«Organ der Verfasiungspartei in Kram. »ir.535 Abonnemenl«-«edingnissc: . anzjährig: 8ür Laibach fl. 1.— Mit Post fl. L.— HalbjLbrig: . , » 3-— , . > 3.50 Wiertelsährig: .__- - l . . „ 1.LS Für Zustellung in « Hau«: Vierteljährig I» kr. Samstag den 8. November 3ns ertion«-Preise. Einspaltige Petit-Zeile L 4 kr., bei Wiederholungen » z kr. — Anzeigen bi« s Zeilen M kr. Redaction, Administration u. Expedition: Schustergaffe Nr. 3, t. Stock. 1890. Die Verhältnisse i» GMschee. Die am 4. d. M. abgehaltene sechste Landtags-Ktzuna war fast ausschließlich einer ausgedehnten ^rbatte gewidmet, die sich an die Beantwortung Interpellation, betreffs der Absetzung des Bezirks-s^linspectors Komljanec knüpfte und in der die ^»nal auf dem Gebiete des Schulwesens überaus ^laaenswerthen Zustände, die in einem Theile des Vcheer Bezirkes herrschen, von den Rednern der ^»Usch-liberalen Minorität in ausführlicher und äffender Weife beleuchtet wurden. Wir veröffent-nachstehend die Reden des Abgeordneten Braune Baron Schwegel und die erste Rede des Abge-kneten Dr. Schaffer in ihren wesentlichen Stellen: Abgeordneter Braune: Es freut mich, daß die Schulzustände in Gottschee ^lich in diesem hohen Hause zur Sprache kommen. ^ werde über d.e Wirksamkeit des k k. Bezirks->4ulinsvectors Komljanec nur Thatsachen bringen Reicht die Herren überzeugen, daß dessen ^thebung nur zu spät erfolgt und vollkommen Rechtfertigt ist. Thatsachen sind: 1 Die Uebertragung der Lehrerbiblwthek von ^ttschee nach Neifnitz, obwohl sie seit ihrem Be-Kek>,n ikren ^weck in Gottschee vollkommen erfüllte, ^wahrscheinUch besser ^ in Ncifmtz; 2 die Verlegung des ständigen Ausschusses der ^irkslehrerconferenz nach Groß-Laschitsch, an die ch, dem Trunke ergeben war und strafweise Zersetzt werden mußte; 5 der Schutz, den Komlzanec dem Lehrer ^mschitsch in Altlag angedeihen ließ als dicser ^ Winter einen Knaben in'S kalte Schulz,»uner e.n- ^errte und darin vergaß; 6 die ungesetzliche Einführung der slovemschen Wracke an der Stistungsschule in Lalzern, deren ^hrer Koller seine Berufspflichten ebenfalls gröblich die ^tiefgehende Erbitterung, die Komljanec ^durck hervorrief, daß er bei einem festlichen Anlaß krainische Landeöwappen für e.nen preußischen ^ler erklärte und der Bezirkshauptmannschast e»unz,rte^e ^^ntnih. die Komljanec davon hatte, ^ß die Lehrer Tschop und NeSbitsch den Schul- kindern jeden Verkehr in ihrer Muttersprache verboten hatten, ohne einzuschreiten; 9. die absichtliche Vernachlässigung des slovenischen Sprachunterrichtes am Gymnasium in Gottschee, den Komljanec so mangelhaft ertheilt, daß unsere Lehramtskandidaten bei der Aufnahmsprüfung aus diesem Gegenstände an der Laibacher Lehrerbildungsanstalt häufig fallen und andere Anstalten aufsuchen müssen. 10. das ungesetzliche Vorgehen Ende April 1889 in der Schule in Suchen, wo Komljanec in Gegenwart des gefürchteten Gemeindevorstehers Paul Turk und anderer Gemeindemitglieder gegen die Vorschrift sechs- und siebenjährige Kinder statt der Eltern befragte, ob sie slovenisch unterrichtet werden wollen. Die Helfershelfer des Komljanec in Suchen sind der Gemeindevorsteher Paul Turk und der Pfarradministrator Kadunz, ersterer ein unzählige Male politisch wie gerichtlich abgestraftes Jndividium, dem auch die Postdirection ihr Vertrauen entzog und der innegehabten Postmeisterstelle verlustig erklärte, letzterer ein Priester, der den Schulkindern die Abhörung der Beichten in Gottscheer Mundart verweigerte, den Ausspruch that: tg, prskleti koöovski uaroä moramo satreti (dieses verfluchte gottscheerische Volk müssen wir vertilgen) und die Gottscheer seiner Pfarre wegen ihres Ansuchens um Abhaltung deutscher Predigten von der Kanzel als „pnutari" (Aufrührer) bezeichnete. Ich will diesen Thatsachen nur noch die Bemerkung beifügen, daß die Herren, wenn sie es der Mühe werth gefunden hätten, auch bei der slovenischen Lehrerschaft des politischen Bezirkes Gottschee über die Wirksamkeit des Jnspectors Komljanec Erkundigungen einzuziehen, sie wahrscheinlich davon abgegangen wären, diese schmutzige Wäsche ans Tageslicht zu zerren. Abgeordneter Dr. Schaffer: Es sei mir zunächst gestattet, den Allsführungen der beiden Redner der geehrten Majorität einige Bemerkungen zu widmen, bevor ich mich der Erörterung der Jnterpellationsbeantwortung zuwende. Der Herr Abgeordnete für Krainburg (Dr. Tavöar) hat sich am Beginne seiner Rede veranlaßt gesehen, dem „zählenden Drachengift" der Interpellation und der neulichen Abstimmung über die viel umstrittenen 600 sl. für den deutschen Unterricht an mehrelassigen Volksschulen etwas „Milch der frommen Denkart" zuzugießen. Er hat versichert, seit die slovenische Ration von jenem drückenden Tribut der 600 fl. erlöst ist, sei es ihm umso leichter, auch de» Deutschen entgegenzukommen; die Interpellation sei gegen sie nicht gerichtet gewesen und er werde, wenn einem Deutschen Unrecht geschehe, diesem Unrecht ebenso entschieden entgegentreten. Das sind sehr liebenswürdige Versicherungen, schade nur, daß sie einen stark akademischen Charakter haben, denn der Herr Abgeordnete behielt sich vor, immer selbst zu entscheiden, ob ein solches Unrecht vorliege und das macht seine Versicheru»g leider für uns minder werthvoll. Wenn der Herr Abgeordnete weiter versicherte, falls ein ungesetzliches Vorgehen des abgesetzten Bezirksschulinspectors dargethan wäre, würde er selbst für dessen Absetzung sein, so nehme ich diese Versicherung zur Kenntmß; ich werde später darauf zurückkommen. Wenn der Herr Vorredner uns zum Vorwurfe macht, daß wir jüngst gegen die Resolution, betreffend die angebliche Einschulung slovenischer Kinder in deutsche Schulen stimmten, so geschah das einfach deshalb, weil diese Resolution völlig einseitig gehalten war und nicht auch die Untersuchung über die Einschulung deutscher Kinder in slovenische Schulen im Auge hatte. Auch gegen den Herrn Landespräsidenten sei die Interpellation nicht unmittelbar gerichtet gewesen, bemerkt der Herr Abgeordnete weiter; obwohl Baron Winkler kein Landeschef völlig nach seinem Sinne sei; ein solcher sei vielleicht heute noch nicht geboren und werde nicht in 50 Jahren kommen. Ich denke, der Herr Abgeordnete hat sich da stark verrechnet und er wird viel länger als 50 Jahre warten müssen, ja, ich hoffe, ein solcher Landespräsident wird niemals kommen. Auch Jammerrufe über die vergeblich so trostlose Lage der Kärntner Slovenen wurden wieder vernommen. Nun, diese Sache ist ja längst klar gestellt. Die Kärntner Slovenen haben in ihrer ungeheuren Mehrheit die ungebetene fremde Einmischung in ihre Angelegenheiten oft genug schon verbeten und befinden sich dabei glücklicher Weise nicht übel. Der zweite Herr Redner von der Gegenseite, der Abgeordnete für die Treffner Landgemeinden (Svetec), hätte am liebsten den Gottscheern ein Todten-lied gesungen und sie allmälig von den sie umgebenden slovenischen Nachbarn aufsaugen lassen. Ich denke, die Dinge werden aber anders kommen. Das ist es ja, was die geehrten Herren verstimmt, daß das brave Gottscheer Völkchen aus seiner Apathie erwacht und sich seiner Nationalität bewußt geworden ist. Früher, so lange unten eine gewisse Gleichgiltigkeit herrschte und die Gottscheer den Slovenisirungs-bestrebungen keinen Widerstand entgegensetzten, war Alles gut, jetzt, wo sie sich zur Wehre zu setzen beginnen, da ist auf einmal das Mißfallen der Herren erweckt und sie finden an den Zuständen in Gottschee alles Mögliche zu tadeln. Was der Herr Abgeordnete über die Bevölkerungsverhältnisse im Suchener Thale sagte, entspricht in keiner Weise den tatsächlichen Verhältnissen, aber davon wird »och später eingehend gesprochen werden. In einem Punkt stimme ich mit dem Herrn Abgeordneten für Krainburg überein, daß es auffallend war, daß Baron Winkler bei der Inter-pellationsbeantwortung gleich Eingangs erwähnt, er sei über die Motive, die den Minister bei setzung leiteten, nicht genau unterrichtet. Di erweckten meine größte Aufmerksamkeit, sofort daraus erblicken, daß da ganz ay Zustände vorhanden sein müssen und die weiteren gegebenen Aufschlüsse haben in der That erwiesen, daß dem so ist. Der Abgeordnete für die Stadt Gottschee hat eine Reihe bezeichnender Thatsachen vorgebracht; ich könnte noch andere anführen, zum Theile schlagender Natur. Allein ich verzichte darauf, ich halte mich bloß an die JnterpellationSbeantwortung und glaube aus dieser allein darthun zu können, daß der Standpunkt der geehrten Majorität vollständig unhaltbar ist. Was that der jetzt abgesetzte Jnspector, als er 1886 in's Amt kam? Er ließ die klar und bestimmte Anordnung des Landesschulrathes vom Jahre 1883, wonach die Schule in Suchen utraquistisch einzurichten war, einfach unausgeführt. Aber er ging noch weiter; er setzte sich in directen Widerspruch mit der obersten Schulbehörde im Lande, machte die frühere deutsche Schule — bis zum Jahre 1889 — eigenmächtig zu einer slovenischen, und handelte so gegen Gesetz und Vorschrift. Und die Krone setzte er seiner Thätigkeit durch jene unerhörte Abfragung sechs- und siebenjähriger Kinder in der Schule aus, von denen er die Erklärung forderte, ob sie deutsch oder slovenisch unterrichtet werden wollen, eine Erklärung, die nach dem Gesetze und der Natur der Dinge, einzig nur die Eltern abgeben können. Bei dieser seiner Wirksamkeit unterstützten ihn der Pfarrvicar von Suchen und der Gemeindevorsteher und Obmann des Orts-schulrathes, die ihm durch völlig unrichtige Angaben das Materiale zu seinem unstatthaften Vorgehen lieferten. Dabei verboten die Lehrer den Kindern untereinander in ihrer heimatlichen Sprache zu reden, und der Bezirksschulrat sah dem Allen ruhig zu. So entwickelte sich da ein wahrer Rattenkönig von Ungesetzlichkeiten und es herrschte auf dem Gebiete des Schulwesens eine förmliche Anarchie. Darüber, ob der abgesetzte Jnspector wider die Gesetze, wider die ausdrücklichen Vorschriften des Landesschulrathes handelte, kann nach dem Gesagten wohl nicht der geringste Zweifel obwalten, und ist leider dem Herrn Abgeordnete» für Krainburg nunmehr seiner Zusage entsprechend, anzuerkennen, daß diese Absetzung eine vollkommen gerechtfertigte war. Kann man sich nach Allem, was in Suchen sich ereignete, wundern