«BeWtWin ®** ■* 6tj«6r«B oon ba Batimfl ffentea »oft Biel im» Lrd-i, ans otrfiftti ftciea, ®«B m*fm Älnbei t* brr Schul« lernen Um miete 6«4« «licht «ehr betteln -ehe» S. Acnergfi. HDHM aintnn ft. m. 111.588«. M«. Ser 9 Zentralorgan des Oesterreichischen Eiseilbahn-PerMales. AedaNou: Wien VA, SrLuhmtsgaffe 81 St»alflen»(4ls|: Zwei S«ge »tt Na Ckfi|«hMe tm Oletwe, Sprechstunde» (to jtfcttt Ta- «rtt «Hsna&me ber Somv trab ffffctteje »eit 10 ZZtrt sormütogi bi, Vi4 Uhr HschmUtegs. Insertionspreis: Itt efeftHdtigt HMBimetetjea« obe» berrn Reme 1< $t5«c. Bei Jahkks-nftra, SRebatL M>on»ements-Ae-brgm»se«:' SawjShrNch............................... «r. 2« GanzjLhrllch............................ . , 5-7# Für das Deutsche Reich ganzsShrNch MK. Für da» übrige Ausland ganjjLhrlich 8 Franken. krschemt leben 1.. IQ. und 20. Im Monat. SK. 6 Wien, den 20. Februar 1914. 22. Zahrg. Bl XV US3/13, ÜI 838/IS 27. Im Namen eriittt Majestät bei Kaiser»! •11?? . 3anbeSgerltf)t in Straftaten Wien als BerusunstLgericht hat heute ? « o '-Seifige des f. t. LandeSgerichtsraikL Dr. Künstler im Beisein der -andesaerichtsrSte Dr. fcnol*, Dr Engelbogen, f. 1. Richter Dr. Wger o£8 /"chier und des Rechtspraktikanten Dr. Eravler als Schriftführer ß6et bte 8te-Stun3 S«* Privatanklägcrs pmicto a) Schuld und Nichtigkeit, pnncto b) Strafe « o n?8 Uz,eil des- E. k. BezirksgerichlS Zosessladt Dom 28. Oktober 1913 ni 326 womit der Angeklagte Franz Sin der Uebertretuna nach.Slr-"rel III des Gesetzes vom lä. CRoBec' 1868, R.-8.-B!. Rr. >4L, schuldig etfenmt S?5 SemöB der zitierten Gesetzesstelle tu einer Geldstrafe von SO tkronen, im k!« ^"Eringunassalle zu ü Tage Arrest, loroie gemifj § zS9 St.»$.«D. zum ffir-3 1a m ®°llen des StrafversahrenS und Vollzugs verurteil! und ihm ferner ?:*? B.-G. aufaetragen wurde, dieses Erkenntnis ohne Gründe in der ersten rin? und Zustellung desselben erscheinenden Nummer des „Eisen- -uiner und zwar aus der ersten Seite derselben kostenfrei auszunehmen, hin- L.L^'ugl,ch des zweiten T . . ?i Slrtttel III des Gesetzes vom 15. Oktober 18 'S, R.-<ö.->Bl. Nr. 14«, ßentöfe o, ~“®/3 St.-P.-O. frcigespröchen wurde, nach der infolge ' Verfügung vom »,-"0ueinber i»18, G.-Z. 1, Bl. XV 1183'13, in Anwesenheit des Ferdinand Ertl >!,v drivatankläger, dessen Vertreter Dr. Roben KScher teS aus freiem Futze io «f- *en Angeklagten Franz Sill, des Verteidigers Dr. Üeoyoli) Slatj am *>«. Hner 19l* vorgenommenen Hauvtverhändlung auf Grund des vom 'Set1 -'‘ft des Privataullügers relpektive Verteidigers gestellten Antrages auf beziehungsweise SuvücCrocifun > der Berufung zu Recht erkannt: Erkannt: Der Ängeklvgte Franz Äü ist fcbiiibtg, aI8 verantwortlicher Redakteur tn 2Biän heraüsaegebenerl periodischen Druckschrift „Ter Eisenbahner" bei Aufnahme der den Tatbestand des BergehenS gegen die Sicherheit oer Ebre ,.och §j} 491, 193 St.-G.. begründt-nden Artikel mit der Uebcrschrift a) „Streif-Raiter aus Seiten, Spalte 1 und 2 in Nummer 13 der genannten periodischen '^kuckichrift vom 20. April 1913, b) ^Streislichler" aus Seite 8, Spalte 1 und U wnö Seite 0, Spalte 1 in Nummer 10 der genannten periodischen Druckschrift *• 3um 1013 jene Aufmerksamkeit, bei deren pslichtmäviger Lnwendung !v^,ur»al)me deü strafbaren Inhaltes der Druc^ichrist unterblieben wäre, tiev ix und l-iedurch die Uebertretung nach Artikel 111 des (Mcfetjeß Vom IM 5R.»<............................................................ ' - " SSM'tl.™, und hat es bei der vom Ersirichtec bemessenen ottaie fein 8(-.-.Wi n\ %,cn am 12. Jänner 1914. Dr. Künstler m. l>, Bernlichen, bem ßri» •? gleichlautend. St. f. Bezirksgericht Joiefstadt in Sttoffnchtn. !fnnj!tl> «terlung I. Wien, aut 6. FcBtuavlOW. Ki»i>g. ~ Staatlich« SozialpoM. Likherheitsgefährlichc Sparwirtschaft bei den österreichischen Staatsbahnen. Vor cin^ paar Wochen erst hak, als im Sub^ Komitee des Staatsangestelltenausschusses der Abgeordnete Genosse Müller wegen der fortgesetzten ^erschlechternngsmaßnahmen in der Personalwirtschaft unserer Staatsbahnett bem Eisenbahnmini-sterium schars an den Leib rückte, Herr ix Forste r eine von sittlicher Entrüstung triefende Siebe gehalten, die mit der üblichen ministeriell-scheinheiligen Ver-'icherung schloß, daß bei ihm „jedermann Schutz finde, den: irgendwie unrecht geschehen' sei". Die Tatsachen, wie sie die Praxis unserer f. k. Staatsbahnverwaltung in der jüngsten Zeit fortgesetzt liefert, stehen nun freilich zu dieser Versicherung des Wohlwollens und üer Gerechtigkeit in einem so schreienden Kontrast, daß deren einfache Registrierung geradezu als ein Hohn auf die Ministerworte empfunden werden muß. Vor allem ist es das über alles bisherige Matz hinausgehende S p a r s y st e m, das jetzt bei den einzelnen Staatsbahndirektionen unter ausdrücklicher Berufung (tuf die amtlichen Weisungen des Eisen-b a h n m i n i st e r i u m s geübt wird, und das sich zu einer sehr bedenklichen Gefahr für das reifende Publikum und für die Sicherheit des Eisenbahnbetriebes überhaupt auszuwachsen droht. Ein solcher S p a r e r l a ß, einer von den dielen aus der letzten Zeit, liegt aus den letzten Tagen aus der k. k. Staatsbahndirektion Wien wieder vor, der in den Einzelheiten seiner Anordnungen geradezu aufreizend wirkt. Er betrifft die Einschränkungen der Ausgaben im StatioNs-u ii d F a h r d i e n st und lautet: SBieit, am 11. Februar 1614. Im Hinblick auf die ungünstigen Gebarungsergebilisse "nd mit Rücksicht auf die erfolgte Zuweisung äuherst knapp Bemessener Kredite erscheint eS unbedingt geboten, die Ausgaben beim Station?- und Fahrdienst soweit 'i I S irgendwie tunlich, e i n z u s ch rä n k e n. Insbesondere gilt dies bezüglich der Ausgaben auf Kapitel Xljß und XIII/2. Um demnach eine Ueberschreitung der bezüglichen Kredite zu vermeiden, sind folgende Direktiven aufS genaueste ju beachten: Die nicht ständigen Aushilfen sind sofort auf das unumgänglich notwendige Maß zu reduzieren. Bei dem gegenwärtig anhaltenden und auch in nächster xjeit voraussichtlich schwächeren Geschäftsgang in den Magazinen ist unbedingt zu trachten, mit einer ve'r-, ! minderten Anzahl von Arbeitern das Auslangen zu finden. Die durchgeführten Maßnahmen sind mit. Bezug aus vorliegenden Erlah separat berichtlich an Abteilung V. derzu melden. Bei Substitutionen CStlranktet und Beurlaubter ist die. Aufnahme von Ersatzarbeitern in letzter Linie zu vermeide«. * . Der 8 u g,§ 6 eg le i t c r st an d ist einer genauen 9te vision z u> unter z i c h c u und den gegebenen Verhältnissen airzupassen. Bei Abschwflchung des Verkehrs sind sofort eine entbehrliche Anzahl U,on AuShilfsbremsernab-z U r ii ft c h und ist überhaupt mit der in den Turnusblättern fixierter» Anzahl von Zugsbegleitern das Auslängen zu finden. Hinsichtlich ;der Material-; und Jnventarge» Ii a i u ii g wird'bemerkt, datz die für das erste Halbjahr 1014 zugewiefenen Kredite unter feinen Umständen überschritten werden drüfen, vielmehr müssen durch in allen Belangen in weitestgehendem 'Matze .zu beobachtende Einschränkung der Au SAA.Hen ^Ersparnissc, sichergesteüt werden. Die, Erreichung dieses Zieles.ist- nur.unter Anwendung der wciiestgeliciiden BetriedLökoiwmie und Unterstützung dieser Bestrelurngeü. durch die.exckltipcn.j^aane zu erreichen. . Die Aniksvorsiändo haben sofort eine genaue Ausnahme aller Vorräje An Drucksorien und BerbrauchSmaterialien zu Vcrarildifch, dH: nächstfälligen Prälimiuärieu dilinsntsprechend luügiichjt aeküut vülküif«; .;u lassen unb alle den vorgcschne-6*i Bei den Verschubleistungcn ist die größte Oekonomie zu i beachten und wird mit Rücksicht auf die verminderte Wagen« ! bewegung deren Restringierung unbedingt erwartet. Bei etwaigem Lokomotivabsall durch dauernden 93er» kehrSrückgang wird auch im Interesse der Ausnützung der Werk-stätienarbeilci die frühere Jnrcparaturstellung der Fahrbe-j triebsmitiel ins Auge zu fassen sein, worüber die l k. Heizhaus« lütungen mit der k. k. Werkstättenleilung Linz das direkte Einvernehmen zu pflegen haben wird, unter gleichzeitiger Berichterstattung an die L f. Staatsbahndirektion. Die hierortigen Kontrollorgane werden die von den Dienststellen getroffenen Maßnahmen überwachen und müßten Zuwiderhandelnde zum E r s a tz der etwa verursachten Kosten verhalten werden,. ! Schließlich wird den Verkehrsorganen der Dienstbesehl vom 25. Juni 1613, Zahl 731/V-l in Erinnerung gebracht. Der L I. StaatSbahndicektor: Dr. SchcilL Wenn man weiß, wie bei unseren Staaisbahnen mit der Instandhaltung der Neubeschaffung und der Ausbesserung von Betriebsmitteln ohnehin in einer Weise gespart wird, aus der sich ganze Serien von Unfällen Nachweisen lassen, so muß man schon sagen, daß sich bei der Methode, die setzt praktiziert wird, unser Eiscnbahnininisteriuin immer mehr zu einem Ministerium für Verkchrsun fälle entwickelt. Charakteristisch für den sozialpolitischen Geist unserer Staatsbahnverwaltung ist aber vor allem der /Hinweis auf den V e r k e h r s r ü ck g a n g der gegenwärtig als eine Folge der allgemeinen Wirtschaftskrise im Eisenbahnverkehr zu verzeichnen ist. Faktisch i trifft vorderhand diese Behauptung aber nicht einmal vollständig zu. da die provisorische Vcrfehrscrmitt-lung auf unseren Staatsbahnen für die Monate Jänner und Februar wohl einen Rückgang im Güter- transport, dafür aber einen bedeutend höheren Personentransport gegenüber den korrespondierenden Berkehrsziffern in den gleichen Monaten des Vorjahres aufweist. Aber auch wenn ein Abflauen des Dransports durchwegs als Krisenwirkung zu verzeichnen wäre, so erscheint die Art, wie die Staatsbahnverwaltung durch die in Aussicht genommenen P e r-sonalreduzierungen und durch die Einschränkung der Ausgaben für die Beschaffung von Betriebsmitteln überhaupt, noch verschärfend auf die Folgen der Krise einwirkt, bezeichnend für den sozialpolitischen Sinn, der in unserer Staatsverwaltung vorherrscht. Gerade zur rechten Zeit erschien da vor etlichen Tagen in der Sammlung Der von den reichsdcutschen Nationalökonomen Professor Doktor Julius Wolf und Professor Dr. Schank herausgegebenen „Fmanzwirtschastlichen Zeitsragen" eine Schrift des Wirklichen Geheimen Oberregierungsrates und Ministerialdirektors des Königlich preußischen Ministeriums für öffentliche Arbeiten, Offenst e r g, die sich mit der Vetriebssührung der Eisenbahnen während der ^cit der Wirtschaftskrise besaßt*). O f f e n b e r g vertritt da sehr treffend den Grundgedanken, daß die Staatsbahnverwaltung die Ausgabe habe, durch ihre Jnveslitions- und 9SerkchrspoIU.il während einer Äonsunktursschwankung „das Zünglein an der Wage zu bilden", indem sie die notwendige Ausgestaltung des Verkehrs gerade zu Krisenzeiten uormnimt. Jede Wirtschaftskrise sei eine vorübergehende Erscheinung, und den sozialen Aufgaben des Staates entspreche es, fein Kapital, das eine spätere Verzinsung bei der aufsteigenden Konjunktur verbürgt, in einer Zeit in seinen Anlagen zu verwerten, wo eben die Arbeitslosigkeit auf die gesamte Volkswirtschaft drückt. Bon derartigen, sich eigentlich von selbst ergebenden sozialpolitisch vernünftigen Gesichtspunkten kann natürlich in der österreichischen Staatsbahnverwaltnng keine Rede sein. Es wäre von unseren verzopften und Erlässe selbernden Bürokraten eben zu viel verlangt, wenn man von ihnen so viel soziales Verständnis und so viel humanes Gewissen vvraussetzcn würde,daß gerade der Staat in einer Krise nichts unternehmen darf, was a n st a t t die Arbeitslosigkeitzulindern, diese noch vergrößert, davon natürlich ganz zu schweigen, daß mit den in den Erlässen angekündigtcn kleinlichen Maßnahmen der erwartete Effekt gar nicht e r-z i e l t wird. Solche Erlässe die von lauter „V e r-z e i ch n i s s ü h r e n" und „I n - A n t r a g - b r i n-g e n", kurz von lauter kleinlichen krämerhaft-büro-fratischen Maßnahmen nur so wimmeln, werden neben der Seklatur. der das Personal ausgesetzt wird, und neben der Gefährdung des ganzen Betriebes höchstens ein. erhöhte Kontroll- und D i ä t e n w i r t-schaft für einzelne höhere Organe herbei führen, deren Kosten den Nutzeffekt bei weitem übersteigt. Wenn also unsere Staatsbahnverwaltung_ vor den Folgen, die sie mit dem neuen Kurs herausbeschwört, und vor denen wir nochmals dringend warnen •) Offenberg: „Konjunktur und Eisen- bahnen." Verlag von F. Enke. Stuttgart 1914. möchten — schon durchaus nicht zurückschrcckt, so sollte sie doch wenigstens der Lächerlichkeit, der sie sich nebstbei aussetzt, aus dem Wege gehen. Denn es sieht wirklich schon so aus, als ob in den einzelnen Direktionen ein paar Herren für die Witzblätter arbeiten. ________________ Dar geistige Moment Im Massen-kinnps. Offenbar wächst der Klassenkampf hervor aus den Klassengegensätzen. Ueberall dort, wo schroffe Gegensätze bestehen zwischen den verschiedenen Klassen ein und desselben Volkes oder Staates, mutz es im Laufe der Zeit zu einem Zusanunenstotz kommen zwischen den Angehörigen dieser Klassen. Allerdings genügt das bloße Vorhandensein dieser Gegensätze noch lange nicht, um einen Klassenkampf hervorzurufen, sie müssen erst als ein Unrecht, als eine Zurücksetzung empfunden werden, bevor der Wille auftaucht, sie zu mildern ober gänzlich zu beseitigen. Nicht die Unterdrückung, die Ausbeutung, die Entrechtung an und für sich treiben die Menschen in den Klassenkampf hinein, sie sind nur die wirtschaftlichen und sozialen Vorbedingungen, erst die in den Unterschichten lebendig gewordene Ueberzeugimg, daß sie unterdrückt, ausgebeutet und entrechtet werden, feuert sie an zum Kampf gegen das alte Unrecht, für das neue Recht. Die Geschichte lehrt uns, daß Bcvölkerungsschichten Jahrhunderte hindurch geduldig ein Joch getragen haben, ohne sich dagegen aufzulehnen, selbst dann noch, wenn die wirtschaftlichen Ursachen der Klassenscheidung längst nicht mehr bestanden, und daß es erst eines äußeren Anstoßes bedurfte, um die Massen in Fluß zu bringen. Das Klassenbewußtsein. das aus den Klassengegensätzen geboren wird, ist es also, das denKlassenkarnpferzeugt. Dieses Klassenbewußtsein. die innere Triebkraft der Aufwärtsentwicklung, entsteht nicht etwa automatisch, ganz von selbst, in den Unterdrückten, wie manchmal behauptet wird, sondern es muß von außen hineingetragen werden. Heute wie vor Jahrtausenden finden wir in den rückständigen Bevötkerungsschichten. die unter einem geradezu unmenschlichen Druck schmachten, keine Spur eines Klassenbewußtseins. Es ist dort wohl das dumpfe Gefühl des Unbehagens und der Unzufriedenheit vorhanden, aber cs fehlt die klare Einsicht in die Ursachen der elenden Lage und das klare Bewußtsein von der Ungerechtigkeit und Unhaltbarkeit des Bestehenden. Diese sozialgeistioen Faktoren müssen erst geschaffen werden, bevor der Wille zu Kampf und Opfern zum Durchbruch kommt. Sckon im Altertum können wir die Beobachtung machen, daß die Sklavenmassen so lange regungslos verharrten, bis ihnen Führer entstanden, die ihr Klassenbewusstsein weckten und ihre Kampflust entflammtem Diese Führer waren ausnahmslos Leute aus den höheren Schichten, die entweder aus Mitgefühl mit den MMest ihnen ihre Kräfte zur Verfügung stellten, ober die felbst einstmals bessere Tage gesehen hatten, aber durch ein widriges Geschick in die Knechtschaft hinobaclimken wakdn. Wir kennen kein einziges Beispiel, daß es anders gewesen wäre. Auch im Mittelalter können wir die gleiche Beobachtung machen. Die eigentlichen Führer der sozialen Bewegungen, zum Beispiel in den Bauernkiegen. waren Leute, die nach Geburt und Vorbildung nicht zur Masse gehörten. Die Vorkämpfer des Bürgertums in der französischen Revolution waren vorwiegend Angehörige der Feuilleton. Hunde und Menschen Aus drmDLnischendsS Martin An der,'cnNoxö. II. Zum Schluß eine kleine Geschichte, dir allerlei von der Form unserer Zeit für Mitleid erzählt. Sie ist wahr und — waL wichtiger ist — typisch. Einer meiner älteren Bekannten war Privatlehrer in Kopenhagen. Um fein tägliches Brot zu verdienen, mußte er vom Morgen bis zum Abend in der Stadt herumrennen, zwischen Schulen und Kursen und den Wohnungen der Privatschüler. Wenn die festangestellten Lehrer sich in den Pausen : aus ruhten oder Mahlzeit hielten, war er immer unterwegs — von dem einen Ort, wo er unterrichtete, zum ändern. Häufig waren die Entfernungen groß; meisters kam er im letzten Augenblick in die Schule gestürzt, und er lebte in fortwährender Angst, daß irgend etwas ihn aufhalten werbe, so baß er nicht von der Stelle kam. Da§ kam ja hin und wieder vor, und fortgesetzte „Saumseligkeit" bedeutete Abschied und neue Stunden» jagd. Schon dies nahm ihn sehr mit; in der Nacht im Schlaf schlug er sich mit Eisenbahiwerspäiungen und Straßenbahn« ftockungen tjerurn. Dazu kam die eigentliche Arbeit. Er unterrichtete zehn Stunden am Lag. Mit Meter angespannten Rackeret erreichte er es gerade, daß er und seine Frau sich ordentlich satteffen. anständig gekleidet gehen und eine Dreizimmerwohnung in einem billigen Viertel bewohnen konnten. Doch am Lbenv fiel er vor Müdigkeit aufs Betr. und am Morgen, wenn er geweckt wurde, verriet fein Gesicht Furcht vor dem neuen Tag, Man redet viel von der Liebe zur Arbeit. Dieser Mann liebte feine Tätigkeit nicht; sie war ihm zur Hölle, die feine seelische Fähigkeit und ferne Freude am Dasein rasch per. zehrte — und ihm dafür nur den notdürftigen Unterhalt des Leibes sicherte. Er fühlte sich als Sklave, und so ,ehr er dagegen ankämpfte, mußte sein Verhältnis zu den Kindern da« Gepräge davon erhalten — er haßte sie schließlich Und er hatte gerade diese Tätigkeit als Beruf erwählt — al3 schönsten aller Berufe — und war seinerzeit mit großen Erwartungen tzineingegangen. Sie selbst hatten keine Kinder. Sie waren wie so viele andere Eheleute in unseren Tagen gestcll: hatten das größte Bedürfnis, sich mit Kindern zu umgeben und mußten es selber pls das ärgste Unglück abwehren, das geschehen konnte. Sie hätten sie ja nicht versorgen können. So hielten sie denn zum Ersatz einen kleinen Hund. Eines Tages bekam der Mann Gehirnblutcn und konnte nicht mehr. Der Hund saß an seinem Bett und pfiff, und die grau weinte und verkaufte Stück für Stück, um ihm die nötige ärztliche Behandlung und Medizin zu verschaffen. Etwas aus „den guten Zeiten", wozu man seine Zuflucht nehmen konnte, war ja nicht vorhanden, und als Privatlehrer hatte er keinen Anspruch auf Pension. Die beiden waren wie gewöhnliche Sterbliche darauf angewiesen, an den Pfoten zu saugen, wenn sie selber nicht mehr konnten. Nach mehrmonatigem Krankenlager starb er. insofern im günstigen Augenblick, weil nichts Verkäufliches mehr da war. Von einer vollständigen Heilung konnte ja nie die Rede sein. Und es war ein rechtes Glück für die Frau, daß der Tod sich seiner erbarmte. Nun hatte sie wenigstens nur für sich selber zu sorgen. Sie war eine tüchtige Frau, die sich nicht davor fürchtete, bei irgend etwas zuzugreifen. Und sie konnte alles, was da kam, denn sie war hervorgegangen aus dem besten häuslichen Kreise, den es in Dänemark gibt — sie war die Tochter eines Schullehrers vom Land. Aber Sorgen. Entbehrungen und das viele Wachen hatten sie mitgenommen, und sie war krank. Nicht etwa so. daß sie ins Krankenhaus kommen konnte, aber sie war niedergebrochen und entkräftet, so daß sie nichts beginnen konnte. Man sah es ihr an. daß ihr etwas Besonderes fehlte; aber das Unglück und der Verlust des Mannes hatten ihre Fähigkeiten gelähmt und Willen und Energie aufgelöst. Eine Zeitlang lebte sie von der einstweiligen Barmherzigkeit, und inzwischen begann sie „Eingaben zu machen", um ein wenig festeren Boden unter die Füße zu bekommen. Sie lieh sich ein dicke» Buch von mehreren hundert Seiten, oas nur von Legaten handelte, und lief von Tür zu Tür. Woche auf Woche. So laufen io viele herum, mit wechselndem Glück — euo) das Eingabenmachen hängt von der Geschicklichkeit mehr als von etwas anderem ah. Sie konnte nicht in Betracht kommen. nicht einmal bei einer Stiftung für rechtschaffene Witwen. An Geschicklichkeit gebrach es ihr vollständig, und daS Glück hatte ihr nicht einmal wohlgestellte Verwandte vergönnt, die sic hätten empfehlen können, aus Furcht davor, daß sie ihnen selbst zur Last fallen würde. Der Hund war ihr treuer Begleiter, und wem, die beiden unverrichteter Sache von den Türen der Legatvettetler standen, so streichelte sie ihn und sagte weinend: »Uns beiden bleibt wohl nichts übrig als zu verhungern." Auf dieser Wanderung kam sie auch zu dem Großkaufmann X., dem Millionär, der sich durch seine mannigfachen — und aparten — philanthropischen Unternehmungen einen Namen gemacht hatte. Das Glück wollte, daß der Menschen, freund an diesem Tag selbst die vielen Bittsteller abfertigte, und daß Bobby, der meist draußen bleiben mußte, um keinen Anstoß zu erregen, diesmal die Gelegenheit wahrnahm und mit hineinschlüpfte. Die Lehrerswitwe wurde schnell abgefertigt, ihr Fall war einer von den allergewöhnlichsten, von denen, die jeden Tag dutzendweise vorkamen, und weder Empfehlungen „och sonst etwas erschwerten eine abschlägige Antwort. Man sah sie kaum an. Um so mehr Aufmerksamkeit widmete man dem Hund. Zuerst steckten die Kontoristen die Köpfe zusammen und flüsterten, und dann machte einer von ihnen den Millionär aus das Tier aufmerksam; Bobby wurde hinter die Schranke gelockt, und der große Philanthrop befühlte ihn eigenhändig und schüttelte mehrmals den Kopf. Der Hund war mindestens ebenso schwach und entkräftet wie seine Brotherrin. Die Frau stand wie auf Kohlen und wünschte, daß man Bobby wieder zu ihr ließe, damit sie forlgehen könnte. Vielleicht machte man sich lustig über ihr liebes Hündchen, vielleicht fand man es unverschämt von ihr. einen Hund zu halten, wenn sie so arm war und selber um Hilfe einkam. Das meinten viele; und sie halte es so oft selbst gedacht und beschlossen, das Tier zu ertränken — sie konnte es bloß nicht übers Herz bringen. Dann endlich ließ man den Hund durch die Schranke, und die Frau näherte sich beschämt der Tür. Aber einet von den Kontoristen hielt sie zurück. „Fehl, dem Hund etwas?" fragte er mit teilnehmender Stimme, die ihr recht wohl tat „Ich glaube nicht, daß er richtig krank ist; ich kann ja nicht für ihn sorgen, wie ich mütße. Ich teile mein Ellen mit ihm, obwohl ich. Gott weiß, recht gut selber des Ganzen bedürfte; aber was für einen zu wenig ist. verschlägt ja erst recht nicht für zwei." Sie sagte das alS letzten Versuch. Eindruck aus die Leute zu machen, und blickte zögernd auf. „Er mutz wohl ertränkt werden!" meinte sie schließlich leise. Der Philanthrop, der hinten der Schranke gestanden und zugehört hatte, kam rasch hervor: „Wo denken Sie hin, MenschenSkilid I Einen armen kranken Hund ertränken!" „Ich habe (ein Gell», ihn chloroformieren zu lassen — sonst wäre da» ja das beste für den Hund und mich selbst." „Sie mit Ihrem —" Der große Wohltäter fing plötzlich in ihrem GrsichtSousdrnck ettvaS aus und hielt inite. .Können f.. < jßgggr Sorget dafür, baft der «Eisenbahner" auch vom reisenden Publikum gelesen werdet -50Q ~bE,r,t?S-ns ®Snire. sogenannte Intellektuelle fnTrtl wurden wir sic Akademiker nennen — denn wie t’• iSlichter Bürgersmann wobl dazu->E> en seinen Klasscngenosjen die Fahne des Kampfes %!f^l s0et’ ‘ J 11,10 os in dieser Beziehung in den Öiilh,rK«s»Cr moi3erncn sozialistischen Bewegilng aller Die K^SyU8eff0en 'st i" allgcinein bekannt. Führer proletarischer Herkunft und Vorbildung lassen sich an den zehn Fingern rntct'tcn Führer waren Angehörige der b°0lpe. Daß es heute anders geworben ist, ist ein • L } materiellen und geistigen Aufstieg des hi-rl' trt“rl ober auch heute noch spielen überall die vrelgeichniahten „Akademiker" eine einflußreiche Rolle, abgesehen von der Gcwerkschafts- und Genossenschafts-cwegung, m der die Praktiker den Ausschlag geben. Es Mit also das soziologische Gesetz, daß die durch lange Ausbeutung und Unterdrückung entnervten Volksschichten, orc obendrein noch von der Kultur ferngehalten werden erst dann tn Aktion treten, wenn sie durch Leute mit höherer Bildung und Kultur zum Bewußtsein ihres Rechtes und ihrer Macht gebracht werden, daß sie aber un werteren Verlauf ihrer Entwicklung sich Führer aus aen eigenen Reihen erziehen und die nichtproletarischen Elemente allmählich abstohen. Das Eintreten von Leuten aus den „höheren" Schichten für die proletarischen Emanzipati onsbestrebun-flcit ist nicht nur von Wert für die praktische Agitation, Aufklärung und Schulung der Massen, sondenr es bedeutet auch einen großen moralischen Erfolg. Wenn Männer der Wissenschaft durch theoretische Untersuchungen Zur Ueberzeugung von der Wahrheit des Sozialismus gelangen, wenn Männer des praktischen Lebens aus den Kreisen der Wohlhabenden und Gebildeten die Brücken lniiter sich abbrechen und sich der sozialistischen Bewegung zur Verfügung stellen, so wird dadurch das Bewußtsein der Massen, daß sie sich im Rechte befinden, unzweifel-hast ungeheuer gestärkt. „W enn solch e Leute für uns ei n treten," heißt es, „so ist dies ein Beweis. d a ß wir für eine gute und gerechte % V 4 e k ä mp f c ».'"Hieraus erklärt sich das Gefühl der Befriedigung, das jedesmal die Massen durchwärmt, wenn ein gelehrter, reicher oder gesellschaftlich hochstehender Mensch sich der sozialdemokratischen Partei an-.'chlicßt, hieraus erklärt sich auch die Tatsache, daß die Massen, allem demokratischen Mißtrauen zum Trotz, einem solchen Neuling ein ungeheures Vertrauen entgegenbringen und ihm ohne lange Probezeit eine Führer-rolle übertragen, um die ein „gewöhnlicher" Genosse lahrzehntelang ringen muß. Man mag dies vielleicht bedauern, aber man muß damit rechnen, und inan darf dies geistige Moment im Klassenkampf nicht unterschätzen. Das Bewußtsein, für eine gute und gerechte Sache zu kämpfen, ist nämlich für einen Kampf von ungeheurer Bedeutung, wie man in jedem Kriege deutlich beobachten ' rann. Gerade im proletarischen Klassenkampf kommt es wesentlich mit darauf an, daß die Massen von der moralischen Berechtigung ihrer Forderungen und Bestrebungen .fiberzeugt sind. Wenn erst das Proletariat in seiner großen Mehrheit sich des Unrechts bewußt geworden ist, das die herrschenden und besitzenden Klassen seit langer Zeit an ihm begehen, wenn er erst klar erkennt, wie es auf allen Gebieten zurückgesetzt und benachteiligt wird, dann wird sich auch der starke Wille regen, diesem Unrecht ein Ende zu machen. Dann wird auch das Kraftgefühl wachsen und die Bewegung wird unwiderstehlich werden. Zum Glück für das Proletariat breitet sich das .Klassen-bewußtscin immer mehr aus und faßt immer tiefere Sic denn nicht begreifen, daß das eine weder schlimmer noch besser ist als das andere?" fuhr er ganz freundlich fort. „Hier soll nicht getötet, sondern geholfen werden — eine viel schönere Aufgabe, nicht wahr! Was der Hund braucht, ist bloß liebevolle, gute Pflege. Können Sie wirklich nicht besser für ihn sorgen? Gar nicht?" Die Witwe schüttelte den Kopf — wie konnte man so dumm und so böse fragen. Aber zornig wurde sie nicht; die Zeiten waren längst vorbei, wo sie in der Lage war, sich heftig zu wehren. Sie wandte sich nun der Tür zu, um fortzukommen. „Warten Sie einen Augenblick", sagte der Wohltäter und wieS auf eine Bank. Er konferierte eine Weile mit dem ersten Buchhalter, und dann kam et wieder zu ihr zurück. „Ich glaube, wir haben eine Regelung gefunden, liebe Frau," sagte er warm. „Die Sache ist die, wir tragen uns mit dem Plan, ein Asyl für verwahrloste Hunde zu errichten. Leider wird ja noch einige Zeit darüber hingehen, bis wir alles so weit fertig haben, die armen Geschöpfe aufzunehmen; und niemand kann von der Hoffnung auf bessere Zeiten leben — nicht wahr? Wer vielleicht könnten wir das Kerlchen da in Pflege geben! Glauben Sie, daß sie ihn recht gut behandeln können? Anständig und sauber sehen Sie ja aus." Die Witwe nickte, obwohl sie die Frage für überflüssig hielt. „Gut, abgemacht! Sie Bekommen 20 Kr. im Monat, die Sie hier jeden Ersten abheben können; aber Sie müssen sich natürlich darin finden, daß wir jederzeit Zutritt zu Ihrer Wohnung haben — zur Beaufsichtigung." Die Lehrerswitwe gab ihre Adresse an, und damit war die Sache in Ordnung. Sie halt,, endlich ein Legat erlangt — dank ihrem Bobby. Nie vergaß sie, daß er der eigentliche Herr war, und daß sie selbst nur feine Gelder verwaltete. Sehr bald war sie so weit, daß sie etwas durch leichtere Heimarbeit verdienen konnte, und sie und Bobdy schlugen sich erträglich durch. Das einzige, was ihr Daseni verfinsterte, war der Gedanke an den Tag, wo das Asyl fertig sein würde und sich von dem Hund trennen müßte. Dieser Tag kam aber nie, mochte mm der Philanthrop andere Pläne gefaßt oder die Sache vergessen haben. Bobby behielt seine Unterstützung bis zu feinem Tod. Und auch später litt die Witwe keine Not. Mit Legaten geht eS ja ebenso wie mit allem anderen hier in der Welt: hat man erst festen Boden gewonnen, so wird mau schon fertig. Der Hund half der Krau über den toten Punkt weg. Wurzeln in den Massen. Mit Hilfe einer zähen und' unermüdlichen Werbearbeit, durch planmäßige Agitation und zielbewnßtc Organisation werden immer breitere Massen des Volkes davon