte Stein; 12.) die Ausnahme von Schülern in die gewerbliche Fortbildungsschule in Laibach am 16. d. bei der hiesigen Oberrealschnl--Direclion; 13.) die Verpachtung der Linien-, Weg-, Brücken-und Ueberfuhr-Mauthen im Küstenlande (Triest, Görz, Istrien); 14.) die Besetzung einer Loncipientenstelle bei der hieftgmi Finanzprocuratur; 15.) die Besetzung von Lehrer-gellen zu Obergörjach, Asp, Mitterdorf und Karnervellach, Bezirke RadrnannSdotf; 16.) die Wiederbesetzung beS «kcindierten TabakoerlageS in Laibach; 17.) die Materialienlieferung für da- See-Wrfenal in Pola. — (AuS dem Oberkroiner Lande.) DaS i Barometer der R'ifelust der Touristen und Sommerfrifchler ist im Fallen, überall fchnallt man die Hoffet und kehrt zum Herd feiner Väter zurück. Die in den letzten Tagen eingetretene heitere Witterung führt unS wo! noch einige Touristen unb Vetgnügungszllgler zu, aber die Hauptsaison für beide Sorten der Gesellschaft ist abgelaufen. Die Jagd-zeit führte uns In letzter Woche mehrere eifrige Nimrode zu, dir nicht minder an Rehböcken und Gemsen, als auch an unseren schmucken und üppigen Gebirgsmädchen großes Wohlgefallen finden. Wer wird es dem armen, an die tobte Kunst gewohnten Städter betargen, wenn er die lebendigen Meisterwerke und Schöpfungen der Natur bewundert?! Die Touristen und Sommerfrischler, welche die Sommetsaison in den reizenden Gegenden' de» Stainer Oberlandes „erlebt, trennten sich ungern bon den ländlichen glätten, nur richteten sie an tote Gastwirthe unb Wohnungsinhaber gelegenheitlich ihres Scheidens die freundliche Bitte: sie mögen fich die Herstellung comfottabler unb gesundet Wohnungen, die Ein-Haltung billiget Preise für Wohnung. Küche und Keller, die Beistellung genießbarer Speisen und unberfälschter Getränke angelegen fein kaffen. Wenn man eine Syphonflafche mit 40 kr. taxiert, mit e» heuet in Aßling geschah, fo werden Touristen und Sommerfrifchler, anstatt zu Ausflügen animiert, von solchen abgeschreckt werden. Nur immer die goldene Mittelstraße I — (AuS den Nachbarprovinzen.) Am löten Oktober l. I. wird die Station «ad Villa» für die Wintermonate geschloffen. — Der Musikbetein in Klagen» furt wird seine Musikschule laut Bericht der „Rlagenf. Z>g." in den nächsten Tagen eröffnen. (Würde auch der Laibacher Musikberein die Pfl'ge der Musikschule, die Heranziehung von Musikern aus eigenen BevSlketangskteisen in sein Programm ausnehmen und letzteres mit festem Willen und regem Eifer durchführen, fo wäre die Theilnahme für den Laibacher Muftfoerein sicher eine lebhaftere als bisher.) — Eine ansehnliche Zahl von Theilnehmern an dem Uärntner Stubenten-Ferienfeste bestieg ben Dobratsck>. Diese Alpe wurde in den Tagen vom 1. bis einschließlich 7. September von 27 Touristen bestiegen. — Das Einschreiben an der technischen Hochschule in Graz wird in den Tagen bom 1. bis 13. Oktober l. I. vorgenommen. — Der „Presse" wird aufl Marburg geschrieben: „Unter den Pferden der 3. Säcabron des 16. Hufarrn-Regimen»« ist dir Rotzkrankheit in geradezu erschreckender Weife auSgebrochen, weShald die beabsichtigten Manöver und Hebungen in der Richtung gegen Krain unterbleiben