Erscheint Dienztag und Freitag. Redaktion: Gradischa-Norssao« Nr, 5. l.Wt, Expedition: Rann Haus-Nr. !3ll. Inscrlio»«gel> »ihren: für die 3spaltigc Zeile oder deren Raum für > Mal 5 kr,, 2 Mal ? tr., 3 Mal i» lr. Insertion« stempel jedes Mal 30 kr. ' Abllniicnieut fiii H5^ÄW^ ^ ganzjähri., 5 fl, -^ fM^'^.? ha»>,a!!r,g 2 „ 5G»^ ,7. ^>>' .<.,? »icrtcl,rig L st. 4» kr. hall'jahria 3 „ 2» „ üicrtcljaiirig l „ ?u „ Einzelne Eremplarc kosten 5 Nkr. ZeUschrift für vaterländische Interessen. Verlag und Druck von Verantwortlicher Redakteur: (Manuskripte werden nicht zurückgesendet.) I . Blasuik. P. v. Rabies. 1 Jahrgangs Laißllch am 14. Februar 1865. M 13. Die neuen Steuervorlagen. Daß in Österreich eine Steuerrefor m ein dringendes Bedürfniß ist, darüber ist alle Welt einig. Die Negierung selbst fühlt dieses fo gut, wie jeder Steuerzahlende. Sie hat daher dem gegenwärtig tagenden Reichsrathe Gesetzesentwürfe vorgelegt. Unsere Leser wird es gewiß in­teressiren in gedrängter Kürze zu erfahren, welche Reformen der di­rekten Steuer das Finanzministerium beabsichtiget, daher wir ihnen nach „Ost und West" eine Synopsis des sehr umfassenden ministeriellen Planes bringen. Das System der Besteuerung, welches seit Iahrzehenten inOester­reich eingeführt ist, hat sich als ein mangelhaftes erwiesen. Die Belastung ist nämlich eine unverhältnißmäßig große, die Vertheilung unbillig, die Um­lage unverhältnißmäßig und die Einhebung sehr kostspielig. Da überdies; die Steuerträger selbst auf die Feststellung un Einzelnen nicht den gering­sten Einfluß haben, so ist es leicht begreiflich, daß die Klagen über em­pfindlichen Steuerdruck und unverhältnißmäßige Kontribution immer häu­figer und lauter wurden und der Rnf nach einer Behebung dieser Miß­stände und einer Reform der Abgaben, namentlich der direkten, immer eindringlicher verlautete. Das Finanzministerium hat bereits vor Jahren die ersten Schritte, gethan, um diesen Wünschen entgegen zu kommen; in der dießjährigen Session des Neichsrathes ist es aber endlich mit einem umfassenden Plane einer Reform der direkten Besteuerung hervorgetreten. Es hat den beiden Häusern Gesetzentwürfe über die Grund- uud Ge­bäudesteuer, die Erwerb- und Personal-Erwerbsteuer, ferner über eine neue Zins - und Nentensteuer und endlich über eine neue Ge­staltung der bisherigen Einkommensteuer zu einer allgemeinen Klas­sen-Einkommensteuer vorgelegt. Nach dem Wortlaute der ministeriellen Motiuirung, von welcher diese Gesetzentwürfe begleitet sind, foll es dabei weniger auf eine Er­höhung der Staatseinnahmen durch- neue direkte Steuern als vielmehr da­rauf abgesehen sein, die Steuerlast durch eine gerechte und verhält­nißrichtige Umlegung weniger drückend und unbequem zu machen, ohne jedoch die Staatseinnahmen zu vermindern; ja die letzteren sollen sogar durch die bessere Vertheilung der Lasten noch um Etwas vermehrt werden. Um diesen Zweck zn erreichen soll im Steuerwesen das Prinzip der Selbstverwaltung in Anwendung gebracht werden und zwar in einer Ausdehnung, wie es bisher in keinem Lande des europäischen Festlandes der Fall war, und selbst in Großbrittanien nur annähernd der Fall ist. Es sollen nämlich die Steuerpflichtigen selbst mitwirken und zwar sowohl bei der Ermittlung der Vesteuerungsgrundlagen, als auch bei allen Ein­schätzungen und bei der Feststellung und Revision der Steuertabellen. Was die einzelnen Steuern anbelangt, so hält der Reformplan der Negierung an folgenden Grundsätzen fest. Da bei der wichtigsten aller unmittelbaren Abgaben, bei der Grundsteuer , gegenwärtig eine auf­fallende Verschiedenheit der Belastung besteht, weil die erste Veranschla­gung dieser Abgabe in den verschiedenen Kronländern und bei den einzel­nen Steuerobjetten zu sehr weit auseinander liegenden Zeiten nnd noch ganz von einander abweichenden Grundsätzen statt hatte,' eine gleichzeitige allgemeine Revision des stabilen Katasters aber auch nicht durchführbar ist, indem dieselbe einen erheblichen Aufwand an Zeit und Kosten in Anspruch nehmen und überdieß den Werth und Preis der Grundstücke eine geraume Frist hindurch großen Schwankungen aussetzen würde, so soll der Gesammt­betmg der Grundsteuer als Postulatsumme für das ganze Reich verfassungsmäßig festgestellt werden, die Veranschlagung nach Kreisen , Bezirken, Gemeinden und auf Einzelne unter Mitwirkung der , verschiendenen autonomen Vertretungstorpcr stattfinden. Auch bei der Ein­hebung sollen diese Korporationen eingreifen nnd dadurch die Kosten ver­mindert und ein höherer Nettobetrag erzielt werden. Eben so wie die Grundsteuer, sollen auch die Erwerbsteue r er­ster Klasse, welche von selbstständigen Unternehmungen zu zahlen sein wird, 'so wie die allgemeine Klassen-Einkommensteuer Repartitionssteuer u sein. Nach dem vorher eingeschlagenen Sisteme soll nämlich die Ge­sammtsteuersumme vorher bestimmt und nach dem uuter Mitwirkung der Steuerträger verfaßten Kataster vertheilt werden, so daß erst daraus der Steuerfuß sich ergeben würde. Bei der Gebäudesteuer, so wie bei der Einkommensteuer zweiter Klasse, welche von Dienst- und Lohnbezügen ge­leistet werden soll, und bei der Zins- und Nentensteuer soll der Prozent­satz vorher festgestellt und unmittelbar auf jede einzelne Katastraleinlage angewandt werden. Das Ergebniß dieser Steuern für den Staatsschatz ist somit von der Höhe und Menge der Katastraleiulagen abhängig und diese Abgabeil erscheinen daher als O. uotensteuer n. I n jeden: Kron­lande soll ein Landesdeckungsfond und in jedem Bezirke eine Be­zirksdeckungskasse gegründet werden; welche für den richtigen Ein­gang der mit dem Beginne des Verwaltnngsjahres ausgeschriebenen Steucr­quoten zu haften haben werden. Alle Mehreinnahmen kommen diesen Ver­sicherungskassen zu Gute, alle Verminderungen des Ertrages fallen ihnen zur Last. Die Kosten der unmittelbaren Steuererhebung sollen von den einzelnen Ländern getragen werden. Anlegung und weitere Führuug der Schätznngstabellcn, sowie überhaupt des ganzen Katasters, sollen Kommis­sionen übertragen werden, welche aus der Mitte der Steuerzahler genom­men würden, und bei welchen ein Finanzbeamtcr, als Vertreter der Staats­interesscu den Vorsitz zu führen hätte. Die für die Einschätzung not ­wendige Revision des stabilen Grundsteuer-Katasters soll nicht überall gleich­zeitig stattfinden, sondern ländcrwcise und nach Maßgabe des dringendsten Bedürfnisses. Die Schätzung der einzelnen Parzelle» soll ans Grundlage des örtlichen Durchschnittsreinertrages nach Kulturen und Klassen vorge­nommen werden. Der neue Kataster erscheint somit als ein Werth la­ta st er. Die Feststellung der