überzeugt, daß sic ein Recht haben auf eine auskömmliche Existenz, auf Freiheit lind Kultur, auf ein menschenwürdiges Dasein. Und sie werden auch davon überzeugt, daß sie die Macht besitzen, ihr Ziel zu erreichen, wenn sie nur den festen Willen haben. Hierin liegt die geradezu wunderbare Werbekraft des modernen Sozialismus, der einen Fortgang. genommen hat in wenigen Jahrzehnten, wie er in der Weltgeschichte beispiellos dasteht. Umgekehrt beobachten wir auf gegnerischer Seite, daß der Glaube an ihr Recht und das Vertrauen auf ihre Existenzberechtigung langsam im Schwinden begriffen ist. Aus den Kreisen der Ober- und Mittelschichten ertönt gar nicht selten mehr die zweifelnde Frage, ob denn die heutigen Zustände mit ihrem offenbaren Unrecht gegen die Unterschichten ewig und unabänderlich_ seien, oder ob es nicht vielmehr besser und ratsamer sei, den Proletariern Entgegenkommen zu zeigen. Aus diese Stimmung heraus erklären sich di sozialen R e f o r in b c st r e b u n g e n der Gegen wart, die sich auf allen Gebieten bemerk« b a r m a ch c ». Das bedeutet natürlich keinen Verzicht auf die Vorrechte imd Monopole, aber cs beweist eine gewisse Unsicherheit in Bezug auf die moralische Bewer tung der .Klassengegensätze. Daß eine solche Unsicherheit, ein solches Schwanken zur Schwächung unserer Gegner beiträgt, Ivird niemand bestreiten wollen, der die unwäg baren Momente für den Ausgang eines Kampfes in,Berücksichtigung zieht. Die Scharfmacher und Kapitalprotzen, die hartnäckig auf ihrem Schein bestehen, wissen dies sehr Wohl zu würdigen. Darum Wettern sie gegen die Sozialideologen, die „Genossen im Zylinder", die die kapitalistischen Schlachtreihen in Unordnung bringen weil sie Zweifel säen in den Glauben an die Unabänder lichkeit unserer herrlichen Weltordnung, die aber ander seits den Glauben der Proletarier an den endlichen Sieg ihrer guten Sache stärken. Darum auch umschmeicheln sie jene Elemente aus den Mittel- und Unterschichten, die für die Vorrechte der Oberschichten mit ihrer Person und ihrem Einfluß eintreten. Hier ist der tiefere Grund dafür, daß die Großindustriellen des Ruhrgebiets Arbeiter sekretäre wirtschaftsfriedlicher Couleur in den Reichstag wählen, und daß die ostelbischen Junker schlichte Hand Iverksmeister, die sie sonst gar nicht beachten würden, mit der Vertretung ihrer Interessen betrauen. Wenn sogar intelligente Arbeiter und tüchtige Handwerksmeister ihre Kräfte für Großkapital und Großgrundbesitz ein-sehen, so folgen sie, dann nmß es sich doch um eine gerechte Sache handeln. Aber diese Logik hat einen Haken: Wenn Ganzoder Halbproletarier sich von den Herren vor den Wagen spannen lassen, so ist das ein Beweis, daß sie unwissende oder selbstsüchtige Streber sind, die nach Vorteilen ausschauen, wenn aber Leute aus „höheren" Kreisen die Partei des Volkes ergreifen, so geschieht dies aus idealen Gründen, weil hier un allgemeinen von der Förderung privater Interessen keine Rede sein kann. Dieser wesent-liche Unterschied muß Wohl beachtet werden, wenn man das geistige Moment im Klassenkampf verstehen will. Set Mrbeitsfombf bet englischen Sifenbobnet im Sabre 1911. Die alarmierenden Zeitungsnachrichten vom großen Streik der engl,scheu Eisenbahner im Jahre 1911 sind noch m frischer Erinnerung — der Leser entsinnt sich, wie -Aoyd George, der allmächtige Ministerpräsident, im Parlament erklärte: „Ich bin sicher, daß das Haus ein-sehen wird, daß keine Blokade durch einen fremden Feind in so wirkungsvollem Maß einen schrecklichen Druck auf me Bevölkerung ausüben kann als die Lähmung des Elsenbahndienstes. Jedermann wäre arbeitslos geworden lede Muhle, jedes Bergwerk, jede Fabrik hätte geschlossen werden müssen und hätte der Stillstand 14 Tage gedauert sh Ware sicher zu einem völligen Mangel an Beschäf.' tigung absolute Hungersnot getreten." Die Eisenbahner baden eben in der modernen Gesellschaft die gleiche Macht wie die Könige und Fürsten des Mittclalters sie sind Herren über Leben und Tod der Bevölkerung! in ihren Händen befinden sich die Schlagadern der Nation Dieser Tage ist eine streng wissenschaftliche Arbeit über dielen Kampf von Dr. Charlotte Leubuscher er-schienen. Diese Arbeit, die zuerst eingehend die geistige Umwälzung in der bis vor kurzem so konservativen eng-tischen Arbeiterklasse bis zum revolutionären Syndikalismus schildert, gibt eine so eingehende wissenschaftliche Darstellung der Ursachen dieses Kampfes, der einzig in der Geschichte der Eisenbahner dasteht, daß ein jeder, der das Problem studieren will, künftig nach dieser Schrift d,e auf genaues Ortsstudium beruht, greifen muß. Der englische Eisenbahner ist kein Beamter, die engttlche Eisenbahn ist keine staatliche oder halbstaatliche Institution. England besaß bis vor kurzem nicht weniger denn 1100 Eisenbahngesellschaften, die einander scharf bekämpften. Arbeiter und Angestellte befanden sich in «nein rein privaten Arbeitsverhältnis. Jahrzehntelang, solange besonders die Vielheit der Gesellschaften bestand, fühlten sich die Arbeiter und Angestellten dabei Wohl. Zwar bestand mangels Beamtencharakters feine automatische Lohnsteigerung mit den Dienstjahren, dagegen bestand und besteht eine Unmenge von verschiedenen Kategorien, in die avanciert werden kann, so daß es ein Güterarbeiter sogar bis zum Generaldirektor gebracht hat. In den letzten Jahrzehnten hat nun auch die technische und finanzielle Revolution dieses Idyll zerstört — die Zahl der Gesellschaften ist durch Verschmelzung guten alten Zeit bringen. Die Mehrzahl der englische» Eisenbahnarbeiter hat die Avancementsaussichten verloren und damit beim bisherigen System die Aussichten auf Gehaltsteigerung, weil eben der jederzeit 14tägig kündbare Privatangestellte — und das ist der englische Eisenbahner heute noch — kein Beamter ist, dessen Lohn mit den Dienstjahren steigt. Solange das Ziel des' Heizers war, Lokomotivführer zu werden und in dieser Charge immer weiter bis zum Techniker zu steigen, solange der Güterbodenarbeiter Aussicht hatte, es zum Güterzugsführer zu bringen, und solange der Stationsschreiber Aussicht hatte, es zum Direktor zu bringen, bestand natürlich auch keine Solidarität aller Eisenbahner. Dies ging eben bei 1100 Gesellschaften, heute hat in England ein Weichenwärter ebensowenig Aussichten zum Generaldirektorposten wie bei uns. Das System der starren Löhne ohne Alterszulageu, der lltägigen Kündigung in allen Chargen, dyzu noch als „moderne" Er-' rungenschast die „schwarzen Listen" und das Spionage system haben eine rebellische Unzufriedenheit gezeitigt. Der englische Eisenbahnarbeiter wurde unzufrieden, die getrennten Organisationen der verschiedenen Grade verbanden und verschmolzen sich, die „all’ grades Movement", der Generalstreik aller Kategorien wurde proklamiert. Die Eisenbahngesellschaften weigerten sich, mit den Gewerkschaften zu unterhandeln. Die Regierung ergriff die Vermittlung und hat Anno 1907 Einigungsämter und Schiedsgerichte geschaffen. Diese Einigungsämter und Schiedsgerichte waren recht gut gemeint und die Arbeiter dachten eine Zeitlang sogar, daß sie ihnen nützen würden. Aber diese -schiedsinstanzen hatten Anno 1907 keine Kompetenzen erhalten, die widerspenstigen Gesellschaften zur Ausführung der Beschlüsse zu zwingen — außerdem hatten es die Gesellschaften in der Hand, den Arbeiter, der etwa in einem solche» Schiedsgerichtshandel gewonnen hatte, kurzerhand auf die Gaste zu stellen, was in England sogar im Hand umdrehen mit einem Stationsvorsteher ohne Angabe von Gründen geschehen kann. Eine Enttäuschung begann sich in den Eisenbahnermassen zu regen und revolutionäre Agitatoren verbreiteten in der Eisenbahnerschaft die Idee, als ob sich Regierung und Eisenbahngesellschaften zu einem gemeinsamen Betrug verbunden haben. In folgebesten kam es im Jahre 1911 zu einer neuen „all’ grades Movement", diesmal im Anschluß an lokale Sympathiestreiks, in denen sich Eisenbahner weigerten, die von Streikbrechern erzeugten Güter zu transportieren. So groß war die allgemeine Unruhe der Eisenbahner, daß die geringfügigen lokalen Streitigkeiten im Handumdrehen die ganze Eisenbahnerschaft des Landes erregten und zwei Tage lang der Generalstreik andauerte. Innerhalb dieser zwei Tage hatte das Parlament ein Gesetz angenommen, das den Urteilen der 1907 geschas fenen staatlichen Schiedsgerichte und Einigungsämter für beide Teile zwingende Gewalt verleibt. Die Sache ist jetzt praktisch so, daß die Regierung Löhne, Avancementsbedingungen, Kündigungen re. festsetzt. Mit anderen Worten: Formell juristisch sind die englischen Eisenbahner aller Grade freie Privatangestellte und keine. Beamten, sie können den Arbeitsvertrag mit der privaten Eisenbahngesellschaft frei vereinbaren. Wenn sie aber nicht zufrieden sind, so brauchen sie nur an das Schiedsgericht des Bezirks, das einen staatlichen Richter als Präsident und Vertreter beider Parteien als Beisitzer hat, zu gehen. Faktisch entscheiden da der Präsident und in letzter Instanz die Regierung in London. Damit sind die englischen Eisenbahner Privatbeamte mit staatlich festgesetzten Arbeits-, Lohn- und Pensionsbedingungen. Da die englische Regierung bereits Ende der Neunzigerjahre ein Tarifamt, das die Frachten und Transporttaxen für die Gesellschaften bestimmt, errichtet hat, so sind die privaten" englischen Eisenbahnen momentan in der Lage, daß die wichtigsten Einnahmen, die Transporttaxen. und die wichtigsten Ausgaben, die Saläre, ihnen von der Regierung vorgeschrieben werden. Dadurch ist bereits in der kurzen Zeit nach dem Streik der Gewinn der Gesellschaften derart gesunken, daß jetzt die Eisenbahnmagnaten selbst nach Verstaatlichung schreien. Jetzt aber zeigt sich die Regierung schwerhörig, sie bemüht sich lieber weiter, durch ihr Tarifamt die Fahrtaxen zu reduzieren und durch ihr Einigungsamt die Löhne zu erhöhen, um damit den Reingewinn zu reduzieren. Die Verstaatlichung wirb dadurch immer billiger, denn je weniger die Aktionäre verdienen, desto billiger geben sie i,ie Sache einmal der Regierung her. Die Engländer haben es eben schlauer angedreht wie die Schweizer, die den Aktionären ihre frühere hohe Dividende als Obligationenzins weiter zahlt und die Bundesbahnen mit 1400 Millionen Schulden belastet haben. Die englische Regierung drückt erst ein Jahrzehnt lang die Rendite, bis die Aktionäre weich werden und billig nachgeben. So ist der eigentliche Sieger des Generalstreiks vom Jahre 1911 nicht der englische Eisenbahner, der sich wohl jetzt etwa zwölf Prozent besser im Lohn stellt als vor dem Streit, sondern die englische Regierung. Wir empfehlen die Lektüre dieses besprochenen Büchleins allen Interessenten der gewerkschaftlichen Probleme der Eisenbahner. Iw. Set Sulommenbtmb bet christlichen Sewerkschaftrschwiabelr. Es will Abend werden für die christliche Gewerk-chastsbewegung. Aber der Papst will nicht bei ihr »leiben. Was, wie es scheint, noch lange Zeit, auch der leißigsten Agitation der modernen Gewerkschaftsbewegung nicht gelingen sollte und wollte, weil sich Kanzel und Beichtstuhl noch immer als bessere Agitationsgelegen, heilen erweisen als Werkstätte und Versammlung, weil christliche Demut und Bescheidenheit, in der Schule eingepaukt, noch immer tiefer in den Gehirnen der Prole- auf 15 von Belang zusammengeschrumpst. die zudem noch finh6*nT^oSoffo« »öltnm.11 110e e r & Q n b vereinigt i u-vum.., iivu, immci ncfci ui ucii vycyimtm oer qsroic-fmo. Infolgedessen besteht für 90 Prozent der Elsen- - tarier wurzeln als Selbstbewußtsein und Klassenbewusst» bechner die Sicherheit, daß sie es tveder zu Stations- ' fein: das wird nunmehr von der Kirche selbst vollzogen. Vorstehern, Statlonsschreibern, SchnellzugSlokomotiv- i Die innere Unwahrheit, die in den christlichen führem noch etwa gar zu Generaldirektoren tote in der i Gewerkschaften verkörpert ist, dürste jetzt rascher zun» Besucht uur Lokale, tu welche» der »Eisenbahner« anfliegt l 8 u f n nt menbruch des Gebäudes der christlichen Gewerkschaftsbewegung führen. Seit einigen Jahren schon können die christlichen Gewerkschaften nicht mehr zur Ruhe kommen. Kaum gegründet, haben sie sich ihren eigentlichen Schöpfern auch schon verdächtig gemacht. Und seit der Zeit wird auch ihr Wirken mit dem denkbar größten Mißtrauen der Kirche selbst verfolgt. Das ist nur zu begreiflich. Man hat ihr Entstehen nur als eine Art Abwehr gegen die modernen Gewerkschaften gestattet, hat ihnen demnach nur die Rolle passiver Zuschauer zugedacht. Das ist aber nicht ein-gehalten worden. Unsere Gewerkschaftsorganisationen sind entstanden, weil die Arbeiterschaft selbst das Bedürfnis erfaßt hat, sich zum Schutz und Trutz gegen Ausbeutung zusammenzuschließen. Von den christlichen Gewerkschaften sagt der katholische Geistliche Müller, der ein Geschichtswerk über die christliche Gewerkschaftsbewegung in Deutschland geschrieben hat: „Der Gedanke, die Fachabteiluuge» (die Arbeiter,,gelvcuichaftett'‘) mit den konfessionellen Vereinen eng zu verknüpfen, war wohl nicht so sehr in den Kreisen der Arbeiter selbst entstanden, als vielmehr aus anderen Ständen (Geistlichen u. s. w.) angeregt worden, die die beinhalt int g n » ch r i st 1 i ch e r, zumal sozialistischer Ideen aus dem wirtschaftlichen Leben nicht für genügsam verbürgt hielten." Schon diese Bemerkung eines genauen Kenners der christlichen Gewerkschaften, die nach reichSdeuitchcm Muster erst bei uns und auch in der Schweiz gegründet wurden, belehrt uns zur Genüge, daß die christlichen Gewerkschaften ein ausgesprochener Schwindel sind. Haben denn die „anderen Stände" wirklich ein Interesse daran, daß die Arbeits- und Lohnbedingungen der Arbeiter verbessert werden? Und sollten sie wirklich einiges Interesse haben, dann ist es gewiß zurllefgedrängt und beeinträchtigt durch das andere, größere: „unchristliche Ideen" aus dem wirtschaftlichen Leben fernznhaltcn. Welch wunderbarer Einfall! Schade, daß die christlichen Gewerkschaften diese ihre Absichten nur an den Arbeitervercinigungen praktisch erproben und ausführen wollen. Der Schacher, der das ganze Wirtschafts-leben erfüllt, ist ganz unchristlicher Herkunft; erst die raffinierte Ausgestaltung ist christlichen Ursprunges. Aber in seiner Wirkung auf die Arbeiterschaft ist der Schacher, die Grundlage der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, höchst michristltch. Wie wäre es, wenn man die christlich-gewerkschaftlichen Ideen da zu verwirklichen trachtete? Dazu gebricht es aber an Mut. Und so bleibt den christlichen Gewerkschaften eben nur übrig, die Arbeiter fernzuhalten von „unchristlichen, zumal sozialistischen Ideen", das heißt vom ernsten Kampfe um Besserstellung des Lebens. Das sozialpolitische Programm der christlichen Gewerkschaften hat seinerzeit Herr v. Henle, der Bischof von Regensburg, kurz zusammengefaßt in die Worte des Evangeliums: „Wer Knecht ist, soll Knecht bleibe n." Sie dürfen einfach gar nicht. Als Leute, die ihr religiöses Bekenntnis und RiiHIen über alles andere stellen, dürfen die christlichen Gewerkschaften nicht streifen; das verbieten ihnen die verschiedenen Enzykliken, besonders aber die berühmte Enzyklika über die Arbeiterfrage Leo XIII., die sich lmgernein besorgt gezeigt hatte um Handel und Industrie, die durch Streiks Schaden erleiden. Aber dieses Verbot vergessen oder kennen die christlichen Arbeiter oft nicht, besonders wenn sie von allzu harten Arbeitsbedingungen gedrückt werden. Und dieses Druckes werden sie sich sehr bald bewußt, besonders wenn sie mit organisierten Leidensgenossen Zusammenarbeiten, die schon vorgeschrittener sind. In solchen Situationen treten die christlichen Organisationen in Funktion, dann kommen die Führer und trachten, „unchristliche Ideen" fernzuhalten. Aber nicht bloß der Geist der Auflehnung gegen Unterdrückung und Ausbeutung ist umbriftlich, weit mehr ist es das Zusammenarbeiten mit Arbeitern anderer Anschauungen in einer Organisation. Das ist entschieden das „unchristlichste", denn es ist im schärfsten Widerspruch mit dem Grundgedanken, der zur Errichtung der christlichen Gewerkschaften führte: mit der Spaltung, mit der Verfeindung der Arbeiter untereinander wegen Dingen, die mit der Klassenstellung und mit dem Kampfe der Arbeiterschaft nichts zu tun haben. So wie alle separatistischen Organisationen, sind auch die christlichen nur zu dem, wenn auch nicht ausgesprochenen Zweck gegründet worden, der Klassen-Politik der Ausbeuter zu dienen. Was könnte es anderes bedeuten, als die Klassengegner zu stärken, wenn man Klagen erhebt, die christlichen Arbeiter würden in den freien Gewerkschaften wegen ihres Glaubens verhöhnt und verspottet! WaS hat die Gewerkschaft mit dem religiösen Bekenntnis zu tun? Sie bekämpft jüdische und christliche Ausbeutung und sie strebt für jüdische und christliche Arbeiter bessere Bedingungen an. Die schwindelhafte Begründung der christlichen Gewerkschaften ist ans demselben Holze geschnitzt, wie die der nationalen ober anderer separatistischer Gebilde. Die Wirklichkeit ist und bleibt: die Arbeiterschaft soll geschwächt werden. Nun haben aber in Dentfchland die christlichen Gewerkschaften den Zusammenschluß mit evangelischen Klassengenossen gesucht und gefunden. Neben der schwachen katholischen erstand eine verhältnismäßig stärkere christliche Bewegung, die aber schon feit langem den entscheidenden Mächten Roms zuwider war. Weder Rom noch die Bischöfe haben je ein Hehl daraus gemacht, daß ihnen die christlichen (katholisch-evangelischen) Organisationen nicht passen. Und die bekannte Enzyklika des Papstes Pius X. vom November 1912 hat diese Gegnerschaft scharf und klar zum Ausdruck gebracht. Die christlichen Gewerkschaften wurden für gedulde t erklärt, und auch das nur unter gewissen Vorsichtsmaßregeln. ES war schweres Geschütz, das gegen die christlichen Gewerkschaften anfgefahren war. Man las in der Enzyklika zum Beispiel folgendes: «Die soziale Frage und die mit ihr verknüpften Streitfragen über Charakter und Dauer der Arbeit, über die Lohnzahlung, über Arbeiterstreik sind nickt rein wirtschaftlicher Natur und somit nicht zu denen zu zählen, die mit Hintansetzung der kirchlichen Obrigkeit beigelegt werden können." Und noch ärger war die Ernmbnuna der Bischöfe, „sorgfältig das Verhalten der christlichen Gewerkschaften zu beobachten und darüber zu wachen, daß den Katholiken aus der Anteilnahme an ihnen kein Nachteil e r-w a ch s e". Das mußte den verführten Arbeitern die Augen offnen: jetzt sahen sie, daß ihre vermeintlichen Gewerkschaftsorganisationen nichts find und nichts sein sollen als Kreaturen Roms ohne eigenen Willen, ohne jedwede Freiheit des Entschlusses auch in rein wirtschaftlichen Fragen. Nur Roms Anschauungen durften maßgebend sein bei allen Entschlüssen. Natürlich war die Aufregung in den Reihen der Enttäuschten un-gemein groß. Zu ihrer Beruhigung und zu weiterer Irreführung der ganzen Welt haben sich ihre Führer an die Bischöfe gewendet. Und richtig fand sich einer. Doktor Schulte aus Paderborn, der zu den schroffen Worten der päpstlichen Enzyklika eine wesentlich mildere Erläuterung ausgearbeitet und den übrigen Bischöfen' zur Annahme vorgelegt hat. Die Bischöfe gaben ihr Einverständnis, auch der Kardinal Kopp aus Breslau. Auf Grund dieser Erläuterung traten dann die Christenführer vor den Essener Kongreß und prägten dort das Wort: „Die christlichen Gewerkschaften bleiben, was sie waren." Natürlich hat sich die Oeffentlichkeit, die den Sachen etwas Verständnis und Interesse entgegenbringt, durch ^ diese großtuerischen Worte nicht täuschen lassen. Man wußte, daß das weder wahr noch möglich ist, was in Essen verlautbart wurde. Die Kritik verstummte auch nicht. Statt sie aber durch Tatsachen zu entwaffnen, zogen ' es die Christenführer vor, sich vom Geri ch t ihre Unabhängigkeit bestätigen zu lassen. Die Kritiker, sozialdemokratische Redakteure, wurden verurteilt, weil ihnen der ^Wahrheitsbeweis der Abhängigkeit der Personen nicht ' gelang, und weil das Gericht wohl der Ueberzengnng war. daß die sozialistische Erläuterung der päpstlichen Enzyklika richtiger sein dürfte als die der Bischöfe, aber eine weitere Untersuchung darüber als nicht zu seinen Pflichten gehörig ablehnte. Der Ansaang des Prozesses wurde von den „Christen" als ein Triumph anfgefaftt lind hinausposaNnt. Und nun ist's wieder — anders. Die Erläuterung der Enzyklika ist vom Kardinal Kopp fallen gelassen worden, eigentlich sogar widerrufen worden, weil ihre Milde, wie er in einem Brief an das Blatt „Klarheit und Wahrheit" sagt, „a n einer anbcrcii kirchlichen Stelle nicht g e b i I I i g t w e r d e". Man ersieht daraus mit Leichtigkeit, daß die andere Stelle nur der Papst ist. Denn welche Stelle würde sonst noch vom Kardinal berücksichtigt werden? Also der Papst Hat die milde Erläuterung seiner Harten Worte ver-w o r f e n. Rom will also von der U n a b H ängi g-feit und Freiheit der christlichen Gewerkschaften nichts wissen, es will überhaupt keine christlichen Gewerkschaften, es will nur abhängige, b e-d e it t u n 'g § I o s e katholische F n ch o f> t e i I n n» gen. die eine treue Wiedergabe des Prinzips sind: die Arbeiterschaft ist so weit zu spalten, bis sie ohnmächtig wird Was nützt also das schönste weltliche Urieil. wenn der Kardinal die von ihm früher gutgeheißene Erläuterung zurückzieht und der Papst die Gewerfschnftcn neuerdings von seinem Mißtrauen in Kenntnis setzt? Was haben dann die Arbeiter in den christlichen GewerkscHafte noch zu suchen? Gar nicht s. Für sie sind sie ja gor nicht gegründet worden. Die Arbeiter haben nur die Wahl zwischen U n t e r-wersung oder Revolte. Und beides dürste der Anfang vnn Ende, der Anfang der Katastrophe der christlichen Gewerkschaftsbewegung sein. ein widersinniger StwMem. Von der österreichischen Nordwestbahn. Von der k. k. Nordwestbahndirektion wurde gegen die Bahnwärter ein Strafsystem eingeführt, das ebenso den Gesetzen der Vernunft als auch deu Geboten der Humanität widerspricht. Nach diesem System wird ein Bahnwärter, wenn gegen ihn Anzeigen wegen Nichtanwesenheit auf dem Posten, beziehungsweise Nichtschließen der Schranken während der Passiernng eines Zuges erstattet werden, das erstemal mit 2 Kr.. im Wiederholungsfall mit 6 Kr. und beim dritten Fall mit | 10 Kr. bestraft. In weiteren Fällen wird gegen den Betreffenden die Disziplinaruntersuchung eingeleitet. Aus-Hilfswärter werden in einem solchen Fall vom Posten abgezogen. Bevor wir auf den antisozialen Sinn dieses Strafsystems eingehen, wollen wir erst einmal untersuchen, ob die Dienst- und Wohnnngsverhältnisse der Bahnwärter wirklich so günstig sind, daß die Ahndung für Versehen mit so hohen Geldstrafen gerechtfertigt erscheinen. Die Bahnwärter im Gebiet der k. k. Nordwestbahndirektion haben selbst auf Strecken mit sehr starkem Verkehr einen ILslllndigen Dienst, auf welchen ein 12stürt-diges „Frei" folgt. Die durchschnittliche Tagesleistung beträgt 14 Stunden 24 Minuten Dienst: die Leistung in einer SBoche 100 Stunden 48 Minuten und in 30 Tagen bei Abrechnung des freien Tages (den übrigens die Ab-löser noch gar nicht haben), 408 Stunden. Dabei muß noch bemerkt werden, daß die Hälfte dieser Dienstleistung auf die Nachtstunden von 6 Uhr abends bis 6 Uhr früh fällt. Wenn gegen diese Dienstleistung die Arbeitszeit von industriellen Arbeitern in fortgeschritteneren Betrieben verglichen wird, so wird wohl die Behauptung daß das Dienstverhältnis der Bahnwärter einem Sklaven-Verhältnis ähnlich ist, nicht übertrieben sein. Nun könnte wob! eingetoenbet werden, daß der Dienst der Bahn-warter nicht so anstrengend ist und übrigens auch noch von Pausen unterbrochen wird. Dieser Einwanb wäre vielleicht noch vor 10 bis 15 Jahren gerechtfertigt gewesen, trifft ober heute nicht mehr zu. Besonders auf der Hauptlinie WieN-Tetschen, wo in einzelnen Teilabschnitten täglich 40 bis 60 Züge unb auch noch mehr verkehren, hier kann von einem leichten Dienst keine Rebe mehr sein. Die geringfügigen Pausen, die zwischen den Verkehrszeiten der Züge liegen, müssen zu Nebenarbeiten, wie Streckenrevision. Leitungen schmieren, Schrauben anziehn, im Sommer Gras, im Winter Schnee wegputzen u. s. w. ausgenützt werden. Dabei find ober die Turnusse für die Bahnwärter so ge- stellt, daß dieselben erst die fünfte Nacht gan| f r e ich oben. Um den schwierigen Dienst der Bahnwärter beurteilen zu können, ist es notwendig, auch ihre Wohnungsverhältnisse zu untersuchen. Daß dieseben nicht günstig sind, dürfte wohl allgemein bekannt sein. Wir erinnern hier nur an den feinerzeitigen Ausspruch eines Regimentsarztes zu einem Bahnwärter der k. k. Staatsbahnen: „Ja, lieber Freund, unsere Pferde haben es besser als ihre Kinder hier; die Ställe unserer Pferde sind besser als die Wohnung ihrer Kinde r." Dieser Ausspruch des Negimentsorztes dürfte in vielen Fällen auch auf die Wohnungen der Bahnwärter der k. k. Nordwestbahndirektion zutrefsen. In diesem Direktionsbezirk gibt es noch eine, große Anzahl von Wächterhäusern, bei welchen sich weder ein Vorbau noch eine Diensthütte befindet, obwohl auf die große Dringlichkeit des Baues der Dienst-Hütten schon vor Jahren mit größter Sachlichkeit und Ernst in der Personalkomniission hingewiesen worden ist. In der Sektion Tetschen sind schon seit zwei Jahren keine Diensthütten mehr gebaut worden, obwohl gerade in dieser Sektion ans einigen der schwierigsten Posten die Diensthütten fehlen. Vor einiger Zeit wurden statt der Diensthütten Telephonhütten gebaut und neben die Fenster des Bahn* Wärterhauses gestellt, wodurch nicht nur die Wohnung verdunkelt und der Bahnwärter während seiner dienstfreien Zeit in seiner Ruhe gestört, sondern auch noch Geld verschwendet wird, weil doch die Diensthütten einmal gebaut werden müssen und dann die Telephonhiitten überflüssig sind. Ans jenen Posten wo die Diensthütten fehlen, steht dem Bahnwärter nur ein Zimmer und ein Kabinett zur alleinigen Benützung zur Verfügung. Das Zimmer hat einen Flächenraum von 15-75 Quadratmeter und das Kabinett einen Flächenraum von 6-58 Quadratmeter, so daß die Größe der ganzen Wohnung 22-33 Quadrat-meter beträgt. Dabei befindet sich auch noch der Kasten des Glockeuschlagwerkes im Zimmer. Daß unter solchen Umständen von einer Ruhe keine Rede sein kann, besonders dann nicht, wenn diese Wohnung auch noch eine Anzahl Kinder beherbergt, dürfte wohl jeder Mensch, mit Ausnahme jener ledernen und gefühllosen Bürokraten einfefjen, die den Bahnwärtern nach einem unvernünf-. tigen System hohe Strafen diktieren. Nun kommt bei dem eingangs erwähnten Straf. system nech eines in Betracht. Gerade bei Annäherung eines Zuges au besonders stark frequentierten Straßen« Übersetzungen erhöht das Maschinenpersonal seine Auf» merksamkeit, so daß es als ausgeschlossen gilt, daß von diesem Personal nicht geschlossene Schranken übersehen werden. Mit Rücksicht auf die große Gefahr, die aus einem solchen Dienstversehen dem Publikum erwächst, wird in einem solchen Fall auch feiten von Erstattung der Anzeige Abstand genommen. Daraus ergibt sich aber, baß jene Bahnwärter, welchen solche schwierige Posten zuge» wieien sind, trotz der viel intensiveren Dienstleistung auch noch viel früher der Gefahr ausgesetzt sind, hohe Geldstrafen zu leisten als andere Kollegen auf leichteren Posten. Von einsichtigen Vorgesetzten ist längst schon «» könnt worden, daß Hobe Geldstrafen nicht nur den erhofften Zweck nicht erreichen, sondern auch eine unmenschliche Harte gegen die unschuldige Familie des von der Strafe betroffenen Bediensteten sind. Durch diese Strafen wird nur zu oft das wenige Brot für hungernde Kinder noch geschmälert. AIS Beweis, daß Dienstversekien nicht immer durch den Leichtsinn der Bediensteten erfolgen, sondern sehr oft in den Verhältnissen liegen, mag der llmftaiib bteiten, daß auch über die gewissenhaftesten Bediesteten schon Strafen verhängt worden sind. Es würde deshalb von der Verwaltung der Nordwesthahndirektion ehrenvoller sein, in erster Reihe die manchmal geradezu menschenunwürdigen Wohnnngs- und Dienstverhältnisse der Bahnwärter einer Verbesserung zuznsühren. als dieses Personal mit einem widersinnigen Strafsystem zu drangsalieren. Ire Personalfrenndlichleit der Wen-bahnmioisterr imLichte der Tatsachen. K. ?. Eisenbahnministerium Z. 47.142/6 b. Wien, am 15. Dezember 1913. Jntimierungen von Arbeitern und Ernennung von Manipulan-tinnen zu Bahnoffiziantinnen mit 1. Jänner 1914. An die k. k. Staatsbahndirektio» in DaS mit dein hieramtlichen Erlaß vom 11. August 1913, Zahl 27/315, zeitweilig verfügte Verbot der Jntimierung von Arbeitern wird hiemit aufgehoben und werden die Direktionen (Betriebsleitung) ermächtigt, Jntimierungen tu allen Ver» rocndungSfategonen der Unterbeamten und Diener nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen mit 1. Jänner, be- ziehungsweise im Laufe des Monats Jänner mit Wirksamkeit vom 1. Jänner 1914 vorzunehmen. Arbeiter, welche gegenwärtig tm Berschub-, beziehpnaS. weise Fahrdienst bereits in Verwendung stehen und am 1. Jänner 1914 eine sechs- oder mehrjährige anrechenbare G e-s a m t d i e n st z e i t aufzuweisen haben und allen dieSfallS vorgeschriebenen Bedingungen vollkommen entsprechen, dürfen ohne Rücksicht auf die geltende Personalnormierung per 1. Juli 1913 mit dem genannten Tag, beziehungsweise mit Rückwirkung auf dieses Datum zu AuShilfSverschiebern, beziehungsweise Aushilfskondukteuren ernannt werden. Als anrechenbare Dienstzeit hat die Dienstzeit vom Zeitpunkt der Ausnahme in ein Altersversorgungsinstitut zu gelten. In den übrigen Verwendungskategorien der Gruppen B und 0 der Diener dürfen gleichfalls nur Arbeiter mit einer sechs» ober mehrwöchigen anrechenbaren Dienstzeit, jedoch nur im Nahmen der provisorischen Personalnormieruna per 1. Juli 1918 intimiert werden. Ebenso dürfen auch in der Gruppe A der Diener sowie in den Erstanstellungen bildenden Unterbeamtcntatcgoricn, so-weit die für zertifizierte Unteroffiziere vorgenommenen Aus-schreibungen erfolglos geblieben sind, Jntimierungen nur im Nahmen der bezogenen Personalnormierung borgenommen werden, . , Als selbstverständlich wird hiebei vorausgesetzt, daß nur in jeder Richtung geeignetes Arbeiterpersonal der Jntiinierung zugesührt wird. Alle Jntimierungen sind mit 1. Jänner, bziehungsweise tnt Lause des Monats Jänner 1914 dnrchznsühren; weitere Sntimicrungcn in den Monaten Februar bis einschließlich >;uni dürfen bis auf weiteres nicht vorgenommen werden. Bei diesem Anlatz werden der k. k. ... . die Bstimmun-gen der Prüfungsvorschrift zur strikten Darnachachtung in Erinnerung gebracht, welchen zufolge die Abnahme der Dienst-Prüfungen erst nach Ablauf der in der Prüsungsvorschrist festgesetzten Ausbildungszeiten, die vom Tage der Wirksamkeit der Jntimierung, im vorliegenden Fall also vom 1. Jänner 1914 an zu zählen sind, zulässig ist. ' lieber die mit Wirksamkeit vom 1. Jänner 1914 durch-geführten,Jntimierungen zu Aushilfskondukteuren, beziehungsweise Aushilfsverschiebern sind nach den beiliegenden Mustern A und B verfaßte Verzeichnisse bis zum 5. Februar 1914 ohne Bericht an das hieramtliche Departement 6 b vorzulegen. Fenier werden die Direktionen (Betriebsleitung) ermächtigt, alle jene Manipulantinnen, welche am 1. Jänner 1914 eine fünfjährige Dienstzeit als Manipulantinnen zurückgelegt haben werden und auch den übrigen Bestimmungen des Erlasses vom 22. März 19Ö8, Z. 8398 (Sammelband I/II Nr. 346) entsprechen, ohne Rücksicht auf die Personalnormierung zu Bahnoffiziantinnen zu ernennen. lieber die so erfolgten Ernennungen ist bis zum lo. Jänner 1914 ein Bericht vorzulegen, aus welchem, nach ^errechnungskapiteln getrennt, die Anzahl der vollzogenen Ernennungen sowie der daraus resultierende Gesamtstand an Bahnoffiziantinnen und Manipulantinnen ersichtlich ist. Die infolge der auf Grund der vorstehenden Verfügung durchgeführten Ernennunyen und Jntimierungen notwendig werdenden Aendcrungen tn der Pcrsonalnormierung werden k. t seinerzeit bekanntgegeben werden. Der k. k. Eisenbahnminister. Förster m. p. Der vorstehende Erlaß des Eisenbahnministers !