VrS««meratio»s - Preise: Für Laibach: «an,jährig . . ü fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ «ierteljährig . 2 „ II) Monatlich ... — 70 MitderP 0 st: G-in,jährig................fl Halbjährig , . , , . rteljijhrig....... z „ Mir Zustellung ins HaiiS-, Ee^elj. LHmouall. 9»^! ^uizeinc Jiniumerii 6 kr. 'NUN LaibachLL Redaktion Bahnhofgasse Nr. 138. Expeditions- L Inseraten-Bureau: Eongrcßplatz Sir. 81 (Buchhandlung von Jg. v. Klein-mayr L Fed. Bamberg.) F!tr die einspaltige Peti L 4 kr, bei wiederholter^ schaltiing L 3 kr. Anzeigen bis 5 Zeilen M Anonyme Mittheiüingen werden iiiLt berüSsichtrgt; MamNcripte ni»t zurückgeiendei. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für compliclerten Satz besondere Vergütung. Freitag, 29. September 1876. Morgen: Hieronymus. 9. Jahrgang. MonnemenLs-Einladung. Mit 1. Oktober 1876 beginnt ein neues Abonnement auf das „Laibcrcher Tagblatt." Bis Ende Oktober 1876: Ar Laibach.........................— fl. 70 kr. Mt der Post....................... 1 fl — kr. ^ ^' 6 Ende Dezember 1 876: ^Each . . . . . . . . 2 fl. 10 kr. Mit der Post.............. . 3 fl. — kr. Wr Zustellung inö Haus monatlich 9 kr. MW""' Auf das „Laib. Tagblatt" kann täglich abonniert werden, doch muß daö Abonnement immer Mit Schluß eines Monates Mlttlfen. Ein neuer Rechenschaftsbericht. Am 26, d. M. erschien der Reichsrathsabgeord lUc Wien, Dr. Josef Kopp, ein hervorragend MIger Slreiler für die Verfassung, eincr der mulhig->en Führer der Versassungöpartei in Wien, vor Wühlern, um fowol über seine Wirksamkeit rer abgelaufenen Neichsrathsseffion Rechenschaft zu auch über den zu erneuernden Ausgleich Ungarn zu sprechen. M.- - dezug auf den letzterwähnten Theil dieses ^,A">Hastsberichtes wollen wir aus demselben die Hugsten Stellen kurzgefaßt reproducieren: leist, die Vorlagen, betreffend die Beitrags- den gemeinsamen Angelegenheiten, die tung ci„er gemeinsamen Nalionalbank und die Erneuerung des Zoll- und HandelSbündniffes Mit Ungarn, im Janner des Jahres 1877 dem Reichs-ralhe unierbreiiet werden sollen, so sei eö hohe Zeir, sich mit diesen Riigelegenhelten öffentlich und ernstlich zu beschäftigen. Jene Männer, welchen wir die Gebur! des 1867er Ausgleiches zu danken haben, mögen das Beste gewollt haben, jedoch sie mußten unter dem Drucke einer Zwangslage, welche die Regierung hcraufbeschworen, um jeden Preis einen Ausgleich schließen. Leider wurden jene Hoffnungen, welche man an den Ausgleich knüpfte, nicht erfüllt; dagegen bestätigten sich alle Befürchtungen, die vor Abschluß des Ende l. I. erlöschenden Pactes ausgesprochen wurden, die auf dem Papiere befindliche Parität bezüglich der Rechte beider Reichshälsien bestand nicht. Oesterreich schöpfle aus dey 1867er Ausgleich keine Borlheile. Es bewahrheitete sich das Urtheil des Reichsrathsabgeordueten Skene, welches dahin lautete: er erblicke in den Delegationen nichts anderes, als den alten Absolutismus, vermält mit der ungarischen Herrschaft. Oesterreich war in den wichtigsten volkswirthschaftlichen Fragen an die Zustimmung der ungarischen Legislative gebunden, Oesterreichs Thun und Lassen war gefesselt. Der gemüthlichc Ocsterreicher trug in gewohnter Geduld das ihm auferlegte drückende Joch, Ungarn jedoch stellte sich hiemit noch nicht zufrieden, es kündigte vorzeitig den Handelsvertrag. Die beiderseitigen Regierungen haben inbetreff des nun neu zu coutrahiereuden Ausgleiches seit Mai l. I. Ver- handlungen gepflogen. Eingeweihte wollen wissen, daß man sich bezüglich des allgemeinen Zolltarifs vollständig geeinigt habe. Enthält der neu abzuschließende Zoll- und Handelsvertrag Bedingungen, die Oesterreich mehr als jetzt belasten, so könnten diese Bedingungen nur dann von Oesterreich acccptiert werden, wenn eben auch Oesterreich im Austauschwege besondere gleichwiegende Begünstigungen erfahrt. Der geringe Bortheil, der Oesterreich bezüglich der Steuerrestitutionen zntheil wurde, fei als eine Gegenleistung anzusehen für die Concefsw-nen, die Oesterreich Ungarn eingeräumt hat. Die in den Mai-Punctationen projectierte ge» me infame Bank sei für Oesterreich unannehmbar. Die angedeulele paritätische Eentraldirection diefes Institutes würde in nichts anderem bestehen, als im ungarischen Regiment. Ungarn kann sich ja auch in der Folge mit der Bankfiliale in Pest begnügen, welche, wie bekannt, mit größter Coulance vorgeht. Die Errichiuug einer gemeinsamen Bank für fpecifisch ungarische Zwecke liegt nicht im Interesse Oesterreichs. Thatsache ist, daß es auch in Ungarn viel Leute gib!, die viel Geld brauchen, jedoch wenig Credit haben. Oesterreich ist nicht willens, die in Ungarn entstandenen Verluste aus der gemeinsamen Bankkasse zu decken. Ungarn ignoriert die Achtzig-Millionen-Schuld gänzlich, trotzdem dieses Geld für gemeinsame Zwecke ausgegeben wurde. Bei Berathung des neuen Ausgleiches soll in letzter Instanz hierüber ein Schiedsgericht entscheiden. Aemlleton. Coeur-Dame. Novelle von Fr. Willibald Wulfs (Fortsetzung.