Kulturen und Klassen soll nach Katastralge­meinden durchgeführt werden, während die Aufstellung des Schätznngs­tarifcs und Einreihung in denselben aber Bezirksweise stattfinden würde. Bei der Repartirung der Grundsteuer-Hauptsumme auf die einzelnen Kron­länder wäre im Falle einer Entlastung der Ueberbürdetcn, welche nicht durch eine größere Belastung bei anderen gedeckt würde, der an der Ge­sammtsmnme des Reiches dann abgehende Betrag dnrch die Uebernahme auf die Klassen- und Einkommensteuer im verfassungsmäßigen Wege zn decken. Für die einzelnen Kronländer selbst hätte die Ausgleichung durch die bereits erwähnten Bezirks- und Landes - Steuerfonds zu geschehe«. Die Hausklas sensteuer soll in eine Gebäudesteucr, welche nach dem tarifmäßigen Gebrauchswerthe festgesetzt wird, der nach drei Kate­gorien von Ortschaften und neun Klassen abgestuft ist, umgestaltet wer­den. Der Mieths-Ertrag nnd der Gebrauchswert!) sollen nach Abzug der Erhaltungskosten nnd der Amortisationsquoten für die Tilgung des An­lagekapitals nach dem gleichen Stenerfuße belegt werden. Neubauten sollen allgemein auf sechs Jahre steuerfrei sein. Die Erwerbssteuer soll künftighin in zwei Klassen zerfallen. Für die Erwerbsteuer erster Klasse soll ein Kataster nach Steuereinheiten, welche dem zwanzigsten Theile des durchschnittlichen Iahrcscrtragcs gleich­kommen, angelegt werden. Die Unternehmungen werden durch Vezirks­kommissionen nach Ortskategorien und Erwerbsgruppcn in die erforderliche Anzahl von Klassen getheilt und für jede Klasse die Steuereinheit festge­stellt. Die Erwerbssteuer zweiter Klasse von Dienst- und Lohnbczügen wird nach einem neuen progressiven Tarife, welcher von ^ bis 4"/^ steigt, bemessen. Die Zins- und Nentensteuer soll die bestehende Einkommen­steuer dritter Klasse vertrete«. Das Recht des Steuerabzuges von Seiten des Schuldners wird mit Ausnahme der Berechtigung der öffentlichen Kas­sen aufgehoben nnd die unmittelbare Bestenernng des Gläubigers eingeführt. Die allgemeine Klassen- und Einkommensteuer soll einen durch das alljährliche Finanzgesetz zu bestimmenden Betrag des von der direkten Besteuerung zn deckenden Staatserforoernisscs übernehmen. Dieser Betrag soll auf die ermittelten Steuereinheiten jährlich vertheilt werden. Der Steuervortrag wird bei einem Jahreseinkommen von weniger als 1500 fl. nach der kommissionell unerkannten Stenerfähigkcit der einzelnen Bernfs­klassen im Allgemeinen festgesetzt, wobei jedoch ein Tageseintominen bis zu einem Gulden frei bleibt. Bei einem Einkommen, welches 1500 fl. über­steigt, wird der Steuerbetrag nach Grundlage eines Progressiv - Tarifes nach dem wirklichen Betrage des Einkommens festgestellt. Diefe kurze Charakteristik der vorgeschlagenen Vestcuerungsformen zeigt, das dieselben allerdings einen Fortschrit t gegenüber der bisheri­gen ganz planlosen Methode zeigen, weil sie wenigstens eine gleichartige Belastung und billigere Vertheilung ermöglichen, aber eine wirklich durch­greifende von gesammten nationalökonomischen Anschauungen ausgehende Reform nicht herbeizuführen im Stande sind. Denn jede direkte Besteue­rung, welche nicht die reinen Erträgnisse der verschiedenen Produk­tionszweige trifft und sich daher fo viel wie möglich dem Ideale einer einzigen reinen Einkommensteuer nähert, erscheint als eine ge­milderte Form der requisitorischen Kontribution, aus der sie auch historisch hervorgegangen ist. Denn wenn die wirklichen reinen Erläge nicht aus­schließlich getroffen werden, sondern der Bruttoertrag ja vielleicht die Zinsen des Betriebskapitals selbst ins Mitleid gezogen werden, so muß not­wendiger Weise eine Lähmung der Produktion, eine Abnahme des Volks­einkommens und eine Vermindernng des Ratio nalreichthums eintreten. Bei dem geringen Reinerträge unserer Landwirthschaft, bei der niedrigen Zins­rente der Nutzgebäude, bei der Theuerung des Kredites und bei dem be­schränkten Umsätze unserer Arbeitsprodukte müßten die direkten Steuern, welche auf diesen Objekten lasten, wenn sie bloß den Neinertrag in An­spruch nehmen wollten, so niedrig gegriffen werden, daß ihr Gesammtbc­trag weit hinter dem jetzige« Ansätze zurückbleiben müßte. Damit aber wäre der Regierung gewiß nicht geholfen, denn diese rechnet im Gegen­theile auf eine Erhöhung der Einnahmen ans den direkten Steuern. Soll aber diese erzielt wcrdeu, ohne daß die traurigeu Erscheinungen eintreten, welche wir weiter oben angedeutet haben, so müssen vor Allem die Ob­jekte der Bestenernng vermehrt nnd die bestehenden mit höheren Werthen ausgestattet werden. Das ist aber eine Angelegenheit der Voltswirthfchafts­ pstcge. Eine wahre Steuerreform muß. iu Ocsterreich mit einer gesunden Volkswirthschaftspolitik beginnen. Zuerst eine freie Agrarverfassung, dann die Aufhebung der Wucher­gesetzt und endlich eine richtige Haüd'e'lsflKli^i,! müssen einer Rege­lung des Steuerwesens vorangehen, wenn diese wirtlich einen großen Fort­schritt herbeiführen soll. Damit wollen wir aber nicht etwa gesagt haben, daß man nicht vorläufig an eine Verbesserung der Katastrirung, des Umlageuerfahrens, der Einschätzungsmethode und der Erhebnngsform denken soll. Alle diese Dinge können ohne Anstand allsogleich in Angriff genommen werden. Ja wir befürworten es sogar ans das Wärmste, weil durch die Einrichtungen, welche in den ministerielleil Borlagen beantragt sind, zwei Dinge von großer politischer Bedeutung erreicht werden, nämlich, daß auch im Steuer-Wesen das Prinzip der Selbstverwaltung in Anwendung gebracht und dem Reichsrathe das Steuerbewilligungsrecht in sehr ausge­dehntem Maße eingeräumt wird. Auf diesen beiden Grundlagen bernht aber in der ganzen zivilisirten Welt der echte und wahre Konstitutiv­nalismus. Sind Alkerbaulammern nothwendig? — a Es ist gerade ein Dezennium, seit die Errichtung von Acker­baukammern zuerst uud zwar insbesondere durch Prof. Dr. Arcnstcin in Wien zur Ssirache gebracht wurde. Wi r hatten Gelegenheit nus schon da­mals entschieden gegen diesen Vorschlag auszusprechen. Nun wird derselbe neuerdings besprochen, und theils befürwortet, theils bekämpft. Mehrcrc Laudwirthschaftsgefcllschllften und öffentliche Blätter haben bereits Kund­gebungen in unserem Sinne gemacht, und namentlich hat Prof. Hlubek in Graz den Gegenstand ebenso gründlich als umfassend erörtert. Nachdem es nun heißt, daß mehrere Reichsrathsabgeordnete das Projekt der Errichtung von Ackcrbankammern lebhaft befürworten, und die Negierung zur Vorlage eines bezüglichen Gesetzentwurfes zu drangen be­absichtigen, so erscheint es nns zeitgemäß zu prüfen, wie weit der Satz, daß die Errichtung vonAckerbankammern im Allgemeinen