>eigt mit plastischer Schärfe, wie unendlich groß die Liebe und das Wohlwollen des derzeitigen Eisenbahn-Ministers ßit den ihm unterstellten provisorischen Per» sonal ist. Gs>_ ist eine der neuesten Liebenswürdigkeiten, die de» derzeitigen Eisenbahnminister kennzeichnen. Der Erlaß trifft die Aermsten aller Armen, die im Taglohn stehenden Arbeiter, die seit vielen Jahren als Verschnb-orbeiter, als Bremser, als Heizer, Lampisten, Magazin-diener, Ladescheinschreiber, Wächter it. s. w. anstandslos um einen Schundlohn Dienst leisten. Er trifft Arbeiter, die mit der Hoffnung zur Dahn gekommen sind, in ein bis zwei Jahren intimiert und nach weiteren ein oder jwei Jahren definitiv angestellt zu werden. Um 2 bis 8 Str. täglich haben diese Braven durch drei und vier Fahre hindurch tadellos ihren Dienst gemacht, den schweren, verantwortungsvollen Dienst. Sie waren ja itets der letzte im Kalender und dementsprechend war ?«ch ihr Dasein. Aber alles haben sie geduldig ertragen, ne haben zu allem Unrecht geschwiegen, täglich und stündlich die Peitschenhiebe aller Art mit dein Trost zur Kenntnis genommen, daß es ja bald besser werden wird. -Nit dieser Hoffnung haben sie auch ihre Angehörigen ^tröstet, die Frau, die Kinder, wenn sie nach dem täglichen. unumgänglich notwendigen Brot riefen. Und alle die Armen haben in der beseligenden Hoffnung auf das baldige bessere Dasein im Definitivum geduldet und ohne Murren gewartet. Und nun kommt der mächtige, der oberste Chef der Staatsbabnverwaltung, zu dem sie wie Kinder zum liebenden Vater vertrauend aufgeblickt haben, und verkündet ihnen in seiner unendlichen Liebe und Fürsorge, daß ihre Hoffnungen jetzt nicht und auch nächstes Jahr nicht, sondern erst nach einer sechs- und mehrjährigen anrechenbaren Gesamtdienstzeit und außerdem noch im Rabmen der Normierung erfüllt werden können. Ob der liebende Vater Eisenbahnminister dabei gar nicht gedacht hat, welches furchtbare Unrecht er damit seinen Kindern zngefügt hat. Einer von den Armen, der uns kürzlich von dem Erlaß Mitteilung machte, meinte mit Tränen, die über seine abgehärmten Wangen liefen: „Warum bat man uns nicht gleich das Anfhängen angeschafft, für uns wäre es die Erlösung aus dein unerträglichen Jammerdasein gewesen." Die furchtbare Bitterkeit, die in diesen Worten lag, ließ erkennen, wie derartiae Maßnahmen auf die Betroffenen wirken. Man muß wissen, daß es sich bei dieser Sache nicht etwa nur darum handelt, da,ß einige Menschen um unberechtigte Illusionen betrogen werden. Vor allem sind cs Tansende, die in Betracht kommen. Es sind Verschlechterungen bestandener besserer Verhältnisse, cs handelt sich hier um die brutale Vernichtung von Zugeständnissen, die sich das organisierte Personal im Laufe der letzten Jahre errungen hat. Schon im Jahre 1905, bei der ersten Lohnbewegung der Eisenbahner machte das Eisenbahnministerium das schriftliche Zugeständnis, daß die Dauer der Taglohn. Dienstzeiten vor der definitiven Anstellung geregelt und für die einzelnen Vedienstetenkategorien mit zwei und drei Jahren fixiert werden. Mit dem Erlaß Z. 58.301 von, 12. Dezember 1905 wurde dieses Zugeständnis verwirklicht. Im Jahre 1908 wurde die weitere Herabsetzung dieser Taglohndienstzeiten verlangt. Das Eisenbahnministerium erklärte am 14. Oktober 1908 schriftlich, daß eine Festsetzung von Maximalarenzen für die Dauer der Taglol-ndienstzeit untunlich sei. Die Dauer der Dienstzeit der Aushilfsbediensteten ist in der geltenden Prüfungsvorschrift ohnehin kürzer bemessen als die im Memorandum niedergelegte. Im Jahre 1909 gab das Eisenbahnministerium mit Erlaß Z. 22.111 vom 27. Mai 1909 die für den niederen Eisenbahndienst geltende Prüsnngsvorschrist heraus, in der die Taglohndienst-zeiten neuerlich geregelt und fixiert wurden. Sie wurden mit Mi, 1, iy3, 2, 2'/o und 3 Jahren bemessen. Die Frage der Ernennungen und Anstellungen war also halbwegs zufriedenstellend geregelt. Die Direktionen hielten sich mit wenigen Ausnahmen an diese Norm. Wenn jemand zur Eisenbabn ging und auf einen bestimmten Diener-Posten reflektierte, hatte er die Gewähr, daß er in spätestens drei Jahren bei tadellosem Verhalten und Er-füllnng bpr sonstigen Voraussetzungen definitiv angestellt wird. Auch bei den neu verstaatlichten Privatbahnen war seit dem Jahre 1907 mittels Erlässe klar und unzwei-deutig festgelegt. daß nach dreijährigem Provisorium die Definitivanstellung automatisch einzutreten hat. Und die k. k. Staatsbahnverwaltung hat sich bei der Uebernahme des Personals der neu verstaatlichten Bahnen verpflichtet, die bestandenen Begünstigungen aufrecht zu lassen und sie alle Zeit hindurch ebenfalls zu gewähren. Des Schicksals Tücke fügte es, daß Herr v. Förster Eisenbahnminister wnrde. Kaum warm geworden, läßt er seine Personalfreundlichkeit leuchten. Die Normierungen werden auf seinen Befehl seit 1911_ systematisch verschlechtert. Die logische Konsequenz ist dieses neueste Attentat, dem allerdings noch ein ärgeres voranging. Denn schon am 20. Mai 1913 hat Herr v. Förster im Erlaß Z. 8622/13 mit eisiger Nuhe verfügt, daß für die Bediensteten der einzelnen Kategorien eine mindestens ?i/2jährige Taglohndienstzeit für die Ernennung zum Aushilfsdiener erforderlich ist. , Nur so konnte der Personalfreund am Ministersessel zu der Argumentation gelangen, daß die mit feinem neuen Erlaß verfügte erforderliche sechsjährige Taglohu-dienstzeit eine Wohltat, eine Verbesserung für das Per-sonal sei. Unschuldig, naiv meint er, daß es dem bestandenen Unrecht, wonach die Bediensteten zehn und mehr Jahre auf die Anstellung warten mußten, eine Grenze gesetzt habe. „ Diesem ministeriellen Spott sind natürlich, so wie immer,.die deutschnationalen Reichsbündler sofort anf-gefcsscn.' Sie verteidigten die brutale Verfügung mit dem Hinweis, daß mit den sechs und sieben Jahren nur ein Maximum festgesetzt worden sei, gegen das ja nichts zu sagen sei. Sie meinten, wir seien Hetzer und malen recht schwarz, um Mitglieder zu fange». Leider hat ein Teil der armen Teufel den Mumpitz geglaubt und weiter ruhig geharrt und gebofft. Jetzt ist sie da. die nackte, bittere Wahrheit des sechsjährigen anrechenbaren Minimums, und die Enttäuschung dieser Kollegen ist noch größer, weil sie von zwei Seiten getäuscht wurden. So zeigt sich leider auch da wieder, daß die Deutschgelben die treueste Stütze des Herrn v. Förster sind, des Mannes, der mit eiserner Faust Willkür und Unrecht fördert und dabei noch den traurigen Mut hat, zu behaupten, daß er personalsreundlich und, gerecht sei und seine Bediensteten jederzeit schätzt und ihnen hilft. Massenkundgebung der MenSahner in Wien. Die dringendsten Forderungen der Eisenbahner, die das Eisenbahnministerinin zu erfüllen nicht gesonnen ist, haben die Eisenbahner wieder am 17. d. M. zu einer ernsten Kundgebung veranlaßt. Ueber 3000 Eisenbahner versammelten sich am genannten Tage im Arbeiterheim in Favoriten, weil gegenwärtig ein anderer größerer Saal nicht zu haben war. Saal und Galerien waren dichtgedrängt voll. Große Scharen von Eisenbahnern mußten, weil sie keinen Platz fanden, abziehen, viele andere erwarteten in den anderen Räumlichkeiten des Arbeiterheinis den Ausgang der Versammlung. Abgeordneter Genosse Tomschik crosfneie namens der Koalition um 8 Uhr abends die Versammlung mit folgender Tagesordnung: 1. Die Eisenbahnerforderungen im Parlament. 2. Anträge und Anfragen zu obigem Punkt. In den Vorsitz wurden gewählt: Schwa b, Smejkal, Brandl und Tögel. Vor Eingang in die Tagesordnung wurde von der Gesangsektion der Ortsgruppe Rudolfsheim der Eröffnungschor „Das Trotz li ed" von Seyfried gesungen. Sodann ergriff Abgeordneter Genosse Tomschik das Wort. Er führte aus: Nach dem Beschluß der Wimberger-Versammlung am 16. Noveniber 1913 sprachen am 5. Dezember die koalierten Vereine beim Eisenbahnminister vor, um ihm die Forderungen der in den koalierten Vereinen organisierten Eisenbahner zu überreichen. Insbesondere handelte cS sich cm die strikte Durchführung der im 38 Millionen Kronen-Beschluh niedergelegten Forderungen, die als die wichtigsten und im Einvernehmen mit den Parteien als die gemeinsamen Forderungen bezeichnet wurden. Aber die Koalition hatte auch eine entschiedene und energische Stellung gegen die bereits durchgeführten und noch geplanten Verschlechterungen gegenüber dem Minister eingenommen und hat auch-die Forderungen der Arbeiter einer eingehenden Besprechung unterzogen. Es waren jedoch nur schöne Worte, die der Eisenbahnminister erwiderte, denn bald darauf sah sich der Staatsangestelltenausschuß gezwungen, dem Minister seine Mißbilligung auszusprechen. Denn das Mißtrauen aller Eisenbahner, ob denn auch alle vom Parlament bewilligten Summen auch entsprechend aufgewendet wurden, war und ist nur zu sehr berechtigt! Und dieses Mißtrauen ist um so mehr berechtigt, wenn sich diese Zuwendungen durch furchtbar wirkende Ersparungen rächen. Diese Ersparungen stellen sich als Verbrechen an den Bediensteten dar, was sich an den gegenwärtigen hinauögehenden Sparerläffen zeigt, die in Massenentlassungen ihren schrecklichen Ausdruck finden. In Brünn wurden vor einigen Tagen 112 Arbeiter entlassen! (Große Erregung.) In den nächsten Tagen sollen noch 160 Arbeiter entlasten werden! (Großer Tumult und Rufe: Provokation, Menschenwucher u. s. w.) Diese Entlastungen sind in der Tat eine Provokation, und ein Verbrechen ist es auch an der Staatsbahnverwaltung selbst, wenn schon geschulte VerkehrS-bedienstete zur Entlastung kommen. Selbst an die Uniform der Bremser reicht die Sparwut; die Bremser müssen im Winter frieren! Genoste Tomschik erörtert nun den von ihm im Budget» auSschuß eingebrachten Antrag von 5,600.000 Kr.. die Machinationen der Christlichsozialen und Deutschnationalen hinsichtlich des Antrages der zweijährigen Vorrückungsfristen der Diener und daS hinterhältige Wirten des Eisenbahnministers, der hinter dem Vorsitzenden des Budgetausschusses die Annahme dieses Antrages verhindern wollte. Aus all diesen Machinationen sei zu erkennen, daß die bürgerlichen Parteien die Eisen-bahner wieder beschwindeln wollten. Erst die energische Er. klärung der Sozialdemokraten im Ausschuß, daß sich der Eisenbahnminister in den Gang der Verhandlungen nicht einzumischen habe, bewirkte, daß sich der Eisenbahnminister entfernte. Nach, dem noch Genoste Tomschik eingehend die Forderungen der Eisenbahner, insbesondere die zweijährigen Vorrücknngssristen der Diener und jene der Arbeiter besprach und anderseits die noch immer neu hervorbrechenden, wie eine Katastrophe wirken» den Verschlechterungen hetuothob, beantragte er, jene Resolu- tion, die am 16. November 1918 Beim Wimberger gefaßt wurde, auch heute zu fasten und aufrechtzuerhalten. Diese Resolution lege die Forderungen der Eisenbahner fest, darunter die zweijährige Vorrückungsfrist der Diener, Festsetzung des EndgchalteS der Diener mit 2000 Kr., die Vorrückungs fristen der Arbeiter mit zwei und drei Jahren mit 20 H. und insbesondere jene der Oberbauarbeiter, denen das Eisenbahnministerium nur 10 H. geben will; die Aufhebung aller Verschlechterungen sowie die vollständige Durchführung der im 38 Millionen Kronen-Antrag enthaltenen Aufbesserungen überhaupt; fordert das Eisenbahnministerium auf, die Eisenbahner vollständig und klar Über seine Pläne aufzuklären, und betont, daß, falls es die Ausbeutungspolitik nicht einstellen sollte, es einzig und allein die Schuld an dem Abwehrkampf trage, der mit den schärfsten Mitteln cin-setzen müßte! (Lebhafter, langanhaltender Beifall.) Abgeordneter Genosse Rudolf Müller erklärte eingangs seiner Ausführungen, daß den Eisenbahnern mit der Sistierung des Parlaments wohl alle Hossimngen urplötzlich geraubt worden sind. Wo aber würde cs noch gewagt werden, bei Beschlüssen von Volksiwtwendigkeiten das Volkshaus zu sperren? Der MißbilligungsauSdruck des Staatsangestelltenausschusses besteht also zu recht. Wohl hatte cs den Anschein, als ob cs nach einer solchen Kundgebung bester würde, aber Tatsache ist, daß der Eisenbahnminister nicht zu jenen Menschen gehört, die sich bessern können. Das zeigen die neuen Erlässe. Diese Entlassungen sind nur ein Pressionsmittel gegenüber den Arbeitern, ist bloße und brutale Machtentfaltung. Während zwischen Wien und Marchegg infolge des schlechten Oberbaues die Schnellzüge statt mit 80 Kilometer, mit nur 30 Kilometer verkehren dürfen, werden die Oberbauarbeiter entlassen! (Stürmische Pfuirufe.) Die Auflösung des Parlaments ist nicht überraschend gc kommen, steht ioch an der Spitze der Wahlrechtsseind. Und sind die bürgerlichen Parteien nicht feine Helfershelfer mit ihrer korrupten und käuflichen Presse? Ist cs ein Wunder, daß sich in dieser Regierung auch ein Förster befindet? Auch er ist ein Minister des Gebens und NehwenS; aber er ist einer, der sich des Gebens rühmt und das Nehmen übt. Und was sich in dieser Hinsicht im Eisenbahnministerium ereignet, ist für die Gefaint-cifenbahnerschaft furchtbar! (Lebhafter Beifall und Zustimmung.) Genosse Müller wendet sich den bevorstehenden Ge-meinderatswahlen zu und fordert von den Eisenbahnern Vergeltung. Er fordert alle Versammelten auf, der Maffia des Wahlbetruges energisch und unermüdlich entgegenzntrete». (Lebhafter, langanhaltender Beifall.) Genoffe Schwab brachte nunmehr die Wimberger-Resolution zur Abstimmung, welche einstimmig angenommen wurde. Nach einem kräftigen Schlußwort schloß Genosse Schwab um %10 Uhr abends die imposante Versammlung. Inland. Fortwursteln oder energisch werden? Graf Stürgkh steht jetzt vor einem Problem: er weiß offenbar nicht, was er soll, wenn nach Wiederaufnahme der parlamentarischen Tätigkeit die anfangs nächsten Monat erfolgen soll, das Haus wieder versagen sollte. Und so läßt er vorläufig durchblickeu, daß er geneigt ist, energisch zu werden. DaS „Neue Wiener Tagblatt", das dem Grafen Stürgkh ziemlich unbedingt zur Verfügnug steht, schreibt in einem Leitartikel, die innere und äußere Lage des Staates heischten gebieterisch eine baldige Wiederaufnahme der Tätigkeit des Ab georduetenhanses in Wien, und es wäre Verrat an den höchsten Interessen des Reiches, wenn das obstruktioni • stische Spiel wieder ausgenommen werden würde. Die Obstruktion werde die Verwaltungskommission in Böhmen nicht zu beseitigen vermögen. Man gebe sich doch darüber keiner Täuschung hin. Das kaiserliche Hand schreiben vom 26. Juli 1913 an den Grafen Stürgkh habe i das einzige Mittel bekanntgegeben: Beide Naiionali täten können die Verwaltungskommission nur durch einen Waffenstillstand, durch einen Vorausgleich aus der Welt schaffen. „Man , heißt es in dem Artikel weiter, „wird die Parteien berufen, ehe der Reichsrat Zusammentritt, und ihnen das Programm vorlegen. Es lautet: Wehrgesetz, bosnische Bahnen und vor allem das Anleihegesetz. Die Regierung wird, so verlautet aus ihren Kreisen mit aller Bestimmtheit, wieder, wie sie das erst jüngst bezeugt hat, alles unternehmen, das Parlament zu erhalten. Die großen Parteien selbst sehen ein, daß gegen die Obstruktion energisch vorgegangen werden müsse ... Gelingt es aber nicht, das Parlament flott zu machen, dann bleibt nur eine große Operation: die Auflösung des Hauses. Ginge mein aber auf gewisser Seite mit der Hoffnung in den Wahlkampf, im neuen Volkshaus wieder mit den Mitteln der Obstruktion einzusetzen, dann können sie wahrscheinlich, ja sicher einen schweren Irrtum verzeichnen. Dann muß das Notrecht des Staates eiligreifen. Sie könnten dann leicht eine Geschäftsordnung vorsindetv die jede Obstruktion uumöglich macht." Das klingt sehr kategorisch und soweit es sich im» den nächsten Arbeitsplan für das Abgeordnetenhaus handelt, auch gar nicht so unwahrscheinlich. Die blöde Obstruktion der Tschechen hat cs dem Ministerpräsidenten noch leichter gemacht, das Abgeordnetenhaus vor eint-Zwangslage zu stellen. Erst wurde durch die ruthenische Obstruktion, dann durch die Konfusion der bürgerlichen Parteien in der Personaleinkommensteuerfrage die Zeit vettan, dann kam die irrsinnige Obstruktion der tschechi-chen Agrarier und Tschechisckradikalen. Tritt das Abgeordnetenhaus im März zusammen, dann kann der Ministerpräsident sagen: „Meine Herren, die bosnische» Bahnen müssen gebaut werden, die Wehrvorlage ist wegen der vor der Tür stehenden Assentierungen rasch zu erledigen — m Ungarn ist sie bereits erledigt — ich kann Ihnen mir einen kurzen Termin zur Erledigung dieser Vorlagen geben." Wem, er so spräche, so wäre das nicht' das erstemal. Die Regiernngsknappen brauchen ja auch eine Ausrede, wenn sie abermals rasch und unbesehen die schwersten Belastungen der Bevölkerung annehmcii sollen. Wir haben es schon vor Wochen gesagt, daß die blöden, leichtsinnigen Obstrnktionisten der Regierung nur Wasser aus ,hre Mühle treiben. Es ist außerdem gar nicht anzunehmen, daß die tschechischen Obstrnktionisten den 5vuLm^brinßen' yegen die bosnische Bahnvorlage und! die Wehrvorlage einen ernsten Kampf zu führen. Viel-leicht daß sie die..Obstruktion markieren, von ihr dann> zur Opposition gurückweichen und schließlich gar für beide Vorlagen stimmen. Bei der Wehrreform haben sie das getan. Auch sonst dürste wohl bei allen bürgerlichen Parteien wenig Lust bestehen, es zu Neuwahlen kommen ',u lassen, da die geleistete Arbeit wenig geeignet ist. freundliche Stimmung unter den Wählern zu erzeugen. Das wird matt dem Herrn Stürgkh begreiflich mache», und so wird es wohl bleiben, wie es ist. Ser Strelkbrecheragent als Mörder. Weit ist es gekommen in diesem korrupten, verrotteten und hirnlos regierten Qesterreich. Bisher war inan blofs daran gewöhnt, dah streikende Arbeiter Polizei-lich schikaniert und behelligt wurden, oder aber oatz irgendein Vertrauensmann der Arbeiter, der einen Streikbrecher auf die Folgen feines unkollegialen Verhaltens aufmerksam machte, als Erpresser von Gerichts wogen in das Gefängnis wunderte. Nun aber fall das anders werden. Die Streikbrecheragenlen werden, wenn das Beispiel der Prager Polizeidirektion Nachahmung findet, kurzweg mit Brownings ausgerüstet, damit sie anständige und ehrenwerte Leute totschießen können! Diese haarsträubende Schlußfolgerung mutz nämlich aus dein entsetzlichen Vorfall gezogen werden, der sich vor wenigen Tagen in Letschen ereignet Kat. Man stelle sich vor: Der Ttreilbrecheragent K e i l i n g aus Berlin, ein s i e b z e h u m a l. meist wegen gesahrlichen Eigentumsdelikten a b g e st r a f t c v Verbrecher, wird von den Scharfmachern nach Letschen gesandt, um Streikbrecher für da» Buchdruckergtzwerbe zu vermitteln, tzn Letschen, im Hotel „Stadt Prag", schießt dann der im ganzen mit acht Jahren Gefängnis, ein Jahr und drei Monaten Zuchthaus und f n nfzehn Fahre n E h r v e t l 11 st vorbestrafte Zuchthäusler den Vertrauensmann der Buchdrucker mit dem Revolver nieder' Aber nicht etwa, wie die zur Verteidigung dieses neuesten Unternehmsrschützlings aufgcbotene dentfchbürgerliche Schandprcsse zu behaupten wagt, in der Notwehr, sondern ohne daß irgend der geringste Konflikt der schrecklichen Lat vorausgegangen war. Solinger, der ermordete Vertrauensmann der Buchdrucker, hatte bloß den Versuch gemacht, mit einen von Keiling angeworbenen Streikbrecher zu sprechen, worauf Keiling auf wenige Schritte Entfernung schoß, lind nun muß man fragen: Wie kommt oie Prager Polizeidirektion dazu, an dieses verkommene Subjekt, das beinahe sein halbes Leben als gemein gefährlicher Verbrecher im Gefängnis Angebracht hat, e i n e n W a f f e n p a ß a n s q n st e l l e n? Da der Waffenpaß von der Prager Polizeidirektion überdies erst am l t. Jänner 1911 ausgefertigt ist, wird man wohl nicht in der Annahme fehl gehen, daß dies über ausdrücklich e n W u n s ch der Scharfmacher geschah, die in den abgestraften Strolch gerade den richtigen Mann sahen, der sich für das Sckandgewerbe der Streikbrecherlieferung hergibt. Und die Prager Polizeidirck-tion hinwieder sah offenbar in dem entlassenen Zuckih häuLler den richtigen Mann, dem inan den Revolver in die Hand gibt, und ihn damit auf streikende Arbeiter losläßt. Nach dem heute noch geltenden Ministerialerlaß vom 8. September 1867 dürfen „nur solche Personen mit Wasfenpässen für Revolver unter eigener Verantwortlichkeit der Behörden beteilt werden, von deren Vertrauenswürdigkeit und U n-bedenklichkeit sich die Behörde die feste lieber» zeugung verschafft hat". Die Vorsicht und Rigorosität, die man sonst bei der Erteilung von Waffenpässen in mehr als peinlicher Befolgung dieser Bestimmung walten läßt, sic mußte diesmal, weil es sich um die schmutzigen Profitinteressen halsstarriger Unternehmer handelte, beiseite gelassen werden, cmtfi wenn Menschenleben ans dem Spiel standen. Und die Polizei in Letschen, die sich weigerte, dem Zuchthausstrolch die Waffe abzunehmeii, der vorher f ch o n gedroht hatte, einen tötzuschießen, wußte sich eins mit ihren, Prager Vorgesetzten. als sic deni Mörder ruhig Zeit ließ, seine Lat zu vollenden. Ein braver Mann ist durck die Schurkentat eines gedungenen Unternehmersöldlings seiner Familie entrissen, und die österreichischeSchande um ein neues Kapitel vermehrt worden. Der Zuchthäusler und Meuchelmörder als Vertrauens, mann uitb Schutzheiliger der Unter* nehmet u»d der Staatsgewalt! Jüblt die bürgerliche Lesellschast noch immer nicht, daß ein „Rechtsstaat", der solche Früchte an seinem öiftDuttm zeitigt, reif zum verdorren ist? Der Papst und die Christlich,'ozialen. Der Papst hat den Christlichsozialen und ihrem Katholischen Volksbund ein Belobungsschreiben gewidmet. Dieser von Mero de Vak an den Erzbischof Piffl gerichtete Brief soll die Entscheidung fällen in dem Streit zwischen dem Volkäbund und den „Unbedingt-Katholiscl-en". des von dem Kirchendirektor AuLn Maus hcrau&tMjebenen „Katholischen Somitcigsblatui". Das „SonntagSblatt" unterhält, wie bekannt. 33c0ictm*iu>-*i KU du „Berliner Richtung" deS Kardinals Kopp. l.nd ton, uusa die Zentrumsgewerkschaften angreift. so uluubiC bas „Sonntags* Matt" einen ähnlichen Gegensatz u..ch im österreichischen Klerikalismus zu entdecken. Und «ach der Audienz der Gräfin Chotek beim Papst qcwuiiu oen Anschein, als ob sich die Kurie auf die ©titc der Unbedingten neige. Dann nahm Lrauttnianybutff, der Protektor des Katholischen VolksbundeS, beim Papst Audienz und alles löste sich in Wohlgefallen auf. Das erwähnte Schreiben Mery de ValS hebt ausdrücklich und mit munitzverftönb» lichem Hinweis auf die ZentrumsMverkschaften in dem Volksbund rühmend hervor, daß für ihn „die soziale Frage keine rein wirtschaftliche, sondern inersterLinieeinereligiösenndsittliche Frage und in dieser Hinsicht der Autorität der Kirche unterworfen fei". Diesem Lob des Papstes können wir uns anschließen: nie hat fick) ein österreichischer Christlichsozialer ernsthaft mit sozialen Fragen befaßt, nie hat es eine christlichsoziale Gewerkschaftsbewegung gegeben. Denn so viel Täuschung in der Arbeiterpolitik des Zentrums liegt, so viel Afterwissenschaft in den Lehren der München-Gladbacher Schule: turmhoch über allem Oesterreichischen steht das alles doch. Kn Oesterreich ist ein christlichsozialer Arbeiter entweder etit Gelber, der einen Gesinnungsvorwand braucht, oder ein armer, gepreßter Stadtsklave. Und wenn nun das eigentlich Religiöse den Christlichsozialen auch wurst ist, so haben sie es als Indifferente nur um so leichter, korrekte Römlinge zu sein. Man soll die Wahrheit ehren, auch wenn eS Christlichsoziale gilt, und die Wahrheit sagt: daß sie — da hat der Papst recht — waschechte Klerikale sind. Die Arbeitslosigkeit. In W i e n veranstalteten auf Veranlassung der sozialdemokratischen Partei 5000 Arbeitslose einen . stillen Demonstrationszug vom Schwarzenbergvlatz bis zum Rathaus. Am Zug beteiligten sich auch zahlreiche Mitglieder des Reichsrats, des Landtags und der Gemeindevertretung. Die Zugänge zum Parlament und zum Rathaus waren von einem Polizeit'ordon abgesperrt. Die Kundgebung verlief vollkommen ruhig. — Mehrere tausend Arbeitslose versammelten sich am Sonntag in den Lokalitäten der Eiseu-und Metallarbeiterorganisation in Budapest. Es erhoben sich stürmische Protestrufe gegen den Grafen Tisza. Der erste Redner gab ein erschreckendes Bild von der Arbeitslosigkeit; für 20 Arbeiterstellen hatten sich 12.000 Arbeiter gemeldet. Die Geduld der Arbeitslosen sei zu Ende, man müsse auf die Straße hinaus. Umnumerierung des Wagenparkes der Staatsbahnen. Die Vereinheitlichung des Staatsbahnenbeiriebcs, wie sie durch diePersiaatlichungsaltion ermöglicht worden ist, seht auch Einheitlichkeit in der Bezeichnung der Güter- und Personenwagen voraus. Wie daä „Eisenbahnblatt" erfährt, ist denn auch schon die Umnumerierung der Güter- und Personenwagen der Staatsbahnen. insgesamt mehr als 35.000 Wagen, im Zuge. DieS ist nur in den Werkstätten durchführbar und die Wagen können aus Dienstesrucksichten in der Hauptsache nur gelegentlich der periodischen Wagenrevision in die Werkstätten gelangen. Bei Schnellzugswagen erfolgt die Werksiättenrevision nach jedesmaligem Durchlauf von 40.000 Kilometer ober spätestens, wie das hei den Personenzugswagen Regel ist. innerhalb sechs Monaten. Demgemäß dürfte die vollständige Durchführung der Umnumerierung der Personen- und Guterwagen, für die überdies weit längere Revisionsfristen bemessen sind, zwischen zwei und drei Jahren beanspruchen- Ausland. Südafrika. Die ArbeitSverhältniffe bei den Eisenbahnen in Südafrika. Heber die Arbeitsverhaltnisse und die Entlohnung der Eisenbahner in Südafrika ist bisher nur wenig Wahres bekannt geworden und erst der Eisenbahnerstreik vermittelte einige Nachrichten, die aber gleichfalls keinen allzu deutlichen Einblick gewährten. Die südafrikanischen Staaten sind nämlich ausschließlich vom Kapital regiert und es kann daher von wirklichen Arbeiterrechren kaum die Rede sein; die Nachrichten aber erscheinen natürlich gleichfalls in dieser Beleuchtung. Ganz außerordentlich schlecht sind trotz der enormen Prosperität der Eisenbahnen die Bediensteten derselben daran. Ihre Löhne sind geradezu hundsmiserabel, ihr Dienst sehr streng und außerdem sind sie vollständig der Willkür ihres Brot-geberS ausgeliefert. Den verflossenen Streik verursachte ja ebenfalls nur die ungerechtfertigte