^ solche"^"" 2chnm, gnädige Frau, hätte ich eine Herr vvn^c allerwenigsten vermuthet," sagte zucken. '^d einem bedeutungsvollen Achfel- mich M^ieis^^^' 'HE nicht hoffen, daß Sie Bebüt» ? ^hres Scherzes ersehen haben." käme "ich, der meine Gnädige, wie einer solcken m r'hänigste Ihrer Diener, zu pathetisch.^ ^"u-ss°nh-i-rief der Landrath s I, Freiherrn von Ässeburg nennen. beit """".Verdacht wird zur Gewiß- Hir'rallerii»l^" ^ sogleich den Namen der Ni El" Freiherrn von Asseburg nennen." heim ^ebbakt hat recht ," fetzte Wald. Jh« "L'klaren Sie uns endlich, was 2 L? k^ene zu bedeute« hat." schweigen wollte " ^ «och länger "-Weisen wo^te^ entqegmte Herr von Lefeld. „Hätie ich anfangs eine Ahnung davon gehabt, daß sie das Gerücht nicht kennen, meine Gnädige, so würde ich Sie schon längst darauf aufmerksam gemacht haben, aber wie konnte ich denkm, daß Ihnen unbekannt geblieben sei, was in Ihrer Nähe vorgeht?" „Herr Rath, ich muß Sie jetzt ernstlich ersuchen, Ihren Scherz einzustellen," rief die Generalin erzürnt. „Ich scherze nicht, gnädige Frau," vertheidigte sich der redselige Landraih, „ich wiederhole nur, was sich die ganze Stadt erzählt." „Aber zum Teufel — um Vergebung, olisr oouLms — was erzählt sich denn die ganze Stadt?" rief der Baron, welcher seine Ungeduld nicht mehr zügeln konnte. ' „Daß Herr von Asseburg schon seit längerer Zeit Ihrer Hausgenofsin seine Huldigungen darbringt," erwiderte der Rath, seinen triumphierenden Blick auf die (Zeneralin richtend. „Das ist unmöglich," sagte Frau von Sim-mern, welche kaum Worte finden konnte, um ihr Erstaunen auszudrücken, „ich müßte doch dergleichen bemerkt haben." In diesem Augenblick war es wieder die Aehn-lichkeit der Gesellschafterin mit der Gräfin v. Thurneck, welche den Baron beschäftigte. ,Allen Refpect vor Ihrem Scharfsinn, gnädige Frau, aber es ist so, wie ich erzählt habe, denn der Freiherr soll sich sogar offen über seine Liebe zu Fräulein Brunner geäußert haben." „Herr Landralh," sagte die Generalin mit malitiöjem Lächeln, „man hat Ihre Leichtgläubigkeit benütz!, um Ihnen ein Mährchen aufzubinden. Wie ich Herrn von Asseburg kenne, Halle ich es für unmöglich, daß er auf eineu solchen Irrweg gerathen könnte, sich ernstlich in ein Mädchen zu verlieben, welches so lief unter ihm steht. Was sagen Sie dazu, edör eousia?" „Ihr Ausspruch ist ein echt salomonischer, und ich pflichte Ihnen vollkommen bei," antwortete Waldheim, obschon seine Miene das Gegentheil ver-rieth und er Mühe hatte, eine plötzlich in ihm uufstei-gende und ihm selbst unerklärliche Unruhe zu verbergen. „Also auch Sie, Herr Baron, sind mein Widersacher," sagte Herr von Lefeld. „Aber dessen un» geachtet bleibe ich bei meiner Behauptung, daß zwischen dem Freiherrn und Fräulein Brunner eine Liaison existiert." Die Frage der Personal-Union ist eine sehr heikle, der Weg zu derselben ein mit ungeheueren Hindernissen reich delegier und mit für das Reich ungeheueren Convulsionen verbundener. Gegen eine Mehrbelastung Oesterreichs, wäre es auch nur um tausend Gulden, werde Dr. Kopp seine Stimme erheben und in der Frage der Zoll- und Handelsverträge den Schutz der heimischen Arbeit im Auge halten. Zur Emancipation der türkischen »M. Provinzen. Ueber die von England angeregte Frage der autonomen Stellung der türkischen Provinzen empfängt der „Pest. Lloyd" aus Wien folgende Mittheilungen: „Bon dem Augenblicke an, als das englische Cabinet sich an die Spitze der Friedensmediation setzte, war man in Wien über die Absichten zwar beruhigt, wol aber gab sich die Besorgnis kund, daß die englischen Staatsmänner, getrieben von dem Ber-langen nach einer raschen Herstellung des Friedens und gedrängt von der öffentlichen Meinung, sich zu einer Proposition herbeiließen, die wol für den Moment den klaffenden Riß verstopfen, aber für die Folge die Gefahr eines neuerlichen Hervorbrechens der Sturmflut nicht ausschließen, ja vielleicht gerade beschleunigen würde. Man knüpfte diese Besorgnis insbesondere an die vom englischen Cabinel projectierte Autonomie für die insurgierlen Provinzen. Nicht als ob man es mißbilligt hätte, daß das Cabinet von St. James schon bei Anlaß der Mediation auch auf die Pacification Bedacht nahm. Im Gegentheil durfte man diese Verschmelzung um so rückhalisloser begrüßen, als in ihr diejenige Anschauung zum Ausdruck gelangte, die man hier vom Anbeginn an festhielt. Und auch die Absicht, den christlichen Unterthanen der Pforte zu solchen Einrichtungen zu verhelfen, welche sie gegen jene Mißwirtschaft und Willkürherrschast schützen, auf welche der Ausstand und der Krieg zurückzuführen sind, konnte nicht andres als sich des Beifalls und der Zustimmung jener Macht erfreuen, welche die erste mit dem Impulse zu derartigen Reformen ausgetreten war. Um so größer waren jedoch die Bedenken gegen eine jede solche Formulierung der für die aufständischen Provinzen in Anspruch genommenen Verfassung, die in ihrer Allgemeinheit