„Freihkit, Wihlftai», ?Ud»>g str Ale." MM»M ZcilW. IX Jahrgang Nr. ?4. Mittwoch »S. Juni t8V«. __________' dretmai»gereut ^^kr. berechnet, wozu für jedesmalige Einschaltung SV kr. Jnseraten-Stempelgebühr kommen. Zustellung Einschaltung Marbvrgrr Atrichlt. Marbmq. 22. Juni. (W ä h l e rv k r s a m ml u n ji a m 18. Äun i). Nach einleitenden Worten deS ObmanneS Pros. Reichel trat zuerst Dr. Dnchalsch »ls Kandidat aus ; rr sagte, daß er auf liberaler Basis stehe uud unabhängig sei; sein Grndsatz sei: Verfassung und Versöhnung, ersterc soll zivar vervollkommt werden, letztere sei gegen die Slovenen anzustreben ; er ist gegen den Föderalismus aber sür Vermehrung der Autonomie der Länder m der Administration; die freie L^irche soll im ireien Staate sein, doch soll erslere in »veltlichen Dingen dem Staate untergeordnet sei»!; daS Konkordat müsse fallen, die Wissenschaft sei frei, strenge Durchführung der Schulgesetze sei anzustreben; er ist für ein Volks- und Länderhaus, für direkte Wahlen; die konfesiionölos n Büttner sollen mit den Bekennern einer Konf«ffion gleich gestellt sein; lr weide sprechen für öffentliches und mündliches Gerichtsverfahren, für Schlvurgerichte für die Prrffe und für Verbrechen; daS Milizwesen sei zur Ersparung der Kosten einzuführen; das neue Gemeindestaiut Marburgs, die Weinbauschule und die Realschule in Marbulg werde er aufS eifrigsle zu erlangen suchen AlS zweiter Kandidat erliebt sich Max Freiherr v. Rast. Er sagt, er trete zwar alS Reulmg auf. doch habe er sowohl d^s Recht als die Befähigung zur Kandidatur. Sein Grundsatz, der Kandidat soll n>cht bloS einmal vor seine Wähler treten, um ilire Simme zu erhalten, sondern mit ihnen im Kontakte bleiben und eS sür eine Ehrenpflicht halten, beim Wechsel seiner Stellung znr Regierung sich einer Neuwahl zu unlerziehen. Er sei sür daS Programm vom 22. Mai. für Sonderstellung GallzienS und Dal-mazienS; er kritisirt daS Programm der Slovenen und hebt Dr. Zarnik hervor, der zuerst ein freies Wort gesprochen; nur durch Freiheit sei die Nationalitätenfrage zu lösen, dazu aber seien viele Schulen nothwendig; für das Militär will er auch Stimmrecht und gleiches Ehegesetz wie sür das Civil; Einführung drr obligatorischen Civilehe. Aushebung deS Zöli« bateS dadurch, daß der Staat daS Ehehinderniß der höheren Weihen auS dem Gesetzbuche streicht; vollkommene Aufhebung des Konkordates; der Staat dürfe unter keiner Bedingung daS OberaufsichtSrecht über die Kirche aufgeben. — Hierauf bestieg unter Applaus Kaufmann Karl Reuter die Tribüne um sich als Kandidat vorziistellen. Dessen Rede bringen wir in dem nächsten Blatte. — Bei der hierauf vorgenommenen Probewahl erhielt Kandidat Reuter 113. Dr. Duchatsch 51 Stimmen, zwei Stimmen waren ungiltig. DieS Resultat lvurde von der Versammlung mit großem Applause aufgenommen. (Sitzung des W ah l k om i t e S.) Von dem in der ersten Wähletversammlung auS allen Parteischattirungen der Stadt gewählten Wahlkomite waren ihrer Aufgabe treu geblieben die Herren: Professor Reichel. Direktor Dr. Elschnigg. A. Badl. Th. Götz. D. Hartmann. A. Hohl, I. Pfriemer und Pros. Rieck. Mehrere Herren hatten ihre Ab-Wesenheit entschuldigt und Vicebürgermeister Stampfl seinen Austritt er. klärt. — Der Obmann lieSt nachstehende Schreiben vor: „Euer Wohl-„geborln! Ich erlaube mir die höfliche Anfrage, ob Sie daS in Gegenwart deS Herrn Hohl gegenseitig gemachte Versprechen, daß derjenige von „unS, welcher bei der Probewahl in der Minorität bleibt, von der Kan-„didatur zurücktrete, als bindend ansehen? Ersuche unter Einem um „gefällige Antwort. Mit besonderer Hochachtung ergebenst Karl Reuter w/p. ..Kerrn Dr. Duchalsch. Wol,lgeboren hier.)" — ..Euer Wohlg^boren! „Sie vergaßen, daß wir Kandidaten verschiedener Parteien nnd. Bei „unserer damaligen Unterredung war Herr Dr. Mnlls, Mitkandidat. „Kandidat jener Partei, welcher auch ich angehöre. Ich sagte damals, „derjenige von unS beiden (Sie oder ich), welcher bei der Probewahl in „der Minorität bleibt, solle zurücktreten; Dr. Mullv, ivelcher glaubt, das „Vertrauen der Wähler zu besitzen, möge eS dann verantlvorten, wenn „er nicht durchdringt. Sie haben Herrn Dr. Kotzmuth dicse unsere Unter-„redung mitgetheilt. und ist derselbe bereit. Ihnen diesbezügliche Austlä-„ruttg zu geben. Mit aller Achtung Euer Wohlgeboren ergebener Dr. „Duchatsch w/p. (Sr. Wohlgeboren Herrn Karl Reuter. HandklSmann „hier.)" — DaS Komite spricht seine Meinung dahin auS. daß von politischen Parteien in Marburg keine Rede sein kann, da ja alle Kandi-daten sowohl in den politischen als kommunalen Punkten dasselbe Pro-gramm den Wählern dargelegt. Aus dlesem Grunde beschließt daS Ko-mite und halte eS sür seine Ehrenpflicht, mit allen erlaubten Mit- Z>er Kerr im Kaufe. Novelle vvn Vernd vo« Guseck. l. Eine stille Mondnacht auf träilmender Flur! Der silberne Schein glitzerte in de» kleinen Wellen, die der rasche Bach über die Kiesel in seinem Bette rollen ließ; rr trieb sein mogischrs Spiel in dem flüstern-den Geziveig am User, wo ein frischer Lufthauch die Blätter bewegte, und bekleioete daS weiße Schloß. daS auf dem niederen Hiegel vor den dunkel aufragenden Bergen stand, mit einem blendenden Glänze. Alle Fenster glimmten droben in zauberhafter Beleuchtung, aber eS war nur das milde Licht deS niedergehenden MondeS, kein Kerzenschlmmer bei festlicher Veranlassung, denn tieseS Schlveigen waltete ül)er dem Schlosse, wie über den Hütten deS DörsleinS, die am Fuße deS Hügels halb ver« steckt hinter den Bäumen lagen. Nur das Murmeln des Baches und von Zeit zu Zeit daS Geplät-scher ein?S aufhüpfenden FischeS im Weiher drüben unterbrach die feierliche Stille. Am Waldrande erschien, kaum bemerkbar in dämmernden Umrissen, ein Reh. eS trat heraus, um in der Fruchtbreite. die sich bis dort hin-aufzog, zu äsen — langsam schritt eS daher, im vollkommenen Gefühle der Sicherheit. Seine Todfeinde schliefen ja in dem iveitentfernten Hause mitten im Gebirge. Da stand eS auf einmal still, hob den schlanken Hals grad empor und witterte in die Ferne hinaus, seine scharfen Sinne hatten ein Ge-rausch vernommen. daS einem Menschenohr so weit her verloren gegan-gen wäre. Abkr eS schien noch keine Gefahr zu fürchten, denn eS septe seinen Weg ruhig fort und brach sich hie und da ein Hälmchen. bis eS an die Hecke deS Ackerfeldes kam. die es mit einem leichten, graziösen Sprunge überflog, um nun im Uebeifluße zu schwelgen. Ein Fußsteig führte durch die Felder, er kam vom Schloßberge, lvie der Hügel, so niedrig er war. von den Betvohnern genannt wurde, und verlief sich dann am Weiher, wo ein Fischerhäuschen stand. Der Pfad war so schmal, daß er kaum sür einen Mann mit einer Last auf dem Rücken breit