Vrilmemeratt»«»- Preise: FLr Laibach: «anzjShrig . . 6 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ «tertrlMrig . 2 „ 10 , Monatlich ... — „ 70 „ Mit der Post: «an,jährig...............12 fl. Halbjiihrig.............. 6 „ tikrtdjährig............. 3 „ Laibacher Kür Zustellung in4 Hau« virrtelj. 25 tr., monetl. 9 kr. •mylne Nummern 6 kr. TJ ^agblatt. Anonyme Mittbeilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zuriickgesendel._ Nr. 87. Dienstag, 17. April 1877. — Morgen: Apollonius. Redactto« r vahnhosgaffe Nr. 15. Ertzkditt»«s- & Inserate«-Bureau: Kongreßplatz Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. v. Klein-wahr & geb. Bamberg.) z«sertt«»St>retse: Für die einspaltige Petit,eile ä 4 kr, bei wiederholter $tN» schaltung i 3 lt. Anzeigen biS 5 Zeilen 20 h. Lei größeren Inseraten Und öfterer Einschaltung entspre» chender Rabatt. Für comvlieierten Satz besen» dere Vergütung. 10. Jahrgang. Aus dem klerikalen Lager. Die ultramontane Parlei hält die gegenwärtige Lage zum Schnitt ihre« Weizens sehr geeignet. Wiihrend die politische Atmosphäre de» In- und Auslandes von gewitierschwangeren Wolken beherrscht wird, durchzucken die Blitze der klerikalen Mächte den europäischen Welltheil, die Kanoniere de» BaticanS entladen ihre Geschütze über dir katholische Welt und versuchen es, den Lauf der Weltgeschichte aufzuhaltrn. Die Ultrawontanen drücken in öffentlichen Bersamm. lu«gen und in ihren Organen herzliche Freude über den Rücktritt Bismarck« au«, die haßerfüllte Fantasie de- Klerikalen gibt sich durch ungeheuerliche Bilder über den Stand der Lage kund, die Römlinge schwelgen in süßen Träumen über die wiedererwachende Macht der Curie (?). Der Rücktritt drS deutschen Reichskanzler« gibt der klerikalen Presse sogar Aulaß zur Profezeihung, daß der Rücktritt de« berühmten preußischen Staatsmannes gleichbedeutend fei mit einer radikalen, durchgreifenden Veränderung auf dem religiös, politischen Gebiete Oesterreichs und Deutschland». Die Ullramontanen Hoffen auf eine totale Veränderung der Situation zugunsten der klerikalen Sache. Die bisher vorliegenden Journalstimmen des In- und Auslände» melden uns jedoch, daß die hoch, potenzierten Hoffnungen der Ultramvntanen „drüben und hüben" zu Waffer werden dürften. Bismarcks «Seist wird noch fort die Schicksale Deutschlands leiten, der Versammlung der Katholiken in Frank reich wurde der polizeiliche Maulkorb angelegt, der Kaihvlikenkongreß in Prag war nur von Angehörigen der Klerisei besucht und die in Wien in Aussicht siebende Komödie der feudal-klerikalen Partei wird hoffentlich ruhig im Sande verlaufen. Der Katholikentag in Wien wird bittere Täuschung erfahren, die BundeSgenoffen aus dem Czechenlande und au« Galizien haben Absagebriefe vom Stapel laufen lassen und auch Ungarn wird dem „verhaßten au«-gleichsseindlichen" Wim fernbleiben. Die Arrangeure der für Wien angesagten Komödie werden die Auslagen für Plakate, Re'sen, Saalherrichtung und Beleuchtung aus Eigenem bezahlen mflfsen, denn die Zeit ist zu ernst, als daß man sich jetzt, wo der Krieg vor der Thüre steht, mit lustigen Dingen beschäftigen wollte. Zur Ausgleichssrage. Die Vorlagen über die Organisierung der Bank, über da» Zoll- und Handelsbündnis, sowie die mit diesen Operateu in Verbindung stehenden Gesetzentwürfe werden, wie die „Bohemia" erfährt, noch im Verlaufe de« Monats April den beiden Parlamenten vorgelegl werden. Zur Behandlung liegen bereits ausgearbeitet vor folgende Gesetzentwürfe: 1.) DaS Zoll- unv Handelsbündnis und 2.) der auf die gemeinsamen (Aktien.) Unter, nehmungen bezügliche