und Vieldeutigkeit nur den Ausgangspunkt neuer Wirren hätte bilden und der Agitation, die in jenen Ländergebieten stets eine so große Rolle spielte, neue Nahrung zuführen müssen. Daher die Einsprache, die Graf Andrafsh „Sie irren sich, Herr Rath, in meinem Hause finden keine Liaisons statt," rief Frau von Simmern in scharfem Tone. Der Landrath fühlte, daß er zu weit gegangen sei, er beeilte sich daher wieder einzulenken. „Verzeihung, gnädige Frau," sagte der Land-rath, »es war nicht meine Absicht, Sie verletzen zu wollen." Aber die Generalin würdigte ihn keines Blickes, sie wandte sich gegen den Baron und sagte halblaut: „Fräulein Brunner soll mir Rede stehen." „Jchrathe Ihnen zur Vorsicht, gnädige Cousine." „Bis morgen werde ich mich gedulden," fügte sie hinzu. Der Landrath war durch da- ungnädige Be. nehmen der Generalin so außer Fassung gerathen, daß er nicht wagte, an der Unterhaltung theilzu-uehmen; er wußte nichts besseres zu thun, als au»-zuspielen und auf diese Weise dem Gespräche rin Ende zu machen. Da- Spiel ging seinen gewohnten Gang fort, da» Glück wechselte beständig, und als Waldheim «ach dem Verlaufe einer Stunde den Gewinn und Verlust der beiden Parteien verglich, so stellte e» sich heraus, daß dieselben auf beiden Sciien einander so ziemlich gleich waren. gegen die ursprünglich beliebte Textierung des eng-lisch-russischen Antrages auch dann noch erhob, als derselbe von Petersburg aus um einen immerhin werthvollen Beisatz bereichert worden war, durch welchen die Deutung, als handelte es sich um Bil-dung blos tributärer Staaten in Bosnien, der Herzegowina und Bulgarien, ein- für allemal ausgeschlossen ward. Bei dem Umstande, als diese Intentionen des hiesigen CabinetS sich ja principiell auf gleicher Linie bewegten mit denjenigen des britischen Cabinets, und Dank der nachhaltigen Unterstützung, welcher die diesseitige Auffassung zumal vonseite der deutschen Regierung begegnete, ergab sich rascher, als man zu erwarten berechtigt war, eine Verständigung der proponierendenEabinette mit dem wiener Standpunkte. So kam eine Textur zustande, welche den Begriff der „administrativen Autonomie" ausdrücklich dahin kommentiert, daß darunler ein System von Institutionen verstanden sein will, wodurch der Bevölkerung eine Controle über die lokalen Executiv-Organe der Regierung und eine Gewähr gegen willkürliche Handhabung der staatshoheitlichen Autorität seitens derselben geboten werden soll. Zudem wird — und dies ist wol charakteristisch für den ganzen Tenor des ProjecteS — ganz besonders auf jene Reformen hingewiefen, welche der christlichen Bevölkerung des osmanischen Reiches schon aus Anlaß der Andrassy'schen Note vom 30sten Dezember 1875 zugestanden wurden, und bringt man der Pforte in Erinnerung, daß auch diese Reformen in den zu gewärtigenden Institutionen einbegriffen sein sollen. Angesichts solcher Textierung entfällt wol jeder Verdacht, als würde den Mächten die Bildung neuer halbsouveräner Staaten vorschweben oder an dem Unterthanenverbande der Christen in Bosnien, der, Herzegowina und Bulgarien gerüttelt werden wollen. Was nun die Form anbelangt, in welcher diese Proposition an ihre Adresse gebracht wurde, so besteht sie in einer Instruction Derby's an Sir Henry Elliot, welche nachdrücklichst zu unterstützen die übrigen Vertreter der Mächte angewiesen wurden." Politische Rundschau. Laibach, 29. September. Inland. In Würdigung der ernsten Situation hat Se. Majestät der Kaiser am 26. d. M. seinen Jagdausflug nach Mürzsteg unterbrochen und ist am Abend in Schönbrunn eingetroffen. Am 27sten d. M. morgens fuhr der Kaiser schon um 7 Uhr in die Hofburg, nahm daselbst Vorträge entgegen Frau von Simmern bezeugte große Lust, die Partie zu beenden, indem sie Müdigkeit vorschützte; aber die alte taube Dame, deren Neigung zum Spiele sich mit jedem neuen Robber gesteigert hatte, veranlaßte sie sortzusahren. Die Karten waren bereits gegeben, als sich ein Umstand ereignete, welcher das Spiel ernstlich zu unterbrechen drohte. Waldheim war mit dem Amt des Protokollführers betraut, und während Herr von Leseld Kar-le» gab, war er beschäftigt, den Bleistift, den er zu diesem Zwecke gebrauchte, aufs neue zu schärfen. Er befand sich in einem Zustande heftiger Erregung, welche sich schon verschiedenemale durch Unaufmerksamkeit im Spiele kundgegeben hatte. Je mehr die Zeit vocrückte, desto mehr stieg auch seine Unruhe, und als seine Hand da» Federmesser ergriff, war die natürliche Folge seiner innern Bewegung, daß er sich in den Finger schnitt, und zwar so heftig, daß er einen leisen Schrei de» Schmerzes nicht unterdrücken konnte. Vergeben» versuchte er da» hervorquillende Blut zu stillen, aber weder seine Bemühungen noch dir Rathschlage seiner Cousine vermochten die» zu bewerkstellige«. (Fortsetzung folgt.) und empfing im Laufe des Vormittags einen russischen General, der ein eigenhändiges Schreiben deS Czaren überbrachte. Wie man erfuhr, soll der Kaiser gleichzeitig auch ein eigenhändiges Schreiben de» deutschen Kaisers erhalten haben. ,P. Lloyd" empfing aus Wien folgende Mittheilung: Die Mächte haben angesichts der letzten Ereignisse bei der serbischen Armee und im Skup-schtina-AuSschusse dem Fürsten Milan mit allem Nachdrucke bedeutet, wenn auch den Schwierigkeiten seiner Stellung Rechnung getragen werde, so müsse er doch, nachdem auch derPforte der ernste ftrie-denswille nicht fehle, ganz und ehrlich sich den Forderungen der Lage anbequemen und dürfe durch die extremen Elemente das Friedenswerk nicht kompromittieren lassen, oder er müsse einem ändern den Platz räumen, welcher diesen Forderungen vollauf gerecht werden wolle und könne. „Hon" schreibt: „Rußland lieferte bis nun nur den Beweis, daß es nichts respektiere, weder das internationale Recht, noch die Genfer Convention. Und was das Traurigste ist: Rußland kann dies alles ungestört thun, ohne daß auch nur Eine Macht ihren Protest einlegen würde. Sind wir bereits dahin gekommen, daß Rußland über Europa herrscht, daß sich Europa nicht mehr zu rühren wagt? Gewiß, die Stellung, welche Europa gegenüber den Türken einnimmt, ist sehr beschämend. Wenn die europäischen Mächte bis nun keine Einsprache erhoben gegen die russischen Umtriebe, so sollten sie dies im gegenwärtigen Momente thun, wo sie um die Herstellung des Friedens bemüht sind. Namentlich Oesterreich hat ein Recht und ein Interesse daran, daß dieser Protest erhoben werde." Ungarn bereitet sich bereits für die Reichstag ssession vor. Finanzminister Szell wird in den ersten Tagen des Oktober das 1877er Bud -g e l nebst einem erschöpfenden Exposö im Reichstage einbringen. Am 8. Oktober beginnen in Pest neuerliche Ministerconferenzen über den Zeitpunkt der Aktivierung des Zollbündnisses. Der kroatische Landtag wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Ausland. Der „Provinzial - Correspondenz" zufolge finden in Preußen die Wahl Männer-Wahlen für das Abgeordnetenhaus in den ersten Tagen nach dem 20. Oktober, die Abgeordnetenwahlen in den letzten Tagen des Oktober statt. Der russische Generalkonsul in Belgrad erhielt Instruction, sich bezüglich der Proklamation des Fürsten Milan zum Könige genau der Haltung anzuschließen, welche Oesterreich-Ungarn in dieser Frage beobachtet. Die Proclamiernng zum Könige kann in keiner Weise gutgeheißen werden. Bezüglich etwaiger VergrößerungSgelüste Serbiens hat Rußland bei der Zusammenkunft der Kaiser Alexander und Franz Josef in Reichstadt bereit-eine bestimmte Position genommen. Der englische Botschafter Sir Henry Elliot übergab der Pforte am 26. d. M. die gemeinsamen Vorschläge der Gr oßmächte. Hinsichtlich Serbiens soll es bei dem ststus yuo kmts dsUnm verbleiben. Hinsichtlich Bosnien-und der Herzegowina soll sich die Pforte in einem von den Vertrrtrrn der Großmächte zu unterzeichnenden Protokoll verpflichten, ein System administrativer Selbständigkeit mit lokaler Autonomie, da» heißt, mit selbstgewählten Lokalbeamten zu gewähren. Gleichzeitig soll sie Bürgschaften bieten gegrn willkürliche Handlungen der RegierungsbeaM' ten, sowie rndlich auf Abführung etwaiger Verwaltungsüberschüsse nach Konstantinopel verzichten. Gleiche Bürgschaften sollen gegen eine schlechte Verwaltung in Bulgarien gefunden werden, doch bleiben die genauer» Detail» über diese letzteren späteren Berathungen überlassen. Die von der Türkei angebotenr Verlange' rnng der Waffenruhe auf weitere sieben Tage wurde von der serbischen Regierung nicht angenommen-Die Serben griffen am 26. d. M. nacht» dtk Türken längs der Morava an und versuchten die unterminierte Moravabrücke in die Lust zu spren» gen, was nur zum kleinsten Theile gelang. Der Kampf dauerte eine Stunde. Die Serben fahren fort, die Türken mit Kanonen zu beschießen. Die Türken erwidern die Herausforderungen nicht. Zur Tagesgeschichte. — CivilbeschäftigungderReserve-Gagi-st e n. Vor kurzer Zeit wurde die Circularverordnung des k. k. Reichskriegsministeriums vom 1. August 1869, betreffend die Betreibung von Privatgeschäften durch Osfiziere, allen Reserve-Gagisten in Erinnerung gebracht. Der tz 22 der betreffenden Verordnung lautet: „Jede Erwerbsbeschästigung 'st/ wenn nicht unerwartet eingetretene Verhältnisse deren sofortigen Antritt bedingen, mindestens drei Wochen vor, in dem gedachte» Falle aber doch binnen drei Tagen nach be> gonnener Ausübung dem evidcnzzuständigen Ergänzungs Bezirkscommando anzuzeigen. Nachdem die Ergänzungs Bezirkscommanden die Stellung der Reserve-Gagisten inLivil, beziehungsweise deren Privatbeschästigung oder Erwerbszweig evident zu halten haben, so erging an dieselben der Austrag, ihre gegenwärtige Lebensstellung im Civilstande gewissenhast und vollkommen präcise jenen Lommanden anzuzeigen, sowie auch kitnslig jede etwaige Veränderung dem Ergänzungs Bezirkscommando bekanntzugeben." — Glückliches Tirol! Die dritte Session des Schwurgerichts in Innsbruck konnte unterbleiben, weil, nach Meldung des „Jnnsbr. Tagbl.", Verbrechenssälle sür die Abhaltung einer solchen nicht vorhanden waren. — Verheiratung der Lehrerinnen. Die »T. Stimmen" halten sich über die Entscheidung des Ministeriums aus, nach welcher Lehrerinnen nach ihrer Verheiratung ihre Stellen beibehalten können. Hierüber bemerkt das „Jnnsbr. Tagbl.": „Nun wird wol nicht zu leugnen sein, daß der eheliche Stand einer Lehrerin Unzukömmlich-leiten mit sich bringt, und namentlich läßt sich geltend machen, eine juuge Frau gehöre zu allererst zu ihren eigenen Kindern. Wenn die „Stimmen" aber meinen, der Zustand der Schwangerschaft der Lehrerin beleidige das Sittlichkeitsgesühl der «iuder, so ist das ganz einsach ein Unsinn. Oder wollen die „T. Stimmen" vielleicht auf die Abschaffung der Mütter überhaupt dringen?" — Vernrtheilung eines Priesters. Nach Bericht der grazer „Tagespost" wurde der Pfarrvicar Friedrich Prinz in Niederwölz wegen Verbrechens der Diebstahls-chkilnehrnung zu zwei Monaten Kerkers vernrtheilt. Seine Beziehungen zu der Bauerntochter Kunigunde Oischa waren es, welche ihm die Abstrafung einbrachten. Die Genannte Kurde gleichzeitig wegen Diebstahls eines Sparkaffebüchels, welches der Pfarrvicar von ihr sträflich übernommen hat, ru zwei und ein halb Jahren schweren Kerkers verurtheilt. -Ausstellung. Das Lomite sür die in P r a zuhaltende Weltausstellung von Zeitungen, Zeit > Hr, fien und Handschriften beschloß, die Eröffnung - ' > " » undHandschr, sten ve,cyioy, oic ^>"ben bis zum nächsten Frühjahr zu vertagen Lolal- und Provinzial-Angelegenheiteu. (Aus den slovenischen Blättern.) „Slo-venec" bespricht in sxiner 111. Nummer die slovenischen Ge-lchte vonLibor val Buren (Verleger F. M. Ster-werM und bezeichnet diese poetischen Produkte als »nd M.i, "^°"enec- sagt, alle Gedichte seien politisch — dritte Wor?'"°"*°' "panisch Lied, ein garstig Lied I" Jedes Vaterland» ^dichten laute: „Slava", „slovenisches der Meinung des „Slovenec" habe» . Werth als patriotische Lieder. Nach ... ! ^ , »ericalen Blattes, welches seinen gläubigen y. »Erdichtetes» in Prosa austischt, gehört jedes ch , welches nicht in der Redaction des slovenischen Goethe 7» l unter geistigen und geistlichen Einflüssen sabriciert , " ^n Papierlorb. Trotzdem die hochcompetente tsche Stimme des „Slovenec" über diese Gedichte den „. bricht, citieren wir aus dem Gedichte „Lindenblüte ( 'pov cvöt) folgende prächtige Strophe: ns, srcu ooüw, ^ — v» tuZsml — uvestü, In vsoäo vsiuo proslm, -Io: Oä äelclet» — äowovlne, OL relsus Uxivo, Oä slovsnsks roäovine, Oä äoline, oä xoräl" Die fromme, dem Vatikan treu ergebene und mit dem telegraphischen Segen des Märtyrers in Rom so ost beglückte „Danica» sagt, Fürst Bismarck sei der Antiochus der neuen Aera geworden. Den unbestreitbaren Beleg, daß Preußen infolge seines Kulturkampfes in das craffeste Heidenthum zurücktrete, liefern nach Ansicht der unfehlbaren „Danica" die in Berlin herrschenden Familienverhältnisse. Vor zwei Jahren, so erzählt das gesalbte und benedicierte Organ der Klerisei, wurden im protestantischen Berlin 14,183 Ehen geschlossen, hievon nur 3588 vor dem Pastor, die übrigen waren Civil- oder sogenannte wilde Ehen. In dieser Zeit wurden 40,054 Kinder geboren, von denen nur 25.815 die Tause empfingen; die übrigen wuchsen aus, wie die Kälber (!), ohne Tause. Die Zahl der ungetanst verstorbenen Kinder ist im Wachsen begriffen, das Heiden thum nimmt täglich mehr zu. Die Nothtause wird längst nicht mehr begehrt. Ein weiteres Zeugnis sür das sort schreitende Heibenthum erblickt „Danica" in den vielen Selbstmorden. Solche Zustände will Bismarck wahrscheinlich auch in den Übrigen katholischen Ländern, welchen er preu ßische Kultur auszudrängen bemüht, ist, herbeisühren? Wahrlich, der Redaction der „Danica" gebührt die Leitung des statistischen Bureaus. „Slov. Narod" reproduciert in seiner 221. Nummer seinen Lesern den Wortlaut der Skupschtina-Adreffe an de» Fürsten Milan und fügt diesem nach russischem Formulare aus gesertigten Schriftstücke die Bemerkung bei, daß General Tschernajeff bei diesem Schritte nicht auf eigene Faust zu Werke gegangen ist, sondern im Einverständnisse mit der serbischen Negierung und mit jenen russischen Mächten, die heute in Serbien die Oberhand haben, die Königsproclama tion in Scene gesetzt hat. „Slov. Narod", der heißblütige Serbensreuud, bemerkt, daß die Consequenzen dieser Pro-clamation nur zum Vortheile des Slaventhums ausschlagen werden. „Narod" sagt weiter: Die itönigsproclamation Milans gelte nicht so sehr seiner Person, als der slavischen Sache. Zn bedauern sei, baß Milan nicht Nikola oder Tschernajeff ist. Piemont habe öfter Garibaldi vor der Welt verleugnet, zuletzt jedoch seine Errungenschaften sich zunutze gemacht. Vielleicht erleben wir es inkürze, daß die Armee des sür Rußland uud das großserbische Reich so begeister-len „Narod" den P a n I o s i p zum König von Slovenien proclamiert! — „Slov. Narod" speit Feuer und Flammen über unsere letzte Blumenlese ans den slovenischen Blättern. Die von Gemeinheit und Unflat strotzende Schreibart dieses Blattes in seiner 220. Nummer kennzeichnet die geistigen Fähigkeiten des mit cynischer Frechheit austretenden und nach Rußland schielenden ScriblerS. Zu bedauern ist, daß die liberalen Anschauungen huldigende nationale Bevölke> rung verurtheilt ist, Ideen, die nur in den Hallen des ehe maligen Thiergarteugebäudes nächst Stndenz geboren werden können uud im „Slov. Narod* zum Ausdruck kommen, eine Secunde Zeit zu widmen! — (Der evangelische Friedhof) öffnete gestern seine Pforte, um «ine leider zu früh dahingeschiedene glückliche Gattin und Mutter in seine kühlen Ruhestätten aufzunehmen. Dem Leichenbegängnisse der Handelsmanns-Gattin Frau Emilie Hamann wohnten Angehörige aller Gesellschaftskreise Laibachs bei. Den Sarg schmückten unzählige Kränze. Der evangelische Psarrer Herr Schack hielt eine ergreisende Grabrede, die kein Auge thränenleer ließ. — (Der heimatliche Maler Znbic) ist vor einigen Tagen aus Rom, wo er Kunststudien oblag, nach Krain, beziehungsweise nach Pölland bei Bischoflack zurückgekehrt. V — (Lin Bär), Weibchen, 4 Jahre alt, 2 Meter lang, 1 Meter hoch, 127 Kilo schwer, wurde am 8. d. M. im sürstlich Auersperg'schen Jagdreviere Gottschee vom Forst-meist» Herrn Anton Reinin ger geschossen. — (Marlteinstellung.) Wegen der in mehre» ren Ortschaften deS Bezirkes Klagensurt auSgebrochenen Maul- nnd Klauenseuche wurde die Abhaltung von Bieh. Märkten in Feldlirchen verboten. — (Grün-Medaille.) Der wiener Schriftsteller» und Journalistenverein „Loncordia" ließ dem Andenken an Anastasius Grün gewidmeten Medaille prSgen. Ueber viel» seitig gestellte Anfrage theilt der genannte Verein nun mit, daß er noch einen Vorrath dieser Medaillen — in Silber und Bronee — besitzt und bereit ist, dieselben an Verehrer deS Dichters, die sich beim Vorstande der „Loncordia" darum melden, abzngeben. — (Anastasius Grün.) Ein alter Freund de» dahingeschiedenen heimatlichen Dichters widmete dessen Andenken folgende poetische Immortelle: „Des Lebens Höhe der Geburt, Des Lebens Tiefe dem Genie, Des Lebens Breite dem Geschick Verdanktest du aus Erden hie, Und deines Lebens Höhe, Tiefe, Breite, Du nütziest sie zur Wirksamkeit ins Weite." — Auch die Schaudprefse in Oesterreich versäumte eS nicht, des 12. Septemvers 1876, des Sterbetages AnastasinS Grün-, zu gedenken, natürlich in ihrer gewohnten gemeinen und ekelhasten Weise. Die klerikale „Salzburger Chronik» bringt nachstehende Verse: „Der von Freiheit sang Und die Bauern zwang, Der Lai' im Schustersach, Doch manchen Stiefel sprach — Er ist dahin: Anastasius Grün!" — (Aus der Bühnenwelt.) Anna Klerr, Tochter des Theaterdirectors Klerr in Klagensurt, wurde am 27. d. M. zu Grabe getragen. Nahezu die ganze Bevöl-kerung Klagensnrts gab der jungen, talentierten Schauspielerin das letzte Geleite. Auch der Statthalter Gras Lo -dron, der Mililär-Stationscommandant GM. Müller, der Bürgermeister, Vertreter des Bürger-, Beamten- und Militäistandes folgten dem mit unzähligen prächtigen Kränzen geschmückten Sarge. — (Landfchastliches Theater.) G. v. Moser-prächtig gearbeitetes Lustspiel „Ultimo" bringt eine ansehnliche Serie heiterer und überraschender Scenen. Der herannahende „Ultimo" und der verhaßte Michaeli-Zinstag mögen es verantworten, daß der größte Theil unserer Theater-sreunde gestern eines besonderen Genusses beraubt wurde. Die Aufführung dieses unterhaltenden Bühnenwerkes vollzog sich in der gelungensten Form. Sämmtliche Darsteller leisteten Vorzügliches, einzelne Scenen wurden mit stürmischem Beifall begrüßt. Die Stimme eines Referenten reicht nicht aus, um die Durchführung der verschiedenen Charakterrollen nach Gebühr zu würdigen; cs bedurfte gestern wahrlich der Zusammensetzung eines Preisgerichtes, um endgiltig und aus gerechter Grundlage zu beurtheilen, wem aus der Reihe der mitwirkenden Bühnenkräste der erste Preis zuerkannt werden soll. Mit gleichem Fleiß, mit gleichem Feuereiser gingen sie alle, die Söhne und Töchter der dramatischen Muse, ins Treffen. Der Kampf endete mit einem glänzenden Sieg, das Publikum wurde des Beifallfpendens und Hervorrufens gar nicht müde. Herr Direktor Fritzsche gab den „Georg Richter" in köstlicher Laune, namentlich in der Präsentations- und Liebeserklärungsscene im Hause des Commercienrathes „Schlegel." Herr Ströhl war der ge-müthlichste, biederste „Commercienrath Schlegel-, den e« geben kann; besonders gelungen waren die Auftritte mit seiner Gattin und seinem Bruder. Frl. Arensdorf ent-faltet- als „Therese" den ihr eigenen reichen Fond an Mun-terkeit und Naivetät. Herr Unger verlieh dem aufgeregten, excentrischen Charakter des „Prosessor Schlegel" lebendigen Ausdruck. Herr Laska (Lange) offerierte daS ge-lungene Bild eines gemüthlichen alten Herrn in Maske, Wort und Mimik. Frau Ströhl trat alS sür die gött-liche Poesie schwärmende und den strengen HauSmarschall»-stab führende „Caroline Schlegel" mit durchschlagendem Effecte ein. Herr Rieger documentierte als „Herr von Haarfeine besondere Befähigung sür das Fach bornierter Gecken. Luch die Nebenrollen erfuhren durch Herrn Wall ner (Arzt Berndt), Frl. Pischel (Hedwig) und Frau Sch «-b e r t - Barbiert (Pauline) ganz entsprechende Besetzung. Wenn nur auch unser geehrtes Publikum dessen gedenken möchte, daß für die Theaterkasse der „Ultimo" anrückt, an welchem die Gage für einen großen Bühnenkörper sammt Orchester flüssig gemacht werden muß I Aus dem Schwurgerichtssaale. (Prozeß Brandstetter.) (Fortsetzung.) Hiernach verantwortet sich Brandstetter über die ihm zur Last gelegte Berunlreuung eines Betrages von 18.000 fl. zum Schaden seiner Kinder. Der Angeklagte verwendete den Erlös der seinen Kindern angefallenen Le-bensversicherungspolizze seiner Wattin zur Deckung von Wech seln und hoffte seine Kinder aus den Bergwerkserträgnissen zu entschädigen; Brandstetter will diesen Betrag auch zur Bestreitung von Wirthschaftscruslagen verwendet, eine Veruntreuung nicht beabsichtigt habe«, und bestreitet die Giltigkeit des Testamentes seiner Gattin. Ein von der Gattin des Angeklagten am 22. Mai 1873 an ihren Bruder gerichteter Brief weiset nach, daß der Erlös ihrer LebensvcrsicheruugLpolizze uuier ihre vier itiuder vertheilt werden solle. Dr. Jpavic illustriert die verworrenen Rechtsvev hältnisse inbetrcss des Lerwögensstaudes der Nosa Brand stetter'schen Nachlaßmosse, welche aus 165,4b0 fl. Activen und MMO ft. Passiven Vesta,ld. Zeugin Therese Stei u.d l deponiert, daß Rosa Brandstetter gespielt habe und Brandstetter durch den Ankauf des Bergwerkes in« Unglück gerathen. Zeugin Elisabeth v. Rößler bestätigt, daß Rosa Brandstetter gespielt habe. Die Zeugen Varon N r ch d a ch und v. M ürle sprechen über das Familienleben oer Ehegatten Brandstetter; letzterer beleuchtet den Luxus Brandstetters uud wird von Dr. Holzinger mit einer Berleuniduugsklage brdroht. Am 21. L. wurden die Konrad Seid l'sche» Wechsel zur Behandlung gebracht. Ter Angeklagte gesteht, daß er mit Sridl in steter Verbindung war, ergeht sich in längerlr Rede über den mißlichen Stand seines Vermögens und betont, daß Dr. Kvhmuth die Passiven Brandstetters statt auf 800,000 fl. fälschlich aus 600,000 fl. bezifferte. Brandstetter gibt zu, daß er den fraglichen Wechseln die Unterschrift Seidls beigesrtzt hat. Zeuge Konrad Seidl deponiert, daß er dem An-geNagten dhne Anstand Girt gegeben habe; im Jahre 1875 kam Seidl in Kenntnis vou Fälschungen seiner Unterschrift auf Wechseln in der Höbe v.'N 100,000 fl. bis 150,000 fl In der ain 24. d, stattgefundcmn Nachmittagssitzuug erkannte Zeuge Seidldie ihm vorgelegten, mit seinen Unter-schrislen verseht neu Wechsel, zwei ausgenommen, als unecht. Die aus Wien beigezogeuen Sachverständigen im Schustsache erkennen die ihnen vvrgezeigten Wechselunter-jchriflen als falsch. Zeuge Riedl sagt: er habe Brandstetter'sche Wechsel escvmptiert; die Geldgeber leisteten im Vertrauen auf den Werth des Bergwerkes Zablungen; wäre Brandstetter, auf freiem Füße gewesen, so hätte ihm eine böhmische Gesellschaft für das Bergwerk 550,000 fl. geboten. In der am 25. d. abgehaltenen Sitzung gab Zeuge Alexander Recht die Erklärung ab, daß er, obgleich im Besitz von 4 falschen Wechseln, sich nicht sür betrogen hält, sondern auf das Bergwerk reflektiert. Dr. von Hoffer weiset die vonseite des Angeklagten ihm gemachten Anwürfe in Bezug aus Erpressungen zurück. Zeuge Alois Fröhm gibt an. dem Brandstetter Weine geliesert und in dem Bergwerke Sicherheit sür die Zahlung gesunden zu haben. Zeuge Otto Mitzl deponiert, er besitze neun, auf den Gesammtbetrag von 42,000 fl. lautende, mit gefälschten Unterschriften Seidls versehene Wechsel, und drückt eben auch die Hoffnung aus, seinerzeit aus den Bergwerkserträgnissen befriedigt zu werden. Der Angeklagte bemerkt über die angeblich Fischer-schen Wechsel, daß er sür Geldvermittelungen riesige Honorare, namentlich dem Petteani für eine einzige Vermittelung einen Wechsel pr. 2000 fl. geben mußte, er sei ein Opfer der Pressionen und Ausbeutungen. (Fortsetzung folgt.)__________________ Verstorbene. Den 27. September. Maria Breskvar, Wirths-kind, 4 I., Stadt Nr. 108, Diphtheritis. — Ursula Molka, Inwohnerin, 79 I., Civilspital, Altersschwäche. Den 28. September. Josef v. Riebler, k. k. Oberamtseontrolor ^n Pension, 81 I., Stadt Nr. 150, Altersschwäche, Witterung. Laibach, 29. September. Dicht bewölkt, nackis stoßweise stürmischer SSW., tag-über noch anhaltend. Wärme: morgens 7 Ul,r -j- 18-7", nachmittags 2 Uhr -i- 20 7° 0. (1875 -j- 16 2»; 1874 -s- 23'7° 6.) Barvuiei' 780 85 ruiu. Das gestrige TagcL-mittel der Wärme -j- 17 3", um 3 5° über dem Normale; der gestrige Niederschlag 125 ww. Regen. A«ge^ «umeue Kremde am 29. September. Hokel Ttilöl Löte». Hribar, Gutsdes., Jeffeniz. --- Ur-bauiiü, Marburg. - Schnabel, Tesfcndorf. — Bohu-tiusky, Director, Hof. - Rothl, Kfm, Gsttschee. — Gerstenberger, k. k. Lieut., Laibach. — Triuk mit Sohn, Tarvis. — Krueg, Wirtkschastsrath; Eiueil, Kfm.; Wolf, Odsthäiidler, uud Mutter, Wien. — Pelikan, Förster, Zobelsberg. — Batiuli, Rsm., Graz. - Sartori, Triest. — Breberm, Neu-Gcadisca. Hotei Etefkkl. Skvdler, Directorsgattiu, und Kokail, Graz. — Balanc, k. k. Lieur., Triest. — Baron Tano und Germous Pessi, Genua. Zarc, St. Georgen. — Per, Cilli. Bradaschky, Ungarn. — v. Gozani, Krain. Hotel Vurozin. Friii^, Ingenieur, Littai. — Dimitz, Forstmeister, Görz. iÄovrc.t, Roller, Reis.; Horak, Fabrikant, uud Baiersdorf, Holzhäudler, Wien. Buicrischrr Hof. Juvan, Graz. — Valfasiui, Mouza. Batovc, Materija. Ttavt Laibach. Schüuberg, Laibach Kaiser von Lrjterreich. Jeruejec, Mauniz. O-edenrtaftl -!ber »ie am 3. Oktober 1876 stattst:!drncn.ri 2i-citatioucn. 2. Flb., Fabianiilche Real., Möttliug, BG. Möttliug. — 2. Ftb., Hemricher'sche Real., Gel,ach, BG. Lack. —2te Flb, Kandue'scle Real., Sittichsdorf, BG. »rainburg. -- 2. Flb, Sluga'sche Real., Topolz, LG. Feislriz. — 1. Alb., Lomsic'sche Real., Grafenliruuu, BG. Feistriz. — Neass 3. Flb., Fatur'sche Real., Grafenbrmin, BG. Feistriz. — 1. Flb., Bou'fche Real., llnlerfiichadol, Be«. Nudolfswerth. — 1. Flb., Ceßar'sche Real., Precna, BG. Rudolsewerth. — 1. Flb., «ovat>c'ja.e Real , Zareije, BG. Fcistriz. 1. Flb., Merönit'fche Real., Smerje, BG. Feislriz. — Erste neuerliche Flb., Obcrstorlche Real., Slatemgg, BG. Neis-niz. — Reass. 3. Flb., Prmz'sebe Real., Eele, BG. Feistriz. Als unterstützende Mitglieder der laibacher freiw. Feuerwehr leisteten den Jahresbeitrag pro 1870: Herr Withalm ....................................mit 10 fl. „ Niömqn ....................................„ 5 „ » Millitz.....................................„ 5 ,. ,, Gollsch.....................................„ 5 „ (Wird fortgesetzt.) Theater. Heute: A n g o t, d i e T o ch ! e r d e r Halle. Äoiuische Oper iu (j Arien vau Lecoeq. Morgen: Zum erstcumale (ne»): Ein verrufenes Haus. Cl,arak!erbild mit Gesaiig in 3 Acten von Friedrich Kaiser. Musi! vou Millöcker. Danksagung. Für die vielen Beweise von Theilnahme bei der Kraulheit und dem Tode meiner unvergeßlichen Gattin Emikie sowie für die so überaus zahlreiche Betbeiligung am Leichenbegängnisse drücke ich allen Freunden und Bekannten meinen innigsten Dank aus. Namentlich sühle ich mich bewogen, den liebeus-würdigen Speudern der Kränze, dem Gesangsquartett „Eintracht" sowie alle» jenen Herren, die der Verblichenen am letzten Wege an Leite des Sarges das Geleite gaben, noch ganz besonders zu danken. Laibach, 29. September 1876. Carl Hamann im Namen aller Verwandten. Lin Import-Oesekätt in velicLttzsseo, XLsv uuä k'IeiLetrvsrso srietrt lüodtixe Agenten und krovisions-rsiseukis. OKerls mit. guten Ugkereursn unter 8. 8.199 äie L.qvollc:sn-Lxv«LitioL von LuLoU Uosse in Älmorikanifehe Rasrn-Kartliffctn r«« und Vrnmmt-Knrtaffcln ^,.» für 100 Kilo loco Bahnhof Jauerburg, exclusive Emballage, nnter Nachuabme des Betrages, liefert insolange der Bor-rath dauert, in vorzüglichster Qualität und zum Anbaue besonders empfehleuswerth die Gtttsverwaltunfl in Jauerbirrg (527) 3-1 (Oberkrain). iüÄiigk Litilktiö». Die in 3« gelegene Reaiität, bestehend ans Wohnhaus, WirthschaftsgebLnd'-n, Wiefen, Aeckeru und Waldantheilen/ wird Sonntag den 1. Oktober von 2 Uhr nachmittags an ganz oder parzelleniveise an den Meistbietenden (auch gegeu JahreSratenzahlungeu) veräußert werden (522) 3 -2 Erste "k Eisenntvbel-Fabrik des XitSLkSÜS Fuüril'i: Wien, VIII., Laudoa-»asss Nr. se>. Zkuflricrlc Drciscouriinte von Eisrxmölicl» nrntisu. franco. ^ Ltmiuormijbsl: fl. Ir. 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L>'.-Positendauk . . . . 11? - 118- - 6öcompt>.^nftalr . .665 - 670 «franco-Bank . . . pandelSbank . . . . -rationalbank . . . . 857 '^ 859 Oest. Lankgesells. . ..l55 - 156 llnion-Bank . . . . 61 75 ÄerkehrSbank. . . . .! 8«.— 86 50 MfSld-Bahn . . , . 102 — 102-50 Karl Ludwigbahn . tkais. Elis.-Bahn . Kais. Fr, Äosefsb . .!L08 25 208 75 ..144 — 145 — !131— 131 50 StaatSbaün . . . . Eüdbahn 8t- 2°, Kran, Ioscf-- Äauu Oest. Nordw^Kd.-.i,,: Siebenbürfler . . . StaatSbahn . . Süd! ahn k 5 Pcrz. dto. Bon C. L-o«< Credit - Lose .... Niwolfs - Lose . S3 25 93 60 88--! 88 25 61-75 62'— 151 5.0 152'-94 50 94 7S . .161'-. i 13 50 Augsburg 100 Mark Franks. 10c Mark. . damburq „ „ London 10 Pfd. Eterl, Paris 100 KrancL . . 58 75 58 75 58 75 120 90 47 85 Kais. Münz-Ducaten 5'78 SO-ffrc,ncSMck .... 9'6ki Deutsche Neichöbanl.i59'30 Silber . . .102'- 162'-14 - 58 90 58 90 58 90 121'LO 47 90 5 7S 9-6S1/» 59 40 , 102 10 UMgraphischer Lnrsberitzr am 89. September. Papier-Äente «6-75 — Silber-Rente tzS 20 lsiSV" Staats-Anleheu 111 70. — Lankactien 854- — Lredit 152 50 - London 12110. Silber 102 - - K. k. Mün,-dukaten 5 81. 20.Franc§ Stücke 9 68. —100 Reich»-mark 59 50. Druck vovJg. v. Kleinmavr L Fed. Bamberg. Verleger Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.