Dienstag den 4. Ianer 179^ Inlandische Nachrichten. ^aibach den 2. Iäner. Graf ^er--cn - Arzeuteau lft noch im Haag. Von diesem großen Staatsmanne kann ich Ihnen eine, vielleicht wenig bekannte, doch denkwürdige Gejchlchte, den Ursprung seines Geschlechts - Namens betreffend mitthei len, und sie Ihnen als acht verbürgen. .Der letzte Graf Mercy, ein Ungar, befand sich auf Reisen und seine Wechsel blieben ihm aus, er kannte wenig Leute in Brüssel ausser dem Gr. Argenteau, und diesen wenig; doch sprach er ihn um Geld an / gestand aber dabei), er sn, noch minderjährig , konnte ihm also keinen Bürge als seine Redlichkeit stellen. Argenteau ( der Großvater des jetzigen ) half ihm doch. Mercy bezahlte, siarb ohne Kinder, und vermachte sein ganzes Ver? mögen, ZQ Jahre nach dem Vorsall, dem Sohn seines Nothhelfers. Das Gut Mer-fy bey Epperies, 12 Stundm von Pnß- burg , verkaufte der jetzige Graf für 40Q, Herzoges Ferdinand, Statthalters in der Lombardey , den Orden des goldenen Vlieses zu vcricihen , und dem Erzherzoge Ferdinand den Austrag zu ertheilen geruhet/ ihn damit ?u zieren. Diese Ceremonie ist an: .5. Christm. am Hofe von Weiland, in Gegenwart des gesammten Hofstaates, mit vieler Feyerlichkeic vor sich gegangen.--------Die guten Hausvater sind die besten Regenten, sagt ein Wei» !ser des Alterthums, und Leopold ist em lherrliches Beyspiel zu diesem Spruche. Die Schrift fordert Von einem Bischoffe, daß er seinem eigenen Hause wohl vorstehe, ,und gehorsame Kinder habe, dits trift bey nnlerm Kaiser mehr ein, als bey ir-!^ qeus einelyj LAsHoße odn- Pricster in der I HSelt. So wke'-'^ mit traulicher Liebes «nd beyspielstrahlender Tugend unter seiner! Familie sitzt > eben so traulich, cben lo! vorleuchtend setzt er sich in die i^ltte von ! 2.1. Millionen ltiuerthanen. Nack)dem Friede, lind Eintracht,wttt umher in sei-nen Staaten herrscht ; so will er haben,! daß es seinen Kindern auch reckt wohl unter seiner Regierung sey. — Se. k. k. Maj. haben schon seit dem Antritte Ihrer ^ Regierung aus wahrhaft väterlicher Sorg^ ^ fält die gemessensten Befehle erlassen, daß öuf zweckmäßige Mittel'für edacht werden möchte , wie d?r gegenwarligen Theu-z,ung der nothwendigsten Lebensmittel, als Brod, Fleisch, Mehl, Schmal , Uu< schlitt lc. thatig gesteuert, und dem ar-,^ nien Bürger und Hmdwerlsmann, als'! dem größern und beträchtlicheren Theils des Publikums, dessen Schicksal und Wohl DSr. Maj. besonders am Herzen liegt/ M^rleichtcrilllg verschaffet werden könnte.— MDa aber diesem durch einen dreijährigen WKrieg, durch eine nicht gan; ausgiebiges Mheurige Aerndte und andere dergleichen Ur-Wsachen entstandenen Uibel noch keine Ad-Mhlife geschehen konnte, und ein und an-Erfordernisse im Preise noch gestiegen W ul^d diese durftn erst nach 4 lchr das, was dem Lanlmann übrig gebl! bttl ist / seillu. bieten anfangen. — Die deutsche Gard wird auf 8c> Mann und znar lnit ^O alten ^albinvaliden, 28 jungen Of»i-;iers, und 12 pohlmschen Edellniten vermehrt. — Dem sinnlichen k k. Livrepersol al haben Se. M^j. eine ansfhnliche Remuneration für die gemachten Reisen angewiesen. — Be., der