genug schien. Zwei, die hier neben einander gehen wollten, mußten recht schmächtig sein oder sich dicht zusammenhalten, wenn sie nicht viel Getreide niedertraten. Wirklich kamen jetzt in der stillen Mondnacht zwei auf dem Fuß-steige daher, die Halme rauschten. von ihnen gestreist oder auch »vohl zertreten — tvas kümmerten sie sich in diesem Augenblicke darum? Dies nahende Gnänsch tvar es wohl, ivelches das Reh gehört hatte, aber ebenso sicher hatte ihm sein Instinkt gesagt, daß von diesem Paare keine Gefahr zu befürchten sei. Zivei schlanke Gestalten ivaren eS. beide hoch gewachsen, obgleich die kleinere. daS Mädchen, nicht über daS Maß jungfräulicher Anmuth hinaus; Arm in Arm gingen sie und hatten so viel, so viel sich zu sagen, aber Freudiges konnte es nicht sein, denn der Mondstrahl der das Auge des Mädchens tsaf. brach sich in flüssigen Perlen, und die Stimme des Begleiters, lvenn sie Antwort gab auf die leisen Worte der Jungfrau, klang weich. Sie hatten das Reh gesehen, das kaum fünfzehn Schritt von ihiirn entfernt stand und nur den Kopf hob. zur Flucht bereit, ^ sie hatten eS beneidet um seinen Frieden. Jetzt gelangten sie an das Ufer deS WeiherS. An dem zierlichen Fischerl)äuschen, das durch eine Brücke mit einer in die klare Fluth hineingebauten Badezelle in Verbindung stand, lag eine Gondel; sie ivar am Ufer angekettet, ein kleines Schloß wehrte, sie beliebig zu lösen. Das Mädchen trat heran, zog einen Schlüssel hervor und schloß auf. die Kette rasselte durch den Ring, an ivelchem sie beim HäuSchen befestigt gewesen. In die Gondel lvar schon der junge Mann gesprungen, mit wel- teln für den ia der Wählerversammlung mit so eminenter Majorität gewählten Kandidaten, Karl Reuter. ^ agitiren. da auch der Borwurf, welcher privatim gemacht wurde, die Majorität dcr Wählerversammlung habe einer destimmten Fraktion (Berein „Fortschritt") angehört, nicht auf der Wahrheit beruht. (Krankenhäuser). Bei einer am letzten Sonntag in Zilli stattgehabten Zusammenkunft von Bezirks« und Gemeinde Bektrctern au» Untersteiermark und dts LandesauSichusseS Pairhuber wurde bestimmt, daß landschaftliche Krankenhäuser in Windisch-Feiftritz. Windisch Graz und Rann errichtet werden sollen; einige Gemeinden, wie St. Marein und Frieda» wurden mit ihrem Ansuchen abgewiesen. (Vom Blitze erschlagen). Der 36jährige hiesige Schuh, machermeifter Bartholomäus Drame gieng am verflossenen Sonntage auf dem Wege vom Perto'schcn Stöckl gegen die Reiterkaserne zu. als er mitten «uf dem Feldwege sich befindend, vom Blitze getroffen und erschla-gen wurde. Da» Merkwürdigste an der Sache ist. daß hundert Schritte von dem Platze, wo daS Unglück geschah, zwei hohe Pappelbaume und in kurzer Entserni»ng ein stockhohes HauS steht; dem Verunglückte» wurde der Hut. das linke Hosenbein und die auf gleicher Seite befindliche Stles-felete gänzlich zerfetzt, während von der rechten Stieffelete nur ein Stück Leder Herausgeriffen ist. Am Kopse und der lmken Körperjeite find Brandwunden. Als man dem Unglücklichen allsogleich fich nahte, war der Puls an der rechten Hand noch fühlbar. Der Verstorbene hinterläßt eine Witwe mit drei Kindern. (Franz Josef« Kaserne). An die Stadtgemeinde ist vom Kriegsmlnisterium die Erled^ung aus ihr Ansuchen um Belegung der Franz Josef Kaserne ia dem Sinne gekommen, daß für dieselbe ein Jäger-dataillon in Ausfiyt genommrn sei. welches aber erst kommen wird, sobald die Berhältnifse in Dalmazien eine Heri^bmindernng deS Truppenstandes daselbst gestatten werden. (>Vas Regiment M a r o i ö i ö) passirte vorgestern Nachts hier durch, die Musikkapelle spielte auf der Anlage vor dem Bahnhofe einige Pieeen. weshalb eine große Menge Bewohner der Stadt daselbst anwe« send war. (Zwischen RadkerSburg und Marburg). Die in der Wiener „TageSpreffe" Vom 12. d. M. enthaltene Notiz, duß ein Konsortium beim HaudelSminifterium um die Bewilligung zur Bornahme technischer Borarbeiten zum Baue einer Lokomotiv Eisenbahn von Eben-furth über FrohSdors, Hartberg. Fürstenfeld RadkerSburg noch Marburg, eventuel Pragerhof angesucht habe, betrifft unser Land, insbesondere aber jene Bezirke, welche steh noch nicht der Wohlthat einer Eisenbahn erfreuen, in so hohem Maße, daß eine Förderung dieses Unternehmens zu den ersten Obliegenheiten der dazu berufenen Orgaue gehört, so wie wir nicht zweifeln, daß auch die betroffenen Grundbesitzer durch billige Entschädigungsansprüche zum schnelleren Fortgang deS Unternehmens daS ihrige gerne beitragen werden. (Fahnenweihe). Das Fest der Fahtienweihe, tvelcheS der hiefige Arbeiterbildungsverein am 12. d. M. gefeiert, war sehr gelungen. Ueber dem Eingang zur Halle prangten eine deutsche uud eine slavische ahne, vom Dache herab ivehte eine rolhe. Die Halle selbst war mit annengriln, Blumen und Inschriften geziert, der schönste Schmuck waren aber die Bildnisse Ferdinand Laffalle'S und L. K. Zimmermanns. Die Stadtkapelle wirkte unter Bartelt's persönlicher Leitung mit. Der Sanger. chor war durch vier hiefige Kunstfreunde verstärkt. D»e Bereinssahne (roth mit weißen Bändern) wurde in Wiener Reustadt von der Arbeiter» baN'Affoziation verfertigt und tst die Dreizehnte, welche seit kaum einem chem das Mädchen gekommen tvar — er hatte die beiden Ruder er. ariffen. welche kreuzweis in dem Fahrzeuge gelegen, und reichte nun dem Mädchen die Hand, ihr beim Einsteigen zu helfen. Sie mußten fich schon über Alles verabredet haben, denn sie »vech-selten hier kein Wort, und erst als Beide in der Gondel sich niede^esetzt uud der Jüngling, nachdem er vom Ufer abgestoßen, die beiden Ruder auf entgegengesetzten Borden in die Hölzer gesteckt, um sie zu handhaben, sagte das Mädchen: ^Gib mir eins!" „Laß mich nur," erividerte er leise, „Du wirst deine Kraft noch brauchen." Er ruderte dann die Gondel mit starkem Arme in die Wasser-fläche des langerstrecklen Weihers, um denselben der Breite nach zu durch-schneiden. Der Mond stand schon so tief, daß er eine Strahlenbrücke vom jenseitigen Ufer ihnen entgegen zu werfen schien. In diese lenkte der Jüngling und folgte ihrer Bahn, als ob sie ihm das richtige Fahrwasser vorzeichne. „Du hältst zu weit links." sagte daS Mädchen, ich sehe die Kapelle schon, du nicht?" „Ich sehe fie auch," erwiderte er, ^aber ich kann diese lichte Straße nicht Verlaffen — fie bringt mir Glück." „Gott aebe es doch!" seufzte das Mädchen aus tiefster Brust. Beide schwiegen eine Weile. und nur der Ruderschlag und daS Rauschen der ans ihrer Nachtruhe ausgestörten Fluth ließ sich hören. „Aber — das führt dich doch zu weit ab!" sprach daS Mädchen dann wieder schüchtern. „Wir werden eine Viertelstunde von der Ka« pelle landen, wenn nicht gar unter dem Dachstein." „Mein Weg ist so