Laibchkr Taublatt. Redaction und Expedition: Bahnhofgasse Nr. 15. Nr. 98. LWWR Dienstag, 3V. April 1878. — Morgen: Phil. u. Jak. WZMBT 11. Jahrg. Mt der P-st: G°n,I°br-fl.IS. '' ^ ,r,g-n b„ 5 Anlci, rv kr. ^ ^ Ii,sertion»»reise: Lin- Zur Lage. Betreffend das Ergebnis der vorgestern unter dem Vorsitz Sr. Majestät des Kaisers stattgefundenen Ministerkonferenz soll Gras Andrassy den augenblicklichen Stand der auswärtigen Lage in ziemlich detaillierter Weise erörtert und betont haben, wie nothwendig die sofortige Zustandebringung des Ausgleichs im Interesse des Ansehens der Monarchie und ihres thalkräftigen Auftretens nach außen sei. Es wurden jedoch keine entscheidenden Beschlüsse in der Ausgleichsfrage gefaßt, dies sollte erst im gestrigen Ministerrathe geschehen. Der Termin für den Zusammentritt der Delegationen ist noch nicht definitiv sest-gestellt, die Einberufung für den 8. Mai ist jedoch wahrscheinlich. In der Orientfrage ist noch keine friedlichere Wendung eingetreten. In Londoner Re-gierungskreisen hält man, einem Telegramme der „Presse" zufolge, die Erhaltung des Friedens für nicht sehr wahrscheinlich. Die Bedingungen, welche England nach dieser Mittheilung auf dem Kongresse nach vollständiger Vorlage des Friedensinstruments stellen würde, sind: Beschränkung Bulgariens auf den Raum zwischen der Donau und dem Balkan, Reformen in Rnmelien und Mazedonien, Abtretung Thessaliens und des Epirus an Griechenland, Nichtanerkennung der Unabhängigkeit Serbiens. Weiter müßte Beßarabien bei Rumänien und Batum in türkischem Besitz bleiben. Wenn auch Combination, doch insoserne gelungen, als mau sicher nicht annehmen kann, daß Rußland solche Bedingungen eingehen würde. Auch bemerkt der Korrespondent der „Presse", daß die Beziehungen Englands zu Frankreich in dem Maße inniger werden, als Deutschland mit be-merkenswerther Entschlossenheit auf Rußlands Seite tritt. Dies bezieht sich wol auf die, auch der „N. ft. Pr." aus London gemeldete Nachricht, daß Deutschland und Rußland Dänemark veranlassen wollen, die Ostsee im Kriegsfälle als geschlossenes Meer zu behandeln. Uebrigens sucht man wenigstens deutscherseits diese Bemühungen zu dementieren. Die englischen Kriegsvorbereitungen füllen inzwischen alle Blätter des Jnselreichs. Der „Standard" berichtet, das Kriegsamt treffe Vorbereitungen für die sofortige Absendung großer Quantitäten von Shrapnelgranaten nach dem Mittelländischen Meere als eine Spezialzufuhr für den Gebrauch der Flotte in dieser Station. Die Regierung hat Uniformen für etwa 10,000 Mann der Flottenreserve bestellt. Aus Woolwich wird gemeldet, man erwarte von dort, daß jedes Infanterieregiment in Kürze auf seine volle Kriegsstärke von 1000 Mann gebracht werden wird, und zwar theils durch die Armeereserven, theils durch thätiges Rekrutieren. Zur Uebersührung des 6000 Mann starken indischen Truppenkontingents nach Malta hat die indische Regierung im ganzen 13 Dampfer und 12 Segelschiffe gechartert. Die bedeutende Anzahl der Transportschiffe erklärt sich durch den großen Troß, der in der Regel auf dem Marsche begriffene indische reguläre Truppen zu begleiten pflegt. Bis in die fernsten Kolonien pflanzt sich die kriegerische Bewegung fort, wie die Nachrichten aus Australien an anderer Stelle zeigen. Die muhamedanische Jnsurreetion in Bulgarien hat, wenn die telegrafische Meldung aus Konstantinopel sich bestätigt, durch den glücklichen Ueberfall des russischen Lagers bei Philippopel, welcher den Russen vier Kanonen und 1000 Gefangene kostete, ein bedeutsames Zeichen von einer militärischen Organisation gegeben, welche, im Zusammenhang mit einem etwa losbrechenden englisch-russischen Kriege, die russische Herrschaft südwärts des Balkans mit Vernichtung bedroht. Nach einem Telegramme des „N. Wr. Tagbl." hätten die Insurgenten bereits eine aus fünf Mitgliedern bestehende prpvisorische Regierung eingesetzt, welche ihren Sitz einstweilen in Papaski bei Philippopel aufschlug. Italienische Kriegsrüstungeu. Es ist schon seit lange kein Geheimnis mehr, daß bei den verschiedenen Militär - Territorial-Divisionen eine rege Thätigkeit herrscht, um die sür den Fall einer Mobilisierung der Armee noth-wendigen Vorräthe an Lebensmitteln und Kriegsmaterial rasch zur Hand zu haben. Vor Monaten bereits wurde mit diesen Vorbereitungen begonnen. Gegenwärtig jedoch scheinen dieselben, wie aus gewissen, in den verschiedensten Blättern zutage kommenden kleinen Nachrichten hervorgeht, bei einem Stadium angelangt zu sein, welches HUin mindesten zu konstatieren berechtigt, daß Italien so ziemlich alle Maßregeln vollendet hat, deren Erfüllung ihm die Klugheit gebot. So lesen wir in dem Genueser „Movimento": daß die oberitalienischen Eisenbahnen in der vorigen Woche Auftrag erhielten, täglich 400 leere Eisenbahnwagen nach San Pier d'Arena zu entsenden, um mit denselben Transporte auf Rechnung des Kriegsministeriums zu besorgen. Die