Artillerie ist der Haupt« mann Neu zum Major befördert worden, bey d« Ligne Infanterie ist der Major Montigni zum Qbrlsilieutenant, dann der Grenadier Hallptmann Molttigni j;um Ma< jor; bey Karl Toskana der Hauptmann 'Cilvrlt zum 2ten Major; bey Loblowitz ^Cheveaur Legers der Rittmeister Avesani !eben alls zum 2ten Major befördert wor-,deu. — Der Fürst Karl von kichttnstein hat von dcm Könige von Frankrcicl) eine Tadattere von 2cx>o Dukaten am Werth erhalten. — Vorgestern 'Abends begaben» sich II. Si-il. V'aj. in Gesellschaft II. KL. HH. der Erzherzoge Ferdinand, Karl,^ Leopold , und Joseph, und der Erzher 0« ginnen Mar. Theresia und Mar. Ludo-vika nach den Fürstl. Auersbergischen Pallast, wo von einer G^ettschaf^ade« li ber Personen delltMs^Uchauspiel ausgeführt wurde. ' > Vermöge Hofdekcets vom »5. d.M. haben Se. Ma^. zu einig r (^rl ichscrung d^s Publikums, in Ansehung der turch >das Patent vom 27. August 17^4 auzser Handel geseuen frM^P. ten Verpflegung, oder «u Vermeidung qröss>rer Kosten in dm Armen des Sraats ihre R Mng zu finden wünschen , den Zutritt eröffne, und die Heilung der An-kö . mlinge besorge. Man hatte nicht ge? säumt, die Einführung des heilsamen Itn stiluls einulleiten, und daher vor allem an Herstellung des hier.u nöthigen Gebäudes Hand legen zu lassen. Dav rhe-lnalige Nülstatttr adeliche Fnlllllinsti t in Prag wurde der vortheilhastcn Lage, lllid des qrosicn Ranmes wegen, mr Er-ricl tung d,'r Anstalt bestimmt. Die Zu-riclcun,j dieses Stlf sgebäudts ward an^ gtlaugcli , akeiil lo fthr Ulan sich dlesen IBau t.ngelegkn fern ließ, so traten do^H !von Ze-t zu Zeit solche Umstände ein,^ !welche" dessen Vollendung erst z? t erlaubten. — Das allgemeine Krankcuhauß (dieß Ist der Name des Win qanz hergestellten Gebäudes) wird zu seiner Bestimmung am -2. Ianer 179l eröffnet werden. Man hat beschlossen, an eben diesem Tage alle Krank? / welche sich nun in den vom Staatt zur Heilung armer Kranken mitbestimmten Hausern besinden, in das allgemeine Krankenhaus zu übersetzen, und von diesem Tage an wird der Eintritt auch andern Kranken gestattet werden. Das allgemeine Krankenhauß ist zur Heilung der Kranken des männlichen sowohl als weiblichen Gesch-echts gewidmet. Hiervon sind bloß diejenigen ausgenommen, welche mit langwierigen und unheilbaren Krankheiten behattet, eben daher aber zur Aufnahme in das Sicchenhaus geeignet sind. — Bey dem allgemeinen Kranken-^ hause ist auch cin von demselben ganz ! abgesondertes Gebäude für Wahnsinnige ' errichtet. Diese Unglückliche finden darin ihre Verpflegung, und, wo es sich thun laßt, ihre Wiederherstellung. — Die Einrichtung des Gan en ist nach dem Musier des allgemeinen Krankenhauses in Wein gestaltel worden. Preßburg den 24 Chrisim. Der* Fürst Anton Esterhazy hat die in scines verstorbenen Hrn. Vaters Gehalt gestandenen Operisten samt dem gan^n Orche« ser bis auf den Kapellmeister Handen, und einen der besten Violinisten mir einem vierteljährigen Gehalc der Dunste entlassen, von den Operisten und Ope» resunm sind in wischen 4 in Wien l.ey dem Na,.ionaltheattr zur Probe auf einige Zeit angestellet