und bei den speziellen Verhältnissen Oesterreichs insbesondere Wünsch enswerth und nothwendig sei, sich rechtfertigen lasse. Hiebet gehen wir von der nicht unbegründeten Voraussetzung aus, daß unsere Ansicht von dem weitaus, größten Theile der Grundbesitzer und Landwirthe getheilt wird, und daß sich unter dieser nur sehr wenige Ver­teidiger des mehrerwähnten Institutes fiuden. Erstens. Was die Notwendigkeit einer Vertretung der landwirthschaft­lichen Interessen im Allgemeinen anbelangt, so steht selbe außer allem Zweifel. Es ist eine solche Vertretung in mehrfacher Richtung nöthig. Erstens um der Regierung gegenüber jene Wünsche und Bedürfnisse zur Geltung zu bringen, welche neue oder veränderte Gesetze uud polizeiliche Verordnungen nothwendig machen. Zweitens um dem Landwirthe die Fort- Feuilleton. Frei übersetzt von Ludwig Dimitz. Wem wol ist die traur'ge Wahrheit nicht bekannt, daß ich sie liebe, Les't Ihr's nicht im Liederkranze, den ich wand, daß ich sie liebe? Schon die Nacht, die stille weiß es, wenn sie meinen Seufzern lauschet, Und das Morgenroth am fernen Alpenband, daß ich sie liebe. Schon der Morgen, schon der Mittag, schon der kühle Duft des Abends Kennt die Klage, die ich Niemand noch gestand, daß ich sie liebe. Und die laute Welt so wie der Einsamkeit verborgne Stätte, Ja es weiß es meiner Stube öde Wand, daß ich sie liebe. Schon die Blume weiß, die meiner Theuern Pfade hold umblühct, Und das Vögelein am grünen Waldesrand, daß ich sie liebe. Weiß es doch der Weg, der mich so oft bei ihr vorüber führet, Dieser Stein am Hausflur, wo so oft ich stand, daß ich sie liebe. Sie allein, die hehre Jungfrau, will's nicht glauben, will's nicht wissen, Daß, wozu sich jedes Wesens Glaub' bekannt, daß ich sie liebe. köllm boäinkg. Origiiialuovelle aus dem böhmischen Volksleben von V. N. (Fortsetzung.) Inzwischen war die Kirchweihe herangekommen, jenes Fest der Ku­chen und Tänze, welches in Böhmen so beliebt ist "und das nicht überall an dem Tage, an welchem im Kalender die Landeskirchweihe vorge^eichnet ist, sondern an verschiedenen Sonntagen in den Dörfern begangen wird. Zu diesem Feste war Anna in das Haus ihrer Zieheltern, gekommen und mußte auch wieder zu dem Dorfrichter zurücklehren, als daselbst die Kirch­weihkuchen gebacken wurden. Bei solchen Gelegenheiten senden die Ver­wandten und guten Freunde einander als besondere Aufmerksamkeit eine Schüssel guter Kuchen (Kolaös) die mit besonderer Sorgfalt vorbereitet werden, wobei es einen Aufwand von Gewürzen und Leckereien gibt, daß ein böhmischer Volksdichter darüber singt: ?08vioeni taä/ voui. Und erst der Kirchweihschinauß uud das Tanzen und Jauchzen bei offenen Thüren und Fenstern, bei denen es Zuschauer gibt die in ruhiger Betrachtung dasselbe Vergnügen fiuden, wie die feurige Jugend, die in ihrem übersprudelnden Lebensmuthe von dem gesetzten Alter bewundert werden will. Diese Lustigkeit reicht oft noch über den Tanzboden hinaus, von welchem Manche unter Mnsittlängen sich am Mor-gen nach Hause ge­leiten lassen. Daß bei solchen Gelegenheiten der Vauernburschc, um vor seiner Auserwählten zu glänzen, ein gutes Stück Geld den Spielleuten zu verdienen gibt, ist jedenfalls eine ausgemachte Sache. Darum sagt schritte der Wissenschaft und Praxis zugänglich zn machen, und auf diese und andere mannigfache Art znr Hebung der Laudwirthschaft beizutragen. Drittens, um den Consnmentcn und den Handclslcuteu, als Vermittlern der Produzenten und Consumenten, mit statistischen Angaben und prakti­schen Fingerzeigen an die Hand zu gehen, nnd so für alle drei Gruppen der Bevölkerung nützlich uud wohlthätig zn wirken. Was nun aber die Art uud Weise betrifft, wie diese Vertretung eingerichtet werden soll, so sind viererlei verschiedene Arten derselben denk­bar. Erstens kann nämlich die Vertretung der landwirthschastlichcn In ­teressen als besondere Pflicht der allgemeinen Landesvcrtretnng festgesetzt werden, oder es kann den Handels- nnd Gcwcrbckammcrn eine dritte Sektion für Ackerbau beigegeben, oder es können besondere Ackerbaukam­mern bestellt, oder es kann endlich die Vertretung der landwirthschastlichcn Interessen frei gebildeten landwirtschaftlichen Vereinen und Landwirthschaft-Gesellschaften überlassen werden. Fragt man nun, welche von diesen Formen der Vertretung vor den anderen den Vorzug verdiene, so muß Folgendes im Auge be­halten worden. Vor Allem sind alles das nur Formen, nnd es darf denselben nicht ein höheres Gewicht beigelegct werden, als sie in Wahr­heit verdienen. Die Verwirklichung des Zweckes ist die Hauptsache, ob sie auf diese oder jeue Weise erreicht wird, ist wesentlich gleichgültig, Ferner mnß man bedenken, daß dem Menschen überhaupt nicht gestattet und gegönnt ist, Vollkommenes zu erzeugen: daher auch dort, wo noch so genau alles erwogen nnd voransbestimmt, alles bestmöglichst organisirt und gegliedert ist, stets mehr oder weniger UnVollkommenheiten unausbleiblich eintreten werden, welche man dann nicht dem Sisteme und den Formen der Organisation, sondern zum größeren Theile der Schwäche der mensch­lichen Natnr zuschreiben muß. Ucbrigens aber wird bei der Entscheidung, ob die eine oder die andere Organisation der landwirthschaftlichen Vertre­tung den Vorzug verdiene wesentlich die politische und soziale Lage eines Volkes in Verbindung mit seinen Cnltnrverhältnissen maßgebend sein. So mag ein Ackerbaustaat in der allgemeinen Landes» und Ve­zirksvertretnng genügende Bürgschaft darin finden, daß seine landwirth­schaftlichen Interesse nicht vernachlässiget werden, während bei einem Volke, wo die Industrien und der Handel die Hauptpnlsader des Lebens bilden, der Ackerbau nur ganz nebenbei betrieben wird , die Vertretung dieses letztern füglich einer Sektion der Handels- und Gewerbekammer überlassen wird; endlich bei einem Volke das wenig Sinn für eigenes unaufgeforder­tes Vorgehen hat, und zu allem durch die Negierung angetrieben und an­geleitet zu werden gewöhnt ist, Landwirtschaft - Gesellschaften vergebens gesucht und Ackerbankammern unbedingt nothwendig sind. Zweitens. Wenn wir nun diese allgemeinen Grundsätze auf Oesterreich und insbesondere auf deu eine mehr oder weniger gleiche Kulturstufe einneh­ anch der oben erwähnte Volksdichter, nachdem er die Freuden und komi­schen Leiden des Kirchweihfestes besungen hat: Xclo K^ QL8L1 na P08vioLni) Von dem eigentlichen Kirchweihtanze wußten wir Anna unter einem schicklichen Vorwande fernzuhalteu, da ich nun mit einer Art Eifersucht das Mädchen überwachte, um die liebliche Blume nicht einer rohen Vertrau­lichkeit auszusetzen. Es war etwas Feines, Edles in