Pranumeralions-Preise: Fiir Laibach: Vanzjiihrig ... 8 fl. 40 kr. Harbjiihrig ... 4 „ 20 „ Bicrieljiihrig . . 2 „ 10 „ Monar'.ich . . . — „ 70 „ M i t b e r Post: Ganzj-ihrig. . . 11 fl. — kr. Hatbjahrig ... 5 „ 50 „ V,ertilji!hr>g . . 2 „ 75 „ Znstellung in« HauS vier-tljiidrig 25 kr., monatl. 9 kr. ^njtine Nummcru 6 kr. Laibacher Redaction Lahnhosgaffe Nr. 132. Expedition- & Jnserateu. Bureau: Tongretzplas Nr. 81 (Buch. handlung von Jgn. n. Jttein« mayr & Fed. Bamberg.) JnsertionS-reise: Fiir die einspaltige Petitzcilr a 4 kr., bei ,weimaliger Ein-schaltung L 7 kr., bmmaligcr L 10 kr. Jnsertionsstempel jedeSmal 30 kr. Bci grotzeren Jnseraieo imb bfltrer Einschaltung entsprc-chcnder Rabali. "Anvnyme Mittheilungen rotrbca nicht berucksichtizt; Manuscripte nicht zuruckzesendet. Nr. 138. Donnerstag, 19. Juni 1873. — Morgen: Her; Iesufest. 6. Jahrgang. Die Zersetzung her russischen Gesellschast. In die geheimnisvolle Welt bev russischen Ge-sellschaft, wie sich solche in den letzten Jahrzehnten gahrend und brodelnd herangebildet, war uns West-landern lange der Eindlick nicht gestattet. Als Jwan Turgenjews plastische Darstellungen aus bcut Leben der eben herangewachsenen russischen Generation er-schienen, worin bie Ausschreitungen berselben mit eben so geistvoller als schonungsloser Satire uber-gvssen werden, so sahen viele barin tin besten Falle nicht« als Uebertreibungen, meist jedoch nur gewis-senlose und wenig gerechtsertigte Angrisse aus die russische Gesellschast. Die Abwege, aus welche ein Theil der jungen Generation uiiter den lebhasten Strvmungen bes zeitgenossischen Lebens gerathen, die Ausartungen, bie mit bee hoheren Entwicklung die Oberflcichc getreten, konnen nicht, so hieh es, ganzen russischen Gesellschast zur Last gelegt teei'beit. Die Theorien bet R 11) i listen und Got« terleWncr, die in socialdemokratischen Geheiuibiindcn sur ihre verderblichen Grundsatze besonders unter lungeren Mamtern und Frauen propaganda macheii, scien blos voriibergchenbe Erscheinnngen ber russischen Gesellschast unb zumeist aus die betben Haupt-stabte Petersburg unb Moskau beschrcinkt. Dieser Schaum beim Gahrungsprozesse werbe mit ber eintretenden Klarung von selbst verschwinden. So lautete bus Urtheil in dm sogenannten gebildeten Kreisen; cine Gesahr fiir bie politische Entwicklung be6 Staatslebens wollte niemanb barin erblicken, ^ugeachtet aus ben geljeimen Gesellschaslen ber Ni- hilisten Attentate aus bas Leben bes Kaisers her-corgingen, wie bas bes Dimitri Karakasow (16ten April 1866), bas zu weit verzweigten Crirninal-untersuchungen den Anstoh gab und mit der Hin-richtung Karakosows und der Deportation von zahl-reichcn Mitschuldigen enbete. Einezeitlang vernahm man auch nichts mehr von bent Treiben ber Nihilistcn; ihre auhern Ab-zeichen — das kurzgeschorne Haar bei ben Frauen, bas lang wallenbe bei den Manner,,, die obligate blauen Augenglasex bei beiben waren mit einemmale verschwunben. Dafur rourbe bie Frage ber Gleich-stellung ber Frauen in Ruhlanb weit lebhaster als in ben wcsteuropaischen Landern erortert unb eine eifrige Bewegung entftanb fiir die Lernsreiheit der-selben unb ihre Anstellung im Staalsbienste. Mad-chenlyceen rourdett errichtet, hervorragende Manner interessierten sich fur die Agitation, die Regierung selbst gab endlich bent ® rati gen nach, sorgte. fur hoherc Bilbung unb felbstSndigere Erziehung bes Frauengeschlcchtcs unb croffnetc ben mit Diplomen versehnen ben Zutritt zu so manchen Acmtern im Staate. Jmmer haufiger rourbe bas Stubium ber russischen Fraucn sowie ber Besuch auslandischer llnioersitaten, tnsbefonbere ber ersten schweizerischen in Zurich, too sich gegenwartig fiber hunbertrussische Mabchcn unb Frauen bes hoheren Stubiums toegen aushalten. Da aus einmal roirb bie Welt von ber allar-mierenben Schilderung fiberrascht, welche ber russische Regierungsanzeiger („Prawitelstwennyj Wjest-nik") biescrtage fiber das Treiben ber emancipa- tionssfichtigen Kreise in Zurich brachte. Derselbe be-hauptet gerabqu, bast eine vollkommene m o r a-lischeZersetzungeinesTheilesberrus!. sischen Jug end eingetreten sei unb batz Gefahr ffir die ganze Gesellschast vorhanden. Der Grunb dieses epidemisch um sich greifenben Uebels, dieser fitttichen FaulniS fiiibct bas amtliche Organ ber russischen Regierung „in ber leichtsinnigen Pro-paganba eines gewissen Theils ber russischen Tages-literatur, in ber irrigen Aussassung von ber Be-stimmung bes weiblichen Geschlechtes in der Fami-lie, in ber Gesellschast sowie in den Verlockungen der mobemen Jbeen." Als ber Herd bes Uebels, von wo eS sich gesahrbrohenb ausbreite, roirb vhne roeiteres die jfirichcr Hochschule bezeichnet, bie bis jetzt als ernste Pflegestatte ber Wiffenschaften auch in Ruhlanb eines hohen Ruses sich crfreute. „Zu Aiisang ber Sechzigerjahrc — schreibt ber russische „Regierungsanzeiger" — gingen einige junge Russinnen ins Auslanb, um Vorlesungen an ber Hochschule in Zurich zu horen. Ansangs roar bie Zahl berselben roohl beschrankt, aber in ben letzten Jahten wuchs fie in raschem Verhiiltnisse, so bah gegenwartig mehr als Hunbert Russinnen an der genannten Universitat unb an ber dortigen poly-technischen Schule gezahlt werben. Jnzwischen kamen ber russischen Regierung immer unangcneHmerc Mit-theilungen fiber bie Aussuhrung biefer weiblichen Stubenten zu. Gleichzeitig mit ber Zuuahme ber Zahl russischer Stubentinnen in Zfirich wcihlten bie Ffihrer ber russischen Fluchtlinge biese Stabt zum