^ A3. Mittwoch am 39. Jänner R8K» Die „Laibacher Zeitung" erscheint mil Ausi^him' ^or 2o,li,- u>w ^,e»t,i,,.'. täglich, nod foi^t sa.nint dm Ablagen im Comptoir ganzjährig 1«2,l., halbjährig 5 rl. 30 kr, mit Krenibaiid im Cmnptoir ' qanljäh ri q !2 ft.. l,a l bjä hrig il ft. F»r oic Z,c'^ln,!,q ,»s ,Y.,!ls siilV halbjährig 30 fr. mchr z,l s,>tncht.>>i. Mit drr Post portofrei ganzjäl.rig. mttcr Kreuzbano u»d gedruckt.r Dresse ,5 ff., h al b jä hri.q 7 l'-,-^/^ -- I» serat, ° u ^ e l'ü ft r Naum derselöen. fs.r einmalig (5ii,s!5altmiq 3 kr . für lweimaliqe ^ kr siir dreimalige 5 kr. C. M. I.iftral. l',s isertions,ta!Npel" noch 10 kr. für eine jedesmalige Einschaltung hinzu zu rechnen. Nichtamtlicher Theil. (3orrcsp0lldeuzen Ttcin, am 23, Jänner. Kg'. — U»»la"ngst wurde in der Ortschaft 3la-domle, im Gcrichtsbezirke Stein, eine Kuh von cincr Art Tobsucht befallen. Nachdem sie dnrch drei Tage im Stalle wild herumgeschlagen und gewüthet hatte, wurde sie von dem Eigenthümer an einen Fleischer in der Nachbarschaft um !7 fl. verknust und von diesem geschlachtet. Dcr auffallend krankhafte Zw stand dcr Kuh und insbesondere dcr Umstand, daß man sich erzählte, die Kuh wäre von einem wüthen den Hunde gebissen worden, oder sie hatte nach An--dern eine ans dcr Hadomler Hnthwcide erschlagene und liegen gebliebene wüthende Katze geleckt, ver-anlaßten den Gcmeindcvorstand zur schleunigen Anzeige dieses Vorfalles bei dcr k. k. Bezirkshaupt-Mannschaft in Stein. Die hierüber cingelcillte commissionclle arzt-liche Untersuchung führte zu dem Resultate, daß das Fleisch dieser Kuh, wegen der äußerst krankhaften Beschaffenheit des Kopfes, des Lösers lind der Müz, wenn auch keine genügenden Beweise dcr Wuth, Lö-serdürre, oder des Milzbrandes vorgefunden werden konnten, weil die Grade dieser Krankheiten theils verschiedtnartig, theils hinsichtlich der Zeit unbestimmt auftreten, doch im hohen Grade für bedenk-lich krank und ungenießbar erklärl, die Vertilgung desselben angeordnet, und daß sofort dasselbe, mit Mistjauche und Kalk vermengt, in der Erde verscharrt wurde. Tags daraus geschah die Meldung, daß dieses höchst eckelhafte und krankhafte Kuhsteisch in dev Nacht von unbekannten Thätern aus der Erde ausgegraben und entwendet wurde. — Das k. k. Bezirksgericht Stein hat zur Erhe-bung dieser, von dem schmutzigsten Eigennütze und der empörendsten Gewissenlosigkeit zeugenden That, sogleich eine Commission an Ort und Stelle abgeordnet, und der Umsicht der abgeordneten Lommis-sa'ie gelang es, das ganze Fleisch bei einem Huben.-besitzer und Schankwirthe in der benachbarten Ortschaft Homez in dem Keller aufzufinden, wo es in einer Vottung mit Sauerkraut und Krautwasscr, worüber mit Steinen beschwerte Bretter lagen, be-deckt und versteckt war. Dieser gewissenlose Wirth hatte in dcr verflossenen Nacht die verscharrte Kuh durch seine beiden Söhne ausgrabcn und nach Hause bringen lassen, um das Fleisch eutwcder zu Hanse zu verschleißen, oder an einen dcr vielen Viehschläch ler und Fleisch - und Würstchandler in der Gegend von Tcrsain oder Mannsburg zu veräußern, von wo es wahrscheinlich, zu Würsten verarbeitet, nach Laibach oder Trieft zum Verlause gebracht wor^ den wäre. — Dieses Fleisch wurde nun gänzlich vcrMgt, und dcr gewissenlose Wirth sammt seinen beiden Söhnen zur wohlverdienten