ihrem ganzen Wesen, das von selbst nach Vervollkommnung drängte und täglich schien ich mich immer mehr davon zu überzeugen, das Anna Adelens Tochter sei, so auf­fallend trat Adelens Wesen in Annas ganzem Benehmen hervor. Am Sonntage, der dem Kirchweihfeste folgt, versammeln sich in je­ner Gegend nach dem Gottesdienste die Bursche und Mädchen im Gast-Hanse, um einen kleinen Nachkirchweihtanz zu halten, der sich jedoch nicht über die Zeit des Mittagessens hinaus erstreckt. Z u dieser fröhlichen Zusam­menknnft legen die Mädchen das Schönste und Glänzendste, das sie an Garderobe und Geschmeide besitzen, an. Reichbetreste, gold - nnd sllber­gcstickte Mieder von bunten Farben, schwere Goldhauben, Granaten und teure Ketten mit Dukaten, Thalern und andern Silbermünzen am Halse müssen das Ihre beitragen, um die Reize der Jugend zu erhöhen und diese kurze Zeit der Lustbarkeit zu dem zu machen, was ihr Name: ptzkna Koäiiüca, (schönes Stündchen) den ihr der Volksmund gegeben, ausdrückt. D a kein Grund vorhanden war, Anna von diesem kurzen Vergnügen, das einen gewissen poetischen Reiz hatte, abzuhalten und sie mit den meisten Mädchen des Dorfes und der benachbarten Ortschaft in gutem Einver­nehmen sich befand, fo schmückte auch sie sich für das fchöne Stündchen auf das sorgfältigste und bat uns, wenn die Musik erschallen würde, den Kranz der geputzten Mädchen anzusehen. Mi t Interesse folgte ich dieser Einladung und der Gutsbesitzer mit seiner Frau geleiteten mich nach dem Wirthshause, wo bereits die fröh­liche Dorfjugend die kostbare Zeit der schnell vorüberrauschenden Lust und Freude eisersüchtig benützte, damit ja keine Minute ungenossen vorüber­eile. Anna, die durch die Theilnahme, welche wir ihr bisher bewiesen, uns gewissermaßen näher gerückt war, lächelte uns freundlich entgegen und als die Musik eine Pause machte, kam sie am Arme einer Frenndin zu uus , um uns ihren Dank für unfern Besuch auszudrücken. Das Mädchen war in der That schön und verdunkelte trotz ihres einfachen An­znges alle hier Anwesenden. Ihre Frenndin, mit der sie Arm in Arm vor uns stand, war die Tochter eines wohlhabenden Bauern aus dem Dorfe, eine hübsche nette Dirne, die in ihrem Putze einen recht guten Geschmack verrieth. Es war begreiflich, daß, da die Fremde in meiner nächsten Nähe sich befand, ich den musternden Blick auch über sie hinglei­ten ließ, besonders, da ihr Aeußercs wirklich" angenehm war uud ihre Gesichtszüge etwas Gntmüthiges hatten. Plötzlich blieb mci» Angc starr an ihrem Halse haften, mein Herz begann stärker zu klopfcu uud ein lei­ses Zittern, bcschlich meine Glieder. Das Mädchen trug an einer Perlen­schnur eiu kleines Malthcscrkreuzchen aus Rubinen, ans' welchem der Buch­stabe A nus Brillanten kunstvoll eingearbeitet war. Meine innere Be­wegung war so heftig, daß sie gewiß auffallend geworden wäre, wenn nicht die Musik wieder begonnen hätte uud wir dadurch von den Mädchen ge­trennt worden wären. *) Kirchweih duftet ringsumher, als wär's Npothekengeruch. ") Wer nicht auf die Kirchweih ginge, wäre ei» Narr doch fürwahr. Menden deutsch slavischen Theil des Kaiserstaates anwenden, so finden wir, daß Ocsterreich vor Allem und so zu sagen ausschließlich ein Ackcrbaustaat ist, als dann, daß in den Landcsvertretungeu die Vertreter des großen und kleinen Grundbesitzes hervorragenden und überwiegenden Einfluß erhiel­ten ; ^). drittens, daß bereits seit Jahren in fast allen Kronlandern Lassd­wirthschaft-Gesellschafteu in fruchtbringender Wirksamkeit sind. Hierdurch wird der Ausspruch motivirt, daß eigene Ackerbau­tammernfürOesterreich weder nothwendig noch wünschens­wert h sind. Erstlich wird es sogleich klar, daß für diese gar kein Theil der oben bezeichneten dreifachen Aufgabe übrig bleibt: denn die Bedürf­nisse der landwirthschaftlichen Bevölkerung zur Kenntniß der Negierung zu bringen, sind die Landesvertretungen ebenso berufen als geeignet; alsdann sind die landwirthschaftlichen Vereine sowohl zur Verbreitung der gemein­nützigen einschlägigen Kenntniß als zur Vertretung der Landwirthschaft den Consumenten und Handelsleuten gegenüber vorzüglich bestimmt. Zweitens würden aber auch die Kräfte theils zu sehr zersplittert, eine gefährliche und hier ganz überflüssige Conkurrenz erzeugt, und so eine Opposition und Parteiung hervorgerufen, die hier, wo Einigkeit vor Allem Noth thut, am allerwenigsten am Platze wäre. Drittens sind die Landwirthschaft-Gesellschaf­ten bereits seit einer Reihe von Jahren in Wirksamkeit, erfreuen sich zu­meist bedeutenden Ansehens und eines notwendigen Vertrauens, welches die neuen Ackerbaukammern niit um so mehr Schwierigkeiten sich zu er­werben hätten, da eben die Landwirthe, der eigentlich uud in mehr als in einer Beziehung konservative Stand im Staate, alles Neue mit schwer zu überwindendem Mißtrauen und Vorurtheil zu betrachten gewohnt sind. Viertens würde die Frage, auf welche Art eigentlich die Ackerbaukammern zu organisiren wären, der Schwierigkeiten gar manche darbieten. Gerade hier weisen sich die erheblichen Unterschiede zwischen dein industriellen und dem landwirthschaftlichen Stande aus. Jener findet sich seiner Hauptmasse nach konzentrirt in den größern Städten, und die auf dem Lande zerstreuten Glieder sind (die Fabriken ausgenommen) sowohl der Anzahl als ihrer Bedeutung nach kaum der Nede werth. Die Orga­nisation der Handels- und Gewerbckammer ist also hier von selbst gegeben und unterliegt gar keinen Schwierigkeiten. Anders bei den Landwirthen diese sind an und für sich über das ganze Land zerstreut. Nicht denkbar, daß eine zur allseitigen Vertretung genügende Anzahl gefunden würde, die bereit wäre, nicht bloß die Zeit mit Kammerverhand­lungen zuzubringen, sondern auch noch die nicht unbedeutenden Kosten der Hin- und Herreise und des Aufenthaltes am Orte der Kammer aus eige­nem Säckel zu bestreiten. Aber abgesehen, daß gerade die tüchtigsten Land­wirthe sich kaum willig finden würden, auch gegen Tagegelder an jenen thcilzunehmen, fo kann ohnedem dem Bauernstände eine neue Auflage zu diesem Zwecke umsoweniger zugemuthet werden, da gerade ihn die erhöhten Anforderungen des Staatsbedarfes einerseits und die Leistung für die Ablösung und Grundentlastung anderseits so empfindlich treffen. Auch die Erfahrungen mit den Handelskammern sprechen keineswegs für die Errichtung eines ähnlichen landwirthschaftlichen Institutes, indem be­reits in mehreren Ländern und zwar gerade von Industriellen, ja sogar aus der Mitte dieser Kammern selbst deren Auflösung befürwortet wurde. Erwägt man alle diese hier in möglichster Kürze zusammengefaßten Momente, fo folgt