LllibllchclWMtullg <»—,_____________ H^. 1 F^ /« PIännmcrat! on « plel« : Im öomptoll «anzj. VT.K^ liV4 N. 11, b>i!>v. «. 5.5,». yilr die.^usleUung ii:« Hau« * -^" -^* ^UVl.iioli. !llttcd«Post,^N,,i.,1.>5, ^i!>,'!.ss.7.5". Doulielstag, 26. August Insert» »üsgebiihr bis i« feilen: ,m»I 6» lr., ^^ /»<^ !lN'.«!ici.^!m.isl,.io!istpr.^eileN».Nlr.,llm.Nlr., «^«tlß Mit 1. September beginnt ein ncncs Abonnement auf die „Laibacher Zeitung." Der P rann merat ions - Prei s beträgt für ^ie Zeit vom 1. September bis Knde December l^litt: Im Comptoir offen....... 3 fl. 6<^> kr. Im Comptoir nnter Convert . . . . 4 ., — „ Fiir Laibach ins 5^ans zugestellt . . . 4 „ — „ Mit Post nntcr Schleifen..... 5 .. — ., Amtlicher Theil. Der Reichskanzler, Minister des kaiscl lichen Hanfes lind des Aeußer«, hat den absolvirtcn Stiftling der k. u»d l. oriclltalischcn At^dcinic Emil Ritter u. Gödcl» ^'nnnol) zum Conslilarclcven ernannt. Der Iustizminister hat den Pfarrer in Hlubosch Johann Koh out zum ersten, den Caplau bei St. Stephan !n Prag Franz Now oll) zum zmcitcn und dcn Caplau l>l Naduiz Franz Pawlowsty zum dritten katholischen Seelsorger in dcr Hläunerstrasaustalt zn Prag ttncmnt. Der Iustizministcr hat die bei dcm Aezirksgeiichtc U> Dornbiln erledigt acwordcnc Adjuüclnislrllc dein ^c^rtSacrichtsadjuiuten in Kältern August r. Prcn im Negc der angcsuchtcn Versetzung verliehen. Der Iustizministcr hat die bei dem Bezirksgerichte M Meran erledigte Adjnnctcnstclle dem früheren Bezirks' NlMsactuar, nunmehrigen überzähligen Auscultauten ^r. Anton Schmid verliehen. Dcr Instizministcr hat den Gerichtsadjnnctcn des "ltisgcrichtcS in Bozcn Dr. Ferdinand Ritter v Rci-"isch auf die bei dcm Bezirksgerichte in Kältern in Erledigung gekommene Adjunctcnstellc zu ucrsctzen bc- Nichtamtlicher Theil. Zurückgcmmncnc Vcjliindnijst. Wien, 24. August. c, Die versöhnliche Weise, iu welcher der Reichskanzler ^ nahezu heftig gewordene diplomatifche Discussion Moß. hat insofcrnc den gewünschten Erfolg gehabt, als >^) die Berliner Blätter, wir meinen natürlich jene, in welchen man dcn Gcsinnungsausdrücken dcs norddeutschen Bundeskanzlers zu begegnen pflegt, einer gcu'äßigtcrcn Sprache befleißen, als dies biöhcr der Fall war. Wenn anck die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung." der ihr fanatischer Haß gegen Oesterreich nicht einmal zu gestatten scheint, dcm geänderten mot ä'orär<, Folge zu leisten, sich in Schweigen hüllt, andere Blätter, die wohl nicht officiell als officiös anerkannt, darum aber nicht minder officiös sind, gcbcn der milder gewordenen Auffassung dcs Grafen Bismarck desto rückhaltloscrcu Ausdruck und wir begegnen nuu, welch Mirakel! selbst iu dcr „National Zeitung" dem Zugeständniß dcr EMcnzbercchtignng Oesterreichs, ja die „National-Zeitung" ist so gnädig, die Möglichkeit, die Wünschcnswürdigkcit ciucr österreichisch-preußischen Allianz leise anzudeuten. Und wie lange ist es her, daß man in Berlin dcn Gedanken an eine solche Möglichkeit als — compromit-tirend, bnchstäblich als compromiltirend pcrhorrcscirtc? In einer vom 1l. d. M. dalirtcn hochosficiöfcu Berliner Correspondent der „Köln. Ztg.", in welcher an die bekannte Note dcr „Provincial-Corrcsponocnz," der Vor-lüufcriu dcr Thilc'scheu Depesche, angeknüpft wurde, hieß es wörtlich: „Graf v. Äcnst erklärte in seiner Rede vom '.). d, „eine kalte Hand könne sich mit der unseren (warmen österreichischen) nicht begegnen." Das haben die Herren in Berlin auch versichert, indem sie bemerken, daß vom Herrn Reichskanzler gar leine, weder eine warme, noch eine kalte Hand dem Berliner Cabiuctc geboten sci. Unter audcrcu Umständen würde dieses angebliche „Hände-rcichcu" wahrscheinlich auch in Berlin nicht so übel ucr-merkt worden sein, wcuu mau hier nicht selbst den mattcn Schcin dcr Neigung einer Allianz mit Oesterreich vermeiden möchte. „Versteck-spielen" mit Oesterreich würde bei anderen Call inctcn keinen geringen Argwohn erregen. Dazu kommt, daß die m stärkster Form ausgc sprochcnc Ansicht dcr ccnlralistischcn Organe Wiens über die Gefahr des Dualismns für Oesterreich, über den Keim ernster Zerwürfnisse zwischen bcidcu Rcichshälftcu. welcher im Dualismus verborgen sein soll, über dic Nothwendigkeit einer Aenderung dcr Verfassung bei den Ungarn allerlei Bedenken erregt. In Berlin wird ma< aber am wcuigstcu gcucigt sein, auf die Sympathien! Ungarns zn Guustcn dcs gutcu Eiuvcrnchmcus mit dem Herru Reichskanzler zu verzichten. Bei solchen Verhältnissen gehört die Wicdcrhcrstellnng einer sogenannten „innigen Beziehung" zwischen Oesterreich und Preußen zu unerfüllbaren Erwartungen. Dic föderalistische Entwicklung dcs österreichischen Staates ist in Prcußcu begünstigt. Es fehlt also der Grund zu einer Verständig gnug mit der ccnlralistischen Partei in Oestcrrcich und wird sich auch uicht wicdcr finden, da wegen Italiens! Neugestaltung die allen Combinationen in Europa hin fällig gewordcu sind." ! Um den Anschein zn vermeiden, als gingen wir darauf ans, die alte, glücklich beigelegte Fehde wieder an^nfachcn, wollen wir hier nur trocken constatircu, daß dieser Brief, dcfscn officiosen Charakter lein mit Politik sich befassender Mensch in Preußen anzuzweifeln wagen würde, gerade heraus zugestanden hat, was dcr Reichskanzler gesagt. Es war die „kalte" Hand, welche die „warme" zurückstieß, indem man ohne Umschweife er-llärtc, die Allianz P^ußens mit Oesterreich sei compro-mittircud gegenüber dcn anderen Mächten, innige Beziehungen mit dem Wiener Cabinctc anzuknüpfen, sei wegen dcr Nothwendigkeit, es mit Ungarn — wohlge> merkt, es handelt sich um die uugarische Opposition, die auf Kossuth schwörende Liule — nicht zn verderben, nicht gut möglich uud Preußen würde dcn Umsturz nuscrer gegeuwärtigcu Vcrfassuuaszuständc gerne sehen, da es den Föderalismus begünstige. Mehr bedarf eS doch gewiß uicht, um dic Pcrfassungsfreundc dies- und jenseits der Lcitha von dcr Feindseligkeit Prcnßcns gegeu Oesterreich zu überzeugen. Aber da wir das unleidliche Thema nicht weiter zn spinnen gesonnen sind, so nnter-lusscn wir es, auszuführen, was wohl in Berlin geschähe, wenn man von Wien aus officiös erklären würde, Oesterreich vermeide dcn Schein eincs guten Cinvcrneh^ mcns mit Prcußcu aus Rücksicht für Frankreich, es snche vielmehr uach Anlässen zur Gereiztheit, um die dynastische Opposition in den neuauncctirten Ländern warm zn halten nnd wünsche dcn Umsturz der norddeutschen Bundesverfassung, an deren Stelle es etwa eine demokratische Föderation zu setzen wünschte! Ucbcrhanpt hüllen wir diese halbvcrgcsseneu Berliner Geständnisse in dcr „Kölnischen Zeitung" nicht wicdcr hervorgeholt, wenn das genannte Blatt nicht die Tactlosiglcit begangen haben würde, in ihrer gestern ein» getroffenen Nummer dic „warme und die kalte Hand" zu einem Leitartikel zu benutzen, dcr sich in spöttelnder Weisc