mußten. Viele Thiere würben schon vertilgt, eine Abnahme der Seuche ist ober noch nicht zu bemerken. Die Mannschaft der besagten Escadrvn leidet unter diesen Verhältnissen außerordentlich, da ihr bei strengster Strafe verboten ist, mit den Mannschaften der übrigen Escadronen unb den Artilleristen zu verkehren, ja biefelbe ist geradezu in der Kaserne interniert. Man fürchtet allgemein, daß diese Seuche sich auch in die Pribatflallungen verpflanze, weShalb die weitgehendsten Vorsichtsmaßregeln getroffen werden. Infolge der Kundmachung deS Stabtrat h« von Marburg müssen alle Stallungen, inSbefondere jene, wo Kavalleriepferde de- 15. Husaten-RegimentS be» quartiert waren, was bei den früheren Hebungen der Fall war, mit heißer Lauge gewaschen und bann geweißt werden." — Mittwoch den 19. b. M.. abend» -/,9 Uhr, würbe auch in Silit ein kleiner Erdstoß in der Richtung von Norden gegen Süden verspürt. — (Von der Südbahn.) Die Verhandlungen zwischen der italienischen Regierung und der Südbahngefell-schaft bezüglich der durch den Baseler Vertrag bedingten Verrechnungen sind abgeschlossen Die (Entfdbäbigung-fnmme von 12Vs Millionen jährlich, welche die italienische Regierung an die Südbahn leistet, erweist fich als richtig. Bon diesem Betrage hat die Sübbahn vor wenigen Tagen die Summe von 5 Millionen Lire erhalten. Der Restbetrag ist in kurzen Terminen fällig gestellt. Mit Rücksicht auf diese Abmachungen hat auf allen europäischen Börsen eine ziemlich lebhafte Kauflust für die lange vernachlässigten Lombarden platzgegrifsen und konnten dieselben eine wesentliche Steigerung erzielen. — (Für Weingartenbesitzer.) Der Reblaus-Kongreß in Lausanne hat nach dem Anträge der Kommission angenommen, daß bei inficierten ober betdächigen unorganischen oder tobten Gegenständen bie Anwendung von feuchter oder trockener Hitze bis minbestens + 100 Grab anzuempfehlen ist; daß dagegen betreffend Pflanzen oder Pslanzentheile, welche man am Leben erhalten will, noch weitere Experimente anzustellen sind. Auch über bie Einwirkung der Hitze und Trockenheit auf die Entwicklung des Infektes in den (üblichen Länbern sinb noch weitere Erfahrungen einzufammmeln. Eine lange Zeit bot dem Ausfluge des Infektes veranstaltete Behandlung der inficierten Reben ermöglicht dem Insekte bei unbollflänbigem Erfolg feine Weiterberbreitung noch im gleichen Iahte, daher Me B Handlung, bis bie Ausflugzeit botüber, öfters zu wiederholen unb gegen daS Infekt auch außerhalb der Zeit des Eierlegens zu kämpfen ist. Lokale Behandlungen, wie sie bis jetzt ausgeübt würben, können nach der Anficht des Kongresses nicht zu der Vernichtung deS Infekt« in allen feinen Quartieren führen, daher man z« einer allgemeinen Behmd'ung Zuflucht nehmen und diese, wenn man sich über ihre Art unb bie Zeit ihrer Anwendung vetstänbigt bat, bann zum gleichen Zweck und zur gleichen Zeit auSftihren muß. — (Erster allgemeiner Beamtenverein der östetr. -ungarischen Monarchie.) «uS dem GeschästSauSweise pro August 1877 entnehmen wir folgende Daten: Der Zugang an neuen Anträgen für die Lebeni« bersicherungS-Adtheilung betrug 389 Stück über 461,032 fl. Kapital