Nr. 231. Mittwoch, 8. October 1«90. 109. Jahrgang. Mbacher Zeitung. „„„^""»Uonepre««: Mit Pllstverl'nbling: g«,n,ji!l,r!z st. lb. halbjährig fl. 7 5>li. Im «lomptoir: t',?»'^" "' halbjühiig st. 5 50. i>llr dir ZusteNung in« Hau» ganzjährig st. l. - Insertionsaebür: Ml ""> Iülcratc bi» z„ 4 Zcil,n 2b lr.. «rößrre ver «rile N lr,: bei öftrrrn Wirbrrliol»»!,!'!! per Zclle » lr. Dil «Laibach« Zeitung» erlchrint tügllch mit Nulnahme der Gönn. und Feiertage Die «ldminiftrntlo» befinde» sich Tongres«p!ah », die Redaction Vahnhosgaffe »4, Vvrechftunben der Nebartion «änüch von 1U b<« ^L Uhr vormittag« — Unsranliert, Vriesc werben nlch< angenommen und Vlanuscriple nicht zurüllgesiellt- Amtlicher Hheil, AN ^' k' und l. Apostolische Majestät haben mit ""höchster Entschließung vom 27. September d. I, den ^Ordentlichen Professor des Freihandzeichnens an der uychen technischen Hochschule in Prag Emil Lauffer ^l^onam znni ordentlichen Professor des Freihand. y... ."lnamentenzeichnens sowie des Modellierens aller» " '°°W zu ernennen geruht. Gautsch m. s». Äll« 3' ^ ""b k. Apostolische Majestät haben mit dem m^r Entschließung vom 27. September d. I. Ort in Wodnan stank ^ ^"^r Versetzung in den bleibenden Ruhe» lein!!. ^ silberne Verdienstkreuz allergnädigst zu ver> ^en geruht. Nichtamtlicher Mil. Die Bekämpfung der Reblaus. llefslick" ^ ^^ Jahresberichte der unter der vor. stehend ^itung des Regierungsrathes Dr. von Gohren Aosett landwirtschastlichen Lehranstalt «Francisco-^W.^' '" Mödlinq finden wir einen von dem c>uz,"'Gärtner Herrn Julius Hotzel verfassten über-lauz ^",chen Aufsah über die Bekämpfung der Ret», leit 'dachen wir mit Rücksicht auf die große Wichtig» blodu/ 3rage im Nachstehenden auszugsweise re- Nobllk ^ier. «was da kriecht und fliegt», hat die lilies l ^l" Länder in so hohem Maße geschädigt, ^Nlia ^^ Jammer und Elend verschuldet, wie die Ich^.Neblaus; ganze Landschaften hat sie ihrer ^M "e lang bestandenen Cultur entkleidet, deren ^tion U '" ^^'""t gestürzt und vielfach zur Emi> ^elt s ^äwungen; fast die ganze weinbautreibende ^°tden l ""^ '^"" I"^^' Überall, wo ihre "Ms. "'^""kn. erliegt die Rebe ihrem Angriffe; in l»!,d ^"?n Mengen an den Wurzeln derselben hausend "'H eb ^"b' ruht und rastet die feindselige Schar >ht lew,' "ls bis der Weinstock, dem Tode verfallen, >c vtahrung mehr bietet. die ^.^nde Verfahren, von denen die drei ersten ^lick^Melv"" Cultur der europäischen Rebe er. ^^hllbenihre Wirksamkeit erwiesen: die Ueber- schwemmung, die Sandpflanzung, die Schwefelkohlen« stoff-Behandlung. die Anpflanzung direct tragender Reben, die Veredlung der Erdrebe auf amerikanische Reben. Die Ueberschwemmung: Das Wasser fließt dem zu überstauenden eingedämmten Grundstöcke entweder direct in Bächen. Canälen zu oder wird, zuvor durch Wasser-Hebewerke verschiedenster Art aus näherem oder fernerem Wasserlaufe geschöpft, durch offene Gräben oder auch durch Röhren zugeleitet. Die Unterwassersetzung geschieht in der Höhe von 20 bis 30 Centimeter 30 bis 40 Tage lang, meistens nach der Lese im October, soll aber auch während der Vegetations-zeit vorgenommen werden können. Die «Ueberschwemmung» ist alljährlich zu wieder» holen, da trotz der sintftutlichen Dauer der Ueber-stauung ein großer Theil der eine ungemeine Lebens-zähigkeit besitzenden Läuse und Eier dem Verderben entgeht und im nächsten Jahre das Uebel in alter Stärke reconstruiert; auch können die guten Wirkungen des Verfahrens nur erhalten werden, wenn dasselbe durch kräftige Düngungen unterstützt wird. Der Ueber-schwemmung ähnlich, das Wasser aber sparsamer verbrauchend, ist die Bewässerung, welche den Boden für die Zeit von 30 bis 40 Tagen nur mit Wasfer durch» tränkt nnd in gleichmäßiger Feuchtigkeit erhält und recht befriedigende Resultate ergeben soll. Die Sandcultur: Fast alle Bodenarten haben die Edelrebe als vogelfrei erklärt und den feindlichen Angriffen der Reblaus preisgegeben, nur der Sandboden gewährt ihr eine Freistatt, sobald er über einen gewissen Procentsatz Quarzgehalt verfügt, welcher den Lebens» bedingungen der Laus zuwider ist; 15 Procent Quarz haltender Sandboden gilt als reblausfrei und bietet der Rebe Sicherheil — ihre Cultur ist in einem solchen Boden nicht auf Sand gebaut. Die Edelrebe zeigt in solch quarzreichen Sandböden Südfrankreichs fowie a>lch in dem anscheinend fast ganz sterilen Flug-sande Ungarns, in Kecskemet, Stuhlweihenburg, das üppigste Wachsthum, während in benachbarten Wein« gärten mit anderen Bodenarten, wo das Reblaus Uebel in stärkster Welse grassiert, die Reben leidend sind und eing'hen. Die Erträge der Sandweingärten sind in Qualität und Quantität so zufriedenstellender Natur, dass in Frankreich die Preise solcher Grundstücke von 100 Francs pro Hektar auf 3000 Francs gestiegen sind. Freilich wirb die Zukunft erst lehren, ob jene erfreulichen Resultate sich auch erhalten werden, wenn die jungfräuliche Kraft des Bodens erschöpft ist und der Ersah derselben nur mit Kunstdüngern bewerkstelligt werden wird. Die Uebersandung, derart vorgeschlagen, dass der Weingarten '/» Fuß hoch mit Sand bedeckt werben sollte, ist wohl kaum in nennenswertem Um-fange zur Ausführung gekommen. Von allen Insecliciden hat sich der Schwefel« kohlenstoff am besten, als billigster, erfolgreichster Schutz bewährt, er steht überhaupt unter den Belämpfungs-mitteln, wenn nicht an erster Stelle, so doch in erster Reihe; durch seine Vermittlung können nicht nur junge, noch wenig verseuchte Pflanzungen geschützt, sondern auch alte, im Niedergange begriffene Anlag?« voll. kommen wieder hergestellt, wie auch glücklichen Falles Seuchenherde gänzlich zum Verlöschen gebracht werden. Die vortheilhaftesten Wirkungen werden dadurch herbei« geführt, dass der Schwefelkohlenstoff — eine farblose, außerordentlich leicht verdunstende Flüssigkeit — in den Boden gebracht, diesen mit den Läusen giftigen Gasen schwängert. Die hiezu gebrauchten größeren oder geringeren Quantitäten ergeben verschiedene Resultate, Grund deren ein Ausrottungs» und ein Culturverfahren unterfchieden wird. Höhere Bedeutung als dem Nusrottungsverfahren ist dem Culturverfahren, welches in Frankreich, in Un-gärn vielfach benutzt wird, auch in Gumpoldskirchen wie in der Sooser Flur Anwendung gefunden hat. bei« znmefsen. Hiebei wird, und zwar alljährlich, soviel Schwefelkohlenstoss dem Boden injiciert, dass die Reben am Leben bleiben, üppig gedeihen und reichlich tragen, während anderseits aber genug Läuse getödtet werden, dass auch von dieser Seite der Rebe keine Gefahr droht. Die Einfprihpfahle injicieren, in den Boden gestoßen, die bestimmte Dosis Schwefelkohlenstoff einer Tiefe von 25 bis 30 Centimeler. Das durch den Injecteur hinter-lassene Loch muss, um die Entweichung des Gas?