Außerordentliche Beilage zur Laibachcr Zeitung vom Itt. April 1548. Brs Dsrsschmid's Dank! *) Dle außerordentliche Beilage zur Laibächer Zeitung vom 8. d. M. enthält unter ver Aufschrift: ^>In Betreff der Dankadresse der Bewohner Kran's" einen Auf,atz, unterschrieben von den Herren !>. Bulger, l^l'. Blast Crobath, Dr. Kleindienst und Prof. 2)'. Bleiwcis, als Entgegnung auf dle von dem Dorfschmid in Cchischta durch die Laibachcr Zeitung am 4. d. M. veröffentlichte Anschuldigung einiger Casino - Mitglieder wegen Unwillen erregender Anmaßung und unbefugten Eingriffes in die Rechte der gefammttn Bewohner Kraln's, unter denen auch der schlichte Dorfschmid mitbegrlsscn ist. Drr Dorfschmid war und ist jedoch wett entfernt, die Verdienste des Herrn l),-. Kletndienst zu verkennen und die von ihm seit seinem beinahe I»jährigen Aufenthalte in Laibach als Ncchtsgclchr-ter bewiesenen Fähigkeiten, so wie seine Anhänglichkeit an Kram in Zweifel ziehen und antasten zu wollen; allein alle Gelehrten znsamme» werden dcN Dorfschmid nicht bewegen, vott seiner Meinung abzu-stchm, dasi der geborene Kraincr, dessen Gcistesfülle anerkannt ist, v0r Allen dazu berufen und vor jedeM Andern berechtiget, ja sogar verpflichtet ist, für sein! Vaterland zu sprechen Und zu handeln. Won diesem Glauben beseelt, hat der Dorfschmid den Einwürfe daß der Verfasser der fraglichen Dankadresse kein Kramer sey, niedergeschrieben, und nährt den sehnlichen Wunsch, daß jeder Kramer von diesem Ge-sichtöpuncte aus dio Aache betrachten Möge. Dasi der Dorfschmid im Schreiben weniger geübt ist> als seine gelehrten Herren Gegner, wird Niemand auffallen > wohl aber, wenN ein oder der andere der vier Herren Doctoren sich so weit vergessen wollte, dem Bürger- und Bauernstände das Vermögen eines selbstständigen Denkens abzusprechen und diesen bis nun am meisten gedrückten zwei Ständen von Egoismus verleitet, trotz der voN Sn Majestät, unserm gnadigsten Kaiser am 15». März d. I. ausgesprochenen Constitution lc., womit der liebevolle Lan-deövater seme Volkes für mündig erklärt hat, auch M noch zu wehren) ihren Herzen Luft zu machen und durch Wort und Schrift ihre Gedanken bekannt zu geben. Schließlich erklart der Dorfschmid, daß er seiner Mängel recht wohl bewußt ist, und äus die-scm Grunde noch nie versucht hat, mehr seyn zu wollen, als er seyn kann. Weil aber in der gegenwärtig so sehr bewegten Zeit es dennoch möglich Wuden könnte, daß, von dem Beispiele Anderer verführt, auch in seiner Seele Anmaßungsidecn auftauchen dürften, so sieht er sich verpflichtet, für den ihm ln der außerordentlichen Beilage zur Laibachcr Zeitung vom 8. d. M. bezüglich des Schreibens gegebenen Wink der vier Herren Doctorcn überhaupt, insbesondere aber seinem lieben Freunde, Professor B", herzlichst zu danken und somit als Dorsschmid sich zu empfehlen. — Nun aber frage ich, durch die Constitution und Preßsrciheit zu dieser öffentlichen Frage berechtiget, als Bürger der Stadt Laibach die Vier Herren Doctorcn,, wie sie in ihrer Entgegnungöschrift und Rechtfertigung in der außerordentlichen Beilage zur Laibacher Zeitung vvm di. d. M. und zwar gleich im Anfange mit gutem Gewissen haben schreiben können: »Die Gefertigten kennen bis jetzt nur eine Schrift, welche unter dem Namen: Dankadresse der Bewohner Krain's an Se. Majestät den Kaiser, besprochen worden ist. Dieselbe ») Di»srr. ,ch,n f,',f ».i, pgt,^ S<>Mllü«e.Zc!tuNss t>f«lm,mte Aufs.'tz s»,»,t» »sßsn ü5«hauttlm '.'