Strafe gezogen. - Es ist nicht selten, daß in irgend einer Gegend eine Krankheit epidemisch wird und in einer Heftigkeit auftritt, daß sie oft lange der ärztlichen Hilfe hartnackig widersteht, und kein Wunder, daß sich der rationelle Arzt vergebens bemüht, ihre Entstchungsursachc zu ergründen, wenn letztere in den gcsundhcitsschadli-chen Nahrungsmitteln cincs damit Verkehr treibcn- 0cn, gewl'.losen Glwerbsmanncö zu suchen ist; — wie viel häufiger mögen andere, sporadisch vor-kommende, keiner erklärbaren Ursache zugeschriebene Krankheiten ihren Grund in einem solchen, außer dcr Errenittnißsphare des Arztes gelegenen Genusse ungesunder Nahrlingsmitlcl haben. Da der vorliegende F,,Il nicht der einzige ist, welcher in dieser Richtung bei dem k. f. Bezirksgerichte Stein zur Strafbehandlung kam, und da leider die Vermuthung obwaltet, daß nicht alle ähnliche gewissenlose Handlungen von Seite des einen oder andern der vielen auf dem Lande befindlichen, mit Laib.ich und Trieft im Verkehre siebenden Viel^ schlä'chter, Fleisch und Würstcvcrkäuser, zur Kenntniß der Strasbehö'rde gelangen, so kann der Berichterstatter nicht unterlassen, das Publikum auf di« großen Gefahren aufmerksam zu machen, welche die menschliche Gcsundheit und das Leben von Seite gewissenloser Vlttualienvcrkäuscr bedrohen, wenn die s^nitätspolizeiliche Uederwachung derselben bei einer unbeschränkten Gewerbefrciheit erschwert, wo nicht gar unmöglich gemacht würde. So wie jcder theoretische Grundsatz in seiner practischcn Anwendung mehr oder weniger Ausnahmen zuläßt und Modifications erleidet, so muß auch insbesondere beim Gewcrbswefen dcr Grundsatz der G c w e r b e fr e i h c i t in siiner Anwendung auf sanitatspolizeiliche Gcwcrde, die sich mit dcr Erzeugung und Veräußerung von Getränken, Eß-waren und Lcbensmittcln überhaupt besassen, cine beschrankende Ausnahme nothwendig zulassen, wenn man nicht bei der Unmöglichkeit dcr durchgreifenden Uebcrwachung der Gefahrdung der Gcsundheit oder des Lebens ausgesetzt werden w!ll, welche Gefahr mit dem Nachtheile einer allfallig größeren Theue-rung, welches secundare Uebel auch durch andere Mittel beseitiget werden kann, in keinem Verhält, nisse steht, da die Genießbarkeit und Gesundheit unstreitig d^,s erste und wesentliche Erforderniß eines gesuchten Genußartikels bleibt. Dcr Staat hat für die Hintanhaltung der aus der Erzeugung und dem Verkaufe gesundheitsschädlicher Lebensrnittel für die menschliche Gesundheit entspringlnden Gefahren durch entsprechende Gesetze reichliche Fürsorge getragen; allein der Bestand dieser Gesetze würde dem Zwecke nicht entsprechen, wcnn die durchgreifende Handhabung derselben durch die Zersplitterung der Aufsicht unmöglich gemacht würde. Die Beschränkung der Polizeigewerbe ist daher mit den sanitätspolizeilichen Vorschriften insbesondere in unzertrennlichem Zusammenhange. ANein trotz dieser Gewerbsbeschränkung wird die polizeiliche Ucberwa-chuug noch immer nicht jede Gefavr für die Gesundheit und das Leben beseitigen können, wenn die ^ Person des Gewerbsmannes selbst keine Garantie dcs gesetzmäßigen Gewerbsdelnebcs darbietet. Gewerbe, die aus sam'tatspolizeilichcn Rücksichten überwacht werden müssen, sollen nur anerkannt recht« schasscncn und mit einem entsprechenden Fonde versehenen Individuen verliehen werden. Armuth ist