Verringerung des Personalstandes der Eisenbahnen um 1700 Beschäftigte. Dabei berichtet die Eisenbahn- und Hafe,Direktion für das Jahr 1912 einen Reingewinn von 1 <868.004 Pfund Sterling (1 Pfund Sterling 24 Kronen) bei einer Gesamteinnahme von 12,247.027 Pfund Sterling. Die Einnahmen waren noch dazu gegen das Vorjahr um nicht weniger als 142.258 Pfund Sterling gestiegen, trotzdem die Frachtsätze für manche Sorten Guter im Interesse de» Großkapitals wesentlich herabgesetzt worden waren. Es Hai daher ausschlies^ich die vermehrte Arbeitsleistung der Bediensteten die erhöhten Einnahmen gebracht, was sich auch daraus ergibt daß fett 1009 der Frachtentransport auf 4,000.000 Tonnen per Jahr gestiegen ist. oder um 40 Prozent. Wie schlecht die ArbeitSzustände der Bediensteten sein müssen, geht daraus hervor, dah eine sogenannte Beschwerde-kou.mission (Oriovanccs Commission), die erst im Borjahr ernannt wurde, als e6 unter den Arbeitern bereits gärte, be. richtete, daß 612 Einvernahmen von Bediensteten waten in.c nicht weniger als 201 Deputationen gehört wurden. Infolge der industriellen Aufschwunges und der Erregung nmer ihren Mitgliedern stellte im August 1919 die Organisation der Eisenbahner und Hafenarbeiter (AmnlgaroaW Ruciety of Railway Servants of South Africa) folgend« Forderungen an die Regierung: Annahme aller Vorschläge der Beschwerdekornrnission zut Verbesserung der Dienstverhältnisse. Offizielle Anerkennung dct vorerwähnten Organisation. Wiederherstellung der politischen Rechte. Die unmittelbare Einführung de$ Achtstundentages. Minimallohn für weihe Arbeiter täglich v Schilling. Abschaffung der Stückarbeit. Bessere Bezahlung der Beamten. Weitere Forderungen gehen nach einer milderen Handhabung der Strafbestimmungen wegen Fehler im Dienst; e8 wird ferner eine gleichmäßige Vertretung in der Beschwerde-kommission gefordert, die Einsetzung einer Untersuchungskom-nnffion u. f. w. Die Antwort der Regierung war die Einsetzung einer solchen Kommission am 14. Oktober, die folgende Fragen zu untersuchen und darüber zu berichten hat: Einführung des Achtstundentages. Minimallohn von 8 Schilling (Kr. 9 60) täglich. Untersuchung der gegenwärtigen Löhne und der Lebens-verhällnisse. Abschaffung der Stückarbeit. Mildere Handhabung der Strafbestimmungen. Entschädigung für Ucberzeitarbeit (100 Prozent für Sonn- und FeiertagSarbeit) und Abschaffung der Ucberzeitarbeit. Die Kommission hat natürlich mch nicht Berichtet und wird voraussichtlich noch längere Zeit nicht berichten. Mittlerweile sind aber die Lohnverhältnisse der Eisen-Bahner unhaltbar geworden, da die Lebensmittelpreise ungeheuerlich gestiegen sind. Schon im Mutterland Großbritannien ist da« Leben im Verhältnis zu den Löhnen ein teures, die Lebenslüsten m Südafrika stellen sich jedoch noch um 1'25 Prozent höher, das heißt, wenn die Lebenskosten in Großbritannien mit 1 Prozent angenommen werden, so schwanken sie in Südafrika zwischen 8 und 8, sie sind also um f2ö Prozent höher. Ein ganz kleiner Auszug aus den Lohnverhältnissen der Eisenbahner in Südafrika zeigt, daß unter solchen Verhältnissen die Existenzverhältnisse derselben äußerst ungünstig sind. E» beziehen nämlich gegenwärtig weiße Arbeiter bei den Eisenbahnen: 1217................5 Schilling — Pence per Tag 2223 von diesen Arbeitern erhalten auch noch freie» Ountiier. Dabei schätzte aber der Elsenbahnminister in einer Rede im Parlament im Juli *918 die Arbeitsleistung der Eisenbahner ungeheuer hoch ein. Und trotzdem ließ man cs zu einem Streik, zu zahllosen Verhaftungen und Drangsalierungen kommen, aber den Arbeitern >hre Hauptforderungen zu bewilligen. dazu langt weder der Wille noch die Einsicht der Herrschenden in den südafrikanischen Staaten. B. Schweiz. Unzufriedenheit unter de» Eisenbahneni. Heller Aufruhr! Da2 ist wieder einmal die Signatur im Kreise der schweizerischen Eisenbahner. Im ganzen Land Protestversammlungen — heftige Anklagen gegen die Balxwerivaltung — Eingaben an die Parlamente und erregte Auseinandersetzungen in den Mitgliederversammlungen der Verbände — das sind die Kennzeichen dieser Bewegung. Und d« Ursachen? Sie liegen seit genau zehn Jahren in der Luft: Die Regelung der Nachtdien st ent schädigung und des B e k l e i d u n g §-wefenS. Und nachdem man die Eisenbahner zehn volle Jahre damit hingehalten und immer wieder vertröstet hat. sind sie jetzt derart erbittert, daß die Arbeiterblät-er aufs neue die Instanzen mahnen, es nicht zur Katastrophe kommen zu kaffen, denn die märchenhafte Geduld der Bahner könnte denn doch einmal ein gefährliches Ende nehmen.... Was die Eisenbahner fordern, ist so selbstverständlich und so bescheiden, daß man gar nicht versteht, weshalb die Verwaltung so beharrlich ihr „9?elnr wiederholt: Sie wollen, ebenso wie die Postbeamten und anderen Kategorien, für die so oft wiederlehrende Nachtarbeit mit ihrer besonderen Schwere und Verantwortung eine kleine Entschädigung haben, ganze 40 Rappen (32 Pfennige, 33 Heller) per Stunde. Ja nicht einmal das. Sie wollen, daß diese Entschädigung im Höchstfall nur 2 Frcs. (Mk. 160) betragen soll, wollen also nicht einmal alle Nachtstunden bezahlt haben. Sintemalen der Nachtdienst immer weiter um sich greift und den Bahnen ja billig fein muß, wag den Postlern :c feit langem recht ist. Aber die Bundesbahnen wollen nicht. Und gerade die Direktoren find am meisten dagegen, sie, die sich ihren Gehalt erst im vorigen Jahr „angesichts der Teuerung" um je 3000 bis 5000 Frcs. haben aufbessern lassen.! Die Verwaltung ist nicht aus bösem Willen dagegen; aber itc hat sich verrechnet damals, als der Bund die Bahnen verstaatlichte, im Jahre 1898. und für das Ausbleiben der erhofften größeren (n o ch größeren!) Gewinne soll nun das Personal büßen. Das ist zwar nicht schon, aber kapitalistisch. Und es erbittert die Bundesbahner doppelt, dah ihre Kollegen von der Gotthard-bahn diese Zulage bereits von Anfang an haben und daß man sie ihnen unter allerlei AnSreden vorenthält. Die Bahner vom Gotthard hatten sie nämlich bereits, als die Bahn verstaatlicht wurde, und man konnte sic ihnen nicht gut wieder nehmen. Ein Arbeiter in einem Privatbetrieb wird es gar nicht1 begreifen, daß die Eisenbahner derart niedrige Forderungen aufstellen: ganze 32 Psg. für die Nachtstunde, die sonst überall mit 60 bis 100 Prozent Aufschlag bezahlt wird. Abcr 'b're Bahner berücksichtigen bereite, daß sie ja dieses und jenes haben, was den Arbeitern der Privatbetriebe fehlt: zum Beispiel die zwölf Freifahrtscheine für daS Jahr, die billigen Beamtenbilletts zu einem Fünftel deS Fahrpreises u. f. w Nichtsdestoweniger können sie aber die größeren Strapazen und höheren Barauslagen des Nachtdienstes nicht aus ihrer eigenen Tasche bezahlen, zumal sie es sowieso knapp genug haben, um bei Den siandalos hohen LebenSmittelpreiscn, ständig erhöht infolge der Frcmbenindustrie rc., einigermaßen satt zu werden. Wozu noch kommt, daß infolge der Vermehrung der Strecken und Züge, Erweiterung des Eisenbahnnetzes u. f. w. und der trotzdem erfolgten Reduzierung des Personals ihre Arbeitslast und Verantwortung ganz kolossal gestiegen sind. Und was hat nun die Verwaltung getan? Nachdem sie die Bahner zehn Jahre hat warten lassen — fast so lange, wie Jakob um Lea und Rahel gefreit tot — erklärt sie sich mit Mühe und Not bereit, nichi ganz die Hälfte der geforderten 40 Cts. zn bewilligen. Also 20 Cts.. und auch nicht einmal für die sämtlichen Nachtstunden, sondern nur für die Zeit zwischen 11 und 4 Uhrl Kein Wunder daher, daß sich überall Stimmen geltend machen, diese lächerlichen Brosamen zurückzuweisen und auf dieses Trinkgeld zu verzichten. Und daß man in den Streifen der temperamentvollen Franzosen und Italiener in der Schweiz (Westschweiz und Tessin.) sich ganz offen mit der Frage deS ernstlichen Widerstande- beschäftigt. Die Erbitterung wird genähn durch die Art. wie die Verwaltung die Wünsche öer Eisenbahner in Bezug auf das BekleidungSreglement ablehnt. Nicht nur. daß jie sich zu keinerlei Verbesserungen der Bekleidung bequemt. nein, sic geht sogar daran, den Güterzugsarbeitern und anderen schlecht gestellten Kategorien die leidlich guten Rücke durch weit schlechtere, zu ersetzen — um zu sparen! Einzig für die in ganz rauhen Gebirgsgegenden stationierten Weichen- und Bahnwänerpersonalisten will man etwa» tun, alle anderen sollen sich die Kleidung, die sie brauchen, selber bezahlen! WaS nun geschieht — die Folge wird es lehrenl ArguS. Deutsches Reich. Aus Bet „christliche» Atbcileriittcmotionale". Eine (lübfchc Schilderung des Daseinszweckes der christlichen oder Zentrumsgewerkschaften, zu der jeder Kommentar überflüssig ist. enthielt kürzlich der »Tische nreuther V o l k S b o t e", ein ZemrumSorgan in der bayerischen Oberpfalz, das wie folgt schrieb: »Gründung von christlichen Gewerkschaften. Obwohl die Herren Sozialdemokraten immer meinen, die Fabrikherren von Plankenhammer hätten die Absicht, Gewerkschaften bloß zu sprengen, ist eS jetzt ersichtlich, daß diese Herren sogar selbst für und nicht gegen die Gewerkschaften sind. Der Herr Direktor von Plankenhammer hilf, sogar selbst dazu, eine christliche Gewerkschaft zu gründen. 170 Arbeiter und Arbeiterinnen sind eä bereits, welche sich dieser Gewerkschaft angeschlossen haben. Auch manchen Mitarbeiter der roten Partei wird es dazu treiben, sich der christlichen Gewerkschaft anzufchließen, wenn er nicht haben will, für immer au* der Porzellanfabrik Planken-Hammer ousgespent zu bleiben. Hoffentlich wird daS Streik» postenstehen jeyt bald aufhören. ES kann kein unbekannter Mensch mehr auf die Straße gehen, ohne bei den Streikposten den Verdacht zu erregen, ein Arbeitswilliger zu sein. Die ve» ächtlichen Blicke und höhnischen Bemerkungen könnten sich die Sozi ersparen. Wenn das Beispiel des Herrn Direktors von Plankenhammer auch bei anderen Unternehmungen Nachahmung findet, dann wird es bald nicht mehr schwer sein, den Sozis wirksam enlgegenzutreien." Eisenbahnwesen in Sachsen. Die sächsische Regierung hat dein Landtag den Entwurf eine» Eisenbahn» geseheS vorgelegt, das am 1. Jänner 1015 in Kraft treten soll. Diese» Gesetz gilt für alle Eisenbahnen, deren Fahrzeuge aus oder an Schienen ober an Seilen mit elementarer Kraft sorsbewegi werden. E» bezieht sich also auf alle Boll- und Nebendampsbahnen. elektrische Stratzen-, Drahtseil- und Schwebebahnen. Das Geseh wird vornehmlich Anwendung finden aus die Stratzenbahnen. da die eigentlichen Eisen» bahnen in Sachsen durchweg» Staat» bahnen sind und für ne ja in erster Linie die reichSgesehliche Regelung der Cer» hältnisse in Frage kommt, -r- Sachsen hat entsprechend der groben Dichtigkeit der Bevölkerung und der enormen industriellen Entwicklung auch ein sehr dichtes Eisenbahnnetz. Dabei ist noch zu beachten, Hatz der größte Teil de» Lande« stark gebirgig ist. für den Eisenbahnbau und »verkehr Schwierigkeiten bestehen, die andere Länder de» Reiche» nicht oder nicht in dem Matze kennen, und die Industrie bis weit in das Gebirge hinauf reicht. Ln vier Stellen überschreiten Wollspurige Dahnen mit flottem Personen- und Güterverkehr den GebirgSkamm und stellen so direkte Verbindungen mit Böhnien und Bayern her. Die höchste Bahn — Kleinbahn — endet in Oberwiesental. 000 Meter hoch, am Futze des Fichtel-bergeS (1213 Meter). Der Wintersportverkehr in dieser hoch gelegenen Gegend ist eyorm! Ebenso in Geising-Altenberg. wohin 'ebenfalls eine Kleinbahn fährt. Seit Jahren schwebt ein Projekt, nach dem der Keilberg untertunnelt, und aus diese Weise eine schnellere Verbindung zwischen Karlsbad und Chemnitz-Leipzig sowie dem Norden hergestellt werden soll. Zurzeit geht dieser Verkehr viel weiter westlich über Johann» georgenst^t. Da zwei Regierungen, die sächsische und die öfter, reichische, hineinzureden haben, dürste sobald aus dem Projekt noch nicht» werden. In Sachsen ist man besonder» darauf bedacht, so wenig wie möglich ..Konkurrenzlinien" entstehen zu lassen, eben weil der Staat selbst Besitzer der Eisenbahnen ist. Dieser Standpunkt bringt ein? gewisse Schwerfälligkeit und allzu grotze Vorsicht in die sächsische Eisenbahnpolitik, die dem weiteren Ausbau des Bahnnetzes im allgemeinen hinderlich ist. Das macht sich auch bei der Errichtung privater Klein» bahnen oder Autzenstrahenbahnen bemerkbar. Wenn der Staat solche Bahnen nicht selbst baut, dann macht er häufig grotze Schwierigkeiten, wenn sie von anderer Seite gebaut werden sollen. Auch den Gemeinden gegenüber, die ja mehr oder weniger dabei in Betracht kommen. Einige Zahlen dürften für die Beurteilung der sächsischen Eisenbahnen wichtig und. interessant sein. Nach der amtlichen Statistik betrug Ende 1013 die Länge der Staatsbahnen insgesamt 3372 Kilometer, an den Linien befinden sich 947 Personenbahnhöfe und Haltestellen. Im Jahre 1912 wurden 120,102.204 Personen und 41,717.799 Tonnen Güter befördert. Der Löwenanteil der beförderten Personen entfällt mit rund 47 und 46 Prozent auf die dritte und vierte Wagen-klasse. Da seitdem die vierte Klasse in den Zügen stark ber» nwhrf worden ist — Sonn- und Festtags sowie auf Kleinbahnen war sie früher überhaupt nicht eingestellt — machte sich in neuerer Zeit eine starke Abwanderung nach der vierten Kl«fse, aber auch eine starke Steigerung des Verkehrs bemerkbar. t Der vorige Finanzminister (dem in Sachsen das Eisen-bahnwesen untersteht) wie» die selbstverständliche Forderung nach vierter Klasse an Sonntagen mit dem unglaublich klingenden Argument ob, datz damit nur die Reiselust der groh» städtischen Bevölkerung gefördert würbe! Der Mann fand es nicht in der Ordnung, wenn der in muffiger Stadt- und Fabrikluft lebende Arbeiter wohlfeile Gelegenheit habe, am Festtag hinaus in Berge und Wälder fliehen zu können. Und noch heute ist die sächsische Staatsbahnverwaltung viel weniger als andere entgegenkommend gegenüber Vereinen und Gesellschaften bei Bestellung von Sonderzügen und dergleichen. Das Anlagekapital der sächsischen Staatseisenbahnen ist für 191^ auf rund 1170 Millionen Mark angegeben. Die Eisenbahnrente ist wegen der bereit» erwähnten Gelände- und damit zusammenhängenden sonstigen Schwierigkeiten niedriger als ln Preuhen. Sie war vor einigen Jahren bis auf etwa 334 Prozent herunter,, ist aber 1912 wieder auf ungefähr Prozent gestiegen. Die Zahl der beschäftigten Personen betrug am 1. November 1913 51.305. worunter sich 30,870 Ar-beiter befanden. Frankreich. Gewerkschaften und Politik. Der Vorstand de» französischen Eisenbahnerverbande» veröffentlicht, zugleich im Namen «ine« „Komitees dir gematzregelten Eisenbahner". einen Aufruf an die übrigen Gewerkschaften, der die Diskussion über die politische Betätigung der Gewerkschaften erneut aufrollen dürfte. Anlätzlich de» Generalstreik« der Eisen-bahner im Herbst 1910, der mit einem vollständigen Fiasko endet«, trotzdem direkte Aktion und Sabotage in großem Umfang zur Anwendung gekommen waren, blieben Tausende von Arbeitern al« Gematzregelte auf der Strecke. Der energischen Intervention der Sozialisten in der Kammer gelang e», die Wiedereinstellung der meisten Gematzregelten der StaatSbahn durchzusetzen und die Regierung zu den, Versprechen zu be-wegen, in gleichem Sinne ihren Einsiutz auch bei den Privat-gesellschasten gellend zu machen. Alle derartigen Versuche jedoch waren erfolglos, wahrscheinlich, weil die Gesellschaften sehr wohl wissen, daß die bürgerliche M. hrh«.it des Parlament» wor schärferen Matznahmen, und besonder» vor der von den Eisen-bohnerst geforderten Verstaatlichung, zurückschreckt. Au» diesem Grund fordert der EisenbahNedverbond alle übrigen Gewerkschaften durch Zirkular auf, sich an der BergeltungSkampagn« der Eisenbahner zu beteiligen und ohne Rücksicht auf ihre fon-stige politische oder antipolitische Stellungnahme bei den nächsten Wahlen gegen jeden Kandidaten zu stimmen, der sich nicht verpflichtet. die Forderungen der Eisenbahrer zu vertreten oder der sich durch seine bisherige parlamentarische Tätigkeit als Gegner ihrer Interessen entpuppt hat. Gelesene Nummern des ..Eisenbahnen wirst man mcht weg. sondern gibt sie an Gegner und Indifferente weiter. Kleine Nachrichten aus der Ksenbahner' internationale. Dir italienischen Eisenbahner befinden sich in einer Lohnbewegung. Am 31, Jänner 1914 haben die Vertreter der einzelnen Eiseichahneikotegorien ein Memorandum an die Generaldirektion eingereicht, >n dem die allen, bisher unerledigt gebliebenen Forderungen enthalten sind. Es wird verlangt: 1. Revision des Reglement» für das Personal. 2. Ge» Währung des wöchentlichen Ruhetages. 8. Besserung der Turnusse. der Dienstzeit und der Ruhepausen. 4. Regelung der Lagt der Dienstältesten. 5. Reformierung der Malariaentschädigung. 6. Regelung der Aufnahmsbedingungen für ehemalige Soldaten. 7. Besserung und Regelung der Behandlung bei Urlaubserteilung und bei der Gewährung von Fahrkarten. 8. Errichtung von Fachschulen. Für die Erledigung dieser Forderungen wurde kein Termin gesetzt. Da» Memorandum enthält abe, noch andere Forderungen, deren sofortige Erledigung eine „unablässige Notwendigkeit ist, um dem Personal eine ausreichende Ernährung zu sichern und es au» der moralischen Niedergedrücktheit emporzuheben", Es wird daher die Generaldirektion ersucht, bi« folgenden Punkte de» Memorandum» bi» zum 16. April d. I. zu akzeptieren: 1. Minimaltaglohn für da» untere Personal von der 16. Stufe an mit 8 Lire; staffelst)eifi Erhöhung für die höheren Kategorien bis zur 0. Stufe; die laut Gesetz vom 18. April 1911 festgesetzte Zulage soll in den Lohn miteinbezogen werden. 2. Gleichstellung sämtlicher Kategorien bezüglich der Behandlung. 8. Abschaffung der willkürlichen Lohnklassifizierung und der Lohnerhöhungen. 4. Nacht dienstzulage in der Höhe von 1 Lire per Nacht an sämtliche Kategorien, bk Residenzdienst leisten; die Nachtstunden sollen nach dem Gesetz über die Nachtarbeit berechnet werden. 6. Revision der Verordnung Nr. 477 vom 7. November 1902 nach dem dem Memorandum beiliegenden Muster (Vorschriften über die Dienstzeit dos Fahr- und Bahnhofpersonal«). 6. Besserung der Bestimmungen über- die Pensionierung (auf Grund de» dem Memorandum beiliegenden Musters). 7. Einbeziehung dev Trajektpersonals in die Dienstpragmatik. Auch die Unterbeamten und Arbeiter ber rumänischen Eisenbahnen fordern ein« Gehaltserhöhung und noch andere Verbesserungen. Auf der Midland Railway (England) trat eine bessere Bezahlung der verschiedenen Dienstschichten eines Tage« ein. da vordem eine Unterbrechung nicht mitangerechnet wurde; jetzt wird der volle Tag berechnet. / Die Aieeeieleck Society ol Locomotive Engineer« uni Fiiemen ok Brest Britein, welche bisher immer ihr« eigener Wege ging, hat sich bereit erklärt, den Forderungen der Ra-tional Union of Railwaymen auf Schaffung eine» neuer Schiedsverfahren» am Ende diese» Jahres beizutreten. Die Organisation der Eisenbahner in Spanien ist nach einem offiziellen Bericht der Union General de Trabajadore» von 80.100 Mitglieder am 1. Jänner 19)8 auf 46.200 am 1. Jänner 1914, also um 33.900 Mitglieder zurückgegangen. Das BekleidungSreglement und die NachtdienstentschSdl-flung für die Eisenbahner der Schweiz sind in der Sitzung de» PerwaltungSrates am 6. und 7. Februar behandelt worden, jedoch in einer Weise, die überall unter den Eisenbahnern auf Widerspruch stützt, da man ihren Wüi.schen nicht entgegengekommen ist. Der verband der Lokomotivführer und Heizer von Bel-eien hat. dem Druck der Eisen^ahnverwaltung nachgebend, beschlossen. das VerbändSorgan „De Tribüne — La Tribuns", dessen Gründer und Redakteur der gematzregelte Kamerad R e» nier ist, entgehen zu lassen. Kamerad Reiner will das Blatt weiter veröffentlichen und den Kampf gegen die Unterdrückung»-matznahmen der Regierung nun erst recht aufnehmen. Aus dem Gerichtssaal. i Prerau. (Bezirksgericht.) Am 21. August 1913 liegen Mitternacht wurde gelegentlich einet Verschiebung ein Speisewagen, in dem sich zwei Personen befanden, abgerollt. Zufolge ungenügender Funktion der Bremse rannten die zwei Wagen an den Prellstock an, wodurch eine im Speisewagen befindliche Person verletzt wurde. Tie Staatsanwaltschaft erhöh gegen den die Verschiebung leitenden Oberverschieber S. und den beaufsichtigenden Platzmeister ®. die Anklage nach § 432. In fortgesetzter Verhandlung! erklärte der vorgeladene Experte, datz zur strittigen Zeit die Arbeiten sich autzerordent» lich gehäuft und das Geleise VH, von dem die zwei Wagen abgerollt wurden, wegen eine« tsinfähtenden Zuge» baldigst geräumt werden mutzten. Der Verteidiger des Platzmeister« E.. Dr. Ambro», erörterte, datz bei einem Eisenbahner der Tatbestand einet nachlässigen Handlung oder Unterlassung ganz ander» gedeutet werden müsse, al« bei sonstigen Personen. Da« Interesse de» Dienstes überginge zumeist den kalten Wort-laut der Instruktionen. ES widerstrebe der allgemeinen Moral, den Eisenbahner zu strafen, wenn man sieht, datz er wirklich diensteifrig arbeitet. Ein strafbarer Tatbest tnd sei nur dann vorhanden; wenn durch ein Handeln gegen die Instruktion die drohende Gefahr einer Personen- oder Sachbeschädigung entweder offenbar ober doch auffallend offenltegenb ist. Im gleichen Sinne plädierte für S. Herr Dr. Roubiöek. Der Richter akzeptierte vollinhaltlich den Standpunkt der Verteidiger und sprach beide Angeklagte f\ci. Freispruch eines Schrankenwächter». Karl Lohnet, Blockstgnaldiener der k. k. Staatsbahnen, verficht den Posten als Wächter bei dem Schranken bei der.Uebersetzung der Hietzingcr Hauptstraße durch die Verbindungsbahn. Am 10. Mot 1918 hatte Lohnet bas Signal zur Schließung de» Schrankens erhalten und begann den Schranken herab» zulassen. Al» der Schranken schon fast bi« zur Hälfte herab, gelassen war. näherte sich ein vom Kutscher Ecker gelenkte» Fuhrwerk. Trotz der Zurufe Lahner« lenkte Ecker seine Pferde gegen den Endteil de« Schranken». Die Pferde stiehen den Schranken mit den Köpfen in die Höhe und Ecker fuhr in den Bahnkörper ein. Beim Passieren de« zweiten Balken» auf der St.Veiter-Seite. wurde Ecker jedoch von dem niedergehenden Balken getroffen und erlitt leichte Verleitungen. Wegen diese» Vorfälle» wurde gegen Lahner Anklage nach 8 482 St.-G. erhoben. Die Anklage legte Lahner zur Last, datz er erst durch Heben des Schranken« Ecker in den Bahnkörper eingelassen, und dann durch zu frühe» Senken beim Passieren de« zweiten Balken« die Verletzung Ecker» herveigesuhrt habe. Der Angeklagte verantwortete sich dahin, er habe nicht Ecker ln der Bahnkörper eingelckssen. sondern dieser habe sich den Eintritt erzwungen. Er, Lahner. habe als der Kutscher die Pferde In de» Bahnkörper trieb, fofon zu drehen aufgehort und erst wieder zu drehen begannen, al« Ecker feiner Meinung nach bereit« ungefährdet auch den zweiten Balken passiert habe. Uebrigcn» habe er, Lahner. von seinem Standpunkt au», gar keinen Ile erblick über den zweiten Balken, an dem sich Ecker verletzt habe. Da» Bezirksgericht verurteilte Lahner wegen diese» Vorfälle« zu 24. Stunden Arrest, wobei da« Urteil allerdings aussprach, datz tatsächlich Lahner von seinem Standpunkt aus einen behinderten Ueberblick über den zweiten Balken, an dem Ecker sich verletzt hat. habe. Da aber Lohnet wußte, daß Ecker in den Bahnkörper eingefahren sel. hätte er sich vor vollständiger Schlirtzung des Schranken» irgendwie überzeugen müssen, datz Ecker den zweiten Balken bereit» passiert habe. Gegen diese» Urteil brachte Lahner durch Dr. Anton Braß Berufung beim Landesgericht ein In der Berufung»-Verhandlung führte nun Dr. -Braß au», daß da» Urteil 6er Verantwortung- Lahner» nicht gerecht werde. Ecker sei trotz Warnung tn den Bahnkörper eingefahren und habe auf eigene Gefahr gehandelt. E« sei durch nicht« erwiesen, daß Lahner überhaupt weiter gedreht habe, bevor der Kutscher auch den zweiten Balken passiert habe und könne sich die Verletzung beim Passieren de« zweiten Balken« sehr gut dadurch erklären, datz die Strotze unter dem zweiten Balken im höheren Niveau liegt, nie unter dem ersten. Aber selbst, wenn angenommen werden solle, datz Lahner weiter gedreht Hab«, ohne sich erst durch Verlassen de« Posten» davon zu überzeuge», ob Ecker bereit« vollständig passiert habe, so liege auch hierin kein Verschulden. Lahner habe da» Signal zum Schlichen de« Balken« erhalten. Da» Passieren de» Zuge» stand unmittelbar bevor und Lahner hatte keine Zeit, seinen ungünstig gelegenen BeobachtungSposleu zu verlassen, um nachzusehen, ob der Kutscher, der frivolerweise trotz Warnung in den Bahnkörper einaefahren sei, bereit« passiert habe. Lahner mutzte vollständig schließen, um nicht durch Offen» lassen de« Schranken» größere» Unglück heevorzueusen und sei daher auch au» 0)runden dieser Zwangslage sreizusprechen. Da» Berufungsgericht schloß sich diesen Ausführungen de» Verteidiget» an. hob da» Urteil be» Bezirksgerichte« Hietzing aus. und sprach Lahner von der Anklage vollst ä n d i g frei. Entschädigung für Nervenkrankheit. Der Oberkondukteur Johann Aigner in Linz wurde, nachdem er vier Unfälle erlitten hatte, am 1. Avril 19i8 mit einer Pension von monatlich Kr. 97-03 in den Ruhestand verseht. Am 27. Juni 1902 hatte er al» Gepäckskondukteur beim Ausladen einer schweren Kiste eine starke Quetschung der beiderseitigen Gcotzzehcn erlitten. Am 1. Jänner 1005 war er von einem Waggontrittbrett au«geglitten; er erlitt heftige Schmerzen in der linken Hand und Schulter. Am 4. Juli 1908 war er während der Fahrt beim llebergang zwischen zwei Waggon» abgejtürzt: er erlitt eine Verwundung am Kopse und einen Nervenschock. Am 30. Jänner 1910 war ec bei dem zweimaligen Versuch, auf einen fahrenden Wagen aufzufpringen, auf den Kops gestürzt; er zog sich wieder einen Nervenschock zu. Da die berusrgenossenschastliche UniallversichcrungSanftalt ihm lediglich die HeilversahrenSrente für den ersten Unfall durch drei Monate und für den vierten Unfall durch fünf Monate zuerkannt hatte, begehrte er nach (einer Pensionierung eine entsprechende Rente, weil er an einem Nervenleiden erkrankt sei, doch lehnte die Anstalt jede Entschädigung für die Unfälle ab. Er überreichte daher durch Dr. Leopold Ä a tz eine Klage bei dem Schiedsgericht, über welche am 11. Februar d. I. die Verhandlung unter Vorsitz de» Oberlande«gericht«. rate» Dr. Cap statt fand. Bei der Verhandlung wurden vom Vorsitzenden die Aussagen der über die Unfälle be» Kläger» einvernommenen zahlreichen Tatzeugen und Aerzte verlesen, worauf die Sachverständigen Professor Tr. v. SteySkal und Dozent Dr. A l b r e ch t ihr Gutachten abgaben. Die Sachverständigen erklärten, daß die nervöse 'Erkrankung deb Klägers durch reinen der erwähnten Unfälle hrrbcigeführt worden sein konnte. Aus Befragen des Vorsitzenden gab jedoch Professor Dr. v. SteySkal zu, datz der letzt« Unfall, der mit einer sechsmonatigen KrankbeitS-dauer verbunden sei. möglicherweise ein bereit« bestandene» nervöses Leiden verschlimmert haben mochte. Ucbtr Befragen de« Klngeaiiwalte« aab der Sachverständige Dr. Alb recht an. daß dies? Verschlimmerung eine beträchtliche sein dürfte. Ter Klagoanwalt führte Hierauf au«, daß aller Wahrscheinlich» feit nach das nervöse Leiden de» Kläger» durch die Unfälle Herbeigeführt wurde, und berief sich aus die Zeugenaulsage des behandelnden Arzte» Dr. Erhardt. welcher angab. daß der Kläger ihm vor dem Jahre 1010 den Eindruck eines vollkommen gefunden Menschen machte. Nachdem der Anstalt«-vertrcter Tr. Langer die Abweisung ber Klage beantragt Jatte. zpg'sich der Gerichtshof zur Beratung zurück und ver» ündete der Vorsitzende sonach da» Urteil, mit welchem die Anstalt schuldig erkannt wurde, dem Kläger eine Nach» zablung von Kr. 1 07 44 0 für die Zelt seit 5. Oktober 1012 bis 4. Marz 1914 und von da nb eine SOprozentige Rente von monatlich Kr. 68 00 zu bezahlen. Streiflichter. Zur Tätigkeit de« ArbeiterauSschusse» der Düdbahn Einem allgemeinen Wunsch entsprechend, bringen wir nach, stehend einen Auszug au« jenen Direktionsverfügungen, welche auf Grund von Anträgen in der Arbeiter-AuSschutzsitzung (Sektionen der WerSstätten uitd Heizhäuser) vom 7. Mai 1918 getroffen wurden. (Siehe Erlässe Z. 8434/Z und 8160/4. 1. Rohreinzieher, welche^ ein Lehrzeugni» als Schmiede besitzen, werden ab 1. Jänner 1914 in die Arbeiterkategorie 8 eingereiht und erhalten den Namen .Kesselschmied» Helfer". Die zusollende Lohnerhöhung um 20 H. darf nicht al» Vorrückung angerechnet werden. 2. Gelernte Schmiede, die als Federschmiedheiser und ge» lernte Kesselschmiede und Schmiede, die al» Kesseischmiedhelfec fungieren, werden nach dem Probejahr in die Kategorie 2. und zwar die ersteren al« Schmiede, die letzteren al« Kesselschmiede eingereiht. Well gelernte Kesselschmiede nur ganz vereinzelt Vorkommen, findet sich die Maschinendirektion bestimmt, dies« Verfügung zu erweitern. 3. Jene Glaser, Anstreicher und Maurer, welche Pro. fessionisten und die» mit einem Lehrbrief nachzuweisen in der Lage sind, können vom 1. Jänner 1014 in die Kategorie 2 übersetzt werden. Die damit verbundene Lohnerhöhung von 80 H. hat nicht al» Lohnvorrückniig zu gelten. 