Nr. 142 Donnerstag, 24. Inni 1915. 134. Jahrgang. Mbachel Zeitung W»l»»»,r»N,»»»»et«. Mil Poftversenbun«: ganzjährig «» X halbjüblig lb li, ^m »ontoi: ganzjährig i!« X, halbjähli« l l »i, Fül bis h^fttlllmy in« Hau« ganzjährig L ll. — I»s«stt«»»»«büh»: ^ül Neinc Illselllt« l»l zu vier geilen «0 d, größere pcr Zeile 12 d; bei öfteren Wiederholungen per Z«Ie « b. Hie «Laibacher Heitung» erscheint täglich, »tit Nulnahme der G«nn und Feiertage. Tie Adntvllft«^«» deflndc^ sich MiNoiiiftrahe sir, lS; die Hl«>««»<« Milloiiöstiahe Nr. ,6. Kpi-echswnben der «ebarlion von « bii l0 Nl>, vormittags, Unfranllertc Vliese werden nicht angenommen, Wanultriplc nichl zurückgestellt. Gelephon-Uv. der Nedaktton 52. AmtNcher Teil. St. 13.806. Razglas e. kr. dezelnega predsednika v vojvodini Kranjski z dne 20. junija 1915.1, Št. 13.806, o nakupovanjn prašièev potovaje od hiše do hiše. Deloma izpreminjaje razglas c. kr. deželne vlade za Kraujsko z dne 11. maja 1915. 1., dež. zak. St. 11, o prepovedi nakupovanja živine potovaje od hiše do hiše, zaukazujem naslednje: § I- Prepoved nakupovanja živine potovaje od hiše do hiše se ne uporablja ua nakupovanje prašièev. *§ 2. Zgornja odredba ne zadeva z razglasom c. kr. deželne vlade z dne 28. junija 1910. 1., St. 14.204, objavljeno prepoved, goniti žive praŠiÈe od kraja do kraja in od hiše do hiše z namenom, jih prodati, in ostane ta prepoved v moèi. § 3. Ta odredba dobi moè z dnevom razglasitve. iC. kr. deželna vlada za Kranjsko. V Ljubljani, dne 20. junija 1915. C. kr. deželni predsednik : Baron Schwarz m. p. h. 4419/mob. Razglas. Od 25. junija 1915 dalje so vse poštne pošiljatve, ki pridejo na Kranjskem k oddaji ali predaji, podvržene cenzuri. To se daje z naslednjimi ukazili obèe na znanje: 1.) Pisraa in denarna pisma se morajo odprta oddajati na pošto; 2.) na vsakem pisrau ali denarnem pismu, kakor tudi na vsaki poštni dopisnici morajo biti razloèno zaznamovani ime in priimek in natanÈna adresa stanovanja dotiènega odpošiljatelja; pomanjkljivo opremljena pisma se ne razpošiljajo; 3.) strogo je prepovedano komu pisati o vojaŠkih predmetih, èe so tudi navidezno nedolžne vsebine, kakor: o dohodu in odhodu Èastnikov, o izvršeni nastanitvi vojakov itd. Razširjevalcem takih novic preti strogo kaznjevanje tudi takrat, kadar te novice nimajo nobenega hudobnega namena; 4.) ovoji se morajo odprto oddajati, tako da se poštni, oz. cenzurni uradnik more takoj o vsebini preprièati. Te ovoje zapro stranke v njegovi navzoènosti. Ovojem in denarnim pismom se nikakor ne smejo pridevati pismena naznanila. 5.) Odrezki poštnih spremnic in postnih nakaznic ne smejo obsezati nobenih pismenih naznanil. V interesu hitre razpošiljatve poštnih pošiljatev, kakor tudi zategadelj, da se stranke obvarujejo škode in kaznovanja, se nujno priporoèa izpolnjevanje predstojeèih predpisov. V Ljubljani, dne 22. junija 1915. C. kr. deželni predsednik: Baron Schwarz m. p. Z. 13.806. Kundmachung des t. t. Landcspriisidenten im Herzogtume Krain vom 20. Juni 1915, Z. 13806, betreffend den Einkauf von Schweinen im Umherziehen von Haus zu Haus. In teilweiser Abänderung der Kundmachung der l. t. Landesregierung vom I I. Mai 1915, L. G. Bl. Nr. 11, betreffend das Verbot des Vieheinkaufes im Umherziehen von Haus zu Haus wird folgendes angeordnet: Das Verbot des Vieheinlaufes im Umherziehen von Haus zu Haus findet auf den Einkauf von Schweinen keine Anwendung. Das mit der Kundmachung der k. t. Landesregierung vom 28. Juni 1910, Z. 14.024, Verlautbarte Verbot des Umherziehens mit lebenden Schweinen von Ort zu Ort und von Haus zu Haus zum Zwecke des erst abzuschließenden Verkaufes wird durch die obige Verfügung nicht berührt und bleibt in Kraft. 5i 3. Diese Verfügung tritt mit dem Tage der Kundmachung in Kraft. A. k. Landesregierung für Krain. Laibach, am 20. Juni 1915. Drr t. t. Landespräsident: Freiherr van Schwarz m. p. Z. 4419/Mob. Kundmachung. Vom 25 Juni 1915 angefangen werden alle Postsendungen, welche in Kram zur Aufgabe oder Abgabe gelangen, einer Zensur unterzogen Dies w,rd mit nachstehenden Anordnnngen zur allgemeinen Kenntnis ae-bracht: " 1.) Briefe und Geldbriefe müssen offen aufgegeben werden->. ^ auf jedem Briefe oder Geldbriefe, sowie auf jeder Postkarte müssen der Vor- und Zuname und die genaue Wohnungsadresse des Absenders deutlich angegeben sein; diesbezüglich mangelhaft ausgestellte Briefe werden nicht befördert; -^ - ^ ^ N ^"^ verboten, über Gegenstände militärischer Natur wenn auch Ichembar uuschuldiger Art, wie das Eintreffen oder Abgehen von Offizieren die erfolgte Einquartierung von Militär u. dgl. irgend jemandem zu schreiben! Die Verbreiter solcher Nachrichten setzen sich strenger Bestrafung auch in dem Falle aus. wenn ihnen jede böse Absicht fehlte; 4) Pakete müssen offen aufgegeben werden, so daß sich der Post- bezw ZeMrbeamte sofort vom Inhalte überzeugen kann, in dessen Geaenwart sie auch von den Parteien zu schließen sind. Paketen und Geldbriefen dürfen unter keinen Umständen schriftliche Mitteilungen beigelegt werden. . - '^ A.^^ZN-itte. der Postbegleitadressen nnd Postanweisungen dürfen keine schriftlichen Mitteilungen enthalten. Im Intereffe einer raschen Beförderung der Postfendungen, wie nicht mmder um vor Schaden und Bestrafung sicher zu fein, wird eine qenane Befolgung der vorstehenden Verfügungen dringend empfohlen. Laibach, am 22. Juni 1915. Der l. l. Landespräsident: Freiherr von Kchwarz m. p. Den 22. Juni 1915 wurde in der Hof. und Ttaatsdruckerei das I.XXVN. und IHXVIII. Stück des Reichsgesehblattes in deutscher AuSgabe ausgegeben und versendet. T>en 21. Juni 1915 wurde in der Hof. und Staatsdruckerei das I.XIII. Stück der italienischen, das I.XIV. Stück der ru» thmischen sowie das I.XV. und I.XV1I. Stück der italienischen Ausgabe des R«ichsgesetzbl«ttes des Jahrganges 1915 ausge-geben und versendet. Am 23. Juni 1915 wurde das XIII. Stück des Landes« gesehblattes für das Herzogtum Kram ausgegeben und versendet. Dasselbe enthält unter Nr. 19 die Kundmachung des t. l. Landespräsidenten im Her« zogtume Krain vom 20. Juni 1915, Z. 13.806, betreffend den Einkauf von Schweinen im Umherziehen von HauS zu Haus. Von der Redaltion des Landesarsetzblattes für Krain. Laibacher Zeitung Nr. 142 1062 _________ 24. Juni 1915 MchtccnrMcher Gsil. Sicherftellung des Bedarfes an Mehl und Brot aus der neuen Ernte. Wien, 22. Juni. Mit einer morgen zur Verlautbarung gelangenden Kaiserlichen Verordnung werden die erforderlichen Vorsorgen für die Sicherstcllung des Bedarfes an Mehl und Brot aus der neuen Ernte getroffen. Gleichzeitig wird auch das abgeänderte Statut der Kriegsgetrcideverkehrs-anstalt veröffentlicht. Die Regierung ist nach eingehender Prüfling und nach Erwägung auch anderer Möglichkeiten zu dem Schlüsse einer monopolistischen Ordnung des Getreideverkehres gelangt. Nur eine einheitliche staatlich geleitete Organisation des Verkehres vermag die notwendige Bürgschaft für eine Preisgestaltung zu geben, die den Interessen dcr Produttion, wie des Verbrauches billig Rechnung trägt. Durch die Bestimmungen des § 1 der kaiserlichen Verordnung wird das inländische Getreide der Ernte des Jahres 1915, u. zw. Weizen, Spelz, Roggen (Korn), Gerste, Buchweizen, Mais allci Art mit dem Zeitpunkte dcr Trennung vom Ackerboden als beschlagnahmt erklärt. Die Beschlagnahme erfolA zu Gunsten des Swatcs, der als Träger des gesamten Persorgungsdienstes erscheint. Ebenso sind die am 15. August noch vorhandenen Vorrätc an altem Getreide der erwähnten Gattungen und an den aus altem Getreide 'gewonnenen Mahlftrodukten aller Art gleichfalls beschlagnahmt. Gleichzeitig wurde die Bestimmung getroffen, daß die kaiserliche Verordnung vom 2t. Februar 1915, mit der seinerzeit die vorhandenen Vorräte unter Sperre gelegt wurden, am 15. August außer Kraft tritt. Die Beschlagnahme