Priku>mrratiauS - Preise: Für Laibach; «an,jährig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 , SO „ «terteljährig . 2 „ 10 „ Monatlich. . . ^ . 70 . Mit der Pofl: *a»,jährig..........12 fl. Halbjährig.......... 6 , vierteljährig....... 3 „ Laibach Für Zustellung ins HauS iertelj. 25 tr., monall. S kr. Einzelne Nummern 6 kr. «etzaktt»» vahnhofgaffe Nr. ISS. Erpediti««»- L J«ser«t»a-vurrau: Longreßplay Nr. 81 (Buch. Handlung von Jg. v. -lei». mayr L Fed. BambL Anonyme Mittheilungen werden nickt berücksichtigt; Manuscripte nicht zurückgesendet. Jnsertionsvrei Für die einspaltige L 4 kr, bei wiederbolter schaltung L 3 kr. Anzeigen bis 5 Zeilen Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complinerten Satz besondere Vergütung. Nr. 216 Donnerstag, 21. September 1876. — Morgen: Mauritius. 9. Jahrgang. Die Friedensbedinguigen der Türkei. Am 14. d. wurde, wie die „Turquie" meldet, den Vertretern der Garantiemächte das Resultat der Beralhungen mitgetheilt, welche in dem auf der hohen Pforte abgehaltenen außerordentlichen Rath stattgefundcn haben. Die türkische Regierung, indem ste Grundsätze aufstellt, welche zur Formulierung und Fixierung der Bedingungen für die Einstellung des Krieges dienen könnten, übergibt sich damit der Vermittlung der Mächte, um in definitiver Weise dir Wiederherstellung de« Friedens zu ^verhandeln. Dieses Merkmal der Nachgiebigkeit ist ein neues und eclatanteS Zeugnis des versöhnlichen Geistes der hohen Pforte. Sie kommt auf solche Weise den Befehlen des Sultans Hamid nach, der in feinem Hat laut verkündete, daß er „tief betrübt sei über da« vergossene Blut der Kinder desselben Vaterlandes", und der befahl, „die wirksamsten Maßregeln zu ergreifen, um einer so beklagenswenhen Situation ein Ziel zu setzen." Die „Turquie" bemerkt: „Man hat allen Grund, zu glauben, daß die Mächte ihrerseits die Mäßigung der an die Spitze des Staates gestalten Männer schätzen, den Patriotismus und die Ergebenheit derselben anerkennen und demgemäß in ihren Verhandlungen es verstehen werden, sich innerhalb der Grenzen der Gerechtigkeit zu halten. Heute 'st die Türkei stark durch ihr legitim erobertes Recht und durch die über die Rebellen errungenen S'ege. Indem sie nicht aus den Vortheilcn besteht, welche ihr dieses doppelte Recht gibt, indem sie einen Act der Entsagung vollzieht, um alles das zu vermeiden, was den Frieden Europa'« verwirren könnte, gibt sie ein große» Beispiel. Die Türkei kann also mit Vertrauen erwarten, daß die nationale Ehre und ihre souveränen Rechte von den Garamiemächten geschützt werden. Die Unparteilichkeit, der Geist der Gerechtigkeit und Billigkeit, welche den zukünftigen Verhandlungen präsidieren werden, werden, so hofft man, das beste Mittel sein, um die Wiederkehr dieser periodischen Erschütterungen zu verhindern, welche, weit davon, dem Fortschritt zu dienen, die Entwicklung der Wohithaten der Civilisaiion im Orient verzögern." Es ist nicht zu verkennen, daß die hohe Pforte ihre Geneigtheit zum Abschluß des Friedens zeigt, jedoch sämmtliche Vertreter der Großmächte am Hofe des Padischah erhielten die Weisung, der Pforte zu erklären, daß die von ihr formulierten sechs Punkte nicht einmal als Basis einer Unterhaus lung accepliert werden können. Nach den vorliegenden neuesten Berichten sind die Großmächte über folgende Bedingungen einig geworden: 1. Der Fürst von Serbien wird eine neuerliche Huldigung leisten, wozu aber keine Reise nach Kon. stantinopel nothwendig ist- 2. Serbien wird sich vertragsmäßig verpflichten, innerhalb drei. Jahren die Bahn Alexinac.Belgrad auszubauen. 3. Serbien wird eine Kriegsentschädigung zahlen. Die Auszahlung erfolgt in mehreren Raten. Inte» essen auf die Jndemnilälssumme werden nicht vergütet. Der Tribut wird also nicht vergrößert. 4. Serben wird, den älteren Hats entsprechend, nur eine solche bewaffnete Macht unterhalten, die für Erhaltung der Ordnung und Sicherheit im Lande nothwendig ist. Die Zahl der Truppen wird also nicht limitiert; überdies soll Serbien eine Einbuße an Rechten nicht erleiden. Die Türkei wird diesemiiach ihre Bedingungen wesentlich modisicieren müssen. Der I, halt derselben fand weder vor dem Forum der MaLte, noch vox jenem der Blätter des In- und Auslandes Gnade. Die Türkei ignorierte bei Aufstellung ihrer aus sechs Puoklen bestchende» FriedenöbedinguiM« die wichtigsten, auf eine Lösung der orientalischen Frage bezughabenden Punkte und yarf den Mächten durch die Maßlosigkeit der inbetreff Serbiens auf den st'ätus csuo des Jahres 1857 zurückgreifenden Forderungen geradezu den Fehdehandschuh hin; sie entbindet die europäischen Mächte von allen Rücksichten, welche sie aus Gründen politischer Noblesse der Türket gegenüber bisher beobachten zu müssen vermeinten. Aus informierten Kreisen verlautet, Rußland werde, im Falle die Pforte die ihr von den.Mächten proponierten Friedensbedingungen ablchnen sollte, qn JeuilleLon. Coeur-Dame. Novelle von Fr. Willibald Wulff. (Fortsetzung.» VI. „ Als Doctor Walter am uächsten Tage im Muse der Generalin erschien, lächelte er still vor ^ hin, und als Luise aufs neue in ihn drang, bald dafür zu sorgen, daß sie ihre Stellung wit einer ändern, in einer