wenn die Bevölkerung, die Jahre lang vergebens auf Abhilfe wartete, sich endlich direct an den Minister wendet, und kann man sich wundern, wenn der Minister endlich selbst Ordnung schafft und den Haupturheber dieser unleidlichen Zustände entfernt, nachdem die Schulbehörden im Lande dazu durch so lange Zeit entweder nicht die Lust, oder nicht die Eignung besaßen? Mir war schon manchmal das Vorgehen der geehrten Majorität überraschend, völlig unbegreiflich aber ist es mir dießmal, unbegreiflich, wie sich dieselbe nach dem kritischen Vorgehen des früheren Bezirksschulinspectors in Gottschee, für diesen und seinen braven Mithelfer in solchem Maaße engagiren konnte! Wie so oft schon, ist auch in dieser Debatte der deutsche Schulverein angegriffen worden. Man kann ihm nicht verzeihen, daß durch ihn die nationale Wahlarbeit gewisser Kreise gestört wird — leider nicht ausgiebig genug, weil dem Vereine die Mittel dazu fehlen. Und was der Gegenpartei am deutschen Schulverein noch besonders nicht recht ist, das ist der Umstand, daß sich derselbe nie auf das politische Gebiet begibt, immer strenge innerhalb seiner Satzungen bleibt und den Behörden noch niemals den geringsten Anlaß gegeben hat, wiver ihn einzuschreiten. Ich hoffe auch, daß es der deutsche Schulverein nur so halten und strenge auf seinen Satzungen fußend, noch .recht große und nachhaltige Erfolge erzielen wird.' Einen ganz eigenthümlichen Standpunkt ent» wickelte jedoch ihm gegenüber in der neulichen Sechs-Hundert-Gulden-Debatte der Abgeordnete der Krain- burger Landgemeinden (Klun), er bemerkte, er hätte auf an ihn gerichtete Anfragen den Leuten gesagt: Sie sollten die vom Vereine angebotenen Unterstützungen wohl annehmen, aber dabei nicht auf die Bedingung des rein deutschen Unterrichtes eingehen. Da darf man doch frei nach Goethe sagen: Ein echter sloven'scher Mann mag den deutschen Schulverein nicht leiden, doch seine Spenden nimmt er gern! Der nämliche Herr Abgeordnete hat auch gemeint, seit der deutsche Schulverein in Gottschee seine Thätigkeit entfalte, seitdem herrsche dort Unruhe und Aufregung; in Wahrheit komme aber diese nicht vom deutschen Schulvereine, sondern von der Ernennung solcher Jnspectoren, wie der abgesetzte einer war. Der beste Beweis dafür liegt darin, daß unter den früheren Jnspectoren deutscher und slovenischer Nationalität Ruhe, Ordnung und Zufriedenheit herrschte und ein Jnspector deutscher Nationalität, Prof. Linhart, verstand es, seines Amtes nicht nur klaglos zu walten, sondern sich die Zufriedenheit und Anhänglichkeit auch der slovenischen Lehrer des Bezirkes zu erwerben und wenn dagegen Widerspruch erhoben wird, verweise ich auf mehrere Artikel des „llöitsIMi tovarS" aus der damaligen Zeit, die uns vorliegen und in denen dessen Gesinnungen unzweideutig zum Ausdrucke kommen. Und dabei erinnere ich mich an eine Aeußerung des Herrn Landespräsidentcn in der Jnterpellations-beantwortung, die mein größtes Befremden erweckte. Er sagt beiläufig: es sei überhaupt schwer, für utraquistische Schulen einen ganz unbefangenen Jnspector zu finden, sei er deutscher oder slovenischer Nationalität. Ich bin ganz anderer Meinung; ich glaube es gibt in Oesterreich genug Beamte und Schulmänner, die jedes ihnen übertragene Amt mit vollster Unparteilichkeit versehen und ich muß daher jener Aeußerung im Interesse der österreichischen Verwaltung entschieden widersprechen. — Wenn es dem Menschen zu gut geht, wird er leicht übermüthig; so gieng es mir auch durch den Sinn, als ich in der vorigen Sitzung die Reden von der Gegenseite und die Interpellationen vernahm. Ihre Partei, meine Herren, hat in Kram so viel erreicht, daß sie kaum mehr Weiteres erreichen kann und im Besitze einer so ausgedehnten Herrschaft fühle sie offenbar das Bedürfniß, auch ein wenig Opposition zu spielen, ein wenig die Jungczechen nachzuahmen. Daraus erkläre ich mir das Vorgehen der Majorität in der letzten und der heutigen Sitzung. Anfangs hielt ich das Ganze für ein Hußarenstücklein der beiden Herren geehrten Abgeordneten im Centrum (Hribar und Tavöar), nach der Rede des damaligen Berichterstatters des Finanzausschusses (Klun), der so neue Theorien über die Aufgaben eines Berichterstatters verfaßte, aber sah ich, daß er der Dritte im Bunde war und daß die Sache aus weiteren Kreisen stamme. Und doch sollten die Herren, denen es jetzt so gut geht, bedenken, daß sie ihre großen Erfolge nicht etwa ausschließlich dem Gewichte ihrer Persönlichkeiten, der Billigkeit und der Macht ihrer Grundsätze, der Kraft ihrer Ueberzeu-gung verdanken, sondern hauptsächlich der Connivenz und Unterstützung der Regierung. Baron Winkler und Baron Praöak haben das Meiste für sic gethan und ihnen ist nicht gar viel mehr zu thun übrig geblieben. — Wer verläßliche Kenntnisse hat von den Verhältnissen in Gottschee, der weiß, daß dort Beunruhigung und Aufregung herrscht; diese Aufregung herrscht nicht bloß in jenen dem Verkehre entrückten Thälern, sondern sie hat sich im ganzen Gottscheer-land verbreitet. Daß dem so ist, kann aber Niemand anders nehmen, nach alledem, was vorgefallen. Die Bewohner jener entlegenen Thäler haben auf dem Gebiete der Schule ein wahres Martyrium durchgemacht; staatliche, kirchliche und autonome Funktionäre haben zusammengewirkt, um ihren berechtigten Wünschen entgegenzuarbeiten und deren Erfüllung Jahre lang zu Hintertreiben. Da unten ist viel ge-sündigt worden und es ist hohe Zeit, daß rasche und vollständige Sühne gebracht werde; ich will hoffen, daß die staatliche nnd die kirchliche Behörde nicht zögern werde, dieß zu thun. Sonst könnte es ge> schehen, daß die Regierung abermals, wie dieß in Folge ihrer Kurzsichtigkeit und fatalen Nachgiebigkeit vor einem Jahre in einem anderen Theile deS Landes geschah, einen überhasteten und ungedeckten Rückzug antreten müßte. Abgeordneter Freiherr v. Schwegel. Derselbe wies zuerst die gegen ihn gerichteten persönlichen Insinuationen des Abg. Tavöar entsprechend zurück. Er geiselte zugleich die Gespenster' richerei dieses Wortführers der Jungslovenen und appellirte an dessen guten Geschmack, der ihm verbieten müßte, derartige unwürdige Kampfmittel anzuwenden. Im weiteren Verlaufe seiner Rede hob er de» Zusammenhang der gegenwärtigen Debatte mit jener in der vorangegangenen Sitzung hervor, in welcher der Betrag von 600 fl. für den deutschen Unterricht in der Volksschule abgelehnt und damit sowohl den Landespräsidenten, als der von ihm vertretenen Re> gierung ein förmliches Mißtrauen votirt wurde. Man habe sich beeilt, über eine Frage abzustimmen, die eigentlich erst jetzt näher erörtert wird. Es habe sich offenbar weniger um die Sache, als um eine politische Demonstration gehandelt. Sowohl von Seite der Regierung sei in der That die Abstimmung als eine politische bezeichnet, wie auch von Seite der Majorität als solche ausdrücklich anerkannt worden, woraus sich die Bedeutung dieses Miß' trauensvotums, das einen Vorredner mit solcher Begeisterung erfüllt habe, erkläre. Hätte es sich nicht um eine politische Demonstration gehandelt, dann hätte der Berichterstatter über den Normalschulfond auch schwerlich Gelegenheit gefunden, die wenig erbauliche Nolle der Zweideutigkeit, die nach Gebühr gewürdigt wurde, vor dem Hause zu spielen. Baron Schwegel bemerkte weiter, daß er gegen das politische Votum der Majorität von seinem Standpunkte nichts einzuwenden fände, obwohl er es nicht recht ernii nehmen könne; doch glaube er, es wäre passender gewesen, die Abstimmung nicht gar so ungeduldig zu präcipitiren, sondern zuerst der Welt durch die Debatten über die eingebrachte Interpellation klar zu machen, warum man eigentlich gegen diese Regierung, der die Majorität im Grunde doch Alles und mehr als sic brauche, zu verdanken habe, jetzt plötzlich so feindlich Stellung nehme. Insbesondere wäre es wünschenswerth gewesen, auch die Beantwortung der zweiten Interpellation abzuwarten und dieselbe ebenfalls in die Discussion einzubeziehen, weil erst dann das ganze Bild ein vollständiges geworden wäre. Dann hätte man auch möglicherweise den geistigen Urheber dieser beiden Interpellationen und vielleicht der ganzen regierungsfeindlichen Action in der Person des Abgeordneten für die Landgemeinde von Krainburg (Domherr Klun) entdeckt, dann hätte man der Sache auf den Grund sehen und die Motive verstehen können, die das Räthsel der geschickt inscenirten Ileberraschungen lösen. Auf die Sache werde man aber wohl noch später zurückkomme» dürfen, dann werde sich der Abgeordnete Klun vielleicht überzeugen, daß er >voh daran getha» hätte, die Mißerfolge seiner Misston nach Podraga besser zu beherzigen und ^ der Gefahr anszusetzen, in Suche» ein noch größer Fiasco zu erleben. Die Minorität habe die großen, die kirchliche und staatliche Autorität schädigenden Verlegenheiten von Podraga bisher absichtlich weil sie konservativen Grundsätzen huldige und u era für die Autorität deö Staates und die öffentliche Ordnung eintrete; heute erhebt sie warnen ihre Stimme, man möge nicht auch die Bevölkerung von Gottschee durch fanatische Priester drangsaliren lassen! Auf den Fall Komljanec übergehend, drückt der Redner sein Erstaunen aus, wie man in der Interpellation darüber Klage führen könne, der abgesetzte Schulinspector sei nicht gehört worden, man habe keine Untersuchung gegen ihn veranstaltet und der Landesschulrath hätte von allen diesen Dingen keine Kenntniß gehabt. Das seien die drei wesentlichen Beschwerdepunkte und diese Punkte seien durch die authentisch vorgebrachten Thatsachen sämmtlich glänzendwiderlegt. Komljanec hat selbst ohne jeden Rückhalt einqestanden, daß er nie den geringsten Versuch gemacht habe, die ihm ertheilten und wiederholt eingeschärften Aufträge des Landesschulrarhes auszu-Wren. Ein Angeklagter kann doch füglich nicht mehr thun als seine Schuld selbst schriftlich eingestehen. Dian hat aber dann noch extra den Landesschulin- spector nach Suchen geschickt, der die gegen Komljanec vorqebrachte Beschwerde an Ort und Stelle untersuchen sollte; das ist geschehen und es ist constatirt, daß Komljanec den ihm ertheilten Befehlen sich hartnäckig widersetzt hat und daß er vollkommen ungesetzlich verfuhr, als er bezüglich der Unterrichtssprache statt der dazu berufenen Eltern unmündige Kinder befragte d. h beeinflußte. Ist das nicht die sörm-Mte Untersuchung, die in diesem Falle möglich war „nd da klagt man darüber, man Hütte die Sache nicht versucht > - Und der Erlaß des Unterrichtsministers, d» diese Untersuchuug anordnete, war an den Landes-Ichul«-» u»d di.s» I°» d-, S-ch, keine Kenntniß gehabt haben! Jene Mitglieder, von denen behauptet wird, sie hätten davon nichts q-wukt müßten entweder abwesend gewesen sein oder 8 schlafen haben. Von allen Beschwerden aber, die ?