alssicherer Schluß: daß die Errichtung eigener Ackerbaukammern in Oesterreich nicht bloß nicht nothwen­dig, sondern sogar mit erheblichen Schwierigkeiten ver­bunden ist, und in der allgemeinen Landesvertretung nnd den bereits bestehenden Landwirthschaft-Gesellschaften **) ein Ersatz für dieselben vorhanden ist, der unendlich bildungsfähig und alle Wünsche zu befriedigen geeignet ist. ' ) Der krainische Landtag hat bekanntlich unter 3L Abgeordneten, 10 des großen Grundbesitzes und IL der Landgemeinden, also zusammen 28. *") Auch sino die Landwirthschaftgesellschasten durch den Bestand der Filiale n z» einer viel intensiveren nnd umfassenderen Wirksamkeit geeignet. Dll8 Haus- und gesellige Lied bei den 5üdslllUM. «on Siegfrid Kllpper. (Fortsetzung.) Wenndic Gästeschonangelangtsind und dieVrautbegehren. „Schön willkommen, schmucke Hochzeitsgäste, Die Ihr kamt, die holde Braut zu freien! Wohl Euch wird sie folgen; aber schwer doch Wird es ihr, zu scheiden von den Ihren!" Sieh, da tröstet sie der Liebste also: „Ei doch, Liebste, lass' dir's nicht so schwer sein, Lebewohl zu sagen deiner Mutter, Deinem Hause, deinen Brüdern, Vettern, Deinen Schwestern, Schwägerinnen! Mein auch ist ein Haus, ein wohlbestelltes, Drin ein Vater mir, die Mutter waltet, Brüder schaffen, wackre Vetter Hausen, Schwestern deiner harren, Schwägerinnen! Keines ihrer soll dir je ein Leid thun, Dies bei meinem Haupt dir schwör' ich, Liebste!" Wenn sie die Braut aus dem Hause führen. Weine nicht, Mädchen! Stille die Thränen! Mehr fönst der Thränen um dich vergießen Würde die Mutter, bitterer weinen, Wenn sie dann schaute deine Gespielen, Wie sie hinausgehe, Wasser zu holen, Und unter ihnen dich nicht ersähe, Dich nicht erfähe, die ihr den Krug füllt! Wenn der Zug vom Hanse scheidet. Vräut'gam, junger! Leuchtende Nose! Dir nun vertrau« wir dies Rosmarinreis. Nimm es, bcncht' es, daß es nicht welke! ii5 Dagegen mnß befürchtet werden, daß die Ackerbaukammern nichts anderes wären als ein kostspieliger bürcankratisch er Apparat, dessen Hauptaufgabe schließlich in der Sammlung einiger statistischen Da­ >ten ^bestünde, uud der von deu Kouimitenten mit Mißtraue n betrach­tet würde, da er denselben lediglich als ein Mittel der Erhöhung der Steuern erschiene. Politische Nevue. Der Bischof von Brunn Graf Schasfgotsche Pub licirt ^etzt auch einen Hirtenbrief anläßlich der Encyklika. Merkwürdig findet es der Bischof von Brunn in feinem Erlaß, daß Diejenigen, welche die Freiheit und die Gleichberechtigung Aller stets im Munde führen, den heil Vater von dieser Gleichberechtigung ausnehmen und ihm nicht gestatten, auch seine Anschauungen über das, was der Welt noththnt, darzulegen. In , einer Reihe von Aufsätzen unterwirft die „Tagespost" den Hirten­brief des Kardinals Rauscher einer Kritik, in der unter andern auch dein Ausspruche Er. Eminenz über die Nationalitätsbcstrebungen der Neuzeit entgegnet wird. Se. Eminenz charakterisirt dieselben in seinem Schreiben (freilich Wohl zmneist im Hinblicke auf Italien) als einen „Götzendienst der Nationalität. " Der Kritiker der „Tagespost" schreibt hiegegen: Auch uns gelten jene geistigen Güter, welche die ganze Menschheit zu be­glücken geeignet sind, weitaus mehr, als die ausschließliche Vorliebe für einen Stamm; — Freiheit nnd Bildung haben für uns einen höhern Werth, als die Vorliebe für eine Sprache. Allein nichtsdestominder müssen wir „Alles, was die Verherrlichung eines Stammes und einer Sprache fördern kann, gut und recht" finden, denn ein Volk, welches sich zu ver­herrlichen strebt, ringt nach Freiheit und Bildung und diese kann es am ehesten durch das Mittel der ihm eigenthümlichen Sprache erhalten. Wir achten deßhalb die tolerante Liebe einer Nation zu sich selbst und zu ihrer Sprache, weil aus dieser Liebe geistige und sittliche Veredlung her­vorsprießt. Die Banalkonferenz in Agram ist zu Ende, und die Schlußredattion des vereinbarten Vorschlages einer neuen Wahlordnung geht an Se. Majestät. Aber auch die in ihren Rechten sich bedroht fühlenden Magna­ten haben eine Schrift verfaßt — einen Protest — den sie als eine allerunterthänigste Repräsentation an Se. Majestät den Kaiser gelangen lassen. Wir theilen aus diesem interessanten Aktenstücke das Wichtigste mit: Es sind fast alle Magnaten, Graf Kulmer an der Spitze, unter­zeichnet und sie erklären, daß ihrer Ansicht nach die Virilstimme der Magnaten auf dem Landtage des dreieinigen Königreiches nicht ein­seitig beseitigt, so wie gegenwärtig nicht dnrch die Substitution ersetzt werden könne. — Weiter wird zwar zugegeben, daß die Wahlordnung für den Landtag den Zeitauforderungen entsprechend abgeändert werden müsse, doch glauben die Unterfertig« der Repräsentation, daß im Verhaltuiß zu der Abänderung des Rechtes der Magnaten, auch das Recht der Prälaten und Obcrgespäne theils geändert, theils ganz auf­gehoben werden müßte. Denn wenn auch die Vertretung der Magnaten nach den Grundsätzen der Jetztzeit und in Berücksichtigung der landwirth­schaftlichen Interessen geregelt werden kann, so könne doch kaum das Recht der katholischen Kapitel, der gricchisch-nichtuuirten Consistorien uud Klöster, wie auch das der Obcrgespäne ans keine neue Basis gestützt werden, wenn demselben das alte Magnaten-Privilcgium entzogen wird. Da nun eine Regelung des Virilstimmrechtes außerhalb des Land­tages gesetzlich unzulässig erscheiue, so bitten die Unterzeichner, daß der bisherige Modus der laudtäglichen Praris uicht in einseitiger, mithin ver­fassungswidriger Weise beseitigt werden möchte. Sie finden sich zu dieser Bitte besonders noch darum veranlaßt, weil die Abänderung von Rechts­verhältnissen, die nicht mehr zeitgemäß, nur dann heilbringend ist, wenn sie als Reform in gesetzlicher Weise, d. i. unter Mitwirkung aller in ­stitutionellen Factoren ausgeführt wird. So dir das Röslein welkte, das duft'ge. Unser das Unglück, dein war' die Schande. Darum beacht' es, heg' es und pfleg' es, Daß es nicht welke stets dir zur Ehre! Fort aus dem Hause zieht sie, die Scheidende, Gleich wie die Biene zieht aus dem Bienenstock; An den Geliebten schmiegt sich die Sehnende, Gleich wie die Seide sich an die Spule schmiegt. Unterwegs. Durch's Gebirge wallt der Hochzeitsfcstzug, Das Gebirg erhallt von seinen Liedern; — Durch's Gefilde wallt der Hochzeitsfestzug, Das Gefild erschallt, sie zu erwiedern; — Durch die Dörfer wallt der Hochzeitsfcstzug, Dorf um Dorf jauchzt auf, ihn zu begrüßen. Freud'ges Staunen folgt dem Zug fo überall! Bei Ankunft im Hause des Bräutigams. Lieblich ist zu schauen im Gefilde Goldmelonen zwischen grünen Blättern, — Lieblich so die Braut im Brautgefolge. Spricht zu ihr der junge Führer also: „Liebe Schwägerin, edle Gartenrose, Wuchsest du empor zur Kiefer schauend, Oder, Holde, meines Bruders harrend?" Ihm zurück die sittsam kluge Braut drauf: „Lieber Schwager, goldues Fingerringlein, Ans nicht wuchs ich nach der Kiefer fchanend, ­Auf nicht wuchs ich deines Bruders harrend. Einer Mutter eiuz'ge Tochter bin ich, Sittsam hat die Mutter mich erzogen. Zucker aß ich, kühlen Schcrbet tränt ich, Wusch mich immer mit duft'gcm Rossenwasser; Darum auch sah er nach mir , dein Bruder! Die Unterzeichner stützen sich bei vorstehenden Bitten auf ihre be­kannte Verfassungstreue und Anhänglichkeit au den Thron; denn durch einseitige Abänderung der bisherigen Landesrepräsentanz und durch Be­schränkung der nationalen Legislative würde solchen staatlichen Theorien Thür und Thor geöffnet, die, so sehr sie auch die Förderung des Staats­wohles bezwecken niögeu, iu keiner Weise die Stetigkeit und Continuität der staatlichen Entwicklung verbürgen. Die Repräsentanz schließt mit der Bemerkung, daß die Unterzeichner vielleicht das letzte Mal als gcborne Voltsrepräscntanten eine solche Bitte an den Stufen des Thrones nieder­legen, wobei die „homagiale" Anhänglichkeit besonders betont wird. Den Ausgang der Zollverhaudlung betreffend gibt man sich in Wien gar keinen Illusionen mehr hin. Gleichviel ob nun in Berlin ein Resultat erzielt wird oder nicht, die Verhandlungen mit England sind eingeleitet und so weit vorgeschritten, daß officielle Schritte augenblicklich erfolgen, wenn man wissen wird, wie die kais. Regierung mit der Zolleinigung steht. Die Mifsion des Herrn von Hock ist der Spiegel der ganzen Lage der Dingein Bezug auf Preußen. Sie ist durch und durch afficirt von der Ueberzeugung, daß von Berlin aus nichts zu erwarten ist, was den Interessen Oesterreichs entspräche. Wie man aus Paris berichtet, wird Thiers im legislativen Körper drei größere Reden halten. Er wird zuerst über die innere Politik sprechen und dabei des Processes der Dreizehn ausführlich gedenken. Er wird ferner die Budgetdebatte eröffnen mit einer Kritik der Finanzlage Frankreichs. Endlich, aus Aulaß der Bewilligung des Budgets für das Ministerium des Auswärtigen, soll eine Kritik der auswärtigen Politik, vornehmlich ihrer Widersprüche gegeben werden; der Encyklika geschieht nur nebenbei Erwähnung. Aus dem Gemeinderathe. (Sitzung am 9. Februar 1885 unter dem Vorsitze des Bürgermeisters vi-. V. H. Costa in Anwesenheit von 1?. Gemeinderäthen.) Verlesung des Protekolls der letzten Sitzung. Es interpellirt GR. Horak den Vorsitzenden hinsichtlich der den Gemeinderäthen von jeder Sitzung zukommenden „wöchentlichen Kassa-Standes-Ausweisen." — Er wünscht daß darin der Stand genau von einer Sitzung zur andern ersicht­lich gemacht werde und das Wort „wöchentlich" wegfalle. Der Vorsitzende erklärt, daß diese Ausweise sich nicht über den Kassa-Stand von einer Sitzung zur andern erstrecken können, nachdem sie einige Tage vor der jeweiligen Sitzung verfaßt und vertheilt werden, die Aufschrift bleibe aber vorläufig deßhalb ungeändert, weil derartige Blan­teten vorräthig sind. Die von GR. vi-. Ore-l gestellte Interpellation in Betreff der im Kassa-Standes-Ausweise dtto. 31. Jänner l. I . votkommenden Aus-gabs-Post „Morast" per 79 st. 40 kr., wird vom Bürgermeister dahin beantwortet, daß dieß die Tangente sei, welche die Stadgemeinde, als Mo» rasteigenthümerin, an den Entsumpfungsfond zu zahlen habe. GR. Dr. Bleiweis bringt vor, er habe sich in der Stadtkassa die Ueberzeugung verschafft, daß bis zum Ablaufe des festgesetzten Termins zur Entrichtung der Hundetare pro 1865, nnr etwas über 300 Hunde­marken gelöset worden seien. Nachdem im v. I . über 500 Hundemarken ausgegeben worden waren und nicht anzunehmen sei, daß sich die Anzahl der Hunde so bedeutend vermindert habe, andererseits aber der Fortbestand der Hundetare in doppelter Richtung erwünscht sei, so frage er, ob der Magistrat schon welche Vorkehrungen getroffen habe, damit diese Maßre­gel nicht zur illusorischen werde. Der Bürgermeister erwidert, der Magistrat werde auf Grund­lage der im v. I . vorgenommenen Conscription der Hunde in Kürze eine Revision vornehmen. Vortrag der Finanz-Section durch GR. I. Pajt über die Stadtkllssa.Rechnung pro 1861. Bevor Referent zu diesem Vortrage übergeht, wünscht er, daß die Grundsätze klar ausgesprochen werden, nach welchen bei der Prüfung der Rechnungen vorgegangen werden soll, und stellt folgende Anträge: 1. Der Kassier darf, mit Ausnahme des im §. 107 des G. St. vorgesehenen Falles der äußersten Dringlichkeit, der aber in der Zahlungs­ anweisung begründet sein muß, bei eigener Verantwortung keine Ausgabe realistren, wenn er außer der unbedenklichen legalen Quittung, dazu nicht mit einer förmlichen mit Datum und Zahl versehenen mag. Zahlungs- Anweisung für einen Betrag innerhalb des bezüg. Präliminar-Ansatzes al­legiren kann, welche nebst dem Vorstande noch von einem Magistrats-Rathe mitgefertigt sein muß; 2. Der Magistrat darf feine Zahlungs-Anweisung nur innerhalb der Präliminars-Ansatze oder speziellen Anordnungen des Gemeinde-Rathes, bei Bauten, Lieferungen nebstbei nur unter Anschluß von entsprechenden Atkord-Lizitations- und Befunds-Protokollen oder andern zur Liquidstellung der Ausgabe ordnungsmäßig notwendigen Dokumenten, welche in der Anweisung berührt sein müssen, unter Berufung auf die Präliminars-Haupt- und Subrubriken und allfällige gemeinderätliche Bewilligung an den Stadtkassier oder die Stadtkassa erlassen und 3. ein gleiches Verfahren soll bei den Empfangs - Rubriken be­ obachtet werden. Der löbliche Gemeinde-Rath möge demnach diese Grundsätze für die Prüfung und Erledigung der Rechnungen als maßgebende Norm erklären und sie dem Magistrat und dem Kassabeamten zur Darnachachtung bekannt geben lassen. Der Vorsitzende erklärt, daß diese Anträge weil sie nicht auf der Tagesordnung stehen heute nur dann in Berathung und Beschlußfassung gezogen werden können, wenn sie als dringend erkannt werden. Nachdem der vom Referenten gestellte und vom GR. Dr. ^.Kaöiö unterstützte Dringlichkeits-Antrag angenommen wurde, entspann sich hierüber eine leb­hafte Debatte, an welcher sich die GR. Rost, Horak, Dr. Schöppl, vi-. Vleiweis, Schwentner, vi-. ^Iiaöiö, Dr. Orel, Debeuz, Vlasnik und Dr. Kaltenegger betheiligten und wurde schließlich der auch vom Bürger­meister befürwortete Antrag des GR. Dr. Schöppl, daß die vom Re­ferenten entwickelten Antrage dem Magistrate znr Benützung bei der Ab­fassung der Geschäfts-Ordnung für den Magistrat zuzuweisen seien, mit einer Majorität von 14 gegen 3 Stimmen zum Beschluß erhoben. I m Vortrage über die Stadtkassa-Nechnnng pro 1861, welche in den Ein­nahmen inoluFive des mit Ende Oktober 1860 verbliebenen Kassarestes die Snmme pr 82,972 fl. 35 kr. und in den Ausgaben pr 77.621 „ 62'/, kr. daher mit Ende Oktober 1861 einen baaren Kassarest von 5350 „ 72'/^ „ nachgewiesen, bemerkt Referent, daß dieselbe schon von der früheren g. r. Finanz - Sektion geprüft worden sei nnd daß über die diesfälligen Be­mängelungen ddo. 2. Jänner 1863 der Magistrat die Erläuterungen unterm 1. März 1863 erstattet habe. Die auf Grundlage dieser.beiden Aktenstücke vom Referenten gestellten, im diesbezüglichen schriftlichen Re­ferate ddo. 13. Dezember 1864 enthaltenen Anträge wurden in allen Punkten unverändert und ohne Debatte angenommen, mit Ausnahme des Punktes 7, betreffend die Beistellung und Verrechnung der Kanzlei-Er­fordernisse, welcher über Antrag der GR. Dr. Schöppl und Horak da­hin abgeändert wurde, daß jene Kanzlei - Erfordernisse, welche nicht bei Handelsleuten gegen Conto bezogen werden können, sowie Stempel und Porti auch fernerhin wie bis nun vom Oekonomen jedoch gegen monat­liche Verrechnungslegung zu bestreiten seien und ihm hiefür aus der Stadt­kasse ein angemessener Vorschuß verabfolgt werde. Der Schlußantrag, wornach nur unter der Voraussetzung der ge­ nauen Beobachtung der gestellten Anforderungen in den weiters zu legen­ den Rechnungen und unter der Verwahrung, daß diese Erledigung die Rechnuugsleger von der Verantwortung nicht loszahle, wenn in der Ne­ nung etwas vergessen, oder sonst ein Verstoß unterlaufen wäre, oder dies­ bezüglich eine ordnungswidrige Handlung später entdeckt werden würde, — die Stadtkasse-Rechnung pro 1861 als entfertigt und erledigt erklärt wird, wurde nach kurzer Debatte, woran sich die GR. Dr. ^Kaöiö und Dr. von Kaltenegger betheiligten, — gleichfalls angenommen. Hierauf wurde die Sitzung vom Bürgermeister um 7 ^ Uhr Abends mit dem Bemerken geschlossen, daß die übrigen Gegenstände der Tagcs- Ordnung in der nächsten, am kommenden Donnerstag stattfindenden Sitzung zur Verhandlung kommen werden. Aus den Vereinen. Generalversammlung des gewerblichen Aushifscassa - Vereins. Sonntag am 11. d. M. versammelten sich viele Ehren- und wirkliche Mitglieder des Anshilfscassa-Vereins zur 9. Generalversammlung, welche auch durch die Anwesenheit Sr. Ercellenz des Vereinsprotektors Freiherrn v. Schloißnigg und des Bürgermeisters Dr. Costa ausgezeichnet wurde. Der Vereins-Vorstand Herr Horak eröffnete dieselbe mit einer Ansprache der wir folgendes entnehmen: „Nach §. 13 unserer Statuten hat der Verwaltungsrath den Vereinstag ausgeschrieben, um Ihuen den Jahres­bericht über die Geschäftsgebarung der Einnahmen und Ausgaben, dann den Stand des Neseruefondes vorzulegen. Sie werden aus dem Rechen­schaftsberichte entnehmen, daß wir in dem neunjährigen Bestände unseres Vereines einen Gesammt-Verkehr von 842.476 fl. gemacht haben, von dieser namhaften Summe entfallt auf das Jahr 1864 die Verkehrssumme von 159.020 fl. Meine Freunde! diese Verkehrssumme ist gewiß eine ansehnliche, dennoch sehe ich mich veranlaßt, Ihuen mitzutheilen, daß wir im ver­ flossenen Jahre 1864 gegen das Jahr 1863 6000 fl. weniger verkehrt haben, und dies ist aus dem Grunde geschehen, weil etliche Vereins-Mit­ glieder ihre bedeutenden Einlagen zu 2000 fl. und 4000 fl. dem Vereine entzogen haben. Hätte die Vereins-Leitung im verflossenen Jahre fortwährend Kassa gehabt, wir hätten nach den verlangten Darlehen die Verkehrs-Summe gegen das 1863, wo wir einen Verkehr von 165.456 fl. gemacht haben, wenigstens um 20.000 fl. erhöht. Aus dem Ihnen Mitgetheilten ersehen Sie, daß wir den Anforderungen um Darlehen nicht nachkommen konnten. I n Folge der fortwährenden Geld-Calamität haben wir uns an die hicr­ortige löbliche Sparkasse-Direktion gewendet, nnd dieselbe ersucht, uns einen Betrag von 3 bis 4000 fl. in laufende Rechnung gegen Wechsel darzuleihen. Auf diese Eingabe ist die Erwiderung gestern eingelaufen, laut welcher, die Sparkassa dem Vereine einen Credit von 4000 fl. gegen 4°/« Verzinsung bewilligt hat. Fast in jedem Jahre habe ich Ihnen die Gründung neuer Aushilfs­cafsen-Vereine im In - und Auslände in unfern Versammlungen bekannt gemacht. I m verflossenen Jahre hat sich die Handelskammer in Görz, dann der neue ins Leben tretende Nushilfscassen-Verein zu Neusatz in Ungarn an uns um unsere Statuten und Belege gewendet,. welchen An­suchen wir bereitwilligst nachgekommen sind. I n vielen Ländern, namentlich im Königreiche Böhmen, ist der Gegenstand an der Tagesordnung landwirthschaftliche Vorschußvereine ins Leben zu rufen, um fo dem Landmanne und Gewerbetreibenden in Geld­verlegenheiten unter die Arme zu greifen. Auch in unserem Herzogthume wird dieser Gegenstand an die Tagesordnung kommen, und ich sage kom­men müssen, wenn man den bedauerlichen massenhaften Pfändungen und Schätzungen wird Einhalt thun wollen. Meine Herren, aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen sagen, wie oft, und viele Mitglieder unseres Vereines Darlehen gemacht haben, um die lllndesfürstlichen Steuern bezahlen zu können — weil viele Gewerbs­leute noch das ganze Jahr arbeiten, und die Bezahlung erst am Ende des Jahres nach altem Gebrauche bekommen. Die Vorschuß-Aushilfs­casfen-Vereine sind daher zum Vortheile des Staates, wie der Bevölkerung. Das Parlament in England hat im Jahre 1863 654 derartige Vereine einregistrirt. I n Frankreich, Belgien, in der Schweiz, so auch in Nord­deutschland ist das dortige Vereinswescn in der größten Blüthe, daher kommt es, daß wir ihre Gewerbs- und Industrie-Erzeugnisse, ihren aus­gedehnten Handel bewundern. I m Jahre 1864 sind unserm Vereine 17 neue Mitglieder beige­treten, es wäre nun wünschcnswerth, daß Jene, denen es möglich ist, dem Vereine größere Einlagen machen möchten, und daß Alle eines Sinnes wären, den Nefervefond so viel als möglich zu vermehren, da nur der­selbe die feste Grundlage des Vereines bildet." Zum Schlüsse dankte der Herr Vorstand allen, die sich um den Verein verdient gemacht haben, insbesondere dem Rechtsconsulenten, Bür­Nase (S. Tristan« Schandy) die Straßburger an einander stießen mit den germeister Dr . Costa und dem Protektor Sr . Ercellenz Freiherrn von Fragen: haben Sie's gehört — haben Sie's etwa gesehen — Na , daß Schloißnigg — dem die Versammlung ein begeistertes 81ava zurief. Sie nicht dabei waren ...; so geht es bei uns seit dem berüchtigten Sohin sprach der Herr Vereinsvorstand der löblichen Sparkassa den Sonntag, nur daß hier noch beigesetzt wird: Ach, der Skandal! — Und