.'taNlial an icn«m Lage nicht auM""'"' MsN w»«tcn. ist zunächst durch ihr Zuthun entstanden; sie sehen sich daher auch verpflichtet, das Irrige, welches der Dorfschmid darüber in das PublicuM gebracht, aufzuklaren und zu berichtigen." Ich erlaube mir diese Angabe als eine Unwahre zu bezeichnen, und alle jene Bürger der Stadt Laibach als Zeugen aufzufordern, die an bet Besprechung einer Dankadresse der Bewohner Krain's an Se. Majestät, den Kaiser, Theil genommen Und den als städtischen Beamten hochgeachteten ersten Magistratsratl) und Bürgcrmeisters-Stellvertrtter, Herrn Iol> Guttmann, veranlaßt haben, die Dankadresse zu entwerfen. Auch den vier Herren Doctoren ist der von dem Herrn Ma-gisträtsrath so ganz im Gefühle des von Sr. Maje-! stat, unserm höchstgütigen Kaiser, durch die Consti-! tution beglückten Unterthans verfaßte und zugleich das ! vollste Vertrauen des Kralncrs auSsprechende Entwurf einer Dankadresse bei der Vorlage zur Prüfung nicht unbekannt geblieben, Und unmöglich können die vier Herren Doctor en als Berather der von ihrem Herrn Colleges Dr. Kleindiettst, später verfaßten und i von dem Dorfschmid in der außerordentlichen Bei- ' i läge zur Laibacher Zeitung vom 4. d. M. aus Mehreren Gründen angefochtenen Dankadresse es läugncn, von deM Entwurf der Dankadresse des Herrn Magistratsrathes GuttmaNn Kenntniß genommen zu haben, wcil Sie befürchten müßten, von ihren auf die beftgte Dankadresse geschriebenen Randglossen Lügen gestraft zu werden; besonders wenn es darauf ankom-I !^",.?Utt> Meine gegenwärtige Erklärung durch die VeronMlichung des G u r t m a n n'schen Dankadresse^ Entwurfes in der Laibacher Zeitung zu bekräftigen. Weiters Wird in der Entgegnung: »In Betreff der Dankadresse der Bewohner Krain's" vom 8. d. M. wörtlich angeführt, »daß Vrcl der gefertigten Herren Doctoren, nämlich i l)s» Burger, l)r. Crobath und Dr. Klein dienst, am 24. März in der Wohnung des Lctztcrn deN Entwurf der Dankadresse besprochen und ihren Collcgcn, l)r. Kleindienst, ersucht haben, den Entwurf in steter Berücksichtigung jener zwei, bloß erst besprochenen Häuptmomcnte zu Papier zu bringen. — Ferner, daß der Herr l)r. Ktcindi e n st, von der Zeit gedrangt die Dankadresse bis zum 27. März d. I. entworfen und an demselben .Tage seinen beiden College« Und deM zur Berathung bcigetretenen Herrn Professor Dr. Vleiweis vorgelegt habe, und daß der Aufsatz sogleich von den vier anwesenden Herren in allen seinen Puncten geprüft und richtig gestellt wurde. Der Herr l)r. Crobath übernahm am 2^. März den Aufsah, um ihn mundiren zu lassen." Am 29. Nachmittags wurde derselbe angeblich mehrere» hievon vorläufig mündlich durch die Herren Or. Burger, Crobath und Blei weis in die Kenntniß gesetzten Mitgliedern des Casino-Vcreinö (warum nicht wenigstens den sämmtlichen beständigen Mitgliedern? — die doch gewiß alle Bewohner Krain's sind) in einem von dem zur täglichen Unterhaltung offenstehenden Locallläten abgesonderten Locale des Casino-Gebäudes' durch dm Herrn !