« nach oben zu verhüten, entweder zugetreten oder mit Erde zugedeckt werden, wie aus gleichem Grunde 14 Tage lang Boden «Bearbeitungen zu unterlassen sind. Da« Culturverfahren wird sich dauernd nur bewähren, so« bald die Injectionen alljährlich vorgenommen werden und der Boden derartig behandelter Weingärten tranig, sten« alle drei Jahre krästig gedüngt wird; dasselbe wirb dem Uebel auch nur zu steuern vermögen, wenn Feuilleton. Woher kommt das Wasser? Von Henri de Parville. Mtien' l,,^'"? ^ schon des Morgens in einen großen Hl llold .juchten Wald gedrungen, da die Sonne Wez"^e« Licht ^rch die Blätter scheinen ließ? die ss«?s H""'a.en gehüllt, man hört nur hie und ?5 den N? Wche eines Vogels. Der Thau liegt Hl. linl/"'"" und Halmen, die Blumen, kaum er« ^ Möcht rillen ""l Hl"' blättern und Blüten, ^ fteia/« ^"' dass sie aus einem parfümierten ^ Nlum^^chtigrn Tropfen wiegen sich weich auf 3."e Null, ' ^ schönen Tropfen! Plötzlich, wenn >«e. hi« >"bergezogen '"' gMzen fie in der ? Gold w- !^ w'e weche Diamanten, die anderen "elchk N/ss^, Saphir, wie Smaragd. Welche Farbe, " von, «3 ""b dennoch ist es nichts als Wasser; ^^e v?^^°llenes Wasser! l! unz um^borgene Poche ist in allem enthalten. d>dilften^ ' " diesem großen Walde, von Früh. Ä> ? kleine« "' 'N diesen leuchtenden Gräsern, m G Kil über,i/^'Ue" wieseln, welche den Fußsteig mit Mlchtl. u,z^"' ""es bricht zu uns. alles hat seine ^" Echöftful!'"^ Gesäte, da sie diejenige der ^V'oftfe'n ^ fiesem Morgen ist mir der kleine h Ut mich Gedächtnis. Ich sehe ihn vor m,r er lle >erlasz ^'"l" sanften, durchsichtigen Strahlen. de^ezaub,^ denke ich ^ ihn. Woher kommt d.ese ^unen a^^e? Mr hat sie in dieses Pa.adles "''"W? Hat sie nicht auch ihre Geschichte und ihre Bestimmung? Suchen wir. Das ist Wasser; aber woher kommt das Wasser? Ich antworte einfach: Das Wasser kommt vom Feuer, es geht aus dem Fmcr hervor, das ist kein Paradoxon, das ist absolute Wahrheit. Wenn zwei Personen einen sehr verschiedenen Charakter haben, so sagt man von ihnen: «Das lst Feuer und Wasser.» Alle Welt stimmt darin überein, dass Wasser und Feuer Antipoden seien Gewiss. Feuer und Wasser gleichen sich mchl; aber zuweilen be< rühren sich die Extreme, und dann nähert sich das Wasser sehr dem Feuer, Die Gein'sis des Wassers ist das Feuer. Schen wir den Beweis. Weiß man nicht seit einem halben Jahrhundert, wie. das Wasser zusammeogesetzt ist? Aus Sauerstoff und Wasserstoff. Pas Wasser ist keineswegs ein einfacher Stoff, wie man vor 1769 glaubte, man kann mit diesen beiden Oasen Wasser in beliebigen Quantitäten machen oder nach Belieben aus dem Wasser diese beiden Gase aulscheiden. Das Verfahren, welches der Mensch entdeckt hat, um Wasser zu machen, ist genau dasselbe, welches die Natur anwendet. Noch jetzt können wir aus großer Entfernung dem Entstehen des Wassers auf gewissen Sternen zusehen. Die meisten der Welten, welche uns umgeben, sind aus denselben Substanzen gebildet, aus Gasen, flüssigen und festen Körper,,, welche wir auf der Erde kennen. Seitdem es die Spectralanalyse den Astronomen gestaltet, die Sterne auf große Distanzen zu sondieren und ihre Zusammensrhung zu studieren, hat man sich versichert, dass überall die constitutwe Materie dieselbe ist. Ueberall herrscht eine Identität der ersten Ma» terie, die Unterschiede werden nur durch den Zustand der mehr oder weniger fortgeschrittenen Zusammen- setzungen bemerkt. Das ist leicht zu begreifen. Alle Sterne machen eine Serie von langsamen progressiven Veränderungen durch. Am Beginne waren alle Him-melblörper nebelige, glühende Gasmassen. Aus diesem Zustande trennten sie sich aber in verschiedener Proportion, die kleinen Sterne kühlen sich rasch ab. die großen haben noch einen großen Theil ihrer Wärme conserviert. Um uns seben wir noch in unserem Sonnensystem die größten Planeten gasförmig, und zwar Jupiter, Saturn, oder lheilweise flüssig, wie Venus, die Erde, Mars, dann kleinere Sterne, welche ganz fest sind. wie der Mond. Die Kälte verdichtet die Gase, welche sich in Flüssigkeiten verwandeln, bann. wenn die Temperatur noch mehr sinkt, verdichten sich auch die flüssigen Theile, und die Flüssigkeit wird zu festen Bestandtheilen. So wird der Wasserdunst Wasser und das Wasser verwandelt sich in Eis. Alle« in allem: Der kleine Wassertropfen, welcher die Erde befeuchtet, welcher den Bäumen und Blumen Wachsthum bringt, dieser feine, glänzende Wassertropfen hat auch feine bösen Launen, dann ist er unversöhnlich und von destructivem Zorne. Er wird mächtig . . . Der kleine Wassertropfen, welcher unseren Dampf-mafchinen Leben gibt, welcher unfere Werkstätten in Bewegung fetzt, welcher die Industrie revolutioniert hat, dem Menschen gestattete, die Welt auf der Eifenbahn und dem Dampfschiff zu durchreisen, welcher überall die Maschinenarbeit der Handarbeit des Menschen sub« stituierte; der Wassertropfen, welcher Gold in die Städte streut und den Völkern Reichthum gibt, hat auch die immense Macht, zurückzunehmen, was er uns gab, ganze Länder durch Überschwemmungen zu verwüsten, Städte zu vernichten, die Berge erzittern zu machen und die Menschheit unter den Rmnen zu begraben. Lllibllcher Zeitung Nr. 231. 1918 8. October 1890. die Verlausung nicht zu weit vorgeschritten und die Pflanzen nicht schon zu entkräftet sind. Die dem Verfahren eigenthümlichen Unkosten sind nun keineswegs geringe; Schlumberger beziffert dieselben bei dem Preise von 24 fl. per 100 Kilo Schwefelkohlenstoff auf circa 45 fl. per Joch. Die Anpflanzung direct tragender amerikanischer R'ben: Die Urtheile über den Wert dieses Verfahrens sind sehr divergierender Natur. Die zweifelhafte Güte des von directen Trägern herrührenden Weines hat be» reits zu künstlichen gegenseitigen Befruchtungen der amerikanischen und europäischen Rebe — um in den Hybriden des Franzosen feurig Blut und des Amerika« neis Dauerhaftigkeit zu vereinen — Veranlassung gegeben, und soll schon Mlllardet in Bordeaux zu den schönsten Hoffnungen berechtigende Mestizen, wie diese Bastarde wohl genannt werden können, erzogen haben. In Anbetracht des herrschenden Widerstreites über die Qualität des Weines und die schwankenden Angaben bezüglich der Resistenz der Pflanzen dürfte es zur Zeit noch nicht räthlich erscheinen, größere Anpflanzungen solcher R»ben zu machen, und es sich zunächst nur empfehlen, durch kleine Versuche die Tauglichkeit der einzelnen Sorten für bestimmte Boden« und Lagerver« Hältnisse klar zu stellen. Die Veredlung der Edelrebe auf amerikanische Reben ist als ein sehr wertvolles Vertheidigungsmittel zu betrachten, da es in den meisten Boden« und Lagen-Verhältnissen verwendbar ist und durch seine Intervention die Edelrebe, der Heimtücke seines Feindes ent rückt, auf Jahre hinaus am Leben erhalten wird. Grund dieser Vorzüge wird die Veredlung in vielen Weinbau» gebieten in umfangreichster Weise betrieben und als wichtigstes Schutzmittel anderen Belämpfungsarten vor-angestellt. Die Handveredelung wird an Schnittreben oder aus dem Boden genommenen Wurzelreben ausgeführt; die veredelten Reben werden dann alsbald in den Weingarten gebracht oder vor diesem Definitivum ein oder auch zwei Jahre in die Rebschule eingelegt. Die hiezu benöthigten, vollständig ausgereiften Edelreiser und Schnittreben werden im Herbste oder im zeitigen Frühjahr von den Multerstöcken geschnitten und bis zum Veredlungsacte. vor txm Vertrocknen geschützt, auf« bewahrt; die Wurzelreben sind schon im Herbste aus dem Boden zu nehmen und frostfrei einzuschlagen. Die