(Franko pauschalier!. Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag und Sonntag früh. «»nftleitivg und «erwattung: Prekttovo vtiea Nr. S. Telephon Lt. — Ankündigung«« werden in der ivtrwaltunq qe«eu Äer»chnmiq billigster Gebitdren entgegengenommen. ?e,ug«vretse: Für daS Inland viettetjährig K 24.-, halbiöchrig K 48.—, ganzjährig K »6.—. Äür da« Ausland ewi'ptM&em* Erhöhung. — einzelne Nummern 1 Krone. Rummer 36 Was uns nottut. Im Königreiche der Serben, Kroaten und Slowenen wohnen ungefähr eine Million deutscher Staatsbürger, welche nahezu auf alle Provinzen verteilt find. Die überwiegende Mehrheit siedelt auf dem flachen Lande und Ist dort schon seit altcrLher bodenständig. Als älteste Ansiedler dürfen die Bewohner der Sprachinsel Kvcevje in Unterkam gelten, deren Bor-fahren im Laufe des 14. Jahrhunderts aus den bayrisch-österreichischen Sprachgebiete» in diese Gegend verpflanzt wurden und die damals unzugänglichen Waldungen im steten Kampfe mit Bär und Wolf urbar machten. Die ersten Spuren deutschen Wirken« reichen sogar schon in das 13. Jahrhundert zurück, denn eine Urkunde auS dem Jahre 1249 erwähnt bereit» zwei gvttscheerische Ortschaften in lateinischer Berbalhornung. In verhältnismäßig viel späterer Zeit, nämlich vor etwa 100 bis 150 Jahren, gingen andere yroße Züge deutscher Kolonisten aus oberdeutschen Gauen in das frühere Südungarn, entwässerten die Sümpfe und schufen auf den brachgelegenen Ebenen wogende Getreidefelder und blühende Gemeinwesen. Jüngeren Datums sind die deutschen Kolonien in Bosnien, die erst nach Angliederung dieser türkischen Provinz an die ehemalige Monarchie gegründet wurden. DaS Deutschtum in diesen Gebieten ist seiner Natur nach überwiegend bäuerlich und hat eS, wenn wir etwa von der Stadt Kok-.vje, Wrschatz u. ä. absehen, im großen und ganzen nicht zu größeren Städte-bildungep gebracht. E«n eigentlicher deutscher Bürger-stand fehlte, da die Intelligenz in den Städten von der herrschenden magyarischen Nation bestritten wurde, die den Zuwachs aus den deutschen Land» gemeinden größtenteils aufsog. ßin gatanter Kandel. Rovellete aus der Rokokozeit den Hansi Rubin. Die Marquise Saint Pierre war Witwe geworden. Ihr Gemahl hatte bei einem Jagvunglück scin junge« Leben eingebüßt und seine angebetete Adrienne in einem Meer von Tränen und unbezahlten Schulden zurückgelassen. Die Tränen versiegten balv, weil 13 der Marquise um ihre schönen Beilchenaugen leidtat, aber die Forderungen tonseiten der Gläubiger wollten nicht auf-hören. Aus ein reizendes Landbaus in Bordeaux, von dem aber kein Dachziegel mehr ihr gehörte, hatte sie schon schweren Herzen» Verzicht geleistet unv war ganz, lich naq Versailles in ihre Stadtwohnung übersiedelt. An ein kostspieliges Leben gewöhnt, fiel «S der Marquise nun außerordentlich schwer, sich einzuschränken, und besonders in Versailles, wo es an glänzenden Festen nicht fehlte, zu denen ihre zahlreichen Bekannten fie in der liebenswürdigsten Art einluden, so daß eine Ablehnung geradezu beleidigend gewesen wäre. Der jungen und schönen Marquise Saint Pierre fiel e» auch gar nicht ein, solche Einladungen auSzuschlagen, obgleich ihre alte Tante, die Gräfin Billard, sie stets mütterlich besorgt ermähnte: .«ind, dein Leichtsinn ist sträflich! Du kleidest dich in Samt, Seid« und Spitzen nach der neuesten Mod« und du weist nicht, mit waS du den Schneider, den Schuster und die Putmacheri» bezahlen wirst. Dein lieber Germain hätte auch klüger getan, beizeiten Donnerstag den 5. Mai 1921 Anders stehen die Verhältnisse im Norden Sloweniens, wo das Deutschtum sich seit Jahr-Hunderten hauptsächlich in den Städten und Märkten konzentrierte und sonach eili bürgerliches Gepräge hatte. An einem eigentliche» Hinterlande gebrach.es allerdings, da die seinerzeit bestehende Bauern-sicdlung im Sanntale (Zalec) im Laufe der Zeit an die slowenische Umgebung angeglichen wurde. Jnsolge der engen staatsrechtlichen Verbindung durch mehr als 1000 Jahre mit den benachbarten deutschen Alpenländern fand speziell in Unterfteiermark ein fortwährendes Ineinanderfließen d?S deutschen und slowenische» VolkSelementeS statt. So ist es zu er-klären, daß in diesen Gegenden der Klang der Namen nicht ausschlaggebend ist für die Natio-nalität der Namensträger, sowohl auf der einen als auch auf der andern Seite. Wenn auch ,in-zweifelhaft das Deutschtum auS nationalen Mischehen Zuzug erhallen hat, so ist doch andererseits nicht zu leugnen, di-ß dieS in fast noch höherem Maße auch umgekehrt der Fall war. Jedenfalls haben die Deutschen i» den untersteirijchen Städten und Mäikten mangels einer bäuerliche» Basis eine ver-hältnismäßig geringe Widerstandskraft bewiesen und auch unter der allösterreichischen Herrschaft fort-während an Boden verloren. Die Zahl der deutschen Bevölkerung im ganzen Königreiche ist bisher noch nicht genau festgestellt worden und wird sich wohl auch kaum ziffernmäßig einwandfrei erfassen lassen, da über die Frage, ob für die Volkszugehörigkeit eines Menschen die Abstammung oder daS Bekenntnis zu entscheiden habe, bei den zahlreichen Mischehen eine Einheitlichkeit in der Praxis noch nicht erzielt wurde. Die früher angegebene Kopfzisser von einer Million beruht auf einer bloßen Schätzung und hat niemand Geringeren als- den Bürgermeister von Ljubljana Dr. Ivan Tavtar zum Gewährsmann. zu sparen, um dich nicht in Not und Eleud hier sitzen zu lassen I" Bei dem Hinweis auf ihren toten Gemahl rief die Marquis« mit einem tiefen Seufzer: „Ach, Grr-main verstand eS, das Geld stets in der liebenSwür-digsten Weise auszugeben, wie hätte ich