Laibacher Seituna. l .^«»» Samstag am «4. December R83» ch. m,d f^lct ,n,n>„t dm Beilagen im Comptoir gau,jährig » fl.. halbjährig ü st. Zft kr »,it Kreuzband ,»> (5mm'toir c,a,> ,jä l, rig l2 st., ll!^ tt fi Mr die ?nst.ll„,!^ >,,'« Hans nnd l, n ! b j ä h > i g !i0 fr. mel>l zil „itricht^u. M i l l>e r >ij o stpo'r to-sici ^an^j.ihvi^. »»ter Kr.uzl'.iuo U'iv ^«.'»ucktcr ^dre„. »i» >l., !., »! l'j a.yri ^ 7 ,l ^0 s^. — H» ,erat lo» >,^<. „ !, r ,,,^ tin.' Hl'l,!t.,!lti!t ^er 5l» lila,»» Kerjelbn» fiir ri«. ',ni!>q.' ^i„scli.!t»»q II ,'l., si.r zw.'mm!,^ ^ lr,">r !>n»». iqc .-, fr (§. M Imnate l'.s ,2 3,i,,u sostr.l < si. siir ^ W..,, -io fr. ,.n <» M..l u„d ^) lr. fl.r l Hiial ei„z»,chli!che vom «.. .'i^'eml'er l^'iO ,!,r ^l>!.rt,ol!s,lä>»l.el" «c'ch l0 lr. sur ei», jedesmalige Ei»sch«Illiug hinzu zu rechiuu. Mmtlicker Tkeil. Äente wird ausgegeben u»d versendet: das ^.indes - Regierungsblatt für das Herzogthnm Kraui. Erster Theil. Xl.Vll. Scück, V. Jahrgang 18ll3. Dasselbe enthält untcr Nr. 2li.'i. Handels» und Zollvertrag zwischen Oesterreich und Preußen. Unterzeichnet zu Berlin am 111. Februar 18!i3. Ebendaselbst am 4. April 1l^'i3 in den ^'atificationen ausgewechselt-Nr. 2i)nel)rerf Punkte dazu wählen würde. Omer Pascha selbst befindet stch in Rnscschnk. Wie in den alten Zeiten der oSmanischeu Kriege, werden auch jept noch den gefallenen Nnss^'N die Kopf« abgeschnitten und anf d>e Wälle gepflanzt. Von Gimgewo aus sieht man dent-lich, dast dieses schändliche Verfahren fortwährend geübt werde, und sind mehrere Russenköpse anf den Strand«Vattericn auf hohen Stangen aufgerichtes worden. ! Nach einem Bliese ans Bukarest orm 14. December sind am 12., 13. und 14. Infaiuerie, Reiterei lind Kanonen nach der kleinen Walachei abge> gangen. ?IuS Braila war die Nachricht eingelaufe», daß die Nüssen von ihrer Ve>schanzung auf Gastid, gegenüber von Braila gelegen, a»S schwerem Geschl>l)t feuern, um e», am Ufer defnitllches K^ffchhai'S. dao vcn den Türken in eine Art Eastcll umgestaltet wurde, zu zerstören. I Ei" Brief aus Krajowa vom 13. December liegt unS vor. Es ist dort vollkommen rulxg. Von Schlachten, Gefechten »nd dgl. geschieht keine Erwähnung. Die Tinten stehen mit ihren Vorposten bei Tschoroja, die Nnss^n bei Nadowan. Die Nüssen verstärken sich von Tag zu 3ag; anch auf de» längs der Donau führenden Straße werden Trupl peuzuzüge erwartet. I Nach Berichten aus Galacz vom <2. d. wird ein Theil des Lüdero'schen ArmeccorpS, welches Ende November nach der russ. Halbinsel Krim von Ismail und Kilta abgegangen war, wieder zurückkehren und aof der Insel Klim durch einen 3h.ll des Osten-Sackeii'schen CorpS erseNl werden. In Krim herrscht vollkommene Muhe, die Küste wird fortwährend befestigt und russische Dampfboote kreuzen regelmäßig an der Gebirgöküste. Bekanntlich wurde besorgt, daß die türkischen Kriegsschiffe einen Handstlcich ge-gen diese Insel beadflchten. ' Die Truppen, welche von der Donauarmee in dieselbe gezogen weiden muß' ten, schwächte» momentan den Stand oeiseilen. j Aus Belgrad schrobt man vom lli., daß es sehr ensiüstec habe, daß am St. Andreastage, dem gioßcen Festlage in Serbien, bei dcm Gotceooieuste cas sonst übllchc Gebet für Se. M. den Kaiser Nl-> colauo nichc gesprochen wurde. Füist Al,rander be-ft.idrt sich »och in Kragnjlwaz. Mau ist sehr ueu« gierig, od derselbe am Namenstage des Kaisers Nico-lauS nach Belgrad kommen und diesen Tag so, wie alljährlich, feierlich begehen lassen werde. Der :)ius' senparcei, deren Zahl. wie eben bei diesem Anlasse deutlich hervortritt, sehr bedeutend ist, bietet der Um» stand, daß oas Gebet für Kaiser Nicolaus nicht, wohl aber jenes sür den Sulcau gesprochen wurde, Gelegenheit zu allerlei mißliebige« Bemclknngeu. Viele Wojwocen, darunter der bekannte Vucic, eine Mehrzahl oo» Beamten und Bürgern/ haben die Kirche so» gleich verlassen, als der Metropolis das Gebec fin 0eu Slilcan allein gesproche» hatte. (W. ^!loyd.) I Der „Triestcr Zcg." wild auö konstant«' no pel geschrieben: Die 2 Dampfer der englisch-französischen Flocte, die sich nach Smope begebe» hatten, der „Mogacol" uud „Retribnliou" , sind am 9. d. juiückg'kommen. Ihre Nachrichteu daben große 'Besturznog bei del Pforte und iu der mnselmamlischeu Beoölkerui'g hei-vorgebracht. Von der ganzen l» jenem Hafen be» fi »dlichen Escacre, bestehend ans ? Fregatten, 3 (Zor« retcen und 2 Dampfern, ,st »nc Ausnahme be« ent< ronnenen und hier beschädigt angekommenen Dam-lifers „Ta,f", buchstäblich „ichts alö ei» Aschen- und Tlümmeihaufen übrig geblieben. Die ganze Escadre ist in Flammen aufgegangen, und durch die Erplosion der Pulverkammern in die ^uft geflogen. Von den 5000 Mann der Equipage sind höchstens UiN0 am Leben geblieben. Die 3,'nken hatten sich einer u>,el> dorten Sorglosigkeit hii!geg.-v„,, obgleich s.i on am 23. November 3 russische Lmiel,sch,ffe im Angesicht des Hafens erschienen waren und 4 Tage lang anf der Rhede kreuzte». Am 2!>. November erhielten oic Rnsseu einen Zuwachs, und bestanden nun ans 3 Linienschiffen von 3 Kanonelireihen, 2 Linienschiffe» mic, 2 Kano».'nreihen. 