weit." entgegnete er, „daß eS mir auf eine Viertelstunde mehr nicht ankommt." Die Lichtbahn, welche auf dem Wasserspiegel schwamm, sing an. während dieses kurzen Gespräches zu erlöschen. denn der Mond ging hinter dem Höhenrande des jenseitigen UfeeS unter. „DaS ist mein Glück, meine Zukunft!" sagte der Jüngling vor sich hin. jo daß eS seine Gefährtin, welche hinter ihm in der Mitte der Jahre auS den Händen dieser Genoffenschast hervorget^angen. Den Anfang der Feier machte daS Mozart'sche BnndeSlied. dann wnrde die Fahne aufqestellt und hielt der Obmann, Franz WieSthaler. die Festrede. Musik' stücke wechselten mit Chören und Deklamationen. Die Vereine in Graz. Pettau, W. Feistritz und Prävali Gutenstein waren durch Abgeordnete vertreten, ivelche die herzlichsten Grüße ihrer Parteigenossen überbrachten. Zuschriften und Telegramme ivurden gesandt: von den Vereinen in Leoben. Judenburg, Reunkirchen. Wien, Preßburg, Pest und Großlanifcha. Um 11 wurde an L. K. Zimmermann folgendes telearaphirt: „Arbeiter seNr zahlreich beim Fest der Fahnenweihe in der Götz'schen BierhaUe. Stimmung begeistert Ein Hoch Ahnen, dem tapferen Kämpfer für unsere Sache. Ihr und Laffalle'S Bild reich geschmückt im Saale." Zwei Stunden später ivurde schon die Antlvort vorgelesen, dieselbe lautete: „Herzlichen Dank und Gruß allen wackeren Parteigenossen! Bleibt treu bis in den Tod dem Banner der Freiheit. Gleichheit und Brüderlichkeit l ES lebe die Arbeit und der auf ihr allein begründete Staat! Es lebe die Sozial» demokratieNach dem Konzcrtc ivard ein Tombolaspiel veranstaltet und dann vergnügten Musik und Tanz die Teilnehmer bis nach zwei Uhr Morgens. Windis ch'F elstritz. 20. Juni. Sonntag den 19. um 4 Uhr Nachmittag hatten die Herrn Dr. Sernetz und Dr. Radey »m katholisch, politisch. konservativen-Berein zu Neudorf. 1ü Miuuten vou W. Feiftritz eine Wahlversammlung ausgeschrieben. Wie immer verfolgte diese beiden Kandidaten auch diesmal der Unstern — die Herrn Radey und Sernetz, soivie mehrere Herrn Kapläne konnten nnr durch die Intervention der anwesenden Bürger der Stadt vor weiteren Insulten gerettet iverden. — d»e anwesende Menge, bei 30V Menschen, konnten kaum beschwichtiget werden; die Herren entflohen durch das Fenster und wurden mitel« Gendarmerie Bewachung biS gegen Ober-PulSgau geleitet. (Aus St. Leonhard) wurde unS ein zweiter, mehr detaillirter Bericht über die Irrfahrt der beiden klerikalen Kandidaten zugesandt, l)ea wir leider wegen Mangel an Raum nicht bringen können; doch erwähnen wir nur, daß in demselben bestüttigt ist, daß während, wie wir alS Ohren-zeugen koustatiren können, die berden liberalen Kandidaten in St. Leonhard die Namen rhrer beiden Gegner durchaus in keine Beziehung zu persönlichen Verhältniffen brachten, die klerikalen Kandidaten fich nicht entblö. deten, Privatverhältnisse in lügenhafter Weise darzustellen, um ihren Gegnern zu schaden. So sagten sie unter andere,n, die beiden liberalen Kandidaten Hütten selbst keinen Grnndtiesitz, sondern nur ihre Frauen hätten denselben. Im Widerspruche dazu veröffentlichen wir im Nachfolgenden Daten, die auf Wahrheit beruhen, von der ivir unS selbst überzeugt haben. Herr Friedrich Brandstetter hat im Jahre 1860 die aktive Armee Verlaffen und seine OffizierScharge mit Beibehält deS Mititärcharakters quittirt. bis er uach seiner im Jahre 1868 erfolgten Wahl in den steier-märkischen Landtag auch den Militäicharakter ablegte, und somit nicht nur vollkommen uuabhängig ist, sondern auch nie eine Pension bezog. Sein Wahlrecht übt er in den Gemeinde« Rothwein, Brunndorf uud Marburg als grundbücherlicher Eigenthümer der Realitäten »ut» Nr. 26'/» Rothweia und UrbarNr. nä Biktrii^hof. Indem wir zur Widerlegung der durch Herrn Dr. Radey verbrei-teten lügenhaften Gerüchte nach genommener Einsicht in die nüthigen Dokumente dieß öffentlich bestätigen, fügen »vir nur bei. daß der Grund-befitzer und k. t. Hauptmann in Pension. Herr Konrad Seidl. bei jeder Gelegenheit seine Unabhängigkeit gegen Civil, und Militärbehörden jeder Gondel saß. nicht verstehen konnte, auch wiederholte er die Rede uicht. als sie ihn danach fragte, sondern meinte nnr kurz: „Gleichviel!" „Willst du jetzt Nicht tuenden?" wagte fie zu sagen, da er noch immer dieselbe Richtung hielt. „Ich liebe meinen geraden Weg zu gehen!" „Wenn es aber der falsche ist? ' „Gleichviel! Was ich mir vorgenommen habe. daS will ich auch durchführen!- „Wenn du aber einsiehst, daß eS kein richtiger Vorsatz war?" „Gleichviel!" erwiderte der Jüngling mit diesem stetS fertigen Schlagworte. „Du bist eigensinnig!" sagte fie lebhaft. „Ich habe meinen eigenen Sinn, ganz recht! — Besser als nach fremdem Sinne denken, fühlen, handeln, wie — „Wie ich. nicht wahr? sprich es nur aus!" „Wie du, das meini' ich." versetzte er. Sie schwieg. Gleich darauf zog er beide Ruder in die Gondel, warf sie hin. ließ das Fahrzeug treiben, wie es wollte, ergriff des Mädchens Hand, setzte sich zu ihr und schlang seinen Arm um sie. „Bist du mir böse?" fragte er ste zärtlich. Ihr leises Weinen beunruhigte ihn. aber sie lehnte ihren Kopf an seine Brust und flüsterte: „Niemals, ich möchte nur. daß du andcrS hinaus gingest, »venn eS doch setn soll." ^ „Anders kann ich nicht werden. Wer mich lieb hat. muß mich nehmen wie ich bin!" Die Gondel war heftig in'S Schwanken gekommen, als er fich an die Seite der Sitzenden geworfen — er ivurde dadurch aufmerksam, daß er ihr Gefahr bringe, und griff wieder zu den Rudern. (Fortsetzung folgt.) Zeit auf daß unzweifelhafttste bcstStiqtf. und ihiz daher das Btttrauen stiner Mitbürger zu vielen Äemt.rn berief, welche er ebenso uneigennützig als aufopfernd ve»walttt. Da aber Herr Dr. Radey die Wät>ler durch Erweckung von Miß-trauen in die Unttbhängigfeit der libtr„lea Kandidaten irre zu führen versucht, so ersuchen wir ihn um Beantwortung der Frage: Wer ist unabhängigcr. ein nuS dem Militär - Dirnst vollkommen ausgetretener Ornndbesiker und ein Pensionist, welcher rbensalls Grund besitzet ist. der seinen Gehalt für früher geleistete Dienste bezieht, und keinerlei Anspruch auf die Gunst irgenv einer Behörde macht, oder ein k. k. Notar, welther unter der Disziplinarge'valt der Gerichte steht, durch selbe gemahregelt werden kann und durch Entziehung von Geschäften als GerichtS'Kommissär selbst in seiner ELlstenz liedroht werden kann?Nothlgen' falls »Verden wir uns noch denilicher ausdrücken. — Feist ritz bei Lembach. Der ehemalige Gemeindevorsteher dieses Ortes. Namens Spenhakel. wurde »n der Nacht vom 19. auf den 20. d. M. von zwei betiunkenen Burschen ohne alle Vcr.mlassnng über-fallen und durch mehrere Messerstiche schwer verwundet, so daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Anch