Mittelpunkte ihrer reoolutionarcn Propaganba Ieuilleton. Der Giststoss unb der Arzneikorper der Lust. p . Es ist eine uralte (šrfahrung, bah bie freie r1" einen wohlihatigen Einfluh auf ben franfen ^ganismuS ausfibt, bas Aussehen bessert, bie ^'Uskeln fester macht; es ist nicht minber eine fast allgemein gewordeue Erkenntnis. dah dutch ununtcr-brochenett Aufenthalt in geschlossenen Ranmen, also auch durch aiibauernben Aufenthalt in unferen besten Wohuungen, Blasse bes Gesichtcs, allgemeine Mat-ugkeit, Herabsetzung der geistigen Leistungsfahigkeit und ber Wiberstandskraft gegen erfaltenbe Einflfissc fcrutsacht unb schliehlich, wie man in ben Gefcing-n*ffcn leicht beobachteu fatin, bie Gefunbheit, sei es unter ber einen obet anbemt Krankheitssorm, vollig untergraben unb zerstort wirb. Wir fragen uns, wie es mLglich ist, dah tin jttischeinenb so gleicher Ki-rper, roie bie 8uft, inner-?«lb unb auherhalb bet Wohuungen so verfchiebene, » entgegengefetzte Wirkungen hetbeiffihtt. Berschiedcne Wirkungen an unferem Kotper konnen nur burch vetschiedene Stoffe, welche er auf-genommen hat, verursacht werden, unb so schliehen wir beim roeiter, bah bie Luft innerhalb unb auher-halb bet Wohnungen, trotzdein dieselbe gleich erscheint, gleich sarb-, geruch- unb geschmacklos [ein !ann, in ihrer Zusarnmensetzunq roesentlich tierschieben sein muh, und so sordern roir denn mit Recht, roeil diesc Uitterschiede nicht in unsere Sinne fallen, dah die Wiffenschaft, welche mit einer groheren Kraft des Gebankens, mit beroaffneten Sinnen orbeitet, biese geheimnisvvllen, verborgenen Unterjchiebc auf-bcckt unb moglichst in ben Bercich ber Sinne bringt. Als in beit letzten Decennien bes votigen Jaht-hunberts ertannt rourbe, bah bie Luft ein Gcmenge von Luftarten sei, bah fie aus zwei Gasen bestehe, aus Sauerstoff unb Stickstoff, bah Sauerftoff bet wesentlichste Bestanbtheil set, zu bessen Verbiinnung ber Stickstoff bieite; als weiter ertannt wurbe, bah Einathmen nichts anberes heiht, als Hunger nach Sauerstoff haben unb bicfen Hunger je nach ber Beburfnislage des Korpers stillen; als ertannt wurbe, batz ein Erwachfenet in 24@tunben weit fiber 1000 Quart, ungefShr 48 Kubitfutz Sauerstoff zu seiner Existenz nothwendig hat unb bah wir kaum ffir Augenblicke ben Sauerstoff entbehren tonncn, ohne in Gefahr zu gerathen, dent @rftitfuni)6tobe zu vet-fallen, da nanntc man schon bamals ben Sauerstoff bie Lebensluft. Nach ber Erkenntnis biefer Thatsachen glaubte man cine Erklarnng fiir bie entgegengesetzten Wir-luiigett ber freien unb ber eingeschlossenen Luft leicht fittben unb beweifen zu konnen. Man fagte sich: In ber freien Luft roirb hochstwahtscheinlich verhiilt-nisinahig viel Sauerstoff unb wenig Stickstoff, in ber abgefchlofsencn Luft wirb urngekehrt hochstwaht-scheinlich vethaltnismahig wenig Sauerstoff uttb viel Stickstoff sein. Allein bie Untersuchungcn bet Luft bet hoch. sten Hohen, ber tiefften Tiefcn, ber Serge, Felber, Walder einerseits, bie Untcrfuchung bet Luft geschlos-sener Rtiume, nberffilltcr Theater, Kitchen, Concert-sale anbererseits ergaben ein ganz anbercs Resultot, als man nermuthet hatte. Es steflte sich heraus, bah allfiberall Sauer-ftoff unb Stickstoff in ein ein ganz beftimmten unb glcichcn VerhaltntS vorhanben waren. An alleit Or-ten, zu alien Zeiten, uuter alien fflebingungen ergaben bie Untetsuchungen ein Ffinstel Sauerstoff unb Diet Ffinstel Stickgas. und scheuten keinerlei Bemuhungen, um die russischen Studentinnen in ihre Bestrebungen hineinzu-ziehen. Unter ihrem Einflusse wurden die ernsten Studien zuruckgedrangt, um einev unfruchtbaren po-litischen Agitation Platz zu machen. Unter der russischen Jugend beiderlei Geschlechtes bilden sich ver-schiedene politische Parteien der extremsten Schattic-rung. Eine slavische social-demokratische Gesellschaft, ein slavisches Revolutionscomits sowie eine slavische und eine russische Abtheilung der „Jnternatianale" wurden in Zurich begriindet, und nicht wenige jnnge Russen und Russinnen wurden Mitglieder dieser Ge-seilschaften. In der in Zurich bestehenden russischen Bibliothek werden Vortriige ausschlietzlich revolulio-naren Charakters gehalten; die „Verschworung Pu-gatschews" (der grohe russische Bauernaufstand unter dem Abenteurer Pugatschew, der sich fur Czar Peter III., ausgab, unter Kaiserin Katharina II. [1773], ein Aufruhr, der ein paar Jahre dauerte und iiber 100.000 Menschen das Leben kostete. Gutzkow hat Pugatschew znm Helden eines Dramas gewcihlt) und die „franzosische Revolution" find die gewohnlichen Themata der Vortragenden. Der Besuch von Arbeiterversammlungen ist zur taglichen Gepslogenheit russischer Madchen geworden, selbst folchcr, die nicht so weit der deutschen Sprache mctchtig find, um das, was dort gesprochen wird, zu verstehen und mit den Erlauterungen ihrer Freun-dinnen vorlieb nehmen miissen. Die politische Agitation reitzt die jugendlichen unerfahrenen Kopse mit sich fort und fiihrt fie auf salsche Bahnen. Sie unterliegen dem Einflusse der Fuhrer der Emigration und werden in ihren Handen zu willenlosen Werkzeugen. Einzelne von ihnen reisen jahrlich mehr-malS von Zurich nach Rntzland und wieder zuriick und brfSrdern Briefe, Auftrage und Proclamationen, nehmen also an einer verbrecherischen Propaganda lebhaften Antheil. Andere lassen sich durch die Communistentheorien von der „freien Liebe" irrc-fflhren, und unter dem Schutze einer fingierten (She treiben fie es im Vergesfen aller Grundprinzipien der