entfernten Stadt, ver-lauschen könne, beschwichtigte er ihre Klagen mit Tröste, in der nächsten Zeit schon die An-UEen dazu treffen zu wollen. Baron Waldheim hatle indessen seine Versuche, dem Grafen Tintorera °as gewonnene Geld wieder abzunehmen, fortgesetzt, aber bis jetzt waren diese Versuche unglücklich aus. Mallen und hatten stets mit der Niederlage des sendet. Der letztere war außer sich über das Mißlingen feiner Pläne, aber je mehr er sich bemühte, die fliehende Glücksgöttin zu bannen, desto wandte sie ihm den Rücken. Das lau-i> .sche Glück zu „korrigieren», das wagte Waldheim denn der Italiener war ein geübter und leidenschaftlicher Spieler und befaß, wie der Baron oft zu bemerk-n Gelegenheit hatte, ein sicheres, scharfes Beobachtungstalent. Allabendlich fanden Zusammenkünfte des Barons mit dem Italiener statt. Waldhelm spielte wie ein Rasender. Auch an diesem Abend sollte eine solche Zusammenkunft staitstnden, und das mitten in der Stadt gelegene Cas6 Torelli war zum Schauplatze des Spielkampfes erwählt worden. Das im oberen Stockwerke des als Sammelplatz der eleganten Welt bekannten Kaffeehauses gelegene Zimmer entsprach diesem Zwecke vollkommen. Die Fensterladen waren sorgfältig verschlossen, so daß kein Laut auf die Straße dringen konnte. Ein Spieltisch, auf welchem Karlen lagen, stand in der Milte des Gemaches, dessen Meublement einen LtixuS aufwies, wie er nicht größer in den Sälen eines FürstenfchlbfseS sein konnte. Hier sollte der letzte EntscheitzongSkampf zwi-fchen Waldheim und Tintorera statifinden. Ji, voller Erwartung hatten sich die Mitglieder des Spielclubs, an dessen Spitze der Baron stand, hier zu-sammengefunden, um Zeugen des jedenfalls höchst interessanten Kampfe« zu sein. Der Italiener hatte seinem Gegner zur Revanche für die zahlreichen Niederlagen, die der letztere erlitten, eine Partie Losrtö vorgeschlagen, und Baron Waldheim hatte die Herausforderung angenommen. Unter den Mitgliedern des Spielclubs bemer-ken wir auch Herrn von Hochfels und Gras Holleben. Beide halten sich in eine Fensternische zurück« gezogen und schienen eifrig mit einander zu sprechen, indem sie von Zeit zu Zeit fragende Blicke nach der Thür und nach einer an der Wand befindlichen Pendüle warfen. Weder Waldheim noch der Graf Tintorera waren bis jetzt erschienen, obgleich der Zeiger der Uhr schon längst die anberaumte Stunde verkündet hatte. Eine unruhige Bewegung herrschte unter den Versammelten, halblaute Fragen und Bemerkungen wurden hörbar, und'die Aufregung wuchs, je mehr die Zeit vorrückte, denn man konnte sich d«S lange Ausbleiben der beiden Gegner nicht erklären. Endlich ertönten Schritte auf dem Corridor, an welchen das Spielzimmer grenzte, und gleich darauf trat ein reich gallonierter Diener in da» Gemach. „Graf Tintorera," lautete feine Meldung. Die Anwesenden erhoben sich von ihren Plätzen» um den längst Ersehnten zu begrüßen. Der Italiener war eine lange, hagere Gestalt, mit einem scharfgeschnittenen Antlitz, dessen blaßgelber Teint lebhaft kontrastierte mit der Ebenholzfarbe seiner Haupt- und Barthaare. Er war mit ausgesuchter Eleganz gekleidet. Ein rotheS Ordensband schmückte die Mächte ein Ultimatum bezüglich einer militä-rischenJntervention zur Beschleunigung der Friedens, und Pacificierungsangelegenheit mit der Erklärung richten, daß es — Rußland — im Falle der Weigerung der Mächte allein und mit aller Energie in die Action eingreifen und Bulgarien besetzen werde; überdies hat die hohe Pforte bereits MkttWlung erhalten, daß Rußland mit der rumänischen Regierung inbelresf des Durchzuges russischer Truppen Unterhandlungen gepflogen hat. Die. Türkei wird es zu vermeiden wissen, mit Rußland, mit einer bewaffneten Intervention zu Hon zu haben. Allah und der große Prophet sind dem osmanischen Reiche bisher immer gnädig gewesen, der Appell an Heide trug bisher immer goldene Früchte, aber wer verbürgt den Schutz beider für dir weitere Zukunft? Die hohe Pforte wird dem Wahrspruche huldigen müssen: „Ein magerer Vergleich ist immer besser als ein fetter Prozeß." Die Türkei wird den Schlüssel zu jener Pforte, die in den Friedenstempel führt, finden müssen. Die Pforte wird es zu verhüten wissen, in der PacisicierungS-srage eine isolierte Stellung einzunehmen. ES sind Anzeichen am politischen Himmel sicht, bar, die kundgeben, daß die hohe Pforte bereits zur Erkenntnis ihrer schwierigen Lage gelangt ist, die Waffe nruhe hat begonnen. Die Türkei hat bisher, auf die Uneinigkeit der europäischen Mächtx pochend und vertrauend, sich in vielen Fällen eingegangener Verpflichtungen zu entziehen gewußt; sie hat den Rathschlägen der Mächte zur zu oft den Rücken gekehrt; sie hat die Mahnung, sichere, geordnete nnd civilisatorische Zustände, zeitgemäße Reformen zu schaffen, zu wiederholten malen abgelehnt. Die Zeiten haben sich geändert, die Mächte stehen heute der türkischen Politik wie ein Mann gegenüber. Die europäischen Mächte sind heute von FriedenSideen erfüllt; diese Friedenssolidarität hat in der Ein-mülhigkeit, mit welcher die Mächte der Türket gegen-über ausgetreten sind, eine neue Probe bestanden, und die Staatsmänner auf der hohen Pforte werden gut thun, von dieser