seine Frau und die Magd bekamen mehrere Messerstiche. Mit Schimpfet» der beiden Betrunkenen begann die Affaire. »velche so traurig endete, aber es ist nichts von Nationalitäten« haß dabei vorgekommen, wie man anfangs erzählte. Vermischtr Aachrichtt«. (Ein gräßlicher Mord) hat sich am 26. Mai, wie dem „M. A." berichtet wird, in Böröskö im Gömörer Komitat zugetragen. Ein 23jäh^ks Mädchen stand seit längerer Zeit in einem Liebesverhältniß mit eiuem Militär.Urlauber. der als Arbeiter in den Eisentverken beschäftigt war. wegen schlechter Auffilhrung aber immer entlaffen wurde. Seine Geliebte brach daher ihr BerhSltniß mit ihm ab. worüber er so wüthend wurde, daß er ihr den Tod schwur. Am 26. Mai hielt er sie auf offener Gasse an und verlangte von ihr die Fortsetzung deS Verhältnisies Als sie entschieden sich deffen iveigerte. fiel er über sie her. wars sie zu Boden, und versetzte ihr zwanzig Stiche mit einem scharf geschliffenen Messer, bis sie zu leben aushörte. Die Unglückliche »var im fünften Monat der Schwangeischaft. Der MZrder ist eingezogen. GrklSruug. Herr Dr. Radey hat Vor Zeugen erklärt, ich und Mtine Gesinnungsgenossen seien die Urheber des in Neudorf am 19. stattgefundenen Exzesses. — Ich erkläre diese Behauptung als eine schamlose Lüge und er-blicke in dem Hinweis aus die gerichtliche Untersuchung gegen die mora-lischeu Urheber ein Wahlmanöver. Da Herr Dr. Radey behauptet, es sei bereits eine strafgerichtliche Untersuchung »vegen dieses Borfalles eingeleitet, so entfällt von meiner Seite jeder Grund, ihn gerichtlich für Verbreitung obi^ter Verleumdung, so wie überhaupt.oller jener Lügen ju belangen, welche er während seiner KandidateN'Irrfnhrien an den verschiedensten Orten verbreitete, da wir dem Gang der Untersuchung nicht vorgreifen wollen. Marburg den 21. Juni 187V. Friedrich Brandstetter. / EingefaNdt. Wir erlauben «ns Herrn Dr. Duchatsch hiemit öffentlich zu fragen, was er. der in der Wahlerversammlung sich als liberal bekannte und entschieden gegen das slovenische Programm sich aussprach, so häufig in der nationalen Versammlung in der Redaktion des ,8lovovslei I'luroä'' in Gesellschast der Ultra-Nationalen und Klerikalen zu thun hatte? Sollte der Herr Doktor, der in der „deutschen Stadt Marburg" kandidirt. mit seinem Ehrenworte seine Nichttheilnahme versichern, so entfällt die Beant- >^vortung Marburg am 21. Juni 1870. Mehrere Wahlmänner. Et»gesa«pt Löbliche llt e d a k t i o n! Mit freudigem Herzgefühl habe ich die in Ihrem geehrten Blatte Nr. 72 vom 17. Juui d. I. enthaltene Aufforderung an die Herren Wahler der Gerichtsbezirke Marburg. W. Feistritz und St. Leonhard von den ehrsamen Insassen der Gemeinde Witschein gelesen. Mit Recht betonen dieselben den Satz: „Wir wollen Steirer bleiben und nicht Krainer werden" — mit noch einem größerem Rechte geben die Herren von Witschein dem Heirn Konrad Seid! und Herrn Friedrich Brandstetter ihre Stimmen zur nächsten Landtagswahl, denn sie waren diejenigen Männer, welche uns beim BerfassungStage in Rothivein. am 8. September 18VV zeigten und sogar klar in Ziffern darstellten, in welcher Beziehung wir mit den Krainern bezüglich der Steuern stehen. — sie waren die Männer, welche uns zeigten, welche Folgen bei einer etwaigen Bildung des Königreiches Slovenien für nnS entstehen könnten. Bei obbenannten BerfassungStage in Rothwein waren Männer von unserer geliebten Obersteiermark vertreten, »velche uns mit innigster Ber-sicherung daS Wort gaben, mit uns für unser Wohl bis zum letzten Tropfen Blut zu kämpfen, denn sie sagten ja: Ihr geliebten Brüder Untersteiermarks ! Ihr gebet uns euren trefflich köstlichen Wein, ivelcher unser Blut erhitzt und unsere Glieder stärkt, und wir Oberfteirer geben euch unser treffliches Eisen und Stahl, zur Ueberwindung unterer Feinde, die unser so larige Jahre in Friede und Eintracht zusammen verbundenes Steirerland mit Gewalt trennen wollen. Ja sogar unser gcehrteS Nachbarland Kärnten, welches zumeist den slovenischen Dialekt spricht, schließt sich an unS Steirer an. und bietet uns Hand und Hilfe in allen Fällen an. Wäre es da nicht eine sehr große Undnnkbarkeit von uns Untersteirern. lvenn wir unsere Mutterstätte ja gleichsam unseres LebenS Wiege verlassen und unS von ihr trennen würden. Und dieß tvürde geschehen, »venn wir unrechte Männer in den Landtag wählen würden, da ja dadurch dieselben bevollmächtigt werden, daß das alles wtw selbe thun und beschließen, dem Lande recht sei. Darum mögen sich meine HeimatSnachbaren deS Bezirkes Wind. Feistritz den Herren von Witschein anschließen und niemanden Anderen als Herrn Konrad Seidl und Friedrich Brandstetter in den Landtag wählen, da benannte zwei Herren in der vergangenen Lanl)tagSsesfion ihre schwierige Aufgabe zur allseitigen größten Zufriedenheit lösten. Wien den 2V. Juni 1870. Franz Schalk jnn. Schlußwort an Herrn Dr. k. k. Notar, Gemetudeausschuß le. Als ich meinen offenen Brief vom 13. Juni an Sie schrieb, lag mir nur der Bericht der „Marburger Zeitung" Nr. 70 vom 12. Juni vor. Laut diesem stellten Sie den besprochenen Dringlichkeitsantrag in der zitirtei, Form; daß solcher in modifizirter. korrekter Weise vom Ge-nieinde-AuSschusse angenommen wurde, entnahm ich erst der am 17. d. (Nr. 72 der „Marburger Zeitung") erschienenen Fortsetzung deS Berichtes. ich konnte mich somit nnr an den Antragsteller halten. — Als Gkmeindeausschuß sind Sie verpflichtet. über Ihr Wirken als solcher, falls Sie von einem Wahlberechtigten öffentlich interpellirt lverden. Rede und Antwort zu geben. Bon diesem Rechte habe ich Gebrauch gemacht^ als Privatmann konnte eS mir nicht im Traume einfallen, von Ihnen ein Gutachten zu verlangen. Ihre Thätigteit als Gemeindeansschuß unterliegt gesetzlich keiner Honorirung; sollten Sie einen Anspruch gegen mich erheben können, so lassen Sie Ihre Forderung gerichtlich adjustiren. den adjustirten Betrag werde ich Ihnen zahlen; übrigens verschenkt man die Haut des Bären erst dann, wenn man ihn hat. Sollten Sie auf mein heutiges Schlußwort etwaS zu erinnern haben, vor einer Antwort sind Sie stcher. Marburg am 20. Juni 1870. Max Bar. Rast. Et>ig«fa«dt An die Herren Laudtagsvähler von Marburg! Obgleich ich bereits in der Wählerversammlung vom 18. d. Mts. erklärt habe, zu Gunsten deS Herrn C. Reuter von meiner Kandidatur zurückzutreten, haben sich bei der Probewahl dennoch Stimme« mir zu-gewendet. Ich erlaube mir daher wiederholt auszusprechen, daß ich dermalen nicht in der Lage wäre. daS ehrenvolle Mandat eines Abgeord-neten der Stadt Marburg anzunehmen und bitte die mir bestimmten Stimmen Herrn C. Reuter znzuwenden. Achtungsvoll ergebenst Marburg am 20. Juni 1870. Max Bar. Rast. Gt«gesa«dt. Keine Krankheit vermag der delikaten kovslsseiöro 6u Vsrr^ zu widerstehen und heilt dieselbe ohne Medizin und Kosten alle Magen , Nerven-, Brust-. Lungen-. Leber-. Drüsen-, Schleimhaut-. Athem-, Blasen-, und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht. Asthma, Husten. Unverdau-lichkeit. Verstopfung, Diarrhöen. Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber. Schwindel. Blutaussteigen, Ohrenbrausen. Uebelkeit und Erbrecbrn selbst wahrend der Schwangerschaft. Diabetes. Melancholie. Abmagerung. Rheumatismus, Gicht. Bleichsucht. — 72.000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, ivorunter ein Zeugniß Seiner Heiligkeit deS Papstes, des Hofmarschall Grafen PluSkow. der Marquise de Brshan. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die Revaleseivre bei Erwachsenen und Kindern S0 Mal ihren Preis im Medieiniren. Certifikat vom Herrn Dr. Medizinä BiSzlay. Szelevenh, Ungarn, 27. Mai 1867. Mein« Kran, die mehrere Jahre an Appetitlofigteit, Schlaflosigkeit, allgemeiner Schwäche und Schmerzen gelitten und alle Medikamente und Bäder vergebens versucht hatte, ist durch Du Barry's kvv»1vsoivrv gänzlich hergestellt worden und kann ich die-kes exzellente Nahrungsmittel jedem Leidenden bestens empfehlen. Im tiefsten DankgefNhl verbleibe ich »lit Achtung ergebenster Diener Josef B.iSzlay, Arzt. In Blechbüchsen von '/, Pfd. fl. 1.50. 1 Pfd. fl. 2.50. 2 Pfd. fl. 4.50 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20. 24 Pfd. fl. 36. — kev^losoisrs Odo-oolatvs in Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, 24 Tassen fl. 2.50. 48 Tassen fl. 1.50 in Pulver für 12 Tassen fl. 1.50. 24 Tassen fl. 2.50, 48 Tassen fl. 4.50. für 120 Tassen fl. 10, 288 Tassen fl. 20 . 576 Tassen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Goldschmied-gasse 8 ; in Marburg F. Kolletnig, Grazervorstadt, Tegetthoff-straße 10; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preßburg PiSztory; in Klagenfurt P. Birnbacher; in Linz Ha-selmeyer; in Bozen Lazzari; inBrünnFrtinzEder:jn Gr az Oberranzmeyer; Grablowitz; in Lemberg Rot-tender; in Klausenburg Kronstädter; und nach allen Gegenden gegen Baar oder Postnachnahme. ^ ^ ^ Geschäftsberichte. Marburg, 18. Juni. ^WochenmarktSbericht.) Weizen fl. 4.90. Korn si. S.6b, Gerste si.V.—. Hafer fl 2.50. Kuturutz fi. 3.7k», Heiden fl. g.20, Hirsebrein si. 4.4V, Hirse fl. 0.—, Bohnen fl. 0.—. Erdäpfel fl. 1.80 pr. Mepen. Rindfleisch27, Kalbfleisch 2«, Schweinfleisch inng 2k kr. pr. Pf. Hol,. l,art 30" fl. tt.-. 18" fl.5.ö0. weich 30" fl. 0.—, 18- fl. 4.— pr. Klafter. Holzkohlen hart fl. 0.60 weich fl. 0.50 pr.Metzen. Heu fl. 2.20, Stroh, Lager, fl. 1.50, Streu- fl. 1.20 pr. Centner. Pettau, 17. Juni. (Woche nmarkt» der »cht.) Weizen fl. 4.60. Kor« fl. 3.60, Gerste fl. 0.—, Hafer fl. 3.20, Kukurutz fl. 3.70. Heiden fl. 2.80. Erdäpfel fl. 1.80, Hirsebrein fl. 6.— pr. Metzen. Rindfleisch 2ü. .Kalbfleisch 25. Schweinfleich jg. 26 kr. pr. Pf. Holz 36" hart fl. 11.50. weich fl. 7.50 pr. Klafter. Holzktihlen l)art 80. weich 70 kr. pr. Mepen. Hen fl. 2.80. Stroh Lager- fl. l.60, Stren- fl. 1.15 pr. Centner. Nr. 2847. Kundmachung (463 Der diesjährige St. Ulrici-Bieh. und Jahrmarkt wird hierorts und zwar ersterer am Freitag den 1. und letzterer am SamStag den 2. Juli 1870 abgehalten werden. Stadtgemeinde Marburg am 17. Juni 1870. Der Bürgermeister: Banealari. Der Wahrheit die Ihre, wo Ihr solche gebührt. Dieses ist ganz besonders der Fall in Betreff dei berühmten AM« therin-Mnndwassers des Herrn Dr. Popp in Wien, Stadt, Bognergasse Nr. 2. Obgleich es nämlich sehr viele solche Zahnmittel gibt, deren Wirkungen und Eigenschaften ich gründlich kennen gelernt habe, so ist mir doch noch kein so vortreffliches Mittel vorgekommen, welches mit den grossen Vorzügen des Anatherin-Mundwassers des Herrn Dr. Popp in Wien auch nur den geringsten Vergleich aushält. Ganz besonders jedoch sind nach meinen vielfältigen Beobachtungnn und Erfahrungen diejenigen grossen Vorzüge hervorzuheben, welche es wie kein anderes derartiges Mittel besitzt und darin bestehen, dass dasselbe den Mund ausserordentlich erfrischt, den Geschmack verbessert und das Ausathmen der Luft aus Mund und Nase im höchsten Grade angenehm und wohlriechend macht. Dies hat natürlich seinen Grund darin, dass dasselbe nicht nur alle Unreinigkeiten der Zähne und des Zahnfleisches und der ganzen Mundhöhle entfernt, sondern auch alle diese l'heile des Mundes und den ganzen Kauapparat gegen Fäulnis» schützt und bereits eingetretene Fäulnis« vollständig beseitigt und aufhebt. Ein solches ausgezeichnetes Mittel verdient es, dass man seine grossen Vorzüge und vortrefflichen Eigenschaften unparteiisch und wahrheitsgemäss anerkennt, was ich denn auch hiermit thue und solches zugleich durch meines Namens Unterschrift und Siegel bescheinige und beglaubige. (25 Berlin. Dr. Johannes Müller, (L. S.) Medicinalrath. Zu haben in: Marburg bei Herrn Bancalari, Apotheker, bei Herrn F. Kolletnig und in Tauchmanns Kunsthandlung; C111 i bei Grisper, in Baumbachs und in Rauschers Anotheke: Sauerbrunn in der Apotheke; Radkersburg J. Weitzingor; Mureck bei Kugler&Merlak; Warasdin in A. Halters Apotheke; Luttenberg bei N. Wilhelm; Rohitseh in Krispers Apotheke: Windisch-Graz in Ammerbachers Apotheke und bei J. Kaligaritsch; Wi ndi s ch -Land sber g in Vassulichs Apotheke. Zur gefäMgen Reachtung! 4ög Der vorgekommene Fall, daß ein von mir kürzlich entlassener und im Packtrager Institute aufgenommener Dienstmann, welcher während seines Hierseins kaum so viel inS Verdienen brachte, als sein täglicher Lohn pr. 60 kr. ausmachte, sich erkül)nte. am 19. d. M. einen ausständigen Rest ohne mein Zutliun einzukassiren. somit mich beschädigen wollte, so sehe ich mich veranlaßt, hiermit zu erklären, daß ich, wie bisher, die vorkommenden Einkassirungen nur durch Lelite meines Jnsti-tutS besorgen lassen werde, und jeden Betrag, welcher an Packträger ge-zahlt wird, als nicht berichtigt ansehe. Auton Hoinigg, Inhaber deS Marburger Dienstmann Instituts „Expreß". A. 261. (465 Kundmachung Da Herr Anton Vadl mit dem von der Bezirksvertretung in sei» aem Hause Nr. 83 gemietheten Lokale eine ande»e Verfügung getroffen und dasselbe mit 1. Juni l. I. einhalbjährig gekündet hat, so wird mit erstem Dezember l. 3- die Aufnahme eines anderen geeigneten Bezirks vertretungslokales nöthig. Erforderlich find: ein geräumiger Sitzungssaal, zwei KanzleizimMer und ein Wohnzimmer für den Bezirksstraßenausjeher und AmtSdiener. daher zusammen: ein Saal und 3 Zimmer. Jene ?. ?. Herren Hausbesitzer Marburgs, welche ein entsprechen-des Lokale innerhalb der Zeit bis 1. Dezember l. I. der Bezirksvertre Trink- und Bade-Anstalt zu Preblau (im Lavantthale, Kärnten). Eröffnung der mit Comfort ausgestatteten Cur-Anstalt am I. Juni a. c. Table d'hote, Gesellschaftszimmer. Forellen-Fischerei. Entfernung von den Eisenbahnstationen: Unterdrauburg (Südbahn), Judenburg, (Kronprinz Rudolfs-Bahn) fünf Fahrstunden. Auskünfte ertheilt bereitwilligst Die Direktion der Preblauer Gesundbrunnen. Wien, Petersplatz Nr. 7. — Klagenfurt Nr. 181, (468 Jiieberfage für Jfreöfauciroa|Tcr Oei 9» ÄpHrtwig. Aviso. 