Nr. 23ft. Donnerstag, 2. October 1890. 109. Jahrgang. OMcher Zeitung. W,izU"°"°nepr«i»: Mlt Postvcrlendung: ganzjährig fl. 1b, Halbjahr!« fi. ?5<>. Im «omt>t°!r: Nei.. ^'. ^. halbjährig fl. 5 5«. Hiir die Zustellung en l^^lch der von ihm erbetenen Uebernahme in jg^ "uernden Ruhestand in Anerkennung seiner viel- örd^^ ^^^" "nd vorzüglichen Dienstleistung den dti 3 °er eisernen Krone dritter Classe mit Nächsicht "ke allergnädigst zu verleihen geruht. z^^ l. und k. Apostolische Majestät haben mit Llln3. ^Entschließung vom 15. September d. I. dem in ^'^'erarzte von Steiermark Dr. Albert Schindler l>^ <^^"ung seiner ausgezeichneten Dienstleistung auf da« 3. ^" des Veterinärwesens und der Viehzucht z« ve.s 5^"i bes Franz-Ioseph-Ordens allergnädigst ^leihen geruht. _____ lllltt^/ ""b k. Apostolische Majestät haben mit bey Mler Entschließung ^^ 19. September d. I. liie^z ^ungsrathe und Leiter des Rechnungs-Departe« Üisenl,^ ^ General' Inspection der österreichischen lichten Nilhelm Trudal den Titel eines kaiser-""hes taxfrei allergnädigst zu verleihen geruht. Rer^s/' "nd k. Apostolische Majestät haben mit ben, ^p" Handschreiben vom 23. September d. I. Feilack >!°"'"^« Oberlehrer Sebastian Fugger in "Neran das Alberne Verdienstlreuz mit der Krone >^Mzu verleihen geruht. Nichtamtlicher Hljeil Die nächste Volkszählung. ^sletr^" !°"'gen Wochm wird zum drittenmale in 5"" No 3 ?Ä Wl""t> des Gesetzes vom 29. März 1869 "H von ?^"'"l, stattfinden, die, schon an und für ^" erk«!? c^omt'ma.' noch insbesondere dadurch ""e lei^^n Wert gewinnen wird, dass bei derselben !.^ Änw^^ Weiterbildung des Zählungsoerfahrens MisH?«"bN"a. gelangen wird. Der Präsident der ^^ " ^ntral-Commission. Hofrath von Inama. ^^^Mlndttser Hinsicht in einer von ihm ver« fassten, die nächste Volkszählung mit fachmännischer Gediegenheit behandelnden Studie: Die Schwierigkeiten, welch? begreiflicherweise einer zeitgemäßen Weiterbildung des Zählungsverfahrens sich entgegenstellen, erschienen dennoch geringer als jene, welche eine Gesetzesänderung bei der notorischen Schwerfälligkeit und Unberechenbar, leit unseres legislativen Apparates zu überwinden gehabt hätte. Aufgabe der dazu berufenen Factoren war es. innerhalb dieses vom Gesetze gesteckten Rahmens den Anforderungen an die Zahlung«. Technik zu ent» sprechen, welche aus den Erfahrungen der letzten Zahlungen und aus den in anderen Staaten gemachten statistisch-technischen Fortschritten abzuleiten waren, und den Bedürfnissen nach erweiterter und vertiefter Information über die Zustände der Bevölkerung Rech» nung zu tragen, welche bei Gelegenheit legislativer und administrativer Mahnahmen sowie bei wissenschaftlichen Untersuchungen über das Volks- und Staatsleben wieder» holt zutage getreten sind und voraussichtlich in dem laufenden Decennium noch lauter und drängender sich geltend machen werden. Zwei Wrge standen offen, um dieses Ziel zu er. reichen; beide mussten gleichzeitig betreten werden. Auf der einen Seite war es möglich, durch Erweiterung und schärfere Fassung der Fragen schon bei der Er« Hebung neue Gesichtspunkte zur Beurtheilung der socialen Zustände der Bevöllernng zu gewinnen. Auf der anderen Seite musste ein Verfahren der Aufarbeitung des ge-sammlen Materiales ermittelt werden, welches eine wesentlich eingehendere Analyse und eine möglichst er« schöpfende Ausbeute desselben gestattet. Die Er« Weiterungen, welche die für die Zählung des Jahres 1890 bestimmten Erhebungs.Formulare gegenüber den früher angewendeten aufweisen, gewinnen ihre volle Bedeutung erst durch die gegenüber dem bisher eingehaltenen Vorgange wesentlich anders geartete Ve-arbeitungsweise der ganzen Erhebung. Darauf liegt überhaupt bei der bevorstehenden Zählung der Schwer» Punkt der Reform. Sollte nicht neuerdings das ärgerliche Schauspiel sich wiederholen, dass das Beste, was die Zählung zu bieten vermag, einfach wegen ungenügender Organisation der Bearbeitung ungenützt verloren gehe und Kraft und Geld zum Theil nutzlos verwendet werde, so musste eine organisatorische Einrichtung geschaffen werben, welche, immer noch im Rahmen des bestehenden Gesetzes, den ausführende,! Bchörden abnahm, was sie nicht zu leisten vermochten, und dafür eine centrale Bearbeitung des gesammten Ur«Materiales möglich machte. Die Verordnung des Ministeriums des Innern vom 9. August 1890 spricht demgemäß aus. dass bei der k. k. statisti-schen Central-Commission die Umlegung' aller in den Anzeigezetteln und Aufnahmsbögen enthaltenen Angaben auf Zählblättern erfolgen wird. zu welchem Zwecke angeordnet wurde, dass sämmtliche Zählpapiere nach Abschluss der Zählung und Herstellung der durch die Vo1kezählungs.Vorschrift vorgezeichneten Uebersichten an die statistische Central-Commission zu leiten sind. Die Bearbeitung der Volkszählung des Jahre« 1890 wirb sich also in zwei Stadien vollziehen; zunächst erfolgt dem Gesetze gemäß die Verfassung der Orts-, Gemeinde- und Bezirks-, dann der Länder- und Reichs - Uebersichten in bisheriger Weis?, wobei jedoch nach den früher entwickelten Gesichtspunkten eine erhebliche