ihm da einen Vorwurf machen sollen l Sein letztes Geschenk war noch Bijou, mein Hündchen, daS nur mit Süßigkeiten gefüttert werden wiii". Wie die Marquis« den Namen „Bijou" auS-gesprochen hatte, kam au* dem Nebenzimmer ein zier» liche« Windspiel gelaufen um* sprang winselnd auf den Schoß seiner Herrin, die e» sogleich mit Schokolade-bondonS zu füttern begann. Kopfschüttelnd sagte die alte Gräfin: „Meine Lieb«, ich dränge dir meine Ratschläge nicht auf, aber du wirst noch an meine Worte denken!" und sie rauschte hinau«, von BijouS wütendem Gekläff begleitet, der sich seine Pralinöe« nicht gern neiden ließ. Drei Tage nach dieser Unterredung bekam die Marquise eine Rechnung im Betrage von 800 Louis, di« binnen vierzehn Tag» beglichen wcrden sollte. Nun brach die schöne Adrienne in Tränen aus, rang ver-zweifelt die Hände, drückte da» duftende Spitzcntüchlein an die nassen, veilchenfarbenen Augen und zerbrach sich ihren reizend«», eigenwilligen «o-f daiüber, wo sie die 800 Loui» so rasch herzaubern sollte. Die Zofe Toi-nette, von dem Jammer ihrer Herrin gerührt, wagte 3» [46.] Jahrgang Ein gemeinsames Band zwischen den Deutsche» im SHS Staate hatte naturgemäß bisher nicht bestanden. Selbst in de» heutigen Slowenien hatten die Deutschen in Steiermark und jene in Krain wenig Berührungspunkte, da die ersteren politisch und wirtschaftlich nach Graz gravitierten, während die letzteren im ehemaligen Kronlande Krain ihrer-seil« sich nach der slowenischen Hauptstadt orientierten. Die Gottscheer besonders, die infolge der Unwirt-llchkeit ihres WaldlandeS und der Eigenart ihrer Sprache bis zur Bahneröffnung ein abgeschiedenes Dasein führten, haben bis zum Umstürze wenig Beziehungen mit den übrigen Deutschen im alten Oesterreich unterhalten. Wenn schon bloße Landes- und Bezirksgrenzen Hindernisse für einen regeren Verkehr zwischen den Deutschen in dem slowenischen Gebiete dar-stellten, so bildeten die Grenzen zwischen den ' beiden Hälften der HabSburgermonarchie um fomehr fast unübersteigbare Schranken für irgendeine Gemeinsamkeit. Ja, es gibt noch heutzutage 'viele Deutsche in Slowenien, für welche die geographischen Bezeichnungen Banat, Batschka, Barania, Syrmien usw. inhaltslose Begriffe sind: von einer näheren Kenntnis von Land und Leuten erst gar nicht zu reden. So wie nun nach der Gründung des südslawischen Staates die historischen Grenzen zwischen den drei slawischen Bruderstämmen gefalle» sind, müssen sich auch die Deutschen in diesem Königreich zu einer Volksgemeinschaft zusammenfinden' und sich die Hände über alle künstlichen Hindernisse hinweg reichen, zur gemeinsamen Arbeit am Aufbau >8 neuen Bater. lande? und zur Erhaltung und Kräftigung des eig«. nen VolkStumS, Während die Deutschen in der alten Monarchie ihre Blicke nach den beiden Brennpunkten des staatlichen Lebens, Wien und Budapest, richten mußten, sind ihre neuen Bestrebungen im neue» schließlich zu raten: „Madame sollten den rosa Sal-N verkaufen, der fast unbenutzt steht!* »Wie, den Salon, meinen LieblingSrau m mit den vielen Nippe« — unerhört!" Die Marquise war tief entrüsttt. Dieser Salon, der ganz in Rosa und Gold gehalten war, vergoldete Sessel und ein Tischchen, auf dem eine Unzahl WatteauSscher Schäfer und Schäfe» rinnen in entzückenden Szenen standen, besaß, war früher einmal «in von der Marquise und ihrem G«-mahl vielbeuützter Aufenthaltsort gewesen und erst in letzter Zeit mehr gemieden. An seine Veräußerung war schon pietätshalber nicht zu venken, denn in diesem Salon, von dessen Decke Kupido mit einer roten Laterne in der Hand herabhing, halte die Marquise ihre Flitter« Wochen verbracht. Als aber der Z^hlungStag für die 800 Louis immer näh«r heranrückte und die Matquife kein andere» Mittel, um ihm zu btgegnen, sich ersinn«» konnte, da griff sie zuletzt doch nach dem Vorschlag ihrer Zofe wie nach einem rettenden Strohhalm. Am nächsten Morgen hing eine Tafel vor dem > HauStor, ans der zu lesen stand, daß „die Marquise Satnt Pierrc im 3. Stock einen distinguierten Salva zu verkaufen wünsche". Sie selbst hatte sich ein reiztnde» Hauskleid zurechtgelegt. an dessen Spitzenfichu eine duftend« La Fr auce b^, stigt war und empfing die Säufer sitzend in einem r^ seidene» Fauteul. Bijou auch bekam um sein geldkuuf wirkteS Halsband eine rosa Schleife gebunden. Ctite 2 Tillier Zeitung Nummer SS Staate in die eine und einheitliche Richtung nach Beograd geleitet worden. Die Aahl der Deutschen in Südslawien, die ei» Dreizehntel der Gesamtbevölkerunz ausmacht, ist ein so wichtiger Faktor in der Politik, Volkswirt-schast und Kultur unseres Baterlandes, daß keine Regierung ihre werktätige und bekannt staatSerhal-tende Mitarbeit wird misten können nnd wollen-Die gegenwärtige Ausschließung der Deutschen, die durch deren OptionSberechtigung sormell begründet sein mochte, wird vor der verfassungsmäßig gewähr-leisteten Gleichberechtigung aller Staatsbürger in sich zusammenfallen, so daß auch sie ihre eigenen Vertrauensmänner in die parlamentarischen Ver-tretungSkörper entsenden werden. Denn Jugoslawien wird hinter der Tschechoslowakei und Rumänien nicht zurückstehen können, die ihren Minderheitsdeutschen schon in den ersten Parlamenten alle staatSbürger« lichen Rechte eingeräumt haben, und kann durch das Beispiel Italiens, daS den neuen Staatsbürgern slawischer und beutscher Zunge die Wahl eigener Vertreter gewährt, in diesem Vorhaben nur bestärkt werden. Die Ausdehnung der politischen Gleichberechtigung aus die deutsche» Staatsbürger wird verläß-lich über kurz oder lang erfolgen und darf uns nicht unvorbereitet