unb 1400 fl. Rente. Abgeschlossen wurden 301 Verträge über 275,498 Kapitals- und 450 fl. Rentensumme. Durch Todesfälle im Laufe des JahreS 1877 sind 259 Polizzen erloschen und daraus 236,650 fl Kapital nebst 100 fl. Rente für die Bezugsberechtigten fällig geworben. Die feit bem Bestehen beS Vereins ausgezahlten Versicherung-. Kapitalien betragen 1.600,000 fl. An Prämien pro August war die Summe von 57,900 fl. einzukafsieten. — (Landschaftliches Theater.) Unsere deutsche Bühne eröffnet» die neueGaison mit günstigen Erfolgen, die vorgestrige und gestrige Vorstellung warne gut besucht, Hr. Direktor F r i tz s ch e würbe in der Antrittsszene mit stürmischen, lange anhaltenden Beifallsbezeugungen begrüßt unb erntete in dem Schauspiele „Maria unb Magdalena" all „Professor LaurentiuS" reichen Beifall. In Frl. Anselm, deren eigentlicher Familienname in hiesigen Gesellschaft--kreisen wohlbekannt ist, lernten wir eine für bas Fach der Heldenliebhaberinnen vorzüglich befähigte Schauspielerin kennen, die Darstellung der „Maria Vertina" war eine gelungene. Frl. Anfelm besitzt ein wohl- unb lautklingendes Sprechorgan, fühlt, was sie spricht, unb gibt jeder bedeutenden Stelle den entsprechenden Nachdruck. Wiederholte Bei» falls- unb Hervotrufe krönten bie herborragenbe Leistung. Frl. Nuscha Butze ist eine anmuihige, liebliche Erscheinung, tritt sehr heiter und sympathisch auf unb eroberte sich als „Elly" im Sturmschritt die Gunst bes Hanfe«. Frau Dupr4-Hasselwandter ist im wahren Sinne eine Anstandsdame, tritt mit Eleganz und Würbe auf, spricht seht deutlich und begleitet den Text mit wvhldurch-dachtem Spiel; als „Magdalena" schlitz Frau Duprk» Hasselwandtet in einer Szene bie GefühlSfaiten übermäßig stark an. Die unS bereits bekannten Bühnenmitglieder, die Herren Strvhl, Laska und Frau Strvhl, erfreuten sich eines freundlichen GrußeS vonfeite des Publikums. Herr Last a excellierte als „Theateragent Gchel-monn." Frl. Engel I. (Klara) litt am Lampenfieber, bie wenigen Stellen waren unverständlich. Herr Werner bewegt fich als jngenblicher Liebhaber steif unb trocken, fein Fa» ist angeblich jenes der Heldenrollen. Derartige Rollen werben in Hinkuust von einer jüngeren, flexibleren Kraft dargestellt werden müssen. Im ganzen genommen erfreute sich bas klapp-nde Zusammenspiel eines wohlverdienten Beifalles unb wir hoffen im Jntereffe ber dramatischen Kunst, daß im Verlaufe der Saison auch baS Schauspiel gepflegt werben wirb. Die Beleuchtung beS äußeren Schauplatze» unb bie Mitwirkung ber Regiments - Musikkapelle, deren Produktionen eben auch mit großem Beifalle bebacht würben, gabin der Eröffnungsvorstellung den Anstrich einer Fest-Vorstellung. Die P o f f e zählt durchaus gute Kräfte. Die Berg'fche Posse „Die Weiber, wie sie nicht fein sollen," bringt Hoch-komisches, becortert mit Anschlägen auf bie politische Gegenwart, bringt Witze in ausgiebiger Dosis, nur könnten einige wesentliche Kürzungen borgenommen werden. Die Lokal-fängerin Fräulein Bok besitzt keine ausgiebige, volltönige Stimme, aber baS Spiel dieser routinierten Lokalsängerin, ein getreues Bild der bekannten Gallmayer, kann als