> aen der Absetzung des Komljanec vorgebracht Kurden, ist keine gerechtfertigt, - nur die e.ne wäre es die aber leider Nicht vorgebracht worden ist, Nämlich die, daß dieser widerspenstige Functionär »licht schon viel früher abgesetzt worden ist und daß er nachdem man sein incorrectes Vorgehen schon kannte trotzdem erst im vorigen Jahre neuerdings )U dieser Function in Vorschlag gebracht wurde. <>ede Negierung, die derartige pflichtvergessene Am-ti-nS« in Am. >m° «Md- w°,d- sich h,it Recht dem schweren Vorwurfe der Schwache und dak sie ihre Autorität nicht zu wahren wisse, aus-se/en Derselbe Vorwurs würde sie aber auch und »Nüßte sie eben so schwer treffen wenn sie für ihre Wchtgetreuen Beamten, so oft d.e e m ungerechter Ä-ike angegriffen und verunglimpft werden, nicht A aller Entschiedenheit eintritt. Er habe erwartet, dj Regierung werde die zwette Interpellation, ,n sicher ein hochgestellter k. k. Staatsbeamter ,n der Würdigsten, seine Ehre t.es verletzenden We.se an-gegriffen werde, sofort beantworte ; e.ne gleich ent-Ledene Zurückweisung verd-enten d.e vehementen An-griffe aeaen die Gerichtsbeamten m Gottschee. Le,der Ude die Interpellation noch nicht beantwortet. Er «.«arte von der Negierung und fordere sie auf, alle Tatsachen, wegen welcher ihre Beamten angegriffen 2d n klar darzulegen; durch n.chts könne d.eß k/tter aeschehen, als dadurch, daß sie deren Berichte d°^n koken Sause mittheilt. Daraus werde man am tz-sten ersehen können, wer Recht habe. D.e Mino-*i.Lt besitze leider keine amtlichen Ausweise und K-riLte die der Majorität zur Verfügung zu stehen s^-in-n- die Minorität vertraue aber, solange keine U-nb-'w-ii- d« samten und sie bitte um Mitthe.lung ihrer Berichte dieser Sache. Vielleicht wird man dann erfahren, „iiht vielleicht der Commissär deS hochwürdigen ^dinariateS die Abhaltung einer gemischten Com-Mission welche die Verhältnisse in Suchen untersuchen sollte und warum er sie vereitelt hat. 'ES drehe sich eigentlich Alles um die Sprach. Verhältnisse in Suchen, Graß und ein paar anderen Ortschaften an der Sprachgrenze. Man citire immer nur das Ortsrepertorium, um zu beweisen, die deutsche Bevölkerung daselbst sei in der Minorität, — ja es gebe dort, wie gewisse Leute berichten, kein einziges schulpflichtiges Kind deutscher Nationalität! Das Ortsrepertorium sei aber kein Evangelium uud er habe erfahren, wie die statistischen Daten im Jahre 1880 dort gesammelt worden seien. Der betreffende Commissär habe einfach erklärt, Gottscheerisch sei überhaupt keine Sprache, und weil fast jeder Gottscheer doch auch slooenisch verstehe, habe er die Bevölkerung deshalb bloß darauf hin als slovenifch redend eingetragen. Dafür haben die ^ achtbarsten Männer aus Gottschee Beweise zu er-^ bringen sich bereit erklärt, wie auch dafür, daß 77"/o ! der Bevölkerung von Suchen, Graß und Gehak deutsch und nur 2Z0/„ slovenisch sei. Diese Thatsachen stelle er denen des Ortsrepertoriums entgegen und die Regierung sei verpflichtet, in solchen Fällen, wo dieß thunlich ist, wie im vorliegenden Falle, und wo so wichtige Interessen sich daran knüpfen, die objective Wahrheit zu ermitteln. Dem abgesetzten Schulinspector ist Recht geschehen — den Gottscheern wird aber ihr Recht in mancher Hinsicht noch heute verweigert. Die Herren von der Majorität erklären, gerecht sein zu wollen; hier wäre eine schöne Gelegenheit, diese Tugend zu bethätigen. — In Wirklichkeit handle es sich aber bei der Majorität nicht um das Recht, sondern um ganz andere Dinge! Man möchte heute der Regierung Opposition machen, derselben Regierung, die sich un-läugbar für die Partei der Majorität außerordentliche Verdienste erworben, und dadurch die Rechte der Minorität oft und bitter gekränkt hat. Vor einem Jahre noch pries ein Redner der Majorität die Regierung, die er heute wegen ihrer absoluten Rücksichtslosigkeit gegen die nationale Partei und wegen ! ihrer slovenenscindlichen Gesinnung so heftig bekämpft, als die gute Tante, die er und seine Partei innig lieben, weil sie zu Weihnachten und Ostern Geschenke bringt; er erklärte damals sie stets kräftig unterstützen zu wollen. Nun, heute bekämpft er diese Negierung, was aber nicht ausschließt, daß er morgen, wenn sich wieder die Geschenke einstellen werden, sie wieder ebenso lieben wird. Das ist Undank, — das ist Inkonsequenz. Man möge über Undank und Inkonsequenz in der Politik denken, wie man wolle, schön sei das nicht und Vertrauen erwecke es auch nicht. Die Herren von der Minorität, schloß der Redner, sind inconsequent in kleinen und in großen Dingen. In den Ausschüssen, wo sie anders stimmen wie im Hause, ist Manneswort kein Wort. Sie sind inconsequent gegen sich — in ihrer Liebe, und inconsequent gegen die Minorität, der sie Heuer die 600 fl. verweigern, für die sie noch vor einem Jahre sehr entschieden eingetreten sind! Wie anders und besser wäre es um die Interessen des Landes bestellt, wenn man sich auf die Herren von der Majorität verlassen, und wenn man nicht solche Widersprüche — bekämpfen müßte! Die Herren sind inconsequent gegen dieselbe Negierung, der sie Alles zu verdanken haben und der sie heute freundlich und morgen feindlich gegenüberstehen. Anf diese politische Inkonsequenz kann Niemand bauen, kann Niemand vertrauen, — darüber geht man zu allen Zeiten und überall zur Tagesordnung über! Llovemsche Politik. Laibach, 3. November. Den Vorgängen in Krain und den Wandlungen, die sich in der politischen Haltung der Slovenen vollziehen, schenkt man in der Negel viel zu geringe Beachtung. Seit einem Decennium hat man sich daran gewöhnt, die slovenischen Abgeordneten als unbedingte Anhänger deS herrschenden Regierungssystems anzusehen, die ab und zu, bald mit und bald ohne Unter- stützung des Grafen Hohenwart, in den verschiedenen Ministerhotels ihre Wunschzettel präsentiren und im Uebrigen dem Grafen Taaffe durch Dick und Dünn, ob die vorgebrachten Wünsche erfüllt wurden oder nicht, getreue Heeresfolge leisten. Gleich zu Beginn der neuen Aera hatte man in der Person des Hof-rathes Winkler einen Landespräsidenten nach Krain entsendet, der den nationalen Aspirationen der Slovenen zum empfindlichsten Nachtheile der Deutschen in weitestem Umfange Rechnung trug. Man mochte in Wien annehmen, damit so ziemlich Alles gethan zu haben, was im staatlichen Interesse dort unten vorzukehren nöthig schien, und Graf Hohenwart und der von ihm empfohlene Hofrath Winkler würden im Stande sein, die Bewegung in diesem Theile der südslavischen Welt zu beherrschen und die Partei, deren Führung ihnen anvertraut wurde, von ungebührlichen Ausschreitungen zurückzuhalten. Dari» hat man sich nun gründlich getäuscht. Wenn solchen Anschauungen, wenigstens zum Scheine, bisher noch eine gewisse Berechtigung nicht abgesprochen werden konnte, obwohl sich wiederholt ernste Stimmen warnend dagegen erhoben, so treten nunmehr nach und nach die Folgen dieser Politik in einer Weise zu Tage, die es füglich nicht mehr gestatten, die fortschreitende Entwicklung der Dinge hier unten als unbedenklich zu ignoriren. Auch die Machenschaften der Slovenen verdienen heute Beachtung. Die politische Bewegung der Slovenen folgt heule in gewisser Hinsicht den Bahnen, die durch die Kämpfe zwischen den Jung- und Altczechen vorgezeichnet sind: Ein Caufalnexus ist dabei unverkennbar. Gemeinsam ist Allen der mehr oder weniger offen eingestandene Haß gegen alles Deutsche und gegen jede Staatsform, in welcher den berechtigten Ansprüchen des deutschen Volksstammes und den centralen, in der historischen Entwicklung des Reiches begründeten Einrichtungen irgendwie Rechnung getragen wird. An die Stelle des böhmischen Staatsrechtes setzen die Slovenen das „naturrechtliche" Postulat der Vereinigung von Krain und des ganzen Küstenlandes mit den slovenischen Landestheilen von Steiermark und Kärnten; im Hintergründe steht dann, mehr oder weniger verhüllt, die große süd-slavische Union — im Glorienscheine panslavistischer Zukunftsträume! Die „Neue Freie Presse" war gut unterrichtet, als sie über die internen Vorgänge der Versammlung der slovenischen Abgeordneten in Laibach vom 2. v. M. Mitteilungen brachte, die zwar osficiös dementirt wurden, deren wesentliche Richtigkeit aber nachträglich nicht mehr bezweifelt wird. Während ähnlich den Altczechen die confervativen Slovenen dieser Tendenz noch keine actuelle Bedeutung beimessen und den Forderungen der Regierung noch so gut als möglich entsprechen möchten und zugleich auch noch, wenigstens scheinbar, bestrebt sind, eine gemäßigte und versöhnliche Haltung zur Schau zu tragen, hat sich unter den Slovenen in aller Stille und unbemerkt derselbe Proceß vollzogen, wie unter den Czechen: Die konservativen Elemente wurden verdrängt und durch eine Partei ersetzt, welche die Ausrottung alles deutschen Wesens und aller darauf begründeten Einrichtungen auf ihre Fahne geschrieben hat, welche auf die Wünsche und Bedürfnisse der Negierung keine Rücksicht mehr nimmt und auch aus ihren Sympathien für die Verwirklichung ihrer groß-südslavischen und panslavistischen Ideen, unter welcher Staatsform immer, kein Hehl mehr macht. Nur dadurch unterscheidet sich diese Bewegung von der gleichen Strömung an anderen Orten, daß sich ihr auch die klerikale Partei angeschlossen und daß diese in Krain die konservativen Grundsätze ver-läugnet hat. Vielleicht ließ sich Graf Taaffe bisher durch die Versicherung seiner konservativen Freunde im slovenischen Lager und die Berichte seiner Organe irreführen, welche diese Strömung in Abrede gestellt und den Phrasen der slovenischen Führer trotz aller Erfahrungen ein gewisses, wenn auch ungerechtfertigtes Vertrauen geschenkt haben; vielleicht gelingt es denselben Leuten