übcr das citirtc „geflügelte Wort" eracht, nnd, als hätte in Berlin niemals eine andere als die freund- ^ schaftlichstc Gcsiunnng für Oesterreich geherrscht, dcr Bcnst'schcn Note eine Auslegung gibt, die dcr Wahrheit nicht entspricht. Die Depesche des Grafen Bcnst, die namentlich iu ihren Schlußworten das anfrichtigstc Bestreben, jeden Aulaß zur Fortsetzung dcr Gereiztheiten ! zn vermeiden, kundgibt, behält es offenbar eben aus Gründen, dic in der Nachgiebigkeit des Reichskanzlers wurzeln, cincni vertrauliche»! Dcpcfchcuwcchscl vor, die vou Prcußcu gewünschten Aufklärungen zu geben. Wer nuu da behaupten wollte, dcr Reichskanzler flüchte sich nur hinter diese Ausrede, weil er uicht iu der Lage sei, die geforderten Vcwcifc von der Zurückhaltung Preußens ! zu licferu, dcr irrt entweder oder er weicht wissentlich ! von dcr Wahrheit ab. Unseres ErachtcnS hat dcr Reichskanzler mit der Verweisung dcr Discussion in die Schranken der Vertraulichkeit Preußen den Beweis geliefert, daß ihn selbst die öffentliche Aufforderung Preu- ck'llisll'tmz. Wer fliegende Holländer." Erzählung ucm A. v. Tchw . (Fortsetzung.) IV. del ^"^"lzs unschlüssig durch die engen Gasscu wan-H."b' gelangte er sehr bald in einen gänzlich abgelegenen ^Ml der Stadt, wo ihn seine Oricntirnngsgabc verließ, den ! schlafwandelnd als wachend schleuderte er zwischen Und ^"' altersgrauen Gebäuden, aus denen noch hie ylna ^'" schläfriges ^icht flackerte, und seine matten Und '^, ^weiften wie licbcflchend längs dcn Gesimsen tlom ^lu'üstlingcn. aber es blieb alles todt. alles lonl^., °dc und kcin milderndes Spicl dcr Fantasie hatte ^'ch '" se>" brennendes Hirn cinschlcichcu. Wohin eriny/^ slch verirrt? Er wußte es selbst nicht. Er sen zu ^ch "lcht, jemals iu diesem Stadtthcilc gcwc-^tNdy^r,' wo ihm alles so kalt, so uufrcuudlich uud '^ drii^ entssegcnwchtc. wo dic ^uft so peinlich auf einieliie, ^ ""c ciu böser Ficbcrtraum nnd selbst die ^üchert, ^kuschen, die an ihm vorbcihuschtcu, nur wie Zachen ^spcuster aussahcu, die ihre nächtliche Ruudc enge h' .^l versuchte weiter zu tappen. Noch einige befant» ?^ lassen, dann eine etwas breitere und er Nch auf einem größeren Platze; vor ihm eine * Vergl. Nr. 192 d, Vl. Kirchc. - Er blieb einige Augcn'olickc stehen, als wollte cr sich zurechtfinden, prüfte, und als ob er fich dcr Situation besänne, wcndctc cr fich rasch gegen das Portal dcr prächtiacu Kirche und — bcbcud trat cr ein. Eine peinliche stille herrscht» in dcm wciteu Raume, dcr nur malt vou cincm ^ämpchcu crhcllt wnrdc, aber cö war ein unfreundliches Licht, ciu bläulich-grüner Schimmer, wie eine dahinscheidende Seele, ohne Wirkung uud Reiz und schien vielmehr aus den Todtcnaugcn irgend cincs verwesten Heiligen zu rühren, dcr hier schlummerte. Allein Gustavs Gesicht gewann plötzlich ctwas übernatürlich-düstres, ctw^s grancnhaft < magisches und eine sichtliche Verwandlung trat iu seinem Inucru ein. Sein Auge lcnchtelc wie vor fieberhafter Leidenschaft nud selbst die Blässe auf sciucn Wangen verschwand uutcr dcn: schimmcrud blassen Roth dcö aufwallenden Blutcs. An cincr Säulc angclchnt blickte cr zu dcm prächtigen Denkmale CanovuS. Eiu Genius schrcitct übcr dic Stnfcn zu dcr marmornen Ruhestätte dcs Herzens jcncs unsterblichen Künstlers, trauernd mit kummervoller Miene, den stillen Schmerz in das marmorne schöne Gesicht gc-mcißclt, aber cbcu dieses Gesicht____ Guslau bcbtc stärker und leidenschaftlicher. Icucs fchöuc marmorne Göttcrgcsicht war es, das seine Scelc so verlangend einnahm, das seine träumerische ^chnsncht zu wilder, unerklärlicher Leidenschaft steigerte. Jcncs leblose Gesicht war cs, in wclchcm Gnstau seinen eigenen Schmer; las, abcr dcr Schmerz war ein milder, nnd wenn er lauge flehend auf die cdlcn Züge starrte. so schien ein gespenstischer Schein darüber hinweg zu strei- chen nnd unter diesem Schimmer sah cr dann dcn liebe-glühenden Ansdrnck seiner eigenen Seele, das stumme Begehren dcs Herzens und eine magische Kraft zog ihn zu dcm marmornen Standbilde. Das übervolle Herz hatte in jcuc gemeißelten Züge auch die Aurclicns mit cingcflochtcu und uutcr dicscm Bilde schien oer.laltc Stein sich zu beleben, ja zu sprechen uud zu win-kcu, verlangend die Arme zu öffnen. Die bleichen Lippen bewegten sich wic znm Kußc und die Augen schloffen sich von Zeit zn Zcit znr Hälfte zu, als flehten fic zu ihrem stummen, leidenden Bcsnchcr. Gnstav wankte in feinem Entschlüsse. Sollte er sich dcm schönen Göttcrbilde nahen, das ihn so unendlich fesselte? Welche unerklärliche Furcht, welche kindische Blödigkeit, die ihn bald auzog, bald wieder ab-slicß, als sci cö nur cin Trugbild seincr kranken Fantasie, das scii.cr spotten wolle! Er dachte an Aurclia, cr dachte au lausend scincr süßcu Träume, die sich seit dcu ersten Ereignissen in Venedig seiner bemächtigten, uud jc mehr cr diesen Ocdaukcu nachhing. desto ver-worreuer wurden sic. desto grellere GcfühlSaffecte tauch-tcu iu scincr Seele auf uud cs begann sich cin dunkler Schleier übcr seine jetzige momeutauc Lage zu breiten. Er trat einen Schritt näher ohne zu zögern, sich selbst Mnth zusprechend ob scincr kindischen Einfalt, immer verlangender das Augc auf das zugewandte Göttcraestcht haftend, endlich nur mehr wenige Schritte Entfernung, crkcnnt cr dic lieblichen Formen der marmornen Göttin, den jungfräulichen Busc». halbverliorgcu unter dem äthe. rischcn Kleide, das süße Ebenmaß der Glieder, die hohe H442 ßcnS nicht vermöge, Dinge vor dic Ocffcntlichkcit zu dringen, dic Preußen gchciin gchaltcn zu schcn wüllschcn müsse. )tun abcr gibt mau von ^jcrliu aus zu «erstehen, daß man die Bcnst'schc Note nubcanlwortct lasse«! und auf die Aufklärungcn, dic Gras Bellst vertraulich zu geben sich vcrcit erklärt halle, verzichten wolle. Wenn es sich nun wirtlich so verhielte, wie der spottende Leitartikler der ,.K. Z." vorgibt, dann würde Preußen sich diese Aufklärungen geben lasscu, dann crtlärcn, sie hätten ihm genügt oder auch nicht genügt und dann den Grafen Benst moralisch zwingen, sie der Ocffcutlichtcit nicht vorzuenthalten. Kann aber Preußen das thun? Wem die Geständnisse vom 11, August nicht uubckannt geblieben, der wird das schwerlich bchanptcu, Die Zurücknahme dieser Geständnisse vcrmag Niemand zn täuschen. Wenn sich jedoch fortan eine and'crc Tcndcn; in Preußen kundgibt, wenn cs sich wirklich zeigen sollte, daß N'.an in Berlin jede Annäherung an Oesterreich zu vermeiden trachtet, um mit den inneren und äußeren Feinden dcS officiellen Oesterreich auf gutem Fuß zn bleiben, so soll uns dies sehr angenehm sein. Dann wollen wir das zurückgenommene Gcständniß als den Anfang der Umkehr ansehen. Die rmmschc Mge und das Concil. Der „Presse" wird aus Florenz, 21. August, geschrieben: Gestern endlich ist dic Veröffentlichung des königlichen Dccicts erfolgt, welches den Schluß der Session anordnet, nnd die