Gesetzentwurf. Dem Zoll-und Handelsbündniffe fehlt allerdings noch ein sehr wichtiger Beitrag: der Zolltarif. Der letztere kann wol nicht eher als gemeinsam mit dem deutschen Handelsverträge vor die Parlamente gebracht werden. Sollten sich jedoch die Verhandlungen mit Deutschland zu sehr iu die Länge ziehen, dann wird man einen Modu« aussindig zu machen suchen, der es, ohne unsere Interessen in den Verhandlungen mit dem AuSlande zu gefährden, vielleicht (!) dennoch möglich erscheinen läßt, den Tarif dem Parlamente bekanntzugeben. In den parlamentarischen Kreisen Oesterreichs wie Ungarns herrscht die Ueberzeugung, daß man das Zoll- und Handelsbündnis nicht votieren könne, ohne vorher vom Zolltarife Kenntnis erlangt zu haben. Die Regierungen dürften wol auch nicht die Neigung verspüren, die Parlamente in dieser Hinsicht zu forcieren, wol ober glauben sie, daß einzelne Theile des Zoll- und HandelSbündniffeS auch ohne den Tarif mindestens in Vorberathuug' gezogen werden könnten. Bemerkt fei hier, daß der Minimaltarif, wie er au« den Berathungen der beiden Ministerien hervorgegangen, vollkommen festgestellt ist. Derselbe gilt selbstverständlich der Regierung al« Richtschnur für ihre Verhandlungen mit auswärtigen Staaten. 3.) Die Bank vor läge. Das Statut, wie e» nun vorliegt, bildet das Resultat der Vereinbarungen zwischen beiden Regierungen. Die mit der Bank noch bestehenden Differenzen bildeten in den letzten Wochen keinen Gegenstand der Tran«, action mehr. Die Mandatare der Bank hatten keinerlei Befugnis in dieser Richtung. Nur an den stattgehabten Detailberathungen haben die Dignitäre der Nationalbank theitgenommen. Das Resultat dieser Berathungen wurde der Bank in aller Form mitgetheilt; überdies haben beide Regierungen wiederholt Gelegenheit genommen, der Bank zu erklären, daß sie an den Stipulationen dieses Statuts unter allen Umständen festzuhalten gesonnen sind. 4.) Das auf die Hypothekar.Kredit-abthellung der Bank bezügliche Statut. In demselben ist jedoch ein Punkt noch unerledigt, der- Feuilleton. ©eftotbtn — und vergessen. Novelle von F. «runold. (Fortsetzung.) Brigitte aber fuhr voll Hoheit fort: Und sollte er dieses nicht? Sollte ich j.tzt/ w° ich am Rande des Grabes stehe, nicht der Wahrheit die Ehr- geben? Sollte ich aus Menschenfurcht oder bet Well zu Gefallen den Mann schmähen der um unseretwillen in den Tod gegangen? Der den Namen eine« Verbrechers auf sich lud, um einem unglücklichen Vater sein einzige« Kind ln Ehren »u erhalten? — Du siehst mich an; du schaust ver-wundert auf! Ja. Dahl! er war ein Mann, wie e« wenige gegeben. Ich will dir sagen, was ich weiß, ob's richtig, kann ich nicht verbürgen, das Ganze wird nie an das Tageslicht kommen, da« nimmt mein Vater mit ins Grab. — Einstmals, als mein Vater auf der Wanderschaft war, kam er auch in jene Stadt, wo Kotzebue ermordet wurde; hier lernte er Dahl kennen, der damals, glaube ich, anders hieß. Er mag wol für ihn in feinem Handwerk gearbeitet haben. Als nun der unsägliche Mord geschehen, als die Häscher auf die vermeinten Thell« nehmet und Genoffen des Sand J«gd machten, da, glaube ich, war mein Vater es, der Dahl einige Zeit verbarg — und so ihn rettete. — Als Dahl später hieher nach Laibach kam, «kannte ihn mein Vater wieder, wußte aber fein Geheimnis zu bc» wahren. Als nun mein Vater in feinem Geschäft zurückkam, war Dahl es, der ihn mit eigener Aufopferung vom Untergänge rettete. — Noch nicht genug, als vor kurzem mein Vater nahe daran war, fein Häuschen verkaufen zu müffen, weil unvermutet ihm ein Kapital gekündigt wurde — um fo feinen Gläubigern gerecht