467 3d) gebe (jiemit bent P. T. sßublifum befannt, bafe nur id> allein berertjtißt bin, in meinem äpfttgUrgeftyäftr, Äamtnergaffe ju SKarburß, Ballungen ber Äunben in (Smpfang &u ftcUcn. Sevafiiti Xetbif#. Erössllllilg des Gasthauses „A«« »»the» Igel" am lb. Juni l87y. (4üb Gefertigter erlaubt sich den P. T. Bewohnern MarburgS^ ergebenst anzuzeigen, daß er die unteren Lokalitäten im Hause deS Herrn Franz Ptchler in der Btktrtnghofgaffe gemiethet hat. Habe weder Mühe noch Kosten gescheut und daS Lokale elegant tuna in Miethe zu geben gesonnen wären, sind höflichst eingeladen, ihre ausgestattet. ES »vird meine strengste Aufgabe sein, den Wünschen meiner dieSsälligen schriftlichen oder mündlichen Offerte binnen l4 Tagen bei dem gefertigten BezirkSauSschuffe abzugeben. Bezirksausschuß Marburg am 17. Juni 1870. Konrad Seidl, Obmann. Zu verkaufen: S7V Klafter im vorigen Jahre geschlagenes und im heurigen Frühjahre aufgeklobenes Bucdenscheitholz bester Qualität, auf der Hommcrhube in Rotten-berg bei der Drau aufgestellt und zur Verladung nnd Verführung vor-bereitet; ferner ein im Angesichte der Bahnstation Fresen gelegener Waldkomplex von 35 Joch zur Imaligen Abstockung der darin zahl-reich vorkommenden, zu Klub». Bau- und Schnittholz t^eeigneten Fichtkn-nnd Tannenstämme und der als Brennstoff besonders anzuempfehlenden Steinbuchen. (459 Ueber Bereinbarunl^ kann anch die zunächst dabei befindliche Seil-überfuhr sammt Realität käuflich oder pachtweise überlassen werden. Offerte wollen biS Mitte k. M. an den Eigenthilmrr I. Wo hak. Post St. Lorenzen a. d. Kärntnerbalm franko eingeschickt werden. Gine Manthmühle mit 3 Gängen zc. aus beständigem Wasser in der unmittelbaren Nähe der Glasfabrik und des Marktes Sr. Lorenzen an der Kärntnerbahn wird sogleich lveiter verpachtet. Auskuuft hierüber ertheilt der Eigen-thümer Joh. Wohak daselbst. (460 Epileptische Krümpst (k'»ll8Milt) heilt brieflicb der Specialarzt für Epilepsie Doktor CR. It.IIII»eI» in Verlitt, jetzt: Louisenstraße 45. Bereits über Hundert geheilt. 32 geehrten Herren Gäste gerecht zu werden, folvie für ausgezeichnete ge» schmackvolle Küche, vortreffliche steirische Naturiveine, gut abgelegenes Märzenbier. jedeS GlaS srisch vom Zapfen, und stetS aufmerksame Be« dienung Sorge zu tragen. Bitte daher um einen recht zahlreichen Besuch und zeichne achtungsvoll Franz Wel», Restaurateur. Nr. 9436. Ekdi?t. (464 Am 27. Juni 1870 um 10 Uhr Bormittag wird in WolfSthal loko der Realität der Frau Anna Waidacher in Gemäßheit deS Bescheides und Ediktes ddo. 27. Dezember 1869 Nr. 15943 die dritte exekutive Feilbietung der der Anna Waidacher gehörigen Realitäten Urb. Nr. 367 und 368 aä Burg Marburg im Schätzungswerthe pr. 10076 fl. stattsinden. K. k. BezirkS Gericht Marburg am 29. Mai 1870. schönes gajsenseitiges Zimmer (Schillerstraße), auf Verlangen möblirt, ist täglich zu beziehen. Näheres bei S. Wolf, Schuhmachermeister. (443 Der heutigen Nummer dieses Blattes liegt ein Wahlschreiben bei. Eisenbahn-Fahrordnung fiir Marburg. Eilzüge. Persvnenzüge. Von Wie« nach Trieft: Ankunft 1 llhr 59 Min. Nachmittng. Anknuft 8 U. 8 M. Früh. 8 N. 44 M. Abend«. Abfahrt 2 Uhr 2 Miu. Nachmittag, Abfahrt 8 ,. 20 ,. „ 8 „ 56 „ ^ Von Trieft nach Wien: AuNmst 2 Uhr 37 Min. Nachmittag. Ankunft 6 N. 10 M. Frtth. 6 U. bb M. Abends. Abfai>rt 2 Uhr 40 Min. Rachmittag. Abfahrt 6 „ 31 „ „ 7 „ 7 „ „ lit ei««r Leilaae. «erantworNtche NedaMvn, Druck und vGrlag von Eduard Sanschitz tn Vtarburg. Papier Sc Schreib- 1§ [Üdm. Schuster & Comp, j « Marburg S. I CD Postgasse Nr. 112, 3? 74 der „Marburger Zeitung." Bericht über dir Iffaire in Wiadisch-Feistrih. Wind. Feistritz 20. Juni 1870. Gewiß wird vielen Lesern dieses Blattes eine möglichst getreue, der Wahrheit entsprechende Schilderung der am 19. d. M im Dorfe Unterneudorf stattgefundenen Wahlszene sehr erwünscht sein. Dieser wenngleich etwas schwierigen Ausgabe werde ich mich zu in, »erziehen trachten, geleitet von dem Gedanken, daß nur eine möglichst objektiv g'hal! tene Darstellung dieser Vorgänge im Stande sein wird, die irrigen Aus-streuungen und Gerüchte, ja selbst absichtliche Entstellungen — wie sich selbe in nationale Blätter zweifelsohne *) Eingang verschaffen werden — auf den Boden der Thatfächlichkeit. der Wahrheit rnckznführen. Doch zur Sache: Sonntag den IS. d. M sollte erfolgten Kundmachungen zu Folge in dem nahe gelegenen Dorfe Unterneudorf eine Wählerversammlung stattfinden. Schon um 2 Uhr Nachmittag kamen aus allen Gegenden Leute, welche sich an der Versammlung brtheiligen wollten, so zwar daß fich biS zum Erscheinen der Kandidaten Dr. Raday nnd Dr. S.rnetz (ungefähr 5 Uhr Abends) wohl bei 200 Personen vor dem Hause, in welchem die Versammlung vor sich gehen sollte, angesammelt hatten; der Empfang. welcher den beiden Kandidaten bereitet wurde, iie mit einem! Geistlichen an der Spitze herangezogen kamen — wer eikeunt daraus nicht gleich die Freisinnigkeit unserer Nationalen? — wor geradezu kcin glänzender zu nennen; doch hätten die Kandidaten gewiß von Glück zu reden, wenn eS bei demselben allein geblieben sein würde; allein Unglück-licherweise sollte eS noch zu bedauerlicheren Austritten kommen. l Die beiden Kandidaten, wahrscheinlich von einer dunklen Ahnung ergriffen, begaben sich nun sammt ihrem Anhang, der sich auf ungtfähr 20 Köpfe belaufen mochte, in ein Haus und erklärten vom Vorsprunge desselben herab mit lauter Stimme: „Nur die ..Unserigen" dürfen hinein!"l Nun brach der Unwille der daraußeu harrenden Menge los. der sich durch die Worte kundgab: ..Ihr meint es nicht ehrlich mit dem Volke,! wenn ihr es gut meint, so kommt heraus und sprecht offen mit uns;! wir hassen jede Geheimnißkrämerei!" Darnnter mengten sich die drohenden Rufe; „Wir wollen keine Krainer werden!" — Ihr seid Hfaffenkncchte. die nicht daS Interesse des Volkes verfechten, sondein das Eigene stets vor Augen haben!" — „Was wollt Ihr hier? Die Wahlmänner sind ohnehin schon gewählt; Ihr wißt ja doch, daß diese nnr Konrad Seidl und Friedrich Brandstetter wählen und nicht Euch!" u. s f. Nachdem der Unwille auf diese Weise zum Ausdrucke gelangt war. stieg ein Bauer die 4 Stufen zum Wahllokale hinan, um Einlaß zu gewinnen. — Kaum oben angekommen, wollte ihn Dr. Seinetz hinabstoßen. ebenso