hat die Wirkung, daß die beschlagnahmten Gegenstände weder verarbeitet, verbraucht, verfüttert, noch freiwillig oder zwangsweise veräußert werden dürfen, sofernc nicht in dcr vorliegenden kaiserlichen Verordnung oder durch besondere Vorschriften andere Anordnungen getroffen werden. Solche besondere Vorschriften sind zunächst hinsichtlich der Vcrfütterung von Getreide und Mahlftrodukten (Kleie und dergleichen) in Aussicht genommen. Weiters werden Bestimmungen über dic Zulässigkeit gewerblicher Verweudung von Getreide und Mahlftroduktcn getroffen werden. Es kommen in dieser Richtung die Malzfabriken, Brauereien, Taig-warcnfabliken in Betracht. Die Beschlagnahme endigt mit einer zulässigen Verwendung oder Veräußerung, weiters mit der zwangsweisen Abnahme und endlich mit dem Verfall. Zur Übernahme der beschlagnahmten Gegenstände ist die Kricgsgctreidevcrkehrsanstalt bestimmt, die sich zur Durchführung ihrer Aufgaben Zweigstellen bedienen wird, die in den einzelnen Kronländern zu errichten sein werden. — Die Kriegsgetreideverkehrsan-stalt ist verpflichtet, das ihr zum Kaufe angebotene mahlfähige Getreide anzukaufen und bei Abnahme bar zu bezahlen. Erfolgt die Abnahme nicht sofort, w ist beim Kaufabschluß eine Anzahlung bis zur Höhe von 50^ des Kaufpreises zu leisten und der Rest nach Maßgabe der weiteren Abnahme zu entrichten. Anderseits ist der Besitzer der beschlagnahmten Gegenstände verpflichtet, diese, soweit sie ihm nicht nach den getroffenen Besting munge zu verbleiben haben, an die Kriegsgerreidever^ kehrsanstalt oder an deren Beauftragte um den festgesetzten llbernahmspreis zu verlaufen. Um nach abgeschlossenem Kaufe hinsichtlich der Restbeträge eine Rechtsvcr-hältnis zwischen dem Landwirt und der Kriegsgetreideverkehrs anstalt herzustellen, werden die Beauftragten für den nicht bar bezahlten Teil des Kaufschillings Gutscheine der Anstalt auszustellen haben. Diese können eventuell zu einer Bevorschussung bei privaten Geldinstituten durch den Landwirt verwendet werden. Im Falle sich der Besitzer weigert, seine beschlagnahmten Vorräte an die Kriegsgetreideverkehrsanstalt zu verkaufen, oder falls der Verfügungsberechtigte nicht erreichbar ist, hat die Behörde über die Verpflichtung der Abgabe der Vorräte zu erkennen und dann erforderlichenfalls deren zwangsweise Abnahme zu verfügen. Kommt es zu einer solchen, fo sind vom Übernahmspreis zehn Prozent in Abschlag zu bringen. Die Beauftragten werden Einkäufer sein, die einerseits eine öffentlich rechtliche Stellung als Beauftragte im Sinne der vorliegenden Kaiserlichen Verordnung bekleiden, anderseits zur Anstalt im privatrecht-lichen Verhältnisse des Kommissionärs stehen. Die Ein-täufer werden mit entsprechenden Legitimationen verschen sein, worauf zur Ausschließung unbefugter Elemente besonders hingewiesen wird. Ebenso wie in der Kaiserlichen Verordnung vom 21. Februar 1915 wurde auch in der vorliegenden, den hergebrachten, in dm Bedürfnissen der Landwirtschaft begründeten Gewohnheiten dadurch Rechnung getragen, daß für die Produzenten des Getreides gewisse Sonderbestimmungen geschaffen werden. Unternehmer landwirtschaftlicher Betriebe werden demnach ebenso wie bisher für ihre eigenen Zwecke das beschlagnahmte Getreide und Mehl in einer nach der Verbrauchsregelung festgesetzten Menge verbrauchen dürfen. Weiters darf der Unternehmer landwirtschaftlicher Betriebe die zur Aussaat notwendigen Getreidemengen vermengen, wobei das Höchstausmaß des zurückbehaltenen Saatgutes behördlich festgesetzt wird. Die Verteilung von Saatgut wird grundsätzlich der Kriegsgetreide-verkehrslmstalt vorbehalten bleiben. Dem staatlichen Charakter des neuen Systems dcr Verkehrsregelung entsprechend, werden sowohl die Übernahinspreise für das Ge-gctreide wie auch die Verkaufspreise der Kriegsgetreideverkehrsanstalt staatlich bestimmt werden, und zwar werden die betreffenden Verfügungen vom Minister des Innern im Einvernehmen mit dem Ackerbauminister, dem Handelsminister und dem Finanzminister erlassen werden. Die Mitwirkung des Finanzministers ist angesichts der ln Betracht kommenden großen staatsfinanziellen Interessen geboten. Hinsichtlich der Verkaufspreise ist die besondere Vorschrift geiroffen, daß sie auf Grund kaufmännischer Berechnung der zu deckenden Kosten zu erstellen sind. Die Besitzer von Getreide sind verpflichtet, den Drusch (Rebelung des Maises) vorzunehmen. Stroh wird mit dem Ausdreschen von der Beschlagnahme frei. Hinsichtlich der Mühlen wird bestimmt, daß diese über behördliche Aufforderung verpflichtet sind, Getreide aufzubewahren und auszumahlen, wobei die 2agerungsgebühren und der Mahllohn von der Behörde bestimmt werden. Endlich wurden gewisse, bisher nur vertragsmäßig festgestellte Verpflichtungen der Beauftragten (Kommissionäre) und der Müller nunmehr auch öffentlich rechtlich statuiert. Da eine planmäßige Verteilung den Überblick über die vorhandenen Vorräte zur Voraussetzung hat, erhält der Minister des Innern die Ermächtigung, jedn zeit für alle oder einzelne der im Neichsrate vertretenen Königreiche und Länder die Aufnahme von Vorräten an Getreide und Mahlprodukten anzuordnen. Ebenso köii' nen Unternehmer landwirtschaftlicher Betriebe zur Erteilung von Auskünften über ihre Erntestächen sowie zur Führung von Vormerkungen über die Ernte- und Druscl, ergebnisse verhalten werden. Der Minister des Innern bestimmt, nach.welchen Grundsätzen die verfügbaren Vor rate dem Verbrauch zuzuführen sind. Neben dieser, eine allgemeine Ermächtigung enthaltenden Norm wurde in den Schlußbesttmmungen der Kaiserlichen Verordnung festgesetzt, daß die Verordnung des Gefamtministeriuni? vom 26. März 19l5 über die allgemeine Regelung dc-Verbrauches von Getreide und Mahlprodukten bis m>f weiteres in Geltung bleibe. Somit wird an den bestehen den Vorschriften über die Vcrbrauchsregelung, also inc-besondere an der Einfu^-ung der Vrottirten und betres send die bestehenden Mahl- und Vackvorschriften nichte geändert. Was die Höhe der zulässigen täglichen Herbrauchsmengen an Brot und Mehl betrifft, fo kann eine Neuregelung erst dann stactfviden. bis die Ergebnisse d.^r neuen Ernte endgültig feststehen werden. (5s ist aber beabsichtigt, in der Zwisch^iM eine Erhöhung für sckiwcr arbeitende Personen, also Erntearbciler und gewisse Na-tcgorien industrielle Arbeite, feitzusetzcn. Zur Durchführung der allgemeinen Anordnungen über die Verwendung der beschlagnahmten Gegenstände in geschäftlicher Hinsicht bedient sich der Minister des Innern der Kriegsgetreideverkehrsanstalt, deren Statut ihren neuen Aufgaben angepaßt worden ist. In dem neuen Statut wird die Errichtung von Zweigstellen der Kriegsgetreideverlehrsanstalt vorgesehen. Die dadurch geschaffene Dezentralisierung entspricht auch dein einstimmig gefaßten Beschlusse der Kommission, die der Beirat der Kriegsgetreideverkehlsanstalt zur Beratung der Fragen, betreffend die neue Ernte, eingefetzt hat. Die Aufgaben der Anstalt als solcher sind im neuen Statut in ähnlicher Weise bestimmt wie bisher, wurden aber nock dahin erweitert, daß die Kriegsgetreideverkehrsanstal: auch die aus den Ländern dcr ungarischen Krone zu beziehenden Mengen an Getreide und Mahlprodukten zu übernehmen und die zu diesem Zwecke erforderlichen geschäftlichen Vereinbarungen mit den berufenen Organen der ungarischen Negierung zu treffen haben wird. Bezug lich der organischen Stellung der Anstalt wird dieselbe dem Minister des Innern unterstellt. Der Zentralstelle der Anstalt sind alle wichtigen Fragen organisatorischer Natur vorbehalten. Die neu zu errichtenden Zweiganstal-ten, welche handelsgerichtlich zu protokollieren sein wer den, haben ihre geschäftliche Gebarung nach den von der Zentralstelle zu erlassenden Vorschriften einzurichten und hat der betreffende Landcschef der Zweigstelle hinsichtlich der