W Laibacher Zeitung/ O ^^ Sonabend den i. März. i8QO. ^^ Neue Thore in Wien. — Friedensbedingnisse Vnonapartes. — Marsch der Russ.n. — Ausfalles des Feindes bei Vasel. Inländische Begebenheiten. kaibach. Pariser Zeitungsblät-ter schildern offenherzig den Geldmangel und die Verlegenheit Vuona-partcs in Bttreff der Finanzen , da-hcr ist nicht zu begreiftn, wie ftlbe behaupten können, daß Vuonapacte einen Plan zum künftig?« Feldzuge entworfen habe, der nothwendiger-weise den Frieden herbeyfükren müsse; ausser man macht gute Rechnung auf Plünderung fremder Ländcr. — ! D'.r Moniteur gießt seinenGeifer aus über die letzte Antwort des englischen Ministeriums auf die zweyte französische offizielle Note; er nennt sie eineAbläugnung, eine Ausweichung, und Manifest. W i e n. Mittelst eines Kabincts-schreibens vom 2. Fcbr. hadcn Sc. Maj. denFwanzministcr, Grafen v. Saurau, eine Krainerisch? Ständis. Obligazion von 105 Gulden, weicke Allerhöchstderostlben unter dem Nahmen , Alexander de la Vrunich, als ein freywilliger Kriegsbeytrag un-terthänigst überreicht wurde, mit Ve-zeigung des höchsten Wohlgefallens übersendet. Se. Maj. haben den sämmtlichen Postmeistern in Unterösterreich, in Hinsicht auf die noch immer fortdauernde Futtcr-Thcurung, den Ve-zug des erhöhten Rittgeldes zu einem Gulden fü'r jcdes Pferd aufeiner einfachen Post- Stazion bis Ende 1800 allcrgnädigst zu bewilligen geruhet. Wien. Wie eS heißt/ sollen die Thore von Wien zur Bequemlichkeit des Publikums vermehrt werden; man spricht, daß der erste Versuch an den Mauern zwischen dem Kärnthner und Stuben-Thore Statt finden soll; dann sollen zwischen dem Schotten-nnd Burg-Thore ebenfalls die Mauern durchbrochen werden. Dieß würde flirdiL Bequemlichkeit sowohl/ als für die Gesundheit der Wiener, die besonders in manchen Vorstädten im Sommer eiucn weiten Umweg im dichtesten Kiesel - Staube machen müssen, ej- ne wünschenswerte Sache seyn, bey der die Regierung gewiß auf warmen Dank rechnen könnte. Die Wiener - Damen haben für diesen Winter die Pelz - Kleider und Müsse abgelegt; sie erscheinen in schwarzen Ucberkleidern , welche nur bis etwas übcr die Knie relcken, und mit blon-dcn Franzen oder Trotteln besetzt sind. Sie heissen Nelsons , und unterscheiden sich, die Eleganz abgerechnet, wenig von den einst durch ganz Deutschland so sehr üblichen Kontuschen. Wie man weiter aus Wien mel-öet, waren mit dett Befehlen, in Betreff' des Rückmarsches der rußis. Armee, 3 Couriere von Petersburg ^ einer nach London, einer nach Wien, um diest Höft davon zu avisi-ren, der dritte nach^Prag abgeschickt worden. — Am 28. u. 2^. Jan. mar-schirte das ganze Regiment Colloredo, von Wien nach Italien ab; überhaupt gicngcn noch immer ansehnliche Verstärkungen dahin ab. Oestreich, den 7. Febr. Die Friedensanträge des Vuonaparte die ein gewisstr Hof sehr nachdrücklich empfohlen hat, sollen bloß in der Erneuerung des Friedens von Campo Formio bestehen. Da sich aber die Umstände seitdem sehr geändert haben, so wird dieser Antrag wohl nicht angenommen werden. Prag< den 29. Jan. Der rußis. kais.Generalissimus und k. k. Feld-marschall, Fürst Alexander Wasich'e-witsch Italiskoi, der beiden Reiche Ncichsgraf Suwa^ow Rimniskoi, hat gestern in der Frühe um 5 Uhr die weitere Ncise über Böhmisch -Brod von hier fortgesetzt, nachdem Drrselbc seit dem 20. Dez. bis gestern, folglich 38 Tage, in der hiesigen Hauptstadt des Königreichs Böhmen verweilt hatte. Am 31 - Jan. Der rußis. Gesandte, Grafv. Stakelberg, langte vorgestern den 29. d. zur Mtttags-Zeit im Vmmners Gasthofe zum schwarzen Löwe" atthicr