werden zu können — nahm, wie ich glaube, Dahl von den ihm anoer» trauten Geldern — um fo den Vater zu retten. — Er beging keine schlechte That, er that e», weil er wußte, daß er die fehlende Summe zu rechter Zeit ersetzen konnte. — Und er ersetzte sie rechtzeitig. — Niemand wußte von diesem Defect; nur einer — und dieser eine war sein Feind. — O, daß ich die unglückselige Ursache dieser Feindseligkeit sein mußte - „Sieh' mich nicht so fragend an; es ist, wie ich es sage. Er, der schlechte Mensch, hatte ein Auge mir zugewvrfen, er verfolgte mich mit feinen bösen, schlechten Anträgen. Dahl sah und hörte eS — und er errettete mich au» der Hand des Nichtswürdigen. Aus diesem Grunde schwur derselbe dem Dahl Rache und verfolgte ihn auf Tritt uns Schritt. Er war e» auch, der den Defect erkundete, den Dahl be» gangen; er wußte auch, warum er denselben ge« than; denn er, der Nichtswürdige, war es ja eben gewesen, der es veranlagte, daß dem Vater da« Kapital gekündigt! wurde; er that es, weil er hoffte, der Vater würde, in Noth gebracht, seinen schlechten Wünschen leichter gefügig sein. Er wußte eS auch, daß Dahl die anvertrauten Gelder bereits ersetzt hatte — dennoch ließ er denselben durch andere denuncieren — und brachte denselben die Beweise für das, was geschehen. — Und hier, hier bei dieser Gelegenheit war es, wo der unglückliche Dahl die Herrschaft über sich selbst einen Augenblick verlor, wo er sich vergaß — und, statt jenen Ehrlose« mit Worten und in der That zu züchtigen, wie der» fertigt nämlich, welcher sich auf die Gerichtsbarkeit bezieht. Diese Frage ist noch offen und bildet gegenwärtig de» Gegenstand der Verhandlungen zwischen beiden Justizministerien. 5.) Der auf die Achtzig-Millionen. Schuld bezügliche Entwurf. 6.) Die Vorlage über die Zuck er st euer. 7.) Die Vorlage über die Branntwein-steuer, und 8.) der auf die Restitution der Verzehrungssteuer bezügliche Entwurf. Man vermißt darunter die angekündigten Vor-lagen über die Finanzzölle, die fich bisher noch im Stadium der Berathung befinden, zumal über den Petroleumzoll eine Vereinbarung bisher nicht stattgefunden Hot. Jnbetreff der übrigen Finanzzölle gibt e- keine offene Fraze mehr. Wenn unter den , angekündigten Vorlagen sich das Gesetz über die Quote nicht findet» obzwar dieser Gegenstand zwischen beiden Ministerien längst erledigt ist, so ist dies weder ein Versehen noch eine Unterlassung zu nennen. Die Bestimmung der Quote und der dem Parlamente vorliegende diesbezügliche Vorschlag ist nämlich ganz und gar Sache der Regnicolar-Deputationen. Die Vorlage, die dem Parlamente hierüber gemacht wird, hat nur von dieser Deputation auszugehen. Was die Reihenfolge in der Behandlung dieser Vorlagen betrifft, so führt die Art der Einbringung derselben von selbst auf den Gedanken, zuerst das Bankstatut als den schwierigsten, wol auch bestrittensten Theil der Ausgleichsgesetze vorzunehmen, und dann in weiterer Folge die BerzehrungSsteuergesetze und das Zoll- und Han-delsbündni». Die reihenweise Erledigung der einzelne« Gesetze wird selbstverständlich daS Parlament nicht hindern, die gesummte Materie der AuSgleich--vorlagen als ein einheitliches Ganzes zu behandeln und die Dotierung jeder einzelnen nur im Zusammenhänge mit dem Ganzen und abhängig von dem Schicksale des Ganzen zu beschließen._____________ Politische Rundschau. Laibach, 17. April. Julaud. Man betrachtet die Jubiläumsfeier des Erzherzog-Feldmarschalls Al brecht in Wien als eine große militärische Demonstration und deren Zusammentreffen mit dem Vormarsche der russischen Armee als kein zufällige». Es ist