Neuerung hat nun Muße nnd Gelegenheit, an die Erledigung der vielen nnd wichligfn Staatsgcschäflc zn gchcn, welch«: sich noch im Rückstände befinden. Auf dem Felde der änßcren sowie der inneren Politik treten so vielc wichtig Fragen aü die Rcgicruug I^cran. daß cs dcs ganzen Eifers, der vollen Energie derselben bedürfen wird, wenn sic mil irgcnd einem Resultate vor die ucn zu berufenden Kammcrn treten will, was bei den bestehenden Verhältnissen nothwendiger denn jc wäre. In erster Linie steht die französische Occup^lions-Fragc im Kirchcnstaalc, dcren Erledigung sich inin Graf Menabrca mit allclli Eifer hingeben wird, nnd man kann sich darauf gefaßt machen, daß diese Frage in nächster Zeit eifriger denn jc vcntilirt werden wird, Ich habe Ihnen schon vor längerer Zeit über dic Pourparlers berichtet, welchc in dicscr Richtung zwischen dein französischen Minister dcs Acußerü, Grafcn Laiour d'Anvcrgne, nnd dem italienischen Gesandten in Paris, Eavalicrc Nigra, stattfanden, und ich kann Ihncn l)cutc nur die vollständige Genauigkeit mciucr scmcrzcitia.cn Altcl^nn-gcn bestätigen; nun. das Ncsnltat dicscr Ponrpailcrs war lein negatives, denn hcnle ist — wie ich Sie anf das Vestimmtcstc versichern kann — bereit die Basis zur Anknüpfung ucucr Untcrhandlnn^cn vorhanden, welche dic endliche Lösung der Oscupalionö-Fragc zum Zwecke haben. Wie weit dic betreffenden Unterhandlungen bereits vorgeschritten sind, lann ich natürlich nicht wissen, soviel ubcr kaun ich behlinptcn, daß man in dcn hiesigen Rc-giclnugstrciscn dcr Hoffnung ist, daß es gelingen werde, ein Ucbercintommci' zu Stande zn briügcn, wonach dic Zurückziehung dcr französische» Trnppeu aus dem Kirchenstaate, noch vor drin Zusamincntritlc des üknmcni-schcn Eoncils entschieden wcrdc nud dic italienische ^Itc-Vierung bei dcm Wicdcrznsammcntritt dcr Kammern mit dcr Meldung hicvon vor das Parlament werde lrclcn können. Was endlich di? Eoncilfragc, rcspcclive die Haltung der hiesigen Regierung dcrsclbcu gcgcnüber betrifft, so! taun ich — im Widersprüche zn anderen Meldungen, auf das Allcrbcstimmtcstc vüsichern, daß die italienische Ncgicrunsl mit sich vollständig i.n Ilcincu ist und sich ihr Bcnchmcn bereits vorgczcichnet hat. Sic wird weder — wie diescS vchanptct wurde — dcr Betheiligung il>rcr Bischöfe an dein Eoncil dic geringsten Hindernisse in dcn Weg lcgcn, noch vcrslichcn, irgend cincn officicllcn Vcrlrcicr während des Eoncils in 9tonl zn iuslallircu. fon.^crn siä) damit l'c;inügcn, dcn Vcrlanf dcr betreffenden Vc handlangen mit nllcr Anfmertsamkeit zu ucrfolgci. Sollle d^,s Eoncil, das religiöse Gebiet überschreitend, sich auf das politische Fcld hiuiü'crwagcn, so wild dic italienisch? N'cgicruug illrcu Bischöfe!-, einfach dcu sircngstcn und gemcsscustcu Aefchl zn.zehen lasfcn, Rom aUsugleich zu ve,lassen nnd iu ilnc Diöcescn zurückzukehren, nud sie wiid schon Mitlcl und Wcgc lrcffcn, daß in diesem Falk' die Bi^ schöfc dcm Befehle schnell und piiutllich uachkommcn, denn die Stimmnng im Lande ist eine solchc, daß cinc allenfallsigc Rcnilc,>z der Bischöfe nicht ^cm Lande, fon-dcrn nur dc»l Elenis zum Schadcn gcreichcu ivnrdc Ucbrigcus glanbeu wi: uoch dic V.rsicherung hmznfügc:' zu tonnen, daß cbcn dcm öcumcmfchcn Eoncil gcgcnübcr dic hiesige Regierung im v^Uen Einklänge mit den übrigen katholischen Mächten Handel«, wird, und daß in dieser Richtung zwischen ihr und dcr Mchrzalil der katholischen Mächte bcrc.ts cin festes Ucdcrcinkmnmcn gctrof-fen wurdc. Iic „Gpimonc" ülnr dm', ital. Parlmnlnt. Von dcr ebcn geschlossen,.» Session dcs ilalieuischeu Parlamcllts sagt die „Opiuiunc," sic sei dic längste und an Wcchsclsällel'. reichste gewesen. Beim Beginn sei ihr das Eadinct (Ricasoli) nnoollstäi^ig licgennbcr gcstinldcn. Dic zwcitc Kalnmcr h^bc zum viertcn Thcil anü nenen Dcpntirtcn bestanden, währ.nd dic Linlc verstärkt, der tm'/l» i»urt.ila in dcr Bildung begriffen, die Rechte cin-müthia.cn Sinnes gcwescu. Ihrc Einmüthigkcit sci anch angesichts dcr Slcigcrung dcr oppositionellen Energie uud itraft driugcud uölhig gewesen, uiu admilustratiue und finanzicllc Hlaßrcgcln zur Dnrchführnng nnd dic liberalen InsUtnlionl,'!, zur Wirlsainkut zu brill^cn nud dcn rcvolutiouärcn Elementen mit Erfolg tntgc:>cntlcten z» können. Solchen Auf»abcu gcgeuübcr habc fich das Älinisteriuul Ricasoli nicht lcbcnslräflig gefühlt nnd aus frcicm Antricbc -- ohnc durch eil» parlamentarisches Ercigniß dazu gedrängt zn sein — im März 18(l7 seine Demission gcgcbcu, nm durch c!u Eabinct i)latlaz;i c» setzt zu wcrdcn, das iu dcr cnmuultia.cn wic in dcr in< ucrcn Politik l:ald cincu von dcr bisher cingchalteucn Bahn cntschicdcn abweichenden Wcg einschlug. Dic Kummer kam eifrig ihrcu Oblic^uheitcn nach; sie uotiite dic Friedens^, Handels-, Post', Eisenbahn- nnd Tclc-arl!phcnvsrlrä^' mit Oesterreich, die anf dic Repartition dcr päpstlichen Schnld bezügliche, mit Frankreich abgeschlossene Eonucotion :c. :c. Das wichli'M aller unter dcm Älinistcrinm Rat tazzi votirtcn Grsctzc war jedoch das Kirchengiltcr-liguidaliousgcsch, laitlelsl dcsscn Durchführung inau 400 Viillioncn Lire ciziclcn zn köuucu glaubtc; dicsr Hoffnung solltc sich als lü'igcrisch crwciscu u,id das Gcscl; hatte nnr insofern praklischc W>:knna, als cs cincrseito cinc nclic Elcch'c tlciücr Grundbesitzer schuf, e>:',dcrcrsc!ts einc ticfiichcndc Zcrtlüflung dcr Rcchlcil herbeiführte. Die Tage von Niculana brachten das Eavinct Rattaz;i zn Fallc nud cß sah bci feinem Stnrzc dcn Eredit des Landes tief erschüttert nnd dic Beziehungen zn Frantrcich altcrilt. General Eialdini vermocht: lein athmende Gestalt — ja, athmende Gestalt > alles lebte i uud liebte, dieser pocsirvollc Lcib schieu zur Liebe gc-! schaffen und nicht znr todtcli Bewunderung, znr wahren ^ lebenden Anbetung und nicht znin nüchtcrucn Anstauucn; ein überirdisches Leben schien durch ihrc )Ideru zu rinnen , wie Morgendämmcruug und Göttcrkraft; . . .. Gustav zitterte am ganzen Leibe, noch einen dumpfcu l»albgcbrochcnen Scnfzcr uud die Marmorlnic dcr Göl-tcrstatnc umklammernd, brach cr an den Stufen des Grabdenkmals zufammcn. Er hatte beinahe alle Kraft verloren, sich zn ermannen. Er fühlte nnr, daß cr menschliche Formen mit glühender Leidenschaft nmfangcn hielt und dies steigerte fein Verlangen nnr noch mehr, nnd sich halb anf richtend, blickte cr nochmals dcr schönen Göttin in die scurrloscn Augcn und drückte sodann scinc Lippen mit einer Innigkeit auf die der marmornen Schönen, wic er es vielleicht noch nie bei einer lebenden gethan. Welche wilden Fantasicgcbildc mochten dcn jnngcn Schwärmer beherrscht haben, um zu solcher Katastrophe zu führcu! Welche peiulichc Sehnsucht gleichzeitig mochte in feiner Seele genistet haben, um diesen Grad dcr Empfindung für cincn todten Stein, für cinc leblose Marmorstatnc zu prodncircn! Darüber konnte cr sich feinc Rechenschaft