' HMMfs H^)8" ^tÜUM Freytag den 17. Christm. 179c). Inländische Nachrichten. Wien den '2. (lbristm. Ben demj lettkin aehaltenen Militärischen Theresiett.'i vrdens Kapitel haben Se. Maj. der Kai-(er solaende Beförderung kund gemacht, und u Großkreuze Se. K. H- den Erz-herzo Franz , die FeldMgnmjter Klatr-falt und de'Vins;zu Kommandeur dm General B^aulieu; zu Rltter dle Feld' warft!,alllieuienante Harrach «nd Ia ^our, die Generalmajore Peharnik, Turkheun, Kaj. Lichttnberg, Horvath, Brentano, Wernck, Korti, Bruglach, dle Obersten Pfezheim bey la Tour, Fwhn beym Genie Korps , Ott bey Alex. Toskana, Spindler bey Reisko, Souel bey Kalser Infanterie, Lichtenstein ben Kinsky, Lu-signan bey Vender, die Oberstlmltenante Gomez bey Karl Toskana, Vogelsang bey Klairfait, Bolza bey Kaiser Cheveaux Legers , Rosenberg be" SchakmlN, Revay beg Erdödy, Roos und Ankenbrand bey 'sder Artillerie, dann die Oberstwachtlmi-lster PocdkuHi bey Anton Esierhazy, Hessen < Homburg bey Lowenehr, C.igan bey dem Stäbe, Kollnics bey Wurmser Chateler beym Geniekorps , die Hauptleu-tt Asper bey Prinz de kigne, Maninetz beym Gmiekorps , Albel bey Iordis, Langfrey und Orlandini beym Geniekorps, Viricent Rittmeister bey la Tour, die Qderlieutenanke Tatler bey Schröder, Richler bey Pelegrini , Piringer beym Pionierkorps , und Gallot bey der Artillerie zu ernennen geruhet. — Des Kö« nigs v. Neapel Maj. haben sich vorgestern Morgens in Begleitung II. KK. HH. der Erzherzoge Ferdinand und Karl nach der Gegend von Wolkerstorf zu einer grossen Jagd begeben, wozu auch der vornehmste Adel geladen war, der die Ehre hatte mit Cr. Maj. und II. KK. HH. in dem Schlosse zu Wolkerstorf das Mittag- mal einzunehmen. — Se. Sizl. Majestät sind auf der Neise von Brünn nach Zieb, am zo. Minte,rm. Nachmittags in Iglau eingetroffen , wo Se. Maj. von einer Kompagnie des Hufischen Regiments in Parade, den Offizieren der Besatzung und dem Stäbe der dortigen Qekonomiekom-mißion ehrfurchtsvoll empfangen wurden. Se. Maj. besuchten sogleich das Kommissionshaus , wo sie in Besichtigung aller Maga ine und Abtheilungen mehr als eine Stunde lang verweilten. Am i. d. M. des frühen Morgens reisten Se. Maj. nach! Zieb ab, wo Sie noch denselben Tag ein-> traffen, und am 2. 3. und 4. sich mit^ der Jagd erlustigten. — Die jährliche! Wahl des Magistrates der Universität ist in dieser Woche vor sich gegangen. Durch dieselbe wurde der Hochwürdige Franz Böh-! me , des hiesigen Erz - u..d Domsiifts Domherr, K. K. Examinator und Erz-! bischöflich Wienerischer Konsistorialrath,^ zum Rektor Magnifikus; und zum Dekanen bey der theologischen Fakultät: Pater Raymund Albrecht, aus dem Dominikanerorden , und der Theologie Doktor erwählt ; bey dcr juridischen aber wurde Anton Pansiingl, beyder Rechte Doktor, wie auch Hof - und Gerichtsadvokat zum zweytenmale, ingleichen bey der medüi-z njschen: Michael Schosulan, der Welt-^ Weisheit und Arzneykunde Doktor, neuer-^ dings bestattigct; endlich zum Dekan der philosophischen Fakultät wurde' Wilhelm Bauer, der freyen Künste und Philosophie Doktor und der praktischen Mathe?! matik Lehrer, erwählt. ! Der gesammte akademische Magistrat hatte Mittwoche gegen »2 Uhr die Ehre in einer bey Sr. Maj. erhaltenen Audienz, die Glückwünsche der Universität zu Gr. Maj- Tronbesteigung, darzubringen. Die K. K. Iosephinische meddizinisch- chirurgische Akademie hat in der Sitzung am 2Z. v. M. folgende acht in der Kunst verdiente Männer, nämlich die Herren Doktor Vespa, Leibchirurgus und Medi» kus Ihr. Maj. der Kaiserin; Dr. Cu-tugm, Professor der Anatomie an der Universität zu Neapel, und Leibmedikus II. Sizil. MM.: Dr. Troja, Leibchirurgus II. Sizil. MM.; Dr^ Mos-cati, Professor der Anatomie und Chirurgie zu Meiland; Dr. Paletta, erster Chirurgus im Spitale zu Meiland; Dr. Schmidt, ausserordentl. Professor an der Iosephinischen Akademie allhier; Doktor Steidele, ausserord. Professor der praktischen Chirurgie und Geburtshülfe an der hiesigen Universität, und Dr. Metzler, hochfürstl. HohenzoUern - Sigmarin-genscher Hofrath und Leibchirurgus ^ als wirkliche Mitglieder beydes Kaisers Maj. in Vorschlag gebracht, und nach erhaltener allerhöchsten Genehmigung / förmlich c.'