Veroneser „Arena" wiederum verzeichnet, daß die italienische Militärverwaltung Befehl gegeben hat, die Festungswerke von Genua mit Geschützen aus den Türmer Arsenalen zu armieren, wobei es Aufgabe des Geniecorps sein wird, die für die Ueberführung der Kanonen erforderlichen Straßenlocomotiven zu besorgen. Verschiedenen Provinzialblättern wird Jeuilleton. Ein Kampf ums Dasein. Nach dem Englischen des Thomas Bailey Aldrich. (Schluß.) Er hatte diesen Morgen kein Frühstück zu sich genommen, außer wenn man eine Tasse Kaffee so nennen will. Auch hatte er noch niemals in seinem Leben einen eigentlichen Hunger empfun-den- Nun war er rasend hungrig. Doch schob er die Mahlzeit so lange als thunlich auf. Es mußte nach semer Berechnung nahezu Mitternacht sein, als erbeschloß, die erste dieser seltsamen Rationen einzunehmen. Das Bischen weißes Wachs hatte keinen Geschmack; doch erfüllte es seinen Zweck. Sein Hunger war für diefesmal gestillt; doch entdeckte er eine neue Ouelle der Beforguis. Die Feuchtigkeit der Wände und der Luftzug, der durch den unsichtbaren Ventilator Eingang fand, machte ihn bis in das Mark der Gebeine frieren. Sich in fortwährender Bewegung zu erhalten, war seine einzige Hilfsquelle. Denn eine Art von Schlafsucht kam von Zeit zu Zeit über ihn, und es bedurfte all' seiner Willenskraft, ihrer Herr zu werden. Einschlafen, das fühlte er, würde der Tod sein; und er hatte beschlossen, zu leben. Die seltsamsten Phantasien zogen durch sein Gehirn, als er auf dem steinernen Boden seines Kerkers auf und ab tappte, indem er sich an der Wand hintastete, um die Grabnischen zu vermeiden. Stimmen, welche längst verstummt waren, sprachen wieder Worte zu ihm, die er lange vergessen hatte. Gesichter, die er in seiner Kindheit gekannt hatte, standen in der Dunkelheit mit fühlbarer Deutlichkeit vor seinem geistigen Auge. Sein ganzes Leben in allen seinen Einzelnheiten zog gleich den Bildern in einem Panorama an seinem Gerste vorüber; die Schicksalswechsel des letzten Jahres mit seinem reichen Inhalt an Liebe und Tod, an Süßigkeit und Bitterkeit drängten sich in dem Zeitraum einer Sekunde für ihn zusammen. Das Bedürfnis nach Schlaf hatte ihn verlassen, doch ein heftiger Hunger stellte sich wieder ein. „Es muß nun nahezu Morgen sein," dachte er; „vielleicht, daß eben die Sonne die Thürme und Kuppeln der Stadt vergoldet; oder vielleicht, daß ein trüber, rieselnder Regen auf Paris niederfällt und schluchzend auf den Grabhügeln über meinem Haupte weint. Paris! Es scheint mir wie ein Traum. Ist es denn möglich, daß ich jemals im goldenen Sonnenschein auf seinen heitern Boulevards gewandelt bin? O, das Entzücken und der Schmerz und die Leidenschaft des süßen menschlichen Daseins! Filipp war sich bewußt, daß die Finsternis, das Schweigen und die Kälte ihn allmälig überwältigten. Die fieberhafte Thätigkeit seines Gehirns hatte nachgelassen und einer Reaction Platz gemacht. Er wurde von einer Lethargie erfaßt, sank auf die Stufen nieder und dachte nichts mehr. Zufällig fiel seine Hand aus eines der Kerzenstücke; er ergriff dasselbe und verschlang es mechanisch. Dies belebte ihn wieder. „Wie sonderbar", dachte er, „daß ich nicht durstig bin. Ist es möglicy, daß die Feuchtigkeit der Mauern, die ich mit jedem Athemzuae ein-zuathmen genöthigt bin, das Bedürfnis des Wassers zu ersetzen vermag? Kein Tropsen ist seit zwei Tagen über meine Lippen gekommen, und noch immer verspüre ich keinen Durst. Die Schlafsucht, dem Himmel sei Dank, ist nun vorüber. Ich glaube, ich war uiemals in meinem Leben mehr wach, als in dieser Stunde. Es müßte nur em einschläferndes Mittel wie Gift sein, was meine Augenlider zu schließen vermöchte. Ohne Zweifel ist es die Furcht vor dem Einschlafen, welche dazu mitwirkt, mich so wach zu erhalten. Die Minuten waren ihm wie Stunden. Nun ging er, so rasch er es wagte, in dem Gewölbe endlich von Rom geschrieben: daß der Kriegsminister die schleunige Lieferung von 300 feldmäßigen Tragbahren für den Trausport von Kranken und Verwundeten ausgeschrieben hat. Es erstrecken sich indessen alle diese Vorbereitungen nicht allein auf die Landarmee, sondern auch die italieinsche Marineverwaltung versäumt nicht, mit aller Macht ans die Vollendung der im Bau begriffenen Panzerschiffe stärkster Construction hin-znarbeiten. Erst vor wenigen Tagen wieder inspirierte Herr Brin, der gewesene Marineminister und gegenwärtige Schiffs-Genie-Generalinspektor, die auf der Werfte von Castellamare di Stabia liegende „Jtalia", und der neue Marineminister, Vize-Admiral Di Brocchetti, selber hat seinen dein-nächstigen Besuch in Spezia angekündigt, um daselbst die Arbeiten an dem „Dandolo" in Augenschein zu nehmen. Aus Australien. Neuesten Berichten aus Australien entnehmen wir, daß in den dortigen Kolonien der Krieg zwischen England und Rußland als unvermeidlich angesehen wird, und daß infolge dessen eine große Aufregung herrscht. Wol sind die dortigen Häfen unternehmenden Kaperschiffen mehr ausgesetzt, als die englischen Häfen in Indien uud anderen Gewässern. Von der oben erwähnten Stimmung geben folgende Telegramme den sprechendsten Begriff! „Brisbane, 15. Februar. Die Regierung kauft Torpedos, Waffen uud Kriegsmunition von den südlichen Kolonien. 