geben. Er wußte uur, daß cinc geheime Schusucht ihn zu allcn schüncn Götterstatnen zog nnd diese Schusucht mochte begünstigt durch dic bcrcils vorher slallgefuudcuc Aufregung und durch dic nächtliche Einsamkeit dcs Gotteshauses, sich bis zu jener schrankcnloscu Leidenschaft gesteigert haben, in der wir ihn eben gefunden. ! Gustav ließ ab von seiner wahnsinnigen Liebkosung; ,er sprang znrück, und wie früher dic ungestillte ^chn l sucht, so schien jetzt ciu gchcimcs Graucn scinc Adern l zu dnrchricsclu, das ihn abhielt, fcrncr scincr Leidenschaft Luft zu macheu. Es wurdc plötzlich klarer iu ihm. Er erkannte dcu Ort, au wclchcm cr sich befand —- die Kirche Sta. Maria dci Frari -nur kouutc cr nicht begreifen, daß cr dcn Eaunl grandc passirt, wahrscheinlich auf dcr ciscrncn Brücke unweit dcr Akaocmic für bil-dcndc Künste, ohnc sich dcsscn zu erinnern. Er trat eilig inö Freie, ohnc dcn Genius an Eanovas Grab-dcnkmal writers zn beachten nnd erst nach Passirnng dcs Platzes überdachte cr, was cr bcginncu solltc. Anrc-licnS Aufenthaltsort, dcr Palazzo Balbi, konnte nur wcuigc Minntcn cntfcrnt licgeu. Sollte cr die vorgerückte Nachtstuudc bcuützcu, um dcin sympatischcn Plätz-chcn cincn stillen Äcsuch abzustattcu? Dcr Doctor mußtc schon lang vor ihm dortselbst angelangt sein, denn cS war geranmc Zcit scit dcr Trcnnnng an dcr Piazzctta verstrichen. Eine Störung war daher nicht zn befürchten und dcr Gedanke wurde iu ihm rcgcr. Er wußte ja, daß gcgcuübcr vou Aureücns Palazzo dcr des ciser-neu Geschlechtes Foökari aus den Lagnnen tauchte, nnd im Fallc cr dic geliebten Räume todt und ausgestorbeu! isäudc, touutc sich ja sciuc Fantasie an dcn glorreichen Tan.cn dcr Vcrgaugcuhcit hnllcu uud dic üdcn Gemächer bclcbcn mit dcn lühncu Gcstaltcu dcs einstigen, vcrtränm-^ ten Venedigs. Nach einigen Sccnndcn Ucbcrlcgung schon! lcuttc cr in einc dcr cngen Gassen uud suchte die! Direction auf Palazzo Aalbi. (Forts, folgt.) ncucs Eabinct zu bilden und so gelangte Graf Mena« brea an dic Suitzc der »encn Verwaltung. Eö haltc dieses Enbiuet cinc schwcrc Probe zu bcslchcn; dic Gemnlhcr dcr Abgeordneten waren durch die jüngsten politischen Ereignisse noch sehr aufgeregt nnd dic Kammer verweigerte dem Ministerium mit 201 gegen 19l) Stimmen ein Vertrauensvotum. Trotz' dcm trat das Eabinct nicht zurück, soudcrn zog cs vor, sich lhcilwcisc zu reconslituircn, was cincn glücklichen Erfolg hatlc. Nun galt es abcr, alle Thätigkeit dcr Lösnua, der finauziclleu Aufgabe zuzuwenden. Ncbcii dcm Mahlstcucrgcsetz wurdcu noch audcre Finanzgcsetze und darunter auch das Tabakrcgicgcsctz votirt, dessc» Volirnng abcr bctaüullich cii,c Art von Pyrrhus-Sic.) für dic Regierung war. Im wcitcrcn Vcrlaufc dicscs Rückblickes macht dic „Opinionc" dcr Kammer wie dcm Ministerium den Vorwurf, allzu lange m-t dcr Prüfnng dcr Budgets gc-' zögert zn haben; sie erwähnt dcn Anschlnß dcr „Pcr mancntc" und des lürxo >>iüiill» „„ d^ Rcgicrnng, dem einc schr gcsnndc Idcc zn Grnndc gelegen habe/ desst» Ausfiihrnngsmodalitätcu abcr sehr uuzwcckmäßig gcwe-sen seien. Wieder habc cinc Ministcrkrise stattgefui'^'l' dic dcn Austritt von 5> Ministern nnd dcn Abfall cinc? Theiles dcr Rcchtcu, aber auch die Berufung ciiugcr hcrvorragcudcn Männer in daS Eabinct znr Folge ^' habt habc. Trotzdem tonnten die finanziellen Eonvcntioi'cn nicht durchgesetzt wcrden. Sie scheiterten an dcm Eo>" missiousvcrichlc, dcm dcr Fiuanzministcr sich fügte, olM deswcgcu sciuc Demission zu geben. Nlin kam die traurige Periode dcr Tadakrcgiccnqu5tccommissiou und M't ihr dic Vertagung dcr Kammcr, dcr durch den Schloß dcr Scssiou cin Endc gemacht winde. In dcrsclbcn h>it die Kammer 449 öffentliche Sitznngen gehalten und I^> Gesetzentwürfe uotirt; dcr Senat hat in 172 SitzuM« 180 Gesetzentwürfe votirt. Die „Opinionc" spricht am Schlüsse ihres Artikels die Hoffnung aus, mau wcrdc iu 5cr nächsten Parla-mculsscssiou dcr obwaltcndcn Schwierigkeiten Mcistcl werden können, falls nur das parlamcutarischc SystclN in loyaler und entschlossener Wcisc gehandhabt wcl' den wird. ZN5, dcm slllllMschcn Senlltc. Paris, ^l). August. Ucbcr dic lchlc und cnts'l'ci' dcudc Sitznng dcr Scnatö-Commissiou lann dcr „Coir stitutiouncl" noch Folgendes Nähcrc bcrichlcn: Fünf M>' nistcr wohnten dcrsclbcn bci. Ehasscloup-Lanbat ergriff zuerst das Wort; dann wnrdc Magnc gehört. Die bci' dcn Minister lcgtcn mit eincr Klarheit, welche nichts z" wünschen übrig ließ, die Puukte dar, in welchen die W'-schanungcn dcr Regierung uud der Eoir.mission vollko!»' mcn übcrcinstimmtcn, sowic dic audcrcu vicl scltcuctt", iu dcncn die Rcgicrnng dic von dcr Eommissiun vorac' schlagcncn Redactions.Veränderungen nicht annchmc» >^ können glanbt. Nach einem Austausch von Bemerkung'" au wclchcm mehrere Mitglieder dcr Commission thc'l' nahmen, zogen dic Minister sich zurück uud No^'l faßte dic Dcbattcu zusammcu. Dic Eommission schn^ darauf znr Fcstellnng ihrcr Veschlicßnngcn. Artikcl ^ wclchcr dcn gcsetzgcbcndcn Körpcr zur Iuitiativc ^ Gcsctze zuzieht, erregte leiuc Einwendung. AndcrS vtt' hielt cs ,ich bekanntlich mit dcm Artites 2, dcr sich a"l dic Miinstcr-Vcrantwortlichkcit bezicht. Es war dcll"" dic Rede, die Redaction desselben umznarbciten A'"'' wic man versichelt, hüttcn dic Minislcr dnrch dic ^ lhncn gcgcbcncu Aufkläruugcu dic Eoinmission übcrzc"^ da,; dic Ministcr-Vcrantworllichkeit durch das Ganze ^ Äc,tlmmnngcn des Scnatuö-Eonsnltö uud auf lB^ Gruudlagc hergestellt ist und daß die vorgeschlagen^ dactlons-Verändcrnng cin Plebiscit erheischen wi>^' !Dcr Tert dcö Entwurfs fchcint demnach beibehalte,, n'"' ! den zu follcn. Einc leichte Veränderung wäre an Ärt'^ >>' uorgcnoiümcn worden. Artikcl lV wird vollkoM"^ bctbchaltcn. Iin Artikel V, cincm dcr wichtigsten "s Entwurfs, soll cine RcdactionsVcrändcruug, welche d> Regierung angenommen hat, über dcrcn Tragwcitc "b" gcnanerc Angaben fehlen, für dcn Paragraphen pl^ greifen, welche dcm Senat das Recht gibt, fich in al!c" Fällen dcr Promulgation ciucö Gcsctzcs zu widcrsctzc"' Artikel V! bleibt in seinem ursprünglichen Text. 5" Artikel >ll (Interpellationen uud motiuirtc Tagc^ nnng). nnd Artikel Vül (Amcndcmcnts) sind Vcrä"dc/ rnngcn vereinbart. Artikel lX nnd X wcrdcn cil'fa^ vcibchaltcn. Artikcl Xl ist derjenige, welcher zu der l^ haftcitcn Debatte Anlaß gegeben haben sott. Dic CoN' mission scheint entschlossen, das Amendcmcnt anfrcckt ^ crhaltcn, welches cincm Scnatns - Eonsult dic Ncgell»'» dcr Bczichnngcu dcs Scuats. dcs gcsctzgcbcndcn Kölpc' l und dcs Staatöraths nntcr cinandcr und mit dcm Ka». ! vorbehält. An diesen Artikcl knüpfte sich auch die F"" dcr Adrcsfc. Dic Sitzung danerte von 12 bis .i M Ein icdeö Mitglied dcr Eommission gab motiviric ^^ tlarungcn übcr scincn Beitritt zu den gcMcn 5^ schlusscn ab; einige, darnntcr Lagucronnicrc und ^" pas. hätten sich in mchrcrcu Puuktcu