bekannt geworden, daß da» Krieg-Ministerium erst in den letzten Tagen Ordre erhielt, die LandeS-Kornrnandierenden und Generale rinzuberufen, und so wenig Zeit zum Arrangement hatte, daß e» nur mit Benützung des Telegrafen die Befehle ausführen konnte. Die „Deutsche Ztg." bemerkt: „Nicht uninteressant ist die Auffassung der diplomatischen Kreise, welche in dem großen militärischen Feste einige Aehnlichkeit mit der großen Maiparade des Jahres 1866 finden will." selbe eS verdient, sich an einem unschuldigen Vorgesetzten verging. - Im Verhör hat Dahl unser nicht erwähnt — er hat geschwiegen, alles auf sich genommen — um unsere Ehre zu schonen. Was geschah, weißt du — er wurde degradiert. — Und daS Ende ist bekannt. Der eigentliche Urheber des ganzen Unglückes wird nie bekannt werden!" Brigitte schwieg erschöpft und Eleonore sagte mitleidig: „Du arme» Herz! Habe ich doch nicht im entferntesten geahnt, wa« du erduldet. Hätte ich doch auch nie geglaubt, daß du, meine schüchterne Taube, ein Männerherz zu so böser Leidenschaft entflammen könntest. — Aber du hast mir den Namen deines Verfolgers noch nicht genannt. Wer ist eS, kenne ich ihn?" Brigitte schwieg. Sie ließ ihre Augen sinnend auf dem Antlitz der Freundin ruhen; endlich sagte fit: „Eleonore! Die heilige Jungfrau schütze dich! — Du hast ein treues Männerherz durch deinen Stolz und Spott gebrochen, du hast die schönste Lebensfreude eines Mannes in der Wurzel geknickt; du hast mit Herzen gespielt. — Gebe der Himmel, daß du nie und nimmermehr der Liebe Leid und Nach ,den Informationen der „Budap. Gotr." bestehen zwischen den Regierungspropositionen und den Beschlüssen der Bankdirection noch folgende drei Differenzpunkte: Die Bankdirection lehnte den Be-stallungsmodus der Vizegouverneure mittelst Ernennung einstimmig ab und hielt ferner die Bestimmungen, wonach die Regierungswechsel nur vom Generalrathe eSkomptiert werden können, mit Majorität, und daß die Bankbeamten in den Filialen gegen jeden Wechsel, den die Zensoren acceptieren, ihr Veto einlegen können, mit einer Stimme Majorität aufrecht. Ausland. Der „Allg: Ztg.“ wird aus Wien mitgetheilt, daß die Pforte den Krieg nicht fürchtet, sondern ihn muthig, begeistert und fanatisch führen wird. Die 10,000 Tjcherkcfsen ihrer Vorhut werden den Kosaken zu schaffen machen; die Donau ist ein breiter Bach, in welchem allerhand warnende Nußschalen herumschwimmen; der PoniuS EuxinuS wird sehr ungastlich werden, und die bulgarischen Festungen geben Arbeit. Die schwimmenden Bastionen England« setzen sich in Bewegung, um russische Versprechungen zu kontrollieren; bald wird sich Oesterreich zu ähnlichem Zwecke über die Grenze bemühen— kurz, wir haben einen herrlichen Sommer vor uns. Die russische Friedenswulh, die russische Huwaniläk spielen ihre Trümpfe aus, biegen ganz Europa ein Paroli, und es muß sich zeigen, ob und mit wem Rußland unter dem Tische „ ge« füßelt* hat, ob noch Ehre und Treue in der alten Jungfer Europa ist... Die russischen Pläne gehen weit, sie gehen auf Umklafterung des Südostens, auf die Herrschaft des Slavismus und Zerquetschung deS Mittelstaates Oesterreich. — Darum videant consules! DaS sind kaffandrische Accente. Die „Nat. Ztg." schreibt: „Wenn es durch den russisch-türkischen Krieg, wie man mit ziemlicher Bestimmtheit erwartet, zur Liquidation der Türkei kommt, bann wird man Oesterreich auf dem Platz finden, um neben Rußland seine natürlichen Ansprüche zu erheben und durchzuführen. Oesterreich wird nach wie vor keine brutale Annexionspolitik und noch weniger eine Nationalitätenpolitik treiben, aber eS wird vor