PrLm>«er»tt»»«-Preise: Für Laibach: »anzMrtg . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 , 30 , Vierteltihrig . J,10, Monatlich ... — » 70 , Mit der Post Ganzjährig..........12 fl. Hal»t»hrig.......... 6 „ »terteljiihrig.......3 „ Für ßnfttünng i»< Hau« «erteil. 26 k., »enetl. 9 kr. Cintetne Wnmmetn 6 ix. Laibacher TJ ^agblall. Anonyme M'itheilung'n werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nickt zurilckgesendet. ««»actio«: Bahnhof,affe ttt. 16. * Juserateu-9tm«: «ongreßplatz Nr. S (Buchhandlung von Jg. v. Klein, mayr k Fed. Bamberg.) 3ufcrtUn«tirci|e: Für die einspaltige Petit,eile i 4 kt, bei wiederbolter Sin» Haltung k 3 lt. Anzeigen bi« 5 geile» 20 kr. Bei grlßeren JnseratK, Sfterer Einschaltung en chrnder Änbatl», Für complicierten Satz dere Vergütung. Nr. 297. Freitag, 28. Dezember 1877. — Morgen: Thomas B. lO. Jahrgang. Zur orientalischen Frage. Die Mitglieder des Drei-Kaiser-Bundes saßen einst in Berlin so fröhlich beisammen, batten einander so lieb und beschäftigten sich mit der Frage: wie die Türkei auf dem friedlichsten Wege um ihre staatliche Existenz zu bringen sei, da flog eine ^ombe in das trauliche Gemach des diplomatischen Trifoliums: England trat mit der Erklärung auf, daß es mit der geplanten Neuordnung der Dmge im Oriente durchaus nicht einverstanden sein könne, England lehnte das Berliner Memorandum ab. Heute steht ein neuer Plan auf der Tagesordnung, Rußland will mit der Türkei ohne Intervention fremder Mächte einen Separatfrieden abschließen, und wieder ist es John Bull, der eine Bombe in das Laaer des Drei-Kaiser-Bundes absendet und jenen Abmachungen, die dort projektiert wurden, seine Zustimmung versagt. Deutschland ist über das „Erwachen des britischen Soweit" nahezu entrüstet, Deutschland wirft die Frage auf: was England eigentlich wolle, ob es überhaupt berechtigt ist, etwas zu wollen, und ob es auch in der Lage ist, mit Forderungen hervorzutreten. Deutschlands Premier ist, darüber im Unklaren, wo und wann die englischen Interessen im Orient anfangen und wo uud wann sie aufhören: nicht minder unklar erscheint die englische Politik dem Repräsentanten unseres auswärtigen Amtes, während es denn doch auch noch heute ein in undurchdringlichen Schleier gehülltes Geheimnis ist, welche Interessen Oesterreich im Oriente verfolgt. In ungarischen politischen Kreisen gibt man der Meinung Ausdruck, daß es hoch an der Zeit wäre, sich der russischen Fesseln zu entledigen, Oesterreich-Ungarns Interessen seien in der Orientfrage ebenso zu vertreten wie jene Englands, und es sei der Augenblick gekommen, wo Oesterreich-Ungarn in Action zu treten habe. Die ungarische Presse, in erster Reihe der „Pester Lloyd," nimmt nahezu drohenden Ton an. Zwischen den Kabinetten von Berlin und London werden soeben vertrauliche Verhandlungen gepflogen, deren Resultat einen entscheidenden Einfluß auf die Gestaltung der Orientfrage üben und in letzter Instanz das Ende des lokal begrenzten Krieges bedeuten kann. England rüstet, und in Berlin beachtet man die Action Englands mit großer Aufmerksamkeit. Man fürchtet sich in Berlin vor der von England aus in Szene gesetzten Aggression, die Maßnahmen Englands gehen über das gewöhnliche Maß, womit man die Interessen zu schützen pflegt, weit hinaus, die englische Neutralität hat ihre Bahnen verlassen, England bildet neue Cadres, verstärkt den Stand seiner Regimenter und Geschütze, will sich von den drohenden Ereignissen nicht überraschen lassen und scheint sich Vorbehalten zu haben, im richtigen Augenblicke in geeigneter Form in das bevorstehende Konzert einzutreten. Die englische Presse constatiert, daß England bereit sei, alle zum Schutze der eigenen Interessen nöthigen Mittel zu bewilligen und die ausgiebigsten Opfer zu bringen, man hält die Vorbereitung für alle Möglichkeiten als durchaus geboten, Englands Regierung ist