2 Seglls>,gacten uud 4 Dampfern,! Am 30. gegen Mittag legte "sich die russische Flocte am Eingang des Hafens vor Anker, und das russische Admiralschiss gab der lüikischeu Escadre Signale, Wa?> diese bedeuteten, ist noch nicht bekannt geworden, eS scheint aber. daß sie die Abjendung cineo Parlamentärs anzeigten, denn eS wurde gleichzeitig vom Admiralschiff eine Barke in See gelassen. Bevor die Barke jedoch herabgelassen war, wurde von den Türken die Kanonade eröffnet. Nun begauu anch von russischer Seite eiu furchtbares Feuer, welches dem linkischen weit überlegen war, da die russi. scheu Breitjeiten ein viel g,öß'.' türkische Coutreadmiral. Hussein R»msi Pascha, wl'rde alv Leiche aus dem Wasser gezogen. Er war ertrunken, als er sich durch Schwimmen an's La»d retten wollte. Der ^oinmandailt der Es-cadre, Oemai, Pascha, war mit 20l1 Officieren „nd Soldaten in Gesaüge-'schaft a.eratl>e>!. Der Gviiver« «>ener oc>n Sinope und der ^cmmanranc der Hase»-bail» ie», so nie d,e türkischen Orcsb,bilden, hallen glei^ bl>,m Beginn ter Seeschlacht die Flucht nach Qen Gebirgen ergiiffen. Die Soldaten der Besaftung uud was sich vo» deu Schiffen retteu somite, lief gleichsah's iu's Weite. So war die Stadt bis zum 3. 'Abc-.üs vline alle Barden, nnd erst nachdem die russische Zlotce am 2. sich entfernt hatte, wagten sich die Beamten wieder herein, doch nicht vor dem Abend des 3. Der einzige Beamte, welcher den Much halte, Mitten im Kna/lh^gel und allgemeinem Entsepeu anf seinem Posten zu bleibe» , war der kaiserlich österr. Cluisular- und Lloydagcnt I. Pirjanp. An lhn lichtete anch der russische Floct«ncommanda»t Viceadumal Nachimoff ein Schreiben, als a» de» „einzigen Fnnctloüär — wie ei sich ausdrückte — lessen Flagge sichtbar war." Iu diesem Schreiben soll der russische Viceadmiral. wie man sagt, sein Bedauern über dass Unglück der Stadt ausgesprochen baben, welches er weniger deu Bomben als den Er» plosionen der Schiffe, d»e vou den Türken selbst an» gezündet worden wären, zuschrieb. Er fügte hinzu, oaß ,er den Hafen wieder verlasse, indem er durch« ans uicht die Absicht habe, weder den Bewohnern Schaden zuzufügen, noch den Hafen in Beslp zu „ehmeu. Er habe nur die türkische Flotte, welche nach Tscherkessieu Munition gebracht und die russi« scheu z.llt.terthaue,l zum Alifstaud verleitete, auf ihrer Rückfahrt vo„ der tscherkesslscheu Küste ve,folgt, um sie unschädlich zu macheu. D>e Schiffe der engl. Flotte haben die russische Flolce nicht mehr vor Sinope getroffen. Doch von Augenzeugen erfuhr ma» . daß dieselbe verhältnißmä» ßig sehr wenig gelitten habe, da sie wegen des schwe» ren, w/iltragenoeu Gesli'üpeS ihrer Linienschiffe iu einer Entfernung sich halten tounte, die sle nur für wenige Kaxoneu der türkischen Escadre erreichbar machte, wühreud sie dieser volle Lagen zusenden 1V»T kounlc. Die Engländer und Franzosen leisteten del, Verwundeten alle mögliche Hilfe. Zwei andere eng« lische Dampfer „Fury" und „Heron" die man auch nach Sinope abgegangen glaubte, waren vor Varna, weil das (blicht gegangen war, daß Varua von den Russen bombardirt werde. G c tt e r r e i ch. " Wien, 21. December. In Ergänzung deS gestern mitgetheilten ConsnlarberichleS auS Syra über den dortigen Handelsverkehr mlt Oesterreich haben wir noch Folgendes nachzutragen. Dle Ursachen der Erscheinung, daß die österreichische Eiufuhr daselbst abnimmt, beruheu zum Theile auf einigen allgemeinen Zuständen der österreichischen Industrie, uud sind bereits bei anderen Anlässen hinlänglich erörtert wor< den; eS möge daher hier die Vemerknng genügen, daß es besonders die Vorzüge der Schnelligkeit uud ^wiaingkeit in Aueführnug erhaltener Bestellungen seien, lvelche den ausländischen Milbewerbern fast anf allen Märkten des Olieutes den Sieg über österrei» chischeu Gewerbefleiß zurrenden. Der große Anc-ftill in der von uns vermittelten Einfuhr von Vaumwollnare» (INl.000 fi. in 1^l>2 gegen 272.000 ft. ,n !8.'!1>. welcher auf die AuS-fallsziffer dee Gesammtverkehrs am wesentlichsten ein» wirkt, dürfte seiue Begründung in dem steigende» llebelgewichle finden, welches die Einfuhr englischer» Banmwollmannfacte durch Eirichtuug änße,st wohl« feiler diieccer Dampfschiffe,«l'iiiduugen mit Großbii-lannien erlangt hat, wobei die Frachtsäfte zwischen Syra nud Liverpool uichl nxhr als 1ö — ^0 Schil-liug für die Tonne betrafen. Diese Einrichtung schneidet mit einem Male unsere früher nicht unbedeutende Verkedrsvelmitllung iu »ugllschen Baumwollwareu ab. Bei der ^ieuheit dieser Erschrinnng läßt sich wohl noch nicht angebe», ob sich ftlbe auch auf unsere induecte Einfnhr von Schweizer- uud Zollver-«inserzeugnissen erstrecken, und vielleicht gar unsere eigeueu Productionsartitel beeilillachligeu werde; doch scheinen die den Engläudrrn uuumchr gewährteu Fracht-Vortheile so erheblich, daß ihnen in denjenigen Arti' teln, iu welchen sie concurriren, der Sieg schwerlich streitig gemacht werden kann. Die eigene Productiou