Vereinfachung der Concentrations-Formulare vorgenommen wurde; nach Abschluss dieser summarischen Aufarbeitung, deren Wert vornehmlich in der raschen Gewinnung der allgemeinen Endergebnisse der Zählung zu sehen sein wird, seht die eigentlich statisti-sche Detailbearbeitung ein, legt die in den Listen ent> haltenen Ur°Angaben der einzelnen Personen auf In» dividual - Zählblätter um und wirb so in den Stand gesetzt, mit dem dadurch beweglich gemachten Materiale und mittels einer besonders durchgebildeten statistischen Technik jede Art der Combination und der Gruppenbildung durchzuführen. Wird dadurch die Bearbeitung der nächsten Zahlung, was den Reichthum und die übersichtliche Gliederung der Ergebnisse anbetrifft, ihre Vorgänger weit hinter sich lassen, ja, streng genommen, zum erstenmale den Anforderungen dieser wichtigsten und großartigsten aller statistischen Operationen zu entsprechen vermögen, so wird sie anderseits auch in Bezug auf die Genauigkeit der Ergebnisse einen entscheidenden Fortschritt darstellen, da sie zum erstenmale die schließlichen Ergebnisse unmittelbar aus dem Ur-Materiale gewinnt, dessen sorgfältigste Durchprüfung eben mit seiner centralen Detailbearbeitung selbst schon gegeben ist. Vor allem wird die nächste Volkszählung sowohl bezüglich der Wohnbevölkerung als auch der rechtlichen Bevölkerung einen erheblichen Fortschritt bringen. Sie wird zum erstenmale die Möglichkeit bieten, da«, wa« von den einzelnen Individuen in Bezug auf die gewohn-heitsmähige und rechtliche Zugehörigkeit zu einem Orte Iieuilleton. t wird » ^krümmten Nordende der Adria u^^»nmels.l« ^ nehmen hier dreierlei Blau wahr: Ä dab P.."' der Luft. das Lazurblau des Wassers 2 des Tiosl^' '" Pflaumenfarbe hinüberspielende H?N sich v^^s- Dieses letztere ist kumüis Iwlia, ? fortsei 35" °" b's in die Flächen Piemonts U^s. U '^r Karstboden von rundlichen und """bet sich hier gegen Ost zo3^n. Ve„3' ^"'o weiterhin gegen Westen die 3^' ^rB °"" und Tiroler Alpen mit ihren ^eitN'Äpfeln, i." Sommer noch weih nm W,. e"iqe SA".'.." Gesichtskreis umranden». ist . t "htbt N"te ^" Bade in westlicher Richtung lvel35 wenige N?" Hügel von. Saut Antonio. Er «daz^^eter h^ ^ in einer Gegend, m H,nn?eere liea ^ll auf ganz gleicher Fläche m.t ^ l°"Nst^" " °"sf°llen. Es geht in dieser °t>er?"' Wo w^" Objecten gerade so wle den oh si^rvorraat ^/ fachen etwas ein wenig auffällt ^hr si",d 3"den Nachreden daran angehängt - "er Nlcht, kommt keineswegs in Frage. So hat sich denn um diesen Hügel, den man mit einem Besen binnen zwölf Stunden weglehren könnte, die Sage reichlicher angefeht, als um den Großglockner oder um den Ortler. Der Hügel enthält zwei Höhlen, beide unbedeutend, von welchen eine in der noblen Ausdrucksweise der Literatur «Feengrotte», beim Volle die Höhle des «lahmen Teufels», die andere «Fledermaushöhle» heißt. Die erstere genießt unter den Schatzgräbern viel Ansehen. Es wird erzählt, dass einige, welche hier ihr Glück versuchten, von einer Horneule in Todesschrecken verseht wurden. Einsam auf dem öden Gellippe steht daS winzige alte Heiligthum St. Antonius des Einsiedlers. Allenthalben birgt der Boden Trümmer von Scherben und römische Ueberreste aller Art. Standen doch hier die Mauern der Kaiserbäder und war das ganze Gebiet von Aquileja. damals noch nicht von stehenden Wässern durchsetzt, nicht nur der Bäder wegen besucht, son« dcrn eine Gegend für Sommerfrische und allerlei Lustbarkeit. Kommen wir nun zum Wasser der heißen Quelle selbst, so haben wir hier eine Erscheinung vor uns, welche man in der Reihe der warmen Borne kaum wiederfindet. Die Wärme, gewöhnlich 38 Grad Cel-sius, hebt sich mit der Flut um einen halben Grad und erreicht bei Scirocco 39 und auch 40 Grad Celsius. In sogenannten Erdbebenjahreu soll sie sich noch weiter steigern. Die Quelle steigt und senkt sich mit dem Meere, und das Brom und Jod. welches in ihr zum Vorschein kommt, ist ihr sicherlich aus der Salz. flut zugeflossen. Schon Plinius erzählt uns: «Ckli-lwrum lonlium cum »n.' (Trieft und die Monarchie.) Die Trieste! Deputation, welche vorgestern den Ministern Duna-jewski und Bacquehem ihre Aufwartung gemacht, wuroe gestern vom Grafen Taaffe in Audienz empfangen. Der Ministerpräsident erwiderte auf die an ihn ge' richtete Ansprache, die Regierung werde so viel al möglich den Wünschen Triests entgegenkommen, erw^ rein österreichische bereits vorliegt, jedenfalls e! ^ neuen Jahre der Behandlung der Legislative^ breitet werden, da noch viele und mannigfache ^ setzungen zu erfüllen sind. ,^, (Die oppositionelle Presse in^ gärn) thut ungemein empört ob der nächtlichen ^, in Erlau, bei der durch Beleidigungen provociert ^ ciere zu den Waffen griffen. Natürlich ist dave ^ Gewalt und Uebermuth sehr viel die Rede. " ^zy< Blätter thun so, als ob das Aufspielen des "" Ae Marsches die Officiere in Harnisch gebracht y" ' hF verschweigen natürlich dabei so gut als möaM^ ^„ der provocierende Excedent niemand anderer . .