au, und als diesem Mlnister die bereits Tags zuvor aus Prag gesckchcne Abreist des Generalissimus, Fürsten Italiskoi, Neichs-Grafcn Suwarow Rimniskoi, gemcl-dct wurde, so hat er alsobald seine z Reise beschleunigt, um den gedachten Feldherrn irgendwo noch einzuholen. Zugleich kündigt dieses Prager-Vlatt den Marsch der rußis. Armee mit Folgendem an: „Die Wiener Hoszeitung von 21. Dez. v.M. uud Jan. Nro. io2 bestätigte bereits, daß die eußis. kais. Annee in 2 Colonnen, eine von dem General Rosenbcrg , die andere von dem Gen. Derselben geführt, durch Vöhmcn, Mähren, und die beyden Gallizien nach Rußland zurückkehre. Nachdem in Vöhmcn einige Zcii Halt grmacht worden, so sehen wir nun seit dem 26. d. eine dcr gedachten Colonnen von dieser Armee allzctt nbr jeden andern 3ag, ^ Abtheilunqsw'ise hier durch paßireu, ^ nnd dcn Marsch gegen Mähren sort- ^ Ausländische Vegebenheitell. Deutschland. München. Den ic>. d. um y Uhr Morgens ist Freyhr. v. Buschmann, k. k. Oberlieutenant von Erzherzog Karl Infanterie, als k. k. Courier von Wien zur Armee hier durchgereiset. Nach Frankfurter Nachrichten waren dort am 5. Feb^ Briefe aus Vern angekommen, laut deren die franz. Regierung erklart hatte, die helvetische Republik als neutrales Gebiet anzuerkennen, wofern von Seite Oestreichs eine gleiche Anerkennung Statt hatte , und um diese lcytere zu erhalten, sollte die helvetische Regierung zwey Dcputirte nach Wien geschickt haben. Jene Erklärung der franz. Regierung schiene demnach mit den am 29. Jan. dem Gen. Moreau, überbrachten Depeschen in Verbindung zir stehen. Der Herzog von Würtcmberg errichtet dermalen ein Chevauxlegers-regiment von 920 u. ein Hujsaren-regimcnt von 1200 Mann. Kein Mann unter 20 und feiner über 30 Jahren wird dabey angenommen. Berlin, den 4. Febr. Der französis. Gesandte, Gen. Veurnon-ville, gefällt hier allgemein durch sein einuehmcndcs Betragen. Er hat erklart, daß er alle Personen aufnehmen werde, welche der König von Preussen aufgenommen habe, und folglich mit den rccipjrttn französis. Emigranten als mit Freunden Umgang habcn werd?. Der in d.r Litteratur so vortheilhast bekannte Marquis (ehemals Chevalier) d? Bm?ff-leurs, Mitglied der hiesigen Acadcmie, hat die Ausstreichung v?n dcr Emi-Mantenliste erlangt, und wird wie-<'der nach Frankreich zurückkehren. '^Was auch die französis. Blätter voN'Kriegsrüslungen in der preussi-schen Monarchie sagen, so ist doch alles ruhig. Der König will in diesem Jahre grosse Bauten vornehmen. Hier wird ein neues Theater erbaut, und die angefangene Chaussee von Berlin nach Frankfurt an der Oder fortgesetzt. Den 9. Februar. Heute haben die Franzosen die kaiserlichen Vorposten iu der Nachbarschaft von Basel angegriffen, und sind bis gegen Zell vorgedrungen. Allein da unsere Gegenden mit Truppen stark besetzt sind, und auch der Landsturm schon Bewegungen macht, so ist nicht die geringste Gefahr vorhanden. Italic n. ' Der russisch - kaiscrl. Genera! der Kavallerie, Marquis d'Aniichamp ist nach der Petcrsburgerzeittmg entlassen worden. — Auf dem Vorge-bürg der guten Hoffnung wird auf der Küste, wo das englische Kriegsschiff Scepter von 64 Kanonen verunglückte, ein Denkmal errichtet. — Man will wisscn,daß nächstens l c,ooo Mann Neapolitaner, worunter 4000 Mann Kavallerie, unter dem Feldmarschall Prinzen von Hessen-Phi- lippsthal zur österreichischen Armee in Italien stosscn werden. Florenz, den 7. Febr. Heute ist dcr kaiscrl. General Sommariva blcr angekommen, um den General Spannocchi abzulösen, der zur Armee berufen ist. Frankrei ch. „Das Consulat (sagt ein Französisches