nochmals, das erwachte Mißtrauen zu beschwichtigen und den maßgebenden Kreisen nochmals weißzumachen, daß die Treue der Slove-nen gegen die Regierung des Grafen Taaffe niemals wanke; oder vielleicht hält dieser selbst die Strömung für ungefährlich, weil sie nicht aus dem Volke entspringt, das die angedeuteten Ziele entweder nicht kennt und versteht oder mißbilligt; dem sei wie ihm wolle, das Eine steht fest, daß heute die Politik des Grafen Taaffe auch unter den Slovenen argen Schiffbruch gelitten hat- Täusche man sich nicht über die Bedeutung dieser Frage. Die Thatsache, daß mit dem Landes-Präsidenten Baron Winkler zugleich die Regierung im krainischen Landtage in der vorigen Woche eine eclatante Niederlage erlitten hat, wird der Herr Ministerpräsident wahrscheinlich, und nicht mit Unrecht, nicht zu tragisch nehmen und daraus gewiß nicht für sich, sondern höchstens nur für diejenigen unliebsame Konsequenzen ableiten, welche diese Niederlage verschuldet haben. Der Kern der Frage liegt aber auch nicht in dieser Niederlage, sondern in den Verhältnissen, unter denen die regierungsfeindliche Majorität sich zusammengefunden hat. Die Jung-slovenen siegten gegen die Regierung durch ihre Verbindung mit der clerikalen Partei! Niemand kann den großen Einfluß leugnen, den in Krain der niedere Clerus auf das Volk ausübt; die Capläne entscheiden in der Regel über die Wahlen auf dem flachen Lande. Wenn man sich des bekannten Hirtenbriefes erinnert, den die Bischöfe in den slovenischen Landestheilen vor ein paar Jahren gegen die jungslovenische Partei, die sie unverblümt des Landesverrathes beschuldigten, erlassen haben, und wenn man auf die Umtriebe in Podraga und an anderen Orten hinweist, welche erst im vorigen Jahre den Kirchenbehörden in Krain so schwere Sorgen bereitet haben, dann erscheint die jetzt vollzogene Verbindung zwischen den Jungslovenen und den Clerikalen auf den ersten Blick fast unbegreiflich; sie ist aber nicht nur eine Thatsache, sondern wird auch vollkommen verständlich für Jedermann, der sich im Lande selbst nicht blind der Er-kenntniß verschließen will, daß die Heranwachsende jüngere Geistlichkeit die clerikalen Rücksichten weitaus den nationalen hintansetzt und das die gefährlichen Lehren Stroßmayer's unter dem jüngeren slovenischen Clerus viel ärger um sich gegriffen haben, als es Rom lieb sein mag. Fürstbischof Missia hätte gut daran gethan, seine Virilstimme im krainischen Landtage auszuüben und und gegen seinen Domherrn Klun und dessen Anhänger zu stimmen; er hätte nicht nur dem Landespräsidenten Baron Winkler und der Negierung, sondern auch sich selbst eine schwere moralische Niederlage erspart. Der Clerus hat vor den Jungslovenen, seinen gefährlichsten Gegnern, ruhmlos capitulirt! So wie die Dinge in den slovenischen Landestheilen unter Connivenz der Regierung sich nach und nach entwickelt haben und wie sie sich heute schon gegen die Negierung selbst kehren, hat es nicht kommen müssen! Vieles ist versäumt, Arges ist gefehlt worden; doch wäre es müßig, zu untersuchen, men die größte Schuld an diesen bedauerlichen Mißerfolgen trifft. Nur die Ueberzeugung drängt sich auf, daß es so nicht weiter gehen kann und darf, wenn man nicht auch in der slovenischen Frage das Staatsintercsse ernstlich schädigen und wenn man die kulturelle Entwicklung eines tüchtigen Volksstammes nicht aufs ärgste beeinträchtigen will. Nicht um Personalfragen handelt es sich hier, sondern um Principien, die in den Augen eines jeden österreichischen Staatsmannes, welcher Partei er immer angehören möge, den gleichen Werth haben müssen. Gefahr ist im Verzüge, wenn nicht ein irreparabler Schaden entstehen soll. Mit den Elementen, die sich jetzt zur Herrschaft emporringen, ist kein Pactiren möglich. Auch Graf Taaffe kann sich der Erkenntniß dieser Wahrheit unmöglich verschließen. Aus dem Landtage. (Sechste und siebente Sitzung.) Die sechste Sitzung fand am 31. October statt. Im Einlaufe befanden sich, wie immer, zahlreiche Petitionen und weitere Vorlagen des Landesausschusses, welche den bezüglichen Ausschüssen zugewiesen werden. Vor Beginn der Tagesordnung wird von der slovenischen Majorität zunächst eine Interpellation, betreffend die durch den Unterrichtsminister verfügte Absetzung desBezirksschulinspec-tors Komljanec in Gottschee eingebracht. Diese Absetzung sei ohne Anhörung des Landesschul-rathes und ohne Disciplinaruntersuchung erfolgt, daher sei der Schritt des Ministers ganz ungewöhnlich. Es sei zu vermuthen, daß die Gottscheer Agitatoren des deutschen Schulvereines denen das unparteiische Wirken des Inspektors nicht genehm war, mit im Spiele waren. Darob sei Beunruhigung in der slovenischen Bevölkerung entstanden. Zumal der Minister, wenn es sich um die Rechte der Slovenen in Kärnten und Steiermark handelt, nicht gleiche Energie entfalte. Schließlich fragen die Interpellanten: Aus welchen Ursachen und auf welche Einflüsse hin der genannte Bezirksschulinspeetor ohne Disciplinaruntersuchung und ohne Wissen des Landesfchulrathes seiner Stelle enthoben wurde. Landespräsident Baron Winkler, auf die Interpellation offenbar vorbereitet, antwortet sogleich. Ihm seien die Ursachen, welche den Minister bestimmten, nicht genau bekannt; er vermuthe aber, die Absetzung sei wegen des Vorgehens des abgesetzten Jnspectors bei der Schule in Suchen erfolgt. Es kam ein Auftrag zur Untersuchung einer beim Minister über die Unterrichtssprache eingelaufenen Beschwerde, und daraus habe er ersehen, daß der Minister mit dem Auftreten des genannten Jnspectors nicht zufrieden war. Die Schule in Suchen habe b.-reits ihre eigene Geschichte. Sie wurde 1855 mit deutscher Unterrichtssprache gegründet; so blieb es bis 1866, wo eine Art utraguistische Einrichtung gemacht wurde. Das dauerte bis 1879, das dahin wirkte, daß in dieser Schule wieder, wie ursprünglich, die deutsche Unterrichtssprache eingeführt werde. Im Jahre 1883 kam eine Bitte von der Gemeindevertretung, um neuerliche Einführung des utraquistifchen Unterrichtes, und es erfloß auch in solchem Sinne ein Erlaß des Landesschulrathes mit der Weisung, daß bei der Ausnahme der Kinder in die Schule genau erhoben werde, welche deutscher und welche slovenischer Nationalität sind. Im Jahre 1886 wurde Komljanec Bezirksschulinspeetor; er änderte die Sache dahin, daß die slovenische Unterrichtssprache eingesührt wurde. Es erschienen Beschwerden in den Zeitungen, es fand eine Untersuchung statt und es zeigte sich, daß nicht einmal der Erlaß vom Jahre 1883 ausgeführt war. Deshalb wiederholte der Landesfchulrath 1889 seine Verfügung, allein auch diese wurde nicht beachtet, weshalb sich 49 Insassen von Suchen unmittelbar an den Minister wendeten. Der Landespräsident verlas sodann den Hauptinhalt dieser Beschwerde. Darin werden alle vorgekommenen Ungesetzlichkeiten karge» stellt und namentlich hervorgehoben, daß Komljanec bei einer Schulvisitation die sechs- und siebenjährigen Kinder gefragt, ob sie deutsch oder slovenisch unterrichtet werden wollen und zivar im Beisein des Obmannes Turk und anderer Mitglieder des Orts-schulrathes. Dieses Vorgehen sei absolut ungesetzlich gewesen, weshalb die Unterzeichner des Gesuches entschieden dagegen protestiren. Darin liegt eine Ver-Hiezu ein Biertcl-Boge» Beilage. gewaltigung und eine Taktlosigkeit. Schließlich wird um Abhilfe bezw. Einführung des deutschen Unterrichtes gebeten. Der Landespräsident bemerkte weiter, daß eine neuerlich durchgeführte Untersuchung die Richtigkeit dieser Angaben bestätigt habe und der Minister habe daraus ersehen, daß Komljanec sich „eines Uebergriffes" schuldig machte. Mit Erlatz vom 15. Juli 1890 wurde abermals die Ausführung des Erlasses vom Jahre 1883 mit der Abänderung aufgetragen, daß die Eltern zu vernehmen sind, i° welche Abtheilung sie ihre Kinder senden wollen. Nach Allem habe der Minister das Vertrauen z» Komljanec verloren und von seinem Rechte Gebrauch machend, ihn abgesetzt. Ueberhaupt sei es fast nicht möglich einen ganz unparteiischen Schulinspector, Slovenen oder Deutschen, für utraquistische Schule« zu finden. Der eine würde bei den Deutschen, der andere bei den Slovenen nicht das wahre Vertraue» finden, darum werde geplant einen deutschen und einen slovenischen Inspektor für die betreffende!! Abtheilungen anzustellen. Sollte der Minister die Sache noch weiter aufklären und noch andere Ursache« als Absetzung angeben, so werde der Landespräsrdent seinerzeit dem Landtage darüber berichten. Ueber Antrag des Abg. Dr. Tavüar wurde beschlossen, über diese Jnterpellationsbeantwortung eine Debatte zu eröffnen und dieselbe auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu stellen. Sodann brachte die slovenische Majorität noch eine zweite Interpellation ein, betreffend die Einführung der deutschen Predigten i« Suchen. Agitatoren vom deutschen Schulvereia hätten eine Bewegung wegen Einführung deutscher Predigten entfacht. Die große Mehrheit der Bewohner der Pfarre Suchen sei slovenisch, die Minorität spreche einen besonderen gottscheerischen Dialekt, ver< stehe aber auch slovenisch. Deshalb habe es seit jeher nur slovenische Predigten gegeben. Es sei eine gemischte Commission zur Erhebung über das An> suchen um deutsche Predigten bestimmt gewesen, allein Bezirkshauptmann v. Thomann hätte nicht die Ankunft des fürstbischöflichen Commissärs abgewartei, sondern sei am 9. September l. I. allein naä Suchen gegangen, habe die Leute durch Agitatoren des deutschen Schulvereines zusammengerufen und sie auf alle Weise überredet, ein Gesuch um deutsche Predigten zu unterschreiben; in Abwesenheit der Väter zwang man die frommen Söhne zur Unterschrift und zum Schluß habe Herr v. Thoman« aufgetragen, wenn der fürstbischöfliche CommW komme, bei dem Gesagten zu verbleiben. Wenn das Alles richtig ist, ivas man sagt, dann hätte der Be-zirkshauptmann den unparteischen Standpunkt eines k. k. Beamten verlassen und sich auf den der schlimmsten Agitatoren des deutschen Schulvereines gestellt. So ein Auftreten wäre unwürdig und gefährlich und könnte leicht Ausschreitungen hervor-rufen. Schließlich erklären die Interpellanten überzeugt zu sein, daß Dr. Thomann keinen Auftrag hatte, Unterschriften für die deutsche Predigt zu fangen