Oesterreichs wird glücklicher Weise vou dieser gefährlichen Milbewerbung nur zum geringsteu Theile getroffen werden; denn unter deu bisher uach Syra auf österreichische Rechnung eingeführte» Baumwollwareu bildete» einige we»igc Wiener Artikel geringerer Sorte den gelingsten Antheil. Es dürfte daher auch diese Rubrik der Einfuhr, uugeachtet ihrer großeu Zahlen, für Oesterreich in volkswirtschaftlicher Ve< ziehung weit weniger maßgebend ftin, als z. V. jene der Schafwollwaren und namentlich der Tuche, weil wir an dem ausgewiesenen Betrage der ersteren g>öß> trntheils uur die Commissione» und Frachtspeseu ver-dienen, während der Belaug der lel)tereu unverkürzt dem Inlande zu Gute kommt. * Nach einem Erlasse des k. t. Finanzministe' riumS kann Tabak, es mag derselbe in Blättern oder iu Fabrikaten bestehen, zwar nach deu Bestimmuugen der Zoll- und SlaalSmouopolSordnnng mit besonderer Bewillignng znr Dnrchfnhr eingebracht, uud als Durchfuhrgut iu den amtlichen Magazinen abgelegt^ wtrden; alleiu es darf solchem zur Durchfuhr erklär» ten Tablik keine andere Bestimmung gegeben werden, als densclbeu wieder in das Ausland zu schaffen. Es wird daher nichl gestattet, mit dem als Durchfuhrgut erklären Tabak durch Bildung von Transitolageru Ha>,del z» ueiben, und davon einzelne Parthieu an Andere zum Verbrauche abzulassen, sclbst wenn die Personen, welch? derlei Tabak kanfeu zu wollen erklären, s,ch um die amtliche Bewilligung hlezu bewerben, und die Zoll- und L'ciuzgebnhr zu berichtigen die Absicht haben. Es bleibt dagegen Jedermann mil'enommei!, »nler den i» der Zoll- „nd Staats-mou-polSoidnung vorgezeichueten Bedingnngeu direct mis dem Auslande Tabak zum eigenen Gebrauch? zu beziehen. Ivicn, 2l. December. Die Probefahrten an der Semm,tinger Eisenbalmstreclv werden trot' der eingetretenen Winterszeit fortgesetzt, und sind fortwäh-rend voni besten Erfolge begleitet. — Bisher war die E,theilung von Reisepässen für jene österreichischen Sta>>tsang«höngen, welche die öffentliche Handelelehranstalt iu Leipzig zu besuchen wünschten, an keine böh^re Ven'illignng gekllüpft. Diese ausnahmsweise Bigüustigung hatce nicht bloß eiuen fortwährend wachsenden Andrang von Zögll»-geu auS Oesterreich um Annahiue in dieses Institut zur Folge, sondern eö ergabln sich in neuester Zeit auch Fälle, wo Aspiraoteu ans dem Kaisetstaate, welche ohne vorlänfige Anfrage nach Leipzig gingen, die gewünschte Aufliabme in die dortige Handelsschule verweigert werden mußte, theils wegen überschrittenen statutenmäßigen Alters oder mangelüder Fähigkeiten, theils auch, weil die Räume des Institutes selbst eine Beschränkung der Schülerzahl erheischen. Unter sol chen Verhältnisse» uuu erschieu eS nothwendig, die Erlhellnllg von Reisepässen zu benanntem Zwecke a» gewisse Bedingungen zu knüpfen, und wnrd« von der kaiserlichen Staatsbehörde angeordnet, daß in Zn-kuuft bei derlei Paßwerbnngen, uebst Plüfnng del politischen Haltung der Paßwerber und eventuell ih rcr Aeltern, die Vetleffenden aufzufordern seien, sich volläufig mit dem Dirrctolinm jener Lehranstalt in sch'.lfllichcS Einvernehme» zu sc^n, uud darnach be-Hufs der dicßseitigen Paßoertheilung die schriftliche Aufnahmszüsichernng des Direcloriums vorznlsgcn. Wien, 22. December. Se. k. k. apost. Majestät habcn mit Allerhöchster Entschließung vom 26. November die Errichtung einer Lehrkanzel der nuga-rischen Sprache au der Präger Universität zu genehmigen geiuhl. — In de» Städten Cremona nnd Casal« m a g g i o l e haben sich ebenfalls, wie i» so viele» andern Orten des lombardisch - venctianischeu Königreichs Wohlthaligk^ltS-lZomit'-'s gebildet, deren Zweck es ist, für den durch Sammluug milder Spenden erzielten Betrag den Armeu den Ankauf des Vrolee-theils UNI billigere Preise znznmittel» , lhrilö »hncn solches ganz uncntgelilich zukomme!« zu lasse». Astvam, «!). December. Im Likkaner Reg -mentöliezilke ist wrgeu ungünstiger WitternugSver-häliuisse die leyte Ernte größtenteils mistlathen, und besteht deßhalb gegenwärtig linter der dortigen Be> völkeriing eine bedeutende Nahllingslwth. Als Se. k. k- apostolische Majestät hiervon Kenntniß erhielten, gernhten Allerhochstdieselbeu sogleich anzubefehlen, daß in den Häfen vou Triest, Fiume uud Zeugg auf daS schleunigste NahrungS-früchte angekauft, und zur Unlerstünnng der hilfsbedürftigen Gränzfamilien verwendec werden. ! Iu Folge dieses Allerhöchsten Befehls siüd in jene,, Häfen bereits 10.0(10 Mel)en Kiiknrliy u>,d 1890 McNen (^.'rste «»gekauft, und nach (5'arlobago verschifft worden, wo die Vertheilnng an die ?toth-Icidenden bcwitkt wird. Auch sind nach Maßgabe des Bedarfs noch weitere Aushilfen allergnädigst gestattet wolden. Hunderte von Familie» der Likka, die in tie-sem Winter der bumsten ?iolh entgegengesehen haben, sind durch die väterliche Fürsorge deS allerguä» digen Mouarchen gerettet worden. V e u l l ch l n n d. Verliu, 20. December. Iet)t, wo die Zeil immer mehr herannaht, ia welcher der Februarvertrag sich bewähre« soU, hält «S die „Zeit" uicht für