keiner Anstrengung zurückscheuen, um sein Jnterreffe im Orient vor jeder Schädigung zu wahren." Der „Nord" veröffentlicht ein Londoner Telegramm, demzufolge die britische Regierung der Ansicht sei, daß unter den gegenwärtigen Umständen jeder weitere Schritt zur Ausrechterhaltung des Friedens fruchtlos fein würde. Der am 11.d. in Petersburg unter Vorsitz des Kaisers abgehaltene Minist er rath hat beschlossen, die Weisung zu erlassen, daß die am Pruth gelagerte Vorhut diesen Fluß auf die erste Nachricht von der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zwischen Montenegro und der Pforte zu über- Schmerz, daß du ein Vrrfchmähtsein deiner Liebe nie erfahren mögest." Eleonore flammte bei diesen Worten auf. Heftig sagte sie: „3Rußt du mich wieder an die Geschichte erinnern? — Aber freilich, freilich," setzte sie höhnisch hinzu, „er war ja schon immer dein Schützling; du wußtest ihn schon damals so warm zu verteidigen. Ist aus diesem Mitleid nun Liebe geworden? — Ich gönne ihn dir, Brigitte. Hast ihn wol recht lieb?" Und die so Geschmähete barg ihr Angesicht in beide Hände, ihr Busen flog vor innerem Schmerz — sie weinte bitterlich. Eleonore erschrak. Erregt rief sie: „Kind I wa» ist dir? ES war ja nur ein Scherz, nicht böse gemeint. Sei gut, sei lieb I Wie könntest du solchen Menschen lieben!" Bei diesen Worten schaute Brigitte aus; in sanfter, milder Verklärung strahlte ihr Auge; unter Thronen lächelnd sagte sie: „Und wenn es wäre? O, könnte meine Liebe den Unglücklichen vom Abgrunde retten, könnte ich ihm ein Friedensbote fein. Du hast sein Herz gebrochen! Ich aber, ich bin dem schreiten hätte. Diese kleine Truppe beläuft fich aus nicht mehr als taufend Mann; der wahre Ueber-gang des Flusse« wird erst dann, stattfinden, wenn die Pforte ein russische« Ultimatum zurückgewiesen hat, dessen Absendung wiederum je nach den Umständen beschleunigt oder verzögert werden wird. Do« Manifest des russischen Kaisers ist bereits gedruckt und dürfte heute in Kifcheneff publiziert werden. Eine Kriegserklärung an die Pforte soll nicht erfolgen, da man die Armee in Bulgarien nur als eine ExecutionSrnacht werde einrücken taffen. Im Manifeste des Zaren soll ein darauf bezüglicher Passu« enthalten sein, so wie die Versicherung, daß das Ziel der Besetzung der Donauprovinz nur die Durchführung der Reformen sei, welche dir Konferenzmächte in Konstantin opel im vollen, gegenseitigen Einverständnisse beschlossen haben. Der „(Solos" schreibt: „Die Pforte steuere direkt auf de» Bruch los, weil sie aus den Beistand Englands rechnet, und in der That hat das Kabinett Beaconrfield offen und versteckt alles gethan, um die Pforte in solchen Hoffnungen zu bestärken. Englands Beistand gegenüber falle jedoch dir Mitwirkung der Südslaven, Griechenlands und Rumäniens in einem Kriege gegen die Pforte schwer iti die Wagschale." Der türkische Generalissimus Abdul Ke-rim Pascha ist nach Schumla abgereist, um da» Kommando der Donau-Armee zu Übernehmen. Der russische Geschäftsträger hat noch keinen Befehl zur Abreise erhalten. Zur Tagesgeschichte. — Der Gesundheitszustand deS Zaren. In auswärtigen Zeitungen wurde wiederholt bas Gerücht kolportiert, daß der Kaiser von Rußland ein Steinleiden habe und eine Operation bevorstehe. Neuerdings sogar wurde die Behauptung noch durch die Angabe unterstützt, daß der englische Arzt Thompson unterwegs sei, um die Operation ju vollziehen. Bon kompetenter und autoritativer Seite wird nun auf da» bestimmte», erklärt, daß alle diel* Angaben vollkommen unrichtig find. 68 liegt nicht daS geringste vor, waS zu derartigen Gerüchten