und sich eigenwillig in den Dienst des deutschen Schulvereines begab, und fragen, ob dem Landespräsidenten bekannt sei, daß der Bezirkshauptmann am 9. September allein ohne fürstbischöflichen Com-missär in Suchen war und Unterschriften für deutsche Predigten sammelte ; ob dicß im Aufträge der Landesregierung geschah und wie da das Landesprä-sidium vorgehen wolle, damit sich Herr von Thomann nicht mehr in die kirchlichen Angelegenheiten in Suchen mische und den bisher in dieser Beziehung ungetrübten Frieden störr. Landespräsident Baron Winkler erklärte, diese Interpellation in einer der nächsten Sitzungen zu beantworten. , Hierauf referirt Abg. Klun über den L>or^ anschlag deS N o rm a l sch u l s o n de s, ^ eine ausgedehnte Schuldebatte entwickelt, die sich nur Aller H. Sanetion unterbreiteten B schlösse« und „Steuern"). Abg. Laurenöiö beklagt hiebei die Nicht-sanction der Trennug der Untergemeinde Oberfeld von der Gemeinde Wippach. Abg. Kauöiö sagt, der Grund liege einfach im Mangel an gutem Willen bei der Regierung; Landespräsident Baron Winkler erwidert, der Grund liege darin, daß nicht nachgewiesen sei, daß die getrennten Gemeinden ihren Wirkungskreis auszusüllcn in der Lage wären. Aba Klein beantragt, daß der Landesausschuß sich verwenden möge, daß der gestattete 15procentige Abmq für Erhaltung des Gebäudes bei der Gebäude-ßeuer auf 30 Procent erhöht werde; dieser, sowie die Ausschußanträge, betreffend den Fortbestand der Bezirkscassen im Jahre 1891 und einige Erleichterungen bei der Einhebung der direkten Steuern Verben angenOnunen. Sohin wird die Debatte über die Be-antwortung der Interpellation wegen Absetzung des B ezi rkss ch ul i nsp ecto r s Komljanec eröffnet. Als Erster spricht in ausführlicher Rede Abg. Dr Tavöar: Seit der für die slovenische Nation beschämende Tribut" von 600 fl. gefallen sei, bringe er den Deutschen ein „wärmeres Herz" entgegen als früher. Von seinem streng nationalen Slaudpuu,,- ,-i -- auch ->« ,u Ilchxe», ab-, ein solches Unrecht wird schwer zu eruiren sem (!), da es den Deutschen im Lande ohnehin besser geht als den Slovenen (!!)- Die Interpellation sei nicht ««-ntlick aeaen Baron Winkler gerichtet gewesen, obwohl ein Landeschef nach seinem Sinne vielleicht » in 50 Jahren kommen werde. Mit Entschiedenbeit aber müsse seine Partei gegen den „deutschen Minister" Gautsch austreten. Redner ergeht sich nun in der oft gehörten Klage über die angeblich noch immer viel zu geringen Eoncessionen an die Slovenen im Schulwesen und wendet h.ebe.d.e bekannten Worte des Papstes Gregor >11. auf den Unterrichts-minister in folgender Form an: „vilexit iniquitatem, o6it institiam. pi-opterea kuit minister in äustnL." ,1-beraehend auf die Absetzung Komljanec' erklärt M-iiner eS als charakteristisch, daß der Landes-«^Ndent über die Gründe des Ministers nicht un-t-rricktet sei, während Abg. Dr. Schaffer schon neulich Mund-,., dch d>, OPP°M°U m d,,S°ch- d-m. mebr sagen wird und man m Gottschee schon 14 Tage von der Ablösung derselben spricht und Baron Schwegel habe eS geschrieben. (Abg. Schw-S°l N°U»°udi, uuwahr!> R,du-- wi-d«h°>- """ °-->ch°-s>-- S--m m k,eiden Interpellationen vorgebrachte Beschwerde und versteigt sich so weit, den politischen und Ge-.^tsbehörden in Gottlchee Parteilichkeit vorzuwerfen; r bringt auch die bekannte Klage über die angeblich " ,-tlose Lage der Kärnter Slovenen vor. gegen die ausgetreten werde und erhebt Klage gegen Kras Schönborn und Ritter v. Waser. Zum Schlüsse s»rickt Abg. Tavüar von der Tripelallianz, die jetzt - Mode sei, aber es werde eine Zeit kommen, wo Drmastie und Reich i>" Süden gegen das lateinische Klement um den Bestand zu kämpfen haben werden. koste daß dennoch die „vereinigten Slovenen" I» der italienischen Grenze stehen und daß es sich ""ach zeigen werde, welche „Todtengräber für ^.erreich diese deutschen Minister" waren. Hierauf brachte Abg. Braune eine Reihe Tbatsachen vor, betreffend die Wirksamkeit des abaesetzten Inspektors und seiner Mithelfer, des Gemeindevorstehers Turk und de« Psarradm.nistratorS zradunz.^ verfügte über amtliche Berichte des abgesetzten JaspectorS und versuchte aus denselben in seiner bekannten Manier nachzuweisen, daß er nicht ungesetzlich vorgegangen sei. Auf Petitionen der Bevölkerung sei keine große Rücksicht zu nehmen, da diese häufig verblendet und über die Sache im Unklaren sei. Nicht die Eltern, sondern der Landesausschuß seien wegen der sprachlichen Einrichtung der Schule zu fragen. Schließlich verlangt er, daß dem abgesetzten Inspektor eine Genugthuung gegeben werde. Landespräsident Baron Winkler sagt, daß der Minister entschieden das Recht habe, einen nicht mehr entsprechenden Bezirksschulinspector abzusetzen. Auch er verliest Stellen auS dem Berichte des Komljanec. aus welchen er nachweist, daß dieser selbst eingestand, die Muttersprache vieler Kinder in Suchen sei die deutsche und trotzdem führte er die Anord-nungen des Landesschulrathes nicht aus. Das gesetzwidrige Vorgehen des Komljanec gehe aus dessen eigenem Berichte hervor und der Landesausschuß habe sich noch durch Abordnung des Landesschul-inspectors Smolej davon überzeugt. Das ^auäiLtur et alteiÄ pars" sei erfüllt worden. Dabei wurden hier und in anderen Schulen in Gottschee alle Anordnungen wegen Einführung des deutschen Unterrichtes, über ausdrücklichen Wunsch der Bevölkerung getroffen. Baron Winkler machte auch einige Bemerkungen, mit denen er die Angriffe gegen die Minister und die Regierung zurückwies; die jetzige sei den Slovenen gewogener als vielleicht die nächste sein werde. Sodann sprachen von der Minorität die Abgeordneten Dr. Schaffer und Baron Schwegel. Wir veröffentlichen den wesentlichen Inhalt dieser Reden an leitender Stelle. Ueber Antrag deS Abg. Kersnik wird Schluß der Debatte angenommen. Als Redner sind noch vorgemerkt die Abgeordneten PakiL, Klun, Dr. Tavöar, Dr. Schaffer und Svetec. Abg. PakiL versucht, einige vom Abg. Braune vorgebrachte Thatsachen als irrelevant hinzustellen. Abg. Klun will nicht der Urheber der Interpellation sein. Ueber seine Wirksamkeit vom vorigen Jahre in Podraga habe nur der Bischof zu urtheilen. Redner möchte auch sein neuerliches Verhalten als Referent des Finanzausschusses rechtfertigen, stößt aber dabei bei einigen seiner eigenen Gesinnungsgenossen auf Widerstand. Ohne Neues vorzubringen, spricht derselbe ausführlich über die Bevölkerungsverhältnisse in Suchen und versucht einige Ausführungen der Abgeordneten Dr. Schaffer und Baron Schwegler zu entkräften. Redner greift neuerlich den deutschen Schulverein an und meint, Alles gehe nur von den Agitatoren desselben aus, alle Petitionen werden nur vom Obmann der Ortsgruppe Gottschee Dr. Burger, hervorgerufen, sonst wäre dort Alles ganz ruhig. Die Gottscheer sind ein gläubiges Volk und er habe keine Furcht, daß sie zum Altkatholizismus übertreten werden. Abg. Tavöar erklärt, daß er sehr Vieles gegen die Reden der Abgeordneten der Minorität voczubringen hätte, er behalte sich dieS jedoch auf ein nächstes Mal vor. Zumal Baron Schwegel im Hause nicht mehr anwesend sei und er gerade ihm Manches zu erwidern habe. Auch Abg. Dr. Schaffer sagt, daß auch er angesichts der langen Dauer der Debatte heute nicht mehr viel sprechen wolle. Wenn Abg. Klun ihn aufgefordert haben, die den Slovenen gewährten vielen Zugeständnisse aufzuzählen, so wäre dies zumal in Schulsachen sehr leicht; er brauche aber nur auf einen Gesinnungsgenossen deS Vorredners (Schukle) hinzudeuten, der jüngst selbst im Landtage erklärte, das Minister Gautsch den Slovenen auf dem Gebiete des Schulwesens sehr werthvolle Conzessionen machte und daß sie unter ihm mehr erreichten als unter irgendeinem früheren Unterrichtsminister. Im übrigen werde bei Beantwortung der Interpellation über die deutschen Predigten in Suchen, welche die Negierung um ihrer und ihrer Bewohner Ehre willen unmöglich lange hinausschieben könne, hoffentlich wieder Gelegenheit sein, eingehend über alle diese Verhältnisse zu sprechen. Redner schließt mit den Worten: „Bei Philippi sehen wir uns wieder!* Abg. Svetec machte noch einige unwesentliche Bemerkungen und damit schloß die bewegte Debatte und auch die Sitzung nach fast fünfstündiger Dauer. politische Wochenübersicht. Am 4. d. M. fand in der Wiener Hofburg unter Vorsitz des Kaisers ein Ministerrath statt, bei dem die böhmische Ausgleichsfrage berathen wurde. Die Session der Landtage dürfte am 25. oder 26. d. M. geschlossen und jene deS Reichsrathes am 4. December eröffnet werden. Im st eiermärkischen Landtage wurde ein Antrag auf Wiedereinführung deS politischen Eheconsenses eingebracht und im Tiroler Landtage eine Resolution, betreffend die Heiligung der Sonn- und Feiertage angenommen. Am 1. d. M. erschien eine neue Verordnung deS Handelsministeriums mit einer ossiciell geprüften systematischen Ueberficht der geltenden Eisenbahntarife an Stelle der bisherigen zerstreuten Specialbestimmungen, welch letztere gleichzeitig außer Kraft gesetzt werden. Der Beginn der Wirksamkeit der Verordnung wurde auf den 15. November festgesetzt. — Am 3. d. M. überreichte eine Deputation dem Handelsminister eine von mehr als 70 Großindustriellen gefertigte Petition wegen Abschlusses eines Handelsvertrages mit Ru» m ä n i e n. Graf Richard Clam-Martinizhat seinen Austritt auS der Ausgleichs-Commission angemeldet. Der ungarische Ministerpräsident Graf Sza-pary erhielt vom päpstlichen Nuntius die Zu» sicherung, daß er Alles aufbieten werde, um die bisherige schroffe Haltung der Curie in Sachen der Taufen von Kindern aus gemischten Ehen zu ändern. Im ungarischen Abgeordnetenhause besteht gegenwärtig keine antisemitische Fraktion. — Die liberale Partei hat das Budget pro 1891. im Allgemeinen ohne Debatte angenommen und der Regierung das Vertrauen ausgedrückt. Die ungarisch-kroatische Regnicolar-Deputation wurde zur Regelung der Gr und ent-lastungs-Angelegenheiten einberufen. Berliner Blätter melden, daß die Vorberathungen über ein handelspolitisches Abkommen zwischen Deutschland und Oesterreich-Un-garn abgeschlossen wurden. Der preußische Landtag tritt am 12. d. zusammen. Gestern ist der Herzog von Nassau in Luxemburg zur Uebernahme der Regentschaft eingetroffen. Das Parlament