uu, augeniesseu, darauf zu verweisen, wie uach jenseiligen Berichten die iu Oesterreich gemachten volbereitende» AnsfnhrnngSversuche in dem Zollverfahren sich als sehr befriedigende herausstellten. Verliu. Das Stadtschwurgericht in Berlin verhandelte neulich eine Anklage wegeu Meineides und Betruges, die in so feru von Interesse war, als durch die Verhandlung die Trüglichkeit deS BewciseS dmch Ha n dsch r i fteu «Ver g l e i chu u g auf eiue eklatante Weise dargestellt wurde. Es handelte sich nämlich in diesem Prozesse um deu Beweis: ob das Accept uuter einem Wechsel von der Hand des Angc-klaglcll herrühre, waS derselbe bestritt, die. Schreibverständigen aber nach Vergleichnng mit anderen vom Angetlagteu herrührenden Echliftstücken behaupteten. Der Vertheidiger deS Angeklagten, Rechteanwalt Deycks, legte demnächst ein Blatt Papier vor, auf dem sich der Nam^'nszng seines Clieuteu befand, und crug beim Gerichtshof darauf an, diese Unterschrift gleichfalls den Schreibve: ständigen vorzulegen. Der Präsident des Gerichtshofes that dieß, indem er die Frage stellte: ob dieser Namenszug nicht täuschend nachgemacht, vielleicht durchs Fenster uachgczcichnet seiu könnte? Die Cchreibverständigen versicherten nach sorgsamer Prüfung uud mit größter Bestimmtheit, daß dieß uu möglich fti, uud daß nur der Auge« klagte selbst dieseu Nameu geschrieben hab.'N könne. Da »ahm der Vertheidiger das Wort und erklärte: „Meine Herren,' Sie können jeftt sehen, waö eine Handschrifc-Vergleichung heißt. Ich selbst bin der Fälscher der lel/tern Unterschrift; ich habe des Auge» klagten Name» hier im Siyungssaale wähiend eiuer kleinen Pause durchs Fenster nachgezeichnet, uud doch behaupten die Echreibverständigen, daß nur der An« geklagte den Namen so schreiben könne. Auf meinen Amtseid versichere ich, daß ich den Nameu nachgemalt habe." Diese Erklärung erregte eiue allgemeine Sensation, nnd machte auch auf die Geschworenen eine solche Wirknng, daß sie den Angeklagte»! für u ichtschuldig erklätten. Freibur«, l.'i. December. Der geistliche Nach Dr. Schleyer , welcher ordentlicher Prosessor der Theologie an dcr hiesigen Universität, so wie auch Mitglied der Wirchschaflsdeput^lio» nnd Beismer der Blblwlhekcommissiou war, ist bekanntlich mic Beibehaltung seines Ranges und seiuer Besoldung an das Lyceum »ach Rastatt versept worden, hatte aber auf cin vc»n ihm vorgelegtes ärztliches Zeugniß die Er« lanl'niß schalten, vor der Hand seine Leh»stelle in Rastatt nicht antreten z» mnsso,. Inzwischen sah sich Schleyer wohl ans Gesuudheilorncksichlen bestimmt, vou dem Lehrfache ga»z abzutreten und sich ter Seelsorge zuzuwenden. Es wurde ihm dieses anf ge. machte Anzeige von der Regiernng gestattet, jedoch mit dem Anfügen, iu eiuem bestimmte« Zeitraum beim großherzoglich katholischen Obeikirclieurathe um eine seinen Verhältnissen angemessene Pfarrei sich zu bewerben. Dle ihm zugestandene Frist ist nun abge« la»feu, ohne daß er sich um «ine Pfairstelle gemel» det. Durch Beschluß der Negierung ist ihm daher die lnohev gehabte Vcsvld»i,g e»tzoge» nnd t»esI<,'ll,^ ercerpirt u»d deren Melodie entziffert. I r a n k r c l ch. Paris, ^8. December. Der „M-onileur" kün. d^gt den AuStritt des Lord Pallncrston mit folgende» Worten an - „Die heute oon London eingetroffenen I^achrich-leil bestätigen das schon gesteru im Umlauf gewesene Geiücht l'on der Demission des Lord Palme» stou. Dicsir Rücktritt ist, wie sict) auch alle Organe der öffentlichen Meinung in England eilünütbig ansspre-cheu, dl< Folge einer im Cabinet über die parlamentarische Reformfrage entstandene» MeiuuugSverschier deuheit, Die auswärtige Politik ist dem Entschlüsse Lord Palmerstons gänzlich fremd, und dieser Zwischenfall kann, wie wir überzeugt si,id, daö zwischen den Regierungen Frankreichs und Englands über die großen europäischen Interessen so glücklich begründete Einvernehme,, in nichtS ändern. Jedenfalls wird es Nicmaude» befremde», wenn wir den ^lilötritt eiulö StaatomanneS bedauern, der so chätig zur Hrlbei-fllhrung dieses Einvernehmens beigetragen hat, und dessen Gesinnungen der Negierung Sr. Majestät des Kaisers niemals anders als zur Vefiiediguilg gereicht haben. Oroljl'ritnlmnn und Irland London, ^- December. D»e einzigen Nach. richtcn vom KriegSIchanplai), die heute einlaufen, bestehen in folgender telegraphischen Depesche des „Chro. „icle": „Wien, 49. December Abends. Die tmkische Gesandtschaft bat Berichte erhalten, die ten Schluß erlauben, daß die vereinigten Flotten i»'s schwarz? Meer gegangen find, um weitere Felndseligkeitt», zn velhiuderu." Das Ereigniß deS Tages ist Lord Palmerstou's Nlicklritt. Der greise Marquis of Lauodcwne Hai den Beschluß gefaßt, seinem Freunde Palmerston zn folgen; ja, wie in gut unterrichteten Kreisen behauptet wird, ist der Marquis schon vor dem VlSconut ausgetreten, so daß man in Dowuiugstreet schou am Dinstag davon unterrichtet sein mußte. Aber die ganze Wahrheit auf ein Mal zn enthüllen, wäre un-praciisch gewesen, well die ReformanSrede dadurch ein gar zu plumpes