Versorgung des Landes Aufträge zu erteilen. Die Zuständigkeit der Zweigstellen umfaßt insbesondere die Organisation des Ankaufes im Lande, die hiezu erforderliche Bestellung der Beauftragten, die Vorsorge für die richtige Behandlung des Getreides usw. Da alle Zwischenglieder der Preisbildung staatlich oder von der Kriegsgetreideverkehrsanstalt festgestellt werden, kann auch eine wirksame obrigkeitliche Bindung der Detail- LeuMewn. Wunder aus dem Ameisenleben. Von A. M. Iierd. (Fortsetzung.) Wie äußerst fein das Empfinden der Tiere ist, beweist auch folgendes Experiment: Ein Ameisennest wurde auf das eine Ende eines 14 Fuß langen Brettes gestellt. Auf das andere Ende ließ man aus sechs Zoll Höhe ein ganz kleines Schrotkorn fallen. Die Ameisen gerieten sofort in Bewegung und man sah deutlich ihre Unruhe. Es unterliegt also keinem Zweifel, daß diese Tiere durch ihre eigenen Füße „hören". In ihrem dunklen Heim ist es ja auch von größerer Wichtigkeit, den Tritt eines herannahenden Feindes zu spüren, als den Pfiff einer Lokomotive oder den Gefang der Vögel zu hören. Die Natur verteilt eben immer zuerst das Notwendigste und hinterher dm Luxus. Sie gab den Ameisen keine Ohren, aber dafür die erfindungsreichsten Füße, und noch dazu jedem Tier drei Paar. Es ist bekannt, daß Ameisen die stärksten Tiere ihrer Art sind. Auch können sie monatelang ohne Nahrung sein. Man sperrte Ameisen ohne Nahrung in ein Glasgefäh ein. Einige, meist kleinere Tiere, starben nach sieben Tagen; andere lebten bis zu 50 Tage und ein großes Exemplar brach mit 102 Tagen den Rekord. Das Wasser ist ihnen weit notwendiger als das Essen. Ohne Wasser gehen die Tiere gewöhnlich nach kurzer Zeit ein. Sie vermögen auch längere Zeit Mter Wasser zu leben. Einige brachten es auf sieben Tage. Verliert eine Ameise ein Bein, so hindert das ihre Bewegung nur wenig, Wenn man zwei Beine fortnimmt, läuft das Tier immerhin vier bis sechs Wochen herum. Eine Königin brachte es fertig, 14 Tage ohne Hinterleib zu leben, ohne dadurch den Appetit zu verlieren. Aber diese glänzenden Leistungen der äußersten Zähigkeit werden durch eine Ameise geschlagen, die 4l Tage ohne Kopf gelebt hat. Der kleine guillotinierte Körper lief über fünf Wochen ziellos herum, bis er zu der Überzeugung kam, daß dcr Tod einem kopflosen Leben doch vorzuziehen sei. Man hat erkannt, daß die Ameisen nicht nur fühlen und denken, sondern auch lieben und hassen. Sie empfinden Schmerz und Freude. Eine Ameise bezeugt ihre Zuneigung dadurch, daß sie ihren Kameraden mit ihrer dünnen Zunge beleckt, daß sie ihn füttert, streichelt und sich an seine Seite schmiegt. Sie zeigt ihren Haß dadurch, daß sie den Bruder im Nest herumschleift, ihn kneift und zwackt und ihn auf den Schmutzhaufen wirft, der in jedem Nest in einer Ecke untergebracht ist. Außerdem reißt sie dem Feinde auch Glied um Glied von den Beinen. Um das Erinnerungsvermögen der Ameisen festzustellen, machte man folgendes Experiment: Man nahm zwei Nester. Das eine wurde mit der größten Güte, das andere mit Grausamkeit behandelt. Die Tiere im Nest Nr. 1 bekamen „Fliegenkotelettes", „Spinnen-bcafsteaks", kurz, alle Leckerbissen, die sich eine Ameise nur wünschen kann. Nest Nr. 2 wurde ausgeräuchert, die Wohnung in Unordnung gebracht, kurz, man schuf eine wahre Anarchie. Bald darauf ging man wiederholt an das erste Nest. Die Tiere wurden allmählich zutraulich. sie kletterten auf die Hand und spazierten auf den Fingern. Nach und nach verloren sie alle die Furcht. Anders sah es im Nest Nr. 2 aus. Die Tiere flohen in wilder Panik. Sie versuchten in die Finger zu beißen und setz ten selbst nach Monaton irgend einer Liebkosung in Form von Leckerbissen usw. den heftigsten Widerstand entgegen. Eine Königin wurde aus ihrem Neste entfernt, bevor sie die Eier „ausgebrütet" hatte. Nach 52 Tagen, als ihre Kinder bereits erwachsen waren, wurde sie wieder zurück versetzt. Sofort erkannte sie ihre Vrut und fütterte und streichelte die Kinder. In einem anderen Falle wurde eine Mutter 73 Tage ihren Kindern entzogen. AIs sie zurückkehrte, zögerten die, Ameisen eine kurze Zeit, sie aufzunehmen. Ja, einige zwackten sie sogar. Dann aber, o Freude, kam das Erkennen! Alle liefen um sie herum. Vier begannen, sie mit ihren Zungen zu bearbeiten, und eine sprang ihr sogar in unnennbarem Entzücken auf den Rücken! An jenem Tage herrschte große Freude im Hause. Bedenkt man, daß sich die Ameisen, sobald sie nicht aus einem Neste stammen, unfehlbar bekriegen, so muß der folgende Fall als geradezu phänomenal bezeichnet werden. Man hatte vor drei Jahren eine Anzahl gewöhnlicher Ameisen aus einem Neste fortgenommen, das sich unter einem Stein befand. Man brachte sie in ein abgeschlossenes Nest, in dem sie lustig weiterlebten. Dann, nach drei Jahren, nahm man wieder zwei Ameisen unter' demselben Stein hervor und setzte sie in das Nest ihrer ausgewanderten Schwestern. Die Anköminlinge wurden sofort mit kriegerischen Gebärden empfangen. Aber nur kurze Zeit währte der Zweifel, dann wurden die beiden Neulinge gefüttert und gestreichelt. (Schluß folgt.) Laibachcr Zeitung Nr. 142 1063 24. Juni 1915 Preise erfolgen, weshalb die Behörden in der Kaiserlichen ^'nm'dming nunmehr verpflichtet wcrdcn, die Verschleiß-Preise festzusetzen. Tagesncuigtcitcn. — (Iu Mackcuscus Quartier.) Üeonhard Adelt, Kriegsberichterstatter des „Berliner Tageblattes" sendet diesem Blatte folgende Schilderung ans dem Hauptquartier des Oberbefehlshabers der verbündeten Armeen ill Galizien, Generaloberst v. Mackenseu: Eine kleine galizische Stadt, die abwechselnd ein österreichisch-ungarisches und ein russisches Kommaudo say nnd jetzt wichtiger Rückhalt sür Operationen der Verbündelen ist. Vor einem großen nüchternen Gebäude steht eiu Doppelposten. Dle Straße liegt still da; der Verkehr der Trains und Marschkolonnen wird durch eine andere Straße gelenkt. Hinter den Fenstern dieses Gebäudes arbeitet der Oberbefehlshaber der verbündeten Armeen, Generaloberst u. Macteuseu. Er ist vor seinen Stabsoffizieren aufgestanden, hat allein auf seinem Zimmer gefrühstückt uud wird erst zum gemeinsamen Mittagsmahl wieder sichtbar. Als letzter betritt er die Offiziersmesse; alle Offiziere erheben sich; er salutiert, mmmt Platz, uud alles setzt sich uieder. Sofort beginnen Laud-slürmcr zu seruiereu. Die Tafel ist fauber nnd freundlich angeordnet, die Laudslürmer tragen lautlos uud geschickt au> — siud sie doch iu Zivil ebenfalls Kellner. Es geht wie in einem großen Hotel zu, nnr die seldgraue Uniform, die auch Mackensen trägt, erinnert an den Krieg. Es wird wenig nnd diskret geredet; mau fühlt, wie alle Aufmerksamkeit und stolze Verehrung sich auf die Person des Generalobersten vereinen. Generaloberst v. Macken-seu hat elegante Gesten, die zwanglos und doch voll Würde find. Er ist eine prachtvolle Soldatenfigur, Weun man ihm nachsieht, erfcheint er in Taille, Haltung und Schritt noch ganz als der elegante Gardeofsizicr, der er vor dreißig Iahreu war. Blickt man ihm ins Gesicht, dann bemerkt man, daß fein volles, gescheiteltes Haupthaar graugesprenlclt und der große, dichte Schuurrbart weiß ist. Dieser Schuurrbart erinnert an den einer Katze, und das verstärkt noch den Eludruck, daß man einem Lüweu gegenübersteht. Eiu junger Offizier wird gemeldet, der fich ausgezeichnet hat nnd dekoriert wurde. Der Generaloberst erhebt sich, alle Offiziere folgen feinem Beispiel. Er geht einen Schritt anf den jungen Helden zu nnd reicht ihm die Hand mit einem paar mannhafteil Worten, die alsbald die Runde unter den Kameraden machen. Nach dem Mahl steht der Oberbefehlshaber anf, geht znr Tür und verabschiedet sich dort mit verbindlicher Verneigung. Dann setzt er sich in seinem Zimmer wieder au die Arbeit, die bis in die Nacht währt uud die er nur zum Nachtmahl für eine knappe Stunde