vorbchalten, " pcrsöulichc Ansicht in dcr öffentlichen Discussion cu ^ l führen. Devicnne kündigte an. daß er Samstag »e ^ Bericht wcrdc vcrlcscn lönncn; die Eommlssw" ^ also morgen ein letztcsmal zusammentreten. ^M 144 3 ^ Diese Mittheilungen dcs..Eonstitutiouucl" kann die "Ma»ce" i„ folgenden Augaben ergänzen: Die Amende-Ments über die Organisirung des Senn!? sind von der ^egiernng nicht angenommen worden; doch willigt sic darein, daß dic Verpflichtung zu einer moliuirlcn Resolution im Falle der Einsprache gegen die Promulgiruug eines Gcsctzes wegfalle. Die 'Commission hat einen wichtigen Beschluß gefaßt. Trotz der Ablehnung der Legierung bcharrt sie auf dem Amcndement, welches die Ncgelung der Begehungen zwischen dem Kaiser und den großen Staatskörpcrn einem Scnatus Eonsnlt vorbehält. Diese Veränderung zieht die Wiederherstellung der Adresse im Wege eine« Scnatus-Emisults als nothwendige Con-'ec,ucnz nach sich, nnd der Bericht der Commission wird d>es andeuten. Auf den Antrag des Herrn v. Laguc-ronnicre bezüglich der Ernennung der Maircs will die "kgicrung ebenfalls nicht eingehen; doch hat die Eom-"nssion. ohne dem Princip des Antrags beizupflichten, beschlossen, ihn zur Discussion zu verstatten; dasselbe 8ilt von dem Antrage des Herrn Aoujcau bezüglich der Drganisirung und der Befugnisse dcs Senat?. Nne englische Mmnc über die stmyösische Amnestie. Die Rückkehr so vieler Exilirten nach ..Frankreichs hcimatserdc" gibt der ..Times" Anlaß, cin neues Ho-l°slop für dic künftige Haltung der bisherigen „Gegner des Kaisers" zu entwerfen. „Von jetzt an wird es m der französischen Politik leine Partei dcs Kaifcrs mehr lieben. Der Souverän hört auf. sein eigener Minister ^ sein. Er wird eine neutrale Stellung nntcr den verschiedenen Meinungen einnehmen, die nach Herrschaft über die Geschicke dcs Bandes streben. Nicht länger Wn den Kaiser, sondern gegen Frankreich würde ein Flitter fortfahren zu grollen. Der Kaiser hört auf ^ exisiiren; er verschwindet mit dem Imperialismus zn »leicher Zeit. Er zieht sich vom Kampf zurück, und hält >'ch von" bloßer Parteipolilik fern. Er vertanscht die ^olle dcs Eombattantcn für die dcs Strcilschlichters und Schiedsrichters." ..In den Augcn dcs Volkes auf dem ^ntinent hat das Los eines Verbannten immer etwas ^reiflich Bezanberndes," beginnt die ..Times." eine ^uzze über ..nationale Unterschiede." „Ein besiegter ^l'Nlcr in Frankreich ist fähig, einem Coriolan gleich. ^ Groll, den er gegen scincn Sieger hegt, anf das ^?"ze Land zu übertragen. Unter Franzosen gibt es Ml genug von jener Geduld, nicht genug von jener !, ltitlldo. die da „austheilt und hinnimmt." und auf Hn Insel,, deshalb keinen Sieg als für die Dauer .scheidend und leine Niederlage als absolut und unhcil-AhinstcUt. Franzosen besitzen nicht genng von jcncr O'Nteit. die dem Engländer es nicht möglich macht. 5 als ^schlagen zu betcnuen. Der französische Ach.llc^ ' nur ^. schnell bereit, in sein Zelt zu gehen und > Groll zu pflegen. Er versteht es nicht gcnng daö Heiland über dic Partei zu stellen; Lcidcn,chaf ubcr° > ?t sei,, Pflichtgefühl. So kam es vor vielen Jahren. ? Frankreichs beste Generale. Ehangarnier. Lamori- > Aedeau uuo Andere, dic Rolle des Politikers der ^Soldaten vorzogen nnd sich somit selbst zu uu-sicher Uuthätigtcit vcrurlheiltcn. während chrc Ea-d,"en in Waffen die Standarte französischer ^,« ans lii^chlachtfcldcrn ^r Krim nnd der Vambarde, hoch-1>. Es gab vielleicht damals Gründe, welche ,ic ei. ^"' Haltung zufriedenstellten nnd sic m lhlcn A ""« klugen nnd in denen der Welt rcchtfctt.gtcn. f. 5 diese Gründe hören hoffentlich jctzt auf. Jeden-"7 sollte man bcdcnkcn. daß der Patriot.smns »M f^/u-P,litik allein lebt. Ein Mann soll ,cst zu °"n Principien stehen, treu zu sein" ParM a cn ^' °r Allem und Jedem schuldet er sich ,^ b't se nc 3" °nde. Es dar leine factiösc Animosita scn einK'^ftsticht erschüttern, kein Schmerzgefühl uba ^^dcrlagc solcher Pflicht in den Weg trctcn^asjcn^ Oesterreich. qen s?'"'' ^August. (Organische Bestimmn»^ " 'r d«s Hccrwesc...) Das Ncich^Kr.e«sMlN. Vr ^„^''ffcn.lichte °m 21. d. M. als wntc" d^^'Unt der »euen ..organischen Äcslimnnmaeu f" ^ occrwcsci," die Dienstvorschriften für die Mll.lar. <7'" "'d für die Mannschaften der M'l>lär-Ver. reich ' '"d Militür.Bettcnmagasinc. Aus dem nmfang-"^Nte l. "''" lieben wir nur die intclcssantc,ttn M0' ^he., ^^' Militär.Vcrpsicc,smagazi,>c werden .il Zla / U"d zwar: in Wien, L.uz, Blünn, Ollnuy, ^ttes>"bach, Trieft, Pola, Innsbruck, Triebt, Prag, sara/^' adt,Ios,phstadt, Lcmbcrg, Ezcmowitz, Krakan, 3°l"c>n, «!"°' ^f"', Füuslirchcn, Kecskemet. Picßburg. ?^l>sc„h ""schau, Temesvar, Dcbreczin, Hcrmaimstadl, "rlnec-^^sl>' Pclerwardciu und Essegg. Das iu dicscu auf i^ Uc»ltcn verwendete Beamlcnpclsonalc wird sich ter erste.. ^^ reducilc», und zwar: zwei Oberverwal' ler elfte/'" ^^' ^lchc zweiter Elassc, si'chs Pcrwal-'^ iweilcr ^ ^ ^^'t'r blasse, 3l Officialc cistc,, .?/ccsM ,''"'« 'li dritter n. vierter Elasse, sodann 10 ^"'n ch f.s .. ' ^'«lticanlen. Die hiezn erforderliche ^ldwebll zZ planst sich auf 80t>, worunter 50 '' ^ Master erster und 100 zweiter Classc. Gesellen: 150 erster Classe, 1^0 zweiter Classe und 2i)0 dritter Classe. Dcr größle P.lsuüalstand >sl bci dem Äiagaziüc zu Wien mit 5)5) ^ildiuidnrn, lie: del» tlcwslcn Magazinen nur mit nelN, Köpfen anactragcn. Von grohcr Wiciüi.t^ic i,l dic ncuc Verordnung für solche, wclch.' als Einjährig-Freiwillige ihrer Dicnslp>lichl Gcm'iqc lc,sten woUcn. Die Freiwilligen haben das Ncchl, sich die Veipfle^magaziüS-Station zu wählen, ui>d erlangen nach zchnmoiiailichcr Dlcustzcit, in welcher fic entweder im Schlachtvieh-Regie- und Bclttnmaga» zmsiDicuste odcr special im >1iotura kr., die Gesellen erster Elassc Z5), zweiter Elasse 2<) und dritter Elassc 0 kr.! i^ür die Beurlaubung dieser Mannschaften gcltcn die allgemeinen Vorschriften für das Heer. Die Witwen der Beamten sind pcnsionsfähig. Die'Uniform dcr Mannschaften bleibt wic bisher hechtgrau mit binnen Aufschlägen nnd Säbel in dcr Stccktuppel. Selbständige Mi-litär-Bettcnmagazine werden nnr sechs, zu Wien, Prag, Weinberg, Podgorzc bei Krakau, Ofen und Pcst. aufrechterhalten ; dieselben erfordern einen Stand von zehn Beamten (Officialc dcr vier Elassc») nnd iw Mannschaftö-Individuen. — 24. August. (Dcr Schluß der Dcleg a tioncn) ist mit Rücksicht auf die Einberufung dcr Vand-lagc auf nächsten Dicnstaa. den .'li. August, festgesetzt. Am Samstage oder Montage dürften die Mitglieder der beiden Delegationen zlim Empfangsabcndc dl,i Sr. Hl'ajcstät geladen werden. — (Die c zcch ifche Volks vcrsam «u lung bci Zchrouic,) weiche am 22. d. M. abgehalten wurdc. nahm folgende Ncsolntiou über die Frage au: „was hat zu geschehen zur Verbreitung der Bildnng unter der Vandbeuöllcrung? 