nur den leisesten Änlaß zu bieten imstande wäre. — Zum Rücktritt BiSmarcks. Die „Weser-Zeitung" theilt folgendes Schreiben Bismarcks vom 12. April an den Präsidenten der Bremer Handelskammer, AlberS, anläßlich der Bremer Resolution, mit: „Ich bitte Sie, überzeugt zu sein, daß der Entschluß, einem Berufe zu entsagen, dem ich die besten Jahre meines Lebens mit voller Hingebung gewidmet habe, mir selbst sehr schwer geworden ist. Aber das Befühl, daß meine seit Jahren schon verminderte Arbeitskraft nicht mehr ausreicht, mir das Bewußtsein der Pflichterfüllung in meinem ehrenvollen Amte zu gewähren, mußte mich bestimmen, Se. Majestät de« Kaiser um Enthebung von demselben zu bitten. Nachdem allerhöchst derselbe diese Bitte abgelehnt und mir dabei zur Tode nahe, ich stehe am Rande des Grabes — und so laß es mich immer sagen, laß es mich immer gestehen, was niemand ahnt, niemand weiß, wa» heute zum erstenmal mein Mund verkündet: Ja, ich liebe den Dichter, den unglücklichen Mann, dem dein Spott da» Herz gebrochen. Seitdem du ihn elend gemacht, weiß ich, was er mir ist. — Er ahnt es nicht, er wnß es nicht, daß ein armeS Mädchen um seinetwillen langsam stirbt. — Da aber, du Eleonore, du gehe hin, verkünde es deinem Bräutigam, sage ihm, wem mein Herz entgegen* schlägt, sage ihm, daß er an Treue und Redlichkeit glauben möge, sage ihm, daß Dahl " „Doch wozu alte Geschichten aufrühren; sai1 nichts — sei glücklich I — Und nun lebe wol für immer." . Sie drängle die Freundin zum Gehen. UflD al» Eleonore schied, als die Thür geschlossen war, fiel sie ermattet in den Sessel zurück, und ihre pen sprachen leise: „Ich konnte ihr nicht alles sag°"' möge sie mit dem Menschen glücklich sein! — kenne ihn." (Fortsetzung folgt.) Herstellung meiner Gesundheit einen Urlaub erthei't hat, halte ich eS für meine Pflicht, mich dem Dienste Sr. Majestät des Kaisers und des Vaterlandes so lange nidbt zu entziehen, als mir die Hoffnung bleibt, baß ich die Kräfte »iedtrgewinnen werde, die dieser Dienst erfordert. Ich fühle wich dazu ermuthigt durch die Beweise von Vertrauen und toelwoflender Tbeilnahme, welche mir zugegangen find, und unter denen ich die mir von Ihnen übermittelte Kundgebung 1° vieler angesehener Bürger der freien Stadt Bremen 6e» sonders hoch onschloge. Ich bitte Sie, Ihre» und, wie ich als Ehrenbürger Bremens sagen darf, meinen städtischen Mitbürgern meinen herzlichsten Dank für Ihre freundliche Kundgebung aussprechen zu wollen. Bismarck." Lokal- und Provinzial-Angelegenheitcn. — («Ernennungen.) Herr Friedrich Pfefferet wurde zum definitiven Regietungssekreläc, Herr Ferdinand v. Bozani zum definitiven Bezirkskommissär, Freiherr Paul v. Gnssich zum provisorischen Bezirkskommissär, Herr Gustav Delcott zum definitiven und Herr Johann Voniina zum provisorischen Regierungskonzipisten ernannt. — (Aue derLandtagsftube.) Der oolkswirth. schaftliche Ausschuß wurde gestern durch zwei Mitglieder verstärkt. Beim zweiten Wahlgange erhielt der Abgeordnete Dr. Poklukar 16 und der Abg. Dr. Ritter v. Vesteneck 16 von 31 Stimmen. Dieses Abstimmungsresultat widerlegt die von der „Novike" mit böswilliger Schadenfreude verbreitete Nachricht, daß die liberale Partei ihren muthigen Streiter für Recht und Verfassung im Stiche gelassen hat. — (Ebflimmungsficber.) Der erste Fall in Nt!