ein eminentes bezeichnet werben; Leben und Humor spricht au» Jedem Satze, munteres Wesen ist vorherrschend. Das HauS zeichnete das Fräulein sehr aus. — Herr L aSka gab er-fteulichen Nachweis, daß er wesentliche Fortschritte gemacht hat; als „Paraplmmacher Paradeiser" «focht tr in Spiel und Gesang, namentlich mit einem stürmisch applaudierten Eouplet, einen glänzenden Sieg. (Sine hervorragende komische viihnenkrast ist Herr A l b e r t i, er tritt beweglich, sympathisch, wohlverständlich auf und elekirisierte als „Nachtigall" Vas Haus. Herr S t r ö h l ist in komischen Bäter-totkn (Theodor «vepernek) meisterhaft, eben auch seine Frau alS Darstellerin komischer Rollen (Lucretia). Frl. Huemer, die gestern an Stelle einer erkrankten Sängerin eintreten mußte, empfing vonseile des Publikums auch freundlichen ffltuß. Frl. Ruscha Butze (Petronella) erfuhr beifälligen Hervorruf. Die sämmtlichen TonpletS, namentlich das Finale im zweiten Bilde, wurden sehr beifällig ausgenommen. Eher und Orchester mtiflen sich erst besser kennen lernen, beide standen gestern auf schwankenden Füßen, und dem Orchester möchten wir correcte Jnstrumentenstimmnng empfehlen. Witterung. Laibach, 17. September. Seit morgens Regen anhaltend; merkliche Abkühlung, schwacher O. Wärme: morgens 7 Uhr + 12'2°, nachmittags z Uhr + 10-6« C. (1876 + 192-. 1875 + 17 6- C.) Barometer 734 29 mm. Das vorgestrige TageSmittel der Wärme + 17 7°, das gestrige + 16 9°, beziehungsweise um 3 8* und 18- über Bern Normale; der gestrige Nieder schlag 6 60 mm. Regen. LebenSmittel-Preise itt Laibach am 15. September. Weizen 9 fl. 75 kr., Korn 6 fl. 34 tr., Berste 5 fl. 4 fr., Hafer 3 fl. 25 fr., Buchweizen 6 fl. 50 tr., Hirse 5 fl. 36 tr., knturutz 6 fl. 40 kr. pr. Hektoliter; Erdäpfel 3 st. — fr. pr. 100 Kilogramm; Fisolen 7 fl. — tr. per Hektoliter; Rindschmalz 94 tr., Schweinsrtt 82 ft., Speck, frischer, 72 tr., Speck, geselchter, 76 tr., Butter 84 fr. per Kilogramm; Eier 21/, tr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 54 tr., Kalbfleisch 64 tr., Schweinfleisch 56 tr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 78 tr., Stroh 1 fl. 60 fr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 6 fl. 50 ft, roeitfes Holz 4 fl. 50 tr. Pt. vier E.-Meter; Wein, rother 24 fl., weißet 20 fl. pr. 100 Liter. Theater. Heute (ungerader Tag): Die Prinzessin von Trapeznnt. Komische Operette in drei Aclen von Lh.Nuitter und L. Tresen. Deutsch von Julius Hopp. Musik von Offenbach. Morgen (geratet Tag): Uriel a costa Trauerspiel in fünf Aufzügen von Karl Gutzkow. Angekommene Fremde am 17. September. Hotel Stadt Wien. Gras Bolza s. Frau, ®Örz. — Rau, SchLnselv. — Fabek, Äsm., Agram — Stefan und Johann Aonavit, Bitie. — Wenzowskv, Steiermark. — Lbwenstein und Boccasciti, Trust. — Schinigai, Italien. — Äostischa, Äsm , Graz. — Joff. «fm, Wien. H«tel Elefant. Frenzl, Praktilmit, Felctircbcii. — Pre- mosch. Privat, und Krastnet, Reis., Graz. — Dr. Petrii, ®erichtsadjunct, Jdria. — Tomsik, Feistriz. — Schrautzer Maria, Planina — Lagai, Brunvbuchssührer, Wonobitz. — Knavii, Kaplan, Hohenegg. — Zupaniit, Kaplan, Neukirchen. — Kerschischnig, HandlSm., RadleiSburg. — Dr. Melzet, Fregailenarzt, Wien. Hotel