^ total betrunkenes Individuum war, das vermag ^d amtlichen Stellung zur Aufrechterhaltung d" ^ Me" Ordnung in Erlau verpflichtet ist. Au dem b"'' ^B' Stadthauptmaun ist natürlich auch die beim Abschiede seinen unvergänglichen Dank zurücklassen. Nachdruck °l Dsrstoßen und verlasse^' Roman von «mile «lchebourg. (113. Fortsetzung.) Dritter Band. 3>ie Gnkelin. I. ^' würde sie ihr vermeintliches Elternhaus vena« ^^ wenn sie nicht gefürchtet. Herrn Lionnet z ß„tse der nimmermehr seine Einwilligung Z" ^ sjch ly nuug gegeben hätte. Als dann Heinrich ^, ^d""" Liebe zugewendet, hatte sie endgiltlg leo ' ^s v ".^heN ^ hal^'n. Und nun war der Bruch doch ge>" ^ unheilbarer Bruch. ,. ^ aaUi^/z^ Die schmerzliche Scene, in welcher o^^, i der FabrikantenSgattin gegen das arme ^" ^M haltslos hervortrat und in welcher ste au, ^Wacher Zeitung Nr. 226. 1875 2. October 1890. ,m/Aur Lage in Serbien.) Nach einer der /M.Corr.» aus Belgrad zugehenden Meldung ver-3"!" daselbst, dass die Resignation des StaatsrathL-Wildenten Dr. Doki«! von seinem Posten als Gouver« l>, » lungen Königs Alexander I. ilber Initiative z 3 ^ -^llan erfolgt sei, welcher jetzt an Stelle r« 6r. Doli«! den Obersten Miökovic mit der obersten ^> U"U der Erziehung seines Sohnes betraut hat. Wie Mt. habe die Regierung von diesem Personenwechsel b°s! Mräglich Kenntnis erhalten. In gewissen Kreisen /eyt die Vermuthung, dass diese Maßregel gegen die "Mcalen gerichtet sei. zu deren Partei Dr. Dokii hiu-n« llt habe. indem König Milan den jungen König "n rcchlcalen Einflüssen fernzuhalten beabsichtige, »in m - ^ schweizerische Bund es rath) gab . "5tlonalrathe betreffs der Wiedereinsetzung der N'n>.? Legierung in Tessin die Erklärung ab. der et?.« h hoffe „ach Feststellung des Nbstimmungs-liinn '^ '" ^^si" den Eommissär beauftragen zu ticü» n!' c ^kgierung wieder einzusetzen. Die endgil« Entscheidung ist jedoch für später vorbehalten, lieat k ".^ Wilhelm III.) Seit mehreren Tagen Öls. i ? König von Holland wieder krank darnieder. äWii Nachrichten fehlen, auch ist das Resultat der Ulib Berathung, welche vorgestern stattfand, bishrr llt^i« ! geblieben, doch verlautet, dass der König Afähig geworden sein soll. Han» 5 französische Admiral Duperre) l"it 13^ ^ «Forbin» in Begleitung des «Vautour» ^urde ' ^""kn in Eonstanlinopel eingetroffen und 9z" ^""kr k. k. Polizei-Direction zur Be-P°l!ze, ^"" Unterstühnngswerber aus dem Wiener !tW„ » °"' deren in letzlerer Zeit eingebrachte Unter-^"Mgesuche auf Allerhöchsten Befehl von dem Hiikdla ° ^" Majestät demselben zur eigenen die K^"^ und Erledigung überlassen worden sind, cilsje ^^ ^°" ^ fl. aus Nllerhöchstihrer Privat- ^nsan^" geheimnisvoller Eisenbahn« !l>„h,, .^ In der Nacht vom 21. auf den 22. September ^ Pet «? ^r Station Rezica und der Station Antonopol ^' "burg.Warschlluer Eisenbahn die Entgleisung des s be«, ^^sache der Entgleisung zu forschen bc-llldf Ctii?^ "°" u"ler den Rädern der Locomotive 8uglz vi, schwellen, welche kurz vor der Ankunft des fliegt tv° k ""bekannten Thätern quer über die Schienen Mz iy . °°" waren. Da am Tage vor dieser Cntglei. ^vtft^ " Umgebung von Warschau allgemein von der ,>^1"°lN Meise des Kaisers auf dieser Vahn ge° prochen wurde, glaubt man, dass hier ein politisches Attentat vorliege. Alle Nachforschungen nach den Ur-hebern der Entgleisung sind bis jetzt gänzlich erfolglos geblieben. — (Militärisches.) Wie das «Nrmee.Verord' nungsblatt» meldet, wurde der Commandant der35. In< fanterie-TruPpen-Division, FML. Rudolf Prinz Loblo. witz. zum Commandanten des vierten Corps und commandierenden General in Budapest, der Generalmajor August Nemethy von Nemetfalva zum Commandanten der Cavallerie - Truppen - Division in Kralau ernannt und der bisherige Commandant dieser Cavallerie« Truppen - Division FML. Theodor Galgoczy de Galan tha in gleicher Eigenschaft zur 35. Infanterie» TruppeN'Division nach Klausenburg transferiert. — (Die Reife der Kaiserin.) Wie der «Pol. Corr.» aus Paris gemeldet wird, hat Ihre Majestät die Kaiserin vorgestern vormittags in Algier den Besuch des General?« Gouverneurs von Algerien. Herrn Tirman, erwidert. — (Sturz vom Gerüst.) Seitens der Stadt« gemeinde Cilli wird das Kreisgerichtsgebäude durch Zu» bauten vergrößert, die nunmehr ihrer Vollendung ent> gegenschreiten. Dieselben wurden von dem Grazer Bau« meister Vullmann ausgeführt. Vorgestern nachmittags stürzte infolge eigener Unvorsichtigkeit der aus Graz gebürtige erste Baupolier Vullmanns, I. Heumesser, so un« glücklich von dem im zweiten Stocke angebrachten Gerüste auf die vorbeiführende Straße, dass er wenige Secunden später seinen Geist aufgab. Der Tod war in so kurzer Zeit erfolgt, da der Unglückliche mit der Stirne auf die Erde aufgefallen war. — (Fürstin Sullowsla.) Wie man Wiener Blättern telegraphiert, hat das Landgericht Bonn der Fürstin Sullowska ein freies Wohnhaus und eine monatliche Rente von 1500 Mark zuerkannt. Die Sorge für das Kind bleibt der Fürstin. Alle übrigen Anträge wurden vom Gerichte abgelehnt. — (Neue Dampferverbindung.) Man meldet uns aus Fiume, 30. September: Behufs Etablierung einer neuen Dampferverbindung zwischen Fiume und den indifchen Häfen