« LandtagSsesfion, daß von der bisher üblichen Methode tot Annahme der in Verhandlung gestandenen Vorlagen ohne irgend eine Debatte abgegangen wurde, ergab fich gestern bei der Frage über die Bemauthung der Rekastraße. Nach längerer Debatte erklärte sich die Majorität für die Bemauthung, somit für ein Prinzip, welches manche gefähr» liche Konsequenzen für d-S Bezirksstraßenwesen in Ära tu i“t Folge haben dürfte. Es kam sogar zu einer namentlichen Abstimmung, «eiche von einem liberalen Mitgliede fceS Landtages, wie es Dulautet aus dem Grunde beantragt W“tde, um Klarheit über die Anschauungen gewisser Mitglieder der national-klerikalen Majorität zu gewinnen. 66 War nämlich ausgefallen, daß der Abgeordnete der Landgemeinden des Wahlbezirke» Avelöberg, Herr Obresa von Zirkniz, der entgegen dem Drängen seiner Wähler im volks-wirthschaftlichen Ausschüsse den Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung gestellt und auch das Referat über diesen vom «usschuffe acceptietten Antrag angenommen hatte, sich später der Berichterstattung entzog, so daß der Bürgermeister von Gottscfiee, Herr Braune, als Berichterstatter im Hause fungierte. Man staunte nicht wenig, daß bei der namentlichen Abstimmung Herr Obresa, der kurz zuvor im Sitzungssäle anwesend war, fehlte. Anderwärts pflegen Antragsteller ihre eigenen Kinder bei namentlichen Abstimmungen "ich* im Stiche zu lassen. Ja, gesetzt den Fall, es hätte sich nut um eine Stimme gehandelt, fo wäre es kaum zu bet-«nttoorten gewesen, daß eine Frage von prinzipieller Wich-^flteit eben durch die Abwesenheit jenes Abgeordneten, der Mtot entschieden dafür eintret, zum Falle gelangt. — (Zur Sage.) Während ganz Europa fich nach tow Weltfrieden sehnt, während bas klerikale Blatt den Satzungen seiner Mission folgen und den Frieden predigen f°flte, kann Monsignore „Slovenec" den Tag deS AuSbrucheS to« „lustigen" türkisch-russischen Krieges gar nicht erwarten, ^»s national-klerikale Hetzblatt ruft mit Ungeduld: „Ruß-1 lich mit de» LandeSaueschuffe gestattet. Wegen vorgerückter Stunde werben die übrigen Punkte der Tagesordnung (IV und V) bis zur nächsten Sitzung (Mittwoch den 18. d.) vertagt und die Sitzung geschloffen. Telegramme. Wien, 16. April. Dir „Politische Korrespondenz" veröffentlicht folgendes Telegramm au« Peter»« bürg: „Tie diplomatische Campagne jft definitiv beendet ; der Kaiser reist wahrscheinlich am 19. d. zur Armee ab." Bukarest, 16. April. Cozolniceanu sandte an die diplomatischen Agenten im«AuSla:ide ein Rundschreiben mit der Erklärung, die rumänische Politik werde streben, keinerlei nationale» Interesse verletzen zu lasse,', den Frieden zu erhalten u->d strikte Neutralität zu beobachten. Wein-Berta,>s. 30 Startin vorzügliche alte und neue Weine verkauft ä 100 fl. und ä 85 fl! (197) 2 Josef Martin, Marburg. Wichtig für Damen! I _________________________(199)2-1 1 Witterung. Laibach, 17. April. Schneesall anhaltend, schwacher W Wärme: morgens 7 Uhr + 0 2», nachmittags 2 Uhr + 18° C. (1876 + 10 2«; 1875 +118-6.) Barometer im Fallen. 72611mm. DaS gestrige Tagesmittel der Temperatur + 0 7°, um 8 6» unter »em Normale; der gestrige Niederschlag 9 45 mm. Schnee, 7 cm. ho».____________________________________________ Zahnweh! jeder und heftigster Art beseitigt dauernd das berühmte Pariser Llton, wenn kein anderes Mittel hilft! Flacon ä 50 kr. bei Herrn Apotheker Blreehit*. (110) 7-5 Angekommene Fremde am 17. April. >0tel Stadt Wie«. Rujiika, Lohn, Kflle.; Saazberger, Brauchbar und Kraljavslt, Wien. — Globoinit, Gewerks-besitzer, Eisnern. — Zebal, Privat, Lack. — Pfeffern, Glasmacher; Dulzer und Skrivan, (Sottfdbte. — Lerchen, Ksm. — Prelesmk, Pfarrer, Steiermark. J^otct Elefant. Prager, Schwarz, Echwarzl u. Bouillon, Trieft. — Pollak, Haselbach. — Neuner, Klagensurt. — Hiebelbaum, Leoben. vtohre«. Bogel, Miramare. — Moßer, Triest. — Neu» meister, Erfurt. Kaiser von Oesterreich. Stallmaier, Krainburg. Verstorbene. Den 13. April. Josef TreMa, Arbeiter, 36 I., Aivilspital, Skorbut. — Ursula Rolih, vcrwitw. Inwohnerin, 45 I., Z'vilspital, brightische Nierenentartung. — Maria Prebil, verwilw. Inwohnerin, 66 I.. Zivilspital, Herzfehler. Jakvb LipvvKek, Hadernhändler, 55 I., Gradischa Nr. 78, Leberentartuna. Den 14. «pr il. AndreasZupanc, Inwohner, 64I, Zivilspital, Brustwaffersucht - Franz Novak, Müller. 