unterbricht. Dranßen aber auf den blutgetrüulteu Fluren Galizieus vollzieht sich das Schicksal des Völkerlricges uach seinem Willen uud Vefehl. — (Das ncnc Konstautiuopcl.) Während au den Dardanellen die Geschütze douuern, bekuudet Konstan-tiuopel Siegeszuversicht durch teils geplante, teils in Ausführung begriffene Van- uud Verschouernngspläne, über welche der „Tanin" berichtet: Den wichtigsten Programmpunkt bildet die Äefeitiguug der Rumeu-felder aus deu jüugsteu Riefeubränden in Stambul. Im Fatihviertcl durchziehen das Braudfeld bereits breite, mit Bäumen bepflanzte Straßen. Im Äraud-feld von Atferai wird die dreißig Meter breite Straße noch iu diefem Jahre vollendet. Im Vajasidviertel wurden schöne Parkaulageu geschaffen und die Freilegung der berühmten Moschee dnrch Niederreihuug der uuschonen Äuchhändlerstraße angebahnt, ebenso wie die Freileguug der Medrcseh Kara Mustafa Pascha. Die Küstenstraßen zu beiden Seiten des Bosporus werden durch Abbruch der vielen leerstehenden Landhäuser zu breiten Heerstraßen bis an das Schwarze Meer ausgebaut werden. Für den Ban großer Krautenhäuscr sowie für deu Bau eines Irrenhauses ist die Regierung mit der Verwaltung des Vatufs iu Verhandlungen getreten. Wal- und Proümzial-Mchrichtcu. Laibacher Gemeiuderat. Der Laibacher Oemeiuderat hielt gestern unter dem Vorsitze des VizeoürgermeislerS Tc. Triller eine or-dcmliche Pleuar,ltzllug ab. Als Regicrungsuertreter fungierte l>cr l. t. ^andesregicruilgsrlU .Uremcu^cl. Zu Vorisilutoren des Sltzungsprolulollcs wurden die E»e-mciuderäte Smole uud dierjat nominiert. Ihr Fern-lilcilien von der Sitzung hatieu entschudigt: Bürgcrmci-stcr Dr. Tavi-ur uuv die (^emeilioerätc Bcli^, Pav^cl und .^tcfe. Vizelmrgcrmeister Dr. Triller: In später Stunde vcrdreitcte sich gestern aliends loie oin Lauffeuer die slcudige Nachrichi, daß unsere schon seit deu crjteu Tu-^cn dco Mui siegreich uordr>ugc!ldcu yclocumüilgeil, Trup-p(.il dlc aliehrwurdige Sludl ^cmocrg im Swrul erolierl yalien. Die galizi>che ^ülldeshauplstadl ist uiso nach jchwelcn ueun Moualen wieder befreit und die Hossimug durchaus berechtigt, daß in kürzester Z^it die guuze uord östliche (Ärcuze der ^iouarchic vom feindlichen Eiusalle uoilftändig ge>älil>crt seiu wild. Hiedurch aber lvird, so <^oll will, eiu großer uild eiuschcidcudcr Schritt getan sein zu dem Endziele, zu dem so sehr ersehnten siegreichen, chrcuvollcu nnd dauernden Frieden, welcher der Mon lnchie und allen i^rcil Böllern das Heil briugcu soll. Slolz slutlcrt in unscrcr ^lilldcshauplstudt die cl)r>uür-dige luiserliche Fahne zuiu Zeichen unserer palrlulljcycir Freude uud Begeisterung über den glänzenden Erfolg unserer tapferen Armee, heule abends aber werden die Mauzend illumiuierteu Häuser diese unseren ^e>Me verkünden und bezeugeu. Ten löblichen Geincinderat erlliche ich um die Ermächtigung, an die Adresse Seiner lüiierlichen Hoheit des Herrn Feldmarschalls Erzherzog Friedrich im telegraphischen Wege imscrc (Mick Wunsche mit der Bitte Zu übermitteln, ocn heloeuülilugcn Truppen unscrv iuuigsicn Grüße übcrmillcln zu wollcu. Die Auspralye des Vorsitzenden wurde vom vcrsmn-. incllcu Gelueinderale stehend augeyört und die eroeteue ürmächtiguug unler leöhaflen sreudigen Zurufen einmütig erteilt. Die nn Seine l. und l. Hoheit den, Feld-n.aischall Erzherzog Friedrich gerichtete Depesche hat sol-l.ciideli Wonlam: „Die Landeshauptstadt Laibach killet, miläsjlich der nihmroichen Erstürinnng uud Wiedcrbesrci-ilug der Stadt Lcmberg ihre ehrfurchtsvollen patriotischen Olüctlvünschc unlcrliroitcn und den heldeninüligcu Tllippcn die innigsten Grüße entbieten zu dürfen. Der Bürgermeister." Der Vorsitzende gab Weilers bekannt, daß dem Go-nicindcrale für die Lol)alitälstnudgcbliilg anläßlich der Kriegserklärung Italiens an unsere Monarchie im Allcr-höchsten Auftrnge der Dank, nusgesftrochcn wurde. Dem Bürgermeister Dr. Tnvüar ist vom Kommando des heimatlichen Infanterieregiments Nr. 17 folgendes Schreiben zugekommen: Im Felde am 6. Juni I')l5. Hochverehrter Herr Bürgermeister! Anläßlich des EintrcfscuS ncucr braver Trainer beim heiinatlichen Regiment im Felde erlaube ich mir, Ihnen uud der Landeshauptstadt des schönen Kram im Namen der Angehörigen des Regimcuts herzliche Grüße zu übersenden. (5'ö freut mich, neuerlich konstatieren zu tonnen, daß die Cicbzchner ihre schwere Pflicht sür Baiser und Vuter-lciud glänzend erfüllen. Das Ncgiiucnt zahlt zu den bc slcn in der Armee. Der neue Feiud erweckt in allen die Sehnsucht, den heimatlichen Äoden verteidigen zu dür- 1^0 veö Kot ä6V6tlU680ön<3M wj«m 808p0»tvu I,1apc)Iajc, i^ä ßlkvinlll m«»wm (Ii^Iici^; /ml^go- »la,VN6 CU8U,l8lc6 /U.8t.il.V6. liadoßdlw „l^väuzou^ N^Vllll,ja 8l«a V8Lil /V08tlii vl^an0v. ot)68imo pll V86j llyißli 065lls8k6 in äßißlne 12- 3wve in äajmo llU8l(3 VlN686NlM öuV8tvam NÄll 8lavnu 1M38U N288Y2 oraij^! Zdß NÄln iw!N0/i 6u!^u 6c> 8roöi>6ßk, ö».ljt-ns^ miru! I.jud1jll.n», 23. junija 1!)15. Acrndslente! llemberg izt wieÄer in unzeren siänaen: Nach mehr als neuumonatiger Fremdherrschaft flattern die siegreichen kaiserlichen Fahnen über der Hauptstadt Galizieus. Freudige Begeisterung erfüllt die Herzen aller treuen Staatsbürger. Z»m Zcichcu dcr Freude und dcs lirrcchtigtcu Stolzes licfwstgcn wir im gauzcu Lande mit kaiserlichen uud Laudcöfal)ucu! Gcdcu wir Ausdruck dcu Hochgefühleu >nbcr dcu ruhmreichen Sieg nusercr Waffcu! Ich fordere alle Gemeindevorsteher des Landes auf, in diefem Siune das Geeignete zn veranlassen. Gott helfe uus weiter bis zu einem glücklichen, ehrenvollen Frieden! Laibach, 23. Juni l<115. öujtrräiä, Landeshauptmann. fen, und warten wir sehnsüchtig auf den Ilugeuvlick, wo es lins vielleicht vergönnt sein wird, diesen vor uusere Äajouettc Zu bekommen. Iu größter Hochachtung Hugo von Venlour, Olieislleutnaut und Negmieutslomman-daut; Rudolf M ö b i u s, Hauptmanu und Negimcnls-adjlltant." Der Voisitzcildc verlas weitere ein warmgefthltes Schreiveu dcs Gefreiten Zollnu Szabo, der im Namcu scilicr Kameraden für die ^aslfreuudscyaft, lvelcye deu, anläßlich des AlimarscheH gegen Ilalieil unsere Stadt passierenden ungarischen Truppeutörpern hierlands zuteil geworden ist, deu wärinjten Dank ausspricht. Vizeliürgermeisler Dr. Triller »nachte sodann die Mitteilung, daß der Bürgermeister im Einvernehmen mit der gcmeiudcrätlichcn Fiuunzscllion beschlossen hat, zwecks Zeichnung auf die zweite österreichische l»triegs-anteihe den ill dcr Verwaltung der Sladlgcuieiudc Lai-bach slehellden Stiftungöfouds hcrauzuziehen uud, vorlie-haiüich der Geuehuliguug der Sliftuugsbehördc auf diefe Allleihc den Betrug vou 400.000 ^ zu zeichuen. Der Gemcinderat hat dem einmütigen Beschlusse der Finanz-scllcon nachträglich seine Zustmnuung erteilt. — Die Aktion der zu klriegvzweckeu veranstalteten Mctallsamm-linlg in ^aidach hul ein ersteulicyes Ergebnis geliefert, weshalo der Vorsitzende sich veralllaßt sah, den Spenden jowohl als auch dem Leiter der Sanmllung Magistralsrat Eugen ^ aY im Auftrage dcr l. k. Landesregierung deu wärmsten Dank auszusprecheu. Am kommenden Suuutag fiudct in der Vorstudtpfarrc Tirilnu die übliche Patrozmiumfeier statt. Die Pfarrvorslchung erließ cm den Gcmcindcrat die Einladung, an dieser Feier teilnehmen zu wollen. Handelsmann Multo Arto hat anläßlich dcs Ablebens dco H)tajors i. N. Peter Eeraniü für die Faulilieu der im kriege Gefalleucn den Betrag uou 10 ^ gcspeildel. Dcr Vizevürgermeister machte schließlich die Mitteilung, daß die gemcinderätliche Aftftrovisiouiclilngsscttion iu iylcr jüngsten Sitzung wichtige Beschlüsse hinsichllich der Approoijiollicrullg uusercr Sladt gesüßt habe. Die Sladtgemcinoe veilütigt etwa l>00 Waggons Getreide und ^tehl von der diesjährigen Ernte und ist bestrebt, sich dci der Approvisiouierung dcr Stadt, entsprechende (^ .usluMchme Zu sichern. Der ^.izcvürgcrmcislcr