Ansehe», erhalle» hätte; dem, der Marquis of Lausdowne ist als der couscqnen-teste Refo.moeteran, als das Orakel der aiistoklati-. scheu Neformfreuude (der Whigs) in, ganz, Lande bekannt. Nicht uninteressant ist ferner der Umstand, daß die ReformbllI, wclche de» Sinn Lord Fire, brands so übe» die Maßeu empört haben soll, „och gar nicht geboren ist. Gewiß ist, daß seic Wochen kein einzigeo EabinclSconseil über die Refvimsrage stattfand; seit mehr als 8 Tageu fand überhaupt keines Statt, und man wtiß, daß Ministerkrisen. deren Veranlassnug im Innern zu sucheu ist, in der Regel im ^abliielocouseil zum Durchbruch komme». Es ist daher schon ans diesell Grüodeu wahrscheinlicher, daß Lord Palmerstou durch auswärtige Ereignisse nud tnrch einen rom Premiel ohne Berathung seiner Collegen gefaßten Entschluß von großer Wichtigkeit bestimmt wuide. Man hält es vielmehr iu eingeweihleu Kreise» für mehr als lrchr- scheinlich, daß er die pomphaft angekündigte Maß-, regel als ein Machwerk, das weder Fisch noch Fleisch sein werde, beachselznckc bat. Aber seinen Austritt damit alleiu zu moliviren, ist lächeilich. Am nächsten dürfteu Diejenigen der Wahrheit kommen, welche der Axslcht siud, daß Lord Palmrrston die Nefornn frage nicht gerade jel)t in den Vordergrund gescho« ben sehen wollte, und daß er sich mit Entlüstung über das Mauöver aussprach, die Aufmerksamkeit der Naiiou dnrch Vorsplegelnng großartiger Refor« men vou deu Dlugen im Orient abzuziehen. Sehr wahrscheinlich ist ferner, daß Lord Palmerston selbst die Reformfrage als nominellen Verwand zum Ausc7!tt gebrauchte, und daß er im Parlament die schonuugSvolle Rüctsichl und Eliquetti beobachte» wird, deu Vorwaud anstatt der Ursache zu nennen, um über emen Zwiespalt, der höhere Kreise compro» Mitliren würde, emen tropdem ourchsichlige» Schleier zu »versen. Nicht nur Loro LanSdowne heiße eo, son b«ru auch Mr. Flproy (oer Unlerstaatosecrclär teb Iuneru) w»rd auoscheiden. Dao Geiuchc, daß Lord I. ^tussell dem Beispirl seines NebenbuhlerS folge» wolle, fand auch eiulge Gläubige. Aber gewiß ist, caß Lord John dao Porlefellllle Palunlstono e»ha>. ten wird. „TliueS" eiklarc sich h>ucc sehr warm fur dlese Modification u»0 wiifl bel der Gelegeuhelc dem Äuogelreleuen rouge Bltccrkeiceu >,ach. Seit gestcrll Nachmittags sind sämmillche (^a. binttomllglleder n, »no begab sich vou» Eisen bah,, Hof direct l» sei» Bureau, wo er > , geschickt , l.m Lord Panmnre (For Manle) „ach London ciliililadcn, m>0 sich tnrch ihn die Gewißheit zn oelschaffcn. ob die Whigö gesonnen sind, den neueu ^eformplau Lo,d John Russell'S zu unter-stuften. Das Hanptp.inclp dieser neueu Neformblll besteht, wle es jept heiße, darin, aUcn Flecken. d»e »reuiger alö ll(>0 Wähler Haben, das Reprase,>catioll0-lecht zu nehmen, und die dadurch elleoigceu Sil,e auf die Grafschaften uud F^bükdstadtt zu verthelleu. Lord Palmeiston war wenige Stunden, nachdem er oem Premier sein Enllassnügügesuch überreicht hatte, mit sriner Gemalin znm Marqnis ron LanSdowne nach Bowood (Wiltshire) abgereist, wird heute von oort zuiucte,wartet, unt) zichc sich a»f seinen Land« >

^" ^'"' ^^' ^^8^l:l Mill. Pfo.. 1849^ 4,700.000 Pft.. 18.^1^00.000 Pfd. 18^l^ N', Mill. Pfo.. 18.'i2^ 21.000.000 Pfd.; jeftl betagt der Barvoraih der Loudener Bank ci.. December. Der g.iechi. ,che Patriarch hat den Großherrn »M die G»ade an-gesiebt, ihm zn e.lanbeu. im Frühjahr denftlbeu mit der Synode »ach Adrianopel begleiten zu dürfen; be^ kannllich lst der hohe griechische ElernS me.ste.,0 tür-. koch geünnt, da er dnrch ^ ^„,^„ ^ies E,»ftnsseo volnstig werden würde, so wle auch seine finanzielle Lage dadurch einen empfindliche» Stoß erleiden dürfte Der österr. Lloyd sollte die Ltuie zwischen Odessa und Constantlnopel versehen, l'iS die Au^gleichuug der Differenz stattgefunden h.n. ^, entschloß sich dazu gegen ,„li Iuteress.-, um dem Wunsche des Hand.-!^. sta.ideS zn entlprechen; da j^ooch dieses Opfer Miß' dentnugen ei fuhr. ,o wi.d dieß Unteruehmeu uichl stattfinde». Herr Nogm>l'. der im „Journal de Constantinople" boow'llige Anspielnngen machte, hat da^ sur bereits eiue» Verweis vo„ Redschid Pascha er-^ltc«. ____^^^^^ (Tr. Ztg.) Neueste Post Wien. 2.j. December, telegraphischen Nach-l'^i" zufolge stud ^e. k. k. apostol. Majestät am ^0. lim 'l 4 Uhr Morgens im erwünschten Wohl' ,eln in Dresden angekommen und nm 4'/ Uhr i» Begleitung ^r. s. H. deo Prinze«, Albert nach Leipzia abgegangen. Allerhdchsto>eselben trafen ras.lbst im» 7 Uhr !0 Minnic» Mo-^iw ei„. w-ude» im Bah,<-hofc von Sr. Majestät dem Kouig von Sachsen empfangen und seftteu »ach einem Aufenthalte von 10 Minuten die Neise nach München fort, woselbst Allerhöchstdieselbe«, gegen <2 Uhr Nachts im beste» Wohlsein eintrafen. Hüien, 2A. December. Die „Oesterr. Corr." schreibt: Am zweitfolgeudeu Tage d,r Uuterzeichnung des ProtocolleS und der Colleclwnote der Wiener Konferenz vom ll. d. M. haben wir unS unverhole» über die Bedeutung uud die Tragweite dieses Acces ausgesprochen. Heute, wo der Tert jeuer Acteustücke