19. Februar. Die Regierung hat die Verfertigung einer großen Zahl Geschosse jeder Art in Brisbane augeordnet. Sydney, 17. Februar. Ein Agent aus Queensland ist hier angekommen um Torpedomaterial zu kaufen. Drei Schiffe sind mit Kriegsmnnition, darunter 2500 Kisten Schießbaumwolle, hier eingelaufeu. Dreihundert Mann sind detachiert worden, um die Befestigungen zn bemannen. 19. Februar. Der Ingenieur Herr Cracknell ist voll Vertrauen, daß er Sydney mit Torpedos vertheidigen kann, und beweist dies dnrch verschiedene Fülle, die während des amerikanischen Bürgerkrieges stattgefunden haben. Als Beweis, wie wirksam die Vorkehrungen für die Verteidigung von Sydney bereits sind, mag der Umstand dienen, daß, als das italienische Kriegsschiff „Christoforo Eolumbo", welches Sydney anlaufeu wollte, von einer Schildwache wahrgenommen und das Allarmzeichen gegeben wurde, ehe das Schiff noch in den Schußbereich der Kanonen kam, alle Forts von kleinen auf und ab; dann lehnte er sich wieder an die eichene Thüre. Mehr als einmal fühlte er sich versucht, sich über den steinernen Sarg zu werfen, der Juliens Hülle umschloß, und jeden weitern Kampf um sein Dasein aufzugeben. Es war nur mehr ein Stück von der Kerze übrig. Er hatte den dritten Theil verzehrt, nicht um feinen Hunger zu stillen, sondern aus einem Motiv der Vorsicht. Er hatte es zu sich genommen, wie man eine unangenehme Arznei nimmt, von welcher die Rettung abhängt. Der Zeitpunkt näherte sich rasch, da selbst dieses armselige Ersatzmittel einer Nahrung erschöpft sein würde. Er schob diesen Augenblick hinaus — er fastete diesmal lange. Das halbzollgroße Stückchen Kerze, das er in der Hand hielt, war ihm ein geheiligtes Ding. Es war seine letzte Vertheidigungswaffe gegen den Tod. Endlich, mit einer so tiefen Muthlosigkeit, wie er sie niemals im Leben empfunden hatte, hob er dasselbe an seine Lippen empor. Dann hielt er inne — schleuderte es von sich — die eichene Thüre sprang auf und Filipp erblickte, obwol mit geblendeten Augen, Mr. Dorine's Gestalt, hell gegen den blauen Himmel sich abzeichnend. Als mau ihn, halb blind, in das Tageslicht hinausführte, da bemerkte Mr. Dorine, daß Filipps Truppenabtheilungen besetzt und zur Actio» bereit waren, während gleichzeitig die Kugellöcher der 18pfüudigen Geschütze mit 3 Zentnern Kugeln und Kartätschen versehen und die Pulvermagazine reichlich gefüllt waren — die italienische Fregatte hatte ganz unschuldigerweise Sydney im höchsten Grad allarmiert m,d in Angst und Bestürzung versetzt. Man hielt sie für ein russisches Kriegsschiff. Melbourne, 15. Februar. Die Aussichten auf einen Krieg zwischen England und Rußland haben hier eine lebhafte Aufregung hervorgerufen, und die Vertheidigungsanstalten für die Hobsonbay werden unverweilt in Angriff genommen. An den „Heads" werden Torpedos gelegt. Sobald der Krieg erklärt ist, wird der „Cerberus" in die erste Verteidigungslinie gestellt, in Verbindung mit den Landbatterien anf dem Queens-cliff. 16. Februar. Herr Berry hat erklärt: die Regierung betrachte, infolge von Nachrichten, die der Gouverneur von den königlichen Behörden erhalten hat, den Krieg zwischen England und Rußland als drohend. Auf den Qneenscliff find Geschütze geschafft worden, und es werden Vorbereitungen für die Legung von Torpedos getroffen. Die Militärbehörden berathen jetzt mit Herrn Berry weitere Vertheidignngsmaßregeln. Die Vorbereitungen schreiten rasch vor." Tagesneuigkeiten. — Günstige I agd au sbente. Welch günstige Ergebnisse auf dem Wege einer rationell aus-geübten Jagd zu erzielen sind, weiset eine in der Linzer „Tagespost" enthaltene Notiz nach: In dem gräflich Arcv'schen Jagdreviere zu St. Martin in Oberösterreich wurden im Jahre 1877 abgcschossen: 92 Nehböcke, 845 Fasanen, 2872 Hasen, 3 Haselhühner, 2532 Rebhühner, 81 Wachteln, 79 Wildenten, 28 Waldschnepfen, 2 Fischottern, 17 Füchse, 3 Steinmarder, 4 Dachse, zusammen 6558 Stück; in dem gepachteten Jagdreviere des Oberförsters Will: 61 Nehböcke, 2 Aucrhähne, 123 Fasanen, 19 Haselhühner, 22 Waldschnepfen, 1888 Hasen, 1610 Rebhühner, 38 Wachteln, 11 Wildenten, 2 Wildtauben, 23 Füchse, 2 Steinmarder, 1 Dachs, 1 Iltis, zusammen 3803 Stück. — Ein seltenes astronomisches Ereignis ist am 6. Mai d. I. zu erwarten. Der unserer Sonne nächste bekannte Planet Merkur wird als kleiner dunkler Punkt an der Sonnenscheibe vorüberziehen — eine Erscheinung, welche zuletzt am 5. November 1868 und späterhin, der übereinstimmenden Berechnung zufolge, erst wieder am 8. No- Haar, das vorher rabenschwarz gewesen, stellenweise ergraut war. Auch die Augeu