hat sich hier ein aus Fiumaner Capitalisten bestehendes Consortium gebildet, welches bereits in England zwei große Dampfer im Werte von circa einer halben Million Gulden angekauft hat. — (DieWiederbe staltung des Kaisers Friedrich.) Am 18. October d. I., als dem Geburts» tage des verewigten Kaisers Friedrich III., erfolgt die Ueberführung von dessen Leiche in das neu erbaute Mausoleum in Potsdam, das seiner Vollendung entgegengeht. Kaiser Wilhelm und die Kaiserin Victoria Augusta, Kai« serin Friedrich und die Mitglieder des preußischen Kö« nigshauses werden der feierlichen Beisetzung im Mau» soleum beiwohnen. — (Kri egsbefil r chtu ngen.) Nach einer telegraphischen Meldung aus Ersingian ist die Lage in Erzecum sehr ernst. Die Zufammenziehung russischer Truppen an der Grenze dauert fort. Es verlautet, dass bereits 72.000 Mann dort concentriert sind. Da die Türken bald angegriffen zu werden befürchten, sehen die Kurden sich in Bereitschaft, um Widerstand zu leisten. Täglich kommen europäische Familien in Ersingian an, welche aus Erzerum aus Furcht vor einem Massenmord flüchten. sSele ^"n musste, dass sie nur eine Fremde.Ge« > l° viel^ ^ ^o Genevicoe alls dem Hause, in dem ^tt Es^Fkmlen und in welchem man sie jetzt gleich senden handelte. Ullllln ' >>!, c?"l geflohen, und jede Hoffnung, jeder Mse v^,Vergangenheit war auf die grausamste ? Nenevi! aenommen. Sie war nicht mehr Frau« Mene n "!" Lwnnet. sondern nur eine arme. ver-Mtnilie A' che. ein Geschöpf ohne Namen, ohne "llrde d««l" neues Leben lag vor ihr; welcher Art .. Lautl !""? /° FahiaU schritt sie durch die Nacht dahin, ohne L>ten G, " HZ zu fühlen, an irgend einen be« 9?b vor H 3,°^ zu denken. Plötzlich lag ein weiter v° > ' Man sü ' ^" V°"lev"lb herrschte noch reges t^ber. Aus '"^' s'ch gegenseitig musternd, aneinander ?'Nend N° "l?°l Prallte Genevieoe zurück, ein an« °/b einen 3Mler blieb gerade vor ihr stehen. Sie U^gchtz.^Ue, aus. wandte sich und floh in ent« ^ ^r W^'chwng davon. ^! verlasse?' welchen sie eingeschlagen, war einsam b^s dll^i.." artete es nicht; sie eilte nur raschen ^"eanA' b's sie endlich die Uhr des Bahnhofes tzi War hi» 'k MMernächtige Stunde verlündm hörte, llul ^'gte «<5 ,>s Gestade der Seine gekommen, li? ^" Flu«. ?" das Geländer und blickte hinab sich k dems N'2 w°r, °ls fühle sie sich uuwiderstch weshalb? Sie vermochte zu gkben. Einen >M hi"' durchzuckte sie doch der Gedanke, ob it 'lndes gi^m Leben ein rasches Ende machen wares ihr. als ob Vater Anselm ^ ^'weH.'b er mit ihr spreche. Sie wusste """lhr der alte Dienstmann eme so große Zärtlichkeit einflößte; sie fühlte nur instinctiv. dafs zwischen ihr und Vater Anselm ein räthselhaft geheimes Band bestehe, dafs sie einander nimmer fremd sein konnten. Sie richtete sich auf mit einem dumpfen Klage« laut und entfernte sich rasch vom Ufer, als fürchtete sie. nicht die Kraft zu haben, der Verfuchung, die ihr aus der dunklen Tiefe zuwinkte, zu widerstehen. Ahnungslos, wohin sie gehe. eilte sie weiter, bis sie sich endlich auf dem Boulevard Sanct Germain befand. Die wenigen Menschen, die ihr begegneten, sahen sich wohl verwundert nach ihr um. wenn ihnen der verzweifelte Blick und der automatenhafte Gang der jungen Perfon auffiel. Ein feiner Regrn fiel nieder; sie achtete dessen nicht. Instinct oder ein höherer Wille waren es. welche sie unwillkürlich vorwärts drängten. Ein Mann in mittleren Jahren, der wohl aus einer angenehmen Gesellschaft zurückkehrte, erfasste sie plötzlich am Arme. Sie sah ihn erschreckt an. «Mein schönes Kind. wohin geht es denn so eilig? Für gewöhnlich pflegt eine junge Dame gleich Ihuen nicht zu so vorgerückter Stunde und bei solchem Wetter allein auf der Gasse zu sein. Ihre Kleider sind ju ganz durchnässt! Gehen Sie nicht weiter. Kommen Sie lieber mit mir. Sie können bei mir bleiben, so lauge es Ihuen beliebt!» . «. -^ Er wollte mit diesen Worten chren Arm m den seinen legen; da aber erwachte Genrvieve mit einem« male aus der Betäubung, in der sie sich befunden hatte. Sie stieß den Fremden zurück und eilte hastig vorwärts. (Fortsetzung folgt.) — (Selbstmord in einer Kirche.) Während des Morgengottesbienstes in der anglicanischen Sanct Paulus'Kathedrale in London erschoss sich Sonntag während der Predigt ein etwa 40jähriger Mann durch zwei Revolverschüsse. Der Zwischensall verursachte große Auf« regung. Viele Leute verließen die Kirche, aber nach kurzer Pause sehte der Geistliche die Predigt fort. — (Cxhumierung Glucks.) Montag nachmittags sind die Gebeine des Tondichters Christoph W. von Gluck mit großer Feierlichkeit neben denen der anderen großen Musiker auf dem Central«Friedhofe in Wien bei-gefeht worden. — (Ein großer Indianeraufftand)ift bevorstehend. Wie aus Newyork unterm 27. v. M. be« richtet wird, schworen im Fort Still im Indianergebiet 5000 Indianer das Christenthum ab. Die Garnisonen des Westens wurden in aller Eile verstärkt. — (Durch die Blume.) Feldwebel: «Was ift Ihr Vater?» — Rekrut: «Fleischermeister.» — Feld-webel: «Das ist leicht gesagt, das muss man beweisen können!» Local- und