die reichhaltigste Quelle von Fehltritten und Verge, hlmgcn, und dcr menschenfreundliche Grundsatz, Ie° dcrmann in der Eröffnung und Benützung von Er-werbsquellcn die größtmöglichste Freiheit z" gestat-ten. muß bei Verleihung von Polizeigcwerben der obcrwähnten Art eine beschrankende Ausnahme sin- oen, weil Lcben und Gesundheit zu wichtige Güter sind, als daß sie der Erwerbsucht und dem Eigen-nutze zum Spirlballe dienen sollten. Derjenige, welcher beim Kaufe seiner Lebensmittel, unbekümmert lim die Qualität und den Verkäufer, nur den Preis im Ange behalt, wird oft schlechte Rechnung machen, da er, abgesehen von der Gefahr des Lebens, r>en Arzt und die Apotheke nicht i» Anschlag bringt. Nnr dic Ehrenhaftigkeit eines durch die Beschlän-kung der Gewerbe auf den Localbcdarf in seinem bürgerlichen Erwerbe sichergestellten Gewerbsmanncs, vereint mit der durch die Gewerbsbeschränkung allein ermöglichten sanitatspoliztilichen Ueberwachung kann dem St^alsdürgcr beruhigende Bürgschaft für die Nichtgefährdung der so hochwichtigen Güter der Ge» sundhcit und des Lebens gewähren. *) Noßegg, 18. Jänner. m Am >6. Jänner d. I. unternahm der Gens-d'armeriepostens Commandant des l l. Gensd'almerie-Ncgimknts zu Beiden in Karnten, Stellvertreter Johann Völkel, mit noch zwei Gensd'armcn eine Streifung in die Rosenberger Holzschlage, um vie sich dort aufhaltenden Deserteurs und Relrutiiungs-flüchtige wo möglich zu Stande zu bringen. Zu diesem Behufe begab sich die Patrouille in Begleitung eines Amlsdimers vom Bezirksgerichte Roßsgg nach den Bergen, welche nach Ueberwindung von mannigfachen Schwierigkeiten um halb i Uhr nach Mitternacht erstiegen waren. Nach längerem Herum» streifen in den unwegsamsten, mit tiefem Schnee bedeckten Tcrrainabschnitten, gelangte die Patrouille zu einer Holzerhütte, welche verschlossen getroffen wurde; nachdem Ge^.sd'arme Völkel die rückwärtige Haus-thüre besetzen ließ, begab er sich mit dem Amtsdiener und Gcnsd'armen Koch, welch'letzterer mit einer Laterne versehen war, zum Haupfeillgange, und begehrte klopfend in windischer Sprache Einlaß; auf die Frage von Innen, wer es sey? und was man zu dieser Stunde wolle? wurde erwiedert: daß nur aufgemacht werden solle, indem es sehr kalt scy. Der Holzmeister öffnete hierauf die Thüre, durch welche die Patrouille rasch eintrat, und aus de>n Strohlager !I bereits erwachte Holzknechte halb auf» gerichtet antraf. Gensd'arme Völkel, welcher sah, daß tinige der Knechte sich in Vcrtheidigungsstand setzen, und nach ihren Hacken langen wollten, richtete folgende Ansprache an dieselben: „Leute! Derjenige, welcher »Miene macht, den geringsten Widerstand zu leisten, „soll es im gleichen Augenblicke mit seinem Leben „büßen, wer sich gehörig auszuweisen vermag, joll „ungestört belassen werden," Diese, im vollsten Ernste und mit Nachdruck erlassene Aufforderung, brachte den gewünschten Eindruck hervor. Sieben der Anwesenden wiren mit legalen Pässen versehen, Vier *) Sind wir auch nicht mit dcm Hrn. Einsender durchgehend einverstanden, so veröffentlichen wir dennoch bessm Ansichten, um die Flcischfraqe möglichst allseitig zu be-lmchtm, und dem Grundsätze 2uo Percent entgegen. Wir notiren übrigens Nü'böl in Gebinden (Transtto) Zl si. CM. dcn Centner. — Weizen 8 st. 29 kr, Korn 6 ft. 13 kr., Gerste 5 ft. 4q kr., H^'fer 4 fl. 14 kr., Hirse, rohe, ? fl. 7 kr., Erbsen 7 si. 15 kr. in W. W. pr. nied. österr, M. Den (Zentner Heu 4 fl. 40 kr., Schmalz Pfd. 1 st. n kr. Slavische Nundschau. — Am 19. d,, als an dem Tage der „Erscheinung dcs Herrn", feierten die Lcmdergcr Ruthe. >,en das »Iordansfest« oder das Fest der ,Wasser-wrihe.« Es ist das größte Fcst der christlichen Kirche des Ostens Dcr Feierlichkeit, welche in der walla-chischcn Kirche Statt fand, wohnten bei.- der Statt« Halter mit den bedeutendste, Amtspersonen dcs Lan-des, das Professorcn.-Collegimu, sämmtlich in der Staatsuniform, die Vertreter dcs städtischen Ausschusses, so wie der Handwerkerstand und die Or^ dcnsgeistlichkl'it mit ihren Fahnen und Bildern, unter dem Zudrange einer großen Menschenmenge. Das vor der Kirche aufgestellte Militär gab drei Salven. — D^e Agramer Gesellschaft für die »Südsla. mschc Geschichte« hielt vor etlichen Tagen eine Sitzung, in welcher die Zuschrift der Gescllschast der Älterthumskunde in Petersburg verlesen wurde, worin diese den Wunsch ausfpricht, mit ähnlichen Ge-lehrten Gesellschaften, die bei den andern verwandten Slaven bestehen, zu dem Zwecke der wechselseitigen Uevermittlung der auf eigene Kosten herausgegebenen Werke in Verbindung zu treten und zugleich die Frage stellt, ob gedachte Gesellschaft diese Verbindung einzugehen bereit wäre, und ersucht endlich, ihr die in slavischen Ländern bestehenden historisch-archäologischen Gesellschaften, deren Verbindung ihr von Nutzen s>yn könnte, bekannt zu geben. Hierauf wurde bcscklusse,,, der oberwähnten Gesellschaft zu antworten und die Freude über die an> getragene Verbindung, welche die Agramer Gesell, schaft in Folge ihrer Statuten odneym einzugehen beabsichtigte, auszudrücken — ebenso wurde beschlossen, alle im Drucke herauszugebenden Werke der Petersburger Gesellschaft zusenden und auf dieselbe die andern südslavischen Geselschaften aufmerksam zu machen. Lemberg. Die Ruthenen in den ungarischen Karpathen haben den hiesigen mittelst eines in ihrer Sprache gedruckten Ncujahrsbuchcs „I'^li-nvlttn,'« llukinovv" (Gruß der Rulhenen) ihre Sympathien !Ür deren Nationalbcstrcbungen ausgedrückt. Zu Lembcrg und Pszcmysl sind ruthenische Jahrbücher in Kalendcrform erschienen. Oesterreich. Marburg, 24. Jänner. Vor einigen Wochen war im Amtsblatt der »Gratzer Ztg." die crecutive FcilbietlMg der Fährnisse eincs Landmannes an^e-kündet, welcher seinem strengen Glaul'iger einen Schuldbetrag von 15 st. C. M. nicht bezahlen konnte. Das hiesige Bezirkscollegialgerichl, dem die Amtshandlung dicßfalls zustand, erhielt bald nach der ersten Kund. machung ein Schreiben mit dem beigelegten Bclrage von 25 fi. l5. M. und dem Ersuchen, die Schuld des bedrängten Bauers sammt den Gerichtskosten zu bezahlen uno den Rest demselben zur Melioration seiner Wirthschaft einzuhändigen. Das Schreiben war j Ballet „Esmcralda« so sehr gefiel, kann sich die Thea-terdirection noäi nicht entschließen, ein neues Ballet aufführen zu lassen, da bis jetzt alle Ballete außer der Esmeralda gar nicht gefielen. Heute geben die berühmten Brüder Cuttere! aus Amerika ihre letzte Vorstellung im Theater Filodramalico. Ich war hente Nachmittag um 4 Uhr im Theater und kaum konnte ich zwei Sperrsitze erhalten, ein Zechen, daß sich ein zahlreiches Publicum dort versammeln wird. U„ser Gemeinderath wird in der nächsten Sit' zung den Bericht der Commission über die Unterrichtssprache an unserm Gymnasium prüfen. Das Publicum erwartet die Resultate mit Spannung. Aus Italien erhalten wir stit mehreren Tagen die Post sehr unregelmäßig, woran theils die kleinen Dampfer des Lloyd, theils das schlechte Wetter auf der See Schuld sind. Pesth, 26. Jänner. — s'i— Von dem in Wien unlängst eröffneten Zollcongresse erwartet unsere mercantile Welt ein neues Ausblühen des Handels und der Industrie, und Aller Augen richten sich aus unsern Abgeordneten, dcn Großhändler Valero, der unsere Interessen energisch zu vertreten weiß. Wer Ungarn nur Haldwegs kennen gelernt hat, muß gestehen, daß sein Boden geeignet ist, für einen seltenen Productenreichthum, — daß jedoch bis nun sehr wenig geschehen ist, um der Muttererde abzutrotzen, was sie nicht freiwillig bot. Da breiten sich vor unserm Auge noch Millionen Quadratkl.'ster unbebauten Terrains aus, und noch Tausende von Gewerben liegen brach. Der unselige Wahn, die Glorie dcr Nationalität fortan und ausschließlich zu erhöhen, drängte im Vormärz jedes practische Streben zur Verbreitung der Cultur und Anbahnung des Wohlstandes in den Hintergrund , und der Troß des Bauernadels hätte das herrliche Land verkümmern lassen, wenn ihm nur der volle Humpen und feine Prärogative gesichert blieben. Das hört jetzt auf, und wenn die gleichmäßige Besteuerung aller Kasten und Classen auch nur die Lichtseite zcigte, daß der Edelmann aus feiner Lethargie geweckt und zum Hau deln, zur Entwicklung einiger Thatkraft im Interesse des Gemeinwohls gezwungen wird, so ist dieß schon von eminentem Vortheil. Aber eben diese Urd>rgangZpcriode von der Trägheit zum Fleiße ist ihm schrecklich unbequem, so unbequem wie einem Prasser, der seine Gesundheit ruinirte; daZ streng - diäte Leben, und die allgemeine Mißstimmung ist deßhalb leicht elflarlich. Doch wird sich dieß allmälig geben, besonders wenn sich der Bauer überzeugen wird, d^'ß Allolricn, wie im Vormärz, keims vermögend sind, ihn auf einen grünen Zweig zu bringen, sondern einzig und allein dic Arbeit und nebenbei die Speculation. Und der unga-rische Bauer ist in dcr That nicht so stupid, wie ihn selbst seine eigenen intelligenten Landbleute zeichnen, ebcn deßhalb aber auch fähig, sich auf jene Höhe der Speculation zu stellen, die einmal im practischen Leben erforderlich ist und darin das Element bildct, das ungefähr in der Suppe das Salz. Auch der Gcwerbsmann in den größeren und kleineren Städten wird, sobald ihm gewisse Vortheile in Aussicht gestellt werden, Alles aufbieten, um mit den Nachdarlän-dcrn concurriren zn können, und so dürfen wir denn auch in Ungarn «ine segenreichere Aera bezüglich dcs mercantile« und indusnilllcn Lebens erwarten. Auf die Endresultate des Zollcoogresses ist man um so gespannter, da auch das Tadakmonopol daselbst berührt werden soll; doch zweifle ich sehr, daß sich das Handelsministerium in dieser Beziehung zu irgend einer Concession herbeilassen wird. Vriiun, 26. Jänner. Durch die Staatsschrift des Professors Dudik hat sich in höheren Kreisen die Ansicht herangebildet, daß durch die in derselben für die gesetzliche Vcreü nigung Mährens und Schlesiens vorgebrachten Vc weisgründe die selbstständige Stellung dcs letztgenannten Kronlandes auf dem nächsten Landtage sehr >n Frage gestellt werden dürfte. Andererseits neigt man sich zu der Ansicht hin, von der Regierung werde das factische Verhältniß als einzige Norm 93 Unterzeichnet: Feldzeugmeister H a y n a u. — Herr Titus Marck ist in New Oi-le.nis i^ch l2stündi-gen Leiden an der Cholera gestorben. Wien, 2«, Jänner. Der neu? Justizmlnister, Herr v. Krauß, hat am Tage seiner Ernennung Hrn. v. Schmerling einen B.such in? Iustizministe-rium gemacht und gestern die Geschäfte ans den Händen seines Vorgängers übernommen. Herr von Schmerling hat in einem Circularschrciben Abschied von seinen bishengen Untergebenen genommen nnd begibt sich ans einige Zeit zu seinem Freunde, dem Prälaten von Molk, um dort in stiller Zurückgezogen-heit zu leben. — Der in Brüssel verstorbene k. k. Gesandte, Baron Neumann, soll den Fürsten Mctternich znm Universalerben eingesetzt haben. — Der Anschluß des österr, Lloyd an die neue englische D)Gov«>rnolo" zur Verfügung gestellt, um die für die gedachte Aufstellung bestimm.-ten Gegenstände an den Ort ihrer Bestimmung zu befördern. — Aus Rom wird vom 15. d. gemeldet: D..s neue Concordat zwischen tem heiligen Stuhle und der spaoischen Negiermig scheint desim'tiv abge-chlosscn zu seyn. Ein Artikel des Ooncorrats bezieht sich auf die Wiederherstellung von hundert Klo stern in Spanien. Die Kapuziner hlben schon vor einiger Zeit ihre Klöster bei Madrid eingenommen. Auch die Jesuiten befinden sich bereits auf spanischem Boden. — Däne m a r k. Kopenhagen, 22. Jänner. Die „Nyeste Post-csterretningcr" brachten die Nachricht, daß geilern der Befehl zur Verminderung des Heeres an das General-Commando abgegangen; doch berichtigen sie heute ihre betreffende Mittheilung, daß die Verstär. kungs- und Reservemannschaften hcimpermittirt werden sollten, dahin, daß die Hcimpermittirung, wie man sage, sich auf die Husarenschwadroncn, >die Garde zu Fuß, daS erste und zweite Iägercorps und das zweite leichte Bataillon beschränke. »Slesvigske Tidende" meldet aus Flensburg vom 20. Jänner, daß der König allcrgnäoigst befohlen habe, daß die Schleswiger, welche die Waffen gegen ihn geführt und jetzt in ihre Heun.th zu-rückgehen, nicht zur Verantwortung gezogen und ln irgend einer Weise verurlheilt werden sollen. Es sey dicserhalb ein Rundschreiben des außerordentlichen Commissars an alle Obrigkeiten ergangen, diesen königlichen Befehl aufrecht zu halten. Jedoch si»d ausdrücklich ausgenommen, Offiziere, die vor dem 24. März 1848 in Diensten dcs Königs gestanden, und später die Waffen gegen ihn getragen. Neues und Neuestes. Paris, 24. Jänner. Die Botschaft Napoleons spricht neben dem Wunsche der Festhaltung eigener Prärogative von Seite der Legislative, auch den dcr Wahrung von Achtung und Eintracht aus. Ein Mini. sterium auf zufällige Majorität hin sry unmöglich. Der Versuch, ein Minoritätsministerium zu bilden, ist gescheitert, und ein außerparlamentarisches Ucbcrgangs-ministsnum erscheint nothwendig. Aeußercs: Bremer; Inneres: Weiß; Finanzen: GermigM); Justiz: Royer; Arbeiten: Magne; M.nine: Vaillant; Handel: Sel)neidl>r; Unterricht: Giwüd; Krieg: Ran» don. Die Burggrafen haben gegen das Ministerium gestimmt. Literarisches. „Die schüchternen Musen fliehen, wenn rauhes Waffengetöse durch die Länder dröhnet.« Seit dem Jahre 1848 ist die Theilnahme für schönwissenschast. liche lecture fast gänzlich verschwunden, und nur politische Lecture beherrscht mit Allgewalt das Public eunij dieß ist ein leider allgemein bekanntes Factum. Wie wohlthuend berühren daher nicht die wenigen literarischsn Schöpfungen, d e vereinzelt hie und da alistteten, und es stellt sich d^s Bedürfniß der Wiederbelebung der Literatur jetzt mehr denn je als drin» gend heraus. Oder soll bloß der raiscmnirende Ver^ stand Nahrung durch die Piessc erhalten, und das feinere, zarte Gemüthslebcn auf immer zerknickt vor den ernsten Tagssragen ü'ch beugen? Auch diese Seite dcs menschlich,!, Geistes bedarf Nahrung, und zw.,r in eben dem Maße, als der nüchterne Verstand in den letzten Jahren unverkennbare Schrille nach Vorwärts gellen, als die ^ehrlust in der Allgemein» hcit sich bedeutend gesteigert hat. Von diesem Gesichtöpuncte betrachtet finden wir rie „Wochenschrift für Kunst und Li» teratur," herausgegeben und redigirt von Aim« von Wouwer mans in Gratz, die den 2. Jahrgang angetreten hat, besonders empfehlenswert!). Sie bietet eine schön gereihte Uebersicht der sckön - wissen, sch,,st>ichen Bestrebungen dar, und zeichnet sich durch wahrhaft gediegene Aufsätze aus. Sie ist frei von jenen wässerigen Novellen, die sich im ewigen Wiedergeben altvtlbrauchter Floskeln und langweiliger Gesühlsschwärme»eicn bewegen, und die weder zur Veredlung des Gefühles nocb zur Verfeinerung des Kui'stgtsehmackls, sondern nur zur Tödtung der Zeit dilmi'. Die meist.,, Aufsatze dieser Wochenschrift sind voi, echt literarischasthetischem Geiste durchweht, und sind daher auch dem schärferen Kn'tiker willkommen; dafür bürgen die geachteten Namen: Bauern-feld, !)>>. L. A, Fr an kl, Friedrich Heb del Prechtler, Schuhmacher, Seidl, Baron Sydow, I. N. Vogl, welche, nebst andern auf dem Felde der Literatur wohl bekannten Männern, Beiträge liefern. Wir führen hier beispielweise die scharfsinnigen, und durch höchst originelle Anschauungsweise sich besonders auszeichnenden „Studien überBö'rne's Kritik« von I. L. Scmlilsch an, die für die vielen Freunde der Schriften des geistreichen Borne sehr anziehend sind. Die Theaterrefcrate sind gleichfalls würdevoll, und zeigen von genauer Bekanntschaft der großen Theater-Kritiker Deutschlands. Wir sind überzeugt, d>iß alle Freunde der Kunst und Literatur mit -Be. smdigung diese Wochenschrift lesen werden. Die Pränumeralion darauf ist sehr billig, und zwar vierteljährig l fi. 15kr., halbjährig 2 st 30 kr, ganzjährig 5 fi. C. M., und wird angenommen in der Buchhandlung: »Ignaz v. Kleinmayr und Fe-dor Bamberg.« Die äußere Ausstattung ist gefällig. _________l)r. V. F Klun! Offene Korrespondenz der Redaction. - Herr l).-. N. i n G r a tz. - Kein Lebenszeichen ? Diesen Zuruf auch an Hrn. ^. I.. 8. in Gratz. ^ - Herrn!.. 51.K-.5. in 3 a i b a ch. —Wollen Sie sich wegen Ihres Gedichtes: an den verstal-benen l«'. H., zu einer Besprechung in's Redattions-Burcau bemühen? - Herrn 5. «. i n L a i b a ch. - Bevor wir Ihre „Fragen" unter „Locales" setzm kb'n"", "" -scher, wir eine persönliche Besprechung '"t ^yne^ Daß uns Ihre Beiträge willkommen /"'v, "' n " . Eie aus dcr Veröffentlichung der vorhergegangenen schließen. Verleger. Ign. v. Kleiumayr und Fedor Vamberft. Verantwortlicher Herausgeber. Ign Alois v. Kle.nmayr. Alcana zur ImImHerSeitmm. Telegraphischer <5uurs « Vericht der Staatspapiere vom 28. Jänner l85l. StaatSschulduerschreibuilgen z» 5 pCt. (in (lM.) 94 7/8 ditto „ ^ l/2 ., „ 83 3/8 detto „ ^ .. „ 751^2 Darlehen mit Verlosung v. I. 1839 siir 2öN ss. 29! l/5 Nicn. Stadt- Banco - Obs. zu 2 1/^ ptE. (in EM.) 5« 3/4 Bank - Actit», vr. Stuck l t4U in C. M. Actieu dcr Kaiser Ferdinands-Nordbahn zu 1000 fl. C. M...... 12l5 fl. in r l00 Gulden Cur.. Guld. «3l Vf. llso. Flanffurta.M., (für «20st.ss>dr, Vev- linS'Währ. im 24 !^» fl. ssuß, Gnld.) l30 1/2 Vf. :i Monal. Genua, für 300 »cue Piemmtt. ^irr. Guld. 15N l/2 2 Monat. Hamburg, fur ltt0 Thaler Van^. N, Wien. — Hr. Waiuschi, Privalic,-, ooi, Gratz t^ch Kr.,il>bl>rg. — Hr. Johann Trimmel, H^ndelsill.; — Hr. Anton NavMii, H^n^lliin^agent, — n, Hr Ignaj Zirl, Handlung^-CommiS; alle 3 voi, Tiicst nach Wien. Hr. Maiqllls Gozani, Prloan'»,'!', von Wxn. — Hr. Theodor Lange; — Hr. Cers>>n, — u. Hr. Fa- drizio; — alle 3 Handelöl^ule, — ll. Hr. Gerber, ?lgeiu; alle 4 von Wien n^ch T'N'i'i. — Hr. 5^an^ pagnoli, Ba^lWeiit, von Wicn nach Coino. — Hr. Angelo Visentln, Inq. Praciikant; — Hr. Einaiuiel Hayinann; — Hr. Carl Wurm, — n. Hr. Hiei'o- ! niMlis Pnricelli - Gueira; alle 3 Handelslnite; __ Hr Wilhelm Stiudchoss, — u,Hr. Ioh. Orlandi, beide Besitzer; alle 6 von Trieft nach Wien. Den 26. Hr. Scrllkar, Parcicnlier; — Hr. Ma> random, — ll. Hr. Nossi, beide Handelsleute; alle 3 von Wien nach T'iest. —^ Hr. Pol^e, k. k. In» svcctor, von Wien, -- Hr. Sciasni, GeschascZflihrer, von W>en nach Nemnarkcl. — Hr. Ioh. Andreich, Handllingsagent; — Hr. Heinrich Briccio; — Hi. Ioh. Schoch; — Hr. Mar Luzzato; — Hr. Angelo Giacomelli, — und Hr. August Haas; alle 5 Han-de^lcme, u. alle 6 von Trieft »ach Wien. Den 27, V,centi, Privatier, voi, Wien. — Hr. Margini, Privatier; — Hr. Goldschnxdt, — u. Hr. Herzfeld, bo'de Handelölente; — alle 3 von Wie» »ach Trieft — Hr. Jacob Sidoli, — u. Hr. Alois Cacca, beide Handelsleute; — Hr. Anton Alesandro, Besitzer,— u. Fr. Theres Kolinsky, Doctors-Gatlü«; alle 4 von Trieft nach Wien. Z. 4!). >l (l) Nl-. «51. Kundmachung. Nachträglich zur diehorl'gen Kundinachunq oom 20. l. M , hinsichtlich d.r Gäulcn- 1!icfe rung für die Telegraphen-Linie zwischen ^übach und Klaglnfutt, wird zur W.ll'enschaft für Unternehmungslustige hicmit staunt gegebc», d.ch, > wenn sie Offerte für die Lieferung der Telegra-phc>'. - Sauleu entweder in beiden Krol,ländcr>i z>l sannnen, oder wenigstens für ein ganzes KrinUand zu machen gesonnen wären, sie diese Oss^tc '. schriftlich und versiegelt dis N). k. M. Fekruar de> dieser St«tlhaltelei einzureichen haben werden. Bei oer Licitation am lÜ. k. Monats, welche den Ve^iikshaliptmannschaften in Laibach und Krainburg übet tragen ist , hat es dessen ungeach-t.t sein Verbleiben. Laibach am 26. Jänner 1851. Gustav Graf v. Chorinöky n,. p., Statthalter. Kundmachung. Beim ll. Genöd'armerie» Negimexte sind Rrgimentöschrelderstellen mit d^m monatlichen B.zug/ von 20 si. C. M. z>.l vergeben. Darauf Rest»cllr> einladendste Weise aiiszustaLlcii. „(.lmlP11 Dir? weiteren Vorthc-il«, welche den Tlie.induncni bei diesem von jedem l'nvat - Interesse freien LnLernehmen gebolen werden, enthält der Spielplan. Die Lose zu dieser Lotterie sind k 2"\, fl. — a 6 st. — «ad a 10 11. —in Laibach zu haben bei'm Handelsmanne Ioh. Ov NNutscher.