von England beginnt seine Sitzungen am 25. d. M. Papst Leo hat die republikanische Negierung in Brasilien anerkannt. Das Minister-Verantwortlichkeit-» Gesetz für Serbien bestimmt Kerkerhaft für Minister, welche einen Ukas gegengezeichnet haben, wodurch die Verfassung und das Wahlgesetz verletzt, die Armee in fremden Dienst gestellt oder eine« fremden Heer der Durchzug gestattet wird. Die Skupschtina übt das Begnadigungs- oder Strafmilderungsrecht. Die Schweiz erlebt bewegte Tage; zwischen Liberalen und Clerikalen herrscht in mehreren Cantouen erbitterter Kampf, der bereits in blutige Exc-sse ausartete. In Lyon wurde eine anarchistische Verschwörung entdeckt. Beilage zu Nr. 535 des „Laidacher Wochenblattes". wesentlich um den deutschen Unterricht und die Schulverhältnifse in Laibach und um jene 600 fl. dreht, die bisher für den unobligatorischen Unterricht in der zweiten Landessprache an mehrklassigen Volksschulen eingestellt waren. Zuerst sprach Abg. Svetec: Er findet die Slovenisirung der Volksschulen noch immer nicht radikal genug. Er klagt insbesondere über die angeblich zahlreiche Einschulung slovenischer Kinder in deutsche Schulen in Gottschee. Die Eltern seien nicht intelligent genug um die Unterrichtssprache zu bestimmen. Schließlich beantragt er eine Resolution, die mit Stimmenmehrheit angenommen wird, wornach der Landesausschuß den Auftrag erhält, die fraglichen Verhältnisse zu erwägen und eventuell Anträge zu stellen. Abg. Hribar hebt die großen Schulauslagen hervor, das Land aber habe für diese Opfer zu wenig Einfluß. Gänzlich überflüssig sei der deutsche Unterricht in den krainischen Volksschulen. Auf eine bezügliche Resolution antworte die Regierung nicht einmal. Weiter klagt Redner, daß der Gemeinde die beiden deutschen Volksschulen aufgezwungen wurden, wofür auch kein Bedürfniß vorhanden sei. Es seien meist slovenische Kinder und viele aus der Umgebung darin. Baron Winkler habe im Finanz-Aubschusse gesagt: Bleiben wir Oest«rreicher und lernen wir Deutsch. Er protestire gegen das Deutschthum als Zeichen deS Patriotismus. Abg. Dr. Schaffer antwortet beiden Rednern in ausführlicher Weise. Er gibt seiner Verwunderung Ausdruck, daß noch immer slovenische Klagen über daS Volksschulwesen ertönen, das doch schon völlig nationalisirt worden ist. Ein Fortschritt sei allerdings zu verzeichnen. Man gebe jetzt zu, daß die Eltern deutschen Unterricht wünschen, daher gehe man jetzt gegen die Eltern los und verlange die Prüfung ihrer Wünsche. Immer zahlreicher und dringender werde da- Verlangen nach deutschem Unterrichte und das widerlege am besten Hribars Behauptung, daß das Deutschlernen überflüssig sei. Hribars Geständniß, daß der Laibacher Gemeinderath freiwillig nie seine gesetzliche Verpflichtung betreffs deutscher Schulen erfüllt hätte, werde die Entrüstung unter den Deutschen nur noch steigern. Was die angeblich überflüssigen deutschen Volksschule» in Laibach anbelangt, sei wohl der von Jahr zu Jahr rapid steigende Besuch dieser Anstalten der sprechendste Beweis von der Hinfälligkeit der Behauptung des Abg. Hribar. Von einem Zwange inbetreff des deutschen Unterrichtes könne keine Rede sein; es wäre aber auch mehr als ungerecht, den Besuch dieser Schulen den Kindern solcher Eltern, welche ihren Kindern deutschen Unterricht angedeihen lassen wollen, zu erschweren. (Wir behalten unS vor, die Rede Dr. SchafferS nächstens ausführlich nachzutragen.) Abg. Dr. VoSnjak bemerkt, daß die Antwort auf die erwähnte Resolution seither eingelangt sei und Aenderungen für unzweckmäßig erkläre. Abg. Stegnar verlangt in einer Resolution die Ernennung eines slovenischen Inspektors für die Gewerbeschulen in Krain, die mit Stimmenmehrheit angenommen wird. Abg. Svetec erwidert auf die Ausführungen Dr. SchafferS. Er fragt, warum die Eltern nicht auch gefragt werden, ob sie ihre Kinder überhaupt in die Schule schicken wollen. (Abg. Dr. Schaffer ruft: Gesetzliche Schulpflicht!) Für die Kinder am Lande sei die deutsche Sprache überflüssig. Landespräsident v. Winkler erklärt sich überrascht, nur auf der linken (slovenischen) Seite Gegner zu finden. Ihre Einwürfe seien nicht gerechtfertigt. DaS Bedürfniß nach deutschem Unterricht und die Wünsche der Eltern in dieser Richtung seien erwiesen. Im Finanz-Ausschuß habe er nur im Hinblick auf eine gefallene Bemerkung über den italienischen Unterricht gesagt, bleiben wir Oeflerreicher und lassen wir das Italienische bei Seite. Die Verhält- nisse in Laibach habe schon Dr. Schaffer ganz richtiz beleuchtet. Was die Schule des deutschen Schul-vereines anbelangt, so sei Herr Hribar und der Gemeinderath daran schuld, weil sie nicht rechtzeitig deutsche Communalschulen errichteten. Berichterstatter Klun macht nur wenige Bemerkungen und in der Specialdebatte beantragt Abg. Hribar zunächst die Streichung des Gehaltes für eine Stelle an der deutschen Communalmädchen-schule. Abg. Dr. Schaffer erklärt den Antrag, da die Stelle schon ausgeschrieben sei, als unzulässig und zur Abstimmung ungeeignet. Regierungsrath Merk bestätigt diese Anschauung und Hribar's Antrag wird hierauf gar nicht zur Abstimmung gebracht. Als cs zur Abstimmung über die Post: 600 fl. für den unobligaten deutschen Unterricht kommen soll, beantragt Abg. Dr. Tavöar besondere Abstimmung. Abg. Kersnik erklärt: Er könne zwar keine Coulissengeheimnifse verrathen, allein es scheine bei dieser Post etwas in der Luft zu liegen; er möchte doch zu bedenken geben, daß diese Post seit einer Reihe von Jahren votirt wurde und daß eine Ablehnung nicht ohne Folgen bleiben könnte und möchte die Ursachen kennen, aus denen die Post gerade Heuer abgelehnt werden soll. Landespräsident Baron Winkler von den Worten Kersniks aufs höchste überrascht, sagt, dieselben könnten sich nur auf eine geplante Ablehnung der 600 fl. beziehen, die Ablehnung sei von entschieden politischer Bedeutung und würde nur neuerdings der Behauptung Nahrung geben, daß die slovenische Partei gegen die Deutschen im Lande feindlich gesinnt sei. Eine Ablehnung werde für die nationale Partei vielleicht sehr unangenehme Folgen haben. Abg. Dr. Schaffer erklärt: Die Majorität habe allerdings die Macht in den Händen, sie könne deshalb thun, was ihr beliebt und demnach auch die Post ablehnen. Eine solche Ablehnung aber würde bedeuten, das Recht und Billigkeit für die Deutschen im Lande nicht mehr zu finden sei und daß die Majorität ihrer entschiedenen Abneigung gegen die Deutschen Ausdruck geben wolle. Die Herren mögen thun was ihnen gut dünkt, den Verhältnissen in diesem Hause, den Zuständen im Lande werden sie damit nicht nützen, vielleicht sogar ihrer eigenen Sache nicht. Abg. Klun, als Berichterstatter deS Finanz-Ausschusses, statt für dessen Anträge, wie es seine Pflicht war, einzutreten, sagt: Er begreife ganz gut auS politischen Gründen eine Ablehnung der Post, wenn er sich auch nicht verbunden fühle dafür zu stimmen. Landespräsivent Baron Winkler weist auf die gänzlich unzulässige Haltung eines Berichterstatters hin und betont nochmals, die hohe politische Bedeutung der Abstimmung. Die fraglichen 600 fl. werden hierauf mit 15 gegen l4 Stimmen abgelehnt. (Dobro-Rufe auf der Linken und ironische Bravo-Ruse auf der Rechten.) Dafür hatten zehn deutsch-liberale Abgeordnete (Abg. Baron Tauffer war wegen Unwohlsein beurlaubt), dann von den slovenischen Abgeordneten Kersnik, Detela, Dr. Paper und Klun gestimmt. Mehrere slovenische Abgeordnete hatten sich vor der Abstimmung entfernt, darunter auch der nur mit Hilfe deutscher Stimmen aus Gottschee in den Landtag gelangte Abg. Visnikar. Die Abstimmung rief eine außerordentliche Aufregung hervor; die Abgeordneten verließen ihre Sitze und diücutirten in Grupp.n lebhaft die Bedeutung deS eben stattgehabten Vorfalles. Ohne Debatte und unter völliger TheilnahmS-losigkeit deS Hause« wurde dann nach einigen Petitionen um Einreihung verschiedener Bezirksstraßen unter die Landes st raßen (Ref. Abg. Dr. Tavöar) 8 5 deS Rechenschaftsberichtes: „Ge- me indeangelegenheiten" (Ref. Abg. Dr. PapeL) erledigt. Die siebente Sitzung fand am 4. d. M. statt. Eine Reihe von Petitionen und Landesausschußvorlagen werden an die Ausschüsse verwiesen. Die weitern Punkte der Tagesordnung werben ziemlich rasch, meist ohne Debatte, erledigt. Abg. Dr. Tavöar referirt für den Ver> waltungsausschuß über eine Petition der Gemeinde Aßling und anderer Gemeinden, um Verlegung des Bezirksgerichtes und Steueramtes von Kronau nach Aßling und beantragt, den Landesausschuß anzuweisen, vorerst die Gemeinde Kronau zu vernehmen und dann weiter Bericht zu erstatten. (Angenommen.) Abg. Baron Schwegel berichtet für den Finanz-Ausschuß über den Rechnungsabschluß des Musealfon des pro 1889 ; das reine Vermögen beträgt Ende 1889: 400.889 fl., worunter der Smole'sche Nachlaß mit 102.930 fl.; wird ohne Debatte genehmigt. Abg. Detela referirt für den Finanz-Ausschuß über die Petition des Gemeindeamtes Pla-!nina bei Wippach um Subvention zur Her« !stellung des Hauptweges nach Planina und über eine Petition der Insassen von Neunring in der Wochein um Unterstützung behufs Regulirung der Save. Es werden 1000 fl. refpective 300 fl. bewilligt. Abg. Dr. v. Bleiweiß referirt über die Subvention für Volksschulbauten pro 1891. Hiebei entwickelt sich ein kleines Vorspiel der nachfolgenden großen Jnterpellationsdebatte. Der Referent lieferte zunächst wieder ein kleines Beispiel, wie die nationalen Abgeordneten ihre Pflicht als Berichterstatter aufzufassen pflegen, indem er betreffs der Schule in Tscheple eine von Jnvecliven strotzende Petion Verlas, worin von angeblichen Beschimpfungen slovenischer Schulkinder die Rede war, ohne daß dafür ein Beweis beigebracht wurde und knüpfte daran mit Emphase die Aufforderung, man müsse diese armen Kinder gegen diese deutschen Roheiten schützen. Von der ganzen Sache aber hatte Dr. v. Bleiweiß im Finanz-Ausschusse, wo Anlaß gegeben war, die Sache aus ihre Grundhältig-keit zu prüfen, kein Wort erwähnt. Abg. Dr. Tavöar betont zunächst seine große Freude über die neuerliche Ablehnung der 600 fl. für deutschen Unterricht und beantragt, diese schöne Gelegenheit zu ergreifen und diese 600 fl. der Gemeinde Tscheple zuzuwenden und dieselbe dadurch vor den Lockungen