1. Nicht nnr die Einzelnen, sondern, wenn möglich, «llc Kreise dcs Volles müssen von dem Bewußtsein durchdrungen sein, daß sic neben ihrc» Prl» vat-Inlcrcsscn auch ciuc gcinciuschastlichc nationale Aufgabe haben. 2. Dieser Anfgabc mnß man mit Vicbc cut' gcgcnkommcn. 3. Die Kräfte des Volkes müssen sich allgemein uud durch allseitige Arbeit entwickclu. 4. Diese Arbeit hat cincu nationalen Zwcck. indem sie für Aufklärung und Veredlung des Voltes wirlt durch dic Pflege dcr bürgerlichen Tugenden im hänslichen Leben. in Schnlc, in Vereinen und in VcrtrctungStörpcrn. 5). Ezc-chischc Mütter uud Töchter, bestrebt euch, eure große nationale Anfgabc gewissenhaft zn erfülle». <>. Dcu Schulen ' ist die grölte Thätigkeit zu widmen, damit sic die wahre Grundlage unserer Ausbildung werden. 7. Gründet Vcse« ucrcinc nnd andere, welche den Wohlstand befördern, haltet öffentliche Vortrage und Vorlesungen," Ausland. Paris. (Ueber den ncncu französischen Kriegsminister General ^cbocuf) bringt dcr ..Figaro" folgende bioarnphische N^tizcn: ..Gcb^rcu zn Paris am 6. December 180!); Zögling ocr polyttchni schcn Sckulc nm 5). October 182tt; Untcrlienlcnant in der Aitillricschlile zn Metz am 6. Austust 18)'.0; ^icu-tenant 1^'^2; Hauptm^un 18:)7; Escadronschcf l<^4<); Obcrstliculcuant 1^0; Oberst 185)2; Briliadcgcilcial l854- Dwisioüsgcneral 185)7. Dcr General Vcbocnf hat den Fcldzügcn von 1837, 1838, 183«), 184l) nnd 1841 in Algerien, oe»cn vou 1854 und 1855 im Orient und dem von 1859 in Italien beigewohnt, Unter dcu Eommcnuos, die cr gcfü!)rt. sind hc,uorz»hcbcn^ Er war uueitcr Eommandant der uolyttchmschcu schnlc uon 1848 diS 1850; Ehef des «Äencialstabs dcr Alt,l» lcric dcr Armcc im Orient; Eommandant der Artillcric k?« linken Flügels dcr Angriffslinicu vou Scdaslapol; Eommandant der Artillcric des Gardecolvs; Obcrcom. ma a>'t dcr Arlillcr.c dcr Armee in Italien; end.ch Ob commandant dcS V.Ms von Ehülons". Dlcscn !>.titeu füat der „Fiaaro" bei: ..Der Diuisionsgcncral ^boeuf ist einer der schönsten Männer dcr Armcc, Seine martialische Erscheinung und scin glauzender Mutli der die Aufmerksamkeit dcr Prinzen der Familie ^i-l''anS hei Eoi'stantinc und bei anderen Gclcacnheiten auf sich M, h^^" ^^'" '" ^^r Aimce und namentlich in dcr Artillerie, noch ehe ihn das Kaiserreich zu den höheren Graden erhoben hatte, eine große Popularität crworl'eu. Mau versichert, daß der Eintritt des Gene< rals ^cbocuf ins >^ricl,ömin!>'lerium von dcr Abschaffung dcr großen Armcccommaudos bcglcilct scin wird. Diese politische Elfindung, welche bei dcr AcMkcnmg nie beliebt war und in dcr Armee Unzufricdcnhcil hervor-gcrufcn hat, full also definitiv aufgegeben werden. Wir sprechen zum voraus unseren ganzen Beifall zu diesem Actc dcr Decentralisation aui>." Zassesneuigkeiten. — (Technische St ü m per.) In nächster Zeit ist, wie die Corrcspoudcnz „Hcnubm'ger" uieldet, ciu Erlaß der General Inspectw» für Vahuc» an sämintliche östcrreichifche Vahnverwciltungcii zu erwarten, der jetzt den Gegenstand eifriger Berathungen bildet und der in seiner Durchführung, ciiigcrisselleu Uebelstänoe» von traurigster Consequenz und Tragweite im Vcchuwesen begegnen soll. Es handelt sich z nämlich darum, die bedeutende Anzahl von sogenannten Vcchntcchmkcrn, die entweder gar nie eine technische Lehranstalt besucht, oder vor Absolvirung dcr praktischen Fächer das Studium ausgegeben, vom Vcchnbaue zu entfernen. - -Abnorme Fälle, die in letzter Zeit beim Bahnbaue einge^ treten, wie Dammabnitschungen :c. und die nur dadurch entstanden sind, daß die mit der Bauleitung betrauten In-i dividncn trotz dcs Titels „Ingenieur," jeder technischen Bildung fast bar, ganz und gar die Leitung und Aufsicht einem Bauführer überlassen mußten, sollen den Impuls gegeben habcn, um rigoroser bei der Aufnahme technischer Individuen vorzugchen, und so soll von nun ab nach dem zu erwartenden Erlasse es Pflicht dcr Bahndirectionen sein, durch Einsichtnahme in die bezüglichen Zeugnisse sich die Gewiß^ l heit von der nöthigen fachlichen Bildung der Betreffenden zu verschaffen. — (Waudervcrsammlnng des „Deutschhi-^storischeu Vereines für Böhmen.") Man schreibt !nns aus Trautenau: Samstag den 21. d. M. wurden ! die Mitglieder des ..Dentfchchistorifchen Bereines fllr Böt> men" von der Gesammt-Bevölkerung Trautenaus aufs festlichste empfangen, die Stadt war glänzend illuminirt und geschmückt, Schlvarz-Noth Gvld sah man hier auf jedem Hause und kein Fenster war unbeleuchtet, die Theilnahme eine allgemeine. Transparente zeigten die echt deutsche Besinnung der Bewohner und der hier bestehenden Vereine. Sonntag den ^2. zogen die hier anwesenden fremden und einheimische» Pcrcmc »üt Fahnen und Musik festlich auf die Echießstätte, wo bei freiem Zutritt die Sitzung eröffnet wurde. Bürgermeister Dr. Noth begrüßte die Gäste. Hier' anf eröffnete der Präsident Dr. Höfler aus Prag die Siz ziing »lit einer Ansprache; er betonte die Teudenz und den Zweck des Vereines und den Sta»dp»»lt der Deutschen in Böhme». Dr. Echlcsingcr aus Prag wies dann historisch nach, daß Böhme» ein ursprünglich deutsches und von den Czechcn erst übernommenes Land ist, und daß Industrie, ! Kmlst u»d Wissc»schast in Böhmen ein Werk der Deut scheu ist. Der Redner wurde wiederholt durch Beifall un-terbrochcn. Dcr nächste Redner, Herr Chevalier, sprach über das Leben und Wirten dcs in Trautenau gebornen Dichters Uffo Horn. Die Sitzung wurde hierauf vom Prä» sidentcn für beendet erklärt. Nachmittags um .'5 Uhr begann das Festbankett, wobei selbstverständlich viele Toaste ausgebracht wurden. Hervorzuheben ist der des Herrn Karl Ansorg, Mitglied dcr „Schwafelbande," der die echt deutsche Gesinnung dcr Trautenauer hervorhob und ein Hoch dcn Mitgliedern des historischen Vereines ausbrachte. Zu Mittag begab sich der Verein „Schwafclbcmde" mit den anwesenden fremden Gesangvereinen zu dcn Gräbern der im Jahre 1«0<: Gefallene» und sang „Das deutsche Lied" und „Das dcntsche Vaterland." — (Heinrich Heines dichterischer Nachlaß) ist jetzt von seine»i Verleger Eampe erworben worden und !soll demnächst d»rch Strodtma»», den Verfasser der eingehende» liebevollen Biographie dcs Dichters, welche jüngst bei Fr. Dimckcr erschiene» ist, heranögegeben werden. Man verspricht sich einen reichen und gediegenen Inhalt. — Marienkäfer.) Der Südwestcn Englands ist in dcn letzten Tagen von so dichten Schwärmen dcs Marienkäfers besticht worden, daß man unwillkürlich an eine der cgyptischcn Plagen erinnert wird. In diesem Falle sind die Insccle» aber nicht zur Plage, sondern zum Segen gekommen ; sie befreie» die Hopfcnpflanzungc» von den Blattläuse», don welchen diese ungewöhnlich stark litten. Woher diese dichten Echwärmc von Mciricntäfern kommen und wie sic »lit ihren schwachen Flügeln im Stande waren, den Eanal zwischen England und dem Eontinente zu überfliegen, weiß ebensowenig Jemand, wie weshalb wir in diesem Icihrc keinen einzigen weißen Schmetterling haben. — (Tod eines M il l ionä rö.)' In New - Ml starb am 22. Juli einer dcr Millionäre und ..Eisenbahn« lönigc", Namens Henry Keep. Der Verstorbene war im vollsten Sinne dcs Wortes ein ..MlnMWiuu", der sich, von armer Abkunft, durch allerlei geschickte Finauzopera^ tioncn zn einem der reichsten BörscumcUadore hinaufgeschwungen. Daß es ihm auch an Gemeinst»» nicht man-gcltc, ist daraus ersichtlich, daß er sich erbot, für die von ihm angeregte Errichtung einer Nalionalakadcmic fiir Klinste die fürstliche Summe von einer halben Million Dollar beizusteuern. — (Ein Gauner - Telegram m.) Ein Mörder in S. Francisco wurde kürzlich vor den Richter geführt; 1444 kaum hat Letzterer Platz genommen, so bringt der Diener ein Telegramm, das ihm mittheilt, seine Tvchter liege im Sterben. Bestürzt eilt er fort, allgemeine Verwirrung, der Mörder entspringt und — das Telegramm ist falsch! Der Verbrecher selbst'war der Urheber desselben. -Socales. — (Die ttandwirthschaftsgescllschaft) ver^ handelte in der letzten Ausschußsitzung über die Verthcilung der von dem hohen Ack<>rbauministerium bewilligten Subvention im Gesamuitbetrage per, .^759 fl. Dieselbe wurde verwendet: 1. Fiir Anschaffung eines Mikroskops zur Unter^ suchung der Seidenwürmerkrantheit; 2. betreffs des Ankaufs von gutem Ackergeräthe wird das Gutachten der Filialen über den diesfälligen Bedarf eingeholt; .">. in Betreff der Hebung der Weberei wurde ein Aufruf beschlossen, der in der „Novice" veröffentlicht wird lind nach welchem sich Diejenigen, welche an dem diesfälligcn Unterrichte in Mähren theilnehmen wollen, sich bei dem Ansschussc zu melden haben und insbesondere der Wunsch ausgesprochen, daß Herr Richard Dolenec an diesem Unterrichte thcil-nehmen und dann das Amt eines Wanderlehrers über nehmen möchte; 4. die Zusammenstellung einer Productcu-statistik hat Herr Schollmcnier übernommen; 5>. der Radmannsdorf ^ Vcldeser Filiale wurden fiir Anpflanzung von Obstba'umcn an den Straßen 40 fl. bewilligt; 6. zur Hebung der Seidenzucht werden die bewilligten 150 fl. zum Ankaus guten Seidcuwürmersamcns, darunter auch der Viur>ü-mlü, verwendet und an die sich meldenden Seiden-züchter vertheilt werden. Endlich wurde beschlossen, den Gemeindevorstand von Echwarzenbcrg 7 fl. 70 kr. für eingesammelte nnd vernichtete Maikäfer zur Vertheilnng an die betreffenden Sammler zu übermitteln. — (Ernen u u n g.) Der Professor der Grazer Oberrealschule Simon Schnbiz, cm geborncr Kraincr, durch sein Lehrbuch der Physik und mehrere physikalische Abhaud luugeu in wissenschaftlichen Kreisen vortheilhaft bekannt, zugleich wirtliches Mitglied der füdslavifchcn Akademie der Wissenschaften in Agram, ist zum außerordentlichen unbe-soldeten Professor der Physik au der Grazer Universität ernannt worden. — (FUr die niedere F 0 rstschul e in Schncc-berg,) deren Eröffnung am I.October stattfindet, sind vom traimschcn Landesausschuß folgende Zöglinge mit Stipendien bedacht worden: Thomas Kristan, Franz Padar, Julius Koßmatfch, Leopold Erjauz, Raimund Kren, Franz Perlitsch, Anton Iurman und Franz Mayr. — (Evangelische Schule.) Morgen den 27. d. Vormittags von 9 bis 12 Uhr hält die hiesige evangelische Schule ihre Iahresprüfung ab, zn welcher allen Freunden der Schule der Zutritt gestattet ist. — (Real (5 red it bank.) Die „Pr." schreibt: In Graz hat sich eine Neal-Crcditbank für Stcier-mark, Kärnten und Krain mit dem Fürsteu Thurn und Taxis an der Spitze gebildet. Das Actieu^apital soil in 10.000 Stück Acticn zu 200 fl. mit 40 Percent Einzahlung bestehen. Der eigentliche Gründer dieser Bank ist der bekannte Grazer Advocat Dr. Dworzak; auch ist Dr. Mayer aus Wien dem Unternehmen beigetreten. — (Die Generalversammlung der „Slo-venska Matica") findet am 2. September im Saale der Citavnica statt. Außer den gewöhnlicheil Gegenständen enthält das Programm die Wahl von 12 Ausschußmitglied dern und die Berathung über die Geschäftsordnung. — (Der Herb st zug der Vögel) in die südlichen Gegenden wird in Kürze beginnen. Schon rüstet sich die Goldamsel oder der Pirol . August weist 1854 Personen aus. Nrucste Post. Wien, 25. August. Sc. k. mid l. apostolische Majestät sind gestern um halb Uhr nach Ofen abgereist. Wien, 25. August. Die „N. Fr. Pr." verössent-licht einen Erlaß an dic Läüdcrchcfs. der ausführt, daß der gegenwärtige Stand dcr Gesetzgebung eiuc imperative Negicrungseinwirkung auf die Verminderung dcr Feiertage nicht gestattet, sondern es der Einsicht der Bevölkerung überlassen scin muß. sich überflüssiger Feiertage zu enthalten. Dic Ächüideü haben bezüglich dcr Amts-Handlungen jcdcn nicht gcbotcucn Feiertag zu ignorircn und vorkommcndeufalls auf dic Äcoölterulia. iu diesem Sinne Einfluß zu nehmen. Linz. 24. August. (N. Fr. Pr.) Dcm Nccursc gegen oic Auflösung des katholischen Easmo's hat Minister Gislra tcmc Folge ycgcbcil. Pest, 24. August. (Dcb.) Nach dcm .Füzlöny" wird der serbische .Wchencmigrcß seine lmlerbrochenen Sitzungen am 15). October wicdcr aufnehmen und zu! crst den Organismus dcs EougrcsscS selbst feststellen. Morgen bcgimit dcr Proccß Kuraa/oigicwitsch vor dcm Obersten Gerichtshof, — Gerüchtwcisc verlautet aus Wien, dcr Kaiser wcrde im September, und zwar! zwischen dcm 9. und 10. iu Fiumc cintreffen. > G 0 rz, 24. August. Hcutc sand die feierliche In-! stallatiou dcS ncuerwählten uud uon Sr. Majestät bc- ^ stätigtcn Podeslü, VandcsMichtSrathcs von Elaricini! statt. Dic Reden dcS Rcgicrm^s^crtrctcrs Statthciltcrci-! rathcS Baron Pino und dcö Podcsl^ wurden vom Audi-! torilnu mit großem Bcifalle aufgenommen. Abends fin- l dct zu Ehrcn des Podcsln ciu Fackclzug statt. ^ Dresden. 24. Allgn>'t. Das „Dresdener Iour^ nal" schreibt: Die Uittcrsuchuug in dcr Viaricnslcrncr Klosterangelcgeuhcit (angebliche Ocfailgcnhaltlmg uud bar-barischc Behandlung von Nouucn) ergab die Grundlosigkeit der Vchauptima.cn, welchc als schwere Verleumdungen crschicucu. Florenz, 24. August. (N. Fr. Pr.) Eiuc Dc-peschc dcS „MovimciUo" zci^t au. daß Garibaldi demnächst hichcr kommc, trotzdem Freunde ihn ersuchten, dic Neisc aufzuschiebcii, n»n Verwicklungen zu ver-meideu. Florenz, 24. August. Das Gerücht, daß Garibaldi Eaprcra verlassen had^', wird demculirt. Paris, 24. August. Der Thicrliändigcr Lucciö ist in Folge sciucS neulich erlittenen Uiifallcs gestorlicn. N 0 u e u, 24. August. Bei dcr Eröffnung des Gc^ ncralrathcs sagtc Roulland, das iltccht, dic Präsidenten und Sccrctüre zu wählen, wcrde dcn Gcncralräthcn zu« rückgegeben werden. Äladrid, 24. Zlugllst. Die „Gacctla" meldet, daß sich das Gerücht uun dcm Wiederauftaucheii dcr Baude Sabaricgo's nicht bestätigt. Dcr „Impartial" rrwikeit auf ciucn Artikel dcr „Epoca" und bekämpft dic Wahl eines minderjährigen Köuisss. Dcr Minislerralh berieth gestern iidcr dic Frage bctrcffs dcr Bischöfe. Telessl.lphisci,? Wecl,s?Ic,'urse vom 25. August. 