waren wie erloschen, die Finsternis hatte ihnen ihren Glanz geraubt „Und wie lange war er wirklich in der Gruft eingeschlossen gewesen?" sragte ich, als Mr. H— seine Geschichte beendet hatte. „Genau eine Stuude uud zwanzig Minuten", antwortete Mr. H—- mit einem milden Lächeln. Eben als er dies sagte, kamen die Liliputanerschiffe mit, gleich voll erblühten weißen Rosen, vom Winde geschwellten Segeln lustig in den Hafen geschwommen, und Filipp Wentworth schleuderte müde im heitern Aprilsonnenschein an uns vorüber. — Mr. H—s Erzählung verfolgte mich im Wachen uud im Schlafe. Da war ein Mann, der eine so unerhörte Prüfung bestanden hatte — dessen Leiden einzig in ihrer Art waren. Die Erfahrung, die er gemacht hatte, war keine alltägliche. Achtzig Minuten hatten ihm wie zwei Tage gedünkt! Wenn er wirklich so lange in der Gruft eingemauert gewesen wäre, so hätte seine Geschichte in meinen Augen ihr tragisches Element eingebüßt. Nachdem ich diese Geschichte kannte, war es nur natürlich, daß ich Mr. Wentworth mit noch l vember 1881 Vorkommen wird. Nach einer Notiz > der „Academy" wird der Planet um 3 Uhr 12 Min. nachmittags (Greenwich-Zeit) mit der Sonnenscheibe zuerst in Berührung kommen und 3 Minuten darnach anf dieselbe seinen Schatten zu werfen beginnen. Erst nach Sonnenuntergang wird er feinen Durchgang vor der Sonne völlig zurückgelegt haben. Es verdient zugleich bemerkt zu werden, daß Merkur, sonst wegen seiner unmittelbaren Nähe bei der Sonne nur spärlich in Sicht, gerade gegenwärtig in günstiger Sitntation nach Sonnenuntergang am wcstlicheu Horizont mit bloßem Auge sich beobachten läßt. — Der päpstliche NuntiusJacobini soll, wie die „Italic" meldet, aus Wien abberufen nnd durch den Kardinalshnt entschädigt werden. Masella soll von München nach Wien gehen mit der Weisung, sich in die Landespolitik nicht einzumischen. — Trinkers Tod. Ein in der Rnmbnrger herrschaftlichen Branerei beschäftigter Arbeiter hatte die Gewohnheit, sein Dcpntatbicr zn versilbern und in Schnaps umzusetzen; als ihm dies verboten wurde, ging er am Donnerstag nachmittags zur Sudpfanne, setzte sich anf den Rand, legte die Mntze neben sich, nnd mit einem „Adieu" stürzte er sich rückwärts kopfüber in die kochende Flut. Obwol er schon im nächsten Augenblicke hervorgezogen wurde, war es doch zu spät; denn er war im selben Augenblicke erstickt. Im Beisein der Behörde wurde das Gebrän von 120 Eimern in den Bach gelassen. Die alte Braupfanne wnrde sodann sofort herausgerisseu und mit Einsetzung der ueueu Reservepsannc begonnen. — Paris zählt in diesem Augenblick 5500 Gasthöfe mit 130,000 Zimmern; von den letzteren waren, wie der „Figaro" versichert, am 25. d. M. 112,000 besetzt. — Pferd ereichthnm in Frankreich. Seit einiger Zeit, schreibt die „Rep. Fraul,'-.", hat die Ansfnhr französischer Pferde nach England bedeutend zugenommen, nach der Versicherung mehrerer Blätter sogar in solchem Maße, daß die Regierung sich ernstlich damit beschäftigen sollte. Wir halten diese Angaben für übertrieben. England kann nicht mehr als zwei Armeecorps mobil machen, die je nur 10,000 auf dem Kriegsfuß stehende Pferde, also im ganzen deren 20,000 zählen. Nnn besitzt die englische Armee mindestens schon 10,000 Reit-und Zugpferde, bedarf somit höchstens noch fernerer 10,000, die sie aus verschiedenen Ländern zugleich bezieht. Wenn man anuimmt, daß Frankreich davon die Hälfte liefert, so wäre dies wenig im Vergleich zu unserem Pferdestand, der sich auf etwa drei tieferem Interesse betrachtete. Da ich ihm Tag für Tag begegnete, wie er mit derselben in sich gekehrten Miene durch Boston Common ging, lag etwas in feiner Einsamkeit, was mich rührte. Ich wunderte mich, daß ich nicht schon vorher in seinem blassen, nachdenkenden Gesichte irgend eine traurige Geschichte gelesen hatte, wie jene, die mir Mr. H— mitgetheilt hatte. Ich faßte den Entschluß, ihu anzureden, doch, ohne mir über meine Absicht dabei klar zu sein. Eines Morgens kamen wir uns an einem Kreuzungswege von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Er blieb höflich stehen, um mir den Vortritt zu lassen. „Mr. Wentworth," sing ich an, „ich — „Mein Name, mein Herr", sagte er in schroffer Weise, „ist Jones." »Jo — Jo — Jones!" stotterte ich. „Nein, nicht Josef Jones," entgegnete er mit eisigem Tone, „Frederick Jones, wenn es Ihnen gefällig ist." Ein schwacher Schimmer der Wahrheit, in welchem mir die Persidie meines Freundes erkennbar wurde, dämmerte in meinem Innern herauf. Es wird wahrscheinlich zeitlebens ein Gegenstand der Verwunderung für Mr. Frederick Jones bleiben, weshalb ein fremder Mann ihn eines Millionen Stück beziffert, wovon 500,000 für den Kriegsdienst geeignet sind und nöthigenfcills von der Armee im Requisitionswege erworben werden. Da unser Mobilisierungsplan nicht die Hälfte der disponiblen Pferde in Anspruch nimmt, so braucht die erwähnte Ausfuhr offenbar keine Besorgnis zu erregen; im Gegentheil sehen wir sie mit Vergnügen, denn sie wird ermnthigend auf die Pferdezucht wirken, die schon seit mehreren Jahren darniederliegt. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. — Hente früh entführte uns der um 8 Uhr abgehende Zug der Rudolfsbahn die Familie des Herrn Hofraths v. Poffanner, früher» Finanzdirektors von Krain und gegenwärtigen Finanz-Landesdirektors in Tirol. Der Herr Hofrath war verflossene Woche von Innsbruck hier angekommen, um seine Familie der neuen Heimat znznführen. Am Bahnhöfe hatten sich der gegenwärtigeHerr Finanz' direktor, Herr Oberfinanzrath Christ, die Beamten-körper der Finanzdirection und anderer Finanzbehörden und Aemter, der Herr Landeshauptmann Hofrath Ritter v. Kaltenegger, andere Private und mehrere persönlich befreundete Familien eingefnnden, um von der Familie v. Possanner den herzlichsten Abschied zn nehmen. Die aufrichtigsten Glückwünsche folgten den Scheidenden und legten Zeugnis ab für die allseitigen Shmpathien, welche die Familie Possanner in Laibach sich erworben hat. Die Gesellschaft verliert aber auch einen Mittelpunkt der feinsten Geselligkeit, welchem die hochgebildete und verehrte Frau Hosräthiu stets die größte Anziehungskraft zu verleihen wußte. — (Generalversammlung.) Die Mitglieder des gewerblichen Anshilfskafsevereins in Laibach versammelten sich vorgestern unter dem Vorsitze des Vereinsvorstandes Herrn I. N. Horak im Ge-meiuderathssaale, um den Bericht über die Tätigkeit dieses Institutes und über die Kassegebarnng desselben im Jahre 1877 zur Kenntnis zn nehmen. Ungeachtet der in allen Provinzen Oesterreichs herrschenden Geschäftsstockung und Geldkrisis belief sich der Gesammtverkehr auf 361,002 fl. Der Verein zählte mit Schluß des Jahres 1877 344 Mitglieder. Der Obmann dieses Vereines hob in seiner Ansprache au die Versammlung hervor, daß, wenn dieser Verein mit Erwerb-, Einkommensteuern nnd Gebüren überbürdet werden sollte, demselben nach 22jähriger Thätigkeit nichts anderes erübrigen würde, als zur Auflösung und Liquidation zu schreiten. Der Rechnungsabschluß pro 1877 enthält nachstehende Daten: 317 Genossenschaftsmitglieder haben 18,460 Gnlden eingelegt, und an 141 derselben wurden 26,246 fl. znrückgezahlt; es wurden 984 Darlehen Morgens in Boston Common mit „Mr. Went-worth" angeredet hatte, und dann, ihn stehen lassend, wie rasend davongestürzt war, um in dem Gedränge zu verschwinden. Thatsache ist, daß ich von Mr. H—, der ein Mann von literarischen Neigungen ist, düpiert worden war. Er war, wie man sagt, über dem Studium des großen amerikanischen Musterromans, dessen Form noch nicht festgestellt ist, etwas aus den Fugen gegangen — er hattte die Wirkung Ees seiner Kapitel an mir erproben wollen. Mem Held ist, wie ich später erfuhr, ein ganz gewöhnlicher junger Mensch, der in irgend einer Beziehung zu dem Bau der Granitbrücke steht, die sich m einem anmuthigen Bogen über dem silbernen See m den öffentlichen Gärten spannt. Wenn ich daran denke, wie schnell bereit Mr. H— sein luftiges Phantasiegebäude auf dem Grunde meiner Leichtgläubigkeit aufführte, so fühle ich mich versucht, zu lachen, obwol ich anderseits wieder einen tiefen Verdruß darüber empfinde, so widerstandslos seiner Schwarzkunst zum Opfer gefallen zu sein. im Gesammtbetrage von 184,817 fl. bewilligt und 973 fällige Darlehen im Gesammtbetrage von 177,085 fl. prolongiert. Der Reservefond beträgt mit Schluß 1877 14,058 fl.; die Summe der Ge-schästsantheile belief sich auf 57,656 fl. uud jeue der Dividende auf 2958 fl. Der Rechnungsabschluß weiset au Empfängen 223,686 fl. (Einlagen sammt Dividenden 20,691 fl., Darlehens-Rückzahlungen 179,678 fl., Zinsen 6405 fl., Kapitalsaufnahme gegen Wechsel 15,000 fl.) und an Ausgaben 223,434 fl- (Kapitals-Rückzahlungen 26,246 fl, Darlehen 181,817 fl., Rückzahlungen an Wechsel-kapitalien 6500 fl., Kanzlei-Regieauslagen 1792 fl.) aus. Die Bilanz stellt sich wie folgt: Aktivstand 100,674 fl. (Darlehen gegen Wechsel 100,279 fl., Kassevorrath 252 fl. und Werth der Kanzleigeräth-schaften 142 fl. 54 kr.); Passivstand 100,674 ft. (Geschäftseinlagen der Mitglieder 57,656 fl., Dividenden 2958 fl., Kapitalienanfnahine gegen Wechsel 26,000 fl. nnd Reservesond 14,058 fl.) In die Direetion wurden wieder gewählt die Herren: Ferdinand Bilina, Georg Freiberger, Wilhelm Rnd-holzer und Mathias Schreiner. — (Dienstjubiläum.) Morgen feiert Herr Jakob Schitko, landschaftlicher Portier in Laibach, seiü 40jähriges Dienstjubiläum. Am I. Mai 18W übersiedclte Jakob Schitko mit dem damaligen Gonverneur Freiherrn v. Weingartteu von Triest nach Laibach; er diente demselben als Kammerdiener, trat in den Staats-, später in den Dienst der krainischen Landschaft. Sc. Majestät der Kaiser-Hat im vorigen Jahre die sehr belobte Dienstleistung Schitko's mit der gnädigsten Verleihung des silbernen Verdienstkreuzes ausgezeichnet. Herr Jakob Schitko ist auf hiesigem Platze eine der bekanntesten und populärsten Persönlichkeiten. Seine Freunde nnd Kollegen bereiten für den morgigen Jubeltag eine Ovation vor. Der Jubilar sehnt sich, nachdem er unter den verschiedensten Rcgierungssistemen, unter vielen Landeschefs und Landeshauptmännern gedient, endlich m den Hafen der wohlverdienten Rnhe einznlaufeu. — (Die philharmonische Gesellschaft in Laibach) gibt Freitag den 3. Mai 1. I., abends um halb 8 Uhr, im landschaftlichen Redoutensaale das fünfte und letzte Konzert in der Saison 1877/78. Die artistische Leitung und die ausübenden Mitglieder dieser Gesellschaft treten diesmal mit einem großartigen Tonwerke in die Oeffentlichkeit, sie bringen nichts Geringeres als Felix Mendelssohn-Bartholdy's Oratorium „Paulus". Die Soli werden von Fräulein Clementine Eberhart, Fräulein F., von den Herren Fritz Purgleitner und Professor Hermann Kühn aus Graz vorgetragen werden. Herr Musikdirektor Nedved beabsichtigt, diese meisterhafte Tonschöpfung in vollkommenster Form dem musikfreundlichen Publikum vorznführen, Chor- und Orchesterproben signalisieren die klap-pendste Aufführung, und die Gesangs-Solopartien sind in bekannten vorzüglichen Händen. Das genannte Oratorium wird Samstag den 4. Mai um halb 8 Uhr abends znm Besten des Fondes der philharmonischen Gesellschaft im landschaftlichen Theater zur Wiederholung gebracht werden. Vormerkungen für Logen, Fauteuils und Sperrsitze übernimmt der Vereinskassier Herr Karl Karinger. Preise der Plätze: Loge 2 fl. 50 kr., Fauteuil 90 kr., Sperrsitz 70 kr., Eintritt in Parterre und Logen 50 kr., Galleriesitz 50 kr., Garnifons- und Studentenkarten 30 kr-, Gallerie 25 kr. — (Professor Heinrich) hält seinen dritten und letzten Vortrag am Donnerstag den 2. Mai l. I., abends um halb 8 Uhr, im landschaftlichen Redoutensaale. Nach einer kurzen Einleitung wird Calderons „Ein Leben ein Traum" gelesen. Obgleich Prof. Heinrich überzeugt ist und bereits in der sonntägigen Vorlesung der Ueberzeugung Ausdruck gegeben hat, daß Lenzluft und aromatisch duftender Mocca im Schweizerhause und am Rosenbacher Berge größere magnetische Kraft besitzen, als die klassischen Dramen Spaniens, so glauben wir doch, bei dem besonderen Interesse des Stoffes mit Sicherheit einen lebhafteren Besuch des letzten Vortrages hoffen zu dürfen. — (Die Lottocollectur) für Grazer und Triester Ziehungen ist in Rudolfswerth zu besetzen. Offerte sind bis 17. Mai l. I. bei dem Lottoamte in Triest einzubringen. — (V ergnügungsanzeiger.) Die Singspielgesellschaft „Martin", bestehend aus fünf Mitgliedern, zwei Herren und drei Damen, der von Triest ein guter Ruf vorausgeht, konzertiert heute und morgen abends im Glassalon der Casinorestauration. — (Vergnügungsabend.) Die derzeit in Laibach anwesenden Hochschüler aus Wien und Graz veranstalten am 1. Mai l. I., um acht Uhr abends, im Klubzimmer der Casinorestauration eine solenne Kneipe. Die consöderierte Genossenschaft wird die Gegenwart ihrer aufrichtigen Freunde bei dieser Kneipe frenudlichst begrüßen. — (Mimisch-plastische Vorstellungen.) Morgen, Mittwoch den 1. Mai, abends acht Uhr, beginnt im landschaftlichen Theater die Vorstellung des Passionsspieles „Das Leiden Christi" in zwölf Bildern. Bei der Darstellung sind bei 20 Personen beschäftigt. Herr Ludwig Deutsch arrangiert diese Bilder nach Rubens und Leonardo de Vinci, und wurden diese Vorstellungen in Klagen-furt nnd Villach mit großem Beifalle ausgenommen. — (Gesellschaft Ley kam - I osefs -thal.) Nach einem Telegramm des „N. Wr. Tgbl." wnrde beschlossen, den Julicoupon mit 5 fl. einzulösen. Die Dividende beträgt somit 8 fl. — (Ein tragisches Ereignis) wird aus dem, unserem Save-User gegenüberliegenden steirischen Ort Lichtenwald gemeldet. Am 25sten April, nachmittags um 2 Uhr, sah man die Tochter des Hausbesitzers uud Fleischermeisters Starkl, ein blühendes Mädchen von 18 Jahren, der Savebrücke zueilen. Sie bezahlte dem dortigen Wächter Martini das Brückengeld und schützte über dessen Befragen einen Geschäftsgang vor. In der Mitte der Brücke angekommen, erstieg sie rasch das Geländer und sprang in die Save. Der angeschwollene Fluß trieb sie der unterhalb der Savebrücke befindlichen Uebersuhr zu, welche sofort,in Gang gebracht wurde. Der Fährmann kam dem schwimmenden Mädchen auf einige Handlängen nahe, und als er im Begriffe stand, ihre Kleider zu erfassen, stieß sich dasselbe mit dem Fuße vom Fahrzeuge weg und verschwand bald hieraus in den Wellen. Unterdessen war Martini, vom Schlage gerührt, auf der Brücke zusammengefallen und liegt heute noch bewußtlos darnieder, so daß an seinem Auskommen gezweiselt wird. Ein häusliches Zerwürfnis soll das Mädchen zu diesem unglückseligen Schritte getrieben haben. Der trostlose Vater läßt, bisher erfolglos, überall den Leichnam feiner Tochter suchen. — (Weltausstellung.) Die k. k. Centralkommission in Wien für die Weltausstellung in