des deutschen SchulvereineS und der Germanisirung zu bewahren. Abg. DragoS unterstützt den Antrag. Abg. Baron Schwegel bemerkt, er müsse constatire», d.iß der Berichterstatter die heute vor« gebrachten Beschuldigungen gegen die deutsche Bevölkerung im Finanzausschüsse vollkommen verschwiegen habe, daß eS sich sowohl hinsichtlich dieser Behauptung als hinsichtlich der vom letzten Redner vorgebrachten Beschuldigungen des deutschen SchulvereineS dringend empfehle, die Thatfachen vorerst genau zu untersuche», bevor man daraus irgendwelche Schlußfolgerungen ziehe, t»eß um so mehr, als gerade die Erfahrungen deS letzten JahreS, wie das noch dargetha» werden wird, erwiesen haben, daß sehr oft Behauptungen ausgestellt werden, denen jede Begründung fehle — und daß die Minorität aus diesem sicher stichhältigen Grunde nicht für eine höhere als die vom FinanzauSfchuffe beantragte und dort einhellig angenommene Unterstützung stimmen könne. Abg. Stegnar referirt in weitwendiger Uttter der Ungeduld deS HauseS über die 88 ^ deS RcchenschastSb:richteS („Erledigung der er Die Petersburger „Nowoja Wremja" betont, daß die Wintersaison unter besonders friedlichen politischen Auspicien anbreche. Die Beziehungen der leitenden europäischen Mächte seien Überaus günstig. Hiezu trugen in erster Linie die Heisen des deutschen Kaisers bei. In Belgien ist eine Ministerkrisis ein- Äetreten. _____________ Wochen-Chronik. Der russische Thronfolger Großfürst Niko-laus A^exandrowitfch traf auf seiner Reise r>o„ Petersburg nach Athen am 6. d- M. in Wien «in und nahm dießmal als Gast des Kaisers Franz Hosef in der Hofburg Absteigquartier; dem Groß-Ersten zu Ehren fand ein Hofdiner statt. Am 4- d. M. trat in Wien die übliche Herbst-Konferenz fämmtlicher österreichischer Gewerbe-Inspektoren zusammen. Den Haupttreffer mit 50.000 fl. bei der in ^ien stattgefundenen Ziehung der A u s st el l u n g s-tose machten zwei junge dortige Kaffeehausbedienstete. Im Brauhause der Aktiengesellschaft in Pilsen ^plodirte der Pechkessel; durch siedendes Pech verunglückten mehrere Arbeiter. Am 2. und 3. d. M. fand m Brunn ein österreichischer Text il arbei ter- Congreß statt; ^rselbe beschloß eine Action betreffs der Umwand-der Accord löhne in Zeitlöhne unter Festsetzung eines M i n i n i m a ll o h n e s, ferner die Organisation des Strikes auf Grundlage gegenseitiger Unterstützung; Überdieb soll eine achtstündige Arbeitszeit eine Arbeiter- und Lohnstatistik, sowie die Organisation der Arbeitsvermittlung angestrebt werden. ^ ^ - »- Im Jahre 1889 wurden in Steiermark ftzr Iaadkarlen 16.761 fl. eingenommen. Die Stadtgemeinde Klagenfurt nahm aus der Innsbrucker Sparkasse ein Darlehen im Betrage 1>on 225,000 fl. zu 4'/- Proz. auf. Zum Wörthersee soll von Klagenfurt an *ine Trambahn errichtet werden. In Meran wurden römische FestungL- ^auten aufgefunden. Das wegen seiner angenehmen Lage und milden tzust bekannte Städtchen Lu s s in p i c co l o in Istrien soLals klimatischer Curort erklärt werden. Aus Erlau in Ungarn wird em gräßlicher Haub- beziehungsweise Doppelmord gemeldet; der dortige pensionirte städtische Cassier Juhasz Und seine junge Haushälterin wurden am helllichten Tage ermordet. Man fand Juhasz am Fenster-kr-ur erdrosselt und massacrirt hängen, während die «schafterin auf dem Canapö m.t durchschnittener Le laa Aus der geöffneten Werthheim-Casse fehl-^en 70 000 Gulden Werthpapiere, Eigenthum der tzrieckischen Gemeinde, deren Cassier Juhasz war, L mehrere tausend Gulden Bargeld und viele ^'°Der Lottobeamte Karl Nadler in Budapest wurde wegen Unterschlagung von 16.000 fl. Ättogeldern zu dreijähriger Zuchthausstrafe ver- ^°Keleaenheitlich einer Theatervorstellung in Zar a wurden von der Galerie 1000 Zettel in das ^r> lerre geworfen; dieselben trugen den Text: „W,r sollen italienische und keine croat.schcn berühmte Chirurg Prosesior Nußbaum jh dieser Tage in München gestorben. Bei -in°r im Theater zu Marseille statt-Nefundenen Vorstellung wurde aus Versehen m.t scharfen Patronen geschossen; vier Statisten blieben sofort todt. r- In Petersburg soll eine asiatische Hank mit einem Capitale von 25 Millionen gegründet werden. In Bukarest wurde eine als verdächtig erkannte Dame verhaftet; dieselbe war im Besitze einer Barschaft von 800.000 Frcs. und von Juwelen im Werthe von 200.000 Frcs. Die türkische Regierung bewilligte den Bau der Bahnlinie Salonichi-Monastir. Nach der letzten Volkszählung befinden sich in den vereinigten Staaten Nordamerikas 62 Millionen Einwohner. Auf der Fahrt von New-Aork nach Havannah fand ein Zusammenstoß zweier Dampfer statt; einer derselben ging unter, Capitän und Passagiere ertranken. In San Francisko ist das große Hotel „Berhington" gänzlich und das „Grandhotel" teilweise abgebrannt. Local- und Provinz-Nachrichten. — (Spenden.) Der Kaiser hat der Gemeinde Lienfeld im Gottscheer Bezirke zum Bau eines Schulhauses den Betrag von 200 fl. gespendet. — (DerrussischcThronsolgerGroß-fürst N ik o l a u s A l ex and ro w i ts ch) passirte mittelst Separatzuges die Station Laibach auf seiner Reise nach Triest und Athen am 7. d. M. Früh 8 Uhr. — (Aus dem Landtage.) Die beiden letzten Sitzungen vom 31. v. M. und 4. d. M. brachten ausgedehnte und nach mehr als einer Richtung bemerkenswerthe Debatten. Wir berichten so ausführlich als es nur irgend möglich ist im ersten und dritten Artikel unseres heutigen Blattes über den Verlauf derselben. Die Sitzung am 31. v. M. brachte auch eine ausführliche Generaldebatte über die Schulzustände in Krain, wobei Abg. Dr. Schaffer schlagfertig den Standpunkt der Minorität vertrat und die interessante Abstimmung über die 600 fl. für den unobligaten Unterricht in der deutschen Sprache an mehrclassigen Volksschulen vorgenommen wurde. Es war, wie allerorts zugestanden wurde, eine Abstimmung von großer politischer Bedeutung. Baron Winkler war aufs Höchste bewegt, als er aus den Worten des Abg. Kernik entnahm, daß seitens der slovenischen Majorität ein Hauptstreit vorbereitet werde. Vergebens beschwor er diesen, die Feindschaft gegen die Deutschen im Lande nicht so schroff herauszuheben, vergebens stellte er nach dem Inhalte seiner Worte thatsächlich die Vertrauensfrage - die 600 fl. mußten fallen. Radicale und Clerikale waren diesmal einig und gaben so einmal einen schlagenden Beweis, daß es in der nationalen Partei sogenannte gemäßigte Elemente, von denen Baron Winkler manchmal träumt, in Wirklichkeit nicht gibt. Die Herren Hribar und Tavöar hatten den Coup ausgedacht, Herr Klun hatte seinen Segen dazu gegeben, und die Abgeordneten wurden durch Handschlag gebunden, damit die Niederlage der Regierung und der Schlag gegen das Deutschthum im Lande ja sicher sei. In der Jnterpellationsdebatte über die Absetzung des Bezirks-Schulinspectors Kum-ljanec in der Sitzung vom4.d.M. vermochte die slovenische Majorität ihren Standpunkt nach keiner Richtung zu halten. Zwar versuchte Dr. Tavöar einige rhetorische Kunststücke, aber weder ihm, noch den Herren Dr. Svetec und Klun gelang es, darzuthun, daß der abgesetzte Inspektor nicht wider das Gesetz und die Anordnungen der obersten Schulbehörden vorgegangen sei. Die Beweise hiefür lagen eben zu klar vor und auch was als Beiwerk an Anklagen gegen die Regierung, an Beschwerden über die Kärntner Slovenen u. dgl. dazugegeben wurde, vermochte, abgesehen davon, daß es nur oft gehörte und oft widerlegte Ausführungen waren, nicht mehr zu wirken, nachdem die Partie in der Hauptsache verloren war. Namens der Minorität sprachen die Abgeordneten Dr. Schaffer und Baron Schwegel unter gespannter Auf- merksamkeit des Hauses und mit großer Wirkung. Abg. Dr. Schaffer zeigte, daß in einem Theile des Gottscheer Bezirkes eine förmliche Anarchie im Schulwesen Platz gegriffen habe und hielt der Majorität mit Recht vor, wie sie ihre Erfolge nur der Connivenz der Regierung zu danken habe. Abg. Baron Schwegel geifelte gebührend jene auf nationaler Seite beliebte Methode, auf gänzlich unbewiesene Behauptungen hin unberechtigte Angriffe und Anklagen aufzubauen, und in unübertrefflicher Weise kritisirte er die Haltung und die sonderbaren Theorien, die Abgeordneter Klun als Abgeordneter und Berichterstatter sowie als fürstbischöflicher Commissär entwickelte. Seine Schilderung war so gelungen, daß sogar Gesinnungsgenossen des Herrn Klun nicht umhin konnten, sie mit Zeichen lebhafter Zustimmung zu begleiten. Alles in Allem darf die Minorität mit dem Verlaufe der Jnterpellationsdebatte vollauf zufrieden sein. Die jüngsten Debatten im krainischen Landtage fanden auch in auswärtigen Blättern vielfache Beachtung. Die „N. Fr. Pr." beleuchtete aus diesem Anlasse die derzeitige politische Lage in Krain in einem eigenen Leitartikel — „SlovenischePolitik" — der mit soviel Kenntniß und so richtiger Beurtheilung der gegenwärtigen Verhältnisse im Lande geschrieben ist, daß wir denselben in unserem heutigen Blatte vollinhaltlich mittheilen. — (Jllyrien? Slovenien? Groß-Croatien?) Welche von diesen drei Bezeichnungen soll das im Süden der österreichischen Monarchie zu errichtende südslavische Königreich wählen? Mit dieser Frage beschäftigt sich auch die „Politik"; dieses Blatt sagt: „Heißt der Name Jllyrien, so bedeutet er die Gleichberechtigung der Slovenen, Croaten und Serben, denn Illyrier sind wir Alle; heißt aber der Name Croatien, dann steht zu befürchten, daß sich die Croaten für das auserlesene, das herrschende Volk halten werden, während Slovenen und Serben zur »misers, oovtridusns xlsds" de-gradirt werden. Gegen eine solche Eventualität müßte man sich früher durch Verträge und Staatsgrundgesetze schützen. Das Wort „Croatien" hat einen Vorzug, weil es sich auf ein Staatsrecht stützt; es hat aber auch einen Nachtheil, weil weder Slovenen, noch Serben den Namen „Croaten" annehmen werden, während sich gegen den Namen „Illyrier" Niemand wehrt. Man könnte wohl leicht eine gemeinschaftliche illyrische Schriftsprache schaffen, und hätte ich was zu reden, so würde ich es so anfangen: 1. alle türkischen Worte wären aus der serbo-croati-schen Sprache zu entfernen und durch slovenische zu ersetzen; 2. alle slovenischen Worte, welche slavischen Ursprunges, aber den Croaten nicht bekannt sind, wären in die