finden. DaS Zusammengehörig» keitsgesühl unter den Deutschen in diesem Staate, daS bisher so gut wie fehlte, muß alle Teile unseres BolkStums durchdringen und in einer einheitlichen Richtung zusammengefaßt werden. Ein einzelner Mensch gilt nichts. Er ist macht-und hilffos. Seine Stärke schöpft er auS der Familie und die Familien haben ihren Rückhalt im Volke. Ebenso wie sich die ^verschiedenen Stände zur Er« reichung gemeinsamer Ziele zusammenschließen, müssen auch die Angehörigen einer und derselben Volks-gemeinschast sich vereinigen, um ihre Bestrebungen im Räumen deS StaatSganzen geltend zu machen. Die Vorbedingung hiezu ist die Schaffung einer politischen OrganisativU, mit deren Vorarbeiten nicht früh genug begonnen werden kann. Was aus kulturellem Gebiete durch die Gründung des Schwäbisch-deutschen Kulturbunde« angebahnt wurde, daS muß in politischer Hinsicht durch die Schaffung einer einheitlichen deutschen Partei nach« geholt werden. Selbstverständlich ist es, daß der Anstoß hiezu gleichsalls von unseren schwäbischen Brüdern in der Woiwodina auszugehen hätte, denn wir Deutsche in Slowenien gleichen zerstreuten Fähnlein, welche einer gemeinsamen Direktive unter-geordnet werden müssen. Da meld«» die Zofe: „Der Chevalier von Lorivet\" und ließ einen eleganten jungen Mann in violettem Frack und einer gutfi>enden weißen Zopfperücke ein» trete», der fich ehrerbietig von der Marquise verneigte. Der Chevalier »on Lo»vet besah nicht nur »oll-endete Bildung und dc« wa« man in damaliger Zeit Eiprit nannte, sondern auch kolossale Reichtümer, war ledig und galt allgemein al« ein sehr galanter Kava» lier. Er hatte ^ie Absicht, den rosa Salon für eine seiner zahlreichen Freundinnen, eine Schauspielerin, zu kaufen. Wie er nun die schöne Marquise gewahrte, aus deren hochtoupierter Frisur fich einige goldblonde Löck-eben hervorgestohlen hatte», die nun zierlich geringelt auf ihrer glatten weißen Stirn lagen, dahinter ebenso zierlich« und kapriziöse Gedanken wirbelten, da fing sein leichtentzündliche« große« Her, sogleich wieder Feuer und sein Handkuh fiel daher ebenso artig wie glühend auS: „Gestatten Sie, Marquise, daß ich Ihnen meine Hochachtung und Verehrung zu Füßen lege", begann er, „ich habe Ihren verstorbenen Gemahl, den edel-wütigen Germain gekannt und seine Vortrefslichk.it sichert ihm stet» ein ehrendes »«gedenken in meiner Brust. Wa« nun Sie betrifft, Marquise, so befehle» Sie ganz über mich und gestatte» Sie mir, die Freund-schaft, die ich für Germain hegte, nunmehr aus Sie zu übertragen, Marquise!" Adrienne drückte ihr Spitzentüchlein an die Veilchen« äugen und indem sie dem jungen Mann: einen zart- Mag die Zahl der Deutschen m Mowemeu zur Erreichung einer Vertretung im Beograder Parlament hinlänglich sein oder nicht, jedenfalls sind wir sicher, daß unsere Wünsche und Bestrebungen an den Schwaben Stütze und Förderung haben werden. Das Dichierwort „Ein einig Volk von Brüdern' wird dann auch auf uns Deutsche in Jugoslawien angewendet werden können. Tirol. Mit überwältigender Mehrheit hat fich Tirol sür den Anschluß an das deutsche Mutterland auS» gesprochen. Bon rund 170.000 Stimmen waren 144.342 Ja und 179* Nein. Die Beteiligung be-trug 83 und die Mehrheit 98-39 Prozent, so daß von allen in Tirol Stimmberechtigten sich 35 Hun-dcrtstei sür den Anschluß ausgesprochen haben. Roch nie ist der Gesamtwille eines Volkes in so überzeu-gender Weise vor der Welt kundgetan worden, in einer Zeit der bittersten Not ist er ein weithin fallender Ruf zur Vereinigung der deutschen Volksstämme in einem Reiche. Die Wirkung dieses Ergebnisse« ist eine zwei» fache. Zunächst wird die deutjchösterreichische Bundesregierung genötigt, nunmehr den Gesetzentwurf über die allgemeine Volksabstimmung dem Nationalrate vorzulegen, andererseits wird aber mit der im Aus-lande verbreiteten Legende ausgeräumt, daß die An-schlußbewegung in Deutschösterreich künstlich gemacht sei, daß sie Sache einer einzelnen Partei sei oder gar vom Deutschen Reiche organisiert werde. 85 Pro-zent aller stimmberechtigten Tiroler lassen fich nicht von einer Partei kommandieren oder vom Auslande au« jühren. Eine solche Mehrheit kann sich nur daraus ergeben, daß der Anschlußgedanke tief im Herzen der gesamten Bevölkerung Deutschösterrcichs wurzelt, ohne Unterschied der Partei, und daß er ihr ganzes politisches Denken erfüllt. Darin liegt die große v^eutung der Tiroler Abstimmung, daß sie die Lüge zerstört hat, mit der Frankreich die Konfiszierung des SelbstbestimmungSrechteS Deutsch-österreichS zu bemänteln sucht: Frankreich sei dadurch, daß e« den Anschluß verhindere, der Dolmetsch deS eigentlichen Willen« der deutschösterreichischen Be-völkerung und der Selbständigkeit des in Saint Germain geschaffenen Staates. Wenn Tirol mit dem klar ausgedrückten Willen seiner Bewohner vor die Welt hmgetreten ist, so darf man vas nicht mit dem Schlagwort Sonderbestrebungen der einzelnen Bundesländer zu erklären suchen. Tirol, das durch den Frieden von Saint Germain seine« schönsten und sruchtbarsten Teiles beraubt wurde, empfindet die Härten de« un-natürlichen Zustandes eines selbständigen Oesterreich am schärfsten. Als GebirgSland ist eS außerstande, die Ernährung seiner Bewohner sicher zustellen; im Norden, Westen und Sude» ist es von Staaten umgrenzt, die eine hochwertige Valuta haben und die Preise für Lebensmittel und Bedarfsartikel sitt- lich schmachtenden Blick zuwarf, entgegnete sie mit süßer Stimme: „Ach, Chevalier, wenn Sie wüßten, wie Ihre Worte in meiner Einsamkeit mich treffen und in meiner Lage . . ." Sie gebrauchte