der Unterstützung des Landes in Bezug auf die Lösung der Orient» frage sicher. England geht in der Orientfrage nicht in übereilter, überstürzter Weise vor, sondern will nochmals vor die europäischen Mächte treten und ein Einverständnis ju erzielen suchen; sollte ein solches nicht zu erzielen sein, so würde England nur seine eigenen Interessen schützen und die Regelung der gemeinsamen Interessen Europa's dem übrigen Europa überlassen. Das im Jänner k. I. zusammentretende englische Parlament wird sich sehr eingehend mit der orientalischen Frage beschäftigen und bemüht sein, volle Klarheit in die Lage zu bringen. Heute können wir als sicher annehmen, daß England etwaigen Vermittlungsverhandlungen nicht ferne stehen will, jedoch gegen einen russisch-türkischen Separatfrieden unter allen Umständen Front zu machen gedenkt. Englanr Stellung. An Leben, die „Anhänge die „Abschaffung aller Heere"" auf die Tagesordnung ihrer Generalversammlungen mit dem Aufträge, daß England den Anfang machen müsse. Es geben sich Stimmen kund, die allen Ernstes fordern, daß England von der Theilnahme an der Regelung der orientalischen Frage nicht aus. Ieuisseton. Die Herrin von Kirby. Roman von Ed. Wagner. (Fortsetzung.) „Schlimme, sehr schlimme!" rief Edgar, noch immer athemlos. „Sie kamen an, als Sie nicht gar zu lange fort waren, und da ich fürchtete, Sie möchten wieder, wie gestern abends, mehrere Stunden hier bleiben, hielt ich es sür das beste, Ihnen zu folgen." „Olla ist doch nicht in Dublin?" fragte der Advokat, etwas Böses ahnend. „Schlimmeres — viel Schlimmeres!" „Sie ist in England — bei Sir Coghlan?" „Noch schlimmer! Sie ist nach Schloß Kirby zurückgekehrt und hat dasselbe in Besitz genommen!" Der Advokat war bei dieser unerwarteten Nachricht wie vom Schlage getroffen. „Olla zu Kirby!" nes er. „Das ist fatal. Sie wird uns noch Kummer machen. War denn die Gräfin nicht zu Haufe?" „Sie war ausgeritten, und als sie zurückkehrte, fand sie die Brücke aufgezogen und etsuhr, daß Lady Olla zurückgekehrt sei." „Das ist eine dumme Geschichte," sagte Mr. Kirby und machte ein sehr bedenkliches Gesicht. „Der Besitz macht beim Gericht neun Points aus, heißt es, und Olla ist im Besitz. Was für sie aber noch wichtiger ist, sie hat die ganze Dienerschaft und die Pächter auf ihrer Seite und wird ven Besitz behaupten, es Ihnen überlassend, Ihre Rechte vor Gericht geltend m machen. Die Sache hat eine ganz häßliche Wendung genommen." „Was ist zu thun?" fragte Edgar. „Wir müssen unsere Sache verfolgen bis zuNi äußersten!" ries der Advokat, und ein dämonischer Zug glitt über sein Gesicht. „Wir müssen alle drei morgen mit dem ersten Zug nach Kirby fahren, so daß wir am Abend dort ankommen. Sind wir aber dort, dann wollen wir mit List oder Gewalt, oder mit beidem zugleich, uns des Schlosses bemächtigen. Wir wollen die Sache bis zum Extrem verfolgen!" Sie beriethen noch längere Zeit und kehrten dann nach Dublin zurück, um am ändern Tage nach Schloß Kirby zu fahren. Es war am Nachmittag dieses folgenden Tages, also etwa vierundzwanzig Stunden nach Lady Olla's Heimkehr, als ein Wagen sich der Insel näherte. Die Brücke war noch aufgezogen, der alte Dollas beobachtete von seinem Stübchen aus die Straße, welche nach der Insel führte, und die Pächter hatten am Ufer entlang Posten ausgestellt, um jede mißliebige Landung von Booten zu verhindern. Es war eine Szene, welche an die Zeiten der Feudalherrschaft erinnerte, und die Stimmung der Inselbewohner war eine durchaus kriegerische; denn alle waren entschlossen, die Rechte ihrer jungen Herrin bis auss äußerste zu ver-theidigen. >P Der ankommende Wagen hielt vor der aufgezogenen Brücke, und der verwunderte Kutscher knallte mit der Peitsche und rief nach dem Brückenwärter. Dieser kam aus seinem Hause und fragte den scheltenden Kutscher: „Wer kommt da? Und was kann man wollen?" Dabei