Einmüthigkeit Kenntnis zu nehmen. Die Spitzen der türkischen Staatsschiffslenker müssen endlich einer besseren Einsicht folgen, wenn sie das ihren Händen überlassene Schiff vom Untergange retten wollen. Die europäischen Mächte werden die Mittheilung über das von der serbisch-russischen Armee vollzogene Pronunciamiento — die Meldung von der Proclamierung Milans zum König von Serbien — sä aelL legen und sich bei den Frieden-Verhandlungen nicht stören lassen; sie werden der slavischen Revolutions-Politik starken Hemmschuh an- seinen Rock. Er bewegte sich mit der Sicherheit eines vollendeten Weltmannes, welcher gewohnt ist, die Salons der vornehmen Gesellschaft als seine Heimat zu betrachten. „Ich bedauere, meine Herren, Ihnen mitthei-len zu müssen," sagte er, nachdem die Begrüßung-, ceremonien vorüber waren, „daß mich Familienverhältnisse zwingen, in den nächsten Tagen schon nach mxiner Vaterstadt Florenz zurückzukehren." Die Sprache des Grafen war ein klare-, verständliche- Deutsch, vbwol der Accent de- Au-län-der- scharf durchklang. Nach dieser Aeußerung, welche ein lebhafte-Bedauern bei den Anwesenden hervorries, nahm dir Unterhaltung einen allgemein geselligen Charakter an. Der Graf gab sich den Anschein, als bemerke er nicht, daß Waldheim fehle, und obschon er von Zeit zu Zeit verstohlene Blicke nach der Thür warf, so verrieth er doch mit keiner Silbe, wie sehr er seinen Gegner herbeiwünschte. Er affectierte anfangs eine vornehme Gleichgiltigkeit, als sich aber später da» Gespräch um Dinge zu drehen begann, welche die Politik und insbesondere die Interessen Oesterreichs und Italien« betrafen, so betheiligte er sich mit einem solchen Feuer an dem Wortgefechte, daß es fast schien, als habe er vergessen, weshalb er hierher gekommen sei. (Forts, folgt.) legen und die für die große slavische Idee in den Kampf gezogenen Abenteurer in ihre Grenzen zurückweisen; sie werden Sorge tragen, daß der in politischer und militärischer Beziehung so leichtfertig unternommene Krieg so bald als möglich sein Ende erreiche und mit der Durchführung zeitgemäßer Reformen in den türkischen Vasallenstaaten ohne Aufschub begonnen werde. Ueber die Situation äußert sich der „Pester Lloyd" ln folgendem: „Wenn auch dir formelle Einigung der Mächte über die auf das türkische Memoire vom 14. d. M. zu ertheilende Antwort noch nicht erzielt ist, so unterliegt es doch schon heute kaum einem Zweifel, daß die Auffassung der Friedenspropositionen der Pforte an den verschiedenen Höfen eine so gleichartige ist, daß die Aussicht auf eine baldige Verständigung sehr nahegerückt erscheint. Man weiß zur Stunde bereits^ daß in Rom wie in Paris und sogar in London die Punctationen der Pforte als zur Ausführung unzulässig bezeichnet werden. Von den drei Kaiser-Mächten versteht sich dies angesichts der in Reichstadt vereinbarten Prinzipien wol von selbst. Jndeß hat die Pforte einen großen Beweis von Mäßigung und Einsicht gegeben, indem sie sich doch entschloß, dem Drängen der Mächte nachzugeben und die Truppencommandanten anzuweisen, sich in der militärischen Action stricte auf die Defensive zu beschränken. Andererseits hat auch Serbien dem Drucke der Diplomatie nachgegeben und die Befehlshaber an-gewiesen, sich jedes offensiven Vorgehens zu enthalten. Der Termin wurde von der Pforte bis zum 25. d. M. auSgemesfen, somit hat die diplomatische Action, wenn sie mit Beschleunigung zu Werke geht, nicht zu besorgen, durch Kanonaden gestört zu werden. Die Pforte selbst scheint nichts weiter als die Aeußerung der Mächte abzuwarten, um die Einstellung der Feindseligkeiten officiell anzuordnen. Wenigstens soll es in dem an die Mächte gerichteten Memoire ausdrücklich heißen, sie mache sich anheischig, binnen 24 Stunden die Feindseligkeiten einzustellen, sobald die Mächte ihr Urtheil über die sechs Bedingungen zur Kenntnis der Pforte gebracht haben würden. Von Gegenpropofitionen ist nicht die Rede, und was das Urtheil der Mächte anbelangt, dürste es gar bald darin einmüthig sein, der Pforte die Mißbilligung dieses Programmes in seiner Tota-lität auszusprechen."_________ Politische Rundschau. Laibach» 21. September. Inland. Am 19. d. M. fand in Wien eine Ministerrathssitzung statt. Gestern traf der ungarische Minister für Eultus und Unterricht (?), Herr v. Trefort, in Wien ein, um mit unferm Handelsminister v. Ehlumecky über die Zoll« tarifsdifferenzen zu verhandeln. Ueber da- neue Zoll- und Handelsbündnis erfährt die „Budap. Eorr", angeblich aus »vorzüglicher Quelle", daß Dalmatien ln das gemeinsame Zollgebiet einbezogen und auch der brodh'scheZollausschluß aufgehoben werden soll. Die „Bohemia" empfängt von ihrem pester Eorrespondenten folgende Schilderung über die Lage in Ungarn: „Mit den politischen Verhältnissen ist sast niemand zufrieden; die laufenden Steuern und massenhaften Steuerrückstände werden, soweit die- eben nur möglich, unnachsichtlich, wenn nöthig execution-weise eingetrieben; was niet- und nagelfest, wird ebensogut exequiert wie der mobile Besitz, aber e- gibt schon bald nicht- mehr zu exequieren, und wo noch exequiert werden kann, da zeigen sich wieder keine Käufer, die Preise bieten könnten, welche mehr als die