4. Sofern die Bezahlung einer Verschubzulage an die Verschieber, in den Werkstätten nicht schon ohnehin bestanden hat. wird eine solche von 40 und 60 H. ab 1. Jänner 1814 zuy Anwendung kommen. 6. Die AuSpwbicrung von Schutzanzügen (Regenmäntel für Arbeiter, die im Freien arbeiten) wird in die Wege geleitet. <5. Ebenso wird Gelegenheit durch« us nähme tp da» Präliminare genommen, die Errichtung von Schutzdächern auf jenen Plätzen (Geleisen), wo ständig Arbeiten im Freien durchgefühn werden, vorzunehmen. 7. ES wird beabsichtigt, etwa» betreff» der Oberheizer» gehilfen 'zur Verbesserung ihrer ErwerbSverhältniss« zu unternehmen. ' j 8. Bezüglich der Instandhaltung und Beleuchtung der rrohlenlagerplätze sind bereits Maßnahmen getroffen, daß etwa oorhandenen Uebelständen abgeholfen wird. Andere Punkte der Tagesordnung der am 7. Mai 1913 stattgefundenen Arbeiterausschußfitzung haben mit den Erläffen 8- 7282/4. 5434/4, 6213/4, 5435/4 und 6147/4 ihre Erledigung gefunden. - mn, bfr,iSal*flu;Piet6et«« Seit dem Jahre iL07, wo die letzte Regulierung der Löhne und Quartiergelder ^der Kasch^-Oderberger Bahn stattgefunden (wobei die Mehrzahl der Bediensteten leer ausging), wurde für das Per- sonal gar nichts gemacht. Als im Jahre 1911 für die Staatsbediensteten durch das Parlament wesentliche Verbesserungen erreicht wurden, da haben sich die Bediensteten der Kaschau-Oderberger Bahn durch die zunehmende Teuerung gezwungen gesuhlt, auch an die Direktion heranzutreten und die Gleichstellung der Bezüge und Gebühren mit denen der Staatsbahner zu verlangen. Dies war fteilich den Herren Oberbeamten von der Betriebsleitung nicht angenehm. Mutzten sie doch befürchten, datz die Zeiten aufhören werden, wo nicht Diensttüchtigkeit und Dien,tkenntnls entschedend waxen, sondern ausschließlich die Protektion maßgebend war. Datz die Verhältnisse bei der Bahn Himmelschreiende und für die Dauer unhaltsame waren, das ging diesen Herren wenig an. Bittschriften, Gesuche und alle unternommenen Schritte hatten früher nichts genützt. Bedienstete mit sechs- mit achtjährigem Provisorium waren Seltenes, und man sieh» beute noch Bedienstete, die e i n e ^5iahr,ge Dienstzeit hrnter sich haben und ernen Gehalt von 1100 Kr. beziehen. Es braucht auch gar nicht zu wundern, wenn man sich vergegenwärtigt, datz den Bediensteten nur eme Möglichkeit gegeben ward, und zwar „auf dienstlichem Weg" ihre Gesuche zu überreichen. Auf dem langen Weg bis nach Budapest kam es aber sehr oft vor. daß so em Gesuch schon unterwegs spurlos verschwunden ist. Die Herren Oberbeamten, die mit ihren Bezügen zufrieden-gestellt und bei der Generaldirektion volles Vertrauen genossen haben, waren für das Personal unzugänglich. Nur derjenige war in Gnaden, der zum Denunziant und Verräter an seinen Kollegen wurde. Die Zeiten ändern sich, aber die Charaktere haben sich wenig geändert. Trotzdem wir jetzt in Teschen eme eigene Direktion-besitzen, so sind doch noch Beamte da. die in Personalfragen eine große Rolle' spielen und von dem früheren System nicht gern ablaffen mochten. Bei einem Eisenbahnbetrieb ist die Betriebssicherheit ein sehr wichtiges Kapitel. Je größer die Sicherheit, desto gefahrloser geht die Dienstabwicklung vor sich. Je geringer die Betriebssicherheit, um so langsamer die Dienstverrichtung und um so größer die Gefahr für die Unfälle verschiedener Art. Zur Betriebssicherheit gehören nicht, nur gute Lokomotiven und Wägen und ein kompakter Geleiseoberbau, nicht nur gesicherte und große Stationsanlagen, sondern in allererster Linie tüchtiges und gesundes Personal und gute Verständigungsmittel. lieber die letzteren werden wir in einer der nächsten Nummern schreiben, heute wollen wir uns damit begnügen, indem wir einiges über den Betrieb und Verkehr bringen. Im Winter, wo der Lastenverkehr stärker und der Fahrdienst durch die Witterung beeislutzt wird, erscheint es oft unmöglich, auf einem eingeleisigen Bahnkörper den Verkehr zu bewältigen. Es kam in der letzten Zeit so weit, daß in Oderberg bis zu 1600 Waggon Brutto standen und dadurch alles ins Stocken geraten ist. Was macht hier die Direktion? In erster Linie werden die Manipulanten sistiert und neue Zugs-partien gemacht. Als Bremser wurdeu nicht nur Magazinsondern Bahnerhaltungsarbeiter herangezogen. Wir hätten weiter nichts dagegen, wenn die zum Bremserdienst Zugeteilten mit der entsprechenden Montur ausgerüstet wären, aber leider hatten die Leute weder Pelz noch Potscheii ausge-saßt und es ist ein Skandal zuzuschauen, wie hier gegen diese armen Teufel gesündigt wird. . Hier gilt das Motto: „Du sollst schweigen und gehorchen. denn ich bin dein Herr und sollst keinen anderen Herrn neben mir haben." Und wehe einem Bediensteten, mag der, elbe provisorisch oder definitiv angestellt sein, der sich dreiem Motto nicht fügen wollte. Ist er ein definitiver Bediensteter, dann wird der schon so oft erprobte Weg der Versetzung begangen, und der Herr Klein verstand es vorzüglich, uidem er fragte: „W ow ol lenSi ed ennDi enstmach eu vielleicht in Bystriz oder Mosty?" Und. der Betreffende^ wußte schon, daß er zu schweigen habe. War er provisorisch, dann war das Spiel noch viel leichter. Wozu ist denn der § 43 der Instruktion 2 da, welcher besagt, „d a ß den provisorisch Angestellten wann immer it ii d ohne Angabe einer Ursache gekündigt werden kann"? Und ■ so wurde ein jeder, mag derselbe Beamter, Unterbeamter oder Diener fein, nach der „ungarischen Methode" behandelt und wurden auch immer Ungarn bevorzugt, weil sie eben ein demütigeres Menschenmaterial sind, lieber die Bevorzugung der Ungarn werden wir später einmal schreiben. Doch ein Beispiel der praktischen Arbeit wollen wir heute unseren Lesern gönnen. In der Station Teschen war ein provisorischer Rangienneifteranwärter. Dieser Mensch, welcher uns von zuverlässigen Personen als ein tüchtiger, braver und nüchterner Arbeiter geschildert wird, war bei dem Verschubleiter seiner Partie nicht gut «angeschrieben, und .zwar deshalb nicht, weil er keinen Schnaps zahlen wollte, wie cs die anderen tun. Und so geschah es, daß in dem Nachtdienst, als der betreffende Angestellte sich seinen Kaffee wärmen ging, ihm der Verschubleiter bei dem diensthabenden Beamten verschwärzte. was zur Folge hatte, daß er am anderen Morgen zum Rapport befohlen, woselbst ein. längeres Protokoll mit ihm ausgenommen und er üner. Tag später gekündigt wurde. Wir wollen über die Kündigung selbst leine weiteren Worte verlieren, denn ein jeder ülnvjejteute kennt ja diese BorgangZiveise zur Genüge, doch auf eines müssen wir Hinweisen: Der betreffende Raimiermeisteranwärrer Hut durch eine Quetschung zwischen den Wagenpuffern ouc zirka einem Jahr einen Unfall erlitten, und als er noch nicht vollkommen geheilt gewesen, wurde er des öfteren verständigt, er möge nur iit den Den st kommen, man wird ihm einen le,chte. reu Dienst zuweifcn und anderes mehr. Selbstverständlich sind das nur leere Versprechungen geblieben. AIS jedoch infolge des anstrengenden Dienstes die Schmerzen immer größer wurden und der Mann am 23. Jänner d. I. einen Krankenschein verlangte, da wollte ihm der Herr Sekretär keinen ausstellen. Als ihm endlich doch ein solcher ausgestellt wurde, ließ der Herr Klein folgenden Vermerk auf den Schein machen: „W. ist am 15. Jänner gekündigt morden und tritt ab 1. Februar I. $ außer Stand und Gebühren." Um aber ganz sicher zu gehen, wurde der Bahnarzt Herr Dr. Reichert von Herrn Klein telephonisch angerufen. Da aber der Herr Doktor gerade eine Frau mit .einem Kind (welches ziemlich laut weinte) untersuchte und das Telephon mehreremal geläutet, ging der betreffende Eisenbahner ans Telephon, um zu sagen, datz der Herr Dr. Reichert augenblicklich verhindert jei, und siehe da: auf der anderen Seite ruft der Herr Klein folgendes: „Wenn zu Ihnen ein gewisser Wantulok kommt, dann melden Sie ihn gesund, denn derselbe ist ein Simulant." Der Herr1-Doktor ging, als das Telephon nochmals läutete, zum Apparat und chat mit Klein gesprochen, welchem er mitteilte, datz der Betreffende noch nicht dagewssfen ist und dah er sich danach richten wird. - . Der Herr Bahnarzt hat auch in diesem Sinne gehandelt. und als der.W. zur Untersuchung kam, erklärte ihm der Herr Reichert, „datz er1 vollkommen arbeitsfähig fei". W. ,st nun bei zwei Privatärzten gewesen, unter anderem bei Herrn Primm-ms D>r. H. Hi n.l erst ois-f er,^welcher ' in seinem Gutachten schreibt: -W. erlitt eine Quetschung de» linken Ellenbogens zwischen Elseichahnwagenpuffer. Befund: Linker Ellenbogen druckempfindlich, aktive Beweglichkeit etwas eingeschränkt: Vorderarm Muskulatur links schwächer. Umfang 2 Zentimeter geringer als rechts. Der Mann ist mir zu leichter Dienst, leistun^geemnet. . - ' . Br. Hinterstoisser.' Mit diesem Pokumeni wollen wir -nur der Oessenilich-ke,t zeigen, wie es m Kassen, welche von solchen Aucharbeitervertretern wie die Herren St eff al, Woin.ar.Lam ich, Herntann, GHudo6a und Genossen verwaltet werden, ausschaut. ... Auch die Herren Beamten scheinen das Krankenkassen, gesetz gar nicht zu kennen, sonst müßten sie wissen, datz den Mitgliedern der Kasse das Recht zusteht, auch nach sechs Wochen, insolange sie ferne andere Beschäftigung haben, ihre Ansprüche an d,e Kasse geltend zu machen. Des weiteren wollen wir den Herren verraten, dah m Falle W. die Kaffe keinen roten Heller zu zahlen hatte, da eS sich um eine Folgekrankheit des vor einem Jahre erlittenen Unfalls handelte. Sehr interessant ist die Vorgangsweise des Herrn Bahn, arztes. Es sind uns schon des' öfteren Klagen vorgebracht worden, datz sich der Bahnarzt von Herrn Klein beeinflussen latzt; daß es schon so Weit'gekommen ist, hätten wir doch nicht geglaubt. Hier kann nur eins helfen, und zwar, daß • in die Kasse wirkliche Arbeitervertreter kommen. .Jetzt begreifen wir. warum dre Herren alle Hebel in! Bewegung gefetzt haben, um bei der Wahl „ihre Leute" hineinzubekömmen. Eisenbahner! Wie lange noch werdet ihr euch das bieten lassen?- Eine Jubiläumsfeier. Aus Anlaß des. 50. Geburtstages des Genossen Rudolf M Ll I e r veranstalteten die Landstraß-r Organisationen Mittwoch abends eine Feier, zu der die Vertrauensmänner dss Bezirkes, die'Leitung der Eisenbahner. Organisation und die Körperschaften der Partei geladen waren. Nachdem Genosse Kohl die Festteilnehmer begrüßt hatte, hielt Abgeordneter Winarsky an den Jubilar eine Ansprache, in der er hervorhob. daß Rudolf Müller seit sinem Vierteljahr-hundert im Bezirk fast unausgesetzt tätig gewesen, und daß er einer der Gründer der Eisenbahnerbewegung ist, waS auch seine Maßregelung zur Folge hatte: NamenS des Parteivor-ständes und des Klubs der sozialdemokratischen Abgeordneten sprach Pernerstorfer, namens des Zentralvorstandes der Eisenbahner Schwab, namens der Beamten der Eisenbahnerorganisation Duschek und namens der Afpangbahner. auS deren Kreis Rudolf Müller hervo^gegangen ist und für die, er zuerst gewirkt hat, Bursa. Nach Ueberreichung der Erinnerungsgaben dankte Abgeordneter Müller und forderte die Vertrauensmänner zu immer neuem Kampf für die Partei auf. Den Abend füllten noch Vorträge des Arbeiter-Sängerbundes Landstraße unter Leitung.des Chormeisters Seyfried, ein Konzert der Kapelle S ch o o f sowie ernste und heitere Vorträge der Herren Balduin und K a pe l l er auS. Daß Festgedicht hatte Gustav S l e k o w verfaßt. Sammlungen für k. k. StaeiMahnbebienstete! Für die Gießer der Werkstätte Simmering der k. k. St. E. G. mußte eine Sammlung eingekeitet werden! Beschämender kann die Not einer Kategorie der Werkstättenarbeiter-der-k. k. Staatsbahnen wirklich nicht mehr gezeigt werden! Die Gießer in der Werkstätte Simmering hatten früher halbwegS annehmbare Akkordverdienste Seit der Uebernahme itj den Staatsbetrieb aber stehen sie in einem immerwährenden Kampf gegen Akkordpreisreduzierungen und bei der letzten Schlußrechnung haben sie so niedrige Beträge — die Summen schwanken zwischen -kaum 1 Kr. und höchstens 8 bis 10 Kr. — erhalten, daß sie in der Tat dem Hunger entgegen sahen. So wurde denn in einer Sitzung der Vertrauensmänner der Beschluß gefaßt, für die Gießer unter allen Werkstättenarbeitern Simmerings zu sammeln! Wenn auch diese Sammlung nur unter den Kollegen erfolgt, so verdient sie doch, öffentlich besprochen zu werden. Ist es doch ein öffentlicher Skackdal, daß für Staatsarbeiter die Mildtätigkeit ihrer Kollegen-angerufen, werden, muß!-Und die. Teilnahme der Öffentlichkeit ist um so notwendiger, da die Staats-bahndcrwaltung die Oeffeirtlichkeit irreführt, indem sie eine Gegenüberstellung des Taglahnes und deS Verdienstes in den verschiedenen Werkstätten veröffentlicht, in der dkr Qeffentlich-keit dargetan werden soll, daß der Arbeiter der Mkordwerk-stättcn gleich um einige Kronen täglich mehr verdiene als in den übrigen Werkstätten! Nach der Verstaatlichung haben die Arbeiter überhaupt ihre Kräfte mehr anspannen müssen als früher. Aber wenn dw Arbeiter nach den Abrochnungen immer wieder nur mit 10 bis 15 Kx. nach Hause gehen müssen, dann ist es mit ihrer Spannkraft bald vorbei! Körperliche Schwächung, rohe Behandlung, Akkordpreisreduzierungen. Aufburdung großer, nicht bezahlter Regiearbeiten führen zu immer niedrigeren . Verdiensten. Und dann kommt die Wtrkstättenleitung und behauptet, die-Arbeiterschaft übe passtpe Resistenz! Und während die Arbeiterschaft nach und nach kraftlos erliegt, er-höhen sich die Tantiemen der hohen Herren und wird auf ander,..» Seiten sinnlos das Geld vergeudet! .Der Nvtschyei aus der Simmeringer Werkstätte muh der Oeffentlichkeit.zeigen, wie wie f. t Staatsbahnverwaltung wirtschaftet! Mahrtfch-Oftrau, Montanbah». Die Zugsbegleiter der Montanbahn wurden am 6. Februar d. I. mit einem Dienst, uuftrag überrascht, mittels welchem angeardnet wird, datz in jeder Zugspartie.zwei Wann mit „Kratzeisen" auSzurüsten siiro, welche die alten, von den Vorstationen nicht entfernten Stations-, Uebergangs-, Datum- und Richthezirksbezettelungen Öu entfernen haben. Mit diesem Dienstauftrag hat Herr v. Holly bewiesen, daß er den vielseitigen DiensteineeZugs-begletters auf der Montanbahn nicht genau kennt. Tuch dürfte der Herr 0ti diesbezüglichen Instruktionen und' Erlässe, welche die Entfernung der alten Bezetttlung in jenen Stationen, wo die Güterwagen entladen werde«, unorbiteti, vergessen zu haben. Da wir vermuten* daß die k. k. Nordbahndirektion von dem neueste« Dienst», auftrag des BahnveiriebSamteS Mährifch-Ostrau nuch lein* Kenntnis erhalten hat, sp verweisen wir auf dieses etufwut und ersuchen gleichzeitig, dick. k..Nordbahndireklwu rnuyt ut -i- Im Nachhang zu dem Erlaß der, k. 1 Nordbahndirektion vom 4. November 1913, D. Z, 78,341 ex 1913, EÄstßii Nr. 722, werden die Dienststellen beauftragt. Gesuche von Un» terbeamten und Dienern, mit welchen die Abänderung oder die Richtigstellung der Einreihung überhaupt angestrebt wird, nicht mehr vorzulegen, sondern a limine abzuweisen. Hiesür war die Erwägung maßgebend, daß den Be ten-steten die Modalitäten ihrer. Einreihung seinerzeit nachweislich bekanntgegeben wurden und jeder einzelne mittelst Reverses ad D. Z. 16.961—V ex 1908 die ihm für seine Einreihung in den Personalstatus der k. k. österreichischen Staatsbahnen angebotenen Bedingungen angenommen und seiner Einreihung zugestimmt hat und datz überdies die Einreihung der Unterbeamten und Diener im Amtsblatt XLIV. Stück ex 1908 verlautbart wurde, den.Bediensteten somit ein Zeitraum von nahezu sechs Jahren zur Verfügung stand, innerhalb dessen reichlich Gelegenheit geboten war, einschlägige Reklamationen vorzubringen. Es werden daher Gesuche, welche die Abänderung, beziehungsweise Richtigstellung der Einreihung zum Gegenstand haben, von nun ab nicht mehr in Behandlung , genommen. Der k. k. Direktor: , ,Ba-nhaps. ' ' Korrespondenzen. Briren. (SüdtrroL) Am 23.Jünnerl.I. verunglückt» in der - hiesigen Station ein Oberbauarbeiter, indem er beim Verlüden einer Herzschiene sich eiste Hand einklemmte und dadurch eine ziemlich erhebliche Verletzung erlitt. Der Arbeiter wurde zum diensthabenden Beamten geführt. Doch dieser konnte dem Verletzte« einen Notverband deshalb nicht anlegen, weil kein Berban-dkasten vorhanden war und weil der dort befindliche Rettungskoffer laut strengem Auftrag des Herrn StalionSpokstande« nicht geöffnet werden darf. In der güttzen Station Brixen .sowie bei der BahnerhältungsWton ist kein Verbandmaterial vorhanden, und der wahrscheinlich zur Dekoration dort befindliche Rettungskoffer darf nicht geöffnet wtrden. Laut Angabe des Herrn Beamten soll das Verbandmaterial ün RettungSkoffer nur sür verletzte Passagiere bestimmt sein. Also für die Arbeiter ist in keiner Weise vor-gesorgt. Der bedauernswerte Arbeiter, der um l/,5 Uhr nachmittags die Verletzung erlitt, konnte erst um 7 Uhr abends nach FranzenS-feste fahren,1 wo er beim dortigen Bahnarzt Herrn Dr. Kaöer verbunden wurde und der schlechten Zuasverbindung -»egen erst um-12 Uhr nachts nach Hause kam. Die Arbeiter der Station Brizen wünschen ganz ernstlich, daß für solche Fälle besser vorgesorgt wird, denn das bißchen Verbandstoff wird wohl nicht so viel tosten. Uebrigens gibt dies ohnehin nicht die Verwaltung, sondern uic Krankenkasse her, und sehen die Arbeiter nicht ein, daß sie, der Schlamperei der Herren Vorstände wegen, sich der Gefuhc eines Verblutens oder einer Blutvergiftung bei einer eventuellen Verletzung auSsetzen müssen. tUuttinb (.B o hn ä rz tli ch eS). Wie weit die ProtektionS« Wirtschaft-aui o'en Staatsbahnen geht, sollen nachsplgende Zeilen beweisen. Als es einigen maßgebenden Perwnen im Jahre 1912 gelang, den .nenschensreundlichen und humanen Bahnarzt Herrn Dr. Keejci von Gmünd, den Bahndienst zu verekeln, um einen Dr. Körner, ein ProtektionSkind und Verwandter des derzeitigen Chefarzte« Herrn F-öditsch, Platz zu machen, ging ein Stnrm der Entrüstung durch die Reihen der Bediensteten. JnSbesonderS jener, die das Unglück haben, in seinem ihm zu« gewiesenen Rayon zu wohnen. Nachdem dieselben in Erfahrung gebracht haben, da». Herr Körner f> e i dire iÄrankenk affe« seine wundervolle Tätigkeit ausübt und sie sich ihm gegenüber quasi als VevsuchSküninchen'opfern sollten. Erlrankt ein Mitglied der Sasse , oder-dessen Angehörigen,' und dieser immer selbst ver« schnupfte Herr Körner kommt dann zu dem Patienten, um dann ' _fäy ß ... . ^- ,,..Wien..Freitag. nach enolgter Nittersuchung mit wichtiger Miene zy..tpttfldftere»: d« m P ai ienten sc hl e nichts, e 8 fei n u r ein e twa S sta r ke r Sch n u p s e-n. e r so l l e ti u r gl e i ch ivteder Dienst machen. Wirb tbm bann erf.äit:1 'Bei diesem Ausland sei dies nicht möglich',.so wirst sich dcr'Ncrr^m die Brust und sagt: „Sie haben halt Influenza, ba§: ist überhaupt keine Krankheit unb »i'n vier Ta gen i st alles vor über: so II t e sich ibt Znfl an b aber n icht bessern, so müssen s.te ins Spital." Solche Diagnosen stellt dieser Herr auch bei anderen Erkrankungen. Unter' der vier^igjähricen Dienstzeit des vers orbeNeü'DerW. Dr. Straß er wurden nicht soviel Patienten 1n8'Spital gk-. fgndt, als unter der kurzen Praxis des Herrn KV r net. Traurig von den Patienten ist es, daß sie nicht den Mut finden, dieien .Doktor Eüenbart" ganz unverhohlen die Ausspriiche der Spitalsärzte über ihn ins Gesicht zu wiederholen. Ba'narzt Dr. ftßtner betrachtet leben kranken Eisenbahner al° Simulanten, und droht jedem einzelnen, wenn er von den Patienten ot) seine , Pflicht gemahnt wird, mit Protokollen und Anzeigen. Wir wollen vorderhand die zahlreichen eingelaüsenen Beschwerden nicht veröffentlichen. Sollte der Herr Dr. K S r n e r mit den SBcMctifiefcn . vielleicht aus Ersparungsrücksichten im Aufträge der - Staats-behndireltion so personalseinblich Handeln, so gehe» w«c-ihnen den wohlgemeinten Rat b.ildigst seine Stelle niebermlegen. Das eine aber können wir seinen vorge'etzke» Dienstslepen schon heute i tu!>ig sagen: sollten sich bfe Verliültnisse bei uns in (Smtinti nicht bessern und ba6 dieser Herr Körner noch längere Zeit aus das hieitige Per onel losgelassen wird, so kann es sehr leicht Vorkommen, bah das sonst so geduldige Gmündner Personal seine so vst gepriesene i'amuKgetailö endlich einmal verlieren könnte. Penzing. (B a h n b e t r i e b s a m t.> AuS der Station Penzing ist in'der letzten Zeit eine Strasansta t geivorden. Genannte Station ist mit einem Herrn Staatsbahnrat als Vorstand und mit einem Herrn Voistandstellvertreter besetzt. Letzterer, Namens Cerny, bat wohl den Platz in unserem Raijblati schon ü las eingenommen, trotzbem müssen wir uns cmch bicsmy! mit dem genannten Herrn etwas befassen. Bevor Herr (Sernt) nach Penzing als Smiches kam, besorgte bcr frühere Souchef auch btc Massenarbeiten. Diese Arbeiten konnte aber ber neue Souchef nicht mehr bestreiten, und mußte gleich ein Beamter mehr eingestellt werden. Das hat seine Gründe: Denn müßte Herr C e r n y bie Kassenarbeiten besorgen, bann könnte er (einem erfeeulichen Berus nicht nachkoiNmen. Denn Herr G c tn'if nfiisj seine Heit auänjigcn mit Revision, Rapport abhalten unb Straf» zeUe.schreiben. Tie Station Penzing beschäftigt gegen 200 Bedienstete, und ba ist ber Herr Touches mit ben Stralzettelschreiben voll in Anspruch genommen. Die Stalionsleitung Penzing nimmt ihrem jieifmiat allmonatlich 60 bis 70 fttönen an Strafgeld ab. Dazu kommen noch die schriltlirlen Rüg^n, solche gibt ca in Hülle junb Fülle. Zum StraszettelanStragen wirb täglich ein Bebiensteter bestimmt, welcher die Strafzettel zur Unterschrift stellen muß Wenn sich ein Bestrafter weigert, bie Unterschrift zu geben, so wirb et vorgeladen unb ilmi unter zivei Zeuge» bie totrafe vorgelefen. nnb bas gilt'für die Unterschrift. Er braucht nicht mehr unlct schreiben. Wir wollen einige. Taten anführen, wie bas Personal in die Strafe kommt: Vergangenen Sommer hat es bekanntlich viel geregnet, wo bas beim Verschub beschäftigte Perfinal mit durchnäßten Kleidern Dienst machen mußte, bis das ablösende Personal gekommen ist. Die durchnäßten Bedienstkten gingen zehn Minuten früher nach Hau e, da sie abgelöst waren; dafür wurden sie bestraft. Wird ein Bediensteter beim Verichub mit ber Tabakspfeife angetroffen, so wirb er bestraft. Es würbe zu weit führen, wenn wir alle Kleinlichkeiten anführen woUten. Herr S e r nt) .diktiert, inib der Herr Staatsbahn rät unterschreibt. Ain Nangierbahnh«, nuipttilt cs an Platz. Das Personal hat dqrunler viel.zu leiden. Wenn man in Be-uöcht; Jöelst, baß "tätlich 9L regelmäßiüö und k^bis 8 itoßerge» vtVWHcho Güterzüge ein- unb aüsfahrcn, wekche rangiert üri^' umgestellt werben müsse«; so ist e» nur ein Wunder und dein tmin.eiten Pen'onal »umschreiben, dan der Verkehr so sch eunia als möglich abgewickelt wird. Aber daS gefällt Herrn 6er tri) nicht, und er sucht bei feiner Revision immer etiun5, uut.bie Bedtenueten strafen zu können. ■ : Wenn nur ein Wagen nicht aus dem richtigen Platz sicU so ist dos betreffende Organ schon mic-ctin bet Strae, sUmtinl man in einen Tienftraum hinein, so steht nie« Me Wände' voll' von dienstlichen Au trägen unb Äuorvnuiigeu, welche von Herrn C e r n y herausgegeben wurden. Das Personal wirb unnötig, schikaniert und totrb dadurch mißmutig und verz'ägt. ES. ist uns auch bekannt, baß Herr Cerny als'Porstaub d$r:' Station Brigittabrücke bie bottigcit 8.biensteten in TiSnplina», straen getrieben hot, ja sogar so weit, bog* ein BßLttit’flettr lieber ben Tob butch Erhängen vorgezogen hat uii, von U Qual, welche er durch ferm EernY erdulden mut'e zu werben, $ie Herren Borgefy.iten mögen.doch ein we..,g uach-denken. ob es zu ihrem Ansehen beiträgt, wenn bas gesamte; Personal fortwährend mit Strafen belegt ai:b u;tb so len nicht' noch sagen, „mit diesem Gesindel wcroeii io i r schon fertig werden*. Mit ber Hungeneitsche, bie allnfehr ge-schit'ungen witb, straft man nicht allein bie Brbiensleien, sondert^ auch die Frauen und itmbet. Wenn schon Herr Cerny kein Herz hat für Frauen und itinter, so sollte doch t er Herr ©l-.a.s* bahnrat aus Erfahrung wisien, wie notwendig bie Kronen in becjFmutl e finb. Es ist nicht anzunehmen, baß das Personal in seinem Dienst so nacl lässig sei. ba «urti früher Vorgesetzte in der Station waren, unb bei ihrem Abschieb von ber Station bettr" Persenat für bie treue Dienstleistung, ben Dank ausgesprochen haben. Da» Per onal versieht auch gegenwärtig seinen Dienst vnd rotrb nur unnötig in Stra'en versetzt. Dreißigjährige Diener haben noch nie eine lolche Be.andlung erfaljren ni-5 gegenwärtig.' ES ivstre auch angezeigt, wenn bei entern llnfntl bie notr.:n= bigen tzilfsiniueln früher am Platz wären, nicht-Wie e*4 an.lJ IQj Februar 1U14 de: Fall w a r, bei betn verunglückten Zügr» begieiter in ber Ltatlon P> nzmg. In erster titnie iii der ßeiittv einer Etaiion ueriflichtet in Ausübung seines Dienstes mit gutem^ Beispiel vyranzugel en. An ber Station Penzing hat bisher das P«,onei immer seinen Mun« gestellt. : i Meran Die f. k totnatebahnbirektion In IknSLnick hat über Auftrag des k. k. (Sifetibttlinminifteiiumä anncorötiet, daß' für die ttohlenaibeiter in SJlrion ein neuer Verrechnung!!ytobus zur Eftisührmig gelangt, wodurch die Kohlenarbeiter beiiechteiligf, werden. Der LokomotlvsÜhreranWörter Adalbert Oppe N he ime^; in Meran will nun diese. Angelegenheit zu AgiiailoUSzweckön für ben Reichsbunb ouenützen, tnbem er die absichtliche Stige verbreitet, baß ÄrbeiterauSschutzmitglied Johann. Ra chv > ni g im ArbetterquSschutz einen biesbezüalich bie «atifenartcit r schädigenden Antrag eingebracht hätte. DaS ArbeiterauSschu»mitgUeb Johann Rachvinig ettlärt daher den Oppenyelmer so langt als gemeinen Lügner und Ehrabschneider, iniolenge derselbe nicht den ikeweis hiesür zt/ erbringen vermag ober diese.An, fchulbigung du>ch eine öffentliche Erklärung zuriücknimmk. . Auch bezüglich Entziehung der Lpdenxöcke für die Heizer wurde von einem ReichSbündler dieselbe Perbächtigüng -net» breitet, dessen Rainen wir heute aus Rücksicht seiner persönlichen Entschuldigung noch verschweigen, ihn ober oufnitrlspm machen, tn'Zuluhft mit solchen äcußeiuitr.cn vorstchtigtr zu.sein, ., Bozen. (Raser ntn mißsl,S n be.) Mit. bemMetenber, Räume beim StittnerbaHniiof; für Sasernenzwecke. hahrn die Fttnitionäre der Lüdbahnverwastung einen Mißgriff gemachte Es ist uns bis heute unverständlich, jvomm man den Personell. Mern die Kelern.en in u geeignete Privavokelx verlebt Hot und nicht sür die Bahnerhaltungssektion Boten .gleich «eignete rtanzleien In Privailokelen gemietet hat; kaum würben: ie ZufiSbegleiter von der Bahnerhaltuna aus den Personal-häusern verdrängt, erwiesen ücd diele Räume jftr die Sektion ..zu Nein. ?«ht.muß dj« Vabncrk'aliungSkektton Bozen auf zwei Zeilen amtieren unb bnju im Höffingottheus einen sehr hohen Mietzins bezahlen. . • ' ' ...' .. Allerdings kann man bei keinem Funktionär der Beu-bireklion ertvärten, daß bei beit teuren Grun'wrc fen in Bozen >einer^d,!e/er .technisch, gebildeten Herren“- ben (Sinsen bekommt, Mr Kanzlei- ober Ka'erneiizwecke in die Höhe zu bauen. Wenn Menbein Zu- An- ober Ausbau von unserer löblichen Bau-hirektion ousgeführt wird, wird d e rB e u 3 M e t e r 80 Ze n t i- tiet er Hoch ausgeführt (böfjct reicht ber 33ctr,anb nb bie, „technische Gelehrtheit" brefer Herren nicht). Lieber .^cl ntnufeubc Kronen für Miete an Private bejahten, als zwei .ober 3 Stock hoch zu bauen. Die Uebkistünde in den Bozener ‘Kasernen sind sorgende: Die Personenzi-gWeme für gug, 29/"22 ist ein finr(erer Ramn, nicht zu ventilieren, baher ganz ungeeignet unb gef unb« lvitssch'iblich : bas'elbe trifft für bie Räume in welchen die PtiW'en bet Züge 83/RS.’ ttnb 96 unterg bracht werben zu. Die Lesen reichen im Winter nicht ans um biefe kalten Räume V?st tnrfärmen, insbesondere desbalb, weil nur einfache Seniler vor antzen.sinb. Die flim8l’cgleiterk(irernert beim Rittnerbahnhos iii Bozen würben sich nah ihrer Lage. unb, Beschaffenheit vor» zUolich als slellet- unb Aufbewahrungsräume für bes LebcnS-'Mittrfmairoiin eignen. Snyt ist in bem finrtercn Erdgeschoß niemals Ruhe: Der Schlaf wird gestört burii Straßenlärm ttnb Wich ben Motdrwagen, 'welcher vor betn Fettster umwechselt ttnb vieles andere. " '.Die'ZugSbegtziter werben. durch solch unleidliche Kasernen-oxrhältniffe direkt betn Alkoholgenuß zngesiihrt. Die notwendige '„Bettschwere* wirb oft erst bittch Tr'nken erreicht bamit matt wetiigffenS' finiöe SlUnbctt Sijthe: findet. Was bas für bie Hien ernitsübuNg in ber Ber-strecke bedeutet, braucht wohl nicht öe'onberS betont, zu tuerbett, WaS die Soinmerkaserne im Heizhaus für die Rüge RI/81 Betrifft,-fo ist diese c6«uia(16 nicht entsprechend. Vor ben Fenst-'rn wickeft sich ber. ganze Verschub ab, gemischt mit schrillen Pfiffen von Signalpseiserln.. Schreien unb dem großen Lärm,- welcher durch das Ausiegen von Verschubkeilen verursacht w rd. Bei Tag kommt noch her Lärin. der verschiedenen Maschinen von der Heiz-tiau^rorrPtitltc: dazu. ‘Das Innsbrucker ZugbegleltungSpersonale mvaitet. baß die Periehrsbirefiion durch einen Arzt unb einen ge ellsetiaftlichen Beamten, der von dem Wort „Hygiene" eine Ahnung, fiat, diese Räume untersuchen lassen wird, ob dieselben für ermüdete Bedienstete, zum Ausruhen geeignet finb. :.:‘s Wir glauben, baß sich bei einigem gute» Willen leicht ein Starfmichfiit auffuhrpn ließe, wodurch die Gesellschaft einen Profit , und das Zugbeg.eitungspersonal bessere UnterlunstZ-räume'lM?. , , , . . InnSbrvlk. (SfibtaTitt.5 Im Jänner l. I. wurde vom £?rgan. der..WcvL^ und Schließgesell'chast in Innsbruck eine An« zeioe an chic Brrfe.hrSblre'limt ber ©übbelm erstattet, daß Per* sonen über Waggons gestiegen sein solleiL Der Ver-(cfiribtx'cftlbn brr Sübfohn beliebte es, ohne sebwebe Einoer« näfiirfc bber Fcftftelhmi des TatbelanbeS über bie ganze V^rfchubpattie inklusive dem Pnriteffihrer unb Platzmeister eine Strafe .von je' einer $ttoire zu verhängen. Wir finb dieser Sache nachgegangon und bringen den wahren Sachveihalt bet Oeffent-lichkfit »ur Kenntnis, bamit sich biefe ein Urteil über den GerechtigkeiMnn der PeikehrSbirettion bcr Züdbahn btlbcn kamt, Im Jänner l. I. fuhr vom Innsbntifet Hauptbahn^of btt Staatsbahnzug 77 P nach Wilten-Westbahnhos. Zug 77 F blieb bei bet 3lttS ichrt '(itgen (bie 'Lokotnottae konnte ben Zug nicht roeiterdringen) unb verstellte die tleberfegung bei der SflbriZ öoMt unb dem Heiz aus. 8ufl 77 F wartete auf eine : HrWokomot pe^ welche vsttn Innsbrucker Hguptbahnhos rüikwättS aijfuhr und, Hayn den Zug nach Wilteir weitet-esördern hals. 7 He sich.M dex. Merst-tzung, welche, stark, frequentiert ist, Leute iamajiiiWelteh- vnd chte (teberfetzuurt nicht passieren konnten, t sotten einige Pirfonen, so'chtge ber Zug 77 F stanb unb auf bie ' .