erging eS einem anderen Bauer», dem der Kaplan Elatinschek mit seinem Regenschirm einen Stoß versetzte. — Diese unbesonnenen Handlungen waren nun dos Signal zum all gemeinen Angriff. Alles versah sich in Schnelligkeit mit Stöcken. Stet-nen. Knitteln ;e. und stürmte das Haus, dessen Bewohner sich in die innersten Zimmer zurückzogen und verbargen. Bei dem ersten Zusammenstoße wurde Dr. Sernez niedergeworfen, und der Kaplan Slatinscheg erhielt einige Stöße. Schlechter erging es dem Kaplan Woch. der sich später allein einband. Nur seine schnellen Beine retteten ihn vor Mißhandlungen der bedenklichsten Art. *) Bereits «rsolgt. vi6s „Llovenslci Ntuoä" vom 20. d. auf deu ich eingeheud zurückkommen werde. I Eingesandt. Der „Slovenski Xnrocl," das national-klerikale Organ für Volksverdummung. hat in Nr. 71 seines Blattes ein Artikelchen über die hiesige Wahlmäiinrrwahl vom Stapel gelassen, das eine Entgegnung erfur-derlich macht. Nachdem „8!vv. Aar." seiner Entrüstung über die Wahl des Herrn Baumann mit den Worten „iwlnskutnr iu mesär" Ausdruck verliehen, srägt er: Wie wurde er gewählt? und antwortet: 1. Hat sich selbst die Stimme gegeben. 2. Hat mit drei Vollmachten gewählt. 3. Eine der Vollmacht.« war von einer nicht wahlberechtigten Witwe 4. Hat ein wegen Diebstahls abgestrafter Mann für ihn gestimmt. Nun unsere Entgegnung auf diese vier Punkte: uä 1: Eine ganz gemeine Lüge. utl 2: Hatte Herr I. Banmaiin gar keine Vollmachten, mit diesen wur-deu nur die Herren Eduard. Anton und Johann Kandolin beehrt, daher wir aus unsere Entgegnung nel 1 verweisen müssen. 3: Die Witwe, die „8lov. N»r." meint, isl in dem hieher gelangten ! Slenerverzeichnisse eingetragen. daher wir keinen stichhaltigen Grund zu ihrer Wahl Unfähigkeit wüßten. ne! 4: Wurde nicht d r Mann, sondern sein Weib wegen Diebstahls abgestraft, und wenn eS der Mann gewesen wäre, so hätle es auf sein Wahlrecht keinen Eu>fluß. da die Abstrafung schon vor 8 Jahren stattgesunden, nach den jetzigen Gtsehen aber nach Ablauf von süns Jahren die Rehabililirung eintritt. - DieS zur Wissenschaft dem „8lov. und seinen Bericht erstat- tenden Finsterlingen. Die Fortschrittspartei von Holtdorf. Eingesandt Daß die Herren S. und R. von 40 Arbeitern unter Führung des ? Zternberger nnd Sorschak gleich bei ihrer Ankunft angegriffen wurden, ist unwahr. Es wnrde kein Wahlmann verletzt, nur ein Tischler erhielt einen » leichten Hieb. > Die andrängende Masse ging nicht auf den Ruf: „Die Hußaren kommen!" auseiuander. sondern wurde von den Feistritzern beschwichtigt, wofür es hunderte von Zeugen gibt. Der Kaplan Slatinscheg hat wirklich zuerst gestoßen, ebenso der 0er Dr. Sernez. wonach erst der Skandal begann. Nur dem Takte der Gensdarmerie. welche sich passiv verhielt, sowie dem beschwichtigenden Einschreiten einiger Bürger in W. Feistritz. welche nach Möglichkeit bemüht waren. Ausschreitungen im größeren Maßstabe und dahin würde es ohne Intervention derselben jedenfalls gekommen sein — zu verhüten, ist es zu danken, daß dieser ganze Exzeß einen harmlosen Verlauf nahm. Wer diese Folgen heraufbeschworen, ist nicht unschwer zu bestimmen, und wenn ich schon jetzt als die Urheber desselben unsere Kapläne Woch und Slatinscheg bezeichne, so befinde ich mich gewiß nur auf dem Felde der Wahrheit ; de n ihie Agitati: nen, ihr Schüren und Hetzen mußte ^geradezu erbitternd ans die Gemüther der Landleute einwirken; — doch von diesen kleiikaltN Wahlumtriebeu in Kürze detaillirte Berichte zur Charakteristik einer gewissen Kaste. Wagner. DaS konzefsionirte packträger - Institut dankt dem verehrten?. I'. Publikum für das seit seinem Bestehen bis jetzt geschenkte Vertrauen und empfiehlt sich zugleich zu allen Privat- und geschäftlichen Dienstleistungen; besonders Übersiedlungen. Dasselbe übernimmt Aufträge zum An- und Verkauf aller österreichischen TtaatS« und Privatlose durch das bestrenommirte Großhand-lungshauS Kothen in Wien. Besorgt das Versetzen. Auslösen und Umschreiben der Pfänder im k. k. Versatzamt, sowie alle vorkommenden Kommissionen in Graz und Wien. Auch werden Beitritts-Erklärungen zum KrantenunterstüKungs' und Pension« Versicherungs-Vereine „Styria" angenommen, und alle möglichen Auskünfte auf daS Bereitwilligste ertheilt. (452 IllVivkUs Kr Sedlldmaoksr111 Heute ist nenerdings eine größere Partie genügender Auswahl Keil'Leisten, sowie Anstoßer von Weißbuchenholz neuester Fa<.on von Wien angekommen. Znglcich mache ich die Herren Schuhmacher nochmals aufmerksam aus die neu verbesserte» privilegirten Schuhmetallkappen, welche st ts in entsprechender Auswahl am Lager sind, sowie auf meine amerik. Holznägel, feinsten Papp, langen Hanf. engl. Garn, franz. und engl. Brennzeng, sowie alle anderen Werkzeuge, welche ich von erster Hand beziehe, daher mir auch ermöglicht ist. die Herren billigst zu bedienen. 451) Ulms pvrlco. Verehrlichtn Pade-Direktiontn, HM- und Gasthof-Atfitzern, Kauf-, Gmerks- und Privatleuten ^ empfiehlt sich zur Besorgung der während der Saison zu erlassenden Ankündigungen in alle gewünschte oder geeignete Zeitungen. Prompte und reelle Bedienung wird zugesichert. Belege werden über jede Einschal-sung geliefert. Auf Wunsch wird das Arrangement und die Stylisirung des betreffenden Inserats übernommen und vorher zur Ansicht eingesendet. Es werden nur die von den Zeitungen selbst aufg. st. Ilten Original- Preise in Ansaß gebracht. Komplete Jusertionstarise (Zeitungs Kataloge) nnd ausführliche Prospekte st hen gratis und franeo zu Diensten. Zkitungö-Ännoneen Erprdition: ^ion, Seilerstätte 2, Iküindorx, Aüuokvn, Lorlin, Skwdurx. Offieieller Agent sämmtlicher Zeitungen: Alleini«,!',' Aliegende Mittel- . . . pr. Zeile U0 l,. kladderadatsch .... 4S „ Mr-iei>.P«chi. KW?: ^ - De» geehrten Bewohnern non Marburg, > ! besonders der hiesigen Geschäftswelt nnd Industriellen, empfehlen j > wir uns hiemit ergebenst unter Garantie und DiScretion zur ^ Besorgung ihrer diessälligen _ WM" -W» i» alle ia- und ansläudischcu Keituagen auf's Angelegentlichste. l l*iineip: keelsle unä billigste keöienunx. in HG I^n, Neuer Markt Nr. It. (66 Hamburg. Reuer Wall 50. Basel. Stei,Irnberg 29. Leipzig. Markt 17. Königshaus. Zürich. Marktgasse 11. > Frankfurt aM.. Große GaltuSftrafie 1. St. Galleu, Obere Grabenst. 12. I Verl in. Leipzigerstrajie 46. Genf. ?Inov 6u Volant 2. j Breslau, Ring 52. Stuttgart. Kronprinzenst. I tt. j Köln a/R., Lobstraße LZ. ^ Volilci okraja mariborskega, slov. bistri&kega in St. lenartskega! Po „Slov. Narodu*' od 31. nuga se program, kterega so slovemki kandidati sostavili, tako-le glasi: I. Slovenske tirjatve v drfcavopravnem oziru: 1. Zjedinjenje vseh Slovencev je nasa poglavitna te£nja; deiele, v kterih Zivimo, nimajo pra-vice, niso osebe pravice zoper n a ö narod, ampak narod je moraliöna oseba, ki kot takovsna nikoli ne more zgubiti svoje osebne pravice do zdru2enega pravnega äivljenja v e n i avstrijski kronovini. 