Executionskosten bringen. Kurz und gut, das Land ist durch das Verfolgen von Sonderzielen, durch die wirthschaftliche Ablösung von der Monarchie — mit einem Worte: durch die Großmannssucht in die trostloseste Lage gebracht, und wol nicht lange mehr wird es möglich sein, die Fäulnis vor den Augen der Welt zu verbergen. Handel und Wandel waren seit Jahrzehnten nicht so herunter wie jetzt; alle- Vertrauen ist gewichen, Grund und Boden sind in einer kaum denkbaren Wcisr ent-werthet — kurz da- Land steht vor einer Kma-strophe, wie wir sie gewiß noch kaum erlebt Huben." Die „Pol. Corr." erhält aus Belgrad folgendes Telegramm: „Auf Ihre Anfrage, welche Bewandtnis es mit der Nachricht von der Proclamie-rung des Fürsten Milan zum König habe, erwidere ich, daß allerdings einzelne Theile der serbischen Armee nach Bekanntwerden der Forderungen der Pforte ein solches Pronunciamiento gemacht haben. Hier schämt man sich dieses Streiches und liebt es nicht, davon zu hören und zu sprechen. Selbstver stündlich wurde die ganze Sache vom Fürsten Milan und der Regierung aus das energischeste desavouiert, und wurden Maßregeln getroffen, gleichen oder an-deren Ausschreitungen kräftig zu begegnen. Die festliche Regierung bleibt auf dem durch inteniationale Verträge gewährleisteten Boden ihrer bisherigen staatsrechtlichen Stellung. Ausland. Die seitens Englands gestellten Friedensvor schlüge basieren, nach dem „Daily Telegraph", auf dem stat-us quo auts für Serbien und Montenegro. Serbien leistet keine Geldenischä-digung. Für Bosnien, die Herzegowina und Bulgarien werden reformierte Lokalregierungen eingesetzt. Es wird wahrscheinlich auf die zehmäMe Waffenruhe ein vierwöchentl ich er Waffen-stillstand folgen. Derselbe würde auch den mo-hamedanischen Soldaten der türkischen Armee sehr gelegen kommen, um die Ramazanfasten und da« Beiramsest ungestört begehen zu können. Die Nachricht von der angeblichen Proclamierung des Fürsten Milan zum Könige von Serbien hat in den diplomatischen Kreisen Petersburgs einen ungünstigen Eindruck gemacht. Auch die russischen Journale halten mit ihrem abfälligen Urtheile nicht zurück. Das „Journal de St. PeterSbourg" findet die Proclamierung für durchaus unzeitig. Der „G.los" erblickt darin den Anfang der Militärdiktatur, einen Schritt, welcher nur den Absichten und Interessen der Pforte nützlich sein könnte. Zur Tagesgeschichte. — Der Prozeß Brandstetter, welcher am 22. d. vormittags vor dem Kreis- als Schwurgerichte in Cilli beginnt, ist für 10 Tage anberaumt. Den Vorsitz des Schwurgerichtshoses wird Kreisgerichtspräsident Hein» richer führen, als Votanten werden die Landeegerichts-räthe Pesarii und v. Schrei, als Ersatzrichter Adjunct Walter, als Schriftführer Auskultant Gertscher sungieren. Die Anklage wird Staatsanwalt Dueller vertreten, die Verteidigung Dr. Holzinger aus Graz sühren. Die Anklage gegen Friedrich Brandstetter lautet dem Vernehmen nach auf Verbrechen des Betrnges. begangen durch Fälschung von 26 Wechseln aus den Namen seiner verstorbenen Gattin Rosa Brandstetter im Betrage von 56,000 fl. und von 119 Wechseln aus den Namen des Abgeordneten Konrad Seidl im Betrage von 233,962 fl-, ferner aus das Verbrechen der Veruntreuung, begangen durch Aneignung eines seinen minderjährigen Kindern gehörigen Versicherungsbetrages vo 18,000 fl. — Meetingsverbot. Die Prager Statthallerei hat die Abhaltung von Meetings zugunsten der Serben in Prag, Przibram und Kolin, als der österreichischen Neutralität zuwiderlaufend, untersagt. — Feuerwehrtag. Unter Tbeilnahme von 1300 Feuerwehrmännern, Vertretern von 83 freiwilligen Feuerwehren, denen sich solche auch aus dem benachbarten Steiermark, Salzburg, Niederösterreich, Schlesien, ja selbst aus Ungarn anschlosien, wurde am 17. und 18. September in der festlich geschmückten sreundlichen Seestadt Gmunden der siebente oberösterreichische Fenerwehrtag in gelungenster Weise abgehalten. — Klericaler Schwindel. Die Stadt Chartres in Frankreich besitzt nicht nur ein uuter dem Namen der „Schwarzen Mutter Gottes" weit und breit berühmtes Gnadenbild, sondern auch das Hemd, welches die heilige Jungfrau von der Verkündigung des Engels Gabriel bis "u ihrer Niederkunst (also neun Monate ungewaschen) getragen haben soll. Nach der Legende, welche hier, wie so oft, mit der Geschichte auf gespanntem Fuße steht, soll Karl der Große diese Reliquie auf einem Kreuzzuge (I), den er nach Palästina unternahm, in Konstantinopel entdeck! und von dort nach Frankreich gebracht haben, wo sie seitdem Wunder ohne Zahl, namentlich dem Landesseinde und schon im zehnten Jahrhunderte den Normannen gegenüber, verrichtet hätte. Glelchwol wurde dieses Palladium niemals prosanen Blicken ausges^, sondern blieb in einem Schreine verschlossen; als man diesen im Jahre 1783 öffnete, fand man einfach einen modern sabricierten Seidenstoff von 3'/, Ellen Länge und 1 Elle Brette, der durchaus nicht wie ein Hemd zugeschnilten war, sondern höchstens als Schleier dienen konnte. Der Trug und Schwindel war dermaßen in die Augen springend, daß man es nicht einmal siir der Mühe werty hielt, den Wappen zu vernichten. Abcr im Jahre des Heils 1876 ist dieser Lappen wieder zu der Würde