Dank für ihre bürgerfrcundliche Gewährung der Bitte des Vereins aus, und trug der Versammlung nachstehende Hauptergebnisse des Rechnungs-Abschlusses für das Jahr 1864 vor: Die Kapitaleinlagen von 392 Parteien betragen 13.966 fl. 35 kr. an 63 Parteien wurden 12.503 fl. 75 kr. zurückgezahlt. Das sammtliche Guthaben der Vereinsmitglieder betrug am Schlüsse des Jahres 1863 35.831 fl. 76 kr,, am Schlüsse des Jahres 1864 da­gegen 38.014 fl. 72 kr. es ist somit im Jahre 1864 eine Kapitalsver­mehrung von 2162 fl. 96 kr.; — im Jahre 1864 sind 471 Darlehen im Betrage von 86.200 fl. an die Vereinsglieder erfolgt, und 454 fällige Darlehen im Bettage pr. 72.820 kr. prolongirt worden; es ergibt sich sonach für das Jahr 1864 ein Geschäftsverkehr von 159.020 fl. An 6°/ rigen Realität; Schätzwert 4047 fl, (Bez. A. Senoschetsch). (Aus dem Amtsblatte der Laib. Zeitung.) Am 20. Februar und den der darauffolgenden Tagen schriftliche und mündliche Prüfung der Privatschüler an der k. k. Normalhauptschule in Lai­bach Anmeldungen am 19. d. M . 10 bis 12 Uhr (Normalhauptschul­direktion). Am 22. und 23. Februar 8 Uhr Früh schriftiche und mündliche Prüfung der Privatschüler am Laibacher Gymnasium (Ghmnasialdireltion). Am 23. Februar 11 U. Vorm. Offertverhandlung zur Lieferung von Amtstleidungsmaterialien (Landesregierung in Laibach). Am 25. Februar Minuendolizitation zum Aufbaue eines neuen Schulgebäudes in St. Martin unter Großtahlenberg Gesammtkostenüber­schlag 419? fl. 31 kr. (Bez. A. Umgebung Laibach). Bis Ende Februar Offerte zur Lieferung von 1000 Mtz. Wllizen, 800 Mtz. Korn und 500 Mtz. Kukurutz für das Bergamt Jona (Berg­ amt Idria). — Gesuche um die zwei Freih. v. Schwizen'schen Stiftungsprä­benden 5, 126 fl. für Witwen und Fräuleins aus dem krain. Herrnstande (k. k. Laudesbehörde für Kram). Getraute. Dom Uli» Stadtplane zu St. Nikolaus. Am 13. Februar. Lukas Vedina, Schmidmeister mit Theresia Martinz. StMpfairlirche zu St. Illlob. Am 12. Febr, Gregor Zain, Müller mit Antonia Irto. — Am 13. Febr. Peter Paul Franchetto, Greisler mit Maria Main Inwohnerin. — Am 13. Februar. Johann Liwilc, Mehlveitaufer mit Kathariua- Kocjan, Magd. — Am 13. Februar. Anton 0eruiö reite Tkalzhizh, Verzehrungs­ steuer-Aufseher mit Agnes Ür23lla, ObstVerkaufemi. Pfarre Maria Verkündigung. Georg Varov««!:, Gärtner von Mlak» bei Tajuiz mit Gertraud N«mzk«,r von Waitsch. Verstorbene. Den 8. Februar. Maria ^nLar, MüllersGattin. alt 40 Jahre, im Civil­ spilol, an der Erschöpfung der Kräfte De» 9. Februar. Herr Franz Fleischmann, k. k. Post-Conducteur, starb im 56 Lebensjahre, in der Stadt Nr. 114., an der allgemeinen Wassersucht. Den 10. Februar. Der Fron Antonia Wmner, Bäckermeisters- und Haus­besitzclswitwe, ihr Stiefsohn Johann, Gymnasial-Schüler der 8 Classe, alt 1? I . in der St. Pele,s-Vorstadt, an der Rückenmarkslähmung. Den 12. Februar. Dem Johann Gregorz, Zimmermann, seine Gattin Gert­raud alt 84 I, , in der Stadt, au der Lungentuberkulose. — Dem Herrn Anton Thomz, Hausbesitzer, seine Gattin Apollouia, alt 52 I. , in der Tirnau-Vorstadt, an der Wassersucht. - Thomas Gaber, Bettler, alt 68 I. , ins Civilspital sterbend überbracht. Wochenmarkt in Laibach am 8. Februar. Erdäpfel Mtz. fl. 2.-, Linsen Mtz. fl. 4.— , Erbsen Mtz. fl. 4.-, Fisolen Netzen fl. 4,20, Rindschmalz Pfuud kr. 55, Schweineschmalz Pfund kr. 40, Speck frisch Pfund kr. 27, Speck geräuchert Pfuud kr. 40. Butter Pfund kr. 60, Gier Stück 1'/, kr., Milch Mß. kr. 10, Rindfleisch Pf. 19 bis 21 kr., Kalbfleisch Pf. kr. 21, Schweinefleisch Pf. kr. 20, Hähndel Stück kr. 50, Tauben Stück lr. 20, Heu Centner fl. 1,10, Stroh Cent. kr. 75, Holz harte« »Nzöllig Klafter fl. 9.50, weiches Kft. fl. 7.—, Wein rother Nim. 11 bis 15 fl., weißer Gim. 12 bis 16 fl, Getreidepreise i» den Magazinen. Weizen Mtz. fl, 3.73, Korn Mtz. fl. 2.57, Gerste Mtz. fl. 2.37, Hafer Mß. fl. 1.80, Halbflucht Mtz. ff. 2,82, Heiden Mtz. fl. 2.75, Hirse Mtz. fl. 2.87, Kukurutz Mtz. fl. 3.04 13. Febr. (tel.) —. Februar —. Februar Conrsbericht (Durchschnitts- Geld Waare Geld Waare conrs) I n österreich. Währung zu 5°/, —.— —.— —.— —.— —.— rückzahlbar „ '/, °/„ —.— —.— —.— — — —.— „ „ pon 1884 —.— —.— —.— —.— —,— —.— —.— —,— — —.— —.— —.— —.— —.— 78.70 Metalliques 5 "/, ^. — ^. — —.— —.— 72,80 Verlosung 1839 „ 1860 zu 500 st —.— —.— I.- I.'I 84.25 Como-Rentscheine 42 Q. »ustr. . . Grundentlastungs-Obligationen von Steiermark, Kärnten, Kram. . . —.— —.— —.— —.— —.— Nationalbank —.— —.— —.— —.— 805.— —.— —.— —.— —.— 188.80 113.25 —.— —.— —.— 112,50 Eorrespondenz der Redaktion. Hrn. L. D. in Aßling: Die versprochene Fortsetzung ist uns sehr willkommen. — Hrn. A. in Cilli: Wir danken; wollen Sie nur weiters recht oft berichten; Ihr Wunsch ist erfüllt. — Hrn. —le in Neustadtl: Wir danken für das eben Ge­sandte — Was macht die Eisenbahn Frage? — Hrn. P—n. aus Illyrisch Feistritz: Wir haben Ihren Brief nicht erhalten! — Hrn.—i—in Adelsberg: Schönen Dank; bitte »och ferner. Neueste Nachrichten. AlMM , 13. Februar. Gestern ging die Repräsentation der Ba­nalkonferenz nach Wien ab. lieber den Protest der Magnaten sprach sich der Banns gegenüber den Baronen Rauch und Hellenbach sehr entrüstet aus, erklärte ihn nicht an Se. Majestät übermitteln zu wollen, da er das Resultat geheimer Verhandlungen sei. Es wird derselbe daher direkt an Se. Majestät gesandt werden. an Gelehrte, Professoren, Stndirende, an Lehranstalten, Bibliotheken, Buchhändler und an alle Bücherfreunde. Donnerstag den I«. d. M. beginnt um 9 Uhr Vormittags in der Garnisons - Auditoriats - Kanzlei (Platz-Commando-Oebciude, untere Gradischa Nr. 3) die Veräußerung einer Büchersammlung von mehreren hundert Bänden, bestehend zumeist aus Grammatiken und Wörterbüchern der englischen, französischen, italieni­ schen, deutschen, slövenischen, böhmischen, ungarischen, romanischen und lateinischen Sprache. Auch ist darunter beinahe die ganze Literatur des Schachspieles. Die Bücher meistens ganz neu. Diese Bücher-Auktion dürfte einige Tage dauern. Vom k. l. Garnisons-Auditonate. Laibach am 11. Februar 1865. (Berichtigung.) Hn Nr. 10 unsere« Blatte« wolle in der S. 40 gegebenen Uebelsetzung des VoäniK'schen „8wri psve«" gelesen werden: 2. Strophe statt: Souulnduft: Sommerluft , 3. Strophe statt: schicket schicket dich. 5. Strophce statt dein dir. — In der Nr. 12 haben sich nachstehende Druckfehler auf S. 51 eiugeschliche«. Spalte 2 Z, 15 u. u. lese ma» statt direkten! deruten und in der­selben Spalte Z. 15. u. u, schalte man »achdem Worte Litrs r den Satzein: und so sind die Bürger durch die geschehenen Neuwahlen »vollkommen zufriedengestellt.