gebräuchlichsten Methoden der Hauptoeredlung sind: die einfache und die englische Copulation, das Spalt« und Reiterpfropfen, das Sattelschäften. Die Stuckoeredlung wird erst an den in dem Weingarten ausgepflanzten, sich vollständig eingewurzelt habenden amerikanischen Reben vorgenommen, und können hiebei alle bei der Handveredlung benutzten Veredelung«» melhuden angewendet werden. Außer den erwähnten Veredlungsarten können im Weingarten noch das Scitenpfropfen, die Oculation und die Grünveredlung ausgeführt werden. Cine ungelheilte Meinung über den Vorrang einer Veredelungsart und Bestockungs« methode gegenüber anderen hat sich noch nicht herausgebildet; während im südlichen Frankreich die Stock-Veredlung durch Spaltpfropfen bevorzugt wird, sieht man in den andereu Gegenden die Handveredlung als das bessere Verfahren an oder bringt der Grün« Veredlung höhere Schätzung entgegen. Im allgemeinen wird die Handveredlung mit anschließender provisorischer Unterbringung der veredelten Pflanzen in die Rebschule als dasjenige Verfahren angesehen, durch welches am ersten ein lückenloser, vollkommener Bestand des Weingartens erhalten wird. Das entscheidende Wort über den Wert der Veredlung wird erst gesprochen werden können, nachdem sich die Dauer der mit ihrer Hilfe hergestellten Weingärten als eine solche herausgestellt hat, welche die mühselige und kostspielige Cultur lohnt. Politische Ueberlicht. (Zur Lage in Böhmen.) Aus Prag. 6. October, wird telegraphisch gemeldet: In einer he,lte abends abgehaltenen Plenarversammlung des Prager Nürgervereines wurde das bereits bekannte Schreiben Dr. Riegers verlesen, in welchem er den Verzicht auf die Obmannsstelle des Vereines auslpricht. Der Ob» Mannstellvertreter des Vereines sprach sich in eingehen der R de über Riegers Verdienste aus. Der Verein beschloss, eine Deputation zu Dr. Rieger nach Malec zu schicken, welche diejem eine Adresse überreicht, in welcher ausgefühlt wild, was für große Verdienste Rieger um das czechische Volt habe; die derzeitige politische Situation sei nur vorübergehend und der Name Riegers werde bald wieder in vollem Glänze erstrahlen. (Zur Valuta-Regelung.) Nach einer Meldung der «Ungarischen Post» aus Wien conferier« ten die Finanzminister Dunajewski und W^lerle vor-gestern von 1 bis 4 Uhr nachmittags über mehrere wichtige schwebende Fragen. In erster Reihe wurde be« stimmt, dass sowohl österreichischer« als ungarischerseitiz eine Enquete in Angelegenheit der Valutaregelung ein-berufen werde. Weiter wurde die Conveltierung ein» zelner Bahnpapiere für den Fall beschlossen, als die europäischen Oelouerhältnisse sich entsprechend gestalten. (Reichsraths.Ersatzwahl.) Morgen findet in Mähren eine Reichsraths.Ersatzwahl statt, bei wel-cher Deutsche und Czechen um das ehemals vom Ab' geordneten Auspitz innegehabte Mandat des Städtebezirkes Nikolsburg'Alispih'Wischau ringen werden. Die Deutsch > Liberalen haben als ihren Candidalen den Nikolsburger Fabrikanten Karl Lebwohl, die Czechen und die Antisemiten den Propst Landsteiner aufgestellt. Beide Parteien treffen große Vorbereitungen, um ihre Candidaten durchzubringen. (Zur Arbeiterbewegung.) Beim Bettina. Schachte in Dombrau und beim Hauptschachte in Orlau sind vorgestern sämmtliche Arbeiter, bei der Sophien-Zeche in Poremba 85 Procent der Arbeiter zur achtstündigen Schicht eingefahren. (Zur Situation.) Der «Popolo Romano» spricht die Erwartung aus, Minister.Präsident Crispi werde in seiner Bankettrede zu Florenz die Missverständnisse, denen seine Unterredung mit Saint-Cere Raum gegeben hat. so aufklären, dass fürderhin niemand daran werde zweifeln können, dass er die Sache des Dreibundes, als der besten Bürgschaft für Italiens Wohlfahrt und Gedeihen, nach Kräften zu fördern entschlossen sei. (Aus Ungarn.) Die Veröffentlichung des Tele-grammes, das Ministerpräsident Szapary an die Ca »"— binetskanzlei in deutscher Sprache gerichtet hatte, hat zwischen den oppositionellen und den Regierungsblatt tern eine heftige Polemik hervorgerufen, die wieder i" einer Reihe von Duellen führt. Der Urheber der M-öffentlichling des Szapary'schen Telegrammes, GtMY, hat dem Journalisten Ndorjan Porz'sollt seine Cartel träger geschickt. Es sollen noch andere Herausforder'M-gen bevorstehen. Unserer Meinung nach thäten t>> Herren besser, sich.durch ihre theatralische Duellman'e nicht lächerlich zu machen. (Eine neue Blutthat in Constantly nopel.) Die Gährung unter den Armeniern in li,o>l' stantinopel hat zu einer Blutthat geführt. Wie den «Daily News» aus Constantinopel gemeldet wird. wuro ein armenischer Advocat am Montag abends in Stamv" durch einen Dolchstich ermordet, und zwar, wie erM wird, auf Geheiß des «armenischen revolutionären«"' schusses» in Cunstantinopel. Der Ermordete stand «"' geblich im Dienste der Pforte und soll mehrere a« den jüngsten Ruhestörungen in der Kathedrale «M Kumkavu betheiligte Landeleute verrathen haben. (N », s Belgrad) wird nns telegraphiert: ^ Könige Alexander und Milan ubeisied.ln nwrqen "" dem Militärlager nach dem Konal. Die M^duM', Milan habe das Obercommando über das st/b'!^ Heer begehrt und Metropolit Michael s?i pens'""" worden, weiden in Regierungstreuen als unrichtig ze'chnet. ,.. (Excesse in Mecheln.) Aus Brüssel "'^ graphiert man uns unterm Gestrigen : Der ArbeitsniM» Debruyn wurde gestern in Mecheln. wohin er >^, ^ Einweihung der Wasserbauten begeben hatte. v"N " Theile der Bevölkerung mit Pfeifen und A^ empfanden. Abends fanden an einigen P^m^z,^ Stadt Ruhestörungen statt. Die ausgerückte Geno merie gebrauchte die Waffen. Mehrere Personen "" den verwundet, über zwanzig verhaftet. ^z (Russland.) Wie man der «Pol. Co">'°^ Petersburg meldet, werden über directen VeMi ^ Kaisers 4500 Matrosen, deren Dienstzeit n"t " ^ Jänner 1891 abläuft, schon jetzt entlassen '"" "„,, Reserve gestellt. Eine ähnliche Maßregel soU " h, nächst auch bezüglich derjenigen Soldaten des ^ Heeres erfolgen, deren Dienstpflicht am 1. Iä»ner erlischt. . < hft (In Neapel) sind durch Crispi per^ g Verhandlungen eröffnet worden, welche die AblM^ der englischen und der italienischen Interesse >'»p^^ sowohl am Rothen Meere als an der Somali" zum Zwecke haben. ^i>e (Dänemark.) Der dänische Reichstag ^ vorgestern eröffnet. Das vorgelegte V"oUt eü Gesammteinnahmen im Betrage von 54'/« ^ ^ ^ Kronen und Gesammtausgaben im Betrage v Millionen auf. <^ (In Saragossa) wurde vorgestern °5 e" lische Congress eröffnet. Derselbe wird vier ^^ abhalten und unter anderem über die Lage des ^ thums berathen. ^ del (In den Vereinigten Staaten) ' ^ neue Zolltarif, welcher die europäische E'"Un et" deutend vertheuert und durch Controlvorschll, ^. schwelt, vorgestern um Mitternacht in Kraft g Das Werk, welches der Wassertropsen auf der Erde vollführt, ist unvergleichlich. Er hat die Con-tinente gemacht und verändert sie täglich, der Wasser» tropfen, welcher aus den Höhen herabfällt, verrichtet seine Arbeit. Auf einem Punkte des Globus belebt er und schafft er das Wohl der Völker, auf dem anderen bringt er Felsen zum Sturze, zerstört er die Erde und vernichtet, was er erbaut hat. Er drückt seinen Stempel auf unsere gesammten Planeten. Hier ist er die wohlthätige Fee. dort das Genie des Bösen. Der Wassertropfen ist vielleicht die mächtigste Kraft in der Natur! Ohne ihn könnte das Leben auf der Oberfläche unseres Planeten nicht entstehen. Ohne Wasser könnten weder Thier noch Pflanze bestehen, ja selbst das Mineral bedarf desselben zu seiner schönen Krystallisation. Am Tage. wo das Wasser von der Erde verschwindet, wird unsere Welt zu existieren aufgehört haben. Es wird keine Wellenbewegung mehr geben in den zu Eis gewordenen Meeren und in der erkalteten Atmosphäre keine Wesen mehr, überall nur das Schwei» gen. der Tod. das Ntchts. Die Wassermenge, welche seit dem geologischen Zeitalter die belebten W sen durchzog, ist unberechenbar. Pflanzen und Thiere enthalten mehr Wasser, als 60 Procent ihres Gew'chtes. Das vom Pflanzen- und Thierrelche jährlich absorbierte Wasser beträgt über Milliarden Tonnen. Welche Metamorphosen hat der tleme Wassertiopfen seit dlin Tage durchlaufen, wo er, aus dem Feuer kommend, condenfiert. dann durch die Sonne ochsen, seine Wanderschaft durch die lebenden lDlgan^men antrat?'. Wir alle si„d feiner theUhastm. Er hat schon den groh.n auüd.wumm^n Thieren angehört er bat die g'aanUNen Manmte der ersten geowAen »pochen belebt, er hat seine Freiheit wiedererlangt, sich in die Lüfte erhoben, um eines Tages wieder gefangen zu sein .. . vielleicht durch eiuen kleinen Vogel aufgenom« men, welcher ihn ganz frisch auf dem feuchten Moose getrunken hat. Wer konnte sagen, wo er war, was er geworden ist? Gestern im Körper Homers, im Kopfe des Aristotele's, in den Adern Cäsars, dann in den Eingeweiden eines Walfisches; heute werden Sie ihn in Ihr Blut aufnehmen, morgen wird er wieder flüchtig werden, er wird nach Indien ziehen, um die Wiefen zu überschwemmen, nach Europa zurückkehren, um die Felder fruchtbar zu machen, er kommt und geht, ohne Unterlass, und immer finden wir ihn wieder in unserem Körper, in demjenigen des Nachbars, blank geputzt durch die Destillation der Sonne. In zehn, in zwanzig Jahrhunderten wird dasselbe Wasser noch existieren, es wird von den künftigen Generationen getrunken werden. Und so fort in der Unendlichkeit der Zeit. Das Wasser kann mit Leichtigkeit überall hin» dringen; wenn es im flüssigen Zustande ein Hindernis fiudet, verwandelt es sich in Dampf und dringt durch. Das Wasser liefert Dämpfe aller Temperaluren. Wer hat nicht bei kaltem Wetter das Wasser rauchen ge» sehen? Das geschieht, weil die Kälte den Dampf er» fa^st. welcher dem Wasser entströmt, ihn verdichtet und den wir daun als N-l?el vor uns sehen. Der Wasserdampf in der Luft seht sich des Nachts auf die Erde. er erkaltet auf den Blättern und wird in die Perlen des Morgenthaues verwandelt. Am Tage warden diese wieder zu Wafserdampf. Man begreift jetzt, wie viele Gedanken der Anblick des kleinen Thautropfens erwecken kann. welcher auf einem grünen Blatte zittert! Welcher Gesichtikieis und welche Inspiration für dm Pötten und Dmker liegt in diefem unendlich .^ und doch unendlich Großen! Welche Harmome >n ganzen so mächtigen Werke der Schöpfung! z^K Wir sahen den feuchten Wassertropfen ''^ der Flammen entstehen, wir haben seine Exl'"^^ laufen in Form des Dampfes und Wassers nn° ^„ sam seinen letzten Seufzer beobachtet auf seme" ^K Sterbebette. Seine sterbliche Hülle. wie aue". .^ stofflich, ist alsbald zerfallen, die Elemente lM ^c Freiheit erlangt, um wieder Verbindungen suc' neuen Existenz einzugehen und den CrMs ^ hB cessiven Transformationen zu durchlaufen. ^ ° Ab^' Schlafe folgt das Erwachen, nach dem Tode Alles ist Metamorphose. ^, .s,r t>l"^ Aber ein Taq wird kommen, wo das Wai1^ he die chemischen Vorgänge der Erde zerseyt. ^ M Kälte zum Frieren gebracht, auf dem w^ ^ mehr erscheinen wird. An diesem Tage w ^ zi Erde unter ihrer jetzigen Form aufgehört A^h>"5 sein. Dort. ferne im Raume, werden d« ^ed '" der anderen Welten die Erde ihren leyten "^ s^ mildem, silbernem Lichte ausstrahlen se^n- ,, ein ^. Wie ihr Satellit, wird auch die ^" slal'<' menser Friedhof sein. der Friedhof d" ^ ^s ^ einer ganzen Welt. Ihr <°nstes und trän «o. wird durch die Tiefen des Raumes i'" ^'5^ Stern zu Stern, und dieses Licht w'rd ° Aa'^ Wahrzeichen des für immer geschwunven bilden. l'aibachci Zeitung Nr. 23l. 19l9 8 Ottobn 18W. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die ,'^azei Morgenpost» meldet, dem Feriencolonie Vereine !" ^raz zur Förderung des V^einszweckes 100 fl, "^?r dem Veteranenvereine in Liezen zur Anschaffung ""er Fahne 60 fl. zu spenden geruht. y " (Die größte Orgel.) Die freundliche "onauNadt Passau kann sich seit lurzem llihmen. eines " «roßten Orgelwerke Deutschlands und Oesterreichs zu °^Vm, Dasselbe steht in der dortigen Domlirche und ^"lde innerhalb vier Jahren von dem Passauer Orgel» °allm-ifter Martin Hechenberger erbaut. Lie Orgel ., ^ Roister mit 5097 Pfeifen, drei Manuale und "Pedal. Das volle Werk wirkt in seiner Kraft und Testat geradezu überwältigend. Die Einzelstimmen sind n ?it,er Schönheit der Intonation, wie man sie selten ^nen wird. Besonders erwähnenswert sind auch die '«n Neuerungen hinsichtlich der Mechanik, welche das ^'tlliment bietet. Namentlich erregt eine mechanische ^Uinallsche Crescendo «Vorrichtung, welche innerhalb . ^er Takte den Ton vom leifesten Pianissimo bis ^ Pleno anzuschwellen vermag, die Bewunderung von H "ern und Laien, es ist dies eine geniale Erfindung Or " hechenbergers, welche bis jetzt im Gebiete der Mbaulunst unerreicht dasteht. F ."" (Versicherungswesen.) Im Monate ^ ptember 1890 wurden bei der Lebensversicherung«. fUr . "8 ber «Nssicurazioni Generali» 501 Anträge gere'^ Versicherungssumme von st. 1.454.641 ein» dlln'n ""^ ^^ Polizzen für ein« Versicherungssumme sind 4 ^'^^591 ausgefertigt. Seit 1. Jänner 1890 fl, i^. Anträge für eine Versicherungssumme von H^s.^ 12.558 eingereicht und 4104 Polizzen für eine w^erungssumme """ ^. 12,789.963 ausgefertigt belaub ^ ^^ dem 1. Jänner angemeldeten Schäden sj. ">en sich auf fl. 1,135.624. Der ausgewiesene Ver-sich ""^ftand der Lebensversicherungs-Abtheilung belief Eavil l Member des Jahres 1889 auf fl. 116,004.648 lM.'" und fl. 202,035 Rente auf 46.926 Polizzen, bar reserviert waren fl. 26,634.162. lannte"" ^r Dichter als Millionä r.) Der be. iährz lMche Dichter Plaice jev, dessen vierzig. Von,!.. . ^"lubiläum v"l drei Jahren mit großem lilli,^ '" Petersburg gefeiert wurde, ist plötzlich Mil-dies^^wvlden. Einer seiner entfernten Verwandten starb ^gen ^ ""^ hinterließ ihm sein gesummtes großes Ver-40^' "ehr als zwei Millionen Rubel Barcavital, bez gj^^tinen Land in einem der besten Gouvernements !° Mki'^ ""^ "n prächtiges Haus in Petersburg. Der W z^ ^ zum Millionär gewordene Dichter lebte bis der !y ^°ber Armut. Plascejev war mit Dostojevsli an ""t> tvu?""^" PetroievSli'schen Verschwörung betheiligt toeil^^e gleichfalls zu Zwangsarbeiten in den Berg-^.»,^"liens verurtheilt, wo er elf Jahre weilte. ^"de er begnadigt. > 9» ss^ ^' erhundert Häufer abgebrannt.) Wssel, ^ I" bei Kopacs an der Donau, unweit von e>i Cch .^ ^'" 2. b. M. während eines heftigen Sturmes """ sü I"'"" "us, welchem 400 Häuser und, wie ^«here 5 ' ""^ Menschenleben zum Opfer fielen. Melk ^ hierüber fehlen noch. Wie die «Dräu» >><"» t>^/°alen während des Brandes dichte Rauchncbel ^^^"durch zwei Tage über die Stadt Essek und füllten Häuser und Zimmer mit beängstigendem Brand« geruch. — (Die Erbschaft im Gilet.) In Cannes starb diesertage ein alter Sonderling, der im allgemeinen als unbemittelter Mann galt. Als man fein Testament öffnete, fand man darin einen Zettel mit der Auffchrift: «Meinem Neffen, Student der Rechte in Paris, vermache ich mein schwarzes Gilet». Die sonderbare Erbschaft wurde dem Studenten zugeschickt. Diefer war darüber so wüthend, dass er das Gilet in Stücke zu zerreißen begann. Und sieh da, als er das Futter aufrifs, fiel au« dem Gilet ein Palet Papiere zu Boden, Er eröffnete dasselbe u„d fand darinnen — Wertpapiere, welche die runde Summe von sechsmalhunderttausend Franc« repräsentieren Das wertvolle Gilet hat jetzt einen Ehrenplatz im Kleider» schranke des glücklichen Studenten. — (Der Kaiser von Japan in Wies. baden.) Der Leibarzt des Kaiser« von Japan hat sich in Begleitung eines kaiserlichen Adjutanten durch mehrere Tage in Wiesbaden aufgehalten und alle Anstalten und Einrichtungen des Curorles in Augenschein genommen, da der Kaiser von Japan Anfang« Sommer 1891 zur Cur dort eintreffen soll. Sechs Villen, darunter auch die Villa Langenbeck, sollen als Wohnungen bereits in Aus« sicht genommen sein. Der Kaiser wird mit einem Gefolge von 60 Personen reisen. — (Ein vernagelter Kopf.) Dle englische medicinische Zeitschrift «Lancet» theilt mit. dass sich ein Mann vier oder fünf Nägel in den Schädel geschlagen habe, ohne dass er anscheinend dadurch Schaden genommen hätte. Die Nägel waren drei Zoll lang. Einen schlug er sich in die Stirne 1'/, Zoll tief und die übrigen in den Scheitel ganz hinein. Anfangs wurden seine Pupillen erweitert, nach einigen Tagen aber wurden sie normal. Kl-ine Spur von Lähmung. Verlust des Bewusstseins oder Kopsweh soll sich binnen vierzehn Tagen nach dem Ereignisse bemerkbar gemacht haben. Nachdem der Mann von Dr. Macqueen etwas mehr als einen Monat im Princess'Alice Hospital in Eastburne behandelt worden war, konnte er als geheilt entlassen werden. — (Der Prinz von Wales,) welcher bekanntlich vorgestern in Wien eingetroffen ist, legte einen Kranz am Sarge des Kronprinzen Rudolf nieder; der Prinz reist nachmittags, einer Einladung des Barons Hirsch folgend, nach St. Johann zur Jagd. — (Confiscierter Sprit.) Die französische Zollbehörde beschlagnahmte diesertage an der Grenzstation Longwy einen aus Luxemburg dort angekommenen Eisen» bahnwagen mit 40 Hektoliter Alkohol. Per Wagen ent' hielt dem Anschein nach mächtige Bausteine. Am andern Morgen bemerkte jedoch ein Grenzwächter, dass aus einem der Steine eine eigenthümlich riechende Flüssigkeit hervorsickerte. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, dass die Steine ausgehöhlt waren und im Innern große Vlechbehälter mit Sprit trugen. — (Cardinal Hergenröther f) Ein Telegramm aus dem Kloster Mehrerau meldet, dass dort» selbst Samstag früh Cardinal Hergenröther verschieben ist. Cardinal Hergenröther wurde zu Würzburg am 15. September 1824 geboren. Sein Vater war Professor an der dortigen Hochschule. — (Stanley) wird sich vor seiner Abreise nach Amerika nach Cambridge begeben, um sein Diplom als Ehrendoctor der Rechte, welches ihm die dortige Universität verliehen hat, in Empfang zu nehmen. — (Verhaftung eines Arztes.) Großes Aufsehen erregt in Kopenhagen die Verhaftung des Arztes Dr. Friedrichsen und einer Hebamme wegen Engel-macherei. Man entdeckte zwanzig Kindesleichen. — (Bestätigung.) Käufer: «Ihre Sicherheit?-Zündhölzer sind miserabel, die brennen ja überhaupt nicht!» — Hausierer: «Na, mehr Sicherheit können S' doch nimmer verlangen!» Local- und Provinzial-Nachrichten. Laibacher Vemeinderath. Der Gemeinderath der Landeshauptstadt Laibach hielt gestern abends in Anwesenheit von 24 Gemeinde-rathen eine öffentliche Sitzung ab, welche einen ziemlich bewegten Verlaus nahm. Nachdem der Vorsitzende Bürgermeister Grasselli die BeschlusssähiaM der Versamm-lung constatiert hatte, machte er die Mittheilung, das« sich anlässlich des Geburtsfestes sowie auch des Namens-festes Sr. Majestät des Kaisers Deputationen zum Herrn Lanbespräsidenten begeben haben, um die allerunterthänig« sten Glückwünsche der Stadtgemeinde Laibach darzubringen; Se. Majestät habe die Glückwünsche huldvoll zur Kenntnis zu nehmen und der Stadtgemeinde den Allerhöchsten Dank ausdrücken zu lassen geruht. Der Vorsitzende gedachte sodann der Katastrophe, von welcher jüngst Böhmen und insbesondere die altehrwürdige Hauptstadt Böhmens heimgesucht wurde. Er sei überzeugt, dass er den Versammelten aus dem Herzen spreche, wenn er namens der Stadt Laibach aus Anlass dieser Katastrophe der Hauptstadt Böhmen« das Beileid ausbrücke. Der Gemeinberath gab ein-miithig hiezu die Zustimmung. Bürgermeister Grasselli machte schließlich die Mittheilung dass er von der l. l. Post-direction in Trieft eine Zuschrift erhalten habe, wornach das l. l. Handelsministerium die Offerte des Gemeinde» rathes inbetreff der Ueberlassung des Kaiser.Ioses.Platzes zum Baue eines neuen Postanusgebäudes zur Kenntnis nimmt; das genannte Ministerium sei geneigt, die erforderlichen Schritte einzuleiten, um den projectierten Bau baldigst auszuführen, und spreche der Stabtgemeinde für ihr opferwilliges Entgegenkommen den Dank au«. Vor Uebergang zur Tagesordnung brachte Gemeinde» rath Hribar den Dringlichkeitsantrag ein, es sei zur Unterstützung der durch die Ueberschwemmung in Böhmen so arg Heimgesuchten eine Subvention von 500 Gulden zu bewilligen und dieser Betrag an das HilsScomile in Prag zu leiten. Nachdem der Antragsteller seinen Antrag lurz begründet hatte, wurde derselbe einstimmig an-genommen. Weiters stellte Gemeinberath Dr. Majaron den Dringlichieitsllntrag, es sei an die l. l. Postdirection in Trieft das Ansuchen zu richten, bei dem k. k. Postamte in Laibach ausschließlich slovenische Orts» und Datumstempel einzuführen. Auch dieser Antrag wurde angenommen. Sodann referierte Gemewderath Dr. Gregor ic namens der Polizeisection in ausführlicher Weise über die beantragte Aenderung der Marktordnung in Laibach rllcksichtlich des Vorlaufes. Der Referent gab zunächst eine kurze Geschichte der Laibacher Marktordnung, aus welcher hervorgeht, dass bis zum Jahre 1379 der Vorkauf auf dem hiesigen Markte verboten war. dass aber im genannten Jahre infolge zahlreicher Petitionen der Marlthändler diefes Verbot vom Gemeinberathe auf-gehoben wurde. Der Effect der Aufhebung diese« Ver-botes war für das consumierende Publicum lein günstiger ——-------- -^ Nachdnxl verholen, Zerstoßen »nö Verlassen. Roman von «mile Vlichebourg. ^ Vlnsja.. -. (117. Fortsetzung.) ^ufzrr'"!eder Antwort stieß Oenevicve einen schweren Ml. H."s und folgte der voranschreitenden Kloster-Mchrn s/. ^'''"te eine Thür und — das junge , ""ieu <,' ., der Oberin und der Marquise von ^ Berlnr ^" -^ der Marquise von Saulieu — ,°ch ^ un«"V"e F"mde für die Frau. mit der sie Müvste,"U^M ^ die engsten Bande der Natur ^ ""f Erden l'^ ^ "°^ lw't>. wie lein Wesen F ^blvM l. ^ III. apse's «1/"de Damen durch den Bericht Schwester t^esen. ^ ,'ür das junge Mädchen eingenommen ^""his^ 'benaschte sie doch d?r Liebreiz ihrer liiw ^as die nn """9 "us da» angenehmste. b°? sich ka.n, "^'"se bei diesem Anblick empfand, st?"' sich ^',"^°"en wiedergeben. Ihre Augen U>"en di/s", ch '" G'nev.eoe's W'" Zilqe; sie vr?Me,t '„^"' und es war, als suche sie nach ein.r ^H^.'^ H"z schon, ach, nur zu oft si ^le la fiatte. d.^"e zum"^irses junge Mädchen nicht, welche tÄ< w'e " l'enmale '°h. «"d doch fühlte sie sich tzd. "l hin^^^^ulle Macht »nw'derstchlich zu Es war nicht nur eine gewisse ez 'Uhlte ihr einflösste, sondern schon? 'hr ,'^' ich. h<,,s ^ das Mädchen liebe; ^" s"t langte, als ob ihr die junge F.emde U" Zeit bekannt wäre. Diese Empfindung war so mächtig, dass, wenn sie sich nicht gewaltsam beherrscht, sie am liebsten die Arme ausgebreitet und gerufen haben würde: «Komme an mein Herz. mein Kind, denn ich liebe dich!» Sie seufzte fchwer auf und flüsterte le,se: «Immer der gleiche Wahn!» Die Großmutter ahnte nicht, dass es die Stimme der Natur war, die sich in ihr regte. «Mein liebes Kind,» sprach die Oberin sich er-hebend, in sanftem Ton, .Sie befinden sich hier in Gegenwart der Frau Marquise von Smilieu, der groh-miilhiqen Gründerin de« Asyls, welches Ihnen in der verflossenen Nacht ei» Obdach gewahrt hat.» Das junge Mädchen verneigte sich ehrerbietig. Ihr Blick verrieth die dankbare Bewunderung, welche sie für die vornehme Dame empfand, die ihren Reichthum dazu verwendete, das Elend der Unglücklichen zu lindern. Die Marquise war gerührt, ohne so recht eigentlich zu wissen, weshalb. Die Klosterfrau bot Vencvieoe einen Stuhl Sie nahm Platz, und bald zu der Marquise, bald zu der Oderin emporblickcnd, erwartete sie m,t einer gewissen Spannung die Fragen, wrlche man an sie stellen würde. «Mine liebe Tochter.» hob die Oberin a», «nach all.'M Vultheilhaften, was Schwester Agathe mir von Ihnen erzählt hat. hielt ich mich für verpflichtet. Ihre Worte der Marquise von Sanlieu zu wiederholen. Ich erzählte ihr. dass Sie von zw-i Pulizisten hmh>r gebracht wurden, welche Ihnen auf dem Boulevard Sanct Germain begegnet sind. Glelch der Schwester Agathe und mir, ist auch die Frau Marquise von Ihrem Un» glück gerührt, umsomehr. als wir alle dasselbe für ein unverschuldetes halten. Sie ist daher geneigt, sich für Sie zu interessieren und Sie. soweit es in ihrer Macht liegt, zu unterstützen. Wir wollen nicht zweifeln, das« Sie der Wohlthaten unserer hochverehrten Gönnerin würdig find, aber bevor dieselbe Ihnen ihren mächtigen Schuh angedeihen liiist. muss sie wissen, auf welche Weise sie Ihnen nützlich sein "ann. Sprechen Sie folglich ofsen und furchtlos au«, was sie wünschen und welche Absichten sie in Bezig auf ihre Zukunft hegen. Es soll Ihnen an gutem Rath und Ermuthigung nicht fehlen; vor allem nennen Sie uns Ihren Namen.» «Ich heiße Genevan?.» «Und wie lautet Ihr Familienname?» «Ich habe keinen Familiennamen. Mein Vater und meine Mutter leben nicht mehr. Letztere verließ mich, als ich noch ganz klein war. weshalb, das weiß ich nicht. Ich weiß nicht, woher und welcher Herkunft ich bin!» «Armes Kind!» sprach die Marquise von Saulleu erschüttert. «Ich weiß nur eins; nach allem, was man mir gesagt, dürfte ich zweiundzwanzig Jahre alt sein,» setzte Oeneoicve hinzu. «Zweiundzwanzig Jahre,» dachte die Marquise für sich. «gerade das Alter meiner Enkelin!» «Von Ihrer Mutt?r verlassrn, st»d Sie wohl von barmh rzigfn Menschen ausgenommen worden, oder kamen Sie in das Fmdelhaus?» forschte die Oberm. «Nein, ein braver Mann nahm sich meiner an; er hat mich erzogen und geliebt, als ob ich in Wirt-lichleit seine Tochter wäre.» (Fortsetzung folgt.) iwibachtt Zeitung Nr. 231. 1920 8. October 1890. und bald kam eine Bewegung in Fluss, welche das aber« malige Verbot des Vorlaufes anstrebte. Insbesondere war es der Veamten'Consumverein, welcher im Jahre 1U88 in dieser Angelegenheit dem Magistrate eine wohlmoti-vierte Denkschrift unterbreitete. Wie der Referent weiters ausführte, beschäftigte sich die Polizeisection eingehend mit der Eingabe des Beamten-Consumvereines und beschloss, derselben Folge zu geben. Es sei einleuchtend, dass es fiir den Consumenten günstiger ist, die zu Markte gebrachten Lebensmittel direct vom Producenten zu kaufen, als selbe von Vorkäufern zu beziehen; auch wären die Hausfrauen vor Insulten geschützt, welchen sie seitens der Vorkäufer stets ausgesetzt sind. Wenn das Verbot des Vorlaufes in Vriinn, Agram, Graz, Klagen» fürt, Innsbruck, Lemberg, Troppau und Zara sich für das consumierende Publicum vortheilhaft erweist, so sei es zweifellos, dass auch das hiesige Publicum ein solches Verbot mit Freuden begrüßen wird. Sei einmal der «Ring» der Vorkäufer gebrochen, so werde dies sicherlich auch auf die Marktpreife günstig wirken, da jetzt nicht die Producenten, sondern die Vorkäufer die Preise be» stimmen. Um das Verbot jedoch wirksam zu gestalten, müsse der Vorkauf nicht nur auf dem Marktplatze, son» dern im Pomörium der Stadt überhaupt verboten werden. Referent Dr. Gregoric stellte schließlich namens der Polizeisection folgende Anträge: I. Der Paragraph 5 der gegenwärtig in Kraft be« stehenden Marktordnung vom Jahre 1666 hat in ab« geänderter Fassung zu lauten: «Der Markt für die in den Paragraphen 1 und 2 bezeichneten Waren dauert vom frühen Morgen bis 3 Uhr nachmittags, an Sonn« und Feiertagen jedoch nur bis 10 Uhr vormittags. Bis 10 Uhr vormittags ist der tägliche Marktvertehr nur für den Einkauf des Hausbedarfes bestimmt. Bis zu dieser Stunde ist im ganzen Bereiche der Stadt jeglicher Vorkauf von täglichen Lebensmitteln, als: Grünzeug, Obst, Geflügel, Eier, Fett zc., bei Strafe verboten. Ausgenommen sind: Getreide, Schweine, Kleinvieh, dann Marltartilel, als: Honig, gedörrte Zwetschken auf Wagen u. s. w.» II. Der Paragraph 19 hat zu lauten: Uebertretun» gen der Marktordnung, falls sie nicht nach dem allgemeinen Strafgefehe geahndet werden, werden mit einer Geld» strafe von 1 bis 10 fl, mit Arrest bis zu 48 Stunden, mit Entfernung oder Ausschließung vom Markte belegt. Die Übertretung des Verbotes des Vortaufes wird das erstemal mit der Confiscation der gekauften Ware oder mit einer Geldstrafe von 1 bis 10 fl. bestraft; das zweite« mal mit der Confiscation der Ware und mit einer Geldstrafe von 1 bis 10 st., das drittemal außerdem mit der zeitlichen Ausschließung vom Markte. Eventuell kommt in allen diesen Fällen die Arreststrafe in Anwendung. (§ 70 der Gemeinde«Ordnung.) III. Per Stadtmagistrat wird beauftragt, das Er» forderliche zu veranlassen, damit diese Aenderung der Marktordnung mit dem l. November l. I. in Wirksam« k»'it trete. Gleichzeitig wird der Stadtmagistrat mit der Ausarbeitung einer neuen, den gegenwärtigen Verhältnissen entsprechenden Marktordnung beauftragt. (Schluss folgt.) — (Personalnachricht.) An Stelle des zur Dienstleistung im Ministerium des Innern einberufenen Bezilkscommissärs Herrn Dr. Andreas Grafen Schaff« gotsch wurde der V?zirlscommissär Herr Wilhelm Ritter Laschan von Moorland mit der Leitung des Prä» sidialbureaus der k. k. Landesregierung betraut. — (Impfprämien.) Das k. k. Ministerium des Innern hat mit Trlass vom 26. September l. I. in An» erkennung der Verdienste um die Förderung der Schuh» Pockenimpfung im Jahre 1889 die erste Impfprämie im Betrage von 63 fl. dem inzwischen verstorbenen Districts-arzte Franz Bachmann, beziehungsweise den gesetz« lichen Erben desselben, die zweite Impfprämie im Be« trage von 52 fl. dem Districtsarzte Johann Schuntar in Idria, die dritte Impsprämie im Betrage per 42 fl, dem Districttarzte Valentin Nrvar in Rudolfswert ver. liehen. Aus dem gleichen Anlasse findet die k. l. Landes« regierung für die ersprießliche Mühewaltung dem l. l. Bezirlsarzte Dr. Stanislaus Stergar in Loitsch, den Districtsärzten Dr. Josef Ken da in Wippach, Eduard Globocnik in Krainburg und Matthäus Oblal in Littai, dann wegen thatkräftiger Unterstützung des Impf« geschäftes dem gesummten Elerus, insbesondere den Pfar« rern Johann Dovic in Hönigstein, Lorenz Gantar in Tschermoschnitz und Jakob Razpotnil in Weixel-burg, den Lehrern Nrko, Kavcic, Skalö und Trost des Bezirkes Adelsberg und dem Bürgermeister Stepic in Weixelburg die öffentliche Anerkennung aus» zusprechen. — (SigmundZoisalsNaturhistoriker.) Im Feuilleton der «Wiener Zeitung» veröffentlicht unser Landsmann Herr Nlbin Belär einen instructive« Aufsah über Sigismund Freiherrn von Zois und feine Bedeutung als Naturhistoriker. Mit Genehmigung des Ver» sasser« werden wir da« Feuilleton, welches insbesondere Wrzulande großem Interesse begegnen dürste, in einer v« nächsten Nummern unsere« Blatte« reproducieren. l,^.. «5 - * *"" Vemeinderathe.) T)er La». dach« Gem«nder°ch h°l in seiner gestrigen Sitzung n°ch einer langwierigen Debatte, an welcher sich zahlreiche Gemeinderäthe betheiligten, die in unserem heutigen Be« richte aus dem Gemeinderathe angeführten Anträge des Referenten Dr. Gregoric inbetreff des Verbotes des Vorkaufes mit großer Majorität angenommen. Weiters wurde der Beschluss gefasst, dass die durch das Gesetz vom 4. April 1890 festgefehle 5proc. Wasserleitungsauflage vom 1. November 1890 einzuheben sei. Ein ausführlicher Bericht folgt in der nächsten Nummer. — (Gemeindewahl in Ebenthal.) Bei der Neuwahl des Gemeindevorstandes der Ortsgemeinde Ebenthal im politischen Bezirke Goltschee wurden gewählt, und zwar: Anton Sigmund von Ebenthal zum Gemeindevorsteher, Johann Lobe von Ebenlhal und Andreas Vlatnig von Kukendorf zu Gemeinderäthen. — (Explosion.) Aus Graz, 7, October, wird telegraphiert: Heute um 8 Uhr morgens flog der Pulverthurm in Kallsdorf in die Luft. Zwei Arbeiter wurden schwer verletzt. Vezirlshauptmann Dr. Ruß begab sich dorthin. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.« Wien, 7. October. Bei der heutigen Landtags» wähl im Großgrundbesitze Niederösterreichs wurden sämmtliche liberale Candidate« gewählt. — Ein Com» muniqui des .Fremdenblatt» weist betreffs des Nicht» erscheinen« der staatlichen Functionäre bei Empfang des deutschen Kaisers auf die diesbezüglichen festen herkömmlichen Normen, wonach die Staatifunclionäre nicht auf dem Bahnhöfe erscheinen, sondern sich nur in der Hofburg zur Vorstellung einfinden. Nachdem der deutsche Kaiser sich nur zwei Stunden in Wien, und dazu meist außerhalb der Hofburg aufhielt, frhlte für einen abgesonderten Empfang selbst die materielle Ze>t; deshalb war auch ein besonderer Empfang der Minister sowie der Botschafter nicht in das Programm auf« genommen worden. Trenczin-Tcplitz, 7. October. Die Grundsteinlegung zu dem neuen Curhause hat gestern in Gegenwart des Obergespans von Kubicza und sämmtlicher Honoratioren stattgefunden. Rom, 7. October. In der veiflossenen Nacht kam es bei Nooara zu einem Zusammenstoße zweier Eisen« bahnzüq«'. Ein Zugsfübrer blieb todt, drei Eisellbahu-Bediei'stete und vier Reisende wurden schwer, mchrere andere leicht verletzt. Paris, 7. October. Der höhere Kriegsrath be schäftiate sich gestern mit mehreren Projecten betreff« der Modification des Vertheidiauuqsjyst'Ms an der Südostgrenze. Es verlautet, der Ndmnalitätsrath solle aufgehoben und dafür ein höherer Marinerath eingesetzt werden. Bukarest, 7. October. Der König und der Thronfolger reifen morgen zll den Manövern nach Pitesti ab und kehren am 18. October nach Sinaia zurück, wo die Königin am 19. October eintrifft. Petersburg, 7. October. Die Rücklehr des ssinanz-ministers nach Petersburg wird für den 19. October erwartet. In Vladivostok wird ein neues Linienbataillon errichtet. Newyork, 7. October. Die deutschen Bürger der Unionstaaten feierten gestern in verschiedenen Städten den zweihundertsten Jahrestag der Landung der ersten deutschen Einwanderer. Munss und Aitevatur. — (Handausgabe der österreichischen Gesetze und Verordnungen.) Das 88, Heft der Handaus« gäbe der österreichischen Gesetze und Verordnungen, das im Ver» lasse der l. k. Hof» und Staatsdruckerei erscheint, enthält die Gesetze und Verordnungen, betreffend die Unfall- und die Krankenversicherung der Arbeiter, mit den wichtigsten einschlägigen Mimsterial.Erlässen, den Musterstatuten und dem Entwürfe einer Geschäftsordnung für Bezirks'Kcankencassen. Der Preis eines Exemplares der Ausgabe beträgt 2 st, Im selben Verlage sind auch die Vorschriften, betreffend den Tarif für Leistungen der Advocaten und ihrer Kanzleien, Preis 10 fr., erschienen. — (Die «Illustration.» Verlag Gustav G. Steiner und Comp., Wien, Stefansplah). Die Unternehmung dieser Zeit» schrift, die sich einer stets steigenden Beliebtheit im Publicum ersreut, setzt flott in den zweiten Jahrgang ihres Vestandes ein. Heft 1 desselben, das soeben vom Stapel gelassen wird, bringt — außer anderm mannigfaltigem und gediegenem Texte — den Anfang eines von Emile Bayard illustrierten Romans von Jeanne Mairct «Die Künstlerin>; der äußerst vornehm wirkende, farbige Titelumschlag zeigt das Interieur einer Thcaterloge, aus welchem eine zwangslos aber künstlerisch ge» zeichnete Damen, und Herrengruppe auf die Bühne blickt; die beiden la^imilez ä'l^uarell «In den Flitterwochen» von E. Brodsti und die Zwickel'sche Photostudie lassen den Beschauer beinahe vergessen, dass die Vorwürfe Reproductionen sind, Blätter, die dem Wert von Original - Arbeiten eine ge» fährliche Toncurrenz entgegensehen. Von Schwarzdrucken sind ein tüchtiges Porträt des Dichters Richard Voh, eine große Serie von gutqewühlten, interessanten Aufnahmen zu der Fahrt der österreichischen Corvette «Fasana». welche jedoch meistcnthrils in dem Iedina'schen Werle «An Asiens Küsten und Fürsten-Höfen» nicht publiciert sind, ferner ein Blatt von Th. Ajdulie» wics «Baschi.Nozoul», eine Reihe Momentbilder von öfter« reichischin und deutschen Wettrcnnplähen sowie ein reich illu-stricrtcr Modebericht hervorzuheben. Alle in dieser Rubril besprochenen Bücher und Zeitschrif-tm ldnnen auch durch die Buchhandlung Kleinmayr 6 Bamberg bezogen werben. — Angekommene Fremde. Am 5. October. Hotel Elefant. Morgenstern, Garinger, Krehan s, Frau und Schwägerin. Hanseli. Wien. — Wolf, Kfm., Frankfurt a, M> — Verwega, Trieft. — Brenner, Lehrer, Vischostack. ^ Grutschuig und Glantschig, Villach. — Meyer. Kfm., Woh "' — Mattausch. Egqcr. — Slaza s. Sohn, RcalitätenbeM, St Marein. — Trappen, Kfm., Pilsen. — Klcinsaßer, >l"-gmimr. Graz. — Wertheimer, Fabrikbesitzer. Steinbrüa. Hotel Stadt Wien. Klinberg. Reisender, Vinzl, Kaufmann, un° Fricdl. Wien. — Gortano und Hama, gavcrtanil, >M licamtcr. Trieft. — Graf. Marburg. — Schindelhauer, VeNw-- Reinhard, Beamter, Graz. — Havliccl, Kaufman"' Marburg, — Sauer. Kaufmann, Groß-Kanisza. — Elch'Ng^ SclMissl,ofer. Kaufmann. Brunn. - Munzi s. Frau, Gen«°' — Präsil. Ingenieur. Prag. ^ Gasthof Kaiser von Oesterreich. Premrou s. Sohn, GM- Susa. Besitzer. Scnosctsch. — Strulelj, Kirchheim. — li>r°", Igmanci. — Kniftc, Wippach. ^. -. Hotel Vairischer Hof. Johann und Theresia Koman. 5)'"""' — Bahor. Eernova. — Kramer, Lehrer, Schönstein. Hotel SMllhnhof. Popp. Arad. - Detleva, Trieft. - AA' Zahlmeisters-Gattin, Gradwcin. — Kristan f. Familie, >»^ distria. — Ferenöic, Einjahrig-Freiwilliger, Innsbruck. Den 6. October. Hotel Stadt Wien. Koch. Stein. - Bernhuber und Hor"", Kaufleute, Wien. - Grablowsli. Beamter, und ssrycz. """' Kielce. - Maritsch s. Schwester. Villach. - Scg°, P"Z ' Vodice. — Wischnich de Nasrod s. Familie, Agram. ^ L" liese. Privatier. Isola. — Pleschutznil, Dechant, Feld"lA, Hoicl Elefant. Polahek und Müller, Kaufleute; Heidinaer. A sender; Gorup. »tuci. pliil., Wien. — Iallen. Weiny«"".. Kropp, — Gimler. Spihenhändler, Gott.'sgab. -- u,g. Leoben. — Deutsch. Kaufm., Sissel. — Poch, HütteninsP"'^ sammt Frau, Assling. — Pertile. Kaufm., Singapo"-^ Goncnig, Marburg. — Radler, t. und k. Hauptman", ^, bach. — Mozina, Cooperator, Slavin«. — Ialsovec, tolovc. — Komar, Semovec. _. _«,:«, Hotel Vairischer Hof. Gür, Trieft. — Schleimer, E""""" Gottschee. ^,, «, Hotel Sildbllhnhof. Lustig, Reisender, Wien. — Noval, d'° < Hornist, und Knific. Pfarrer. Görz. — Seschilel und ^»^ Trieft. — Bauer, l. u. l. Lieutenant. — Dr. Neuber, wraz> Krzizel, l. l. Förster, Obervellach. Rudolfswert, 6, October. Die Durchschnitts-Preise ste sich auf dem heutigen Markte wie folgt: fl. lr, ".^ 80 Weizen per Hektoliter 6 18, Butter pr. Kilo . . ' " 2 Korn . 4 gg Eier. 1 Stück . . - " S Gerste . 5 20 Milch pr. Liter . - > " B Hafer . 2 ßo Rindfleisch pr. Kilo - ^ 58 Halbrucht . 4 hg Kalbfleisch » ' ^ 4s Heiden » 4 54 Schweinefleisch ' ' ^. Z6 Virse » 5 54 Schöpsenfleisch ' - ^ ^ Kukuruz » 5 20 Hähnbel pr. Stück - - ^ ^ Erdäpfel pr. Meter-Ctr. 2 2? Tauben » ' ^, ^ Fisolen per Heltoliter 5 52 Heu pr. M.-Ctr. . -^ ?l1 Erbsen » 5 52 Stroh » Linsen » 5 5il Holz. harte«, pr. Cubii« ^ ^. Flachs . — — Meter. . - ' Leinsamen » — ^ Holz, weiches, pr.Tubll- ^ ^ Rindsschmalz pr. Kilo — 80 Meter . . - - ' ^ ^ Schweineschmalz » — 80 Wein, roth, pr. H«"> ^g ^ Speck, frisch, . — 56 Wein, weißer ' Speck, geräuchert, » — 56 Meteorologische Beobachtungen in^nbB^ ^ _^H ^___________---i^ " 7A7M^'740'si"!"^?^^«^^« ^Nebel y. des Herrn V Jakob Mihelie Theologe des III. Iayra.«"" > sage ich allen für die aufrichtige ! die zahlreichen Kranzfpendcn auf diesem ^ue^ > herzlichsten Danl. ,. <,.<« Hell" > Insbesondere danke ich dem hoch"","'» Al«" > Director Dr. Kulavic, den Hoch">l"'l1"' "5^ > Profcssuren des Pristerseminars und den V"'^^iche" > logen für das ehrende Geleite und d,e z"v > Kranzspenden. > Laibach, den 7. October 1690. > Maria bor^\ 1921 Course an der Wiener Börse vom 6. October 1890. «°«b«n oM«^ «°ur«bl°«e ------ Veld War, Etaate-Nnleben. t!?.''"^Ul!che «ent? w Noten «» 9l> n» »0 i«z<,,'"" -...... 89^!» 89»,, >-«> r ? °6»°°«l°'t , ,50 st. IN, 50 IN,-. M.I, " ' «5"»° ^""ll- ,87?5!,»8LK ^^»>^°^"""' fteuerirei . ,07 90 ,<>810 ^""««t. «lsenl»°bn. «»Mldvtlschrtld«n,ru. "°n!.^Ä»^ ^, "° cstai,«:'"?" 2tü«le , . 87 1« l.770 "°' ««e!n^ b"8,"' v.J. l«?N l», ?5 iiz?o 't°, N°hent.§lbl,-0b,l0Nfl. --. ^- ^ l,?«'"'" ^ '"« 3 «- ««> "« "' '»'^'' "«'^ 4°, ,W fl, 1»?-,ü,«8. Veld Waif Vn,ndentl.>-Ol,I ^°/n galizllchf...... ll>8 ?ü 104 75 K°/« mährisch«...... «US 50 — — .»><>/„ «raw «nb Nlistenlond , . ^ „ — ... V/n niederöstfri-eickilche . . . lln — — — 5.°/« sleirilchl...... __-__ .. ^ 5"/„ lroatisckl »nb slavonisch, . ,«4 zz 105 b<> 5"/° flel>l'l!b!,lgi!chr . , . . ^.^ —._. z"/a Irmeser Vnnlil , , . . ^..„. _._ 5"/,, unaarilcke..... «9.. «gyf, Nude« össentl. Nulthen. Dona»»Neg,^LoIe 5°/^ 1lX» fi. . iz, ». 122 — bt°. «nltih» ^878 . . ,nz 75 lmlßo Nnlthen b« Etakt _ ».-^ llnlehen d, Hitadlaemeinbe Wien ,^'— ine — Pram.'Anl. d. Eladtgem, W!rn ,47». ,45 „ VvrscnbauVlnlebf!' verlo« s>"/<> ffy zn 9850 Pfandlirlefe (sur 100 fl.), «lldt,!«.all<>. »ft. 4°/»», 1l4- ,,475 t>t° » 4'/,°/« ,00 80 W0'5l' dt°. » 4", . . , 98_ «^.^ dti,. Prüm. kchulbverlehr. l»°/, ,„9 _ ^9^ Oc!l. Ht,v°thsl,nbllnl 10j. »«»/, ,0,25 ___. l.ch..un«. «anl verl. 4'/,°/« . <«l ,5 «0, ?ü detto » 4°/, . . ,00—100»" detto 5Ujähl. » 4"/„ , , ,yy.^ ,ol,80 Privrlliits-Obligalloneu (fur »00 fi.). fterbinande Norbbahn ^a ,00 »c> allt»ahn y, O. 4>.,°/, . 88,5 88 75 G,ld War, oefierr. Norbwestbahn . . . zyö 8<> lNO sin Vtaattbahn.......^_ ^ __ Budbahn k »»/«.....,«,^«52 50 » il 5«/n.....11? «5 —>— UN«'««!!,. Vllbn.....100,5 10125 Diverse Lose sp<>r . «rebttlllle 100 fi...... ,8« ,5 18>> - Ilary'Lole 40 fl...... ^-s.,, 5«'5l> 4«/» Donau-Dampfsch. ,<»c> fi. . I,« — 130'- ljaibacher Präm.'Vlnleh. «0 ft. zz — 2» — Ofener Lose 4« fi..... 577, 5»-., P°lfft>.L°se 40 fi...... ««. ^zz,. Nnlhen Kreuz, «ft. »,j, v., 10 fi. ,N — ,9 50 »ubolvh Lose 10 fi..... 19 «l, Ll, - Vlllm.Lose 40 fi...... g, «s, «z.^ Ll..Vt»l>i»-Ll,se 40 ft. , , «,.5« 8,.s,n Walbsiein.Üost 20 fi. . , ,7 5n ,«5,. Windisch-Vräh.Lole 20 fl. . 4« ?ü 48 7t, »ew.Gch. d.8°/„ Prüm .Schuld, versch d. VobencrebitanNa» »7 — »9 — »lMl . UstitU (Per Knlll). »n°l°'Oest, «anl 200 fl. »o°/.«. ig^.«y „g ,„ Vanlverein, Wu-üer ll>l> fi.. , «,<> »5 ,«,> 75 «d,,cr..«»st. «ft. 200 fl. E. 40«/^ "5. _ «47 II l)ll»l. «ll». 200 ss. , „„en „., g« «cnmplc ^ij.,Nbroft. kW ft. . 599 _ So» — Giro» u. lasse»«., Wiener «00 fi. »,«>— »l4 — l «eld «are »>vv<»tl,elenb.,»N. »00». »5"/„». -— — — ^inberbanl, «ft. »00 fl. V. . . »33 80 284 »i> Olftrrr.«unsslll. Banl 600 fi. . 87?- »78- - Unionbanl »00 fi......»4«?5 247 »5 Vrrlehrebanl. «ll«. l40 fi. . , IS3 50 ««1 50 Nctien von Transport» Unternehmungen. sper Vtück). »lbrecht'Vahn »00 fi. Ellber . «z «^ g» - «llfeid'sslumlln. «ahn »Uvss. 3. ,oo 50 »01 50 V«hm. Nvrbbahn 150 fl. , . >^,^ ,^ «,8 «z . weftbahn »00 fi.. . 84» — »44 — Vulchtiehraber «tis, 500 fi. «Vl zz?» ,178 dt°. slit. N.) «00«. . .87 _^ <8»- Donau»Dampfschifffahrt» V«s., Oefterr. 500 fi. «Vl. . . , 85» - »U» Drau.«il. s«.'Db.^N.)»00fl.V. ___ ___ Dui.Vobenb. »is.'«. »00 fi. T. _.^ ^,- _ F«lb».-V. »00 fl. ,.._ ,l»4-5s Lemb.' «zerno».»Iafsy > Visen» b»hn.«esellsch. «» fi. O. . ,8« ,5 «0 ^0 Lloyb,«ft.»un,,,lr«l 3 1»5 — l8« — InduNrte.Actlen (per 3tü 4b 5», Valuten. , Ducaten........ »4» »4» ü ^«»«> ' " ^lallenllch» «anlnoten (tl»o V) 45»6l 4b »l> r Ein- und Verkauf aller im Coursblatte notierten eQten und Valuten empfiehlt sich bestens die (37ßl) 300-28 Wechselstube des Bankhauses Sclieltmnimer & Sclattera WIEÄ, I., Kärntneratraase 9O.