der wunverthätigen Reliquie ves Hemdes der heiligen Jungsrau ansgestiegen, und für den 12. September halte der Bischof von Lhartres einen große n Bittgang zn dem heiligen Hemd ausgeschrieben. Die Prozesston ist nach den Berichten der ultramontanen Blätter glänzend ausgesallen! ei»e Ablhe>lu»g Kürassiere, weißgekleidete Jungsrauen, daun Pilgerscharen unter 134 verschiedenen Bannern, die Standbilder der Mutter Gottes von Lourdes und von La Salette, der Maria Alacoque, wie sie das heilige Herz Jesu aus Len Knien anbetet, dann das bewußte heilige Hemd, wohl verfahrt in seinem Schreine, dahinter zwöls Bischöfe in ihrem r«at, ^ päpstliche Nuntius mit seinem geistlichen Stabe, lamnmiq Las „SkiuveL Lome et 1», Francs l'' plärrend. U der Procession war die übliche Kirchenweihe verbunden, und des Abends war die Stadt illuminiert, wobei die Prä-seclurder Republik sich durch besonderen Glanz auszeichnete. Mat- und Promnzial-Angelegenheitm. Wriglnal-Lorrespondellj. Gottschee, 20 September. (Unsere SchnlVerhältnisse. — Bären.) Samstag, den 16. d. M., wurde unser Gymnasium mit einem feierlichen Hochamte eröffnet. Der Besuch ist durchaus nicht so schwach, wie es die gegenwärtigen schlechten Zeiten, die zunehmende Verarmung Lurch Elementarereignisse besürchten ließen, da alles ausgeboten wird, den Schulbesuch in jeder Weise zu erleichiern und die Kosten dafür äus das geringste Maß zu beschränken. Zu bedauern ist nur, daß Schüler der Volksschule in Gotischer weniger Borkenntnisse mitbringen und ^e Busnahmsprüsung '.schwerer bestehen, als die anderer schulen, z. H Mitterdorser. Der Grund dieser unerfreuliche,, Erscheinung ist bekannt; es ist betrübend, zu , , wie der Ortsschulrath mit der Wahl eines Leiters ">cht ins Reine kommen kann und es nun schon seit Jahren Nicht Weiler als zu einem Provisorium gebracht hat, unter em unsere Schulznstände empfindlich leiben. Man einige sich Loch endlich! Wo ist gemeinsames und einsichtsvolles «ergehen dringender geboten, als wo es sich um die Heran-°Ndung unserer Jugend, um die Tüchtigkeit u»d den Wohlstand unserer Nachkommen Han-Möge man sich doch dieser Nothwendigkeit maß-üedenden Ortes nicht verschließen! , Bär, den Herr Verderber in Rieg Heuer im Mai siums die zoologische Sammlung unseres Gymna- bat Schulz in Laibach, der ihn ausstopste, Vauer^" Meisterstück geliefert. Heute brachten zwei das N eines dieser Ranbthiere hieher, ein Weibchen, tbal , zwischen den Ortschaften Kletsch und Eben- -weit' - Es ist dies seit ungesähr acht Tagen das von ° wurde, und noch immer hört man neuen Verwüstungen dieser ungebetenen Gäste. St. Josefs-Spital sürSieche in ein' nunmehr vollendet und zur Siechenaufnahme bed^?^* Reichlich flössen die milden Gaben, allein die Heb " ^°^°n für den Bau des großen, zweistöckigen »nd dessen innere Einrichtung sind noch nicht ge . inner '°""te ein Fond für die Verpflegung «>neBedürfnisse erübrigt werden. Deshalb kann La»», Weltliche Ausnahme der Siechen vorderer daher eine angemessene Zahlung Verpflegskosten zu leisten sein wird. Auskünfte über die näheren Aufnahmsbedingungen werden mündlich oder christlich im St. Josefs-Spitale in Laibach, St. Petersovr-iadt, ertheilt. — (Heimatliche Industrie.) Bei dem ober-österreichischen Feuerwehrtage in Gmunden ecwarb sich eine in Ä. Samassa'S Fabrik erzeugte Feuerspritze allgemeine Anerkennung. — Herr Franz Steinmetz, Parketten'-iabrikant zu Petrouberd in Krain, wurde auf der Kunst-Ausstellung in München mit einem PreiSdiplome ausgezeichnet. (Ein Wolf) wurde am 10. d. im R. v. Frie-dau'schen Jagdgebiete zu Eecovc, Bezirk Rudolfswerth, vom Waldau seher Markus Lerch geschossen. — (Wünsche und Beschwerden.) Die untere Polana gleicht nahezu einem ungarischen Dorse, die Mehrzahl der mit Oekonomie bestisteten Hausbesitzer bereitet den Inwohnern dieses Vorstadttheiles besondere Genüsse. In der heißen Jahreszeit wird durch die vielen ofsenen, ober dem Niveau des LaibachstusseS auZmündenden Kanäle für aus-giebige Abhärtung der Gernchsorgane gesorgt. Die Dünger-und Senkgrubeninhalts-Aussuhr steht dort auch de^Tage in schönster Blüte; am letzten Montag wurden vom Hause Nr. 21 aus bei Äussuhr der Düngungsstoffe über die ganze Polana „liebliche Amdradüsce" verbreitet, und die Straße erhielt bei dieser Ausfuhr eine nicht minder ueblich duftende dunkle Färbung. Wann endlich wirb in diesem Vorstadttheiie Reinlichkeit, wann ein gesundheilszuträglicher Zustand Em'. zug Hallen? — In einer aus Fachkreisen uns zugekomme-nen Original-Locrespondenz entnehmen wir, daß Orts- miö Bezirksschulrath in AdelSberg im Verlaufe der Ferien fleißig, je nach 14 Tagen, Sitzungen hielten, um aus der Reihe vieler Eompetenten vier taugliche Schulmänner aus-zuwählen. Wider Erwartung erhält AdelSberg, obgleich drei Lehrstellen definitiv besetzt werden sollten, nur provisorische Lehrer. Die Hoffnung aus ein-n tüchtigen definitiven Schulleiter ersüllle sich nicht. Such herrscht dort der Uebelstand, Laß über die Befähigung und DiSciplinarbehandlnng der Lehrer vonseite eines Lehrers in Wirthshänsern Debatten stattsanden. Auch sollen bei Besetzung von dortigen Lehrstellen fremde, mindec besähigte Lehrer berücksichtigt und ein-heimische, tüchtige