23 3., Zivilspital, Lungenentzündung — Katharina Lamptet, verwilw. Inwohnerin, 75 I., Zivilspttal, Altersschwäche. Den 15. «pril. Johann Korse«, Lohnarbeiter, 32 I., am Kastellberge Nr. 12, Leberkrebs. — Maria Li-p-vec, Näherin, 60I., ElefantengafseNr.5, Blutbrechen.— Jakvb ÄaoanSct, Uhrmacher, 37 I., Zivilspital, Herzfehler. Den 16. April. Dem Franz Szandner, Schuhmachermeister, sein Kind wribl. Beschl., \ Stunde. Burg stallgaffe Nr. 30, LebenSschwäche. - Agnes Mikolii, Inwohnerin, 65 I., Zivilspital. Altersschwäche. — Peter Smu-kavec, Arbeiter, 44 A.. Aivilspital, Krebscachexie._________ Gedenktafel über die am 20. Apk il 1877 stattfindenden Lici tationen. 2. Feilb., Baswoda'sche Real., Berch, BG. RudolsSwerth — 2. Feilb., Kleviiar'sche Real., Birnbaum, BS. Rudolfs, werth. — 2. Feilb., Sorman'sche Real., Birnbaum, BG. Ru dvlfswerth. — 2. Feilb., Sevnik'sche Real., Gaberje, BG. Rudolsswerth. — 2. Feilb., Slak'sche Real., Pechdorf, BG Rudolfswerth. — 1. Feilb.. Nemanik'sche Real., Bozakovo, BG. Rudolfswerth. — 1 Feilb., Rovak'sche Real., Kertina, BG. Egg. — Reaff. 3. Feilb., Tursii'fche Real., Bigaun, Loitsch Verleger: Ottomar Bamberg. Schwüchezustän-k, Impotenz, Pollutionen, Folgen der Onanie rc. heilt ohne BerusSstijrung na» seiner stet« bewährten Heilmethode mit sicherem Erfolg» bet erfahrene Spezialarzt Dr. M. Ernst in Fest, Zwei-Adlergaise Nr. 24. Behandlung durch Korrespondenz und Versendung der Medikamente. Das Geheimnis ist unverletzlich. Prospeet«» in donnert versiegelt wird auf Verlangen gratis iifcetfendel. (124) 20—13 Wiener Börse vom 16. April. Staatsfonds. 6p«i. Rente, öst.Pa». bto. Mo. oft. in eile, iofe »», 1854 . . . tote »on 1860, gonie tose »on 1860, Sfnnft. Prämiensch. e. 1864 . Orondent.-Obl. Siebevbürg. Ungar» ▲otten. tluglo-vauk....... Geld 58 60 84 — 100'~ 107 — 11650,116t0 «Barel Pfandbriefe, j Geld Won «876'»llg. -ist. Bod.-Lredil. 106'601C6-~ 64-*5 bto. in SS 3. 101-— Station, ä. JB. 107-50 m- Beooflttnbanl . . eecemt>te«*n#elt Franc»-Bant . . BanbeUbant . . . Kationalban! ... Oefl. »entgefeai. . . Union-Bank........... 8erkehr«bank. . . ills«ld-B-hn . . Huri Lnbwigbahu Ättif. «li,.-«-hn Hais, gt, 3ofes« 69 — 63— 184 iS 1M-- 68'fO 69-50 68-86 184-75 Ung. Bob.-Lrebitanft. Prloritäte-Obl. rauz IosefS-Bahu . lest. ÄorbtttflBebn . Eiebenbürger . . . . EtaalSbahn.......... Sübbahn » 5 Per,, bto. Sone Lose. Kredit. toje........ Äubolf» • 8o|e . . . . —640— 760— 7*1— 43 — 4360 71.- 71-60 196*5 165 50 1*6-60 1*6 110-50 *17— *17-60 78 50 73— Weohs. (3$ton.) Augsburg 100 Marl E. 10» Mark . uo'fifb. feint. Paris 100 Franc« Münzen. Jtaij. Münz-Dncaleu 80»8tanceftS(I . . . . Deutsche R-ichrbanI. Silber . . —> 88 *6 84*50 94 76 8*50 88-50 89— 67-60 165 SO 9S-- 161 — 13*6 88 76 89*6 68— 166— 95-16 16*— 18 6» 63— 128 80 61-60 606 1038 63-66 114— 63 U8t* 61-6« ivf. er6*. Telegrafischer Kursbericht am 17. April. Papier-Rente 68-40. — Silber-Rente 63-25. — ***»' Rente 69-40. - 1860« Staats-Anlehen 105.75. — ectien 762. - «reditactien 134-50. - London 130^. Silber 114 75. - St. k. Münzdukaten 6.15. - 20-Fra» Stücke 10-44. — 100 Reichsmark 64 - Für die Redaktion verantwortlich: