Nr. 13. Dienstag, 18. Jänner 1887. 106. Jahrgang. OMcher Mima. ^"''lMA'n^ st, ,5. halbjah.ig sl.7.5>«. Im Comptoir- llc>"e I..sc.ate bi« /u 4 Zeilen 25/^'^' ß3",N'»N n« Paus ^ F^ir ^________' »l"v"c pcr ^ciic <> lr,; l>e> öfteren Wiederholungen pr. Zeile 3 lr. Die „5,'aibacher Leitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und sseiertage. Die Administration befindet sich Vahnhofgassc l5, die Redaction Wienerstraße l5>. — Unftanliertt Vlitse werden nicht angenommen und Mamiscrivtc nicht zuriiclgeftellt. Amtlicher Mil. Sn, hienach das Weiter, zu ?era7lasien ^'""^' W,en am 14. Jänner 1887. Franz Joseph m. p. ^_^^^ Taaffe m. ^ Obersten Rech^ngshofe eruaV'""^""^'"'" benn Nichtamtlicher Hheil Vismarcks Nede und die Franzosen. gespannt auf den die Beucht Bismarck über barswa ? iz M"'/'")es zn seinen Nach-an seiner V qes^" ' ^'^^^^^^ i" Paris uud insbesondere politisierenden N ?er N.?// ^""'""« ""ter de.n Metropole ist in olcken ?n "'""'^ ^' französische., und hänat o 5/3 ^ ^"' ?"" "»berechenbar Schlagwor e angegebenen darüber klar werden onn e^ ? "°")inein schwer des deutschen Reicha^ Worten werd od r kk ^ ^s."" Entrüstuugsstilrm aut-Wedignnq znr K ,ntn'«^ '" '"" """ gewissen Ve-doch vorwea ww ^ .^"°""""' ""den. Hieug es der Sei ?Hs ,rck K" ^" "b, in welcher an "dattionen m,d?./^<-^ K"mlM der Zeitnngs-graphisch V"^t^ ^ublicllms kam. Gerieth die tele-»e oder f ? 5' ^"'? ."b"' die Nede in ungeschickte znacs für d.n ^be bei der Anfertigung des Ans-l"an A) ein r^ ^encht tendentiös ans. so dnrfte d" Erfahrnn l^^'" «enrtheil.lng versehen nnd. wie aabe des antl e, N "Ä "°" """' lp^'^n Bekannt-^„ . „ ^'"i^... "",yfs,i„,,' s,,„ Richtigstellung der einmal vorgefassten Meinung mehr erwarten. Bei der Sparsamkeit nnd Oberflächlichkeit, mit welcher anch die ersten Pariser Journale das Anstand behandeln, war diese Evcutualiät einer uugcuuzeudeu. lückenhaften nnd infolge dessen anch einseitigen telegraphischen Bericht erstattuug sehr wahrscheinlich; sie hätte nur einer jahraus jahrein geübten Regel entsprochen. Diesmal hatte diese aber ihre Ausnahme. Die Pariser Blätter brachten nicht nur einen erschöpfend ausführlichen Bericht über die ganze Debatte und insbesondere über die Rede des Reichskanzlers, sondern jene Partie derselben, welche sich auf Frankreich bezieht, noch eigens in ihrem vollen Wortlant. Nur ein paar Zeileu ans dem stenographisch genauen Text sind nicht wiedergegeben: die Details über die Aussangnug der besiegten norddeutschen Lande in den Jahren 1807 bis 1812 nnd die paar Sätze über das »m^er ü. l>I:m sischer Seite einrichten», als den bedeutungsvollsten Satz der Erklärnngen des Kanzlers hervor uud knüpfen an denselben die Versicherung, Frankreich denke an keinen Krieg mit Dentschland. Insbesondere sind es die Blätter der Regierungspartei und der Opportunisten, welche diese Friedensversichernng mit vollem Brustton zum besteu gebeu. Jedoch kein einziges Blatt ist uus bisher untergekommen, welches den Fürsten Bismarck in dem einen Punkt zu demeutieren wagt, dass iu Frankreich niemand es wage, sich öffentlich für die ehrliche Aner-kennnng der Bestimmungen des Frankfurter Friedens auszusprechen; in keiner Glosse zu der Berliner Rede wird der fundamentale Satz. dass man in Frankreich für den geeigneten Moment einen Kampf zur Wiedereroberung der Rheiugrenze als selbstverstäudlich betrachte, bestritten. Damit ist anch die Tragweite der Wirknng, welche die Rede in Frankreich auf die Haltuug der Politiker uud auf die öffeutliche Meinung ausübt, ganz bestimmt abgegrenzt. Man führt fich dieselbe zu Gemüth als eine Warnung für die uumittelbare Gegenwart, mit dem Fener ein nicht allzn unvorsichtiges Spiel zu treiben, macht sich aber den entsprechenden Vorbehalt für einen Zeitpunkt, iu welchem die allgemeine Constellation günstiger nnd Frankreich in einem Kriege mit Deutschland nicht isoliert sein werde. Zur Parteifehde wurde die Rede vorläufig wenig ausgeuüyt; es finden sich aber bereits Vorzeichen, dass sie iu der uächsteu Zukuuft zu diesem Zwecke als wertvolles Material eine vielseitige Verwcndnng finden wird. Die Aeußerung des Reichskauzlers, Deutschland sei Frankreich in jeder Angelegenheit, mit Ausuahme der Hauptfrage: der Rheiugrcnzgelüste, förderud entgegenkommen und habe dessen Apirationen uuterstützt, muss als Haudhabe für die Polemik der Radicalen und Monarchisten gegen Ferry und Freycinet dienen. Leise Jemlteton. Ewe ^°"llp°ndenz. die sich"siir mir die Redaction, Gerathen in die Nrn7 ?^".^ haben. Ich greife anfs dass die meisten davon "mns^ ^ie Fragen.'überzeugt. Antwort, Aber ich an nm. "^ ' ^ sein werden, als die gerade einfällt. Wenn dem ss^ dnranf los. was mir em», das er an u.ein r S ell)"ei "was Besseres nur dies gerade recht Das ^! . ^^^ hätte, so ist ^'ktüre besteht nicht in dem H^roiel.st einer gnten "'dem, waK wir un H l^ "!^ ^. sondern W d,e meisten Ron.lN nk te'Nü U"' ^""' RZMWMZ der Photogra e H 'wr /'^.bundertmale'in es versäumt hat ?mi^^'^" "ber nie, weil er sein Aeußcres b iM s^ ^^'" ^ lassen. Auf Meiue Correspond S m^/'« ^a, wohl nicht! "' der ewigen Cm^ "^"b" ""' Meinung slrht, ob d ,r N^ n"le hören welche darüber be- zuaesteht. e svmn^c)"" ^" gigantische Größe Mensch sei? W"p"h'scher oder ein antipathischer l'hr sympI?lM)'ist ^'s' d"ss mir Fürst Vismarck es mit meinem kleinen Söhnchcn mache, wenn ich es zu porträtiereu versuche: ich wasche ihm vor allem das Gestchl. Ich denke nämlich, dass ich selbst genug Schnitzer machen werde; also sollen wenigstens vor allem die Kleckse und Flecken fort. die andere gemacht haben. Ich wasche demgemäß die bedeutenden Männer von Men Flecken rein. welche ihnen die Welt anhängt nnd wohl anch von der Schminke, mit der die Welt sie belegt: kurz. ich habe eiu tiefes Misstrauen gegen dasjenige, was die Oeffentlichkeit über die Männer der Oeffentlichkeit sagt, sobald sich das Urtheil nicht auf das öffeutliche Wirken, sondern anf die private Per« föulichkeit des Mauues bezieht. Da urtheile ich am liebsteu uach dem, was der Große selber sagt uud wie er es sagt. Uus beide mm, verehrte Freundin, interessiert in diesem Momente die Größe Bismarks gar nicht; wir fragen uus nur nach echter Frauenart, ob er ein lieber Mensch sei oder ein schrecklicher Mensch — denn ein Drittes gibt es bekanntlich für uns nicht. Wenn man bedenkt, wie er erst im Frieden die heimische Volks-vertretllng rücksichtslos drangsaliert, dann in zwei Kriegen eine Menge Menschen nmgebracht, schließlich eine glorreiche Nation sehr gedemüthigt uud gebrand-schatzt nnd dann noch srine parlamentarischen Gegner mit Hohn überschüttet nnd ihnen jedes Urtheil abgesprochen hat; wenn man bedenkt, wie schonungslos er a/gen Feinde, wie berechnend gegen Freunde und sou-vcräu gegcu Gleichgiltige ist; wie er den Grafen Arnim zertreten nnd den armen, hübschen Batteuberger spa-z'erru geschickt hat: so liegt allerdings nichts näher, nls der Gedanke, dass dieser eiserne Mann ein großer, aber fürchterlicher Mensch sei. Sehen wir aber näher zn und lesen seine eigenen Worte und versuchen, mit ihm zu denken nnd zu fühlen, so finden wir vielleicht, dass der Manu durch seiueu Zorn und seine Rauheit menschlicher wird. als wenn er seine großen Dinge mit göttlicher Rnhe lind Gelassenheit thuu und besprechen wollte. Bismarck ist, was sein öffentliches Sprechen betrifft, wie der Hofhund des dentschen Reiches; er bellt nur. wenn er gereizt wird. Darmn hören wir ihn immer nur im Groll reden. Aber hinter diesem Groll mnss ein Ringen und hinter dem Ringen ein Leiden liegen. Ich habe die tiefe Ueberzeugung, dass dieser erste Mann des mächtigen Deutschlands mehr leidet als der letzte. Seine Opponenten, welche immer das ächzende Reich gegen d»i Titan zu vertreten scheinen, mögen sehr gute Patrioten nnd überzeugte Parlamentarier sein, aber ich glanbe fest, dass die Herren Richter und Rickert nnd Windthorst, wenn sie ihrer Beklemmnng Ausdruck gegeben haben, mit großer Erleichternng ihr Diner nehmen, was ich mir wieder von Vismarck nicht vor» stellen kann. Ich denke, dass sein Wachen Arbeit und sein Schlafen Sorge ist. nnd dass er in diesem Oe« fühle eine Art physischen Schmerzes empfindet, wenn ihm in seinen Plänen von denjenigen widersprochen wird. welche sich weniger ängstigen und daher mit größerer Leichtigkeit urtheilen. Dazu rechne ich mir noch, dass dieser Atlas seine Größe cigeutlich nnr in der Weltgeschichte cincassieren wird; für seine Person genießt er blntwenig davon, denn er ist nicht eitel. Man denke! der berühmteste Mensch in der Welt ist stets bestrebt, sich anderen so wenig als möglich zn zeigen; er lebt nur seiuer Frau. seinen Kindern und Enkeln, wenn er nicht dem Kaiser Laibachcr Zeitung Nr. !3 104 18 Jänner 1887. wird bereits das alte bekannte Thema ana.ekllma.en. Bismarck babe die Republik in ihre colouialeu Abenteuer getrieben, sie zur Expedition nach Tunis, nach Annam, Tonking nnd Madagaskar veranlasst. Binnen kurzem wird die Oppositionsprcsse dieses Leitmotiv, das sie vorher nur angeklungen hat, weiter ausarbeiten nnd darub auf die Vorgänge im Berliner Reichstage wieder vergessen. Die parlamentarische Campagne. -- Wien, IN. Jänner, Die Verhandlungen der Landtage nehmen ihren regelmäßigen Fortgang und wickeln sich, mit geringen Ausnahmen, in ebenso geräuschloser als sachlich erfolge reicher Weise ab. Nur der tief beklagenswerte Allstritt der deutschen Abgeordneten aus dem böhmischen Landtage hat das im ganzen sonst erfreulich' Bild, welches die diesjährige Landtagssession bisher geboten hat, verdunkelt, im übrigen tritt aber allenthalben das Bestreben zutage, die Zeit weise auszunützen nnd bis znm Ablaufe der festgestellten Berathnngsfrist möglichst viel von dem vorhandenen reichen Arbcitsmatcrial in der den Interessen der Bevölkernng an: besten entsprechenden Form aufzuarbeiten. Die Dauer der Session zählt jetzt nnr mehr nach Tagen, da am 28. Jänner der Reichsrath seme Thätigkeit wieder aufnehmen soll. Bis dahin wird wohl in sämmtlichen derzeit noch versammelten Landrsvertretungen alles erledigt sein, was irgeudwie einen dringlichen Charakter hat oder von größerer Wichtigkeit ist. Des Reichsrathes selber harren diesmal ebenso umfangreiche als bedeutsame Aufgaben. Der wirtschaftliche Ausgleich zwischen beiden Rcichshälften, die Feststellung des Voranschlages für das eben begonnene Jahr und die Durchberathung der zahlreichen Gesetz, entwürfe, welche, seitens der Regierung eingebracht, noch der parlamentarischen Erledigung zn unterziehen sind, all dies repräsentiert eine solche Snmmc von Arbeitsstoff nnd bedingt eine solche Hingebung für die öffentlichen Interessen, dass für Angelegenheiten anderer Art weder Zeit noch Muße vorhanden sein kann. Umso verwerflicher ist es, wenn gewisse Blätter mit einem Eifer, der einer besseren Sache würdig wäre, bemüht sind, nationalen Zündstoff zusammenzutragen, um anch im Reichsrathe Hass und Zwietracht zu säen und Scenen herbeizuführen, welche nnr den Feinden Oesterreichs willkommen sein können. Gerade im gegenwärtigen Zeitpunkte, wo es gilt, da« Allsehen uud die Machtstellung der Mouarchie nach allheu zu kräftigen nnd die Solidarität der Interessen aller Länder der diesseitigen Reichshälftc behufs Er-ziellmg eines baldigen beide Theile befriedigenden Aus-» gleichs mit Ungarn nachdrücklichst zu betonen, ist es uuabweisliche, patriotische Pflicht, alles zu vermeiden, was die nationalen Gegensätze verschärfen und die sachliche parlamentarische Thätigkeit hemmen könnte. Man darf deshalb mit Zuversicht erwarteu, dass die vcr^ hetzenden Bemühungen der erwähnten Organe erfolglos bleiben und die Abgeordneten aller Parteischattiernngen bestrebt sein werden, in der parlamentarischen Discussion alles fernznhalten, was Verbitterung erzeugen nnd die Erledigung der ebenso zahlreichen als driuglichcu Angelegenheiten verzögern müsste. Politische Uederstcht. (Wiedereinberufnng des Reichsrath es.) Au anderer Stelle veröffentlichen wir die Allerhöchste Entschließung, mit welcher der Neichsrath für dcu 28. Jänner zur Wiederaufnahme seiner Thätigkeit ein-berufeu wird. Die Tagesordnung der am 28. Jänner stattfindenden Sitzung des Abgeordnetenhauses ist noch nicht definitiv festgestellt lind dürfte demnächst zur Versen dnng gelangen. Auf derselben befinden sich unter au-derm die ersten Lesungen des Antrages des Abg. Plener, betreffend die Errichtung von Arbeiteikammeru, des Antrages des Abg. Dr. Iacmrs, betreffend die Entschädigung unschuldig Verurthcilter, und der Pressanträge des Deut-schcu Cliibs. (Aus dem Kärntner Landtage.) Namens des Volkswirtschaftsausfchusses beantragte im Kärntner Landtage Abg. Baron Poche, von der Errichtung eines Zwaugsarbeitshauses vorläufig abzusehen, daqegeu behufs Unterbringung der Zwängliuge in der Laibacher Anstalt mit dem Kramer Landesausschusse nnd gleichzeitig mit jenen Obelösterreichs, Salzburgs und Tirols wegen Errichtung einer gemeinschaftlichen Anslalt die Verhandluugeu fortzuführen. Ferner solle der Landes-ausschuss über die Grüuduug von Nettungöhäusern für verwahrloste Jugend in der nächsten Session berichten. Nachdem Hock die Aufmerksamkeit besonders auf die vom Referenten vorgeschlagenen Natural'Perpflegs-slatioucu gelenkt hatte, wurden die AusschuMnträge angeuommen. — Der Voranschlag des landschaftlichen Straßenwesens wurde mit 92 470 fl. und das außerordentliche Erfordernis mit 9532 fl. genehmigt. Der Bericht über den Veitrag zur Einführung des maschi-nellen Betriebes bei der Ferlacher Gewehr-Fabrication wurde auf Wunsch des Landespräsidenteil an den Volks-Wirtschaftsausschuß zurückverwiesen. (Reichsrathswahl in Trieft.) Morgen findet in der Triester Handelskammer die durch die Mandatsuicderlegung Vncetichs erforderlich gewordene Reichsrathswahl statt. Als Caudidat wird der provisorische Kammerpräsident Ritter von Stalitz genannt. (Anstro - russischer Ausli'eferungs-vertrag.) Das Reichsgeschblatt publiciert eine Verordnung des Ministers des Innern, betreffend den mit der russischen Regierung vereinbarten Vorgang bei der gegenseitigen Abschiebung von Landstrcichcln sowie von pass- nnd subsisteuzloseu Iudividueu. Die Verordnung lässt für die Abschiebung von Individuen der erwähnten Kategorien in den beiderseitigen Grenzbezirken iusofcrue eine Abkürzimg des Verfahrens eintreten, als die sonst erforderliche diplomatische Correspondcnz entfällt. Iil Nussland ist die Convention bereits vor vier> zehn Tagen kundgemacht worden. (Zur Situation in Deutschland.) Erst Freitag ist die Auflösuug des deutschen Reichstages erfolgt, uud schon hat allenthalben die Agitation für die am 21. Februar stattfindenden Wahlen begonnen. Die ungewöhnliche Kürze der Frist von der erfolgten Auf« lösung bis zu den Neuwahlen hat eben alle Parteien zur Eile und Thätigkeit angetrieben. Am rührigsten sind, wie immer, die Social'Demokraten. denn sie haben bereits eine Liste ihrer Candidaten anfgestellt. Die Regierung wird es übrigens auch nicht unterlassen, sämmtliche Mittel zu erschöpfen, die ihr behufs Beeinflussung der Wahlen zur Verfügung stehen. Für die allel" nächsten Tage wird eine kaiserliche Proclamation <^ das deutsche Volk erwartet. (Rnsslan d.) Die Ernennung des Herrn Visnf gradöki zum russischen Fin^nzmmister und jene des b>^ herigen Finanzminislers Herru Bunge zum Präsident des Ministercomite's wird ill St. Petersburg als m»" Beweis gedeutet, dass der Einfluss des Herru Katl^ nicht so ausschlaggebend sei, als vielfach geglaubt wer^ und dass Kaiser Alexander III. auch nach dieser M tung seineu eigenen Eingebungen folge. Es ist nänD hervorzuheben, dass Herr Kallov speciell zu Hel^ Bunge im Verhältnisse erklärter nnd erbitterter Gegi'^ schaft steht und dass, wenn der Zar den Inspiration^ von dieser Seite gefolgt wäre, Herr Bunge gäuzl^ aus dem Cabinete geschieden wäre. (Rumänien.) Eine der «Pol. Corr.» a»l Bukarest zugehende Mittheilnng bestätigt die belF' stehende Ueberreichnng des Abberufungsschreibeus b" bisherigen österreichisch uugarischen Gesaudteu daselbst Freiherrn von Mayer. Ueber den Nachfolger desselbe» ist noch nichts bekannt. — Des weiteren meldet M^ dass die mit der Führnng der Verhandlungen lt»l Oesterreich-Ungarn inbetnsf eines Handelsvertrages M einer Veteriuär-Couvenliou betrauten rumäuischeu Fun? twnäre sich gegen den 28. d. M. zur Fortsetzuug diesel Negociationen wieder in Wien einfinden werden. (Nachrichten aus Bulgarie n.) Nach M düngen aus Sofia eutbehren die mehrfach aufgetaucht Mcldnngen über die unregelmäßige Zahlung der 2i^ nlingen und Gehalte in der bulgarischen Armee jedel Begründung. Visher war die bulgarische RegienB vollständig in der Lage, allen Anforderuugeu in diesel Richtung pünktlich zu genügen, und zwar Haupt' sächlich infolge überraschend günstiger Eingänge sowo^ der laufenden Steuern als der Stenerrückstände. ^ wird versichert, dass in den Monaten November ulil Dezember au rückstäudigen Steuern allein ein Betrag von etwa vier Millionen Francs in die Staatscasst" geflossen ist. Tagcslmnglcitcn. A Ihre Majestäten der Kaiser nnd die Kal' serin haben dem Vereine zur Ausspeisuug arn»el Schullinder im dritten Bezirke Wiens ans Anlass seiittl jüngst stattgehabten Wohlthätigkeitsfestes 100 fl. z" spenden gernht. — (Gegen das Brantweintrinten.) ^ österreichische Verein gegen die Trunksucht hat dem Reichs Kriegsministerinm ein Memorandum, betreffend die sch<^ lichen Wirtlmgcn des Genusses von Vrantwein überhaB uud von suselhältigeu derlei Getränken insbesonde^ überreicht und gleichzeitig unter Darlegung des schäd^ genden Einflusses des überhandnehmenden Vrantwei^ genusses gebeten, dass das Neichs-Kriegsministerium 3^ Verhinderung des Missbrauchcs von Alkohol im k> Heere auch die entsprechenden Verfügungen treffen mög^ Diesen: Ansuchen hat das Ncichs-Kriegsministerium F^ gegeben und an alle Terriwrial-Conlinanden die Weisu^ gerichtet, die über den Verkauf alkoholhaltiger Getrn»^ bestehenden Vorschriften strenge im Auge zu behalten u'^ überdies die in den Kasernen bestehenden Cantinen u>^ und dem Reiche lebt. Ist dass nicht ein Oemüths-mensch? Ich halte ihn dafür und entscheide daher souverän: ? eher darauf hiuaus, jeden hübschen Menschen anch f^ gut uud gescheit zn halten. Ich thue dies mit uM > größerer Beruhignug. als ich anch der Meinnng b^ dasö ein dummer Mensch überhaupt nicht hübsch s^, kann: er mag die Züge eines Adouis haben, die Duminl)^ bringt doch immer etwas Störeudes uud Hässlich^ hinein. . . Sollten Sie also, liebe Freunde, mit Ihrer A/' frage etwas Specielles meinen; sollte Ihnen, wie ^ fast vermuthe, ein hübscher Mensch in die Augen 9. stocheu habeu uud Sie dabei Scrupel empfinden, .^ Sie Ihrer Sympathie nachgeben dürfeu, so rathe ^ Ihneu: Folgen Sie getrost Iljrcn gnten Angen; ^ Mann, deu Sie schön finden, wird gewiss anch g^'!, Verstand für Sie haben, vorausgesetzt, dass er A'.' hat. Denn, unter uns gesagt, eiu Funke Empfind'^ ist doch. wenn es sich um Liebe handelt, mehr >ve ' als eine Feuersänle von Verstand. Claire- Lmbachcr Zeituna. Nr. 13 105 18. Jänner 1887. Mmketenwc.en zu verhalten, dass dieselben nebst gnten geistigen Getränken auch anregende, warme Getränke, wie Thee, Kaffte Punsch u. dgl,, m guter Qualität uud zu mäßigen Preisen verkaufen. Zur vcrlässlicher Durchführung der vorbezeichue^u Verfügungen wurden die Kasern-Admuustratu'ns^onunissiouen beauftragt, die Caut inen-tlw äck,li^ "7^^"' r"' "'w'l)nte./warmen Getrau e wo uf auck!!., ^ annehmbaren Preisen zu verabreichen, L.n^^"^^^'^^rika-NeisendenDr Dr, Le»z der «c»m»Phische„ <^A. 3 "'da!«"" — lArli. i ^' s -- '^ "^ antreten wird >°° die «ie sp e e ftr°dle'^„<," ^"'"' »« Fimne, °>> Ä"ei.erw»h,.. '«o. ib ,<>I^«''7''^°"°' '"" "«> lp! sich eine Gelelll^ . ^ 5 ?'°W »»„«el herr'cht, h°', Arbei.erh^r z'u ^.„""'""'^ «" den Zweck Ech„!»b»ze., die N,i!»^!'"7"", ^1'"a„er «... ich MM in ^Nmfer«.!,^' ^'"" '^"^' ^nu. !'°"m«. h°be ^.>^7i s, °^Ä« '"' ff". d"> ich „ >ch »ber Ipm!»,.,«' ^ /' ^ Zweiter: Da I>,„ i'ocal- und Prouiuzial-Nnchrichtcu. Krainischer Landtag. Sitzung vom 15. Jänner. Ab (Schluss.) Fmanzansschnsse" «'^7^!./"'" im Namen des Mauken- nnd ^.^ d,„^l^,^ ^ ,.„ ^.^ ,^. Worten di .Mä.Ä "^' .^^'"' kritisiert in schar en f"hrt hiebei a^ "den Beri t"'^'"ud Irrenhause- 'er "N'renten an i, , ,s ^ ^'" ^"'"" Landessanitäts-"Ne Kosten für d^ ^ '"'« ''^ """' "^"'u heißt, dass ^ -^--------«..,«., iirank..»- und Irrenhaus weggewor- sen seien; das Kranken- und Irrenhans sei keine Heil-, sondern eine Detentionsanstalt. Der Raummangel sei so grüß, dass eine Trennnng der Kranken nur nach dem Geschlechte möglich sei; die Heilbaren müssen mit Unheilbaren, die Intelligenten mit Verblödeten znsammenwohncn, und so geschehe es gewiss, dass auch der heilbare Kranke unheilbar wird uud dass der intelligente verblödet. Diesen Uebelständcn müsse nnbedingt abgeholfen werden, Redner behauptet weiter, dass Kram am wenigsten unter allen Ländern Cisleithanicns für die Wohlthätigkeits-Austalten thue; überall seien die Verhältnisse günstiger. In Krain gebe es aber anch mehr Geisteskranke als in andern Ländern, und so komme es, dass der Mangel an Nanm immer fühlbarer wird. Redner meint, dafs sich die Kosten für die Nenbanten auf circa 125 000 fl. belaufen würden. Schließlich stellt er namens des Finauzansschnsses den Antrag: Dem Landcsausschusse wird aufgetragen, über uachstehcudo Punkte zu berathen und in der nächsten Session dem Landtage Bericht zu erstatten: 1.)Im Irren-Hanse zn Stndcuz sollen zwei Tracte zugebaut werden, jeder für 36 Kranke. 2.) Alle Irrsinnigen, die sich im alten Irrenhause befinden, follen nach Studenz geschickt werden; die Räume des alten Irrenhauses sind für gewöhnliche Kranke zu verwenden, insbesondere als Beob-achtnngszimmer, und für Krankeuzimmer erster und zweiter Classe für zahlende Kranke. 3.) Das Krankenhaus auf der Polaua wird aufgelassen, und das Gebäude ist dem Zwangsarbeitshanse zn überlassen; jedoch wäre darauf zn sehen, dass für ansteckende Krankheiten eine besondere Abtheilung errichtet werde. 4.) Im Krankenhansc ist ein nenes Badezimmer einzurichten und ein Ort für die Dcs^ iusicicrung zu bestimmen. In der Generaldebatte ergreift zuerst das Wort Abg. Dr. Bleiwei s Ritter von Trsteniski und bemerkt, dass, als im Jahre 1876 die jetzige Irrenanstalt erbaut wurde, er von vielen Seiten die Behauptung aufgestellt worden ist, man werde nach fünf Jahren wieder eine Erweiterung vornehmen müsfen. Die Gegenpartei wollte damals die Bevölkerung überzeuge», mau werde iu Bälde wieder 300 000 fl. ausgeben müssen. Diele Behauptungen haben sich uicht bewahrheitet. Es sei wahr, dass im Irrenhause großer Platzmangel herrsche und dass man diese Anstalt wird erweitern müssen. Dies hätte das Land schon längst thun sollen, allein die finanzielle» Verhältnisse ließen es nicht zu. Weiters bemerkt der Redner, dass die Absicht, das Krankenhaus auf der Po-lllua aufzulassen, eine gewiss lobenswerte sei. Das betreffende Haus eigne sich keineswegs zu einem Spital, da die Zimmer zu nieder sind und im allgemeinen sehr wenig Platz sei. Es seien anch von den Parteien oft schon Bitten eingelaufen, mau möge das Spital von dort auders wohin verlegen. Das alte Spital werde man als Be-obachlungeablheilung uud für die zahlenden Kranken verwenden können. Die Abtheilung für ansteckende Krankheiten werde man wohl außerhalb der Stadt errichten müssen, da die Krankenwärter sonst Gefahr laufen würden, angesteckt zn werden und die Krankheit ms Spital zu übertragen. Schließlich spricht der Rcduer vou deu Kosten des Zubaucs zum Irreuhause und bemerkt, dass sie wohl bedenleud sein werden, jedoch nicht so hoch, wie sie der Berichterstatter angegeben. Nach seiner Ansicht würden 70 000 fl. genügen. Abg. Dr, Vosnjak wendet sich gegen die Behauptung des Abg. Baron Schwegel, dass Krain am wenigsten für feme Wohlthätigteitsanstalten thue. Es leiste unter allen südlichen Provinzen am meisten; es sorge uicht nur für die Kranken im Lande, sondern anch für jene im Auslaude, und es seien drren viele. Zn diesem Zwecke brauche es schou jetzt 11 Procent der Landes-nmlagcn,. Unsere Krankenhäuser seien allerdings keine Mnsteranstalten, man müsse jedoch bedenken, dass es auch in anderen Provinzen nicht bessere gibt, da ja oft Klagen darüber laut werden. Er stimme den Anträgen des Finanzausschusses vollkommen bei, Abg. Baron Apfaltrern weist die Behauptung des Berichterstatters, das Land thue zu wenig für seine Wohlthätigkeitsaustalten, zurück. Das Land habe sehr viel gethan, und den Redner nimmt es wunder, dass das Land noch nicht dem Bankerott verfallen ist. Warum gewähre die Regierung in dieser Richtuug keine Hilfe und warum gehe man sie wenigstens nicht mit einer solchen Bitte an. Ucbrigeus seien aber in erster Linie die Gemeinden verpflichtet, für Krankenhäuser zu sorgen, und doch fiude ,nan, dass Laibach in dieser Richtung uichts gethau habe. Die Negieruug möge zuerst von jenen die Errichtung von Spitälern fordern, die nach dem Gesetze dazu verpflichtet siud, und das sind die Gemeinden, dann erst vom Lande. Redner drückt auch den Wunsch aus, die Regierung möge dem Lande für solche Auslagen die Einnahmen einer Wohlthätigkcitslotterie zuwenden Bezüglich der Auträge warnt der Redner, dieselben in dieser Form anzunehmen, da darin alles unklar sei. Landespräsidcnt Baron Winkler erwiderte auf die Ausführungen des Vorredners, dass sich die Regierung in ihren Aufträge», die sanitären Uebelstände zu beseitigen, wohl gemäßigt habe. Sie habe diesen Auftrag ergehen lassen, nachdem sich nicht nur der Landcs-Sanitäts-referent von den Uebelständen überzeugt, sondern auch der Director des Krankenhauses den Wunsch nach baldiger Abschaffung der Uebelstäudc geäußert hat. Die Ncgieruug habe sich in dieser Angelegenheit an das Land wenden müssen, da unsere Gemeinden im jetzigen Umfange dies nicht leisten könnten. Sollte der Entwurf der neuen Wahlordnung in Wirtfamkcit treten, dann wird es auch den Gemeinden möglich fein, in sanitärer Hinsicht mehr zu leisten. Die Regierung habe schon vor zehn Jahren dem Lande die Einnahmen einer Wohlthätigtcits-Lottcric zu» gewendet, uud es sei auch jetzt diese Möglichkeit nicht ausgeschlossen. Die Landesregierung werde gewiss eine derartige Bitte unterstützen. Nachdem noch die Abgeordneten Dr. Blei weis Ritter von Trsteuiski uud Baron Apfaltrern gesprochen, werden die Anträge des Finanzausschusses angenommen. Abg. Dr. Samec berichtet über die Genehmigung von Umlagen für Vczirksstraßenzwccke und stellt folgende Anträge: Der hohe Landtag wolle beschließen: I. Den Bezirksstraßen Ansschüssen von Tschernembl und Reifuitz wird die Bewilliguug ertheilt, zur Deckung ihres präliminarmäßig ausgewiesenen Erfordernisses pro 1687 eiue 15proc. Umlage auf alle directcn Steuern fammt außerordentlichem Zuschlag im bezüglichen Straßen-bezirke für das Jahr 1887 einhcbcu zn dürfen. II. Der Landcsausschuss wird ermächtigt: 1.) Dem — . (Nachdruck ocrliowi,) 6"e Vlnne hex Kl'üclw. »t""'°n von Max v°„ Wcißcuthuru. (8. Fortsetzung.) "" e^dem^"?^"f' traf Cora die Gewissheit. Sie "' hatte sie verratlM! Aerrachcr an i^ ,,^"^' ihre Stimme könne zum "°"."""m dem C^'' !"" einem Fiebcrschaner sich feurigen Walzer als l, ^?"deud, spielte sie eincu ".M^ "' " b" °"' dann plchüch, °,,I!pii«m',,d'^^,H«b>rt?. rief ,k Schurrn f°!!e„d."lli H/>; H«' Nn.der an d», lch'mn,,^ .N,„>'.ch d„ kei. H «,W'i„> Kreist .V^7^VR:^?v-..i...... «1e^ alle» nch.l^ z„ °^°^ >W W°rte, »her ^,,.^ '"""B lMe wt«" 3Wweit ^ Weich w>° ,, « "'"?". >^ «u!ch»,t,e Time, d°«.i..,,,e Müdche,, dcn halteu. wie es den Anschein hat. Ich will sprechen, ich habe dus Necht dazu und Sie müssen mir die Gelegenheit geben!» «Müssen!, erwiderte sie swlz, indem sie sich er-yob und stch mit rmer Würde abwandte, welche des Grafen Leidenschaft fiir das schöne Mädchen nur erhöhte. «Ja. müssen!» wiederholte er leise. «Meine Liebe zn Ihnen M mir das Recht, darauf zn bestehen!» Ihre Lippen kränselten sich zwar verächtlich, doch dle klcmen Häude bebten; Cora's Stolz gab nach nnd Lord Almamc, seinen Vortheil gewahrend, fuhr fort: «Ich bestehe auf meinem Rccht! Sie müssen mich anhören. Cora.» fügte er in leisestem Flüstertone hinzu. 'Ich liebe Sie! Wmdc ich Sie weniger lieben, ich flchte nicht darum, mich rechtfertigen zu dürfen. So aber mnis ich unch rechtfertigen. Ich kann es uicht ertragen, dass Sie meiner mit Verachtung gedenken. Cura. wollen Sie mich anhören?» Die flehenden, leidenschaftlich hervorgestoßenen Worte bewegten das junge Mädchen, nnd ihr Stolz wich. «Wann, wie?» fragte sie. ' ^ ^ ^ .Heute Abend unter den Eschen, im Garten, es ist keine Gefahr der Entdeckung.» sprach er leise, und ihr Zögern bemerkend, fügte er hastig hinzu: «Verjagen Sie es m,r und ich habe keine Gelegenheit mehr. Sie allein zu sehen. Cura, seien Sie nicht hart!» ^ ^ ?"^?^ ?^' Hrrz drängte sie. nachzugeben, doch dle Rücksicht für dm Bruder sagte ihr. dass sie es seinetwegen nicht dürfe. .Ich kann es nicht!, erwiderte sie ruhig. Er wandte s,ch «b, ohne Zorn in seinem Wesen zu verrohen sondern nur in jeder Geberde Schmerz an deu 6aa. legcnd nnd mit einem Blick seiner schöum Klugen welcher ihr in tiefster Seele weh that. so jchmei-zllch und so liebevoll zugleich war derselbe. 6r kehrte nach seinem früheren Platz zurnck und stützte schweigend den Kopf auf die Hand; er sah so müde nnd angegriffen ans. dass — als Herbert sich vom Clavier erhob — er sich zn der Frage veranlasst sah. ob der Arm den Grafen mehr schmerze. «Nein! Wie kommen Sie auf den Gedanken?» Ballerina Frl. Giuseppina Zimmermann. Als Solo-tänzcrin ist sonst noch der hübschen Erscheinung und distinguierten Ausführuugen ihrer Aufgaben wcgen Fräulein Agnes Walter besonders hervorznhcbcn. Die Ballet-nummern umrahmten recht glücklich die mit Verve gc-sftielten Einaeter «Im Wartesalon erster Classe» und das noch heute wirksame Genrebild «Im Vorzimmer Seiner Excellenz». Um das geistreich plaudernde erste Stück haben sich die Streitgenosseu Herr Frei bürg und Fräulein Do na to sehr verdient gemacht. In dem zweiten Stücke hat Herr Feuereisen eine gelungene Charakteristik des bekannten Diätisten Ieremias Knabe geliefert uud demnach trotz der etwas monotonen Monologe des Stückes rcichlichcu Beifall zu verzeichnen gehabt. Leider hat fich im Laufe des verhältnismäßig langen Einacters in Erwartung der kommenden Ballctabthcilung eine gewisse Unruhe der Zuhörerschaft bemächtigt, welche uns das brav dargestellte Genrebild nicht mit gewohnter Behaglichkeit genießen ließ. —k. — (Auf dem Karste) herrscht, wie man uus aus Adelsberg berichtet, seit drei Tagen starke Bora mit Schncefall. Infolge der bedeutenden Schneeverwehungen kann die Fahrpoft nicht mehr verkehren, und wird die Post aus Senosctsch und Präwald nach Adelsbcrg durch Fußbuten vermittelt. — (Einstellung des Ira chtenverkehrs.) Zuschriften vom Karste zufolge tritt die Bora dortselbst mit ungewöhnlicher Heftigkeit auf. Es habeu infolge dessen starte Schneeverwehungen stattgefunden, uud musste der Lnstcnzngsvertehr auf der Liuic Laibach-Tricst cingcstellt werden. Die Personenzüge langen mit bedeutenden Verspätungen hier ein. * Im gestrigen Landtaqsberichte soll es anstatt Nech-nungsrath Gull richtig heißen: Finanz rath Goll. Der Berichterstatter. — (Aus Neumarktl) wird uns geschrieben: Am 14. d. M. wurde hier uuter allgemeiner Theilnahme der Acvölkeruug der Industrielle Herr Ludwig Wachter zu Grabe getragen. Nach kaum zehnmonatlichem Aufenthalte in Ncumarktl hatte der Verblichene sich die Sympathien aller Aewohucr iu hohem Maße erworben, so dass desscu plötzliches tragisches Ende allgemein bedauert wird, Wachter war über 30 Jahre Mitarbeiter und Pro-curaführer der Firma Gctzner, Mutter ^ Co. in Bludcnz, nnd als im Jahre 1885 diese Firma in Verbindung mit dem Großhandlungshaiise Francesco Glanzmann in Trieft die Hammerwerke iu NcmnartÜ ankaufte, um einc große Spinnerei nnd Weberei daselbst zu errichten, übersiedelte cr von Bllidenz nach Ncumarkll, um im Vcrcinc mit Glanzmaun bei der Errichtung der neuen Fabrik nnd deren commercieller Lcitung mitzuwirkcn. Gleichzeitig trat er in die neue Gesellschaft als öffcntlichcr Compagnon ein. Wachler kam im März v. I. uach Nrummltl. Ccin freundlichcs, joviales Wesen, seine Bescheidenheit und Mildthätigkeit machten ihn bald beliebt; seine finanziellen Verhältnisse waren sehr günstig und oligeich man zuweilen eine etwas gedrückte Slimmimg an ihm wahrzimchmen glaubte, so schrieb man dies doch nur dem Umstände zu, dass er als alleinstchcndcr lediger Mann an Heimweh leide, welches bei der regen Arbeit, welche ihm die Einrichtung der ueueu Fabrik auferlegte und bei seiner Vorliebe für die fchöncn Bergpartien, welche die Umgebung voll Ncumarktl bietet, wohl bald weichen würde. Umfomehr war man übcrrafcht uud eutsetzt, als man Wachter am 7. d. M, nachmittags in seiner Wohnnng, im Blute schwimmend, mit einer tiefen Schnittwunde am Halse, welche er sich selbst mit einem neben ihm liegenden Rasiermesser beigebracht hatte, auffaud. Es wurde sofort ärztliche Hilfe requiriert, nnd es gelang, dcn Schwer-uerwuudetcn zum Bewusstsein zu bringen. Mit fester Hand schrieb er noch nach seiner Verwundung ein Testament, in welchem cr seiue uächsteu Vcrwaudteu als Erben einsetzte und Legate für die Armen von Bludenz, Feld-kirch und Nenmarttl sowie für die Gemeinde Ncnmarktl bestimmte. Am 12. d. M. morgens hatte er ansgcrnngen. Wir stehen vor einem Näthfcl, was dicfen ausgezeichneten Mann, welcher in den günstigsten Verhältnissen lebte uud keinen Misserfolg in seiner eifrigen Thätigkeit erfahren hatte, wohl bcwogcn habcn mag, freiwillig ans dem Leben zn scheiden, gerade vor dcm Tagc, welcher für dic Ingangsetzung dcs großeu neucn Industrieunternehmens festgesetzt wurde. Es scheint außer Zweifel, dass ein Gehirnleidcn dazu dcn Anlass gegeben hat uud die That bei getrübten Sinnen vollführt wordeu ist. Die Verhältnisse nnd der Betrieb der neuen Fabrik iu Ncu-marttl werden durch dieses Unglück nicht alteriert; das große Unternehmen steht uahczu fertig da, uud die Firmen, welche dasfelbe ins Leben gerufen habcn, werden sicherlich dafür forgcn, dass das Unternehmen blühe und gedeihe, was im Interesse Ncumarttls zu wünschen ist. — (Wochenan sweis der Sterbe fäl le.) Dem foeben pnblieicrtcn 1, Wochenansweis der Sterbe-fällc in den größeren österreichischen Städten entnehmen wir folgende Daten: ^ Gcsammtzahl . « ^^ ^"-o der « ?5'3^ Städte ^ «Z Verstorbenen 3 «Z°z Laibach . I 27388 7>14 21 5 l 35.0 Wien. . . 784 944 229 219 488 34 36.0 Prag. . . 183 472 75 60 135 35 33.6 Graz. . . 104 204 27 37 64 8 28,0 KlcMnfnrt 1U460 9 8 1? 6 39,8 Trieft . . 156 165 70 63 133 1 38,8 Görz. . . 22 420 10 7 1? 1 34,6 Pula. . . 26 715 13 9 22 — 37,6 Zara. , . 12 230 10 1 11 1 41,0 Von der Gesammtzahl der Verstorbenen sind in Laibach 28,0 Proccnt in Krankenanstalten gestorben. — (Vom Wetter.) Nach den im Laufe des gestrigen Tages eingelangten Telegrammen hat der Frost in ganz Oesterreich eine ungewöhnliche Intensität erreicht. So wird aus Lcitmcritz über eine Morgentcmperatlir von - 22,0 Grad Celsius bei Nebel und Rauhfrost berichtet. Prag meldet — 14,9, Wicu — 15,3 Grad Celsius; vom Obirgipfcl werdeu — 17 Grad gemeldet. In ganz Istrien dauert stürmische Bora an, und war selbst in dem sonst so geschlitzten Abbazia gestern morgcus die Temperatur auf — 1 Grad herabgcdrückt uud fällt Schnee. In Tricst ist Samstag nachts heftige Bora eingetreten, nnd fiel das Thermometer auf 3 Grad Kälte. Zufolge gleichzeitige» starken Schncefalles, welcher die ganze Nacht andauerte, liegt der Schnee fußhoch in den Straßen, und musste der Tramwayvcrtehr eingestellt werden. Ebenso meldet P 0 la Schnccfall bei — 2 Grad Celsius, und liegt sowohl iu der Stadt wie in der Umgebung der Schure 2 cm hoch. Aus Görz werden gleichfalls Schneefall nnd 3 Grad Kälte gemeldet. — (Carnevals - Chr 0 nik.) Die Samstag vt? anstaltcten Kränzchen im Cafiuo uud iu der Citats waren nur mäßig bcsuck)t. Die Quadrille wurde im ^' sii^ vou 15, in der Cilalniea von 16 Paaren getaE Im übrigen war die Unterhaltung lebhaft, und was ^ Verehrern dcs lustigen Prinzen an dcr Zahl abgieng, ^ crsctzteu sie durch aucrkenncnswertc Ausdauer: es w«>^ bis spät in die Morgenstunden getanzt. — (Für Raucher,) Es war bis jetzt zweif"' haft, ob Cigarren- nnd Tabaksortcn gcbürenfrei aus de« Absatzgebiete der ungarischen oder busnisch-herccguvinis^ Regie nach Oesterreich versendet wcrdcn können. M haben sich die Verwaltungen dcr drei Regien dahin g? einigt, dass Tabatfabrikate, welche in einem dieser Gebie« von Privaten anf «loyalem» Wege erworben worden si^ ohne Anstand und vollkommen gebürenfrei in die anders Gebiete gebracht werden können. Dagegen ist es M wie vor den Commissionären und Trafikanten nicht gl> stattet, Fabrikate einer anderen Regie als derjenigen, s^ welche sie conccssioniert sind, zn beziehen und zu verlause!' — (Neuer Adv 0 cat) Herr Dr. Arthur L e Zi> n i k wurde als Advocat mit dcm Wohnsitze in St, Le^' hard in den windischcn Büheln in die Advocatcnlisie s^ Stcicrmark eingetragen. Neueste Post. Original - Teleqrammc der 2 aib. Zeitnng> Wien, 17. Jänner. Die Warenbörse wurde he»<' in'.ter lebhafter Vclh^iliqnim der Interessenten eröffn^ Präsident Dntschka hielt oic Begrüßungsrede, »m'lA Großindustrieller SruUcr danlend erwiderte. Wicu, 17. Jänner. Die Ändauester Meldung, t»al' zwc! rcitende Batterie» in Temesvar Marschbereitschaft befchl und die Ri'serm-Officiere des 6. und 10. Colpl Bcreitschaftslwiso zum Einrücken erhielten, ist total el' funden. Magellfurt, 17. Jänner. Oberlieutenant Ha llel vom 7. Regiment crschoss sich heilte nachts wahrsche^ lich infolge einer Gemüthskrankheit. Prag, 17. Jänner. Infolge von Schneeverwehung Nltglciste gestern die Locomotive des gegen Prag «^ kehrenden Cmirierzngcs dcr s^lanz Josef Bahn zwis^ d n Stationen Hcriumlitz und Aestahow. Dein Emlw'l' U>ge, in welchem sich 51 Pasfagicrc befanden, milf^ von Prag ans eine Hilfsmaschine entqeqenqesendct W^ d n, lind der Zug traf nachts mit vier Stunden M? uätnna. hier ein. Budapest, 17, Jänner. Im Untcchause stellte^ Finanzminister durch Conversioncn nnd alidere finanz>^ Maßregeln eine Besserung des Budgets von 1888 "^ 10'/., Millionen nnd die Verfügbarkeit wcitt'lll 40 Millionen Gold in Aussicht. Fiilllie, 17. Jänner. Gestern ist hier ein aüß^ ordentlich dlchter Schneefall eingetreten. Agram, 17. Jänner. Der Banns Graf Khllc"' Hedervary ist hentc nachts in Priuatangelegenhci^ uach Wien abgereist. Brüssel, 17. Jänner. Gcstern fand in Machie"' ll,ö-an-Pont einc Knudgelning von 4000 Kohlengrub^ Arbeitern statt, wobei die Bewilligung des allgeinei»^ Sliinmrechteb und die Einsetzung von Schiedösill)!^ gcrichlcn die Hauptforderungen bildeten. Brüssel, 17. Iäniur. 'Die socialistischen BlM kündigen für morgen einen allqcmeincu Streik ^ KMenqräder an. woian 60000 Arbeite theilnclM sol'en. Die Reqiernng ergreift umfasscnde Maßreg^' Collstauliuopcl, 17. Jänner. Cankov ist nachmittag' hier eingctroffen. Metcorologijchc Acolmchtlillgcu iu ^aiöach. ^ 3^ ^« " ^Z »N>!1»> llnNcht 'LZ Z ^L ^"^i n'" """ de«Himm«l« Zsil / u. Mss, ?8l1,59 —7,6 NO. schwnch bt'wi,'lkt >n 17 2 » ')i. 73l),47 —3.6 NO. schwach bewölkt 6^" !1 . Ad. 740,«4 —5,4 NO. schwach bcwöltt . Anhaltend liewöllt, kein Soiüllüü'lict. Das Tagcsluitt" Wärmü — 5,5", um 3,4" unter dem Normale. >, Verautwovtlichcr Redacteur: I. Naglicl. ^ Dalcksagung. Fur dic außerordentlich zahlreiche Betheiligung a» dcm Leichenbegängnisse des Herrn Ulrich StUPPMt sowie sür dir dnrch die schauen Kranzspende!', namentlich jcnc des «Volzschül.!l'ii-Clnbs», allseits bewiesene Theil" nahmc nach dcm zu finh hin^eschiedl'nen theuren Vater, vespeclwc Vrnder, sprechen hiemit ihren tiefgefühlten Dant ans die traucrudcu Hinterbliebenen. 107 Course an der Wiener Börse vom 17. Jänner 1887. «dem gellen Cours«««- Etlllltö'Nnlchcn. »lolenrente . . , ^<, >,, ,.. .„ Kil^«r.enle ..!''' «', , "?.°" I864U0 ft L,«3!,) °°/. MähN....... 05'!,') ,04 40 °°^ niedeLer.eiMsch«' ' ' ' ^i!°7 " <^>rlt Wai>' 5«/» 2emeser Vanat . . . . l04 - i<,<.7'> 5"» ungarifHe......,«4 3« W5 — Nndere öffen IU0 sl. . »17 — 1,8'— dir. Anleihe ,«?», steuerfrei . u«- w« bl, Aulcben d, Cladl^unindc Wien i«4 ?< X'bbu Aülchcn d, Cladlgcmeiude Wien <ßilbcr und H^old) .... l»l— — — Pri>mieN'«l!l,d,Ctcbtgem.lUie» 12«- l^2 s,0 Pfandbriefe (für 100 fl.) Bodencr. allg. öfterr. 4'/,°/o Gold. 124-^5 li!5 ^ d«o. in 50 „ „ 4>/, °/o 00 75X11'— tto. in 5U „ „ 4°/n . »6 ?c> »7ü.°> dtr. Plämici!-Echuldverschi.3°/<> 101—,c, 50 lI csl,Hypolhcl>,'nbanl luj. 5'/,°/» 101 — 10175 l7vn Prsl in I. 18,^9 v>:,l. ü'/,°/„ —------------ Prioritätt>»ObIigationen (fü, 100 fl.) «tlüabeth . Weftl'ah» 1. Emlsfion _-____-» paV'"N:°^ '." "'"« 10°.^ 100 50 Em. il>«i »(,<) f!, C. 4'/,°,. ,««, ,„n »;l. cestm. z«°rdwe lb°^. "/". ^7,"«.'^ StaatObahn i,lLm- 2ni — Kiidbahn 5 »<>/<>.....l5.?«„ 157 70 « k 5°><>.....12850 — — Ung.»gallz. Nahn.....lOU l,> loc» 76 Diverse Uose (per Stüll), Eredillost 100 st...... 174». !?5 — >i6'— i!aidachei Prämien»NnIeh. L0 fi, 20— — — Ofeu« Lvje 4<1 sl..... 47 ll^ 4? 75 Palfsy^'oje 40 fl..... 4i! ?s> l» 25 Rolheu Kieuz, oft. Ges. v, iu ft, »4 25 ,4 co Ct,°Gc»l>is°^ose 40 sl. . . . «a - «s<-50 Waldftein-Lose «0 fl. . . , ü4 75 !'5 «5 ^'inbischgrah-^ose »0 fl. . .------45 — Vanl-Actien (per Slüll). «lngle'Ocsteii. «anl «00 fl. , no — i,<>-5t> Bauluercin, Wiener, ico fl. . ioi'50!,u^ — Btncr.-A,>ft,,Oeft.5!0<)ll.S.4!)«/i, ^44—^4« — «ärdi.'ülnft, s.Hand,u.<Ä. ißüsl. 288 — !ü8» 40 >i«dilba!!l, AUg U»g. ^!U0sI. . ,zg« 25«»<> 75 Tcpositenbal,!, Allg.2^0 fl. . 175 —,l80— Ev».oNlplc.Oe!..Nlebelöst.50l)Il. 548—bs.3— Hypolhelend., ösl.üuu sl. x5.ü0"/o — Ulüvlll'UIl^ i!UU >l.....,817'7b Ü18- — ^crlehisvaui, ÄUg. 14« U.x0usl.>:>g.!i^ernowitz«vlasfv «Hisen» bah»»!.llichail ^uu sl. ö, W. »30 50 221-i!l0vd,öst..ung., Trieft 5UU sl.^«l 2» Prag-Duser «ilsenb. I5>i jl. Silb. zz — «5.—^ Nuduli». »dn üuo jl. Ollver . iS5—185 40 Slebenolli^cl üijeub. l!U0 sl. . — —l —-Olaal»e>,.ll. >>>.« .'uu >l. ö. W. . «i L0!2Ü1 75 ZTil^ Wäre Sllbbahn «0 sl. Silb« . . . 98 «5 9» — !Vüb'Nordb >Nerb.« -».200fl.HVI. 15» —153 50 Theiß.Oahn »0« fl. ö. W. . . —>--------— Tramway-Ges., Nr, >70fl. ö. W.2l3 5a»14 -, Wr., neu 100 fl. 10» — 103' — IranSport'Gesellschaft lou fl. , — — — — Ung.'galiz. «iisenb. »00 fl. Silber ihg — 189 — Ilng. Nordoftbahn 200 ft. Silber lN!^ 25 1«S 75 Ung.WeNb.(Naab»<»raz)»0Nfl.S, I«« 60 >S7 50 Induftrie'Nctien (per Stils). Eavdi und Kindbeva, Hiscn« und Stllhl«Inb. in Men iu» sl. . — — — — Hisenbllhnw.'^'eihss, I. 80 »1-ko 92'5« „Llbemllhl", Papi^rf. U. A.-O. 65 »'1 6« — olontan'Gefellsch., öfterr.-alvine «ü — «6 — Präger «i>Ges. z!00 fl. .180—18«-— «algo»Iarj. ^ifenraff. 100 sl. . —-— — — irlsailer Nohlen»,««>:s. 70 — —>— Waffenf.'G., Oest. in W. 1«) sl,,« — 2^5.— Devisen. Deutsche Plätze......«1 95 »» « ^udou.........l«« 65 127«» U.,ciö .........49 «., 50-.- Petersburg .......^,.^ —- — Valuten. Ducalen........ 5 «4 z »S xi'KlancS.Slillle..... «39 10 — Kttber......... —-— — — Deutsche Nelchsbanlnole» . 65 ». s» 05