Sittlichkeit, weiblichen Zucht und Kenschheit bis zu den autzerften Grenzen. Einige von diesen Madchen find so ties gefallen, datz sie denjenigen Theil der Entbindungskunst zu ihrem Specialstudium er-hebcn, welcher in alien Landern criminalrechtlich tier-solgt und von alien anftandigen Leuten mit Ver-achtung geftraft wird. Ein fetches Sinken dcr Sitt-lichkcit kann nicht ohne ernste Erwagung vonseite der Regiernng bleiben. Man barf nicht vergesfen, datz diefe Frauen fruher oder fpater nach Rutzland zu-tfidfehren, Frauen, Mutter und Erzieherinnen werden. Man barf der fiircht«rlichen Frage nicht aus-weichen: Was fur ein Geschlecht werden btefe Frauen Fur die friiheren Hilfsmittel der Wiffenschaft tear das Rathfel der entgegengesetzten Wirkungen der freien und abgeschlosfenen Luft nicht zu losen, und vatz diese LSsung nicht leicht war, geht daraus hervor, datz trotz der grotzen Fortschritte der Natur-wiffenfchasten erst jetzt eine Losung errungen ist, welche auch dem einleuchtet, welcher mit tieferen na-lurwifsenfchaftlichen Studien sich nicht befatzt. Datz bitfc Losung in einer allgemein verstandlichen Weife vitiglich und sinnfallig zu demonstrieren ist, gibt die Berechtigung zu cincm popularen Bor-ttage. In der Lust gibt es Ileinfte Wesen, dem un-brwaffneten Auge nicht sichtbare Organismen, welche Bibrionen genannt werden. ES wird fpater gezeigt werden, wie sie als folche sichtbar zu machen find. Wir oerdanten Pasteur, dem parifer Forfcher. ten Beweis, datz diefe Bibrionen die alleinigen Er. teger der Fiiulnis find. FSulnis nennen wir jene Zerfetzung, durch welche stickstoffhaltige pflanzliche oder thierifche Stoffe in giftige Korper zerfallen. Wenn Eingemachtcs mit dicken Lagen Watte forgfaltig bedeckt wird, so dringen wohl die wesent-lichen und die zufalligcn Gase der Luft, also autzer heranziehen? Die Staatsregierung barf nicht der gleichgiltige Zufchauer der moralischen Zersetzung, wenn auch nur eines Theiles dec russischen Gesellschaft sein. Sie erfennt es als ihre unumgang-liche Pflicht, mit dem Uebel zu kampfcn, und sie hat alle von ihr abhangigcn, vorzugsweise jedoch blos vorbeugenden Matznahmen zu ergreifett be-schlosfen." Diefe Matznahmen bestehen'nun zuerst darin, datz es in Z^kunst denjenigen Russinnen, die auf auslandischcn Anftalten hohere Studien gemacht haben, bei ihrer Ruckkehr in die Heimat unmoglich gemacht wird, sich eine Stellung zu erringen, soweit die Macht und der Einflutz der Regierung hiebei cinwirken fonnen. Und datz Macht und Einflutz des despotischen Regiments in Rutzland keine Schranken kennen, diirfte bekannt sein. Um so be!lagenswerther mutz der Freund des Fortschrittes die Ausschreitun-gen der russischen Jugend finden, falls es sich damit wirklich so verhcilt, wie sie von ernster ©telle ge-schildert warden, da sie nur cine strammere Anzie-hung des Regimented, Knebelung der Preffe unb hermetifche Abschlietzung Rutzlands gegctt alle frev heitlichen Jdeen der Neuzeit zur Folge haben konnen. Politische Rundschau. Laibach, 19. Juni. Inland. Die Aussicht, datz bit Fob era-listen aller Farben in ben reformierten Retch«, rath eintreten werben, gewinnt tmmer uiehr An-haltspunkte. Selbst bus „S8aterlanb" gibt bte Wahr-scheinlichkeit bes EintritteS der Ezechen und Fevdalen in das kiinflige Abgeordneienhaus zu. „Die Beschickung oder Nichtbeschickung des „Reichs"-Rathes — meint das feudale Organ — das ist nicht die Eardinalsrage. Die FLberalisten waren unter ge-wissen Bebinbungun auch zu pohenwarts Zeiten ge-neigt, ben „Reichs"-Rath zu betretcn. Die Frage ist eben, wo bos centralistische System am sichersten unb erfolgreichsten bekampft werben kann, im „Reichs"-Rath ober autzerhalb besselben? Unb biese Frage lasjt- sich heute besinitiv noch nicht beantworten." Durch bic Wahlreform biirfte biese Frage benn both enbgiltig entschieben sein, unb zwar im Sinne bcr ReichsrathSbeschickung burch alle Fractionen ber staats-rechtlichen Opposition. Ober glaubt bas „Bater-lanb" bic Fahne ber Fnnbamentalartikel noch ferner in ben Lanbtagen entfalten zu kSnnen? Ein in Ofen abgehattener Minifterrath hat iiber ben Termin ber Bubgetb ebatte im un-garifchen ReichStage entschieben, indem die sosortige Berhandlung des Budgets beschlossen wurde. Zwischen den Fuhrern der Rechten und Linken fan-den Eonserenzen ftatt, in welchen man sich dahin Sauerstost, Stickstoff auch Kohlenfiiure, Ammonia! u. a. durch die Watte, allein bic Bibrionen als, wenn auch autzerst Ileine, so both feste Korper bleiben auf unb innerhalb berselben, fie bringen nicht zu dem Jnhalte des Gefatzes. Die Folge dieser leicht zu veranftattenben Borrichtung, burch welche bie Luft filtriert, gereinigt wirb, ist bie, batz jede Faulnis vollstiinbig verhiitet wirb. Alle bie efeln Bilber ber Faulnis unb Berwefuug, welchen wir an ben Leich-namen ber Pflanzen und Thiere begegnen, werden einzig und allein durch jenc kleinsten Beimengungen von fester Befchaffenhelt und niemals burch bit Gase ber Lust verursacht. Datz biese Beimengungen organischer Natur sinb, wird burch ihre Ftthigteit, sich zu vermehren, bewiesen. Die Bibrionen sinb, wie alle Wesen ffetnftcr Gattung, einer unmetzbar grotzen Bermehrung ffihig unb fie roiirben balb bas freie Luftmeer in einer Weise erflillen, batz alles pflanzliche und thierifche Leben trstickt wurde, wtnn nicht in dem grotzen Haushalte der Natur ein GaS, eine Lustart unaus-gefetzt produciert wurde, welches berufen ist, die Bermehrung ber Bibrionen in gewiffe Grenzen