Blatt) hat sich bey der nunmehrige« Errichtung der Vank über die Haupterfordernisse hinweggesetzt, die bei ewem Geschäfte von solcher Nichtigkeit die Grundlage seyn müssen. Das erste ist, eine feste Regierungsverfassüng, weil ausser dem jode Erschütterung , auch jedes neue Etablissement über den Haufen wirft. Das zweyte, und in gewissem Betracht daß größte Erfordcrniß beruht auf der Sicherheit, die man aber nur durch eine festeNegierungsform gewähren kann. Die Nothwendigkeit (heißt es weiter) erfordert es zwar, daß ein republikanischer Staat bey der jciZi-gen Lage der Handelsverhältnisse von Europa, seinem Kredit durch eine Vank, als dem einzigen wahren Vehufsmittel aufhelfe: es setzt aber immer zum voraus, daß die republikanische Verfassung von der Nazion allgemein angenommen, daß fle durch die innerliche Ruhe begünstiget, und durch den Frieden des Vaterlandes konsolidirt sey: diese Grundprinzipien geben einem solchen Etablissement seine Festigkeit. Da wir selbige aber mehr wün- schen, als sse vor Augen fthen, so ^ dürfte aus Mangel der Staatssicher- ^ hcit der in sich zwar uulangbare ^ Nutzen der Bank schwerlich eintre- ä tcn/ Man wird durch die Thellnch-mung dcr Aktien nur der Rcvolu- ^ zion cin neues Opfer darbieten, tz und sich mit dem Trost begnügen, sich mit der Regierung durch die Befolgung ihres Willens wiederum auf eine kürze Zeit ausgesöhnt zu haben." . f> « , , Die Rojalisten m Frankreich behaupten, General Vrüne habe in einem blntigen Tressen gegen die Chouans 4000. Mann verlohren. Einer ihrer Anführer, d'Aulijcha< mo, der bereits Frieden gemacht hatte, soll wieder zu den Waffen gegriffen haben. Paris, den Zi.Icm. Varrere ist NUN auch, so wie Carnot, Co-chou lt. von aller Polizeyaufsicht freigesprochen , und in alle seine Bürgerrechte wieder eingesetzt worden. Vr. Ren - Lacroir hat bey dem Vr. Sicard Lektion genommen, um sein taubstummes Mädchen nach seiner Methode zu unterrichten. Der Erfolg war so glücklich, daß dieses iZ jährige taubstumme Mädchen folgenden Brief an die Bürgerinn Vuona-parte schrieb: „Madame! die Taubstummen haben seit mehreren Monaten den Vr. Sicard nicht mehr zum Vater. Ich liebe ihm sehr; ich trage ihn in meinem Herzen. Er unterrichtet meinen Vater, der mich hernach wieder unterrichtet. Sagen Sie Ihrem Gatten, daß er den z Vr. Sicard zurückgebe. Sie wcr- ^ den bcyde Ihre Freunde ftyn, wie 8 es derselbe ist. Wir werden Gott für 2 Sie bitten. Unterschrieben: Rey- ^ Lacroir, Taubstumme. ^ Paris, den l. Febr. Der türkische Gesandte hat ans von Con-stantinopel erhaltene Depeschen eine Conftrenz mit dem Minister dcr auswärtigen Geschaffte gehabt, und gestern auf dem Lande mit dem ersten Consul zu Mittage gesveiset. Man glaupt, daß die Beharrlichkeit des ersten Consuls, Frieden zu machen, ihren Zweck erreichen werde. Es soll zu Paris ein Iournaldcr Literatur nach dem Beyspiele derFri-tannischen Bibliothek herauskommen. Straßburg, den 6. Febr. Aus der Schwem ist ein beträchtliches französ. Truppcnkorps in unsere Ge-gcndcn angekommen. Es marschjrt, »vis man vernimmt, nach Maynz, wo nächstens ein allgemeiner Angriff auf die Postirungen der Deutschen geschehen soll. Paris, den 8. Febr. Der Großkonsul Vuonaparte hat befohlen, daß wegen Washingtons Tod l o. Tage lang schwarze Flore an den Fahnen befestigt werden sollen. Er hat einen Kourier an General Masscna abgeschickt. Man glaubt, daß der Feldzug in Italien unverzüglich eröffnet werden wird. Auch heißt es, Vuonaparte wolle sich selbst an die Spitze der Nheinarmee stellen, und sich von dem Staatsrath begleiten lassen. Der