ro» anderer Seite veroffeutlicht wurde, ist bestätigt, daß die Bemühungen des gesammteu Europa's zur Wiederherstellung deS Friedens zwischen Mnßland m>d der Pforte nur durch friedliche Miltcl zum Ziele ge> führt werden solle», ohne Verlegung, ohue Beein« crachllgung f'üher erworbener Rechte. ^Nichte kauu weniger befremden, als daß der Act vom i'!. December den verschledenalligsten Interpretationen in der periodischen Presse uuterzogen wurde, je nach der ualwnaleu Auffassung oder der politischen Parteistelluug der becreffeliden Blätter. Diese z» be-richtigen, anfzuhclleu ooer zu beksafcigen. liegt uns »icht ob; auf eine solche Sysiphuöarbelt müssen wi». verzichte». Unsere Aufgabe besteht in der Richtigste!» lunq der Th.ilsi'chen, uno wir begrüßen deßhalb N'.'t B's'ieoignng in dein wichtigeu Accenstücte von» .'ten Dec, de» uberemstimmiuoeu Wllleu der Mächte, ge< meinschafllich zur Erhaltung des Friedens zn wirken, und Die Al'erkenünng des Werthes der Eshallung tes tUiklsch^u Reiches lu selne,n durch die Ze,c sanctio. nlrlen Bestände. Zieht lnan dann ferner in Betracht, daß die Anfrechihallnug der alleu Verträge zwischen Rnßknid l.ud der hohen Pforte, namentlich der Trac«-ta der vier Mächte >n de» Grünt?» zügeu so weit scho» geebnete Angelegenheit durch ihren gemeinsamen »noialischen Eiüstuß, auch zum for« melleu Abschlüsse zwischen Nußland und der Pfvrt« zu bringen. Da Seme Majestät der Kaiser oon Rußland sich zu Fl iebeuöunterhandlungell bereit ei klart hat, so ist die Note der vier vermitteludeu Mächte zunächst an die hohe Pforte gerichtet. We»n nun Aogeslchlö solcher notolischen, von dsm gesammteu Europa fölmllch prelocolliice>l Sach-. läge, Alllkel und Eorrespol,d,»zen al>slai»d»scher Blätter mit dem Anscheine, iü deu Gang der Diplomatie ganz besonders eingeweiht zu seiu, vou geheime» Triebfeder» wissen wollen, die hier mit eingewirkt hätten, deren Grund oder Ungrund zu beurlhellen wir li»S nicht anmaßen, ja von einer minder freund» schafclichen, sogar nahezu drohenden Stellung Oester-«elchü zu Rußland erzählen, s? genügt die Hiuwe>: suug auf die vorliegenden feststeh,»deu Thatsache», um darzuthnn, daß die k. s. Regierung, indem sie sich anf'S Nene freundschaftlich und aufrichtig mi: deu beide» girßeu Wessmächteu einigte, um durch a/mem-schafiliche Vermittlung den gestörten Frieden im Oriente wieder herznstellen. ihre aüdauer,!d frenndschafilicheu Gesinnungen gegen dcu bif,el,nc<-ce» Nachbarn im Entferntest, n nichr veiläuguete, noch küüflig zu veiläng« neu haben wird. Wir erkennen oielmehr in der inni« gen Freundschaft zwischen den beiden großen Monarchen immer noch die sicherste Bürgschaft deo Writ--friedens und der coiiscroaliorn Interessen Europa's. Vorllichco und Pramnliellco. Vniback, 24. December. — ('sl»l!l,ll!l.) — Nachträglich berichten wir über die am l7. t>. stattgehabte Benefice.Vorstellung der so sehr beliebten dramatischen Sängerin Fräulein Hckmid, da diestll'e fast ein Er,ig,nß ii» den An» naleu des Lalb>,'.cher Theaters genauat werden mnß. Cinen solchen Beifallostmm haben wir in Laibach noch nicht eilebt, und er e,il>nert a» die Manifesta» tione» i„ italienischen Theatern. Ward schon daS Anfcreten der Benefic,anti» vom rauschenden Beifall begrüßt, so steigerte sich derselbe fortwährend, und am Schlüsse der Oper war derselbe i« der Thal eiu be» a/istercer. Eine große Auzahl von Blumenkränze», und Sttänßchen — es sollen sogar anö Trieft welche bestellt worden sein — flogen ans den Log,», nud ,'in liebliches Tänbchenpaar ssallerce lustig dazwischen nach der Vübne. Kusz, Fräulein Tckmid feierte eineu wahrhaft,u TrlUlnph. Möge ihr diese Auszeichnung ein mächtiger Sporn sein, auf der betretenen Bahn sortznwandeln, dnrch Fleiß jene Stufe ill der Knust zu eriingen, für die sie befähigt ist. Diese glänzende Anfnlnnternüg ist aber ein neuer Beweis, daß das kunstsinnige Publicnm talentirle und streb» !'am> Kuüstjüngsr zn wilidigen und anzueifern verstedt- l»ll« Feuilleton. Vaterländische Bücherschan I. Gedichte von Moriz Siegerist. Graz 1853. Verlag von Aug. Hess,, gr. 8. Seiten 54. '!Vle Lynk ist in neuester Zeit in Steiermark weni. ^.„^ yer vertreten al5 jf, und .^ufert's-. »Singe, wem Ge-Mang gegeben, in dem deutschen LlNnhain," findet .^ bei uns nur selten «ine Leiche oder einen heiteren Fink, dessen Kehle die tonlose Stille unterbrechen dürfte. Die Cultur der Neuzeit bildet zu sehr den Kopf ans Kosten des Herzens, und wo nicht das Herz den TeN zum Li^te dictirt, leidet die Vcr» stindespoesie von Tpih bis auf unsere Tage Schiff-druch. Wir übergehen hierZusncr's iül'gste seelen-volle Klänge aus dem einfachen Grunde, weil Zus» ner eben seiner Geburt liacli dem Nachbarlande Kl a in angehört. Vor uns liegen nun 24 lyrische Dichtungen, verschieden an Länge und Inhalt, aNe aber übereinstimmend in »mist zartem Gefühle und reiner, sorgfältig ssen,lätleter Form. Der Name Sieger ist ist im steierischen Licde»hainr oon gutem Klänge unsere Korina, Frau Anna Irma von Füger^Necht» torn in Medina,, welche besonders