machte er ein ernstes und würdevolles Gesicht. las. „Eine Dame?" fragte der mißtrauische Dol-,Wer ist sie? Etwa die alte Gräfin?" Ehe der Kutscher noch antworten konnte, wurde der Wagenschlag geöffnet und Lady Helene sprang heraus. geschlossen werde, sondern thätigst mitwirke. Die englische Presse räth Rußland, seine Freude über den Fall von Plewna $u mäßigen und zu bedenken, daß das Zarenreich die furchtbarsten Prüfungen zu erleben haben dürfte. Rußland möge eines Besseren sich besinnen, denn es hat erschütternde Ereignisse, den Zusammenbruch seiner Finanzen und eine revolutionäre Bewegung im Innern zu besorgen.________________________________ Vom Kriegsschauplätze. Die „Agence Havas" meldet: Am Ja vor wurden die Serben mit Verlusten zurückgewiesen und von den Türken über die Grenze verfolgt. Bei der Brücke von B atin ist leichtes Eis. Bei Bräila begann der Eisgang so unerwartet, daß die Brücke weggerissen und 21 Pontons drei Werst weit weggeschleppt wurden. Die türkischen Truppen ziehen sich überall vor derUebermacht der Serben zurück, und die großen Schneeverwehungen erleichtern den Türken den Rückzug, da die serbischen Truppen wegen Mangels an geschulter und genügender Kavallerie den Feind nicht verfolgen können. Den „Daily News" berichtet man aus Erze-rum vom 25. d. M.: Die Russen schließen den Platz immer enger ein, und es werden scharfe Kämpfe erwartet. AuS Plewna, 17. Dezember, wird demselben Blatte geschrieben: Als Osman Pascha ausfiel, ließ er tausend Verwundete ohne Nahrung und Pflege zurück; die Russen nahmen sich derselben erst am dritten Tage nach dem Falle Plewna's an, folglich starben täglich ihrer Hunderte. Am 22. d. M. besetzten die Schützen des 154. russischen Derbent'scken Infanterie-Regiments, dann Sappeure und Kosaken-Sotnien die Dörfer Ketschk, Tofta, Gins, Tuwansch und Zitivok. Bei Besetzung Tojantscha's fand ein Geplänkel mit der türkischen Kavallerie statt, welche, 500 Mann stark, sich hinter Felsen verborgen hielt. Politische Rundschau. Laibach, 28. Dezember. Im Jänner 1878 beginnen in in die Verhandlungen bezüglich des Abschlusses eines Zoll- und Handelsvertrages zwischen Oesterreich-Ungarn und dem deutschen Reiche. Von österreichisch - ungarischer Seite werden zu diesen Verhandlungen delegiert: Sectionschef v. Schwegel und Sectionsrath Baron Glam vom gemeinsamen Ministenum; Sectionsrath Ignaz Wagner und Ministerialsekretär Baron Victor Kalchberg vom österreichischen Ministerium — über die Entsendung des Ministerialrathes Dr. Baßant ist eine Entscheidung noch nicht getroffen , dann Sectionsrath Dr. Alexander Matte-oviL (dessen Ernennung zum Sectionschef bevor-teht), Sectionsrath Baron Eugen Sahnen und Mlnisterialconcipist Mihajlovit vom königlich ungarischen Ministerium, Die „Wiener Ztg." veröffentlicht eine Kundmachung vom 22. Dezember 1877, betreffend die Verlängerung der Handelsverträge mit dem deutschen Reiche und mit Frankreich bis Ende Juni 1878, und die Erklärungen, betreffend >ie Verlängerung der Handelsverträge mit Italien bis Ende März 1878 und mit England auf unbestimmte Zeit. Ausland. In Frankreich werden die Gemeindewablen am 6. k. M. stattfinden. Die „Pol. Korr." erfährt aus Paris, daß England im Plane führe, Egypten zu occu-pieren. Das englische Kriegsamt forderte die Arsenalbehörden auf, zu berichten, wie viel Kanonen, Munition und Kriegsmaterial jedes Departement in der kürzesten Zeit Herstellen könne. Dem Könige von Italien wird nachstehende Minister liste zur Genehmigung unterbreitet: Depretis, Präsidium; Crispi, Aeußeres; Magliani, Inneres; Brin, Maucini und Mezzacapo sollen bleiben, das Unterrichts-Portefeuille wird Villa Angeboten, für das Ministerium der öffentlichen Arbeiten ein Südländer gejucht, das Ministerium für Ackerbau und Handel soll aufgelassen, dagegen ein Finanzminister ernannt werden, so daß Depretis nur Vorsitzender wäre, aber kein Fachministerium bekleidete. Die „Agence Havas" schreibt: Seit der Ab lehnung Deutschlands, welche es mit seiner Neutralität motivierte, die ihm eine Intervention nicht gestatte, scheint man gegenwärtig in Konstantinopel auf eine Mediation nicht mehr zu rechnen. InGriechenland präliminiert der Voranschlag pro 1878 die Einnahmen mit 454/6, die Ausgaben mit 408/5 Millionen, wonach sich ein Ueberschuß von 2XU Millionen ergibt. Im Extra-Ordinarium sind für Rüstungen ll3/* Mill. eingestellt._________________________ Lokal- und Provinzial-Ängelegrnheiten. Original-Korrespondenz. Littai, 26. Dezember. Oberlehrer Adamik in Littai, ein Schulmann, dessen thätiges, erfolgreiches Wirken durch 28 Jahre die besten Früchte trug und dessen Name über die Gyenzen des Landes Kram guten Klang hatte, wurde unter großer, aufrichtiger Theilnahme Vonseite der Bevölkerung zu Grabe getragen. Dem Sarge folgten nebst den nächsten Verwandten des Verstorbenen die k. k. Beamtenschaft in Littai, Herr Dechant Ruß auS St. Martin hielt eine ergreifende Gm&rede, die kein Auge thränenleer ließ. Die Lehrerschaft, verstärkt durch jene aus dem Industrie-Orte Sagor und durch jüngere Mitglieder des Landklerus, fang daS Grablied. Aus der Gemeinderathssitzung. Laibach, 27. Dezember. Gegenwärtig : Bürgermeister Laschan als- Vorsitzender, 21 Gemeinderäthe und der Kauzleikeiter Mihalic als Schriftführer. Der Vorsitzende bestimmt die GRR. Doberlet und Mahr zur Verifieierung des heutigen Sitzungs-protokolleS. Referate der Finanzseetio». (Referent GR. Dr. Supp an.) Der Magistrat wird angewiesen, das vom Ge-meinderathe genehmigte Offert des Leopold Schwarz, wornach letzterer für die städtischen Gefälle für die nächsten drei Jahre, d. i. vom 1. Jänner 1878 bis Ende Dezember 1880, einen Jahrespachtschilling von 45,000 fl. augeboten hat. zur Grundlage des mit dem genannten Offerenten abzuschließenden Pachtvertrages zu nehmen. Der Referent schreitet zum postenweisen Bortrage des Präliminares der Laibacher Stadtkasse für das Jahr 1878, leitet diesen Vortrag mit einer übersichtlichen Beleuchtung der Finanzlage der Stadt ein, die als eine günstige bezeichnet wird. Referent bemerkt: im Jahre 1878 seien noch einige Ausgabsposten für das Vorjahr 1877 zu bedecken, im Jahre 1878 dürfte ein Deficit nicht mehr zu registriere» sein. Referent schließt diese Einleitung mit der Bemerkung, daß der Voranschlag pro 1878 in der Magistratskanzlei aus-gelegen und dagegen eine Einwendung nicht erhoben worden ist. GR. Dr. Ahazhizh stellt den Antrag, dem GR. Dr. S u p p a n sei für seine umfassenden Aufklärungen der Dank der Gemeinde auSzudrückeu. Die Versammlung erhebt diesen Antrag unter Beifallsrufen zum Beschlüsse. Der Gemeinderath genehmigte hierauf den Voranschlag der Stadtkasse pro 1878 mit folgenden Ansätzen: „Wollt Ihr mich nicht hinüber lassen, Dollar?" fragte sie lächelnd. Dollar war ganz verlegen und eilte herbei, um die Brücke niederzulassen. „Ah , Lady Helene!" stammelte er. „Entschuldigen Sie." „Aber was soll das bedeuten, Dollar?" fragte Helene verwundert, als sie die ausgestellten Posten sah. „Befindet Ihr Euch im Belagerungszustände?" „Ja, Mylady," antwortete der Alte mit wichtiger Miene; „der neue Graf und feine Mutter -r- wissen Sie eS nicht?" „Was sollte ich denn wissen?" „Nun, sie sind an die Luft gesetzt;" erwiderte Dollar mit einer entsprechenden Hand-nnd Fußbewegung. „Lady Olla ist wieder Herrin von Kirby und wird es — wir wünschen und hoffen es alle — auch bleiben!" Inzwischen hatte er die Brücke niedergelassen, Lady Helene stieg wieder in den Wagen und fuhr hinüber und dem Schlosse zu. Dollar zog die Brücke wieder auf, ließ sie nach etwa einer halben Stunde, als der Magen zurückfuhr, nieder und zog sie dann wieder auf. DaS Wiedersehen der beiden Stiefschwestern war ein freudiges und herzliches. Da gab es so viel zu fragen und zu erzählen, daß sie alles andere auf kurze Zeit vergaßen. Lady Helene sprach ihre Absicht aus, daß sie so lange auf dem Schloß bleiben wolle, bis sie Nachricht von Buonarotti erhalten würde, daß sie ihm nach dem Kontinente folgen solle. Lord Berry und Lady Helene sahen sich an diesem Abend nicht. Zur größten Verwunderung Olla's und Dal-tonS bekamen sie diese Nacht von Edgar Kirby, feiner Mutter und Mr. Kirby nichts zu sehen noch zu hören. Am nächsten Morgen war Lady Helene die erste im Frühstückszimmer. Sie stand an dem großen Fenster und blickte gedankenvoll hinaus auf die See, als Lord Berry eintrat. Die elftere wandte sich um, und die Liebenden standen sich gegenüber — bleich und abgehärmt. Eine Weile blieb Lord Berry am Eingänge stehen, dann schritt er auf Helene zu, reichte ihr die Hand und blickte ihr in die großen, tiefblauen Augen, welche den sättigen voll und innig begegneten. Wie hatten sich beide doch so sehr verändert seit jener verhängnisvollen nächtlichen Trauung, die ihre schönsten Hoffnungen zerstört, ihr Leben vernichtet hatte! Es Durchschnitt Lord Berry's Herz, als Helene so bleich vor ihm stand. „Wir sehen uns wieder, Helene — aber wie!" sagte er in schmerzlichem Tone. „Der Kummer hat seine Spuren tief auf deinem Antlitz eingeprägt, wie auf dem memigen. Wo ist der Schurke, der uns alle diese Leiden bereitet hat?" „Er ist geflohen." „Geflohen?" „Ja, er ist nach dem Continent, oder befindet sich auf dem Wege dorthin," erwiderte Helene, indem sie ihre Hand aus der feinigen zurückzog. „Er ist ein flüchtiger Verbrecher." Lord Berry war erstaunt, und ehe er sich zu weiteren Fragen sammeln konnte, trat Olla in# Zimmer, welcher bald daraus Dalton folgte, wodurch Helene fernerer Erklärungen enthoben war, die ihr jedenfalls unangenehm sein mußten. Die kleine Gesellschaft setzte sich zu Tische, wo sie noch weilten, als John eiligst ins Zimmer kam und meldete, daß eine Gesellschaft zu Pferde unten vor der Brücke angekommen sei und den Zugang nach der Insel fordere. I. Ledrckung a) ordentliche: Stadt. Gefälle (Verzehrungssteuerzuschläge, Markt- und Standgelder u. s. w.) . . Taxen (für Bürgerrechts-Verleihung, Aufnahmstaxen, Hundetaxen) .... Beiträge und Vergütungen (Benützung der Wasserleitung, Vergütungen Vonseite des Aerars)............................. Realitätenertrag (Miethzinse für Gebäude. Aecker u. f. w.)........................ Tivoligut (Zinse für Wohnungen, Aecker und Wiesen)............................. Erlös für Materialien, Requisiten und sonstige Objekte........................ Interessen von Activkapitalien . . . . Militär-Bequartierungsentschädignng . . Sonstige verschiedene Empfänge (Strafgelder, Ersätze u. s. w.) . . fl- 108114 2090 1768 5864 4284 300 60 6777 662 Erlös für verkaufte Realitäten . . Hauptsumme der Bedeckung II. Erfordernis a) ordentliches: Landesfürstliche Steuern (Grund- und HauszinSsteuer und Gebürenäquivalent) Stiftungen................................ Lehranstalten (Real-, Modellier--, Gewerbe-und Sonntagsschule, Gebäude-Erhaltung u. s. w.) ..... - - Beiträge (Armenfond, Thierspital, evangelische Gemeinde, Armeninstitut, Schulen, Kinderspital)........................ Bezüge der sistemisierten Magistratsbeamten und Prakticanten ...... Dienerlöhnungen und Diurnen . . . Functionsgebüren (des Bürgermeisters und eines Bezirksvorstehers)................ Remunerationen und Aushilfen (Oekonom, Rechnungsrevident u. a.) . . . Deputate und Reluitiouen . . . . . Reise-Auslagen............................ Kanzlei- und Amtserfordernisse (Schreibrequisiten, Drucksorten, Beheizung, Stempel u. s. w.)...................... Sanitätsauslagen (Aerzte, Hebamme, Medikamente, Verpflegsauslagen u. s. w.) Oeffentliche Sicherheit (Wachmannschaftslöhnungen, Beiträge, Uniformierung, Arrestantenverpflegung u. s. w.) . . • t . 129919 e: 1368 131287 1909 2087 3193 5583 13825 5058 1636 1520 680 130 3100 5710 10723 Baureparaturen und Conservationen (städ- fl. tische Gebäude, Gassen, Plätze und Straßen)............................. 22300 Stadtreinigung (Straßenkehruug, Bespritzung , Schneewegräumung u. s. w.) 4700 Stadtbeleuchtung......................... 7900 Gesällsauslagen (Markthütten-Ausrichtung und Wegräumung, Restitutionen an Verzehrungssteuern)................... 1130 Morast-Entsumpfung....................... 183 Neue Requisiten.......................... 300 Feuerwehr................................ 550 Militär-Bequartierung ...... 8151 Tivoligut (Steuer, Gebäude - Erhaltung, Anlagen, Fahrstraßen-Herstellung, Löhnungen, Wiesenkultur u. s. w.) . . . 3361 Pensionen und andere Gaben .... 6197 Sonstige verschiedene Ausgaben . - 1000 Summe des ordentlichen Erfordernisses. 110926 1>) außerordentliches: Neubauten (Brunnen, Brücken, Kanäle, Schwimmschule, Wasserleitungsröhren) 14810 Passivkapitalien fanrott Zinsen .... 7368 Verschiedene Auslagen (Volksschulfoud) . 2846 Summe des außerordentl. Erfordernisses 25024 Hauptsumme des Erfordernisses . . . 135950 Ordentliches fordernis Ordentliche deckung und Ä i l a u?: außerordentliches St- und außerordentliche Abgang . fl- 135950 131287 4663 Bei einzelnen Posten der Bedeckung und des Erfordernisses ergaben sich kurze Debatten, welche wir registrieren wollen, wie folgt: I. Bei der Bedeckung: Rubrik „Tivoligut": GR. Regali erhebt gegen das TivolicomitL den unmotivierten Borwurf, daß beim Tivoligute schlecht gewirthschaftet und viel ausgegeben werde. GR. Dr. Schrey verwahrt sich gegen diesen unmotivierten, ungerechtfertigten, in allgemeinen Phrasen gehaltenen Vorwurf und fordert den Beschwerdeführer auf, geeignete Mittel und Wege zu einer günstigeren Wirthschaftsführung in Antrag zu bringen. Rubrik: „Sonstige verschiedene Empfänge:" GR. Dr. Ahazhizh stellt den Antrag, es mögen zwei kleine, vom Hauptcomplexe in Laibach weit entfernt gelegene und schwer zu überwachende „Es sind ihrer nur wenige, die da herüber wollen. Mylady," sagte John, der sich in großer Aufregung befand, „aber diese wenigen sind stark. Da ist die alte Gräfin, welche sich tote eine Wahnsinnige geberdet; da ist der neue Graf, fluchend und schimpfend; da ist Mr. Humphry Kirby. sanft und gottergeben; da ist Mr. Herrick, der englische Advokat, welcher von Recht und Gesetz schwatzt, und da ist Sir Arthur Coghlan —" „Sir Arthur Coghlan, mein Vormund," unterbrach Olla den Bedienten. „Ich bin ungeduldig, ihn zu sehen." „Und er ist ungeduldig, Sie zu sehen," versetzte John trocken. „Er sagte: Sage Lady Olla, daß dieses absurde Possenspiel nicht weiter geführt werden darf; sage ihr, sagte er dann noch, daß td& als ihr Vormund ihr befehle im Namen des desetzes, welches sie verletzt hat, die Brücke nie-derzulafsen und das Schloß feinem rechtmäßigen Stsenthtimer zu überliefern." Lady Olla erröthete. „Ich wünschte, ich könnte mit Sir Arthur allein eine Unterredung haben," sagte sie: „aber ich fürchte, er wirb pch darauf nicht entlassen. Und lassen wir die Brücke nieder, dann ziehen meine Feinde mit ihm herüber." „Du kannst mit ihm von der Insel aus bei der Brücke sprechen, Olla," bemerkte Lord Dal-ton. „Laßt uns zusammen hinunter reiten nach dem Kanal und mit den Leuten verhandeln." Dies schien allen das Richtigste ju sein. Lady Olla gab sogleich Befehl, die Pferde zu satteln, und zog sich dann mit Lady Helene zu rück, um sich rasch zum Reiten anzuklewen. Als ie fertig waren und in der Halle erschienen, tour» im sie schon von den Herren erwartet. Die Pferde landen ebenfalls bereit; sie wurden bestiegen, und >ie kleine Cavalcade setzte sich in Bewegung. Als ie aus dem Schloßthor ritten, gesellte sich zu thnen der Kaplan, welcher von den beabsichtigten Verhandlungen Kenntnis erhalten urtb rasch sein Pferd hatte satteln lassen. An den Ufern des Kanals standen sich zwei Parteien gegenüber: Auf der Insel Dollas mit einem Dutzend handfester Burschen und Pächter, auf dem Festlarrde Laoy Otta’8 Feinde. (Fortsetzung folgt.) Grundparzellen verkauft und dieserwegen vonseite des Magistrates das Geeignete eingeleitet werden. Der Antrag wird angenommen. II. Bei dem Erfordernis: Rubrik „Lehranstalten:" GR. Regali fällt ein abfälliges Urtheil übet die Gewerbeschule und beantragt die Streichung der Subvention per 500 fl. aus der Stadtkasse. GR. Deschmann bedauert die Abgabe dieses Urtheiles und weiset auf die bei der Ausstellung gelieferten gelungenen Arbeiten der Schüler Hirn; würde die Stadtgemeinde die zugesicherte Gemeinde-subvention einstellen, so wäre zu besorgen, daß auch die Subvention per 2000 fl. aus Reichsmitteln eingestellt werden würde. GR. Horak ist mit dem Anträge Regali nicht einverstanden, befürwortet die weitere Subventionierung aus der Gemeindekasse, nur möchte er wünschen, daß die Schüler auch in der Geographie uud in der einfachen Buchhaltung Unterricht empfangen. GR. Potocnik spricht gegen den Antrag. Regali und bemerkt, er würde für diesen Zweck 5000 fl. votieren, wenn die Stadtkasse in der Lage wäre, eine solche Subvention zu leisten. (Beifall.) GR. Regali zieht seinen Antrag zurück. Rubrik „Beiträge:" GR. Regali beantragt die Streichung des. Beitrages für das Kranzelschießen an den hiesigen Schießstand mit''26 fl. 50 kr. GR. Latznik beruft sich auf die bisherige alte Gepflogenheit. Der Antrag Regali fällt. Rubrik „Dienerlöhnungen u. Diurnen": GR. Regali beantragt die Streichung der Post für den Zimmermann Laurin mit 350 fl. ÄR. Deschmann bemerkt, es gehe nicht an, Ausgaben für uothweudige Dienstleistungen zu streichen. GR. Doberlet constatiert die Nothwendigkekt dieses Arbeiters. GR. Dr. Ahazhizh wünscht weitere Erhebungen. Der Antrag Regali fällt. (Schlutz folgt.) — (Ernennung.) Der RechtSprakticant Herr Maximilian Ritter von Grabmayr wurde zum Conceptsprakticanten beim politischen Verwaltungsdienste in Krain ernannt. — (Zur Biographie Anastasius Grüns.) Dr. L. A. Frankl richtet an die Redactionen der Blätter nachstehendes Ersuchschreiben: „Nach der nunmehr vollendeten Herausgabe der Werke Anastasius Grüns liegt noch diezweite mir anvertraute ehrenvolle Aufgabe vor. eine authentische Biographie des Dichters zu schreiben. Seine Witwe hat mir zu diesem Zwecke zahlreiche mündliche Mittheilungen gemacht, das Familienarchiv geöffnet und eine viele Taufende von Briefen umfassende Korrespondenz zur Verfügung gestellt. Mn wäre es wichtig, die Antwortschreiben GrünS zu kennen, um den Zusammenhang mit Zeitgenossen und Freunden, deren Beziehungen und Einfluß darstellen zu können. Ich richte demnach an alle, die Briefe von Grün besitzen, die Bitte: mir dieselben, gegen getreuliche Rückstellung, im Originale oder nur in Abschrift zukommen zu lassen. Ebenso wären Erinnerungen an den Hingeschiedenen, seine früheste Jugendzeit. HerzenSbeziehungen, die Mittheilung von anekdotischen Zügen, Urtheilen, Aussprüchen, etwa ungedruckten Versen, Stammbuchblättern u. s. w. willkommen." — (Journalistisches.) Im Berlage von Karl Graeser in Wien I, neuer Markt 7, erscheint von Neujahr an: „Der'österreichische Kinderfreund." Illustrierte Zeitschrift zur Förderung einer rationellen Kleinkindererziehung im häuslichen Kreise, in Kindergärten und Bewahranstalten, nutet der Redaktion von Ludwig Schindler. Die uns heute zngekommene Probenummer berechtigt za der Voraussicht, daß das Blatt seinem Zwecke vollkommen entsprechen wird, und empfehlen wir dasselbe besonders auch Eltern und Erziehern unserer Kinder. Diese Zeitschrift erscheint monatlich einmal Preis ganzjährig 3 fl. Die wichtige Aufgabe, für die fortschreitende Entwicklung der Kinder Sorge zu tragen, läßt das Erscheinen dieser Zeitschrift als nothwendig und gerechtfertigt erkennen, sie unterstützt die große ErziehungSidee der Gegenwart in verständiger, praktischer und glücklicher Weise. Bestellungen auf diese Zeitschrift besorgt die hiesige Buchhandlung v. Klein-mayr & Bamberg. " Witterung. Laibach, 28. Dezember. Morgen- nebelumhüllte Bewölkung, dann Aufheiterung, Sonnenschein, schwacher SW. Temperatur: morgen» 7 Uhr — 8 0°, nachmittags 2 Uhr — 4 6° C. (1876 — 6-4°; 1875 — 10° C.) Barometer im Steigen, 731 9 Millimeter. Das gestrige TageSmittel der Temperatur — 7-4°, um 4 6» unter dem Normale. Angekommene Fremde am 28. Dezember. Hotel Stadt Wie«. Camillo Pagani, Udine. — Blajik, Pfarrer, Lipoglau. — Trevifan, Monfalcone. — Ritter v. Pauletig, Görz. Hotel Elefant. Jentl, Kfm., Marburg. — Podkraifchck, Stationschef, Rakitavc. — Eichler, Portier, Graz. Baierischer Hof. Mayerhofer, Reisender, Graz. Low iarii, Bauunternehmer, Setze. — Vogl, Graveur, Weiß. kirchen. Telegramme. Wien, 27. Dezember. Ein Telegramm der „Presse" meldet aus Cetinje: Die Montenegriner erstürmten am 25. d. M. das verschanzte türkische Lager zwischen der Bojana und Dmcigno und verbrannten zwei türkische Schiffe. Die „Politische Korrespondenz" berichtet aus Belgrad: Fürst Wrede erklärte im Aufträge der österreichischen Regierung, dieselbe erhebe m vorhinein entschiedenen Einspruch gegen eine Action Serbiens» welche österreichische Interessen tangieren könnte, was durch eine kriegerische oder revolutionäre Action in Bosnien oder der Herzegowina geschähe. Die serbische Regierung versicherte formell, der Kommandant des Drina-Corps sei strittest angewiesen, jede Offensive gegen Bosnien zu unterlassen. Verstorbene. Den 26. Dezember. Maria Schaffenrath, Bür» gerswitwe, 80 Jahre, St. Florianigaffe, Gicht. Wiener Börse vom 27. Dezember. Allgemein« Staati-(dtiuM. Papierrente............ 6u6trrcnte............. Goldrente.............. eteateiofe, 1839. . . 1854. . . 1860. . . „ 1860(6tel) 1864. . Crundenttaftungi- •ttigatienen. OaHjitn ...... eiebtnbüi Temeser " Ungar» Geld 63'— 66*55 74-20 S94--108 — 111 — 1*1 138 50 Ander« $|f«ntli. Silber ranz-ÄosePh-Bahn. ^aliz.K-Ludwigb,l.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbllrger Bahn Staatsbahn, 1. Em. Südbahn ä 3 Per,. it ^ 5 „ • Privatkos«. Kreditanstalt sti Rudolftstistung. . Deoifen. Bonbon ............ •etdferten. Dukaten............. 80 Franc« .... 100 b. »leich«mark Silber.............. Ware 102— 113-76 854-85 76-50 107 105 89-50 98 9315 98'— 105 65-60 100-70 86'i'0 63-75 155 110 91-60 Theater. Heute (gerader Tag): Zum Vortheile des Schauspielers Emanuel Uttger: Zum erstenmale (ganz neu): Unbeugsam. Schauspiel in einem Aufzuge, nach einem vorhandenen Stoffe bearbeitet von Stanislaus Lefser. Hieraus: Der Präsident. Original-Lustspiel in 1 Act von W. Kläger. Zum Schlüsse: Flotte Bursche. Operette in 1 Act von Franz v. Suppt. I. 6'7» Telegrafischer Kursbericht am 28. Dezember. Papier-Rente 62 65. — Silber-Rente 66-10. Rente 73-95. — 1860er Staats-Anlehm 110-70. — Bank actien 781. — Kreditactien 195 75. — London 120.20. — Silber 104 85. -n K. I. Münzdukaten 5 72. — 20-FrancL-Stücke 9 65. — 100 Reichsmark 59-50. Druck von Jg. V. ff leinmatit & Fed. «amberg. er empsehlen ayr & M in Laibach. Herzog!. Braunschweigische Landes-Lotterie, vom Staate genehmigt und garantiert. Dieselbe besteht aus 85,000 Original-Losen und 44,000 Gewinnen: 1 Haupttreffer eventuell 450,000, 1 ä 300,000, 1 " ä 150,000, 1 ä 80,000, 1 „ ä 60,000, 2 „ ä 40,000, 1 ,, ä 36,000, 6 ä 30,000, 1 „ L 24,000, Reichsmark u. s. w. Die erste Ziehung findet statt am 17. und 18. Jttnner 1878, zu welcher ich Original-Lose Ganze Halbe 2 Haupttreffer ä 18,000, 11 ä 15,000, 2 ä 12,000, 17 ä 10,000, 1 ä 8,000, 3 ä 6,000, 26 ä 5,000, 43 ä 4,000, 255 k 3,000 Viertel Achtel 10 fl. 5 fl. fl. 2 50 gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende. 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