ein-zuschranken und nur bis zu einem gewissem Grade zu dulden. (Fortsetzung folzt.) einigte, in keinem Theile deS Budgets Ueberschrei-tungen dcr fiir das lausenbe Jahr votierten Posten zu bewilligen. Jnfolge biefer stricten Abmochung hofft man, in fiinf bis sechs Tagen mit ber ganzen Šubgetvcrhonblung — ausgenommen bie auf bie Herbstsession verschobene Berathung bes Bedeckungs-mobus fur das „nnsterbliche Deficit" — fertig zu werden. DaS kann aber heute fchon als ausgemacht betrachtet werben, batz bas thatfachliche Deficit bas praliminierte um ein Sebeutenbes iibcrtrcffen wirb. Der Getreiberost unb bie Krife werben einen un-heilvollen Einflutz auf bie Steuereingange uben; verweigert boch heute bereits bas deakistische bere-gher Comitat die Mitwirkung bei Steuerexecutionen mit dem Hinweis, datz die Bevolkerung fiir ihre Producte kein Geld erhalten kann. In Pest hat am 16. d. auch eine zweite Eon-ferenz der von dem Justizminister einberufenen Just izreform-Enquete stattgcfunden. Als hoch-, bedeutendes Zeichen ist bie Meldung zu verzeichnen, datz die Majoritat der Enquetemitglieder sich fiir die theilwcife Reception des osterreichischen burger-lichen Gesetzbuches aussprach, besselben Gesetzbuchcs, welches von ben Jubexcurial-Eonferenzen 1861 in chanvinistischer Uebereilung iiber Bvrd geworfen wurde. Nur Professor Hoffmann, der als Vater eines unbrauchbaren Civilgesetz-Eutwurfes fiir seine eigene Schopsung interessiert ist, opponierte begreif-licherweise. Auslaud. Die Aussichten fur bas beutsche Pretzgesetz beffern sich wieber. Fiirst Bismarck hat in seiner letzten parlamentarischen Soiree bie Gelenheit beniitzt, um seine Solidarilat mit dem Gesetze formlich abznlehnen. Er gab namlich gele-gentlich zu verstehen, datz er die Berantworllichkeit fiir das von ber preutzischen Regierung eingebrachte Pretzgesetz nicht iibernehme und dies noch vorkom-mendenfalls offentlich auszusprechen ketnen Anstand nehmen werde. Daraus leitet man die Hoffnung ab, datz der Justizausfchutz bes Bunbesrathes bie argften Anstotze bes Gesetzes befeitigen unb es u«*er solchen Umstanden fiir die Annahme geeigncter machen wiirde. Freilich mit den Wunschm der Ptefst wird es dann tmmer wohl noch nicht ganz zusammen-treffen, aber ein gegenstitiges Compromitz ist dadurch wenigstens angebahnt. DaS officiose Organ deS fchweizer BundeS-rathes, „der Bund", antwortet auf den russischen Ukas iiber die Studentinnen auf der Universitat Zurich. Der „Bund" widerlegt Satz fur Satz die Argumente des russischen ..Regierungs-Anzeigers" unb schlietzt: „Dtr Ukas ist, wie er vorliegt unb cerftanben werben mutz, ein Akt ber Defpolie unb ber grobsten Riicksichtslosigleit gegen bie gut-beleuntundeten Anftalten unferer freien Schweiz, ein fchamlofes Machwerk der Berteumbung nicht allein gegenuber einer achtungswerthen Gesellschaft junger Leute, sondern auch gegenuber uuseren schwei-zerischen Lehranstalten unb ihren Lehrern, unb ein Faustschlag ins Gesicht ber Autoritat ber 2Bifsetv fchaft unb bcr Freiheit ber inbioibueflen Ausbil-bung." Diefe Sprache latzt an altschwcizcrischer Deutlichkeit mchts zu wLnschen ubrig. Die Angelegenheit des radicalen Dcputicrten Rune fteht gegenwartig zuVcrf aillcs im Bor« bcrgrunb unb bilbct ben Gegcnstanb aller ErSrte-rungen. Die gesetzliche Berechtigung zu cincm 0e‘ richtlichen Borgehen gegen Ranc, mag je nach Parteistanbpunkt zugegeben ober beftritten werden, bie Opportunist und ber politische Bortheil ctner solchen Matzregel werben ober von ben ruhigej benkenben Kopfen aller Parteien entschieben in Abrede gestellt. Ranc ist ubrigene nicht gcwillt, seinctt Frcnn-ben ben Gefallen zu thun unb sich burch eine R-i>e ins Auslanb bem Kricgsgcrichtc zu entziehen. & blcibt unb wartet ben weitern Berlauf ber Dinge ab. Das in ben Cortes am 13. d. verlesene Programm des Bersohnungstninisteriurns macht kein Hehl aus dem Ernst bcr Cage unb spricht inS' besondere Billigung der Matzregeln aus, welche die ftrettge Bestrafung jeder Verletzung militarist61 Disciplin ins 2lu(,e fassen. Die Regierung erkliirt sich auher stande, vor erfolgter Organisation der Foderativstaaten ein Budget vorzulegen. Das Deficit werde sich anf dritthalbtausend Millionen Realen belaufen. Bom Ende bes Juni an wurden auf die Carlisten die Kriegsgesetze in Anwendung gebracht toetben. „Die Bewohner ber Antillen werben sich berselben Freiheit erfrenen, wie diejenigen ber Halb-insel. Die Sklaverei wirb abgeschaft." Brtreffs ber clonomischctt Reformen erfennt bie Regierung bit Nothwenbigkeit an, bie Sage fcer arbeitenben Klassen zu oerbessern; fie ertlart sich ftir bie Einrichtung gemifchtcr Juries aus Arbeitgebern und Arbeitern und beiont bie Nothwenbigkeit, bie Kinderarbeit in ben Fabriken burch Vorschriftcn zu regetn. Die Fertig-stellung ber neucn Verfassung miisse beschleunigt werben unb es empsehle sich, bie funftigen Grenzen der einzelnen Staaten binnen moglichst kurzer Frist feststellen zu lassen. „Bor alien Dingen" — heiht es weiter — »miissen wir beweisen, dah wir weber tine Gcsahr fur Europa noch fur uns selber finb. Wir miissen bie Republik untcr alien Umstanden retten." Als jiingst bas Project bes Herrn v. Lesseps, Orenburg an ber Wolga burch eine quer burch Sen* tlal-A sien gehende Eisenbahn mil Peschawur in Jndien zn verbinden, auf bas Tapet gebracht wurbe, hieh es, dah Ruhland zugegtiffen unb sugar bie Tra-cierungskosten herzugeben gewillt war. Wie bas in London erfcheinenbe ..Eastern Budget" in Ersahrung