hauc gc->>cru diesbezüglich dc< der t. l. ^aud^regieruug iuter-vcuicrt uud deil Eindruck gewonnen, daß die Wün>cho der Swdlgemeinde Berücksicyliguilg finden werden. Vi^euürgermoisler Dr. Triller beanlwortele so-denn die ill dcr jiiugslell l^emeluderulssitzung gestellte ^uterpellalioil des Genicilldcralcs Mariulo, betressend uic Reiiliguilg llud Bespritzung dcr zl»>l hicsigcil Hallftt-vahnhos führeilden Straße:, welche Eigeutuin der l. k. priu. Slidbahilgcfcllfchafl i>l, und machlc dic Mitteilung, du>j täglich Ziuciiualige Bc>pritzung dieser Straße durch IlädUsche Orgnue ucrfügi, wuroc und daß, ciller Ailre-gullg des Gemeindcrals FrancheUi Rechlluilg lragend, lu der Allee vor dem Hauplliahuhofc auch drei Sitzbäule aufgestellt wordeu sind. Der Vorsitzende stellte sodann ex präsidio den Au-irag, daß der verdieilstuolle slovcuiichc Literal Hofrat lind Lülldesschuliuspettor i. R. Frauz ^evec, welcher um 4. Juli l. I. seinen 70. Geburtstag begeht^ aus dicscm Alllasse zum Ehrcnliürger der Laudeöyauptstudt Malbuch crilauni. werde. Der Vorsttzeude hob ill län-gcrer Ausführung die yeruol^ngeuden Vürdiensle des. ^»uvilars um die sloveilische Literatur gebührcud hervor l»ld bezeichnete es als Dunlcspslicht der Landeshaupt-,lui.l, dcu Iubilanlcn Zil seiuem ^0. Wiegenfeste durch Erueuuuug zuul Ehreiüiürger der >lovcuischeu Metropole zu ehren. Der Antrag des Vizclmigermeislers lvurdc unlcr lebhafteil ^iviorufen aligenolu,ucn. Sodann lvurde zur Erledigung der Tagesordnung gcichriltcu und zilllächst über Antrag dcs GciueinderateS Dr. Novak beschlossen, dasj die Sladtgcmeiildc jür die Versorgungsgeuüsse der Bcdicnsteteu der städtischen Sparkasse iu formeller Weise die Garantie übernimmt. Die Rechnungsabschlüsse des städtischen ktonkretalfondS, des jlädlischcn Armenloiids, dcs Bürgerspiwlsonds, des Etif-wngsfonds, des städtischen Wasser>vertcs uud des Elel-lliZltätswerlcs lind des städtischen Schlachthauses für das Jahr 1914 (Referenten Eicmeinoeräte Hudouernil Ul.d Plauinäek) wurden uhue Tebatl: genehmigt. Gemeinderat Mall y berichtete i.bcr den Rechnungs-abschlusi der städtischen Lcichenbcslailungsanslall für die Zeit voin 1. August bis 31. Dezeml^r ^914. Dcr in deu ersten sünf Monatcu des VcstaudcS der Anstalt erzielte Rcillgewiun beziffert fich — nach Abzug dcr üblichen Alischreiliullgcu — auf t>70« ^ 8.1 /,, und verzinst sich soiuit das investierte Kapital mit 10,'N Prozent. Der Rechnungsabschluß wurde ohne Widerrede genehmigt. Im lveitcrcn Verlauf der Sitzung wurde der Rekurs ocö Hausbesitzers Josef Strehar gcgcn den Erlaß dcs StadtmagisttateS, betreffend den Anschluß sciues Hailses an der Triester Straße Nr. 2 an das städtische ztanalisicrungsnetz, abschlägig beschiedcn und dem Ne-turrcnlcu für die Ausführung dieser Arbeit ein mit dem Laibacher Zeitung Nr. 142 1064 __________ __________24. Juni 1915 15. August l. I. ablaufender Termin bewilligt. Über Antrag des Armcnausschusses wurden ans dein Erträ'miis des Vürgerspitalfonds vier Bewerbern Pfründen zu 40 /l täglich bewilligt und zwei Bewerbern die Pfründe von 40 /t auf 60 /t täglich erhöht. Tas Gefuch des Hausbesitzers Friedrich Stark um Abschreibung der Gebühr für Wasscrmehrverbrauch wurde abschlägig beschieden, dem Gesuche der Frau Theresia Trtnik in einer gleichen Angelegenheit wurde teilweise Folge gegeben und die Abschreibung der halben Gebühr für den Wassermehrvcrbrauch bewilligt Nach Erschöpfung der Tagesordnung wurde die Sitzung um 7 Uhr abends geschlossen. — (Die „Laibacher Zeitung") wird von heute an wieder zu der gewöhnlichen Stunde ausgegeben werden. — (Lemberg-Feier.) Laibach beging gestern die Feier der Wiedcrerobernng Lembergs durch eine grohc Manifestation. Wer halbwegs in der Lage war, lam auf die Straße, um sich entweder dem Umzug anzuschließen, der unter klingendem Spiel der Salesiancr Musikkapelle und Vorantraguug von neun Vereinsfahnen in der bei den letzten Kriegsumzügeu üblich gewordenen Rout: die Straßen der festlich beleuchtete» Tladl durchzog, oder des nach Tausenden zählenden, ohne Unterlaß in lcgei-stertc Nuse ausbrecheuden Zuges zu harren. Die Mnui-stc.tion erreichte ihren Höhcpuull vor dem Palaio der Landesregierung, wo Selac Erzellenz der Hcrv Maudes-Präsident Äaron Schwarz vom Aalkon seiner Wol^ nung aus an die dichtgedrängte Menge eine zündende Ansprache richtete, die mit stürmischem Jubel aufgenommen wurde. (Wir werden die Ausführungen Seiner Exzellenz morgen nachtragen ) Den im Fortschreiten stelig anwachsenden Zug eröffnete eine von zwei kaiserlichen Bannern flankierte Fahne in den lrainifchcn Landcs-farben; die Paftierlaternen wurden von Zahlreich angegliederten Soldaten getragen. Vor dem Kaiscrdenkmal auf dem Slovenski trg, um der Mililärstelle im Mädchen-lyzenm, dem Palais der Landesregierung, der landschaftlichen Burg, dein Stndtmagistrate und dem fnrstbischöf-lichen Palais wurde die Voltöhymnc intoniert und von der Menge begeistert mitgesungen. — Waren sämtliche Gebäude, öffentliche wie private, festlich beleuchtet, so zeichneten sich dnrch besonderen Lichter-, Blumen-, bezw. Fahnenschmuck die landschaftliche Burg, das Baiser-Franz-Ioseph-Iubiläumbllicatcr und das Kaiscrdentmal vor dem Gerichtspalais auö. (Ein Fund? fiil lrirgsinvnlidr Bedienstete im Nessuvverriche des Ha»dels«,inifteriu>!lS.) Vom s. k. Haudclsministerinm in Wien ist ein Fonds für kriegs-invalide Bedienstete ins Leben gerufen worden Aufgabe dieses Fonds isl es, jenen dem Nessorlbereiche des t. f. Handelsministeriums angehörenden Bediensteten, welche infolge von im Kriege erhaltenen Verletzungen oder Krankheiten einer Nachkur bedürfen, beizustehcn. Dieser Zweck wird dadurch erfüllt, daß aus die,em Fonds einesteils jenen Instituten, die sich nut der Behandlung der erwähnten Bediensteten besassen, entsprechende Geldmittel zugewendet, anoemteils alier den re-tonualcszcuten Bediensteten selbst behust? Vornahme ihrer weiteren ärztlichen Behandlung Untcrsuitzungen verliehen werden. Zwecks Eruicrung von solchen Bediensteten sind bereits amtliche Recherchen eingeleitet worden. Dessenungeachtet empfiehlt es sich, daß sich jene Personen, welche die Hilfe des obcrwähntcn Fonds anstreben, selbst beim Verwaltungsausschuß des Fonds (Departement 10 des Handelsministeriums in Wien) schriftlich melden. — (Die Brotkarten) werden von morgen an lci allen Kommissionen von 8 bis l^ Uhr vormittags und von 5 Uhr nachmittags bis ? Uhr abends ausgegeben werden. —l^. — (Verlustliste.) In der Verlustliste Nr. 193 sind vom LRI 27 weitcrs als triegsgefangcn ausgewiesen: Ins. Mravlje Franz, 5.; Inf. Odlak Melchior, .'5.; Inf. Olilak Wenzel, 2.; Inf. Ohler Leopold, Inf. OlrocM Blafius, 5.; Inf. Olivo Geramo, Korp. Oman Ludwig, «.; ErsRcs. Orehel Johann, 4. EK.; Ins. Osterc Josef, 8.; Inf. Pahor Johann, 5.; Inf. Pajk Franz, Inf. Pajk Iofef, 8.; Inf, Paki^ Karl, 5).: Inf. Pafte/. Franz, Inf. Papuv Johann, 8.; Inf. Paulin Franz, 6.; Inf. Pav^ck Anton, 1.; Inf. Petorari Alois, Inf. Petorari Sebastian, Inf. Perlo Johann, Ins. Penne Franz, 8.; ErsRes. Pcrnc Viltor, 1. EK.; Inf. Petemelj Alois, Inf. PetrovÄ^ Peter, 8.; KompHorn. Pelrizza Nic-cardo, 7. (ucrw.) i Inf. Pintar Franz, Inf. Pintar Rado, Inf. Pipan Anton, 5.; Inf. Pipuu Franz, 3. EK.; Inf. Pirc Anton, Zgf. Mljar Michael, Inf. Plahutar Josef, Inf. Plahutuil Franz, 8.; Inf. Po-cel Roman, 5.; ErsNcs. Josef Podbcl>et, 1. EK.; Inf. Michael Podev^el, 2.; Gefr. Franz Podobni?, 8.; Inf. Jakob Podobnik, 4.; Inf. Franz Pogavur, 8.; Inf. Franz Pohar, 8.; Inf. Johann Ponikvar, 12.; Inf. Johann Privileggi, 2.; Inf. Adolf Pu<-el, 5,; Inf. Johann Puntar, 5.; Inf. Pu5 Josef, 8.; Inf. Ra-inul.'