Europa. Pollon f. Sohn, Rann. — 'Jlußa, Triest. — Bertoni, Holzhändler, Agram. — Utbami, Klagen-furt. — BaS, Notariaiskandldat, Lilli. — Eble v. Arl-flon, Private, Graz. — Adamek, Gymnasiallehrer, Laidach. Kaiser von Oesterreich. Taudes, St. George». Bairischer Hos. Felheimer, ESlingen. — PanS, Gutsbesitzer, Pola. - Koppel, Butten. Movrrn. Urban«, Pettau. — Mlaker und Kauiii, Ober-laibach. — Horiat, Planina. — Pucher, Kraiuburg. Verstorbene. Den 14. September. Jakob Danikar, Bettler, 63 I, Zivilspital, Gehirnhautentzündung. — Johann Jappel, Inwohner, 73 I., Zivilspital, AlierejchwLche. — Johann Pust, Zimmermanns Kind, 5 Wochen, Hühnerdorf Nr. 12, Fraisen. Den 15. September. Helena Elorini, Arbeiterfrau, 35 3., Zivilspital, Lungentuberkulose. — Elisabeth Krause, Jnwokwerssrau, 60 I . Zivilspital, Lungenödem. — Theresia Perhavc, t. f. Gerichtsdeamten» Witwe, 63 3., Florianigaffe Nr. 12, Lungentuberkulose Ln Laibach verkehrende Eisenbahnzüge. Südbah«. Nach Wien Abf. 1 Uhr 7 Min. nachm. Postzug. „ 3 „ 52 „ morgens Eilpostzng. „ „ „ 10 „ 35 „ vorm. Eilzug. „ 5 „ 10 „ früh gem. Zug. „ Triest „ 2 „58 „ nachts Eilpostzug. „ „ 3 „ 17 „ nachm. Postzug. „ „ .. 6 „ 12 „ abends Eilzug. „ .. „ 9 „ 60 „ abends gem. Zug. (Die etlziige haben 4 Min., die Petfonenzüge circa 10 Min. und die gemischten Züge circa */, Stunde Ausenthalt.) Kronprinz Rudolfbahn. Abfahrt 3 Uhr 55 Minuten morgens. ballen die Gegend von fiabitiöi, finoble« und Ivuf» sonyhan (?) noch belegt. Ein Itltgrumm Suleiman» vom 14 b. meldet: Gestern Zusammenstoß bei Elena. Wiener Börse vom 15. September. •tibi Watt Staatsfonds. I »*«i>! War-1 Pfandbriefe. ; «,,d 5pet|. Äentt.äiHiu-.: 6M5 e5-lo'eng.afl. Botviicbit. K4-— 104-6C »10. etc. oft. in feilt.| <7 60 «7-80 bto. in 33 0............. 88-60 88'76 dofe »on 1354 .... 1U8 *5 10 i75 Matton. ö. 41)..........#7-45 97itr »0 75 91 — io e »on 1860, ganie 111 50 111—iNng. 8ob.-6teou.iaTi. 118- 9 l»o-—I , ist'.« H5•—, Priorität«-Obi. ijrauj 3ofef«»iöat'ti . |Öcft. ülocblDdTibcbc eitbtnbtitgtl . . jj _ etaetlba^n .... iS— .9-- SUdbahn i 6 Petz. bto. Los» . ißt oft non 1860, Fünft. Ptämicnt*. v. 186« . Qrandont.-ObL Biebcnbätg. Ungete Telegramme. Eattaro, 16. September. Verflossene Nacht umzingelten einige tausend Montenegriner Bilek, Gubomir und Koi jenice, diese Ortschaften zur lieber-gabe innerhalb 24 Stunden aufsordernd. Petersburg. Offiziell aus Poradim vom 15. September: Am 13. den ganjen Tag und am 14. bis 6 Uhr abends beschossen unsere Batterien Plcwna; dir Türken erwiderten nicht. Am 14. d. abends «öffneten die Türken ein heftiges Feuer gegen die Griwiza-Redoute und griffen später dieselbe an, wurden jedoch unter Mitwirkung unserer und der rumänischen Reserven zurüctgewiesen. Heute wird die Beschießung fortgesetzt, die Stadt brennt. Unser ganzer Verlust seit dem 7. September beträgt gegen 300 Offiziere und 12,500 Mann tobt und verwundet ; der Verlust der Rumänen bis zum 14. morgens gegen 60 Offiziere und 3000^ Soldaten tobt und verwundet. Auf den anderen Stellen des Kriegsschauplatzes ist alle« ruhig. »onstantinopel, 