beim Weinen ihr Svitzen-tüchlei». Tröstend faßte der Chevalier nach ihrer Hand, die sie ihm willig überließ: „Aber Marquise, Sie zweifeln doch hoffentlich nicht an meiner Aufrichtigkeit! ist mir eine hohe Ehre, Ihnen diene» zu dürfen" und er küßte zum zweitenmal galant ihre Hand, von der er den Sp^tzenärmel etwa» weiter zurückschob. Die Marquise dankie ihm mit einem tiefen Seufzer und dann kam sie auf die Schuldforderung der 800 LouiS zu sprechen und gestand ihm, wie schmerzlich sie der Verlust deS rosa Salon« berühre. Da sagte der Che-valier, indem er Adrienne sanft neckte: „Ich bitte Sie, Marquise, um die Adresse Ihre« Gläubigers und Sie weiden mir gestatten, daß ich jene Schuld begleiche. E« geschieht au« Freundschaft für Ihre» toten Gamahl und weil ich — " bei diesen Worten legte er fachte feinen Arm um die regungslos dasitzende Marquise — „in Ihrem rosa Salon auch gern glücklich sein möchte!" Dieser Handel kam der schönen Marquise garnicht unerwünscht und ein glühender Kuß besiegelte den Kaufvertrag. S» hatte der Che»»li?r von Lo»vet um 800 Loui« den r»sa Salon mitsamt der reizenden Marquise er» standen und seinen zahlreichen Freundinnen eine neue angefügt. gen inS Ungemeffeae. Die hohen Zollsätze a»s der Verkehrslinie von Norden uach Süden, die Lage im äußersten Weste» der Republik und die dadmch verteuerte Warenzufuhr schufen eiae» Zufta* wirtschaftlicher Trostlosigkeit, der gebieterisch eine Aenderung verlangt. Die Entente, die den verstümmelten, von alle» natürlichen Hilfsquellen abgeschnittenen Staat mit bloßen papierenen Versprechungen und kostspieligen Kommisfi»nen zwischen Leben und Sterben hin-kümmern ließ, setzte alle Mittel in Bewegung, um die Wirkung der Tiroler Abstimmung vor dem Tri. bunal der Weltmeinung zu paralysieren. Wenn am selben Tage in Bozen eine zugereiste Horde italienischer Faschisten Handgranaten in einen harmlosen Tiroler Trachteuauszug wirst, so ist da« nicht lediglich ein Akt blinder Prätorianerherrschaft gegen nationale Minderheiten, sondern das Resultat einer weitgehenden überlegten Propagandatätigkeit. In Fiume hatten es die Faschisten erzwungen, daß bei den Gcmeindewahlen nur zwei Listen ausgestellt werden dursten, eine italienischunionistische und eine italienisch-autonomistische, so daß alle Nichtitaliener sich entweder der Wahl enthalten oder sür eine der beiden italienischen Listen stimmen mußten. Durch da« Blutbad in Bojen wollten die Faschisten offen-bar die bevorstehenden Wahlen tn Südtirol in ähnlicher Weise einleiten. Ursprünglich eine Abwehr» organisation gegen den sozialistischen Terror, sind die sogenannten Faschi zu Sammelpunkten aller chauvi-nistischen Elemente und Abenteurer geworden und dadurch stark unter den Einfluß der sranzöstschc» Propaganda geraten. Ebenso wie diese Faschisten-banden benutzt, um zwischen Italien uitd unsern Staat fortgesetzt Haß und Zwietracht zu säea, \o verfolgt sie mit denselben Mitteln denselben Zweck auch in Südlirvl. Denn die französische Macht-stellung im Südosten beruht im wesentlichen daraus, daß sich zwischen Italien und seinen Nachbarn un-ausgesetzt neue Differenzen ergeben. Die mit französischem Geld« bezahlten oberitalienischen Blätter haden seit Wochen schon wegen Tirols gehetzt nnd «s unterliegt keinem Zweifel, daß die blutigen Exzesse in Bozen letzten Endes mit französischem Gelde finanziert worden find. Die italienischen Behörden werden dadurch natürlich nicht entlastet, wenn sie auch jetzt nach geschehenem Unglücke einige Mordbuben verhaften und den Vorfall in der Regieru »gSpressc bedauern ließen. Sie haben vorher volle Kenntnis von den Vorbereitungen des heimtückischen Ueber -falle« gehabt und haben trotzdem alles unterlassen, um das Blutbad zu verhindern. Die Schwäche der italienischen Regierung gegen-über der sranzöstsche» Propaganda kann aus »ie internationale Stellung Italien» nicht ohne Eiufluß bleiben. Seine auswärtige Politik stützt sich heute auf ein enges Einvernehmen mit der Tschechoslowakei und Jugoslawien und es hat ein großes Jäter-effe daran, auch mit Deutschösterreich in guter Nachbarschaft zu leben. Ist die italienifcheRegierung nicht imstande, die französische Hetze aus italie-nischem Boden zu unterdrücken, dann würde der Staat der Serben, Kroaten und Slowenen sehr bald jedes Interesse an der Aufrechterhaltung des Bund-nisseS mit Italien verlieren. Die kleine Entenre würde rekonstruiert werden und eS würde sich zeigen, daß ihr Stützpunkt Rom sehr leicht durch einen anderen ersetzt werden könnte. Daß Dentschösterrcich infolge der großen poli-tischen Bedeutung seiner zentraleuropäischen Lage trotz der gegenwärtigen Haltlosigkeit seiner Verhält-niffe noch eine bedeutende, wenn auch vorläufig mehr oder wenig paffive Rolle in der internatio-nalen Politik zu spielen vermag, haben die Habs-burgerkombinationen, die plötzliche Berufung des Bundeskanzlers Dr. Mayr nach London, die krampi-hafte Beflissenheit der Entente, daS unnatürliche Staatswesen künstlich am Leben zu erhalten, und der siegreich durchgeführte Kampf um die Tiroler Abstimmung bewiesen. Die Tiroler Volksabstimmung ist eine elementare Manifestation des Willens der Deutschösterreicher, sich mit dem deutschen Mutter» lande zu vereinigen. In Tirol hat vor nunmehr über 100 Jahren eine Bewegung ihren Anfang genommen, deren Ende die Befreiung Europas von der napoleonischcn Zwingherrschaft war. Der starke Geist '.lebt 'auch heute noch in den Tiroler Bergen und leicht kann eS sein, daß die Vereinigung der deutschen Stämme, der Traum von langen Jahrhunderten, zur Wahr-heil wird durch die erlösende Tat des Landes Tirol. Jtummer 36 Silliec Zeitung Seile 3 Politische Rundschau. Inland. Demokratische Bestrafung säumiger Wähler. Im Gegensatze zur Nummer vom 28. April, in welcher behauptet wird, daß über alle Bedenken in den Reihen der demokratischen Wähler die alle Disziplin den Sieg davongetragen und jegliche Un-zusriedenheit in den Hintergrund gedrängt habe, hält SlovenSki Narod in seiner Nummer vom l. Mai «in Strasgericht über die säumigen Wähler und droht ihnen mit politischer Aechtung und wirt-schaftlicher Peitsche. ES heißt da unter anderem: Zu den Folgen der Wahlabstinenz gehört auch, daß die demokratische Partei niemanden als den ihrigen anerkennen kann, zumal in einem solchen Falle, wo er an sie appelliert und von ihr Hilse verlangt, «eine Partei kann sich rühmen, soviel geleistet und soviel erreicht zu haben alS die Demokratische Partei. Die unleugbaren Begünstigungen, wie sie heute die öffentlichen Angestellten, die höheren und die niedri» gen genießen, die Position, die heute z. B. unsere Lehrerschaft innehat: dies alles und noch manches andere ist ein unwiderleglicheS Verdienst der demo-kratischen Partei. Di: Wahlenthaltung darf daher nicht ohne Kritik und ohne Folgen bleiben. Die ört« lichen Organisationen mögen ein genaue« Verzeichnis jener ausstellen, die zuhause geblieben sind und jener, die unsere Partei gewählt haben; denn keine Wahl ist io geheim, daß sich dies nicht wenigstens annähernd feststellen ließe. Da« betreffende Verzeichnis muß unseren Abgeordneten, unseren Ministern und an» deren führenden Persönlichkeiten vorgelegt werden. Weiin dann ein Gesuchsteller kommt und an die Türen klopft und wenn er um Vermittlung und Gefälligkeiten bittet, so soll dann vor allem i« Verzeichnisse nachgesehen werden, ob er wert sei, daß für ihn auch nur ein Schritt unternommen werde. — AuS diesen Ausführungen kann man sich ein ungefähres Bild malen, welche Aussichten nach de»okratischer Auffassung bei ihren Anliegen jene Staatsbürger haben, welche wie z. B. die Deutschen keiner bestehenden Partei angehören, ja überhaupt nicht einmal daS Wahlrecht besitzen. Die Festsetzung der Grenzen Sloweniens. Da« Mitglied der jugoslawischen Delegation in Venedig, General Majster, ist nach Fertigstellung der Abgrenzungsarbeiten vor einigen Tagen in Bakar eingetroffen. Die Abgrenzungskommifsion hat die Grenzen von Venedig bis Matulje ausgearbeitet, so daß die italienisch-slowenische Grenze als fertig« ge stellt betrachtet werden kann. Wie auS Bakar ge-meldet wird, werden die Arbeiten zur Abgrenzung FiumeS am 5. Mai von den italienischen und jugv-slawischen Delirierten ausgenommen und sollen bis 10. Mai durchgeführt werden. Die Fiumaner Grenzen werden also vor dem Zeitpunkte der italie» nischen Parlamentswahlen festgesetzt werden. Das österreichische Gesandtschaftsgebäude in Beograd. Wie aus Zagreb berichtet wird, hat die Repa» rationSkvmmisfion die Frage deS Gesaudtschaftsbesi-tzcS der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monar-chie in Beograd dahin entschieden, daß sie daS Ge» bände in den Besitz b S SHS-Staates überwiesen hat. Ferner hat unser Staat zwei Jahre nach der Ratifizierung deS Friedensvertrages 52, später 72 Prozent der Kohlenproduktion der Fünskirchner Kohlenreviere zu bekommen. Sanktionen gegenüber Bulgarien. Einer Pariser Meldung aus Sofia zusolge beabsichtigt die jugoslawische Regierung, das Beispiel »ach^ahmen, welches Frankreich in der RcparationS-frage gegenüber Deutschland anwendet und auch sei-nerseit« mit den sogenannten Sanktionen gegen Bulgarien vorzugehen. In diplomatischen bulgarischen Kreisen werde aber darauf hingewiesen, daß Bul> g,-rien nicht mit demselben Maß: wie Deutschland gemessen werden dllrse. Deutschland hade, so sagt nämlich die betreffende Pariser Quelle, die Erfüllung seiner Verbindlichkeiten systematisch abgelesn«; woge-ften Bulgarien, da« feiner Schuldigkeit bisher in jeder Beziehung nachgekommen sei, die Grenze seiner LeistungSsähigkeit erreicht habe. Unruhen an der serbisch bulgarischen Grenze. Wie das Agramer Tagblatt auS verläßlicher Quelle erführt, ist in der Nähe vou Kumanowo ein Trrpp bulgarischer Komiladschis tn unser Gebiet ei gebrochen. Dir militürischea Kommende« uud dit Gendarmerie hat die notwendigen Maßnahmen ge> troffen, um die Eindringlinge über die Grenze zu-rückzuwerfen. Die Beograder Pravda verlangt von der Regierung, in Sofia deswegen energische Bor-stellungen zu erheben, weil der Verdacht bestehe, daß diese irregulären Banden von der bulgarischen Re-gierung unterstützt werden. Austand. Der Vorwand Frankreichs für den Einmarsch ins kuhrgebiet. Meldungen, die Berliner Blätter aus Paris erhalten, lassen erkennen, daß die sranzösische Re-gierung, die offenbar zum Einmarsch in daS Ruhr-gebiet unter allen Umständen entschlossen ist, im letzten Augenblick den Vorwand für diesen Einmarsch sucht und nunmehr Deutschlands angebliche Ver-fehlungen in der EntwaffnunßSfrage sowie die an-geblichen Vorbereitungen eines RevanchekriegeS Deutschlands in den Vordergrund stellt. Grund da-für ist offenbar der Reparationskommission, daß die Nichtbezahlung der 20 Milliarden vor dem 1. Mai keine Grundlage für die Anordnung einer Sanktion abgeben darf. Dieser Beschluß, so berichtet der Pa-riser Korrespondent des „Berliner Tageblatt", än-dert an den Absichten der sranzösischen Regierung nichts, aber man erkennt jetzt, weshalb Briand seit zwei Tagen wieder die EutwaffnungSsrage als den wichtigsten Grund sür die Sanktionen nennt. Die Lonstruierung deS deutschen Verschuldens hat dies-mal versagt, obwohl, wie die „Chicago Tribune" erzählt, Herr DuboiS verzweifelt sür die französische Auffassung kämpfte. Es ist auch bezeichnend, daß nur eine amerikanische Zeitung diese kleine Schlappe Frankreichs erwähnt. Die sranzösischen Zeitungen bringen über diese Episode nichts. Obwohl Lloyd George es nach Londoner Berichten nicht eilig mit dem Beginn der Konferenz zu haben scheint und aus weitere Nachrichten aus Berlin und Washington hofft, glaubt man doch, daß er sich in gewisser Be-ziehung Briand gegenüber verpflichtet hat, für den Fall unzureichender deutscher Vorschläge Frankreich seine Zustimmung zu geben. Der Vertreter Ame-rika« werde unter diesen Umständen nicht in der Lage sein, einen wirksamen Widerstand einzuleiten. Die französischen Truppen sollen, wie gemeldet wird, am 7. Mai mit ihtem Vormarsch beginnen. Daraus geht hervor, daß sür Frankreich die Be-setzung des RahrgebieteS der eigentliche Zweck ist und daß alle wie immer gearteten deutschen Vor-schlüge an dem Besetzungswillen zu scheitern präde-stiniert sind. Die tschechischen Forderungen nach Kriegsentschädigung. Die WiedergutmachuugSkommission in Pari« hat entschieden, daß der KriegSzustaud der Tschecho-slowakei gegenüber den Zentralstaalen mit dem 28. Oktober 1818 begonnen hat. Dieser Entscheid be-deutet, daß die tschechische Republik keiiurlei recht-liche Schadenersatzansprüche, die über dieses Datum hinausgehen, stellen kann. In gleicher Weise lehnt« der Ausschug der Reparationskommission die Scha-denersatzsorderungen der Tschechoslowakei bezüglich des boljchewikischen Einfalles in die Slowakei im Frühjahre 1919 ab. Diese Nachrichten haben in der tschechischen Oeffentlichkeit nicht geringe Enttäuschung hervorgerufen, da man sich dort au die Tatsache hielt, daß die tschechische BolkSrevolution, der offene Kamps der Tschechen aus den Schlachtseldern Frank« reichs, Rußlands un» Italiens schon weit früher eingesetzt habe als vor dem Zusammenbruche der Habsburgermonarchie. Angeblich habe die Rcpara-tivnSkommisfion, hauptsächlich zufolge italienischer Argumente, diesen Beichluß deshalb gefaßt, weil die tschechischen Abgeordneten während deS Krieges in Wien österreichische Politik gemacht hätten. Der Ljnbljanaer Jutro glaubt aber den wahcen Slund darin gefunden zu haben, daß Frankreich, um den eigenen Schadenersatz zu bekommen, die Anprüche anderer Staaten energisch streichen muss:. Anschlug Rumäniens an die kleine Entente. ZeitungSmeldungen zufolge hat sich die rumä-nische Regierung endgültig entschlossen, der kleinen Ententente beizutreten. Au» Switt mit Die Maifeiern sind in allen Städten Jugo-slawienS, den bisherigen ZntungSberichten zufolge, ruhig und ohne Störung verlausen. Bereinsauflöfung. Der Zweigverein de« Lande«- und FrauenhilfSv'reineS vom Roten Kreuze in «elje wurde mit der Begründung ausgelöst, daß die Bedingung» für seinen Bestand nicht mehr gegeben seien. Der Athletik - Sportklub in Vojnik bei Celje wurde, wie amtlich verlautbart wird, infolge feiner hetzerischen Tätigkeit aufgelöst. Evangelisch« Gemeinde, «m Himmel-sahrtStage findet der Gottesdienst um 10 Uhr vor« mittags in der Chrtstabtirche statt. Predigt Vikar May. Die Wohnungskommission in Celje wurde durch folgende neue Mitglieder.vervollständigt: Karl Gregoric. Hausbesitzer, M. Eepin, Beamter und Johann Subic, RegierungSkonzipist. Neue Aufschristen auf den Stationen. Der Verkehrs minister V. Jankoviö hat angeordnet, daß innerhalb cineS halben Monates alle Stationen auf dem ganzen Gebiete des Königreiche» die neuen Aufschriften zu tragen haben und zwar in cyrillischer und lateinischer Schrift. Größere Grenzstationen müssen überdies französische Ausschriften anbringen. Die neuen Postgebühren. Mit 1. Mai sind die neuen Postgebühren, du wir im Inseraten-teil unserer Nummer am 23. April veröffentlicht haben, in Geltung getreten. Wir machen neuerdingt darauf aufmerksam, »eil eS im Interesse der Oeffentlichkeit liegt, den GeltungStermin der neuen Gebühren zu beachten, um Strasportogelder zu ver-meiden. Die Straße Maribor—Radkersburg. Der Minister für öffentliche Bauten hat erklär», daß die Straße zwischen Mureck und Sv. Jlij ge-baut »erde und daß zu diesem Zwecke bereit« ein Kredit von zwei einhalb Milli«nen Kronen ge-nehmigt worden fei. Wechsel im Wariborer Wohnungsamt. Der Bevollmächtigte für soziale Fürsorge in Ljubljana, Herr Ribnikar, hat den bisherigen Bor-sitzenden der Wohiiungskommision in Maribor Oberst-leutnant Vidmar aus dessen eigene« Ansuchen seine« Amtes enthoben und mit der vorläufigen Leitung der Amtsgeschäfte Professor Boglar betraut. Unglücksfall. AuS Brejce wird uns ge-schrieben: Im Dorfe G«rni Obres, Gemeinde Artice bei Brez>ce, wurden Maibäume gesetzt und bei dieser Volksbelustigung mit Böllern geschaffen. Der fünfzig, jährige Müller und Hausbesitzer »ekorania lud einen Mörser und bearbeitete ihn mit einem Hammer. ES erfolgte eine Explosion und durch oie Spreng-stücke wurden S-korania, der 23jährige Michael Gerjovii, der l4jährige Jakob Golik und der sech«. jährige AloiS Kocian verwundet. Jikob Goli! er-litt eine schwere Verwundung, da ihm die Explosion den Fuß wegriß. Die vier Verunglückten wurden in das Spital von Brejice überführt. Drel andere Personen, die leichtere Verletzungen davontrugen, befinden sich in häuslicher Pflege. Wirtschaft und Verkehr. Ein deutsch - jugoslawisches Schieds-gericht. Wie die Zagreber Handels- und Ge-werbetammer meldet, wurde diese« Gericht dieser Tag« im Sinne des Paragraphen 304 des Ver-sailler Friedensvertrages mit Deutschland tonsti-tuiert. Zum Pcäsiventen wurde ernannt Professor Logost aus Genf, die Mitglieder sind von unserer Seite Dragoljub Arangjelovic, Universitätsprosessor au» Beograd, von deutscher Seite Dr. Denning. Die Kompetenz des Schiedsgerichtes bezieht sich im Sinne deS stierten Paragraphen des Versailler Vertrages auf Unstimmigkeiten jeder Art, die auf privairechtliche Verträge Beziehung haben und die zwischen unsern und deutschen Staatsbürgern vor Jnkrafttretung dieses Vertrages geschloffen worden sind. Die Abteilung III bespricht die privatrecht-lichen Schulden und Forderungen zwischen Deutsch-land und einer alliierten oder assoziierten Macht. Die 4. Abteilung bespricht die Güter, Rechte und die Interessen, die 5. privairechtliche Verträge, Ver-jährung. Urteile und VersicherungSvemäge, die 7. behandelt die Fragen über den Schutz des gewerblichen Besitzes. Jedes gemischte Wahlgericht bringt im Sinne des Nachtrages zum Paragraphen 304 deS Versailler Vertrages selbst die das Verfahren betreffenden Statuten. Jugoslawien und die Sanktionen. Der Agramer „Trgovinski List" klagt darüber, daß die Regierung den Zwangsmaßnahmen gegen Deutsch-land beitrat, obwohl zum Beispiel Rumänien eine Teilnahme aus volkSwirtschajtiichen Gründ«« entschieden abgelehnt habe. Jugoslawien habe schon dadurch I Seite 4 Tillier Zeitung Nummer 3K Schicht 99 Die echte Schicht - Seife Marke „Hirsch' M trSgt nebenstehende Schutzmarke. Achten Sie bettn Einkaufe darauf und tauen Sie tldi nldU billigere Waschmittel ausloten, die nur Sufrerllch Schicht-Seife Ähneln. Vertretung für Slovenien bei J. GLOBOÖNIK & COMP. in Ljubljana. schwere Verluste erlitten, daß Frankreich den Ab-schlug eineS südslawisch-deutschen Handelsvertrages verhindert hat, denn Südslawien könne eine ganz« Reihe von Artikeln, die eö notwendig braucht, nir» gends so billig und zu so kulanten Bedingungen er» Halter, wie in Deutschland. Der Beitritt zu i'en Sanktionen werde der südslawischen Wirtschaft un» geheure Schäden zufügen, ohne irgendwelche Vorteile zu bieten. „Die Verbündeten verlangen von unS unaufhörlich Opfer, leisten uns aber nicht die ge> ringste Hilfe. Die Regierung sollte endlich den Ver« Kündeten klar machen, daß sie Südslawien entweder entgegenkommen müssen oder ihm freie Hand lassen, seine Jntesfen selbst zu wahren." Ein Staatsanlehen zur Hebung des Handels und des Gewerbes. Der Mi. nifterrai hat den Betrag von 100 Millionen Dinar votiert, welcher den Kaufleuten, ferner den Importeuren und Exporteuren sowie Gewerbe« treibenden auSgesolgt werde» soll. DaS Anlehen wird auf Grund de» Antrages seitens der Handels-und Gewerbekammern angewiesen werden. Das neue Geld. Im Jahre 1916 wurde in Frankreich die Prägung von Silbergeld im Be-trage von 15 Millionen Dinar und zwar in Stücken zu 2, 1 und '/, Dinar bestellt. Die erste Partie dieses Geldes wurde am 31. December 1915 aus Frankreich expediert, die letzte 1917. Die Prägung deS Geldes kostete den Staat aber 8 einhalb Millionen französischer Franken. Der damalige Finanzminister bestellte im Einvernehmen mit der Regierung in Amerika Nickelgeld im Betrage von 1,750.000 Dinar in Stücken zu 5, 10 und 20 Para Dinarwährung. Die ganze Bestellung kostete den Staat 155.000 Dollar. Diese Bestellung erfolgte 1915, doch als das Geld nach Saloniki kam, wurde es dort durch einen großen Brand beschädigt, sowohl das Nickel-und Silbergeld als auch die Noien zu 5 Dinar. Gleich nach der Vereinigung wurde daS Geld nach Nlfch überführt und erreichte vor kurzer Zeit Beograd. Im Finanzministerium wurde da» Silber« und Nickelgeld dieser zwei Bestellungen durchgesehen und durchgezählt. Einem Beschlusse des Finanz« ministerinmS zufolge wird das ganze Sildergelv, welches durch das Feuer keinen Schaden erlitten hat, bei der Nationalbank deponiert uns in der ent« sprechenden Höbe für Noten eingewechselt werden. DaS Nickelgeld wird auch weiter in den Treffors deS Finanzministeriums bleiben und wird nicht dem Verkehr übergeben werden. Auch die weitere Prägung von Nickelgeld zu 25 Para, die in - Wien bestellt war, wird eingestellt werden. Die bis jetzt geprägte Menge diefeS Geldes wird dem Verkehr ebenfalls nicht übergeben, weil eS mehr als sicher ist, daß sie in kurzer Zeit ins Ausland gebracht wird. Im Umlaufe verbleibt nur daS Kleingeld zu 5 und 10 Para, welches au« der Gamalcgierung geprägt worden ist. Einige Waggons dieser Münzen stsd schon in die neuen Provinzen abgegangen, die nächste Partie von vier Waggons ist sür Beograd und Serbien bestimmt. Unsere politisch-wirtschaftlichen Sün-den. Unter dieser Aufschrift schreibt der TrgovSki List: In unserer BoikSwirtschastSpolitik begehen wir Sünden und Fehler, die unserem politischen und wirtschaftlichen Leben großen Schaden verursachen. Unsere größte Sünde ist eS, daß wir selbst wirt-schaftliche Fragen und Probleme nicht sowohl vom Standpunkt der StaatSinteressen als vielmehr von dem der leiinlerefsen und deS persönlichen Nutzens betrachten. Ler zweite arge Fehler ist der ständige Wechsel der Zentralrcgierung und die Weise, wie die Ministei portefeuilleS vergebe» werden. Bei der Zusammensetzung der Regierung kommt nämlich nicht die j^chmännische Tüchtigkeit der Ministerka»« didaten in Betracht, sondern es frägt sich immer nur, welcher Ministerposten leer ist. Bei solchen Verhältnissen wäre es notwendig, die wichtigsten Mi« nisterien zu neutralisieren. Zumindest aber kann man fordern, daß, btr Einrichtung fachmännisch gebildeter Unterstaatssekretäre eingeführt werde, die als solche von den Parteien und deren Wechsel in der Zentralregierung unabhängig wären. Zu den Uebeln, gegen die gekämpst werden muß, gehört die Unbeständigkeit unserer Tarispolitit auf dem Gebiet der Zölle, Abgaben, Monopole usw. Heute gilt ein Tarif, noch wenigen Monaten wird ein anderer ein» geführt. Eine Verordnung löst die andere aus und ändert alles um, so daß kein regelmäßiger Verkehr möglich ist. - Durch diese Politik erwecken wir daS Mißtrauen deS Auslandes, welches bei unserer Un« beftändigkeit mit unS wicht rechnen kann. AuS diesem Grunde war eS uns unmöglich, im Auslande eine Anleihe zu machen und auch eine innere Anleihe dürfe» wir nicht wagen, we>l auch unsere Finanz-kreise der Finanzverwaltung mißtrauen. Die Magazine des ErnShrungsmi-nifteriums Dem Beschluß des Mintsterrates ge-mäß hat daS Ministerium für Sozialpolitik endlich die Liquidierung der Magazine deS Ministeriums für Ernährung und Wiederaufbau begonnen. Ja diesen Magazinen ist Ware im Werte von 20 Mil-lionen Dinar angehäuft. Getreideaussuhrverbot in derWoiwo« dina. Da unsere Regierung die Ausfuhrverbote für Lebensmittel und Futter noch nicht ausgehoben hat, ist m dem Handel mtt Feldprodukten ein völliger Stillstand euigetrete». Kaufleute und Ackerbauer werden einen großen Schaden erleiden, während nur verschiedeee Spekulanten und PreiStreiber auf ihre Rechnung kommen werden, die oas Getreide, besonders Weizen, ohne jede Konkurrenz aufkaufen. An der Grenze stehen beladene Schiffe, die nirgendshin können, weil sie dort daS Verbot der Ausfuhr auf unbestimmte Zeit erreicht hat, das ist also auf so lauge, bis sich die Aussichten aus die kommende Ge- »reideernte gebessert haben. Was mil dieser Ware zu geschehen hat, weiß bis jetzt niemand zu sagen. Fest steht jedenfalls daS Eine, daß das Verbot uur für jene Getreidemeng« f. ine Berechtigung hat, die wir für unser Brot brauchen, während man den Ueberschuß ausführen und verkaufen müßte, denn das erfordern die Interessen unseres Ackerbaue« und der ganzen Volkswirtschaft. Wenn nicht anders, müßte man wenigstens den Ueberschuß an Mai« vom Ausfuhrverbot frei machen, der über unseren Bedarf zurückbleibt und den wir nicht werden ver« brauchen können, wohl aber werden wir die auslän-dischen Märkte und das Vertrauen deS Auslandes zu unserem Handel verlieren. In HandelSkreisen trägt man sich noch immer mit der Hoffnung, die Regierung werde die Ausfuhr von Lebensmitteln be-willige» und nur jene Menge Getreide unter daS Verbot stellen, die uuS für Brot und Mehl uotwen-dig ist. (TrgovSki List.) Ausfuhr von Rind- und Büffelfleisch. Laut Zirkularverordnung deS Finanzministers an sämtliche Zollämter ist die Ausfuhr von lebendem Rindvieh und Büffeln, die pro Stück ein größeres Gewicht als 500 Kilogramm haben, gestattet, wobei die Kühe älter als acht Jahre und die Büffeln älter als drei Zahre fein müssen. Bewilligt wurde ferner die Ausfuhr von frischem Rind» und Büffelfleifch, jedoch nicht nach Gewicht, sondern pro stück nach Entrichtung eines Zolles von 300 Dinar pro Rind oder Büffel. Lieferung verschiedener Materialien. Die königliche Arsenalleitung in Tivit wird einer Meldung der Zagreber Handel«- nnd Gewerbe-kammer znlolge am 26 Mai d, I. eine Offert-lizitation für die Lieferung von verschiedenen Mate-rialien der Schiffsbau- und der elektrischen Branche abhalten. Das Material ist auf folgende Gruppen verteilt worden: 1. Stoffe, Leinwand, Seile und Zubehör für Zegel und Tapisseriearbeiten. 2. Elektrisches Material mit den dazugehörigen Werk-zeugen. 3. Chemikalien. 4. Baumaterial. 5. Holz. 6. Farben. 7. BerbrauchSmaterial. 8. Schreiner- uud Schiffsbauwerkzeug. 9. Schrauben. Hacken und Nägel. lO. Blech und Eisenfaßon. Nähere« bei der Marinestation in Zagreb, Nova ves Nr. 18, be-ziehungsiveise bei der besagten Kammer (Zimmer Nr. 7 von 11—12 Uhr). Russisches Gold in Schweden. Die im englischen Unterhaus« vorgebrachte Beschwerde, daß Schwede» russisches bolschewikischeS Gold, das für die Bereinigten Staaten bestimmt war. umgefchmolzeu habe, veranlaßte die schwedische Münze zur Er-klärung. daß im Borjahre 19 Tonnen bolfchewiri'ches Gold, davon drei einhalb Tonnen gemünztes Gold, umgeschmolzen worden sind. Im Jahre 1919 sind 70 Tonnen zur Umschmelzung angemeldet worden. 1920 wurden in Schweden ungefähr 700 Millionen bolschewikisches Gold umgeprägt. Freiwillige öffentliche Am Samstag den 7.Mai um 8 Uhr Vormittag findet in der Benjamin Ipavöeva ulica Nr. 10 im Hose eine freiwillige Lizitation von Möbeln, Küchengräten, verschiedenem Hausrat usw. statt. Zu verkaufen eisernes Bettgestell, alte Kleider, Stiefelbölzer, Kol!stuhl und andere». Kretov trg 6, I. Stock rechts. Drucksachen für Aemter, Handel, Industrie und Gewerbe lielert in bester Ausführung Tüchtiger energischer Betriebsleiter mit langjähriger Erfahrung in Werkzeugmaschinen, Holzbearbeitung, Motoren, Dumpsmaschinen, Mühleu- und Transmissionsbau, mit modernen rationellen Arbeitsmethoden sowie Betriebsführung und Kalkulation bestens vertraut, sucht entsprechende Stellung. Gefällige Angebote erbeten unter »Vielseitig 27010* an die Verwaltung des Blattes. Klavier (Proksch-Stutzflügety zu verkaufen. E. Pfeffer, Maribor, Copova ulica 11, Tür 1. Herrenzimmer ans Hartholz, sammt Klubgarnitur und Tisch, fasst neu, wegtm Raummangel billig zu verkaufen. Adresse in der Verwaltung des Blattes. 27006 Pelargonien in den schönsten Farben für Balköne sowie versc hitdene Blumen u. Pflanzen zu haben in der Gärtnern Zelenko, Ljubljanska cesta. Maschinsciireibunterricht nach dem Zehnfingersystem, in Slowenisch und Deutsch, eueilt Frau Fanny Blecbinger, Lev stikova ul. 1. Trucker. Verleger une Herausgeber - Beretnsduchdruckei« „Se!e,a" in Cetje. — ät«o» «wörtlicher Schriftleiter: Tr. gron; Per,.