^ Franz, Inf. Naäii- Franz, Inf. Ratej Johann, Inf. Regard Johann, 5i.; Ins. Nobida Johann, Inf. Rode Johann, 8.; Inf. Nodul Michael, 2.; GrfNes. Nope Johann, 4.; Gefr. Noziö Karl, 8.; ErfRef. Ruft-nil Franz, 4.; Inf. Rus Alois, 5.; Inf. Rus Anton, 8.; Inf. Rustja Franz, 5.; Korp. Ruzig Virgillo, 8.; Inf. Sajovi^ Michael, 5.; Inf. Samiek Johann, Geft. Säule Ludniig, 8.; Inf. Sauli Franz, Inf. Savin^el Jalot', Inf Schaus ^osef, l).; Ins. Schuller Georg, 5.; ,^nf. ^edlacet Franz, 4.; Inf. >>ele Anton, Inf. Seidel .^l arl, 8.; Inf. .^isrcr Andreas, 4.; Ins. Tinwio Anton, 5>.; Inf. Simöiö Michael, 8.; Gefr. Simsig Joses, 2. EK.; Inf. «iulovec Johann, 5.; ErsRcs. ^ipelj Josef, 0.; Inf. Sirt Franz, 8.; Inf Skaftin Franz, 2.; Korp. Sllensty Franz, 8.; ErfRef. ^krbcc Franz, l.; Ixf. Slube Michael, 8.; Inf. Stul Johann, Inf. Sleian '.'ldolf, 5).; Inf. Smole Kaspar, 8.; Inf. Robert Siinoii, :').; Geft. Sovran Matthias, Inf. Soui Franz, 6.; Inf. Sotlcr Martin, 1. EK.; Inf. Sreberni^ Alois, Inf. Stabc Martin/ 8.; Inf. Slanovnit Johann, ^i.; ElsRcs. Starcc Anton, 4. EK.; Inf. S>ari<: Franz, 5.; Koip. Eubilj Michael, 4. (verw.), I^.f. Stirn Lorcnz, Inf. Stochcrhcimer Rudolf, 5.; Inf. Stoftar Milan, l. E>t.; Inf. Stretelj Franz, Inf. S^gar Franz, 8.; Inf. Sir-gar Franz, ü.; Inf. ktrulelj Karl, 8.; ErfRef. Tcrlep I>.han'», 1. EK.; Inf. Toiel M'.chiel, 2.; Inf. Tu ar ^!Ul'z. 8.; Inf. Turel Anton, 5» ' Im, Tüll Johann, ^ : Inf. Turk Valentin, 5.; Inf. Umel Iofcf, 8.; Inr. Ilnot Ignaz, 5.; Inf. Ufteli Valentin, l,; Inf. Ujlolin Rcm.g. Inf. Vajda And^eaZ. ^».; Inf. Vanoramin An-!>'n. 8.: Gefr. Vaupot Ign^;. 9. (v.'Nv.), ErsRcs. Vcli-lon'a Slefthan, 2. EK.; I.i, Vene^iia Franz, ü.; Inf. Vesöovo Johann, 8.; Inf. Vefeli^ Nikoluns, 1.; Iüf. Vidi^ Johann, Gefr. Vidmar Franz, 8.; Inf. Vidmar Johann, Inf. Viltiiznik Johann, Inf. Vodopivcc Andreas, 5.; Inf. Vreg E,, 2.; Inf. Vrek Alois, Inf. Vrhmiü Josef, Inf. Vtiü Ignaz, 8.; Inf. Walter Franz, Inf. Watzig, Karl, 5.; GinjFr. Widmar Karl, 1.; Gesr. Widrich Mattin, 2.; ResInf. Wisintin August, 6.; Til.-Korp. WiÄntin Adam, ^.; Inf. Zabukovec Josef, Gefr. Zajer Martin, 8.; Inf. Zaletelj Franz, Inf. Zalelto Gottlieb, 5.; Inf. Zerlin Rudolf, Inf. Zgonü Franz, «-; Inf. 2igon Anton MGA 2 (vcrw.); Inf. Zitran Anton, 2.; Inf. 5i5mond Nemhard, Zgf. Zmitel Bln-sius, 8.; Inf. 2nidar^ Franz, 3. EK.; Inf. Zorc Anton, Inf. Zorzin Josef Franz, 8.; Inf. Zoti6 Anton, 5.; Korp. Zrimäek Franz, 4. EK. (verw.); Inf. Zudi^ Johann, 4.; Inf. Zugw Franz, 5.; ErfRef. Zuniä Johann; Inf. Zupan Mattin, 5.; Inf. Zupan Matthias, MGA 3; ErfRef. ZupanÄ^ Anton, 1. EK.; Inf. Zu-tion Johann, 5. Kompanie. Kino „Ideal". Programm für morgen Freitag den, 25. Juni: 1.) Der Golf von St. Tropetz (Naturaus nähme); 2.) Der Funke (ergreifendes Drama in drei Akten); 3.) Der Patent-Schnaftpschloßloffer (herrliches Lustspiel in drei Akten). -- Henlc noch Alexander Moissi im Schauspiel „Kulissenzauber". Der Krieg. Telegramme de«>k. k. Telegraphen-Korrespondenz-Kureau«. Österreich-Ungarn Von den Kriegsschauplätze«. Wien, 23. Juni Amtlich »vird verlanlbart: 23slen Iuui. Die Rordwest» und H^cftfrunt deo Gürlelo uun Leinberg waren im Zuge der russischen Verteidigung^-strllung Zulliew-Mitull^juw vu« ftarteir russischen Kriif lrll liefrUl. Am '^. d. M. um .'» Uhr morgens erstürmte Wiener Aaudweljr das Wert »izeona an Ver Straße Ja» nuw-Lemberg. Von Ätordwest drangen zu dieser Zeit uu fcre Truppen über dir Hührn östlich deo Mlynuwla° Vacheä« uor und erstürmten einige Schanzen uor der Höhe Lysa Gura. Im Laufe des Vormittags wurden im wei» leren Vordringen gegen die Stadt die übrigen Werte und Befestiguugoaulagcn der Rmdweft. und Westfront im blutige», Kampfe gcuommen. piedurch war die ruf ssifche Irout neuerdings durchbrochen, der Feind, der abermals schwere Vcrluftc erlitt, zum Rmtzugc gezwungen. Unsere Truppeu drangen in der Vcrfolguug bio auf die Höheu östlich und »ordöftlich der Stadt uor uud über schrillen südlich von Lembrrg die Straße, die nach Vli° kolajow fül)rt. Unlcr den» I»,bcl der Vcuölterung zog General der Kavallerie VoclM'Ermolli um 4 Uljr uach mittago nlit Truppcu der zweitcu Annec in Leulberg ein. Auch bei Zulliew und östlich Nnwa Rllota sind die Ruf fen im »lültzuge. Vereinzelte Vurftöfze des Gegners am Tancw wurden abgewieseu. Heute nachts lrat der Fciud zwischen San und Weichsel sowie im Vcrglaude von Kiclce den weilercu Rückzug an, überall verfolgt von den verbnndetcu Truppe». Am Tnjcstr is« die allgemeine Lage unverändert. — Italienischer Kriegsschauplatz: In dem nun abgelaufenen Kriegömunat haben die Italiener lei» neu (lrfulg erzielt. Unsere Truppen im Tüdwefteu lie« Häupten wir zu Beginn des Krieges ihre Stellungen an oder nahe der Klrenze. An der Isouzo'Front, am befe ftigteu ^'lcnzraum vu» Flitsch-Malborget, am tarnischcn Kaim» und .illr» Froulcn von Tirol brachen sämtliche Versuche feindlichen Vordriugeus unter schweren Verlu» stc„ zusammen. Der Stellvertreter des Chefs des Gene' ralslabes: von H ö f e r, FML. Der Einzug unserer Truftpcu iu Lcmbcrg. Wien, 23. Juni. Der Jubel beim Einzüge unserer Truppen i» Lemberg war unbcschrciblich. Die Erstürmung der russischen Stellungen bei i!emberg durch die Armee Bühm (frmulli charalterisirrt sicl, wieder als Durchbruch, dessen Rückwirlungeu auf die gauze übrige Front bereits wahruelimbar werden. Dir Russcu schicken sich auch im Berglande von Kielce westlich der Weichsel zum Rückzüge au. Wien, 23. Juni. Ans dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Der Armeckommandant General Viihm-Ernwlli mit engstem Stabc zog nm 4 Uhr nach» mittags inmitten der marschierenden Kolonnen in Lemberg ein. Die Stadt, deren innerer Teil vom Feinde fast gar nicht zerstört ist, ist reich beflaggt. Auf den Straßen, in den Fenstern, anf den Balkönen Taufende und Taufende, die beim Erscheinen des Alincelom-mcmdanten und der Truppen in herzerhebender, ans dem tiefsten Innern strömender Begeisterung jubelten. Ein Blnmenregen bedeckte die Automobile. Aus Tau° senden und Tausenden Kehlen klang es ununterbrochen hell und jauchzend: Es lebe unser geliebter Kaiser! Hoch Österreich-Ungarn und seine siegreiche Armee! Es leben unsere Befreier! Vor dem Lcmdhausc wurde der Armeetommaudant feierlich empfangen. Profefsor Marcel Chlamtacz hielt als Vertreter der Stadt» repräsentauz in polnischer uud deutscher Sprache cine zündende Ansprache, die den aus tiefstem Hcrzcu tomiueudeu Jubel der Bevölkerung über die Befreiung Lcmbergs vom Feinde, die altbewährte Liebe uud Treue zum augestauunteu Herrfcher uud die begeisterte Bewunderung über die Heldentaten der siegreichen Armeeu der Verbündeten befouders ader für die Truppeu der zweiten Armee zum Ausdrucke brachte, die heute iu bravourösem Anstürme Lemberg eruberteu. Der Armeetomiuanoaut dankte in warmen, kräftigen, weithintöueuden Worten für den Empfang und gad feiner Freude Ausdruck, daß es der ihm unterstellten Armee vergönnt geweseu sei, die Hauptstadt des Laudes Galizieu für Seine Majestät unseren heißgeliebten Kaiser uud Köuig wieder zn gewinnen. Seine Exzellenz schloß mit einem Hoch auf Seine Majestät. Diese Worte des siegreichen Armeefiihrers erweckten einen Sturm der Begeisterung. Eiue unübersehbare Menge stimmte brausend in den Schlußatkord eiu und fang eutblößteu Hauptes das Kaiferlied. Es war eiue Huldigung, die wohl jedem, der das Glück hatte ihr beizuwohnen, unvergeßlich bleilieu wird. Dann sprachen noch der Vorstand des Schützenvereines und der jüdischen Glaubeusgcuosfeufchaft. Ein nicht eudeu-wollendes Hoch auf unfereu erhabenen Monarchen folgte auf diefe Reden. Allfeitig tiefstes Empfinden, unendliche Freude und Glück, vollstes Verständnis für die Größe des geschichtlichen Momentes charakterisierte deu feierlichen Akt der Besitzergreifuug der Hauptstadt Lemberg für den Kaifer uud König uach ciuem blutigen aber herrlichen Siege über den Feind. Die Eroberung Lembergs. Wien, 23. Juni. Die aus der ganzen Monarchie eintreffenden Berichte schildern die immense Freude über, die