‘dilfilökotnotiuc wartete, über einen Bremswegen I. K. Stb. ™ . gcstiigen sein. Anstatt daß der Schlüffelwöchter die Leute, bie über- die Bremse,-fiestieflen sein sollen, selbst abgehalten aätte, : machte dieser, obmyhl er fehen mußte, daß sich kein einziger ! PxWissber.bei .dem,Zu« 7^.,F. .sondern bei ihrer Arbeit befände«, ! die Anzeige, daß Persomn über den besagten Wogpon kletterten. ! Dsüi war der Zug 77 $: vom' Stoat bahnpersonal Üdrrnommen 'und beaiissichtigt und ging dcis SObbnhnierfimal überhaupt j nichts Met-r ättL; außerd...i fianb ber Zug 77 F auf betn Staats; | tmhngekrfi. Ans dieser malnhcitSgetreuen Darstellung lu.rb ielerina.m- erkennen, baß bie Anzeige von «eite bc» .Schlüssel-wächtcrS" eine unwahre. und die Bestraf.i.tg deSbalb ungerecht w«t. iuc erwarten bnher vom Herrn.äSeneljrSbireftor Neßler. welcher uns eis ein streng gerechter PprA etzter bekannt ist, dev 4 fetten Beamten, tJelt. er bic üJlutitiüenSiirafe über ganz ■ un'chuldige Bediettstcr.- ohne jebe Stnrern-tl me verl ängt hat zuir" ZetaittiWrhnfg' zietit un'b bic B^sliafung der Verschieb»», P..^iesührers mvb t.J Pla^meis-crO aush-bt F-vicbliin) ia©3t|mej. pDie Waylprakttten der äü'ikehts'bü'nb'ict auf bcr Frleuläuber Bezirks-b°e h n) Mil großem Tem-Tam fchrviicn Heuer die Verkehrs uttiivler bei nn« zu ben Delcglertcniuatilen in bie Benift-gen-ifeafp östliche- llnfollverficheVungSunnnlt. Zur Adioechsli..ig haben sich.. die Herren zu bic'ett Wah'^n außer bem Herrn Blaitk noch einen neuen Sfanbibaten jurechlgelegt, um ben fchop einmal erlebten Durchfall zu zwei.n zu riskieren. Dieser itanbibat 'ist der Herr P a u kn er, fein.-e Zeichens ESckelwart dcS beut'chni' Turnvereins in ftunittrSdori bei Freblonb unb .StätionSöorstand" des gleichnamigen CrteS. Letzterer Titel lebt natürlich nur in feiner Einbildung. In Wirkl chkeit ist er Bahn-ouffeher unb gebietet über eine vier Wann starke Partie. Außeroem hat,er,bie Ausfoigung von monatlich vier Kisten Margarine an beu.bortigen Bäckerrzu besorgen,-während die Fahrkartenausgabe feine'-Ftau besorgt, iveit er selbst mit der Theorie von Adam Riese auf Kriegsfuß steht. Dem deutschen Turnverein ist zu seinem Säielmart zu gratulieren, nur hätten wir ihm wegen feiner, ungeheuren Länge und großen .GeisteSgaben" eine bessere Stelle im Turnverein- gewünscht, nämlich bie Ehre eines Bonner» trägere, watz ja auch noch nachzuholen geht, da der Verein cor* läufig noch keine Fahne hat. Herr Pan k n e r. ber. seitdein er sta) uuf «ehr ungewvh,^ ttchem Wetze die zweite Rofette erobert Hot und noch u»> ein beträchtliches seit dieser Zeit gewachsen ist. setzte es durch, baß ihn der DerkehrSbunt» als Kandidaten auffielltt, well et sonst — tvic im Vorjehr — auf eigenes Risiko kandidiert hätte. DieS ging um so leichter, da dieser Verein nur aus einem Ausschuß ohne Mitglieder besteht. Herr P a u k n e r könnte von uns aus tun, was er will: nur vor dem einen möchten wir ihn warnen.und das ist, die Stimmzettel seiner Leute In Ruhe zu lassen, letztere werden-sich"ihre Kanbibaten schon selbst daraus schreiben, en'onflen wir diesem Herrn ganz gehörig auf bic Finger klopfen müßten. ; 1 i/a eie Vebiensteten ganz andere Anforderungen an ihre Delegierten stellen, alS nur ftr mm .Habt acht l" stehen trnb bumtne RedenSanen führen, ist es selbstverständlich, baß sich die Bebienstetcn von einem Paurner ihr Recht, selbst zu wählen, nicht, verlürzen losten, .Wenn.eS ihm trotzdem gelang, zwei Arbeitern bie flonbibeten aus ben Stimmzettel zu schreiben, so zeigt bieä, mit welchen. Mitteln diese Sorte Leute arbeitet, um nur einige Stimmen zu ergatum. Auch bic anberen btoersen Herren möchten wir eindringlichst warnen, Stimmzettel schSn in Ruhe zu lassen unb nicht ben Wählern den Auftrag geben, biese'.ben schon am gleichen Tage rorebet abzuführen, sonst würben auch sie um eine Erfahrung reicher werben, bereit sie übrigens dringend btbürfen, denn mit ihren Kenntnissen können sie höchstens bei den Friebländer Be-zirkSbahnen ihr Fortlommen sietten. 20. Februar 1914__________________________________Seite 9 , , Jyalfenrttt !-8ahn). Zu den geplagtesten Menschen aus der ganzen Buschtie-Irabcr-Eisenbahn gehören unstreitig die Lokomotivheizer in Ralfenatt. Twtzoem sie ausnahmslos mit voller Belastung Bergfahrten bis IO0',» Steigungen haben, wird zur Feueruna Braun-kohlenstaub aus dem .Bohemia-Tagbau" zum größten Teil verwendet. Wie sich da die Hei er schinden müssen, ist kaum glaublich. Bei verkehrten Fahrten können Fübrer und Hetzer kein Auge auhmchen wegen dem ungeheueren Aschenflug. Nun sind fast in allen Attspntzslationeii Putzer vorhanden, nur in Klingen-thal werden die Heizer gezwungen, alleä selbst zu machen. Nach der Ankunft bortfrlbft müssen fie Kohlen vorräumen, Rauchkammer und Aschekasten, kurz die gesamte Maschine ausputzen, so daß. ihnen gor keine Zeit zum Effen bleibt, weil sie während der ganzen Ausenthaltszeit verschieben müssen. Am meisten betrifft dies die Heizer der Perwnenzüge. Diese müssen die Steuerung ttnb Kuppel der Maschine putzen. Wie weit die Heizer durch diese ilibeitcn ihre foftifche Dienstleistung nach der Fabrorbtutttg übersteigen, beS weiß man oben gor nicht, sonst könnte man das Unmö'liche van diesen Leuten aar nicht verlangen. Allerdings, wenn die Tour 953/908, 901 '91d auf einen Sonntag fällt, denn bekommen die PostzugShener eine Ablösung, werden aber baftii von der HeizbauSleitnng den vorhergehenden Tag mit Separat zögen miSgcfchun>«. Bezüglich deS Putzens versprach Herr Zentraltnspektor Tauber schon lange, einen Erlaß heraus rmgeben, der bie Heizer von dieser Putzarbeit befreien sollte. Bis heute ist dieser Erlaß noch nicht erschienen. Auch hat dsr Herr Zentralinfvektor eine zmeiina ige Ablösnnq veriprocheu, doch auch dies ist bis heute noch nicht zur Ta'sache geworden. Die Heizer von Falkenau erlauben sich daher an den Herrn Zenlral-inspektor Tauber die höfliche Anfrage zu stellen: Wann gebeult ber Herr Zentraliufpekior bie versprochenen Erläffe bezüglich des Putzens der Maschine bei den Faltenau-Klingentbeler Person n zügen herauszugeben S Wann grbentcu der Herr Hentralinspenot', — analog den anberen SluSputzstationen — euch in der Station Klingenthal eigene Pu er onzuitellen? Wann endlich dürfte eine nveimolige Ablösung diS MaschinenpersonaleS bei den erwähnten Personenzügen zur Durchführung gelangen? ................ Außerdem müssen wir den Herrn Zentroltnspektor Tauber noch auf einige Mißzustände aufmerksam machen, durch die geradezu bic Sicherheit des Dienstes und Verkehres au>8 äußer,te ge fälirdet werden tonn. Nachdem alles rapportiert werden muß, sollte man meinen, bie Herren oben müßten geradezu die Unsicherheit dtS Dienstes selber sordern. Nochdem nun in dem Personal der Heizhäuser Falkenau berechtigte Zweifel voihenven sind daß oben nicht alles bekannt »ft, wollen wir den Herrn Scnirotinfticrtnr uns eini c solche «alle otrmerkfom machen, lim die Iniensinität des Verkehrs zu heben, müssen die »ohlenzüqe in den meisten Stationen durchfahren. Run kommt es aber mit ber oben erwähnten schlechten Kichle vor. daß bie Züge atchalteu müssen, ja baß sie sogar aus der Strecke mangels an Dampf lienen bleiben müssen. Hier nur einige Beispiele: Ein Zug hatte in Saßnitz Brutto genommen unb sollte in Tirschnitz durchfahren. In der Station «Uio'tou-Rebonltz schon mußte die Maschine Hallen, stehen bleiben. Dampf und Wo ser sammeln. Von Falkenau noch Rcmottl blieb ein Zug schon vor dem Blockposten aus der Strecke liegen und mußte ebenfalls erst D.'mvf zur Weiter ehrt machen. Ein onberer tfug erreichte die Station Reufattl noch knaup mit vier Atmosphären Dampf. Ein flug von iiartsbab nach Ehodau respektive Faiktnau, der in Thodau durchfabren sollte, war in Chodau gezwungen zum Halten. Die »oifpannlokotnotiue, die mit ihrem Kohletr-dreck fertig war, mußte ausgehängt werden und mußte buselbe mit Holzfeuer nach Falkenau fahren. Je noch mehr. Bei einem Zug von Falkenau noch Eger mußte der Heizer auf freier Strecke auf den Tender steigen, Kohlen herräumen (das heißt Dreck), während dessen mutzte der Führer allein fahren und auch Heizen. Wir fragen Sie. Hen Zentrolinfpeklor, wo Bleibt denn da die Sicherheit des Dienstes? Unb dies «lleS roe eu der erwähnten schlechten Kohle, bic gerade-,u unbrauchbar auf bie Tender verladen wird. Etwas Stückkohle mit Staub vermengt, bie sogar ein Vertreter ber (Mentmliiifpe! tion kurzweg als Erdreich bezeichnet hat. Die Heiner müssen tich schinden und außerdem nach Aulumt ber Züge noch 3 Stunden bis 3 Stunb n 45 Minuten auf biefen Dreck tvoiten. Daß ihnen baburch zu ihrer Schinderei noch so viele Stunden ihrer freien Zilt verloren gehen, was kümmert bas ben Herrn Heizlmusleiter Svoboba. Im Rapport wirb zwar auch bie Wartezeit auf bie Kohle eingetragen, boch nach ber Meinung des Herrn Vorstandes nützt hier keine Bitte ober Beschwerde. Nun fragen bic «eitonenen einmal öffent ich an: Sind Sie, Herr Zentralinspektor, butch bic Repporle tetsächlich über all diese Mipzustänbe in FaUenen informiert ober nicht? Nachbem ber Herr Heizhausleiter in dieser Sache nicht kompetent ist. wünscht ba» Heiz lauapersonal eine persönliche Aussprache mit bem Herrn Zentralinspcktor selber. Im Interesse btt lienfies als auch der Äe'eÜscha t ist es fast unmöglich, baß fo viel Ungeljötiflktiten auch nur geduldet werden dürfen. Das Perfo.ial selbst wünscht hier Äbhilse durch eine persönliche Intervention bet Herrn ZeutralinsprUor Tauber. Vielleicht tonn dann geho.fen werden. Linz an der Dunau. (H-eizhanS.) Im HeizheuS Stiy werden bic SicherheitSmOßregeln für das Personal schon feit jeher nicht beachtet, so daß es einem eigentlich wundern mutz, daß Unfälle nicht noch mehr Vorkommen. Am allermeisten haben darunter die Aschenkastenausputzer zu leiden. Leider finden sich auch Bedienstete, die mit den Arbeiterknochen ihr frevles Spiel treiben, was einige Beispiele zeigen mögen. T>r in Linz viel zu wenig AuSputzkanäle vorhanden sind, müssen die Ausputzer am Beuche unter ber Maschine liegend ihre Arbeit verrichten. Der Verschieber ©tauber, welcher den Vorschub im HetzhauS I versieht, nimmt keine Rücksicht, ob sich jemand unter bet Maschine befinbet ober nicht, er läßt auf die Maschinen daranfahre», ohne zu denken, welche Gefahren vorhanden finb. Erst unlängst würbe butch die txhtainpccei des Stäuber ein Arbeiter von einer Maschine über 30 Meter weit geschleift. AIS der Arbeiter in seiner Angst $u schreien begann, wurde er noch von Stander beschimpft. Ein anberer Arbeitet würbe bei Ausübung seines Dienstes durch die Schuld des Staubet in den Kenol geschleudert. Ein dritter erhielt einen starken Schlag aus den Kopf, at^ dessen Folgen er mehrere Zone litt. Sleuder sagte den Arbeitern einfach: .Ich muß verschieben, ob jemand unter, der Maschine ist ober nicht, das eht mich nichts an!" Wir ersuchen die StaatSbahnbirektion. iefent vorschriftswidrigen Vorgang Einheit zu gebieten, sonst wären wir gezwungen, durch unsere Delegierten in bet berufi-. genoffenschoftlichen Unfoflbetftchcrunasenstalt die Anzeige ju erstatten. Da den Bediensteten doS Beschwerderecht gegenüber den höheren Vorgesetzten strenge untersagt ist, sind dieselben gezwungen, den Weg ber OeffeuUichfett zu betraten. Mistet. (Bahnhof Friedek.Mistet.) Al» dit Station mit dem Herrn Stat,onsvoritand W e s Ä1 a beglückt wurde dachte mancher, daß bessere Zustände eintreten unb bat-Personal gerecht behandelt werben wird. Doch wie haben wir uns geirrt! Das Personal wird auch unter Weschta nach zweierlei Art behandelt unb dazu noch das Denunziantentum gezüchtet Wer vom Reichsbund ist, der wird zweimal hintereinander autzertourlich qualifiziert, dagegen ein Sozialdemokrat — und wenn er noch besser und mehrere Jahre straflos feinen Dienst versieht — nur immer in der Rangstour. Allgemein wird gesprochen, baß. ber Äanzleiegpebieni P o st u 11 a bie autzertourliÄ zu Qualifizierenden dem Herrn Borstand namhaft macht. Bon den jungen Arbeitern wird der Beitritt zum Reichsbunb — auch wenn sie Tschechen sind — erpreßt, indem ihnen verschiedene Aussichten zum Vorwärt ^kommen versprachen werden. Die Beiträge für den Reichsbunb werde» durch den <5titHon8T»ffier Bet den Lohnauszahlungen in Mzug gebracht. Tatsächlich werden zum Fahrdienst junge Leute verwendet, die nur deshalb bevorzugt werden, weil sie „Reichs-Bünblct" sind. Zumeist find es Leute, die vom Fahrdienst keinen blauen Dunst haben. Im Herbst vorigen Jahre?, als der gewesene Vertrauensmann seine Stelle als solcher niederlegen mutzte, wurde eine Neuwahl vorgenommen, bei welcher Kollege B ö n i sch als gewählt erschien. Der Herr Vorstand hat aber, angeblich weil die ehrenfesten Gelben gegen diese Wahl protestierten, Bönisch nicht als Vertauensmann anerkannt. Gegenwärtig stehen die Lastzugsbeglciter ohne Vertrauensmann da, wo die Zeit der neuen Turnuserstellung herannaht, weil der Herr Vorstand keine zweite Wahl ausschreiben will. Wir hätten noch vieles zu besprechen (so die Verteilung der Weihnächts-remuneraiionen und anderes), hoffen aber, bafe_ sich die Zustände bessern werden. Worin nicht dann wären wir gezwungen, mit schärferem Material nufzufahren. Mistet-Friedek. Bezugnehmend auf den am 1. Februar IQ 14 im „Eisenbahner" unter "Friedet (Streifung in der Ladestelle Loukow)" erschienenen Korrespondenz geben wir Nachstehendes zur Aufklärung: Wie bereits erwähnt, wurden die beiden Zugsexpedienten der Station Bistritz a. H., der Bahnmeister, der Ladestellenwärter in Loukow, der Bahnrichter und die Zugsmannschaft des Zuges 2275 bestraft. Ob auch der Herr Strcckenvorstand in Kleinster, der der Hauptschuldige war, bestraft wurde, ist uns nicht bekannt. Der diensthabende Zugsexpedient hat am Vortag des Vorfalles den Bahnmeister, als dieser ihm von der beabsichtigten Manipulation in Loukow Mitteilung machte, denselben auf das Verbot aufmerksam gemacht. Wenn auch dem Lokomotiv- und Zugbegleitungspersonal vorgehalten wird, ein in der Stellung auf „Halt" befindliches Signal überfahren zu haben, so mutz bemerkt werden, datz die Distanzsignale vor Loukow einzig und allein den Zweck haben, in der Ladestelle zu manipulierende Züge zu decken. Nachdem vor Zug 2275 kein Zug in gleicher Richtung die Strecke passiert» das Personal des Zuges auch von keiner Manipulation in Loukow verständigt war, weil der dcn^Zug expedierende Zngscxpedient von dem Vorgang auf der Strecke keine Ahnung hatte, so ist es ja begreiflich, datz die Lokomotiv- und Zugsmannschaft des Zuges 2275 dem Signal nicht die nötige Aufmerksamkeit schenkte, nachdem ja dieses Signal immer auf „F r e t" steht. Erst das auf „Halt" stehende Signal d e s Z u g-melde Postens in Loukow hat der Lokomotivführer bemerkt, doch war die Distanz zwischen Zug und der in der Kreuzung stehenden Wagenpartie zu kurz, um den Zug rechtzeitig zum Halten zu bringen. Wenn aber alle diese Fälle aus 'dem Protokoll der i\ k. Nordbahndirektion bekannt sind, warum werden Organe bestraft, welche ihren Dienstobliegenheiten korrekt Nachkommen. Des Ganzen ungeachtet, haben Organe der B. E. S. iüßer welchen Auftrag ist uns derzeit noch unbekannt) am 16. September 1918 wieder eine derartige Manipulation vor- genommen, welche auch angezeigt, bis jetzt aber gar nicht erhoben wurde. Wir fragen daher eine k. k. Nordbabndirektion uu, ob sie vielleicht diese Angelegenheit in den Pavierkorb geworfen hat? Möglich ist es ja, da auch hier wieder ei» Oberbeamte beteilig! ist. Tepl-Petschau. Ein humaner Bahnmeister ist Herr Zinsmeister von Tepl-Petschau. Würden alle Vorgesetzten so mit ihren Untergebenen umgehen, wie dieser Herr, so könnte der Teufel Eisenbahner sein. Würde sich die k. k. Slaatsbahndircktion in Pilsen mehr um ihre Bediensteten kümmern, so möchte auch manches zutage iommen, welches dir Unfähigkeiten dieses Vorgesetzten zutage fördern müsste. Sa wird den Wächtern aufgetragen. dreimal wöchentlich das Geleise zu messen, vor und nach Zügen sowie vor und nach der Revision mit Arbeitern auf der Strecke zu arbeiten. Macht der Wächter diese Arbeiten, so kann er sicher sein, datz, wenn ZinSmeister auf der Strecke einen hochstehenden Schineunagel oder gar eine lockere Schraube findet, dies angezeigt wird. Würde der Herr Sekiionsvorstand ebenso schnell mit Strafen bei der Hand sein, wie der Bahnmeister, so könnte er allen Wächtern dieser Strecke passieren, daß sie nur die Hälfte ihres Monatslohnes erhalten, das andere wäre in Strafgeldern draufgegangen. Sollte dieser Herr wirklich darauf vergessen haben, wie cs ihm auf seinem früheren Dienstposten in El bogen und P o d e r s a m erging? Oder will sich der Herr jetzt hier rächen? Es ist wirklich keine Kunst, als Vorgesetzter arme Arbeiter und Wächter, welche schon durch lange Jahre in den Provisions-fondS einzahlen, durch Sekkaturen aus den Dienst zu treiben. Seine Unfähigkeit bewies dieser Herr am besten dadurch, als er die Oberbauarbeit wochenlang täglich 7 bis 8 Kilometer regulieren lieh, am anoeren Tag dieselbe Strecke und so fort, bis es selbst dem Bahnrichter zu bunt wurde. Wir raten diesem Herrn, in die Fusstapfen seines Vorgängers zu treten, denn dieser Herr war wenigstens gerecht, wenn auch strenge. Sollten diese Zeilen nicht genügen, so werden wir unnachsichtig alles veröffentlichen; wer dann die Folgen zu tragen hat, dürfte Ihnen, Herr Zinsmeister, nicht gleichgültig sein. Oder wollen Sie, datz' die Vorfälle von Elbogcn und Podersam sich wiederholen ? Hannsdorf. (U n g l ü ck s f a l l.) Am 5. Februar, um 7 Uhr früh, wurde Genosse Josef Lindenthal in der Station Hannsdorf von einer Verschublokomotive niedergestotzen und zirka 20 Meter bis zum Sperrbaum des Jndustriegeleises geschleift. Dort blieb er mit schweren Verletzungen liegen. Trotz sofortiger ärztlicher Hilfe starb L i n d e n t h a l nach kurzer Zeit. 1 Genosse Linden thal war 64 Jahre alt und ein allgemein geachteter Kollege. Sein Leichenbegängnis fand unter zahlreicher Beteiligung der Bediensteten und der Bevölkerung statt. Wir sprechen im Namen der trauernden Hinterbliebenen ollen jenen, die sich am Leichenbegängnis beteiligt haben, den besten Dank aus. Möge dem Dahingeschiedenen die Erde leicht sein. Braunau a. Inn. Am 28. Jänner trat, der Vorstand des f. k. Bahnbelriebsamtes Simbach, Herr Oberinspektor Pankl in den Ruhestand. Es ist wahrhaftig kein Wort zu viel, tvenu man Herr» Pankl ein Vorbild aller jener Dienstvorstande nennt, denen die schwere Aufgabe obliegt, vereint mit ihrem Personal den in seinen Einzelheiten so eigenartigen Eisenbahndienst nicht nur einzig und allein im Interesse der Staats* bahnverwalbung. sondern auch im Interesse und zur Zufriedenheit des unterstellten Personals 8u leiten. Widmeten schon im Jahr 1901 die organisierten Eisenbahner von Bodenbach Herrn Pankl anlässlich seiner Versetzung nach Simbach im „Eisenbahner" einen warnten Nachruf al§_ lobende Anerkennung eines menschenfreundlichen Vorgesetzten, so hat mich das Personal Ms k. k. Bahnvetrtcbsamtes Simbach sowie alle übrigen Bediensteten. die mit Herrn Pankl in dienstliche Berührung kamen, in chm einen humanen und gerechten Vorgesetzten kennen gelernt, dessen vorzügliche Charaktereigenschaften jeder vernünftig denkende Bedienstete und Arbeiter zu würdigen wußte. Be,anders wohltuend wirkten seine sachlichen Belclirungen. sein ruhiges und dennoch entschiedenes Zurechtweisen bei Verfehlungen im Dienst, wobei er nie so weit ging, den in Frage stehenden Bediensteten mit Geldbußen zu bestrafen. Von der Erkenntnis dieser Tatsachen ausgehend, überreichte das Personal am 28. Jänner dem scheitenden Herrn Oberinspektor und semer Frau zwei Erinnerungsgeschenke, die sie unter rührenden Freudentränen und dankenden Abschsedsworten entgegen, «ahmen. Nur selten tritt auf den fchetmmg zutage, daß das Band zwischen einem Dienstborstand einer größeren Dienststelle und seinem unterstellten Personal so eng verknüpft ist, wie es hier der Fall war. Und das ist es, was uns den Herrn Pankl noch lange in Erinnerung halten wird. Kapfenberg. (P r o t c st b e r s a m m l u n g gegen den Betriebsleiter Matuscik.) In Kapfenberg fand am 81. Jänner eine massenhaft besuchte Volksversammlung statt. Auf der Tagesordnung war außer dem Bericht des Abgeordneten Genossen Dr. Schacherl über Regierung, Parlament, Krise und Miliiärfordcrungen auf besonderes Verlangen der Arbeiter ein zweiter Punkt gesetzt worden: Die Zustände auf der Landesbahn. Nach dem mit großem Beifall aufgcnommenen Referat des Abgeordneten besprach Genosse Koller die Zustände auf der Landesbahn, die Sekkaturen, die Denunziantenzüchterei, die Maßregelungen, welche so viele durch den unfähigen Betriebsleiter Matuscik erlitten, die Unsicherheit für Menschen und Eigenium. den Tod des Genossen Köck durch die Schuld des Betriebsleiters, die Erpressung von Unterschriften durch seine dienstuntauglichen Kreaturen für eine Vertrauenskundgebung und die Entlassung von zwei Arbeitern, die sich eine Unterschrift für eine ReinwaschungSerklärung nicht abpressen ließen! Stürmische Protestrufe lösten diese Mitteilungen aus und . eine furchtbare Erbitterung gegen Moluscik und das Landeseisenbahnamt machte sich bemerkbar. Die Massen wollten eine Demonstration vor der Wohnung des Betriebsleiters veranstalten und cs bedurfte des energischen Zuredens der Vertrauensmänner wie des Abgeordneten Genossen Dr. Schacher!, diesmal von Demonstrationen abzustehen, weil abgewärtet werden muß. ob die Entfernung des Matuscik durch das Landes« cisenbahnanit und die. Generaldirektion der Südbahn erfolgt oder nicht. Die Versammlung beschloß, an diese zwei Körperschaften Telegramme abzusenden, in denen der Protest und die Erbitterung mitgeteilt und die Entfernung Matusciks verlangt wurde. Abgeordneter Genosse Dr. Schacher! erklärte, daß die Zustände der Landesbahn im steirischen Landtag in rücksichtsloser Weise aufgedeckt werden. Innsbruck. (K. k. Staatsbahn.) Westlich der Landeshauptstadt Innsbruck befindet sich eine Betriebsanlage der f. k. Staatsbahn. Man nennt diese Betriebsanlage „Wesibahn-hof". Ter Beleuchtung nach verdient dieser „Bahnhof" seinen Namen nicht, denn in dieser Beziehung schaut cs auf diesem „Westbalmhof"' schlechter aus, als im nächstbesten Nest auf der Strecke. Um die Schäbigkeit und geradezu sträfliche Gleichgültigkeit der Staatsbahnverwaliung reckt vor Äug m zu führen, sei erwähnt, daß der „Westbahnhof" die Haupt-r a n g i c r st a t i o n, die H a u p t w a g e n u n t e r s u ch ungs-st a t i o n und Haupt u m ladcstation ist. Es befinden sich dort weiter: die Betriebsanlage der Mittenwaldbahn, eine Zugfördcrungsanlage. eine Signalwerkstätte, der Lagerplatz für Regicbrennstoff u. s. w. Und dieser Bahnsiof wird heute noch mit Petroleumfunsen „beleuchtet". Wer zählt die Flüche und Verwünschungen der Bediensteten, wenn sie sich in der Finsternis an den verschiedenen Hindernissen die Knöchel wund schlugen? Wer könnte den Spott ermessen, der schon über die moderne Staatsbahn wegen dieser Schlamperei ergossen wurde? E? sind am Westbahnhof schon öfters Unfälle nur wegen des Mangels jeglicher Beleuchtung vorgelommen und cs ist nur dem Diensteifer der Bedimieten und deren selbstlosen Hingabe an den Dienst zuzuschreiven, wenn nicht jede, vorgelcinmcne Verletzung eine Krankmeldung und Un-iollsanzeigc zur Folge hatte. Wenn dieser Skandal nicht bald aus der Welt geschafft wird, so werden sich bald die Folgen zeigen. Dziebitz. (Todesfall.) Dieser Tage starb unser Genosse Ferdinand P ross er, Lokomotivführer, an der Proletarierkrankheit im 32. Lebensjahre. Der Verblichene war Obmannstellvertreter der hiesigen Ortsgruppe des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerlschaftsvercines für Oesterreich und ein treuer und eifriger Agitator unter dem Lokomotivpcrfonal. An feiner Bahre trauern außer den Genossen und Kollegen die Frau und ein Kind. Ehre seinem Angedenken! Marchegg. (U n g l ü ck s f a l l.) Am 2. Februar stürzte im Heizhaus in Gänserndorf der Lokomotivführer Anton B u t s ch e k von seiner Maschine und verletzte sich derart, daß er auf dem Transport nach Marchegg verschied. Am 4. Februar fand auf dem OrtSfriedhof in Marchegg unter zahlreicher Beteiligung des Personals und der einheimischen Bevölkerung das Begräbnis 'statt. Butschek war ein allgemein geachteter Kollege, der auch vor drei Jahren als Vertreter des dritten Wahlkörpers in den Gemeinderat gewählt wurde. Anton Butfckek stand im 56. Lebensjahr und hinterlässt eine Witwe mit vier Kindern. Schärding. In letzter jscit mehren sich die Fälle, daß die Bediensteten der Station Schärding sich über die rohe Behandlung von seiten der dort amtierenden Vorgesetzten beschweren. Schimpfnamen, wie „blöde Gefickter", „Gesinde I", „B a g a g e" u. s. w., sind nichts^ seltenes. Die Sekkaturen und Belästigungen einzelner Vorgesetzter sind derartig, daß sich die Bediensteten stets beeilen, so schnell wie möglich, das Verkehrsbüro zu verlassen, um nicht einige Proben der „Schär-dünger Bildung" anzuhören. Es ist gewiss bedauerlich, wenn sich Vorgesetzte in einer so rohen Weise gegen die Untergebenen vergehen, daß diese Schutz in der Oeffentlichkeit suchen müssen. Da nun eine derartige Handlungsweise nicht scharf genug verurteilt werden kann und auch dem allgemeinen dienstlichen Interesse niemals Vorteil bringen kann, so ersuchen wir die k. k. Staatsbahndirektion in Linz, die Herren in der Station Schärding auf das Ungehörige und Jnstruktionswidrige ihrer Handlungen aufmerksam zu machen. Staat;. (Unglücksfall.) Am 28. Jänner wurde in der Station Staatz der Stationsdicner H o f f e r beim Ueber-schrciten der Geleise vom Zug 220 niedergestossen und uberfahren. Hoffcr wurde sofort mit selbem Zuge in das Bezirks-krankenhaus nach Mistelbach gebracht, wo er nach zwei Tagen den schweren Verletzungen erlag. Der Verstorbene hinterlaßt eine schwer geprüfte Frau mit fünf noch unversorgten Kindern. Am 2. Februar fand das Leichenbegängnis unter zahlreicher Beteiligung statt. Im Namen der Hinterbliebenen sprechen wir allen Teilnehmern den herzlichsten Dank aus. TarviS. lA b s ch i e d S f e i e r.) Vor kurzem fand hier zu Ehren des in den Ruhestand versetzten Inspektors Herrn Willingsdorfer eine Abschiedsfeier statt, die von sämtlichen Bediensteten besucht wurde. Herr Inspektor Willingsdorf e r hat sich während seiner achtjährigen Tätigkeit m Tarvis die Anhänglichkeit und Hochachtung aller Bediensteten in so reichem Maße erworben, datz diese Herrn Willings-dorfer nur ungern als Vorgesetzten verlieren. Der aufrichtigste Wunsch aller Bediensteten ist, es, dass es Herrn Willingsdorfer vergönnt sein möge, noch recht viele ruhige und glückliche Jahre im trauten Familienkreis erleben zu können. ___________ schien. Seitens der Zentrale war Genosse Swoboda anwesend. Nach Absolvierung der die gegenwärtige Situation der Bahnerhaltungsarbciter. ihre Lohnaufbesserung und Lohnvorrückung behandelnden Referate und nach Anhörung verschiedener Berichts insbesondere des Beruhtes über eine Vor* spräche einer Arbetkerausschußdeputation beim Direktor Skoda, der gegenüber dieser eine ganz eigentümliche Haltung einnahm, entspann sich eine sehr erregte Debatte, die ihre Grundlag in der provozierenden Zurücksetzung der Bahnerhaltungsarbeiter in der neuen Bestimmung der Lohnvorrückung hatte. Die Verfügung zu einer solche», die Arbeiter direkt zur Verzweiflung treibenden Bestimmung zeigt, mit welcher Brutalität der Unternehmer Staat seine auf den Hungeretat gesetzten Bediensteten drangsaliert. Zum Schluß wurde die Zentrale auf-' gefordert, in der nächsten Zert eine Versammlung der Bahnerhaltungsarbeiter nach Mistelbach cinzuberufen, die zu dem Verhalten der Staatsbahnverwaltung, die Lebenshaltung der Arbeiter so fehr tangierenden Fragen in entschiedener und energischer Weise Stellung nehmen soll. — An der Konferenz nahmen auch einige Vertrauensmänner als Gäste teil. Wien-Hauptzollamt. Eine sehr erregte Versammlung der Magazinsarbeiter fand am 16. d. M. in Lindners Gastl)auS statt, welche folgende Resolution einstimmig beschloß: „Die heute am 16. Februar versammelten Magazins« arbeitet der Station Hauptzollami erklären, daß der ihnen genommene freie und bezahlte Tag im Monat seinerzeit von Dienstes wegen gewährt worden ist. Die Arbeiter haben den freien Tag offiziell angestrebt und 'haben ihn durch die Gewährung auch erworben. Bei den diesbezüglichen Verhandlungen ist ihnen der Vorstand, der ihnen den freien Tag zubilligte und den sie als Vertreter der Direktion ansahen, vollständig maßgebend gewesen. Wohin würde es führen, wenn die Arbeiter erst immer die Kompetenz feststellen müßten, w e r zu Verhandlungen mit den Arbeitern berechtigt ist? Die Ver'ammelten gerechtfertigte Wegnahme zahlten Tages. Die Versammelten protestieren daher gegen die un-ihres gehabten freien und be- beharren darauf, daß ihnen der schon einmal erworbene freie und bezahlte Tag im Monat wieder zugebilligt werde und fordern die Zentrale auf, alles daranzu setzen, daß sie zu ihrem Rechte kommen." Gars-Thumau. Die Bahnerhaltungsarbeiter der Ortsgruppe Siegmundsherberg hielten am 2. d. M. in Gars-Thumau eine gut besuchte Versammlung ab, in der Genosse Swoboda von der Zentrale über die Aufteilung der 15 Millionen Kronen und über die Durchführung jener Maßnahmen sprach, die die Arbeiter gegenwärtig betreffen. Die Versammlung beschloß folgende Resolution: „Die Bahnerhaltungsarbeiter der Kamptalbahn protestieren entschieden dagegen, daß sie alle drei Jahre nur um 10 H. vorrücken sollen, und verlangen entschieden die Vorrückungen mit 20 H." Mistelbach. Am 7. d. M. fand hier eine gut besuchte Ver. sammluug der Landesbahner statt, zu der von der Zentrale Genosse Swoboda als Referent entsendet wurde. Genosse Swoboda sprach über „Nutzen uno Zweck der Organisation", über welches Thema sich eine interessante Debatte entspann. Die Landcsbahner, die sich in Mistelbach eine hübsche Zahlstelle gegründet und zu ihrem Obmann Genossen Binder, Lokomotivführer, gewählt haben, sehen zu chv Freude, daß die Mitgliederzaht von Tag zu Tag steigt. Aus den Organisationen. W~.