15. September. Der Kampf im Schipka-Pafse dauert fort; heute wurden abermals mehrere russische Batterien zum Schwei gen gebracht. Konstantinopel, 16. September. Eine russische Recogno-cierungsabtheilung bei Düman Bazar wurde Freitags zurückgrwiefen; recognosciereiide Ticherkeflen hatten bei PylgoS einen Zusammenstoß mit den Russen. London, 16. September. Reuters Bureau meldet aus Konstanlinopel: Das 11. russische Corps räumte Tirnowa und zog nach Bjela ab. Die Russen *.otien, Sugic-.Dcnr . . , , Ättbitan ,t. Siaaisbahn . . c ubbaijQ ..... 10U5U i,0— Wnbolfl m >5 jii-60 Lo«e. Jtrcblt • Sole . » 8o|e 710- 8Ö7 ~ 859'- 74-50 103 5j 151— 178-50 136-50 ISO — 8» — Weohe. (aaitun. Äugfbntg loo Statt tjtanlf. 100 Marl . Hamburg „ „ tionbon 10 Psb. 6tcx< Part« 100 j}ta*c» . Münzen. 7475 104— mo-50 151 15 179 50,*ai|. Slttnj.SDucami 187 i>0|)io.9»«nc«miÄ . . . »8e-i0i®e»H*c Reiqsmari j.*>7-. 5 W.5; feilbet .110« 80 88--' 89 95 89— 81-50 «5 81, ee — 90 6 5 90 89 165 s>0 IM 50 13 50 18 7» 57 »0 117 75 4 15 6*8$ 9 45 67 30 117 80 47 - 565 9 4« 08 C6 104 80 Telegrafischer Äursdericht am 17. September. Papier-Rente 65 65. — Silber-Rente 68 15. — (So 16* Rente 76 50 — 1860er StaatS-Anlehen 113 —. — Bankaktien 858. — Streoitactien 230 —. — London 117 50. — Silber 104-85. — Ä. 1. Miinzdukaten 5 61. — 20-Franc-Stillke 9 42. - 100 Reichsmark 57-80 Eine viertel Loge im zweiten Stock zu vermiethen. Näheres in Sleinmayr & Bambergs Buch' Handlung. (469) 2—1 Warnung;. Ich warne jedermann, niemandem weder Geld noch Gelkeswerth in meinem Namen ein;ubändiqen, ich würde-nicht« anerkennen. J()h, ]\ep. TOllÜZ, (467) 3-3 -dahnarzt. In der Galanterie- und Knrzwaren^anäkung kes Leopold Pirker wird ein Praktikant ausgenommen. (464) 3- 3 10 40 „ vormittags. 7 35 abends. 2 3f> „ morgens. 7 45 „ morgens. 6 „ — „ abends. Gedenktafel i über die am 20. September 1877 ilattfiu-denben Licitationen. 3. Feilb., Anjelj'sche Real., Koinije, Cffl. Nassenfuß. -3. Feilb., Petrii's-de Real , Mi»elstetten, 6®. Krainburg. — 3. ffeilb., PooSe'sche Real.. Lrdb.Klingensels, BG.Nasien-suß. - 3. tzeilb , Rupar'sche Real., Sawinek, BB. Naffen-suß. 3. Feilb.. fibnig’fdit Real., @rbb. ad lilottfctee, BG (8ott|diec. — 2. Feilb., HrenN' sche Real., Zagoriea, BG. Großlajchiz. — 2. Feilb., L>»-dii'Iche Real., Slaniverh, BN. Naflensuß. --2. Feild., Hög-ler'jche Real., «ltlag, BiV. ®ott|chee. - 2. Feilb., ®er- den'jche Real., Martinidoif, B®. Siilich. - 3 Reilb.. Novak'sche Real., Tomazin, B®. Großlasch,,. — 1 Feilb., Novak'scdeReal,®rafenbrn»ii. B®. Fnftriz. WUWWJWfMWJVWAVf Kkemmaijr & liumbcrgs i 1 $ Buchhandlung, Laibach, Kougreßplatz Nr. 2, hält vollstSndigeS Lager simmtlicher in den hikstgen böheien Lehranstalten, insbesondere der k. k. Oberrealschule, dem Obergymiiasium und den Lehrer» und Lehrerinnen BildungSanstalten wie den Privatinstituten eingesilhiten Schulbücher in neuesten Auflagen und empfiehlt dieselben zu billigsten Preisen. Die Verzeichnisse der eingesührten Lehrbücher werden gratis verabfolgt. | $ £ruif von Jg. v. Äleinmaor & Fed. Wamberg. Beileget: Ottumer Bamberg. Für die Redaktion verantwortlich: Franz Mülle