ExdirektorParthelcmy, der als ehemaliger Gesandter der Republik den Frieden mit Spanien und Preussen unterzeichnet hat, ist beim Erhaltungsrath angestellt, und der Erdirektor Carnot zum Gen?ralin-spektor bey den Revuen ernannt worden. Mit der Befriedigung der Vendee muß es nvch gar- nicht nach Wunsch gehe«. Denn General Vrüne hat neuerdings 2. Proklamationen erlassen. In der einen cnnahnt er die Einwohner von Niedrrdretagne, W nicht länger von den Feinden der Republik täuschen zu lassen; in der andern stellt er den Chefs der Chou-ans vor, daß eine falche Hoffnung sie irre führe; den Priestern aber sagt er: daß sie vergebens dcm Zorn des Hlmmels und der Bestrafung der Menschen zu entgehen glauben, wenn sie nicht das wettere Blutvergießen hinderten. Endlich erklärt General Vrüne, wie ungern er als elN Franzose gegen Franzosen fechte, und sortd^rt die gemeinen Soldaten der Chouans auf, daß sie zum Beweis ihrer aufrichtige« Sinnesänderung die Waffen ausliefern sollten, die ihnen von Ausländern in die Hände gegeben worden wären. Der Großkonsul Vuouaparte befindet sich l'cyt in einer sonderbaren Lage. Er hat der Nation dcn j Frieden versprochen, und diese sor- ! dert ihn mit Ungrstümm. Auf der andern Seite hat England seine ersten Antrage kalt aufgenommen > und scheint überhaupt nicht geneigt zu sein, sich weiter mit ihm ein-zulaffcn. Er muß also nothwendiger Weise auf die Fortsetzung dcs Krieges denken. Allein um Krieg zu führen, wird Geld erfordert. Wohin aber auch Vuonaparte seine Bttke wendet, da sindct er die Mittel, Gcld herbey zu schaffen, erschöpft. Papiergeld ist abgenüyte Waare, die kein Mensch mehr will.-Anlchen sind Streiche in die Luft, weil es- an Kredit fehlt; neue Msta-gen sind nicht rathsam, weil die Nation ohne Handele und Verdienst an deu bisherigen schon zu schwere Lasten hat. Nur nun die rückständigen Besoldungen der Armeen und der öffentlichen Beamten abzutragen, würde eine gewaltige Summe GeldeS erfordert, und diese ist nicht vorhanden. H 0 ll a tt 5. Schreiben aus dem Haag, detr 7. Febr. Gestern haben mehrere amsterdamer Kaufleute aus England die Nachricht erhalten, daß sich die Stadt Vatavia mit der ganzen Insel Java, (in Ostindien) an die Engländer ergeben habe. Diese fanden ! dastlbst 12. Millionen baares Geld ! in dcn Kassen der holländisch ostin-difchen Compagnie, und überdcm in dm Magazinen eine ganz unbe-schreiblichm Menge von Gewürzen, und Waaren aller Art, die seit 5. Jahren daselbst waren aufgehäuft worden. Die Bestürzung in Amsterdam ist groß. Großbritannien- London, vom 24. Jan. Im "berhause verlas Lord Grenville ci-ne zweyte königl. Vothfchaft, worin gesagt wird, daß, dadic Iahrs-zcit nickt erlaube, d,e bey der Expedition in Hottand gebrauchten fremden Truppen in ihr Land zurück zu schicken, Se. Majestät, dem Trac-tate gemäß, sie auf den Inseln Jersey und Guernsey habe einquartieren lassen. Eine neue Campagne zu Wasser u. zu Lande, zu welcher von allen Seiten die furchtbarsten Zurüstun-gen gemacht werden , ist das Resultat , welches auf die neue Note von Talleyrandund die Antwort des Lords Grenville darauf, erfolgen wlrd. Nach den Blättern vom 2 4. Jan. hieß es, der Freyherr^v. Iacobi hätte so eben wichtige Depeschen von seinem Hofe erhalten, in deren Verfolg er Preussens Vermittlung zum Frieden anbiethen sollte. Inzwischen suchte der iüouiier cw t.on 6r68 zu verstehen zu geben, daß er gleichsam osficiell authorisirt oder beauftragt wäre, verschiedene Anekdoten von vergüten Aufnahme des Vr. Dür 0 czu Berlin, welche in franz. Blättern erschienen, und meistens aus Deutscheu Zeituugeu