« i Staatsbahnen die Er* Versammlungsberichte. Eine Dahnerhaltungsarbeiterbewegung in der Provinz. Am 8. d. M. tagte in Mistelbach eine gut besuchte Konferenz der Vertrauensmänner der Bahnerhaltungsarbeiter der Staatseisenbahngesellschaft, zu der auch eine Anzahl Ver-trauenSmänner der Marchegger- und Bruckerltnte er- Graz II. (K. k. Staatsbahn, Versammln» gs-bericht.) Bei der Generalversammlung wurden folgende Genossen als Funktionäre gewählt: Heinrich Marti, Obmann, Anton Pirch und Karl Weiß, Stellvertreter; Johann Z a ch. Kassier, Franz D i e tz und Ludwig 33 a m a ch e r, Stellvertreter; Franz Letdenbergcr, Schriftführer, Ignaz Großer und Peter F reis leben, Stellvertreter; Anton Saiko, Simon Konrad, Josef Grill, Bibliothekare; Alois Süpan, Franz Moik, Josef Mare sch, Kontrolle; Hans Rescheneder, Franz Waichtnger, Anton Walter, Peter K o r n ho f e r, Hubert K r e u t l, Andreas Schäffmann, Michael Wolf, Alois Neubauer, Rudolf Ba machet, Josef Schuster, Ausschußmitglieder. Zuschriften sind zu richten an Obmann Heinrich Marik, Oberkondukteur in Ruhestand, in Eggenberg, Roseggergasse 6 5. Zuschriften in^Geldangelegenheiten sind an Kassier Johann Zach, Kondukteur, Graz, Flur gas s e 38 zu richten. Cbertraun. (Versammlungsbericht.) Am 8. Februar fand die Generalversammlung statt. Gewählt wurden: Ludwig Eggenreiter Zahlstellenleiter, Joses, Peru* köpf, Stellvertreter; Josef Hinterer, Nr. 72, Kassier, Josef Gamsjeger, Stellvertreter; Leopold Pernkopf, Nr. 34, Schriftführer. Leopold Hinterer, Stellvertreter; Tobias Limberger, Kontrollor, Josef Binder, Stellvertreter.. Zuschriften sind zu richten an Ludwig Eggenretter, Obertraun Nr. 60. Nimburg. (V c r s a m m l u n g s b 'e r i ch t.) Bei der konstituierten Versammlung wurden nachstehende Funktionäre in den Ortsgruppenausschuß gewählt: Obmann: Jakob B u f k a, Werkstättenschmied in Nimburg, Kolonie 386. an welchen sämtliche Sendungen und Zuschriften zu richten sind; Stellvertreter: Emil Tiel, Oberkondukteur; Schriftführer: Alois Cerny, Platzmeister; Kassier; Josef Vttek, Wagenaufseher. Nimburg. Hlavagasse Nr. 902; Bibliothekar: Leopold Prohäzka, Maschinist in der Werkstätte Nimburg. Bibliotheksbücher werden jede» Sonntag im Vereinslokal (Gasthaus des Herrn Kolmann, auf der Terrasse), ausgeliehen. Zur Einkassierung der Beiträge sind nachstehende Vertrauensmänner ermächtigt: Genosse Kahle im Heizhaus; die Genossen Kaderöbek und Kaspar im Magazin; Gcnope Franz Poe ivil in der Station; Genosse I. Vitek in Ko-stcnnlat; Genosse Herzog in Podöbrad; Wenzel Cctny in Nimburg. St. E. G.; die Genossen Seifert, Belebt!, Salamänek für die Strecke Nimburg-Dobrowitz; für die Zugsbegleiter I. Sobotka in Krinetz und Josef Haimann. Die geehrten Mitglieder werden ersucht, ihre Bettrage nur den obgenannten Vertrauensmännern oder dem Kassier selbst abzuführen und hiebei ihr Mitgliedsbuch vorzuweisen, andernfalls sie für die richtige Verrechnung der Beiträge selbst verantwortlich sind. Tetschen an der Elbe. (V e r s a m m l un g S b e r i ch t.) In der am 10. Februar 1914 stattgcfundenen Konstituierung des Ausschusses wurden folgende Genossen gewählt: Kl'ment Fieber, Obman; Gustav H a m m e r s ch m i d t, Schriftführer; Franz Tvrdy. Kassier; Richard Sperl, Bibliothekar. Zuschriften in Vercinsangelcgenhettcn sind an Genossen Klemens Fieber. Altstadt 11 2 und in Geld-angelegenheiten an Genossen Franz T v r d y, Tetschen, Kammniherstraßeb56zu richten. Gänserndorf. (B e re in 8n o t iz.) Die Dibliotheksaus-gäbe findet jeden Sonntag von 9 bis 11 Uhr vormittags im Vereinslokal (Kratochwills Gasthaus) statt. Die Mitglieder werden ersucht, die Bibliothek fleißiger zu benützen. Schwarzach i. P. (Versammlungsbericht.) Am v. yc6ruar fand die gutbesuchte Generalversammlung statt. Bei der Neuwahl wurden sie früheren Funktionäre zumeist wiedergewählt. Als Rescrent war Genosse So mit sch gekommen. Zuschriften _ m Vcreinsangelegenheiten sind an Alois Brand st ätter, Oberverschieber in Schwor zach-St. Veit, in Kassenangelegenheiten an Franz R i e p l, Blocksignaldien erzu richten. Penzing. (Ve rsaMmlungsbericht.) Montag den 9. Februar, 2 Uhr nachmittags, fand beim weihen Röhl eine gutbesuchte Blocksignaldiener- und Wählerversammlung statt, >n welcher Genosse Sommerfeld als Hauptvertrauensmänn dieser Kategorie, seinen Tätigkeitsbericht erstattete. Der Bericht wurde unter Zustimmung und mit Beifall zur Kenntnis genommen und Genossen Sommerfeld das Vertrauen votiert. Zum zweiten Punkt wurde die 'Vertrauensmänner* Wahl vorgenommen und folgende Genossen in die 'Vertrauens* männerleitung gewählt: Genosse Sommerfeld, Obmann, die Genossen Schoderböck undSüß, Stellvertreter; Genosse Gittcn-betger, Schriftführer, die Genossen Hanslik und Lukastik Stellvertreter. Alle Zuschriften in Vertrauensmännerangelegen-heiten, soweit sie nicht die Zentrale betreffen, sind an Genossen Josef Sommerfeld, Wien XIII, Gurkgasse 6, zu richten. Rosenbach. (V e r s a m m l u n g s b e r i ch t.) Bei der am 31. Jänner abgehaltenen Jahresversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Franz Ritzinger, Obmann, Franz Kren, Stellvertreter; Simon K r u m, Kassier, Anton Plaß-nik, Stellvertreter! Johann Siedl, Schriftführer, Joses Martinz, Stellvertreter; Jakob K a f ch u i g, Augustin Hart mann, Kontrolle; Michael 2o tot eile, Bibliothekar; Johann Lausch, Max Otto w itz und Fritz Hafner, Ausschuhmitglicder. Die Monatsversämmlungen finden jeden zweiten Samstag im Monat statt. Bibliotheksbücher werden nur am Donnerstag und Sonntags von 12 bis 1 Uhr mittags und von 6 bis 7 Uhr abends ausgefolgtj respektive retourgenommen. Alle Zuschriften sind an Franz Ritzinger, Bahnwärter 30 in Rosenbach, zu richten. Salzburg II. (Ve rsam in I ungsbcricht.) Bei der am Samstag den 7. Februar stattgesundenen Generalversammlung der Lokalbahner Salzburgs wurden nachstehende Genossen in den Ausschuß gewählt: Karl Ritz, Obmann, Robert Kirchschläger, Stellvertreter; Max Schock, Schriftführer, Schwarz, Stellvertreter; Franz Surr er, Kassier, Huber, Stellvertreter; TrenkI und B r a u n b ö ck, Kontrolle; Stifter, 28 i ch a, Solle red er, Knosp und Plant, Ausschuhmitglieder. Ferners als Subkassiere: W e i= » ermann und Kronabette r. 4 Nach der Neuwahl hielt. Genoffe Somitsch aus Wien ein ausgezeichnetes Referat über die Taktik der freien Gewerkschaften und die Taktik der Gegner bei Bewegungen und wurden seine Ausführungen mit lebhaftem Beifall belohnt. Auch wurde beschlossen, an jedem ersten Samstag im Monat im Vereinslokal in Itzling eine Monatsvcrsammlnng mit Vortrag abzuhalten und werden die Mitglieder ersucht, dieselben fleißig zu besuchen. Die Bekanntgabe der Monatsver-fammlungen erfolgt stets in der Rubrik „Organisationsnachrichten" in der „Salzburger Wacht" und wollen die Mitglieder dieser Rubrik ihr Augenmerk schenken. Sämtliche Zuschriften sind zu richten an Genoffen Karl Ritz, Zugsführer in Itzling, Hauptstraße 91 r. 3, Salzburg. Mährisch-Ostrav-Oderfurt. (Versammlungsbericht.) Am 9. Februar fand hier im Hotel „zur Eiche" eine massenhaft besuchte Versammlung statt, in welcher Genoffe j-j-SnürJrt e * über: „Die Forderungen der Eisenbahner und das Parlament" referierte. Tarvis. (P e r sa m m l u n g S b e r i ch t.) Bei der am 8.~Fe6ruar stattgesundenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Philipp Tiefen-b ach e r, Obmann, Josef Weda m, Stellvertreter; Joses Zollt, Schriftführer, Martin Kamel, Stellvertreter; Franz Ziaunig. Kassier, Johann Schüttelkopf, Stellvertreter; Matthias Cordte, Leopold Dollinger, Revisoren;^ Markus Anderwald, Isidor Hasch, Joses P i-tamnitz und Josef Schmidt, Ausschussmitglieder. Alle Zuschriften in Vereinsangelegenheiten sind zu richten an Philipp Tiefenbachcr, Wagenschreiber, Grünwald Nr. 9, Tarvis II. In Kaffenangelegenheitcn an Franz Ziaunig. Blocksignaldiener, Tarpis II. Nru-Bigen . r i ch t.> In der Generalversammlung der Zahlstelle Neu-Aigen am 2. Februar wurde der alte Ausschuß einstimmig wiedergewähli Zum Schluß wurden folgende Vertrauensmänner gewählt: Johann Ruhr, für die Verschieber; Anton Rothbauer, für die Blocksignaldiener und Wächter; Johann Aigner, für die Bahnerhaltungsarbeiter; Karl Eder, für die Stationsarbeiter. Alle Zuschriften in Vereinsangelegenheiten sind zu richten an Ferdinand Pölzinger, Wächter!;., us Nr. 30 a, N c u - A i g e n. Heyendorf. (Versammlungsbericht.) Am 4. Februar fand die Generalversammlung statt. Gewählt wurden folgende Genoffen: Franz Hanslik, Obmann, Joses Stangl. Stellvertreter; Albert Oppeker, Schriftführer, Franz Mauder, Stellvertreter; Ferdinand Lawihka, Kassier, Johann Baumgarten. Stellvertreter; Johann Pialek, Subkassier; Rudolf Läufer, Bibliothekar, Johann Grill, Stellvertreter; illupert Lajer, Kontrollor, Anton Kunz, Stellvertreter; Leopold Brondl, Rudolf Schmied, Ausschussmitglieder. Genoffe Höhl brachte ein vorzügliches Referat über Sozialismus und Kommunalpolitik, welches mit großer Begeisterung der Versammlungsteilnehmer ausgenommen wurde. Sämtliche Zuschriften in Vereinsangelegenheiten sind an Genoffev Franz Hanslik, fernerS Geldangelegenheiten an Genoffen Ferdinand Lawihka zu richten. Wien-Penzin,. (Versammlungsbericht.) Bei der am 16. Februar stattgefundenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Joses Sommerfeld/ Obmann, Josef Schnobrich und Joses Schoderböck, Stellvertreter; Johann Lukabauer, Kassier, Franz Kronawetter und Josef Süß, Stellvertreter; Franz GUtenberge t Schriftführer, Ernst Freisinger und Wilhelm Unterthon, Stellvertreter; Franz Motz, Bibliothekar, Josef Lukastik und Anton Hametner, Stellvertreter; Anton Gilhofer, Johann Blumauer, Karl Schober, Leopold Riedlmever, Johann Reicht, Georg BöS, Ausfchußmitglieder; Josef Seemann und Alois Hinterberger. Revisoren; Johann Greisinger und D ü r a u e r, Subkassiere. Zuschriften sind zu richten an Josef Sommerfeld, XIII, Hackingerstrahe 48, Tür 1; in Geldangelegenheiten an Johann Lukavauer, XIII, Hackingerstrahe 4 L Töppele». (BerfammlungSbericht.) Bei der am 1. Februar abgehaltenen Generalversammlung wurden folgende Genoffen gewählt: Anton Wohlrab, Zahlstellenleiter, Anton Kemp f. Stellvertreter; Joses D r a x l e r, Kassier; Anton Misof, Schriftführer; Johann Kraus, Subkassier für Schlaggemvald; Adalbert Köhler, Subkassier für Tepl; Wenzel Urban, Oskar Bäche r. Kontrollore; Wenzel Urban. Vertrauensmann für die Wächter; Anton Eckert und OSkar Bacher, Vertrauensmänner für die Oberbauarbeiter. Genoffe Kraus aus Falkcnau erstattete daS Referat über Zweck und Nuyen der Organisation. Alle Zuschriften sind zu richten an Anton W o h l r a b in G s e 11 N r. 3 7, in Geldangelegenheiten an Joses D r a x l e r, W. H. 24, «sell. Post Schlaggenwald. Gödina. (V e r s am m I u n g 8 be rich t.) Bei der am 2. Februar d. I. stattgefundenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Jakob Be-z u Sek, Obmann, Georg Mül Ine r, Stellvertreter; Johann Pawelka, Schriftführer; Ludwig Mank, Kassier; Georg L i n d m a y e r, Karl Holbein, Eduard II h l i r, Johann Pösinger und Rudolf Wavreöka, Nusschußmitglieder; Franz Mraz, Matthias Hahn und Johann Schier, Revisoren. Korrespondenzen in Vereinsangelegenheiten sind an den Obmann Jakob Bezuöek, Kaiser Josef st ratze 3, in Kaffenangelegenheitcn an den Kassier Ludwig Mank, Königin K o n st a n z i a st r a ß e 67 in Göding, zu richten. Den Mitgliedern wird bckanntgcgeben. daß die Monatsversammlungen jeden ersten Sonntag im Monat um 7 Uhr abends statt-finden, wo Einschreibungen und Beitragsleistungen entgegengenommen werden. Ferner werden die Mitglieder ausgefordert, an den Vereinsabenden teilzunehmen, da nur durch Zusammenwirken der Mitglieder die Ortsgruppe gedeihen kann. Die Ausschußmitglieder werben ersucht, jeden ersten Sonntag nach dem 15. eines jeden Monats um 7 Uhr abends zur Ausschutzsitzung sich einzufinden. Prohnitz. (V e r i a in m l u n gsbe rich t.) Bei der am 31. Jänner 1914 im Vereinslokal tagenden Generalversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Johann Sponer, Obmann, Josef Riegl, Stellvertreter; Josef Dokliidal, Schriftführer, Emil Müller, Stellvertreter; Rudolf Ionisch, Kassier; Franz Li ha. Kassier für die Nordbahn; Köhler, K o b s a. Stabil, Nezwal, Vinzenz Sponer, Alois Navrätil, Ausschussmitgliedes; Balouöek und Hermann, Kontrollore; Subkassiere: Karl Rieger für die Strecke Kz-Sa, Fiedler für die Station Mährisch-Trübau; V a I o u 5 c f für die Gewerkschaftskommission. Sämtliche Genossen werden ersucht, die AuSschutzsihungen, respektive Versammlungen zalhreich zn besuchen, da oft wichtige Angelegenheiten wegen Beschlußunfähigkeit nicht verhandelt werden. Eannle. (B e r s a m m l u n g s b e r i ch t.) Die Zahlstelle hielt am 1. Februar die Generalversammlung ab. Gewählt wurden folgende Genossen: Florian Lepuschitz, Zahlstellen-leitet; Stephan Legjza, Kassier; Matthias Zwölf, Schriftführer; Matthias Wedam, Kontrollor; Isidor Gerbiö und Josef Para van, Ausschussmitglieder. Zuschriften sind zu richten an Florian Lepuschitz, Weichensteller in Canale. Dornbirn. Die Zahlstelle hielt am 8. Februar die Ge-neralpcrsammlung ab. Gewählt wurden folgende Genoffen: Josef P e n t e r l i n g, Zahlstellenleiter, Peter von der Thann en, Stellvertreter; Johann Heine, Kassier; Ferdinand T s ch a b r u n n, Schriftführer; Anton T a m m e r l und Daniel Albrich, Revisoren; Alois Thal er, Subkassier. Zuschriften sind an Josef Penterling, Weichen st ell er, Posten 26, in Dornbirn, zu senden; Geldangelegenheiten an Johann Heine, Kondukteur der elektrischen Bahn Dornbirn, L u st e n a u e r st r a ße 27. Favoriten IV. (Versammlung s be r ich k.). Bei der am 3. Februar abgehaltcrieu Ausschuhsitzung wurden folgende Genossen als Subrassiere aufgestellt: Hanke für die Halle, Freibergcr für Mahleinsdorf, Richter und Beitl, für die Heizhauslokomotivführer, Sch netter und Vilotti für die Heizhauslokomotivheizer, Kreutzer für die Heizhausarbeiter. Die Monatsversammlungen finden jeden ersten Freitag im Monat im Arbciterheim X, Zimmer Nr. 5, statt. Sämtliche Zuschriften sind an Josef Pöltl in Wien, X/l, Laxen-burgerstraße 15, 1/9, zu richten. Görkau. (V e r sa m m I u n gsberich t) Die General-Versammlung wurde am 1. Februar abgehalten. Gewählt wurden: Wenzel Ehjrlich, Zahlstellenleiter; Johann Küne l, Kassier; Anton Schmied! jun., Schriftführer; Johann 6 u n c l, Bibliothekar; Alois Sintern und Josef Lienert, Kontrollore; Anton Schmied! sen., Josef Stumpf und Karl G r o h, Ausschußmitglieder Zuschriften sind an Wenzel Ehrlich, Streckenwäckiter in Komotau, Alaunhütte 64, zu adressieren. Die Mitglieder werden ersucht, die Monatsbci-träge stets am Anfang des Monats zu zahlen, damit stets bis längstens 10. im M„.mt mit der Zentrale in Men abgerechnet werden kann. Ischl. (Versammlungsbericht.) Am 2. Februar 1914 fand im VcrcinSlokal die Generalversammlung statt, bei welcher folgende Genossen in die Ortsgruppenleitung gewählt wurden: Adolf H a ti k e. Obmann, Josef Buhler, Stellvertreter; Johann Gr über, Schriftführer, Molsgana Loidl, Stellvertreter; Rudolf Hinterer, Kassier. Josef 58 immer, Stellvertreter; Josef Brunner und Josef Brutfenber-fl c r Kontrolle; Josef Wimmer, Bibliothekar. Die MonatS-versammlungcn werden jeden ersten Samstag im Monat im Vereinslokal (Kienbergers Gasthof) abgehalten, von welchen sämtliche Mitglieder durch schriftliche Einladung verständigt werden Sämtliche Zuschriften sind an den Obmann Adolf Hanke, Bad Ischl, Rcttenbachwaldstrahe 12, und jene, welche Geldangelegenheiten betreffen, an den Kassier Rudolf Hin--.-.er Bad Ischl, Rettenbachwaldstraße 9, zu adressieren. Hiitteldorf. (V e r e i n s n o t i z.) Die Vereinsabende mit Vortrag werden jeden Dienstag nach dem 8. im Monat abge-halten. Die Vereinsabende für das Lokomotivperfonal finden jeden Dienstag nach dem 15. im Monat statt. Die elfteren Cer-einSabendc beginnen um y28 Uhr abends, während die des LokomotivpcrsonalS jedesmal um Uhr beginnen. Vereins-lokal ist: Wien XIII, Hackingerstrahe 65. Vollzählige» Er-scheinen erwünscht. Knittclfcld. (V ere inLnotiz.) Den Mitgliedern und Kollegen von Knittclfcld und Umgebung diene zur Kenntnis, daß Ferdinand Bindreiter, Schmied in der .Werkstatt.:, wegen Schädigung allgemeiner Interessen 1 aus der ’ Organisation ausgeschlossen ist. Der wahre Charakter BindreiterS hat sich durch seinen Beitritt zu den Gelben gezeigt. Jeder anständige Kollege wird wissen, waS er im eventuellen Verkehr mit solchen Leuten zu tun und lassen hat. Gmünd. (Vcrsammlungsbericht.) Bei der letzten stattgefundenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Johann Neunten fl, Obmann, Leopold G a a g und Franz F u s ch a, Stellvertreter. Lambert Ableidinger jun., Schriftführer, Leopold Dienst! und Ignaz Halmenschlager, Stellvertreter; Johann Reith er. Kassier. Jakob Fialla und Adolf Kra> mann. Stellvertreter; Wenzl Gartu», Bibliothekar, Georg T o d t und Ignaz Klopf. Stellvertreter; Heinrich Satter, Franz Wagner, Johann Zwirner, Kontrolle; als Zahl, stellenlciter für DietmannS: Leopold D » e n ft l, wohnhaft Diet-manns Nr. 5; als Zahlstellenleiier für Purbach: Florian Trafchl, wohnhaft Bürbach Nr. 28; als Zahlstellenleiter für Gratzen»Weißenbach: Franz Karauschek, Wächter in Naglitz bei Gratzen. Sämtliche Zuschriften in Vereinsangelegenheiten sind an den Obmann Johann Neunteufl, Gmünd I, Nastergafse 114, in Geldangelegenheiten an den Kassier Johann Reither. Unter-Wiel and» Nr. 7 4 zu rich-en. Ferner werden die Mitglieder aufmerksam gemacht, daß die Einzahlungen jeden ersten SamStag nach dem 1. und 15. des laufenden Monats von 6 Uhr abend» an. ftattfinden. Mödling. (Versammlungsbericht.) Bei der am 4. Februar abgehaltencn Generalversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Josef Hieß, Zahlstellenleiter. Lambert Marcsch, Stellvertreter; Johann Tu scher. Kassier; Ludwig Wilhelm, Schriftführer, Joscf Kraft, Stellvertreter; Georg Chorherr und Karl K r o h m a n n, Revisoren; Mairinger, Wilduer. Lechner, Resl, Müller, G. Lampl, Ungcr, Godow itz, Hofer, fl Hi, P. Lampl, Markt und Gösler, Ausschussmitglieder. Die VereinSabende finden jeden ersten Mittwoch im Monat im Arbciterheim statt. Zuschriften sind an Joscf Hieß in Mödling zu adressieren. Mährisch-Ostrau—Odcrsurt. Am 20. Jänner fand die diesjährige Generalversammlung statt, welche sehr gut besucht war. Aus den Berichten der Funktionäre ging die erfreuliche Tatsache über die ersprießliche Tätigkeit des Ortsgruppen« ausschuffes und das Anwachsen der Mitgliederzahl hervor. Ge-j nosse DüSek aus Wien referierte über die parlamentarischen! Vorgänge der letzten Zeit. Friedek. Die diesjährige Generalversammlung, welche; am 19. Jänner im Hotel Deutscher bei gutem Besuch stattfand, brachte den Beweis, daß es hier in Friedek, trotz der Bemühungen der Nationalen, wenn auch langsam, so doch stetig vorwärtsgeht. Nach den Berichten der Funktionäre und Neuwahl deS Ausschusses referierte Genoffe D u Z e k aus Wien über die letzten Vorgänge auf Len österreichischen Staatsbahnen. Krakau. (Zehnjähriges Gründungsfest der Ortsgruppe.) Im Saal des „Hotel Europejski" fand am 2. de SN. das Fest der Gründung der Ortsgruppe Krakau statte Im festlich geschmückten Saal fanden sich nicht nur zahlreiche Mitglieder mit ihren Frauen, sondern auch Deputationen von Bruderorganisationen, sowie Vertreter der Partei, Abgeordneter Genosse DaSzynski. Dr. Marek und Dr. Wo-browskj, von der Gcwerkschaftskommission Genoffe Jaros-zewski und des Vereines „Volksuniversität", der Zentrale und Ortsgruppen O swiecz i m, Trzebinia, Szczakowa, P o d g o r z e und N e u - S a n d e e. Slus Rze 8 zow ist ein Telegramm eingelaufen. Nachdem Genosse GoglowSki das Fest mit einer Ansprache eröffnet halte, brachte der Arbeiter-Gesangverein den „Sozialistenmarsch" zum Bortrag. Sodann, bestieg Genosse Duschet aus Wien die Tribüne, um in längerer Rede der Vergangenheit und jener Männer zu ge-, Lenken, die sich um den Ausbau der Eisenbahnerorganisation im allgemeinen und um das Aufblühen der Ortsgruppe Krakau im besonderen verdient gemacht haben. Er schloß seine mit großem Beifall aufgenommene Rede mit der Aufforderung, auch im künftigen Dezennium tatkräftigst an dem Ausbau der Organisation zu arbeiten. Genosse KaczanowSki besprach die Tätigkeit der Organisation in den letzten zehn Jahren, wies auf die erzielten Erfolge hin und ermahnte die Anwesenden, für den Ausbau der Organisation einzutreten. Genoffe Jaroszewski sprach in Vertretung der Gewerkschaftskommission, Genossin Dr. Salzige namens der ..Volksuniversität". Genoffe Daszynski, mit stürmischem Beifall begrüßt, erinnerte m längerer Rede an die Kämpfe, welche besonders in Galizien gegen die Eisenbahngewaltigen und Behörden auszukämpfen waren, wie schwer es in früheren Jahren war, sich an der Organisationsarbeit zu betätigen, wies auf die gewaltige Aufklärungsarbeit, welche die Organisation unter den Eisenbahnern Galiziens bewältigen mußte, sowie auf die Erfolge, welche durch die Organisation errungen worden sind, hin. Auch die Vorgänge der letzten Jahre im Parlament besprach er und gedachte deS Anteils, welchen die parlamentarische Fraktion an der Durchführung der Wünsche der Eisenbahner genommen. In flammenden Worten forderte DaSzynski die Eisenbahner auf, treu zur Organisation zu stehen. Im weiteren Verlauf deS Festes brachte die Tochter des] Genossen Slomczinski einige Piecen am Klavier zum. Vortrag und die Warschauer Konservatoristin Fräulein 2 u ft-' garten, von Fräulein Hcndhch am Klavier begleitet, fang' einige Volkslieder. Genosse Strojek sprach einen Prologs und der Arbeiter-Gesangverein sang einige Chöre, Mit dem! „Lied der Arbeit" schloß die schöne Feier. Siegmundsherbcrg. Am 8. Februar fand im Gasthaus. der Frau Weiz eine gut besuchte öffentliche Vereinsversamm'-i lung statt, in welcher Genoffe Duschek aus Wien über die parlamentarischen Vorgänge der letzten Zeit da» Referat erstattete. Jglan. Am 16. Februar fand in den Lokalitäten der Ortsgruppe in Bartls Gasthaus die diesjährige General-Versammlung statt, in welcher Genosse Duschet als Vertreter der Zentrale fungierte und über die letzten Vorgänge auf dem Staatsbahnen sprach. Send. (VersammlnngSbericht.) Montag den 2. Februar fand die Generalversammlung statt. Es wurden folgende Genchsen gewählt: Johann ©meiner, Obmann, Jakob E g g e.r, Stellvertreter; Josef Winkler, Kassier, Rupert G r u b e r, Stellvertreter; Josef B a l h o f e r, Schrift-Rupert Grübet, Stellvertreter; Joscf Voithofer, Schrift« Bogensperger, Bibliothekare; Matthias Reiter, Franz Reifinget, Kontrolle; Josef Voithofer, Simon Ed-; linger, Josef Wörndl. Streckenkassiere. Alle Zuschriften sind an Johann Gm ein er. Vor-' arbeitet, Personal ha uv, in Geldangelegenheiten an. Josef Winkler, Weichen stellet. Personalhau 6,; zu richten. Meran. (BersammlungSbericht.) Bei der am 2. Februar stattgefundenm Generalversammlung wurdew folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: AloiS Fritz„ Obmann. Matthias Maier. Stellvertreter; P i l l a r, Schrift-führet. Stanz l, Stellvertreter; Josef Huber. Kassier, Schrofseneggcr. Stellvertreter; Dorfner und Russin, Revisoren; Gode s. Rachrinig. Schwarz. Thuß und! Bern hart, Ausschüsse. Als Subkassiere wurden aufgestellt: Heizhaus: Johann Heide; Werkstätte: S ch i e fe r m a i e t; Verkehr und Bahnerhaltung: Ne ms; für Lanna: Mart.' Zum Schluß der Versammlung brachte Genoffe Fritz ein! kurzes Referat über „Bildung und Idealismus", welches mit' Beifall ausgenommen wurde. Alle Zuschriften sind zu richten an Aloi» Fritz,' Lokomotivführer, Franz Ferdinandskai 28, Meran, UntcrmaiS. WeiterS diene den Mitgliedern zur Kenntnis, daß die Monatsversammlungen so wie bisher jeden ersten Samstag, im Monat stattfinden; als Neueinführung wurde ein Dis-kufsionSabend für das Lokomotivpersona! beschlossen, welcher allmonatlich am 18. um 8 Uhr abends im „Englischen Hof" stattfindet. Verschiedenes. Die „gottgewollte" Weltordnung. 