Kräfte zurückgewiesen worden sein. Wir lehnen jede Verantwortung über die Richtigkeit dieser mit-getheilten Ucbelstände ab und wollen nur durch Miuheilung eines kurzen Auszuges aus der erwähnten Eorresponvenz das Augenmerk des krainischen Laudesschulrathes auf die angeblich in Adelsberg herrschenden Schnlzustände leiten. — (Anastasius Grüns literarischer Nachlaß.) Der „N. fr. Presse" wird aus unterrichteter Quelle nachstehendes mitgetheilt: „Das demnächst he Grote in Berlin erscheinende Buch .In der Veranda" ist nicht ein „unvollendeter Romanzen-Lyklus," sondern ent-hält die Sammlung der seil drei Decennien entstandenen, großentheils in Albums -c. schon veröffentlichten lyrischen Gedichte Anastasius Grüns, die, wenn auch zum Theil schon bekannt, doch in ihrer Gesammtheit geeignet sind, da« Bewußtsein vom hohen Werthe Anastasius Grün« als Lyriker bei der Mitwelt in vielleicht überraschender Weise wieder ansjuscischen. Diese Sammlung lag bereit« zur Zeit de« Grün-Jubiläum« im Frühjahr wohlgeordnet und druck,ertig vor, wenn auch der Dichter hie und da noch in formeller Hinsicht au geringe Einzelheiten die bessernde Hand legte. Da da« Manujcript in der deutlichen und sorgfältigen Schrist de« Autors vorhanden ist, s» braucht man auch bezüglich de« correcten Abdrucks anm eine Besorgnis zu h-gen. Die Klage „Nicht fertig l" die man au- dem Munde de« Dichter« auf dem Sterbebette gehört haben will, hat sich ohne Zweifel nur aus den Druck seine« Werke« bezogen, und es ist begreiflich, daß der sterbende Dichter durch den Gedanken beunruhigt war, den Abdruck seiner letzten, umfangreichen Gedichtsammlung nicht bi« zu Ende über, wachen, das Erscheinen derselben nicht erleben zu sollen." — (Zur Hebung des Gewerbewesens) be> gibt sich, wie die „Magens. Ztg." berichtet, Herr Professor Rippel, Leiter der Gewerbeschule in Klagensurt, nach München, um im Interesse der Hebung der Bewerbe aus der dortigen Ausstellung entsprechende Objecte anznschafsen, zu welchem Zwecke bekanntlich der Staat dem klagensnrter Gewerbevereine jährlich eine namhafte Subvention znwendet — (Der Lomrnnnalverein in Klagensurt) hat sich am 18. d. constituiert. Dieser Verein besteht vorläufig aus 38 Mitgliedern und wählte einen Sgliederigen Ausschuß. Zweck des Vereines ist: „Förderung der L»m-munalinteressen im allgemeinen und besonderen; Anregung, Erhaltung und Verbreitung deS liberalen Gemein» stnneS in der Bevölkerung von Klagensnrt; Erörterung und Besprechung allgemeiner und besonderer Gemeindeangelegen« heiten; Eingreifen in die Gemeinde-, Landtags- und Reichl-rathsivahlen der Stadt; Schaffung einer dauernden Fühlung zwischen Bevölkerung und Gemeindevertretung." — (Feuerwehren.) DaS Nachbarland Kärnten schreitet, was Feuerwehren betrifft, wacker und eifrig vorwärts; «S gibt dem Lande Krain lobenswerthes Beispiel, die Gründung so dringend nothwendiger Feuerwehren mit Ernst in Angriff zu nehmen. Kärnten zählt, wie die „Klagens. Ztg." berichtet, derzeit SS freiwillige Feuerwehren» u. z. 34 Orts- und 21 Gewerksseuerwehren. Der Mann» schastSstand ist folgender: in St. Andrä 41, Bleibnrg 114, Berg ob Greisenbnrg 60, Dellach im Gailthale 69, Dellach an der Drau 37, Unterdrauburg S6, Oberdrauburg 72, Eberstein SO, Feldkirchen 114, Friesach 62, Greifenburg 40, Gmünd 120, Grades SO, Hermagor 85, Hültenberg 58, Kappel 30, Klagensurt 183, Kötschach 64, St. Leonhard 5S, Maria Saal 58, Mauthen LO, Obervellach 49, Paternion 40, St. Paul 76, Spittal 105, Steinseld 74, LarviS 76, Tressen 28, Villach 123, Veloen32, Völkermarkt 39, St. Beit 80, WolsSberg 110 und Winklern 62 Mitglieder. DieGesammt» zahl der Mitglieoer sämmtlicher OrtSseuerwehren beträgt 2375, die der Gewerksseuerwehren 719. Gewerksfeuerwehren bestehen in Buchscheiden, Eisentraten, Ehrenhausen, Freudenberg, Feistriz im Rosenthale, St. Georgen am Längsee, Hest, Knappenderg, Klagensurt, Lölling, Limersach, Olsa, Prävali, St. Peter bei «tagensurt, Silberegg, Streiteben, Treibach, Viktring, Winklern bei Klagensnrt, Wvlssderg. — (üdbahn.) Die ungarische Regierung hat ihre Einwilligung erlheilt, daß oie Südbahn bei ihren Tarifen für den Per>o,ien- und Eitgüteroerkehr einen Golbagiozu-,chlag von IS Perzent einhebe. Die Frage ist nunmeyr al« erledigt zu betrachten, und dürste die Süddahn schon in den nächsten Lagen die ossicielle Verständigung von der Genehmigung des Goldagiozuschlages erhalten. — (»uf den lstrianischen Bahnen) wird vom 20. i. M. an in jeder Richtung ein Personenzug oerlehren, welcher von Dioacca nach Pola im Anschlüsse an den gemi,chten Zug Str. 98 und den Eilpostzug Str. 4 steht. — er Schaan,teck. Roman von Luowig Anjengcuver. (Fortsetzung.) — Secliet». Gedicht v)ii Friedrich Marx. — Späte Liede. Gedicht voll P^nl Gyulai. Bon Zulins Szeluta. — Zm Gtück »er-suiileu. Ein Mysterium von Eomniiü Hoeser. (Fortsetzung.) — Hei»rich Laube. (Mit Porträt.) Von Dr. August Förster. — Als ich flügge «varo.... Drei Erinnerungen an meine ersten Ausflüge. Von Ferdinand Kürnberger. Reitweg. — Gemüihs-Surrogate. Bon Bruuo Waiden. — Slavomscher Bienenlorvflechter". (Mit Ortgiualzeichnuug vou Pros. Friedrich Sturm.) — Memoiren eine« Franziskaner«. Kultur- und Silteuvilder