gezogen waren, für falch zu erklären; wir haben, hieß es in diesem Blatte, Gründe, um jene Macht für Englands Freundinn anzusehen. London, den 31. Jan. Aus andern milden Depeschen des General Kleber aufgefangenen Briefen er-hellec, daß von den 16200. Franzosen , die in Aegypten noch am Leben sind, kaum 7OQQ. dienstfähig seyen; die übrigen liegen krank i» den Lazarethen, oder leiden an Au-genkraukheiten. Mit dieser Handvoll Menschen, die an allem Mangel leiden, soll General Kleber Ae-> gypten von allen Seiten vertheldi-! gen, während diese Mannschaft kaum ! hinreicht, den Haven von Allessan-dria zu beschützen, welche Stadt eigentlich nur als eiu verschanztes Lager angesehen weiden kann. Am meisten fehlt es an Kanonen, die " bey der unglücklichen Expedizion nach Syrien grossen Theils verloren gegangen sind. Die 1?. vereinigten Staaten ha-ben wirklich Gesandte nach Paris geschickt , um den Frieden zu unterhandeln. In dem Unterhause ist die wichtige Verathschlagnug über die vo« Frankreich gemachten Friedcnsamrä-ge noch nicht erösnet worden, und zwar deswegen, weil Herr Pitt unpäßlich ist. Anfänglich hielt mau dieß fur cine politische Unpäßlichkeit, ; allein er hat sich wirklich durch eine Vcrkältung eine grosse Heiserkeit der Stimme zugezogen. Ueber obigen Gegenstand erwartet man von ihm eine sehr interessante Ncde Ohnerachtet Washington der Mann war, welcher England die iz. Provinzen von Nordamerika entriß," so wird doch sein Tod hier allgemein bedauert, so wie seinem gomäs-sigten Charakter. und sein hoher Klugheit die reinste Bewunderung gezollt. Wie klein erscheinen gegen ihn die französischen Revolutionshel- ! den, die sich kaum eine kurze Zeit in H ihren hohen Stellen erhalten könn- 3 ten. » Die hier befindlichen Amerikaner z habcn das Absterben ihres Washing- Z tons durch ein Lcichenfcst gefeyert. In diesem Jahre i8oa. wird die neue amerikanische Kongreßstadt, die den Nahmen Washington führt, von dcm Kongreß wirklich bezogen werden. Kurzgefaßte.Nachrichten. Von der Neutralisirung der Schwcitz mittelst eines Vergleiches zwischen Ocstrcich und Frankreich wird zwar vieles gesprochen, aber bisher, wie es scheint, ohne eigent-3ichtti Grund. Inzwischen kann !»?r Zustand, in welchem sich unse-,e unglückliche Republik jetzt befindet, nickt mehr lange dauren. Die erste, von Ocks in einigen Tagen, Hwgefchmiertt Konstitution ist ver- ß nichtct, die Zweite mißfallt schon itl ihrem Entwurf, nur die chmahligo Ordnung der Dinge mit eilngcn Modifikationen kann uns retten. Mannheim, den n.Febr. Die Maynzcrtruppcn und bewaffnetet? Landleute, dies - und jenseits Frank--fürt müssen sich marschfertig halten, weil bcy dcn Franzosen jenseits des Rheins starke Bewegungen verspür^ werden. Tottaneschingcn, den 9. Febr. Man erwartet hier den kaiscrl. Ge-neralfeldzeugmeistcr Varon v. Kray in Gesellschaft des Armee Ministers ' Grafen von Lehrbach. Für beyde werden Quartiere bereitet. Die epidemische Krankheit graf-sirt nun auch stark unter den fran- i zösischen Truppen im Genuesischen. ^ Von östreichischer Seite sind gegen die Ansteckung alle mögliche Vor-sichtsmaasregcln genommmen^ Nachtrag zum Laibacher Artikel. Vorgestern war in unserer Domkirche ein ftyerliches Seelcnamtnach Se. Maj. dem seel. Kais. Iostph II. und gestern nach Se. Kais. Maj. Leopold II. von beiden infulirten Domherrnen, dcm Domprobst, und i Domdechant abgehalten; wobei sich ! Ihro Königl. Hoheit die verwitwete Kurfürstin von Bayern, der hohe Adel, die hieranwesenden Generale, alle Dikastcrien, das Militair, die Schulen, und zahlreiches Publi-, kum einsanden.