.'.fgenommen. Die Diplome, welche nach den Statuten eigentlich von dem Kriegsprasidenten müssen unterschrieben werden , wurden diesesmal , weil die Stelle noch erledigt ist, von des Erzherzogs ^ Franz K. H. unterfertigt, und von dem ! Präsidenten der Akademie, Hrn. Hofrattz u. !Protochirurgus, Ritter V.Brambilla , den neugewahlten Mitgliedern zugesandt. Der Oberstwachtmeister von dem Zetzsch-witz. Kuirraßierregimente, Graf Niklas v. Palfy , welcher als Freywilliger in den Niederlanden dienet , ist vorgestern Abends als Kurrier mit der Nachricht von der, Besitznehmung der Stadt Brüssel durch die K- K. Truppen, allhier eingetroffen. Nach der Einnahme von Na-' Nlur, hat sich auch die Sradt Mons in Hennegan am i. Christm. frerwillig er-! geben. — van der Noot , van Eupen und Kompagnie , sollen Gelegenheit gefunden haben / sich in das Hollan-ll dische zu flüchten. — Sollen fie etwa dort an der Spize der Seelenverkäufer zu stehen kommen? Trieft den 6. Christm. Ein Rußisches Schiff hat von der Flottille des! Oberstlieutenants, Lambro Cazzioni, der Fürst Potemkin genannt, ausserhalb der Insel Scio ein Türkisches Fahrzeug gefangen, an dessen Bord sich 4 Löwen und eden lo viele Tieger befanden, die der Dej von Algier zum Geschenk für den Großsultan nach Konsiantinopel schickte. Diese Thiere werden nun, auf Befehl des oben genannten Hrn. Oberstlieutenants, nach Trieft gebracht, um von dort aus in das Lager des Fürsten v. Potemkin abgesendet zu werden. Luxemburg den 32. Christm. Aus Brüssel ward unter dem 27. Winterm. geschrieben: " Es ist unglaublich, welchen Eindruck die Uibergabe der Stadt Na» mur hier hervorgebracht hat. Schon vorgestern frühe erscholl davon das Gerücht; aber die Stande ließen demselben öffenr-« lich widersprechen, um einer allgemeinen Plünderung vorzubeugen, die von der Wuth des Volkes zu besorgen ^war. Daher wurden auch die Patrouillen verdop? pelt, und Abends ward Befehl gegeben alle Hausthüren zu öffnen und Licht vor den Fenstern dle ganze Nacht hindurch zu unterhalten. Zugleich wurde ben Strafe von !OO Gulden befohlen, daß sich jeder Bürger bewaffne. Am folgenden Morgen waren die Stände von Brabant versammelt , und erließen folgende Kundmachung: " Die 3 Stande von Brabant erklären öffentlich , sie hatten mit grossem Unwillen vernommen, daß die Stadt Na-wur sich in der Gewalt der Oesterreicher befinde, welche dieselbe mir Einwilligung der Stande von Nawur, ohne davsn dem souvraincn Kongresse oder den Ständen Von Brabant das min-desie zu berichten / in Besiz genommen haben; baß General Schönfeld am 24. d. M. Namur ohne Wissen und Willen der Stande von Brabant verlassen hat, und daß er mit einem Theile seiner Armee nach der Seite hiesiger Stadt gezogen ist, da doch die Stände von Brabant mit dem Kaiser Leopold noch nicht die mindeste Ueberein-kunft getroffen haben." In unserer allgemeinen Versammlung den 26. Wint. 1790. (AufBesihl) I. I. I. Moris. Inzwischen wurde alle Vorsicht, bey Ausbruch des Volkes zu hemmen, fortgesetzt ; man sah den van der Noot zu Pferde durch die Stadt hin und her sprengen , und wandte besonders allen Fleiß an, den Pöbel in den Vorstädten zu zerstreuen, damit er mcht in die Stadt dringe. Später hin ward bekannt ge-^ macht, die allgemeinen Stande hatten in ihrer auffcrordemlichen Versammlung am 21. Winterm. den Schluß gefaßt, den dritten Sohli dcs Kaisers, Ercher-og Karl, unter dem Titel eines Erbgroßherzogs