au« Ungarn. Bon Dr. Aools Dux. V. Hochzeitsreise nach Nagy-Karoly und Luft- varkeiien daselbst. — Literatur. Zwei Bliese Lenau'« _____ Au« aller Wett. — Brie,lasten. — Pränumerationen besorgt die Buchhandlung v. Kleinmayr L «aalberg in Laibach. — (Aus derBühnenwelt.) Der eminente Schau-spieler Herr v. Hell nimmt die Stelle eines Regisseurs und Bühnenmitgliedes an der komischen Oper in Wien eia. — Die Kritik spricht sich nicht günstig über die Leistungen aus der linzer Bühne aus. Direcior Kotzky fand noch nicht die richtigen, entsprechenden Bühnenkräste; Linz ist mit Herrn Ersnrth als Eonversationslievhader und mit Frau Erfurth als Heldin und Liebhaberin nicht einverstanden — Auch die marburger Bühne entbehrt hervorragender Mitglieder. Wo stecken sie denn die Träger und ReprL-sentanten der dramatischen Muse? Sind denn salonsähige Liebhaber und feine Komiker heutzutage nirgends anszufin» den? Liesern denn die Theaterschulen des In- und Auslandes derzeit nicht mehr das erforderliche Lontingent? — (LandschaftlichesTheater.)Jn Herrn Ju-liuS Fritzsche begrüßten gestern wir nicht nur bie leitende, sondern auch die erste, vorzüglichste Kraft unserer Bühne. Im Schwanke „Ein Zündhölzchen zwischen zwei Feuern" entfaltete Herr Fritzsche (Bajazet) eine noch nie gehörte Zungenfertigkeit, eine noch nie gesehene Agilität, die zum stürmischen Beifall und Heroorrns eialu»; jede» Dort würzte köstlicher Humor. Ja erster Linie unterstützte Fräulein Lrensdorf (Georgine) durch ihr munteres Wese», durch eben auch hervorragende Znngengelüufigkeit Herrn Kritzscke; weniger sagte die redesprndelnde Rolle der „Norette" dem an ernste Rollen gewohnten Fräulein Pischel zu. Der Schwank wurde Äußerst rasch und klappend abgespielt, und erfuhren alle drei Darsteller die Auszeichnung de- Hervorrufes. — In dem Kläger'schen Lustspiele „Der Präsident" präsentierte sich Herr Direktor Ar»tzsch« bei Ausführung der Rolle des gemüthlichen ^Kalter" als vorzügliche« Eharakterdarsteller. Schon die Maske, in welche sich Herr Fritzsche kleidete, bezeugte dessen Künstlfrschast,. und der sächsische Dialekt ^and den na-tWichsten ««sdruck. Das Haus brach auch in dieser Piece in stürmischen Beifall aus. Recht wirksam, recht lobenswerth spielteHerr Wal ln er den „Secretär Weber". Wir lernten in Herrn Watlner ein fchätzenswerthe« Talent kennen; getreue NMassung des Lharakters, deutliche Sprache und warmer Ausdruck lagen in der Darstellung, welche Eigen-schäften a»ch beifällig anerkannt wurden. Herr Unger gab.die Rolle tzes eisersüchtigen „Landrath" mit Feuer. — Die jleine Op'ruie „Daphnis und Ehlotz" von Offenbach, fübrte uns zwei neue, recht gute Kräfte vor. Herr Laska executierte dev Part des „Gott Pan" mit seiner Komik, mit erheiterndem Humor.. Fräulein H u e m e r (Daphnis) be. fitzt ,ine umfangreiche, prächtige, klangvolle Allstimme und enang mit dem Schlafljede lauten, anhaltenden Applaus. Frau F r i tz sch e > W a g n e r (Tkloö) excellierie durch ihr munteres Wesen und gelungene Coloraturen. Gäste sitzen gewöhnlich nur dann und wann an unseren Tischen; Frau Fritzsche wird uns wol das Vergnügen bereiten müssen, an allen Operettentagen den ersten permanenten Sitz ein-zunehmrn. Die unsichere Leistung des Damenchores (Ba-chantinnen). gesteigert durch die eingetretene Heiserkeit der Frau Zwerenz (Cslisto), erzeugte einen minder gün-stigen..Erfolg des Ganzen. Der gespendete Beisall galt nur den Damen Frihsche^ Huemer und Herrn Laska. Das Orchester hielt sich wacker. — Für die morgen stattfin-dende Aufführung von G i r o s l 6 - G i r o f l ü,, komische Oper in 3 Acten vonLecocq, hat die Direktion weder Mühe nach Kosten gescheut, um dieselbe zu hier »och nie erreichter Geltung zu bringen. Es wurden nicht nur alle Lostuiue, nqch wiener Figurinen, glänzend ausgestattet, sondern auch für eine tüchtige Besetzung Sorge getragen, namentlich wird unsere liebenswürdige Dir'ctrice, Frau Fritzsche-Wag-n e r mit „Girpfle" eine ihrer Glanzpartien zu entfalten Gelegenheit haben. ,, . Lie Versammlung der kärntner Forstmänner in Billach. (Fortsetzung.) Ueber die Thätigkeit des Vereines aus dem Gebiete dir Forstkultur ist die Anlage neuer Saatkämpen hervor zuheben^ von welchen besonders die Errichtung des zwei Jock umfassenden Bereinssaatkampes zu Keutschach nennens-werth ist. Die Pflanzenabgabe betrug im Jahre 1876 - 558,515 Stück, wosür dem Forstverein 385 fl, 16 kr. bar eingingen Es wurden mithin im Jahre 1876 um 115,155 Stück mehr abgegeben als im Vorjahre. Der glänzendste Beweis von dem auflebenden Interesse »N der Pflege der Waldkultur ist gewiß in dem alljährlich stattfindenden Wachsen des Bedarfes an Waldpflanzen ent halten, ja daß der Bedarf trotz der hiesür geforderten Be> zablnng nvch zugenommen hat. Während die Pflanze». »Kgabe im . Lahre 1873 19,000 Stück umfaßte, verzeichnen ryir. wie bereits vorher erwähnt im heurigen Jahre eine Abgabe von.L58,5IS Stück, also um 839,515 Stück mehr. An Waldsqmev wurden 344 Kilo abgegeben, wovon 167 Mo zu Vereinszwecken in.Verwendung kamen, während der Rest von.177 Kilo zum Selbstkostenpreise an einzelne Parteien verkauft worden ist. Die Einnahmen und die Bei träge des 354 Mitglieder zählenden