Erobcnma, Lembcras. Sämtliche Wiener Blätter drücke» übereinstimmend die Überzeugung aus, daß die Eroberung Lembergs nicht nur das Ende der russischen Laibacher Zeitung Nr. 142 1065 24. Juni 1915 Herrschaft in Galizien, sondern anch den vollständigen^ Niederbruch der russischen Armeen bedeutet. , Wien, 23. Juni. Bei dem morgigen im Stephans-dom stattfindenden feierlichen Dankgottesdienste nm 9 Uhr vormittags wird Seine Majestät dcr Kaiser durch den Thronfolger Erzherzog K a rl Franz Io sef vertreten sein. Die geplante Huldigung der Wiener Bevölkerung wird Seine Majestät morgen um 11 Uhr vormittags in Schönbrunn entgegennehmen. Wien, 23. Juni. Bürgermeister Dr. Weiskirchner erließ einen Aufruf an die Bevölkerung, der innigen Dankbarkeit für die Befreiung Lembergs durch eine dreitägige Beflaggung der Häufer Ausdruck zu geben. Die Wahrheit über die Kämpfe bei Plaua. Wien, 23. Juni. Aus dem Kriegsftrefsequartier wird gemeldei: Das italienische Hauptquartier verbreitet über die bisherigen Känwfe bei Plaua Nachrichten, die nicht nur an und für sich unrichtig sind, sondern sogar dm fehlgeschlagenen Angriffsversuchen den Anschein voll sieg reichen Affären zu geben beftrebt find. Nach achttägigen für den Feind äußerst verlustreichen Kämpfen sind die Stellungen bei Plava fest in unferen Händen, sind und waren an keiner Stelle durchbrochen. Von übermächtigem Artilleriefcuer unterstützt, brachte der Gegner am 10ten Juni uud in der Nacht zum 11. Juni etwa sechs Kompanien auf das österreichische Ufer. Ein sofort unternommener Gegenangriff mußte wegen heftigen feindlichen Artilleriefeuers eingestellt und auf den Eintritt der Dunkelheit verschoben werden. Der Gegner zog es aber vor, auf das Wcstufer zurückzugehen, ohne einen Widerstand überhaupt zu versuchen. Am 12. Juni überschritt feindliche Infanterie abermals dm Isonzo und ging nun zum Angriffe auf die Höhe 383 vor, wohin auch das Feuer von zirka 80 feindlichen Geschützen konzentriert wurde. Der Gegner kam bis in die eigene Stellung, wurde jedoch in erbitterten Nahkämpfen derart geworfen, daß das Gros wieder auf das Westufer zurückflutete. Nur schwache Abteilungen konnten sich in gedeckten Rän-wen am diesseitigen Ufer halten. Gegen 1000 gefallene Italiener blieben in dem schmalen Angriffsraume Drei neuerliche Angriffe in der Nacht vom 14. Juni wurden leicht abgewiesen. Am 14. Juni abends erfolgte nach vierstündiger Artillerievorbereitung abermals ein Augriff, der blutig zusammenbrach. Am 15. Juni wurde von 4 Uhr vormittags an unsere Stellung unter ungeheurem Munitionsaufwande heftig und ununterbrochen von Feld- und schwerer Artillerie beschossen. In der folgenden Nacht wurden drei Infanterie an griffe gegen die Höhe 383 angesetzt, welche an dem Widerstände der tapferen Dalmatiner zerschellten. Das gleiche Resultat hatte ein von starken Kräften unternommener Angriff am 16. Juni nachmittags, obwohl auch an diesem Tage seit Morgengrauen die feindliche Artillerie gewirkt hatte. In der Nacht und am Vormittag des 17. Juni wurde nochmals von namhaften Insantcrieträften angegriffen. Der Gegner: die Brigaden Rauenna und Forli, verstärkt durch Mobilntiliz, erlitt die schwersten Verluste. Die Gefangenen sagten aus, der Konig selbst habe angeordnet, die Höhe bei Plava um jeden Preis zu nehmen. Vis Mittag den 17. Juni waren die Kämpfe entschieden. Der Gegner verschanzte sich vor unseren Stellungen und unternahm keine ernsteren Angriffe mehr. Die Meldung über die Wegnahme eines österreichifch-ungarifchen Maschinengewehres ist frei erfunden: hingegen haben wir zwei italienische Maschinengewehre erobert. Nichtig sind nur die Angaben des Hauptquartiers über die schweren Verluste der Italiener. Von den sehr glaubwürdigen Aussagen verschiedener Gefangener ganz abgesehen, lagen in dem zirka 1,2 Kilometer breiten Angriffsfeldc 3000 unbestat-tete toie Italiener. Die eigenen Gesamtverluste an Toten und P^rmißten erreichen diese Zahl bei weitem nicht. In den Kämpfen bei Plava nuihten sich unsere Truppen auch mit betrunkenen Gegnern schlagen, was an Gefangenen und Verwundeten des italienischen Infanterieregiments Nr. 38 einwandfrei festgestellt wurde. Auch fand man in den Feldflaschen Schnapsrestc. Endlich herrschte beim Gegner unklare Vorstellung über die Genfer Konvention. Verwundete, die in dem schwierigen Terrain liegen blieben, wurden von italienische!! Soldaten in bestialischer Weise erstochen. Am westlichen Ufer fuhren Munitionsautos für die feindlichen Motorbatterien unter dem Schutze des Roten Kreuzes, anderseits schickte der Gegner nach einem Gefechte ohne weiteres ein De-tachement von Ärzten und Mannschaften knapp vor unsere Stellungen zur Vergung der Toten. Später erschien ein Leutnant, der sich als Parlamentär ausgab und ohne irgend eine Vollmacht oder Legitimation vorweisen zu tonnen, über die Beseitigung der Toten vor der Front sprechen wollte. Derartige naive Versuche zur Auskund-schaftung unserer Stellungen werden mit der Gefangennahme dcr betreffenden Personen erledigt. Die Anerkennung für die braven Streiter von Plava blieb nicht aus: Seine l. und k. Hoheit der durchlauchtigste Armeeoberkommandant sandte am 18. Juni nachstehendes Telegramm an den Kommandanten des dortigen Verteidig gl'ngsabschnittes: „Die Armee ist stolz auf die braven Truppen von Plava. Nur so weiter! Feldmarschall Erzherzog Friedrich." Der Thronfolger in Innsbruck. Innsbruck, 23. Juni. Heute früh ist Erzherzog Karl Franz Iofef in Innsbruck eingetroffen, bejubelt von der ganzen Bevölkerung der Stadt. Auf dem Hauptbahnhofe hatten sich die Spitzen der Behörden, die Generalität und das Offizierskorps ein« gefuudeu. Nach der Defilierung der Ehrenkompanie unter Vorantritt der Kaiferjäger - Musikkapelle vor Seiner k. u. k. Hoheit begab sich höchstderselbe, neuerdings von stürmischen Iubelrufen begrüßt, zu Fuß in den Staudort des Landesverteidigungskomman-danten. Von dort aus fuhr Seine k. u. t. Hoheit, begleitet vom Landesverteidigungskommandanten G. d. K. Dan kl und mit Gefolge in die Hofburg, wo der Herr Erzherzog die Vorstellung sämtlicher Zivilbehörden entgegennahm. Um 12 Uhr mittags nahm der durch» wuchtigste Herr Erzherzog im Hofe der Klosterkaserne die Parade über die hiesige Garnison ab. Beim Empfange auf dem Bahnhofe sprach Seine t. u. k. Hoheit sowohl dem Statthalter Grafen Toggenburg als auch dem Landeshauptmann Freih. von Kathrein gegenüber sich in höchst anerkennenden Worten über die Haltung der Tiroler, sei es im Felde, sei es in der Heimat, aus. Innsbruck, 23. Juni. Um l Uhr nachmittag fuhr der Erzherzog Thronfolger Karl Franz Iofef in die Offtziersmenage des t. u. k. Landesverteidigungs-lommandos in Tirol, um hier das Mittagessen einzunehmen. Bei der Tafel hielt der Landesverteidigungs» kommandant eine von patriotischem Geiste durchglühte Rede, die in ein begeistertes Hoch auf den Erzherzog Thronfolger ausklaug, in das die Anwefenden begeistert einstimmten. Nach dem Mahle fuhr der Herr Erzherzog in die Nachbarstadt Hall, um die von weiland Erzherzog Franz Ferdinand und Gemahlin gegründete Herz-Jesu-Basilika zu besichtigen. Der Erzherzog machte dann eine Fußwanderung durch die malerische Allstadt, wobei die Bevölkerung dem hohen Gaste begeistert zujubelte und Blumen streute. Der Erzherzog besichtigte im Rathause den alten Ratsaal und das Stadtarchiv, hierauf die Stadtpfarrkirche und trat dann die Rückreife an. Der kroatische Landtag. Aqram, 23. Juni. Bei Verhandlung des Gesetzentwurfes, betreffend den Finanzausweis mit Ungarn, verwies der Vorsitzende Dr. Magdi ^ auf die Erklärung aller Parteien, vor dem gemeinfamen auf den Sieg unferer Waffen gerichteten Ziele alle Parteiinteressen zurückzustellen. Er verurteile daher alle von der staatsrechtlichen Opposition vorgebrachten Ausführungen, wenn sie auch keiner bösen Absicht entsprangen, die