>,-. Kleindicnst mit der Erklärung vorgelesen, dasi derselbe nur ein in guter Meinung verfaßter Entwurf sey. — Es wird zugleich erwähnt, das bei dieser Berathung mit mehreren Mitgliedern des Casmo-Vereins am 2l>. März zwei Puncte besonders besprochen und in Folge der Debatten einer davon abgeändert wurde, und daß man sich dahin vereinigt habe, die wegen Einholung von Unterschriften erforderlichen Exemplare des Aufsatzes, statt durch d'e , Schrift, durch Drucklegung in entsprechender Anzayl , bcizuschaffen. _____ HH_____ DiescMnach wurde die vom 2. ! Burger, der angeblich am 4» d. M. Vormittags! ersucht worden war, die zur Vorlage an Se. Majestät entworfene Adresse sammt den bis dahin in Laibach zu Stande gekommenen Unterschriften an das Bürger-Comite zu übergeben, — diesem Ansuchen noch bis zur Stunde nicht entsprochen? — Wer gab dem ^ Herrn Dr. Burger das Recht, diesen bedeutungö- ! vollen Act den Bürgern vorzuenthalten? — ^ Eine dritte Frage, von nicht weniger Gewicht, ^ als die beiden vorhergehenden, die ich jedoch der ^ Oessentlichkeit vorenthalte, weil ich Namen wiederholen i müßte, deren frühere Nennung voll Seite meiner Herren Gegner füglich hätte unterbleiben können, wurde von mir unter 9. d. M. in Gegenwart von zwei Laibachcr Bürgern persönlich an Herrn Dr. Klein dienst gestellt, und von der Bitte begleitet, er wolle die Sa-chc in den nächstfolgenden Blättern der Laibacher Zei- tung berichtigen. Allein meine Vitte fand kein Gehör und ich wurde, vermuthlich als Dorfschmid betrachtet, eben nicht sehr sanft angewiesen, die Sache selbst zu berichtigen. — Da ich nun bis heute vergebens auf die Erfüllung meines Ansuchens von Seite des Herrn !><-. Kleindienst gewartet habe, so fühle ich mich nochgedrungen, selbst zu schreiben und alles Irrige zu rügen, was bei günstiger Aufnahme und Gewährung meiner Bitte ganz gewiß unterblieben wäre. Möge über den Dorfschmid, der in seiner den Ungar nur zu sehr verrathenden Freimüthigkeit rücksichtslos sich erklärt hat, jedoch mit seinem Hammer blos; an das Herz klopfen und aufmerksam machen wollte, daß in der gegenwärtigen Zeit mit aller Vorsicht zu Werke gegangen werden müsse, — die allgemeine Stimme der Bewohner Krain's ein Urtheil fällen. -" Ich awr leiste meinen hochgeachteten lieben Mitbewohnern eines mit so vielen Naturschätzen reich ausgestatteten schönen (Abirgs-Landes für die unter Ihnen seit 33 Jahren genossene herzliche Gastfreundschaft, als aufrichtigen Dank das^heilige^Versptt-chen, daß wcder Lohn noch Furcht mich je vermögen werden, in der Pflicht zuwanken, die mir durch das in so hohem Grade zu Theil gewordene Verträum von Krain's Bewohnern auferlegt wud.^Ich will und werde, solange ich lebe, wie bis jetzt, durch Wort und That zu beweisen trachten, wie sehr sich wünsche, kcm Fremder in diesem Lande zu seyn,' und dieser Geist wird gewiß auch in meinen Kindern fortleben. Echischka am 13. April ,8t8. Ferd. I.^Schmidt, «l'ni"»-, Mitglied deö Biii'^'l'.'Comics m L^ibach.