von Belgien, :um Souvrain der Niederlande , unter der Bedingung zu ernennen , daß dieselben immer eine unabhängige Souvrenität verbleiben. Alle Einwohner der Stadt äusserten die größte Freude, wieder unter österreichische Herrschaft zu gelangen, und sehen seit dem der Ankunft der kais. Truppen mit Sehnsucht entgegen. Den 27. wurden alle unter dem Namen von königl. Gesinnten und Vonkisten eingebogenen Gefangenen ohne Ausnahme, in Freyheit gesetzt. An, diesem Tage traf eine grosse Anzahl von' Insurgenten der Namurischen Armee hier ein, alle in so üblem Zustande, und in solchem Mangel, baß sie von Thüre zu » Thüre betteln gehen, ein Anblik, der Mitleid und Unwillen erreget. Der Pö-' bel gerath darüber stäts mehr in Wuth ^ und Erbitterung gegen die Stande und den Kongreß, die laut des Betrugs und^ der Verführung beschuldiget, auch auf alle Art bedrohet werden. Am heftigsten ist die Erbitterung gegen die Häupter der Empörung, den Domherrn von Eupen ^ und van der Noot. Man hat, um das l Volk zu besänftigen, heute frühe aber» nials den Versuch mit einer Prozession gemacht, aber auch dieses sonst so wirk-! same, so oft mißbrauchte Hülfsmittel, machte keinen Eindrnck mehr: wenig Voll^ folgte der Geistlichkeit nach. Unter diesen Umstanden hat van der Noot sich noch erfrechet, folgendes bekannt zu machen: An alle Freywillige und Einwohner der Provinzen: " Unterzeichneter erkläret auf sein Eh-nnwort, daß die Uebergade der Sladt Nanmr gegen sein Wissen und Willen geschehen, und die Kapitulation , welche der Sage nach, di? Stande von Namnr «ingegangen sind. null und nichtig ist, weil sie wider die Unions?Mlde von? ?l. Iäner 1790 streitet, und damit unsere Feinde nicht weiter in unser Land^ eindringen, darf er hoffen, daß die wah-! »en Patrioten ihren Heldenmuth verdop^ peln, und den herumlaufenden falschen! Gerüchten keinen Glauben benmesseu wer?, den, mit der Versicherung, daß, so lan-! ge die Patrioten zusammen halten, sie Ursache haben, m hoffen, daß ihre Vaterlandsliebe werde gekrönt werden. Gege-' ben zu Brüssel den 27. Winterm. 1750. Herr van der No t, bevollmächtigter "Agent des Brabantischen Volkes. Ausländische Nachrichten. ^ Deutschland. Stuttgart drn z. Christm. Rnsi-lands Grösse steigt von einem Piko zum! andern. Man hat aus diesem Reiche nichts als Mordschlachten, gewaltige Siege, Cro berungen, ungeheure weltenumschlingende Plane zu melden. Freskogemälde von der Mordschlacht am Kuban den 11. Weinm. von den Rußischen Eisenmänner'l geschlagen! — Die Eroberung Ismaels hat über 1002 Russen gekostet. Der da» bey gebliebene Feldherr Müller, wurde^ nach Cherson gefthrt, und dort begraben. — Auch Killia ist nach einer hartnäckigen Belagerung , wobey sich der WürtemberaMe Prinz Karl mit der sei' mm Hause gewöhnlichen Heldentapferleit ausgezeichnet, so wie auch Brailow, in den Hailden des glücklichen Potemkins. Schon ward Bresche geschossen , schon wollten die Russen die Mauren ersteigen, und das gräßliche Morden in Ok» zakow erneuern , als die Türken, die auch hier wie Männer focht?,?, die weisse Fahne ausstekten; und sich den Unüberwindlichen ergaben. Sieger Potemkin ist nach diesen neuen errungenen Lorbeer nach Bender zurückgegangen , und hat einen zweyten Pulk seiner fruchtbahren Krieger nach Kiow geschickt. So steht es je t mit'den Russcn ; sie werfen feindliche Heere und Vestkn nieder, als wären es. nur Mohnhaupter und Sandhü« gel; der Schrecken geht vor ihnen her, und die Göttinn des Glücks mit ihrem Zögling Siege. Mit Schweden haben sie Friede , die Türken sind gedemüthigt, Pohlen fürchtet sich , Leopold versteht sich mit ihnen, England will aufs neue einen Handlungstraktat mit ihnen schlles-sen. — Wer vermag dies vom Glücke so augenscheinlich begünstigte ungeheure Reich in der Periode seiner höchsten Kraft anzugreifen ! ?