geeignet sein könnten, in dieser ernsten Zeit den hohen Geist der von höchstem und aufrichtigstem Patriotismus erfüllten Sitzuug vom 14. d. M. zu trüben. Abg. Stephan Radi (5 (Bauernpartei) begründete seinen Gegenantrag auf Absetzung der Vorlage von der Tagesordnung, indem er Gleichberechtigung des Land« tages mit dem ungarischen verlangte. Angesichts der großen Opfer, welche das kroatifche Volk gebracht habe, fei die finanzielle Selbständigkeit zu fordern. Namens der Majorität fprach Abg. Dr. Maiurani6 für die Vorlage uud forderte die Opposition auf, im Interesse der nationalen Einmütigkeit den Gegenantrag zurückzuziehen. Während dieser Rede verläßt Abg. Radi« den Saal mit dem Rufe: „Sie wollen uns den Mund stopfen!" Abg. Paruuio verlas eine Erklärung der Rechtspartei, wonach diese die Vorlage aus pragmatischen Gründen ablehnen müsse. Der Redner der Staröeviöpartei erklärte, daß diese die Vorlage ablehue und an der weiteren Debatte nicht teilnehme. Der Gesetzentwurf wird hierauf in erster und zweiter Lesuug angenommen. Nächste Sitzung morgen. Deutsches Reich Von den Kriegsschauplätze«. Berlin, 23. Juni. (Amtlich.) Gestern wurden die Festung Düntirchen sowie feindliche Tniftpenansamnllun^en bei Aerqucs, Honschooic, Furnes und Cassel unter Fcucr genommen. Bei Givenchy und Neuvillc wurden feindliche Angriffe im Keime erstickt. Südlich Souchez machten wir im Grabenlamvf gute Fortschritte. Neuerliche Dmch-liruchsversuche dcr Franzosen auf den Maashöhen wurden sämtlich unter erheblichen Verlusten für den Feind abgewiesen. In den Vogesen wmdc eine seit Monaten umstrittene Höhe bei Bansdcsavt erstürmt. Feindliche Wiedererobenmgsversuche blieben erfolglos. — Ostlicher Kriegsschauplatz: Nichts Neues. — Südöstlicher Kriegsschauplatz: Lembcrg wurde gestern nachmittags durch öfterreichisch'ungarische Truppen im Sturme genomme», daran anschließend nachts die Szrzerelftellung zwischen dem Dnjestr bei Milolajow und Lemberg. Weiter nördlich ist in der Verfolgung die Linie östlich von Lembrrg.Zol« tancc TurWta (nordwestlich von Zolliew) erreicht. Die Eroberung Lembergo. Perlin, 23. Juni. Die stürmischen Kundgebungen für die verbündeten Armem anläßlich der Eroberung lembergs dauerten bis in die späten Nachtstunden an. In öffentlichen Lokalen wurde überall die österreichische und die deutsche Hhmne gespielt und vom Publikum begeistert mitgesungen. Seine Majestät der Kaiser ordnete die Beflaggung aller öffentlichen Gebäude und die Sistierung des heutigen Schulunterrichtes an. Sämtliche Blätter feiern die Eroberung Lembergs, heben hervor, daß dieser große Erfolg dem treuen und ehrlichen Zusammenwirken der verbündeten Armeen zu danken sei, und drücken die Zuversicht aus, daß bald auch auf österreichisch-ungarischem Vodcn kein Feind sich mehr befinden werde. Die „Vossische Zeitung" sagt, daß der Zar, der vor kurzem als Triumfthator in Lemberg einzog, Ursache habe, mit Bangen der nächsten Zukunft entgegenzusehet,. Das stärkste Roß im Vierbundstalle ist zusammengebrochen. Lemberg versetzte ihm den Stoß, von dem es sich nicht mehr erholen tann. Berlin, 23. Juni. Die „Berliner Zeituug ^am Mittag" bezeichnet die Wiedereroberung Lembergs als politische Krönung des genialen strategischen Planes, den Generalstabschef Freiherr von Conrad ersonnen, von Fallenhayn in tiefer militär-politischer Einsicht unterstützt und die ausgezeichneten Heerführer der verbündeten Truppen Erzherzog Friedrich und Macken« sen in waffenbrüderlichem Zusammenwirken, wie es die Welt noch nicht erlebte, ruhmvoll durchgekämpft haben. Englische „Kriegslift". Berlin, 23. Juni. Das Wolffbureau meldet: Wie durch die eidliche Aussage von 15 deutschen Soldaten festgestellt ist, zogen die Engländer am 18. v. M. bei La Bassee in ihren Grenzgräben eine Fahne in deut« scher Farbe auf und griffen in deutscher Uniform mit deutschen Helmen, Mänteln und Tornistern die deutschen Truppen an. Falsche Friedcnsgerüchte. Berlin, 23. Juni. Die „Vossische Zeitung" gibt Auslassungen des Berliner Vertreters der „Frankfurter Zeitung" wieder, worin betont wird, daß an den feit einigen Tagen umlaufenden Gerüchten über Friedensabsichten und die Abreise russischer Unterhändler ins Hauptquartier kein wahres Wort sei. Ebenso steht es mit den Gerüchten, die an den sei-uerzeitigen Kongreß in Holland anknüpfen, woran nur folgendes wahr ist: Ein deutscher Gelehrter fragte an berufener Stelle, ob und unter welchen Bedingungen an den Frieden zu denken fei. An berufener Stelle wurde auf die Angelegenheit gar nicht eingegangen. Der Seekrieg. Torpediert und versenkt. London, 23. Iuui. (Reuter-Bureau.) „Lloyds" melden aus Fraserburgh, Graffchaft Aberdeen: Der britische Dampfer „Carisbrook," mit Weizen unterwegs, wurde von einem deutschen Unterseeboot auf dcr Höhe von Kinnairds Head versenkt. Die Besatzung ist in Fraserburgh angekommen. Beschießung einer griechischen Insel durch einen französischen Kreuzer. Konstantinopel, 23. Juni. Privatnachrichten zufolge hat ein französischer Kreuzer vorgestern morgen die unter griechischer Okkupation stehende Insel Ca-stellorizo an der Küste Kleinasiens bombardiert. Der Kreuzer gab etwa zwanzig Schüsse auf das dortige Kloster ab. England Die letzte Verlustliste. London, 23. Juni. Die letzte Verlustliste weist 55 Offiziere und 3456 Maun auf. Bewunderung über die Operationen der Zentralmiichte. London, 23. Iuui. Der „Morningpost" vom 21. d. M. wird von ihrem Petersburger Korrespondenten gemeldet, dah in Lemberg schon Kanonendonner gehört wird. Die gesamte russische Zivilbevölkerung habe die Stadt verlassen. Feindliche Vorposten stünden wenige Meilen von Lcmberg. Obwohl es stetig regne und stürme und die russische Verteidigung durch Überschwemmungen begünstigt sei, rilckt der Feind auf der ganzen Schlachtlinie vor. Trotz der schwachen Kommuni-lationslinien des Feindes sei die Armee Mackensen im Vormärsche. Verschiedene englische Blätter sprechen ihre Bewunderung über die glänzende Operation der Zentralmächte aus. In London wird kaum mehr auf die Errettung Lembergs gehofft. Laibacher Zeitung Nr. 142 1066 24. Juni 1915 Rußland. Eine Vekanntmachung des Gcucralftabes. London, 28. Juni. Nach einer Meldung der .Daily Mail" aus Petersburg sind auf den öffentlichen Gebäuden Petersburgs Plakate des General-stabes angefchlagen, worm die Nation aufgefordert wird, sich völlig ruhig zu verhalten. In den Plakaten wird erklärt, daß nur die offiziellen Berichte ein wahres Bild der Lage ergeben und daß die umlaufenden Gerüchte über eine Katastrophe nur von ängstlichen und übelwollenden Personen verbreitet würden. Der Generalstab behauptet, daß sich die Lage in bezug auf die Versorgung mit Munition von Tag zu Tag verbessere, sowie daß Rußland enorme Reserven an junger Mannschaft zur Verfügung habe.. Der General» stab macht aber darauf aufmerksam, daß einige Zeit «ergehen werde, ehe Rußland imstande sein werde, eine kräftige Offensive einzuleiten. Weiters heißt es, daß Rußland in den ersten Monaten des Krieges unter den Alliierten die größten Verluste erlitten und überhaupt am meisten gelitten habe. Die Türkei Bericht des Hauptquartiers. Konftantinopel, 28. Juni. Das Hauptquartier teilt mit: An der kaukasischen Front warfen die gege« Olty operiernlden Truppen dm rechten feindlichen Flügel a.egcn Osten, bemächtigten sich wichtiger feindlicher Stel» lungen und machten große Peute. Russische Gefangene erzählen, daß.die Rnsseu bereits funUgjährige Männer einstellen sowie daß sich die neuen Rekruten und die Bo> uöllcrung an mehrere» Orten gegen den Krieg auflehn 7 U. F. ! 36-1! 14-01 » l Hochnebel > 60 Das Tagesmittel der gestrigen Temperatur beträgt 18'5». Normale 18 6». Die Fertigstellung photographischer Amateur» Ausnahmen wird in A. Molls Photographischei Kopie:. Anstalt, Wien. 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