Paris hat sich an die Handels- und Gewerbekammer in Laibach, als Filialcomite, mit der Mittheilung gewendet, daß es, um die diesjährige Weltausstellung in Paris für die Industrie möglichst nutzbar zu machen, wünschenSwerth ist, daß einer Anzahl von Arbeitern und kleineren Gewerbetreibenden sowie Fachlehrern, dann einigen Angehörigen des Han-delsstandes Gelegenheit zum Besuche der Ausstellung geboten werde, und daß ein Ankauf von Mustern neuer, wichtiger Rohstoffe, Erzeugnisse, Werkzeuge nnd Maschinen stattfinde. Da die Mittel, welche auf dem Wege der Subscription allein unter den heutigen schweren Zeitverhältnissen aufgebracht werden dürften, jedoch nur für einen Theil des Noth-wendigen ausreichend sein können, so hat die k. k. Centralkommission sich veranlaßt gesehen, aus dem ihr von der Reichsvertretung bewilligten Kredite einen Betrag von 300 fl. für die bezeichnten Zwecke für Krain zu reservieren. Seine Excellenz der Herr Handelsminister hat auch diesem Antrage der k. k. Centralkommission die Genehmigung ertheilt, und der Betrag wird flüssig gemacht, sobald das Filial-comite die Nachweise über das erzielte Resultat der von ihm eingeleiteten Subscription sowie über die Beabsichtigte Art und Weise der Verwendung des Staatsbeitrages vorgelegt haben wird. Das Filial-comite hat die Subscription eingeleitet und bereits einige Beiträge erhalten, und hofft, den angestrebten Zweck, wenn nicht ganz, so doch wenigstens theilweise durch Ankauf von Mustern, Modellen, Werkzeugen ic. für gewerbliche Zwecke erreichen zu können. — Die Expedition dieses Blattes wird Spenden für den gedachten, aller Förderung würdigen Zweck, mit Vergnügen entgegennehmen und ihrer Bestimmung zuführen. — (Unglücksfall.) Am 28. d. M., abends um 10 Uhr, fuhren die Dimnik'fchen Eheleute, Blasius Dimnik aus Dobruine und Matthäus Po-gatfchar aus Unter-Hrusce nächst dem rechten Ufer des Laibachflusses hinter den Leykam-Josefsthaler Fabriksgebäuden auf der nach Dobruine führenden Straße. Die Nacht war finster, nächst dieser Straße liegende Bretterklötze ragten bis inmitte dieser Straße, ein Rad des Wagens stieß auf einen Holzklotz, infolge der heftigen Erschütterung fielen Johann und Marianna, dann Blasius Dimnik und Matthäus Pogatschar aus dem Wagen; die erstgenannten drei Passagiere erlitten nur leichte Beschädigungen, Matthäus Pogatschar jedoch erfuhr eine derartige Gehirn- und Rückenmarkserschütternng, daß er gestern vormittags um halb 8 Uhr den Folgen dieser Erschütterungen erlag. Gegen jene Personen, welche die Brettklötze nächst und auf der Straße ablagerten, wurde die gerichtliche Anzeige erstattet. — (Auswanderung.) Wie aus einer Korrespondenz des „Slov. Nar." hervorgeht, beabsichtigen mehrere Bewohner des Wippacher Thales theils nach Nordamerika, theils in die argentinische Republik auszuwandern. Von letzterer heraus-gegebene Broschüren sollen das Los der Einwanderer in den glänzendsten Farben schildern. Der Korrespondent bezweifelt die Richtigkeit dieser Schilderungen, weist auf das ungesunde Klima hin und räth seinen Landsleuten, welche zumtheil bereits Vieh und bewegliche und unbewegliche Habe verkauft haben, dringend von ihrem Entschlüsse ab. — (Die Generalversammlung) der Aktionäre der TrifailerKohlenwerks-Gesellschaft findet Dienstag den 28. Mai, um 10 Uhr vormittags, im Saale des Ingenieur- und Architektenvereins in Wien mit folgender Tagesordnung statt: 1.) Rechenschaftsbericht und Bilanzabschluß für das Geschäftsjahr 1877, 2.) Bericht der Revisoren, 3.) Wahl von Verwaltnngsräthen, 4.) Wahl von Revisoren. Jene Actionäre, welche an der Versammlung theil-nehmen wollen, haben ihre Actien längstens bis 2l. Mai bei der allgemeinen österreichischen Boden-Kreditanstalt in Wien zu hinterlegen. Abonnements-Einladung. Mit 1. Mai 1878 beginnt ein neues Abonnement auf das „Laibacher Tagblatt." Bis Ende Mai 1878: ür Laibach.........................— fl. 70 kr. it der Post.......................1 fl. — kr. Bis Ende Juli 1878: Für Laibach..........................2 fl. 10 kr. Mit der Post.........................3 fl. — kr. Für Zustellung ins Haus monatlich 9 kr. WM" Auf das „Laibacher Tagblatt" kann täglich abonniert werden, doch muß das Abonnement immer mit Schluß eines Monats ablaufen. Witterung. Laibach, 30. April. Trübe, regnerisch, schwacher SW. Wärme: morgens 7 Uhr 4- 8-4°. nachmittags 2 Uhr 147° 6. (1877 > 14 0°; 1878 -l- 18 4' 6.) Barometer im Fallen, 733 81 mw. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -s-13-1°, um 2 0° über dem Normale. Angekommene Fremde am 29. April. Hotel Stadt Wien. Maurer, Besitzer; Petsche, Reisender, und Würth, Regimentsarzt, Graz. — Freudenthal, Kfm., Wien. Hotel Elefant. Dr. Erschen, Bezirksarzt, Littai. - Fanda, Besitzer, Triest. Conradin, Administrationschef der „Alpc»zcitnng", Wien. Hotel Europa. Martin Richard sammt Frau; Bajer, Komiker, und Schreiber, Pianist, Wien. Baierischer Hof. Aschman, Littai. — Kleinlercher, Fabrikant, Dom^ale. — Pestatar, Rcchnungsfeldwebel, Neusatz. — Maschi, Holzhändler, Triest. - Apollonio, Holzhändler, Pirano. — Fniitek, Mannsburg. — Haring, Agent, Kram. Verstorbene. Den 29. April. Barbara Mlaker, Tabaksabriks-arbeiterin, 33 I., Wienerstraße Nr. 14, Gehirnlähmung. — Maximilian Tcstin, Privatcnssohn, 2 I, 3 Monate, Florianigasse Nr. 22, Banchskropheln. Den 30. April. Maria Seemann, Privatenstochter, 4 I. 8 Monate, Franz Joscfsstraßc Nr. 5, Scharlach-diphtheritis. Im k. k. Garnisonsspitale: Den 16. April Peter Novosel, Korporal der elften Kompagnie des Infanterieregiments Erzherzog Leopold Nr. 53, Selbstentleibung. Den 23. April. Moritz Zrovnek, Feuerwerker des Ergänzungsdepot-Cadres des 12. Feldartillerie-Regiments, Gehirn- und Riickciimarkentznndung. Gedenktafel über die am 4. Mai 1878 stattfindenden Li-citationen. 3. Feilb., Jellenz'sche Real, Srobotnik, BG. Groß-laschiz. — 3. Feilb., Marianna Perjatel'sche Real., Reisniz, BG. Reisniz. — 3. Feilb., Zbasnik'sche Real., Soderschiz, BG. Reisniz. — 3. Feilb., Anzic'sche Real., St. Marein, BG. Laibach. — 3. Feilb., Lesar'sche Real., Soderschiz, BG. Reisniz. — 3. Feilb., Agnes Perjatel'sche Real., Reis-niz, BG. Reisniz. — 3. Feilb., Pueelj'sche Real, Slateneg, BG. Reisniz. — 3. Feilb., BekoviS'sche Real., Godovik, BG. Jdria. - 3. Feilb., Gnidca'sche Real., Podstene, BG. Reisniz. — 3. Feilb., Baljavee'sche Real., Swirtschach, BG. Neumarktl. — 3. Feilb., Dcmschar'sche Real., Ermern, BG. Lack. 3. Feilb., Jnvanc'sche Real., Oberprekope, BG. Landstraß. — 3. Feilb., Zerne'sche Real., St. Michael, BG. Senosetsch. — Reass. 3. Feilb., MoZe'sche Real., Nieder-dorf, BG. Senosetsch. — 3. Feilb., MahoiM'sche Real., Kleinubelsko, BG. Senosetsch. — Reass. 3. Feilb., Jak-setik'sche Real., Jasen, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Bar-tos'sche Real., Lug, BG. Landstraß. — 3. Feilb-, Fer-sila'sche Real., Senosetsch, BG. Senosetsch. — 3. Feilb., Duler'fche Real., Karltsche, BG. Landstraß. — 3. Feilb., Debelak'sche Real., Retje, BG. Reisniz. — 3. Feilb., Knans'sche Real., Gora, BG. Reisniz. — 3. Feilb., Pal-tar'sche Real., St. Marein, BG. Laibach. — 3. Feilb., Hegler'sche Real., Poliskavee, BG. Reisniz. — Reass. 2 Feilb., Bavak'sche Real., Plesche, BG. Großlaschiz. — 2. Feilb., Sternad'sche Real., Hoievje, BG. Großlaschiz. — 3. Feilb., Smcrdu'sche Real., Prem, BG. Feistriz. — 2. Feilb., Eopii'sche Real., Zagorje, BG. Feistriz. — 2. Feilb, Penko'sche Real., Parije, BG. Feistriz. — 2. Feilb., Seles'sche Real., Prem, ÄG. Feistriz. — 2te Feilb., Cclhar'sche Real., Smerje, BG. Feistriz. — 2. Feilb., Schirzel'sche Real., Dornegg, BG. Feistriz. — 2. Feilb., Modic'sche Real., Videm, BG. Großlaschiz. — 2. Feilb., Abramii'sche Real., Dornegg, BG. Feistriz. — 2. Feilb., Peterlin'sche Real., Stop, BG. Stein. — 2. Feilb., Zernesche Real., Moste, BG. Stein. — 3. Feilb., Cernagoj'sche Real., Grdb. -ul Auersperg, BG. Laibach. — 2. Feilb., LjubH'sche Real., Unterschleiniz, BG. Laibach. — 2. Feilb., Pollak'sche Real., Neumarktl, BG. Neumarktl.— 1. Feilb., Zontar'sche Real., Ermern, BG, Lack. — 3. Feilb. Brn-men'sche Real., Grafenbrunn, BG. Feistriz. — Einzige Feilb. Tomstt'scher Real., Batsch, BG. Feistriz. - 3. Feilb., Tomsii'fchc Real., Grafenbrunn, BG. Feistriz. - 1. Feilb., Gibac'sche Real., Bruchanawas, BG. Großlaschiz. Telegramme. Rom, 29. April. Offiziös wird erklärt, Italien habe weder allein noch im Anschlüsse an andere Regierungen das britische Kabinett eingeladen, sein Orientprogramm zu formulieren. Petersburg, 29. April. Jmeritinski wurde zum Generalstabschef Tottlebens ernannt. Konstantinopel, 28. April. Die morgige Revue in San Stefano wurde abgesagt. Großfürst Nikolaus reist Dienstag ab. Die muhamedanische Erhebung gewinnt an Ausdehnung. In Thrazien haben sich 25,000 Muhamedaner erhoben. Die Griechen machen dort gemeinsame Sache mit den Muhamedanern und übertreten aus Mazedonien nach Thrazien, um sich dem Aufstande anzuschließen. Ein Theil jder russischen Armee in Asien wird nach Rumelien überführt. Ein sehr eleganter, leichter Wiener Kntschierwagen und zwei Paar hübsche Pferdegeschirre sind zu verkaufen. Näheres Ballhausgasse Nr. 8. (210) 3—1 Gasthaus „M Pfeift", Stadt, Liugergasse, gute Kraiuerweine zu 32, 36 und 40 kr., Auers Märzenbier, gute warme und kalte Küche empfiehlt (2 8) 3 3 F. Föäerl. vis ^röffnunZ des nächst der Prula gelegenen findet Heuer, wie gewöhnlich, am 1. Mai statt. Die Einladung zu zahlreichem Besuche macht Jofefine Ziakowski. (205) 3—3 Karl Z. Till - ll> ÄollmiiipkiH u. ltiükr ä« 2. Reich sortiertes Lager aller Bureau- und Comptoir-Requisiten, Schreib- und Zeichnenmaterialien. 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Münzdukaten 5 79. — 20-FrancS-Stücke 9 82. —100 Reichsmark 60 SO. Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Mr die Redaction verantwortlich: Franz Müller.