Vereines betragen pro 1876 1150 fl. gegen 1631 fl. 50 kr. im Jahre 1875. Die Differenz hat ihren Grund in der traurigen allge meinen Geschästsstockung, w-lche auch auf den Forstverein in^oferne nachtheilig einwirkte, daß mehrere hochgeschätzte Gönner des Vereines ihre nahmhaften Jahresbeiträge ent> weder ganz einstellten oder doch in erheblicher Weise verringerten^ Um diesen Ausfall zu decken, wurde auch das Ansuchen um Gewährung einer Staatssubvention an daS hohe k. k. Ackerbauministerium abgesendet. Nach Vorlesung des RechenschaslSberichtes wurde zur Wahl der für die Pflanzenansstellung bestimmten Schiedsrichter geschritten, wobei nach Vorschlag des VereinSdirecto» Stellvertreters Oberförster Paul Mach und Forstverwalter Ferdinand Mischitz als Schiedsrichter und Forstmeister Franz Croy als Schiedsrichter-Obmann mit Acclamation gewählt wurden, welche sogleich ihr Amt antraten, um am Schluffe der Sitzung die Ergebnisse der Jury der Versammlung bekannt geben zu können. Nachdem serner als Rechnungsrevisoren Alois Zimek, fürstlich Lichtenstein'fcher Oberverwalter und Josef Grün, Oberförster, gewählt wurden, schritt man zum Programms-punkte IH, dem Vortrag des Vereiussecretärs, Forstverwalter Georg Storf, über die Nothwendigkeit der Einführung eines WildfchongefetzeS und den Antrag aus Con-stituierung eines Jagdschntzvereiues in Kärnten. In schwungvoller, mit vielem Beifall aufgenommener Rede, den so wichtigen Gegenstand in allen Punkten beleuchtend, entledigte sich Reserent Ueses Themas, und als sich nach eröffneter Debatte niemand mehr zum Worte meldete, wurden folgende Anträge des Referenten vom Herrn Vereinsdirrctor-Stellvertreter zur Abstimmung gebracht. 1. Soll der Jagdsidntzveiein in Kärnten sich als eine Sektion des tirolischen Jagdschutz- nnd Vogelschutzvereines konstituieren, oder 2. soll der kärntnerische Forstverein einen selbständigen Jagdschutzverein bilden. Bei der Abstimmung wurde Fragepunkt 2 einstimmig angenommen. Ueber Antrag des Vereinsdirector-Stellvertreters wurde ein ComitL zur Statutenberathling und Durchsührnng der jagdschntzlichen Anträge gewählt. Nachdem der Antrag des Reichsraths-Abgeordneten Petritsch , welcher dahin zielte, daß der gegenwärtige Ausschuß des Forstvereines gleichzeitig das ComitS zu bilden habe, in der Minorität blieb, wurden: Forstinspecior Pögl, Forstmeister Joses Strammer, Forstverwalter Julius Ka-nitsch, Forstverwalter Georg Storf und Forstmeister Alois Zimek in das Comilö gewählt. (Schluß folgt.) Witterung. Laibach, 21. September. Das schöne Wetter anhaltend, schwacher SW. Wärme: morgens 7 Uhr -j- 9 8», nachmittags 2 Uhr -j- 164° 6. (1875 -j- 184«; 1874 22 1° 0.) Barometer im Fallen, 789 84 ww. Das gestrige Tagei'mittel der Wärme-j-13 4», um 0.4° unter dem Normale. Uagekommene Fremde am 21. Scptember. Hotel Tta1>t Wien. Eppler, Maschinenbau-Ingenieur, Pola. — Bruner, Fabrikant, W -Neustadt. — Brauchbar, Kfm.; Pokorriy, Rentier, und Brunovic Anno, Wien. — Germany, Triest. - Dr. Samic, Adelsberg. — Richter, Düffeldorf. — Jaklik, Hdlsm., Preßbnrg. — Dr. GabrM, Görz. — Novotny, Agentensciattin, und Mauerhofer Theresia, Klagenfnrt. — Otto Eugenia, Agram. — Barfa, Landra. Hotel Elefant, v. Mellin und Lvnstantin Eügenio, Triest. — Kraus, Rechnungs-Oberjäger, Lilli. — Lepoj und Galle, Kstte., Wien. — Maria und Lucia Fischkaudl, Görz. Hotel Europa. Vetter, k. k. Oberst; Pitsch, k. k Oberlieutenant, und Hauck, Ingenieur, Graz. Baicrischer Hof. Ladore und Jvankiö, Triest. — Perme, Lehrer, sammt Frau, Wippach. — Erlach, Weißensels. Viohre«. Eigner, Beamter, Wien. — Draschler, Lieutenant, und Potokar, Oberlieut., Marburg. — Kramar, Privat, Sagor. — Maisel, Untcrkrain. Kaiser von Lesterretch. Vellizzeri, Triest. — Billi Maria, Pola. Stadt Laibach. Einkola, St. Bartbelmä. — Bürge, Italien. — Stiegel, Littai. — Garub Amalia, Ungarn. MS «nterstützende Mitglieder der laibacher freiw. Kenerwehr leisteten den Jahresbeitrag pro 187K : Herr TönieS Gustav........................mit 5 fl. „ Suppantfchitfch Franz ..... » 3 „ , «apl lli io ri7-7» irsr» isr - rsrüs 7«' 7«-7S 71-S0 7d üö 77 — 77'»5 ISo'ö» 150 7ü 87» - ^«7S-- »Lt - «SL- b8 —^ 58 8».«v 84 S0 io» — rosso ,07 SS iv1'7L Id«'— IÜS rsg'— rss-50 Wt.b«!S8S--77'—' 77 «S Nation, ö. W.......... Ung. Bod.-Lreditanst. Fran, Iosesi-Bahn . Oeft. Nordweftbahn . Eiebenbürger . . . . StaatSbahn............ Eüdbahn L S Perz. dto. Bons Credit - Lols......... Rudolf« ° Lose . . . . Beld War« 104-iS N14.S0 89 7S SV-S7 80 (3Mou. Augsburg 100 Mart Krankt, roc Marl. Hamburg. London 10 Pfd. Stert. Paris 100 Franc» vlliurrso.. Sais. Münz-Ducalen «I-ffrancSMilk . . . . Deutsche Reichsbank. Silber . . 8S-7S St-87 7b srso I5S 50 S4S0 88'— StÜ» 88'— IbS- S4'k» I«i SV »SS -1» S0 »4- SS70 S8 70 d8 70 I«t 10 47 8S »-7S g'88>^ SÜ'40 . II» 70 S8«i S8»» 58»« 47 «5 SSl bSbv rot Sl> Telegraphischer Lursüericht am 21. September. Papier-Rente 66 60 - Silber-Rente 69 65 — 1«°'^ Staats-Anlehen 112—. - Bankaktien 861 - «redit - London 12120. - Silber 101-90 - K. k. dukaten 5 80. — 20-KrancS Stücke 9'68. — 100 Ret>V mark 59 40. ___ Druck von Jg. v. Kleinmapr L Fed. Bamberg. Verleger Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.