Pril«l«er»ttou» * Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . 8 ff. 40 lt. Halbjährig . . 4 „ 20 „ Vierteljährig . S „ 10 „ Monattich . . . 4- „ 70 „ Rtt bei Post *»"»j«hrig . . ... 12 fl. Halb»hrig............. 6 „ *krt«lj8fcta..........3 „ Eaibacher 86c Zustellung in« Hau« ^elj. 25 fr., wonatl. 9 kr. Einzelne Hummern 6 ft. TJ Nr. 183. Logblntt. Anonyme Mittheilnngen «erden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Freitag, 10. August 1877. — Morgen: Susanna. KeMctUn: Bahnhofgaffe Nr. 15. «xpeditions- * Jnseraten-Bureau: Kongreßplatz Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. 6. «lein-mayr * geb. Bamberg.) Jnserttsuspretse: Kür die einspaltige Petitz i 4 tr., bei wiederholter' schaltung i 3 kr. Anzeigen bi« 5 geilen SO ft. Bei grSßeren 3n|tratnV wV, öfterer Einschaltung etii chender Rabatt. Kür complieierten Satz besondere Vergütung. 10. Jahrgang. Aus dem nationalen Lager. Der Tag de» Zorne» ist angebrochen, die nationaler, Götter senden ihre Blitze über die Häupter brr Türkenfreunde herab und schwingen ihre Donner-«Ue über jene Mächte, bie der Ausführung de» für den 12. b. projektierten Tabor» Hinbernd in ben Weg traten. Den Arrangeuren be» projektierten, jedoch verbotenen nationalen Meeting» genügt e» nicht, ben Befühlen de» Zornes in nationalen Blättern freie Zügel schießen zu lasten, als Ablagerungsstätte dient denselben zu wiederholten malen die in deutscher Sprache aufgelegte und in Agram erscheinende „Agramer Presse." Da» Taborverbot kam den Arrangeuren zur ungelegensten Zelt, e» war alle» so gut eingeleitet, der zwölfte August sollte ein Tag dt» Jubel» sein, bie orientalische Frage sollte sozusagen ba» Lamm Gotte» sein, „welche» bie Sünben bet Welt hinwegnimmt,« welche« ben Patriotismu» für Oesterreich in bunklen Schatten unb bie Sympathien für das slavische Rußland in brillanter Beleuchtung in den Vorder-fltunb stellen sollte. Der zwölfte August sollte der Hohen Pforte den Wunsch der slovenischen Nation kund geben, dahin lautend, daß die türkische Herrschaft in Europa sich überlebt habe und der Divan de» «»manischen Reiche» jenseit» der Dardanellen ^>sjurichten wäre. Eine Stimme au» bem nationalen Lager Laibach» ^greift in der „Agramer Puffe* da» Wort, um da» erfolgte Taborverbot näher zu beleuchten. Diese Stimme läßt sich dahin vernehmen: Oesterreich fei ein Staat der Widersprüche, wa» gestern dort gestattet war, wird heute hier verboten. Die Arrangeure de« Udmater Tabor» gaben fich der Meinung hin, daß ba» zwischen Oesterreich unb Rußland bestehende Freundschaftsbündnis die Abhaltung eine» nationalen Tabor» und den Au». druck lebhafter Sympathien für Rußland immerhin gestatten bitrfte. Die Arrangeure be» Udmater Meeting» gaben sich der sicheren Hoffnung hin, daß Oesterreich-Ungarn ohne Verzug und vereint mit Rußland zur Vertreibung der Türken au» Europa schreiten werde. Die in der „Agramer Presse" laut gewordene Stimme betont, der Udmater Tabor wäre, wie bereit» ein Wiener Blatt bemerkte, ganz „harmlos" abgelaufen. Wir kennen unsere Pappenheimer, wir kennen die Harmlosigkeit derselben ebenso gut wie die vielgepriesene „Humanität" der Russe« und bie WohlihätigkeitSacte der sibirischen flnute. Die in der „Agramer Presse" fich kundgebende nationale Stimme au» Laibach bemerkt: „Austria geht ihren dunklen Weg; Nacht und Finsternis umhüllen ihre Schritte; sie weifet jeden Wegweiser und Rathgeber, fei er türkisch oder antitürkisch gesinnt, ab; der von ihr allein eingeschlagene Psand muß sie zum Lichte führen, — wir fürchten aber, daß ihr Sehnerv beim Uebergong au» der Finsternis in die Hille derart gelähmt werden könnte, daß sie total erblinden könnte. In ihrem Unglücke fich selbst überlassen, ohne Freude, dürfte «ustria dann einsam und allein, ohne Wegweiser, den Weg zu ihrem Grabe fortwandeln." Diese Stimme au» dem Laibacher nationalen Lager führt in ihrer der „Agramer Preffr" übergebenen Original-Korrespondenz weiter an: .Die deutschliberale Partei gräme fich darüber, baß bie Nationalen nach Rußland hinüberschielen, daß die nationalen Herzen am Balkan unb an bet unteren Donau weilen, aber bie Nationalen seien ja Slaven, unb gute Slaven." Die nationale Stimme au» Laibach tritt schließlich mit bet Behauptung auf: „daß die Stimme der Mehrheit der Nation im despotisch regierten Rußland mehr Geltung habe, als in manchem ton« ftitutionellen Kultutstaate. In Rußland habe man mit Gott noch nicht abgebrochen, dort ist noch de« Volke» Stimme — Gölte« Stimme. Die Geschichte lehrt, daß ein russischer Despot der Stimme seine« Volkes Folge leistete, während eine constitutioneUe Regierung die Stimme ihrer freien Unterthonen mit allen Mitteln zu unterdrücken bestrebt war." Wir vermeinen einen Akt der Gerechtigkeit erfüllt zu haben, indem wir diese neuesten Kundgebungen im nationalen Lager auch in bie Spalten unsere« Blattes ausgenommen haben. Der Inhalt dieser Kundgebungen charakterisiert unsere politischen Gegner, et stellt bie Arroganz, bie Unloyalität derselben in ba« richtige Licht. E« ist überflüssig, in bie betalt« lierte Beleuchtung dieser Kundgebungen einzugehen; der Inhalt betseiben verletzt ba« echt öfter« Ieuilleton. Schatten. den Papieren eine« alten Kriminalisten von*,*. (Fortsetzung.) » 9n bem Hintetzimmer btt Etage waren bie "stk versammelt. Dorthin begaben sich beide. h Al» Albert eintrat und die Anwesenden musterte, Wfcte et und wurde sichtlich verlegen. 2, Fast sämmtliche Personen, welche fich in dem gl^tttet befanden, waten bei jenem unseligen Prozeß f.nt 81 gewesen. Der Jüngling fand in der Ge-'Uschaft nicht nur ben Wirth be« Hotel« wieder, 1 welchem bet Mord geschehen war, unb ben Polizei« '“mten, welcher ihn verhaftet hatte, auch bie mit 't damals über ihn verhängten Untersuchung be« . ®“ten Richter waren gegenwärtig. Der ftommerzitn* war noch nicht anwesenb. ns Nicht ohne Scheu trat Albert in den Kreis. >”a8 btaäcnbe Gefühl, welches bie Worte bes Kri-di s>. ichEer« forhin schon fast gänzlich verbannt hatte, °9te aus» neue in feinem Innern zu erwachen. lu*t ^ Mühe verbarg er feine Verwirrung nnb ™,e Theil an bet allgemeinen Unterhaltung, welche fich um gleichgiliige Dinge brehte, zu nehmen. Jeben Augenblick aber stockte bie Unterhaltung. E» schien a(» laste ein Alp auf bet Gesellschaft. Alle waren ernst unb in sich gekehrt unb zeigten ein gemessene», peinliche», gezwungene« Wesen; selbst bem alten Kriminalrichter konnte man e« anmerken, wie sehr et fich Mühe gab, ein anregenbe«, ungezwungene« Gespräch zufianbe zu bringen. Albert schien fich in«befonbere unbehaglich zu fühlen. Er hatte erwartet, in einen fröhlichen Krei» zu treten, unb fanb fich jetzt auf ba« Unangenehmste getäuscht. Er traf in bet Gesellschaft Personen, bie ihn an bie schrecklichsten Tage feine« Leben« erinnerten unb ihm Ereignisse vor die Seele zurück-tiefen, an welche er nur mit Grauen zu denken wagte und dessen Andenken et gern für immer begraben hätte. Alle die qualvollen Szenen jener Zeit zogen auf« neue an feinem innern Auge vorüber, er burchlebte sie noch einmal wiebet; alle«, wa» er sah unb hörte, machte ben peinlichsten Einbtuck auf ihn unb verwirrte ihn sichtlich. Er war ouffaCenb bleich, fein Auge schweifte ruhelos im Zimmer umher, unb bie seltsame Hast» Mit welcher et sprach, gab auf ba» deutlichste Kunde von der Aufregung, in der er sich befanb unb bie er vergeblich hinweg zu verbannen suchte. Et ließ nur selten sein Auge auf bie anderen fallen, diese hingegen fixierten ihn scharf. Nach dem Verlauf einer halben Stunbe würbe ber Kommerzienrat!} S. gemeldet. ^ Die Blicke aller richteten fich wie mit einem Schlage auf den Jüngling, unb e« schien, als wollte jeber ben Einbtuck erforschen, ben ber Name be« ©anquier« auf ihn heroorbrlngen mußte. Albert raffte bie letzte Kraft zusammen, aber er konnte e» nicht verhindern, baß ein krampfhafte« Zittern feinen Körper bewegte. Er sank auf einen Augenblick in fich zusammen. Al« ber Banquier eintrat unb fich kalt unb hochmüthig wie gegen alle anderen, so auch gegen ihn verneigte, schwand der letzte Rest von Hoffnung au« seinem Herzen. In ben harten, stolzen Gefichtszügen be« Millio« när« war auch nicht bie kleinste Spur von Mitleid ober Erbarmen aufzufinden. Bald nach der Ankunft de« letzter« setzte man sich zu Tische. Dem Jüngling wurde ber Platz zur Linken be« Kriminalrichter» zugewiesen. Man aß ohne viel zu sprechen. Zum Dessert wurden Früchte herumgereicht. B. griff nach einer Porzellanfchale, auf welcher Aepfel lagen, unb reichte fie dem Jüngling hin. reichijche patriotische Gefühl. Mit Leuten, bei denen die russische Reichsverfassung und Knute höher im Kurse fleht, als die constitutionelle Regierungsform und die freiheitliche Strömung in Oesterreich, ist jede weitere Conversation unmöglich. Nur eines wollen wir schließlich noch bemerken: Wir suchen die Ralhgeber und Wegweiser der Austria niemals in jenem Lager, aus welchem dir in der „«gramer Presse" erschienene „Original-Korrespondenz aus Laibach" stammt. Die Udmater Resolution päre wahrlich da« richtige Rezept, die Austria frühzeitig „ihrem Grabe zuwandeln" zu sehen. Vom Kriegsschauplätze. In Russisch-Polen werden Anstalten zur Organisierung des Landsturms (Opoltschenjc) getroffen. Die Dorfrichter erhielten den Auftrag, Verzeichnisse aller kampffähigen Männer von 18 bis 45 Jahren anzulegen. Bon diesen Männern darf keiner ohne Erlaubnis Ruistsch-Polen verlassen. Die Mobilisierung der Landwehr und dir neue Rekrutierung machen rinen deprimierenden Eindruck. Großfürst Nikolaus soll am 3. d. M. bei Plewna die Türken besiegt und Plewna besetzt haben. Die Operationen gegen Rustschuk und Schumla wurden wieder ausgenommen und die Lom-Linie überschritten. Die Eisenbahn bei Betova und Tschernawoda wurde durch WoronzoffS Division zerstört. Südlich vom Balkan stehen keine Russen. Die Türken sollen Hamkioei besetzt haben. Bei Olteniza wurde eine Pontonbrücke geschlagen, auf der täglich Truppen die Donau überschreiten. Zwei russische Kavallerie-Regimenter und rin Bataillon Infanterie griffen am 8. d. das von den Türkrn besetzte Jaslar an. Der Angriff wurde abgewiesen, aber wieder erneuert, als die Russen Verstärkungen von Popkai erhielten. Es ent-wickelte sich ein blutiger Kampf, btt mit dem Rückzug der Russen endete. Dir türkischen Monitors bei Rustschuk find beschädigt und leiden an Kohlenmangel. Die bei NikopoliS erbeuteten Monitors sind bereits manövrierfähig gemacht. Es verlautet, Mehemrd Ali'» Vormarsch auf Tirnowa sei nur rine Diversion zur Maskierung seiner eigentlichen Absicht, welche dahin abzielt, durch eine rasche Contrebewegung mit der Hauptmacht gegen RaSgrad den Russen den Rückzug über dir Donau abzuschneiden. SuleimanPascha drängt, nachdem er das Corps Gurko im Tundscha. Thale bereits unschädlich gemacht, durch den Schipka- ES schien, al» habe sich AlbertS Aufregung auch dem Kriminalrichter mitgetheilt. Die Hand desselben zitterte, als er seinem Gast die Schale präsentierte. Dieser wies sie zurück. Er erklärte, daß er keinen Appetit mehr habe. Der Greis ließ sich jedoch durch diese Weigerung nicht abhalten, ihm wiederholt die Schale zu präsentieren. Fast mit Gewalt nöthigte er ihn, zuzugreifen. Albert mußte, wenn er nicht unartig erscheinen wollte, nachgeben, er nahm deshalb einen Apfel, aber vergeblich suchte er nach einem Messer, um ihn zu schälen. B. tauschte in diesem Augenblicke, ohne daß der Jüngling es bemerkte, mit dem ihm gegenüber« fitzenden Kriminalbeamten einen Blick des Einverständnisses au». »Fehlt Ihnen etwas?" fragte er, indem er fich seinem Gaste zuwandte. „Man hat vergessen, mir ein Messer zu geben,“ war AlbertS Antwort. Der Kriminalrichter schirn über den Bedienten erzürnt; aber nun brmerktk man erst, daß kein dienstbarer Geist zugigen war und daß fich dit Gäste allein im Zimmer befanden. Paß nordwärts, um sich mit Oswan Pascha und Truppentheilen tili MehemedS bei Gabrowa zu vereinigen. Politische Rundschau. Laibach, 10. August. Inland. Die „Deutsche Ztg." knüpft an die Monarchenbtgegnung in Ischl folgende Bemerkung : „Die Begegnung der Kaiser von Oesterreich und Deutschland geht in einem Augenblicke vor sich, in dem die Orientkrise in ihrem Brennpunkt angelangt ist. Rußland schickt sich an, die politischen Rücksichten beiseite zu lassen, welche bisher seiner Kriegführung anhafteten. In Zukunft sollen nur rein militärische Momente die Maßnahmen des russischen Hauptquartiers bestimmen. Damit ist der Entschluß des Zaren ausgesprochen, auch Serbien in die KriegSaction hineinzuziehen. Alle Feinde der Moslims werden zum Kreuzzug wider dieselben aus-geboten. Griechenland rüstet über HalS und Kopf, in kurzem wird von einem Ende der Balkan Halbinsel bis zum ändern der Schlachtruf ertönen. Da wird Oesterreich notgedrungen Stellung nehmen müssen, da dürfte sich das fernere Zuwarten als gänzlich unzulässig Herausstellen. Biel wird dabei auf die Haltung Deutschlands ankommen, und unter diesem Gesichtspunkte gewinnt die Kaiserbegegnung in Ischl eine so eminente politische Tragweite." „Ellenör" hofft, daß die zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn schwebenden Zollvtr Handlungen zum Ziele führen. Der galizische Landtag »öffnete vorgestern seine Sitzungen. Die Frist für feine Berathungen ist eine äußerst knappe, da der Landtag mit Ablauf dieses Monate wieder geschlossen werden muß. Die „Presse" bemerkt: „Wir wollen hoffen, daß die Vertreter des Landes Galizien die ihnen so kurz zugemessene Zeit durch eine aufopfernde und nützliche Thätigkeit so gut als möglich zu verwerthrn suchen werden. Ein wesentliches Hindernis aber für eine ersprießliche Wirksamkeit wäre sofort geschaffen, wenn der Landtag in eine langwierige Adreß- und etwa auch noch Orientdebatte sich einlassen wollte. In diesem Falle müßte man den Beratungen der galizischen Landesboten von vornherein jeden Erfolg absprechen." An-land. Wie Londoner Blätter melden, stammen die Friedensgerüchte, die seit zwei Tagen wieder im Umlaufe find, direkt aus dem Kriegsministerium in Konstantinopel, wo Mahmud Damat Pascha wieder der Alleingewaltige ist. Der Schwager des Sultans ist überzeugt, daß B. erhob sich von seinem Sitze. Er war in diesem Augenblicke eben so bleich, wie der Jüngling. Seine Stimme klang hohl aus der Brust heraus, als er sagte: „Entschuldigen Sie die Nachlässigkeit meines Diener». Ich werde sogleich dafür Sorgt tragen, daß da» Versehen wieder gut gemacht wird." Mit diesen Worten näherte er sich einem kleinen Schranke, welcher in der Ecke des Zimmers stand. Er öffnete denselben rasch, nahm einen Gegenstand daraus hervor und kehrte mit demselben an den Tisch zurück. „Sit wollen ein Messer?" ries et mit gehobener Stimme, indem er sein Auge mit durchbohrendem Ausdruck auf AlbertS Antlitz richtete. „Hier, nehmen Sit ditsts I" ES war tin kleines Messer mit silbernem Griff, welche» et dem Jüngling mit obigen Worten entgegenhielt. Albert griff darnach, aber sogleich zog er die Hand zurück und starrte wie mit wahnsinnig verzerrtem Gesichte den vor ihm stehenden Richter an. Ein dumpfer Schrei drang über feine Lippen. „So nehmen Sie doch," wiederholte jener; „ein Zufall, daß ich diese» Messer bei der Hand habt. — Sit kennen e» ja." e» für die Türkei kein größeres Unglück geben könnt, als allzu siegreiche türkische Feldherren, da dann an die Stelle einer geordneten Regierung eine Präto-rianerhcrrschast treten und mit den siegreichen türkischen Heeren wieder die alte Janitscharenwirthschaft zurückkehren würbe. Dazu fehlt e« noch dem türkischen Kriegsministerium an Gelb, um ben Solbale« den rückständigen Lohn von 23 Monaten zu zahlen, und so könnte ein eventueller Triumpheinzug derselben in Konstantinopel dem türkischen Reiche noch theurer zu stehen kommen, wie eine Niederlage durch die Russen. Man sehnt sich daher im Paläste za Dolmabagdsche nach einem baldigen Frieden, und man ist dort, wie Konstantinopler Depeschen versichern, bereit, Rußland noch größere Concessione« zu machen, als die von der „Time«" erwähnten, um nur bald die Armeen, die der türkische Staat«' schätz nicht mehr erhalten kann, wieder heimschicke» zu können. Dit spanische Regierung wünscht einen neue« Handels- und Schiffahrtsvertrag mit Frankreich und England auf Basis der vvllständi» gen Gegenseitigkeit und Gewährung einer Herab' minderung des Zolltarife» adzuschließen. Die kubanischen Insurgenten wurden iit sechs aufeinander folgenden Gefechten, weicht ihnen an den Ufern beS Rio San Pedro im Ost-Depar-temmt geliefert wurden, geschlagen. Sie verlöre« mehrere Mitglieder der revolutionären Junta und zwei hervorragende Führer.____________________ Zur Tagesgeschichte. — Frecher Dieb stahl. Am 31. v. M. um 7 Uhr 45 Minuten abends tarn, so erzählt die „Opiniont," wie gewöhnlich der Zahlmeister der oberitalienifchen Eisenbahn mit der etwa 80,000 Lire enthaltenden Kaffe für die I# leistenden Wagenzahlungen nach Venedig und legte dieselbe in ein Zimmer zwischen der Borhalle und dem Kaffeehause, dessen Thüre er verschloß, ohne jedoch das Geld in de« eisernen Schrein zu legen. Nach 8 Uhr schickte ihm, wie ei heißt, der Ritter Jauernig ein Billrtt, und der Portier, welcher dasselbe überbrachte, sagte aus, daß er dasselbe einem Herrn Übergeben habe, der sich im Zimmer befand im» den er für den Zahlmeister hielt. Dieser las das Billett und erwiderte nichts als „Ya bene“ (Es ist schon gut). Uffl halb 9 Uhr kehrte endlich der Zahlmeister zurück, fand die Thür ausgesprengt und die Kasse mit dem ganzen Velde verschwunden. ES ist auffallend, wie die Räuber bei der großen Menge von Mtnschtn, die stets in der Vorhalle und in dem Kaffeehaufe anwesend sind, eine große Kaffe, welcke alle Bahnbeamten kennen, sorttragen konnten, ohne bemerk! zu werden. — Bei der PariserWeltauSstelluug wir1 auch die Tiroler Holzschnitzerei vertreten sein, der Herr»'' Und noch einmal streckte er dem Gepeinigt bas Messer mit bem silbernen Griff entgegen. Albert konnte sich nicht länger halten; er wurW bleicher, verwirrter; seine Augen quollen aus ihre» Höhlen, und den Blick starr auf bas Messer tv richtet, sprang er plötzlich von seinem Stuhle emp»r' Der alte Richter trat ganz nahe an ihn Hera" utib hielt ihm bas Messer unter bie Augen. , Ein krampfhaftes Zucken bewegte ben ganze» Körper des Jünglings unb langsam wich er, Augen noch immer starr auf baS Messer geri*te' zurück, inbem ein dumpfes Stöhnen aus seiner hetvordrang. Aber der alte Richter ließ nicht nach, er foflr ihm bis in bie Mitte des Gemaches. Hier schien ben Gemarterten bie nur mflhi0^ erzwungene Fassung gänzlich verlassen zu wollen, 1 schwankte, unb hätte er sich nicht an ber Lehne ti«‘ Sessels festgehalten, so wärt er umgesunken. , Diesen Augenblick ber Schwäche benützte ^ Kriminalrichter. Mit der einen Hand hielt et W . bas Mefser entgegen, während er ihn mit bet ander an bet Brust packte. „Erkennst du dieses Mefser?" rief tr, und Ton feiner Stimmt drang dumpf durch das Zimt» ; „Da» Blot dt» schändlich ermordeten L. klebt »ara«. ragendste Künstler in bitfem Fache, Peter Stöcker in Brix-legg, wird einige seiner neuesten Weite dahin senden, denen zweifelsohne der Beifall der Kunstkritiker und die öffentliche Anerkennung nicht auSbleiben werden. Nocker ist, wie der »Tiroler Bote" sagt, seit Niederkofler einer der wenigen, dessen Werke in diesem Genre auf wirklichen Kunstwerth Anspruch machen können. — «Wen wir hassen?" Unter diesem Stichworte bringt die „Allg. deutsche Zig. für Brasilien" folgendes, ganz nettes Gedicht: »®3 ist nicht wahr, daß wir den Priester hassen. Nicht wahr, daß wir des Gottes bar geworren, Nicht wahr, daß wir den Geist der Jugend morden Und ohne Glauben sie erziehen lassen: Noch beten wir stets zu ihm, den zu erfassen #ein Mensch vermag; doch den die wilden Horden Nicht minder ahnen an deS Eries Borden, hier zu Land des Solls verdummte Massen! Die Priester nicht, wir hassen nur die Pfaffen! ®it ihre- heil'gen Amtes nimmer walten, Nicht Frieden bringen, fondern Unheil schaffen; ®i* Lügen uns statt Thristi Satzung geben, Die Gott den Herrn zum Menschen umgestalten Und einen Menschen gar zum Gott erheben I" — Wunderschwindel. In Marpingen (Bezirk Trier) und DietrichSwalde (Ostpreußen) dauern die „Wun> dfvetschtinungen" fort. AuS letzterem Orte wird berichtet, daß die Mutter GotteS sich seit einigen Tagen, außer den beiden Schäfermädchen auch dem Propst sichtbar machen soll. Der Zufluß von Pilgern zu der heiligen Ulme ist nach wie tiu kolossaler und um so bedauernSwerther, als dadurch bie nothwendigen Ernte-Arbeiten vernachlässigt werden. --Die Doldprovuction in Australien fährt fort, eine „abnehmende Industrie" zu sein. Die Sie* gietungS-Bergbeomten in Victoria schätzen den Geldertrag dieser Kolonie für daS erste Quartal des laufenden Jahres auf 182,790 Unzen, d. i. eine Verminderung von 45,850 Unzen gegen das oothergtgangtne Quartal, und von 58,139 Unzen gegen daS korrespondierende Quartal des Vorjahres. Zwei Drittel des obigen Ertrages sind aus Quarzminen gewonnen, und nur ein Drittel durch Auswaschen. Die Anzahl der während des Quartals beschäftigten Bergleute betrug circa 40,000, wovon 11,000 Chinesen und 29,000 Europäer waren. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Vierhundert jähriges Jubiläum.) Der Marktort L a a s in Krain (CoLaasium) wurde vom Kaiser Friedrich im Jahre 1477 am Montage nach Laetare I» einer Stadt erhoben. Die Bewohner von LaaS wer-*en dieses wichtige Ereignis in entsprechender Form am ^ August 1. I. feiern. Es sei nnS gestattet, über Laas und Albert sank in die Kniet. «Erbarmen I" ächzte er und streckte dem Richter abwehrend die Hände entgegen. 6 Bleich und erstarrt standen die Zeugen dieser K*11 im Kreise umher. , Niemand wagte die Stille, welche jetzt entstand, ?, unterbrechen. Aller Augen waren aus den Jüng. ”8 gerichtet, und die Erregung, welche sich aus uen Gesichtern malte, zeigte deutlich, wie gespannt ue aus den Ausgang waren. »Elender, du bist der Mörder!" h Diese Worte schienen den Jüngling völlig zu vernichirn. Hilse suchend irrten seine Augen umher. versuchte fich aufzurichten, aber seine Kniee ver-lÜftn den Dienst. Sein Antlitz überzog sich eiuer fahlen Bläffe. «v„..Jch will gestehen, — aber fort mit dem -Werfet— a «Bist du der Mörder meines unglücklichen öttunbeg ?" »Ja, ich bi» der Mörder." leblos brach Albert bei diesen Worten zusammen. 6, Der alte Kriminalrichter athmete tief auf. ?,ln bitter,« Lächeln erhellte auf einen Moment sein b kaltes, ernstes Antlitz. Im nächsten Augen-.«i!?* trat er jedoch ebenso kalt wir zuvor von dem hnmächtigen zurück. Umgebung aus Valvasors Chronik folgendes mitzutheilen: Nahe dieser Stadt fließt der sogenannte Laaset Bach in ein Loch, wodurch von der Stadt und Umgebung großer Schaden abgewendet wird, denn wenn das erwähnte Loch verstopft oder verschlossen wäre, so würde der ganze Laaser Boden einem See gleichen und die Stadt LaaS unter Wasser stehen. Kaiser Friedrich hat die genannte Stadt mit Rechten und Freiheiten ausgestattet. DaS nächst der Stadt seinerzeit bestandene Schloß ist heute nur mehr eine — Ruine. Zu Valvasors Zeilen zählte Laas viele Lederer, die es verstanden, das Leder gut zuzurichten und damit großen Handel zu treiben; es wurden auch Getreide« und Salz Marktlage abgehalien. Laas war auch wegen seiner schönen Pferdezucht berühmt, die dortige Bodenbeschassenheit und Bodenkultur begünstigten die Pferdezucht ganz besonders. In dem seinerzeit da bestandenen Schlosse herrschten die „Herren von LaaS" (Laasern). Freiherr von Valvasor nennt als Besitzer der Herrschaft Laas die Herren: RuSco Laser (1282), Herbard und Rütz von Laas (1293), Fortunin von Laas (1321), Albert von Laas (1327), Ulrich von LaaS (1342), Erasmus von Laas (1462), BaSparn von Laas (1518) und Hans von Laas (1540). Der letzte Herr des Laaferifchen Stamme- wurde von den Bauern zwischen den Ortschaften AinLd und Seisenderg in der Nähe des Gurt« stusses erschlagen. Den Herren von LaaS folgten die Grasen von D r t e n b u r g. Die Herrschaft LaaS war durch einige Jahre auch im Besitz des Patriarchen von Aquileja. Nach Absterben de3 letzte» Grafen von Ortenberg fiel die Herrschaft LaaS durch Testament den Grafen von <$ i 11 i zu. Im Jahre 1436 belagerte Erzherzog Friedrich, nachmaliger Kaiser, die genannte Stadt, jedoch das Glück war den belagernden Waffen nicht günstig, das „gräfliche Volk" machte einen Ausfall aus dem Schlosse, erschlug einen Theil der Belagerer, trieb den anderen Theil in die Flucht und erbeutete viele österreichische Waffen. Der österreichische Feld, haupimann Christof Fladnitzer, der einen Angriff auf LaaS wagte, wurde von einem dortigen Bürger, angeblich Schuster, mit einem großen Messer erstochen. Die Herrschaft Laas blieb in dem Besitz der Grasen von Silli, bis der letzte dieses Stammes unter den Säbeln der ungarischen Heerführer seinen Geist aufgab; hiernach fiel Laas an das Haus Oesterreich. Auch die Freiherren von Haller, die Freiherren von C a r a d u z i, die Fürsten von Eggenberg und Auersperg waren im Btst-e der Herrschaft Laas, aber die Stadt Laas flaue unter landesfürstlicher Oberhoheit. In der Nähe der Stadt Laas steht die Pfarrkirche von Alten» markt, wo sich in uralter Zeit die Stadt Terpo befand. Eben auch in der Nähe von Laas, bei St. Rochus, bestand schon damals eine Tropssteinhöhle. — Die Stadt Laas gehört nach der gegenwärtigen Kronlandseintheilung zur Bezirkshauptmannschaft Loitsch, ist der Sitz eines Bezirksgerichtes und Steueramtes, zählt 107 Häuser und 642 Einwohner. Erst jetzt löste sich die Spannung der Anwesenden. B. sagte, daß er diesen Ausgang erwartet habe. Wie er erzählte, hatte er den Jüngling während der ganzen Zeit seiner ersten Freisprechung nicht auS den Augen verloren und ihn von Spionen um» geben lassen. Nach seiner innersten Ueberzeugung hatte Albert und kein anderer den Mord verübt. Man folgte dem unglücklichen jungen Manne auf allen Spaziergängen» man belauschte seine Selbstgespräche, die sich oft halblaut und verworren aus seiner Brust rangen. Nur aus dem Grunde, ihn genau zu beobachten, hatte B. ihn in sein Hau« gezogen. Er hatte sich nicht getäuscht, als er darauf rechnete, auch den leisesten Argwohn des Jünglings vollkommen zu beseitigen. Er wollte ihn sicher machen, und in dieser Voraussetzung täuschte er fich nicht. Bis zu dem Augenblicke der Enthüllung hatte er das tiefste Schweigen bewahrt. Albert konnte nicht ahnen, wie fest da« Netz war, welche- der Kriminalrichter um ihn geschlungen hotte. Sein Geburtstag und die damit verbundene Feierlichkeit gaben tem erfahrenen Manne die beste Gelegenheit, jenen zu entlarven. Wie glänzend es ihm gelungen war, haben wir gesehen. (Schluß folgt.) — (Die Laibacher Volksküche) rüstet sich be« teils für das am 18. und 19. d. in Aussicht gestellte Gratis-Festessen für die hiesigen Armen, der Kostenbetrag für 400 Portionen ist bereits beisammen; die Herren Brüder Kosler und Föderl üben Acte der Wohlthätigkeit, erste« spenden Bier, letzterer Brvd unentgeltlich. HerrjStadlkasster Hengthaler wird nicht müde, weitere milde Gaben in Empfang zu nehmen. — (Bank „Slavia.") Der Wiener authentische Verlosungsanzeiger „Merkur" ist mit der Bilanz-t a belle dieser Bankgesellschaft nicht zufrieden. DaS genannte Ziehungsblatt findet die Bilanztabelle sonderbar aussehend, denn dir „Slavia" bilanziert nicht nach Branchen, sondern nach Sektionen, deren diese Bank fünf besitzen soll. Man müsse die Bilanz mit Hilfe eines CommentarS lesen; so viel sehe man auf den ersten Blick, daß diese Bilanz feinem imponieren könne, der zu rechnen versteht. Die „Slavia* schließt ihre Bilanz mit der Summe von 3 Mill. 550,560 fl. 9 kr. Der ermähnte „Verlosungsanzeiger" unterzieht die Behandlung der Postanweisungen einer eingehenden scharfen Kritik und schließt dieselbe mit folgender Stelle: „ES fehlt ihr (der „Slavia") keine jener Zierden, dir gewissen, heute schon verschwundenen Gesellschaften ein so schönes Relief großer Summen verliehen, die sich aber hinterher als alle- andere eher, denn als Kapitalsanlagen entpuppten." — (Ein Arbeiter-Veteran.) Gestern in 6et sechsten Abendstunde wurde ein Mann zur ewigen Ruhr bestattet, dessen Name in das Ehrenbuch der hiesigen Geschäftswelt eingetragen zu werden im vollsten Maße verdient. Herr Ludwig Avanzo, 1819 in Graz geboren, trat im Jahre 1832 als Juwelier auf hiesigem Platze im Geschäfte des Herrn Peter ©imonetti in Kondition. Durch eine ununterbrochene lange Reihe von 45 Jahren war Herr Avanzo auf einem und demselben Platze, in einem und demselben Geschäfte unermüdlich thätig, er war eine kräftige, treue Stütze feines Chefs und allgemein geachtet, kurz gesagt, et war ein leuchtendes Muster sür hiesige Arbeiter- und Geschäftskreise. — (Gartenmusiken.) Gestern spielte das kleine Orchester der hiesigen Regiments-Musikkapelle im Garte« des Gasthauses „zur Schnalle," alle Sitzplätze waren besetzt; die Gäste — das Ossizierscorps war zahlreich vertreten — unterhielten sich bestens und »erließen erst um 1 Uhr nachts die gemüthlichen Gartenlokalitäten. — Am Sonntag dien 12. d. abends konzertiert die Regimentsmusik im Garten der Schreiner'schen Bierhalle in der Petersvorstadt. — (Zum AuSfluge nach Veldes.) Die „Kla, genfuTtet Ztg.," bringt heute Bericht, daß der projektierte Ausflug von ffilagenfurt nach Veldes am 15. d. wegen zu gering angemeldeter Theilnahme nicht zustande kommen dürfte. — (Aus den Nachbarprovinzen.) In Bad N e u h a u s bei Cilli sind V\i 4. d. 800, in Bleich e n b e r g bis 1. 6.2699 und in Römerbad bis 4. d. 609 Kurgäste eingetroffen. — Der steiermärkische Kunstverein begann am 1. Juli l. I. das 13. Iaht seiner Thätigkeit. Nach Bericht der „Grazer Tagespost" hat dieser Verein Heuer als selbständiges Prämienblatt einen Farbendruck nach dem so beifällig aufgenommenen Original« gemälde von van der Venne (eine Photographie davon ist in der Kunsthandlung des Herrn Tendier in Graz ausgestellt), „Zur Parade", welches bei ausgezeichneter technischer Ausführung durch die komische Situation erheiternd und anregend wirkt, gewählt und stellt seinen Theilnehmern überdies frei, statt dieses Blattes aus sämmtlichcn früheren Prämienblättern, von welchen so viele außerordentlichen Anklang fanden, eineS für den Antheilfchein zn wählen. — In Graz werden sür den bevorstehenden Kongreß der öfter» reichischen VolkSwirthe und für den würdigen Empfang der Mitglieder desselben die umfassendsten Vorkehrungen getroffen. — In den LandeS»WohltbStigkeitSanstalten zu K 1 a -genf urt standen im Monate Juni l. I. 508 Kranke und 103 Irre in Behandlung und Pflege. — Die klimatischen Kurorte in Kärnten sind nach Bericht der „Blätter für die Alpenländer" Heuer sehr gut besucht; die Kärntner verstehen es, Touristen und Sommerfrischler anzulocktn, ein kräftiges Mittagsmahl wird mit nur 30 kr. berechnet. — Am 21. September laufenden Jahres findet in »lagen» f urt eine LandeS-Bürgermeisterkonserenz statt. — Im Seebad Maria Wörth haben 365 Gäste ihre Zelte auf* geschlagen. — In Villach wird ein Feriensest ftailfinden, die Kronprinz Rndolfsbahn hat den Theilnehmern eine Drittel- Fahrpreisermäßigung jupcftanben. — Jeder Tag bringt dem Malta-Thale bei GSmüitb neue Gäste zu. — Die Agram er Universität war im Borjahre von 300 Hörern besucht, darunter 170 Juristen; der Staatsprüfung unterzogen sich 97 Hörer. — (Eine Epistel an Einjährig-Frei-willige.) Da« «sterr. «riegSministerium hat in der Er. Wägung. alS die Einjährig-Freiwilligen nach ihrem AuS-bitte aus dem Präsenzstande der Armee häufig ihren mili* tlttf*en Pflichten nicht Nachkommen, angeordnet. daß die-selben während ihrer Präsenzdienstzeit hierüber eindringlichst belehrt und dafür ihre Kommandanten verantwortlich gemacht werden. Ebenso find ihnen diese Obliegenheiten bei ihrem Eintritte in die Reserve erneuert einzuschärsen, und ist denselben bei dieser Gelegenheit gleichzeitig bekannt zu geben, in welchem Jahre fie zur Ableistung der vorgeschriebenen Wafsenübung verpflichtet find. Jene Einjährig-Freiwilligen, welche die Prüfung zu Reserve-Offiziere« im theoretischen Lheile mit gutem Erfolge ablegten, im praktischen aber nicht entsprochen haben, find bei Gelegenheit der Uebersetzung in dir Rrserve weiter- ausmerksam zu machen, daß ihnen gestattet ist, zur Erlangung deS Anspruches auf die Besörbe> rung zum Reserve-Offizier schon in dem nächsten, aus daS abgeleistete Präsenzdienftjahr folgenden Frühjahre um die Ableistung der Wafsenübung bei einem Truppenkörprr daS Ansuchen zu stellen und sich der erneuerten praktischen E* probung zu unterziehen, auf Grund welcher sie bei bt friedigenden Resultaten von ihren standeSzuständigm Trup penlörpern zur vesvrderung zum Reserve-Osfizier in Antrag zu bringen find. — (Von der Südbahn.) Vor kurzer Zeit brachten wir Bericht, daß die zwischen der Südbahngesellschast und der italienischen Regierung bestandenen Differenzen gänzlich ausgeglichen seien. Die „Semaine Financisre" meldet, daß wol eine Verständigung mit dem italienischen Kabinette ermöglicht worden, aber eine Unterzeichnung des diesbezüglichen Vertrages noch nicht erfolgt sein soll. Die „91. sr. Pr." bemerkt zu dieser Meldung folgendes: JSS ist möglich, daß diese Signatur nur eine formelle Bedeutung hat. Aber nach den Erfahrungen, welche speziell die Südbahngesellschaft in Italien machte, kann man so lange nicht vom einem definitiven Uebereinkommen sprechen, bevor nicht alle denkbaren Formalitäten ausgeführt sind. Allerdings, wenn der Generaldirektor der Sudbahn sich mehr um klerikale Wahlumtrtebe kümmert und in Frohs-dorf an dem ActionSplane der Legitimisten mitarbeitet, kann man sich nicht wundern, wenn zu Hause die Dinge schlecht stehen. Wahrlich, die Südbahn ist in einer Lage, welche die ganze Kraft eines ehrlichen und begabten Menschen erfordert, der seine ganze Thätigkeit auf die Ordnung der Verhältnisse dieser größten aller kontinentalen Unternehmungen verwenden würde. Wir können es gar nicht begreifen, wie es möglich ist, daß hier nicht alle Kräfte angespannt werden, um den drohenden Eventualitäten noch rechtzeitig vorzubeugen, und daß die leitenden Persönlichkeiten der Südbahn es ruhig mit ansehen, wie die oberste Verwaltung dieser Linie als höchst rentable Nebenbeschäftigung betrieben wird." Witterung. Laibach, 10. August. Morgen- theilweise bewölkt, dann Aufheiterung, Haufenwolken längs der Alpen, schwacher O. Wärme: morgen-7 Uhr + 158', nachmittags 2 Uhr + 250* C. (1876 i- 21-7\ 1876 -j-19 6° 6.) Barometer im Fallen, 734 87 mm. aS gestrige TageSmittel der Wärme -j- 18 4«. um 14» unter bem Normale; der gestrige Niederschlag 0 90 mm. Regen. ' Montenegriner auf Kolaschin wurde abgewiesen. — Gerüchtweise verlautet, daß ein neuerlicher russischer Ingriff bei Plewna zurückgeschlagen wurde. — Bei Nasgrad wird eine Schlacht erwartet. Angekommene Fremde am 10. August. Hotel Stadt Wte«. Stetiger, Kfm., Budin. — Fleisch, mann, HandelSm, Klagensurt. — Michlstäbter, HaubelS-mann; Kunz, Kfm., Triest. - - Stolzer, Broß-Kanischa. — Felecher, DreSben. — Dr. Wallsee; Dr. v. Schwarz-Senborn, k. k. geh. Rach, s. Bemalin; Warhanek, Prof., Wien. - Arlt, Bergingenieur, Vordernberg. — örtlich, Prof., Marog. — Fünk, Hoflieferant, Braz. Hotel Elefant. Baman Felsen, Direktor; Löbl, Journalist. Wien. — Prosenz, AbelSberg. — Fritsche, Dir., Laibach. — Urbantsch, Beamter, Klagensurt. — be Santi, Aichinspek. tot, Triest. Hotel «uro-a. Strojer, Pfarrer, Sagor. — Fiitfch sammt Familie, Trisail. Sternwarte. Müller, Monteur, Wien. — Gruber, Laibach. «ohre«. Fritz. JosesShof. — Tujc, Planina. — Jascheg, UrSit und MagoSar, Trisail. Verstorbene. Den 9. August. Theresia Schubert, k. meisterS Witwe, 70 I., St. JakobSplatz Nr. 9, einklernmung. k. Kerker Gebär m» Grundsteuer-Regulierung. Nach Bericht der „Laib. Ztg.» wurden im Juli l. I. im Bereiche der krainischen Grundsteuer-LanbeSkommission nachstehende Sinschätzungsresultate, erzielt u. z.: A. In der Einschätzung der ökonomischen Kulturen: gm SchätzungSbezirke Surkfeld „ Tschernembl Parzellen 6 Gemeinden mit 12038 t$ H 3 W „ 9048 Gottschee 4 „ „ 6720 Krainburg 9 * « 6706 8iuet 6 „ 6877 Laibach (Land) 3 „ „ 6391 RudolfSwerth 4 „ „ 6300 Stein 6 , „ 4804 AbelSberg 6 „ „ 4016 Äebmonnlborf4 „ , 3059 Loitsch 4 „ 2523 Ü. In der Vortinschittzung be« Waldlande« Parzellen c»m Gchätzuualbeiirke Giirffelb 7 Oemeinbtn mit 1360 „ „ Loitsch 9 „ „ 1006 „ „ Äobmanufborf 7 „ „ 403 0. In b er befinitioen Einschätzung be« $3 a l b l o n b e « : Parzellen 14 Gemeinden mit 2648 2479 1041 857 297 71 Gedenktafel über die am 13. Airzust 1877 ftattfindendeu Lici tationen. 3. Feilb., Gorenc'sche Real., Oberselb, BW. Lanbflraß. — 3. Feilb., LazanSki'sche Real., Laze, 8®. Landstraß. -3. Feilb., Poznii'sche Real., Prevoje, 8(8. Egg. — 3 Feilb., Hokevar'sche Real , Berh, 8®. Lanbflraß. - 3. Feilb., Schmal,'sche Real., Drama, 8®. Lanbflraß. — 8 Feilb., Gregorik'sche Real., Poschenk, B®. Krainburg. — 3. Feilb., BoMet'sche Real., Oberselb, B®. Lanbstraß. — 3. Feilb., Mikulanz'fche Real., Laze, B®. Lanbstraß. — 3. Feilb., Smukauz'sche Forderung, Kropp, 8®. RadmannSdorf. — 2. Feilb., gwayer'fche Fahrnisse. Laibach, L®. Laibach. — 2. Feilb., Szanthner'sche Fahrnisse, Laibach, B