2 5.0 0 0 fl r. für einen neuen Nervenkitzel. Die amerikanische Milliardärin MrS. Gourand verspricht in einem Preisausschreiben demjenigen eine Summe von 5000 Dollar (25.000 Kr.), der für sie den besten Nervenkitzel auS-denken kann. Stach den bürgerlichen Blättern ist MrS. Gourand ein Weib, dem nichts Menschliche» mehr neu ist. Alles was eS bei den einzelnen Völkern der Erde an Vergnügen und sinn-, liehen Ausschweifungen gibt, die Milliardärin Gourand hat c8 durchgemacht. Selbst die Genüsse der genußsüchtigen Römer' des verfallenen römischen Kaiserreiches hat sie übertvoffen: In den verrufensten Gegenden von Neuyork, in orientalischen HarmnS hat MrS. Gourand Feste gefeiert. Die unerhörteste Pracht, ihr, der Milliardärin, ist es nicht» Neues. Sie will aber etwas ihr noch fremdes haben und so veröffentlicht sie eine Preisausschreibung: 5000 Dollar demjenigen, der etwa» ersinnt, was ihr neuen Genuß bietet. Not ist in der Welt, in welcher MrS. Gourand lebt, ein unbekannter Begriff. Und doch ist die Welt der Reichen auch die Welt der Armen. Und doch mag oft an der Mauer ikreS Palastes ein verzweifelter Mensch, den Arbeitslosigkeit, Hunger und Not tief hinabgestoßen hat, gelehnt haben. Ja, sie ist wirklich „göttlich", diese Weltordnuug! Auf der einen Seite Reichtum in Neberfluß, Ausschweifung und Laster, um das Geld loszuwerden, auf der anderen Seite Elend und Verbrechen, weil es an dem zum Leven notwendigsten mangelt. Und während hier eine verzweifelte Mutter sich und den Kindern den gewaltsamen Tod gibt, um dem Hungertod zu entrinnen, dort ein braver Arbeiter und Familienvater unter den Schlägen der Arbeitslosigkeit zusammenbricht. während sich Kerker und Waisenhäuser füllen und sich in den Asylen der Großstädte die Ausgestoßenen dieser Gesellschaft zusammendrängen, prassen und schwelgen die vom Geld Ueberschütteten. Die Preisausschreibung des amerikani-ichen Milliardenwcibes zeigt, wie tief die menschliche Gesellschaft in den Sumpf der Verkommenheit gesunken ist. Und Menschen werden sich finden. Menschen mit Kopf und Hirn, „Ebenbilder" Gottes, die der Mrs. Gourand ihre Vorschläge machen werden, obwohl sie wegen dieser Verhöhnung der Armut vor das Gericht gestellt werden sollte. Bei der Jagd nach dem Geld wird die Menschheit zertreten, über Moral und Sitte, über die Leichen Zehntausenoer geht der Weg zum Mammon. Kinder und Greise ringen um Hilfe flehend die Hände und grinsend antwortet ihnen das Verderben. Ein Unmensch, der im Golde wühlt, der zwingt alles vor ihm auf die Knie. ■ - . Spll man grüßen? Ein Erlebnis im Eisenbahnabteil. Ich sah zuerst im Abteil. Dann stieg ein Herr mit einem | Zylinder ein. „Ich will sehen, ob der grüßt", dachte ich Nein, er j grüßte nicht. Dann kam ein Geschäftsreisender herein, sah uns mit einem leeren Bliik an und grüßte nicht. | Ein Leutnant in Zivil war der nächste. Man sah es i an der Haltung. Ein Gruß? Fiel ihm nicht ein. Dann kam eine halbe Stunde Schweigen, nichts als 1 Schweigen. Das Schweigen stieg aus unseren Augen kältenebelnd in die Höhe. Das Schweigen hing in dicken Wolken au der Decke. Das Schweigen schlug sich an die kalten Fensterscheiben und rann in zähen Tropfen auf klebrigen Geleisen. Auf einmal kam ein Gespxäch zustande. Es betraf das .'Grüßen: Soll man grüßen, wenn man in ein Abteil tritt? Me waren einig: Nein, man grüßt nicht. „Es wäre Beleidigung", sagte btt Herr, dessen Zylinder Vicht im Netz oben schaukelte. „Es gehört sich nicht", sagte der Leutnant in Zivil. „Man grüßt nur Leute, die man kennt", sagte der Aeisende. Uan dann sahen sic alle auf mich. „Und Ihre Meinung?" fragte der Reisende. Da stieg ein Mädchen ein. ES sah frisch und fröhlich aus, sah uns unbefangen an und sagte „Guten Tag". Worauf der Zylindermann, der Leutnant, der Geschäftsreisende und ich freundlich nickten und aus einem Munde sagten: .Guten Tag." ____________________ Fritz Müller. Die drahtlose Telegraphie im fahrenden Eisenbahnzug. I» den letzten beiden Monaten des verflossenen Jahres haben auf der amerikanischen Lackawannaeisenbahn wichtige Versuche über die Verwendung drahtloser Telegraphie in fahrenden Eisenbahnzügen stattgefunden. Nach einem Bericht deS „Scientific American" ist cs gelungen, durch drahtlose Telegraphie die Verbindung des fahrenden Eisenbahnzuges mit Bahnhöfen dauernd aufrecht zu erhalten. Die Eisenbahngesellschaft verwandte bei den Versuchen Anlagen für drahtlose Telegraphie snach dem Marconi-System) auf den beiden Bahnhöfen Scranton in Pennfylvanien und Binghampton in Newyersey. Beide Sendestellen verfügen über eine Reichweite von fast 600 Kilometer; ihr Abstand beträgt rund 100 Kilometer; Die Sendestellen auf den Bahnhöfen haben ziemlich hohe Masten; Sender und Empfänger, die auf den Wagen des fahrenden Zuges aufgemacht find, erheben sich nur 40 Zentimeter über das Dach. Sie bestehen-aus Rechtecken, die aus schwerem Kupferdraht hergestellt sind; sie ruhen auf isolierenden Po-rzellanuntersätzen und arbeiten mit einer Spannung von 8000 bis 8000 Volt. Vier solcher. Drahtrechtecke sind hintereinander verbunden, und die Erdableitung wird durch die Schienen hergestellt. Bei den Versuchen konnte ein Zug, der mit 85 Kilometer zwischen den beiden Bahnhöfen fuhr, dauernd Telegramme austauschen, nt dem der Telegraphist in dem Zug sedeSmal die nähere Sendestelle auf. den Bahnhöfen anrief, die, wenn e> nötig war, die Mewmtg an die entferntere tveitergab. Alkohol «Hb Selbstmord. Nach den Veröffentlichungen der Statistischen Korrespondenz über die Selbstmorde in Preußen im Jahre 1910 haben in diesem Jahre in Preußen 8179 Personen (6184 Männer und.2016 Frauen) durch Selbstmord geendet. Ueber die Beweggründe zum Selbstmord gibt folgende Uebersicht nähere Auskunft. Es starben von 100 Selbstmördern infolge von: 1S67 ISto HO» 1910 bl ». nt. w. m. w. m. w. 21-8 36'4 21*6 870 21-0 87-1 21-8 89 3 10-4 71 11-9 9-1 12-6 73 12'2 77 10-2 8-4 9-8 9-2 97 9 9 10'0 93 ,75 6-3 7-2 5-4 81 67 75 52 . 8-9 9-0 8-8 7-9 41 7 9 4'3 7 4 ,131 2-1 11-8 1-3 10-7 15 10-1 1b , 6-3 *8 6-2 3-3 6"7 3 5 6 2 4-0 , 2-6 6-9 2-4 6-7 2-9 8-1 3-1 6 6 , 1-7 1-6 fr2 1-9 1-6 1-6 1-5 17 , 1-0 1-6 0-9 1-8 06 1-7 1-0 13 , 0-6 0-8 0-6 0-1 0-6 0-1 0-4 0-2 ,#•0 170 22-1 17-8 82-2 15-6 21-9 15 9 Bei den Männern spielt der AlkoholiSmuS also eine bedeutende Rolle alS Selbstmordmotiv, wird er doch in mehr alS 10 Prozent der Fälle etfl direkte' Ursache angegeben. Wenn man aber überdies bedenkt, «te oft der Alkohol als alleinige oder unterstützende Ursache bei Entstehung der Geistes- und Nervenkrankheiten, von körperlichen Leiden, von Reue, Aerger und Streit, also den wichtigsten Beweggründen des Selbst, mordes, anzuschulden ist. mutz man zur begründeten Annahme kommen, daß der Alkohol viel öfter» Selbstmordursache ist, als sich dies statistisch erfassen läßt. Der 8»tt*ltt»*Se«t6teud6 tat modernen Krieg! Nicht nur die Zahlen der im modernen Krieg aufgebotenen Massen und der Opfer an Menschenleben wachsen ins Ungeheure, auch das von den Soldaten verpulvert« Material wird immer größer. Das „Militär-Wochenblatt" veröffentlicht jetzt Zahlen über den Munitionsverbrauch im Russisch-Japanischen Krieg, wonach zum Beispiel in der Schlacht bei Lmnyang auf russischer Seite durchschnittlich 170 Jnfanteri«patronen verschossen wurden, am Schaho 196 und bei Rükden 196, während 1818 noch. in der «Schlacht bei Leipzig die Preußen per Mann nur 20 Schutz Geisteskrankheit . Trauer und Kummer Körperliche» Leiden Reue, Scham und Gewissensbisse . , Nervenkrankheit . , AlkoholiSmuS. Lebensüberdruß im allgemeinen . . Leidenschaften . . Aerger und Streit Geistesschwäche . . Laster............... anderen und unBet Beweggründen . abgaben! Auch im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 betrug die Durchschnittszahl der ans jedem Gewehr von den Deutschen in der Zeit von August 1870 bis Februar 1871 abgegebenen Schüsse nur 56. Noch deutlicher tritt die Verschleuderung von Werten int modernen Krieg in die Erscheinung, wenn man die' Höchstzahlen der per Mann abgeschossenen Patronen vergleicht.,Während bei der Verteidigung des Kirchhofs von Beaune-la-Rolande am 28. November 1870 Teile der Infanterie-Regimenter Nr. 16 und 57 etwas über 200 Patronen per Mann verfeuerten, kamen auf das russische Infanterieregiment Nr. 138 in der Schlacht am Schaho am 14. Oktober 1904 4 0 0 Schuß auf den einzelnen Soldaten! Auf Grund dieser Erfahrungen auf dem Mandschurischen Krieg wird als Mindestmaß für den modernen Krieg ein täglicher Verbrauch von 250 Patronen per Mann an Schlachttagen angenommen. Krasser noch wirkt die Ausmalung eines modernen Weltkriegs, wenn wir auch noch den Verbrauch von A r-tilleriemunition in Betracht ziehen. Im Russisch-Japanischen Krieg gelangten zum erstenmal Schnellfeuerkanonen zur Anwendung. In der Schlacht bei Tafchitfchao traten sie zuerst in Aktion, wo jede von ihnen 283 Schutz abgab! Bei Mulden brannte dagegen jedes Geschütz 4 80 Schüsse ab. während im Befreiungskrieg von jeder Kanone stets rniiet 70, 1870/71 nie mehr als 200 Schüsse abgegeben wurden. Welche Folgerungen ergeben sich nun aus dieser technischen Vervollkommnung der Mordwerkzeuge? Für die Kriegsschwärmer des „Militär-Wochenblatts" die Forderung, die natürlich auf Kosten der Steuerzahler verwirklicht werden soll nämlich: schon in Friedenszeiten vorsorgend vor« auszuarbeiteu, damit im kommenden Krieg die Munition nicht ausgshe. Gegenüber dieser Forderung will die zweite Lehre, die das „Militär-Wochenblatt" zieht, die Erziehung zur Sparsamkeit im Munitionsverbrauch, wenig besagen. Sie ist nur platonisch zu nehmen, zumal, wenn man die Macht bedenkt, welche dem Rüstungskapital bei uns gegeben! Ganz anders sind die Konsequenzen, welche die Arbeiterschaft aus den mitgeteilten Zahlen zu ziehen hat, die wieder einmal den Wahnsinn eines modernen Krieges vor Augen führen. Versammlungsanzeigen. In nachstehenden Orten finden Versammlungen statt: Kitzblihel. Am 22. Februar um 2 Uhr nachmittags im Vereins lokal Generalversammlung. Pöchlarn. Am 25. Februar um 2 Uhr nachmittags in Auers Gasthaus im Krummnutzbaum Wächterversammlung. MSHrisch-Dchönberg. Am 27. Februar um 6 Uhr abends im Vereinslokal, „Arbeiterheim". Feldkirch. Am 28. Februar um %8 Uhr abends im Gasthaus Rost in Levis Generalversammlung. Herzog,nburg. Am 1. März um 1 Uhr nachmittags in Sotzas Restauration Generalversammlung. Lobofttz. Am 1. März um 3 Uhr nachmittags im Gast. hauS »zur Traube" Generalversammlung. Ziersdorf. Am 1. März um 8 Uhr nachmittags in Oswalds Restauration Generalversammlung. Saaz. Am 1. März um 2 Uhr nachmittigs in Preislers Gasthaus Generalversammlung. Mitgliedsbücher sind mitzubringen. HannSdorf. Am 1. März am 3 Uhr nachmittags bei Veith in GepperSdorf. Reichenberg. Am 1. März um 2 Uhr nachmittags im Lereinslokal Generalversammlung. Dux. Am 1. März im Gasthaus „zur Post" General. Versammlung. Luditz. Am 1. März um 11 Uhr vormittags in SZürn. Bergers Gasthaus Generalversammlung. Slostergrab. Am 1. März um Yt9 Uhr abends in der Bahnhofrestauration Generalversammlung. KritzenLorf. Am L März um %8 Uhr nachmittags in SchinnböckS Gasthaus in Mördern Generalversammlung. Pöchlarn. Am 1. März in Baumgartners Gasthaus Generalversammlung. Karlsbad. Am 7. März um 8 Uhr abends im Hotel „Wiener Hof" Generalversammlung. Mitgliedsbücher sind mit-zubringen. Mährifch-Nenborf. Am 8. März um 2 Uhr nachmittags im Gasthaus Taborsky Generalversammlung. Annathal-Nothau. Am 8. März in Schmuckers Gasthaus um 2 Uhr nachmittags Generalversammlung. Standing. Am 8. März um 8 Uhr nachmittags im Restaurant „Nordbahn" Generalversammlung. Brtix. Am 8. März um 8 llhr abends im Cafe „Zentral" Generalversammlung. Rudig. Am 8. März um 4 Uhr nachmittags im Gasthaus „Morgenstern" Generalversammlung. Chodau. Am 10. März um 7 Uhr abends im Vereinslokal Generalversammlung. Mödling. Am 12. März um 8 Uhr abends im Hotel Riedl Festversammlung. St. Pölten. Am 15. März um %2 Uhr nachmittags in Reiningcrs Gasthaus, Wienerstraße 45, Generalversammlung.- Ausweis des Vereines „Menbahnerheim". An Spenden für das „Eisenbahnerheim" sind bei uns auS folgenden Orten in der Zeit vom 10. Jänner bis 20. Fe» rncir l. I. eingelaufen: Brandstätter (Innsbruck) 50 Kr. Literatur. . '/Der Kampf", Sozialdemokratische Monatsschrift. Soeben ist vom Jahrgang VII, (1. Februar 1914) Heft 5, erschienen mit folgende» Beiträgen: Karl Renner: Steuerkämpfe und Steuerreform; Martin Napoldi (Innsbruck): Tirol und Trentino; Max Adler: Fichtes Idee der Nationalerziehung; Otto Jentzen (Dresden'» Geburtenbeschränkung und Klassenkampf; Julius Deutsch: Zum Kampf der Buchdrucker; Hans Steiner: Christlichsoziale Arbeitslosenfürsorge; Ernst Lackeuba che r: Sozialdemokratie und Privatangestellte; Erwin H e r n r i e d: Emil Rüsenow; Bücherschau: Parlamentarismus. — Geschichte des Sozialismus. — Christliche Gewerkschaften. Das Jahresabonnement kostet 6 Kr. Redaktion und Verwaltung Wien V/1, Rechte Wienzeile 97. Die Mürzfeftfchrift. Ein Galgen ragt empor, Flinten schießen, die Gegenrevolution ist am Werk! Dies zeigt uns das prächtige Titelbild der heurigen Märzfestschrift, das der junge Wiener Maler Charles Galle gezeichnet hat. Wie die Arbeiterbewegung trotz alledem sieghaft aufsteint und ihre Feinde überwindet, schildern die Beiträge, die- in der heurigen Märzfestschrift enthalten sind. „Immer tote der!" beginnt der kräftige Märzspruch, deu Josef Luitpold beigesteuert hat. Ist die Sozialdemokratie für die Friedlichkeit oder für die Gewalttätigkeit? Diese Frage beleuchtet Ernst Necker in einem Artikel voll satirischer Schärfe „Die Revolution". Ein Erlebnis von Karl Marx im Jahre 1848, feine Ausweisung aus Belgien, seine und seiner Frau Verhaftung, erzählt von Rjasanosf. Er bringt auch einen ausführlichen Brief von Marx zur Veröffentlichung, der seit seinem ersten Erscheinen am 8. März 1848 nicht mehr gedruckt worden ist. Aus den allerersten Anfängen der Österreichische« Arbeiterbewegung in den Fünfzigerjahren, erzählt Julius Deutsch interessante Ge--schichten in dem Artikel „Nach der Revolution“. Jakob Reuman n spricht von den Tagen vor und nach dem Hochverratsprozeh, von der Zeit der Verhängung des Ausnahme--zustandes. Der junge Proletarierdichter Max Barthel hat ein wuchtiges Gedicht „Wir bauen stille " beigesteuert. Ju den Text der Festschrift sind sechs Karikaturen aus_ der in der Revolutionszeit stark verbreiteten politisch-satirischen Zeitschrift „Leuchtkugeln" eingestreut. Die treffenden Witze und der ätzende Spott werten heute noch alle Leser vergnügen. Die Festschrift bringt auch ein schönes Porträt von Andreas Scheu, dem ersten großen Vorkämpfer der österreichischen Arbeiterbewegung, der jüngst seinen siebzigsten Geburtstag gefeiert hat. A!S Kunitbeilage enthält die Märzfchrift eine prächtig ausge-führte Abbildung des unlängst enthüllten Grabdenkmals Franz Schuhmeiers. DaS Bild wird allen, denen das Andenken Franz Schuhmeiers teuer ist, eine willkommene Gabe fein. Die Märzfestschrift koktet 20 H. Wo dieselbe ausnahmsweise bei unseren Partei- oder „Glühlichter"kolporteuren nicht zu haben sein sollte, da empfiehlt sich die Einsendung von 25 H. (25 Pf.) in Briefmarken an die Wiener Volksbuchhandlung Ignaz L'rand u Komp., Wien VI, GuiNpendorserstraßs 18, worauk sofortige Frankozusendung derselben erfolgt. Sprechsaal. Südbahubedienstett, Konsumenten der Lebensmittel-mngazine der k. k. priv. Sudbalingeskllschaft in Wien, Meidling, Marburg, Innsbruck und Bozen. Werte Kollegen und Genossen! Demnächst werden die Wahlen für das Aufsichtskomitee deS Lebensmittelmagazins der k. k. priv. Lüdbahngesellschast ausgeschrieben und es obliegt uns, zu der Wahl zu rüsten. Die Wichtigkeit dieser Wahl erst zu betonen, halten wir nicht für notwendig, haben doch die Lebensmittelmagazine der Siidbahn eine wichtige Aufgabe bei der Approvisionieruug der Südbahnbediensteten und -Arbeiter zu erfüllen, und können daher den für die Bediensteten errichteten WohlfahrtSeinrich-lungen zu gezahlt werden. Nachdem es nun den gemeinschaftlichen Bemühungen der Organisation im Verein mit der Personalkommission und dem Arbeiterausfchutz gelungen ist, durch Abänderung der Bestimmungen für das LebenSmittelmagazin eine ständige Per-fonatvertretung zu erwirke», so ist es die Pflicht der Konsumenten, in das neuzuwählende Aufsichtskomitee nur solche Männer zu entsenden, von denen man die lieberzeugung hat, das; sie erfahrene und gewissenhafte Männer sind, welche unerschrocken und energisch die Interessen der Konsumenten zu wahren gewillt sind. Und solche Männer empfehlen wir euch auf Grund eines in einer Vertrauensmännerkonferenz der Südbahner einstimmig gefaßten Beschlusses, laut welchem eine sorgfältige Auswahl getroffen wurde. Die Kandidaten, welche wir euch zur Wahl empfehlen sind: Für die Wahlgruppe 8, Unterbeamte (rote Stimmzettel): Als M i t g l i e ö des A u s s ich t s k o m i t e e s: Greiner Anton, Wagenmeister, Matzleinsdorf. A l s E r s a tz m a u n: Prinz Ferdinand, Magazinsmeister, Materialmagazin Wien. Für die Wahlgruppe C, Diener (blaue Stimmzettels: Als Mitglied des Aufsichtskomitces: Engert Heinrich, Kondukteur-Zugsführer, Wien. A l s E r s a tz m a n n: Dilotty Camillo, Heizer, Heizhaus Wien. In der Wahlgruppe D, Arbeiter (gelbe Stimmzettel): AIS Mitglied des Aufsichtskomitees: Newessely Heinrich, Schlosser, Werkstätte Wien. Als Ersatzmann: Toth Franz, Magazinsarbeiter, Eilgutmagaziu Wien. Alles übrige über deu Wahlmodus, Verteilung und Ai» gäbe der Stimmzettel, ist aus den! Flugblatt, welches zur Wahl herausgegebeu wurde, zu ersehe» und ersuchen wir die dort enthaltenen Bestimmungen genau zu beachten. Und nun, Kollegen und Genossen, zur Wahl! Niemand fehle, jedermann entfalte die intensivste Agitation von Mann zu Mann. Wir sind überze.ugt, daß, wie immer, auch bei dieser Wahl die Südbahner zeigen werden, daß sie überzeugte, disziplinierte und zielbewußte Mäimer sind. Mit Parteigruß Die Exekutive der organisierten Südbahn» b e d i e u st e t e n. Mütter,die ihre Kinder lieb haben,geben ihnen zur Kräftigung gute Milch mit Kathreiners l Kneipp-MatzkaNee. Äakhrelner «Ir» nach 6em fterBhnrfea« Malfrrtlner «33erfahren an« beflem ' Malz hergeftell« und Ist |etl2S3ehren dos ärztlich anerkannte Stärkungsgetränk. Mao eertenfle (tim 6tafem| Reis oesbtflAlId» bee etftlen flelhrelner la «ttotoRenee Pake!,, mU Bilb »len« Sinei»». x Elsenbohnbedlknstrte und ÄrBtiler! Demnächst finden im Sinne des § 9 de» Statuts der Berufsgenossenschaftlichen UnfollvcriickerungSnnstalt der österreichischen Eisenbahnen die Wahlen des Delegierten und dessen Ersatzmannes in die tibgcitannte Institution für den Bereich der nachnehenden Bahnen statt. Die Exekutive der organisierten Eisenbahner tritt auch me»«al «, euch, geehrte Kollegen und Ge,rosten, Hera», um alle» aufzudieten. dost auch diesmal Männer eure» 'Vertrauen«, unabhängig* und zielbewußt*. energische Männer gewählt werden, die mit Nachdruck die Interessen der armen, im Dienste verunglückten Eisenbahner vertreten. Eure Dahl soll aber gleichzeitig ein neuerlicher Protest gegen die selten» der Regierung geplante Verschlechterung der Unfallversicherung fein. G$ ist daher notwendig, daß die Dahl emmütig erfolgt und wir empfehlen euch untenstehende Kandidaten zur Wahl. Wir bitten euch durch keinerlei Einflüsse beirren zu lasten und für die empfohlenen Kandidaten energisch einzu» treten und eure Stimmen aus sie zu vereinigen. Für die L L priv. Süvbahn,esellsch«ft. Als Delegierten: Heinrich Zwenk, Lokomotivführer, Bruck an der Mur. Al» Ersatzmann: Robert Scherbaum, Zugsrevisor, Wien. Für die t k. priv. Buschitzhrader Eisenbahn. Al» Delegierten: Josef HaRer. Lokomotivführer, Prag-Bubna. Als Ersatzmann: Wenzel Lruka. Werkstättenorbeiter. Komata». Für die l. I. priv. Saschou-Lderbrrger Eisenbahn. Als Delegierten: Josts Fiala, VerkehrSunterbeamler. Lonkau. Als Ersatzmann' Johann Prosda, Spengler. Ldcrberg L Für die t 1. priv. Aussig Tepliver Eisenbahngesellschast. Als Delegierten: Eduard Palme. Lokomotivheizer. Aussig an der Elve. Bl» Ersatzmann: Josef Kunz. Berschubausseher, Dux. Für die Friedländer BezirkSbahne«. Als Delegiert -n: Karl Veeliger. Stationsleiter. Haindorf in Böhmen. Als Ersatzmann: Staniriau» Rolm, Kanzlist. Friedland in Böhmen. Für die L. L priv. Siaudins-Stramberger.Lolalbah». Al» Delegierten: Emil Tegel. Lokomotivführer, Standing, Al» Ersatzmann: Franz Kutaö, Kondukteur. Stauding. Für die L L priv. Eisenbahn Wieu-Aspang. Als Delegierten: Wenzel Sliiltf, Werkstättenorbeiter. Wien. Als Ersatzmann: Josef Händler, StutionSmcister, Willcndorf. Fü, dir Gaisbergbahn-Gelellfchgst. Al« Delegierten. Hin!» Huber» Lokomotivführer. Barsch. Al» Ersatzmann: Josef Ranchenschmandlner, Werlsührcr, Patsch. Für die Lokalbahn JnnSbruck-Hall. Als Delegierten: Ferdinand Kindlmann. Kondukteur, Innsbruck L.-D. ', Als Ersatzmann: Ludwig Eder, Lackierer. Innsbruck L.-D, Für die Salzburger Eisenbahn- und Tramwahgeskllschaft. AIS Delegierten: Robert Kirchschläger, Motoriührer, Salzburg. Als Ersatzmann: Rupert Sollereder, Oberkondukteur. Salzburg. Für die Solzkammergui-Lokalbaha A.-G. 918 Delegierten: Karl Ritz, Kondukteur. Salzburg. Als Ersatzmann: Josef Lochbichler. Lokomotivführer, Bad Ischl. Für die Aktiengesellschaft der Wiener Lokalbahn. Als Delegierten; Franz Moser, Zugssührer. MahleinSdors. Llö Ersatzmann: Franz Weisuer, Kondukteur. MatzleinSdorf. Die Exekutive der organisierten Eisenbahner Oesterreichs. Än das Wächterpersoual der Ocsterretchtschkn Nordwest-bahn. Jene Kollegen, die zu der demnächst stattfindenden PersonalkommissionSsihung irgendwelchen Wunsch oder Antrag Vorbringen wollen, möge» sich bis längstens 16. März d. I. an AloiS Kraliöek. Bahnwächler in Sutic Nr. 17 7, Post Ssmir. wenden. ^ r _ 1 Offene Anfragen. An die k. k. Staatsbahndirckiion in Innsbruck. Die Bediensteten der Station Bischofshose», welche daü Brennholz von der Buhnverwaltung beziehen, bitten, eine t L EtaotSbahndirektion möge veranlasten, daß da« Brennholz jederzeit frühzeitig gmug beigestellt wird, "l dem .„ ... _ damit c» sofort nach dem 1. eines jeden Monat« zur Verteilung kommt. Durch diese» Entgegenkommen wird vielen Bediensteten geholfen und so mancher unliebsame Zwischenfall beseitigt. An die L L Direktion der Oestrrreichischen Nordwestbahn. Die Magazinsarbeiter im Gütermagazin der k. k. Ce. R. W. B. in Reichenberg werden seit Monaten durch die Nicht» einstrllung von fünf Substituier, in die Monatsrechnung in ihxem Altordverdienst geschmälert. Aus eine diesbezüglich« Be-schweede wurde von Herrn Kontrollor Langer die bestimmte Zusage gemacht, daß die Magazinsarbeiter im Gulermagazin für den Ausfall der fünf Substituten für drei Monate vergütet werden. Bis heute wurde jedoch diese Anordnung nicht durchgeführr. Das Magazinspersonal in Reichenberg bittet daher, eine i, f. Direktion möge die Durchführung dieser Zusage anordnen. f An die f. k. Direktion bet Böhmischen Rordbahn. Die Bahnwärter der Strecke Bensen—Böhmisch-Kamnitz —Höllemühl ersuchen um sofortige Zustellung des bei der PerfonalkommisstonSsitzung bewilligten Zuschusses an Brennmaterial für die Dien st räume. Infolge der andauernden Kälte sind die angewiesenen Kohlen bereits seit Mitte Jänner verbraucht, und da trotz wiederholte» Bitten von seiten der L L B. E. @. kein Brennmaterial weder angewiesen noch au*-gefolgt wurde, so sind die Bediensteten der Kälte und den Unbilden de« Winter» auSgesetzt. Auf rasche Erledigung dieser unmenschlichen und sanitätSwidrigen Vernachlässigung hoffen Die Bahnwärter. An die k. k. Generakinspektion der österreichische« Eisen-bahnen in Wien. Ist der k. k. Generalinspektion bekannt, daß da» Zugbegleitungspersonal der Kaschau-Oderberger Eisenoahn 60 b,» 63 Stunden im Dienst ist und dazwischen eine nur sechsstündige Ruhezeit hat? Ist der L 1 Generalinspektion auch bekannt, daß ungarische ZugSführer bi» zu sechs Lagen im Dienst sind und nur in den Aufenthaltsstationen in den Kasernen eine kleine Unterbrechung genießen? Durch die ungesetzliche Urberanstrengung de» Fahrpersonals ist die Betriebssicherheit sehr gefährdet. Deshalb ersuchen die Betroffenen, eine f. k. Generalinspektion wolle sich gütigst über die Verhältnisse überzeugen und umgehend eine Regelung anordnen. _________________________ Di* Betroffenen. An die k. k. Nordbahndirektion Wie»». In der Station Lundenburg ist im vorigen Jahr der vierte Mann zur Bedienung ankommender Lokomotiven weggenommen worden. Er war während de« Aufenthalts der Zuge zum Waflergeben und Kohlenräumen bei den Lokomotiven bestellt worden. Die Wegnahme dieses vierten Mannes, die übrigen drei kommen der vorhandenen Arbeit nicht mehr nach, macht den Heizern sehr große Schwierigkeiten» und auch ihre Gesundheit ist dadurch gefährdet. Die Lokomotivheizer ersuchen die L k. Nordbahudirektion, de» vierten Mann in Lundenburg wieder beizustellen. Die Lokomotivheizer der k. L Nordbahn in Wien. »Ull-MN! beste eristlerond# Merke kur Herren und harnen, per Dutzend « 8,8 und 10 Kruoen > ffenhrit für jCtrrtn dauernd an gebrao-um. f*r stück 3 e»d 4 Kronen. Fraoenachutz, iah re lang haltbar, per Stuek 8, 6 und 10 Kronen prrieliiite der neuesten Sch u umittel, rer-sohjoe=en. gegen 30 fall arke. I. GRÜNER Wien V/2. SehdnbrunnaraU. 141 ft Kruse aufhelen, es «in Sie eie reoee «asooÄiiMi! jaülr Ihnen, Mcnn jhtf Hühuer-nuaen, Warzen, Hornhaut 9iia-iü«l'em In 3 Zogen nickt sckmrrz-la» lomt Syutjti ftufenu. »rth eh>e« lieget« mit (Samntfrbrlr Nr. I8 Ziegel ffr. ‘«‘SO. ffr. niönn, ffefitinu (tta,"te) t, Post f=d) 10/716 (Un;,ntni. i Gräßlich! hohePieUewedmdtlOr I HcrrmuDamcnftoffc | grzuhll Dies kann jeder Prtveie : verm«derv>Mei>n er (einen Be. dort tn dielen ela au di in I lchlefUchen Uänen uWaichwaren ] I direkt vom rabnkaplatze deckt 1 brtangen Sie datier koftenlclc Utendunq meiner reichhaltigen 0hj«hi»ru5emnwMti(lerl«>llekflon [ I führe nur eritklaltlg« Eneugrülfc1 Tuch verfan dhd u s IfVanz Sch midi I I tWgemdorf Nr. 76 OllSchldl Postentausch fflelckeiiftf Btt roün'du mit rinrm (lol-kgm leinen Soli« zu neriaulrtnr, glrirfigflltin wo. jjulrtlnllm erbe len uaier Q. tOeylrlter. tteidii-niieUct in . Meran. ,eS • FERTIG P1TTTPM* DEFUUTE D£ 1 1 JE. IM An dir k. k. Staatsbahndirektion in Linz. Tie Obcrbauarbeltcr der Station Enns haben im November 1013 ein gestempelte» und von der Stadtgemeinde EnnS an der Donau bestätigtes Gesuch um Lohnerhöhung im Dienstweg an die Vorgesetzte DienstcSstelle eingebracht. Da bis heute keine Antwort erfolgte, so vermuten die Gcsuchsteller, daß ihre Eingabe irgendwo unerledigt liegen geblieben ist. Die Betroffenen bitten daher, eine k. k. Staatsbahndirektion möge gütigst über den Verbleib des Gesuches nachforschen und eine baldige Erledigung anordnen. 00 am lön enb K 6 60 ou* ntttb trOri drlli big -ör-fcoiiftob» s-mltat :a|rn aut i ©?tt i K V bffir i K tu auftrtirtl Umteu’fh u •eöaitci ivruedtkt Sachlel. tfebe# W g « Briefkasten der Redaktion. K. Wollen Sie sich an ein Reisebüro wenden, dort werden derartige Fragen beantwortet. — 30. 669. Sie haben keinen Anspruch auf einen Härteausglsich und rücken in die 1100 Kr. am 1. Jänner 1015 vor. (65,fJ. M. 918.) — Mitglied F. H., Nr. 295. Sie beziehen an Gehalt und Ouartiergeld jährlich 1360 Str. - Rr. 52. Wenn Sie in einem Wächterhaus wohnen, mithin also eine Naturalwohnung haben, ist der § 47 der Dienstordnung für Sie nicht anwendbar, da dieser nur von Bediensteten spricht, die Privalwohnungen iauchaben. Für die in Raturalivobnungen Wohnenden kann das Ouartiergeld stut» verringert werden, ohne daß e« dagegen eine hemmende Bestimmung gibt. — H. Ed., Bozen I. Hre haben auf die 1200 Kr. drei Jahre Wartefrist. (Sv/J. M. 914.) — Nuchtdienstzulage 1913/14. Wenn Die. wie Sie schreiben, um 230 früh den Dienst airzutreten haben, so gebührt Ihnen die Nachtdienstzulage. da Sie in der Zeit von 10 Uhr abends bis 6 Uhr früh keine ununterbrochene fünfstündige Ruhezeit haben. (89/J. M. 914.) — Mitglied Ar. 1120 inHSrsching Sie rücken in die 1200 Kr. am 1. Jänner 1916 vor. (00/J. M 914.) — Viola. Ad l und 3 ist bei den verschiedenen Privatbahnen nicht gleich Ad 3. Wer nicht Zugssührer oder Feldwebel gewesen, kann solche Posten nur erlangen, wenn er eine Bürger- oder Unterrealschule, ein Unter-gymnasium oder eine ähnliche militärische Anstalt besucht hat. — Amtsblätter. Ad 1- Det Vorstand Hai die Pflicht, die Amtsblätter unter den Wächtern zirkulieren zu lassen. Ad 2 ist in den verschiedenen Direktionen verschieden und hängt von der Solidarität der betreffenden Bediensteten ab. (135/J. 3)2. 014.) 3. 3t-,35, Sie haben Anspruch auf ein halbes Jahr Kürzung durch den Härteausgleich. (198/J. M. 014.) — 22r. 7, Rankwcil. Ihre Frage ist nicht ganz klar, buch hüben die in Natural-ivohnungcn untergebrachle» Bedienstcien keine Zulage erhalten. Es wird berechnet, wie groß eie Wohnung ist. Bei 70prozentigem Ouartiergeld werden dem Bediensteten im Jahr so oft mal 6 Kr. vom Ouartiergeld abgezogen, als die Wohnung Quadratmeter mißt Ist die Summe des OuartiergeldeS höher, als der so berechnete Preis der Wohnung, bekommt der Bedienstete die Differenz ausbezahlt. (163/y. M. 914.) — „0, C." Sie haben in beiden Fällen keinen Anspruch auf tzärteausalcich. flöS/J. M. 9140 — Mr. 13, Eisenerz. Sie hatten Anspruch aus einen Härteausgleich, den haben Sie mit der Vorrückung am 1. Juli 1911 in die 1100 Kr. konsumiert und rucken daher in die 1200 Kr. am 1. Juli 1914 vor. (70/J. M. 014 ) - Mallnttz. Ganz richtig. Zur Veröffentlichung im .Eisenbahner" greift man in solchen Fällen erst dann, wenn die anderen Behelfe versagen. — G. P., Ar. 394. Die rucken in die 1100 Kr. am 1. Juli 1916 vor. (154/J. M. 014.) - Rvvdschrist. Mir bitten Sie. sich an die Volksbuchhandlung» Wien VI, GumpenLorfer» straße 15. zu wenden. Billige yieltfedern und Staunen___________________________ 1 Kilo ersae coscblmoanF K c—. oesien K • 40, n-iB-wm K raO. weine K 4'—. prima daaatDwelche Kd-—, hoohprlm» 8‘— und am Oaueee. graue K 6‘—. 7‘-, wellte prim» B 10"—, floum K lif—. tod 6 Kilo aa (renke. 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Die ersten Anzeichen von überschüssiger Harnsäure sind Schmerzen und Beissen, Unbehaglichsein, Benommenheit im Kopf, Appetitlosigkeit. — Wollen Sie wieder kräftig und rüstig werden, befreit von Schmerzen nnd befähigt, Ihrer Tätigkeit mit Lust und Liebe nachzugehen, so versuchen Sie Gichtosint-Tabletten; diese bewirken eine Aufbesserung des Blutes, eine Befreiung des Körpers von Harr säure, stärken den Magen und regeln die Verdauung. Lesen Sie nur, wie Herr Schneider von seinem Leiden befreit wird: Sechs Jahre ging Ich an Krücken, alles habe ich versucht, viele Aerzte zu Rate gezogen, aber es wurde nur schlimmer dadurch, durch Schmerzen und Entkräftigung infolge Diät war ich in den letzten Wochen so heruntergekommen, dass ich auf den Rollstuhl angewiesen war. Da wurde mir von vertrauenswerter Seite Gichtosint empfohlen, ich versuchte es, und nach 8 Tagen konnte ich einigermassen laufen, nach 5 Wochen war ich wie neugeboren! Mit neuer Lebenslust konnte ich meine Arbeit wieder aufnehmen und heute bin ich frei von allen_ Schmerzen und so gesund wie je zuvor. Nie wieder soll Gichtosiot bei mir ausgehen. Ich erlaube Ihnen gern, von diesem wahrheitsgetreuen Zeugnis öffentlich Gebrauch zu machen. Paul Schneider. Viele solcher Anerkennungen liegen uns vor. — Zahlreiche ärztliche Gutachten und wissenschaftliche Abhandlungen in medizinischen Zeitschriften sowie Berichte auf dem Aerztekongress stimmen alle darin überein: Gichtosint-Präparate bringen sichere Hilfe bei Rheumatismus und Gicht Versuchen auch Sie es eine Zeitlang, Sie werden seine Kraft verspüren, die Schmerzen schwinden und ein Gefühl von Gesundheit und Wohlbehagen durchströmt Ihren Körper. Flechten Achtung Eisenbahner! Die ffleingtoSiiiinblung 3t. 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