croatische Sprache aufzunehmen, aber nach croatifcher Aussprache umzubilden, zum Beispiel statt „Lelsro" (Eisen), „oZ^" statt (Feuer); 3. die so vermehrte serbo- croatische Sprache wäre mit lateinischen Lettern zu schreiben und sollte den Namen „illyrische" Sprache führen. Wenn dieser gemeinsamen Schriftsprache nur einige Stunden in den Schulen gewidmet würden, so würden in kurzer Zeit alle Slovenen kroatisch und alle Croaten slovenisch verstehen." — (Pe r s o n a l n a ch r i ch ten.) Der Finanz-director Hofrath Plachki wurde am 4. d. M. in kaiserlicher Audienz empfangen. — Der hiesige Augenarzt Dr. Emil Bock hielt am 5. d. M. im Versammlungslokale des Aerzte-Vereines in Cilli einen Vortrag über Augenkrankheiten. — Josef Tekav^iü wurde zum definitiven und Wilhelm Haas zum provisorischen Bezirkscommissär ernannt. — (Nachtrag aus dem November-Ava n c e m e n t ) Ernannt wurden: Eduard H anslik, Vorstand des Staatshengstendepots in Selo, zum Rittmeister 1. Classe; Anton Sehrankoviö zum Hauptmann 1. Classe und Emil Karger zum Oberlieutenant beim heimischen Landwehrbataillon; Ferdinand Moosburger zum Oberlieutenant bei der 5. Batterie-Division und Dr. Franz Haiti ritz er zum Negimentsarzte 2. Classe. — Transferirt wurden der Oberlieutenanl Eduard Moser vom Artillerie-Zeugsdepot in Pola zu der Pulverfabrik in Stein; der Lieutenant Wilhelm Nessel von der Pulverfabrik in Stein zum Artillerie-Zeugsdepot in Ragusa; der Lieutenant-Rechnungsführer Josef Lubitz des Infanterie-Regiments Georg I. König der Hellenen Nr. 99, zugetheilt der Verwaltungscommission beim Militär-Stations-Commando in Avtovac, wurde zum Infanterie-Regiments Freiherr von Kuhn Nr. 17 transferirt. — (Der Fa m ili e n a b e n d), welchen der Laibacher deutsche Turnverein am 15. d. M. aus Anlaß der Gründung der Ortsgruppe Laibach des Vereines „Süd mark" zu veranstalten beabsichtigt, verspricht nach der vorläufig bekannten Ordnung recht anziehend zu werden. Da es überdieß gilt, bei dieser Gelegenheit die Vertreter der Hauptleitung, welche sich um die lebenskräftige Entfaltung des Vereines so verdient macht, festlich zu begrüßen, so wird man eine rege Betheiligung aus allen deutschen Kreisen der Stadt erwarten dürfen. Wie wir vernehmen, soll außer dem Reichsrathsabgeordneten Julius v. Derschatta auch der Führer des deutschnationalen Verbandes im Abgeordnetenhause, Professor Dr. 0. Stein wender, sein Erscheinen in Aussicht gestellt haben. — (Armenspende.) Frau Maria von Gutmansthal-Benvenuti in Graz spendete aus Anlaß des Todesfalls ihres Gemahls den Betrag von 300 fl. zur Vertheilung an arme Familien in Laibach. — (Die Saison im Touristenhause am Wocheiner See) wurde am 15. v. M. geschlossen. Der Besuch dieses von der krainischen Jn-dustriegesellschast in einer der schönsten Gegenden Oberkrains erbauten Hotels war im Laufe dieses Jahres ungeachtet der im September eingetretenen ungünstigen Witterung ein zahlreicher; an ständigen Gästen fanden sich ein: aus Baiern 5, Böhmen 9, Brasilien 2, China 1, Deutschland 13, England 1, Frankreich 1, Galizien 1, Görz 6, Istrien 6, Italien 3, Kärnten 10, Krain 132, Croatien 19, Mähren 7, Sachsen 6, Siebenbürgen 1, Steiermark 33, Triest 17, Ungarn 5 und Wien 85, zu-sammen 363 Sommergäste; überdieß hielten im Lause der Saison mehr als 200 fliegende Gäste und Touristen Einkehr und bewunderten die herrliche See- und Gebirgslandschaft. Die Restauration Men-zinger sorgte für Unterkunft und Verköstigung der Gäste bestens. — (Die Landwirthschafts-Gefell-schaft für Krain) beschloß in ihrer in voriger Woche abgehaltenen Generalversammlung die Veranstaltung einer landwirthschastlichen und gewerblichen Ausstellung im Jahre 1892. Zu Mitgliedern des CentralauSschusseS wurden gewählt die Herren: Detela, Goll, Lenarüiö, Poklukar, Robiä, Witschl und Dr. M. v. Tourzbach. — (Die Generalversammlung der krainischen Industrie-Gesellschaft) findet am 22. d- M. um 4 Uhr Nachmittags statt. — (Die Ziehung) der Prioritäten der Aktiengesellschaft für Gasbeleuchtung fand am 31. Oktober l. I. statt; gezogen wurden die Nummern 26, 67, 69, 75, 78, 89, 90, 92, 114, 166, 188, 203, 212, 241, 248, 264, 265, 293, 297 und 326. Die Einlösung erfolgt am 1. Februar 1891. — (Das Schiedsgericht) der Bruderladen deS RevierbergamteS Laibach hat sich constituirt und sind dießfällige Klagen beim genannten Amte einzubringen. — (Wegen eingetretener Schneeverwehungen) war der Verkehr auf der Fiuma» ner und Polaer Bahn durch 3 Tage gänzlich eingestellt; seit 3. d. M. sind beide Linien wieder schneefrei. — (Bahnlinie Divacca-Laak.) Im Prager Landtage brachten der Abgeordnete Bondy und Genossen einen Antrag, betreffend den Ausbau der Eisenbahnstrecken Divacca-Laak-Klagenfurt ein. — (BeidenPoftsparcasseninKrain) wurden im Laufe des Octob er l. I. im Spar-verkehre 14.860 fl. ein- und 22.079 fl. zurückbezahlt; im Checkverkehre 691.378 fl. eingelegt und 227.309 fl. ausbezahlt. — (Verein „Südmark".) Ein Freund unseres Btattes schreibt uns: „Neben dem Deutschen Schulverein ist die Südmark derjenige Verein, den die opferwilligen Deutschen Laibach's vor allen anderen Vereinen unterstützen sollen. Die Südmark will die deutschen Stammesgenossen in den gemischtsprachigen Bezirken Steiermarks, Kärnten, Krain und des Küstenlandes w i rt h s ch astl i ch unterstützen. Zu diesem Zwecke sollen Landwirthschasten angeschafft und an ordentliche Dienstboten und Winzer, an Familien, die unverschuldet in Noth gerathen sind oder nicht das zur Erhaltung noth-wendige Einkommen haben, übergeben werden. Die Uebergabe erfolgt unter leichten Tilgungsbedingungen in's Eigenthum oder gegen mäßigen Zins in Pacht. Auch versucht der Verein seinen Zweck durch Verleihung von Geldunterstützungen an Stammesgenossen bei außerordentlichen Unglücksfällen, durch Unterstützung deutscher Geschäftsleute beim Antritte oder Betriebe eines Gewerbes, durch Bildung von Spar- und Vorschußcassen, Einrichtung von Fachschulen u. s. w. zu erfüllen. Aus diesen einigen Andeutungen ersieht man die edle Aufgabe, die sich der Verein gestellt hat und die hauptsächlich in der Erhaltung des arg bedrohten Deutschthums in den gemischtsprachigen Ländern gipfelt. Wenn dieses schöne Werk gelingen soll, dann müssen alle Deutschen nach Kräften Mitarbeiten. Keiner soll fehlen. Der geringe Jahresbeitrag von 1 fl. ermögliche Jedem den Beitritt zum Verein, den wir den Deutschen in Laibach auf das Wärmste anempfehlen. In den folgenden Nummern werden wir noch ausführlicher auf die Südmark zu sprechen kommen." — („Die österreichisch - u ngarische Monarchie in Wort und Bild.") Soeben ist das 12. Heft von Kärnten und Krain, bezw. die 119. Lieferung erschienen. Dieses Heft behandelt ausschließlich das Land Krain, bringt sehr interessante Skizzen und Scenen aus dem Volksleben der Slovenen, gesammelt und zusammengestellt von Professor Wilh. Urbas in Triest, dann Mythen, Sagen und Volkslieder, gesammelt und zusammengestellt von Professor Johann Scheinigg in Klagenfurt An Illustrationen enthält dieses Heft: Volkstrachten der Männer und Frauen in Krain, Scenen über Weihnachtsräucherungen, Ostersegen, Prozessionen, Namenstags-Musiken und Hochzeitsfestlichkeiten, Typen von Reifnitzer Siebhändlern und Laaker Bauern u. f. w. Die Mehrzahl der Illustrationen ist der künstlerischen Hand des heimatliche», seither verstorbenen MalerS Georg äubiü zu danken. Zum Liede: „Von der schönen Vida" lieferte Professor Franz 2eniSek aus Prag ein prächtiges Bild. — (Durch Nonnenfraß) wurden in der Steuergemeinde Lola, Bezirk Tschernembl, 7 0 Joch Wald verwüstet. — (An der Grazer Universität) sind in diesem Semester 35 Studirende «uS Krain immatriculirt. Brieskastcil der Redaktion. IV. Zu unserem Bedauern i»»b Ihr ..Wiener Brief" auch heilte wegvleibe». Wir sind trod der Beilage sogar beiiiiissigt, da» Feuilleton ebenfalls znrnikzu-legen, »m den durch die beiden lebten LandtagSstbungen überreich gebotenen Stofs halbwegs bewältige» z» können. Original - Telegramme des „Urribachei' Wochenblatt". 8. Wien, 7. November. Der CzarewW besuchte dieKapnzinergrnst und bekränzte das Grat des Kronprinzen. Abends begab sich derselbe, vom Kaiser ans den Bahnhof geleitet, nach Triest. Ter Kaiser ist nach Gödöllö abgereist. Ueber den Verbleib Johann Lrth's glautl man noch an dessen Wiederkehr, während andererseits ernstlich befürchtet wird, daß derselbe von Unglücke ereilt worden sei. Der schlesische LandeMäses Jäger soll sein» Rücktritt beabsichtigen. New - 2) ork, 7. November. Mac Kiuley iß bei den letzten Wahlen dnrchgcfalleii. Berlin. Major Wißmann ist nach Ostlifrikr abgereist. Mailand, 7. November. Tic Begegnung Caprivi's mit CriSpi war sehr herzlich. Vom Büchertisch. Lehrbuch zum Selb^ unterricht in drei Theilen die Schnelt-Stenographie "> ^!»' gen Stunden zu erlerne». Von August Lehmann. Berlu, Preis I fl. Das Büchlei» behandelt i» einfacher Weise dir Schttl-Corresiwiideuz- und ParlamentSschrift. Der Verfasse ist auf dem Gebiete der Kurzschrift seit viele» Jahren bekam», so daß dies neueste Werk einer besonderen EinrMbliuH nicht bedarf. Verstorbene in Laibach. Am 3t. Oktober. ?ohan» Lindtncr, Schriftsetzer. 71 I> Barmherzigergasse 3. Liiiigciwdei». — Joliann Nckerniaini, Privatbeauiter. 64 I.. Krakauer Damm 16. Ln»genei»plMi!>- — Ursula Sela». Inwohnerin. 80 3.. Knhthal II, MaraSmuS- Am l. November. Wilhelm Marschner. AuffeherS-SobH 5 I., Wienerftraße (Arbcitcrbüufer). DiphlheritiS. — Aloix PapeL. AufsehcrS-Sohn. 18 M.. Polanadamiii 48, Diphthcrit»' — Emcrich Pogorele. Schüler. 9 I. Burgslallgafse 13, Ga»' gräne der Ziiuge »ach Scharlach. Am 2. November. Josefa GarvaS, KeuschlerS - Gattui, 45 I.. Karolinengruud 34. 6s.roinoins, vvntriculi. Am 3. November. Franziska Zaje, FtcischcrS-Kiiid, 1 r., Polanavlah ü. LebcnSschwnche. — Franziska LoliSin, Al' beiterin. 10 I.. Trödlersteig I, Tuberkulose. — Emma Palet«, Erzieherin. 30 2.. Einödgasse 10. Oareinonia. utsn, ^ ^ Am 4. November. Maria PerLiö, Inwohnerin. 72 3-, Floriansgasse 28. Marasmus. — Amalia Bricelj, Schlosser»' Gatti», 20 I., PctcrSstrabc 53. Tuberkulose. Am 5>. November. Michael Medie, BäckerS-Sohu, 21 Alter Markt 20, Atrofie. ________________ Ginge sendet. 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