Provmzial-Nachrichten. — (Zur Nbgeordneten-Conferenz.) Wie bereits gemeldet, findet heute in Laibach die Conferenz der slovenischen Reichsraths- und Landtags-Abgeordneten statt, um baS Programm für ein einheitliches Vorgehen festzustellen. Zur Conferenz wurden geladen: aus Kram 27. aus Steiermarl 9, aus dem Görzischen 10, aus Istrien 10, aus Trieft 4 und aus Kärnten 2. zusammen also 62 Abgeordnete. Die Meldung der «Neuen freien Presse», dass auch die kroatische Opposition eingeladen worden sei und dass beide Fractionen derselben ihre Vertreter nach Laibach entsenden, ist eine tendenziöse Erfindung. — (Kärnten und Krain.) Die 117. Lieferung des Monumentalwerkes «Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild», das gestern ausgegebene 11. Heft des Bandes «Kärnten und Krain», enthält den Schluss der Vorgeschichte und die gesummte Landesgeschichte Kram«. Die Vorgeschichte (von Karl Desch» mann) behandelt die Zeit des Römerthums in Krain, welches mit dem beginnenden Verfall Roms von Drangsalen aller Art heimgesucht und als Durchzugsland für die Usurpatoren des Reiches und die andrängenden Völkerschaften des Ostens benutzt wurde. Laibach, das römische Emona. machte in jenen Tagen einen «Grand von Moskau» durch; während der Völkerwanderung hörte das Land aus. römisch zu sein. Das Jahr 568 bildet einen entscheidenden Wendepunkt in der geschichtlichen Ent« Wicklung der südöstlichen Nlpenlänber, zu denen auch Kram in seinem jetzigen Umfange gerechnet wird. denn nach dem Abzüge der Longobarden kamen im Gefolge der Aoaren die Slovene», die insbesondere die breiten Thäler der Save und der Dräu besetzten. Die blutigen Kämpfe zu Ende des sechsten Jahrhunderts zwischen Slovenen und Vaiern, wo sich diese schließlich als die Stärkeren erwiesen, setzten dem Vordringen der Slovenen eine Grenze. Im zehnten Jahrhundert, nach der Schlacht auf dem Lechfelde, erscheint zum erstenmale die »Mark Krain», die ohneZweifel das Flussgebiet der oberen Save mit Krainburg als Vorort umfasst haben wird. Krain als Grenzland hat eine wechselvolle Geschichte, in welcher späterhin die Ein« fälle der Türken die größte Rolle spielen. Wie sehr Kram gelitten in jenen Tagen, tritt besonders aus dem Felde der Friedensthätigleit, auf dem der bildenden Künste zutage; nur wenige bedeutende Denkmale sind dem Vandalismus fremder Horden entgangen. Indessen darf man auch von Krain mit dem Classiler sagen, dass hier «mancher Mann und mancher Held, im Frieden gut, im Feld bestellt», geboren wurde. Der Verfasser des Artikels, Prosessor Franz Levec, weiß uns das in ebenso ernster als anziehender Weise zu erzählen. Bei der Ausführung der Illustrationen haben sich Hugo Charlemont (Schloss Auersperg, römische Funde lc,), Johann Hamza (Hos-lriegsrath Rauber mit dem Bart bis zur Erde), Professor Wilhelm Hecht (Siegmunb Freiherr v. Zois-Edelstein), Karl v. Siegl (Herbart v. Auersperg) und Professor Josef Sturm (Krainburg und Rudolfswert) becheiligt. — (Todesfall.) Gestern vormittags ist Herr Ludwig Iäsch. Hllndlungsgesellschasler, in Laibach nach langem und schmerzvollem Leiden im 56. Lebensjahre gestorben. Mit ihm schied ein Ehrenmann im vollsten Sinne des Wortes, ein tüchtiger Geschäftsmann, der sich durch die Rechtlichkeit seines Denkens, die Leutseligkeit seines Wesens und die Biederkeit seines Charakters die allgemeine Achtung verschaffte und sich einer ungewöhn» lichen Beliebtheit in allen Gesellschaftskreisen erfreute. Einen ganz besonder« schweren Verlust erleidet der hiesige kaufmännische Kranken« und Unterftützungsverein durch diesen Todesfall, indem der Dahingeschiedene seit fünfzehn Jahren der Direction des gedachten Vereines als Oelonom angehörte und in dieser Eigenschaft durch unermüdliche und umsichtsvolle Thätigkeit sich große Verdienste erwarb, insbesondere durch die wahrhaft väterliche Fürsorge, welche er erkrankten Vereinsgenossen widmete, die er stets selbst besuchte, gleichviel, ob es sich um eine ansteckende oder andere Krankheit handelte, um sich zu überzeugen, ob ihnen an Pflege und Wartung wohl nichts gebreche. Ein Laisiacher Zeitung 3K. 226. 1876 2. October 1890' dankbares Andenken bleibt dem wackeren Manne inner« halb und außerhalb des Vereines gesichert. — (Von der Wiener Ausstellung.) Wie man uns aus Wien meldet, findet Samstag, den 4ten October, am Tage des Namensfestes des Allerhöchsten Protectors Kaiser Franz Josef l., im Kaiser-Pavillon der Rotunde die feierliche Preisvertheilung für die per« manenten Gruppen der Ausstellung statt. Abends wird dem Allerhöchsten Protector zu Ehren ein Parlfest veranstaltet. Die Prämiierungslisten sind in Druck gelegt worden und lönnen seinerzeit vom Ausstellungs'Comile bezogen werden. Das General»Comile hat beschlossen, die Dauer der allgemeinen land- und forstwirtschaftlichen Ausstellung bis inclusive 30. October 1890 zu verlängern. — (Aus dem lrainischen Landesaus schusse.) Wie wir den «Novice» entnehmen, hat der krainische Landesausschuss in seiner am vergangenen Montag abgehaltenen Sitzung beschlossen, inbetreff der Bedeckung der Kosten für die Regulierung