5perc. Metallique« 02.45. — 5>prrc. M.talliqne« mil Mai- und November-Zinsen 02,45, -5nerc,Nationa!:Anlel Schiffahrt nach Bombay eröffnen full, wird dcr Dampfer „Himgaria" genannt, dcr am 1. März 1870 von Trieft auslanfen wird. In Folge dcö nencn Frachttarifes des ^.'loyd nimmt die finan;icllc ^assc der Unlernchmung cinc derart sreuudlichc Gestoltniic; an. das; selbst uou dcm bcabsichtigtcn An-lchcn Umfang genommcn wurde. Isonzobahu. Das Organ der Görzer LandwirthschastS' gcscllschast, ..^lli o«, meü,<»,^.." meldet, daß an dcr Tracirung der Ison^obahn cifiig gearbeitet wird; mchr als 40 Pcrsonen sticn damit beschäftig!. Laiback, 25. August, Auf d?m heutigen Marlle sind rr< schienen: 25 Wagcn mil Getreide. 2 Wagen mit Hen lind Stroh (Hen 15) Ctr 12 Pfd., Stroh 12 6tr.), 16 Wagen und 5 Schiffe (3<> Klafter) mit Holz. Durchschnitts-Preise. >Mll. Mgz.- Mlt.' Mg,'' st. lr. st. lr. fl. lr. fi. ?l. Weizen pr, MrYen 4 l»0^ 5' 85. Butter pr. Pfund - 40 — ^ Kor» ., !l 10 3 20 Eirr p,, Snic! — 2 - ^ Gerste „ 2«0j tt - Mllch pr. Mafj -10 ^ Hafer „ 180 2 « Rindfleisch pr, Pfd, -22------- Halbsrncht „ -------^ 88 Kalbfleisch ,. —22------- Heiden ,. 2 80 312 Schweinefleisch,, - 2tt — — Hirse „ 2 40 2 i»4 Schöpseufteisch „ —14____ Klllurich „ — - " 7 Hähndcl pr. Stück — 30____> Erdäpfel „ 130------- Tauben „ ^. U)____- Lillscn „ 3----------- Heu pr. Zentner - 80......- Erbsen „ 3 20------- Stroh „ —70-.^ Fisole» ,. 4------- Holz, hart., pr.ttlst.-------!^80 Rindöschmalz ^fd, — 4!<------- weiches, „ ____ 4») Schweineschmalz „ — 44------- Wein, rother, pr, Speck, frisch, „ —33------- Eimer - - 8 — — geräuchert,, —42;------- —weißer ,. ____y-^ Nudolfswertl», 2!l. August. Dic Diirchschnitts-Prelfe stell-ten sich auf dem hentigeu Markte, wie folgt: st. lv. ^ ^ tt7 Weizen per Metzrn 4 20 Vntter pr. Psnnd . ^ 4s Korn ,. 3 — Eier pr. Stück . . - I! G"stc ,. 2 «5 Milch pr. Maß . - N' Hafer ,. 1 50 Rindfleisch pr. Pfd. - ^ ^Halbfrnchl „ 3 30 Kalbfleisch „ — 26 ^ Heidm .. __ . Schweinefleisch „ - ^- !Hus'' » - — Schijpsenflclsch „ — I8 Dltnnch ,. 3 20 Hähndcl pr. Stück - 2» Erdäpfel „ — -. Tauben .. - ii0 i.'i»seu „ 4 80 Heu pr. Eentuer . 1 30 Erbsen „ 4 8l^ Stroh „ . 1 - Fisolen „ 4 80 Holz, harte«, pr. Klst. « ! Rindsschmal; pr, Pfd, — 45) — weiches, ,. — — > Echweiueschmalz „ 45i. Wein.rother, pr, Eimer Spcck, frisch, „ — — ^. ^eißcr .. 5 -^ ! Epcck, geräuchert, Pfd. — 36 ! Angekommene Fremde. Am 23 August. Htadt Wie». Die Herren.- Poche, Handclsm,, und Varo'n Roncr, von Trieft. - Ergeitz. Privatier, von Fiume. — Ko priua, Kassier, van Saqor, — Kuller. Kanfm,, uon Graz ^ Die Frauen: Schuidcrschitz. uon Illyr.-Fcislriz. - Kolw, Private, von Finme, > iflefaut. Die Herren: Tomäic, Redacteur, uon Marburg. -^ Putterlic, uon Wien, — Suppan. Ghuiliaslalprof,. von GM' ' — Äailmanii, Kellner; Viditz, Privatier, und Frau Schödtt, Fabrila!ttcnöc,alti!i. von Tries». Vaierischer Hof. Tie Herren : Orima, Handel?»,,, von Mal!,' — 2vis;nitcr, von Trieft, - Iccligmauu, itaufm,. von Munch""' Moliven. Dir Herren: Mcrlat. Privatier, von Trieft, -' Becher, Reis,, uou Fiumc, - Roschiitz, Hausvcs., vou Älaqe"' fürt. MellnrnllWsche 3.^lil',achlu,l^!l ill l!lülilich. « > «,^ 3 ^" « ^ -^ !- 13:)", um 0,^' unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Ignaz v. K l e i u m a y r. Mnt'l'«»«^«»«'»^^ Wie», 21. Augnft. Actien des BautuereinS eröffneten im Vurgeschäfle ;n 212, stiegen rapid bis 25^2 und crmäßissteu sich an dcr Äürsc biö 233 nm zu 242 ,u sclilie!'!"'' ^N^lNlll.l»U)l. Pon diesem Effect abgesehen war jedoch der Umsatz m,d die Eonr^l'M'egima, mästig. Die Mehrzahl der Äcml- und Eisenbahiipapiere hu>lt dic gcftri.zcu Course Scl w^^ als gestern notirten Mittags: Anglo 423, ungarische Credit 111. Bantactirn 770, Wcchöirrl'ant 147. Lombarden 275). Dagegen zeigten ciüc wenn auch geringe PrciSerhohuua - Pcrlelnülianl,'" 142, Wieuer Baut zn 280, Franz-Joseph 18!», Vuhmische Westbahn wurden mit 23i», Staat^ahn 4!''. Theißbahn mit 288 auc< dem Markte genommen. Rcutcupapicrr, Staatslose und liril"^ ttltcn blieben stationär, anch dcr Umsatz m Deuiscu und Comptantcn bewirkte leine bcdcutenoc Conr^ucrändernng. Vei Avgang des Berichte« uotirtc mau: ^U. Allgemeine Btantsschuld. Für 100 fl. Geld Waare Emheitliche Staatsschuld zn 5> pCt.: in Noten verzinst. Mai-November >;2,?0 l»2.80 „ „ „ Fcbrilllr-Aiignst !'>2.70 02.80 „ Silber „ Jänner-Juli . 71.80 71.90 ,. „ „ Apnl-Octobcr. 71.80 71.90 Steueraultheu rlickzahlbar (y . N8.50 98.75» kose v.J. 1839 . . . . . .248.50 249.5)0 „ .. 1854 (4 °/„) zu 250 si. 92.- 92.50 ., 18«0 zn 500 fl. . . 100.70 1 Auglo-uugar. Bank . . . .110 50 117.50 Bodcu-Creditanstalt .... 3l4. - 315.— Crcditaustalt f. Handel u. Gew, . 309,20 309.40 Credilcmstalt, allgem. ungar. . . 114 50 115.--EScomptc-Gcscllschaft, «, ö. . .91«.- 9!«.— Frauco-österr. Bank . . , . 14-i 7.', 145.25 Gcncralbllllt.......80,50 81,- Nalloualvllut.......770.— 771 - Vcrciusbaut ...... 13050131.- BerkehrSbauk.......141.- 142.— I». Actie« vo,l Tran^portnuterneh-munsten. Geld Waare Alföld-Fiumaucr Bahn . . . 1«3. - 183.5<' Böhm. Westbahn.....238.50 239,50 Carl-Vudwig-Bahu.....280.50 281. - Douau'Dampsschifff. Gcsellsch. . 021.— «,22,— Elisabcth-Westbahu.....207.— 207.50 FcrdiuaudS-Nordbahu .... 2325 2330 Füuftlrchen-Varcscr-Bahn , . 19^.50 19.!.- Franz-IoscphS-Gahn .... 188.50 189.-- Lembcrg-Ezern.-Iasslicr-Bahil . 212.50 213,50! Lloyd, üfterr........—.— 357.— ! Geld Waare > Omuibus lerste Emission). , . 2«0.-- 2«2,— Rudolfs-Aahu......175.50 1? 5l> dto.lu33I.rückz.zu5pCt.inö.W. 91.40 9100 Nationalb. auf c>. W. vcrlosb. zu 5 pCt........ 94.90 95,10 Oest. HyPb. zu 5'/, pEt. rilckz, 1878 98.5" 99.-. Uug. Bod.-Creb.-Anst. zu 5 V, pCt. 92,50 93.- «?. PrioritätSobligationen. i. 10) fl. ö. W. Geld Waare Elif,-Wcstb. iu S. verz. (I. Emiss.) 92.- 92,50 ! Ferdinaudö-Nordb, iu Silb. verz. 107. 107.50 Fraiii'Iosephö'Bahn .... 94.00 94.80 G.2arl-Ludtv.B.i.S.verz.I,Em. 102.50 103.— ! > Geld Waal' Oesterr. Nordwcstbahn ... W 5s> 93.^ Slcbrnb. Vahu iu Silber vcrz. . 9125 91^ Sw^G6"/^'.500Fr.,.!.Em. 142- 143, S,db.G.3^l.500Frc.....121.- 121-' Slidb.-Vons 0 "/„ (1870—74) -' 500 Frcö......245.— 24^ «. Privatlose (per Stück.) Creditaustalt f. Handel u. Gew. Gcld W«^ ZU 100 ft. ö W......10225 162.5" Rudolf-Stiftung zu 10 fl. . . 10.- l?-^ Wechsel (3M°u,) Geld W<5 Augsburg fllr 100 st, südd. W. 102 50 I02^, Frankfurt a.M. 100 st. detto 102,00 l02 "" Hamburg, für 100 Mart Bai:co 90.00 9^ Loudou. für 10 Psuud Stcrliug 123 85 12^',, Pari«, für 100 Francs . . . 49.20 49.^ (Tours der Veldsorten Geld W°ss K. Miluz-Duclltt^ . 5 si. 9Ij lr. 5st ^'' Napolcouöd'or . . 9 „ 92 „ !> ,< '',. . Vcrciusthaler ... 1 „ 81^ „ l .. «^' "« Silber . . 121 „ U' . 121 .. ^ M Kraiuische Orundeullaftung« - Obligatioueli. 'pl Ulltuotirun«: 8« b0 Geld. 90 W°»« !