worden, die llstcn davon werden alsdann auf längere Zeit engagiert werden. Man sagt, baß, sobald ,s die Umstünde zulassen werden, in dem Thea--tralfach eine merklich? Aenderung vorge« nommen werden soll. — Das Dr.rlachische. Infanterieregiment, welches ^u Ofen ei-^ nige Wochen in Garnison stand, ist in das Wieselburger ^onutat abmarschirt, und, dafür ist dahin das Lattermannische In-fanterieregimtnr qekommen. ^ Das Gerü ht dauert fort, daß der Kur-! fürst von Sachsen erklart habe, er wer-, de die pohlnische Krone nicht anders, als^ mit Genehmigung der benden Kailerhö e! und des königl. Preußischen Hofes, auch erst nach gemachter Abänderung verschiedener der Krone nachtheiligen Einschränkungen annehmen. Ruremsnd den is. Chrisim. Mit, V'telemVergnügen muß ich Ihnen melden,'! daß gestern die f. k. Truppen von Ben-! der und Wiirtenberg mir 2 Kanonen und> HOO Uhlanen zu Pferde, in allen 700^! Mann, hier angekommen sind- Sie wur-,, den von den Standen / dein Magistrates und den Amtleuten eingeholt. Abends war Beleuchtung in der ganzm Stadt. Heute ist in der Domkirche ein Hochamt und das Te Dcum abgesungen wordm, welchem der Herr Bischoff, das Militair, 1 ^die Stände, und der Magistrat beywohnten. ' Diesen Abend ist wiederum Beleuchtung! in der ganzen Stadt und zugleich Ball. — Nachrichten aus Brabant zu Folge, haben die österreichisch?« Niederlande von dem Kaiser Leopold den: Zweyten alles; nach Wunsch erhalten. !! Brüssel den 12. (shristm. Heute! gegen i i Uhr Vormittags erhoben Sich Se. ' ^Exz. der F. M. Freyherr von Bender! sich in Begleitung der Herrn ^iere durch die in Spalier stehende Be^ satzung nach der St. Gudulakirche, wy Se. Eminenz, 'er Herr Kardinal : Erz-bischoff von Mecheln, das feyerliche Te Deum ^ur Danksa ung für die glücklich« Wiederkehre der öffentlichen Ruhe anstim« len. Alle Innungen wohnten di^er Fcy« erlichkeit bey, und auf den Stadtnahen wurde das schwere Geschü; losg'brannt. Der Herr Feldmarschall war sehr vergnügt, da er die Ordnung und das Zutrauen so ganz wieder hergestellt sah/ und pder Bürger, jeder wahre Freund des i Vaterlandes war darüber bis in sein > Innerstes gerührt. Namur den n. Chrisim. Man! ve.'mnunt, daß die Herrn van^Htt^H^Lt! und van Eupe^ , welche dem Hasse undi der Wuth des Volkes durch di? Flucht entgangen find, nicht weniger den 5 Millionen , nach den besten Nachrichten mitgenommen haben. Auch versichert man, daß der Baron Howe, Deputirter dcr Staaten von Brabant , mitgeft'chtet ist. — Es bestämget sich, daß van der Noot durch eine List fortgekommen ist, dieBrüßler Freywilligen hatten ihn wirklich schon beym Kragen , und wollten ihn laternisiren, als in dem Augenbsick die zerstreuten Truppen von Namur ankamen, er ver-prach mit demselben den Qesterreichern entgegen zu gehen : ;og a'l'b wirklich aus der Stadt, machte sich al^er, als er draußen war, bald weq. — Der Genial Schönfeld ist, von 20 Dragonern begleitet, ?.u Valenciennes in Frankreich angekommen, die daselbst entwaffnet wurden. Wlrd alle Dienst-und Freywqe nachmittags um 4. Uk>r aus d^m Platze ^ro< 133. in der von KiemmayTrschen Buchhandlung ausgegeben.