des Mirnabaches dem Landtage einen Gesehentwurf zu unterbreiten, wor-nach die Veitrage der Interessenten um 10 pCt. niedriger fixiert werden. — (Personalnachricht.) Wie wir erfahren, ist dem Oberfinanzrathe und Finanzdirector in Krain, Herrn Karl Plachli, der Titel und Charakter eines Hosrathes verliehen worden. — (T t ä d t i s ch e W a s s e r l e i t u n g s«A u f l a g e.) Mehrfache an uns gelangte Anfragen sind wir in der Lage dahin zu beantworten, dass die hiesigen Hausbesitzer gegenwärtig noch nicht berechtigt sind, von den Wohn-Parteien die bprocentige Auflage für die Wasserleitung einzuheben. Der Beginn der EinHebung diefer Austage wird seinerzeit amtlich kundgemacht werden, doch werden nur jene Hausbesitzer die Austage von den Parteien ein« heben dürfen, welche das Wasser aus dem städtischen Wasserwerke bis dahin thatsächlich in ihre Häuser eingeleitet haben werden. — Auf eine weitere Anfrage theilen wir mit, dass die Zahlung des Mietzinses dort, wo keine besonderen Verträge bestehen, nach der neuen Met» und Ausziehordnung zu erfolgen hat. — (Verunglückter Bergarbeiter.) Wie uns aus Trifail geschrieben wird, ist der im Jahre 1865 in Ratschach, Bezirk Gurlfeld, geborene Häuer Ferdinand Eott beim Vergbaue dortselbst dadurch verunglückt, dass aus Unvorsichtigkeit dem ebenbort beschäftigten Häuer Martin Iekoi während der Zeit. als Cott in einen circa sechs Meter tiefen Schacht hinabstieg, eine Berg« hacke in den genannten Schacht fiel, die den Cott mit der Schneide auf den Rücken traf. Derselbe erlitt eine schwere Verletzung. — (Die Prüfungen der Aerzte) und Thierärzte im Sinne der Ministerial«Verordnung vom 21. März 1873, R. G. Bl. Nr. 37, behufs Erlangung einer bleibenden Anstellung im öffentlichen Sanitätsdienste bei den politischen Behörden werden im diesjährigen Herbsttermine in der zweiten Hälfte des Monate« November bei der l. k. Slatthalterei in Graz abgehalten werden. — (Hymen.) Der l. und k. Hauptmann des Ruhe« standes Herr Franz Murnig hat sich mit Fräulein Justine Koschir aus Laibach vermählt. — (Per Landeshauptmann von Kärn-ten.) Wie man uns aus Wien telegraphiert, wurde der Üandtagsabgeordnete Dr. Josef Er we in zum Landeshauptmann in Kärnten und der Landtagsabgeordnete Vergrath Karl Ritter Hillinger von Traun« wald zu dessen Stellvertreter in der Leitung des Land« tages ernannt. Auch in der verflossenen Legislaturperiode funclionierte das gleiche Präsidium. Dr. Erwein wurde von der Stadt Klagenfurt, Ritter von Hillinger von der dortigen Handelskammer wiedergewählt. — (Von den Europamüden.) Martin Zlogar und Johann Krizovic, beide aus Krain, standen Montag vor dem Wiener Erlenntnisgerichte wegen Stellungstüchtigkeit nach § 45 des Wehrgesetzes vom Uten April 1889 angellagt, weil sie im Begriffe waren, ohne behördliche Erlaubnis nach Amerika auszuwandern. Alogar und Krizovic erhielten je drei Tage Arrest und fünf Gulden Geldstrafe. — (Die diesjährige Weinernte) dürste in Krain sowohl wie in Untersteiermark, wie von mehreren Seiten übereinstimmend versichert wird, qualitativ sehr gut ausfallen. In Bezug auf Quantität wird sie dagegen allerdings virles zu wünschen übrig lassen. — (Artillerie« Equitation.) Die Equitation der dritten Artillerie-Brigade ist mit 5 Officieren, 21 Mann, 20 Pferden und Fuhrwerken von Graz in Laibach zu den Winterübungen eingetroffen. — («Verband der slov. Vorschuss« cassen».) Dieser Verein hält seine heurige ordentliche Versammlung im Saale der Cillier Citalnica Mittwoch, den 8. October, um 11 Uhr vormittags ab. Neueste Post. Original.Telegramme der «Uaitiacher Ztg.. w.,5 ^-?' ^"°b"' 12 Uhr 35 Minuten nachmit. tag«. Um,er Wilhelm ist pünktlich um 8 Uhr 52 Mi- nuten vormittags im Nordbahnhofe eingetroffen und wurde von Sr. Majestät dem Kaiser und den Erz. herzogen Albrecht, Wilhelm und Rainer empfangen. Beide Kaiser umarmten und küssten sich herzlich zwei« mal. Kaiser Wilhelm tauschte mit den Erzherzogen warme Händedrücke und drückte dem Bürgermeister Dr. Prix seinen herzlichen Dank für die Vorkehrungen zu seinem Empfange in Wien aus. Unter dem begeisterten Beifalle einer zahllosen Menge fuhren beide Kaiser, gefolgt von den Erzherzogen, nach der Hofburg. Der König von Sachsen wurde auf dem Nordwest» bahnhofe durch Erzherzog Karl Ludwiq namens des Kaisers begrüßt. Beide tauschten herzliche Umarmungen und Küsse und begaben sich nach Schönbrunn, wärm-stens von der Volksmenge begrüßt. — Zum Empfange des deutschen Kaisers waren im Nordbahnhofe anwesend Corpscommandant FZM. Freiherr von Schönfeld, Divisional Hranilovic. Statthalter Graf Kielmansegg, Po» lizei-Präsident Baron Krauß, Bürgermeister Dr. Prix, — Das Personale der deutschen Botschaft. Botschafter Prinz Reuß, Militär-Attaches Oberstlieutenant von Deines, waren bis Gänserndorf entgegengefahren. — Kaiser Franz Josef und die Erzherzoge Albrecht nnd Wilhelm trugen ihre preußischen Uniformen und Orden. Der deutfche Kaifer trug die Oberstenuniform seines österreichischen Husaren-Regiments. Unter den Klängen der preußischen Hymne schritten beide Kaiser die Ehrencompagnie