in frühere» Ial)> ren durch die reine, weiche Melodie ihrer Dichtungen ein zartes Morgenroth auf unsere Lyrik warf, ist ja eben die Schwester, und ganz gewiß das poetische Vorbild des Verfassers der vorliegenden Sammlung. Herr Siegerist entfaltet eine vorzügliche Gewandt' l)kil in Sonetten lei einer fast italischen Wärme des Gefühles, und man sieht, daß Petrarca und Lenau auf seine Ausbildung nicht ohne nachhaltigen, recht günstigen Einfluß geblieben sind. Liebe ist der Gegenstand der meisten seiner Gefü'hlsdichtungen, so im Diadem, den Sternen, seltenen Blumen, Schmuck und Fassung l(. Wie mannigfache Form er aber lüer demselben Stosse zu qcbrn vcrmoge, davon einige Proben aus- Der Leuckttliurm: Ein RcilMgsNlgsl girßt cr s,ine Slrahlm In'S Wogsnreich. durch Klippcn von Kristallen, Daß dcn H.rirrtrn Muth und Hoffnung bliebe; 3c> gl^nijl durch dutt^ Lebcn« düi'l'rc Nacht Ein Ncttm,gsport, der Enal'lendom der Liebe, Und Intet uns mit smicr tledfrprcicht. Frühlinasabend: Hat Dich, o H'lj rm ti>sc>ü W.h' gcpeinigt, «To flüchte Dich i'l l'Iülnüde Gefilde Und labe Dich an üillcr Atmdni.r; Vor dcincm Blick zcrfücßt dcr Wchmuth Schleier; Dn süh'sl der («olts'nt hnrlichc Gcl'ildc Uno suhlest Dich l'chal'.il u»d >;orcinigt! — Orste Lilbe: Wohl dem, dem i» vcr Iugcnb Sonnenwenrc Dcr Stern der Liebe Inichttnd auffange«, Il,m ward ju Thlil dl,,' L.-l'Ols sch^'nstc E^',ndc Dic Göltrrstr>ihleli, dic zu>n Hnzc» draugcil, Pic uns der fugend heisrer Himmcl bl't Vergolden auch deS Ledrus Abendrot!,. Von ergreifender Wirkung ist die Dichtung: „Im Irrenhause;" nicht ohne Anflug humoristischer S »tyre - Modernes Sommervergnügen;" wehmüthig stimmt-. «Das Wunderkind" mit der Schluß-strophe, die man für sich aUein „das tragische Motto auf angehende Künstlerinnen" nennen möchte: Mädchm mit dem Äluthmtninze Und dcm Thyrsus in der Hand, Gleichst wohl ein« Treibhausvftanze, Die ein hcißn Lenz verbrannt. Kräftig gehalten ist Hckla, elegisch die Nonne, sehr zart in: »Ficberphantasie" tie Stelle: Du stand'si dem Kranscnla^cr niit fcuchtcin Blicke nah'; D'rum wundert cs mich imincr, daß ich dcn (^»t;rl sah. Das Urlhnl üder die Neuzeit spricht in der Dichtung: «Moderne Poesie" sich aus: Snt dm Hcgcl man gelesen, i!iebt man nur Philosophie; Dichter', euer höchstes Westn Trägt ^u Grab — die Phantasie. DieAustelstchunstölicoer — sechö einzelne Sonette, slließen die ganze S'nnmlnng, die wir dem Leser als eine recht liel'c Spende herzlich empfehlen, in. dm, wir von ihr Abschied nehmen mit des Verfassers Woiten (lll l»"5. 5l): Ihr lächelt, denn wohl nimmer lonü't ihr fassen (!ii>l Dichterherz mit ftincn Weite» allen, Mit seinen Bildern, deren Götterstrnhlm Nicht fiir den Rahmen dieses Lebens paffcn. Dr. Rudolf Puss. Philharmonische Gesellschaft. Zu Folge der §§. 21 und 22 der Statuten der philharmonischen Gesellschaft geht die Wirksamkeit des gegenwartigen Gesellschaft-Directors, dann deS hochwürdigsten Hrn. Joses Steis, als Ausschußglied der ausübenden Mitglieder, und des Hrn. k. k. Gu. ^ bernialsecletärs Anton Salomon, als Ausschußglied der zuhörenden Mitglieder, wie auch des Hrn. Ge^ sellschaft. Kassiers Leopold Fleischmaim, mit Auß^ gang dieses Jahres zu (5nde und es hat daher die ^ Wahl eines Gesellschaft-Directors, zweier Ausschuß, gliedsl und des Gesellschaft Kassiers, wic auch des Repläscittantcn der ausübenden Mitglieder, da durch die Uebersctzung des Hrn, k. k. Beziskscmnimssä's Victor Hubcr, nach Krainburg, diese Stelle in Er, ledigung kam, stattzufinden. (5s wcrlen demnach sämmllicle l'. 1'. wirklichen Mitglieder ocr Gesellschaft gemäß §.24 dcr Statuten eingeladen, sich an, Mont.ig, dcn 2«. l. M., um cilf Uhr vormittag im Saale dc6 deutschen Ordenshau. ses versammeln uüd ihr Wahlrecht ausüben oder auch eigenhändig geschriebene ui,d untcrfertiglc Wahlzettel zur gedachten Stunde dahin einsende-! zu wolle». Dem Vereitle smo in diesem Monate als zah lende Mitglieder bcigclrclcn: Hcrr Dr. Heinrich Milteis, k. k. Gynmasial.Professol, » Fr^nz Zenlrich, k. k. Normalschullchrer, » Max Freiherr von Gussich, k. k. Oberstwacht meister in der Armee; >, Dr. Franz Glodotschnik, (Zonceptspraklikanl der k. k. Finanz r Plocuratur, » Il'sef Hausen, Handelsmann, und ^> Ludwig von Schludelmann, k. k. Auscultant. Das Ehrclnnitglied des Vereines, Herr Leopold Fischer Edler von Wildensee, k. k. Lielltcnant.Adiutant im Prinz Albert ^on Sachsen l l. Ins.'Negimente. sandtt dcr Gesellschaft aus M>iinz den vielstimmigen Maimcrchor: »Meeresstille und glückliche Fahrl-, oon K. Ludwig Fischer, als Geschenk und wurde dcm-selben dafür der Dank brieflich dargebracht. Der k. k. Vice'Staalsduclchalter Herr Franz» Luschm, anger.gt durch d.is, am 2. l. M. hier staltr gefundene Mozarts Concert, verehrte dnn Vereine zwanzig Conceitc für Pianoforte mit Orchester Begleitung von W. A. Mozart, Verlag von Oleit-köpf und Härtel in Leipzig, für welche äußerst werth, oolle Gabe dem verehrten Herrn Geschenkgedcr hiermit Dank gesagt wird. Dcr hochwohlqcdoine Freiherr Alois von Apfal^ tern, Inhaber nielneicr Herrschaslcn, Landstand in Kram, l5hlen!ni!g!i>,o der philh. Gesc-llsch^t :c., über gab dem Gesellsckafts-Director .inen Betrag von ein hundert fünfzig Gulden mit der Bestimmung „znm scincrzeitissen Ankaufe eines Pianoforte für die philharmonische Gesellschaft.