bringt, beruht biese Meldung auf einem Jrrthum. FSr stratezische Zwecke halte bie russische Regie-rung bie Herstellung cincr Eisenbahn von Petrowsk am kaspischen Meere nach Teheran zuncichst far bringenber. Bekanntlich ist eine anbere Linie, welche bon Baku via Tiflis ebenfallsnach Teheran laust, bereits im Baue begriffen. AlleS bcutet barouf hin, i>ah bie persische Hauptstadt in Balde ber am wei« testen vorgeschobene ..politische Vorort" Ruhlands [eiit wirb unb ber Schah-in-Schah, ber ..Konig ”et Konige", sich mit bem Gedanken vertraut machen wutz, dah auch tiber ihn noch ein Hoherer in Petersburg zu dispouieren hat. Zur Tagesgeschichte. — (Friedrich von Raumerf.) Wenig Sage nach ber hnndertjShrigen Jubelseier Tiecks, seines innig getiebtcn FreunbeS, starb am 13. b. zu Berlin Friedrich v. Raumer, finer ber fruchtbarsten beutschen Geschichtsforfcher der Gegenwart. Raumer, am 14. Mai 1781 zu WLrlitz bei Deffau geboren, eine slide, vermittelnbe, nach keiner ©cite ausschrei. tenbe Natur, fleitzig, tiichtig unb ausbauernb, hot zwei ^enjchenaltcr hindurch sein deutscheS Vaterland burch a“e Politischen Phasen begleitet unb war immer bet rafllofe Gelehrte, ber ebelftnnige Diplomat und bet seine Weltkenner. Er hatle dutch Amerika, Frankreich, England und Jtalien auch grohe Reisen, zum Thcil im Dienste seiner Wissenschast, gemacht. Ohne Reb-»'tbegabung, fonnte er weber im beutschen Reichs-^atfauiente von 1848 bebeutenb wirken, bas ihn auch CcShatd als Vertreter nach Paris ecnannte, noch als «hxet ber Geschichle, als welcher er vicle Jahre an ct Jetliner Uniocrfittit docierte, tiesen Eindruck her-6°tbtingeit. Doch haben Ernst, GrUndlichkeit unb Leich-^gleit ber Methobe burch ihn grotze FSrderung erhal-ten. Untet feinen zahlreichen Werken hat bie „Ge-fchichte bet Hohenstaufen" seinerzeit viel Gliick ge-uiacht, besonderS wurbe der eine Banb, bet nut Kaiser Friebrich II. behanbelt, sehr gepriesen. In der That enthfilt auch gerabe bieser viel beS Gediegenen unb Musterhaften in ber Darstellung. Ranke bereiiete ihm cine allerbings gcfahrliche Concurrenz unb begriff ett Zug ber Zeit beffcr, indem er ausschliehlich bas '-chzehnte unb siebzehnte Jahrhunbert zum Gegenstanb ^ner cingchenben Darstellungen machte. Aber auch Ubet biese Periode hat Raumer burch seine ..Pariset -oticfe" viel Licht verbreitet. Sein feit mehr als Viet-r'g Jahren (feit 1830) ununtcrbrochen fortgefllhrteS "HistorischeS Tafchenbuch" enthLlt viel schatzenSwertheS unb h„t viel bazu beigetragett, ben historischen Sinn in Deutschlanb rege zu erhalten. Selbst mit einer Li-tcraturgefchichtc hat uns Raumer beschenkt. Aelter als ber UrgreiS Humbolbt (1769 bis 1859) starb Raumer in feinem zweiundneunzigsten Lebensjahre. — Pe r Vsloc i psd e zur WeltauSstel -lung. Wie man unterm 12. b. M. auS Mailanb fchrcibt, hat an biefem Tage bafelbst ein Lombarde, Herr Enrico b'Jtalo, auf feinem Vslocipsde bie Rcifc nach Wien zur Ausstellung angetrcten. Es ist bieS nichtdie erstc folche Reife, welche Herr b'Jtalo unter-nimmt, indent derselbe bereits einmal itt brci Tagen auf biefetbe Wcisc von Genua nach Spezia unb von Spezia nach Volteta reiSte unb ein zweiteSmal in weni» ger als 15 ©tunden mehr als 100 Kilometer, von Florenz nach Bologna, zuriicklegte. — Die ©tabt Solothurm prangte zum Em-psange ber zahlreichen GLste am 15. b. im Festgewanbe. An ber llber bie Aare siihrenben Briicke war ein Ttiumphbogcn angebracht mit ber Jnschrift: Seid uns roiflfommen, Schweizerbriider, Und laht end) ruhig bei uns nicber. Die Lust ist frifeb und vein der Ort, Der Bischof und sein Kanzler fort. Von ben anberett Jnschristen fllhtcn wir noch folgenbe an: Was sich gelobt einfi unsrc Ahnen Auf Riitlis heil'ger Freiheitsflur, Ruft tout uns zu mit cniftem Mahnen: Mehr Licht macht heute frei euch nur! Encyklica und Syllabus Dem Schweizer eine harte Nutz! Er fagt bazu: Non possumus. — Die brafilianifchcKabel-Expcbi-t i o n ist, wie auS London gefchrieben wirb, ebett im Begriffc, aufzubrechen und eine wichtigc tclegraphifchc SSerbinbung hctzustellen. DaS Kabcl soli entlang ben Klistcn von Pernambuco unb Para unb respective bis zum Rio Granbe unb St Thomas in Westinbien ge« legt werben. Die neue Kabel-Expebition untcrfchcibct sich in vielcn Bcziehungen von ben friihern, unb wir crwahncn beispielsweise hier nur, bag diesmal ein direct zur Kabellegung gebauteS Schiff, bet „Hoopet", zur Anwenbung kommt. ErwahnenSwerth ist noch, dah bei biefem Kabel die Hoopet'fche Srsinbung aboptiett worden ist; die ElektricitatS-Leiter find namlich dutch Guttapercha isoliert. Local- unb Provinzial-Angelegenheiten. Origiual-Correspovdeaz. Unterkrain, 17. Juni. (Unfete ©chut« zust S n d e.) Mit 1. Oktober l. I. tritt also bie neue Schulorbnung im tzcrzogthurn Krain iuS Leben, mit welcher endlich auch die uioterielle ©teUung ber Lehtet aufgebestert werben soll. Es ist nur billig, bah unferc ©chullehtet enbltch vom klcricalcn Jochr besreit unb einer wUtbigercn LcbenSstellung zugefiihtt werben; eS wiite abet auch zu wiinschen, bah man gteich beim Beginnc ber neucn Orbnung oer Dinge mit ben alien MiSstSnbcn aufrtiumte, alte untougliche Schullehrer pensionieite unb frifche firSfte an berett ©telle fctztc. Drastisch gcnug hat die Rummer 120 bes vcrchrten „Laib. Tazbl." burch Thatsachen, benen nirgenbs widcrfptochen wurbe, nachgewiesen, aus welch niebriget ©tufe ber Bilbung noch gar manche unfeter Lanb-schullehrer sich besinben, unb gerate folche sitzcn schon zu zwanziz unb brcihig Jahten auf einem Posten, unb tvarum? Ja roeil sic gutc Mehner ftnb, unb bas war bisher in Krain bie Hauptfache. So longe bie ©chute sich in ber Obhut ber guten Mutter Kitche befanb, brauchte bet Lehrer nur bem Pfarrherrn ober seiner Witthfchafterin zu Gesichte zu stehen, urn das toeitere brauchte er nicht beforgt zu fein. Wer hat sich auch datum bekiimmett, ob die Kinder auher der Chtistcnlchte auch was andcrcs lernen ? Jch kenne ©chullehtet, benen bie ©chule zeitlebens bas legle war, urn was sie sich Ilimmertcn. ©ie gingen ihrett PtivatbefchLftigungcn nach, reisten nach Unterkrain ober Kroatien zum Weineinkaufe, blieben wochenlang aus, ohne sich urn bie ©chule nur umzufehen. DaS Volk befchwerte sich wohl barttber, ober ber Schullch. ret ftanb beim Pforret gut angejchtieben, wuhtc sich bei biefem einzufchmeicheln, in vielcn Dingen unent- behrlich zu machen. Der Pfarrer hinwiebetum deckle ihn mil bem Mantel chtistlichet Liebc, unb ber Lehtet genoh sogar ben Rus bes fleihigstcn unb pflichteifrig. sten SchulmanncS wcit unb breit. Unb so gibt e6 heute noch manche Jugenbbilbnet — sit venia verbo — welche die ormen Bauetu als eine wahtc Strafe GotteS anfehen, die ihnen daS gonje ©chulweseu vcr-leiden, weil sie bei der theilS unfahigen thcilS noch-taffigen Leitung deSfelben einen Nutzen flit ihte Kinder nicht abfehen wollen. Konnen doch Kinder, die vier bis fiinf Jahre die ©chule befuchen, oft noch nicht lefen und fchreiben. Und gerabe folche Schullehrer leben in ber feflen Ueberzeugung, bah sie auch bei ber neucn Schulorbnung im geheimen ben Meh-ner* unb Organistendienst weitcrsiihr-n konnen; wirb sie doch der Pfarrer, der alleS im Ottsschultalh gilt, in Schutz nehmen, da sie bei einer Gastctci im Pfatt-hofc so gcschickt aufwarten, am ©onntag beim Hoch. amte ihr „Kyrie“ unb „ Gloria in excelsis" so voll-tiinenb fingen konnen. Sein Mcnsch wirb ihncn bie gewohnten EoHecturen unb anberen bisherigen GcbLh-ren zu ben vier- ober flinfhunbert Gulden Besoldung sttcitig machen dilrftn. Wenn man nun daran geht, die materielle Stel-lung ber Lehrer zu ocrbeffcrn, so finbet bie« jebetrnantt gonz in ber Orbnung, nur gehert bie Wiinsche bet Einsichtsvollm unb Berstonbigcn im Bolke bohin, boh bie Lehrer kiinftig angcwiefen werben, fUr ihre eigene Fortbilbung bestrebt zu sein, boh sie fortan ganz ihre« Betufe leben, auf bah bas Bolk sie nicht mehr at« Drohnen, als nntzlofe Zehrcr on feinem Gute onzu-sehen brouche, sondcrn ihncn ihr thcucrstcS, ihre Kinder in ber Ueberzeugung anbertraue, sic werben bie* felben zu niitzlichen Gliebern ber Gefellfchaft heron-bilbett. Wenn heute noch bie ©chule in Krain auf einer niebrigen ©tufe stcht, im Volke wenig ober got fein VerstanbniS flit bie Nothwenbigkeit einer tiichtigen ©chulbilbung hetrfcht, bie Lehtet Strains tragen einen bedeutenden Theil der ©chuld an biefen bebauerni« werthen Zustauben. — (Grttennungen.) Der k. k. ObertandeS-gerichtStath Herr Fronz Krorner in Graz wurbe zum Hosrothe bes obetsten GetichtShoseS unb bet k. k. Forst« inspector Herr Lubwig Dimitz zum Forstmeister bei bet Forst- unb DomLnenbirection fur Krain, Kllstenland uud Dalmotien crnannt. — (Aus dem BeteinSleben.) Bei bet am 16. Juni 1873 obgehaltenen Generolversomm-lung bee laibachcr FrauenvereinS zur Hilfelei-stung slir verwundcte und Ironic Ktieger, donn jut Unletstlltzung ber invalid gewordenen ©otdaten unb deren Witwen unb Waisen wurbe beschloflen, bos Bet-einSjaht in Zukuuft stall wie bisher mit Ende April mit Enbc Dezember jeben JahteS abzufchlietzen, unb S wurden bie in bet Oencraloctfammlung am 25ten Juni 1872 gewahtfen Mitgliebet bes VcreinS-auSschuffeS unb BorstandcS zur FortfUhrung ihtet Functioncn bis zur im Jonner 1874 obzuhaltenden Oeneraloerfammlung bestatigt. — Der JahrcSobschluh zcigt nebst ben im VeteinSmagazin erliegenben Cor* rSthen einen BctmLgenSstand in Obligations im Ncnn-werthe von 11.600 fl., bann ein in bet VereinSkaffc, in ber laibachet ©patkaffe unb bei bet Filiate bet steierm&rkifchen Escomptebonk disponibcl ctlicgcnbes Borverwvgcn pet 1228 fl. 33 It., fomit gegen bas Votjoht eine Vermtigensbermehrung nm 142 fl. 73 It. Mit Rllcksicht auf ben gllnftigen BermLgenSstond wurbe in AuSsicht gtnommen, nebst ben gemSH ber Sereins* wibmung am 18. August t. I, ate bem GcbuttS-festc ©r. k. k. Apostotischen Majestiit bes Kaiser«, mit UntcrfilttzungSbettiigen ton je 39 fl. 90 It. zu betheU lenben zwolf Jnvoliben heuet noch UmstLnben noch mehtere, befonbetS orme unb hilfebtbUrftigc Bewerber entfprechenb zu bcbenfcn. — (21 us ber ktainifchen HanbetS-unb ©ewer betom met.) In ber letzten Sitzung beontragte bet KammerprLstdent Herr B. C. ©upon die Annohme nachfolgendet Resolution: „Dic kroinische Handels- unb Gewerbekammer wollc an bas hohc Hondelminifierium bie bringenbe Bitte stellen, bah: 1. dem sitdlichen Theile ber Monarchic kllnftighin hin-sichtlich bee Eisenbahnnetzes cine grotzere Pflege unb Mckstcht geroibmet, namentlich bieLaibach - Karlstad«. eventuell JosefSthal-unb lack-triester Eisenbahnprojecte in ber nLchsten ParlamentSsession zur Vorlage gebracht, 2. enblich ouch bie Frei-hafenfrage von Triest unb bie Einverleibung JstrienS in ben osterreichischen Zollverbanb in ernfie Erwagung gezogen werben miigen, 3. bie Einflihrung rines kaufmannischen Moratoriums unb eine Mo-'btftctecung ber Gewerbeorbnung btingenb noth-toenbig etfcheinen unb es baher wiinschenswerth fei, datz auch biefe beiben Fragcn im nachsten ReichSrathe zur Behanblung getangen miigen. Nachbem ber Bor-sitzende biefe AnllLge, soweit als es bie Zeit er» laubte, mil einigen Etldulerungen begriinbet unb die vollste Uebetjeugung dahin auSgesprochen hattk, datz fich seinerzeit Punkt fUr Punkt toetbe noch griinblicher wotivieren lasien, rourbe biefe Resolution einstimmig atigenommen. — Die Kammer trat in eben biefer Sitzung hinsichtlich ber Dor kurzem eingetretenen Bor fenfrife unb ber auS biefent Anlafse refuttierenben Nothwenbigkeit einefl ofletreichifchtn H a n d elSkam-m er t o g e 6 einhellig ben Anschauungen ber grazer HanbelSkammer bei. — (Einf^r hr von H a b e r n.)Der Minister beS Jnnein hat mit Erlah com 9. Juni bie Ein-, beziehungčroeife Durchfuhr ton Habern bei Rinder-pestgefahr auS einem Land, beziehungSweise butch ein anbereS Lanb unter »achstehenben Bebingungen gestat-tet: 1. Mutz ber arntliche Nachweis geliefett werben, bah bie betrcffenben Habern ber FabrikSwasche unter« zogen wurben. 2. MUffen biefetben in festen Leinen-sacken ober Ballen wohl verpackt zur Versenbung korn-men. 3. Dllrfen biefe Eticfe ober Ballen nur mittelst gefchloffener Eiscnbahnwagen verlaben werben unb miiffen letztere plombiert werben. Ter Transport von ber Station in bie Fabrik barf nur auf Wagen unb mittelst Pferbegespann stattfinben. ■—(BeiberVerlosung bes fieirifchen fi u n ft b e r e i n e 6) am 8. Juni 1873 hat mit Antheil-schein 6840.Nr. 7, Chavannes A. in Dlisselborf: Motiv tom Vierwaldstadlersee, Originalgemalbe, 290 ft, Herr Kupferschmieb in AbelSberg, geroonnen. Die Pra-mienbl&tler: „Viehtriinke" nach ©auetmann, unb Mofet E. „Mabonna unter Palmen" fmb gegen Abgabe ber Aittheilfcheine in ber VereinSkanzlei (9Zeugaffe Nr. 1) unb in TenblerS Kunsthandlung zu fceheben. Wer bas Pramienblatt birecte jugefchiit tclinfcht, wolle gefSQigjt feineWahl bekannt geben. Alle binnen einetn Jahre nicht behobenen Gewinste unb PramienblLtter fallen ten Statuien gematz bem Vereine zu. — (Der kleine Conducteur.) Allen Be-suchern bet WeltauSstellung empfehlen wit ben „fteinen Conbucteur", einen vollstiinbigen unb verlatzlichen wiener Fremdenfiihrer, bet im auSgebehnten Stratzenlaby. rinthe ber Resibenz ebenfo me in ben Raumen bes Welt-auSstellungsgebaubeS etwUnfchten Ausschlutz gibt. Der-telbe, im Verlage ton Rub. v. Waldheim in Wien etfchtenen, ertheilt AuSkunft Uber bie Vetkehrsanstalten liber Hotels unb Privatwohnungen, Speifen- unb Ge-triinketarife, Kasfeehiiufer, Restaurationen, bie verschie-bexten BehLrben unb Slemter, bie SehcnSwllrbigkeiten WienS, Theater unb SBergnUgungSorte, kurz liber allcs, was ben Befuchet bet Weltausstellung intereffieren kann, unb foftet mit einem SituationSplan ber Weltausstellung unb einem Plan bet ©tabt Wien nur 30 Kreuzer._____________________________________________________ Wittcrung. Laibach, 19. Juni. Morgennebel, vvrmittags Soiiiienschcin, bnnstig. Mit-tags schwaches Gcwitter ails SuKvest, urn 2 Uhr nachmit-tags ©emitter aus Oil mit hestiqem Wind. War me: Morgens 6 Uhr 15-5°, nachmittags 2 Uhr + 18.G° C. (1872 + 19’4", 1871 + 240°). Barom eter im Steigcn, 737-24 Millimeter. Das geftrige Tagesmittel ber Sarme + 18'5°, mit bem Normale iibcrcinflimmcttb. Berstorbene. Den 18. 3uni. SIntonia Sedaj, Lampenanzlinbers-linb, 8 I., Sadt Nr. jO, uni Felicitas Dolenz, Schneibers-tinb, 5 I., Karlstabtervorstadt Nr. 14, bride am Zehrfieber. — Viktor Strukel, Fleijchhauerslind, 5 M. unb 12 T., Polanavorstadt Nr. 24, Niicktritt dcr Masern. — Ernst Zeschko, Bankbeamtenskind, 1 '/2 I., St. PeterSvorfladt Nr. 22, Lungenlahmimg._____________________________________________________ Eingesender. Allen Kranken Kraft unb Gesundheit ohne Medizin unb ohne Kosten. Revalesciere du Barry uon Loudon. A eine Aranlheit betmag ber belicaten Revalesci8re dn Barry zu widerstehen, unb beseitigt dieselbe rchne Medizin unb ohne Kosten alle viagen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Dnisen-, Schleimhaut-, llthem«, Blasen- nnb Siierenleiden, Tuberculose, Schwindsncht, Asthma, puftcn, Unverdaulichkeit, Verstopfnng, Diarrhiien, Schlaflostgkeit, Schwache, Hamorrhoiben, Wassersncht, Fieber, Schwindel, Blutausstei. gen, Ohrenbrausen, Ueteltcit unb Erbrechen selbst wiihrend bet Schwan-gerschaft, Diabetes, Dielancholie, Abmagcrnng, RheumatiSmuS, Gicht, Bleichsncht. — AuSziige aus 75.000 Cerlifiealen fiber Genesungen, bie »ller Mebizin wiberstanden, werben auf Berlangen franco cingefenbet. Nahrhafler alS Fleisch erfpart bie Iievalescičre bei Erwachfene» and Sinbcrn fiinsziamal lhren PreiS in Arzneien. On Blechbiichfen »on ein Halb SBfunb fl. 1'50, 1 Pfb. fl. 2 50 8 Pfb. fl. 4 50, 5 Pfb. 10 fl., 12 Pfb. 20 fl., 24 Pfb. 36 fl. — Ke-ialeticifere-Biecuiten in Biichfen a fl. 2 50 unb fl. 4*50. — Revalescidre Chocolates in Pulver unb in Tabletten fiir 12 Taffen fl. 1'50, 24Taffen fl. 2'50, 48 Taffen fl. 4-50, in Pulver fiir 120 Taffen fl. 10, fiir 288 taffen fl. 20, fiir 576 Staffer fl. 36. — Zu beziehen burch Barry bu 8 arr y 6 Comp, in Wien, Wallflsoligasse Nr. 8,inLalbaob bei E. Mahr, fotoie in allen Stablen bei guten Apothelern unb S»e-lemHSnblctn; auch eerfenbet bas wiener Haus nach aUtu ®cfl«nbeu jegen Postanweifung ober Nachnahme. Lose -er XV. Stcrnts-Wohlthatigkeits-Lotterie, (Ziehung am 26. Juni 6. I., Haupltreffer 100.000 fl. Silberrente k 2 fl. 50 f'r.) ftnb zu beziehen butch Rudolf Flueli, W ecliselstube, (219-43) Graz. Sacksttatze Nr. 4. Brikflichc AusuLge ttictttn prompt effectuiert. Gebenktafel fiber die am 21. Juni 1873 ftattfinbenben Li-citationen. 2. Feilb., Grum'sche Real., Sadvor, BG. Laibach. — 2. Feilb., Susek'sche Real., Pelsche, BG. Laibach. — 3te Fcilb., @tibil’jd)e Real., Ustja, BG. Wippach. — 2te Feilb., Saiif’fche Real., Betzniz, BG. Laibach. — 1. Feilb., Remc'sche Real., Sadvor, BG. Laibach. — 1. Feilb., Ra-movs'schc Real., Brod, BG. Laibach. Bralitiit niidillSlttflcitfiirt in Karnten. Jnfolge Bewilligung des k. k. Landes- als Concurs-aerichles Klagenfurt werden die zur Rndolf Ulbiug'schen «oncursm»sse gehorigen Realitciten in Ebeuthal nachst Klagenfurt am 26. Juni l. I. vvrmittags 10 Uhr in der Amtskauzlei des k. k. stadt. deleg. Bezirksgerichtes Klagenfurt (Heuplatz, III. Stock) im offenllichen Berstei-gernngswege, jekoch nur um oder iiber dem Schatzuugswerlh pr. 23.645 fl. 60 kr. o.W. hintangegeben werden. Die ein Ganzes bildenden, am Futze des Sattnitzberges reizeud gelegenen Realitateu bestehen aus einem villaartigen Wohnhause mit 6 Zimmern unto Zugehor, Wirthschasts-gebiiuden, Grundsliicken unb Walduugen im beilaufigen Ausmatze von 32 Joch unb find nur eine Halbe Stunde von Klagenfurt entfernt, von wo zn deuselben eine gute unb bveitc Strahe mit eincr prachtigen 31 lice fiihrt; mit bctt Realitateu, bie fich mit Riicksicht auf bie eben augege-nen Eigenschaften zu eiiient angenehmen Sommeraufent-halte vorziiglich eiguen, ift cine vollkommen lieu hergestellte Kunstmithle im Betricbe, daun eine Kunstwollenfabrik unb Obstpresse. Die fiir bieselben verwenbete, zu ben Realitaten gehorige Wasserkraft, bie burch bas gauze Jahr gleichmatzig bleibt, eignet bie Realitciten zu jedem Jndustrieiintcrliehmen. Sckiitzungsprotokoll mid Licilalionsbedingnisse tbnnen tit ber Regislratur des k. k. stadt. deleg. Bezirksgerichtes Klagenfnrt ober in ber Kanzlei bes gefcrtigten Concurs-masseverwalters, bei welchem auch allfallige Ausktiuste ertheilt werden, eingejehett werden. Dr. Gustav Traun, (330—2) Concursmasseverwalter. Telegramme. Rom, 18. Juni. Die Konigin Isabella von Spa-nien mit Tochtcrn unb Gcfolge tourte am Bahn-hofe von zwei Pralaten cmpfangen unb bcgab sich in ben Vatican, wo feierlicher Empfang stattfanb. „Voce bella $crita" veroffentlicht eine Nebe bes Papstes beim Empfang be« Carbinalcollegiums, too« bei ber Papst bie fruheren Proteste wieberholle unb bie Ccnsuren gegen bie Usurpation bes Kirchenstaates unb ber Kirchenguter bestatigte, baruber sich beklagte, bah Rattazzi ohne bie Trostnngen ber Religion starb, bie Theilnahme ber Geistlichkeit _ in Alessan-brien an bem Leichenbegangnissc Rattazzis libel tier« rnerkte unb jebe BersohnungSibee zurlickwies. C. J. II il ličil 1111 „zur goldenen Quaste“ Laibach, llauptplatz, empfiehlt sein stets mit dem Neuesten gut sortiertes Lager von: Selden- und Woll-Crepin, Gallons, Quasten, Behange, Spangen, Woll- und Seiden - Fransen, sehwarz und farbig RepS, Atlas, Noblesse und Taffetas, sehwarz und farbig Seiden- und Baumwoll-Sammte, WqI1- ”nd Seiden-Plusch, sehwarz und farbig Nobl6888, Faille, Atlas, M0ir88e und Sammt-Bander, sehwarz, weiss und farbig Baumwoll-, Zwlrn-, Seiden- und Woll-Spltzen, weiss und sehwarz, glatt und fafonniert Seiden-Tull, '/. und '/. Blondgrund fur Brautschleler, Gaze, Frou-Frou, Hutschleler, liill' anglais, Batlst-Clair, Moul, Crepe-Llsse, geschlungene und gestickte Moul-, Batist- und Leinen-Strelfen, Mousselin, Organtln, Aermelfutter und Futterleinen, Sarslnet, Percail, Vor-hang- und Schlafrock-Quasten, weisse Vorhang-Halter, Mobel-Chenillep-Fransen und Crepin, Wagenborten, Lelnen-und Percail-Bander, Knopfe jeder Art, Selde, Zwlrn, Na-deln etc. etc. Bestellungen nach Auswarts werden postwendend expe~ diert und Gegenstande, die nicht auf Lager, bereitwi ig» besorgt. _____________(1^—bo) e» w =S 4S> e$ 3- «5 rr N Kltidcrmacher-Ajsocilllion in Laibach. Wir beehren mis bem geehrteu x.t. Publicum foroie ben geehrten Herrn Kunden hiemit die ergebenfte Anzeige zu machen, datz linser bisheriger Geschaftsfiihrer Herr Frauz Sark aus unsercm Geschafte^getreten ist und datz wir Herrn Anton Meršol als Geschaftsfiihrer unb ©ertreter nnferer Firma gewcihlt haben. Wir crlauben mis dem geehrten p. t. Publicum biejeit Wechsel mit ber Serftcherung bekannt zn geben, datz wir auch fernerhin alle geneigten Auftrcige prompt, solib unb zu den bitligften Preifeit aiisfiihren werben. Hochachtungsvoll (328—2) die Mitglieder der Kleidermacher-Association. E rr <-$ e» ■e; te h-* 05 Wiener Borse vom 18. Juni Staatsi'onds. i Geld j Ware Sperc. Rente, ofi.Paf. 68.501 68.75 bto. bto. oft. in ©ill). 73.901 7-1.— Lose von 1854 ....'—. — I —.— i!ofe von i860, gunjcilOZ.— 103.— Lose von I860, Fiinst. — Priimiensch. v. 1864 .136.— Grundentl.-Obl.j Steiermarl zu 5 pCt. Karnten. Stain, u. Kitstenland 5 » llngarn ju . . 5 „ «roat.u.Slav.5 „ Stcbenbilrg. zu 5 „ Action. Nationalbank .... Union - Bank .... Cietitanftalt .... fl. o. EScomPte-Ges. Anglo.-osterr.Bank . Oeft. Bodencred.-A.. Deft. Hupoth.»Bank. Eteier. Escompt.-Bk. Franco« Austria . . «ats. Ferd.-N-rdb. . Eildbahu- G-!-Mch-- eaif. Slis-beth.Bahn. «arl-«udwig-Sahn. . eieBcnb. «s-ubaha. Staat«bahu 995. |144.— 26 i.— 1040 194.— Pfandbricfe. Kation. 6.ZB. »ctlelb. Una. Bod.-Sredttanft. toe. »ft.8eb..6tditl. Me. is 88 3. rfldj. . 90 — 89.- 80.- 82.- 77.- 998.- 145.— 266.— 1050 195.- 97.— 2160 188.— 220.- 332!— 216.— 105.— 169. 89.- 84.50 100.86 87.- 98.- 2170 189.— 22l!— 333!— 217.— 156.— 161.- 80.— 84.75 100.75 88. Deft. Hypoth.-Bank. Prioritats-Obl. Siidb.-Ges.zu 50-> Fr. bto. Bons 6 p