ab. Der deutsche Kaiser dankte dem Bürgermeister für die großen Empfangs' Vorkehrungen und bat, der Bevölkerung seinen Dank bekannt z>« geben. Der Bürgermeister antwortete mit dem Ausdrucke des Stolzes und der Freude des Wiener Volkes über die Anwesenheit des erlauchten Gastes. Die Monarchen wurden von der Volksmenge enthusiastisch begrüßt. Die Fahrt beider Monarchen durch die geschmückten Straßen gestaltete sich zu einem wahren Trimphzuge. Blumen wurden in die offenen Hofwagen geworfen. Befonders festlich gestaltete sich die Fahrt auf dem Punkte, wo auf drei großen Tribünen die Elite der Wiener Gesellschaft in Fchqewändern und der Wiener Eemeinderath in corpors die Kaiser erwarteten. Beim Vorüberfahren herrfchte unbeschreiblicher Jubel. Der deutsche Kiiser salutierte mit besonderer Verbindlichkeit gegen die Tribüne des Gemeinderathes. Obwohl nur die Veteranenvereine den Sicherheitsdienst versahen, war die Ordnung überall musterhaft Wien, 1. October, 1 Uhr 45 Minuten nachmit-tags. Nach Anknnft in der Hofburg stattete Seine Majestät der Kaiser dem Kaiser Wilhelm einen kurzen Besuch ab. Allerhöchstwelcher hierauf Besuche bei den Erzherzogen machte. Um halb 11 Uhr besuchte der deutsche Kaifer die deutsche Botschaft, woselbst er 25 Minuten verblieb. Kaiser Wilhelm zeigte dort eine freudige Stimmung und änßerte lebhafte Befriedigung über den schönen Wiener Empfang. Hierauf begab sich der deutsche Kaiser in die Kapuzinergruft, legte persönlich auf den» Katafalk des Kronprinzen Rudolf einen Kranz nieder, verrichtete ein Gebet und äußerte zu dem Pater Guardian: «Dies war ein schwerer Gang.» Hierauf machte der Kaiser einen Besuch bei dem Grafen Kälnoky und kehrte sodann in die Hofburg zurück, welche er alsbald wieder verließ, um unter großartigen Kundgebungen der Bevölkerung die Fahrt nach Schönbrunn anzutreten. Bei dem l)H6un6 clinllwirk in Schönbrunn (38 Gedecke) faßen rechts von Sr. Majestät dem Kaiser Franz Joseph der deut« sche Kaiser und Prinz Leopold von Aaiern, links Seine Majestät der König von Sachsen und Erzherzog Carl Ludwig, alle im Iagdcostüm. Wien. 1. October. Der deutsche Kaiser stattete auch dem Kronprinzen von Schweden im Hotel einen kurzen Besuch ab. Der Kronprinz erhielt auch die Besuche des Kaisers von Oesterreich und der Erzherzoge Carl Ludwig, Albrecht, Wllhelm und Rainer. Der «Politischen Correspondent zufolge bekundeten die während des Cercles nach dem DHßun6 dinawirk gefallenen Aeußerungen die allseitige höchste Befriedigung, und trug der Verkehr der Allerhöchsten Herrschaften das Gepräge vollster Intimität und größter Herzlichkeit an sich. Mürzstcg, 1. October. Die Allerhöchsten Herrschaften sind hier eingetroffen. Das Wetter ist pmchtvoll. Die Monarchen fahren um zwei Uhr nachts auf Nastör zur Hirschvürsche. Berlin, I. October. Gestern abends fanden Socialistenversammlungen in verschiedenen Localen zur Feier des Aufhörens des Socialistengesetzes statt. Die Feier verlief überall ohne Störung unter zahlreicher Betheiligung auch von Frauen und Kindern. Die Vorsitzenden konnten allenthalben ohne Mühe die Ordnung aufrechterhalten. Die Polizei verhielt sich zuwartend. Paris, 1. October. Erzherzogin Elisabeth ist gestern nach San Sebastian abgereist. — Auf einer der Kriegsmarine gehörigen Dampfschaluppe explodierte ein Ci-linder. Drei Mann wurden schwer verletzt. Kairo 1. Octobei. Die Derwische, ungefähr 20.000 Mann, haben sich bei Amvigol im Sude» von Sarras vereinigt und treffen Vorbereitungen zu einem neuerlichen Vormarsche „acb Egypten. Lissabon, 1. October. Martens Ferrao übernah" die Bildung des neuen Cabinets. Es heißt, er solle m Ministerium des Neußern übernehmen. ^. Verstorbene. Den 30. September. Agnes Krasovic, Inwohn"'"' 67 I., Chröngasse 6, Marasmus. ^M Den I.October. Iosefa Iallen. Beamten«^"' «7 I., Domplah 18, Magenenlartung. — Amalia Kotal, ^ ducteurs-Tochter, A Mon.', Südbahnstraße 12. Fraisen. -"^ Hanna Schreitter, Hinsbesitzerin. «2 I., Kaiser.IosefsAav ^ bydrops. - Ludwig Iäsch, Handelsmann, 5s! I., Alter M"' Schlagfluss. ^ Meteorologische Bcolmchtillia.cn in Laibach^. ^_ ^Z ^_^. ! ___ ^ ^-^----^ 7Ü7M^7N 8 ! 10^' wnMll Nebel ^, 1 2 . N. 739 1 23 2 SSW. schw. heil« !i . A, 738 9 , 17 0 SSW. schw.! heiter ^ Morgennebel, dann heiter. — Das Tagesmittel der peratur 16 9°, um 3 4" über dem Normale. ^^-^ Verantwortlicher Redacteur: I. Nafllil ^^ Schwarze, weiße und farbige Seide^ Damaste von fi. 1-40 bis fi. 7 75 p" M"^, Qual.) — versendet robm« nnd stückweise porto« u"^" b> das Fabril-Dcpot <). N«nns!>«i>« (t. u. l. HofUes.)