« Dieles grosimüthige Geschenk, welches die Direction als Organ der Gesellschaft zum verbindlichste!, Danke auffordert, wurde einstweilen in dcr hiesigen Sparcassa hinterlegt. Dcr hochverehrte Freiherr, wiewohl durch Kränklichkeit verhindert, den Produclionen des Vereines beizuwohnen, sprach unter (5mem den Wunsch aus: »daß die, dcm Lande zur Ehre ge, reichende, und zur Veredlung des Gemüthes beitragende philh. Gessllschl'st forthin bestehen und gedeihen mochte." Dicscö ist mit Zuversicht zu hoffen, denn der Vcrcin steht gegenwärtig auf festen Füßen Es ist kein Geheimniß, und gehört zur Geschichte des Vereines, daß, als am 6. Jänner l85l zu einer zweiten WM der Direction geschritten wnden mußte, bei der Wohl selbst Stimmen für die Auflösung dcr Gesellschaft sich vernehmen ließen, weil bis dahin bereits das Stammc.ipital zur Deckung der Aus» lagen angebissen werden mußte, und nebstdem noch die Rechnung der Gesellschaft für »850 ein Passivum von 5V st. 22 kr. zeigte, das Präliminare für I85l aber einen Abgang von 21? fi. 18 kr. in Au, sicht stellte. Außer diesen mißlichen Finanzverhältnissen d Gesellschaft traten im eben zu Ende gehenden Trier mum dcr Direction mehrere sehr ungünstige Ve. Hältnisse ein: der Herr Professor Rechfeld, Repräsel tant der ausübenden Mitglieder, legte seine Stel zwei Monate nach der Wahl, wegen Mangel a Zeit nieder; der ausgezeichnete Chormeister der G< sellsch.'ft, Herr Cameralconcipist Kubiczek, erhielt ein andere dienstliche Bestimmung und verließ Laibac nach kurzer aber erfolgreicher Wirksamkeit als Cho, meistcr; der k k. Herr Nechnungsrath Lcdcl.ig, we> ^cher sick als tüchtiger Orchcsterdirector und Dire« l ticmsmilglied durch viele Jahre um den Verein hoch, ^verdienstlich gemacht hat, folgte seiner Sendung al ^Vorstand der k. k, StaatZbuchhaltnna, in Klagen ,furt, und endlich verlor die Gesellschaft auch de, ^nach Krainbiira übersetzten f. k. Herrn Bezirkscom missäl' Victor Huder, welcher als Hepräscntant de nnis!en^Mitglieder und als ausübender Kunst Irr, wie all^'m.'in bekannt, cin? mächtige Stütze dei Vcrrmcs war. Dagegen wurde in diesemTrienniun cin größerer, ancrkennenöwclther Eiser der ausüben, den Mitglieder rege; ein vc.chrimgswüldigcr Damen chor kam zu Stande und die Zahl der beitragendci, Mitglieder vermehrte sich von Jahr zu Jahr, so zwar: daß. während die Gesellschaft im Jahr 1859 nur ,05 beitragende Mitglieder zählte, deren Zahl sich im Jahre 185 l auf itt l, i,n ^ahre l«52 auf »45, und im Jahre »853 auf l80 hob, die Ein-nahmen aber, welche 1850 nur . . 821 ft. 3l kr. betrugen, stiegen . >8)! auf . . ll57 „ 56 » l852 „ . . 1325 >> 34 „ und l853 >> . . 1468 » 40 „ Da sich die Ausgaben im edm zu Ende gehenden Jahre auf . . »249 » 33 , bclitfen, so geht ein Nest von . . 2ll) fi. 7 kr. mit ten, ursprünglich übernommenen u. unangetasteten Stanlmc.ipitalc auf die neue. mit l. k. M. eintre» tcndc Direction übcr, wiewohl im verflossenem Tiien, nium mrhrerc Fest» und Wohllhäligkeilsconcette gerben, d^5 Fest der hcil. Cäcilia alljährlich ge. flierl, ein Foycr zum Concertsaale hergestellt, und sonst noch mancherlei außerordentliche Auslagen be« stritten wurden. Es ist also der Fortbestand der Gesellschaft materiell gesichert und auch zu hoffen, daß sich dieselbe durch eifrige Bciörderung der wahren Kunst, Vervollkommnung der Gesellschafts'Schulen, ilüd fortwährende Veredlung der Concerte, deren Be» stimmung nicht sowohl die von Reunionen, als mel» mehr von Kunstprodlictionen ist, immer mehr rmb und mehr Heden wcrd>'. EinM ^jllMl^moll. iitior )lunst und Tl'iwter. (^)0!I C^vl ssrcihcrrn V. Vnum.) Höchst lächerlich ist die Theilnahme oder gewisser^ maßen das Hineinmischen des Publicums in die Ptival.-Verhältnissc des darstellenden Künstlers, wenn er auf der Bühne steht. Herr P. hat ein Liebes» Verhältniß mit Dllc. A,, sie gaben zusammen eine zärtliche Scene, und besser, als es ohne dieses viel» leicht dcr Fall gewesen wäre, das ist in der Ordnung. Nun wird aber doppelt so viel applaudirt, als es sonst vielleicht der Fall gewesen wäre, und warum? weil unter »er macht ihr wirklich die Cour.« — Herr F., ein Liebling des Publicums, hatte mit Herrn Z., eben. f.UIs einem Begünstigten, bei einer Probe einen unglücklichen Streit, die Sache wird bekannt, Beide erscheinen auf der Bühne und werden ausgezischt. — Herr D. wird von einem Gläubiger auf einige Tage eingesperrt, erscheint wieder, und wird ebenfalls aus» gezischt oder ausgelacht. Sollten die Zuseher nicht endlich einsehen lernen, daß das Lächerliche bei der Sache :",r auf sie selbst zurückfällt und der Darsteller sich wcnig darum bekümmert, da bei der nächsten Vorstellung sehr oft dcr entgegengesetzte Fall eintritt? und Redacteure: I. v. Klewmayr und I. Bawbfrg.