2. Tirjamo, da se nemudoma vpelje za Slovence raba slovenskega jezika v vseh javnih vla-dinili. deSelnih, cerkvenili in äkolskih zadevah; ob enem priznavamo enake pravice vsem drugim narodom. 3. V povspeh pravosodja tirjamo ze zdaj vi§o deielno sodnijo za vse Slovence, 8 sedeäom v Ljubljani. 4. Ker po dozdanjih skusnjali veCina stirskega zbora zgorej navedeuim tirjatvam ne botle pri-jazna, ho£emo delati v zvezi in sporazumljenji z drugimi avstrijskimi federalisti. 5. Slovenski narod — 2ele, da se naSa dräava preosnuje na federalisticni podlagi — priznava samo vojaSke, finanöne in trgovinske zadeve kot skupne. 6. Vse drnge zadeve spadajo v oblast dezelnih zborov. II. Tirjatve v cerkvenem oziru: 1. Slovenci nimamo nie proti temu, da drugoverniki, ki u2ivajo popolno versko svobodo, imajo z nami enake dräavljanske pravice; toda kot katolicani tirjamo, da tudi katoliska cerkev vse svoje notranje zadeve samostalno uravnava. 2. Ker je vse na tera 1 efceCe, da se nasa solska mladeZ izreja v krsöanskem duhu, Zelimo, da se Solska postava se er.krat presodi in tako popravi, da se v samostalni organizaeiji Sole tudi katoligki cerkvi primereu vpljiv pri nadzorovanji §ol odloßi. 3. Cerkveno pretnojSenje je kakor vsako drngo nedotakljivo. III. Tirjatve v drugih splosnili zadevah. 1. Dru§tva za napredek obrtnije, splosne otnike itd. naj se po potrebah tudi iz de2elnega za-klada podpirajo. 2. Napredek v obrtniji je le mogoß, ako se iz dezelnegu zaklada veö stori za vravnanje naäih rek, osnovo in ohrano dobrih cest itd. 3. Hn(%mo da so varno pjizi pri nstmri Wähler der Bezirke Marburg, Windisch Feiftritz und St. Leonhardt! Nach dem „Sloven-Ki »voS" vom 3l. Mai lautet das von den flovenischen Kandidaten aufgestellte Programm wörtlich: I. Forderungen der Slovenen in staatsrechtlicher Hinsicht: 1. Dis Bereinigung aller Slovenen ist unser Hauptverlangen; die Länder, welche wir bewohnen, entbehren jedes Rechtes, sind keine Personen der Gerechtigkeit gegen unsere Nation, sondern die Nation ist eine moralische Person, die als solche nie ihr persönliches Recht zum vereinten rechtlichen Leben in einem östereichischen Kronlande verlieren kann. 2. Wir fordern, daß man fiir die Slovenen ohne Verzug den Gebrauch der slovenischen Sprache in allen öffentlichen Aemtern, in Land-, Kirchen- und Schnlan-gelegenheiten einfiihre; mit einem Worte, wir erkennen gleiche Rechte allen übrigen Völkern an. 3. WaS die Justiz anbelangt, verlangen wir schon jetzt für die Slovenen ein Oberlandesgericht mit dem Sitze in Laibach. 4. Da nach bisheriger Erfahrung die Majorität deS steierischen Landtages den oben erwähnten Forderungen nicht geneigt sein wird, so wollen wir in Verbindung und in Ucbereinstimmung mit den übrigen österreichischen Föderalisten arbeiten. 5. Die slovenische Nation wünscht, daß unser Staat auf föderalistischer Grundlage gestaltet werde, erkennt nur die Militär-, Finanz-und Handels-Angelegenheiten als gemeinsam. 6. Alle anderen Angelegenheiten fallen in die Gewalt der Landtage. II Forderungen in kirchlicher Hinsicht. 1. Die Slovenen haben nichts dagegen, daß Andersgläubige, die eine vollkommene Glaubensfreiheit genießen, mit uns gleiche Staatsrechte haben; darum verlangen wir Katholiken, daß auch die katholifche Kirche alle ihre inneren Angelegenheiten selbstständig verwalte. 2. Da alles daran gelegen ist, daß unsere Schuljugend im christlichen Geiste ausgebildet werde, wünschen wir, daß das Schulgesetz noch einmal beurtheilt wird, und dahin verbessert werde, daß in der selbstständigen Organisation der Schule auch der katholischen Kirche ein angemessener Einfluß bei der Schulinspektion eingeräumt werde. 3. Das Kirchengut ist wie jedes andere unantastbar. III. Forderungen in anderen allgemeinen Angelegenheiten. I. Vereine für die Fortbildung des Verkehrs, der allgemeinen Bildung n. f. w. sollen nach dem Bedürfnisse auch aus dem Landschatze unterstützt werden, s. Die Fortbildung des Verkehrs ist nur möglich, wenn aus dem Landschatze mehr geleistet wird » für die ReAuiirunz unserer Miffe, fiir die auf dc,k wir nicht so sehr mit Abgaben gedrückt werden. Mit einem Worte wrr wünschen, dak bel dieser Gelegenheit unsere Grundbücher so geordnet werden, daß sie vollkommen m Einklang mit dem neuen Kataster kommen, und auf daß hieraus der Realkredlt mehr erstarke. . . . , IV. Alle übrigen Forderungen überlassen wir der freien Bestimmung unserer Abgeordneten. Seither haben sich dieselben Kandidaten überzeugt, daß diese ihre Bestrebungen beim biederen untersteirischen Volke keinen Anklang finden, daß dasselbe von Männern nichts wissen will, welche die Steiermark zerreissen, nnser schönes Land an Kram aus- ztulicfern im Stande wäre. . . . ^ ^ - - Seither suchte nun diese Partei, so wie speziell vie klerikalen Kaiidldaten für unsere Bezirke, Dr. Raday und Dr. Sernez, die Wähler durch Wahlschreiben zu gewinnen, in welchen sie das Programm vom 17. Mai ganz verläugneii, und lii sehr zahmer Weise Dinqe verlangen, welche ihnen die liberale Partei noch nie verweigerte. Schimpf und Schande über einen solchen Mißbrauch des Vertrauens! Wahler! verqleicht die letzten Wahlschreiben mit dem Programme vom 17. Mai und urtheil^elbst, ob sich die Feinde der Freiheit nicht wie Füchse in Eure Häuser einschleichen. Warum verlanaen Herr Dr. Raday und Dr. Serncz nicht mehr offen, Pflicht des nationalen Kandidaten, die Zerreissung Steiermarks! Wollen die beiden klerikalen Kandidaten, wie ihre früheren Gesinnungsgenossen, iM Landtage taglich den Schmerzensschrei um Slovenien im Namen der Nation, im Namen ihrer Wähler ans-stossen, während sie sich jetzt in ihrer Heimat gar nicht getrauen die Forderung auszusprechen, wenn sie weuigstelis aus einige Stimnien Anspruch haben wMen. Dieselben Männer haben heute die Kühnheit zu behaupten, sie wollen ^e deutsche Sprache ans der Schnle nicht verdrängen, welche es schon so weit gebracht haben, daß in manchen Schulen, trotz der dringenden Fordernng der Bevölkerung, kein Wort deutsch gelehrt wird! — Wollt Ihr Euer Vertrauen, Euer Wohl uiid Wehe Männern anvertrauen, welche schon vor der Wahl Euch so arg täuschen? Darum halten wir entgegen solchen Kniffen nnd Ränken sest an unserem alten Wahlspruch: Hoch die gr««- ««geth-ilt- Hoch die 4^andidat-« Griedrich und S-idl, welche seit Jahren für unsere Bolksrechte redlich kämpsten, und noch nie durch Lügen und Heucheleien das Vertrauen der Wähler zu täuschen suchten. Das liberale Wahlkomitv. Druck von Ed. 3amchitz iu Narbmg. — Ik. 8t.