/'"^ Muster umgehend. Briefe losten 10 lr. Porto. (13) ^^ Tieferschüttert theilen wir allen Verwa''^ Freunden und Velanntcn mit, dass heute vorn""«« un, halb 11 Uhr nach laugem Leiden plötzlich ««>' inuigstgeliebtcr Bruder, Schwager und Onlel, V^ Aonis Iäsch Handelsgesellschafter . sanft und gottergeben verschieden ist. s^ Die Beerdigung findet Freitag, den 3. Oct^ nachmittags um 3 Uhr vom Hause Nr. 1< " Marlt aus stall. Lai bach, den 1. October 1690. Im Namen der Ungehörig"' Josef und Selnm Terdl'"^ «ntonie Nertouz, geb. Tchreitter, glbl eigenen sowie im Namen der ubria.cn ^"wc" ^. die brlrübende Nachricht von dem Hinscheiden '" innigstgeliebten Schwester, des Fräuleins IolMllll Schnitter Hausbesitzerin welche nach langem, schmerzlichem Leiden und >"",<, holt mit den heil. Sterbesacramcnten versehe», ". ^ Mittag um 1 Uhr in ihrem 62. LebensMe im Herrn entschlafen ist. gM Das Lcichcnbeqilngnis findet Freitag, °5"hteN' October, um 5 Uhr nachmittags von der lapelle zu St Christoph aus statt. ^, «»d I Die heil. Seelenmessen werden iu der Von « Stadtpfarrlirche zu St. Nilolaus gelesen, ^„ide > Die Verstorbene wird dem Gebete aller ö' > und Aelanntcn empfohlen. I Um stilles Beileid wird gebeten. « La ib ach. den 1. October 1890. > «e»blgun8«anf>alt be« Fran, Tužnim srcom javljatno vsoin »«^ jn Jc I prijatoljom in znancoin prožalostno l.oktobra ob 10. uri dopoliulno tfosp Amalija Globoènik pom. Preširnova c. kr. notarja soprotfa ^ ^ potolažona hu svotstvi svoto nafio vore, P ^»1* in muèni bolozni v 29. lotu Htarosti av j ^. mirno v Gospodii. , i.ra ob ^' ' Potfrob bodo v potok dn6 3. °ktot" po])oludno. , v tukftJ Sv. mafio zaduönico bralo bo boüo ^ župni corkvi. K|8,r spolD Proflra^o ranjko priporoöfti"0 v in niolitov. .oan «.a I VKranji dno l.oktobra 1890. ^ tfer Janko (ilohofinik, c kr. "OlLr> Ä SKS rozija Preširen, mali. — Kpre^iren) |jJ ^r. ^er, poroj. Prefiirnova, Ana **#&*,'f kr. mila Preftiren, sestre. - ViiiUoJ r c. geometer, brat. - Anton ^»"^„^oj. 1;e J notar, svak. - JJerta PreSiren, P ^^^ nova, svakinja^^^^^J^^ 1877 Course an der Wiener Börse vom 1. October 18W. «°«dm. 0^^«, «o«««»«« «eld War, Etllllts-Anlthen. ^'«inheitlsche Rente in «oten «« - t<8 80 dUbentnte.......»8 45 8« «5 8l»4er 4"/, E«,at«»1e . «50 fi. ,ni". I3i-i>l> »80« f><^ » «anze 500 fi. ,87 »5 1»? 75 «««In . . ssiinftel 10U st, 14«5»i<7 50 >»^er SwulNos, , . 100 fi. i?9 LK ,«0 - - ,,' > . . 50 fi, ,?925,»n- - '/»Dl»m,,P!l>l,r, k l»!> N, . !<«'»« <43'— ^^es», «o,dreMt. fteuersiei . ,««'45 ,«>e ßz ^neriNotenienle, steuerfrei . ,oi>2b i^'i 4?> «»rant»««, «»slndllb». «chnlbuerschrtibnuae». W°°etl,vatm in «.steuerfrei . —— ^ - ?l°n,.Il>^ph..Nlll,n in Silver . ,,«,- ,17. MMtlncl «c>bn in Vllber ,,!l k>0 ,08 »5 «M»d«tt,b!,h„ 200 ft. VM. . . 389 l>l> «4» 50 ?"°An».Uubwei«»N0ft. ».W. »Li— ... I,« ^''b..Iirl,l »ON fi. 0. W. »,N'5l» ,,, 5.o "' "tthbahn fur l»on Marl . 107 »b ,<,» 25 »."" lür 200 Marl 4°/,. . . 1,« -,i,?5 z"^I°1evh.»al!n »». ,884 . »«- »?— ""«tlbng« Na,,« «miff. «»»4 98 — 94 — «ltt« «°^""' "^« ' ' '00 75 ,"0 95 «n<"tz bl> 5°/» stebenbüillijche .... __,^ —.>,. b°/u lemeser Nana» .... _.... __.— k>°/„ ungarische...... yy,_ 89 e<> Andere üssenN. Aulehen. Doncm'Nez.-llose b°/„ 100 st. . izz.^ izz — bt°. «lnleil,» ,«7N . . ,°/„ <,ß.., yg.,, PfaMrlefe (für IM! fi.). Vlldencr. all«, »ft. 4«/„ « ,„.__ ,,4.^ l>t°, » 4'/>°i>. ' «00 l<> l00 «0 dtl>. » 4°/, . . . 9^-_ s»«.^ bt°. PrHm.^Lchuldverschi.»"/» l<>9 — 1^9 »n Qeft. HhMhtlendanl loj. b»°/o ,01»» —-- OeN.'uxg, Van! verl, 4'/,"/» . ,!„-,», ,», ?n bttto » 4°/„ . . ,00—,005" bett» »0<«hl. . 4°.„ , . ,«<,._ ,(>l! 50 Prioritats-Obliglltioneu (sül l0N ft.). Ferdinand» Norbbahn 80 99 go 1W N> Vallzischc 5s. »06 3<» Ttaatlbahn....... „_ ^ ^ Vüdbahn l» «"/„..... 14» b^» 149 «f. ., ' ..^b°/«..... ,17'..1'7kl, Un«,.«allz. Nahn , . 10« 50 101 8» Diverse Lose Wer Elück», llrebiünse 100 fi...... <85'— >8>. 5ft llarh'Lole 40 fl...... K5'5<» «50 4"/„ Dnnau.Dampflch. 100 ss. . >»8'— '- Lalbachrr Präm. «nleh. »0 V- »« - »»'- Ofener Lose 40 fi..... 57-75 5»'- Palfsh'Lose « fl...... 54'Kl' 55'5<» bothen Kreuz. «st. Ges. „., lv fi, »9— 19 40 Rudolph Lose 10 fl..... — —------- Valm'kose 4« fl...... «, 80 «L — O<..0 88 5" W!l, 307 50 ,0« -.^ «s> !,b»7i> Depoiitenhanl, «My, A>0 ft. . »!,,b<> «»2 50 tlcumplc Ges.,Ndll,sl. 50« fi. 599 - sn» — >j»iro. ».«llNenti,, U!tner»U0fi. »,»— «4 - »elb Ware ^vvüthelenb., «N. »00». »5°/,.. z,__ «llfölb-ssiuman. Nahn »NO st. S. z«,,-^, ,01 75 VVHm. Norbbcihn 150 st. . . »12 — ,14 - , westbahn »UV fi.. . . 844 — 84 > l>l> VuIchtiehNlber «is. LOU st. «Vl, „^ i,8i bt°. M.v.) «0!)st. . 487 _ 48z.__ Donau' Dampfschifffayrt «Ges.. Oefterr, 500 fl. llVl. . . . ,^._ ^g._ Drau.«l<.s«.°Dl,.'Z.)«00fi.E. I_.. ...^ Dui°Vobenb. Vis.»V. i!«U fi. G, _-^ ——. FerbinllNd«.Nolt>l>. 1000 fi. «Vl, 9735 z?9'i »al.«»rl'2uow.'V. »W fi.lVl, ,y,.^ ,<,8 ?s, Lemb.. «zernow. > Iafsy. Eisen' bahn.«esellsch. »«« st. O. . . „^50 ,„.^ Äloyb,«st..un«.,Irieft«)ast.(> fi. Eilbn . . , ,5,-50 ,5, «z 3üd-Nl,rdb.Verb,.v.«ft0st.fi.l. W, zz, .. ,z,__ » neue «r., PlioritHt». «lctien 100 fi......9« _ 97 .. Un»,'a»ll, «0 st. Gilber 195-50 le« — Un«,«estbl«»ab.«r»,)»st.V 1,47z »>b — IndnNrle-Actlen (pei Vtücl). »auzes., »llg. vest. 100 st. «,» . ,4 — «gybier «kilen» unb Vtahl'Inb. w »len 100 ff......8»— »4 — !t« fi ,94 _ , ,g _ »Gtey«r«ühl»,V«lP<«1.n.N -G ,«8 — l»9 — trtwll« »,hl«n».«»ts. 70 st. ,54 - 1b? — W»fftns.«».,0esttn«8« — lsl — Devisen. Deutsch« Plätze..... « 10 öi «0 London........«l» »5 l1»»u V»r<» 44 5l 44 4b Valuten. 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